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Die unter» nenjergfi [ausfrau M.M Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GietzenerFamilienblätter Monats-Lezugspreis: 2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGlehen. Postscheckkonto: Kranksurt a. M. 11686. Erstes Blatt 174- Jahrgang Donnerstag, 10. Zuli |92< Pnitf «nd Verlag- vrilhl'sche UjiiverfitätsGuch- und Steindrnckerel R. Lange in Sietzen. Schristleitung und Seschästrft-lle: Schulltratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichKeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzoorschrift 20u/n Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. viehenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Der Jahrestag der Abstimmung in Ost- und Westpreutzen. Am 11. Juli sind 4 Jahre verflossen seit dem schweren Kampfe, der im Nordosten unseres Reiches, in Ost- und Westpreuhen, von der Bevölkerung um ihr Volkstum und ihre politische und kulturelle Zugehörigkeit zu Deutschland durch Volksabstimmung ausgefochten werden muhte. Die von fanatischem Haß diktierte Absicht der Zerstückelung Deutschlands hat bei den Versailler Beratungen über den Friedensvertrag allgemein die feierlich proklamierten Friedensgrundsätze von Wilson über den Haufen geworfen. Das Wil- sonsche Friedensprvgramm vom Januar 1918 besagte ausdrücklich: „ein unabhängiger Polnischer Staat, der die von einer unzweifelhaft polnischen Bevölkerung bewohnten Länder umfassen sollte. . . . sollte errichtet werden". Unzweifelhaft polnische Bevölkerung! Wo war die in Masuren und Ermland, wo war die in Westpreuhen? Posen hatte man durch Ueberfall und Gewalt genommen, Westpreuhen war uns bis auf die Abstimmungsbezirke Marienwerder, Marienburg, Stuhm und Rosenberg entrissen worden, obwohl in diesen Landesteilen nicht nur keine unzweifelhaft polnische, sondern eine ganz unzweifelhaft deutsche Bevölkerung seit Jahrhunderten ansässig ist, und dem Lande seine Kultur und seinen Charakter gegeben hat. Die Polen hatten in gefälschten Karten und Statistiken, in denen die Masuren als Polen bezeichnet und ihr Land, das nie zu Polen gehört hat, als polnischer Boden beansprucht wurde, die formale Unterlage geliefert für die feste Absicht der FriedenSmacher, den deutschen Osten zu verstümmeln. Die stürmischen Proteste der west- und ostdeutschen Bevölkerung blieben so unbeachtet wie die Kundgebung des o,sb- preußischen Provinzialrats an Wilson. ES blieb bei der Entscheidung nach den Wünschen Polens, und für die übriggebliebenen ermländischen, masurischen und westpreu- hischen Abstimmungskreise muhte die Volksabstimmung organisiert werden. Der deutsche Osten war seiner Sache sicher. Es gab nur eine Stimme: Wir gehören zu Deutschland, wir wollen bei Deutschland bleiben! Hunderttausende, die längst ihre Heimat verlassen hatten, eilten in der Stunde der Not herbei, um an der Verteidigung ihrer Heimat teilzunehmen. Der Gewalt und dem Terror der Polen- setzten die Deutschen die feste Entschlossenheit, Einmütigkeit und Begeisterung für ihre gute Sache entgegen. Die ganze Bevölkerung ohne Unterschied der Klassen und Parteizugehörigkeit ging geschlossen und siegesfroh in den Kampf für ihr Volkstum. Der Erfolg blieb nicht aus. Der Entente wurde bewiesen, dah es sich um unzweifelhaft rein deutsche Gebiete handelte. Von 361 655 abgegebenen Stimmen in Süd-Ost-Preuhen entfielen 353 655 für das Verbleiben bei Deutschland, und nur rund 7000 entschieden sich für Polen. Auch in den Abstimmungsbezirken Westpreuhens war der deutsche Sieg vollständig. Für Deutschland wurden 93 Prozent, und für Polen nur 7 Prozent der Stimmen abgegeben. Die Masuren und Ermländer hatten sich mit 98,2 Prozent der Stimmen für Deutschland entschieden. Das Abstimmungsresultat wurde in den Kampfbezirken ebenso wie in Preußen und im ganzen Reiche mit begeisterter Freude ausgenommen. Das Land ist deutsch geblieben und wird es bleiben bis in alle Zukunft. Die Antwort auf die deutsche Kontrollnole. Paris, 10. Zuli. Dem deutschen Botschafter in Paris ist die Antwort der Bot- schafterkonferenz auf die deutsche Note in der Militärkontrollftage übermittelt worden. Sie nimmt mit Befriedigung zur Kenntnis, dah die deutsche Regierung sich mit der geforderten Generalrevision einverstanden erklärt. Bei aller Rücksicht auf die Notwendigkeit möglichster Beschleunigung der Kontrolloperationen wünscht sie jedoch die Konferenz auf den 30. September als Schluh- ^ermin der Revision n i ch t f e st z u l e g e n. Das Ergebnis der Pariser Beratungen. Die Hoffnung aus Amerika. — Eine gemeinsame Erklärung Herrwts und Macdonalds. Drei schwere Sitzungen hatte der englische Ministerpräsident mit seinen französischen Kollegen am Quai d'Orsay, dann in der britischen Botschaft, hieraus wieder im Außenamt zu Paris zu bestehen, bis das Ergebnis fest stand: Die alliierte Konferenz soll nicht verschoben werden, sondern am 16. Zuli beginnen . Als Sir Ramsah Macdonald schwer erkältet von London abreiste, erklärte er.seiner intimen Tlmgebung, er gehe nach Paris, um seinen Freund Herriot zu retten, dessen Stellung gefährdet sei. Run darf man sich aber Macdonalds Rettungsaktion nicht allzu persönlich und herzensfreundlich vvrstellen. Sie erfolgte, weil, wenn Herriot stürzt, sehr bald auch der Sturz Macdonalds eintreten mühte. Es handelt sich also darum, in beiden Ländern die neue demokratische Herrschaft aufrecht zu erhalten und die Wiederkehr des Poincarismus dauernd zu verhindern. Zu diesem Zwecke genügt es nicht, die Mihverständnisse zu klären, die die alten Mächte in Presse und Aemtern mit Absicht hervorgerusen haben, sondern es gilt, auch die wirklich vorhandenen Meinungsverschiedenheiten zwischen Paris und London auszugleichen. Ein englisches, übrigens sehr weit rechtsstehendes Blatt, die „Morning Post", hat diese Meinungsverschiedenheiten treffend auf drei Punkte zusammengezvgen. Erstens geht der Streit um die Kommission, die über etwaige Verstöße Deutschlands gegen das Dawes-System zu entscheiden habe. Zweitens ist man nicht einig über den Schutz der „unsichtbaren französischen Besatzungsarmee" im Ruhrgebiet und über die Beibehaltung gewisser Eisenbahnverbindungslinieir. Drittens ist immer noch unbestimmt, die Art der Teilnahme Deutschlands an der Konferenz. Für den ersten Streitpunkt hat man jetzt in Londoner politischen Kreisen einen neuen Ausweg vorgeschlagen: Die Repkv soll, wenn es zur Durchführung des Dawesgutachtens notwendig erscheint, nicht als Reparativnskommission, sondern als Sachverständigenkomitee zusammentretcn, und Vorsitzender des Komitees soll ein Amerikaner sein. Eine solche Lösung träfe sich wohl mit den neuesten amerikanischen Bemühungen. Präsident Coolidge hat sich entschlossen, außer dem Londoner Botschafter Kellog auch den Berliner Vertreter der Vereinigten Staaten, Hvughtvn, der auf zwei Monate in Urlaub gehen wollte, sofort nach Europa zurückzusenden, damit er an der Konferenz vom 16. Zuli teilnehmen könne. Ebenso ist Mr. Owen V o u n g , der als zweiter Delegierter Amerikas an der SachverstäiMgenkonferenz teilgenommen hat, nach Europa unterwegs. Wie steht es aber mit der Räumung der Rühr? Das Wort Räumung ist in Paris wohl noch nicht einmal auch nur in den Mund genommen worden. Der deutsch» Botschafter von H o e s ch fragte wiederholt deswegen am Quai d'Orsay nach. Aber Ministerpräsident Herriot zeigte nicht die mindeste Lust, darauf einzugehen. Er soll vielmehr immer wieder nach dem Stand der sogen. Dawesgesetze gefragt "haben: Ob fie noch vor der Konferenz vom Reichstag angenommen werden. Die deutsche Regierung "hat höflich darauf hingewiesen, dah bei Vorliegen einer beruhigenden Zusage Frankreichs "hinsichtlich der Ruhr-Räumung die Gesetze sicherlich vielglatter im Reichstag durchgingen . . . Half alles nichts. Die Pariser Regierung erklärt, keine Zusage machen zu können, e"he nicht die Gesetze angenommen find. Hier hätte eben Sir Ramsay Macdonald während seines Pariser Aufenthaltes Farbe bekennen müssen. Er hat es, soviel bis jetzt bekannt ist, nicht getan. Ebenso weist man in Berlin immer noch nicht, ob und wann die Einladung zur Konferenz ein- trifft und wie sie lauten wird. Zn diesem Punkt scheinen es die mastgebenden Stellen weder m Paris noch in London eilig zu hoben. Politik der Verständigung und „Versöhnung" ist das nicht. Macdonald und Herriot an die Pariser Presse. P a r i s, 9. Zuli. MacdonaldundHer- riot haben nach Schluh der Beratungen die Presse einpsangen. Der englische Premierminister schickte seinen Erklärungen voraus, da,st das Mihverständnis zwischen Paris und London völlig unbegründet gewesen sei. Beiderseits sei gleicher guter Wille vorhanden. Es sei eine Lösung möglich, aber fie brauche Zeit, Geduld und eine gewisse Generosität. Man sei beiderseits zu einer ersten Verständigung gelangt. Macdonald fuhr dann wörtlich fort: Wir find keine Feinde, die sich den Anschein von Freunden geben, sondern Freunde, die den Versuch machen, die in den letzten Zähren entstandenen Schwierigkeiten zu beheben. Die Verständigung von heute wird den Schlüssel zu einer abschließenden Regelung liefern. Aber es handelt sich dabei um eine Arbeit auf lange Sicht, denn wir können nicht hexen. Wir müssen mit der öffentlichen Meinung und mit der parlamentarischen rechnen. Wir sind praktische Leute, entschlossen, zwischen England und Frankreich eine Freundschaft von dauerndem Bestand zu schaffen. Die Londoner Konferenz ist nach wie vor auf den 16. Zuli angesetzt. Zm Anschluß daran stellte Ministerpräsident Herriot fest, daß in der gemeinsamen englisch-französischen Rote die Tagesordnung der Konferenz nicht endgültig geregelt worden sei und daß in der Folge vielleicht noch Fragen von minderer Bedeutung hinzugefügt werden würden. Darauf ergriff Premierminister Macdonald noch einmal das Wort und erklärte: Die französisch-englische Rote ist eine gemeinsame Erklärung über unsere Absichten. Sie wird sämtlichen übrigen Alliierten zugehen, nicht als eine endgültige Entscheidung, die sie billigen, sondern als eine Reihe von französisch-englischen Vorschlägen, die den Beweis liefern, daß auf dieser Grundlage ein allgemeines Abkommen unter den Alliierten möglich ist. Diese Rote wird Deutschland nicht übermittelt werden, denn sie betrifft nur die Alliierten unter sich. Die gemeinsame Erklärung. Paris, 9. Zuli. (WB.) Dir heute zwischen Macdonald und Herriot verabredete gemeinsame Erklärung besagt im wesentlichen folgendes: „Die britische und die französische Regierung haben sich dahin verständigt, den alliierten Regierungen die folgende Rote, zu übermitteln, deren Konklusionen sie ihnen zur Annahme empfehlen. 1. Zm Geiste der britischen und der französischen Regierung soll der Zweck der Konferenz, die in London am 16. Zuli zusammentritt, fein, die Inkraftsetzung des Sachverstän- digenplanes zu regeln und hinsichtlich der Fragen, deren Lösung den alliierten Regierungen zusieht, zu entscheiden. 2. Die beiden Regierungen erkennen die Wichtigkeit des wirtschaftlichen und finanziellen Gesichtspunktes an, insbesondere auch die Notwendigkeit, einen Zustand des Vertrauens zu schaffen, der den etwaigen Geldgebern die notwendige Beruhigung verschafft. Aber sie stehen nicht auf dem Standpunkt, dah diese Notwendigkeit mit der Einhaltung der Bestimmungen des Versailler 'Ve-trag es unvereinbar fei. Za, noch mehr, die Verletzung dieser Bestimmungen wäre dazu angetan, nicht neuen Konflikten vorzubeugen, sondern sie vorzubereiten. Die Autorität der Neparations- kommission. 3. Die Sachverständigen sind von der Reparationskommission ernannt und von ihr am 30. November 1923 aufgefordert worden, „die Mittel zum Ausgleich des deutschen Budgets und die Maßnahmen zur ©tabitifierang der deutschen Währung zu untersuchen. Die Sachverständigen "haben ihren Bericht der Reparationskom- missivn unterbreitet, die ihn den beteiligten Regierungen mitgeteilt und diese gleichzeftig davon unterrichtet hat, daß sie einstämmig beschbassen habe: „1. Die Antwort zur Kenntnis zu nehmen, in der die deutsche Regierung den Entschließungen des Sachverständigenberichts beitritt. 2. Innerhalb der Grenzen ihrer Befugnisse die in dem Sachverständigenbericht enthaltenen Entschließungen zu billigen und die darin vorgesehenen Methoden sich zu eigen zu machen. 3. Offiziell die Berichte des Sachverständigenkomitees den beteiligten Regierungen zu übermitteln und ihnen diejenigen Entschließungen anzuempfehlen, die in ihren Zuständigkeitsbereich fallen, damit die vorgeschlagenen Pläne so bald wie möglich in volle Wirffamkeit treten.“ Es ist also nötig, daß die Gläubigerregierungen eine Regelung treffen, auf Grund deren sie sich verpflichten, die in ihren Zuständigkeitsbereich gehörigen Vorkehrungen zu treffen, um die Ausführung des Dawesplanes zu sichern. Um die Teilnahme Amerikas. 4. „Die englische und die französische Regierung erklären, daß es von höchst er Wichtigkeit ist. daß der Sachverständigenbericht unverzüglich zur Ausführung gebracht wird, damit die Bezahlung der Reparatio- ne n durch Deutschland gesichert und die gemeinsame Aktion der Alliierten wieder her» 'gestellt wird. Zu diesem Zweck sind die beiden Regierungen über folgende Punkte einig geworden : a) Am 16. Zuli tritt in London eine Konferenz zusammen. Die beiden Regierungen stellen mit Befriedigung fest, daß die Vereinigten Staaten beschlossen haben, fkf)i auf ihr vertreten zu lassen. b) Die beteiligten Regierungen werden zunächst für ihren Teil die Annahme der Entschließung des Dawesberichts bestätigen, die fie bereits der Repavationskommisfwn mitgeteilt haben. c) Die Abmachungen, die zastandekommen werden, dürfen die Autorität der Rest arationskommissivn nicht beeinträchtigen. Zn Anbetracht der Tatsache jedoch, daß den Zeichnern der Anleihe von 800 Millionen Goldmark und den Obligationsträgern Garantien aewährleistek werden müssen, werden die beiden Regierungen ihre Anstrengungen vereinigen, um die Anwesenheit eines Amerikaners in der l Reparationskornmisftcn Zu erreichen für den Fall, daß die letztere eine Ve rfehlung von Seiten Deutschlands feststellen sollte. Wenn diese Lösung sich als unmöglich erweisen sollte, und es den Mitgliedern der Re- pavationskommission nicht gelänge, sich über die Beurteilung der Tatsache zu verständigen, würden die beiden Regierungen Vorschlägen, daß die Aeparationskommilfion den Generalagenten für die Reparationszahlungen zuzieht, der amerik anischer Staatsangeh rigfev fein soll. ä) Der Bericht Dawes enthält Bestimmungen, mit Hilfe deren den Verfehlungen im einzelnen durch die Tätigkeit ter verschiedenen Kvntroll- vrga ne vorgebeugt w rden soll. Eine v o r- s ä tz l i ch e Verfehlung von Bedeutung würde jedoch alsbald die Frage der Loyalität Deutschlands auswerfen. Für den Fall, daß die Reparationskommission eine derartige Verfehlung als' vorliegend betrachte, werden sich die beteiligten Regierungen verpflichten, sich sofort über die Mittel zu verständigen, mit deren Hilfe die Maßnahmen ins Werk gesetzt werden sollen, über die sie sich zu ihrem eigenen Schutz und zum Schutze der Znteressen der Geldgeber geeinigt haben. e) Der Plan, auf Grund dessen die deutsche Wirtschafts- und Finauzfrelheit wieder hergestellt wird, sobald die Rcparations- kommission sestgestellt hat, daß der Bericht Dawes zur Ausführung gebracht ist, wird von der Znteralliierten Konferenz festgesetzt werden. Die Reparationskommission wird ersucht werden, Vorschläge für die Aufstellung dieses Planes zu beraten und der interalliierten Konferenz zu unterbreiten. f) Falls die Erfahrung die Notwendigkeit von Abänderungen des Sachverständigenplanes erweisen sollte und die Reparationskom- missivn nicht bereits über ausreichende Vollmachten verfügt, so könnten diese Abänderungen nur mit allen erforderlichen Garantien und in gegenseitigem Eirrvernehmen zwischen den beteiligten Regierungen vorgenommen werden. g) Um die von dem Sachverständigenberrcht vorgesehenen Reparationszahlungen in vollem Umfange auszunuhen und ihre Vorteile den beteiligten Nationen zu sichern, werden die Alliiertem ein Spezialorgan schaffen, das den beteiligten Regierungen ein Gutachten über die Frage abgeben soll, welches System zwecks Nutzbarmachung der deutschen Zahlungen (insbesondere hinsichtlich der Uebertragungen und l)er Sachlieserungen) geschaffen werden müsse. Es wird auch die Frage geregelt werden müssen,welche Behörden gegebenenfalls den Bericht Dawes und die in London zu dessen Ausführung zu treffenden Bestimmungen auslegen sollen. Die beiden Regierungen sind sich darüber einig, daß sie jede Rechtswidrigkeit, die sich anläßlich der Znterpretation des vorstehenden Textes ergeben sollte, an ihre Rechtsfachverständigen verweisen werden. Schulden- und „Sicherheits"fragen. 6. Die beiden Regierungen haben einen vorläufigen Meinungsaustausch über die Frage der interalliierten Schulden gepflogen. Hierzu erklärt die englische Regierung, daß sie mit den interessierten Regierungen eine gerechte Lösung dieses Problems an- streben wird, bei der allen Elementen Rechnung getragen werden soll, die darauf einwirken. Diese Frage wird also zum Zweck einer ersten Prüfung an die Sachverständigen der Finanzverwaltung verwiesen. Desgleichen haben die beiden Regierungen einen vorläufigen Meinungsaustausch über die Sicherheitsfrage vorgenommen. Sie haben festgestellt, in welchem Grade die öffentliche Meinung die Herstellung eines völligen Friedens wünscht und sie sind einig darüber, daß fie dieses Ziel mit den besten Mitteln anstreben werden, fei es durch Vermittlung des Völkerbundes, fei es gegebenenfalls durch irgendeinen anderen Weg, und dah sie die Prüfung der Frage solange fortsehen, bis das Problem der allgemeinen Sicherheit der Nationen eint endgültige Lösung findet. Prügelszenen in der französischen Kammer. Paris, 10. Zuli. (WB.) Die gestrige Sitzung der Kammer, die sich mit der Diskussion der Amnestiegesehe beschäftigte, hat sich im Verlaufe der Rede des recht sstehe nd en Abgeordneten D a r i 11 e t in eine regelrechte Kampfszene umgewandelt. Es kam zu wilden Lärmszenen, wie sie die Kammer kaum frührr erlebt hat, namentlich bei der Dislussion, die sich in der Hauptsache um die beiden ^vom Staats- gerichtshof verurteilten Minister C a i l l o u k und Äkalvy drehte. Barillek wurde von sozia- l i st i s ch e n Abgeordneten unterbrochen, als er auf die Haltung des Generals Malvy hii^mies. Das veranlaßte den ehemaligen Kriegsmrnister zu einem heftigen Vorstoß. Er forderle Kriegsminister Rollet auf, zu bestätigen, daß seine Hand- lungen als Kriegsminister lorrekt gew'seir seien. Kriegsminister Rollet greift jedoch nicht in die Debatte ein. Da ertönte plötzlich von rechts der Stuf TUBata Hari (bte wegen angeblichen Hoch- benxrtä verurteilte und in Vincennes erschossene holländische Tänzerin, mit der man bekanntlich General Malvy in Verbindung gebracht hat). Ties tixtr das Signal zu einem Skandal vllerschlimmster Art. Die Saaldiener waren nicht in der Lage, die Ordnung aufrecht >u erhalten. Auch der Abgeordnete Moutet wird in die Schlägerei hineingezogen. Inzwischen stellte sich der neugcwählte 2tbg. General de Saint Hust so, daß er die Kämpfenden überblicken kann und machte die Gebärde des Anlegens und des Schiebens auf General Malvy. Minutenlang dauert die Keilerei an und nur mit großer Mühe kann Präsident Paintevs die Sitzung auf- heben, und den Saal räumen lassen. Die Sitzung wird auf eine Stunde unterbrochen. Aach Wiederaufnahme der Sitzung erklärt Painleve, das Bureau habe den Abg. de Saint Hust aufgefordert, sein Bedauern über den Vorfall auszusprechen, er habe sich, aber geweigert. Man müsse also über ihm die Zensur verhängen. Als General habe er 35 Jahre lang Gewohnheit gehabt, das Reglement zur Anwendung zu bringen. Wenn es ein Reglement der Kammer gebe, so solle es auch bei ihm zur ^Ausführung kommen. Es wurde dann die Zensur über de Saint Just verhängt und Abgeordneter Darillet konnte endlich seine Rede gegen den Amnestieentwurf fortsetzen. Attentate in aller Wett. In Würzburg. München. Die „Münchener Allgemeine Zeitung" meldet, daß in Würzburg im An- schluß an die kürzliche abgehaltene Reichs-Frauentag ung der Deutschen demokratischen Partei drei Teilnehmerinnen, die vergangenen Samstag einen Ausflug in die Umgebung der Stadt machten, bei welcher Gelegenheit sie schwarzrotgoldene Abzeichen trugen, von mehreren Pfälzern überfallen und mit einer Ditriollösung überschüttet worden seien. Die Damen hätten schwere Aetz- wunden davongetragen, ihre Kleider seien von Säure zerfressen worden. Die Täter seien entflohen. Ja Palästina. Frankfurt a. M, 9. Juli. (Wolff.) Wie das Hauptbureau der Palästinazentrale der A g a- das Isroel uns mitteilt, fand gestern in I e - rusalem eine Trauerfeier für den ermordeten Prof. Dr. De Haan statt. An dieser Feier nafrn der Gouverneurstellvertreter, der Bürgermeister von Jerusalem uni) die Konsuln von Spanien, Frankreich, Italien und Polen teil. Die Versammlung protestierte gegen die in der Presse und "in der Oeffentlichkeit betriebene Hetze, welche die Ursache des Mordes bildet. — Laut „Daily Expreß" wurde im englischen Unterhaus eine schriftliche Anfrage eingereicht, in der die Regierung befragt wird, ob es ihr bekannt sei, daß 'der Führer der antizionistischen Orthodoxie Dr. De Haan ermordet worden sei, der am Tage nach dem Attentat nach London fahren wollte, um in London gegen den Versuch einer Zwangs- vrganisation der Mischen Gemeinde in Palästina zu protestieren. Ja Loudou. London, 9. Juli. (WTB.) Ein rumänischer Student im Alter von etwa 25 Jahren verschaffte sich unter dem Vorwand, Hilfe uni) Rat zu erbitten, Zutritt zur rumänischen Gesandtschaft. Beim Konsul vorgelassen, gab er z w e i Schüsse auf ihn ab, ohne ihn zu treffen. Der Angreifer wurde verhaftet. In Lemberg. Lemberg, 9. Juli. (WTB.) lieber den Anschlag auf die Munitionsmagazine rnder Lemberger Vorstadt I a n o w wird gemeldet: Ein 6lrb eiter der Munitionsmagazine, demobilisierter Wachtmeister der polnischen Armee, legte fnrter das Gebäude, in dem sich über 200 Waggons Artilleriegeschosse und Dynamit befanden, eine Höllenmaschine, deren Uhrzeiger auf vier älhr nachmittags gestellt war. Das verbrecherische Vorhaben wurde von einem zweiten Arbetter der Munitionsmagazine zufällig beobachtet, der sofort die Lemberger Polizeidirektton verständigte. Der Später wurde verhaftet uni) gestand in der Polizeiuntersuchung, daß er die Absicht hatte, die Munitionsmagazine in die Luft zu sprengen. Im Verlaufe der Erhebungen nannte der Festgenommene den Aamen eines ukrainischen Eisenbahnfunktionärs, der selbst das Explosionsmaterial zur Verfügung gestellt habe. Im Zusammenhang mit diesem Anschlag, der in hiesigen Kreisen ungeheures Aufsehen erregt, find weitere verdächtige Personen verhaftet worden. Die Lencherger Blätter bemerken, daß, wenn es gelungen wäre, den verbrecherischen Anschlag auszuführen, die Hälfte der Stadt dem Erdboden gleichgemacht worden wäre. Der Kölner Regiefranken-Prozeß. Köln, 9. Juli. (WTB.) Im Laufe der heu- ttgen Vormittagsfitzung im Prozeß gegen Mi- nftterialrat Dr. Schneider erklärte ftch der Angeklagte zur Eidesleistung bereit, um die Wahrheit seiner Aussagen zu erhärten. Bei den Vernehmungen in der älntersuchungshast hätte er sich über die einzelnen Punkte nicht in voller Ausführlichkeit äußern dürfen, da ihm durch das Amtsgeheimnis Bindungen auferlegt waren, die jedoch durch die besondere Erlaubnis seiner vorgesetzten Behörde jetzt in Fortfall kämen. Dr. Schneider gab seine Bekanntschaft mit The- dieck und Hochberg alias Bergmann zu, die ihm Aachrichten über die Separatistenbewegung überbrachten, ohne daß er jedoch wußte oder sich darum kümmerte, in wessen Auftrag sie handelten. Daß Bergmann und Thedieck Flugschriften vertellt hätten, wurde ihm erst aus der Anllage bekannt. Zucker kenne er aus dem Jahre 1919, als er, Schneider, bei der Staatsanwaltschaft in Köln tätig war. Zucker wurde ihm damals von besonderer Sette als zuverlässige Auskunftsperfon über den internationalen Schleichhandel genannt. Als Zucker dann Generalagent der Minlos- werke wurde, in deren Direttion Scheiders guter Bekannter von Tiff 1923 eintrat, war er wöchentlich mindestens zweimal bei Zucker imb sprach aus ©efätligfett gegenüber Tiff in Angelegenheiten der Minloswerke mit ihm. Daß Hochberg falsche Regienoten an Zucker gegeben haben könne, habe er nie geglaubt, denn er kannte Hochberg als zuverlässigen, maßvollen, über die Absichten der Regierung stets informierten Menschen und traute ihm eine derartige sinnlose Tat wie diese Fälschung von Regiefranken nicht zu. Erklärte doch Im Herbst 1923 diepreuhischeRegierungauf eine von privater Seite an sie gerichtete Anfrage, ob man nicht den Regiebetrieb durch Inverkehrbringung falscher Regienoten stören könne, klar und unzweideutig, daß die Finanzhoheit ein so hohes Recht sei, daß daran unter keinen Umftänöen gerüttelt werden dürfe, zumal die Kosten doch nur die rheinische Bevölkerung bezahlen würde. In der Rachmittagssitzung schilderte Ministerialrat Schneider, wie ihm am 12. Mai Zucker die Verhaftung Silbermanns mitteilte. Gr habe Zucker sofort ermahnt, sich zur Polizei zu begeben, die volle Wahrheit zu sagen und auch ihn, Schneider, dabei als Zeugen zu benennen, denn Zucker und Silbermann seien in der Angelegenheit guten Glaubens gewesen. Dies habe er auch den Verwandten Zuckers und Silbermanns immer wieder gesagt. Er habe sich zu feinem Eintreten für Zucker als Mensch verpflichtet gefühlt, weil er, Schneider, im Vertrauen auf die Zuverlässigkeit Hochbergs gewissermaßen die ©arantie für die Echtheit der Franken übernommen habe. Dem Gedächtnis der Gefallenen. Allgemeiner Gedenktag am 3. August. Berlin, 9. Juli. (WTB.) Die Reichs- regierung hat beschlossen, am 3. August anläßlich der zehnjährigen Wiederkehr des Kriegsbeginns eine Gedenkfeier für die Opfer des Weltkrieges zu veranstalten. Zweck und Gedanke der Feier ist, an dem für die Geschichte Deutschlands so bedeutungsvollen Tage der Ehrfurcht für die Gefallenen und dem Dank für die Opfer, die das ganze Volk im Kriege gebracht hat, in würdiger Weise Ausdruck zu geben. Mit Politik hat die Feier nichts zu tun. Die Reichsregierung hofft, daß di: gesamte Bevölkerung, die in allen Teilen durch Opfer im Weltkriege getroffen wurde, ohne Rücksicht auf politische und wirtsch aftliche G e g e ns ätze Anteil an der Feier nehmen wird. Für Berlin ist der Verlaus der Gedenkfeier so gedacht, daß in den Morgenstunden sämtliche öffentlichen'und möglichst auch privaten Gebäude halbmast flaggen, die Kriegergräber ausgeschmückt und alle Kriegerehrungen (Denkmäler), GÄrenk- steine usw., bekränzt werden. Am Vormittag wird in den Kirchen ein Trauergottesdienst abgehalten. Zwischen 11 und 12 älhr findet vor dem Reichstagsgebäude eine öffentliche Feier statt. Die Gedenkreden werden die beiden Feldpröbste halten. Der Reichspräsident wird in kurzen Worten der Bedeutung desTages gedenken. Einige Minuten vor 12 ülhr beginnen die Kirchenglocken zu läuten; gleichzeitig wird em Artilleriesalut abgegeben. Punkt 12 Ähr setzt ein allgemeines, der Stauer um die Kriegsopfer gewidmetes Schweigen von 2 Minuten mit allgemeiner Verkehrs stille ein. Um einen würdigen Verlauf der Gedenkfeier zu gewährlcisten, ist es unerläßlich, daß von den Teilnehmern an der Feier alles unterlassen wird, was die Gegensätze im deutschen Dolle zu betonen und zu verschärfen geeignet ist. Alle Vereine und Verbände, die gewillt und bereit sind, sich an der Feier zu beteiligen, müssen deshalb auf die Mitnahme von Fahnen verzichten. Aehnliche Feiern wie in Berlin sollen im übrigen Reiche abgehallen werden. Die Verhandlungen mit den Länderregierungen sind ausgenommen. Um die in Betracht kommenden Verbände und Organisationen über das Programm der Gedenkfeier zu unterrichten and mit ihnen die Beteiligung daran zu erörtern, hat heute im Reichsministerium des Innern unter dem Vorsitze des Reichsministers Jarres mit den Spihenveibänden eine Besprechung stattgefunden. Rach einer eingehenden Aussprache stimmten die. Vertreter der Verbände dem Grundgedanken der Reichsregierung über dir Reichsfeier zu und gaben die bindende Erklärung ab, daß die an der Feier teilnehmenden Verbände sich an die von der Reichsregierung gegebenen Richtlinien halten würden. Aus dem Hessischen Landtag. (Rachmittagssitzung.) Darmstadt, 8. Juli. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 3% Uhr. Auf der Tagesordnung steht die Beratung des Voranschlags, und zwar werden die Verhandlungen beim Kapitel Landes amt für das Bildungswesen wieder aufgenommen. Zur Rede des Abg. Dr. Greiner, der das russische Schulwesen als vvrbildllch hingestellt hatte, bemerkt Abg. Kaul (Soz.), daß die Zahl der Analphabeten dort kaum.abgenommen habe. Der Redner verteidigt dann die bekannten sozial- demokrattschen Schulforderungen. Abg. Fenchel (Dbd.) verlangt, daß bei der Besetzung von Lehrerstellen den Wünschen der Landbevölkerung entg egengelommen würde. Beim Abbau sollte man die Schulvorstände zu Rate ziehen. OIBg. Frl. Birnbaum (D. Vp.) bekennt sich zur Simaltanschule, denn sie sei geeignet, Spannungen zu beseitigen. Es sei bedauerlich, daß der Abbau sich in erster Linie gegen die Frauen gerichtet habe. Man habe Lehrerinnen bis zum 54. Lebensjahre abgebaut In einem Fall in Gießen habe man eine Tochter, die Lehrerin ist, gezeoungen, aus dem Haushalt ihrer Eltern auszuscheiden, sonst wäre sie abgebaut worden. Verheiratete Beamtinnen seien nach ungefähr 18 Dienstja'hren ohne jede Entschädigung entlassen worden. Die Rednerin verlangt zum Schluß Erziehung zur Duldung und im Geiste der Brüderlichkeit Abg. Frau H a 11 e m e r (Ztr.) bespricht ebenfalls eine Reihe von Abbaumaßnahmen, die Härten mit sich gebracht Phöben. Abg. Reiber (Dem.) meint, man solle den Landwirten in der Frage der Fortbildungsschule entgegenkommen, aber das Gesetz dürfe nicht geändert werden. Abg. D. Dr. Diehl (Dntl.) erklärt, der Reli- gionsunterricht müsse in der Schule bleiben, er müsse noch vertieft werden. • Darmstadt, 9. Juli. Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 91/2 älhr. Am Regie- rungslisch: Staatspräsident Ellrich sowie die Minister von Brentano und Raab. Die Beratungen werden dann beim Ministerium für Arbeit und Wirtschaft ausgenommen. Abg. Mann (Soz.) spricht zunächst für Annahme des Sachverständigen-Gutachtens, denn zu den Inflationsgewinnern kämen noch die Aufwertungsgewinner. Der Redner erörtert hierauf Fragen der Lohn- und Preispolitik. Zum Schlüsse seiner Ausführungen fordert der Redner, daß bald wieder einmal eine Berufs- und Gewerbezählung flattfinbet Abg. Dr. Büchner (Dem.) erklärt, erstaunt zu fein, daß Anträge gestellt wären, gerade diese Ministerien für Arbeit und Wirtschaft zu be- feitigen, weil alles von der Wirtschaft abhängt. Der deutsche Unternehmer sei der idealste, das beweise ein Vergleich mit dem Ausland. Der Tarifvertrag wirke sich gegen den Unternehmer einseitig aus; nur in normaler Zeit sei der Achtstundentag durchführbar, jetzt nicht. Der Redner fritifiert, daß in Darmstadt so viele Feste gefeiert werden, die doch viel Geld kosten. Abg. Dr. Dehlinger (Dbd.) kommt auf die schlechte Lage der Landwirtschaft zu sprechen, auf bie niedrigen Preise und auf die vermehrte Einfuhr; schließlich toerbe dadurch der Wiederaufbau Deutschlands verhindert. Hierauf wird das Kap. 53 (Landesamt für das Bildungswesen) einstimmig angenommen. Die Anträge zu diesem Kapitel sollen der Regierung als Material überwiesen werden. Die Anträge über die Aussetzung des Fortbildungsschul Unterrichtes im Sommer werden dem Ausschuß als Material überwiesen. Die folgenden Kapitel von 58 bis 74 werden in Uebereinstimmung mit den Ausschußanträgen angenommen. Die Anträge und Vorstellungen hierzu werden zum größten Teil in Übereinstimmung mit den Ausschußanträgen angenommen, der Regierung als Material überwiesen oder als erledigt erklärt. Die Beratungen werden bann bei Kap. 75 (Ministerium für Arbeit mb Wirtschaft) toieber aufgenommen. Abg. Scholz (D. Vp.) betont, das Wirtschaftsleben sei durch die Revolution schwer geschädigt worden. Da die Revolutionswrrtschaft zusammengebrochen sei und die Privatwirtschaft die Steigerung der Produktton durchführen solle, sei es merkwürdig, daß ein Gegner dreser Privatwirtschaft jetzt an der Spitze des Wirtschastswesens steht. Der Redner fragt an, ob es wahr sei/daß in Offenbach Gelder für die Wohlfahrtspflege auf Llmwegen an Streikende bezahlt wurden? IInb ferner, ob es wahr fei, bah dort Stunbenlöhne von 80 Pf. unb 1 Mk. gezahll toürben. Die Spannung zwischen dem Lohne eines gelernten und eines ungelernten Arbeiters müßte wieder großer werden. Die Kr^itbrosselung sei gut, soweit sie ungesunde Existenzen beseitige; aber alte wirtschaftliche Unternehmungen dürften nicht zugrund», gerichtet werden. Schluß der Sitzung. Rächste Sitzung morgen. ("*■»— r— ------------- 1 Davis demokratischer Präsident- schastskanditat. Reuhork, 9. Juli. (Funkspruch.) Der demokratische Konvent hat Davis als Kandidaten für die Präsidentschaftswahl nominiert. BolschewistischeSpionage in Rumänien Wien, 9. Juli. (WTB.) Aus Bukarest wirb die Verhaftung eines Beamten des rumänischen Auhenministe- riums wegen Verbindung mit Svw je t- kreisen gemeldet. Seit ungefähr drei Monaten ist der Chiffreschlüssel für Radiotelegramme des rumänischen Ministeriums an die Wiener Gesandtschaft in den Händen einer feindlichen Macht, wahrscheinlich Sowjetruhlands. Das Außenministerium erhielt nun von anonymer Seite eine Anzahl Quittungen, die die Anterschrift des in schwerem Verdacht stehenden Legationsrates trugen und den Empfang hoher Summen bestätigen, die dieser von der Wiener Verttetung der genannten feindlichen Macht erhalten hat. Aus Stadt und Land. Gießen, den 10. Juli 1924. 10 Jahre ständige Feuerwache. Am 1. Juni waren 10 Jahre verflossen, seit die ständige Feuerwache auf dem Os - Waldsgarten eingerichtet ist. Die Krastfahr- spritze wurde allerdings erst am 11. Juli in Dienst gestellt, doch war vorher die Wache schon besetzt unb leistete im ersten Monat Dienst mit den vorhandenen Geräten. Der kurz nach Errichtung der Wache ausgebrochene Weltkrieg halte auch die Feuerwehrleute zu den Fahnen gerufen, so daß während der Kriegsjahre ein fortwährender Wechsel in der Besetzung eintreten mußte. Wie segensreich die Wache seit dem Bestehen gewirkt hat, ergibt sich aus der untenstehenben Zusammenstellung. Don den dort verzeichneten Arbeiten der Wache wird die Bürgerschaft wohl nur in geringem Maße Kenntnis haben, da jetzt bei nicht zu großen Feuern nur ein stiller Alarm einsetzt, während früher durch die Glocken-, Horn- und Trommelsignale bei jedem fleinen Schadenfeuer die ganze Stadt in Aufregung versetzt wurde. Seit dem Bestehen ist die Wache 1253 mal alarmiert worden. Die Alarme Oerleiten sich auf 18 Keller-, 37 Zimmer-, 7 Dachstuhl-, 154 Kamin-, 19 Wald- und Rasen- und 99 sonstige Brände, während an Großfeuern 3 stattfanden und llmal Drandhilfe nach auswärts geleistet wurde. Aber nicht nur bei Feuersgefahr wurde die Wache in Anspruch genommen, sondern in 148 Fällen leistete sie auch andere Hllse, wie Kellerauspumpen, Schachtdeckeleinsehen, Beseitigung von Erdfenkungen unb Verkehrsstörungen, Aufheben von Pferden usw. Probealarme fanden 35 statt, während Dlindalarme 42mal einsetzten. Ganz unbegreiflich ist jedoch die hohe Zahl der böswilligen Alarme, die sich auf nicht weniger als 680 in dem verflossenen Zeitraum beläuft. Es ist dies ein trauriges Zeichen, daß es noch Leute gibt, die ein Vergnügen daran finden, die Feuerwehr aus Unfug zu alarmieren. Diese Leute bedenken nicht, welchen kolossalen Schaden sie unter llmftänben an richten können, denn wenn die Feuerwache aus Unfug nach dem letzten Haus der Frankfurter Straße alarmiert wird und es bricht gleichzeitig z. D. am Ende der Marburger Straße ein Feuer aus, so wird bis zum > Eintreffen der Wache an der Brandstelle kostbare Zeit verloren gehen, ja es können sogar Menschen- leben zu Schaden kommen, was doch wohl nicht die Absicht desjenigen ist, der die Feuerwehr zu einem Vergnügen umsonst bemüht. Hoffen wir, daß in den kommenden Jahren die böswilligen Alarmierungen ganz verschw.nden. oder doch aus ein Minimum beschränkt bleiben. * Gießener Wochenmarktpreise am 10. Juli 1924 (Händlerpreise). Es kosteten: Butter Pfd. 180 Pf., Matte 35, Käse 60, Eier Stck. 13, Wirsing Psd. 40, gelbe Rüben 30, rote Rüben 15, Römisch kohl 10, Bohnen 50, Blumenkohl Stck 80—120, Salat (3 Kopfe) 10, Salatgurken wtck. 80—100, Ober-Kohlrabi 10 bis 20, Erbsen Pfd. 25, Mischgemüse 15, Tomaten 80, Zwiebeln 20, Rettich Stck 10—15, Pilze Pfd. 25, Kartoffeln, neue 15—18, Dirnen 60, Kirschen 35—40, Himbeeren 100, Heidelbeeren 35, Stachelbeeren 30—40, Johannisbeeren 35, Erdbeeren 120. * Bornotizen. — Lageskalen der sürDonnerstag. Abonnementskonzert der Reichswehrkapelle: 8.Uhr auf der Liebigshohe. — Volkshochschule: Im Rundfunkhaus, Loberstvaße, abends 81/* -Uhr: Vortrag von Dr. Heußel, anschließend Radiovorführungen. — K. A. A. Gießen: Öffentlicher Vortrag des Professors P. E. Decker „Christentum und nationaler Gedanke" abends 8 Aho-im Katho- lischen Vereinshaus. — GießenerHochschulgesellschaft Rächsten Sonntag vormittag im großen Hörsaal Fest-Sitzung mit Vortrag von Prof. Dr. Decher über „Entwicklungsgeschichte und Entwicklungsmechanik". — Kriegerverein Gießen. Man schreibt uns: Das 50jährige Bestehen des Kriegervereins Gießen wird am nächsten Samstag, dem 12. Juli, durch einen Festkommers auf der Lieöigs- hvhe gefeiert. Am Sonntag, 13. Juli, findet vormittags eine Totengedenkfeier im Hofe der Zeughauskaserne statt, wozu die Behörden, Korporationen und Vereine ihre Beteiligung zugesagt haben. Am Rachmittag desselben Tages ist allgemeine Familienfeier für die Vereinsmitglie- ber unb deren Angehörige auf der Liebigshöhe. & Wettervoraussage für Freitag. Veränderliche Bewölkung, gewitterhaft, warm. Zunächst hat sich die Hochdruckwetterlage weiter befestigt. Da im Rücken des über Mitteleuropa liegenden Hochdruckleiles ein neues Fallgebiet sich zeigt, werden die Winde allmählich sich auf Süd drehen und zunächst wird eine stärkere Erwärmung eintreten. * * Zum Provinzialbirektor der Provinz Starkenburg unb Kreisdirektor des Kreises Darmstadt wurde der Ministerialrat Dr. Eugen Kranzbühler zu Darmstadt ernannt. * ’ Beförderung. Oberbahnhvfsvorsteher Karl Luh beim Bahnhof Gießen wurde zum Cisenbahninspektor befördert. • ’ Die Gießener Jugendherberge aus dem Hoherodskopf. Die kürzliche Haussammlung für dieses Herbergswerk ist nunmehr abgeschlossen, und zwar mit einem vollen Erfolg; 1780 offene Hände spendeten 2155,46 Mk. Damit ist der Ausbau des Häuschens sichergestellt, der schon in den nächsten Wochen betrieben werden soll, so daß im Herbst das gastliche Heim den jungen Wanderern offen stehen wird. * * Ein Sonderzug von Gießen nach Lang-Gons. Aus Anlaß des Sängerfestes am nächsten Sonntag, 13. Juli, in Lang-G bn s verkehrt ein Sonderzug 2.—4. Klasse zwischen Gießen unb Lang-Gons mit Aufenthalt in Gr.- Linden. Gießen ab 8,15 vm., Großen-Linben ab 8,27, Lang-Göns an 8,35 vm. * * Fahrplanänderung auf der Strecke Wetzlar — Gießen. Vom 15. Juli ab wird Pz. 1612 (W.) zwischen Wetzlar und Gießen durchweg um 7 Minuten früher gelegt. Wetzlar ab 9.08, Gießen an 9.24 Vm. * • Gegen das übermäßig schnelle Autofahren. Das Hess. Ministerium des Innern gibt bekannt: Durch die ständig zunehmende Zahl der zum Verkehr zugelassenen Kraftfahrzeuge wird die ordnungsmäßige Abwicklung des Straßenverkehrs naturgemäß immer schwieriger. Diese Schwierigkeit wird in unzulässiger Weise dadurch vermehrt, daß Kraftfahrzeugführer immer mehr die Vorschriften über Fahrgeschwindigkeit usw. unbeachtet lassen. Den Pvlizeiorganen wurde daher zur Pflicht gemacht, Zuwiderhandelnde un - na ch sichtlich zur Anzeige zu bringen und gegebenenfalls wegen Entziehung der Fahrerlaubnis das Rötige zu veranlassen. Anträgen aus Genehmigung von Auto- und Krafträder-Zuver- lässigkeitsfahrten usw. wird künftig nur entsprochen, wenn die Rotwendigkeit hierzu rechtzeitig nachgewiesen wird. * * Höhere Renten- und Wochen- Hilfe-Fürforge. Der Reichstagsausschuß für soziale Angelegenheiten hat einen Antrag der Abgg. Frau Teusch (Z.) unb Dr. Molden- Hauer (D. Vp.) angenommen, wonach ab 1. Aug. 1924 der jährliche Reichszuschuß für jede Invaliden-, Witwen- und Witwerrente 48 Goldmark, für jede Waisenrente 24 Goldmarl betragen soll. Ferner wurde beschlossen, die alten Renten der Unfallversicherung nach dem Iahresarbeitsverdienst zu berechnen und jedem, der aus der plnfallversicherung eine Rente von 2/3 ober mehr der Vollrente bezieht, ab 1. Juli 1924 eine Sonderzulage von 15 Goldmark monatlich zu zahlen. Schließlich wurde ein Antrag des Zentrums, der Deutschen Volkspartei und der Demokraten angenommen, der in der Wochenhilfe den einmaligen Beitrag zu den Kosten der Entbindung und bei Schwangerschaftsbe- schwerden auf 25 Gold mark, das tägliche Wochengeld auf mindestens 50 Goldpfennig unb das Stillgeld auf mindestens 25 Goldpfennig festsetzt. spd. Gefälschte Zwei - Dillionen- scheine sind in Frankfurt a. M. feit einiger Zeit abermals ttn Umlauf. Es handelt sich um die Ausgabe vom 5. 11. 23. Die Schein; haben, keine, oder aufgedruckte Wasserzeichen, so daß die Fälschung sofort erkennbar ist. Ferner tauchen wieder Fälschungen des wertbeständigen' Eisenbahn-Rvtgeldes 8,40 Goldm. =j 2 Dollar aus. Diese Fälschungen sind daran kennt-/ einiger Tropfen Maggi's Würze. Man verlange ausdrücklich Magqi's Würze. Obntzch.-chofSvvrstehrr of Sieben vuche zum ^sage tag. getvittelhast, zialdirektor der irg und Äreisdirektor :irOt der Dimsterialrat ter $u Jamstadl er- nützlichsten, sondern sogar zu den gefährlichsten Dingen dieser Welt gehören. Wer anders urteilen will, mag es tun. Rur sage ich dann, daß er ein Utopist ist und die Menschen in ihren Dorteilbaftester Bezug in plombierten Oriainalflaschen zu Gm. 8.—. werden, weil das Höchstgebot nicht an den Tagespreis 'heranreichte. Don 25 Fohlen wurden 14 verkauft. Doch wurden andererseits wieder manche befriedigende Geschäfte abgeschlossen. Ein besonders kräftiger Dulle erzielte über 900 Mk. Das am Nachmittag veranstaltete Reit- und Fahrturnier erzielte natürlich das allergrößte Interesse. Lausende und abertausende Zuschauer stauten sich da zu einer dicht geballten Menschramasse, welche die Rennen mit äußerster Spannung verfolgte. >>-ls- iST'9'1 denselben Feststellungen, wie die erste Instanz. Zedoch wurde die Zuchthausstras« auf ei« Hahr heruntergeseht. Jur Frage der Jugendfürsorge. Dvn Amtsgerichtsrat Grvs-Gießen Vorsitzender des Zugendgerichts. Der Bericht in Rr. 154 des „Gieß. Anz." über die vberhessische Tagung für e v- kirchliche Zugendarbeit gibt mir Veranlassung, den von mir dort vertretenen Standpunkt kurz zu erläutern und teilweise zu ergänzen. Die vortrefflichen Worte des Lmidesjugendpfar- rers Zentgraf, daß der Jugend vor allen Dingen Liebe entgegengebracht werden muffe, habe ich unterstützt. 3d) habe auch weiter den Standpunkt vertreten, daß im Falle einer notwendig gewordenen Fürsorgeerziehung unter allen Umständen zunächst der Familienpflege der Vorzug zu geben sei, well sie dem Kinde das allein bietet und bieten soll, was ihm durch die Machtmittel des Staates entzogen wird, was es leider gar oft durch das Verschulden eines Familienteiles niemals besessen hat, das tüchtige Elternhaus, und daß an die Anstaltserziehung erst gedacht werden sollte, wenn die Familienerziehung versagt, vielleicht in mehreren Familien versagt hat, oder wenn von vornherein anzunehmen ist, daß der bisherige Lebenswandel des Fürsorgezöglings und seiner Famllie mit Bestimmtheit darauf schließen lassen, daß sich der Zögling der Pflege raschestens durch die Flucht entziehen oder in der Pflegestelle und in ihrer Umgebung materiellen Schaden in Haus und Hof oder moralischen Schaden bei der Jugend, mit der er in Verkehr treten müßte, Hervorrufen wird. Was im Einzelfalle das Richtige ist, ist schwer zu sagen, die Grenzfälle sind zahlreich. Soviel aber steht fest, daß der Staat, der ein Kind, einen Jüngling oder ein junges Mädchen der Familie, der natürlichen Grundlage eines jeden Staates, entzieht, die unbedingte Verpflichtung besitzt, von nun an dem jugendlichen Gliede des Staates die b e st e Erziehung angrdsihen zu lassen, über die er verfügt und daß hierbei die Kosten der Erziehung, so wichtig sie sein mögen, die letzte Rolle spielen dürfen. Der Mensch ist das wertvollste Geschöpf auf Erden. Dieser Satz darf nur nicht schlagwortartig angewendet werden. Vichts wäre verkehrter als das, und ich weih, daß es Menschen gibt, die nicht nur zu den un= Große Strafkammer Gießen. * G i eßen, 8. Juli. Der Lokomotivführer W. A. von Friedberg war vom Schöffengericht wegen Abtreibung za 80 Tagen Gefängnis verurteilt worden. Er hatte einer SchneiderlNj A. D. aus Gefälligkeit und Mitleid die Lerbes- frucht abgetrieben. Die Strafkammer setzte mit Rücksicht auf gewisse Strafmilderungsgründe die Strafe auf 45 Tage Gefängnis herab. Der Obergefrette Fr. P., der Gefr. Sy M. und die Schützen Fr. Fra. u. M. Fri. vom hiesigen) hiesigen Regiment waren, während das Regiment in Thüringen lag, in einem Haus auf Wache, tp. und M. waren Wachhabend. Sämtliche An- geftagten hatten sich aus dem Haus Bücher, Broschüren, Brief- und Packpapier angeeignet. (Sie waren deshalb vom Schöffengericht wegen militärischen Diebstahls zu Gefängnis- bzw. Arreststrafen von 3—7 Wochen verurteilt worden. Auf Berufung der Staatsanwaltschaft wurde das Urteil bezüglich der beiden Wachhabenden aufgehoben und diese wegen Wachvergehens „im Felde" (die Truppe war damals mobll) zu den gesetzlichen Mindeststrafen von je sechs Mo - na t en Gefängnis verurteilt. Die Strafe des Gefreiten H. M. wurde ferner um eine weitere Wo che Gefängnis erhöht, da er zugleich wegen einer Hehlerei verurteilt wurde. Bei den beiden anderen Angeklagten, die lediglich als Wachmannschaften auf der Wache lagen, behielt es bei Mittelarrest st rasen von je 3 Wochen fein Bewenden. Die sämtlichen Angeklagten sind inzwischen von der Truppe entlassen worden. Der Magnetiseur Heinrich Scholz aus Gießen 'hatte gegen das schösfengerichtliche Urteil, das ihn 'wegen Lohnabtreibung zu 2 Zähren Zuchthaus und 5 Zähren Ehrverlust verurteilt hatte, Berufung eingelegt Auch in der Berufungsinstanz wurde unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelt. Das Gericht kam im wesentlichen zu Vogt’sche Handelsschule,GießeD,Goelhestr.32 uli Beginn neuer Kurse. Anmeldungen werden c h entgegengenommen. Prospekte frei. 5335a ooch Axfr, daß in dem Garantievermerk unter der Zahl 8,40 das Wort „Gedeckt" in „Gedett" verdruckt ist. ** D i e Vereinigung für gerichtliche Psychologie und Psychiatrie in Hessen hielt ihre diesjährige Hauptversammlung unter dem Vorsitz des Geh. Obermedizinalrats Dr. Dalserin Butzbach ab. Als Vertreter des Hess. Ministeriums der Zustiz war Generalstaatsanwalt Hofmann erschienen, der der Vereinigung namens des Justizministeriums guten Erfolg für ihre Beratungen wünschte und sie des warmen Znter- esses des Ministeriums versicherte. Geheimrat Professor Dr. QHittermater undStrafanstalts- direktor Stumpf berichteten über die 1923 auf- gestellten reichsrätlichen Grundsätze für den Vollzug von Freiheitsstrafen, und verstanden es vorzüglich, an Hand dieser Richtlinien die Entwicklung des modernen Strafvollzugs llarzulegen; neben rückhaltloser Anerkennung für die mannigfachen Verbesserungen, die die neuen Grundsätze dem Strafvollzug gebracht haben, wurden auch kritische Bedenken verlautbart und einmütig-der Wunsch geäußert, daß diese Prinzipien eine weitere Etappe zu einem einheitlichen Reichsstrafooll- zugsgeseh bedeuten möchten. Die fesselnden Ausführungen der Vortragenden brachten den Teilnehmern der Versammlung vieles Reue und mancherlei Anregung auf einem ebenso interessanten, wie schwierigen Gebiet. Eine Führung durch die Zellensttafanstalt schloß die wohlgelungene Veranstaltung. ** Wo stecken die Silbermünzen? Seit Anfang April sind große Mengen von Silbermünzen in den Verkehr gebracht worden. Erhebliche Beträge wurden durch die Reichsbank ausgegeben, dennoch sieht man im täglichen Geldverkehr zur Zeit selten eine Silber- münze. Das Silbergeld ist so gut wie aus dem Verkehr entschwunden. Es mag ja immerhin ein erfreuliches Gefühl sein, wieder einen harten Taler sein eigen zu nennen, aber der Zweck des Geldes ist nicht, in Sparbüchsen und Hamsterstrümpfen zu ruhen, sondern umzulaufen. ES gibt gewiß Leute, die Jagd nach jeder Silbermünze machen, und, wenn sie irgendwo eine ergattern, diese dann ihrem immer wachsenden Bestände zuführen. Vermutlich denken diese recht törichten Sammler, sie haben dann einen wertbeständigen Silberschatz zu Hause. Das ist aber ein großer Zrrtum, denn die Silbermünzen sind nicht mehr die der Vorkriegszeit. folge ihrer Legierung kann man sie als re.,._s Silbergeld überhaupt nicht ansprechen. Cs gehört wirklich eine große Einfalt dazu, heute Geld zu Hause hinzulegen, während man bei einer Anlage auf der Dank bis zu 20 Prozent Zinsen erhält. Die Silbermünze ist heute lediglich Scheidemünze und gehört in den Verkehr. ** Vorsicht AuSw anderer ! Es kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, daß das AuSwandern für alle die eine große Gefahr ist, die sich nicht vorher beim Reichswanderungsamt oder seinen Provinz- stellen eingehend über alle Verhältnisse im Lande ihres Auswanderungszieles erkundigt haben. 3n der letzten Zeit hat eine starke Abwanderung deutscher Arbeiter nach den Dal- kanländern, namentlich nach Bulgarien, eingesetzt. Angebote, die für den, der die allgemeinen Verhältnisse des Landes nicht kennt, sehr verlockend waren, haben häufig willige Ohren gefunden. Die Arbeiter haben ihren Hausstand aufgelöst und haben sich schon nach wenigen Wochen, aufs bitterste enttäuscht» tief in dem Elend des orientalischen Armseins wieder gefunden, das eben nur der anspruchslose Eingeborene ohne Verzweiflung ertragen kann. Das Bergwerk „Tscherne More" in DurgaS in Bulgarien kann wegen der Malariagefahr nicht genügend einheimische Arbeiter bekommen, aber viele Deutsche haben sich dorthin locken lassen. Die sanitären Einrichtungen sind miserabel. And selbst, wenn sie befriedigend wären, würden die Arbeiter der Malariagefahr, langer Krankheit, die ihren ganzen ersparten Lohn auf frißt, und schließlich größter Rot nicht entgehen können. Die deutschen Arbeiter sind enttäuscht in Scharen wieder abgewandert. Sie klagen über das für einen Deutschen ungenießbare Essen, über unpünktliche Lohnzahlung und unberechtigte Lohnabzüge. Die Unterkunft ist so primitiv, wie nirgends sonst in Deutschland. Ganz allgemein muß gesagt werden, daß Burgas für deutsche Wanderarbeiter ein gänzlich ungeeigneter Platz ist. Cs muß überhaupt vor Auswanderung nach Bulgarien gewarnt werden. Auch vor Rumänien sind die deutschen Wanderarbeiter nachdrücklich zu warnen. Kreis Alsfeld. * Alsfeld, 8. Zuli. Der diesjährige Prämienmarkt entsprach in feiner Beschickung und Aufmachung den kühnsten Ertoartun- gen. Eine ungeheure Menschenmenge hatte er in unser Städtchen gelockt; und wohl niemand wird unbefriedigt nach Hause zurückgekehrt sein. Ein reiches und zum großen Teil erstklassiges Tiermaterial war abgetrieben, das Auge und Herz von Züchtern ynb Laien wohl befriedigen konnte. Der Verkauf litt leider etwas unter der herrschentzochdnirkvetterlage iüden des über M- >dwcüeiles ein neues rten die Winde all« "cn und zunächst wird g eintreten. den Geldknapphell: so konnte u. a. bei der Fohlenauktion in einigen Fällen kein Zuschlag ertelltz | letzten Verirrungen nicht kennt. Ganz anders aber Hessen-Nassau. spd. Frankfurt a. M., 9. Zuli. Die Ar - beitsmarktlage hat sich in der Berichtswoche weiter verschlechtert. Hervorgerusen durch mehrere Betriebsstillegungen und -einschrän- kungen hat sich die Zahl der Arbeitsuchenden vergrößert. Die Zahl der offenen und besetzten Stellen ist dieselbe geblieben, wie in der Vorwoche. In den Berufen für Frauen hat die Zahl der Arbeitsuchenden ebenfalls merklich zugenommen. Es waren 9518 (9188) Stellensuchende am Montag gemeldet, offene Stellen waren 1425 (1418) vorhanden, beseht wurden 1156 (1145) Stellen, einschließlich 643 Aushilfen. Zn Erwerbslosenunterstützung befanden sich 4523 Hauptaitterstüt- zungsempfänger, davon 4211 (3970) männliche, 312 (230) weibliche. Auf 1000 Einwohner entfallen 10 Hauptunterstützungsempfänger. — Der Polizeiwachtmeister Franz Willun, der am Montag seinen Schwiegervater, den Schlosser Kölsch erschoß und dann sich selbst zu entleiben versuchte, ist heute im Elisabethenkranken- hause verstorben. ][ Wetter (Kreis Marburg), 8. Zuli. Zn Wetter, dem uralten Städtchen im Wettschaftstal, das urkundlich schon im Zahre 566 erwähnt wird, ging gestern das historische Grenz- begangfeft nach ötägiger Dauer zu Ende. Der Grenzbegang von Wetter führt weit in die Vorzeit zurück. Ob es sich bei diesem Feste, das sogar kurz nach dem 7jährigen Kriege, in dem die Stadt so viel zu leiden hatte, begangen wurde, und das in 250 Zähren nur einmal, im Zahre 1917 ausfiel, um sogenannte Markbegänge oder um eine nach der Reformation zur Geltung gekommene Fortsetzung früherer religiöser Prozesstonen handelt, ist eine umstrittene Frage. War doch Wetter eine der ersten Ansiedelungen an der Wänstrahe, die jetzt noch stückweise, z. D. von Riederweimar bis zum Dorfe Goßfelden, als Feld und Waldung erhalten ist. älnd in Wetter selbst befand sich doch auch eine uralte Erzpriesterkiiche und eme blühende Lateinschule. Kurz und gut, das Städtchen, das jetzt etwa 1500 Einwohner zählt, hatte sich zum Grenzbegang wie eine junge Braut geschmückt, bis ins kleinste Gäßchen hinein standen die Tannenbäume, die die umfangreichen städtischen Waldungen geliefert hatten, und Girlanden wanden sich von Haus zu Haus, von Gasse zu Gasse. Am Donnerstag wurde der Grenzbegang mit Döller- schießen und sonsttgen Feierlichkeiten eröffnet, auch eine neue Stadtfahne wurde überreicht und dann folgten jeden Tag morgens nach verschiedenen Richtungen die Grenzbegänge, während nachmittags sich jedesmal ein Festzug mit nachfolgendem Volksfest anschloß. Daß es an Besuchern, besonders am Sonntag, nicht fehlte, und es bei der nicht zu knappen Vertretung der Marburger Musensöhne fast ausschaute, als ob sich eine Filiale der Universität aufgetan hätte, läßt sich denken. Gestern, am letzten Tage, kam bei den Umzügen besonders der Humor zur Geltung. Wenn auch ab und zu der Himmel trübe ausschaute, so konnte doch das diesjährige Grenzbegangfest einen ungestörten Verlauf nehmen I müssen wir an die Lösung der Frage herantreten: I Wie verhüten wir die letzten menschlichen Taten —' ich möchte nur den Dater- landsverrat und den MoiL nennen —. Rur durch Er ziehu ng und deshalb wird die Erziehung als der Endzweck jeglicher Zu- gendfürsvrge bezeichnet. Hast du, lieber Leser, schon einmal einem verwahrlostem Kinde in das Auge gesehen, hast du das schon hundertmal und noch mehr getan? Hast du es schon einmal befragt, wie es ihm gehe, was ihm fehle, wer es zum Betteln oder zum Stehlen oder gar zu noch Schlimmerem in die Häuser und auf die Gasse geschickt habe? Hast du erfahren, unter welchen^ Bedingungen das arme Kind, der Bub, das Mädchen, das vor dir steht, leben muß? llnb hast du, lieber Leser, es nicht getan, so tue es doch einmal in Zukunft — nicht, um mit dem Kinde zu schwätzen, sondern um ihm zu helfen! Dem Einzelmenschen ist nach der Art seiner Bedürftigkeit zu helfen, so gut es geht, sei es seelisch, sei es materiell. Lind darum kann und darf die Erziehung eines Zugendlichen nur individuell nur auf ihn abgestellt sein, letzten Endes auch in unseren sonst so vortrefflichen Schulen, deren Endzweck die „Bildung" ist. Wie oft aber verwechselt man „Bildung" mit „Wissen". Höchste Bildung kann nur die Herzensbildung fein, das Fachwissen, so unbedingt erforderlich ist, es bleibt Stückwerk und stecht im Range nach der wahren, tiefen Herzensbildung, die sich in der richtigen Liebe zum Rächsten äußert. So ist es auch in der Zugenderziehung. Hatten wir den Lehrer am liebsten, gab der uns das schönste mit für das Leben, der über die besten grammatikalischen Kenntniffe verfügte? Rein, lieber Leser, wir hatten die am liebsten, die wir als ganze Männer erkannten, die sich nicht beugten, weder nach oben noch nach unten, die uns mit Verständnis und mit Liebe entgegenkamen. Aber auch in der Liebe gibt es eine Grenze, sie darf nicht zur Affenliebe werden, älnd darum ist ess eine altsalomonische Weisheit: Wer seine Ruthe schonet, der hasset feinen Sohn, wer ihn aber lieb hat, der züchtigt ihn. Zucht und Erziehung, beide Worte entspringen demselben Stamm I Zucht- unb Erziehungsmittel sind hundertfältig, nur schematisiere und schablonisiere man nicht. Denn der Einzel- mensch ist das Ergebnis unendlich vieler Generationen, die Vor ihm waren, unb so wenig er vielfach etwas an seiner äußeren Gestaltung zu ändern vermag, ebensowenig ist es häufig einem anderen möglich, etwas an seiner geistigen Verfassung zu ändern, wenn die Möglichkeit einer solchen Veränderung seinem Seelenleben, seinem Verstand und seinem Willen, versagt ist. Wer in einem Zigeuner wagen als Zigeuner geboren ist, jahrelang das Zigeunerleben mitmachte, dem hastet das Zigeunertum sein Leben lang an. Unb es vererbt sich in Generationen. Solches lehrt jahihundertelange Erfahrung. Unb wer als Kind eines Trinkers, von einem alkohrivergifteten Zn- dividuum erzeugt, zur Welt kam, ist im Leben körperlich und seelisch aufs höchste gefährdet. Das bezeugen Wissenschaft und Statistik, Lind ganz ähnlich steht es in vielen Fällen, die sich erweitern lassen, nach der guten und der schlechten Seite hin. CJebe ilrrtugenb muß frühzeitig auf geeignete Weise beseitigt werden, der „Kampf" ist oft so unendlich schwer. Das Talent soll auf jede Weise gefördert werden, und immer wieder ist es letzten Endes die Rächst enliebe, die zum Ziele führt. Darum bekämpfen wir nicht den Menschen, sondern das Verbrechen in ihm, nicht den Wein, der ein Labsal und ein Heilmittel sein kann, sondern die Trunksucht, man bekämpfe beide — und beginne mit den geeigneten Mitteln bei den Zugendlichen, im Aufbau der neuen Generationen, mit geeigneten Mitteln, von denen ich das vornehmste schon so oft erwähnt habe. Aber immer noch gilt als der menschlichen Weisheit letzter Schluß bei der Bekämpfung strafwürdiger Verfehlungen: Der Richter, der nicht zu strafen versteht, gesellt sich zum Verbrecher. Die Strafe soll niemals Selb st-, sondern Erziehungszweck fein, nirgends aber mehr als bei unserer Zagend, dem Edelgut unseres Volkes. ÜJlElU!5 WÜHC Mt 'N der Küche sparen. I n J Dünne Suppen und Fleischbrühe, Gemüse unb Soßen ■—— im i ■■■■iw !■ ■ ■■iniiiin erhalten sofort triftigen Wohlgeschmack durch Zusatz Vermischtes. Opfer des Autos. K ö l n, 9. Zuli. Rach einer polizeilichen Mitteilung sind seit Zanuar 1924 in Köln durch Kraftfahrzeuge 22 Personen zu Tode gekommen. Zn 258 Fällen entstanden Verletzungen, in 260 Fällen Sachschäden. Berlin—Konstantinopel—Angora im Wasserflugzeug. Berlin, 8. Zuli. (Wolff.) Das am Samstag zu einem einmaligen Postflug von Berlin nach Konstantinopel und Angora gestartete Zunkers-Flugzeug 4403 ist mit einer Zwischenlandung in Budapest nach einem ISflünbigen Flug am Sonntag früh in Konstantinopel glatt gelandet. Es trat am gleichen Tage den Weiterflug nach Angora an. Die Strecke Berlin—Angora dürfte somit in 27 Stunden zurückgelegt worden fein. Die Besatzung des Flugzeuges besteht aus dem Flugzeugführer Zimmermann, der bereits 1922 einen großen Alpenflug von Dessau nach Reapel durchführte, und dem Monteur Wendt. Es bedeutet eine Sensation, daß bei dem heutigen Stand des Motorenbaus ein Flug quer durch den Kontinent mit einem Wasserflugzeug unternommen werden konnte. Der Motor der Maschine ist der erste Serien-Flugzeug-Motor Type L 2 der Zunkers-Motorenbau-Gesellschaft. Acht Personen als Opfer von Liebesaffären. Berlin, 9. Zuli. Zn Pommern ereigneten sich in den letzten beiden Tagen 4 Liebestragödien, bei denen 7 Personen den Tod fanden. Zn Bern stein erschoß ein Schuhmacher feine Geliebte, mit Der er längere Zeit zusammengelebt hatte, und dann sich selbst. Zm Eckersberger Walde bei Stettin wurde eine Stettiner Hausangestellte erschossen aufgefunden. Reben ihr lag mit Schußver lehmigen ein Monteur aus Massow, der erst feine Geliebte erschossen und dann mehrere Schüsse auf sich selbst abgegeben hatte. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Zn Z e s s e r bei Greifswalde tötete ein auf dem dortigen Pacht- Hofe bediensteter Russe das aus Berlin stammende Dienstmädchen, mit dem er allein im Hause war, mit fünf Beilhieben und schlitzte sich dann mit einem Rasiermesser den Bauch auf. Bei Malchow erschoß ein Polizeikommifsar eine Hand- werkersftau und dann sich selbst. Beide waren verheiratet und hatten Familie. Goch, 9. Zuli. (Wolff.) Einem gräßlichen Mord ist die 23jährige Fabrikarbeiterin Petronella Wemmer in Afden zum Opfer gefallen. Die Leiche des Mädchens, das feit einiger Zeit mißt wurde, wurde, ihrer ganzen Kleidung beraubt, im Walde aufgefunden. Ein der Tat verdächtiger junger Mann, der mit dem Mädchen ein Liebesverhältnis hatte, wurde verhaftet. Die älillersuchung ist im Gange. Vier Kinder in einem Koffer erstickt. Plauen, 9. Zuli. (WTD.) Am Dienstagnachmittag wurden in einem Hanse im Stadtteil Haselbrunn vier Kinder xn einem Holzkoffer tot aufgefunden. Es handelt sich um die 3- und 4jährigen Töchter deS Dahnarbeiters K a r i n g und um ein 5jähriges und ein 9jähriges Mädchen, die in der Karing» scheu Wohnung zu Besuch waren. Beim Spielen in der Bodenkammer hatten sich die vier Kinder in den Hvlzkoffer gesetzt, dessen Deckel zu schlug, so daß sie ihn nicht mehr offnen konnten und erstickten. Eine zwanzigfache Mörderin. Rußlands furchtbarste Mörderin, die mehr als zwanzig Finnen und Kinder mit kaltem Blute getötet hat, wurde dieser Tage vorn Moskauer Obergericht zum Tode verurteilt. Zu gleicher Zeit wurden ihr Mann und sechs männliche und weibliche Helfershelfer abgeurteilt. Die Frau, die aus reiner Mordlust die Verbrechen begangen hat, heißt Anastasia Perrniakowa und ist 33 Zahre alt. Sie war vor dem Kriege wegen Mordes zu acht Zähren Zuchthaus verurteilt worden, enttarn jedoch während der Revolution aus dem Gefängnis. Sie gründete in der Stadt Perm eine Räuberbande, die unter ihrer Fahrung eine große Anzahl von Räubereien ausführte, bei denen viele Gewalttaten verübt wurden. Oesters plünderte die Bande ganze Dörfer aus und hielt Passagierzuge auf. Da aber die Lust am Töten, die triefe, Frau beherrschte, noch nicht gesttllt war, so ließ sie sich in Perm nieder unb itourba dort bald eine beliebte Wahrsagerin, zu der sehr viele Frauen kamen, um ihre Zukunft zu erfahren. Reben den Voraussagen über baldige Heirat. Reichtum und Glück, prophezeite sie auch manchen ihrer Kundinnen einen raschen Tod, und gerade diese Vorhersagen gingen immer in Erfüllung. Diele ihrer Besucherinnen verschwanden auf geheimnisvolle Weise, aber erst in diesem Februar schöpfte man Verdacht. Sie war nach dem Haus eines angesehenen Anwalts bestellt worden, weil die schöne 17jährige Tochter, die kurz vor der Verheiratung stand, ihre Zukunft wissen wollte. Die Wahrsagerin gab dem Mädchen eine lebendige Schilderung von dem Glück, das ihrer harre, und bat sie dann, sich umzu- drehen und ihr Haar über dem Racken hoch- zunehmesähie. Als das Mädchen gehorchte, zog die Mörderin ein kleines Beil unter ihrer Taille hervor und tötete sie mit einem einzigen Schlag. Dann verließ sie unbemerkt das Haus. Der Tod der jungen Dame erregte aber großes Aufsehen, und die Polizei drang in die Behausung der Wahrsagerin, die in einer Vorstadt verborgen lebte. Man fand dort zehn klellie Aexte, die alle Flecken von Menschenblut trugen, zwei Revolver und eine Anzähl blutbefleckter Messer. Zm Verlauf der Untersuchung wurden über 20 Mordtaten einwandfrei festgestellt, die sie an ihren Besucherinnen begangen. Ougen&frerbetge !i>pf. Sie tüg/i& Herbn-Swerk ist min= war ml dnem rollen : sMdewi 2155.46 M. 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Der Krieg wurde in Deutschland im Hinblick auf Frankreichs Gelüste nachi dem Besitz des Rheins als eine Bedrohung Deutschlands aufgefaßt: wenn Oesterreich besiegt war, so war die deutsche Widerstandskraft geschwächt' also galt es das zu verhüten, und nicht zuzulassen, daß das Spiel von 1805 und 1806 sich wiederhole, wo Napoleon I. zuerst den Habsburger niedergeschlagen hatte, dann den Höhenzollern. Der Krieg traf Deutschland so unvorbereitet wie möglich: es hatte keine -Zentralgewalt, welche die Dotkskraft zusammenfassen konnte und säst kein einheitliches Heerwesen. Das; dieser gefahrvolle Zustand abgestellt werden müsse, war allen Einsichtigen klar, und so begannen Besprechungen, an denen sowohl die Liberalen als die Derno- ,traten sich beteiligten. Bennigsen trat an Die Spitze der Bewegung, aus der am 16. Sep- ember 1859, als Oesterreich bereits unterlegen war und im Dorfrieden in Dillafranca aus die -Lombardei verzichtet hatte, der „Deutsche N a- itionalver ein" erwuchs. Alle klaren Köpfe waren sich darüber einig, daß die 1849 gefun- Dene. aber nicht durchgesetzte Lösung die einzig richtige war. Preußen mutzte die Führung lüberne'hmen. Aber Preutzen war im Süden nicht ibeliebt uni) selbst Männer wie Julius Holder jwollten vorerst von der preutzischen Spitze nichts ^wissen, sie waren nur für die Errichtung einer Zentralgewalt, ohne zu sagen und ohne auch (nur recht zu wissen, wem sie denn eigentliche zu übertragen sei. Aber gottlob hatten wir damals einen Staatsmann, der über diese Herr wurde. Auch im liberalen Lager begann die Erkenntnis zu dämmern, datz Bismarck etwas mehr- war als ein altmärtischer Krautjunker, und zögernd erschlotz sich auch Bennigsen dieser Erkenntnis, vollends seit er am 14. Mai 1866 abends 9 üftr auf Bismarcks Einladung eine persönliche Besprechung mit ihm in Berlin gehabt hatte. Hierbei hat ihm Bismarck eröffnet, datz er beabsichtige, nach Niederwerfung Oesterreichs, das dem deutschen Nationalstaat unbedingt widerstrebte, aus Grund eines möglichst ausgedehnten Wahlrechts ein deutsches Parlament zu berufen und Deutschland eine bundes- staatliche Verfassung zu geben. Ddn Hannover verlangte er keine Waffenhilfe gegen Oesterreich, aber Neutralität, und Bennigsen hat dann all; Kraft eingesetzt, um seinen König dazu zu gewinnen. Georg V. hielt sich aber für verpflichtet, den bestehenden Deutschen Bund, so unfähig und unfruchtbar er war, zu verteidigen, und so wurde Hannover im Kriege von 1866 von Preutzen erobert und im Prager Frieden seine Einverleibung in Preutzen und Oesterreichs Einwilligung zur Errichtung eines norddeutschen Bundes unter Preutzcms Führung ausgesprochen. Das Hannoversche Dolk entschied sich bei der Reichs- tagswahl vom 12. Februar 1867 mit der Mehrheit von 149 000 gegen 130 000 Stimmen für oen Anschlutz an Preutzen. Don nun an war der Weg klar, den die Patrioten zu gehen hatten: es galt, den Norddeutschen Bund zweckmäßig zu gestalten und ihn zum Deutschen Reiche zu entwickeln. Bennigsen, hat bei der Gründung der Nationalliberalen Partei, welche am 26. September 1866 erfolgte, in erster Reihe gestanden. Als Abgeordneter zum verfassunggebenden Reichstag wurde er1 für die bremischen Marschen mit 9455 gegen 2904 welfische Stimmen gewählt. Er hat dann in jeder Weise zur Annahme des Verfassungs- Entwurfs der verbündeten Regierungen beigetragen und namentlich das entscheidende Verdienst an dem Koirrpromitz über das Heerwesen. In einem spannenden Zwischenfall während der Beratungen hat Bennigsen als Wortführer der ganzen Nation gesprochen, als er am 1. April 1867 dem König Wilhelm der Niederlande das Recht bestritt, Luxemburg, das zum Deutschen Bunde gehört hatte, an den Kaiser Napoleon III. zu verkaufen. Gestützt auf diese vom Reichstag einmütig auf genommene Erklärung hat Bismarck dann den Kauf verhindern können. In den ersten Reichstag des Deutschen Reiches (71 bis 74) hatte die Natronalliberals geartet 120, im zweiten (74 bis 77) 153, tm dritten (77 bis 78) 127 Sitze. Das Präsidium hatte der Nationalliberale Simson inne, der einst Der Kuhhirt. Von Otto Anthes. Der deutsche Professor und Dichter Hoffmann von Fallersleben wurde im Jahre 1842, weil er allerlei in deutschen Landen nicht so finden konnte, wie er es sich wünschte, vorn König von Preutzen seines Amtes als Professor entsetzt: der deutsche Dichter, der nun noch übrig bliebt wutzte nicht, wohin er fern langbärtiges Haupt legen sollte. Weil aber die frei- und deutschgesinnten Männer allerwegen untereinander in Verbindung standen, so erhielt er eine Einladung von dem Gutsbesitzer Rudolf Carl Müller auf Holdorf im Mecklenburgischen, datz er zu ihm kommen und bei ihm bleiben solle, bis er etwas Besseres und Lieberes gefunden hätte. Es währte auch nicht lange, da stellte der so freundlich Gerufene sichi auf Holdorf ein, ein riesenhafter Mann mit einem mächtigen Schlapphut auf dem Kopfe, einem langen Patriarchenbart, der ihm geradewegs übers grobe weitze Hemd wallte, weil er die Weste allezeit offen trug, und einem derben Knotenstock in der Hand. So kam er und zeigte sich alsbald willens, sich der Besonderheiten des mecklenburglschien Landlebens mit fröhlichem Eifer allzunehmen. Mecklenburg war derzeit kein übler Ort für einen Geächteten und Verfehmten, wenn er, erst einmal eine Zuflucht gefunden hatte. Denn je^er Besitzer hielt sich dort auf seinem Grund und Boden wie ein kleiner König und ließ sich von Regierung und Amtmännern und dergleichen verteufelt wenig in seinen Kram hineinreden. Dennoch stellt, sichi bald die Notwendigkeit h-raus, für den verfolgten Professor irgendeine amtliche Aufenthaltserlaubnis zu erwirken, ilni) Aadolf Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) in der Paulskirche den Vorsitz geführt hatte, Bennigsen war der eigentlich maßgebende Mann, der freilich durch den linken Flügel der Partei allerlei Schwierigkeiten erhielt. Im Jahre 1873 wurde er zum Präsidenten des Preutzischen Abgeordnetenhauses gewählt und bekleidete die e Stelle bis 1879, wo der Wahlausfall den Konservativen das Aebergewicht verschaffte. Bennigsen hatte das Verdienst, im Frühjahr 74 die Militärvorlage abermals durch die Klippen zu bringen, indem er mit Bismarck, der damals an Rheumatismus krank zu Bette lag, eifrig verhandelte. Dabei vereinbarten beide Männer das sogenannte Septennat, d. h. die Bewilligung der Heeresziffer aus 7 Jahre (74 bis 81), wodurch der Armee die nötige Dauerhaftigkeit gegeben und doch das parlamentarische Bewilligungsrecht grundsählichi festgehatten wurde. Auch z.>m Zustandekommen der Justizgesetze von 76, die das gleich«. Verfahren iind den gleichartigen Ausbau der- Gerichte einführten, hat Bennigsen sehr viel Ikigetragen, nicht minder zur Hereinnahme des gesamten bürgerlichen Rechts in die Zuständigkeit des Reiches (73). Dagegen stand er, dessen Eintritt ins Ministerium 77 von Bismarck betrieben, aber durch die Rücksicht auf den linken Flügel vereitelt wurde, aus verfafsungs- mätzigen Erwägungen wie aus wirtschaftlichen und politischen bei der Zollreform vom 12. Juli 79 auf der verneinenden Seite. Benningsen, dem Bismarck am 5. Mai 81 das berühmte Wort zu- rief: »Latz nicht vom Linken Dich umgarnen" legte verstimmt am 11. Juli 83 seine Mandate zum Reichs- und Landtage nieder. Aber der Ko- lonialverein von 1884 erhielt in ihm einen entschiedenen Förderer, trohdem Graf Münster aus London ihm abmahnte und prophezeite, England werde an der Konkurrenz feiner Kolonien zugrunde gshen. 1887, als der Kampf um das Septennat entbrannte und Zentrum und Fortschritt nur das Triännat bewilligen wollten, lehrte Bennigsen ins parlamentarische Leben zurück und verblieb in ihm auch nachi Bismarcks Sturz. Vom Kaiser wurde er aus besonderem Vertrauen am 31. August 88 zum Oberpräsidenlen von Hannover ernannt. Der Liberale Rudolf von Bennigsen erhob seine gewichtige Stimme, als in Preutzen der berüchtigte Zedlitzsche Volksschul- geseh-Entwurf eingebracht wurde. Er rief das liberale Bürgertum aller Richtungen in Stadt und Land zur Abwehr auf die Schanzen, mit dem Erfolge, datz der Zedlitzsche Entwurf verschwand. Als Bennigsen später durch seine Abstimmung gegen die Vorlage der Regierung über das Vereinswesen „oben" mißliebig geworden war, nähm er am 1. Oktober 1898, 74jährig, seinen Abschied. Der Mann, der das zuständigste Urteil in allen Sachen des Reiches besaß, Fürst Bismarck 'hat Bennigsen am 5. Mai 1881 das ehrenvollste Zeugnis ausgestellt, indem er im deutschen Reichstage sagte: »Er ist immer unter seinen Fraktionsgenossen der Mitkämpfer gewesen, dem ich wirklichen Beistand verdanke, und dem das Deutsche Reich für seine Herstellung, für seine Konsolidierung so viel schuldig ist, von langen Jahren her." Er starb am 1. August 1902. Der Massenmörder von Hannover. Schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Aus Hannover, 9. Juli, wird uns geschrieben: In Hannover ist ein Kriminalfalt aufgedeckt worden, der an Scheußlichkeit alles in den Schatten stellt, was man bis jetzt im Alten und 'Neuen Pitaval gesammelt hat. Es handelt sich um den jungen Händler Haarmann. Seine furchtbaren Verbrechen erinnern an die Taten des Berliner Massenmörders Großmann. Aber Großmann war ein moderner Blaubart. Er tötete Mädchen, deren er überdrüssig wurde, oder mit denen er in Streit geriet. Haarmann ist gewohnheitsmäßiger Knabenschlächter. Seine Beute waren junge Leute im Alter von 14 bis 20 Jahren. Zwei undzwa nz i g Opfer hat der Untersuchungsrichter bereits auf seine^entsetzliche Liste gesetzt. Vierzehn oder fünfzehn Morde gibt der verhaftete Täter zu. Er kann sich nicht mehr so genau erinnern. Er will sie in seine Wohnung gelockt und ihnen in einem krankhaften sexuellen Rauschzustand 'die Kehle durchbissen haben. Man greift sich an den Kopf: Wie konnte dieses Treiben durch sechs Jahre hindurch unbemerkt bleiben? Wo brachte er die Leichen hin? Er schnitt die Köpfe ab und warf sie in den Leinefluh. Die Rümpfe will er auf Friedhöfen vergraben haben. Die Ermittlung ergibt jedoch, datz er außer mit alten Kleidern gelegentlich auch mit Fleisch handelte, angeblich mit Pferde- oder Kalbfleisch. Also in Wahrheit mit Menschenfleischi Dies die gräßlichste Aufdeckung. Wo kommt diese Bestie in Menschengestalt her? Wie tonnte er solange unbehelligt bleiben? Ueber sein Vorleben wird bekannt: Nach dem Austritt aus der Volksschule besuchte er die Unteroffizierschule in Neubreisach, wurde wegen Köiperschwäche entlassen, war auf verschiedenen Lehrstellen, diente bei einem Jägerbataillon, wurde als herzkrank entlassen. Dann beginnt die Verbrecherlaufbahn. Er treibt einen bunt len Kleider handel, wird wegen Einbruchsdiebüahl toieber holt, auch mit Zuchthaus, bestraft. Daneben dais erotische Laster. Schon als 18jähriger vergeht er sich an Echulknaben und Mädchen und steh, mehrmals unter Anklage nach § 175. Er wirb in der Irrenanstalt Hildesheim beobachtet, als unzurechnungsfähig erklärt und dann — erst recht auf die Menschheit losgelassen. Nun folgt das am wenigsten Erklärliche: Die Behörden merken nichts. In den Jahren 1918/19 wird er zwar wegen unerlaubten Verkehrs mit zwei jungen Leuten verhaftet. Da aber die zwei, die man mit ihm gesehen hatte, verschwunden waren, lieh man ihn wieder frei. An der „Roten Reihe" in der Altstadt zu Hannover hatte er seine Behausung. Keinem Mitbewohner des Hauses fiel etwas auf. Oder doch? Zwei Jahre lang bemühte sich die Vermieterin, ihn loszuwerden. Aber das Mieteinigungsamt schützte ihn. Er hatte einen Verbrecher genossen, seinen 22jährigen »Freund" Gvans, der ihm die jungen Leute zu- trieb, ebenfalls mit „abgelegten" Kleidern handelte und nun endlich auch hinter Schloß und Riegel sitzt. Und niemand wurde auf das Kompagniegeschäft aufmerksam? Die Polizei entschuldigt sich damit, daß in dem berüchtigten Hohe- Ufer-Viertel, wo der Knabenschlächter hauste, das veidorbenste Proletariat zu finden sei. Dort falle das schlimme Treiben nicht auf. Eine recht merkwürdige Erklärung, wenn man bedenkt, daß die genannte Gegend in nächster Nähe des Polizeipräsidiums liegt. Aber es kommt noch toller. Haarmann war eine Zeit lang Angestellter eines bei der Polizei nicht übel angeschriebenen Detektivbureaus. Man fand bei ihm, als er endlich gefaßt wurde, noch den Detektivausweis. Außerdem tat er für die Polizei selbst Dienst als Agent und Spitzel in gewissen Lasterkreisen. Ein Kriminalkommissar war sein besonderer Gönner. Die Strombauverwaltung hat die Leine abgelassen, um verdächtige Knochen zu finden, die vielleicht auf weitere Spuren führen. Es scheint, daß auch in der PolizeiverwaltungHannoversein großer Reinigungsprvzetz einsetzen muh, um Klarheit über die Hintergründe und Begleitumstände des Mordprozesses Haarmann zu schaffen. i * Zum Fall Haarmann erfährt der amtliche Preußische Pressedienst, daß seitens des preußischen Ministeriums des Innern die Tätigkeit der hannoverschen Polizei einer Nachprüfung unterzogen wird. Hessischer Hauplverein der Gustav-Adols-Stistung. Unter der Leitung seines neu erwählten Vorsitzenden Di. jur Freiherm Hehl zu Herrnsheim hielt der Hessische Hauptverein der Gustav - Adolf - Stiftung seine in jeder Hinsicht glänzend verlaufene 81. Jahresversammlung am 6. und 7. Juli im lieblichen Zwingenberg ab. Nachdem am Vormittag des Festsonntags in den Kirchen der Umgebung des Festortes durch hessische Diasporapfarrer Fest- und Jugend- Gustav-Adolf-Gottesdienste gehalten waren, bewegte sich am Nachmittag durch die Straften von Zwingenberg ein stattlicher Festzug, an den sich der Festgottesdienst anschloß, in welchem Pfarrer D. Kübel, Frankfurt a. M., der Vorsitzende des dortigen Hauptvereins, predigte und Prälat D. Dr. Diehl als Vertreter der Kirchenregierung sprach. Ein Pavallelgottesdienst mit Psairer Knab aus Pfungstadt als Prediger mutzte wegen des äußerst starken Andranges noch in einem Gasthaussaal veranstaltet werden. Zwei große Volksversammlungen im „Löwen" und im „Adler" ließen durch die Ausführungen der Redner in die eigentliche Gustav- Adol s - Arbeit hineinschauen: es sprachen der Vorsitzende des Hessischen Hauptvereins, Pfarrer D. Mahnert ans Innsbruck über „Aus dem Amtsleben eines österreichischen Diasporapfarrers" und Pfarrer von Braken aus Saarn, früher in Brasilien, über „ Leiden und Freuden des Ansiedlers in Brasilien". Einen erhebenden Abschluß fand der Festsonntag durch einen Familienabend im „Löwen", wo die üblichen Begrüßungen stattfanden, die Festgaben überreicht wurden und gute musikalische Darbietungen erfolgten. Auch, 'ryur sprach wieder Pfarrer D. Mahnert. Müller kam auf den ebenso luftigen wie klugen Einfall, ihn auf dem Papier zu seinem Kuh- Ijirten zu machen. Soweit war- alles gut. Indessen — es mußte doch etwas durchgesickert fein, daß da ein staats- gcfährlichei' Alk getrieben worden war — kurz, eines Tages erschien auf Holdorf ein Landjäger vom Amt in Güstrow und verlangte den Küh- 'birten Hoffmann zu sehen. „Ja, mein lieben Kallis," sagte Müller-, „denn wollen wi mal Nachsehen, ob he auf seine Kammer is." Sie stiegen die Treppe hinauf bis ins Dachgeschoß, und dort öffnete Müller eine Tür in ein sehr freundliches. Helles Mansardenzimmer. Zierliche weiße Gardinchen wehten vor den Fenstern, an den Wänden hingen zahlreiche Bilder, Bücher- standen und tagen überall herum, und am Stuhl lehnte eine großmächtige Tabakspfeife mit Quaste und Moerschaumkopf. „Wähnt hei dor?" fragte der Landläger verdutzt. „Ja," antwortete Müller, „bat tut he. Oder glaubst du, ich nehme mich en ungebild'ten Kuhhirten? Ich sehe mich meine Leute an." Er wollte ihn sich aber auch ansehen, beharrte der Landjäger. „Schön," sagte Müller, „denn wollen wi mal versuchen, ob wi em draußen finden." Sie gingen aus dem Hof hinaus, wo gegen den Wald hin eine schöne große Wiese lag. Mittler zog den Landjäger hinter einen Dusch und sagte: „Tat is he." Mitten in einem Hümpel von Kindern, Buben und Mädel bunt durcheinander, kroch ein grober Mann, barhäuptig und mit einem langen Bart behaftet, auf der Wiese umher und schien Blumen zu pflücken. Dabei sagte er allerlei Takt- mäßiges, was die Kinder dann im Chor nachsprachen. Einmal klang's wie: „Alle Vögel sind schon da, alle Vögel alle.“ And ein andermal wie: „Wer hat die schönsten Schäfchen, die 'bat der gotöene Mond." Nach einer Weile aber zog sichi die ganze Schar an den Rand der Wiese und ließ sich unweit des Busches nieder. Der große Mann hatte zwischen seinen Knien einen ganzen Berg von Blumen aufge'häuft, griff mit den großen, scheinbar unbeholfenen Fingern hinein und fertigte mit unglaublicher Behendigkeit die zierlichsten Kränzlein und Sträußchen. Selbst ein Landjäger mußte sehen, daß hier eine ganz merk- wükdige Begabung waltete. Wer der brat>e Kallis wurde dadurch nur mehr gestachelt. Gr trat vor und sagte in strengem Ton, indem er mit dem Amtsfinger auf den großen Mann wies: »Sünd Sei nun de> Kauyhiit odder nich?" Hinter ihm stand Müller und machte dem großen Mann Zeichen. Aber der hatte es nicht nölig, beruhigt zu werden. Gr lachte über's ganze Gesicht und sagte: „Jchi 'bab'8 versucht, lieber Mann. Aber sehen Sie, die Kühe und Ochsen, die großen nämlich, die erwachsenen, die wollten sich von mir nicht hüten lassen. Ich hab' ihnen meine schönsten Derschen und Liederchen gesagt, aber sie hörten nicht. Da hab' ich mich nun an die Kälber gegeben. And die verstehn mich. Wenn die mal groß sind, bann werd' ich doch ein > richtiger Hirte gewesen sein. — Wollen Sie mal hören, wie das schon klappt? — Kinder, paßt auf! — La, la, la, la." Donnerstag, 10. Juli 192$ Am Vormittag des folgenden Tages trat der Verwaltungsrat zu seiner Sitzung in der Klem- kinderschule zusammen. Hier erstattete der Schrist- fülyter Pfarrer Wagner- Bensheim den Jahresbericht, aus dem als besonders erwähnenswert hervorgehoben seien die in 1923 erfolgte Einweihung der Gustav-Adolf-Kirche in Heusenstamm und die Herausgabe der Zeitschrift »Hessischer Gustav-Adolf-Dvie". Bemerkenswert find ferner die Anregungen des Vorsitzenden, an die akidemische Jugend auf Aniversität und Hochschulen und auch an die Jugend auf den höheren Schulen heranzutreten, um sie planmäßig mit der Gustav-Adolf-Arbeit bekannt zu machen. Weiter wurde der vom Vorstand auf- gestellte Anterstützungsplan angenommen, aus Grund dessen 36 000 Mk. verteilt wurden: hiervon erhielt der Zentralvorstand in Leipzig 12 000 Mark, die Daugemeinde Hüttenseld 18 000 Mk., die Gemeinde Herbstein zur Erhaltung ihrer evangelischen Schule 500 Mk., die 17 Sammelgemeinden 1700 Mk., der Vorstand zur freien Verfügung 2800 Mk. und die allgemeine Liebesgabe 1000 Mk. Die Erlaubnis zum Bau eines Gemeindehauses für 1925 rourüe der Diasporagemeinde Ober-Mörlen erteilt und der Vorstand zugleich ermächitigt, im Falle emc8 günstigen Ergebnisses der nächsten Sammlungen die Baugenehmigung auch für Bürstadt zu erteilen. F.r- ner wurde beschlossen, den Gesamtverein einzuladen, seine Tagung 1925 in Gießen abzuhalten. Als nächstjähriger Festort wurde Oppenheim bestimmt. Bezüglich der fälligen Wahlen ist zu berichten, daß an Stelle des freiwillig zurückgetretenen Geh. Oberpostrats Kobelt - Darmstadt Studienrat Dr. Zimmermann- Darmstadt in den Vorstand gewählt wurde. Die sahungsgemäß ausscheidenden Vorstandsmitglieder Pfarrer Loo s-Dutzbach, Pfarrer Wagner- Bensheim, Pfarrer Lehn- Offenbach und der Vorsitzende wurden wiedergewählt. Als Abgeordneter zur Tagung des Gesamtvereins im September in Braunschweig wurden bestimmt: Landgerichtspräsident Neuenhagen und Pfarrer Becker-Gießen, Pfarrer Knad- Pfungstadt, Pfarrer H o r st - Horchheim. Pfarrer Winkelmann - Alzeys Pfarrer Wagner- Densheim und Pfarrer Scriba - Groß-Gerau. Gleichzeitig mit dem Vei waltungsrat tagten die Gustav - Adolf - Frauen vereine unter dem Vorsitz von Frau Pfarrer Lehn- Offenbach. Dabei 'hielt Studienrat Dr. Zimmermann- Darmstadt einen Vortrag über »Gustav-Adolf-Arbeit in den deutschen Gren- lanben“. Einen erhebenden Abschluß der Tagung bildete am Nachmittag die feierliche Grundsteinlegung der Kapelle mit Kleinlin.'er- schule und Schiwesternstation in Hüttenfeld, wobei der Ortsgeistliche Pfarrer Roos -Viernheim, Geheimrat D. Dr. Ftoring - Darmstadt und der Vorsitzende Ansprachen hielten. Diese Feier bildete einen neuen Markstein auf dem Wege der segensreichen Arbeit des Hessischen Hauptvereins. Wg. Wirtschaft. Die Lage der rheinisch - westfälischen Eisenindustrie. Den langen Streik im Ruhrbergbau hat die rheinisch-westfälische Eisenindustrie noch immer nicht verwunden. Es dauerte geraume Zeit, bis die Erzeugung wieder einigermaßen in Gang kam, zumal anfangs die Kohlenzufuhr immer noch viel zu wünschen übrig lieh. Auch hatte das lange Stilliegen der Werke zahlreiche Reparaturen notwendig gemacht unb teilweise auch nicht unbeträchtlichen Rohstoffmangel verursacht. Vor allem aber hat sich bemerkbar gemacht, daß durch den Streik im Bergbau und die dadurch verursachte Nichtinnehaltung fest übernommener Lieferfristen durch die Eiseniittmstrie das Vertrauen im In- und im Ausland mehr oder weniger verloren gegangen ist. Das Ausland hält sich von größeren Aufträgen (namentlich in Schienen und Eisenbahnmaterial) fast ganz zurück. Es legt seine Aufträge hauptsächlich nach England, Belgien und Frankreich, ein Amstand, der für uns um so unangenehmer ist, als viele ausländische Staaten (z. D. Indien, Italien usw.) in den letzten Jahren eine recht beträchtliche eigene Eisenprvduktion geschaffen haben. Auch das Inland hat in den letzten Wochen vielfach Aufträge nach dem Ausland gegeben, da es dort sicherer bedient zu werden glaubt. Verschärft wurde die Situatton noch durch die Angewihheit über die Erhaltung des Arbeitsfrre- dens in der Eisenindustrie. Bekanntlich ist vor einiger Jeit die breigeteilte Schicht durch die zweigeteilte erseht worden. Wie notwendig diese Maßnahme war, ergibt sich daraus, daß im Monatsdurchschnitt 1922 die Erzeugung je Kopf und Monat der Belegschaft auf 5,63 Tonnen gegen 9,52 Er fang ihnen den Ton an, und dann schmetterten sie allesamt los: „Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt, wenn es stets zu Schuh und Tr ihe biäderlich zusammenhält. Don der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt: Deutschland, Deutschland über alted, über alles in der Welt. Der Landjäger stand mit offenem Munde. „Hast du nu verstanden?" fragte ihn Müller. „Nee," sagte der Landjäger. „Denn komm, denn will ich dich erst mal eine kleine Erleuchtung besorgen." Er- zog ihn auf den Hof zurück und in die Stube hinein. Dort füllte er ihm ein paar tüchtige Schnäpse ein. And dann sagte er: „So, mein lieben Kallis, nu gehst du nach Güstrow rin und sag'st auf’m Amt, du hättest den Kuh- "hirten gesehen, und es wäre allens in Ordnung Hast du das nu verstanden?" „Ja," sagte der Landjäger. „Na, denn trott dich!" Als der Landjäger aus d^m Hofe ging, kam der große Mann gerate mit den Kindern anmarschiert. Sie hatten sich zu einer langen Reihe angefaßt, jedes war mit einem Kränzet oder einem Sträuße! geschmückt Und mitten drin marschierte der Kuhhirte Hoffmann mit tilgen Schritten im Saft der Kinde, süße, barhäuptig und mit waltendem Bart. And aUciamt fangen sie mit hellen, klingenden Stimmen: „Blüh' im Glanze dieses Glückes, blühe, deutsches 'Vaterland!' Report. Geld | Brief Die auf den Stichtag vom 8. 3 u I i berechnete ohhandels-Sndexziffer des Sta° Gieß. des Und er raunt ihr im Rhythmus das Verslein Der gröbere Teil der ^etzUfchaft stand ro-rr- __ 1m1r»Hrfv>n hxirtpnh unten IM CXnlDBDDT. Der UTtO zu, aus der „Delle aiu jardin damour' (Nachdruck verboten.) 12. Fortsetzung. voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll Börsenkurse. (Ohne Gewahr.) Danknvt en. (Ohne Gewähr.) fest. Die hohen Forderungen des Auslandes regen die Stimmung an. Hafer ist in den Forderung«, gehalten. Mehl bleibt hier ruhig, dagegen Westdeutschland sichtlich mehr Bedarf. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märk. 139 bis 144, Roggen, märk. 126 bis 134, Braugerste, märk. 140 bis 149, Futtergerste, neue 128 bis 136, Hafer, märk. 125 bis 135, Raps 225 bis 230, Leinsaat 280 bis 290; für je 100 Kilo: Weizenmehl 21 bis 23,75, Roggenmehl 18,50 bis 21,75, Weizenlleie 8 50, Roggenkleie 8,40, Biktoriaerbsen 19 bis 20, kleine Erbsen 13 bis 15, Futtererbsen 12 bis 13, Peluschken 12 bis 13, Ackerbohnen 12 bis 13, Wicken 12 bis 13, Lupinen, blau 9 bis 10, gelb 13 bis 14,50, Rapskuchen 9,40 bis 9,60, Leinkuchen 18 bis 19, Trockenschnitzeln 7,60 bis 7,80, Kar- toffelflocken 20 Mk. Hochschulnachrichlen. Don der Landesuniversität Gießen. Sn Anbetracht seiner Verdienste um unsere Landes-Universität wurde der Landtagsabgeordnete, Landwirt und Mühlenbesitzer Hch. Brauer in Ober-Ofleiden zum Ehrensenator der Landes- Untoerfität ernannt inzwischen wartend unten im Schlohhof. Der und jene hatten noch dies und jenes vergessen, riefen nach den Domestiken. Es war viel Hin- und Hergerenne. Gras Lehndorff dozierte über die vorsichtige, weitsichtige, einzig wahre Kriegskunst seines Spezialgönners, des Prinzen Heinrich, hatte den Stockkrnops wichtig an den Lippen, jammerte über den schrecklichen Zustand seiner ostpreußischen Güter, die von den Russen verwüstet seien, grab' so schlimm wie daS schöne Tamsel der armen Frau von Wreech Der habe freilich Seine Majestät in angenehmer Erinnerung an holde Zugend- freundschaft — man weih ja, damals in Küstrin — aus der gröbsten Bredouille herausgeholfen. Wer aber hilft uns? Die Armee vernichtet — kann da der btoße Rame des Großen Friedrich uns retten? Der Obersüstholzraspler dämpft seine Stimme. Seine Majestät . . . wenn Seiner Majestät ein Unheil zustiebe?! Der Prinz von Preu- hen, der Thronfolger, ist nach so jung. BUnb übrigens, wissen Sie", — mit noch gedämpfterer Stimme — „Königliche Hoheit sind rettungslos in die Komtesse Keyserlingk verliebt. . .“ Lottchen Lasow kichert. Aber neben ihr steht die greise Gräfin Camas, Mama Eamas, wie Majestät sie nennen, fröstelt trotz des kauen Abends und weint bitterlich. Endlich gegen neun Uljr erscheint die Königin. Der endlose Zug seht sich in Bewegung, durch die immer noch harrende Menge, die murrt und schimpft. 3a, die hohen Herrschaften, die können sich in Sicherheit bringen! liehet unS kommen die Moskowiter! So geht's in der Welt! (Fortsetzung folgt.) ren besser. Die Geldknappheit hält an, die Spekulation wendet sich immer noch dem Anleihemarkt zu. Am Geldmarkt und im Devisenverkehr sind keine nennenswerten Deränderungen ein» getreten. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mark auSgedrückt. BuenoS'MreS London, Neu. York. Japan, Rio de Janeiro für eine Tinhett. Wien und Budapest für 100000 Eiubeiten. alle« übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. 4,11 18,70 66,43 18,12 21,38 167,60 17,8 > 55,56 5,99 1,6. 111,02 71,9 3 55,11 12,27 4,99 ,Peut-on etre aupr&s du rosier Sans en pouvoir cueillir la rose? Cueillissez-la si vous voulez, Car c’est pour vous qu'elle est eclose.' Sie schüttelt zwar abwehrend das Köpfchen, aber sie lauscht desto eifriger. Endlich erhebt sich die Königin. Die Mi^ nister von Herhberg und Graf Finck lassen sich melden. Shre Majestät rauscht hinaus, kommt bald zmück, leichenblah unter der Schminke. Es ist ein Schreiben von dem König eingetroffen. Alles verloren. Man soll sich in Sicherheit bringen. Die Minister raten: nach Magdeburg. Die Wagen! Die Wagen! Alles stiebt auseinander. Ihre Maieslät ruft nach ihren Damen, gibt Order, widerruft sie, trifft neue Anordnungen, was mitzunehmen ist. Sn Hast und Eile werden die Koffer und Reise- fäcke gepackt. Man muh noch nach Schönhausen hinausfenden, das Rötigste holen lassen. „Drh man die Eommerce-Karten nicht vergibt. Shre Majestät wollen doch ihr Petit jeu haben." Und dab die Köche Vorsorgen. Die Stunden rinnen, die kostbaren Stunden. Wer weih es: vielleicht rücken am Abend schon die Russen ein! Allrnählick) fahren unten die Wagen an, grobe Kaleschen mit riesigen Glasfenstern, Galawagen in hohen Federn hängend, Fvurgons, Halbchaisen, Gepäckwagen aller Art, vorn Gouvernement schleunigst in der Stadt requiriert. Hm acht Uhr sollte abgefahren werden. Aber Shre Majestät und die Prinz/ssin Amalia muhten schnell noch ein weniges kaltes Geflügel zu sich nehmen. 4,21 18,80 66,77 18.22 21,48 158,40 17,95 65,84 6,03 1,67 111, 8 75,31 55,39 12,33 5,01 Der Nlie aus Topper Roman von Hanns von Zobeltitz. biHth*1. 16. ^4 Mt bes!< ?er M Berlin, 9. 3uli. (Drahtbericht , Anz.".) DaS Geschäft auf dem Effektenmarkt behält im allgemeinen seinen schleppenden Eharakter bei. Zu stärkeren Kursverlusten ist es jedoch nur in vereinzelten Fällen gekommen. Offenbar handelt es sich dabei um Rotverkäufe solcher Firmen, die im Anleihemarkt irgendeine Schlappe erlitten haben. Die Zurückhaltung der Börse ist m der Hauptsache auf die außenpolitische Lage begründet. Smmerhin macht sich in der Beurteilung der Reparationsangelegenheit eine gewisse Belebung nach der optimistischen Seite hin geltend. Man will wissen, dab die deutschen Unterhändler in der Frage der Tarifhoheit und der Berwaltung der Reichsbahnen bedeutende Zugeständnisse erzielt haben, insbesondere dürfte die Möglichkeit eineS Verkaufs ober einer Verpachtung ausgeschlossen sein. Die innere wirtschaftliche Lago ist unverändert ungünstig. Die Stimmung ist lediglich in Türken» und österreichischen Anleihepapie- Vie ’^rr ? «Wen A AeltungsAo schwülen Atm Mitten selner am Sage few Veihbnch ver ■ geilt* dorrt, und J l^barke't be fierriot, da» um mildem Geist, der die Begierden, du gestern, und ten Kräfte h bah sie die s-Y> lischen Premiei teil veckhrten. Methode, die i den ehrlichst 0 ginnt und die: mit Frankreich vernünftig tote pir haben die ms verderb! i müssen, M dah der zu wörtliche M, McdvnO dir aus der feine Frankreichs W Imerhin was ber engtif mitnchi und aus -Macht 'n bet atefheif pmöse die erW, ist i Mhrbarkei Mend, da Mnuch de ämr der et Es erschei Hauptung J in uns KTD, Sacbonaßfäen i welchem ihn Pliebe umgefall rnch hat sich b vist md Gerech Unen Macdon Mn vfsiziöfen ™ unterstreichet 2enbon alles be Mb gewünsch selige Repa *n - Teut wm ~ halben und ! t^den entgeger tvttelenen An 7 Politik WMb g[ei d^^ertvilderter ™ w herrlu Aehnm bit toerben. - $ Hoffnung - ; den ■ ^Slanbjjun ? "Uifch Londono . Me Stellung ^gestern zi te Ilnrntl 'S? öochbefr auf ft durch A Vernunft ft Une werde Ste EL- n Be^ rjA6ln3ige llr. N ST** Qionats-V »AoldmarN ■Ä« äfnpte* m die 5< 112- sür V 'Mäftss richtrmAnZei postfche^ zrat!ksi>rt a. ■ (Siebener Sladttheater. „Eladigo." ' Das Stadttheater wiederholte gestern abend die Aufführung von Goethes Clavigo". Dieselbe lobende Anerkennung, die dir Ausführung deS Werkes in unserem früheren Bericht gefunden hat, verdient uneingeschränkt auch die gestrige Wiederholung. Die Wiedergabe des Werkes gewann ein besonderes Snteresse dadurch, dab die Rolle der Marie von Frl. B a ch f e l d aus Offenbach, die auf Anstellung für die kommende Winterspielzeit gastierte, gegeben wurde. Sprache und Mienenspiel der jungen Künstlerin waren recht gut, doch ist es selbstverständlich, dah auf Grund dieses einen Gastspiels kein abschließendes Urteil gebildet werden kann. von 600 000 Goldmark ist bei der Gelegenheit vorgesehen. Die Aktten toetben Im Verhältnis von 10:1 umgelegt werden. • Reue Bohrungen im hannover- schen Erdölgebiet. Wie den .Täglichen Berichten über die Petroleumindustrie' gemeldet wird, hat ein mit der Tiefbohruntemehnmng Anton Raky (Salzgitter) in Verbindung stehendes Konsortium, dessen Führung in Händen einer Berliner Grobbank liegt, zwei Tiefbohrungen im neuen hannoverschen Erdölgebiet angesetzt und mit der Aufstellung der Apparatur begonnen. Vier weitere Dohrgamituren sollen noch im Lause dieses Jahres dort in Betrieb genommen werden. • De r ka u f der Friedenshütte an ein französisches Kons ortiu m? Rach- dem sich die Verkaufsverhandlungen mit Krakauer Sntereffenten bezüglich der FriedenShütte in Polnisch-Ober sch lesien zerschlagen haben, beton bett ein französisches Konsortium die Absicht, die Hütte mit Unterstützung der polnischn Regierung käuflich an sich zu bringen. • Deckungskontrolle bei der Rentenbank. Die auf Grund der Satzungen der Deutschen Rentenbank vorgenommene Kontrolle der Deckung der Rentenbriefe und Rentenbank- bankscheine durch den Reichsrat und den Präsidenten des Rechnungshofes hat das ordnungs- mähige Vorhandensein der vorgefchriebenen Dek- | kung ergeben. * Einführung der Reichskank»An- lei le in den variablen Verkehr. Der Berliner Börsen Vorstand beschloß, ab 1. August die Reichsbankanteile in Posten von mindestens je 6000 Mk. nominal in den variablen Verkehr einzusühren. * Der Auslandauftrag für P hi- *lipp Holzmann-Frankfurt a. M. Der Auftrag für die Erweiterungsbauten am Suez- 'tonal, den die Fa. PH. Holzmann 01.=®. in Frank- r furt a. M. zugeteilt erhielt, erstreckt sich aus die Ausführung der Mole. Ueber die Vergebung der Baggerarbeiten, auf welche d e Eefellschaf! gleichzeitig ein Angebot einreichte, steht die Entscheidung noch aus. Die Molenbaiuten dürften sich auf etwa 2 Millionen Goldmark belaufen. Man rechnet mit einer Bauzeit von rund IV2 3ahren. Der Zuschlag erfolgte gegen starke interna tonale Konkurrenz, vor allem italienischer und h>llän- discher Firmen. Zur Ausführung der Bauten haben die Firmen Philipp Holzmann A-G. und , Grün & Bilfinger 21.=®. in Mannheim eine Arbeitsgemeinschaft geschlossen. * Heddernheimer Kupf erwecke und Süddeutsche Kabelwerke AG., Frankfurt. Das Geschäftsjahr schließt mit einem Reingewinn von 55 512 Billionen Mark, der auf neue Rechnung vorgetragen werden soll. Gleichzeitig wird die Verwaltung die Goldmark- eröff nungsbilanz vorlegen. Dabei wird das Aktienkapital von 60 Millionen Mark auf 6 000 000 Goldmark zufammengelegt werden; eine Reserve plötzlich neben dem jungen Franzosen, dem 2Har» quis be Fraigne, dem Windbeutett in der tiefen Fensternische. Es wird in den Brandenburgischen Kammern diniert. Aber mit einem Male erscheint, wie ein Gespenst, ein Leibjäger des Königs in der Tür, mit beschmutzter Livree und verstörtem Gesicht. Er kommt vom Schlachtfeld. Doch cs scheint, er ist vor der Eittscheidung geflohen. Gr stottert, er schweigt, sieht mit groben, entgeisterten Augen auf die Königin. Richts Bestimmtes ist aus ibm herauszubekommen, so lähmt ihm der Schreck die Zunge. Rur das eine: es steht schlecht Man wird dennoch zur Tafel gehen. 2Han muh doch speisen. Freilich, man würgt an den Dissen. Rur das Lottchen Lasow, bas sich richttg den Marquis de Fraigne erobert hat, plaudert ununterbrochen mit ihrer losen Zunge. Dis sie mit einem Male verstummt. Shr ist plötzlich eingefallen, ob wohl ihr Dräutigam die Bataille heil überstanden hat? Eine Weile sitzt sie stumm, horcht nur mit halbem Ohr auf die Galanterien ihres Rachbairs. Dann kommt das Lächeln wieder in ihr hübsches Gesicht. Die Grübchen auf der linken Wange, die eine kleine schwarze Mouche noch besonders hervorhebt, vertiefen sich Scharmant sieht sie aus. Der Franzose flüstert immer leiser, dicht an ihrem rosigen Ohr, hinter dem die einzelne lange, dunkelbraune Locke — „Eonfident" erzählt er, nennt man sie in Versailles — tief auf den weihen Racken herabfällt. Ach. . . Versailles. Rur in Versailles weih man Frauenschönheit recht zu würdigen. Tonnen 1913 (d. h. auf 59,2 Proz.) zurückgegangen . war. — Dieser Leistungsrückgang machte sich um so I unangenehmer vor allem in der Richtung einer I Verteuerung der Produktion bemerkbar, als gleich- I zeitig der Jahresdurchschnitt der Belegschaft von 66 384 aus 98 532 gestiegen war. Die Einführung der zweigeteilten Schicht hatte nicht nur die Zurückführung der Belegschaftsziffer auf oa$ Fine- densmah möglich gemacht, sondern auch gleichzeitig die Erzeugung auf 8,43 Tonnen monatlich je Kopf (d. h. 88,6 Proz. des Friedens) erhöht. 1 Trotz dieser Erhöhung und 2)erbilligung der Produktion stellten sich die Gewerkschaften auf den Standpunkt, dah die Sntereffen der Arbeitnehmer denjenigen der Wettbewerbsfähigkeit der Snbuftrte vorauszusetzen feien. Dieser Standpunkt war wie auch in den Schiebssprüchen anerkannt — aus wirtschaftlichen Rotwendigkeiten unhaltbar. Zur Erhaltung eines dauernden Arbeitsfriedens ist es unbedingt notwendig, das Gefühl zu beseitigen, als handele es sich bei der Qkrlängerung der Arbeitszeit nur um einen kurzen und vorübergehenden Uebergang. Die wirtschaftliche und finanzielle Lage der Werke ist nach wie vor schlecht. — Der Einnayme- aussall während des Bergarbeiterstreiks macht sich bei der allgemeinen Geldknappheit besonders bemerkbar. — Der Mangel an Barmitteln zwingt zur äußersten Einschränkung in dem Bezug von Rohstoffen. — Verbesserungen in den Werkeinrichtungen müssen vorläufig zurückgestellt werden. — Die restlose Snanspruchnahme aller irgendwie auf» zutreiben den Kredite steigerte die Verschuldung der Unternehmungen. — Zahlungen sind von der Kundschaft nur sehr schwierig zu erlangen. — Die weiterverarbeitende Snbuftrte unb der Eisen handel versucht, längere Zahlungsziele zu erreichen. Aufkündigungen älterer Aufträge sind an der Tagesordnung. — Die Besteller erklären, nicht mehr über die nötigen Mittel zur Bezahlung zu verfügen. Reue Aufträge, mit deren Erteilung bis zuletzt gewartet wird, sollen in der 2teget sofort ausgeführt werden. Besonders schwierig ist das Geschäft in Walzwerkfabrikaten. Die dort getätigten Abschlüsse sind in der Regel verlustbringend. Angesichts der niebrtgen Preise ziehen die Werke eine Einschränkung bei Produktion in ernstliche Erwägung. * Die Großhandelsindexziffer. Shre Majestät die Königin, die gutherzige Königin, die sonstens so alleine in Schönhausen leben muß, fast wie eine unschuldig Verbannte — Shie Majestät sind sehr gnäbtg. Haben für jeden und jede ein freundliches Wort. Zeigen sich dann unb wann dem Dolle an einem Fenster im Oberstock und lächeln. „Majestät sollten nicht soviel lächeln, flüstert der alte Pöllnitz, der sich selbstverständlich auch eingestellt hat, um seine Reverenz zu machen, der maliziöse Hanswurst. „Majestät haben leider recht schlechte Zähne." Rein, Qltajeftät sollten nicht lächeln . . . Denn Stunde auf Stunde vergeht, und die Postillone blasen noch immer nicht ihre Fanfaren. Einmal kommt zwar die Rachricht — niemand weih woher — der Herr pon Bütow wäre mit der Eiegesnachricht schon in TaSdvrf. Es seien ihm Läufer entgegengeschickt worden. Rur ein wenig Geduld noch. 2lber eS wird elf, es wird zwölf Uhr. Voll unten fängt schon an, unruhig zu werden. Doch Shre 2Eaj€ftat lächeln — Um ein Uhr befiehlt die Königin das Diner. Man muß doch speisen. £ n . tc Heute ist alles konfuse. Graf Lehndorfs, diensttuender Kammerherr, hat seine Muhe, den Vortritt zu ordnen. Die Gäste quirlen durcheinander wie eine Herde aufgescheuchter Gänse. Lott- cben Lasow, Hoffräuletti Shrer QEajeftät, weigert fjch, dem alten Pöllnitz den Arm zu reichen, steht Grohhandels-Sndexziffer des Statistischen Reichsamts ist nach dem Stand vom 1. 3uli (112,6) auf 112,0 oder um 0,5 Prozent »urüd gegangen. Von den Hauptgruppen sind Lebensmittel mit 96,5 (Vorwoche 96,4), davon die Gruppe Getreide und Kartoffeln mit 82,2 (82,6) nahezu unverändert, wogegen Sn- dustriestoffe von 143,1 auf 141,0 ober um 1,5 Prozent, davon die Gruppe Kohle unb Eisen infolge nachträglicher Berücksichtigung der mit Wirkung ab 1. 3uli erfolgten Herabsetzung der Roheisenpreise von 136,2 auf 134,0 oder um 1,6 Prozent sanken. Snlandwaren haben von 102,5 auf 102,1 oder 0,4 Prozent nachgegeben, Einfuhrwaren von 163,3 auf 161,3 oder um 1,2 Prozent. beseitig! schnell, e/» - -9 zV/fV. / sicher, schwer». ÖSS Wundlaufen «utirol-Fuhbad. Drogerie H. Noll, Neustadt 28. Drogerie WinterliofT, Kreuzplatz 9/10. Central-Drogerie E. Karn, SchulatraOe 5% Deutsche ReichSanletbe . < 4% Deutsche Retchsanleiye . 8Vi°/n Deutsche Relchsaulethe 3% Deutsche Retchsanletbe . Deutsche Sparprämienanlethe 4% Preußische Konsuls . . . 4% Hessen........... 3W/o Hessen.......... 3% Hessen........... Deussche Wertb. Dollar-Anl. dto. Doll.-Schatz-Anwetsng.') 4% uolltürken......... 5% Goldmextkaner ..... Berliner Handelsgesellschaft. Commerj- und Prtvat-Bank. Darmst. und Nationalbank . Deutsche Baut......... Deutsche Bereinsbank .... Disconto Lommandtt .... Mctallbank........... Mitteldeutsche Creditbank. . Ocsterreichtsche Ereditanstalt. Westbank............ Bochumer Gaß .... BuderuS Taro.............. Deutsch.Luxembnrg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpeucr Bergbau...... Kaliwerke AscherSleben.... Kaliwerk Westeregeln..... tiaurahütte........... Oberbedarf Pbönir Bergbau....... Rheinstahl........... Nie bett Montan Tellus Bergbau Hamburg.Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... I Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . 1 Philipp Holzmann...... Anglo-Cont -Guano..... Badische Anilin........ Chemische Mayer Alapül . . Goldschmidt . . ....... GrieSi eimer Electron .... .Höchster Farbwerke Holzverkohlung..... RütgcrSwerke......... Scheideanstalt......... Allg. ElektrizitätS-Lefellschafl Bergmann........... Mamkrastwerke........ Schütter«............ I Siemens A HalSke...... I Adlerwerke Kleyer ..... I Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedt......... I Meguln Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . I Metallgesell chaft Frankfurt. Bet Union A .G..... chuh'abrik Herz I Sichel ......... I Zellstoff Waldhof....... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . Frankfurter Dorfe. Frankfurt a. OH., 9. Juli. (Drahtbericht des „Gieß. Anz.".) Tendenz: Anleihen fest, Mtten sehr still. — Während der Handel in ausländischen Renten erneut das ganze Snteresse auf sich lenkt, wurde der übrige Dörfenverkehr ge- kennzeichnet durch große Luftlofigkeit. Besonbers der Aktienmarkt bietet ein Bild starker Vernachlässigung, um so mehr, als das Ausbleiben von Käufern und der Mangel an Rachfrage recht scharf zutage tritt. Snfolge der mih.ichen Wirtschaftslage und ber Unsicherheit über die Kapitalumstellung eröffnete der Markt mit Reigung zur neuen Schwäche. Smmerhin erwies sich der Aktienmarkt verhältnismäßig widerstandsfähig, und nur vereinzelt kam es zu Abschwächungen, benen aber auch geringe Gewinne gegenüberftanben. Am Anleihemarkt hat sich bas Geschäft in geringem Umfange gehoben. Die heimischen Anleihen begegneten wieder einer regeren Rach frage, besonders Kriegsanleihe, bie von 280 bis auf 315 bei Eröffnung fliegen. Sm Brennpunkt des lebhaftesten Verkehrs standen wieder ausländische Renten besonders Zolltürken, Bagdad 1 und II, Ungarische Goldrenten und 1902er Russen. Reue Steigerungen, die sich wieder über eine Dlllion Prozent bewegten, traten ein. Die Geld- maicktsähe sind umxränbert. Tagesgelb 1/4 pro Mille, Monatsgelber l’/8 bis 2 Pvoz. Auf dem Devisenmarkt ist der französische Fc.xank wieder eine Kleinigkeit schwächer, bei einer Psundparitat von 85 und einer Dollarparität von 19,63. Der Freiverk^hr lag äußerst sttll. Es wurde genannt: Ben- 2'/> Api 2 BeckerStähl 3Va. Becker-Kohle 33/ Drown Doveri 0,85. Sm weiteren Verlauf konzentrierte sich das ganze Snterefe nur auf den Markt der fremden Renten. Die übrigen Märkte zeigten keine Veränderung. Märkte. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 9. Juli. (Drahtbericht des „®iefjenei Anzeigers".) Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 17—17,25, Roggen, inländ., 15 75—16 25, Sommergerste für Brauzwecke 16,50 dis 17 Hafer, inländ. 16—16,75, Weizenmehl, infänb. Spezial 0 28,50—29,25, Roggenntohl 23 bis 23,75, Weizen unb Roggenkleie 8,65—9. Tendenz: fest. Berliner Produktenbörse. Berlin, 9. Juli. Die Marktlage zeigt ein allmählich vermehrtes Hervortreten bet Kaufneigung in allen Artikeln. Roggen ist nicht viel offeriert, aber die Gebote bieten auch wenig Gewinnmöglichkeit. Rach Mitteldeutschland besteht Kauflust. Aehnlick liegen die Dinge auch für Weizen. Rach beiden. Brotgetreidearten zeigt sich und zwar heute besonders von Hamburg her vermehrte Frage für Herbstlieferung. Gerste bleibt Büchertisch. — .Rvvellenbücherei für8 Deutsche Haus". Jeder Band 2 Mk. Aus dem Leben eines Taugenichts. Von H. Freiherr von Eichendorfs. Die Hudenbuche. Von A. von Droste-Hüls- hoff. Huniperus. Von V. von Scheffel. (Verlag von Quelle & Metzer in Leipzig.) Sn ihrer künstlerisch so reizenden Ausstattung entwickelt sich die Sammlung immer mehr zum Sammelbecken klassischer Lesekost. Davon zeugt auch die vorliegende neue Auswahl. Sn der Hugendbuche zeigt sich Annette von Droste-Hülshoff als Meisterin der ausgesponnenen Erzählung und scharfe Beobachterin des westfälischen Charakters. Eichendvrsfs Taugenichts, diese sonnige Dichtung ist unsterblich geworden. Die echt romantische Rvvelle erzählt die Geschichte eines sröhlichen Glückskindes, das sich sorglos durchs Leben tragen läßt. Dagegen ist Scheffels Iuniperus, die Geschichte eines Kreuzfahrers, von schlichter, eindrucksvoller Gröhe. Ursprünglich für feinen großen Wartburgroman bestimmt, entwirft er hier ein glänzendes Kulturbild aus dem 12. Jahrhundert. — Dongs Hugendbücherei, Dd. 9: Das Sternenzelt unb feine Wunber, die unsere Sageno fermen sollte. Von Untoerfi- tätsprosessor Dr. Joseph Plahmann. Mit zwei Tafeln unb 108 Abb Übungen nach Originalzeichnungen, Skizzen unb Photographien. (Verlag von Rich. Dong, 'Berlin W. 57.) — Der durch zahlreiche Werke auf diesem Gebiet rühmlichst bekannte Verfasser hat das gewaltige Stoffgebiet sehr geschickt gegliedert unb führt in 36 Vor- tragsabenben in die Anfänge der Himmelskunde ein. Gleichsam spielend lernt der aufmerksame Leser in großen Zügen alle Himmelserfcheinun- gen die Bewegungen der Erde, die Beschaffenheit ihres Trabanten, des Mondes, die Fixstern'; Kometen unb Meteore sowie bie Ursachen der Jahreszeiten, des Klimas, des Wetters usw. kennen. Wer dieses Buch mit Ernst und Eifer liest der weiß wirllich etwas von den am schweigenden Rachthimmel bahinziehenden Sternen. Die zahlreichen Abbildungen unb wohl gelangen en Skizzen unterstützen den fesselnden Text dieses ausgezeichneten Hugendbaches. ^rrHtr. 9. Jul« Amerikanische Noten .... Belgische Noten .. Dänische Noten . . Englische Noten ...... Französische Noten .... Holländische Noten..... Italienische Noten Norwegische Noten Deuksch-Oesterr, ä 100 Kronen Rumänische Noten..... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . Ungarische Noten •) Dom a^-^ahlunc?" ’rt Berliner Börse. •"N. LK 8. Juli 9 Juli Repart. 0,. Amtliche Notierung ?lmtU1)i Notiern n 8. 9. Geld I Brie- Geld । wier Amll.- Rott. 158,20 159,00 158,70 159,00 voll voll Brss. Antw. 18,95 19,35 18,85 18, 5 voll voll Christiania. 55,86 68,14 55,71 55,99 voll voll Kopenbagen 66,53 66,87 66,71 67 £7 voll voll Stockholm . 111,12 111,86 111,22 111,78 voll voll HclsiugforS. Italien. . . 10,47 17,91 10,53 17,97 10,45 17.96 10,51 17,94 voll voll voll voll London. . . 18,1'55 18,215 18,165 18,255 voll voll Neuyork . . 4,13 4,21 4,13 4,21 voll voll Paris. . . . Schweiz . . 21,55 21,65 21,375 21,475 voll voll 74,76 75,14 74,96 75,94 voll voll Spanien . . 55,46 65,74 65,46 65,74 voll voll Wien in D-- De ft. abgest 5,91 5,93 5,915 5,935 voll voll Prag . . . . 12,27 12,33 12,275 12,325 voll voll Budapest. . 6,09 6.11 5,015 6,035 voll voll Buen.-AireS 1,335 1,345 3,03 1,335 1,345 voll voll Bulgarien 3,01 3,02 3,04 voll voll Japan . . . 1,75 1,76 1,75 1,76 vol voll Rio de Jan. 0,42 0.43 0,42 0,4 vol voll Belgrad . - 4,93 4,95 4,91 11,47 4,93 11,53 vol voll Lissabon . 11,47 11,63 voll voll Un Billionen Prozent Frankfurt a. M. Berlin Schlub-i Schluß» Kurs | Kurs Schluß. K» s Schluß. Kur» Datum: 8.7. | 9.7. 8. 7. 0,2876 0,323 0,278 C.315 0,575 0,635 0,550 0,550 0,470 0,430 0,400 0,415 1 1 0,975 1,05 0,200 0,190 0,200 0,180 0,440 0,400 0,425 0,420 0,650 — 0,660 0,650 - - — — 0,530 0,500 — 0,460 0,560 4,2 4,2 4.2 4,2 79,6 79,1 79,6 79,1 6,62 7,25 7 7,4 — — 33 33,25 — 20,5 19 20,13 3,50 3,40 3,50 3,5 6,37 6,25 6,60 6,6 7,3 7,37 7,6 7,70 0,4 0,35 — 7,87 7,80 8 8,1 10,65 11 — —» 1,9 2,25 1,80 2,20 0/45 0,350 0, 00 Ö,3 0,290 0,290 0,400 O.S - 86,75 41,5 7,12 7,12 6.87 6,80 7,5 - 7,-6 8.5 42 43 42 43,25 44,5 — 42,50 44 49 48,5 50 6,25 6,25 6.2 5.8 10,23 9,75 9,5 9,30 3,62 — 3,76 3,68 8 8,37 8 8,25 21,75 23 22,>3 23.625 18,25 19,125 18 18,75 31 — 31,60 30,6 1,3 1,40 — — 18,40 18,25 18 18,30 3,80 3,85 3,8 3,8 1,55 1.5 — — 8 8,125 — 2,65 2,40 2,60 2,50 — 8 7/0 11,25 11 11,13 11 _ — —— 8,65 9 8,65 8,50 9,60 10 9,9 9,65 8,60 8,76 8,76 8,80 5,65 6,6 — — 10,75 9,75 9,5 9,625 9,6 11,25 — — 6 6 6 6 11 11 10,6 10,60 6,2 6,2 — 28 27,2 28 27 6 89.25 35,6 87 1 i,'o 1,10 1,13 1,10 1,90 1,75 1,80 1,80 1,90 2 — 8 7.25 7,13 7,75 0,8 0.5 — O.< 0,65 0,66 9,625 9.65 — 1,1 1. 1,1 1 2,1 2/ 2,2 2,1 2,80 2,95 3,13 3 7,78 7,75 7,50 7,60 S 2,9( — — 2,8 2,25 2,8 2,3