ür. 2ö dir Gelegenheit, um eine Warnung an H e r r i o : .i richten, der, wenn er in seinem Kampf gege i die katholische Kirche zu weit gehe, leicht das Schicksal Macdonalds teile ’ l nn\ — Eine Wendung der Krisis. mäßig, weil eine grundlegende Aen de» rung der Parteikonstellation doch nichterfolgen würde. Ob die Fraktionen heute wieder Sitzungen abhalten werden, steht noch nicht fest. Dis jetzt sind Fraktionssihungen noch nicht angesetzt. Berliner Pressestimmen. Berlin, 10. Oft. (Sil.) Die Berliner Blätter sind sich alle darüber einig, baf) die bisherigen Verhandlungen diese Wendung nehmen muhten und beschäftigen sich mehr oder weniger ausführlich mit dem, was nun werden soll. Die „G e r m a n i a", das Hauptorgan der Zentrumspartei, auf deren Haltung bei den weiteren Verhandlungen es sehr viel ankommt, hüllt sich in Schweigen und gibt lediglich die Berichte über die einzelnen Momente der gestrigen Verhandlungen wieder. Rach der „Deutschen Tageszeitung" kann es sür den Kanzler nur einen Weg geben: den einer Koalitionsbildung der bürgerlichen Parteien. Rach der „Kreuz-Zeitung" muh nun die Frage gestellt werden: Bürger- liche Regierung oder Reichstagsauflösung? Der „Vorwärts" vertritt die Auffassung: Man muh einen Strich unter das Vergangene machen und sich an dem englischen Mut, der vor Volksentscheidungen nicht zurückschreckt, ein Beispiel nehmen. Die Frage der deutschen Reuwahlen muh sein, ob rechts oder links regiert werden soll. — Der „Lokalan- feiger“ kommt zu dem Schluß: Das Zentrum hat also die Wahl zwischen Verständigung mit Deutschnationalen und Deutscher Volkspartei auf der einen und der Reichstagsauflösung auf der anderen Seite. Soll sie zugunsten der Reichstagsauflösung erfolgen? Die Sozialdemokratie weih sehr gut, warum sie uns auf diesem Weg ständig vorwärts treiben will. — Die „D. A. Z." schreibt: Dem Ersuchen der Deutschen Dolkspartei, nunmehr die Bildung einer nach rechts erweiterten Regierung zu betreiben, wird der Reichskanzler Zweifellos entsprechen, denn es kann als ausgeschlossen gelten, dah er die Verantwortung für die Auflösung des Reichstags in einer Situation wird übernehmen wollen, in der eine Aenderung der parlamentarischen Kräfteverhältnisse nicht zu erwarten ist und Reuwahlen höchst bedenkliche Verzögerungen bei der Erledigung der dringendsten außen- und innenpolitischen Aufgaben zur Folge haben würde. Das „Berliner Tageblatt" ist der Auffassung, dah zweifellos der Gedanke, einseitige Verhandlungen mit ben Deutschnation alen zu führen, abgelehnt werden wird. Die „D ö r f e n zei t u n g* schreibt: Wie vovauszusehen war, hat sich als einzig Positives ergeben, dah die sozialdemo- kratische Führerschaft zur Zusammenarbeit mit den bürgerlichen Parteien auf rem nationaler Grundlage noch immer nicht reif fff und dah sie sich ebenso von der Angst vor den Kommunisten und von den Klassen- was von ihnen übrig bleibt, sich mit den Konservativen zu einer Koalitionsregierung zusammentut, die nach den Wahlen das Erbe Macdonalds zu übernehmen hätte. Der Auflösungsakt. Eine Rede Macdonalds. — Die Thronrede. London, 10. Ott. CSU.) In der gestrigen Rachmittagssihung des ilnterhauses kündigte der Premierminister Macdonald die Auflösung des Parlaments an, indem er sagte: Ich bebaute, dah die seitens der beiden Oppositionsparteien unternommenen Schritte a l l- gemeine Reuwahlen notwendig gemacht haben. Die Mitteilung, dah der König die Genehmigung zur Auflösung erteilt habe, wurde mit lautem Beifall bei der Arbeiterpartei aufgenommen. Macdonald führte weiter aus, dah er alle weiteren Maßnahmen in Ueber- emflimmung mit allen Parteien des Parlaments durchführen werde. Besonders wichtig sei die Frage, ob es besser sei, die Parlamentswahlen hinauszuschieben, bis die Gemeindewahlen beendet wären, oder ob es besser sei, zuerst die Parlamentswahlen und dann erst die Gemeindewahlen stattfinden zu lassen, die bekanntlich Anfang Rovember vorgenommen werden sollen. Der Regierung sei sehr viel daran gelegen, die ilnbequemlichkeiten allgemeiner Reu wählen auf ein Mindestmah zu beschränken. Bei sorgfältiger Prüfung hat die Regierung festgestellt, dah es möglich sei, die Parlamentswahlen noch vor Beginn der Gemeinde- Wahlen zu beendigen. Er schlage deshalb vor, die heutige Sitzung des ilnterhauses möglichst auszudehnen, damit nach (Srfebigung der dem Parlament vorliegenden Arbeiten noch heute die Auflösung erfolgen könne. Hierauf wurde die ilnterhaussitzung auf nachmittags 6 ilhr vertagt. Bis zu diesim Zeitpunkt hatte das Oberhaus olle Lesungen des irischen Grenzregulie- rungsgesehes durchgebracht. Auch die dritte Lesung des Gesetzes ging ohne Abänderungen bon- matten. Als um 6 ilhr das ilntevhaus wieder zusammentvat, begaben sich die Mitglieder unter Führung des Sprechers, des Premierministers und Baldwins als dem Führer der Opposition in feierlicher Prozession in das Oberhaus, um die Verlesung der Thronrede über die Anflösung des Parlaments Gestern nachmittag hatten die volksparteilichen Abgeordneten Dr. Scholz und Dr. C u r t i u s eine ilnterredung mit dem R e ich skanzler, in der sie auf das entschiedenste für eine Erweiterung des Kabinetts nach rechts ein- traten. Die Abgeordneten hatten bann eine Besprechung mit dem Führer der Deutschncrttonalen, Dr. H e r g t. Wie die Telunivn erfährt, ist die heutige Besprechung des Reichskanzlers mit den Führern der Koalitionsparteirn auf 10 ilhr festgesetzt. Der Reichskanzler wird in dieser Besprechung den Parteiführern Kenntnis von der neuen Situation geben und ihnen voraussichtlich seine weiteren Absichten kund tun. In par- Iamentarifd>en Kreisen bezeichnet man allgemein den gestrigen Tag als den Wendepunkt der Regierungskrise. Von den Fraktionssihungen, die am Donnerstag stattfanden, trat diejenige der Zentrum s f r a k t i o n die wichtigste. Das Zentrum tagte mit einer Unterbrechung von zwei Stunden von 11 ilhr bis 7.30 ilhr abends. Während die Demokraten und die Deutsche Dolkspartei in ihren kurzen Sitzungen sich nur mit weniger akuten Fragen, so z. B. mit der des deutsch-spanischen Handelsvertrags, beschäftigten, war beim Zentrum Hauptgegenstand der Tagesordnung die Erweiterung der Regierung. . ,, . Eine große Reihe von Fraktionsmitgliedern, darunter die bekanntesten Abgeordneten äußerten sich eingehend zur Lage. Wie die Telunron erfährt, würde es das Zentrum begrüßen, wenn es möglich träte, die bisherige Koalition noch eine Zeitlang beizubehalten. Einen Ausweg aus den Schwierigkeiten erblickt man im Zentrum ferner in der Möglichkeit der Bildung eines überparteilichen Kabinetts hervorragender Persönlichkeiten. Der übergroße Teil der Zentrumsfraktion hält eine Auflösung des Reichstags deshalb für wenig zweck- we g gesucht hätte. Denn die Gegner Macdonalds waren mit ihren Vorbereitungen noch nicht ganz fertig, die (Versuche eine neue Kandidatu rver- linbung zwi schen den Konservativen undden Liberalen waren im Gaige W.r n sie zu Ende geführt, dann war vermutlich der Ausgang der Wahlen von vor-rhrrern bc .unrn:. Des der Kürze brr Zeit bis zu ben Reuwah^n toirb es jetzt kaum mehr möglich sein, Konser- Tatioe und Liberale unter einen Hat zu br.ngen, auch diesmal werben also die „dreieckigen Wahlen“ vorherrschen, bei denen bte rela- liveMehrheit entscheidet, die einzige Chance, t Gbie es für die Arbeiterpartei überhaupt gibt. I. Trotzdem sich über die Aussichten schw.r \ «Iwa's sagc , viele ajich recht kluge Beurteile-) 3>er englischen Etimmu.ig waren im oommer nod) Der Meinung, daß Macdonald eine Auflo- f u n g ruhig wagen könne, weil er nut starkem Gewinn zurückkömmen toeffbe, heute hat sich Las Bild doch verschoben, auch die Tlrberter- tegterung hat an den Problemen der inneren englischen Politik herumgedok.ert, ohne s chtrare Folgen zu haben, und ihre Taten in der An sitndspvlitik sind auch nichts mehr als ein verkapptes Zurückweichen vor Frankreich gewesen. Dir Konservativen hoffe., offen» Var, daß in den Kreisen der Arbeiterpartei eine starke Ernüchterung eing.treten ist, daß giirnat die Mitläufer wieder nach rechts zurück- kehren werden, weil sie auch in Macdonald nur eine Enttäuschung -erlebt haben, und zwar nach rechts zurückkehren über dae L^be- talen hinweg. Die Wahrscheinlichkeit spricht also dafür, daß die Liberalen beider Gruppen zwischen den Konservativen und der Arbeiterpartei zerrieben werden und baß dann, war sehr ausführlich gehalten und gab eine Ueber- sicht über die Arbeit der bisherigen Regierung. Besonders wird dem Ergebnis der Londoner Konferenz beigestimmt, denn sie habe zur Verwirklichung des Dawesplans sehr viel beigetragen. Ihrem glücklichen Ausgang ist es zu verdanken, dah die sehr schwierigen Probleme durch die beteiligten Mächte bis z u einem gewissen Grade gelöst werden konnten. Ich bin überzeugt, daß die Regelung dieser Fragen in weitem Maße zur Wiederherstellung des internationalen Handels beitragen wird, von dem das Gedeihen der Staaten abhängt. In G e n s sind auf der 5. Versammlung des Völkerbundes in der Schiedsgerichts-, Sanktions - und A b- rüstungsfrage bedeutende Fortschritte erzielt worden Das Ergebnis der Beratungen wird mög.ichst bald dem Parlament vorgelegt toerben. Hoffentlich trägt es dazu bei, daß bald die schweren Lasten, unter denen l.eute die Völker leiden, erleichtert werden Ferner geh: die Thronrede auf die Verhandlungen mit Svwjetruhland und auf den Abschluß des englisch-russischen Vertrages ein, der d.e Wiener- Erstellung der politischen und Wirtschaft! chen Ba de zwischen Großbritannien und- Rußland wieder anknüpfen soll und ein notwendiges Element für den Frieden und den wirtfchaftlichen Wiederaufbau Europas bildet. Es wird bedauert, daß die Besprechungen zwischen Macdonald und dem ägyptischen Premierminister zu keiner Verständigung geführt haben, die bei weiteren Verhandlungen hatte erreicht werden können. Auch trotz der Ergebnislosigkeit der Verhandlungen wird die Polttik Großbritanniens zu Aegypten i n demselben Sinne fortgesetzt werden wie sie bisher nach Aufhebung des Protektorats von England geführt worden sei. Ferner wird darauf hingewiesen, dah eine Belebung der Bautätigkeit angestrebt werden muffe, denn nur diese könne Handel und Industrie wieder auf- leben lassen. Sie bedeute auch die einzige durchgreifende Maßnahme im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Das von der Regierung aufgestellte Dau Programm gewährleiste ununterbrochene Bautäti^eit für einen Zeitraum von über 15 Jahren. In dem Produktionsprogramm der Regierung wurden wertvolle Fingerzeige für die industrielle und kommerzielle Organisation des Staates gegeben. . , Nach Verlesung der Thronrede begaben sich die Unterhausmitglieder wieder in das Un.er Haus zurück wo die Thronrede nochmals dura) den Sprecher verlesen wurde. Darauf erfolgte die offizielle Auflösung des Parlaments. Die Mi- nffter die Führer der Opposition und die andern Mitglieder des Parlaments schritten darauf in feierlichem Zuge an den Sprecher vorbei und Mit einer für deutsche Verhältnisse über« oaschenden Geschwindigkeit sind in England die Dinge zur Entscheidung getrieben. Am Mittwoch abend wußte noch niemand, was kommen würde, ein allgemeines großes Orakeln glaubte in letzter Stunde den Konflikt noch irgenbtoie vermeiden ui tonnen, eine Parlamentssitzung von drei Stun- •en — die in Deutschland mindestens ebenso viele Tage gedauert hätte — und das Kabinett war in der Minderheit. Macdonald muh auflösen, nachdem der König die Auflösung des Unter- hau ses genehmigt hat. Dreiviertel Jahre hat die Arbeiterreg:erung gedauert, mehr, als man ihr ursprüglich zugestanden hatte: fällig war die englische Krise chon seit Monaten, sie war nur zurück- bestellt worden, f»lange das Reparations- Problem nicht in irgendeiner Weise zum vor- 'äusigen Abschluß gebracht war, jetzt beherrscht vie innere Politik in England wieder das Feld, die alten Parteien glaubten die Stunde der Abrechnung für gekommen. Trotzdem ist zwischen Ursache und Anlah sehr vohl zu unterscheiden, der Anlaß, das Riederschlagen einer Voruntersuchung gegen einen vollkommen unbekannten konrnrunisttschenSchnftsteller, Campbell, durch den Genevalstaatsanwalt Hasttngs ist rein zufällig gestellt. Die Konservattven und Liberalen haben zwar das Palladium der englischen Rechtssicherheit entfaltet und haben mit großem Pathos den Rachweis führen wollen, dah cs unerträglich sei, wenn schon nur der Gedanke entstände, als wenn politische Beeinflussung auf gerichtliche Verfahren vor- gefonrmon träte; zu an deren Zeiten aber hätten sie die Achseln darüber gezuckt und dieiDinge laufen lassen. Sie wollten jedoch einen Nagel haben, woran sie eine bescheidene politische Rieder läge der Minderheilsregierung Mac- dvnald aufhängen konnten, und dazu war ihnen dieser Mr. Campbell gerade willkommen. Die erste Möglichkeit, die sich aus dem irischen Gesetz ergab, haben sie vorbeigeben lassen; mit Reckt, »veil sie sich sagten, daß damtt nicht viel Seide 1 aj spinnen sei. Daß in Irland endlich Ruhe ein» i ritt, daran sind alle Parteien gleichmähig tnter» .rffiert, zudem sind die Uffterleute so im Unrecht, »aß auch eine konservative Regierung nicht anders I axirbe handeln können. Bei dem provisorischen Friedensschluh zwischen Ulster und dem eigent- ! sichen Irland war die Grenzf estseh ung für | später Vorbehalten, die ilffterleute waren dabei | sehr gut weggekommen, indem sie das g anze i strittige Gebiet besetzt hielten. Rach dem Vertrag sollte darüber ein Schiedsgericht entscheiden, in das Irland und Ulfter je einen Achter zu entsenden hatte. Die ilffterregierung ah nun ein, daß sie zu einem solchen Schieds- pruch mancherlei Gebiete aufgeben mißte, die sie '-isher besetzt hielt und lehnte es deshalb ab, »inen Schiedsrichter zu ernennen. Das neue Met) sieht jetzt die zwangsweise Ernen- iung vor. Da auf andere Weife die Iven nicht -afriedenzustellen waren, konnte keine Regier^ig. mochte sie heißen, wie sie wollte, anders handeln. Ls war deshalb klug, dah dieser Fall nicht^zum Anlaß der Krisis genommen wurde. Dazu lvar Ägentlich der e n g l i s ch- r u s si sche Ver tra g lusersehen, der ohne die Zustimmung des Parlaments unwirksam ist. Macdonald mag offenbar Izesürchtet haben, daß die Russen den Vertrag von sich aus annullierten und ihm da- | durch eine schwere inncrpolittsche Rrederlage zu- | fügten; deswegen hat er den Anlaß, der ihniijetzt beim Fall Campbell aufgezwungen wurde, mit * Freuden ergriffen und die Dinge auf die Lpihe getrieben, obwohl gerade die Iibe- rate Partei zuletzt ganz gerne nach einem Aus- Die Wahlaussichten. London, 10. Olt. (TU) Di Wahlu.'S- sichten werden in gut unttrrich!? e: Politischen Kreisen wie folgt b urteilt: Sowohl die Ar - beite rpa r t ei als auch bi? Konserv;uwachs ron etwa 40 Sitzen rechnet. Die Erwartungen t r Arber er- Partei scheinen jedoch etwas z.i optimistisch zu sein, doch erscheint dl? ton>r it.i c. hung in Anbetracht der Tatsache, d.r': di? Kon'c? vativen im gegenwärtig:n Par.amen im B?r^ hältnis zu ihrer Stimmenzah: rund 2) Si >' zu wenig haben, richtig zu sein. Im allgemeinen erwartet man aber in keinem Falle eine regierungsfähige Mehrheit nc:e bei den Konservativen noch bei der Arbeite Partei Die liberalen Stimmen werden dahe a ch im neuen Parlament d i e Entscheidung bringen. Wenn die Wahlen am 29. 10. ein entscheidendes Ergebnis gegen die Regierung h ib?n, kann Macdonald noch vor dem lammentritt des Parlaments 3 u r ü d trete n. Wahrscheinlich aber wird er dem Beispi?' Baldwins folgen, nämlich die formelle Rieder- läge im Unterhaus gelegentlich der Debatte über die Antwortadresse auf die Thronrede abzuwarten. Das Parlament wird am 18. oder 20. 11. zusammentreten, aber infolge der zu erledigenden Formalitäten wird diese entscheidende Debatte wahrsch' nlich nid)! 0 0 r A n- sang Dezember beginnen. Do i Znl. rcsse ist die Feststellung, daß die Regierung d?r Arbeiterpartei seit der Aebernahm? ihres Amtes im Unterbaut elfmal eine Riede.läge erlitten hat. iampfeiementen beherrschen läßa tote vor einem Jahre, als sie das Kabinett Stresemann stürzte. Die Demokraten nnd ihre Wähler. Berlin, 10. Oft (Priv.-Tel.) Der aus demokratischem Boden stehende „Deutsche Bauernbund" richtete nach der „D. QL Z." folgendes Schreiben an den Vorsitzenden der Demottatifchen Partei: „Wie lange gedenken Sie dies vergiftende und toahrheitstoidrige Spiel einer gewissen demokratischen Grost- st a d t p r e s s e ungerügt zu dulden? Der Deutsche Bauernbund hat unter schweren Opfern, die seit dem November 1918 eingenommene freundliche Stellung gegenüber der Deutschen Demokratischen Partei aufrechterhalten. Er hat das getan, obwohl die sachlichen Grundlagen für seine Stellungnahme, nämlich die zwischen links und rechts entscheidende Bedeutung der 'Demokratischen Partei, heute nicht mehr wie 1918 vorhanden ist. Die Führer des Deutschen Bauernbundes aber sehen mit ernsten Sorgen den Fortgang der Entwicklung: ^ie fühlen sich vereinsamt. Die Führer des Wirtschaftslebens verliehen in steigendem Mähe die Partei. Katastrophal ist der Äbström des Handwerks, das einst das Rückgrat der alten Fortschrittspartei war. Da wird ausgerechnet in dem Äugenblick, in dem die Wählermassen zu gewinnen sind, der Anschein ertoedt, als ob die Demokratische Partei lieber mit den Sozialisten und Kom- munist en in Opposition gehen, als mit Len nichtsozialistischen Parteien regieren wolle, wieder unter stärkster Forderung «derselben weltfremden Grohstadtpresse. Wir verlangen in Kürze eine Entscheidung und klare Stellungnahme. Soll die Presse die Politik der Partei Deftimmen, dann werden nicht viele Führer des Bauernbundes die Möglichkeit persönlicher Mitarbeit in Zukunft Haven." Die „D. QI. 3 “ bemerkt mit Recht: Diese Mah- raingen würden wohl in der demokratischen Grohstadtpresse, nicht aber in der demokratischen Reichstagsfraktion über hört werden, die mit ihr keineswegs zu identifizieren und die durch Entsendung von Fachministern auch bei der neuen Kabinettsbildung mitzuwirken berufen sei. Die kommunistische Gefahr. Das ruhige Verhalten der Kommunisten in den letzten Wochen und Monaten hat in weitesten Kreisen des deutschen Volkes die Anschauung befestigt, dah in Deutschland eigentlich eine kom- • munistische Gefahr nicht mehr bestehe, dah vielmehr der Kommunismus bei uns abgewirtschaf- t e t hätte. Dah dem nicht so ist, haben in der letzten Zeit zahlreiche Gerichtsverhandlungen gegrnMitglieder lommunist.scherKampf- verbände gezeigt, von denen aber in der Öffentlichkeit so gut wie gar nichts bekannt wurde. Schlagartig wird jedoch die unterirdische Wühlarbeit der Moskauer in Deutschland durch,die soeben erfolgte Aufhebung einer kommunistischen Pahfabrik in dem Berliner ' Stadtteil Reukölln beleuchtet, die den Beweis dafür erbringt, dah die Kommunisten gar nicht daran denken, in ihrem Kampf gegen die bestehende Ordnung nachzulassen oder diesen Kampf l überhaupt aufzugeben. Der eigentliche Herd der 'kommunistischen Ümsturzbewegungen liegt aller- * Lings nicht mehr in Berlin, sondern, wie nachge- , wiesen ist, in Wien. Dennoch sind die Ausstrahlungen der Wiener Zentrale so stark, dah sie, wenn die Beachtung der kommunistischen Bewegung auch nur kurze Zeit ausgesetzt wird, für uns von außerordentlich schweren Folgen sein kann. Die Balkanstaaten selbst haben erst vor einigen Tagen gegen die Kommunistenzentrale in Wien Front gemacht und die österreichische Regierung zur Auf- bö s u n g dieses Institutes aufgefordert. Die fortgesetzte Verfolgung der kommunistischen Revolutionäre in Deutschland hat es natürlich mit sich gebracht, daß der Kommunismus immer vorsichtiger zu Werke geht und dah es schon besonderer Umstände bedarf, wenn die Polizei einer so bedeutenden Fälscher-Zentrale, wie der Neu- köllner Pahfabrik, auf die Spur kommt. Ebenso sorfältig verschleiern die Kommunisten aber auch ihre Vorbereitungen füreinenbewaff- neten Umsturz, so dah auch hier die Polizei nur schwer auf die Spuren der kommunistischen Staatsumstürzler kommt. Dah diese aber nach wie vor einen bewaffneten Umsturz anstreben, hat erst dieser Tage wieder eine gerichtliche Verhandlung in Hannover ergeben, die den Nachweis erbrachte, dah kommunistische Beauftragte Angehörigen des kommunistischen Ordnerdienstes den Umgang mit Sprengkörpern, Handgranaten und Schußwaffen beibrachten und auch Vorträge über Kleinkrieg und Vorbe rei- tungen zum bewaffneten Auf st and hielten. Die größte Gefahr aber liegt darin, wenn das deutsche Volk durch die momentane Ruhe der Kommunisten sich täuschen lassen und sich dem Glauben hingeben würde, dah die Zeiten kommunistischer Revolution bei uns endgültig vorbei seien. DselMhak hinsichtlich der Auslegung der potirijqjen Strafhandlung auch die Auslieferung von Heinrich Schulz-Förster verweigert werden. Die Erklärungen der deutschen RegierungZmitglieder, die in der deutschen Presse zum Ausdruck gelangerrde öffentliche Meinung und die dem Morde folgenden politischen Ereignisse beweisen unzweifelhaft, Latz die Ernrordung Erzbergers und der zur gleichen Zeit gegen den Abgeordneten Karl Diez begangene Qllordversuch ausschließlich aas politischen Motiven und dem Interesse politischer Ziele geschehen sind, besonders aber als ein von seilen der deutschen nationalsozialistischen Partei gegen die auf demokratischer Grundlage stehende republikanische 'Regierungsform gerichtetes politisches Attentat aug?se.>n wurde, das schwere politische Folgen hätte nach sich ziehen können. Heinrich Schulz-Förster rst heute in die Kanzlei des Gefängnisses der Staatsanwaltschaft gebracht worden, wo ihm der Freilassung s- bescheib verkündet wurde. Das Frtt- lasiungsprotökoll wurde unterzeichnet, und da z ei Detettive der Staatspttizei anw send waren, bie sofort Aufzeichnungen über ben von Schulz-Fersler gewünschten Aufenthaltsort machten, erschien seine zu diesem Zwxke angeordaete Vor- füh.-ung bei der Oberstaatshauptmannfchaft überflüssig. Schulz-Förster verlieh mit einem kleinen Paket, in dem er seine Lltensilien hatte und rund 35 00)Mt. Barg ld. sv'vrt des Ge.ängnis. Er soll sich wieder nach Nagyteteny begeben haben. Die Zahlung der zweiten Reparationsrate für Oktober. Berlin, 10. Oft. (SU.) Nachdem Deutschland am I. Oktober d. Is. einen Betrag von 14 Millionen Gold mark auf Reparationskönto eingezahlt hat, erfolgt heute die Zahlung der zweiten Oktoberrate in Höhe von 15 Millionen Goldmark. Wie hoch sich der alsdann am 20. d. Mts. fällige Teilbetrag belaufen wird, hängt in erster Linie von der Höhe der von der Regie getätigten Zahlungen und den Einnahmen des Re- coveri-Act ab. Nach Mitteilungen des stellve.'-- tretenden Generalagenten für Reparationszahlungen laufen auch die Zahlungen von der Regie bei dem Generalagenten in befriedigender Weise ein. Neue politische Attentate in Italien. Mailand, 10. Oft. (T. U.) In Piacenza hat sich ein neues politisches Attentat e eignet. Der Kriegsinvalide 2er tu a, der sich kürzlich vom Faszismus zurückgezogen hat, wurde von Fa- szisten im Schlaf überfallen und zu Tode geprügelt. Infolge dieser grausamen Tat kam es in der Stadt zu einem Zu sarnmen- stoß zwischen abtrünnigen und offi --- ziellen Faszisten, so daß die Behörden ein starkes Aufgebot von Truppen und Polizei heranziehen mußten. Der vermutliche Haupttäter, ein 18jähriger Faszist, wurde verhafteL — Oluch in Molinella bei Bologna kam es zu einem Zusammenstoß zwischen Faszisten und Karabinierie, die beauftragt waren, mehrere Mitglieder der faszist ischen 'Berbänbe zu verhaften. Es gab auf beiden Seiten einige Verwundete. In QKaiftretta wurden gestern auf den politischen Sekretär des dortigen saszistischen Verbandes und seine zwei Begleiter Schüsse abgegeben. Der eine ‘Begleiter wurde auf der Stelle getötet und der Sekretär des faszistischen Verbandes, Deereare, wurde durch 2 Revvlverfchüsse verletzt. In den Kreisen der Opposition wurden 9 Verhaftungen vorgenommen. Die Kämpfe in Marokko. Madrid, 10. Oft. (TA.) Es bestätigt sich, daß große spanische Lruppenobteilungea von Riffabylen umzingelt sind. Während der letzten Woche Haden die Spanier allein 6 0 Offiziere verloren, darunter vier Oberstleutnants als vermißt. Die Riskabtzlen haben mehrereGeschüheerobert. Die spanischen Truppen int Raunte von El Avachr sind stark erschöpft. Es sind Verstärkungen dorthin abgegangen. Dei Dschebala und Beni Sear wird dec Vormarsch der spanischen Truppen durch starke Abteilungen von Rifleuten a u f g e 5 a b te n. Beni Scar liegt hart an der französischen Grenze im Gesichtsbereich der französischrn Stellungen von Brixa und Dschabel Kerna. Internationale Garnison am Suezkanal. London, 10. Ott. (TU.) Dass liberale Parlamentsmitglied Oberst Arnold Forster bringt für die Besetzung des SuezLanals eine internationale Garnison in Vorschlag. Er stützt sich dabei darauf, dah heute der Kanal sowohl seitens der Regierung als auch der Presse ständig als internationaler Verkehrsweg bezeichnet worden sei. Gs sei daher unverständlich, warum gerade Großbritannien sich berufen fühle, einen internationalen Verkehrsweg allein zu bewachen. Kerne Auslieferung des Erzbergermörders. Ungarn lehnt die Auslieferung wegen politischer Motive ab. Budapest, 9. Oft. (Ungar. Korr.-Dur.) Der Jusiizminister hat im Einklang mit dem Gutachten des Budapester Staatsgerichtshofes die Auslieferung von Heinrich Schulz-Förster, dessen Auslieferung von der deutschen Regierung wegen Mordes verlangt wird, unter Hinweis auf die politische Natur der Straftat und wegen Mangel an Gegenseitigkeit verweigert. Die deutsche Regierung hat nämlich ihren abweisenden BZchluh in der Angelegenheit der Auslieferung des der Ermordung des Grafen Tisza belasteten Emmerich ©fern ha f damit begründet, daß die Straftat ausschließlich aus politischen Motiven unb während rend politischer Ereignisse begangen worden ist, die den politischen Charakter des Mordes außer Zweifel stellen. Da aber im Sinne des mit dem Deutschen Reich 1908 geschlossenen Abkommens der Kreis der Auslieferungsstraftaten durch Ge* genfeitigleit gezogen wird, muhte unter Anpassung an den Standpunkt der deutschen Regierung in der Olnaelegenheft Aus aller Wett. Ausfahrt des Z. R. Ul am Samstag früh. Friedrichshafen, 10. Oft. (SeUUn.) Wie die Morgenbläter aus Friedrichshafen melden, ist die Ausfahrt des Z. R. 3 von Dr. Eckener auf Sonnabend früh 8 Uhr festgesetzt worden. — Die zweistündige Probefahrt des Z. R. 3 erstreckte sich auf das Dodenfeegebiet bis Konstanz und UeberMngen. Die Fahrt ist durchaus zur Zufriedenheit der Leitung verlaufen. Die Motore arbeiteten einwandfrei. Das Schiff ist jetzt zur Aeberfahrt nach Amerika klar. 50 Jahre Weltpostverein. Die Feier im Reichspoftmiuisterium. Berlin, 10. Oft. (TU.) Am Donnerstag abend hat im Lichthof des Reichspostmu'cums die Feier des 50jährigen Bestehens des Weltpostvereins stattg.'funden. Der festliche Ak vollzog sich zu Füßen des die Mitte des genannten' Raumes einnehmenden, mit Blumen und Blattpflanzen pietätvoll geschmückten Marmordenk- mals Heinrich von Stephans, des einstigen Generalpo st Meisters des Deut- ) a#en Reiches und «Schopsers ves aveu- po st Vereins. Postillone in Gala hatten auf den Zugangstreppen Qhifftel.ung gekommen. Schon frühzeitig füllte sich der Durch Stahle in ein Parkett verwandelte riesige R.ai.n una se.ne Galerien mit den Festteilneh nern. 'Man ,a>; en Reichskanzler D r. Marx, die Minister a. D. Stingel , Giesberts, Sydow, e i greifen ehemaligen Oberpvstdir ktor von Berlm, Geh imrat Vorwerk den Minister aldirek vr Kuhlen und zahlreiche andere nant.jafte Beamte des Reichspostministeriums. Ein fast historischer Augenblick war es, als R e i chs p o st m i n i st er H ö f l e die greise 83- jährige Witwe Heinrich von Stephans unter Überreichung eines Dahlien-Straußes auf ihren Ehrenplatz führte, woselbst der mit.lemxue erschienene Reichspräsident Ebert sich ihr vorstellen ließ. Das Es-Dur-Quartctt von Beet- hoven, vorgetragen von Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters, L'itete stimmungsvoll ein. Dann nahm-Reichspostminister Höfle das Wort zu einer kurzen Begrüßungsansprache, in der er den Behörden, der Frau von Stephan und den Gästen für ihr Erscheinen den Satt des Reichspostm'.nisteiiums a ssprach Der Minister erteilte hierauf dem Präsidenten der Oberpostdirektion Kassel, Schenk, das Wort zum Festvortrag. Der Redner bezeichnete die 50jährige Jubelfeier des Weltpostvereins als einen Tag von weltgeschichtlicher Bedeutung. Erst auf dem Weltpostkongreß in Stockholm habe sich wieder gezeigt, wie groß die Verdienste Stephans um die Schaffung dieser weltumspannenden Vereinigung gewesen sind und wie noch heute die Gedanken des Verewigten aktuellen Wert besitzen. Daß auch andere Zweige der Postverwaltung inzwischen zu neuer Blüte gelangt sind, zeigten praktische Vorführungen aus dem Gebiete des F.rnsprech- und Funkwesens. So wurde eine d rah11ose Telephonieverbin- bung mit dem v- Zug Hamburg- Berlin, der sich bet der Ausführung des Gesprächs etwa in der Höhe von N e u st a d t an der Stoffe befand und dann ein Gespräch mit dem Ruf See befindlichen Dampfer „Sierra More na" borg cf ü£ rt, zwe.f llrs Glanzlttst ngea auf dem Gebiete der drahtlosen Telephonie Es warben mit den im Lichthof aufg^teilten automatischen Qlemiern Verbindungen mit Teilnehmern in sern- gttgenen Selbstanschlußämtern h.>,gestellt. Auch Telegrap hieubertragunge n von Bildern nach den Methoden von Prof. Korn wurden gegeigt und eine wohta.'lungere -U ber- tr^gung eines Bildes Heinrich von Stephans defien Witwe überreicht. Alsdann wurde die Uebertragung der Staats o Per vorgeführt, die mit technisch «nfachen Mitteln einen guten Erfolg brachte. Der Düsseldorfer Dilderdiebstahl. Düsseldorf, 9. Oft. (WTB.) Die in Amsterdam verhafteten Bilderdiebe sind Dr. Im- Huppert, geboren 11. 11. 1883 in Wien, jetzt in Neuyork ansässig, und der Kaufmann Martin Bercewski, geboren 12. 11. 1893 in Neusalz, aber jetzt in Hamburg ansässig. Beide geben zu, an dem Diebstahl beteiligt gewesen zu sein, behaupten aber, die Bilder nur von Düsseldorf nach Amsterdam gebracht zu haben, ohne zu wissen, daß sie gestohlen waren. Sie wollen inDüsseldorferKunst- kreisen verkehrt haben. Aus Stabt unb Lanb. G letzen, den 10. Oft. 1924. Kartoffelfeuer. Den ganzen Tag haben sie draußen vor der Stadt Kartoffeln ausgemacht. Das Land liegt umgewühlt, ein paar Helle Kartoffelsäcke stehen prall auf dem dunklen Boden. Die Kinder schleppen das Kartoffelkraut zusammen, schichten es zu Haufen, um bann am Ende des Tagwerkes ein lustiges Kartoffelfeuer abzubrennen. Wer einmal erlebt hat, was das heißt, ein Kartoffelfeuer anzünden unb bie kleinen Flämm- chen anblasen bürfen, ber vergißt es nie wieber. Man muh ein K i n b sein, um ganz diesen Reiz fassen zu können. Das Kraut ist ein wenig feucht, es fängt kein Feuer: man beugt sich immer wieder darüber und bläst hinein: die Augen brennen vor Hitze und stechen vor Qualm, aber ber aus>- fteigenbe Brobem verseht einem ben Atem vor Freube, wie bas buftet. Enblich ist bie Flamme stark genug, aus sich selbst zu leben; sie erhebt sich mächtig unb umschlingt mit glühenden Armen ben ganzen Haufen bes Krauts, bah es kracht unb knistert, zischt unb gurrt, pfeift unb prasselt. In breiter Fahne zieht ber Rauch gemächlich dahin. Qlber halb geht bie Feuerherrlichkeit zur Neige. Unb währenb noch hier unb ba ein Flämmchen em* porzüngelt,' kann man bann schon in ber Asche nach ben Bratkartoffeln wühlen. Sie finb schwarz unb unförmig unb riechen so streng nach Rauch, aber wenn man sie aufbrückt, steigt ein feiner Duft auf, wie ihn sonst bie Kartoffel nicht hat, bie bie Mutter auf ben Tisch bringt. Es i,st eben ein Leckerbissen unb wie alle Seltenheiten etwas, bas man mit besonderem Appetit hinnimmt. Das sind jetzt wieber bie Tage unb Wochen, wo man bie Kartoffelfeuer leuchten unb qualmen sehen kann. Dabei packt uns Aeltere wieber bie Erinnerung an die Zeit, wo man selber Kartoffelkraut herzutrug imd Bratta i-toffeln aß. Es ist immer dasselbe. Iedes Geschlecht hat dieselben Freuden, und sie sind neu, wie sie uns neu waren. Ha. Gießener Wochenmarktpreise am 9. Oktober 1924 (Händlerpreise). Es kosteten auf dem Wochenmarkt: Butter 2.40 Mk., Matte 40 Pf., Käse 70 Pf.. Wirsing 9, Weißkraut 8, Rotkraut 9, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10, Spinat 30 Bohnen 30 Unterkohlrabi 6, Rosenkohl 50, Feldsalat 50, Tomaten 45, Zwiebeln 15, Meerrettich 45, Kürbis 8, Kartoffeln 5, Aepfel 5 bis 15, Birnen 8 bis 15, Brombeeren 60, Preiselbeeren 80. Zwetfchen 12 bis 15, Honig 25, Nüsse 50 bis 60 Ps. das Pfund, '(Sier 17 Pf., Bli'mentohl 10 Pf. bis 1,50 Mk., Salatgurken 10 bis 20, Endivien 10 bis 20, Oberkohlrabi 10, Lauch 8 bis 20, Rettich 10, Sellerie 20 bis 60 Pf. das Stück, junge Hahnen 1,10 Mk., Suppenhühner 1,10 Mk. das Pfund. Wettervoraussage. Vorübergehend aufklärend, später wieder stärker bewölkt, T.mp?r.ituren langsam ansteige d und erhöhte Re-genwahrscheinlichkeit. " Neues Geld. Der Relchsral yai sich mit der Ausprägung von weiteren Rentenpfennigmünzen, die in Zukunft Reichspsen» n i g e heißen sollen, im Betrage von 30 Millionen Mark einverstanden erklärt. Genehmigt wurde die erste Qxrorbnung zur Durchsiih.nng Les i;ei;en Münzgesetzes: darnach sotten die je;t im Ümbur befindlichen Reichsbanknoten ihre E genschaft als g.schliche Zahmirgsmittel noch vinc Zttttang über Inkrafttreten des neuen Mürzgesetzes hinaus te- halten, und zwar bis zum Ablauf von zwei b.s drei QUonaten irach ih.em Ausruf. In ^er Verordnung wird weiter bestimmt, daß als Ab- kürzung für Reichsmark im Verkehr die Buchstaben RM gelten sollen. S. Briefverkehr mit dem besetzten G ebiet. Auch rach Auch bung der Zo.l reir e wird der Pvstverkehr mit dem besetzten Gebiet von den Franzo en überwacht. In v.rch o s . e i Briefen und Paketen sind daher alle Acu eräugen zu unterlaßen, die dem Empfänger Schacen bringen könnten. ** Erweiterung derGrenze für Volldrucksachen. ilm der Verkehrswelt die Qlu^ nutzung der in den letzten Iahren immer mehr vervollkommneten, zur Herstellung von Drucksachen verwendeten Vervielfältigungsmaschinen zu ermöglichen, sind vom 1. November an zur Versendung im inneren deutschen Verkehr als Volldrucksache (Gebühr 3 Pf. bis 50Gr.) allgemein auch solche Abdrucke oder Abzüge zugelassen, die durch verschiedene V er viels äl- tigungsverfahren hergestellt sind. Dei Zeitpunkt der Anwendung der einzelnen Vervielfältigungsverfahren spielt also keine Rolle mehr. Es ist bei den Volldrucksachen ferner gestattet, handschriftlich oder mit Schreibmaschine, Stempel, Durchdruck oder Paus- (Kopier-) Presse eine innere mit der äußeren übereinstimmende Aufschrift anzugeben sowie in gleicher Weise Firma, Namen, Stand und Wohnort nebst Wohnung des Absenders, seine Fernsprechnummer, die Telegrammanschrift und den Telegrammschlüssel sowie sein Postscheck- und Bankkonto nachzutragen oder zu ändern. Vom 1. November an können auch noch der Absendungstag sowie sonstige geschäftliche Merk- und Kennworte oder Absenderangabe hin^ zugefügt werden. fpd. Der Streit um das Sommer- Häuschen. TausendL von Städtern haben sich in den letzten Iahren draußen auf dem Lande sogenannte Landhäuschm von geringem Flächen- raum gebaut und verbringen hier die Sommermonate ober aber nur die Zeit vom Samstagnachmittag bis ONontagfrüh, während sie sonst ihren Wohnsitz in ber Stadt Hah n. Diese leichten, luftigen Sommerhauschen hatte sich der Sleuersiskns bei seiner Suche nach neuen S teuer- vbjekten b.ttonbers aufs Korn genommen und deren Besitzer mit erklecklichen S euertasten belegt. Dagegen hatte maa aber Sturm bei allen Instanzen gHäutet. Alnb mit Erfolg! Denn nach einer jetzt gefällten Entscheidung des Reichs- finanzhoses sind Häuschen von geringem Fläthen- raume. die einem Familienaufenthalt aus dem Lande dienen und notdürfttg eingerichtet sind, nicht als Wohnungen anzusehen, die zur Begründung eines Wohnsitzes geeignet wären, te» "Obst-undGartenbauverein. Man berichtet uns: Nach längerer Pause fand am Sonntag die erste Versammlung im Obst- und Gar- tenbauverein statt. Garteninspektor R e n t s ch , Friedberg, den Mitgliedern ein alter Bekannter, hielt einen allgemeinverständlichen, von großer Sachkermttris zeugenden Vortrag über „Krankheiten und Feinde unserer Obftbäume“. Von dem letzten Winter, dessen Zerstörungswerk wir allenthalben an Straßen und in Obstanlagen begegnen, ausgehend, erinnerte der Redner an dessen schlimmen Vorgänger von 79 auf 80. Auffallend erscheine die Tatsache, daß damals besonders ältere Bäume das Opfer der Kälte wurden, während im verflossenen mehr jüngere, im besten Tragen stehende, der Vernichtung anheimsielen. Des weiteren fand eine Reihe der wichtigsten kleinen Obst- schädlinge, wie Apfelwickler, Frostspanner, Apfelblütenstecher, Rurgelspanner oder Gabelraupe, gebührende Beachtung. Weil sie bei gehäuftem Auftreten unseren Obstertrag mehr oder weniger in Frage stellen, ist eine allgemeine und intensive Bekämpfung am Platze. An das Anbringen von Kleb- und Fanggürteln zur rechten Zeit sei hier nur erinnert. Eine besondere Sorge bereitet dem Obstzüchter die Blutlaus. Als einfachstes und für den Daum unschädliches Bekämpfungsmittel sei Brennspiritus mit Leinöl empfohlen. Auch wurde zur Vorsicht gegenüber der großen Zahl chemischer Mittel gemahnt und zur Verwendung nur solche empfohlen, die ihre sichere Wirkung erwiesen haben. Eine überall in größeren Baumbeständen zu beobachtende Krankheit ist der Krebs, der hauptsächlich den Apfelbaum befällt, und zwar immer nach vorausgegangener Verwundung. Auch darf nicht verkannt werden, daß Obstsorte, Bodenverhältnisse, einseitige Düngung, besonders das Fehlen von Phosphpr, eine Rolle spielen. Der Schorfbildung schien die diesjährige Witterung besonders günstig zu sein. Manche Birnsorten waren derartig zugerichtet, daß sie für den Verkauf nicht in Betracht kamen. Zur Bekämpfung dieser und mancher anderen Feinde unseres heimischen Obst- baumes gehört neben dem offenen Auge des Baumgärtners auch die Kenntnis der Lebensgewohnheiten feiner Lieblinge. Fruchtwechsel, sachgemäße Düngung, Entfernung dürren Holzes, Wundbehandlung, Bodenpflege sind unerläßliche Maßnahmen für die Gesunderhaltung der Obstbäume und die alljährliche Steigerung ihrer Erträge. Doch sei auch hier bedacht, dah die Vorbeugung leichter und billiger ist als die Behandlung der Krankheit. Eine sehr angeregte Aussprache zeigte, wie sehr der Redner es verstanden hatte, den Wünschen seiner Zuhörer Rechnung zu tragen ** Berufspolitik — unsere Rettung! Mit diesem Thema veranstaltete die hie- siege Ortsgruppe des Deutschnationalen Hand- lungsgehilsen-Verbandes am Montag im Kaufmännischen Dereinshaus eine öftentliche Kauf- mannsgehilfen-Versammlung, in der Herr Ernst Richter aus Hamburg sprach. Er nahm Stellung zu den Berufsverhältnissen in der Nachkriegszeit, in der der verneinende Marxismus ehre Zeitlang Einfluß gewinnen konnte und bei der Gesamtentwicklung nicht zum Segen gereichte. Trotz aller Widrigkeiten haben sich die auf nationalem Boden fußenden Gedanken wieder durch- geseht, und es habe sich gezeigt, dah der Tatwille sich gegen die Strömung derer, die sich auf den berühmten „Boden der Tatsache" stellten, durchzusetzen veimiochte. Unbestritten liege die Führung ber Kaufmannsgehilfen wieber in den Händen des auf christlich-nationalem Boden stehenden 'Deutschnationalen Handlungsgehilfen- Verbandes. Eingehend auf die Londoner 'Verhandlungen warnte der Redner vor der leicht» Hrlle abhänge. Bornotizen. MMLWAMtMtW ', v n *it verfnufcit. Criewen1!UMKLW-!I siemens&Halske-Rundfunkgeräte ^rohr-Empfänger Zwe.rohr-Frequenxverstärker Hoch.requenzverstärKer lUUVk V - * - --- — 7c rankiurt am Main. mit Lampe Mk. 80. mit Rohren Mk. 90.— Rundfunkhaus, Löberstr.12 SdaklW* Antennen-Anlagen §. Linker & Sohn » Ludwigstratze 16° 7833V E(MWesP,d0.82 Ne 3-0.68 DoieO.28,0.48,0.54 voömllilj Kein Laden Kein Laden Baönhofür. 26. WiviK. 20, Mtoiflt. 24. Stantfutiet Sicske 89 ■ 7859a # Schreib- , maschinen- X Reparaturen MWksk-Tndl.25 Mell!vülsk'!S2.00 VlsMillks! Psd. 2.10 785ilt aus km lzerichtel sind, die zur De- t wären, d-. verein. Man ause sand ain Obst' und Gai« lor Aentsch, ter Iekannlcc, von großer «r .Avrnkhei- w“, Hon dem )ed wir allen!- .agen begegnen, in dessen schlun' Auffallend er- «sonders ältere n, während im besten Tragen ielen. Des Bei» enllemenObs!'- spanner, Apsel- IabelMtpe, ge- gehäufiem Au!- her weniger in > und intensive Anbringen von >n Zeit lei hier ne bereitet dein fachstesund für Lautsprecher Mk. 60.- Textil-Verkauf Gustav Gutenstein Piockstraße 12IL e Ceb.e Qkutol1 igec Aoeu * MXken MK?Mk!8se 16fi italienischerPsd. 1 vv Emrnknlaler icn o.9kinde,Schacht.l«»^ C^eNbell uo[q 'y Lchachicl .... riO.M Psd 1.24 ßletlU30!70!90 fahret mit einem Automobiizufam- m e n. Eine Dame, die auf dem Rücksitz des Motorrads saß, wurde in weitem Dogen auf die Straße geschleudert imd starb nach kurzer Zeit an den erlittenen Kopfverletzungen. Dem Motorradfahrer wurden mehrere Rippen gequetscht werden prompt ausgeführt s -lbst achtbare Glieder der Wirtschaft sein wvll- u-. 2?n Berufstüchtigkeit ergebe Berufsfreudigkeit - ettebr I und damit Berussstolz. Deshalb wende sich der nh Der. RßlormkorsBlteo und [023865 kaufen Sie gut und preiswert bei sachgemäßer Beratung Reformhaus Kreuzvlatz^.__ Frans. Vogt b Cc. Gießen, Oocthestr. 32 Tel. 264 / Eigene Spezial- / werkstätte f en. Auch mrdc Zahl chemischer düng nur solche .irlung erwiesen Baumbestanden her Krebs, der fällt, und zwar -wundung^ Auch bflsorle.^vden besonders d e spielen. *ct «Witterung be- SS* ichlwechseUA r-S $5» iW >niag u" sfcntl'^ grnii der §2 6tel' Sr i*1®» fe* r.« tiU :, iß auf :rer.d>° Az alsa^ 'e 61< sä ■ßon^iei^ oot Dl (gesucht zum 15. Oktober von höherem Beamten in gutem Hause 2 Mime MM mit Gasherd ober Kochgelegenheit (evtl kl. Küche» für 2 Personen, ebenda 1 grotzes OMlles Simmet Schriftliche Angebote unter 78231) an den Gießener Anzeiger erbeten. Kondensierte gezuck. 50 l? rrttgen Meinung, day vurch das Londoner Ab- ‘ (kommen — ganz gleich, ob man seine Annahme billigt oder verwirft — die politische oder auch >;e wirtschaftliche Zukunft gesichert sei. Die iKaufmannsgehilserl würden nach zwei Seiten hin p kämpfen haben: einmal gegen die Abwälzung :>r Lasten auf sie als Konsumenten und weiter I’gen den von der Wirtschaft zu erwartenden Qrhndruck. Wie bedrohlich die Lage für die pausmannsgehilsen sei, zeigten die Verhältnisse »uf dem Arbeitsmarkt. Verlassen einer Stellung hi zur Zeit gleichbedeutend mit Stellenlosigkeit. Dei den Arbeitsämtern ständen nach einer Um= f:afle etwa 1000 offenen Stellen rund 80 000 Stellensuchende gegenüber. Wenn auch zugegeben »erden müsse, daß qualifizierte Kaufmannsge- ho.lsen wohl kaum in größerer Anzahl durch Arbeitsämter gesucht würden, so zeigten die angeführten Zahlen doch, welche Vot zur Zeit un= < ter den Kausmannsgehilsen herrsche Der größte Sief stand dürfte erreicht sein, und es sei zu er- friffcn, daß. T>ie wieder erstarkende Wirtschaft bald wieder Arbeitskräfte an sich ziehen werde. M Mill Wöschefabrik und Ausstattung sh aus (5em.-lW-Bfb.24 AieWSelaV4 Hlotldtoni S 36 hsseksloSeri «d. 22 MWnet-SMslöS. leicht uerbnulid) und nchrhan, besonders für Slinber u. Kranke zu empfcblen IS l-Pfund Paket ... „ Setten Kiefer lackiert :i Eiche t: Eisen, weiß lackiert ci ,l im 0 Abi’ M- 3n^. als Ac' r Äth' — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: 7- ., Uhr. „Kreuzfeuer". — Ltcht- s pielhaus, Bahnhofstraße: „Mutter, dem 5tinö ruft!" Hessische Bild er bühne: „Raskolnikow'. — Astoria-Lichtspiele: ..The Fox". Aus dem Stadttheaterbureaa rmrd uns geschrieben: In der heutigen Erstaaf- ‘ühmng des neuen Lustspiels „Kreuzfeuer" ' -du P res der und Stein wird Frl. Rita Andre, '.Die vom Münchener Vvlkstheater an unsere Dühi e verpflichtet wurde, zum ersten Male her aaf= treten. Weite- sind in der Aufführung, die un.cr Leitung des Harn Teleky steht, in Haupt- ,?llen beschäftigt di> Damen Marcks, Jüngling und Qi.. Men und die Herren Vvlck, 2lvrfolk und Da st 6. Landkreis Gietzen. t Grünberg, 9. Okt. Die hiesige Be- yirkssparkasse hat, der allgemeinen Lage Rechnung tragend, mit Wirkung vom 1. Oktober ks. Js. ab eine weitere Herabsetzung der Zinssätze vorgenommen. Die Ermäßigung beträgt für die Sollzinsen 10 Prozent, dagegen sind die Habenzinsen nur um 3—4 Prozent herabgesetzt iDOtöen. Der Zinssatz für Spareinlagen ist einstweilen noch so günstig wie möglich gehalten wor- ten, um der Bevölkerung einen Anreiz zum Spa- icn zu bieten. Die Entwickelung des Einlege- »erfeßrä bei her Kasse ist als recht günstig zu bezeichnen. Bis zum 1. Oktober wurden 4 5 0 neue «Zvarkonten eröffnet. Wenn auch ein Teil vieler günstigen Entwickelung als Erfolg der S P a r - Prämien des Hessischen Sparkassen- und Giro- -cerbandes anzusehen ist, so zeigt sich doch anderseits auch, daß weite Kreise der Bevölkerung wie- WWklU! auf TeilzahStmg Hausrat, Gießen, lindenpll 7765a °dtt Abzug.- Der Vertrauen zu Den Sparlaften gemmne.i und i sich darauf besinnen, daß gerade in der jetzigen Zeit das Sparen eine wirtschaftliche Rotwendigkeit ist. ___ • Grünberg, 8. Okt. Am Mtlwvch, 15 Oktober, findet hie ein Biehmarkr statt. Es darf nur aufgetrieben werden: Die!) aas Zucht- beftäiJ>cn der Kreise Gießen. AtsfeM un? S^o - len, sotpie Vieh von Händlern, oas :>ach (5in- fühc-ung in den Kreis oie vor esch.äe.ene Cu.i rantäne durchgemacht hat. Mchw i > . urch <>e sundh itszeug lls eines beamteten Tierarztes Der Auftrieb darf nur in der Zeit von 81, bL 9‘ .. 11 ßr vormittags stattsinden. Mrcie FrieSbcrg. vw. Butzba ch. 9. Okt Auch in Butzbach hat die T Heater sai s on b:gvnncn.DieHessische Landeswaaderbühne fünDigl ihr- erste Aufführung, seitdem sie wiede. ins Leben getreten ist. für nächsten Dienstag mit Kotzebues „Die deutschen Kleinstädter" an und stellt für die folgenden Monate eine ganze Reihe von Borstellungen in Aussicht. Unter anderen sollen Lessings ..Emilia Galotti", Schillers „Don Carlos', Hauptmanns „R sr Bernd", Strindbergs „Rauch" u. a. während des kommenden Wi:>te'Halbjahres gegeben werden. — Am oonntag fand in der besonders zu diesem Zw.ck hergerichteten Fe (Halle seitens des Jungdeutschen Ordens e ne recht gelungene Aufführung von Theodor Kör.rers fünsaktigem Trauerspiel „Zriny" statt. Di: sugend- lichen Darsteller hatten sich mit großen öleu) in ißie Rollen eing.arbeitet, und die Durchführung derjenigen der „Eva", der „Helene", De5 .„Soli- man“ uffb des „Juranitsch" reichten gewitz über das Durchschnittsmaß hinaus. Die sinnvoll her- gestellte Stilbühne und die der Stimmung geschickt angepaßten Beleuchtungsef ette t ug:a nicht unwesentlich zum Gelingen der Veranstaltu g bei. — Auf Eintrag einiger Interessenten fand eure Abstimmung über das Für bzw. Wider einer Feldbereinigung unserer Gemar- tung statt. Trotzdem viele Kleingrundbeiitzer, welcher sich eine große Mißstimmung gc^en das Projekt bemächtigt hatte, sich gegen dasselbe erklärten, fehlte doch noch eine größere Zahl von Hektaren, um Die F.ldbereinigung imaasgcfuhrt zu lassen Sie wird also demnächst zum großen Leidwesen gerade der kleinen Besitzer zur Ausführung kommen. vw Butzbach, 10. Okt. Wenn auch zur Zeit in Butzbach eine ganze Anzahl neuerWohn- Häuser gebaut werden und größtenteils schon unter Dach und Fach sind, so wird damit bei der wachsenden Bevölkerung der Wohnungsnot doch nur in ungenügender Weise gesteuert. Deshalb beschloß in seiner jüngsten Sitzung Der Gern e i n D e r a t, ein R ei hen h aus von acht Wohnungen, für das 55 003 Mk. durch Anleihe aufgebracht werden sollen, zu b. uen. I Außerdem wurde die Aufnahme einer weiteren Anleihe in Hohe von 1 00000 Mark zur Hypothekaewährung an Private einstimmig beschlossen. Ganz mit Recht wurde heivorgehoben. Daß es Den meisten Privaten zur Zeit unmöglich sei, aus eigenen Mitteln zu bauen; Denn sie haben durch die Jnslatton ihr Vermögen eingebüßt und können auch setzt kein Kapital aufnehmen, Da sie bei ihrem geringen Einkommen Die hohen Zinsen nicht aufbringen können. Sollen Die Härten gegen Die Hausbesitzer nicht noch größer werden, sollen andererseits die Mieter nichl in noch schumnwre Lage kommen, so müssen Reich und Staat, Gemeinde, Industrie und Private zusammenslehen und helfend da eingreifen, wo Vot vorhanden, ist And diese ist da. Sie hat in letzter Zeit eher zu- als abgenommen. — Wenn der Gemelnde- rat in derselben Sitzung sich gegen eine allgemeine Feldbereinigung 9 am 14. Februar 1872 übevall auf (5mi können. Nachdem ' ^ngtbot, ^»nbtn «Watt anderen Seite in diesen Fragen hervor. Präsident Wilson und Lloyd George hielten es für unmöglich, aktiv in die russischen Verhältnisse einzugreifen. Sie tvaren für Verhandlungen mit der Sowjctregicrung. Nachdem der Plan einer Zusammenkunft von Delegierten der Verbündeten nut russischen Vertretern aus der Prinzen- rnsel gescheitert tvar, traten Lloyd George und Wilson sogar ohne Wissen der französischen Regierung direkt mit der Sotvjetoegierung in Der- ’binbung. Don den englischen Staatsmännern trat nur Churchi ll wenigstens für den Fall, daß eine Verständigung mit den Bolschewisten nicht zu erreichen sei, für kriegerische Mahregeln ein. Er beantragte, daß ein Ausschuh eingesetzt werde, der für diesen Fall einen Kriegsplan ausarbeite. Clemenceau hat sich in der Debatte aufs äuherste f ü r ein aktives V o r° g e y e n eingesetzt. Am 25. F.bruar gab Marschall Foch eine Auseinandersetzung in der Frage im Osten, wobei er sich mit auf den Standpunkt! Clemenceaus stellte. 3n der Sitzung vom 17. März wies er darauf hin, das) Polen sich in schwer bedrohter Lage befinde. Hilfe sei dringend notwendig. Dor allen Dingen müsse zur Vorbereitung des Kampfes gegen die Dolschewikt möglichst schnell die Ost grenze Deutschlands definitiv fe st gestellt werden. Das könne schon in der nächsten Zusammenkunft mit Herrn Grzberger geschehen. Wenn der Friede mit Deutschland geschlossen sei, würde man alle Aklionsmittel im Osten Europas wieder gewinnen. Mit gewissen Armeen, wie etwa der polnischen, tschechoslowakischen, rumänischen, griechischen (also den Armeen der Randstaaten), verstärkt durch modernes Material, würde es leicht sein, eine unbestreitbare Aeberlegenheit über den Feind zu gewinnen. Das würde die Kosten der Entsendung einer Armee vom Westen her ersparen. Wie man im Westen den Rhein als Dasis habe, derbes gestatte, in Deutschland zu tun, was man wolle, so brauche man auch eine g atbese st igte Basis, um gegen den Bolschewismus vorzagehen. Vorher müsse aber Deutschland ein Präliminarfnede auf» erlegt werden. In der Sitzung am 17. Märzckam Foch erneut auf seinen Plan zurück, dem Lloyd George abermals widersprach, da Polen vor Hunger sterbe und unfähig sei, Lemberg gegen eine Kohorte von ukrainischen Rebellen zu verteidigen. Man mühte vielmehr versuchen, dis Polen und Ufrainer gütlich zu einigen. Der Oberste Rat versagte daraus dem General Foch die Genehmigung, seine Idee weiter zu verfolgen. Aus den Auszeichnungen geht klar hervor, dah Foch und Clemenceau zu einem V e r- nichtungsfeldzug gegen Rußland im Lause des Jahres 1919 bereit waren Sie betrachteten es als eine unbedingte Pflicht der einzelnen Staaten, im Osten sich für Frankreich ins Feuer jagen zu lassen. Die Kenntnis solcher Pläne sollte den Rumänen, Tschechoslowaken und Polen eigentlich zu»o Warnung dienen, wesen sie sich von Frankreich auch in Zukunft zu versehen haben weichen. dem Kriege blieb die internationale Atmosphäre vorerst noch zu getrübt, als dah sogleich ein deutscher Plan eines Allgemeinen Postvereins itonimen hätte rechnen schränlung wirkt das Bild sehr stark räumlich. Ein Gegenstück zu Großhaus bilden in gewissem Sinne die Sachen von H. Lenz, Erd- Hausen Ging Grohhaus darauf aus, möglichst das Zufällige des Milieus zu ignorieren, so bemüht sich Lenz gerade um möglichst genaue Illustration des Milieus. Seine Dulder sind voll- lommen stofflich bestimmt, und müssen danach bewertet werden. Sie schildern das Hinterländer Baueinleben in lebendiger Weise. Die -Gefahr de'- Kleinmalerei, die bei einem solchen ctofte immer' naheliegt, ist meist glücklich vermiedet. C Fries hat guten Sinn für das Landl chattiiche des Niddertales. Am stimmungsvollsten ist lern „Sommerabend". R. Pfaff liebt es Waldland- schasten in blauen Tönen wiederzugeben, ohne die Manier dabei immer zu umgehen stimm ings- mäfjig am besten ist die Vorfrühlingsttimmung der „Gartenterrasse an der Hcwel . 3 Kod- ding ist mit einem Kinderkopf vertreten. Von C Barn ah ist am besten sein Stilleben in Rot. Außerdem haben noch ausgestellt W Arnold, L Martin W. S ch ä f c r und W. Vieh- mann Unter den Ausstellern vermissen wir leider einig: Künstler, die bei eine: Ueb«r|i*t i,<- das Schasten der oberhejsifchen Male' W- Plastikcr nicht fehlen dürften. Wir hosset bä nädjur Gelegenheit die Möglichkeit zu haben, Werte von ihnen zu sehen. H. O. D. Vom Hessischen Landesthcgter. (Eig. Bericht unserer Darmstädter Redaktion.) Das Drama „Die echten Sede munds" des als Graphiker und Plastiker bekannten Ernst Barlach erlebte, toi? schon kurz gemeldet, am Dienstag bei seiner Erstaufführung im Hessischen, Landes!Heater eine unzweideutige Ablehnung. Das Wesen dieser vollständig wirren Dichtung läßt sich am ehesten noch als eine Wiedergabe von phantastischen Dramen charakterisieren oder als eine Folg: wechselnder Bilder, die unter srch [aum einen Zusammenhang haben und den bunten Jahrmarkt des Lebens darstrllen sollen. Der Ge- samterndrucl ist ähnlich dem, wir man ihn von expressionistischen Gemälden empfängt, die in einem Rahmen eine Reihe von Vi ionen in sich vereint. Auf die Dauer konnten Allegorie and Symbrlil, die Träger besonders tiefer Gedanken sein sollten, das Unvermögen zur dichterischen Gestaltung nicht verbergen. Als in de,n Stücke die Worte fielen: „Wer hat denn diesen Zustand de: Hanswursterei h:.beig.'führt?", macht: sich der Unmut des Publikums Luft, und minuten- lang? Kundgebungen drohten zu einem förmlichen Skandal auszuarten. Am Schluß der Aufführung tourte vereinzelt Beifall geTjaeibet, gezischt oder gepfiffen; die überwiegende Mehrheit des Pw» blilams jedoch verlie" teilnahmlo- und licytttch gelangweilt das Theater. An Inszenierung und Darstellung war viel Eifer und Arbeit cvahrza- nehmen; es ist bedauerlich, dah sie an bwleS Drama verschwendet wurden. O. B. hWuttB lul QUSge: .„„02$ Lllee^ Nt et sten,d. 'menheis Fünfzig Jahre Weltpostverein. Don Prof. Dr. R. Hennig. Am 9. Oktober wurde der Weltpostverein, Heinrich von Stephans glänz r.dste, unsterbliche Schöpfung, fünfzig Iahe alt. Di? internationalen Pvstverwaltungen haie.i die es Siebiläum schon aas dem Wellpostlongreh in Stockholm im Sommer ds. Zs. gefeiert und dabei Stephans mit befonceid herzlicher- Dankbarkeit gedacht. Gewiß war Stephan nicht bec Einzige, der sich um die Verwirklichung des Gedankens einer die gairzr Welt umspa inenden Pvstgemeinschaft Verdienste erworben hat, oberer hat die Organis ation erdacht, nachdem er als unermüdlicher Vorkämpfer der Idee seit Zähren gewirkt hatte, und was der Weltpostverein heute ist, darf ma i im rollen älmfa ig als das Vermächtnis Stephcmschrn Geistes bezeichnen. Es mag kein Zufall sein, dah der grohe Plan von Deutschland ausging. Hatte man doch sein 1830 bereits in deurscheu Landen praktisch erprobt, welch: ©egt unge.i ein rach einheitlichen Gesich spunkten verir-alteter Pvstverkehr mehrerer Hohritsg biete mit sich bracht.', nach.'em vorher jedes Ländchen seine eignen möglichst komplizierten Posttarife ausgestellt hatte, denen sich dann womöglich noch die Thurn- und T a x i s s ch e P v st als Konlurrenzuntrrnehmen gigenübrrstellte. Die vortrefflichen Erfahrungen, die man mit dem sechzehn deutsche Länder umfassenden. am 6. April 1850 in Berlin gegründeten Deutsch-Oe st erreichischen Post- verein gemacht hatte, muhten ja geradezu zu der Zdee anregen, etwas Aehnliches für die Beziehungen aller Kullurnationen untereina.der anzustreben. Freilich vom fruchtbaren Gedanken zur praktischen Tat toar ein weiter, weiter Schritt, und diesen hat im wesentlichen Stephan allein getan: Schon 1868 veröffentlicht? er im Amtsblatt des Norddeutschen Bundes eine Denkschrift über den Plan eines alle Kulturländer umfassenden Postvereins, und diese Denkschrift diente dann bei den entscheidenden Verhandlungen des Zahres 1874 in der Tat gls Grundlage des Staatsvertrages vom 9. Oktober. Was Stephan bereits ai brauchbaren Ge- .danken und Vorarbeiten vorfand, woraus er sein Werk stützen konnte, war ziemlich dürftig. Zn voller Schär-fe ausgesprochen— nach manchen älteren, unbestimmten Zdeen — würbe der Gedanke einer We11postorganisation zuerst im Jahre 1311 durch den Staatsrat K l ü b e r in einer zu Erlangen erschienenen Schrift: „Das Pvstwesen in Deutschland, wie cs war, ist und seyn könnte/' Darin hieß es u. a.: ,,B?i der Post sollte.-wie bei den Künsten und 'Wissenschaf.en. ein kosmopolitischer Sinn in seinem ganzen Umfange gelten, allgemeiner Weltgeist walten. Olten muh die Post alsWeltpostanstolt betrachten, tonn man ihren ganzen hohen Werth richtig fassen, will." Hier tritt also sogar der Name „Welt- post" schon dreiundsechzig Zahre vor der Tat von Bern auf, wozu zu beachten bleibt, dah auch am 9. Oktober 1874 zunächst nur ein „Allgemeiner Pvstverein" begründet wurde. Anfänglich waren ja nur zweiundzwanzig Staaten an der Gründung beteiligt. Erst auf dem z we i - ten internationalen Postkongreh. der im Mai 1878 in Paris tagte und der bereits von zwei- unddreihig Staaten beschickt toar, wurde der Name „W e l t p o st ve rein" angenommen. Die Klübersche Schrift, so ho Hintere fant sie uns hrute anmutet, blieb natürlich Praktisch ohne jede noch so lei'e 'Bedeutung Die einzige internationale praktische Vorarbeit, d.? vor Stephan überhaupt geleistet worden war. hatte das Jahr 1863 gebracht. Aus Anregung der Vereinigten Staaten war damals in Paris ein Znternativnaler Kongreh zusammen!e treten, an b:m fünfzehn Länder teilnahincn. Q?un plante maln damals noch durchaus nicht etwa bie Gründung eines allgemeinen Postvereins, fon- Oerii wollte sich nur über die Grundsätze beim Abschluß ton ztoische.istaatlichen Postverträgen verständigen Zum Schluhprvtekoll vom 8. Juni 1863 gelangte man euch zu gewissen Veveinba- rungen, aber in der Folge fümmerte.t sich einige ber beteilig e i Staaten gar nicht um die getroffenen Verabredungen, und die gemachten Erfahrungen touren daher wenig ermutigend, auf dem betretenen Weg: fortzus.ihren. Auch Stephan hatte keineswegs eine ganz glatte Arbeit, seine Gedanken von 1868 in die Tat umzusehen. Zwar war er am 1. Öltet 1870 erst neununddreihigjährig Generalpo st meist e r des Norddeutschen Bundes geworden und nunmthr in die Lage rersetzt. seinen hochfliegenden Gedanken zum Leben zu verhelfen. Aber wenig? Wochen später brach der französische Krieg aus und nahm sein Organs- sationsgenie zunächst für ganz andere Ausgaben in Anspruch: die Einrichtung der Feldpost, die er in mustergültiger Weise schuf, ülnd nach Wdtttt ter Aads-- ».1* 0. Gin recht beträchtlicher Schaden, dessen Gesamtwert schwer festzustellen sein dürfte, wird alljährlich durch falsches Einwintem der Kartoffeln verursacht. Auch in diesem Jahre, in welchem große Verluste schon auf dem Felde infolge der anhaltend nassen Witterung auftreten, werdet wegen falscher Lagerung tausende 'inb abertausende von Tonnen Kartoffeln der restlosen^ Vernichtung ausgesetzt und der Volksernährung als Nahiungsmittel entzogen werden, nur weil grundlegende Vorsichtsmaßnahmen bei der Lagerung außer acht gelassen werden. Die pflegliche B?handlung der Kartoffeln, die eingewintert werden sollen, hat schon au dem Felde bei der Ernte einzusehen, indem alle kranken und irgendwie beschädigten Kartoffeln auf keinen Fall zu den Einwinter ingskartoffeln getoorfen werden dürfen. denn diese sind die Träger, bzw. bilden die Angriffsstellen, von denen das Faulen ausgeht. Unter allen ilmftänöen ist an dem Grundsatz fcstzuhalten, nur reife und völlig trockene Kartoffeln in den Keller zu bringen. Kann man die Kartoffeln vom Felde aus nicht vollständig trocken in den Keller bringen, wie es in diesem Jahre wohl häufig der Fall sein wird, so sorge man durch vorheriges Lagern in luftigen, trockenen Räumen für ein vollständiges Abtrocknen, zumal bei stark mit Erde behafteten Kartoffeln. Weiter muß berücksichtigt werden, ob die Ernte an kalten oder warmen Tagen vorgenommen wird, denn an kalten Tagen geerntete Kartoffeln können, da deren Lebensprozeß (Atmung) durch die niedrigere Temperatur wesentlich hei unter gedrückt ist, im Keller höher aufgeschichtet Fähigkeit, geistige Werte in malerische umzufetzen. Die übrigen Sachen von Will, die ausgestellt sind, fallen dagegen etwas ab. Es fehlt ihnen die unmittelbare Lebendigkeit des „Selbstporträts". In der Radierung „Der Schäfer" ist die oberhesfische Landschaft gut erfaßt in der Betonung der Grundelemente der Linien und Flächen, aus denen die Individualität des Baumes im Vordergrund stark hervorbricht. Der Schäfer selbst ist im Gegensatz dazu zu sehr malerisch komponiert, zu sehr Staffage. Will's Radierung „Der alte Magister" zeigt, daß ihm die Karikatur weniger liegt. Mit seiner „Ruth" stellt H. Mueller- Leut er t einen sehr sein empfundenen Mädchen- lopf aus. Am wirkungsvollsten ist die Profil- ansicht. Sehr gut ist das Kindliche, noch ilnent« wickelte, das aber bereits potentiell Vorhandene, herausgehoben, das erst durch das bewußte, selbständige Geben herauslommt Don ähnlich geistigem Leben ist auch f.in Kinderlopf erfüllt, eben'o wie feine „Mast?". Bei Großhaus „Schnitterin" fällt di? starke formale Gebundenheit auf, die sich schon in der Betonung der Frontalansicht ytg . Gin starker Ausdruckswille lebt in den Linien des Gesichtes, eine Abstraktion, die sich nicht um Ha monie kümmert. Sein' „Landschaft' ist rein als malerisches Problem gesehen. Es interessierte den Künstler die diffuse Wirkung des Lichtes alj zwischen dem siegreichen Deutschland und >em besiegten Frankreich ein Po st vertrag zustande gekommen toar, glaubte Stephan die Zeit gekommen, einen entscheidenden Dorstoß zu wagen. Taktvoll, wie er toar. beschloß er, einem „neutralen" Staa. den Ruhm yu lassen, die Geburtsstätte der neuen Organisation zu werden, und streckte einen Fühler nach der evchtoeiz aus. um zu hören, ob man dort bereit sei. die wichtigsten Kulturstaaten zu einem Kongreß e.nzu- laden. Er fand Zustimmung: die Schweizeri che Regierung erließ Einladungen zu einem Post- ko ng re Ö in Bern, der am 1. September 1873 zusammentreten sollte. Frankreich lehnte zeichnendei-weise als einziger unter den eingeladenen Staaten ab. die anderen nahmen an; nur erbat Rußland aus triftigen Gründen eine D e r s ch ie b u n g um ein Jahr. Diesem Wunsch wurde Rechnung getragen. Inzwischen warb Stephan kräftig weiter, und mit Erfolg, denn als endlich am 15. September 1874 der Post- kongreß im ehrwürdigen Ständehaus zu '33ern zusammentrat, waren aste zweiundzwanzig eingeladenen Staaten erschienen, auch die gekränkte Leberwurst Frankreich fehlte nicht. Der Kongreß wurde von dem Schweizerischen Bundesrat Borel geleitet. Der von Stephan vorgelegte Entwurf eines allgemeinen Postvertrages wurde von einer Kommissjon durchbrraten, die E t e p h a n zu ihrem Präsidenten wählte. Auch jetzt noch waren ernste Schwierigkeiten zu überwinden. England und — natürlich! Frankreich weigerten sich, den Vorschlägen zuzustimmen. Der englische Widerstand wurde aber noch während der Verhandlungen ausgeschaltet. Die Größe der Ideen nahm drch sch! eß lich die britischen Delegierten für sich ein Als am 9. Oktober die Gründung des „Allg mci en Postvereins" unterzeichnet wurde, schloß sich Frankreich allein aus. Stephan hatte erhebliches diplomatisches Geschick aufgetoanbt, die eitlen Franzosen zu gewinnen: Seiner Fürsprache gemäß wurde das Französische, nicht das Englische zur amtlichen Verkehrssprache bestimmt, dessen Zentralstelle in Bern errichtet wurde und bis heute verblieben ist. Dazu wurde als Ort des nächsten allgemeinen Postkongresses Paris gewählt: eine liebenswürdig-höfliche Bosheit, die den französischen Theaterd-onner gewissermaßen nicht recht ernst nahm und mit d e- ser Psychologie auch vollauf recht behielt, denn die in Bern verweigerte sranzösischeälnter- s ch r i f t wurde einige Zeit später nachge holt. Als man nämlich in Paris erkannte, daß die geräuschvolle Weigerung, sich zu beteiligen, wenig Eindruck machte, daß der neue Allgemeine Post- verein am 1. Juni 1875 wahrhaftig auchohne Frankreich ins Leben trat, gab man die Politik der gekränkten Leberwurst auf und trat zu Neujahr 1876 der deutschen Gründung bei. Allmählich folgten immer mehr der ursprünglich ferngebliebenen Länder. 1877, auf dem Pariser Weltpostkongreß, waren zweiunddreißig Staaten vertreten. 1914, vor dem Kriegsausbruch, gehörten ihrer dreiundsiebzig dem Verein an. der nun in der Tat eine die ganze Welt umspannende Organisation geworden toar. Der Weltpostverein und sein Gegenstück, der nur drei viertel Jahre jüngere, am 22. Juli 1875 in Petersburg 6 gründete Welttelegraphenverein. haben in Wahrleit de „Gemeinsamkeit der Nationen" verwircklicht, viel mehr als es dem Genfer Dölkrrbund je beschieden sein kann, der sich von dornh rein als ein Machtinstrument der Entente-Politik kompromi'ert Hit. Doll Stolz konnte Stephan am Schteß d?s Ver- ncr Kongresses festste.len: „Man kann kühn sagen, daß eine solche Einstimmigkeit der Regierungen der großen Mehrheit der zivilisierten Volker des Erdballs ein? Tatsache ist. welche bis jeßt in der Ges chichte ohnegleichen war." unb das Wort, das der schweizerische Präsident des Kongresses. Staatsrat Borel, zum Abschied sprach, gilt auch heute, nach fünfzig Jabren. noch uneingeschränkt: „Der Postkongreß in Bern wird als Markstein dastehen, nicht nur in den Annalen des Verkehrs, sondern in der Kulturgeschichte überhaupt." Fachs Krieg gegen den Bolschewismus. Ans den Versailler (^ehermaktett. Der „Hannoversche Kurier" fährt mit der Veröfsentstchung aus den Geheimalten von 03 e rfa 111 e s fort, und zwar diesmal mit Mit- teilungen über Fochs Krieg gegen den Bolschewismus im Jahre 1919. Wir entnehmen ihnen folgendes: Von Anfang an trat ein starker Gegensatz zwischen Amerika und England auf der einen, Frankreich auf der Ausstellung „oberhesfischer Künstler" im Kunstverein. ilnfere Zeit scheint unrettbar der Quantität verfallen zu sein. Qualität ist nur selten vorhanden, und selbst wenn sie da ist, steht sie in größter Gefahr, von der Masse des Äderen verschlungen zu werden, oder sie wagt sich nicht hervor. So bietet auch diese Ausstellung wieder mehr eine quantitative als qualitative älebersicht über das jetzige Schaffen der Malerei und Plastik in Oberhessen. Die Aufgabe der Kunst ist doch schließlich nicht mit der her Photographie identisch. Kunst ist immer Abstraktion. Heraushebung des We.ent- lichen Die Verschiedenheit der Kunstrichtungen entsteht durch die verschiedene Auffassung dieses Begriffes des Wesentlichen. Diese Subjektivie- rung des Objektiven, des durch die Sinne gegebenen Materiales, ist das Hauptkriterium der Kunst Wenn wir künstlerische Qualität werten wollen können wir allein die Stärke der subiek- tiven Abstraktion als Maßstab benutzen. Von allen ausgestellten Werken fallen drei besonders ins Ange: Das „Selbstportraf von H Will, die Plastik „Ruth" von H. Mueller- Le u t e r t und die „Schnitterin" von H. ©roß- haus. Das Selbstporträt von H. Will zeigt eine ÄS“ weichen, als zu warm cingcfabrcnc Kartoffeln, deren Lcbenstätigkeit noch zu stark ist, und bet denen dann im Keller das sogenannte „Schwitzen" eintritt. , Die Haltbarkeit der Kartoffel ist weiterhin in höchstem Grade abhängig von der Art! der Aufbewahrung. Zn Frage kommen im allgemeinen Mieten und Keller. Die Keller müf en luftig, frost frei und trocken fein, and zum Zwecke der besseren Durchlüftung bedeckt man den Kellergrund vorteilhaft mit einem dichten Lattenrost. Herrscht während der Einkellerung in den Kellern eine höhere Temperatur als braußen im Freien, so muß rechtzeitig durch Oesfnen deq Fenster und Türen bei kühler Witterung eine Herunterdrückung der -Teinperatar erfolgen, und während der ganzen Lagerungszeit über Winter hat man ständig dafür zu sorgen, daß die Temperatur im Keller nicht unter 1 biS 2" C. sinkt und nicht über 6 bis 8° C. steigt. Bei der Ansbetoahrung der Kartoffeln in Mieten ist es selbstverständlich, daß Mietenplähe weder an zugige kalte Orte noch in tiefe, feuchte Lagen gebracht werden. Zm allgemeinen empfiehlt es sich nicht, die Miete mit ihrer Sohle,Unter die Erdoberfläche zu legen. Wie schon erwähnt, ist für die Aufbewahrung die Höhe der Aufschüttung von größter Bedei- tung. Ze höher die Kartoffeln lagern, desto stärker erwärmen sie sich. Da nun eine kühle Lagerung, die, wenn möglich, nicht über 6° C. steigen soll, für die Haltbarkeit und Vermeidung von Fä den von größter Bedeutung ist, so ergibt sich von selbst, daß zu hohe (über 1>, Meter) Lagerungen vermieden werden müssen. Die Sohlenbreite sollte auch 1,50 Meter nicht übersteigen, und zum Zwecke der besseren Durchlüftung kann man in der Mitte der Sohle winklig zueinander stehende enge Lattengitter unter die Kartoffeln legen. Die dachförmig aufgestapelten Kartoffeln werden sofort 10 bis 15 Zentimeter dick mit einer dicht liegenden Strohschicht belegt und mit einer dünnen Erdschicht (10 Zentimeter) gleichmäßig bedeckt. Falsch ist es, die Mieten zuerst nur mit Stroh ohne Grddecke >za belegen, da sonst der Regen in die Mieten em- bringt und die Gefahr des OZerfaulens hierdurch sehr groß wird. Um weiter noch eine gute, trockene Lagerung zu erreichen, empfiehlt es sich, die Herstellung eines Firstrohres derart anzubringen, daß man über die erste Strohdecke, den First der Miete entlang, einen Erntebaum legt und über diesen nochmals Stroh bringt. Zieht man, nachdem die Strohenden durch aufgeworfene Erde befestigt sind, den Erntebaum heraus, so entsteht das Firstrohr, das bis zum völligen Eindecken der Miete offen bleibt und fortwährend Feuchtigkeit aus dem Innern der Miete ab- ziehen läßt. ' Weiter wird beim Einmieten noch der Fehler gemacht, daß die eigentliche Winterdecke zu früh gegeben wird. Erst wenn falte Witterung eintritt, der Mieteninhalt sich auf 6 bis 8° C. cb- gelühlt hat und der Frost droht, dauernd za,werden, dann darf die Winterdecke in Form einer 50 bis 60 Zentimeter dicken Erdschicht aufgeworfen werden. Ein ebenso großer Fehler wird häufig dadurch gemacht, daß die Mieten za früh aufgedeckt werden. Man öffnet die Mieten zweckmäßig erst dann, wenn man die Kartoffeln benötigt oder erst dann, wenn die Erde von der Frühjahrssonne durchwärmt ist und der Mieten- Inhalt die Durchschnittstemperatur der Luft erreicht hat. Aus alledem ergibt sich, daß die beste Kontrolle bei der Aufbewahrung der Kartoffeln die Beobachtung der Temperatur in den Aufbewahrungsorten ist. Zeigt uns das Thermometer immer eine Temperatur zwischen 2 bis 61 C„ so verlaufen die Leb7nsprozesse der Kartoffeln normal, und der Gefundheitszustand der Knollen während der Lagerung bleibt ein guter. Um die Haltbarkeit ber Kartoffeln zu erhöhen. streut man vielfach zwischen die Kartoffeln Kalk ein. Der Kalk unterstützt einmal ein Aus- trocknen ber Kartoffeln, wirkt aber besonders daburch, daß bei eintretenber Fäulnis sich um bie angcfaulten Knollen eine Kruste bildet, bie die benachbarten Kartoffeln mehr oder weniger vor Ansteckung schützt. Es empfiehlt sich, pro ICO Kilogramm Kartoffeln 250 bis 500 Gramm Kalk zu verwenden Gerichtssaat. * 5> a r m fl a b t, 9. Ott Das Bczirksschöffen* gericht verurteilte den Schlosser Gerhard Walte r in Darmstadt wegen Spionage, und den Stephan Dony aus Darmstadt wegen O^eihilfe zu 9 bzw. 2 Monaten Gefängnis. Sie hatten sich von Franzosen bestechen (affen, die Verhältnisse bei der Schutzpolizei auszukund- schaften — Der Lehrer Georg Schmitt und ber Lehrer Peter Heldmann in Schaafheim wurden wegen versuchter Propaganda für bie Nationalsozialistische Arbeiterpartei zu 3 Monaten Gefängnis b-w 100 Mk. Geldstrafe verurteilt; es kam hierbei das Gesetz zum Schutze der Republik zur Anwendung. Moibel ^aiinmer: punkt. i'nöjQ^ier öfr. An- .Znsfuh fanden 11 '•Unfreiem onus n(8 vo'bek fle: r-Angeb. u. öäcker wie A )ie jähre, •i Mullki Wichten, aus I 01« S! intag m geuiiit- seisaniinkn- it„2tadl " irennb« Mladen. WM. Im ÄIWlll Mick- MW g. 12. X., 11'n piinlil tstanse »rudm mlien' ner. nhlreicheBt D bittet r jlort'Mnb, MA mW ließen. tflfl.lLOtt. .S'.Ubt: eordentl. BOllMj öordnunist- Herbstver $n. , einen M Kitolieber ev 1(no» sern enLandstenu :zl.eingeladec Erfassung d?s S kort im Vo s bei ier Wär eiin waren, zur Zeit d.r Entfüh.ung wenn Eie wirklich nicht handrlnd daran teilnahmen! Miß LanahM forderte Eie in der Mitteilung, die ich Ihnen eben übergab, auf, die Zigaret tzl zu vernichten, da sie auf meine Fragen hin zweifellos fürchtete, sie könnten akS schwer belastende 76e- weisstück legen Sie die. en. Zch g aube, ist." Die Darstellung, di> ih. Mann cafo, überzeugten Grace, daß sie mit ihrem Verttauen in Valentin einen Fehles- gemacht hatte. Sie hatte die Zigaretten mit Goldrand selbst aus seinem Tisch gesehen - hatte re?eben, wie sie g stochen wurden. Sie hatte damit keinen entscheidendem Beweis entdeckt, jedoch war die Tatsache, trenn man sie mit dem Bries der Wärterin -usammen- hielt, immerhin belastend. das erTorberlttöe Deutsche Ncichsanleibe . Deutsche Sparprämienanlethr <7° Preußische Konsols ■. . . S,6SL 4,76 10,40 12,13 1 >'.60 40,25 19,26 17,25 17 8,13 1,35 3,25 $g 1 N i M 1 1 1 1 5 1 1 1 II IS 1 1 1 1 1 1 1 1« 1 1 1 1 1 5. 1 1 III 1121 1S®-® II 1 1 1 1 1 Illi 1 1 1 1 1 8 1 S 1 0" ■» 0 2" co «S—aa 0» ee 0,680 0 66 0,96 1,410 C,55 1 04 1,51 1,375 1,29 4,2 89 16,90 24.75 4,90 9 10,6 12,40 1,70 0,3 0,4 SO 10,70 11,25 52,20 65 83 75 13,25 18,5 5,25 10,21 39,90 33,2 > 36 28 4,90 6 10,40 19 12,6b 16,8 16,65 16,50 8 12,40 38,5 45,75 2 3 9,50 1,25 1,25 2,5 3,2» 9 0,603 ,94 0,91 1,400 0,46 0,981 1,425 1.31 1,26 87/75 10,75 25 4,75 9 10,30 12,40 1,625 0,3 0,4 61 10,70 J 16,25 5,70 10,13 39, ?0 31,62 35,5 27,75 4,80 5,13 10,13 18,50 12,40 16,40 16,25 16,20 7,9 12 88,23 45,75 2 2,8 9,62 1,25 1,75 2,8 3,2» 8,8 .......... Deutsche Wertb. Dollar-Änl dto. Doll.-Schatz-Anweting."! *7» Bouiürltn......... b7, Goldmrrlkaner...... Berliner Handelsgesellschaft Commerz- und Prwat-Bank Darmst. und Naiionalbank . Denkiche Bank......... Deutsche BereinSbank .... Disconto Commandit .... Metallbau!........... Mitteldeutsche Creditbank. . Oesterreichtsche Ereditanstalt Bochumer Gaß Buderus........... Caro ............ Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerk. . Harvener Bergbau..... Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln..... Laurahütte........... Obcrbedars.....»•••». Phönix Bergbau ....... Sihelnstahl. . . . . . I .... {Richert Montan ...... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... Theramische Werke Albüt . . Zementwerk Heidelberg .. . Llnglo-Tont-Guano ..... Badische Anilin........ Chemische Mayer Slaptn . . Goldschmidt .......... Gries> ebner Electron .... Höchster Farbwerke...... Holzverkohlung ....... NiitgerSwerke ......... Echeideanftatt......... AUg. Elektri-itätS^Jesellschaft Bergmann........... Ma inkrastwerke ....... Schuckert............. Siemen- & Halske ...... lldlerwerke Kleyer ...... Daimler Motoren. ...... Heyligenstaedt - ....... Megllin. ............ frankfurter Annatitren . . . itovservenfabrik Broun . . . Metallgesell chaft Frankfurt. Pct. Union Ä.-G....... Schuhiabrik Herz . . .... llellsto^ Waldbof..... , UW^Mrkenltzgl . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . Valentin jedoch schien durch die Feststellungen des Detektivs nicht sonderlich beunruhigt zu sein. „Sie inen sich, Monsieur," sagte er, „ich weih nichts von der Geschichte." „Was bedeutet i_ann diese Mitteilung?" „Das kann ich 3hnen nicht sagen. Ilnd wenn Sie sonst noch etwas Don mir wissen wollen, bitte ich Eie. ein anderes Mal vorbeizukommen. Wie Sie sehen, bin ich augenblicklich nicht zu Ihrer Verfügung." Gr blickte auf Gvace. Duvall sah sich um und wandte sich bet Tür zu. Sein Zweck war erreicht. Er hatte Valentin gesehen und gestellt — wie er hoffte, auch erschreckt. Es war eine seiner Theorien, daß ein Mann, der sich verfolgt weih, viel leichter eine Dummheit begeht, als wenn er sich sicher fühlt. Als er das Zimmer verließ, warf er noch einen neugierigen Blick auf Gvace, sah jedoch ihr Gesicht nicht, da es vom Schatten verdeckt war. Ihr Stillschweigen erfüllte ihn mit banger Unruhe. Er wartete neben der Tür des Hauses, um, wenn möglich, festzustellen, wer sie war. trenn sie wegging. Er hatte nicht damit gerechnet, daß Valentin mit ihr ginge. Die zwei verließen das Haus zusammen, und der Mann rief einen Wagen herbei, tn den er Grace hals, mit wütenden Blicken nach Duvall. Letzterer gab seinen Plan, Gvace zu verfolgen, auf und kehrte, ein wenig verstimmt, in sein Hotel zurück. Kaum war er dort angelangt, als Stapleton ihn zu sich rufen ließ. Inzwischen war Grace unverzüglich zu dem Bankier gefahren und hatte den Auftrag aas- MHgtwaMWPtgaaroeamwr fwi'imw — ■ un iw iirin n wrrnnwviTsa gerichtet, den ihr am Morgen der Mann mit der schwarzen Maske gegeben hatte. Stapletions Gesicht wurde immer ängstlicher, während sie erzählte. Er sprang aus, als er das Ende hörte und klingelte Duvalls Hotel an, um den Detektiv sofort zu sich zu bitten. Dann fragte er Grace: „Sie haben keine Ahnung, wo der Ort liegt?“ „Richt im geringsten." „Wie Sie sagen, haben Sie meinen Knaben gesehen. War er wohlauf?“ „Ich sah ein Kind, das, wie mir gesagt wurde, das Ihre sein sollte. Natürlich kannte ich eS nicht. Wie Sie wissen, habe ich Ihren S-ohn nie gesehen. Zudem war er als Mädchen verkleidet." Staplefon suchte hastig ein Bild hervor. „Sah es so auä?“ fragte er. „Ja. Dieses Kind war es." Die Aehnlichkeit war trotz der Verkleidung des Knaben so groß, dah Gvace es bestimmt erkannte. „Wie kann ich wissen, ob diese Schurken Wort halten werden?" seufzte Stapleton, den Kopf in die Hände gestützt. „Wollen Sie denn diese Summe bezahlen?“ „Gewiß. Glauben Eie, ich will diese Möglichkeit wegen der Lappalie von hunderttausend Dollar — oder zweimal soviel — ungenützt la sen? Die Mutter und ich — wir essen und schlafen nicht mehr, wir leben nicht mehr seit dieser unglücklichen Geschichte. Ich will auf jeden Fall tun, was sie verlangen." „Aber — sie werden uns entwischen." „Das ist mir einerlei. Lassen wir sie laufens Wenn einmal mein Kind in Sicherheit ist, kann 15T/s minus Vs. Holzverkohlung 6,1 minus 0,1, Reiniger Gebbert und Schall 1,8. Am Bantew- markt wurden umgesetzt Kommerzbank 43/4. Darmstädter Dank 9, Deutsche Bank 10,3 Plus 0,1, Dresdner Bank 67/8, Oester reichliche Kreditaktien 0,305 Billionen Prozent. Ferner wurden notiert: Moenus 2,5, Julius Sichel 3,25, Zucker Frankenthal 31/2- Von ausländischen Renten kamen Zolltürken mit IO5/« zur Notiz. Die Börse schloß bei kleinstem Geschäft in schwächerer Haltung. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (Sn Billionen Mark auSgedrstckt. Dueno6-Atre», London, «en» York, Japan, Rio de Janeiro für eine Ttnheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alle« übrige für 100 Einheiten.» Telegraphische Auszahlung. 8. Oktbr. 9. Okt'>r. Repart. Amtliche Notierung Äeld 1 Bries 9Imt!iche Notlern 7, Geld «rief 8. 9. Dmst.-Rott Brff.-?lntw, Ehristianta. Kopenhagen Stockholm . HelstngforS. ntalien. . . London. . . Neuhork .. Paris.... Schwei» . . Spanien. . Wien in D.« Oest. abgest. Prag . . . . Budapest. . Sven.-ÄtreS Sulgarten ^fo de Jan Belgrad . . Lissabon . . 163,19 20,03 60,05 73,42 111,37 10,49 18,176 18,69 4.11 21,89 80,10 65.61 5,915 12,47 0,42 1,56 3,06 1,625 0,475 6,085 13,72 184,01 20,10 60,35 73,78 711,9- 10,65 18,275 18,. 8 4,21 21,99 80,60 65,89 M35 72,3 5,44 1,67 İ 0/86 6,116 »3,78 Bantn 163,59 20,00 69,95 72,47 111,37 10,49 18,17 18,785 4,19 21,81 83,70 66,76 8,915 12,48 5,45 1,56 ,5S 0,465 6,085 13,72 »tea 164,41 20,10 60,25 73,83 112.03 * SA 4,21 21,91 80,80 664)4 5,940 12,64 5,47 1,57 8,08 1335 0,476 6,116 13,78 voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll Voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll Berkin. 9. Oktbr. Geld 1 Prie, Repart. Amerikanisch Belgische Nc Dänische Nc Englische N Französische Holländische italienische Norwegische Deutsch-Oef Rumänische Schwedische Schweizer N Spanische N Tschechoskow Ungarische 9 c Noten . , , ., ten ....... . ten « )ten ...... Noten ...... Noten...... Noten ...... 4,17 50,00 73,42 18,76 51,81 163,49 18,12 59,95 5,91 2,815 111,37 80,3> 55,73 12,41 6,38 4,21 20,10 73,78 18.85 21,91 164,31 18,27 60,25 6,93 2336 111,98 80,75 66,01 12,47 0,40 a voll 3 Noten...... ^r,^l00Kronm Noten...... s WH oten ....... oten ....... arische Noten .. loten . . .... A voll voll Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger“.) Frankfurt a. M., 9. Oft. Es wurden notiert: Weizen 26,25 bis 27, Roggen, inländ. 26 bis 27, Sommergerste für Brauzwecke 26,50 bis 30, Hafer, inländ. 22,50 bis 24, Mais, gelb 20,50 bis 21, Weizenmehl, inländ., Spezial 0, 38 bis 39, Roggenmehl 31 bis 38, Weizenkteiq 12,75 bis 12,90, Roggenkkleie 12,50 bis 12.70. Tendenz: Unverändert. Berliner Produktenbörse< Berlin, 9. Okt. Der Getreidemarkt war heute, nachdem schon an den Vortagen imm-rc größere Zurückhaltung hervocgetreten war, auf allen Gebieten schwach. Hauptgrund der Tendenz- Wendung mären natürlich die absintenden amerikanischen Preise. Behauptet hat sich nur MaiS. Die Notierungen für Roggen lagen 6 Mk. tiefer, so daß diese mit denjenigen für Weizen bet 244 ab Station amtlich übereinstimmten. Die Herabsetzung der deutschen Ware hängt im wesentlichen mit dem unveränderten Angebot von Aus- landware zusammen. Es notierten prv 1000 Kilo Weizen 235 bis 244, Roggen, märk. 238 bis 244, Gerste, märk. 230 bis 260, neue 210 bis 225, Hafer, märk. 187 bis 195, Raps 400 bis 410, Leinsaat 440 bis 450, pro 100 Kilo: Weizenmehl 34,25 bis 37,25, Roggenmehl 34,25 bis 37, Weizenkleie 14,75. Roggenkleie 13.25, Viktoriaerbsen 34 bis 38, kleine Erbsen 25 bis 27, Futtererbsen 19 bis >20, Peluschken 17 bis 19, Ackerbohnen 20 bis 22, Wicken 18 bis 19, Lupinen, blau 14 bis 15, gelb 16 bis 19, Serradelle, alt 15 bis 17, (neu 20 bis 24, Rapskuchen 15 50 bis 15,80, Leinkuchen 26 bis 26,50 Trockenschnitzel 11,20 bis 11,50, Torf- melasse 9,50 bis 9,60, Kartoffelflocken 20 bis 20,50 Mk. ich weitere hunderttausend Dollar ausgeben, um ste einzufangen — aber jetzt nicht, da ein falscher Schritt seinen Tod bedeuten kann.“ „Sie tun ihm nichts zu leid, Herr Stapleton. Sie sind um das Geld zu besorgt, um ihm etwas Anstößen zu lassen." „Ich will keine Gelegenheit versäumen." Grace erhob sich. „Dann kann ich gehen,“ sagte sie. „Ich sehe nicht, was ich mehr tun konnte. Ich muh sofort dem Polizeipräfetten Bericht erstatten." „Sehr gut! Urtb seien Sie so freundlich, ihm zu sagen, dah ich besonders wünsche, daß nichts unternommen wird, um die Ausführung des Planes zu durchkreuzen. Ich werde zahlen und mein Kind zurückethalten. Nachher kann die Polizei tun, was sie will. Guten Abend!" „Guten Abend!" Grace verlieh das Haus, äußerst unbefriedigt — ungeachtet der Tatsache, daß Stapletons Entschluß vielleicht ihre Arbeit und auch die Richards in Puris plötzlich beendigte. Als sie aus dem Hause trat, sah sie Richard in einem Wagen anfahren. Sein Anblick erfüllte sie mit Freude, obwohl sie dieselbe unterdrücken und gleichgültigen Blicks an ihm vorbei mußte. Sie wußte, daß sie in der Dunkelheit unerkannt bleiben würde. Er erkannte sie natürlich — als die Frau, die er in Valentins Zimmer gesehen — und ihr Hiersein in der Nähe von Stapletons Haus überraschte ihn offenbar. Einen Augenblick glaubte sie, er wolle sie ansprechen, als er aus dem Wagen flieg, aber sie wandte sich weg und ging eilig die Straße hinab. Als sie zurückfah, war er ins Haus verschwunden. • (Fortsetzung folgt) ELEGANTE WELT 6 7 OLE 4 PF- ZIGARETTE VON UNERREICHTEM WOHLGESCHMACK FABIAN 0’ Men u fenenö« fern 2h! über ba b. tze Smte au- lun eilllgm haMum Schwimr vernehm sichtigt j Si-rM I ir W M '■<<.'»Li™ W ßahma MARGARINE butter^ (eich. '<'mw ^IsW ■Slfö SOMU8MMS MffiH ti»v W ‘ Wji M 1 olbeB oUroq oU jofi °!I OU «n, um falscher ibou NO t Olt ummr r, ai| apledN- i etwas WaiS. trete, en bet n. Die vesent« 2US* Iftifo U44, 5)ate, leinsaat ^bis Meie bis bis -20, >is 22, 5 gelb 20 bis ijen 26 , Torf- 20 bis V.) xirten nlänb. 26,50 !, gelb tal 0, •jitktu 12,70. bei teil big bei bei doll doll doll boll voll voll boll ich, tbm ) nichts es Plack mein Polizei en.“ geM. chr tun ten> •i'r-n ob 4 °n poa °ll°°ll ogtes ottKo °°d»ll Mboö uw Jrbat endigte. Mtrd erWe Drücken mußte- lerkanni - als gckhen apietons ovtte sieg. ab5r .SttaSe -o!I°cll 'OU osll 'olloou 'bllkoll Landwirtschaft. Der Ernteftand in Preußen. In den Mitteilungen der pveuhischen 6ta- Afikfchen Korrespondenz über den Erntest and tn Preuhen hetht eS; Sämtliche in Betracht kommenden Fruchtarten werden mit 2,6 bis 2,9 Messer als mittel) im Saatdurchschnitt bewertet. Der Ertrag an Kartoffeln wird an Menge im ganzen als recht befriedigend angesehen, besser als im Dorfahr, wenn auch nicht so gut oxe 1922, da die Knollen vidfach Flecke und Fäule zeigen, tn besonders feuchten Gegenden bis 25 Prozent. Don Rüben und Kohlarten steht eine reichliche Ernte zu erwarten. 3n S u 11 e fg e a>ä cf> fen gestaltete sich das Einbringen des letzten Schnittes infolge der feuchten Witterung ziemlich schwierig. Diel Heu ist verdorben oder mufote in beschädigtem Zustande geborgen toerben. Wenn auch vor allem in den südwestlichen Provinzen Preuhens mtt einer starken Einbuh« besonders an Brotgetreide gegenüber den recht zuversichtlichen Äugust-Schätzingen gerechnet werden must, so muh doch gewarnt werden, diese Tatsache zu verall- aemeinern und etwa gar von einer Katastrophe der gesamten Ernte zu sprechen. Die hier gekenn- AeichnetLi Gebiete ungünstiger Erntewit erung si.rd nur AU einem verhättnismähig g ringe'. Teil an dem Gesamtaufbringen der Gäreideernte beteiligt. Der Hauptnachdruck, zumal für den äusterst wichtigen Roggen, liegt auf den östlichen und mittleren Provinzen, und hier vollzog sich nach dem Ausweis der Meldungen der Berichterstatter die Ernte fast durchweg ohne wesentliche Rässe- schüden und in dem erwarteten Ausmaste. Rach vorsichtiger Abschätzung der hier bekannt gewor- denen Schädigungen darf man Wohl höchstens mit dem Ausfall von einem Fünftel gegenüber der diesjährigen Augusd-Schätzung rschnen, d. h. die Getreideernte würde diesmal im ganzen nntb 70 v. H. der vorjährigen sehr reichlichen Ernte auS machen. Turnen, Sport und Spiel. Einigung zwischen dem Deutschen und dem Oester- reichischeu Schwimmderband. Seit mehreren Jahren bestand eine Spannung zwischen dem Deutschen und dem Oesterreichischen Schwimm verband, die jetzt nach längeren Verhandlungen beseitigt worden ist. Der Deutsche Schwimmverband, hat sich bereit erklärt, ohne Einvernehmen mit dem anderen Verband keine österreichischen Vereine mehr aufzunehmen. Die Oesterreicher haben ihrerseits ernärt, bei ihren Gegenmahregeln keine Schmälerung des DSD. beabsichtigt zu haben. Ein Flug mit 220 Kilometer Stundengeschwindigkeit. Paris, 8. Oft. (WD.) Der holländische Stieger Dehsendörfer hat, wie das „3our» real des Debüts" meldet, unter Ausnutzung günstigen Windes mit zwei Passagieven und 250 Kg. Ftocht an Bord die Strecke Paris —R o 11 e r = bam in 1 Stunde 4 4 Min., also mit einer 'LE. JUSlS. vtundengesch windig kett von 220 Km. zurückgelegt Buntes 2Merlei. Die neue Herrenmode. Der Anzug des Herrn bedeutet tm Gegensatz zu der ewig beweglichen, ewig wechselnden Frauen- mode das beständige Element in der Erscheinungen Flucht. Selten greifen hier tiefgehende Aenderun- gen Platz und die ganze Abwechslung besteht in einer Verlängerung oder einer Verkürzung, in einem hinzugefügten Knops, in einer abweichenden Art des Aufschlags oder in einem oders zwei Schlitzen. Dieser kleine Kreis, in dem sich die Herrenmode bewegt, zwingt sie zur ewigen Wiederkehr deS Gleichen. Augenblicklich nähert sie sich, wie die auf diesem Gebiet tonangebenden englischen Schneider verkünden, mit ihren breiten Aufschlägen auf bem ein- oder doppelreihigen Jackett- und Dbendanzug wieder deutlich der viktorianischen Epoche, und dieser Stil überträgt sich nun auch allmählich auf die Heber» kleidung. Stil ist zweifellos das doppelreihig« 3acfctt, baä nur wenig von dem des Frühjahrs abweicht. ES ist etwas länger geworden, um so eine Art Gleichgewicht zu den breiter werdenden Aufschlägen hemustellen; die Schalterlinie ist breit und viereckig; die Taille wird nicht allzu sehr betont, aber durch das Schmälerwerden des SchoheS gegen den Saum wird, wie schon früher, ein tonnenföimigei Eindruck heiworgerufen Bei glattem Material werden die Aufschläge besonders breit und lang gehalten, während sie bei der Verwendung von gestreiften oder gemusterten Stoffen zwar auch sehr breit sind, aber etwas höher enden. Für die einreihigen Röcke haben die Männer, deren Beispiel der Mode die Richtung vorschreibt, das Gebot von drei Knöpfen ausgegeben, die aber weiter auseinanderslehen als früher, so dast die Linie länger wird. Der doppelreihige Rock mit breiten Klappen wird aus dem besten Material hergestellt, während für den einreihigen auch Tweed und andere geringere Stoffe verarbeitet werden, die aus diese Weise wieder zu Beliebtheit gelangen. Äiichertisch. * Amtliche ilrtunben zur Vorgeschichte des Waffenstillstandes des Auswärtigen Amtes und des Reichsarchivs 1918. Auf Grund der Akten der Reichskanzlei, hevausgegeben vom Auswärtigen Amt und vom Reichsministerium des Innern. — Zweite, vermehrte Auflage. — Preis in Pappe geb. 18 Gm. Deutsche Derlagsgesellschaft für Politik und Geschichte, Berlin W8. - Die erste Ausgabe des Amtlichen Weibbuches zur Vorgeschichte des Wasfenstillstandes von 1918 erschien ziemlich bald nach der Revolution, erregte in den Wochen ihres Erscheinens das größte Aufsehen, verschwand aber bann, als die erste Auflage vergriffen war, vom Büchermarkt. Es tag für die Regierung nahe, dieses Buch über den Charakter einer improvisierten und vorläufigen Denkschrift hinaus ri einem Quellenwerk von dauernder Bedeutung zu erheben. Rach längerer 'Vorarbeit liegt nunmeyr das Ergebnis vor, durch daS dem deutschen Dolle und der Geschichtsschreibung der künftigen Zeiten der dauernde Besitz dieses Buches gesichert bleibt, dem mit Recht die Bezeichnung des „tragischsten Buches der Weltliteratur" gegeben werden darf. Besondere Sorgfalt wurde bei der Reu Herausgabe darauf verwendet, di« sachliche Vollständig- feit der ersten Auflage nachzuprüfen. Hierbei sind insbesondere die Ausführungen und Beanstandungen des Generals Ludendorff berücksichtigt worden. Die von Ludendorff vermißten Urkunden sind, soweit sie vorhanden waren, ausgenommen worden. Don neuen Dokumenten sind eine Reihe von Aktenstücken, die den Archiven des Auswärtigen Amtes und der Reichskanzlei sowie dem Reichsarchiv entstammen, eingefügt. Die neuen Dokumente vervollständigen die Sammlung derart, dah gesagt werden tonn, dah weitere Aufschlüsse aus den in den genannten amtlichen Archiven vorhandenen Aktenbeständen nicht mehr möglich wären. Rcktürlich handelt es sich bei dem Werte nicht um eine Sammlung überhaupt aller Urfunben politisch-militärischen ober tatsächlichen Inhalts aus der fraglichen Zeitspanne, sondern um die möglichst vollständige Erfassung derjenigen amtlichen Ürfunben, die sich auf die amtlichen Beziehungen der Obersten Heeresleitung zu der Reichsregierung in jenen Wochen, auf die Beschlüsse der Reichsregierung und das ihr amtlich als Grundlage zur Dersügung stehende Material beziehen. Rur tn diesem Rahmen konnte Vollständigkeit erstrebt werden, und diese Doll- ftänbigfeit ist restlos erreicht. Eine Zeittafel, ein LlrkundenverzeichniS und ein Ramenrigister erhöhen die Benutzbarkeit der Sammlung. So tritt die endgültige Form der amtlichen Urkunden zur Dorgeschichte des Waffenstillstandes nunmehr in die Reihe der dokumentarischen Deröffent- lichungen ein, mit denen die Deutsche Reichs- regierung seit Kriegsende das Quellemnatertal für die Geschichtsschreibung der neuesten Zeit m beispiellosem Umfange bereichert hat. 3n erster Linie wird es Sache des deutschen Dolkes sein, aus diesen Quellen, die in auch nur entfernt ähnlicher Weise kein anderes Volk besitzt, zu schöpfen und aus ihnen für seine politische Zukunft, sowie für die Erfüllung feiner historischen Ausgabe in der Welt Ruhen zu ziehen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Fahrplanbeschwerden gegen die Duhbach-Licher Eisenbahn. Der neue Fahrplan der Duhbach-Licher Eisenbahn liegt jetzt vor. Wie man erwartete, so ist er ausgefallen. Die Strecke Lich — Buh - bach hat wieder an Werk- wie Sonntagen hinreichend Züge. Das Stiefkind Lich — Grünberg hat seine armseligen Werktagszüge beibehalten und an Sonntagen ruht der Betrieb weiter. Diese Strecke ist eben wegen ihre- Güterverkehrs nur die milchgebende Kuh der Ge- sewchaN, daS Publikum kann nebenher laufen. Die Orte von Lich bis ® tibi berg find Landorte, und da könnte man doch Don der Verwaltung vovauSsctzen, dah sie sich klar sein mühte darüber, dah für Landleule eigentlich nur der Sonntag Der einzige Tag ist, an dem man sich einmal einen Ausflug erlauben kann, und es daher ein Bedürfnis wäre, dah gerade an diesem Tag einige Züge liefen. Der Vertrauensmann, auf den man so grafte Hoffnunaen setzte, versagt da leider auch. Unser ländlicher Landtagsvertreter liegt mit seinem Wohnort an dem glücklichen Teil der Duhbach-Licher Eisenbahn, und da dort auch Sonntagszüge verkehren, fühlt er die Benachteiligung am oberen Teil der Strecke nicht. Die Stadt G r ü n b e i g hat bei früheren Pvotestversammlungen stets durch Abwesenheit geglänzt, bezeigt somit 'kein Interesse an der Bihn, Lich hat sich dagegen immer rührig erwiesen und sich der benachteiligten Oe- mcinden angenommen. Zieht die Drriretung der Stadt Grünberg nicht, nun, dann mühten sich die Geschäftsleute einmal kräftig in? Zeug legen damit Züge eingelegt werden. Geschieht von dieser Seite aus in Kürze auch nichts, oann nehmet' wir an, dah diese es gar nicht wünschen, dah wir bei ihnen eintaufen. Sie Sonntage vor Weihnachten würden sicherlich viele Käufer nach Grünberg bringen, sofern eine gute Zugverbindung vorhanden wäre. SKirum mühte die Grünberger Geschäftswelt einmal aus ihrer Reserve hcrauS- tr-eten. Die neue Verwaltung der Rebenbahn macht sich wohltuend auf der ganzen Strecke bemerkbar, gioftcre Pünktlichkeit ist zu erkennen, die Reinlichkeit in den Bahnhöfen und Zügen ist besser geworden usw., nun mühte sie aber auch in bezug auf Sonntagsverkehr grohzügiger werden. Seit Kriegsende verspricht man Besserung, wir können aber nichts davon bemerken. In Kürze wird eine scharfe Agitation gegen diese stiefmütterliche Behandlung der Strecke Lich — Grünberg eintreten. Vielleicht gibt man vorher aus freien Stücken, was wir wünschen. Unsere Parole lautet: 1 SonntagSzug morgens von Lich nach Grünberg und zurück, desgleichen abends. Verbesserung Der Rachmiltagsverkehrs an den Werktagen. Abendzug an Wochentagen bis Queckborn mindestens. ♦ ♦ ♦ Das von dem Einsender gerügte 03 e r f a a e n des Vertrauensmannes und des LandtagSaoge- ordneten scheint uns doch sehr zweifelhaft zu fein. Uns ist jedenfalls bekannt, dah beide Herren bei dem Kampfe für die berechtigten Fahr- planforderungen der Strecke Lich—Grünberg immer in vorderster Linie gestanden haben. Dafür zeugen allein schon die vielfachen Artikel von die- ser Seite in unseren Spalten. D. Red. Bei Neigung zu ffettnnfaft sollten Die eine Zehrkur vornehmen. Wir raten Ihnen, in Ihrer Apotheke 30 k Tolnba-Nerne zu kaufen, die wirk- same, völlig unschädliche Stoffe enthalten.__ KrgnVemn? Moinf Geg.Zuckerkrankheit u.Aderverkalk. lUullnoulll! null!! hilft best. Uarlssprudel Visklrchen 14. 78«D empfiehlt F Dauer-3 Wäsche alle Formen Kaufhaus L Katz J Feinkost Hummer, Liehe Krabben Sardellen Oelaardlnen gekochter Salm Appetitalld Anohovispaate Sardellenbutter Kieler Fisolikonserven Sabelbiaaen Fllotheringe L Bla- yonnaiae, Remoulade, Tomaten, Bewflri new. 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