Nr. 134 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GietzenerFamilienblStter Monats-Vezvgspreir: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeiaerHiehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. IN. 11686. Erstes Blatt fl4- Zayrgang Dienstag, 10. )um 1924 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühlfche Unwersitä1§°Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichKeit Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mr» Breite ört!tch8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen o 70mw Breite 35 Goldpfennig« Platzvorschrift 20°/n Auf« schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil; Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: H ans Beik sämtlich in Gießen. Der Völkerbundsrat tagt Am morgigen 11. Juni tritt in Genf der Völkerbundsrat unter Vorsitz des Prager Außenministers B e n e s ch zusammen. Dr. Venesch wird den besonderen Einfluß, den er bei dieser Tagung ausüben kann, wahrscheinlich benutzen, um seine Politik in der sogenannten Minoritätenfrage durchzudrücken. Die Minderheiten in den verschiedenen "Nationalstaaten haben bisher beim Völkerbünde keinen Schuh gesunden. Venesch möchte das schmerzhafte Problem in der Art entschieden sehen, daß man nur den einzelnen P e rs o n e n, nicht aber dem Ganzen als nationale Minderheit ein Petititionsrecht einräumt, und zwar soll dieses Recht nur dazu dienen, den Völkerbundsrat zu unterrichten. Es soll also kein Rechtsakt sein. Solche Praxis stimmt natürlich vollständig zu den persönlichen Ansichten und Wünschen des Herrn Dr. Venesch. Er findet es ganz in der Ordnung, daß die Welt möglichst selten hört, welch starke nationale Minderheiten es in feinem tschechoslowakischen Reiche außer dem allein maßgebenden „Staatsvolk" gibt. Das Programm der neuen Tagung ist nicht fcfH' reichhaltig. Außer einer französischen Anfrage über dasIrakgebiet stehen die bekannten Schützlinge des Völkerbundes, das Saar- decken und Danzig, sowie her Finanzbericht 1923 und der Voranschlag für 1925 auf der Tagesordnung. Wichtiger ist die „Kontrolle der Ent- wafftrung Oesterreichs, älngarns und Bulgariens". Das Wichtigste: Die Finanzlage Oesterreichs (und ülngarns). Bundeskanzler Seipel, der ein Opfer der entsetzlichen Attentatseuche geworden ist, wird die Interessen seines v.etgcprüsten Landes bei dieser Tagung leider nicht vertreten. Sein Vertreter wird eine Reihe von Gesetzentwürfen vorlegen, die kürzlich dem Wiener Rationalrat zugegangen sind. Es handelt sich um Sparmaßnahmen zur Durchführung des Reformprogramms, das seinerzeit der Völkerbund zugleich mit dem Finanzprogramm des österreichischen Staates ausgestellt hat. Man erinnert sich vielleicht noch des Freudengesanges, dem die Dvlltagung des Völkerbundes im Herbst vorigen Jahres über das gerettete Oesterreich angestimmt hat. Der Schweizer Ad oi — la voix d'or, wie sich seine Bewunderer ausdrücken — spendete an die Adresse des Rates der übrigen L-elegierten, der technischen Berater, der übrigen Konnrnftionen, der einzelnen Regierungen usw. die tiefstgefühlten Lob^prüche.^ ülnd auch Herr Dr. Zimmermann, dec Holländer, der sonst mit den Oesterreichern ziemlich un anft umspringt, sprach in lobendstem Tone. Niemandem im Reformativnssaale fiel es ein, zu erwägen, in welchem Maße die Siegermächte selbst schuld waren, daß sich Oesterreich nach unsäglichen Leiden am Rande des Abgrundes fand, 'daß die Rachfolgestaaten mit reichster Deute beladen dem unglücklichen Lande nur die Schulden beließen, daß die Oesterreicher trotz größten Elendes besonnen und ruhig blieben und sich jetzt aus eigener Kraft empvrzuarbeiten suchen. Denn wenn die Kapitalisten der Entente nach qualvollem Warten den Geldsäckel öffneten, so nahmen sie dafür die solidesten Pfänder, und Oesterreich wird mehr als ein Menschenalter h.ndurch für Fremde fronen und sich schinden müssen. Was nicht auf dem Programm der Tagung des Völkerbundsrates steht, was wohl jeder den- kende Beobachter vermißt, das ist die Repara - tionsfrage. Hier hat der Völkerball vollständig versagt. Er wurde durch dieBotschaster- konferenz und die Arbeit der alliierten Sachverständigen kläglich in die Ecke gedrückt. Er hat noch nicht einmal eine gutachtliche Aeuherung über die Frage zustande gebracht, ob man die Reparationen politisch oder wirtschaftlich durchführen müsse. Er hat die Ententevölker nicht daraus aufmerksam gemacht, daß Gewalt das ungeeignetste Mittel sei, wirtschaftliche Leistungen eines Volles zu erzielen. Als vor einiger Zeit im Schweizer Rationalrat die Tätigkeit der schweizerischen Delegation beim Völkerbund zur Sprache gebracht wurde, verwies der kathvl -konservative Abgeordnete Mueller- Luzern bebend vor Zorn auf die Zustande im Ruhrgebiet, wo Tlrteile gesprochen werden, die an die furchtbarsten Zeiten der Barbarei erinnern, Urteile, die „uns erzittern lassen", und fuhr dann fort: „Der Völkerbund handelt nach dem Wort im Gleichnis vom barmherzigen Samariter: „Er sah ihn an und ging vorüber." Wenn der Völkerbund sich in der Reparntionsfrage weiter derart selbst ausschaltet, wird die Weltmeinuna bald aar nicht mehr nach Genf hinhören. Die französische Sicherheitsfrage London, 9. Juni. (WB) „Daily Telegraph" veröffentlicht den ersten Artikel einer Aufsahreih? des liberalen Parlamentsmitgliedes Fisher unter dem Titel „Die französische Sicherheit und der Friede Europas" Fisher schreibt: Wenn die Deutschen den Dawes- bericht loyal annähmen und wenn die Franzosen die in dem Bericht geforderten Zugeständ- nisse machten und tatsächlich mitwirkten, um die wirtschaftliche Einheit des Reiches wi ederherzustellen, so würde Europa zur Ruhe kommen. Obwohl die Sicherheit Frankreichs nicht das Gebot der Stunde sei, sei sie wichtiger, als die Reparationsfrage. Die diplomatischen Traditionen Frankreichs könnten in die zwei Begriffe zusammm^efaßt werden: Rheingrenze und Teilung Deutsch- I a n d s. Fisher weist dies an der Hnnd der Geschichte eingehend nach und schließt mit der Bemerkung, daß die von der frainzösischen Militärwissenschaft leidenschaftlich unterstützte Forderung einer dau ernden Kontrolle der rheinischen Brückenköpfe, die den demokratischen Grundsätzen auf denen die Staaten des neuen Europas auf» Millerands kritischer Tag. Der Ministerpräsident des Staatschefs. — Heute die entscheidende Sitzung der französischen Kammer. — Englisch - französische Pläne zum Dawesbericht. Paris, 7. Juni. (WTD.) 10,20 Ähr. Der Finanzminister des zurückgetretenen Kabinetts Poincare, Senator Francois Marsal, h t soeben die Kabinettsbildung übernommen. Paris, 9. Juni. (Wolff.) Die endgültige Zusammensetzung des ) Kabinetts Francois Marsal ist folgende: Vorsitz und Finanzen Francois Marsal; Justiz Senator R a t i e r; Aeuheres Abgeordneter Lefövre du Prey; Inneres Senator de V e l v e s; Krieg M a g i n o t; Marine Desire Ferrh; Kolonien Fabry; Oefsent- liche Arbeiten Le Trocquer; Arbeit Ivur- dain; Befreite Gebiete Louis Marin; Wirtschaft Capus; Oeffentlicher Tlnterricht Landry; Handel Abgeordneter F l a n d i n. Ministerpräsident Marsal hatte Heute eine Llnterredung mit Poincare. Hierauf begab er sich zum Präsidenten der Republik, um mit diesem in Anwe'enheit des Abgeordneten Reibel zu verhandeln Die.e Konferenz dauerte 30 Minuten. Rach dem Verlassen des Elyses äußerte der Ministerpräsident Journalisten gegenüber: „Alles wird r. hig verlaufen. Wir sind die Hüter der Verfassung und wir werden nicht gestatten, daß diese verletzt wiro." Lim 4 Tlhr 30 hielten die neuernannten Minister einen Kabinettsrat ab und um 5 ülhr stellte Ministerpräsident Marsal dem Prä i.euren der Republik das von ihm gebildete Kabinett vor. Morgen vormittag wird unter dem Dorsi) Millerands im Elysee ein Kabinetts rat abgehalten werden, in dessen Verlauf der Präsident der Republik Kenntnis von seiner Botschaft an das Parlament geben wird. Heute vormittag stattete der Senator Fran- cois Marsal dem Kammerpräsidenten Pain - lave einen Besuch ab, um ihm mitzuteilen, daß er am Dienstag nachmittag um 3 Llhr sein Kabinett der Kammer vorstellen werde, um eine Botschaft des Präsidenten der Republik mitzuteilen. Erne ähnliche Mitteilung ist dem Senatspräsidenten Doumergue zugegangen. Die Kammer ist gestern nachmittag am 5 Uhr zu einer Sitzung zasarnrnengetreten, die nur etwa 20 Minuten dauerte. Cs wurde lediglich das Protokoll der gestrigen Sitzung verlesen und genehmigt, worauf Kammerpräsident P a i n l e v e mittril e, es fei ihm folgende Tagesordnung zugestellt worden: „Die Kammer, die entschlossen sei, die Beachtung des Willens des allgemeinen Stimmrechts sicherzustellen, beschließt, morgen um 6 Uhr abends eine Sitzung abzuhalten." Diese Tagesordnung ist mit 348 gegen 5 Stimmen angenommen worden. Die Mittelparteien und die Rechte haben an der Abstimmung nicht teilgenommen . Ein Anhänger der Rechten ruft bei der Verlesung des Abstimmungsergebnisses: „Ko- mööiantenl", worauf der Kammerpräsident die Sitzung aufhebt mit der Ankündigung, daß die nächste Sitzung am Montag um 6 Uhr zwecks Festsetzung der Tagesordnung stattfinde. Als er feinen Sih verläßt, applaudiert die Linke, während man von rechts und aus der Mitte ironische Zurufe hört. Heute nachmittag um 6 Uhr trat dann die Kammer zu einer rein formellen Sitzung zusammen. Es wurde beschlossen, raschestens die Fraktionen zu konsolidieren, damit die großen Ausschüsse baldigst gebildet werden könnten. Die Sitzung hat keine 5 Minuten gedauert. Heber die parlamentarische Lage nach der Bildung des neuen Kabinrtts schreibt Havas: Obwohl die Gruppen der Mehrheit erst am Dienstag vormittag über die einzunehmende Haltung beraten mürben, könne man schon jetzt zwei Möglichkeiten ins Auge fassen: Entweder würden mich der miniftenel'en Erklärung die Mitglieder der Mehrheit ihrerftis auf der Kammertribüne eine gemeinsame Erklärung verlesen lassen, in der die Haltung des Kabinetts ber Linken auseinandergesetzt und verlangt würde, daß ohne Debatte die begründete Tagesordnung angenommen werde, oder aber es wurde eine andere Inter pellaion eingebr acht u d zur Debatte gestellt weichen. Auch dann würde durch die Tagesordnung ein Abschluß herbrige- sührt werden. Wahrscheinlich werde für die gebaut feien, entgegenstehe, den Kern des kontinentalen Problems bilde. Die Kriegsschuldfrage. Paris, 7. Juni. (WTB.) Der „Temps" zieht in einer Betrachtung über das Ergebnis der Reichstagsabstimmung die Aeuherung des Reichs» auhenministers Dr. Stresemann über die Kriegsverantwortung wieder hervor. Dr. Stresemann habe erklärt, man mühte die Mächte zwingen, ihre Archive zu offnen. Dieses Wort könne man nicht überhören. Man könne auch nicht erwidern, bah die Archive geschlossen bleiben. Das französische Volk fürchte die Aufklärung nicht. Die französischen Autoren hätten während des Krieges gewissenhaft versucht, die historische Verantwortlichkeit klarzustellen, die die kaiserlich deutsche Regierung verheimlicht habe. Seit dieser Minderheit Abgeordneter Reibel eine andere Interpellation einbringen. Die Fraktionen ter Minderheit würden vermutlich eine Debatte verlangen, falls die Mehrheit dagegen wäre. Der Kamps zwischen den beiden Lagern könnte in diesem Falle auf die parlamentarij chen Geschäft s- vrdnungsfragen eingeschränkt werden, die sich in die einfache Frage zusammenfassen lassen: „Gibt es eine Debatte ober nicht?" Der Abgeordnete Reibel hat heute nachmittag dem Kammerpräsidenten P a i n l e b e die folgende Interpellation zugestellt: „Ich wünsche die Regierung über die Bedingungen zu interpellieren, unter denen das neue Kabinett gebildet wurde." Dem Senatspräsidenten Doumergue hat Senator C h e r o n, der ehemalige Ackerbauminister, eine ähnliche Interpellation zugehen lassen. Lieber die Haltung der Parteien, oie zum Block der Linken gehören, verlautet noch nichts. Sie werden erst morgen vormittag ihre Frak.ivnssitzungen abhalten. Auch die demokratische Linke des Senats wird morgen unter dem Vorsitz des Senators Bienvenu-Martin über die einzunehmende Haltung beraten. Die Kammerft akl io n der demokratisch-republikanischen Union hat heute bereits beschlossen, den Abgeordneten Reibel bei seinem Vorgehen zu unterstützen, und sie hat einen Abgeordneten beauftragt eine Erklärung zu verlesen, in der die Fraktion Stellung zu der Präsidentenkrise nimmt. Rach der Morgenpresse beabsichtigt der der sozial-republikanischen Fraktion angehörige Abgeordnete. A n t e r i o die Resolution, die im Jahre 1 8 7 7 gegen das Kabinett Roch eb outet eingebracht wurde, und den Rücktritt des Präsidenten der Republik, des Marschalls Mac M a h o n, herbeiführte, fast wörtlichwiederaufzunehmen und am Dienstag nach der Verlesung der Botschaft des Präsidenten und der Regierungserklärung einzubringen. Die Resolution lautet in der neuen Fassung: „Die Kammer steht auf dem SVndpunlt, daß das Ministerium, das sich dem Parlament vorstellt eine Verneinung der Rechte der Ration und des Parlaments ist, dah es also die Krise nur verschärfen kann, und erklärt, daß das Haus nicht in Beziehungen zu dem Ministerium treten kann und zur Tagesordnung übergeht." Rach dem „Journal" wird der Senat am Dienstag nach der Verlesung der Botschaft des Präsidenten beschließen, der Kammer die volle Verantwortung zu überlassen und einfach die Riederlegung der Botschaft in den Akten anordnen. „Oeuvre" glaubt zu wissen, daß die Fraktion der Radikalen bereits beschlossen habe, daß nach der Verlesung der Botschaft des Präsidenten und nach dem Eingreifen eines Mit- ?[liebel der Minderheit von der Linken eine Reso- ution eingebracht werden solle, in der der Regierung die Anerkennung versagt werden und daran erinnert würde, dah sich das Land am 11. Mai unzweideutig für eine entschlossen republikanische und soziale friedfertige Politik ausgesprochen habe. Außer der Interpellation Reidels sind noch folgende Interpellationen in der Kammer eingebracht worden: die des sozialistisch-republikanischen Abgeordneten G u i l l Ha u m e, der über die allgemeine Politik der neuen Regierung interpell.e- ren wird, die des komrnunistijchen Abgeordneten Marcel C a ch i n , der ebenfalls eine g oße politische Debatte herbeizuführen beabfichtigt, und die des sozialistischen Abgeordneten L4on D l u m , der feine Interpellation jedoch nur eingebracht hat, feiner Fraktion alle Rechte vorzubehalten. Das „Petit Journal" hält es jedoch keineswegs für fieber, ob überhaupt eine Debatte statt finden werde. Man gewinne den Eindruck, dah sowohl die Rechte wie die Linke über die einzufchlagende Taktik noch nicht im klaren fei. So wird über die Frage debattiert, ob der Senat die Diskussion über die Botschaft des Präsidenten aufnehmen könne, ehe die Kammer sich darüber ausgesprochen hat. In den Wandelgängen der Kammer war gestern^viel von dem Zusammentritt des Kongresses, d. h. der Vereinigung von Senat und Kammer zur Präsidentenwahl in Versailles, die Rede. Havas bemerkt dazu, die Kandidatur P a i n l e v ö s scheine keinem Zweifel zu unter» Zeit seien in Deutschland selbst entscheidende Zeugnisse erschienen. Aber je mehr die Zeit fortschreite, um so dringender und leichter sei es, manches andere diplomatische Dokument zu veröffentlichen, das noch in den verschlossenen Archiven vergraben sei. Man müsse nur sicherstellen, daß die Dokumente, statt einzig und allein in ihrer Originalsprache veröffentlicht zu werden, in die Hauptweltsprachen übersetzt werden, und in einer jedermann zugänglichen Form auch dem deutschen Volk unterbreitet werden. „Wir wollen Klarheit haben," so fährt der „Temps" fort, „und zwar vollkommen. Warum wollen wir vollkommene Klarheit? Richt nur deshalb, weil das französische Volk nichts zu fürchten hat. .sondern weil nach einem alten Wort eg kein größeres Glück gebe, als seine Irrtümer einzusehen und sie wieder gutzumachen. Wenn wir die Gedanken StresemannS oder die Gedanken der liegen. Was Doumergue anlange, der in der Kammer und im Senat zahlreiche Anhänger habe, so seien seine Absichten noch nicht bekannt und man wisse nicht, ob er Kandidat fein werde ober nicht. Es scheine, dah er seinen Entschluß zum Teil da» von abhängig machen wolle, wie die Plenarversammlung der Linksfraktioner von Kammer und Senat, die nach überliefertem Brauch vor der Abhaltung des Kongresses in Versailles im Senat zusammentritt, organisiert werde. Die sozialistische Kammerftaktion hat heute, Montag, nachmittag, eine Sitzung abgehalten, in deren Verlauf ber Abgeordnete Paul Danco ur für die Taktik des Sch neigens in der Drenstag-Kammersitz ung eintrat Das Kartell, so führte er zur Begründung aus, müsse auf alle Beziehungen zu einem Ministerium verzichten, bas unter solchen Umständen zustanbe gekommen ist. Dieser Auffassung hat sich anscheinend die Mehrheit bei Fraltionsmitglieber angeschlossen,und die Gruppe hat auf alle Fälle ihren politischen Ausschuß zu einer interfraktionellen Besprechung des Kartclts der Linken für Dienstag vormittag ungeordnet, in der über das Verhalten in der Dienstag-Kamin ersihung eine Verständigung geschaffen werden soll. An dieser interfraittoneUcn Besprechung nahmen teil die radikal-sozialrstisch? Gruppdie Abordnung der Sozialisten, die sozialistische-republikanische ur& die republikanische Kammergruppc und die raoikale Linke sowie die Mitglieder bei demokratischen Linken des Senats, die bei der radikal-sozialistischen Partei regelmäßig eingeschrieben sind. Ein englisch-französischer Gedankenaustausch. London, 9. Juni. (WTB.) Der diplomatt> sche Berichterstatter des „Daily Telegraph" schreibt: Das Bedauern in britischen Kreisen über die durch die Präsidentschaftskrise hervorgerusene weitere Verschiebung aller formellen interalliierten Verhandlungen bezüglich der Durchführung des Dawesplanes sei um so größer, als dieser Plan im Deutschen Reichstag von Marx, Stresemann und Löbe erfolgreich verteidigt worben sei. Letzthin habe ein wichtiger Gedankenaustausch durch private Kanäle zwischen Vertretern der britischen Arbeiterpartei und den französischen Sozialisten und Rabikaler. flattgcfunben. Angesichts dieser Erörterungen sei die Erzielung eines ziemlich umfaffenben Heber- einkommens sogar vor bem geplanten Besuch Herriots bei Macdonald wahrscheinlich. Dieses Abkommen werbe u. a. vielleicht folgende Punkte behandeln: 1. Durchführung desDawesPlanes mit der darauffolgenden wirtschaftlichen Räumung des Ruhrgebietes und des Rheinlandes, sobald Deutschland die notwendige Gesetzgebung angenommen habe und bif internationalen Leitungen gebildet un) in bei Lage seien, die ihnen zugewiesenen Organisationen zu übernehmen. 2. Sofortige Herabsetzung der m i< litär ischen Besetzung des Ruhr« g e b i e t s auf ein unsichtbares Maß und ihre Beendigung, sobald die Durchführung des Dawesberichtes unter deutscher Mitwirkung glatt von statten gehe. 3. Die Sicherheitsfrage würde durch den Völkerbund gelöst werden, und zwar vorzugsweise vermittels eines gegenseitigen Garantiepaktes, dec mehr o.er weniger nach dem Vorbilde des Cecil-Planes geschaffen werben würde, wobei Deutschland in den Völkerbund ausgenommen werden solle. Um diesen Verlauf der Dinge zu erleichtern, sei Macdonald, obgleich er nicht gerade für den Cecil-Patt schwärme, ihm doch weniger abgeneigt als die Mehrzahl seiner Kabinettsmitglieder. 4. Baldigste Uebertragung der Kontrolle der deutschen Rüstungen auf denDölkerbund nach Durchführung der vor kurzem vorgefchlagenen neuen interalliierten Untersuchung. 5. Verbindung einer Erörterung über die allgemeine Rüstungsverminderung mit gegenseitigem Garantiepakt. Deutschen verstehen, soll die Enquete, die Deutsch* land verlangt, einen nützlichen Zweck haben. Es handelt sich darum, zu beweisen, daß Deutschland nicht für den Krieg Oer» antwortlich sei und keine Reparatrvnsfchulben 'habe. Der Sachverständigenbericht würde also hinfällig, weil es keine Schuld mehr gebe. Habe der Reichsaußenminister diese Frage stellen wollen? Daraus möchte der „Temps" eine Antwort 'haben. Starkes Vertrauensvotum für Mussolini. Rom, 7. Juni. (WTD.) In der italienischen Kamm er 'dielt Mussolini eine Rede, warm er runter großer Aufmerksamkeit des stark besuchten Hauses zu den Ausführungen der verschiedenen Rebner über die Antwortadresse auf die Thronrede Stellung nahm. Die Rede fand ist lUen Q>ten Teilen lebhaften eSeisalt, bet' ,tcy zum Schluß zu einer Ovation für Mussolini steigerte, ßaiauf nahm die Kammer unter Rarnensaufruf mit 361 gegen 107 Stimmen die von der Regierung gebilligte Tagesordnung an. in der dieser für ihr bisher geleistetes Werk uni) ihr Programm unter Zustimmung der von der Kommission vorgeschlagenen Anttvortadresse volles Vertrauen ausgesprochen wird. Amerika und der Dawesbericht. Berlin, 7. Juni. (WB ) Eine prominente Persönlichkeit aus amerikanischen Dankkreisen erklärte einem Mitarbeiter der „D. A. ■3.*', die maßgebliche öffentliche Meinung in Rordamerila sieht ebenso tote die amtlichen Kreise in Washington im Datoesabkvmmen die von Deutschland immer wieder geforderte internationale Lösung des europäischen Konflikts in einer der Gerechtigkeit und Billigkeit entsprechenden Weise. Beide sind bereit, dieser Heber»eugung auch ißrerfettS gewisse Opfer zu bringen. Zweifellos wird Deutschland, sobald die Derhältnisse in Europa einigermaßen geklärt sind, recht erhebliche Darlehen von Amerika erhalten können. Mit dieser amerikanischen Politik hat die Stützungsaktion Morgans zugunsten des französischen Franken herzlich wenig zu tun. Dieser Schritt wird Morgan seinerzeit nicht im geringsten hindern, seine großen Hilfsmittel mit der gleichen 'Freigebigkeit auch Deutschland zur Verfügung zu stellen. Voraussetzung ist freilich eine Vereinigung des Repar ativns Problems zwischen Frankreich und Deutschland. Ohne eine solche Beruhigung der Atmosphäre ist nicht damit zu rechnen, daß Deutschland aus Amerika große Kredite erhält. Es mag wohl Vorkommen, daß eine oder andere amerikanische Finanzmann den lockenden Zinssätzen, wie sie jetzt in Deutschland gezahlt werden, nicht widersteht, doch kann von großen Transaktionen aber erst nach Annahme des Dawesberichts die Rede fein. Man ist sich in Amerika darüber klar, daß manche Einzelheiten des Berichts noch der aufmerksamen Durcharbeitung bedürfen, bevor sie in die Praxis umsetzbar sein werden. So wird Deutschland mit seiner Forderung, entweder die Zahlungen zeitlich zu begrenzen, oder aber eine Höch st summe festzusehen, sicherlich auf volles Verständnis stoßen. Auch über andere Einzelheiten wird man diskutieren können. Der Bericht kann nur dann wirklich praktische Gestalt bekommen, wenn bei allen Beteiligten der gute Wille zur angemessenen Regelung aller Streitigkeiten vorhanden ist. Diese Voraussetzung richtet sich in allererster Linie an die Adresse Frankreichs. 3m Weißen Hause wird bestätigt, daß Präsident Coolidge der Ansicht sei, die Annahme des Sachverständigenplanes durch Deutschl and sei wahrscheinlich und werde einen Fortschritt darstellen, der dazu angetan sei, die Zustimmung sämtlicher beteiligter Staaten zu dem Bericht zu erleichtern; der Präsident habe hinzugefügt, wenn der Sachverstän- -digenbericht von allen angenommen sei, würden die Aussichten einer amerikanischen Anleihe für Deutschland von denjenigen, die als Geldgeber in Betracht kämen, besser eingeschäht werden. Die Geldgeber müßten außerdem auch das Gefühl haben, daß sie zur endgültigen Heilung des gegenwärtigen Krisenzustandes beitrügen. Me 10 Millionen Dsklar-Anterstützung für Deutschland vom Senat abgelehnt. Washington, 9. Juni. Senator 2 a Follette beantragte die Annahme der vom Abgeordneten Fish eingebrachten Resolution betreffend dielO-Millionen-Dollar-Hnterstüt- zung an Deutschland. Der Senat lehnte ledoch den Antrag mit 53 gegen 23 Stimmen ab. 3n der voraufgehenden Debatte erklärte La Fol- lecke. daß dieses Hilfswerk die Aufrechterhaltung der.demokratischen Regierung in Deutschland unter- fiijßen werde und die Rettung von vielen Tausenden verbürge. Deutschland, das unter dem Gefühl der Isolierung arbeite, habe solche Ausdrücke der Sympathie und des Verständnisses nötig. Senator L v d g e bekämpfte den Antrag sehr energisch Senator Odo bin g gab zu, daß die Gesellschaft, an der er interessiert ist, Geld von einer Kriegsfinanzierungskorporation geborgt habe. Dieselbe Beschuldigung erhob auch S t a n f i e l d, der im übrigen gegen das Hilfswerk sprach. Kabinettskrisis in Japan. Tokio, 7. Juni. (WB.) Das Kabinett Ist zurückgetreten. Der Führer der Opposition Graf Kato wurde nach dem kaiserlichen Palais berufen. Paris, 10. Juni. (WB.) Der „Reuhorker Herald" meldet aus Washington, in offiziellen Kreisen würde bei dem Eintreffen der Die Tollrvutbekämpfung in früheren geilen 3n den drei hessischen Provinzen ist tn einigen Kreisen, wegen Verdachtes der Tollwut, dir Hundespene verhängt worden. Man sieht in dieser Maßregel em Abwehrmittel gegen dir gefürchtete Krankheit, die natürlich schon seit alten Zeiten belannt ist und schon von Aristoteles beschrieben wird. Da man erst in neuerer Zeit, feit Pasteur die Schulimpfung empfahl, einigermaßen über die Aatur der Krankheit im klaren ist so ist nicht zu verwundern, wenn früher die sonderbar sten Anschauungen über das Wesen der Tollwut, auch Hundewut genannt, verbreitet waren und' seltsame Heilmittel angewandt wurden. 3n mancher Beziehung ging man einst radikaler vor; so heißt es in einer hessischen Verordnung vom Sabre 1778: „Demnach das so schädliche als unnötige Hundehalten bishero dergestallt überhandgenommen, daß nicht allein das Publilim sehr dadurch belästigt wird, sondern auch und besonders seit kurzer Zeit vieles Hnglück durch das öftere Tollwerden derselben entstandrn; was maßen Wir um diesem allem vorzubeugen und abzuhelfen nachstehende Verordnung dahin erlassen" usw. Rach dem Wortlaut dieser Verordnung wird allen Bürgern, Bauern und Soldaten das Halten von Hunden bei hoher Strafe verboten. Den Ho- noiationen werden diese Strafen nachgelassen und den Gießener Studenten das Halten von Hunden erlaubt, wenn der akademische Senat ein dahin- tzehendeö Gesuch bewilligt hatte. Später wurde iMe Vergünstigung aufgehoben und nur noch einer Anzahl von Personen dis Hundehaltung erlaubt. tnachrichr, oav Gras xato vom Prtnzregeruen mit der Bildung des Kabinetts beauftragt worden sei, das größte Stillschweigen bewahrt. 3n jedem herrscht ein unzweideutiges Gefühl der Besorgnis darüber, daß der Mann, bei in Washington als amerikafeindlicher wie jeder andere japan'.sche Parteiführer bettachtet werde, zur Regierung gelange, in einer Zeit, wo die Spannung zwischen den beiden Ländern auf ihrem Höhepunkt angelangt sei. Danzig und Polen- Danzig, 7. Juni. (WD.) Rach langwierigen Verhandlungen ist es gelungen, alle Fragen, welche auf bet Tagesordnung der Danzig-polnischen Konferenz standen, in einer provisorischen Art zu regeln, so daß der Rat des Völkerbundes gebeten werden konnte, alle Danziger- polnischen Fragen von feiner Tagesordnung abzusehen. Die Freie Stadt Danzig wird daher an den diesmaligen Beratungen des Rates des Völkerbundes nicht teilnehmen. Die wichtigste Vereinbarung betrifft die Regelung der Frage des Sitzes der polnischen Eisen bahn direk- t i o n in Danzig. Hierüber ist eine Vereinbarung heute vormittag von Präsident S a h m für die Freie Stadt Danzig und von MinisterS3 rad- bur g e r für die Republik Polen unterzeichnet worden. Das Abkommen soll nur in Krast bleiben, falls vor dem 15. August 1924 entweder ein Einvernehmen über alle strittigen Fragen erreicht ist, oder die noch strittigen Fragen dem Oberkommissar zur Entscheidung unterbreitet sind. Der Rat des Völkerbundes wird gebeten, die Entscheidung über die Berufung gegen den Spruch des Oberkommissars vom 12. Dezember 1923 zu vertagen. Der Aufstand in Albanien. Rom, 7. Suni. (WTB.) Rach dem „Gior- nale d'Italia" befindet sich das Hauptquartier der albanischen Aufständischen in giert Rach weiteren Berichten haben nicht nur die Bewohner von V a 10 n a, A r g h i r 0 k a st r 0 und Berat ihren Beitritt zu den Aufständischen erklärt, sondern auch die Provinz K 0 r i z a. Rach einem Kriegsrat beschlossen die Aufständischen in Fieri, der Regierung in Tirana mitzuteilen, daß sie bereit feien, mit der Regierung zu verhandeln, wenn sie die Bedingungen der Aufständischen annimmt und der bisherige Regierungsleiter Hamed Zogu Albanien verläßt. Gestern morgen sei daraufhin die Antwort eingetroffen, daß die Regierung die Bedingungen der Aufständischen annimmt und den bisherigen Regierungsleiter Hamed Zogu gebeten habe, Albanien zu verlassen. Eine definitive Antwort sollen die Aufständischen in Fieri bis heute mittag erhalten. Der Leiter der Aufständischen in Skutari telegraphierte an den Oberkriegsrat in Fieri und bat, den Marsch auf Tirana fortzusetzen. Dem Blatt wird aus Brindisi mitgeteilt, daß heute morgen mit dem Dampfer „ Fuglia" zahlreiche Flüchtlinge aus Albanien angekommen sind, darunter auch die Familie Hamed Zogus sowie mehrere Freunde und Anhänger des Verstorbenen Essad Pascha. Stefani meldet: Infolge der Ereignisse in Albanien traten die Kabinette von Rom und Belgrad entsprechend dem zwischen Italien und Südsla- toien abgeschlossenen Freundschaftsvertrag der eine beiderseitige Zusammenarbeit vorsieht, m einen Meinungsaustausch. Beide Regierungen^ stellten dabei als Ziel ihrer Politik fest, daß sie' nichts unternehmen werden, was die Entwicklung eines unabhängigen Albanien verhindern oder auch nur beeinträchtigen könnte. Sie betrachten daher den gegenwärtigen Kampf in Albanien als eine innere Angelegenheit dieses Landes. Der „Sortiere d'Italia" erfährt aus Välona, daß Tirana den Aufständigen in die Hände gefallen ist und die Regierung auf der Flucht sei. Rach einer Havasmeldung aus Belgrad find die Emissäre der Regierung von Tirana, die mit den Aufständigen verhandeln sollen, von diesen als Geiseln fest- gehalten worden. Aus Hessen. RMK. Darrn st abt, 9. Juni. Die Einladungen zur 8 4. Sitzung des Hessischen Landtages sind soeben ergangen. Die Tagesordnung enthält 61 Deratungsgegenstände, von denen der h uptfächlichste der Hauptsiaatsvvran- schlag ist. Die Beratungen beginnen Montag, den 16. Juni und w rden voraussichtlich drei bis vier Wochen in Anspruch nehmen. Der Landtagsabgevrdnete Ioh. Läufer, Mitglied des Bauernbundes, ist im Alter von 67 Jahren nach kurzem Kranksein in Bieber bei die durch ihren Beruf gezwungen waren. Man sieht, daß die Behörden damals viel hunde- femdlicher waren als heute und es ist verwunderlich, daß es noch keine Hundesteuer gab. Die Hunde wurden in alter Zeit von dem Wasen- meister g^eichnet, das heißt, es wurden iß nut Abzeichen um den Hals gebunden, die sie vor der Tollwut schützen sollten. Die Bezahlung hierfür ging im Lause der Zeit an die Armenverwaltung über, so ist die Hundesteuer entstanden. Für besonders gefährlich zur Verbreitung der Tollwut hielt man die Hunds tage, die ursprünglich ihren Rainen von dem Hundestern, dem Sirius, führen. Hunde, die dann auf der Straße umherliefen wurden erschlagen. Aber auch Menschen wurden getötet, weil der Aberglaube herrschte, daß, wer von einem tollen, Hunde gebissen sei, wie ein Hund belle und ferne Mitmenschen beiße. Ans dem 16. und 17. Jahrhundert sind einige Fälle überliefert, tn denen Personen aus Angst, daß bei ihnen die Tollwut ausbrechen könnte, erstickt worden sind. Wie lange dieser Brauch bestanden haben muß geht aus einer speyerschen Verordnung vom Jahre 1779 hervor, in der es heißt: „Es soll sich niemand unterstehen, einen Menschen, der auch in dem höchsten Grade der Krankheit schwebt, mit Betten zu ersticken." Schon seit dem Altertum glaubte man die Krankheit werde durch den Tollwurm verursacht; man vermutete diesen in einer Muskel unter der Zunge. Aus diesem Grunde sind von den Behörden im Itz, Jahrhundert vielfach Verordnungen erlassen worden, in denen das Ausschneiden des „Tollwurms" befohlen wurde. Essenbach, feinet Heimat, gestvrven. Er gehörte früher der Zentrumspartei an, schwenkte aber bei Beginn des Kampfes gegen die Zwangswirtschaft zum Bauernbund über, um sich hier freier betätigen zu können. Er wurde 1920 gewählt und war als energischer, allgemein geschätzter Politiker bekannt. Als sein Rachfolger im Landtag gilt der Landwirt Philipp Hauck V. in Schaasheim bei Gr.-Hmstadt, dec in den letzten Jahren besonders durch die lebhafte Vertretung der deutsch-völkischen Interessen befanmer wurde. Hauck ist der Sohn des früheren Landtagsabge- ordneten G. Hauck, der auch dem Bauernbund angehörte. Zum Deamtenabbau fyat der Unterausschuß des.Landtags in der lebten Woche wieder einige wichtige Sitzungen abgehalten und, wie wir erfahren, u. a. beschlossen: Die ersten Referenten über das höhere Schulwesen und das Vollsschulwesen sollen insoweit auf den Inhaber gesetzt werden, als beim Ausscheiden des ältesten der einen Abteilung gleichzeitig auch der älteste der anderen Abteilung ausscheiden muß. Ein juristischer Oberregierungsrat soll sofort abgebaut werden auch die Stelle des Beraters für den Werkunterricht soll alsbald eingehen, der Direktor der Zentralstelle für Volksbildung und Ia- gendtoöhlfahrt wird auf den Inhaber gesetzt. Wie man hört, hat nur der Vertreter der demokratischen Partei gegen diese Vereinfachungsoorschläge beim Landesamt für das Bil- dungswesen ^e iiaunt. ,Es bleibt abzuwnricn, wie weit diese Beschlüsse im Landtage Berück)ich? tigung finden. Kleine politische Nachrichten. Die Deutsche Volkspartei hat im Reichstag einen Antrag eingebracht, der die A u ß e r k r a f t- setzung des Reichsmietengesetzes verlangt. Die Angleichun gan die Friedensmiete soll nach dem Antrag spätestens bis 1. April 1925 vollzogen sein. Rach einer Meldung der „Deutschen Allgem. Zeitung" teilt die Direktion der August Thyssen-Hütte durch Anschlag mit, daß am Mittwoch, 11. Juni, der Betrieb wieder aufgenommen wird. * Gegen den Redakteur des soziademokrattschen „Volksfreund" in Braunschweig, Thiele- mann, ist vom Reichsgericht ein Verfahren wegen Landesverrats eingeteitet worden. Grund der Anklage ist eine Mitteilung des Blattes in seiner Rümmer vom 25. Februar d. I., daß in Blankenburg a. Harz durch die braunschweigische Polizei bei Stahlhelmleuten Waffen der Reichswehr beschlagnahmt worden sind. * Heber das Befinden Seipels wurde gestern abend folgendes Bulletin ausgegeben: Temperatur 38, Puls 130, Respiration 39, Lungenbefund unverändert. Rachmittags trat am ganzen Körper ein Resselausschlag auf, der eine erhöhte Temperatur und Pulsbeschleunigung bewirkte. „Het Volk" berichtet, daß der Führer der holländischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei T r 0 e l st r a aus Gesundheitsrücksichten im September den Vorsitz der Kammerfraktion und im Januar nächsten Jahres fein Abgeordnetenmandat niederlegen wird. Aus Stabt und Land. Gießen, den 10. Juni 1924. Hausierende Schulkinder. Das Presseamt des Rats der Stadt Leipzig versendet die folgenden Ausführungen, die auch für die hiesigen Verhältnisse ohne weiteres zutreffen und der Beachtung der Oeffentlichkeit dringend empfohlen werden: „Schon früher waren sie auf der Straße, an den Eingängen zu Wirtschaften und auch in den Gastwirtschaften selbst nicht selten zu treffen, die kleinen Händler mit Zündhölzchen und Schnürsenkeln, mit Ansichtskarten oder mit Blumen. Jetzt hat das Hausieren durch Schulkinder wieder ganz besonders überhand genommen. Trotz aller bestehenden Verbote mehren sich die Fälle, in denen Kinder, selbst recht kleine, von den Eltern ausgeschickt werden, um durch Handel vpn Haus zu Haus, besonders aber in Gast- und Schankwirtschaften, das Einkommen der Familie zu erhöhen. Die Rot der Zeit mag manche Familie dazu veranlassen, solchen Rebenerwerb durch ihre Kinder zu suchen. Diese Eltern übersehen hierbei jedoch völlig, welchen ernsten Als Heilmittel, sowohl von den Aerzten wie von der Volksmedizin, wurde gewöhnlich die Pflanze Ackergauchheil innerlich und äußerlich verwandt. In Mainzer Zeitungen vom Jahre 1747 wird sie als Heilmittel empfohlen. _ Roch ein anderes Heilmittel fei erwähnt, der Hubeitusschlüffel. Es war dies ein Dreimeisen, mit dem man eine Figur in Gestalt eines Jagdhorns einbrennen konnte. Das Brenneisen axtr dem Hubertus, dem Schutzheiligen der Jagd und der Hunde geweiht. Das Brennen geschah bei den Menschen am Daumen urfi> bei den Tieren an der Stirn. In der Stadtrechnung von Hungen im Vogelsberg finden sich im 16. Jahrhundert öfters Kostenaufstellungen für das Segnen des Huber- tusschlüssels. Aus dem Jahre 1559 wird berichtet: „3th. 7 pH. Ricolaus Diffenbach und Dippeln Hanßen geben, haben dem Hirten helfen die Schweine schwemmen, weil der vsinnigk hond ist vnder ihnen gewest." Dr. Mariin in Bad-Raa- heim, dessen Angaben über die Tollwut tn einem Aussatz in den Hessischen Blättern für Volkskunde toir hier gefolgt sind, vermutet wohl mit Recht, daß in der schlecht geschriebenen Handschrift brennen statt schwemmen zu lesen ist. Derselbe Gewährsmann erwähnt auch zwei Aufsätze in der Mainzer Monatsschrift für geistliche Sachen vorn Jahre 1790, die sich mit dem Hubertusschlüssel beschäftigen. Auf dem Iakobsberge bei -Mainz brannte man ohne Hnterschied jeden Menschen an der Hand und jebeS Vieh an der Stirn. Roch aus späterer Zeit liegen zahlreiche Zeugnisse vor, daß an verschiedenen Orten am Mittelrhein das Brennen mit dem Huberttisschlüssel ausg-eübt tourbe sittlichen Gefahre:» sie hierdurch ihre Kinder aussetzen. Es ist Erfahrung, daß die Kinder beim Hausierhandel häufig schweren Schaden für sich selbst nehmen. Deshalb werden Eltern, die ihre Verantwortung kennen und fühlen, ihre Kinder keinesfalls hausieren schicken. Die Angaben, die das Kind beim Hausieren über feine Herkunft, über die Zahl seiner Geschwister, über die Verhältnisse daheim machen muß, sind oft von der Wahrheit weit entfernt; sind sie doch wahr, die Hoffnung auf eine Verbesserung des Geschäfts verführt das Kind leicht zu Hebertreibungen bei der Schilderung der Notlage und zur Erfindung geschäftlich wirksamer Hnwahrheiten. Andere unterliegen der Versuchung, das meist schnell verdiente Geld oder doch einen Teil davon für allere Hand Leckereien und Nichtigkeiten auszugeben; mit allerlei Ausreden müssen sie dann versuchen, die begangenen Hnterschlagungen vor den Eltern daheim zu verdecken. Hnd welch schweren Gefahren können hausierende Mädchen im besonderen ausgesetzt sein! Das ist gewiß, sittlich unbedenklich ist das Hausieren durch Schulkinder nicht und man erweist ihnen in den wenigsten Fällen einen Dienst, wenn man sie, vom Mitleid getrieben, durch kleine Käufe unterstützt. Solche Mildtätigkett ist sehr häufig recht übel angebracht. Es kann durchaus nicht empfohlen werden, den gesetzlich verbotenen Hausierhandel durch Kinder irgendwie noch zu unterstützen. Cs machen sich übrigens die Eltern des Kindes, die es zu dem Handel anleiten oder ausschicken, strafbar, ebenso auch der Gastwirt, der den Hausierhandel durch Schulkinder in seinen Schankräumen gestattet." ♦ "DiePfingstfeiertage haben im großen und ganzen wohl den Erwartungen entsprochen, die man an sie geknüpft hatte. Schon am Samstag nachmittag konnte man einen sehr regen Ausflugs.verkehr bemerken, der sich mittels der Dahn weiter hinaus ins Land erstreckte. Der erste Feiertag, obwohl schon am Vormittag trübe und schwül, sah morgens große Wanderscharen hinausstreben in die herrliche Gottesnatur, und tzen Gaststätten in der Stadt blühte unter diesen Hmständen ein flaues Geschäft. Die Rach-- mittagsstunden brachten hierin aber einen Hm- schwung, denn einige Gewitter, die nach, den schwülen Vormittagsstunden.zur Entladung tarnen und bis in die 5. Stande andauerten, veranlaßten viele Rachmittags-Ausflugslustige von ihrem Vorhaben Abstand zu nehmen und sich mit einem Rundgang durch unsere schönen Anlagen zu begnügen. Hierbei fanden dann auch viele Gastwirtschaften in der Stadt Zuspruch, der in manchem Lokal fo eine Art Großbetrieb schuf. Am zweiten Feiertag herrschte aber echtes und rechtes Wanderwetter, nicht zu warm und nicht zu kühl, wechselnder Sonnenschein der namentlich am Rach- miitag zu einem sehr lohnenden Gang ins Freie lockte. Gar köstlich wandelte es sich da durch die vortrefflich stehenden.Felder und durch den frischen grünen Wald. 'Wem am ersten Feiertag durch das Wetter ein Strich durch die Rechnung gemacht worden war, der fand nun am zweiten Festtag doch irxb feine Hoffnungen erfüllt. Dazu gehören allerdings manche Gastwirte der Ausflugsorte nicht, beim hier und da brachte das Geschäft am zweiten Feiertag keinen genügenden Ausgleich für den Ausfall vom Vortage. Der Eisenbahnverkehr war am Samstag und an beiden Festtagen sehr stark, in den Hauptverkehrsrichtungen mußten zu den fahrplanmäßigen Zügen noch Vor- und Rachzüge gefahren werden. Trotz des regen Ausslüglerverkehrs waren die Gotteshäuser erfreulicherweise an beiden Feiertagen gut besucht. ** Ernannt wurden der Lehrer Gustav Otto zu Okarben zum Lehrer an der Volksschule zu Kirch^Göns, der Lehrer Hans Mangold zu Bermuthshain zum Lehrer an der Volksschule zu Crainfeld die Lehrerin Antonie Bauer an der höheren Mädchenschule zu Gießen zur Lehrerin an der Volksschule zu Friedberg, der Lehrer Adam Schmier zu Rainrod zum Lehrer an der Volksschule zu Lauterbach. *■* In den einstweiligen Ruhestand verseht wurden die Rektoren Heinrich Kühle r an der Volksschule zu Watzenborn-Steinberg. August Storch an der Volks,chule zu Butzbach, die Lehrer Karl Dergauer an der Volksschule zu ©lauberg, Kreis Vüöing n, Adam Fischer an der Volksschule zu Frau-Rombach, Kreis Lauterbach, Gustav K a u s an der Volksschule zu Wenings, Kreis Büdingen, Georg K r a f t an bei Volksschule zu Ortenberg, Kreis Büdingen, Philipp Köhler an der Volksschule zu Wohnbach Die Bekämpfung der Maufsplage. Der Krieg hat in Frankreich die Vermehrung der Rager, Ratten, Mäuse und Feldmäuse im besonderen Maße begünstigt. Die Plage ist so groß geworden, daß man jetzt in 45 Departements mit aller Kraft den Kamps gegen die Feldmäuse führt. Man hat dort etwa 30 Arten von Wühlmäusen festgestellt. Ein erwachsenes Tier braucht zu feiner Ernährung täglich etwa 20 Gramm, im Jahre also 7 Kilogramm. Da die Tiere aber mindestens noch einmal soviel zerstören, so muß man den Schaden, den eine Feldmaus anrichtet, mit etwa 15 Kilogramm jährlich berechnen. Die Vermehrung ist außerordentlich stark, denn ein einziges Pärchen kann unter günstigen Hmständen bis 500 Ra ^'kommen haben. Ein französischer Gelehrter, Deribere- Desgards, hat nun eine Methode zur Bekämpfung der Mäuseplage ausgearbeitet, über die in der in Frankfurt a. M. ^scheinenden „Hmschau" berichtet wird. Als wirksamstes Mittel erwies sich das Bakterienpräparat „Virus Danhsz". Man wendet es in Frankreich an, wenn es sich darum handelt größere Gebiete von Mäusen zu säubern. Das „Virus Danhsz" ist gegen Mäuse, Wühlmäuse und Ratten wirksam. Der in ihm enthaltene Erreger ist her Bazillus ratti, der an ben Typhusbazillus erinnert. Er wird im Institut Pastur gezüchtet und zu Präparaten verarbeitet, die in der Praxis Anwendung finden. Diese Präparate verursachen bei den Ragern eine tödlich verlaufende Krankheit, sollen aber für Haustiere und Menschen unschädlich sein. Man imprägniert mit einem Liter Bakterienaufschwemmung etwa 8—10 Kg. Hafer. Das genügt für das Bestreuen eines Hektars. Kreis Friedberg, .Lyevdvr Rabenau an Der Volksschule zu Rödgen, Kreis Gießen, Philipp Weil an der Volksschule zu Laubach. Kreis Schotten, Jakob Drau ne well an der Volksschule zu Wieseck, Kreis Gießen. ** Die Dvllarnotgeldscheine der Reichsbahn gelten noch. Die von der Reichseisenbahn herausgegebenen, auf Dollar lautenden Rotgeldscheine werben vielfach in der irrigen Annahme zurückgewiesen, daß dieses Rotgeld bereits auf gerufen und daher ungültig sei. Da die Beamten und Angestellten der Reichsbahn ihre Bezüge zum großen Teil mit diesen Geldscheinen bezahlt erhalten, so entstehen durch die Verweigerung der Annahme für diese Personen wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Ansicht, daß der Aufruf des Reichsfinanzministers vom 14. Mai 1924 sich auf sämtliches Rotgeld der Reichsbahn bezieht, ist unzutreffend. Aufgerufen ist nur das auf Pa- p i e r m a r t lautende Rotgeld der Reichsbahn; die auf Dollar lautenden Rotscheine der Reichsbahn sind dagegen noch jetzt in Gültigkeit und müssen im Zahlungsverkehr angenommen werden. ** Der Verkehrsverein hat in der letzten Zeit einen sehr bemerkenswerten Aufschwung genommen. Während er vor dem Kriege (1912) rund 230 Mitglieder zahlte, brachten ihm die Kriegs- und die ersten Rachtriegsjahre einen Verlust an Mitgliedern, so daß schließliche 1922 nur noch 157 Ramen in der Mitgliederliste verzeiche- net standen: jetzt ist die Mitgliederzahl auf 416 wieder angewachsen, und damit hat der Verein den höchsten Mitgliederstand während seines ganzen bisherigen Bestehens erreicht. Zur Wiederbelebung und Förderung des Fremdenverkehrs in unserer Stadt bereitet die Dereinsleitung zur ^Zeit einen neuen Führer durchGießen vor, der demnächst erscheinen soll und von dessen Versendung an auswärtige Verkehrsbureaus und sonstige Beratungsstellen für Reisende man ein gro- [ßei-cä Interesse der reisenden Welt an unserer Stadt sich verspricht. Dieser Führer wird natur» ilich auch, an Mitbürger abgegeben werden, die ihn an Freunde und Bekannte in Deutschland und im Auslande versenden wollen. Von dem Erscheinen des Führers wird die Öffentlichkeit noch in Kenntnis gesetzt werden. Das Bureau des Ver- kehrssvereins ist mit der Lesehalle am Kirchen- plah vereinigt worden. RDV. Kraftzweiräderals Reisegepäck. Rach den Bestimmungen der Eisenbahn- Verkehrsordnung sollen Kraftzweiräder, und Fahrräder mit Hilfsmotor als Reisegepäck nur dann angenommen werden, wenn die Drennstoffbehälter mit Ablaßhähnen versehen und entleert sind. Zur äleberwachung dieser Bestimmung soll künftig vor Annahme der Räder das Oeffnen der Ablass- Hähne von dem Auflieferer verlangt werden, damit etwa noch vorhandenes Benzin abläuft. Findet sich der Auflieferer hierzu nicht bereit, so soll Annahme und Abfertigung des Kraftfahrrades verweigert werden. * * Einführung der Stenographie bei der Reichsbahn. Durch Erlaß der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn ist die Kenntnis der Stenographie (mindestens 100 Silben Geschwindigkeit) amtlich für alle Beamten und Dienstanfänger der Reichsbahn (von Gruppe 7 an aufwärts) vorgeschrieben worden. Den übrigen Beamten wird die Erlernung der Stenographie empfohlen. Als einheitliches System wird das System Gabelsberger eingeführt. *■* Das Wohltätigkeitskonzert (Kammermusikabend) des Wartburgvereins am Mittwoch abend im Johannes- saal erfreute sich eines guten Zuspruchs. Das Programm war verständnisvoll zusammengestellt und enthielt Werke von ersten Meistern. Die Darbietungen des Streich-Quartets zeugten von großem Fleiß und waren für jeden Musikfreund ein Genuß. Jedem einzelnen merkte man den Eifer an, mit dem er sich in den Dienst der guten Sache gestellt hatte. Eine angenehme Abwechselung boten die von Frau Gertrud W e y l und Frl. Trudel T e tz l a f f vorgetragenen Lieder, Solis und Duette, ganz besonders letztere fanden warme Anerkennung. Die Begleitung lag in den Händen von Frl. Hella Maternus, die ihrer Aufgabe in mustergültiger Weise gerecht wurde. Alles in allem, dürfen der Wartburgverein und die Ausführenden stolz sein, daß sie die großen Schwierigkeiten, mit denen heutzutage eine jede solche Darbietung verbunden ist, überwanden und den sehr zahlreich erschienenen Hörern, die mit ihrem Beifall nicht kargten, einen genußreichen Abend zu bereiten vermochten. M.-D. ** Sein vierzigstes Arbeitsjubiläum beging am Samstag der Schuhmacher H e i n r i ch V o l z bei der Firma Christian Weeg. Reben den Ehrungen durch den Geschäftsinhaber und die Mitarbeiter ließ die Hess. Handwerkskammer dem Jubilar eine Ehrenurkunde, der Bund deutscher Schuhmacherinnungen, Sitz Berlin, ein Handschreiben, der Bund orthop. Schuhmacher- meister, Sitz Leipzig, und der Hess. Schuhmacher- meister-Ve^band entsprechende Glückwünsche übermitteln. Vornonzen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 7 älhr „Der Ehestreik". — Rund» funkhuus Löberstraße: Arie aus „Fideliv", Walzei aus dem „Rvfenkavalier". — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Pat und Patochon". — Aftoria- Lichtspiele: „Die Welt in Flammen". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns mitgeteilt: 3n letzter Stunde sei nochmals auf die heutige Erstaufführung der Reu- heit von Julius Pohl „Der E h e st r e i k" hin» gewiesen. Die Aufführung des „heiteren Dorferlebnisses", wie der Verfasser sein Werk nennt, hat gestern abend am Dad-Rauheimer Kurtheater, wie zu erwarten war, einen lebhaften Erfolg erzielt. — Gießener Radfahrerverein 1885. Donnerstag außerordentl. Hauptvers ammlung. (Siehe Anzeige.) — G'a st Wirteverein. Morgen nachmittag Mitgliederversammlung. (Siehe Anzeige.) — Die Spielgemeinde des Bühnen- volksbundes wiederholt, wie im heutigen Anzeigenteil zu lesen ist, am Sonntag, 15. Juni, auf dec Waldbühne Lienhards „Wieland der Schmied" zu ermäßigten Preisen. Es wird dadurch bieten Gelegenheit gegeben, sich diese wertvolle Aufführung anzusehen, welche während der Pfingsttage auch auf der Amöneburg zur Darstellung gelangte. Wettervoraussage WoMg, südwestliche Winde, warm, leichte Regenfälle. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 9. Juni. Familienzuwachs ist ein an sich freudiges Ereignis, in der heutigen teuren und geldknappen Zeit aber mit mancher ei Schwierigkeiten verknüpft, besonders wenn es gilt, die elfte Ausstattung für die jungen Erdenbürger zu beschaffen. Diese an sich betrübende Tatsache sahen sicher.auch unsere hier nistenden Störche ein wenigstens ist dies anzunehmen, da sie versuchten, den von ihnen zu liefernden Kindern über die erste Schwierigkeit durch Mitgabe der notwendigsten Kleidungsstücke.hinwegzuhelfen. Sie füllten ihr Lager allerdings auf recht einfache Art auf, denn dieser Tage erst konnte Gerat er Lang» bein, der sich dadurch auch als Bruder Lang- finger vorstellig, beobachtet werden, wie er um 3um Bleichen ausgelegte Wäsche herumstol- zierte, schließliche an einem Prinzeßrock Gefallen fand und damit nach seinem Rest flog. In letzter Zeit ist dies oft beobachtet worden. Mancher Wäschediebstahl dürste somit wohl seine Aufklärung gefunden haben I △ Harbach, 9. Juni. Dor unserer Kirche erhebt sich das Ehrenmal für d i e 17 Gefallenen unseres Dorfes. Gestern konnte die Weihe vollzogen werden. Aus den Rachbar» orten waren zahlreiche Festgäste erschienen. Den Festzug eröffneten die Angehörigen der Gefallenen, denen folgten Kriegerverein, Gesangverein, Schulkinder und Ortsvorstand. Bildhauer A l - b a ch von Burkhardsfelden enthüllte das Denkmal, Schulkinder sagten Gedichte und der Gesangverein fang mehrere Chöre. Pfarrer D ö l l - Wirberg sprach in seiner Weiherede tiefempfundene vaterländische Worte und forderte das deutsche Volk zu Cmigfeit und Geschlossenheit auf. Leider machte ein schweres Gewitter der Feier ein vorzeitiges Ende. △ Ober-Bessingen, 9. Juni, Linser Kriegerdenkmal wurde gestern nachmittag unter sehr zahlreicher Beteiligung eingeweiht. Ein Festzug, an dem die Angehöügen der Gefallenen, die Vereine und Schulkinder teilnahmen, bewegte sich durch das Dorf nach dem Friedhof, wo der Denkstein errichtet ist. Pfarrer A h l h e i m - Münster und Lehrer Jakob hielten Ansprachen, der Gesangverein und der Schülerchor trugen Lieder vor. — Ein schwerer älnglückssall ereignete sich an der abschüssigen Straße Ettingshausen— Harstenburg. Mehrere Radfahrer fuhren in raschem Tempo die Straße herunter, ein Fräulein Born mersheim konnte die Kurve nicht nehmen, rannte gegen einen Abweisstein und flog die Böschung hinunter. Bewußtlos trug man sie nach der Harstenburg. Reben äußeren Verletzungen stellte der schnell herbeigerufene Arzt eine Gehirnerschütterung und innereDer- leßungen fest. Die Verunglückte ist heute noch nicht transportfähig. Kreis Schotten. A Laubach, 9. Juni. Die Rache der Wilddiebe. Vor etwa neun Monaten wurde ein Wilderer von einem Förster, dem er mit der Waffe entgegentrat, erschossen. Dieser Tage fand nun der Förster vor seinem Jagdhaus einen Sack mit den Läufen von etwa zwanzig Rehen. An dem Sack hing ein Zettel mit dem Worte: Rache. Hessen-Nassau. * H o m b u r g v. d. H., 9. Juni. Heute nachmittag gegen 4 Llhr ereignete sich auf der Strecke Homburg—Rauheim, uno Mar aus der über die Saalburg führenden Straße ein schwereSAutomvbilunglück. Der Di- rektor des Homburger Kurparksanatoriums Weber, der mit einer dort wohnenden Dame Frau M e b u s in seinem Automobil fuhr, konnte bei Hundstadt die Kurde, die er in übermäßigem Tempo zu nehmen versuchte, nicht bewältigen. Er verlor die Herrschaft über die Maschine, die mit voller Geschwindigkeit gegen eine Telegraphenstange rannte. Der Wagen überschlug sich zweimal. Direktor Weber und Frau Medus waren auf der Stelle tot. Landwirtschaft. * Aus dem Kreise Gießen, 9. Juni. Die Saaten stehen recht gut, nur ist die Winterfrucht etwas kurz geblieben. Hieran ist das kalte Wetter schuld, das wir bis in den Mai hinein hatten. Der Roggen hat fast ausgeblüht. Infolge des feuchten Wetters haben besonders die Kleeäcker einen vorzüglichen Futterstand. Die Heuernte verspricht in diesem Jahr eine äußerst reichliche zu werden. Turnen, Sport und SpieL Ruderregatta in Gießen. Zu der am 14. und 15. Ium in Gießen auf der Lahn ftattfmbenben 4 4. Regatta des Süddeutschen Ruderverbandes, deren Leitung dem Gießener Ruderklub „Hassia" 1906 übertragen ist, sind, wie man uns schreibt, zahlreiche Meldungen seitens der Verbot ndsver eine eingegangen, so daß 21 Ausscheidungsrennen erforderlich sind, die am Samstag, 14. Juni, nachm. von 5 ilßr ab, und Sonntag, t>Drm. von 8 Ähr ab, ausgefahren werden. Die Einzelergebnisse der Meldungen sind folgende: Gast vieres: 1. „Fieiheit" Mühlheim, 2. „Borussia" Frankfurt, 3. Wassersportv. „Vorwärts" Ma an beim, 4. „Germania" Kassel, 5. „Germania," Of enbach: Anfänger-Vierer: 1. Rg. 1910 Fechmheim, 2. „Borussia" Frankfurt, 3. „ilnb’.ne" Frankfurt, 4. „Germania" Ofsenbach, 5. „Hafsia" ©ießen, 6. „Freiheit" Mühlheim: Junior-Vierer: 1. „ Freiheit" Mühlheim, 2. „Hassia" Gießen, 3. „Germania" Kastel, 4. Wassersportv. Ludwigshafen: Junior-Einer: 1. „Unbine" F ankfurt, 2. „Hassia" Gießen: 5. Jungmann- V i e r er: 1. „Hassia" Gießen, 2. Boot, 2. „Hellas" Gießen 3.Wassersportv.Ludwigshafen, 4.„Hassia" Gießen. 1. Doot. 5. Rv. 1919 Wetzlar. 6. „Llndine" Frankfurt, „Vorwärts" Offenbach, 8. Rg. 1910 Fechenheim: Stadt-Viere r: 1. „Vorwärts" Offenbach, 2. „Hassia" Gießen, 3. „Germania" Offenbach, 4. „Vorwärts" Mannheim, 5. „Germania" Kastel, Alte-Her-ren-Vi er er: 1. „Hassia" Gießen 2. „Vorwärts" Offenbach: Lahn-Vierer: 1. „Hassia" Gießen, 2. „Vorwärts" Offenbach, 3. „Germania" Offenbachs 4. „Borussia" Frankfurt, 5. „Germania" Kastel: Schüler-Vierer: 1. „Vorwärts" Mannheim, 2. „Hassia" Gießen, 3. „Germania" Offenbach, 4. „Freiheit" Mühlheim: Lahn-Achter: 1. „Hassia" Gießen, 2. Rg. 1910 Fechenheim, 3. „Germania" Offenbach: Ermunterungs- nietet: 1. Rg. 1910 Fechenheim. 2. „Hassia" Gießen, 2. Doot 3. „Unbine" Franffurt, 4. „Hassia" Gießen 1. Doot, 5. „Vorwärts" Offenbach, 6. „Borussia" Frankfurt: Großer Achter: 1. „Vorwärts" Mannheim, 2. „Vorwärts" Offenbach. Bei sämtlichen Rennen kommen wertvolle Ehrenpreise zur Ausfahrt, von denen besonders zu erwähnen sind beim Stadt-Vierer der Wanderpreis der Stadt Gießen, beim Lahn- Vierer der Herausforderungspreis des Vereins „Llfeilritik" 1922 Gießen und beim Großen Achter der Ehrenpreis des Gießener Brauhauses 21. u. W. Denninghoff. (Siehe Anzeige in der Samstag» nummer.) Die Deutsche Fußballmeisterschaft. Berlin, 10. Juni. Am ersten Pfingstfeier- tag errang der Erste Fußballklub Rürn- berg im Berliner Stadion zum dritten Male den deutschen Fußballmeistertitel gegen den Hamburger Sportverein mit 2:0. Der Spielverlauf rechtfertigte den Sieg Rürnbergs, dessen Mannschaft im Spiele weit überlegen war. Der Verband der Turnerschaften auf Deutschen Hochschulen (D. C.) hält in den Tagen vom 11. bis 17. Juni erstmalig wieder nach dem Kriege sein großes Turnfest ab, und zwar in Goslar, nachdem infolge der politischen Verhältnisse die alte Feststadt Gotha zur Zeit nicht geeignet erscheint. Dom 11. Juni an finden die turnerischen und sportlichen Wettkämpfe statt, die am Rachmittag des 13.Juni in den Entscheidungskämpfen ihren Ausklang finden. Am folgenden Tage beginnen die Verhandlungen über Verbands- und allgemein vatev« ländische, wie studentische Angelegenheiten. Sie dauern bis zum 16./17. Juni. $?. ■ ---- Deutsch-akademisches Olympia. Sne Ausschreibungen für das Deutsch-akademische Olympia in Marburg vom 18. bis 20. Jull si.id erschienen. Sie sind das Ergebnis einer neuer Beratung des Deutschen Hochschulamts für Leibesübungen mit bei' Hochschul-Turn» und Sport« lehrerschaft. Teilnahmeberechtigt sind alle an einer deutschen Hochschule eingeschriebenen Studenten und Studentinnen deutscher Staatsangehörigkeit und Studierende deutscher Zunge des A rslandeS sowie Altakademiker mit mindestens 6 Semestern an einer deutschen Hochschule in den für sie vorgesehenen Wettbewerben. Der Meldeschluß ist am 30. Juni. Als zeitgemäße erfreuliche Reuerung ist die verbindliche Einsendung eines sportärztlichen Antersuchungsblattes für jeden Teilnehmer an den Wettkämpfen zu bemerken. Die Kämpf« gliedern sich in Mannschaftskämpse (Musterriegenturnen, Dreikamps Staffeln, Spiele), in Mehrkämpfe und in Einzelkämpfe im Gerätturnen, Leichtathletik, Schwimmen, Fechten, Tennis. Für den Deutschen Akademischen Mehrkampf (Reun- kampf) sowie für den Schwimm-Mehrkampf sind auch Ali-Kademiker zugelassen. Außerdem wird ein Faustballspiel für Studentinnen ausgeschrieben. Gefallenen-Gedenktafel km Stadion. Die Festigung der deutschen Mark ermöglicht es, einen Gedinken der Gefallenen-Ehrung wieder aufzunehmen, der unmittelbar nach dem Kriege beschlossen wurde. Das Deutsche Stadion im Grünewald, der Gemeinbesitz der Deutschen Turn- und Sportgemeinde, soll zugleich eine Gedenkstätte der Gefallenen im Weltkriege sein. So will jetzt der Verband Brandenburgischer Athletikvereine eine Dronzetafel für seine Gefallenen im Stadion anbringen lassen, und mehrere Berliner und auswärtige Sportvereine haben das gleiche Ansuchen an den Reichsausschuß gerichtet. Auch im Deutschen Schwimm» verband schweben ähnliche Verhandlungen. Di« Tafeln würden an der 8000 Meter im Umkreis messenden Wand angebracht werden, welche i>w Sitzplätze vom Wandelgang trennt. Vermischtes« Ein furchtbarer Orkan in Düsseldorf. Düsseldorf, 9. Juni. (Priv.-Tel.) Die Stadt ist am ersten Pfingstseiertag durch einen Orkan von ungewöhnlichen Verheerungen heimgesucht worden. Gegen 2 Llhr, als der Sturm seinen Höhepunkt erreicht hatte, stürzte der Turm der St. Martinskirche ein und durchschlug ein daneben liegendes Haus, das zum größten Teil zerstört worden ist. Hierbei wurde ein Mann getötet und eine Frau und ein Kind schwer verwundet. Ein großer Teil der im südlichen Stadtteil liegenden Anlagen ist vollständig zerstört worden. Die Bäume, die entwurzelt oder in einer anderen Form zerstört wurden, zählen nach Tausenden. Die Ernte in der Umgegenb ist zum größten Teil vernichtet worden. Aus dem Amtsverkündigunqsblatt.' * Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 38 vom 6. Juni enthält: äleberwachung der MineralwasserfabriLation. — Termin zur Vorlage der Rechnungen. — Llusgewiesenenfürforge. — Felbbereinigungen. — Dienstnachrichten. — Straßensperre. 1 Kinderreiche Familien haben die Erfahrung gemacht, daß es besser ist, altbewährte NahrungS- mittel im Hanse zu haben, als neue, oft zweifelhafte Sacken auszuprobieren. Nestle'S Kindermehl hat sich seinen guten Ruf als Kindernahrung und auch als Krankenkost für Erwachsene bei Verdauungsstörungen nicht unverdient erworben, denn es sind geradezu verblüfsende Erfolge damit erzielt worden. 1 Dose kostet Mk. L50 in allen Apotheken und Drogerien usw. Jllustr. 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Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beantragen haben. 4779D Lumda, den 10. Juni 1924. Bürgermeisterei Lumda. Schultheiß. Achtung! Große Sendung Spargel, Gurken, Salat, gelbe Ruben, Römischkobl, Wirsing, Tomaten, Zwiebeln, Apfelsinen, Zitronen, Kirschen und Erdbeeren eingetrossen. Verkauf Mittwoch frilb von 8 Uhr an aö™ am FeUeukeller. Frau Frosch 020819 Telephon 1051. Ihm f. alle Zeitungen Pfeiffersche Buchhandlung Walltorstr. 21. Fernruf 1342. 42201 Nagut Geflügelbeifutter,'/» dem Morgenweich- futter zugesetzt, garantiert den höchsten Eierertrag bei Hühnern,dieketnensreten Auslauf haben. Erstlings- Mckensutter Reform- Hundekuchen der auch von den verwöhntestchi Hunden gefressen wird, empsiehlt 2,toc AiWsiMkenskls Telephon 1662 17 Marktplatz 17. 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Alle aktiven Mitglieder haben bestimmt zu erscheinen. «7»°v Der Vorstand. Die Verlobung unserer Tochter Marie Luise mit Herrn Dr. med. Fritz Küpper beehren wir uns anzuzeigen. Medizinalrat Dr. Ernst Walger und Frau Louise geb. Pabst. Die Beerdigung findet Mittwoch, 11. d. M., nachmittags 3V8 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Vorzügliche Existenz. Für den dortigen Bezirk ist die Alleinvertretung eines bedeutenden Konzerns zu vergeben. Nur tüchtige Kräfte, ivelche ein Warenlager im Werte von 300—500 Ni. übernehmen können, wollen sich melden unter F. G. M. 424 an Rudol! Kosse, Dr. med. Fritz Küpper Medizinalpraktikant. t Noch zwei große Lustspieltage nur noch heute und morgen. Alles lacht! Stadttheater Heute Dienstag. 0.10.3uni abends 7 Ubr Neuheit I Neuheit! Der Ehestreit Ein heiteres Dorf- erlebnts in 3 Auszügen vonJuLPohll Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Sanft im Herrn entschlief am ersten Pfingstfeiertag, früh 2 Uhr, unser herzensgutes Mütterchen und Großmütterchen Frau Katharina Haun Wwe. im Alter von 71 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Josef Schmidt und Frau Wilhelmine geb. Haun. Gießen (Mittelweg 13), den 8. Juni 1924. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 11. Juni, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. 4789V Astoria-Lichtspiele Nur noch heute und morgen: Die Welt in Flammen 2. Teil u. Schluß: „Der Liebe Sieg". 5 Akte. Dazu: Das Rätsel derGertySering Großer Abenteuerfilm in 6 Akten. = Anfang heute 3 Uhr. = Am Pfingstsamstag, abends gegen 6V2 Uhr, entschlief sanft mein lieber Mann, unser lieber Vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Heinrich Stephan Briefträger i. P. im 79. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Marie Stephan geb. Hofmann. Pat und Patachon iiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiim die unerreichten Spaßmacher, in Die Liebe im Schnee 5 zwerchfellerschütternde Akte. - Dazu: Fatty als Heiratskandidat 5 Akte des tollsten amerikanischen Humors. Wir kaufen "°'-s alle chemischen Zeitschriften Berichte d-chem.Ges., Chem.Zentral- blatt, Liebigs Annalen usw. „LITERA" A.-«. I. d. obem. Industrie, Darmstadt. W!lcnNM>Mg,i>enir.zuiliM MmttW 4 Uhr soll in Gießen am Ortsgericht Gießen das folgende Grundstück zum zweiten und letzten Male freiwillig meistbietend versteigert werden: Gemarkung Gießen: Flur XXXVIII Nr. 245Vio Hofreite am Mühlweggarten Lahnstraße 9Vio (jetzt 15) 716 qm. Näheres durch: 4766V NckrLhnMinBOch. Heute vormittag 11 Uhr verschied infolge eines Schlaganfalls meine teure Frau, unsere treusorgende unvergeßliche, liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Elisabethe Henn geb. Lippert im nahezu vollendeten 64. Lebensjahre. ««« In tiefer Trauer namens der Hinterbliebenen: Jakob Henn. Gießen (Kirchenplatz 11), Langenau i.Westf., Aliendorf a. d. Lda., Solingen, den 8. Juni 1924. DieBeerdigungfindet am Mittwoch,dem 11. Juni 1924, nachmittags 2V* Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. billiger USseverkauf Infolge der starken Nachfrage laffe ich auch diese Woche, solange der Vorrat reicht, meinen bekannten li feinst, großen Bauernhandkäse zum Preise von Mk. 0.50 das Pfund in meinem Lager Rodhelmer Strahe 30 sowie iw JelikatesM-kesUstAug.8l!jwarz,Eikßea,Friei>MsirJ Danksagung. Mr die anläfiltch deS Heimganges meines lieben Mannes mir entgegengebrachte Teilnahme sage ich hiermit innigsten Dank. Iohannette Becker geb. Loos. Giehen, 10. Juni 1924. 4782D Rundfunk- hm Löberstr. 12 Bente abend 8.3J Uhr: Arte d. Leonore aus 47«a „Fidelio" 1. Akt. Beethoven. Walzer auS dem „Nosenlavalier" Rich. Straufi. Morgan abend 8.30 ühr lieft Daul fiornfeld aus ebenen Werteng Du warst so gut, du starbst so früh; Wer dich gekannt, vergißt dich nie. Heute nacht verschied nach langem in großer Geduld ertragenem Leiden unser guter unvergeßlicher Sohn und Bruder Otto im blühenden Alter von 20 Jahren. In tiefer Trauer: Ludwig Gerlach (Gastwirt) und Familie Bieber, den 9. Juni 1924. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 11. Juni, nachmittags 2l/2 Uhr, statt. OJ0820 wRseSm Hornhaut a d. Fußsohle verschwindet durch 8M8A Lebewohl - Ballen - Scheiben. Kein Verrutschen, kein Festkleben am Strumpf. ---- In Drogerien und Apotheken.---- Man verlange ausdrücklich „Lebewohl** Bühnenvolksbund Gießener Theatergemeinde Sonntag, 15. Juni, nachm. 5*/a Uhr auf der Waldbühne: von Lienhard. Karten vorverkauf bei Challier. Preise der Plätze: Mark 1.50 und Mark 1.- für Mitglieder^ M. 2.— und M. 1.5) für Nichtrnitglieder,1 Stehplätze Mark 0.50. 47771) Triolin-Fußbodenbelag hergestellt von der Köln-Rottweil A. 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Juni 1924, nachmittags 3l/2 Ahr öffentlich meistbietend auf dem Ottsgerichi Giehen, Bergstraße 20, Zimmer 15, versteigert. Es kommen 12 Morgen Gelände, darunter Grabgelände, zur Versteigerung. Nähere Auskunft dort und bei Allem dörfer,Kugelberg53.Zuschlagwird erteilt. Gießen, den 3. Juni 1924. 4735V Leo, Ortsgerichtsvorsteher.______ Wir suchen per 1. Juli mehrere durchaus 4741 c branchekundige, gewandte WUserl« Es wollen sich nur erstklassige Verkaufskräfte, die in feinen Geschäften der gleichen Branche bereits tätig waren, schriftlich mit Lebenslauf, Zeugnisabschriften und Gehaltsforderung wenden an Fritz Nowack Wäschefabrik u. 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And doch arbeitet die französische Politik auch hier gegen uns, sucht sie uns auch hier alle Wege zu verlegen, die für uns irgendwelche politischen und wirtschaftlichen Aussichten eröffnen könnten. Klar genug geht das wieder aus den neuerlichen französischen Amtrieben in China und Japan hervor. Denn von keiner anderen Macht als von Frankreich wurde der Vorstoß der Mächte gegen das russisch-chinesische Abkommen in Szene gesetzt, das dadurch zu Fall gebracht wurde. Was die französische Politik dazu veranlaßte, war nicht nur die Sorge um die Zukunft der ost- chinesischen Bahn, an der ja französisches Kapital seit 1896 stark mitinteressiert ist, sondern es sollte damit eine für Frankreich unerwünschte politische und wirtschaftliche Konstellation, wie sie sich aus den geopolitischen Zusammenhängen und der Auswirkung des Rapallovertrages zwischen Deutschland, Rußland, China infolge einer russisch-chinesischen Aussöhnung ergeben konnte, gleich in ihrem ersten Entstehen erstickt werden. Die Barriere, die Rußland von China trennt, soll aufrecht erhalten werden, so liegt es im französischen Interesse, denn dadurch wird nicht nur Sowjetruhland, das Frankreich ja immer noch nicht anerkannt hat, in seinem Drange nach Osten gehemmt, sondern auch ein stärkeres wirtschaftliches Zusammenrücken zwischen Deutschland und China wird verhindert. Roch intensiver arbeitet Frankreich in Japan gegen uns, was ja seine leicht erklär- llchen Gründe darin findet, daß die französische Politik sich in dieser Großmacht eines Freundes versichern will, der ihr bei den zu erwartenden Reparationsverhandlungen beistehen soll. Ein gewisses Glück ist Frankreich hierbei zu Hilfe gekommen. Denn einmal hat das am 27. Dezember v. I. erfolgte Attentat auf den Kronprinzen Hirohito eine volle Abwendung Japans von Rußland gebracht. Das Kabinett des Admirals Pamamoto, dessen Innenminister Gow sich mit aller Kraft für eine japanisch-russische Annäherung eingesetzt hatte, mußte zurücktreten, da das Attentat mit bolschewistischen Amtrieben in engen Zusammenhang gebracht wurde. Dann aber setzte auch im Laufe des Frühjahrs in den Bereinigten Staaten wieder eine stärkere antijapanische Stimmung inbezug auf die japanische Einwanderung ein, die zu den bekannten Zwischenfällen führte. Bedeutet die Abwendung Japans von-Rußland schon eine Hinwendung zu Frankreich, so wurde diese Annäherung der beiden Mächte noch durch das brüsk ablehnende Verhalten der amerikanischen Anion in der Einwandererfrage nur noch beschleunigt. Frankreich sah also, ohne daß es selbst viel zu tun brauchte» das Mi- kadoreich auf seine Seite gedrängt, und zwar in einem Augenblick, in dem ihm diese Freundschaft wieder einmal größte Dienste erweisen konnte. Es hat denn auch nichts unterlassen, um das eine Anlehnung suchende Japan fester an sich zu knüpfen. Eine japanische Militärmission ist in Paris mit großen Ehrest empfangen worden, dem Drängen Japans auf Erneuerung des Handelsvertrages zeigte man sich in Paris neuerdings entgegenkommender, der Gouverneur von Indochina wurde zu besonderen Besprechungen nach Tokio entsandt. Kein Wunder, daß in der Presse hier und da bereits Gerüchte von einem direkten französisch-japanischen Bündnis auftauchten; und wenn auch die Dementierungen in dieser Richtung, wie sie mit besonderem Fleiß von japanischer Seite erfolgten, formell richtig sein mögen, so doch eben nur formell; an der Tat- äche besynderer Bindungen zwischen Paris und Tokio wird ein Zweifel nicht mehr be- tehen können. Auch das Verhältnis Japans zu Rumänien, dem französischen Vasallenstaat an der russischen Südwestgrenze, scheint auf Betreiben der Pariser Politik ein besonders reundschaftliches während der letzten Monate geworden zu sein; wie sehr auch wir davon betroffen werden, wird am besten durch die Tat- ache beleuchtet, daß der vor kurzem aus Bukarest in die Heinzat zurückgekehrte japanische Botschafter es war, der eine Deutschenhetze durch die japanische Presse in Szene setzte. Den Erfolg der französischen Machenschaften und Amtriebe werden wir, wie schon gesagt, bei den bevorstehenden Reparations- Verhandlungen zu fühlen bekommen. Die Erfahrungen der früheren Jahre sind hier wegweisend genug; erinnert sei nur an das Verhalten der japanischen Delegation aus der Genuakvnferenz, da der Besuch des Marschall Zvffre in Tokio vorhergegangen war, und weiter an die bereitwillige Anterstützung, die der japanische Botschafter Frankreich in der ober- schlesischen Frage lieh. Daß Japan jetzt seinem französischen Freunde ähnliche Dienste zu leisten bereit ist, läßt bereits die Antwort vermuten, welche die japanische Regierung auf den Bericht der Sachverständigen gegeben hat. Hat man in Tokio noch im August 1923 es abgelehnt, sich mit der Reparationsfrage zu befassen, weil sie Japan nicht interessiere und weil man mit eigenen Sorgen genug zu tun habe, so will man jetzt mit dabei sein, obwohl infolge des ErdbebenunglückS die Sorgen im eigenen Lande noch größer geworden sind. Sieht man diese Antwort im Zusammenhänge mit den französisch-japanischen Verhandlungen an — und das muß man ja —, dann hat man des Rätsels Lösung, zugleich aber weiß man auch, in welchem Sinne sich Japan bei den Reparationsverhandlungen zu betätigen vorhat. Es ist nun recht bedauerlich und kaum eine geschickte Politik unsererseits zu nennen, daß wir im Februar d. I. unseren Botschafter aus Tokio abberiefen und bisher für einen Ersatz noch immer nicht Sorge getragen haben. Wir haben gerade in Japan infolge unserer sonstigen überaus guten wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen doch genügend Möglichkeiten, hier auch politisch zu unseren Gunsten tätig zu sein. Die französisch-japanische Freundschaft ruht zudem doch kaum auf allzu natürlichen Grundlagen, da beide Mächte sich gegenseitig nicht viel sein können. Die Zukunft Japans wird angewiesen sein auf eine Rückendeckung durch Rußland und Deutschland, und so hilft Japan selbst sich um diese Zukunft betrügen, wenn es der französischen Machtpoli- ttk gegen uns seine Anterstützung gewährt. Aber es fehlt eben an einer aktiven Politik unsererseits, die hier möglich ist, und die zäh und entschlossen im fernen Osten Frankreich entgegenarbeitet, um auch dort Rhein, Ruhr und Saar verteidigen zu helfen. Amsomehr wird immer und immer wieder die Forderung in dieser Richtung unseren verantwortlichen Leitern gegenüber zu betonen sein, und es wäre zu wünschen, daß durch eine baldige Besetzung des Tokioer Botschafterpostens mit einer diplomatisch gewandten Persönlichkeit wenigstens ein Anfang gemacht würde. Zweierlei Matz beim Beamtenabbau in Hessen. Die Beamten und Lehrer brachten die ersten Opfer zur'Gesundung der Finanzen des Staates, indem sie sich mit der kärglichen Hälfte des Gehaltes begnügten und sich der eisernen Abbauverordnung fügten, eine Maßnahme, die keine Rücksicht auf die sozialen und menschlichen Verhältnisse der Betroffenen nehmen konnte und sich über alle erworbenen Beamtenrechte hinwegsehen mußte. Man fetzte als selbstverständlich voraus, daß alle Beamtenkategorien gleichmäßig vom Abbau betroffen wurden. Doch zum Erstaunen und Befremden mußte man die Erfahrung machen, daß die Anwendung sich fast nur auf die unteren Stellen erstreckte und vor den oberen geradezu halt machte. Am auffälligsten zeigte sich dies beim Lehrerabbau. Mit Anruhe und wachsender Erbitterung erwartete man den Abbau von einigen der höch-- ten Stellen im Bildungsamt. Leider geschah vorerst nichts, und zwar wohl deshalb nicht, weil gewisse Kreise der Regierung aus begreiflichen Gründen kein Interesse daran hatten Der enttäuschten Lehrerschaft blieb nur noch eine Hoffnung^ die Abbaukommission, eine durch den Landtag geschaffene Anterkommission, die sich aus Vertretern aller Parteien ^rekrutierte Die Regierung gewährte dieser Parlamentarismen Kommission nur eine gutachtliche Befugnis, die letzte Entscheidung behielt sich das Gesamtministerium vor. Man ließ sich dabei sicherlich von dem Gedanken leiten, die Verantwortung für den Abbau auf eine breitere Basis zu stellen, indem man durch die Art ihrer Konstruktion jede Partei in dieser Körperschaft zu Wort kommen ließ. Ansere letzte Hoffnung wurde nicht getäuscht, da, wie verlautet, die Anterkommisfion endlich Gelegenheit fand, Stellung zu nehmen zu dem Abbau des Landesamts für das Bildungswesen. Aus Verlauf und Ergebnis dieser Beratung ist klar zu erkennen, welche Parteien einen Abbau in den gehobenen Stellen nicht wünschten Während der Vertreter der Sozialdemotratir Zugeständnisse machte, stimmte der demokratische gegen jeden Abbau der — oberen Stellen. Die Abbauanträge der Deutschen Volkspartei wurden angenommen von den Vertretern der Rechtsparteien und des Zentrums. Die Beschlüsse, die in demokratischen Kreisen größte Bestürzung hervorriefen, sind, wie verlautet, folgende: 1. Es soll je ein Referent für das höhere Schulwesen und für das Vollsschulwesen in der Weise auf den Inhaber gesetzt werden, daß beim Ausscheiden des ältesten der einen Abteilung gleichzeitig auch der älteste der anderen mit- ausscheiden muß. 2. Ein juristischer Oberregierungsrat ist sofort abzubauen. 3. Tie Stelle des Beraters für Werkunterricht ist sofort abzubauen. 4. Die Stelle des Direktors für Volksbildung und Jugendwohlfahrt wird auf den Inhaber gesetzt. Es ist, gelinde ausgedrückt, als höchst merkwürdig zu bezeichnen, daß die demokrati che Partei. die sich wenige Lage vor der Wahl im „parteilosen" Organ des Landeslehrervereins, im Schulboten für Hessen, als die Schulpartei bezeichnete, es für recht häll, daß unten abgebaut wird und oben nicht, oder sollte man sich aus anderen Erwägungen heraus, die aber nichts mit demokratischer Gleichheit gemein haben, g gen den Abbau gewisser Stellen, des Inhabers zuliebe, entschieden, also mehr persönliche als sachliche Gründe mitgespielt haben. Wir geben uns der bestimmten Hoffnung hin, daß das Gesamtministerium bei der letzten Entscheidung sich nicht von solchen Motiven leiten läßt, sondern sich gebunden erachtet, durch den Beschluß der parlamentarischen Aoba stommi'sivn Wir sind der festen lleberzeugung daß das - entrann im Gesamlministe ium die elbe Ansicht vertritt, wie in der Abbtukommistion und damit sich zum Sprecher der großen Meh.zahl der Lehrerschaft macht. Da jede Regierung sowohl als auch jede Partei die Gerech igkeit als vierte Richtlinie haben müssen, kann unseres Erachtens die letzte Entscheidung in der Abbauvero dnung nur so fallen weil unten rück,ich slos abgebaut worden ist, so muh aus Gerechtigkeit heraus auch oben abgebaut werden. Preistreiberei - Strafsachen. Rachdem die Amstellung der Wirtschaft auf die Golbmärkrechnung im Wesentlichen erfolgt und eine gewisse Stetigkeit in den wirtschaftlichen Ter- hältnisieu eingetrcten ist, ist bei Strafsachen wegen n o t w i r t s cha f t l i ch er Straftaten aus der Zeit vor der Stabilisierung der Mark das öffentliche Interesse an der Verfolgung derartiger zeitlich zurückliegender Straftaten imi> der Durchführung der schwebenden Verfahren vielfach nur noch gering. Auch werden, vom Standpunkt der inzwischen völlig veränderten wirtschaftlichen Lage betrachtet, die Folgen der Tat häufig unbedeutend erschienen, auch wird die Schuld des Täters im Hinblick auf die zur Zeit der Tat herrschende Anklarheit und Ansicherheit in wirtschaftlichen Dingen oft nicht als schwer bewertet werden können. Im Hinblick auf diese Amstände und zur Vermeidung langwieriger unö im Endergebnisse in aufzuwendender Mühe und Zeit nicht mehr lohnender Prozesse sind die ©traf* Verfolgungsbehörden zur sorgfältigen Prüfung der Frage angewiesen worden, inwieweit es angebracht erscheint, aus Grund des § 23 der Verordnung über Gerichtsverfassung und Strafrechtspflege vom 4. Januar 1924 von der Erhebung der öffentlichen.Klage abzusehrn, oder die Einstellung des Verfahrens bei dem Gerichte zu beantragen. Soweit dagegen diese besonderen Gesichtspunkte nicht Platz greifen, oder die Straftaten nicht geringfügig lind, sollen die anhängigen Verfahren mit möglichster Vtschleunigung tatkräftig durchgeführt werden. Für die Behandlung von Preistreiberei-Strafsachen aus der Zeit nach dec Stabilisierung derMark hat der p r e u« ßische Iustizminister Richtlinien aufgestellt, aus denen die wichtigsten nachstehend auf- geführt werden mögen: 1. 'Bei der Frage, ob Preiswucher vorliegt, ist regelmäßig in erster Linie zu prüfen, ob für die B§rre eine ordnungsmäßige Marktlage besteht und der Marktpreis eingehrlten ist. Ist dieH der Fall, dann liegt Preiswucher nicht vor. Ist jedoch der ordnungsmäßige Marktpreis überschritten, dann ist der Verdacht des Preiswuchers begründet und auf Äer Grundlage der individuellen Gestehungskosten zu prüfen, ob lrotzdent der geforderte Preis einen übermäßigen Gewinn nicht enthält. Als Marktpreis kommen in erster Linie die unter anitlid)er Mitwirkung betanntgemachten Börsen- und Marktpreise in Betracht. Dabei ist zu beachten, daß es jeweils auf die für die Verteilungsstufe des Veräußerers (ob Erzeuger, Groß- oder Kleinhändler) geltende Marktlage ankommt. Landwirte, die ihre Erzeugnisse auf dem Wechenmarkte unmittelbar an Verbraucher absetzen und damit die Mühen und Kosten des Absatzes ihrer Erzeugnisse überneh« men, werden dabei der Verteilungsstufe des Kleinhandels gleichzustellen sein und die für den Klein- .handel geltenden Marktpreise berechnen dürfen. Bei Votierung von Preisen für einzelne Waren durch sog. Rotierungskommisfionen, die z. B. entweder den Preisprüfungsstellen angegliedert oder für das Gebiet des Lebensmittelgroßhandels durch den Reichsverband des deutschen Rahrungsmittel-Großhandels vielfach eingerichtet worden sind, können diese Rotie - ru ngspreise den Marktpreisen gleich- gestellt werden, falls durch die Mitwirkung amtlicher Stellung die Gewähr für eilte Wahrung der öffentlichen Belege, insbesondere auch der Interessen der Verbraucher, gegeben ist. Bei der Anerkennung sog. Verbandspreise ist daran festzuhalten, da ßes nicht angängig ist, die Preisbildung auf die schwächsten vorhandenen Betriebe deshalb abzustellen, um auch gegenüber einem Sinken des Bedarfs schlechthin alle Betriebe erhalten zu tonnen. 2. Soweit eine Rotmarktlage besteht, sowie auf Warengebieten, für die es wegen ihrer Eigenart eine Marktlage nicht gibt, sind auch künftig die individuellen Gestehungskosten des einzelnen Verkäufers bei der Prüfung der Qlnge» messenheit des Preises zugrunde zu legen. Bei der Berechnung des angemellenen- Preises auf dieser Grundlage sind die gesamten Verhältnisse zu berücksichtigen, insbesondere auch die Verschlechterung oder Besserung der Kaufkraft des Geldes in der Zeit zwischen Einkauf oder Herstellung der Ware und ihrer Veräußerung. Die Frage der Berücksichtigung der Geldentwertung ist jedoch infolge der eingetretenen Stabilisierung der Mark mehr und mehr in den Hintergrund gct eten, zumal Händler und Erzeuger durchweg nr Preisgestaltung in Gvldmark übergegangen sind. Deshalb ist auch die Berechtigung zu Geldentwertungszuschlägen enthalten, ebenso auch für Zuschläge zum Ausgleich verschiedener unproduktiver, dis Warenpreise belastender Ankosten, die durch den Amtausch der wertunbeständigen Mark in wertbeständige Zahlungsmittel früher regelm:hig erwachsen sind. Damit sind jetzt die Voraussetzungen für eine einfache und llare Preisberechnung ge- Wer regelmäßig die Zahnpasta gebraucht, sein Gebiß bis ins hohe Alter weiß und gesund erhalten. Die Bantiger. Roman von Hermann Stegemann. 23 Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Da trat Giovanni, der mitten auf der Straße im Lichtkegel gestanden und Lenz zu diesem hals- brechenden Ausweichen gezwungen hatte, dicht an den Wagen hwan und legte die naßkalte Hand auf des Baumeisters drohend geballte Faust. „Ich wußte kein anderes Mittel, um Sie zu warnen. Die Erdarbeiter sind im Ausstand. Heute mittag haben die Zimmerleute die Arbeit eingestellt und um fünf Ahr sind die Maurer weggeblieben. Es ist irgendeine Weisung von Wol- senziel gekommen, wir wissen nicht was, aber seit sechs Ahr werden auch die Pumpen und die Maschinen nicht mehr bedient. Die Ingenieure sind eingesprungen, aber das Wasser drückt und die Streikposten verlangen, daß wir alles stehen und liegen lassen, bis der Lohnstreik erledigt ist." And ganz dicht heranttetend, raunte er, daß nur Lenz ihn verstehen konnte: „Ich habe zwei Karren Wegschieben müssen, die Schloßzufahrt war gesperrt." Als er verstummte, herrschte eine Zeitlang tiefes Schweigen, nur Bvonnens unterdrücktes Schluchzen störte die Stille. Da lachte der Baumeister plötzlich laut auf. Es war ein wildes, befreiendes Cadien, und Decke und Mantel abschüttelnd,' kroch er, immer noch kurze, grimmige Kchlstöhe ausstohend, aus dem an der Böschung klebenden Wagen. Er tappte auf die Straße und ries, inbem er beide Fäuste hob und ins dunkle Tal schüttelte: „O iTn verdammten Kerle, ihr Grasbeißer, ihr dummen Toren! Meint ihr, ich laß alles hocken wegen lausigem Geld! Sie haben mir den Kredit verweigert, in dem auch euer Lohn steckt, und euer Bericht war schneller als mein Wagen, aber ihr habt nicht daran gedacht, daß ich eher aus meinem Sack zahle, als daß ich das Werk ersaufen lasse. Ich kämpf' nicht gegen euch! Gegen die andern geht's und mit dem Berg kämpf' ich — und ihr steht morgen zur Arbeit, so wahr ich der Bantiger bin, denn ich kann jetzt keinen Streik brauchen!" Gr rief'S in die regenschwere Rächt, und fein Ausbruch bannte seine Kinder und Giovanni Pomctta so, daß keines sich regte, bis er geendet hatte und mit veränderter Stimme, ganz ruhig und sachlich, die Weiterfahrt ordnete. Der Wagen war so gut wie unversehrt. Lenz brachte ihn nach einigen vergeblichen Versuchen wieder auf die Fahrbahn. „Einsteigen, Pometta!" befahl der Baumeister kurz und nahm seinen alten Sih wieder ein. Pometta zögerte. Da öffnete Ens den Schlag und streckte die Hand nach ihm. Er saß noch nicht, als der Wagen schon in Schutz kam. Pvonne lehnte vor Aufregung zitternd in der Ecke, Ens saß aufgerichtet, und Giovanni faßte ihre Hände und hielt sie fest. Sie konnten sich nicht sehen, denn das Verdeck drückte schwarze Schatten auf sie herab, ober Pometta erkannte doch den blassen Amrih ihres Gesichtes, wenn er sich vornüberneigle. SXinn und wann tauchten ihre Züge im Widerschein des Lichtes flüchtig vor ihm auf, der Mund, die Augen, ein Flechtenstreif ihrer Haare, weiter nichts. Aber er hielt ihre Hände, drückte scheu und keck seine Knie an die ihren, und die Welle des Blutes floh von ihm zu ihr und kam drängend zurück. Kein Licht grüßte den Wagen. An der letzten Kehre, dicht vor der Einbiegung in den Schloßweg, riß Lenz den Wagen in scharsem Dogen herum. Zwei goröerfarren lagen übereinandergestürzt halbwegs in der Fahrbahn. Da umfaßte Agnes Bantiger den Kopf des jungen Mannes mit beiden Händen und küßte ihn auf den Mund. Kurz darauf hielt das Automobil vir der Schlotziampe. Der Baumeister ging, ohne sich umzusehen, in das Direktivnszimmer. Lorenz und Giivanni folgten ihm auf dem Fuße. Bvonne und Ens fliegen die Treppen hinauf, und als Ens auf die Terrasse hinaustrat, sah sie im Tal die Bogenlampen aufzucken und die verödete Arbeitsstätte mit gespenstischen Schlaglichtern überfluteten. Drüben in den Geschäftsräumen, schrillte das Telephon, war Kommen und Gehen, und unten im Hof stand daS Automobil fahrbereit und wartete auf den Vater. In dieser Rächt schlug Gottfried Bantiger seine größte Schlacht. Er brachte den ganzen Baukonzern in Bewegung, fuhr nach Eggstetten in die große Arbeiterversammlung und erreichte, daß die Ausständigen sich bereit erklärten, am Rachmittag des andern Tages die Rotstandsarbeiten im Tunnel wieder aufzunehmen. Als er am ftühen Morgen unausgeruht den Wagen bestieg, um nach Runs zu fahren, wo sich die Bauleitung, die Sinaiuleute, die Vertreter der Arbeiterschaft und der Reaierunas- lvmmissar zur Konferenz vereinigen sollten, fah ihm niemand die durchwachte Rächt an. Rur Ens las in feinen hart über den Schädel gespannten Adern und dem rötlichen Schein feiner Augenwinkel und schmiegte sich beim Abschied enger an ihn als sonst. „Schaffet!" rief er seinem Sohne zu, ehe das Auto anfprang, und Lorenz Bantiger hob die Hand wie zum Schwur. Lauter Zuruf flog um den Wagen, als er durch streikende Arbeiter stob und im Dunst der Ferne verschwand. „Was schrieen sie?" fragte Vvvnne ängstlich. Lorenz lächelte und antwortete, indem er Ens mit spürendem Blick streifte: „Es waren Pomettas Leute und die tiefen .Evoiva il padrvne!'" Da wandte Ens sich mit einem trotzigen Aufwerfen des Kopfes ab und ging ins Haus. Am Rachmittag begannen die Pumpen zu arbeiten. In braunem Schwall schoß das Wasser aus den Röhren. Die Betonmischmaschinen rasselten, die Seiltrommeln fnarrten und aus dem Innern des Berges dröhnte das Aufschlagen der Ramme. Aber alles klang dünn und lustlos, unb die Arbeiter gingen widerwillig ans Werk. „Ein Glück, daß toir ins trockene Gestein gekommen sind, ehe der Streik ausbrach," sagte Lenz am Abend zu den 3ngeiycuren. Riernand antwortete. Er .hatte keine Antwort erwartet, denn er wußte, daß nichts gewonnen war, wenn die Arbeit nicht binnen vierundzwanzig Stunden auf bei ganzen Strecke in vollem ilmfanfl wieder ausgenommen wurde. (Fortsetzung folgt) Platze erscheinen. der am Sicherungsmaßnahmen trt allen Fällen zu an trogen, in denen sie nach der Schwere (Straftat und den llmfl änden des Falles aeüen, und die AachprÄung der Preise auf ihre Aagem ssenheit ist künftig wesentlich erleichtert. Besondere Aufmerksamkeit erfordern insbesondere die in den Preisen enthaltenen Fahri- kations- und Handelszuschläge. Das noch vielfach beobachtete Bestreben einzelner Be- refskreise, diese Gewinnzuschläge in einer das Friedensmah erreichenden, oder gar übersteigenden Höhe zu bemessen, kann nicht gebilligt werden. 3n einer Zeit, in der die Verarmung des Volkes jedem fühlbar wird, Löhne und Gehälter gegenüber der Vorkriegszeit fast durchweg nicht unwesentlich gesunken sind, in weitem Umfang Erwerbslosigkeit herrscht und alles dies nach Beendigung der durch die Inflation erfolgten Selbsttäuschung jedermann klar vor Augen liegt, würde es nicht erträglich sein, wenn einzelne Volksschichten es ablehnen wollten, an der durch den verlorenen Krieg eingetretenen allgemeinen Verarmung und Derdienstschmälerung teilzunehmen, dieser Grundsatz ist auch in der Rechtsprechung .inerfannt. Bei den flnkostenzu- schlägen ist im Regelfälle von einer normalen Beschäftigung auszugehen. Bei der Feststellung, ob unangemessen hohe Zuschläge verlangt werden, gibt der Vergleich mit den in der Vorkriegszeit zwischen den Wirtschaftsstufen: Erzeuger, Großhandel, Kleinhandel üblichen Spannen beachtliche Anhaltspunkte. Ist es für die Bevölkerung schon nicht erträglich, dah einzelne Schichten F.iedmsg-Minne aufrechtzuerhalten suchen so ist es erst iecht nicht angängig, auch bei geringerer Beschäftigung und Llmsatztätigkeit die g l et» chen HnterndjmevgeiDinne usw. zu beanspruchen. 3 Durch § 4 der Preistreiberei-Verordnung in der Fassung vom 13. Juli 1923 ist der sogen. LeistungSwucher neu unter Strafe gestellt wordm. Diese Vorschrift findet auch, auf w i f s e n» schaftliche Leistungen der freien Berufe. z. D. der Aer^le, Rechtsanwälte Patentanwälte usw.. Anwendung, soweit die Leistungen als zur Befriedigung eines täglichen Bedarfs dienend angesehen werden können. Bei der Prü- fimg der Frage, ob die für eine Leistung erforderliche Vergütung übermäßig hoch ist, und für die tym Verbänden, Innungen usw. etwa festgesetzten Tarife sind die oben unter 1 und 2 angegebenen Grundsätze entsprechend anzuwenden. ° 4. Rach § 25 der Verordnung über Handelsbeschränkungen vom 13. Juli 1923 kann das Gericht, toeim ein Handeltreibender wegen Preistreiberei, unzulässigen Handels, verbotener Ausfuhr lebenswichtiger Gegenstände oder einer anderen Tat verurteilt wird, die seine dlnzuver- lä s .gkeit in bezug auf den Handelsbetrieb dartut, dem Verurteilten im Urteil den Handel mit Gegenständen des täglichen Bedarfs untersagen und unter gewissen Voraussetzungen auch die Schließung von Geschäftsräumen anordnen. Da diese Maßnahmen em besonderes wirksam^ Mattel bei der Bekämpfung der Preistreiberei und verwandter Vergehen darstellen, so werden die Strafverfolgungsbehörden aitgetoiefen, diese empfindlichen Rebenstrafen und Sicherrmasmaßnahmen in allen Fällen zu be- Wirtschaft. Arbeitsmarkt und Wirtschaftslage. Die Arbeitsmarktlage zeigte, wie wir dem Reichsarbeitsblatt entnehmen, bei im ganzen noch günstigen Gesamteindruck manche Anzeichen einer Abschwächung. Das Angebot offener Stellen mehrte sich nicht mehr im gleichen Maße, wie in den vergangenen Monaten. In einzelnen Industrien machte sich sogar ein Rückgang des Stellenangebotes bemerkbar, der jedoch durch die Belebung auf anderen Gebieten ausgeglichen wurde. Die Besserung in der Beschäftigung der Mitglieder der Fachverbände ist im Monat Apral in demselben Umfange wie im Vormonate fortgeschritten. t Der Arbeitsmarkt für Männer hatte eine Gefamtzunahme der offenen Stellen von 440 232 afif 452 224, d. h. um 2,7 v. H. bei einem Rückgang der Arbeitsgesuche um 21 v. H aufzuweisen. (Säne größere Zunahme des Stellenaaagebots hatte bie Lohnarbeit mit plus 14 721 Stellen, die Landwirtschaft mit plus 6456, ferner das Verkehrsgewerbe, die Metallverarbeitung. Abgenommen hat das StellenaTagebvt im Baugewerbe um 4376 Stellen, ferner im Theater», Bekleidungs-, Holz- und Schnitzstoffgewerbe. Auch Rahrungs- und Genußmittelgewerbe, Ceberinöuftrie, Gast- und Schankwirtschaft stellten sich ungünstiger. Recht ungünstig war die Lage für die Gruppe der Kopfarbeiter. Bei den Technikern fielen auf je 13 Arbeitsgefuche eine offene Stelle, bei den Bureauangestellten auf je 11 Gesuche eine Stelle, bei den kaufmännischen Angestellten auf je 7 Gesuche eine offene Stelle und bei den freien Berufen auf je 5 Gesuche eine offene Stelle. Unter den Gruppen der Handarbeiter zeigten den stärksten Andrang die Maschinisten und Heizer mit je 6, der Bergbau mit je 5, die chemische Industrie, Metall Verarbeitung und Lohnarbeit mit ungefähr 4 Arbeitsgesuchen guf jedes Stellenangebot. Bei allen anderen Gruppen blieb das Verhältnis günstiger. Es fielen höchstens 1 bis 3 Arbeitsuchende auf eine offene Stelle: Am günstigsten war das Verhältnis hier in der Landwirtschaft, Gast- und Schankwirtschast, Theater, Musik usw. Auf dem Arbeitsmarkt für weibliche Personen standen im April 339 457 Arbeitsgesuchen 236 029 offene Stellen gegenüber. Das Stellenangebot ging um 0,7 Proz. zurück. Da aber die Zahl der Stellungsuchenden immer noch um 15,6 v. H. abnahm, ging die Gesamtandrangsziffer für Frauen von 169 im Vormonat auf 144 herab. Das Stellenangebot nahm erheblich ab im Bekleidungsgewerbe, Spinnstoffgewerbe, in der Rahrungs- und Genußmittel-, sowie in der Papier - und Zellstoftinduftrie. Es stieg demgegenüber in der LaTadwirtschaft, der Gast- und Hauswirtschaft. Tas Angebot weiblicher Arbeitskräfte sank in fast allen Berufsgruppen. Auf eine offene Stelle entfielen: bei den kaufmännischen Angestellten je 6 Gesuche, beim Theater rund 4 Gesuche, bei freien Berufen, den Bureauangestellten, Cobnarbeiterimaen usw. je 3 Gesuche. Unterangebot bestand in der Landwirtschaft uatb für häusliche Dienste. • Starkes Anwachsen der Erwerbslosigkeit in Offenbach. Vorn städtischen Arbeitsamt in Offenbach wird über die Lage des dortigen Arbeitsmarktes mitgeteilt: Die Erwerbslosigkeit in der Stadt Offenbach ist in den letzten »ehn Tagen um über 50 Prozent gestiegen. Das Ist eine Vermehrung, die erschreckend ist. Eine Be- Mirachigung macht sich bei den derzeittg unzu» reichenden Erwerbslosenunterstützungssätzen In oen Kreisen der Arbeitnehmer bemerkbar, die sich noch verschärft durch die Tatsache, dah nunmehr in einer großen Anzahl von Betrieben zur Kurzarbeit übergegangen wird, für die nach den gesetzlichen Verordnungen zur Zeit älnterstüyungen aus der Erwerbslosenfürsorge nicht gewährt werden können. Die Arbeitnehmer können aber ohne diese Zuschüsse bei der stark verkürzten Arbeitszeit und Verdienstmöglichkeit nicht existieren. Ilm einer bedenklichen Entwicklung begegnen zu können, hat das Arbeitsamt bei dem Hessischen Ministerium für Arbeit und Wirtschaft die Wiedereinführung der Kurzarbeiterunterstützung beantragt. Cs darf erwartet werden, dah diesmal die Reichsstellen zu diesem Antrag keine ablehnende Haltung ein» nehmen. Außerdem hat das Arbeitsamt 8u einer in den nächsten Tagen stattfindeaaden Aussprache die Haaadelskammer eingeladen, um durch Verhandlungen mit den Interessenten vielleicht die verkürzte Arbeitszeit so festzulagon, daß immer bin die nachfolgende Zeit der Arbeitsruhe die Gewährung von Erwerbslosenunterftützung zuläht. '• Die Reichsbank Ende Mai. Während der letzten Maiwoche haben die Anlage- tonten der Reichsbank eine mäßige Reubelastung erfahren, die in der Hauptsache auf Ultimoanforderungen zurückzufüHien ist. Wie der Bankausweis am 31. Mai zeigt, nahm die gesamte Kapttalanlage um 17 auf 2 163,5 Trillionen Mk. zu Dae Zunahme entfällt überwiegend auf die Lombaidforderungen, die im Papiermarkgeschäft um 4,3 aus 20,1 Trillionen Mk., im Rentenmark- geschaft um 6,4 auf 108,5 Millionen Rentenmark stiegen Daneben erhöhte sich das Rentenmark- wechseikvnto um 6 auf 1137 1 Millionen Renten» mari das Papiermarkwechselkonto um 0,2 auf 817,9 Trillionen Mk. Der ülttimobedarf wurde im wesentlichen glicht durch Inanspruchnahme von Kredit, sondern durch Abhebung von den Konten der fremden Gelder gedeckt die sich insgesamt um 188,6 Trillionen Mk. verminderten: ihre Bestände gingen daraufhin auf 8045 Trillionen Mk. zurück. Diese Bewegung boaepte für den Danknotenumlauf eine ZunahE um 177,5 auf 926,9 Trill. Mark, während der Umlauf an Rentenbankscheinen nach den Veränderungen bet der Reichsbank um 68,7 auf etwa 1630 Millionen Rentenmark zunahm. An Reichsbankaroten und Rentenbank- schrinen zusammen flössen also 246 Millionen Goldmark neu in den Verkehr ab. Wenn damtt der Ultimobedarf an Zahlungsmitteln diesmal über die Ansprüche zum Ultimo April hinausgegangen ist, so hängt das zum Teil mit der während des ab’gclaufenen Monats weiter durchgeführten Säuberung des Zahlungsverkehrs von uanlaufenbem Rotgeld zusammen, die auf über 200 Millionen Goldman für den Monat Mai geschätzt werden kann. Der erwähnten Entwicklung entsprechend gingen die Bestäaade der Reichsbank an Rentenbankscheinen von 390,5 auf 321,8 Millionen Ren» tenmarf zurück. Die Ausleihungen der Darlehns» kassen wurden weiter um 01 auf 1 Trillion Mk. abgetragen, wobei sich der Bestand der Dank an Darlehnska'sfenscheinen auf den gleichen Betrag ermäßigte. * Der Rentenbankausweis Per E n d e M a i zeigt gegenüber dem Vormonat einige Abweichungen. Von den 1,2 Milliarden, die dem Reiche auf Grund der Rentenbankvervrdnung zu» standen, hatte es bisher 1,1 Milliarden erhoben. Die seinerzeit für Einlösung der Reichsschah wechsel noch vorgesehenen, aber nicht benötigten 100 Millionen sind jetzt dem Reiche vorübergehend auf zwei Monate als verzinsliche Darlehen gegeben worden. Als (erfte Rate des auf höchstens 30Millionen bemessenen Meliorationskredites erscheinen 3 Millionen Mark ausgewiesen, die aus den Wirt- schaftskrediten dem Reiche als Treuhänder gegeben sind, um bereits begonnene, aussichtsreiche Meliorationen nicht zum Sttllstand fommen zu lassen und die hierfür bereits investierten Mittel nicht zu gefährden. Vom Reichsarbeitsminister ist eine entsprechende Rate angewiesen worden, da vorgesehen ist, dah die ßefflungen der Rentenbank und des Reichsarbeitsministers für die Meliorations- zwecke in gleicher Höhe erfolgen. Der Posten Kasse-, Giro-, Postscheck- und Bankguthaben fönnte an sich mit einem höheren Betrage ausgewiesen werden, da an Zinsen etwas über 100 Millionen vereinnahmt worden sind; es ist aber ein größerer Betrag zwecks Verknappung der Rentenmark aus dem Verkehr gezogen worden. * Stillegung von Kaliwerken. Die zum Konzern der Deutschen Kaliindustrie A-G. in Kassel gehörige K a l i g e w e r k s ch a f t Glückauf in Sondershausen wird den Betrieb auf vorläufig 5 Wochen stillegen. Wie verlautet, soll der Winterhall-Konzern den gesamten Betrieb-wie auch den Bau der neuen Chlorkaliumfabrik Merkors im Werratal auf 4 Wochen stillegen. Es ist eine ^Bergarbeiter» aktion gegen diese Stillegung eingeleitet worden. Amtsgericht. Jan Juli 1923 brachen drei im hiesigen Landgerichtsgefängnis inhaftierte Personen nachts aus. Es gelang ihnen, über die Mauer in das Freie zu kommen. Einer von ihnen stürzte hierbei ab und blieb schwer verletzt liegen, er hat eine vollkommene Lähmung beider Dem« davongetragen. Der zweite Ausbrecher wurde später wieder ergriffen, während der dritte bis heute noch nicht wieder festgenommen werden foaante. Die beiden heute erschienenen Angellag- ten wurden zu der gesetzlachen Mindeststrafe von je sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Eine Frau von hier war des Diebstahls zum Rachteil eines Schuhmachers angellagt, wurde aber mangels ausreichenden Beweises freige» sprachen. Die Aussage des Bestohlenen, der selbst schon wegen Hehlerei vorbestraft ist, genügte nicht, um die bis dahin unbescholtene Angeklagte des Diebstahls zu überführen, zumal das gestohlene Geld kurz darnach in einem benachbarten Hofe gefunden wurde. Vor Weihnachten öffnete ein Arbeiter aus Marburg das verschlossene Zimmer eines hiesigen Studenten mittels eines falschen Schlüssels, um Geld zu stehlen. Da er keines vorfand, entwendete er ein Etui, dessen Inhalt aus einer Hornbrille und Teilen einer anderen Brille bestand. Da er rückfälliger Dieb ist, mußte auf die gesetzliche Mindeststrafe von einem Jahr Gefängnis erkannt werden. Dem Verurteilten wurde seitens des Gerichts die Einreichung eines Gnadengesuchs anempfohlen, damit die Strafe wesentlich heruntergesetzt werden kann. * ' Gieße »a, 3. Juni. Im Rovember waren Teile des hiesigen Reichswehrbataillons in einer Turnyalle in Gera untergebracht. Ein junger Soldat hatte abends sein Gehatt empfangen und das Geld der besseren SichevhÄ halber tn eine Wolldecke gesteckt, die er unter seinen Kops legte. Am nächsten "juiargen lag die Decke über ihm auggebreitet. Sein erster Gedanke galt seinem Geld, das jedoch verschwunden war und trotz allen Suchens verschwunden blieb. Sein neben ihm liegender Gruppenführer, ein Gefreiter, beteiligte sich merkwürdigerweise an dem Suchen nicht, meinte vielmehr, es sei zwecklos. Auch riet er davon ab, die oaefje zu melden, da der Bestohlene schließliche selbst noch bestraft werden könne, weil er sein Geld fahrlässig auf» bewahr t habe. Der Bestohlene erstattete jedoch auf Drängen der anderen Kameraden trotzdena die An-eage von dem Diebstahl. Bei der darauf erfolgenden Durchsuchung sämtlicher Leute griff der Gefreite plötzlich in feine Tasche, trotzdem dies vorher streng verboten worden war, und hielt dem hinter ihm stehenden Bestohlenen das Geld hin mit den Worten: „Hier hast du dein Geld wenn du em Kamerad bist, bann tue mir den Gefallen und sag' dem Leutnant, du hättest es doch noch in deiner Tasche gefunden. Ich tue dir später auch einmal einen Gefallen." Als dieses Ansinnen abgelehnt wurde, meldete er dem Vorgesetzten, er habe das Geld in seiner Tasche gefunden, es müsse ihm jemand aus Rache oder aus Schabernack die Scheine in seinen Rock gesteckt haben. Später mutete er dem Bestohlenen sogar zu, dem Kompagnieführer zu melden. er, der Bestohlene habe das Geld dem Gefreiten versehentlich in die Tasche gesteckt. Schließlich erklärte er selbst nachträglich es sei möglich, daß er in der Rächt das Geld des Bestohlenen aus Versehen tn seine eigene Tasche gesteckt habe. Trotz seines hartnäckigen Leugnens erachtete das Gericht den Angeklagten des Kameradendiebstahls für überführt und erkannte auf eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten und auf Dien st entlass ung. Gießener Strafkammer. * Gießen, 2. Juni. Der Kaufmann Richard Ernst R. aus Güsten hatte tm Juli 1921 aus einem in Mainz haltenden v-Zug einem Mitreisenden dessen Koffer und Mantel gestohlen and später in Frankfurt a. M. eine Quittung über ein erhaltenes Darlehen mit dem Hamen des Bestohlenen unterzeichnet. Sein: Aburteilung war erst heute möglich. Strafe: Gin Jahr Gefängnis wegen Diebstahls unb Urkundenfälschung. Dem Landwirt Phllipp Sy aus Dortelweil wurden im Herbst 1923 nach unb nach etwa 80 Zentner Kartoffeln gestohlen. Als Täter standen heute vor Gericht ber Händler Julius B., die Arbeiterin Margarete XI. unb der Fuhrmann Heinrich K. Sie waren breianal mit Karren und Säcken von Frankfurt nach Dortelwell gefahren, hatten die Scheune und den in ihr befindlichen Kartoffelketter gewaltsam geöffnet unb ihre Säcke vollgefüllt. Von dem Erlös der Kartoffeln lebten sie eine zeitlang. D., ber rückfälliger Dreb ist, erhielt 1 Iahr 3Monate Gefängnis: die beiden anderen kamen mit geringeren Stvasrq davon. Wegen Sittlichkeitsverbrechens an zwei Mädchen unter 14 Jahren erhielt der bis dahin unbestrafte 67jährige Reinhard P. aus Dorn-Assen» heim lIahr Gefängnis. Schöffengericht. * Gießen, 4. Juni. Unter Ausschluß der Oeffentlichckeit wurde heute gegen den Lehrer Zoh. E. von Weickartshain wegen Sittlichkeitsderbrechens verhandelt. Die Anklage warf ihm twr, im Herbst 1921 und im Winter 1923/24 an 3 verschiedenen Schülerinnen unzüchtige Handlungen vorgenomnien zu haben. Rach umfangreicher Beweisaufnahme (übet 50 Zeugen wurden vernommen) verurteilte das Gericht den Angeklagten wegen eines Falles zu 6 Monaten Gefängnis, abzüglich 8 Wochen Untersuchungshaft, uatb sprach ihn in den übrigen mangels ausreichenden Beweises frei. » Auf der Anklagebank des Schöffengerichts saßen die Eheleute Ferdinaard S. unb ber Ratur- heilkunbige Heinrich Scholz, sänttlich aus Gie» ßen. Die Eheleute S. waren der Abtreibung angeklagt. Der Raturheilkundige Sch. war beschuldigt ber Ehefrau S. gegen Entgelt die Leibesfrucht abgetrieben zu haben. Die Hauptverhand- lung fand unter Ausschluß ber Oefsentlichkeit statt. Aus bem Urteil, bas öffentlich verkündet wurde, ging folgender Sachverhalt hervor: Die Ehefrau S. fühlte sich in anderen Umständen. Ihr Mann veranlaßte sie, mit ihm zu Sch. zu gehen. Dieser nahm gewisse Manipulationen an Frau S. vor, die nach einiger Zeit den gewünschten Erfolg hatten. Frau S., Die in die Klinik gebracht wurde, schwebte einige Zett zwischen Leben unb Tod. Die Eheleute S. waren im wesentlichen geständig. Sch. bestritt, eine Abtreibung vorgenommen zu haben. Er wurde jedoch durch die Beweisaufnahme, insbesondere durch die Angaben ber Mitangeklagter überführt. Auch seine Behauptung, er sei Okkultist unb beshalb seiner Lleberzeugung nach gar richt in der Lage, eine berartige Handlung, die ta den Augen ber Okkultisten einem Mord gleichstehe, vorzunehmen, konnte richt zu seinen Gunsten aufgelegt werden. Denn die Tatsache, baß ber Angeklagte einen gewissen Eingriff an sich zugab sowie ber Hmftanb, baß Sch. seine Praxis im übrigen entsprecheirb seinen okkultistischen Anschauungen in durchaus anderer Weise auszuüben pflegte (insbesondere durch Augendiagnose und Hondauflegen). sprachen dafür, daß Sch. im vorliegenden Fall von seiner Praxis eben deshalb abgewichen ist, um eine Abtreibung vorzunehmen. Die Ehefrau S. wurde zur gesetzlichen Mindest- ftrafe von sechs Monaten Gefängnis, der Ehemann S. zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Beiden wurden anilbernbe Um» stände zugebilligt. Gsgen Sch für dessen Straftat (Lohnabtreibung) das Gesetz mildernde Um» stände überhaupt nicht vorsieht, wurde auf eine Zuchthausstrafe von zwei Jahren und fünf Jahre Ehrverlust erkannt. Aus aller Welt. 3m SchSnheitssalon der Tibetanerin. Die liebe Eitelleit forbert überall ihre Opfer, unb es gibt wohl kein Lanb und kein Volk, in dem die Frauen nicht danach streben, ihre Reize tn ein möglichst günstiges Licht zu setzen. Auch in Tibet, das von der abearblänbischen Kultur noch so wenig erfaßt ist, teilt die Frau den Wunsch ihrer zivilisierten Schwester, sich so schön wie möglich zu machen. Uiab auch 'hier gibt es „Schönheitssalons", in denen die Verehrerinnen des Da» tai Lama sich allen möglichen Verfahren unterwerfen. Frellich sind diese Schönheitsmittel von denen uatferer Damenwelt recht verschieden, wie wir bem Bericht einer Engländerin entnehmen, Die Gelegenheit hatte, die Tibetanerin bei ihren Toiletten künsten zu beobachten. „Die tibetanische Schöne “ so schreibt sie „reibt sich des Abends, bevor sie zu Bett geht, Gesicht, Hände und Racken mit zerlassener Butter ein; sie will damit den Teint recht glatt unb zart erhalten. Die Butter bleibt die ganze Rächt auf der Haut, und niemals würde sich die Tibetanerin vor dem Schlafengehen waschen, weil sie damit die Wirkung der Butter zu beeinträchtigen fürchtet. Am folgenden Morgen wird bann das Gesicht mit ganz fein pulverisierter Asche eingeschmiert, um bie Hautfarbe möglichst weih zu machen. Die Asche bleibt aber nur wenige Minuten aus dem Gesicht und wird dann mit einem dünnen, fest angezogenen Seidenfaden abgerieben. Auf diese Weise entfernt man auch alle überflüssigen Haare, und man versichert immer wieder, daß die mit diesen scharfen Fädchen abgerissenen Haare lange Zeit nicht wieder wachsen. Rach dieser Prozedur erfolgt dann die Waschung. Sie wird mit Seife vor» genommen, wenn welche vorhaarden ist. Aber sonst genügt auch ein Handtuch das in heißes Wasser getaucht ist, um den größten- Schmutz abzureiben, älnterbessen sind bereits die roten Schminkstifte, die aus China kommen, in heißem Wasser gelöst worden, und nun werben bie Lippen mit diesem Rot grell angemalt. Die Haare werden mtt Senf- öl eingefettet, und dann in zwei lange, fest zu» sammengepretzte Zöpfe geflochten, sv daß sie zu beiden Seiten auf bem Rücken herunterhängen. Es erfolgt bann ber kunstvolle Aufbau ber Zöpfe auf ben Kopf, unb bamit ist die Toilette der Tibetanerin vollendet." Büchertisch. — Steuer-Tabellen zur Feststellung des Steuerabzugs bei monatlicher Gehalts- bzw. Lohnzahlung sind im Verlag von E. Meier, Berlin N 54, Veteranenstraße 12, denen für wöchentliche Lohnzahlung in der Herausgabe gefolgt. Wieder sind sie von dem bekannten und bewährten Praktiker in Steuer» unb Arbeiter- Rechtsfragen K. Seiden schnür ausgestellt worben, ilnb toieber ermöglichen sie ein müheloses Ablesen bes gesetzlichen Steuerabzugs für jebe monatliche Gehalts- oder Lohnsumme ohne jedes Rechnen. — Auch diese Tabellen werden sowohl Behörden wie auch allen Arbeitgebern, die ihr Personal nroaratlich entlohnen, sehr willkommen fein. — Hamburger Verlade-Handbuch 192 4. (Hafenverlag Rademacher G. m. b. £>„ Hamburg 8.) Das Buch enthält: Angaben über ben Eisenbahnversand über Hamburg, die besonders für ben Binnenländer von Wichtigkeit sind, die Hamburger Bahnhöfe, die Zollstellen mit Angabe der Fernsprecher, den Kaibettieb unb vor allem die Geschäftsbedingungen der Spedttritre, Reeder, Rollfuhrunternehmer, Oagerhaller und Ewerführer sowie das Mitgliederverzeichnis des Vereins .Hamburger Spediteure. (Preis 2 Mk.). — Hausun dHausrat. Ihre Entstehung, Bewertung und Erhaltung. Em Leitfaden für hauswirtschaftliche Schulen unb Hausfrauen. Don Hilde Zimmermann. (Preis geh. 1.60 Mk., gebd. 2.80 Mk. Franckhsche Verlags Handlung, Stuttgart.) Wem es ernst ist mit der Sorge für das geistige und leibliche Wohl der Seinen, sieht sich einer Fülle ber verschiedenartigsten Aufgaben gegenüber. Was die Hausfrau ttn Hause leisten mutz, ist täglich wiederkehreaade Kleinarbeit; was sie dabei erreicht, ist Erhaltung oder Zerstörung des Hausrats, dem heute meift einzigen Besitz der deutschen Familie, ähxferer heutigen Auffassung vom Frauenberuf trägt das vorliegende Büchlein Rechnung. Dies Buch macht die Hausfrau wiÄich verttaut mit ihrer Arbeit; so vertraut, wie sie es sein muß, um sie sinngemäß und unter Berücksichtigung aller Verhältnisse auszuführen, ilnb dazu ist Voraussetzung die genaue Bekanntschaft nur allen Dingen, mit denen wir es als Hausfrau zu tun haben; wir müssen gewissermaßen den Lebenslauf jedes einzelnen Gerätes fearaaen. Solche werturkundlichen und technischen Kenntnisse vermittelt das nait vielen Bildern ausgestattete Buch in knapper und doch anschaulicher Form. Die Erklärungen werden besonders die jüngere Hausfrauengeneration und die Schülerinnen hauswirtschaftlicher Schulen interessieren. Im rein praktischen Teil liegt ber Hauptnachdruck nicht auf der Reinigung; die praktische Arbeit beginnt — darüber sind wir uns gaaaz klar, wenn wir das Buch gelesen haben — mit dem richtigen Einkauf; sie finbet ihre sinngemäße Fortsetzung in der richtigen, auf Erhaltung ausgehenden Behandlung und findet ihren Abschluß in der meist in der Form einer Reinigung bestehenden Wiederinstandsetzung. In dieser Weise führt uns das Buch durch unsere ganze Wohnung, bleibt aber nicht bei dem eng-hauswirtschaftlichen stehen, sorrdem weist darüber hinaus auf die Zusammenhänge derVolls- wirtschaft, auf die Gedanken des Weriburibs. a o Einzig Ist Ttiquet Mammut- Kakao, einzig wie seit 1745 die Tee-Marke: BIQUET. 500 g Dose extra (etwa Fett) M 2.80 500 g ,Paket fein (etwa 25»/. Fern M 2.00 t*-K DER. FETTRE/CHE Nu, w Original- PMkvngnt, Mi mal. lau ESSBeBa “ In einem nut geführten Haushalte wird die Hausfrau nur bewährte Fabrikate verwenden. Die Erfahrung hat gezeigt, daß die Hausfrau dann am besten bausbäll. Dieser Wink für die Hausfrau gilt im beson. deren Maße für das tägliche Kaffee'Getränk. Als der feine und svarsame Zusatz zum Kaffee bat sich infolge ihrer überraschenden Ausgiebigkeit Pfeiffer & Dtllers Kaffee-Essen.-; bewährt. Die Ausgiebigkeit neben dem reinen feine« Geschmack sind die auffallenden Eigenschaften der Pfeiffer & DillerS Kaffee-Essenz. — Grund genug also, künftig nur Pfeiffer & DillerS Kaffee-Essenz au verwenden und in keiner Küche anSgehen zu lassen. Warum avolle.. Sie nicht die gleichen Vorteile geniehen wie zum Beiiptel Ihre Frau Slachbarin? Verlangea: Sie bei Ihrem Kaufmann nicht einfach Kaffee-Essenz, sondern sagen Sie ausdrücklich Pkeiffer L Dlllers Kaffee-Essenz._____________3153D Ih’QnVQßin? Itainl Geg.Zuckerkrankheit u. Aderverkalk. m llUkSb!!?. lwill. hilft best. KQrisfprubd Vttkirchen U- t* Dei Neigung zu Fettansatz sollten Sie eine Zehrkur vornehmen. 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