Dienstag, 9. September 192$ 17$. Jahrgang Nr. 212 Erstes Blatt Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm D rette örilich8, auswärts 10 Goldpfennig: für Re- Klame-Anzeigen n.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 206/a Auf- chlag. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton: )r. Friedr. Wilh. Lange; ür den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich, anher Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: D ietzenerFami lienb lätter Monatr-vezuyrpreir: 2 Goldmark u. 20 Gold» Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäft'sstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten. AnzeigerSiehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 1168«. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnlck «nd Verlag: vrühk'fche Uviverfitülr-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Siehrn. Lchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchlllstrahe 7. Der Widerruf der Kriegsschuldlüge Der Zeitpunkt der Notifizierung der deutschen Note von tit Lamont und der Gouverneur der Bank England, Norman, teilnehmen. — Berliner Beratungen. Besprechungen statt, an denen vor allem der amerikanische Bankier Morgan, sein Teilhaber Die Beratung in der Abrüstungskommission der Dölkerbundsverscrmmlung zeigte bereits deutlich die Tendenz zahlreicher Delegierter, den von den Engländern als erledigt betrachteten alten Garantiepaktentwurf trotz der durch die Resolution Herriot-Macdonald geschaffenen Lage in den wesentlichen Grundzügen beizubehal- t c n Diese Absicht entspricht auf jeden Sall den Richtlinien, mit denen die französische Dele- aotion an die wichtigen Arbeiten dieser Konunif- sion herantritt. Die Auffassung der französischen Delegation, der die Kleine Entente fich an-- schlicstt, geht dahin, das; die Kommifiion die Kontinuität mit den Arbeiten der letzten und vorletzten Bölkcrbundsversammlung aufrechterhält. Der Garantiepakt sei von der Rkehrheit der Staaten nict)t abgelehnt worden. Er behandelte auch nach den Reden Herriots und Macdonalds oie Grundlage des Sicherheitssystems, das die Versammlung ausarbeiten soll. Er müsse selbstverständlich infolge des neuartigen Gedankens des Schiedsverfahrens abgeändert werden. Aber gerade dieses Schiedsverfahren werde es andererseits gestatten, vielen bisher erhobenen Einwänden 'gegen den Pakt die Spitze abzu- brechen und dadurch das System des Garanriepaktes beizu behalten. Denn das Schieds- versahren wirke nur mehr in dem Matze, in dem es mit den Garantien verknüpft sei Das SchiÄ)sverfahren und die Garantien bedeuten ein unlösliches Ganzes, wie auch die Abrüstung nur in enger Verknüpfung mit den anderen beiden Forderungen denkbar ist. Die wesentlichen Aenderungen des alten Garanrie- paktprojektes würden dann darin liegen, datz anstatt des Völkerbundsrates eine richterliche Entscheidung den angreifenden Staat fesl- stellen soll. An anderen wesentlichen Stimmungen des alten Garantiepaktentwurfes scheinen die französischen Kreise dagegen feslzuhallen, so vor allem an S o nde ra bko m m e n, die man als von den alten Vorkriegsbündnissen gänzlich verschieden bezeichnet. Wenn man demgegenüber feststellt, datz auch in der heutigen Sitzung der englische Vertreter Lord Parmoor das alte Garantiepaktprojekt als völlig erledigt hm- stellt, das gleiche, das für die Franzosen weiter eine wichtige Grundlage bildet, datz ferner Schanz er und die italienische Delegation in der Frage des Sonderabkommens dem englisch e n'Standpunkt, in der Frage der Sanktionen, die den Schiedsspruch erst möglich machen, dagegen die französische Aufsafiung vertritt, begreift man, mit welchen ochwierig^iten noch zu rechnen ist und datz die etwaige Lösung noch einen viel komprornihartigeren Charakter tragen dürfte als die Resolution vom letzten Samstag. Dabei mutz damit gerechnet werden, datz die amerikanische Gruppe des Eenerals Blitz und Herrn Shotwell, deren Sicherheitspaktprvjekt zuerst den Schi^>sgedanken emführte, auch eine em besonderer dreigliedriger Auss chu h unter der Mitarbeit des Völlerbundssekretanats als Grundlage für eine Aussprache eine tabellarische Dlebersicht über den Garantiepattsentwurf, die Einwendungen der Regierungen and andere Pall- enlwürse usw. ausarbettckl Schanzer gab Parmoor gegenüber zu bedenken, datz doch die Antworten der Regierungen zur Debatte tänden und der Garantiepatt selbst auch b c ■ prochen werden müsse, und forderte für eine allgemeine Aussprache unbedingte Freiheit für alle Delegationen, uneingeschränri ihre Gesichtspunkte zur Sicherheitsfrage geltend zi machen. Parmoor stimmte hierauf einer zwanglosen allgemeinen Aussprache zu, der aber dann die metho. bische Einzelberatung folgen müsse. In der nun folgenden Debatte legte Schau» zer die italienischen Einwände gegen den Garantiepakt, besonders gegen das Sonderabkommen und die starken Befugnisse des Rates dar, wobei er auf der unantastbaren Souveränität der Völkerbundsmitglieder bestand, gegen die überstaatlichen Befugnisse des Völkerbundes Ein- pruch erhob und die strenge Innehaltung des Völkerbundspattes forderte. Die italienische Auf- assung satzte er solgendermatzen zusammen: Eine Rüstungsbeschränkung ist nicht möglich, wenn man einerseits nicht dem Völkerbund die Möglichkeit gibt, Gerechtigkeit mit anderen Mitteln als militärischer Gewalt zu erlangen, andererseits nicht den Weg findet, ihm Sicherheit gegen Bedrückungen mid Zwangsmittel zu geben, um widerspenstige Staaten zur Innehaltung der von den Organen der internationalen Justiz gefällten Entscheidungen zu veranlassen. Die vierte Kommission der Völkerbunds' Versammlung für Haushalts- und Gehaltsfragen erledigte die Jahresabrechnung des Völkerbundssekretariats, der Sonderorganisationen der internationalen Arbeitsorganisation und des ständigen Gerichtshofs für 1923. Verschiedene Redner stellten dabei mit Befriedigung fest, datz wesentliche Sparmahnahmen getroffen wurden und datz ein befriedigendes Finanzgebaren des Völkerbundes zu verzeichnen ist und wiesen darauf hin, datz verschiedene Beiträge aus dem Vorjahr noch ausstehen. Zu den widersprechenden Meldungen über die Rotifizierung der Erklärung Der Reichsregierung in der Kriegsschuld frage erfährt das amtliche Wvlffbureau folgendes: In der Kundgebung vom 29. August wurde angekündigt, datz „die Reichsregierung es unternehmen we^de, eine Erklärung in der Kriegsschuldfrage den fremden Regierungen zur Kenntnis zu bringen'1. Da es owohl aus technischen wir auch aus diplomatischen Gründen nicht möglich war, diese Rotifizierung gleichzeitig mit der An^rbr der Erllärung vvrzunehmen, muhte der hierfür geeignet erscheinende Zeitpunkt zunächst noch Vorbehalten bleiben. In der Zwischenzeit wurden an die Reichsregierung eine Reihe von Wünschen und Anregungen, insbesondere aus wirtschaftlichen Kreisen, hinsichtlich der Form und der Zeit der älebermittlung herangetragen. Las Reichskabinett wird zu Anfang d?r nächsten Woche nach Rückkehr des Reichskanzlers und des Außenministers zu einer Sitzung zusammeii- treten, um sich über Form und Zeitpunkt der Rotifizierung schlüssig zu werden. Die deutsche Anleihe. Paris, 9. Sept. (WTB.) Wie das „Pe- Journal" aus Reuhork meldet, finden zur Deutschland und der Völkerbund. Der Außenminister gegen eine Be- sprechnng der sozialdemokratischen Völkerbnndinterpellation? (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 9. Sept. (Drahtmeldung.)/ In Kreisen der bürgerlichen Parteien sind in den letzten Tagen Bestrebungen hervorgetreten, die Beratung der sozialdemokratischen Interpella- tion über den Eintritt Deutschlands in den Böller- bund auf unbestimmte Zeit zu vertag e n. Reichsautzenminister Dr. Stresemann stehtdie- sen Bestrebungen nicht fern, da er den Zeitpunkt zu einer solchen Erörterung, für sehr ungeeignet hält und die ganze Frage dilato- risch behandeln möchte. Dr. Stresemann ist der Ansicht und wird darin besonders von dem Staatssekretär von Maltzahn bestärkt, datz eine so- fortioe Meldung zum Eintritt in den Dölkerbund ein sehr zweifelhaftes Experiment sei, weil die Ausnahme in den Döllerbundsrat eine Menge Schwierigkeiten ausrollen müsse und weil andererseits nichts geschehen dürfe, was in den Bereinigten Staaten und Rußland verstimmen könnte. In A m e r i k a sei die zur Zeit noch herrschende republikanische Partei dem Dolker- bunde sehr abgeneigt, und es sei sehr fraglich, ob die amerikanischen Wahlen darin eine Aen- derung bringen würden. Innerpolitisch aber werde die Umbildung 6,c r Berliner Regie- rung nach rechts , für die Dr. Stresemann eintritt, dadurch sehr erschwert und die Reichsregierung würde sich zwangsläufig in eine un- erwünschte Abhängigkeit von den Sozialdemokraten begeben müssen. Der Kampf um den Garantiepakt. Die Beratungen der Genfer Abrüftungskommission. Widerspruch Italiens. - Die Militärkontrolle in Deutschland starke Rolle spielen wirb. Denn während die allgemeine Aufmerisamkeit in Genf den öffentlichen Debatten über die Sicherheit-- und Abrüstungsfrage gilt, arbeitet unter dem strengsten Ausschuß der Oeffentlichkeit die ständige beratende M i l i - tärkommission des Völkerbunds an einem dem Völkerbundsrat vorzulegenden Projekt für die praktische Durchführung ter militärischen Untersuchung durch den Völkeibund in den besiegten Ländern. Diese Arbeiten erstrecken sich gegenwärtig nicht nu- auf die ursprünglich allein aufgeworfene 5ra reich, sondern auch ganz formell auf die militärische Kontrolle in Deutschland. Dabei geht der Plan der Sachverständigen auf ein dauerndes älntersuchungs recht des Völkerbundes in Deutschland hin, das sofort nach Beendigung der Arbeiten der i.tteralliier en Militärkontrollkommission einsetzen soll, wobei dem Völkerbund auch besondere, ebenfalls dauernde' Kompetenzen bei der Kontrolle der entmilitarisierten Zone überwieer weroen. Wie man in der Frage der Militärkontrolle in den besiegten Ländern erfährt, besteht die Absicht, die Behandlung dieser Angelegenheit vor dem Völkerbund zu vermeiden und gegebenenfalls erst nach dem Äuseinandergehen der Versammlung mit dem Ergebnis an die Oeffentlichkeit zu kommen. Der Sitzungsbericht. Genf, 8. Sept. (WB.) 3n der Kommissions- fttzung der' Pölkerbundsversammlung ist heute die Resolution ' Herriot-Macdonald zum erstenmale im Dritten Ausschutz der Völkerbundsversammlung (Rüstungsftagen) zur Sprache gekommen Gleich bei den einleitenden Debatten über die einzuschlagenden Derhandlungsmethvden zeigten sich Gegensätze. Der Präsident der Kommission, D u c a - Rumänien, beantragte, zunächst die Verteilung des Stoffes vorzunehmen, während der italienische Delegierte, der frühere Auhenminister S ch a n z e r, vor dem Eintritt in die Einzelheiten eine generelle Debatte über die gesamte Sicherheitsfrage verlangte. Lord Parmoor stimmte diesem Plane zu, erhob aber eindringlich Einspruch dagegen, datz die Resolution unter den Punkt der Tagesordnung: „Garantiepakt" gebracht wird da der Garantiepatt durch die Resolution erledigt sei und die drei Fragen: Schiedsverfahren, Sicherheit und Abrüstung zur Debatte ständen, an deren Spitze das Schiedsverfahren gestellt werden müsse. Der za>eite Vor- sihende der Kommission^ P o l i t i s - Griechenland, forderte dagegen, datz entsprechend der Reihen- solge in der die einzelnen Fragen in der Resolution angeführt w irden, zunächst die Regie- I rungsantwvrten auf den Garantiepaktsentwarf und die im Völkerbunds patt enthaltenen Garanrie- möglichketten erörtert werden, und beantragte, datz England und die Frage der Abrüstung. London, 8. Sept. (WTB.) Der Gen- fer Berichterstatter des „Manchester Guardian" spricht die Besorgnis aus, datz die in Genf zurückbleibende britische Delegatton der französischen nicht gewachsen sein wird, von der sie sowohl durch Geschicklichkeit in der Debatte alsMch durch Erfahrung weit üb ertroffen wird. Der Berichterstattet weist weiter auf den Wortlaut des dem Drit- - ten Komitee erteilten Auftrags hin, die ist der Völkerbundsfatzung enthaltenen Verpflichtungen im Zusammenhang mit den Garantien der Sicherheit zu prüfen, die die Zustimmung zum Schiedsspruch und zur Herabsetzung dei Rüstungen erforderlich machen, und fragt, ob damit Großbritannien nicht indirekt den Grundsatz einer Garantie militärischen Beistandes anerkannt habe. Zn einem Leitartikel fühtt das liberale Blatt aus, Grotzbritannien brauche kein Partner militärischer Konvention zu sein und werde dies auch nicht sein. Das Blatt führt weiter aus, es sei nicht wahrscheinlich, datz Abrüstungen in beträchtlichem Umfange auf Grund der Konvention stattfinden können oder werden. Die Rüstungen würden sich nur vermindern, ohne datz das Gefühl der Sicherheit zunehme. Kriege würden, zumindest heutzutage weit mehr aus Furcht als aus Ehrgeiz gefühtt. Deshalb müsse man in Ausgestaltung des Schiedsgerichtsgedankens das Ziel erblicken, das vor allem anzustreben sei, denn kein Land würde Kriege führen, wenn es drei Monate beraten müsse, bevor es sich endgülttg entscheide. Diese moralischen Sanktionen und nicht militärische Abmachungen hätten entscheidende Bedeutung. gebunden bettachtet. In Kreisen des Aus- wärttgen Amtes wird immer wieder betont, datz bei dieser Patteipunktdiskussion wichtige außenpolitische Momente nicht in Betracht gezogen werden. Rach dem erfolgten Schrittderfran- zö fischen Regierung in Berlin hin- ichtlich der deutschen Kriegsschuldnote und dem ^hierauf einberufenen Kabinettsrat nach Berlin zu Beginn der nächsten Woche mutz mit einer Hinausschiebung der Schweizerreise des Reichsautzenministers gerechnet werden. Die Berner Arbeitszeit- Konferenz. Bern, 8. Sept. (WTB.) Tie Arbritsminister von England. Frankreich, Deutschland und Belgien sind heute vormittag im Parlamentsgebäude zusammengetreten zu einer Konferenz betreffend das Washingtoner Abkommen über die Arbeitszeit. Den Verhandlungen wohnte auch der Direttor des Internattonalen Arbeitsamtes, Thomas, b?t In der Konferenz sind die Arbeitsminister von technischen Beiräten begleitet. Es wurden Erklärungen über die Arbeitsverhältnisse in ein einzelnen Ländern abgegeben. Sodann ging die Konferenz zur artikelweisen Diskussion der rund 20 Artikel des Washingtoner Abkommens über, wobei eingehend erörtert wurde, in welcher Wei,e jeder Artikel praktisch angewendet werden tarnr und welche Schwierigkeiten sich bei seiner Durchführung in den einzelnen Ländern ergeben könnten. Die Beratungen werden am Dienstag vormittag fortgesetzt. ! -----— Kein Fortschritt ohne Rückschlag! In London wurde die Reugestaltung der internationalen Politik angebahnt, in G e n f wurde sie fortgesetzt. Run beginnt eine rückläufige Bewegung, die über» wunden werden muh. Frankreich, das nach Herriots Genfer Versicherung weder vom Hatz noch im Hatz lebt, hat der deutschen Regierung einen recht gehässigen Hieb versetzt, indem es sie wissen lieh, dah ein Brief des Reichskanzlers Marr, der den Widerruf des Kriegsschuldanerkenntnisses ankündigte, in Paris den denkbar schlechtesten Eindruck (impref- sions fächenses) gemacht habe. Man hätte es auf deutscher Seite vielleicht noch Derfianben, wenn Ministerpräsident Herriot seinen Berliner Gesandten angewiesen hätte, in vertraulichem Gespräch mit dem Staatssekretär Frhm. v. Malt- za hn anzudeuten, dah die derzeitige fianzösische Regierung einen Sturm ihrer Kammer- vpposition befürchte unb sich deshalb mit Berlin über einen späteren Term in der Rotenübevgabe verständigen wolle. Darm wäre die Angelegenheit wahrscheinlich auf nichtöffentlichem Dege in Güte erledigt worden. Herriot hat aber feine Rüge sowohl in Genf als auch in Meaux, wo er aus Anlah des 10. Jahrestages der Marneschlacht sprach, mit fast Poincarescher Schürfe auf das Gebiet der ösfenttichen Drohung hinübergezogen. In Meaux sagte er: „Ich habe In Gens angesichts der ganzen Welt gesprochen und es sollte mich wundem, wenn meine Worte nicht auch dort gehört werden, wo man glaubt, der Wett einreden zu-können, dah Belgien 1914 Deutschland angegriffen habe." Dos war pfeilgerade gegen den deutschen Wider- rufsplan gerichtet. Aber auch in der In- ftruttimi des Berliner Botschafters de Mar - gerie scheint betont worden zu sein, dah der „schlechte Eindruck" nicht nur im Kabinett Herriot, sondern bei der gefunden französischen Oeffentlichkeit besiehe. Damit ist der kleine diplomatische Schritt zur groben Staatsaktion geworden, und Parteien und Volk haben wieder einmal auszubaden, was wenige Staatsmänner vielleicht ganz gut unter ftch hätten auLmachen können. ■Unb das schlimmste: Die Bombe platzte, als Kanzler und Auhenminister in Urlaub gegangen und der Reichstag auf den 15. Oktober vertagt worden war. Eine frühere Einberufung ist zwar vorgesehen. Aber bis die Volksverireter wieder herbeigeholt oder doch die Mitglieder des Auswärtigen Ausschusses zusam- mengetronrmrit sind, vergeht kostbare Zeit. Auch das Rumpskabinett, das gestern in aller Eile tagte, kann ohne feine Häupter feinen entscheiden- • den Entschluh fasten. Unterdessen gehen die Intrigen gewisser französischer Hetzer weiter. Schon in Genf, als die Ministerpräsidenten Englands und Frankreichs noch anwesend waren, wurden die Gerüchte von einer schnellen Rotifizierung des deutschen Schiildwiderrufs zum Vorwand genommen. um die Abriisrimgsbefrebungen und sonstigen Revisionspläne Macdonalds zu bremsen. Dann wieder wurden au8 Paris Meldungen verbreitet, dah Dr. Marx in besonderen Briesen an Herriot unb Macdonald wegen der Rottfizierung sondiert habe. Letzteres, eine aufgelegte Lüge, wurde von deutscher arntlicherEeite bereits dementiert. Richtig ist nur, dah der offizielle Brief des Reichskanzlers an Macdor ald und Herriot eine Sondierung bedeutete. Ein endgültiger B e s ch l u h der Reichsregierung, zu welchem Termin und zu welcher Gelegenheit die Widerrufsnote überreicht werden solle, lag und liegt nicht vor. Die Reichsregierung hat also heute noch vollständig freie Hand. Auf der andern Seite bereitet sich eine sehr ernste, und kritische Wendung vor, nämlich ein Angriff Frankreichs, geboren aus dem schlechten Gewissen und der Furcht, Deutschland förnite in rascher Folge vor der Weltmeinung rehabilitiert und auch reparationspolitisch entlastet werden. EmBerlinerKabinettsrat Vor einerSchweizcrreiseStrescmanns. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 9. Sept. (Drahtmeldung.) Die Entwicklung der autzenpolitifchen Lage in den letzten Tagen wird voraitsfichllich den Reichskanzler Dr. Marx und den Auhenminister Dr. Stresemann zu einer Unterbrechung ihres Arlaubs nötigen, um in einer Besprechung das weitere Verhalten der Reichsregierung festzulegen. Der Termin dieser Besprechung steht noch nicht fest. Man rechnet jedoch damit, daß noch Ende dieser Woche Dr. Sttesemann den Reichskanzler Marr in feinem Sommeraufenthalt am Bodensee auf- suchen wird, um sich bann nach der S ch w e i z zu begeben, wo er mit mehreren ausländischen Staatsmännern Fühlung zu nehmen gedenkt. Die Besprechung mit dem Reichskanzler dürste auch Klarheit darüber bringen, ob und wann die Llebermittlung der deutschen Kriegsschuldnote erfolgen soll. Der heftige Kampf, der in der deutschen Presse zum großen Teil aus innerpvlitischen Motiven über diese Frage entbrannt ist, erschwert nach der Ansicht maßgebender Kreise die Aufgaben der Reichsregierung sehr, und man erwartet eine Verlautbar,ng, wonach die Reichsregierung sich innerpolitisch in dieser Frage weder narir der einen noch nach der anderen Seite Dorbereitung der deutschen Anleihe in der Zeit Dom 15. bis 20. September in Paris wichtige 4 esn I eo 64. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Bietzen, Univ, b$n CefL j Priv welches Hummel gegeben stimmt ( können ouo/ene uno iveroen morgen In seinem Rücken langsam aufEIärenbe Witterung mit ftarfier Abkühlung bekommen. Oer Alte auf Topper Roman von Hanns von Zobeltih. '+-21 leruitgS Angriff g tigstellung werden ka cimgerinaß Raffung Die „Reichspost" meldet aus Belgrad, boü die Entscheidung des Saiger Schiedsgeri chtshoss, derzusolge das alte Kloster 'TZaim Albanien zugesprochen wurde, d^rt gr)ße Erregung hervorg-erufen hebe. Dee Außenminister Mari- nowitsch bat Pressevertretern ge;c tübe: er.lärt, daß Iugoslavien diese Gntscheiäing nicht on » n e h m e n tonne, weil dadurch sei ;e Souverä- nitä t verletzt werde. Jugoslavien wer.e a u s dem Völkerbund a u s t r e t e n , falls der Schiedsspruch nicht rückgängig gemacht werde. „Seine Königliche Majestät haben resolviret, dah dem Stabskapitän Christian von Zabeltitz ,vom Regiment von Zastrow in Anbetrach: seiner ehrenvollen Blessuren eine Pe.rsron von hundert Reichstaler pro anno in Gnaden zu accorbieren. Der Stabskapitän Hit durch ärztliches Attestum zu erweisen, wie er zum Königlichen Dienste unfähig und zu dimittiren gezwungen, und wird ihm die Gnadenpenifron mit fünfundzwanzig Reichstaler quartaliter und pränumerando Lurch die Königliche Kreiskosfe zu Zielenzig ausbezahlet werden . . Sie haben gesehen, dach das Blatt dem Herrn Dater in den Händen gezittert, auch hat er, nachdem er gelesen, eine Weile geschwiegen, gleich als ob er sich besinne. Aber dann hat er das Schreiben auf den Tisch geschmissen, die Hornbrille hrruntergerissen und in die Tasche gesteckt, hat gerufen: „Kocht euch den Katzendreck sauer." Hat die Kappe vom Ragel genommen und ist hinausgelaufen, mit langen Schritten, durch den Garten ins Dorf hinein. Er ist auch wirklich im Sturmlauf durch die Dvrfstraße gegangen und darauf ins Feld hinein, ganz aufs Geratewohl. Lind hat ohne Llnderlah dabei vor sich hergeschinrpft. halblaut und laut im abgerissenen Brocken. Der König hat den größten Teil bekommen, dann, der Lasow. aber auch Christian und Beate sind reichlich bedach! worden. So ist er die Höhe nach den Dachsbergen heraufgestürmt, und da wurde ihm oben der Atem doch zu enge. Muhte stehen bleiben und verschnaufen und sah die Stümpfe von den uralten schönen Eichen am Forstrande. Die hatte er vor ein tiaar Monaten schlagen muffen, für den Juden D2a halle M Mesigen 1 tot Dirn unö Pro- zwecks weilt Festlichleite Georg 8 und der Pi Lich ringel Ehrenpf solchen am - Schloß) fck Stirne, am im Schloßho Abend soll Musikvei stattsinden,. Alle wie füi gang i sagen i Der währen gepfleg herzlic Die preutzische Schulpolitik. Berlin, 8. Sept. (WB.) 3n der Sitzung des Hauptausschusses des Preu'zischen Landtage s, in der die Beratung des Haushaltes des Ministeriums für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung begonnen wurde, hat der Kultusminister u. a. ertfärt: Die Kultuvaufgabea Preußens verlangten dringend, daß auf dem Gebie.e der Volkserziehung m indestens'die Friedens- Höhe der Ausgaben erreicht werde. Höhere Einnahmen zu erzielen, sei gerade dieses Verwaltungsgebiet nicht in der Lage, denn die Erhöhung des Schulgeldes für die höheren Schulen werde gerade die am schwersten ringenden Schichten Les Volkes von den höheren Schulen ausschließen. Weiter erklärte er, bat) sich der finanzielle Effekt des Abbaus nvch nicht berechnen lasse. Er gab aber dem Wunsche Ausdruck, daß das Reich bald die von ihm verhängte Einstellungssperre auf heben möge. Hinsichtlich der vielen K.a- gcn über die zunehmende Pvliti sierun g der Schulen hat der Minister daranf h'.ngewie'en, Last vom Eltern Hause mehr geschehen könne, um die Schulen zu unterstützen. Zu der Frage der De r f a s sungs feiern erklärte e_, sie seien genau so veranstaltet worden wie früher. Es lägen nur vier Fälle von Klagen vor, die geprüft würden.^ Einer dieser .Fälle habe sich schon jetzt als böswillige Denunziation herausgestellt. Als Hauptaufgabe bezeichnt: Dölitz die Reform des höheven Schulwesens und die Regelung der Lehrer bildungsfvag e. Die Pensionierung Oberbürgermeister Leinerts. Hannover, 8. Sept. (Wolff.) Der Magistrat von Hannover genehmigte den zwischen dem Oberbürgermeister Le inert und dem Bürger- v orst eher-Kollegimn abgeschlossenen Pensions- Vertrag mit allen gegen drei Stimmen der Sozialdemokraten. Leinert tritt nach dem Vertrage von feinem Posten unter der Bedingung jurtrf, daß ihm fein volles Gehalt als P e n s l o n gezahlt wird. — Wie der „Vorwärts" öie$u meldet, hat der Ortsvorsiand der Sozial- denwkratischen Partei Hannover zu dem Qlbbau >es Oberbürgermeisters in einer eingehenden Beratung Stellung genommen. Der Vorstand Der- erteilt« daß Leinert nicht die Parteiinstanz en von feinen Absichten in Kenntnis gesetzt hat and spricht ihm wegen feiner Haltung und wegen des Inhalts fernes mit dem Ordnungsblock abgeschlossenen Vertrages feine schärfste Mißbilligung aus. Der von feiner Partei auf gemaßregelte Oberbürgermeister ist bekanntllch Präsident des Preußischen Landtags. Kleine politische Nachrichten. Obervegierungs- und Baurat Haack, der in *>em bekannten großen Mainzer Ersenbahnerprozeß vom französischen Militärgericht seinerzeit mit ^hlreichen wetteren Eisenbahnern zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden war, ist am 6 September endlich als letzter Verurteilter aus dem Gefängnis entlassen worden. tyer ftuyerr Komm andrer en 02 Der amer iranischen Rheinarmee, General Allen, ist in Berlin eingetroffen. 3n Hamburg war er Gast des früheren Reichskanzlers Cuno. Aus Stadt und Land. Gießen, den 9. Sept. 1924. Sportgeltung. Man sagt, der Sport sei international. Das ist richtig. Der Sport kennt keine politischen Grenzen, wenn er sich ausbreitet und betätigt. Er dokumentiert sogar seine Znternationalität dadurch, daß er feste Regeln schasst, die für alle Böller gelten. Ihn verbindet aber auch eine tiefe innere Kraft: der Gedanke, Gleiches zu treiben, Gleiches zu erstreben. So ist der Sport geeignet Drücken zu schlagen von einem Volk zum andern. 3n viel höherem Maß, ja in erster Linie sind ckber Turnen und Sport Nation al and dienen der Stärkung vaterländischer Gesinnung. Jung und alt, arm und reich stehen hier zusammen und gewinnen so das Gefühl der Zusammengehörigkeit, des Gemeinsinns. D-ie Ertüchtigung des Körpers, dir Erziehung zu Gewandtheit, Mut und Tatkraft, die Pflege von Kameradschaft und Freundschaft, von Ordnung und Llnterordnung sind so hohe körperliche, geistige und sittliche Werte, daß jedes Staatswesen sie schon aus dem Trieb der Selbsterhaltung heraus aufs eifrigste fördern muß. Diejenige Ration wird im Wettbewerb der Völker die größte Geltung erreichen, deren Angehörige am meisten Sport treiben und sportliche Gesinnung chaben. Darum sind Turnen und Sport nationale Waffen im Kampf um Weltgeltung. Wallenstein hat einmal getagt, man müsse den Gegnern auf die Fäuste sehen und nicht aufs Maul. Rur Stärke schafft Ansehen. Man muß sie zeigen im Kampf, muß sie beweisen durch Sieg. So heißt es für uns kämpfen und siegen, wenn wir gelten wollen. Deutschland hat feine Kraft und Stärke gezeigt im Krieg. Run uns diese Waffe aus der Hand geschlagen ist, müssen wir eine neue ergreifen. Das ist die Gesundheit u n d K r a f t unseres Volkes, die sich beweist in Leistung. Diese Waffe muß scharf fein. Wir müssen alles tun unsere sportlichen Leistungen auf eine Höhe zu bringen, die unsere Gegner zur Achtung, uns selbst zu Sieg und Geltung führt. Mannigfach sind die Mittel und Wege, die zu diesem Ziel fühpen. An den Anfang aller ist der Wille gesetzt, auf den Weg Mühe und Arbeit, Ent- fagung und Enttäuschung, Stolz und Freude, ans Ende Riederlage oder Sieg. Es mag einem späteren Aufsatz Vorbehalten bleiben, diese Mittel im einzelnen näher darzulegen. Aber auf eins sei schon jetzt aufmerksam gemacht: Jeder kämpft einzig und allein für sein Vaterland, für das Ansehen seiner Heimat; hinter jedem Kämpfer steht aber hinwiederum bas ganze Reich, das ganze Volk, im Willen zum Sieg für Deutschlands Größe und Kraft. In diesem Sinne ist der nationale Sport international, in diesem Sinne ist Sportgeltung Weltgeltung. • ** Ein guter städtischer Ankauf. Die Stadt stand in Ankaufsverhandlungen wegen des Hardthvfes. Diese führten jedoch zu keinem Ergebnis. Es gelang aber der Stadtverwaltung. die Mehrheit der Aktien der das Gut besitzenden Attien-Gesellschaf t Union- Drauerei zu erwerben. — Wir begrüßen diese Erwerbimg, die weitgehende städtische Ent- wicklungsmöglichieiten besttmnrend in die Hand der Stadt legt, mit Genugtuung. ” Verbesserung des Zugverkehrs zum besetzten Gebiet. Morgen, Mittwoch, wird die Zollkontrolle an den Grenzpunkten des besetzten Gebietes (Goldstein, Griesheim, Höchst usw.) aufgehoben. Die Reichsbahndirektion Kank- urt a. M. wird vom gleichen Zeitpunkt ab eine Verbesserung der Zugverbindungen dadurch an- Ireben, daß sie, soweit es betrieblich möglich ist und mit dem Regiefahrplan sich vereinbaren läßt, die bisherigen langen Aufenthalte auf den Kontroll- tationen kürzt. Da mit den dafür notwendigen Fahrplanänderungen auch Früherlegungen verbunden fein werden, tohfb den Reisenden, die am 10. September oder an den nachfolgenden Tagen mit Zügen, die die Grenze des besetzten Gebietes kreuzen, zu reifen beabsichtigen, empfohlen, sich tags zuvor über den Fahrplan zu unterrichten. ** Die Reuregelung der Erwerbslosenunter st ühung enthält, wie der „ Amtliche Preußische Pressedienst" einem Erlaß des preußischen Ministers für Volkswohlfahrt entnimmt, abgesehen von der allgemeinen Erhöhung der Sähe und einer stärkeren Steigerung der Sinterstühungen für Frauen sowie der Familienzuschläge. gegenüber dem früheren Rechtszustande olgenbe Abweichungen: Gleichstellung derjenigen weiblichen Erwerbslosen über 21 Jahre, die Nachweisen, daß sie FamikenangÄhönge zu ernähren NtzbS sto »•Ä‘< hurten MM am pjj Po schicdenen wurden 1 Ä Lus dem LE !^hieb in vereinigt, vers daneben bcgl Veineindegesa wechselten rn Länger hatte Gruppen ode unseres bchos schon Srngen rcn ergnssen Ansprachen 0 DegMwal quelle Asus »den bahn u Lchazug g' gebet schlov „Kannst ja gehen, wenn du willst. Ich bin licht mehr fürs Parlieren. Jsch red' deutsch." „Muh dir Las aber doch sagen, Lah du ein doppelter Rarr bist. Polterst drauf los, weil du's nicht erwarten kannst. Linser großer König —“ »Dein großer König!" „ilnfer König will und wird uns helfen. Er tut's schon. Par exemple: gestern hab' ich zehn Dragonerpferde bekommen —" „Du?! Pferde!" „Ist so. Auf meine submiffeste Petition." ' hcfft hübsch betteln können —" .... • • eine Allerhöchste Gnade erbitten. Das ist ein anderes, mein' ich." Der Alte hat nichts eingetoertbet. Stand, batte die Hände im Rücken, den Racken steif und ein verbittert hoh.iisches Gesicht. Wollt' nicht weiter r^en mit dem Bettelmann da, dem Lari- x ’S seidenen Wadenstrümpfen unb den So ttars an den hageren, hakigen Fin- ^Moskowiter kamen, bat der die Mattierung von der Maria Theres^ angezogen und schon getan. Und jetzt tut er sckön k D-rlin. Alnb tn K CBeib, der Pompadour. Llebrrall, wo's was zu yolen gibt. 0 _ r>er Lei^vlzer eine Weile, nagt mit den ZSHnenan d« Unterlippe. Sagt da.rn: „Hätt' ^rnu Beate gesprochen. Wollt' ineine Dlahon anbrmgen wegen des Kaspars. Ist mir Kbfc nahe gegangen. in Sternberg, um einen Spottpreis, und nun grng's über den her. Ein ganzes Register vvm Hebräer über den Manichäer bis zum Wucherer mit dem Judenspieß. Dos machte ihm Luft. Wie er sich bann umdrehte und i ns Land hinaus - schaute, da fiel ihm ein: «Hier standst du am Sage von Kunersdorf, und da fing das Elend an. Lind er dachte Wetter, wie er neulich auf dem Kunersdorf er Muhlberge zum König h naufgestiegen und was er zu ihn geredet hatte. Da aber saß der Wurm, der ihn die ganze Zett gequält hatte, die bittere Wahrheit, die er doch nicht haben wollte: daß er nicht wie der Llntertan vor der Majestät gewesen, vielmehr Ivie ein trotziger Frondeur. Hatte das zwar nicht ausgesprochen, aber auf der Zunge hatte es ihm gelegen und sicherlich in dem Gesicht: Wir Zabll- titze waren in der Mark vor euch Zollern! Lind Hütte doch wissen müffrn, daß diese Zollern längst den Junkern ihre Olutorite stabilrsiect wie einen Rixher de Drvncek Hätte bitten müssen und forderte. Forderte fein Recht. Llnd wußte doch, daß über dem Recht des einzelnen Llntettanen das Ganze und die Staatsräson ftanben . Setzt wußte er das, hatte cs sich hundertmal gesagt in den letzten Wochen. Aber sich's ganz ehrlich zugegeben: das kriegte er auch heute nicht übers Herz, hatte immer noch allerlei Einwände vor sich selber. Wurde darüber indes doch ruhiger, während er nun schweren Schttttcs an der Waldlisiere entlang ging. Der Grimm to^ri) langsam zu Wehmut: dachte an feinen Aeliestein, dem er einst den Besitz vererben wollte, dachte an den Kaspar, der hier so tollvergnügt in den Daum ästen gehockt und ins Land observiert. (Fortsetzung folgt.) Aus aller Wett. Deutsche Buchdrnckertagung. Die 54. Hauptversammlung des Deutschen Buchdruckervereins, der maßgebenden Organisation der deutschen Buchdrackereibesiher, fand am Sonntag in Hannover statt. Rach der im Kuppelsaale der Sbadthalle abgehaltenen Gedenkfeier für den kürzlich verstorbenen Geheimen Kom- werzienrat Büxen st ein hielt der Kölner Llni- versitätsprofesfor Moldenhauer einen Dor- trag über die Belastung Deutschlands durch das Londoner Abkommen und dessen wirtschaftliche Auswirkungen auf das Gewerbe. An der Tagung nahmen über 600 Personen teil, darunter hervorragende Vertreter der staatlichen und städttschen Behörden, sowie des Handels und der Handwerkerkammern. Der internationale Buchdruckerkongretz Hamburg, 8. Sept. (WTB.) Heute vormittag ist im hiesigen Gewerkschaftshaus der 9. Internationale Duchdruckerkongreh eröffnet worden. Es waren 30 Vertreter aus Deutschland, Belgien, Dänemark, Frankreich, Holland, Island, Italien, Jugoslawien, Luxemburg, Norwegen, Oesterr-eich, Polen, Nrtmänien, Schweden, der Schweiz, der Tschechoslowakei und Ungarn erschienen. Eng- lischerseits war die Beschickung des Kongresses abgelehnt worden, weil die Verschmelzung der Jnternattvnalen Sekretariate nicht auf die Tagesordnung gesetzt worden war. Aus dem Bericht der Sekretariatskommission für 1921—1923 geht hervor, daß die amerikanischen Organisattvnen ihren Beittitt solange ablehnen, wie der amerikanische Gewerkschaftsbund der Amsterdamer Internationale noch nicht angeschlossen ist. Von dem russischen Verband ist wiederum ein schriftliches Aufnahmegesuch eingegangen. Saarkinder als Gäste Berlins und Pommerns. Berlin, 8. Sept. (WTB.) Auf dem Stettiner Bahnhvf sind am Mpndag-.rachmtttag 165 aus dem ©aargebiet stammende Kinder, die drei Monate lang als Gäste Pommerns im Kreise •Xolberg, Köslin u'to. geweift hatten, eingctcoffen. Die Kinder, die sämtlich einen frischen und erholten Eindruck machten, sind auf dem Bah.ihof von den Mitgliedern des hiesigen, Saarvereins, als dessen Gäste sie mehrere Tage hier weilen werden, begrüßt lvo-rden. Ramens des Vereins hielt der Verwaltungsdirektor Vo- ge l eine Dewillkommnungsansprache, in der er die Kinder er mahnte, die tn dem gastfreien Pommern und der Reichshauptsladt gewonnenen Eindrücke in'ihren Herzen zu bewahren und dereinst bei ber Abstimmung 1 935 ihren Mann zu stellen, falls es wiEch zur Abstimmung kommen sollte. Unter Führung von Mitgliedern des Saarvereins und des Frauenausschusses begaben sich die Kirvder in Automobilen, die von der Schupo zur Verfügung gestellt wurden, in ihre Quartiere. Tödlicher Absturz im Schwarzwald. Bei einer Kletterpartie in der Feldseewand am Feld berg im Schwarzwald, stürzte derSohn des Freiburger Postdirektors Weher kurz vor Erreichung des Zieles ab. Er blieb auf der Geröllhalde oberhalb des Feldsees t o 11 ie gen. Das Seil, das ihn mit einem anderen Touristen verband, wurde bei dem Sturz durch gerissen. Rachdem der erste, vor einigen Wochen unternommene Versuch, die Feldseewand am Feldberg im Schwarzwald zu erklimmen, glücklich gelungen ist bat der gestrige Versuch bereits ein Menschenleben gefordert. Wettervoraussage. Abnehmende Bewölkung. Winde aus westlicher bis nördlicher Richtung. Starke Ablühlung, langsam nachlassende Regenfälle. Das gestern über Großbritannien lagernde Tiefdruckgebiet ist in schnellem Zuge gegen Skandinavien begriffen. Wir liegen auf feiner haben, mit den •JKannetT.. Geminverre Höchst» grenze für die Familienzuschläge der den Märi« nern gleichgestellten Frauen und allgemein zur Vermeidung von Lieber schrettungen mit ber Lohnen. Die nunmehr festgesetzten Llnterslützungs- sähe find Höchsffätze. — Aus D a r m st a d t wirk uns gemeldet: Arbeitsämter und Bürgermeistereien hatten sich geweigert, arbeitslosen Frauen die Erwerbslosenunter stütz ung auszuzahlen. Aus eine Vorstellung der ©auleitung Gießen des Deutschen Lcchakarbetter-Derbandes hat das Hess Ministerium für Arbeit und Wirtschaft eine Entscheidung gefällt, die in ihren entscheidenden Sätzen wie folgt lautet: „Grundsätzlich find wir der Auffassung, daß angeftrebt werden muß, die Erwerds- losenfürsorge zu einer Erwerbslosenveilicherung auszubauen. Folgerichtig kann bann die Unter- stühung nicht mehr von dem Rachwois der Bedürftigkeit abhängig gemacht werden, sondern es muß bann der Rachweis des erworbenen An - spruchs genügen. (Daraus ist zu folgern, daß auch arbeitslos gewordenen Eheftauen die Er* werbslosenunterstützung zu zahlen ist.) ** Der Gießener Schwimmver- e i n beginnt morgen abend im Volksbad mit seinem Wintertraining. Näheres in der &ew- tigen Anzeige. Bornotizen. — Tageskalender für Diens tag. Stadtthsater: 8 Llhr „Jvhannisfeuer". — Lich'» spielhaus, Bahchofstraße: „Ich hatt' einen Käme- raden". — Hessische Bilderbuch e. „Die Buddenbrooks". Landkreis Gießen. £ Wieseck, 8. Sept. Die neuerrichte» ten zwei Schulsäle, die durch den Umbau des Dachstvckes ber Schule in der Lichten aaeo Straße gewonnen wurden, besichtigte am Samstag der Gemei nderat. Die gewonnenen Säle sind in jeder Beziehung einwandfrei und bieten in ihrem Hellen und freundlichen Aussehen ein anheimelndes Bild. Reben den zwei Schulsälsn wurde ein geräumiges Konferenzzimmer geschaffen. Durch Vergrößerung der Dampfheizungsanlage werden sämtliche Räume tn dem umfangreichen Bau mit Dampf geheizt. Die Besichtigung gab den anwesenden Gemeinderats- Mitgliedern Anlaß, Wünsche zu äußern, die hoffentlich in nicht aUju ferner Zeit in Erfüllung geben. So ergab die Inaugenscheinnahme der Badeanlage, daß die eine Hälfte durch bat Einbau von Zellen leicht ber Allgemeinheit zugänglich gemacht werden kann. Der Wunsch nach einer Badegelegen heft ist schon oft geäußert worden, hoffentlich erhält der Plan nun bald feste Form. Ein weiteres Projekt, das bei dieser Gelegenheit erörtert wurde, ist die Errichtung einer Turnhalle, die zugleich als Kriegergedächtnishalle gä»cht sein soll. Hieran krankt unsere Schule — und die Allgemeinheit — seit langen Jahren. Das zvr Verfügung stehende Gelände bietet die Möglichkeit, soviel freien Platz zu schaffen, daß dieser, in Verbindung mit einer großzügig erbauten Turnhalle, der geeignetste F e st p l a tz ift,~ den man sich denken kann. Weim man sich auch über die Schwierigketten der Verwirklichung dieser Zukunftsmusik völlig int klaren ist. so müssen doch unter allen Lim ständen Mittel und Wege gefunden werden, diese zwei Prvjette, die aufbauend im weitesten Sinne wirken, nicht nur schöne Pläne bleiben zu lassen, über die man begeistert spricht, sondern an deren Verwirklichung man auch mit frischem Wagemut herangeht! I. jungen, 7. Sept. 3n der jüngsten Gern e i n d e r a t s s i tz u n g wurde beschlossen, die Gemeindjagdpacht auf 80 Prozent von dem Durchschnittspachterlös der Jahre 1913 und 1914 festzusetzen. Ebenso wird die Pacht für die Teiche unL für die Fischerei in der unteren Horloff für das Rj. 1924 auf 80 Prozent des Pachterlöses von 1914 festgesetzt. — Das Gesuch einer Anzahl Einwohner um Stundung der Gemeindesteuer urtb des Holzgeldes wird genehmigt. — Der Beitrag für den Hess i- schen Fürsorgeverein für Krüppel in Darmstadt und den Tuberkulofenfonds des Kreises wird für 1924 bewilligt. — Zur Deckung der ihm bei dem hiesigen Ziegenmarkt am 4. August 1924 entstandenen Kosten erhält der Kreisziegen - Zuchtverein Gießen einen weiteren Zuschuß. Kreis Friedberg. vw. Butzbach, 8. Sept. Am 26. Oktober indet, wie schon gemeldet, die W a h l der Stadtverordneten statt. Die Dürgermei- terei fordert auf, bis zum 16. September Wahl- Vorschläge einzureichen. Deshalb haben schon Der- chiedene Besprechungen, zu welchen entweder der Ortsgewerbeverein, bzw. einzelne Gemeinderäte oder auch Parteivorstände eingeladen haben, statt- gefunden. Es wurden aus der Bürgerschaft Stimmen laut, man möge bei der Wahl ohneRück- ichtnahrne auf die Parteizugehörig- k e i t auf solche Kandidaten sehen, von welchen man von vornherein wisse, daß ihnen das Wohl „Meine Schwi?ger wird keine Zeit haben." „Ja — wenn rntt dir zu reden wär'. Hätt' dir auch gern meine Freude ausgesprochen, daß sich ber Stabskapttän und Bette gefunden. Wann werden sie Hochzeit halten?" „Weih nicht. Sieht nicht lhochzeitlrch aus in» Tvpperschrn Haus." „Also, Bruderherz, dann Adieu. Auf einen besseren Tag I“ „Adieu ... an den besseren Da« glaub' ich nimmer." Sie haben sich ganz leicht ihre Hände berührt, und der Leichholzer ist alleine h'mausgeg<»ngen. Erst als er schon an der Haustür war, ist dem Alten Eingefallen: so läßt man einen, mit dem man dreißig Jahre Freund und Gevttter war, nicht aus dem Hause. Ist also nachgegangen: „Wollt' dir doch das Geleit geben,“ hat dem Lasow höflich die Tür geöffnet und ihm auf den Wurstwagen geholfen. Lind wie er abftih; hat er noch einen langen, langen Blick auf die Pferde gehabt. Ein weniges flrapagiert, aber brauchbare Gäuler — ja — vom König--Dragvnerp(erbe. Ter letzte Pserdeschwanz ist grab’ hinter der Ecke verschwunben und der Leichholzer unsichtbar, da kommen Christian und Bette, tun sich wichtig, Rieben den Vater in sein Zimmer, hoben einen großen Bogen Papier: „Den hat die Majunte in ber Kiepe gehabt. So lesen Sie doch!" Immer ist ber Gestrenge jetzt mißtrauisch gegen beschriebenes Papier, beickt rollig Im klaren nständen Dittel ! zwei Projekte, te wirten, nicht 1, über die man Dawirklichung frerangefot! jüngsten Te- efchlvsten, die Prozent vm Zahre 1913 und : Pacht für die in der unteren 0 Prozent des - Das Gesuch indung der Holzgeldes ürdenHessi' Krüppel in ilosenfvnds [Billigt. - Zur Ziegcmnarkt am ten erhält der [in Sieben JnterfS SÄ to0l^en»? iu foÄ; rauend S* i“ * Er. H'Mder. iW» mii g. Im 26. Oktober Dahl der §ie Dürgermei- »ptember Dahl- iahen schon deren entweder der iC Serneinderale den haben, statt- rgerschast SUM- I ohneDuä- izugehöng- n, von toelN hne^dasDohl izum^L ' Land MA Wü st ^ am a neulich ^nigj^ ganze Zeü ge «-Ä i,S tos yn^^W Ä/lrundervnal %^'teS S&ö « ®"Ä "Jst'"1? ötaöt, ^tonmmg#mt Glanz T^T 001 tiiangeL Statt Karten. 0*3117 Allen Bekannten für die herzliche Teilnahme sowie für die zahlreichen Kranzspenden bei dem Heimgang unserer lieben, unvergeßlichen Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Den kath. Schwestern sowie allen denen, die sie während der langen Krankheit mit treuer Hingabe gepflegt und ihrer gedacht haben, sei besonders herzlich gedankt. Familie Maurer Darmstadt, Moosbergstr. 67 Qmmen frlfch Überall erhältlich. Preis pro 14 Pfd. rxur.SCX'Pfennig> Der heutige Festsonntag selber wurde eingeleitet durch Choralblasen, ihn IO1/* ilhr folgte in unserer ehrwürdigen Stadtkirche, die erst jüngft durch eine von Kirchenmaler Delle geschaffene wundervolle Gedenktafel einen neuen Schmuck erhalten hatte, der F e ft g ottes- dienst, ber überaus zahlreich besuM war Ab morgen empfehle 1 alle Arten frische 1 w tagt. frische Ra»tch- waveu, Heringe in <«clce.Aali.(Kclee. Bismarckbcringe, Rollmöpse rc., alles zu billigiten TageS- preisen in der ,w3Tc iHamburgerFischtidlg., I A. Kooh HiehHor., Schulirr.10.rel. 1612. den Gustav-Ädolf-Derem. Pfr. '®v°«ncr t£r den Landes verein für Chmerc Bllsfwn, vfr. S t rack für den Verba nv der weiblrchen ■JugenD, Pfr. Roos für den Hessenbund, Pfr 3 <11 b - OHannfKiiv für das Präsidium und den Zentral- Vorstand des Evang Bundes. Pfr. Hern d für den Hauptverein Wiesbaden und Hessen-Dassau, ein Vertreter für das besetzte Geblet, Pfr. Spanuth aus Levben für Deutsch-Oester- reich und Steiermark, besonderen jubelnden Wi- derhall erweckten in der Versammlung die Ansprachen des letzteren Redners, und die des V c r- tretcrs der besetz ten Gebiete. Ma^ch crnerkcnnendes und aufmunterndes Wort wurde dem Evang. Bund gewidmet, des'en Dank der Br sitzende Pfr. D. Wa i h noch einmal beredten Am- brud verlieh. Prachtvolle Sarbietungen des Kir- chengesangVereins und des Gesangvereins San- gerlusi wechselten mit den inhaltvollen Ansprachen, stürmischen Veifall durfte ein Heiner Mädchenchor aus dem besetzten Gebiet für ein inniges Lob- und Danklied mit nach Hause nehmen. Um 11 Uhr schloß die Versammlung. P a r a l l e l v e r sammln n g e n sanden mit ähnlichen Darbietungen der verschiedenen Chöre und Ansprachen eines Teils obengenannter Redner im Stern und in der Äinijc statt-, sie wurden von Pfr. Adam und Göbel-Wolf geleitet und boten mit ihrem Massenbesuch em stärkendes Bild evangelisch- deutschen Glaubens und Lebens. k- Buntes Allerlei. Crin Radikalmittel gegen geisteskranke Verbrecher. Der FaN S^iarmann hat von neuem gezeigt, welche furchtbare Gefahr für die menschliche Ge scllschaft dadurch heraufbeschworen wird, das) man geisteskranke Verbrecher frei h.'rumlausen LiBt. Auch dieser grausigste Mörder hat sich eine Zell- lang im Irrenhaus befunden, und nach semer Freilassung hat er seine furchtbaren Mordtaten begangen. Eine Radikalkur gegen solche gefährliche und unheilbare Geisteskranke schlägt der Berner Abgeordnete Dr Hauswlrth vor. Er brachte bet dem Berner Grohen Bat ein Gesetz ein, das unheilbare Geisteskranke auf schmerzlo em Wege aus dem Leben befördert werden sollen. Die Irrenhäuser sind im Kanton Bern, wie auch anderwärts überfüllt und deshalb können selbst gefährliche Geisteskranke nicht ausgenommen werden. Hauswirth führte zahlreiche Falle an in denen Irrsinnige die aus den Anstalten entlassen oder gar nicht in eine Anstalt aufgenommen. worden sind, schwere Verbrechen begangen haben. Wenn man nicht dafür sorgt, datz alle gefährlichen Geisteskranken in Anstalten untergebracht werden dann ist das einzige vernünftige Mittel, ! diejenigen Geisteskranken, die nie wieder gehellt werden können zu beseitigen. Das ist auch gar nichts Reu es. Die alten Griechen haben auf der Höhe ihrer Kultur nicht gezögert, unheilbare I Geisteskranke zu toten, und sie haben darM rech gehandelt." Don einer besonderen Grausamkeit könne keine Rede sein, denn es sei nur menschenfreundlich, die Leiden eines Irrsinnigen zu beenden, der niemals für seine Handlungen verantwortlich sein kann und imstande ist neue Irre in die Welt zu setzen oder schreckliche Untätern zu begehen. Mit Chloroform und Morphium kann von einem Arzt ein schmerzloser und schneller Tod herbeigeführt werden. werden. Starkenburg und Rheinhessen. Darmstadt, 7. Sept. (Eigener Bericht.) Dor einigen Tagen ist einem jungen Manne eine wertvolle alte Geige, angeblich eine Vtradt- varius-Geige, gestohlen worden. Sie soll I 80 000 Goldmark wert sein. Hcsscn-Rassau. Hanau, 8. Sept. (WTB.) Ein schweres Unglück ereignete sich gestern zwischen 8 und 9 Uhr auf dem Bahnhof Kilianstädten. Cs war versäumt worden, das Zeichen zum Cinsteigen zu geben. Als der Zug sich nun in Bewegung setzte, versuchte der 56iährige Reisende Heinrich B a st i a n aus Heldenbergen aufzuspringen, sprang aber fehl und geriet unter den Zug. Auch feinet gleichaltrige S ch w e st e r, die ihm zu Hilfe eilen wollte, wurde überfahren. Bastian hatte so schwere Verletzungen am Arm erlitten, daß ihm dieser amputiert werden mutzte. Seine Schwester ist auf dem Wege nach dem Krankenhause ihren Verletzungen erlegen. Die Landesversammlung des Evangelischen Bundes in Hessen. )( Büdingen, 7. Sept. Lachender Sonnenschein nach trüben Hegen- Wochen, flatternde Fahnen, meist in den alten Reichs- und den Büdinger Farben, freundliche .Gastfreiheit der Bevölkerung des alten schönen | Städtchens grüßen die zahlreichen, zum Landesfest ankommenden Gäste, die der gestrige Abend im althistorischen, schön wiederheraestellten Rathaus» saal mit der Büdinger evangelischen Bevölkerung zu einem wohlgelungenen Begrühungs- abend unter Leitung des um dos Zustandekommen des Festes hochverdienten Pfr. Göbel -Büdingen vereint. Im Mittelpunkt des Abends stand ein auf reichem, historischem Forschen aufgebauter Heimatvortrag des Lehrers Heu- s v h n aus Lvrbach. Er gab etn an-ieh.mdes Bild von der Geschichte der Reformation in der Grafschaft Büdingen und den Männern, die diese neue Geistesbewegung in unserer Gegend einführten. Der sehr beifällig aufgenommene Dortrag wurde umrahmt von gemeinsam gesungenen Liedern, vorzüglichen Borträgen des Ober-Mockstädter Posaunenchors, von Chören des Kirchengesangvereins und des Mädchenchors der evgl. Gemeinde Büdingen und von schönen Gedichtvorträgen der Jugend. Ein freundliches Schlußwort von Dekan □ Laubach. 7. Sept. Am gestrigen Abend hatte Bürgermeister Böhm die Vorstände der Phiesigen Vereine, sowie di« Herren Kammerdirek- tor Birnbaum, Professor Dr. Ro eschen und Prorealgymnasialdirektor Dr. Hainer zwecks weiterer Beratung über die Anordnung der Festlichkeiten beim Einzug des Grafen Georg Friedrich zu SvlrnS-Laubach und der Prinzessin Johanna zu SolmS- Lich eingeladen. Es wurde die Errichtung einer Ehrenpforte an der „Unterst orte“ und einer solchen am Hauptportal (zwischen Marktplatz und Schloß) festgesetzt. An ersterer wird eine junge Dame am Hauptportal der Bürgermeister und im Schlotzhof ein junges Mädchen begrüben Am Abend soll ein Fackelzug mit Vorträgen des Musikvereins und der Gesangvereine stattfinden. , Kreis Alsfeld. 4- Alsfeld, 7. Sept. Der Erweiterungsbau der Turnhalle ist nun in Angriff genommen, so daß mit seiner Fer- ttgstellung noch vor dem Wintek gerechnet werden kann. Damit dürfte die „S a a l n v t" einigermaßen b e h 0 be n sein, da durch die Schaffung eines besonderen Bühnenraumes «r Gemeinde, "Ote glückliche, gedeihttche Eniwicke- iung unserer Stadt, am Herzen liege. Wenn im Ortsgewerbeverein der Wunsch laut wurde, man möge das ansässige Gewerbe nicht vergessen, so dürfte derselbe bei Ausstellung der Listen, was zur Zeit eifrig geschieht, Berücksichtigung finden. — Mit dem 1. Januar 1925 erhalt Butzbach Stadtrechte. Bekanntlich werden nach der Städteordnung von der Stadtverordnetenversammlung sowohl der Bürgermeister, dessen Stelle zur Meldung ausgeschrieben wird, als auch die Beigeordneten gewählt. • Gambach, 8. Sept. Das Jugend -und Posaunenfest der oberhessischen Gemeinschaften fand gestern bei außerordentlich zahlreicher Beteiligung hier statt. Den F e ft - gottesdienst hielt Pfarrer Eckard von der Missionsschule St. Chnschona in der überfüllten Kirche Gambachs. Einen ersten inneren Gewinn nahmen alle Zuhörer mit. Inzwischen zogen melkte Trupps heran, so daß sich bei Aufstellung des Festzuges bereits ca. 3000 Teilnehmer eingefunden hatten. Punkt IV, Mr setzte sich der Zug am Eingang des Dorfes in Bewegung. Die verschiedenen Posaunenchöre (ca. 26 waren erschienen) wurden in 3 Gruppen auf den Festzug verteilt. Auf dem Festplatz angelangt, fanden sich noch weitere Freunde unserer Jugendarbeit ein, und etwa 4000 Teilnehmer wohnten der F e st versa m m 1 u n g bei. Mindestens 200 Bläser brachten hier, in einem gewaltigen Massenchor vereinigt, verschiedene Musikstücke zum Vortrag, daneben begleiteten sie den vieltausendstimmigen Gemeindegesang. Gesang- und Gitarrenchore wechselten mit Posaunenvorträgen ab. Etwa 400 Sänger hatten sich eingefunden, die in einzelnen Gruppen oder im Massenchor bereinigt, das Lob unseres Schöpfers wirkungsvoll vortrugen. Zwischen Singen und Spiel der Posaunen und Gitarren ergriffen einige Redner zu kurzen packenden Ansprachen das Wort und zeigten der Jugend den Weg zur wahren Freiheit und Lebens- und Kraft- qucfle Jesus Christus. Zu schnell flohen die 6tun- ’ben dahin und es muhte zu dem bereitstehenden Extrazug geeilt werden. Ein Lob- und Dankgebet schloß dies herrliche Fest. .ftreid Schotten. und durch Torträge der Chorfchute oes ^0- s I Don Aebl für ! faunenchors ^r-&o^t xmb D®a?n?r fSr soll durch langt*rein» aus Vilbel feierlich erntet wurde. > ’5*r „’S Den Altardienst verlach Dekan Schäfer. Die ' geistvolle FestPvLigt hielt Pfarrer Eckel- Lampertcheim aus Grund des Sycrrntoortcs » auf die Hoche und des Prophetenwortes „2Iuf einem hohen Berge werfe ich PMiicr auf'. Rach weiteren Cchorvvrträgen des Büdinger Kirchm- gcfangtXTeing überbrachte Prälat D. Dr Diehl aus Darm fielst die Grütze der Kirchenregiei-ung, der Hess, evang. Landeskirche und rief die Gemeinde zu mannhaftem evang Glauben auf Er- I habende Orgel- und Posaunenvorträge schlossen die Feierstunde. Eine Fest ko l leite brachte, wie wir hören, reichen Ertrag. , Eine Mittagspause in den gastlichen Düdirgrr Häusern leitete zu dem Höhepunkt des Tages über, zu der großen evangelischen Volksversammlung auf dem für solche Veranstaltungen wie geschaffene.' Schlvtzplah. D.ci Cxtrazüge von Gedern. Altenstadt und Ridda her. die in Stockheim vereinigt wurden und die zuströmenden Festteilnehmer kaum fasten Lun e ’, Kolonnen zu Fuh und zu Wagen brachten viele Tausende aus allen Gemeinden h.-ran (etwa 5—6000). Ein endloser Festzug mit vielen Po- । saunenchören und Kapellen bJDegte sich durch die dichtbcsetzäen Straßen nach dem Festplatz hin, wo die Dollsversammlung durch den Vortrag der vereinigten Posaunenchöre (.Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre") und einen Masse>ichor von etwa 12 Kirchengcsangverevie.i unter b.r benäh - ten Leitung von Lehrer Ohl-Vilbel eröffnet und durch den Vorsitzenden des Hess. Hauptver- eiris Pfr. D. Waih kraftvoll geleitet wurde Der Evang. Bund — so betonte sein Vorsitzender I — will für unser deutsches evangelisches Volk der Fleisch gewordene Luther lein, nicht den Gift becher konfessionellen Haders, nicht den Taumellelch falsch verstandener irdischer Freiheit und Gleichheit will dieser Bund unfern evangelischen | deutschen Volke reichen, sondern den Gral des Evangeliums, aus dem unser Volk neues Leden trinkn soll. Rach einem Chor des Liederkranzes bechandelten drei Redner das zeitgemäße Thero- E va ng e l i sche K i r che un d deu t s che Zu tu nf t“. Pros. Lampas- Friedberg behandel e die religiöse Seite. Senutspräsil-ent Dr. Held mann behandelte das Thema nach ferner nationalen Seite. In kurzer und klare - Bewe.s führung aus der Geschichte wurde bei Zuhörern Har wie jedem nationalen Aufstieg in deutschen Bolle eine religiös-kirch'iche Erweckung t>oran» ging. Das Deutschlandlied brauste dann, von Tausenden gelungen, machtvoll über den Platz. Auf die soziale Sette des Themas ging Ar- beiterfekr. Lauser- Daimstadi ein. Das Sch uß- wort sprach der Schriftführer des Bundes Pfr. Beck- Roßdorf und gab der Hoffnung Au-druck, daß der soziale Reformator Luther rote ter alle zusammenführe. Der Redirer gab eine machtvolle Kundgebung des Hess. Hauptvereins kund, zu der sich die RtesenVersammlung durch ermnülites Erheben und Singen des Luthrrliedes bekannte der gewaltigen Massenkundgebung auf ; dem Schlohplatz folgten am Abend mehrere De- grühungsversammlungen. Die Hauptversammlung im Rathaus stand wieder unter der bewährten Leitung von Pfr. Göbel-Büdingen. Rach einem Vortrag der 'Stadtkapelle und einem Chor des Kirchengesangvereins überbrachten folgende Körperschaften und Verbände herzliche Willkommgrüße- Dekan Schäfer für das Dekanat, Bürgermeister Fendt für die d-n cremen bk Wösttchl-., gebo^ m. ihr- | Veranstaltungen in der Turnhalle abzuhalten. — Auch die Gewerbeschu le s " einen Anbau vergrößert werden, der noch vor Beginn des Wintersemesters ausgeführt werden soll. Neben den erforderlichen Klalsen- sälen sollen zwei Werkstätten, eine für Schreiner und eine für Metallarbeiter, eingerichtet Tanz-Unterricht Meine diesjährigen Winterkurse in sämtlichen modernen Tänzen beginnen Ende September u. Mitte Oktober Gefl. Anmeldungen nehme ich jederzeit in meiner Wohnung Löberstraße 12 entgegen l Privat-Unterricht zu jeder Zeit WILHELM WILL Univ.-Tum- und Tanzlehrer, Löberstraße 12 Man verlange beim Einkauf von Rahma-buttergleich gratis die Kinderzeitung „Der kleine Coco“. ««50001111 Vertikos O231T3 DUleobnrg 186. 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Ein Abgeordneter hat nämlich einen Haarkünstler auf Schadenersatz verklagt, der, ohne sich etwas Schlimmes dabei zu denken, seiner 17 Fahre alten Tochter die Haare kurz- schnitt. Er wußte allerdings nicht, daß der jungen Dame von ihrem Papa, der noch sehr altmodische Anschauungen zu haben scheint, streng verboten worden war, sich einen Bubenkopf zuzulegen, und daß sie diesen schwerwiegenden Schritt auf eigene Faust unternahm. Der wütende Baker erschien in dem Geschäft, in dem das Unglück geschehen war, bedrohte den Friseur und erklärte, er werde ihn wegen Schadenersatzes verklagen und außerdem die Sache vor der Kammer zur Sprache bringen. Das französische Abgeordnetenhaus hat augenscheinlich keine wichtigeren Probleme zu verhandeln. Die Friseure sind dadurch plötzlich von einer Gefahr bedroht, von der sie vorher nicht das geringste ahnten. Sie werden künftig nicht mehr wagen dürfen, die Schere an die Locken einer Dame zu fetzen, bevor diese nicht ihre Großjährigkeit einwank^rei nachgewiesen oder das Einverständnis des Che- manns beigebracht hat. Der Borsitzende des französischen Friseurvereins tritt mannhaft für das Recht der Frauen auf den Bubenkopf ein. „Wenn wir," sagte er „jede Dame, die sich die Haare kurz schneiden lassen will, erst nach der Berechtigung zu dieser Tat fragen würden, wenn wir eine schriftliche Erlaubnis von Dater, Mutter oder Gatten verlangen würden, dann würden wir uns einfach lächerlich machen." Entdeckung einer alten Kattenfiedlung. Auf der Mader Heide unweit Kassel, wo einst der religiöse Sammelplatz des germanischen Stammes der Kalten war. wo noch um die Mitte des 17. Fahrhunderts die hessischen Landgrafen ihre Volksversammlungen abhielten, halben kürzlich Grabungen stattgefunden, die letzte Spuren einer verbrannten Siedelung ergaben und unter anderem ein Skelett ans Tageslicht brachten das sorgsam unter der Schwelle eines der zerstörten Häuser bestattet worden ist. Zweifellos handelt es sich hier um die bei der Erbauung des Hauses vvrgenommene Opferung eines Kriegsgefangenen. Die Untersuchungen der Fundstätte durch hessische Geschichts- und Altertumsforscher hat nun den fast sicheren Rückschluß gezeitigt daß an der Stelle dieser Siedlung der Hawpt-ort der Katten war, dessen Zerstörung Tacitus in den Annalen erwähnt. Es handelt sich um nichts mehr und nichts weniger alS furchtbare Römerrache für die katastrophale Niederlage des Barus im Teutoburger /Walde, um eine Wiederholung der Tragödie von Karthago in allerdings kleinerem Maßstabe. 3m Führe 15 der christlichen Zeitrechnung brach Ger- manicus plötzlich mit mehreren Legionen vom Höchster Kastell aus gegen Rordosten auf. zog über den Taunus, erschien überraschend im Gebiet der Katten an 6er Fu lda und bedrohte derr Die Lasten des Dawes-Gutachtens. Roch immer herrscht vielfach Unklarheit über die Belastung Deutschlands durch das Dawes-Gutachten. Wir geben in folgendem eine gedrängte auch, daß noch heute im Bache M a tz o f f, der den heiligen Bezirk durchflieht, ein Werb spukt, das. den Gatten erschlagen und die große Stadt, die dort einmal geftanben habe, dem Fetndq verraten hat. Die Frage war bisher die, ob das Dorf Maden oder das nördlicher gelegene Metze als Ort des von Tacitus erwähnten Matt!um In Betracht kommt. Das Ergebnis der jetzigen Grabungen läßt mit Sicherheit annehmen, daß es sich um Maden handelt, also um den politischen Hauptort der Katten. Heute ist Maden ein schlichtes Bauerndorf. Nichts erinnert an große Vergangenheit als ferne Heide mit einem riesigen Dafaltblock, dem Moderst ein, und einem einsamen Stern im freien Felde, dem Malstein, wahrscheinlich em Markstein für den Platz der alten Gerichtsstätte. Um die Berge und Wälder aber schwebt noch in Sagen und Märchen und allen Bräuchen der Geist der entthronten Gottheiten . . .1 Rudolf Heinemann. $ Das Recht auf den Bubenkopf. Darf der Friseur einer minderjährigen jungen Dame ohne Einwilligung der Eltern die Haare abschneiden, darf er eine verheiratete Frau ohne dis Erlaubnis des Mannes um die Pracht ihrer langen Locken bringen? Mit dieser Frage wird sich demnächst ein Pariser Gericht zu beschäftigen haben, uird man darf auf das Urteil des Richters gespannt fein, dem wir dazu salomonische (4 Proz. von 11 Milliarden) 150 Mill, aus dem Dienst der FndustrieobÜgatronen (3 Proz. von 5 Milliarden) 250 Mill aus der Verkehrssteuer 380 Mill, aus d Rerchshaushalt 3m dritten Fahre 26,27 tm einzelnen 550 Mill, aus dem Dienst der Eisenbahnobliga ttorren (5 Prvz. von 11 Milliarden) 250 Mill, aus dem Dienst der Fndu st rievbl igationen (5 Prvz. von5 Milliarden) 290 Mill- aus der Verichrssteuer 110 Mill, aus d. Reichshaushalt 3m vierten Fahre 27’28 im einzelnen 660 Mill, aus den Eisen bahnvbli- gativnen (6 Proz. von 11 Milliarden) 300 Mill, aus den Fndustrievbli- gat tonen (6 Pri^. von 5 Milliarden) 290 Mill, aus der Veickehrssteuer 500 Mill, aus d. Reichshaushall 3m fünften Fahre 28 29 im einzelnen 660 Mill, aus den Eisen bahnobli- gatronen 300 Mill, aus den 3ndustrieobli- gativnen 290 Mill, aus der Verkehrssteuer 1250 Mill, aus dem Reichshaushall. l^rechnender Wvtzlstandsindex eine Wohlstands- Zunahme erkennen läßt. Tie Zahlungen Deutschlands sind durch folgende Maßnahmen sichergestelll: 1. Tie deutschen Eisenbahnen werden mit einer Kapitalschuld von 11 Milliarden Mari belastet dic in den ersten drei Fahren mit 3 Proz., 4 Prvz., 5 Proz. jährlich zu verzinsen ist. Dom Fahre 27 28 ab sind 5 Prvz. Zinsen und 1 Proz. für dic Tilgung der Schuld jährlich aufzubringen. Zu dem Zwecke werden die deutschen Eisenbahnen entstaatficht und in eine „Deutsche Reichsbahn- Gesellschaft" "umgewandell, deren Betrieb unler ausländischer Kontrolle steht. 2. Die deutsche Fndustrie wird mit einer Kapitalschuld von 5 Milliarden Gvldmark belastet, dic 25 26 mit 3 Proz., 26/27 mit 5 Proz., von 27/28 ab mit 5 Proz. zu verzinsen und mit I Prozent zu tilgen ist. 3. Die Verkehrs steuer, die die Eisenbahnen bisher an das Reich zu leisten hatten, ist im Fahre 25,26 bis zur Höhe von 250 Millionen und vorn Fahre 26 27 ab bis zur Höhe von 290 Millionen Gvldmark an die Repara- tronskommisfion abzufuhren Mill. Gm. 1000 jinkS). „Popujaire" ssoziasistllchi und „Humantttz" (linksfozialistifch). Die anderen, um es volkstümlich aus Öldrücken, fressen der Regierung aus der Hand. Falls fi-' einmal nicht aas Fonds 62 ihre „Sub- sidien" ziehen, so ist das nach oben sogar verdächtig. Der Herausgeber M. 3übel des „Eclair" hat das erleben muffen; denn ihm wurde von der Cli'-rnenceau-Regierung sogar ein Hochverrats- Prozeß angehängt, aus dem er ober unbehelligt hervorgmg. Ten in Deutschland oft zitierten „Figarohat sich neuerllch ein Seifenfabriken! gekauft, der, wie es heißt, mit R. Poincar,'- Abmachungen ge troffen hat, um ihn nach feinem Rücktritt vom Ministeramte als polnischen Leitartikler zu verpflichten. Das von dessen pvli sichern Gegner begründete „Echo Rational", Hauptichri'tleNer Andre Tardicu, hat nur einen geringen Leserkreis. Der bei uns noch häufiger als Regierungsblatt erwähnte „Temps" ist fast noch bedeutungs- Ibfer. 3hm tut durch eine gewisse Unabhängigkeit in der Stellungnahme das „3oumal des Debats" Abbruch, aber beide haben keine weite Verbreitung und gellen vom Standpunkte des Durchschalillslesers als einigermaßen langweilig. Aus eigener Kraft kann sich keines dieser Blätter erhalten, „Subsidien" sind chr Lebenselement. Sie legen Wert darauf, daß ihre pollttfchen Artikel von den Verfassern gezeichnet werben. Aber wer garantiert, daß diese Autoren nicht irgendwoher privatim „Subsidien" beziehen? Die französische Poesie trägt am Weltkriege mit die Hauptschuld, sie ist fernerhin das wesentlichste Hindernis eines wirklichen Friedens ge» wesen. Wer wird einst diesen Augiasstall reinigen? Kenntnis der lokalen Verhältnisse veranlagt werden. Diese Regelung liege nicht nur tm 3nter- esse der Steuerzahler, sondern sie sei auch zum Ruhen der Gemeinden, der Länder und bes Reiches. Der Redner nahm weiter gegen die Wobnungs-Zwangswirtschaft Stcllnnw deren Be- citigung er vor allem für die Mieter von Läden und Wohnungen forderte, die sehr zahlungskräftig seien, während er sich für den Schuh des kleinen Mannes aussprach Lebhafter Beifall der 'Versammlung bekundete deren Einverständnis mit dem Redner. Gastwirt Rahne f c l d - Gießen forderte die Besettigung der Getränke- und der Herbergs steuer, die für das Gast wirtsgcwerbc überaus schädlich feien. (SHnftimmtg wurde folgende Entschließung an* genommen: „Die heute in der Turnhalle za Gießer versammelten Wirtschaftsgruppen Handel. Hand werk und Gewerbe. Haus- and Grundbesitz pro- testieren gegen die Art und Höhe der jetzigei Steuern, die zur Erdrosselung dieser Gruppen führen muß. Wir verlangen eine Beschränkung in der Vielseitigkeit und eine gleichmäßige Verteilung auf alle Schultern, außerdem unbedingte Sparsamkeit innerhalb der Staats- und Kommunalverwaltungen." heiligen Bezirk, der sich im Dogen des heute unbedeutend gewordenen Flußlaufes der Eder befand. Die Ramon dos Odens berg es. des Lamsberges. des G udem s ber ges, dos Heilig en berg es unb anderer Basalttegel erinnern noch daran, daß es einstmals Kullstätten des Wodan und Ziu gewesen find. Es muß zur Zett der großen Opforfeste gewesen fern. Unter der gewaltigen Wirkung der- großen römischen Geschitze jener Schleudermaschinen, die tm Modell tn der Äaalburg bei Homburg v. d. H. za sehen sind muhten die Katten ihren Widerstand acaen den Brückenschlag der Römer auf geben Md zogen sich in die mit Ringwällen befesttgtzm Borgwälder der Gebirge um Kassel zuruck wohin ©reife Weiber und Kinder, sowie das Vieh tn Sicherheit gebracht worden waren. Der heillge Deziri mit dem Hauptort Mathanan unb dem religiösen Hauptplatz Mezz--ahr naihde preis gegeben werden. Germanicus .zerstörte dann diese beiden Stätten und deren Umgebung, indem er sie niederbrannte und auch die letzten Trünv- , mer so vernichten lieh, datzretn Wteder^Mr- mögllch war. Rähercs ist über diese Katastrophe nicht bekannt. Rur Sagen berichten, kuß Ger- manicus auf den Hilferuf von Arnn n s Schwiegervater Segost bis zur Diemel vvrdrang, dort die von Hermann belagerte Sieburg ensietzte und Thusnelda, die von ihrem Vater dem Gatten geraubt worden war, als Siogestrophäe nach Rom entführte. Erne alle Legende er.zähll Dom Fahre 29 30 ab erhöhen sich die ftungen, falls ein nach bestimmten Richtlinien zu Vie französische politische Presse. Bon Dr. Ferdinand 3asper. Als im Fahre 1893 in Paris der Panama- flandal explodierte, ergab sich, daß mehr als rin Schock französischer Abgeordneter die Dc- iskchungsgelder dos Lesfev-Unlerneh.nens gc- ,schluckt halten. Einige Fahre hielten sich die Kompromittierten von d r Politik fern, um dann um so fröhlicher wieder in den Wallern der politischen Betätigung hprumzuplät'chern. Einer der am meisten belasteten, der Dr. rned. Georges Elemenceau. hat es sogar spater zum Prc° mier-Minister gebracht. Aas neuerlichen CBeröffentlid)ungen wissen trir daß bei Rechtsanwalt Rahmend Poin- Car6, der derzeitige Kabinettschef. als er 1912 Minister des Auswärtigen war, russische Be- stechrngsgeld.-r „Subsidien" nennt nun txiÄ an die Pariser Presse verteilt hat. Wir wissen aus den Beröfsenttichungen der russischen Akten außerdem, daß er mit fremden Geldern llrnerpolitische Gegner beschwichtigte. Wie der nicht franzosenfeindliche Londoner „Observer" er» 3äfj(t, wurde sogar der Posten eines Thealerkri- Likers ebnes Pariser Blattes nicht dem Fähigsten $ugeteilt, sondern für 60 000 Franken verkauft. Der taufende Ehrenmann kommt durch andere dunkle ’ltobeneiTUudxmcn schon wieder auf seine Rechnung Absatz 62 des französischen Budgets sah vor dem Kriege eine Million Franken, während des Krieges 25 Millionen Frs. für Bestechungen der reffe vor Die Summe ist heute nicht mehr igcmA so hoch, aber noch hoch genug, denn der „Boche" bezahlt ja alles. Wer aber wird von diesem Tische gespeist? Da sind zuerst die fünf großen Blätter „Ma- „Fvurnal", „Pettt Fournal", „Pettt "Pari- und „Echo de Paris". Einige beschränken in ihrem Leserkreis auf Paris, andere arbev irchr für die Provinz. Als vor kurzem ein des letztgenannten Blattes, der in» juzquKn verstorbene Moritz Darris d.m Minister- Präsidenten wegen der durch die sozialistische „Hu- fmantii'“ enthüllten Destechungslistan in der De- iputiertenkcunmer befragte, meinte dieser, Gelder !von einer fremben Macht zu nehmen, sei leider kein .strafbares Deraehen. ©ingetoeible behaupten, au» Hjer Deusichland habe jede auswärtige Regierung ltn den letzten Fahrzehnten sich bestimmte Organe der öffentlichen Meinung Frankreichs gekauft, und fügen hinM. es hätte keinen Welttrieg gegeben, fvfem Deutschland diesem Beispiele gefolgt wäre unb sich die einflußreichen Pariser Zeitungsschreiber verpflichtet hätte. Einer aus der Gilde stand jüngst am Pranger: die serbische Regierung, die er mit Kot bewerfen wollte, stellte einwandfrei fest, daß er das nur tat, well er zu wenig Te- Gablung empfangen hatte. Das oben erwähnte Englische Blatt wird recht haben, wenn es meint, Jbcrö Schmieren von Zeitungen im ganzen durch Privatleute oder auch nur die Annahme von besonderen Summen für gewisse Dienste, ist so etwas allgemeines in Frankreich, daß es wohl kaum jemand in Paris für eine besondere ilcbcrrafcfjung ansieht". Die fünf großen Pariser Blätter haben sich Durch Ausnruch des Rachrichtendienstes unb ge- metnfamv Bewirtschaftung des Anzeigenteiles sechs bedeutendere Provinzzeiiungrn tributpflichtig gewacht. nämlich „Pettt Marseiüais", „Pettte Gi° nrnbe“ ^Bordeaux), „T^peche de Toulouse", „Fournal de Rouen", „Echo du Rord" (Lille)' unt> „W>n Republicarn". Durch einen ausgedehnten Fnseratenteil haben sich die kleineren Pro° vfttzblätter eine gewisse Unabhängigkeit betixtbren Dnnen, sie stehen jedoch durchweg unter dem Einfluß von Lokalpolitikern, die von dem Aufstieg zu politischer Macht in der Riesenstadt an der Seine träumen, die mehr Hauptstadt ist als der Regierungssib eines anderen Kulturlandes. Der Leser fragt: Gibt es denn in der französischen Hauptstadt nur fünf Zeitungen? Die Qtattrort ist. „O nein!“, aber die anderen leben erst recht von „Subsidier" und werden aus dem Millionen so nds von Titel 62 gespeist, und .daher stellen die in England, Stalin und Deutschland selbstverständliche unabhängige QKctnung, die bei uns Deutschen wohl zu bunt und zu geteilt ist, tn Frankreich nur drei, vier Blätter dar: „Quo- tibien“ (linksliberal), „Eve Rouvelle" (etwas mehr (Ein Steuer-Protest ans Gießen. Auf Einladung der Gießener Wirischafts- Derbänbc für Hande l, Handwerk und'G e- werbe, Haus- und Grundbesitz fand Sonntag nachmittag in derTumhallc amOswalds- garten eine Steuer-Prote st Versammlung statt Der Besuch der Kundgebung entsprach nicht den Erwartungen, dic man nach den vielfachen Klagen bei privaten Unterhaltungen allgemein annehmen mußte, und die auch die em» berufenden Führer der Wirtschaftsoerbändc gehegt hatten. Die geräumige Turnhalle war, trenn man die zerstreut sitzenden Besucher zusammengerückt sich denkt, nur zur guten HÄfte besetzt, anstatt überfüllt und zu klein zu fein, wie der Vorstand dachte. Der Versammlungsleiter, Malermeister Launspach, tote auch der Redner des Tages, Stadw. H a u r y ° Darmswdt, verurteilten denn auch in ihren Ansprachen diese Lauhell in nachdrücklicher Weise. Der- Vor sitz ende teilte Wetter nut, für die Stadtverwaltung sei trotz Einladung niemand anwesend, der Oberbürgermeister habe sich entschuldigt, als Dei-totter des Kreisamtes sei Assessor Dr. Krüger erschienen. Er betonte ferner jedermann fei sich natürlich darüber klar, daß Steuern gezahlt werden mühten, die Belastung dürfe aber nicht über die Grenze der Leistungsfähigkeit hinausgehen. Mit den Steuererträgen müsie sparsam gewirtschaftet werden, sie dürften nicht dazu dienen, unprodukttve Acnller durchzuschleppen. Dieselben Grundgedanken vertrat auch der Hauptredner, Stadw. Ha u r h - Darmstadt. Als Quelle des ganzen ttebels bezeichnete er die Erzberg erschc Steuerreform die mit der Beseitigung der Finanzhoheit der Gemeinden den schwersten Fehler gemacht habe, weil damit auch die auf genauester Kenntnis der lokalen Verhältnisse beruhende Beurteilung der Lage des einzelnen Steuerpflichsigen verlorengegangen sei. Weller kritisierte er die ganze Art und Weise der jetzigen Steuererhebung sehr abfällig, die viel zu 'umständlich und viel zu kostspielig sei, wodurch ein sehr großer Teil der ganzen Steuern für die Verwal- tungdarbeit verschlungen werde. Die Regierung habe die Sparsamkeit verlernt, sie müsse zu ihr toieber zurückkehren. Auch das Zuviel an einzelnen Steuerarten sei von Äebel, ebenso anerträglich sei die Art der heutigen Steuerpolitik, die einen Stand gegen den andern aufhehe, anstatt einen versöhnenden und erträglichen Ausgleich za schaffen. Vereinfachung Klarheit and G^echtlg- keit müßten wieder Platz greifen. Deshalb forderte her Redner, daß die Unmenge von Steuerarten — er nannte 17 — verschwinde, jede Sonder- steucr unterbleibe und die gesamte Besteuerung auf folgende dre i große Steuern, die insgesamt dasselbe Ergebnis bringen könnten und würden wie jene 17, zurückgeschraubt werde: Einkommensteuer, Vermögenssteuer, Umsatzsteuer. Außerdem müsse die FinanzhvheitderGe- meinben wiederhergestellt werden, und dann habe man die dringend notwendige Klarheit und Vereinfachung des ganzen Steaerbetriebs. Dann könne auch wieder auf Grund der genauen Wirtschaft. Dividcndenlosigkcit im Anilinkonzern. Wie nicht anders zu erwarten war, haben die Dem Anilin-Konzern angeschlossenen Werte, die Farbenfabriken vorni. Friedr. Bayer & Co. in Leverkusen die AG. für Anilinfabrikatton in Berlin-Treptow, die Badischen Anilin- und Soda-Werke A. G. m Ludwigshafen, die Färb- werke Dorrn. Meister, Lucius und Brüning in Höchst a. M. die Chemischen Werke Weller ter Meer in Uerdingen und die Chemischen Werke Griesheim Elektron für 1923 keinerlei Erträgnisse aufzuweisen, welche auch nur die Möglichkeit zu- lassen irgendeine Dividendenverteilung in Aussicht zu nehmen. Zum Teil ist mit Verlusten gearbeitet worden, die aber bei der Umrechnung von der Papier- auf die Goldmark kaum ins Gewicht fallen können. Die Dorberellungen für die Goldmaribilanz sind noch nicht zum Abschluß ge- kommen, ob die Vorlegung noch in diesem Fahre erfolgen' kann, läßt sich zur Zeit noch nicht beurteilen; ebenso sind die Verwaltungen auch letzt noch nicht in der Lage, sich darüber zu äußern, ui welchem Außmaße die Zusammenlegung des Aktienkapitals, das weniger in der Fnflattvnszett als vorher mehrfach stark erhöht worden ist, erfolgen soll. Soviel steht allerdings fest, daß die Zusammenlegung der Aktten in ziemlich fd>arfem Umfange erfolgen wird. Das ungünstige Ergebnis des letzten Fchres braucht kaum besonders erläutert zu werden , besonders schwer haben die tm besetzten Gebiet liegenden Werke des Konzerns, und das ist die Mehrzahl, zu leiden gehabt. Die -.ahlreichen Beschlagnahmungen, die Schwierigkeiten im Verkehr innerhalb des besetzten Gebietes tmb zahlreiche andere ungünstige Momente konnten natürlich nicht ohne stärkeren Emfluß auf t* Ergebnisse bleiben. Htnzukommen die Schwierig ketten im Export und die stark verminderte Auf' nahmefähigkeit auch des Fnlandes mftfge bei ungünstigen Lage der farbenverbrauchrnden Fw dustrien. Das laufende Fahr hatte bisher irtrtei den gleichen Erscheinungen zu leiden, die bisherigen Ergebnisse sind infolgedessen wenig be- f rtebigenb. Die Aussichten bleiben unbestimmt. ♦ • D orübergehende Einstellung der Getreide-Ausfuhr. 5ter Roggenpreis hat in der letzten Zett eine außerordentliche Steigerung erfahren. Er ist an der Berliner Produktenbörse auf 150 Mark für die Tonne am 6 August, auf 180 Mark für die Tonne am 26. August, auf 180 Mark für die Tonne am weiter von' 180 Mark auf 190 Mark gestiegen Die Verspätung der Ernte, die durch das fortwährende regnerische Wetter fast in allen Teilen Deutschlands eingetreten ist, hat das Angebot des Fnlandgetreides außerordentlich verringert und seitens der Mühlen und des Konsums stark Rach frage hervorgerufen. Unter diesen Umständen wird, wie der „Deutsche Handelsdienst" erfährt, die Ausstellung der für die Ausfuhr von Roggen, Weizen, Hafer und Gerste erforderlichen Unbedenklichkeitsbescheinigimgen mll sofortiger Wirkung vorübergehend eingestellt. ' DSrsvMutz- 5n SUHorttn iprojent Schlutz« Schlich. fiurs flurs 7,60 furt a. Anzeiger".) Banknoten. Geld s Bries MaketSeif haben Sie die Sichaheiteinwidt ™»m Oxaiatttit! 3Ss HOU M ftotifrWOUteaemn.42 an niiiiiiiiiiiiiiüiiiiiiiiiiiiiiim ^.PaBeet 10,50 16,25 14,25 42,98 41 12,9 13.10 SchUch. Kurs 14,50 15,K0 53,75 57.75 76,50 19,82 Voll voll voll voll voll boll voll voll voll voll voll voll voll voll voll 27,1 8,25 10 trat und In- 1,1426 1,55 1,825 2,02 0,875 1,725 2 1,85 Ml 4.2 «M 14,62 H 023195 irDauer-1 Wäsche alle Formen Kaufhaus L Katz j Nevarl. °L Brathering empfiehlt 47 2.451 3.26 2,85 13 0,66 1,25 13 Ä 11,75 4.50 3,55 15 6,13 eiMht. @8 nüttedx» für je 1000 KSo: märt 212 bis 220, Roggen, märt. 180 8s 188^ Gerste, märt 210 bis 240, neue 190 bis 200, Hafer, märt 170 bis 180, Raps 330 bis S40, Leinsaat 415 bis 425; für je 100 Kilo: Weizen!-, mehl 31 bis 33, Roggemnehl 26,25 biS 28,25, Weizenkleie 13,50 bis 13,75 RoggenDsve 12,30 bis 12,50, Vrktoriaerbsen 31 bis 35, Keine Erbsen 22 bis 26, Futtererbsen 18 bis 19, Peluschken 17 bis 18, Ackerbohnen 16 bis 17, Wicken 16 bis 17, Lupinen, blau 11,50 bis 12, geH? 18 bis 20. Seradella, alt 12 bis 13, Rapskuchen 14,50, Gern* kuchen 23 bis 24, Trockenschnitzel 12,80 bis 13» TorsmÄasse 8,50, Kartvffelslocken 19,50 bis 20. in rascher Folge erscheinen, und Mar zunäcW^ Darmstadt, München und Stuttgart. Ladenpreis 1 Mt ist eine sich in der Geschichte stets wiederholende Tatsache, dass gerade in schweren Zeiten die grossen Erfindungen gemachtwerden; das ist immer so gewesen bis zum heatigenTage. Jetzt ist Feinkostmargarine „Schwan im Blauband“ der grosse Freund für alle Leute geworden, die guten Geschmack mit der unvermeidlichen Sparsamkeitvereinigen mässen. Aber auch von Leuten ohne finanzinelle Sorgen wird „Schwan im Blauband“ geschätzt. Dafür bürgtdie ausgezeichnete Qualität. Preis 50 Pf, das Halbpfund in der bekannten Packung auf L Hypothek zu leihen gesucht. Grundstückswert 70000 Mk. Schriftliche Angebote unter 6924V an den Gießener Anzeiger erbeten. delt. Bei Schweinen etwas -Ueberftcmb. Berliner Produktenbörse. Berlin, 8. Sept. Am Produktenmarkt die Rachsrage nach ausländischem Weizen Roggen wieder recht stark hervor. Das im land geerntete Getreide ist im Verhältnis zu seiner geringen Qualität zu teuer. Die Mühlen haben den Preis für Weizenmehl auf 35 bis 351/2 Mk., für Roggenmehl auf 29' bis 291// Mk. e) Dom Rückzahlungswert. Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener 'Weich’ein Glück in dieser JLeif 4,14 20,70 GS,56 18,50 22*, 14 15935 18,-125 «7,05 5,«8 2,-4 119.3-' 70,-5 51,33 12,505 6,313 gßorg Wallenfsls gegenüber der Engelapotheke. zu vergeben. Ausführliche Bewerbungen unter 6930nz den Gießener Anzeiger erbeten. Infolge Aufgabe meines Daumateria- liengeschäftesdin ich in der Lage folgendes abaufehen: 1.5 Boiimotetlfliküfflitennjaoen, Tragfähigkeit 50— 150 Ztr, 2. WjomWeiw. mit Patentachsen, 3. iniMlgerMWWeuWgeu. Sämtliche Wagen sind noch in wohlerhaltenem Zustande. gg^O Johannes Bast II. Wtve. er-Serbertenrod. Bnchcrtisch. — Euphvrivn. Zeits^ist für ^rteixttit* gcschichte. Henil^gegeben von 3ofef Radier and 2lugast Sauer. 25. Band, 2. Heft. Leipzig teribi Wien. Verlagsbuchhandlung Carl Fromme, G. m. b. Sy 1924. Dieses Heft bekommt dadurch etaen eigenen Charakter, daß in dem Spitzenauffatz von Georg Stefansky in Prag „Die Macht des historischen Subjektivismus" drese gegenwärtig die deutsche Literaturgeschichte beherrschende Rrchtung charatlerisiert und von demselben Vachafter tn einer Rezension des epochemachende« Briefwechsels zwischen Wilhelm Dilchel)" und dem Grafen Bvrck die echte Methode der Geistes- Wissenschaften Largelegt wird. Einen alücLichea Fund zu Heinrich von KleLfts BeurterL^ hat Hanna Hellman in Franyurt tn der Selbst)' bi-vgraphie des Philosophen Krug gemacht, wodurch der „Amphittyvn" in ganz neue BeLeach- tung rückt. — Das Reichsanrt für Landesaufnahme hat soeben eine Karte herausgegeben, die den imge» teilten Beifall aller Motorradfahrer finiten wird. Die D.M.- (Deutsche Motorradf ahrer-)' Karte ist auf Grund der rühmlichst befinmtert älebersichtskarte von Mitteleuropa 1: 300 000 entstanden. Sie wird für das ganze Reichsgebiet bearbeitet. Zunächst sind die Blätter Berlin, Magdeburg Halle, Erfurt, Dresden. Äaffel, Rürnberg^, Hannover, Chemnitz und Frank- jH. erschienen. Weitere Blätter werden Wirtschaft auf dem Lande (Bahnst.) mit 3 Morgen L and und großem Obstgarten, vorzüg- li ch zu Pensionszwecken geeignet, da direkt am Walde gelegen, ist preiswert zu verkaufen. Nähere Auskunft erteilt tie Geschästsst. des Gieß. Anzeig. 028218 Frankfurt a. M.s BerNn 4,51 ^ü,60 70,02 1EL69 22.18 160,€5 18,525 57,3 < 6,90 2,16 111,48 70,05 54,61 12,56 i 5,38 Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Giehener Anzeiger".) Berlin, 8. Sept. Die Berliner Börste eröffnete bei Wochenbeginn in vorwiegend schwächerer Haltung. Besonders stark rüdQängig waren die Kurse am Anleihemarkt, wo offenbar durch die heftigen Schwankungen am Schlaft der vergangenen Woche ganz erhebliche Verluste entstanden sind. Man Handelle gegen Mittag Kriegsanleihe mit 1040 bis 1050, Zwangsan lei he nnt 27 bis 28 Schuhgebietsanleihe, die am Samstag im Verkehr von Bureau zu Bureau bis auf 12 gestiegen war. heute mit 9,5 bis 9,75. Da besonder^ Anregungen für den Aktienmarkt weder in wirtschaftlicher noch in politischer Hinsicht Vorlagen, wirkte naturgemäft das Abflauen des Geschäfts am Anleihemarkt auch hier zurück. Es kamen aus schwachen Händen erhebliche Posten von Industriepapieren an den Markt, die jedoch bei etwas weichenden. Kursen glatt Aufnahme fanden. Die Börse hält die politische Lage un Hinblick auf die verschiedenen von französischer Seite ausgesprochenen Drohungen gegen die Kundgebung Deutschlands in der Kriegsschuldfrage nicht mehr für so günstig. Im Devisen - v.erkehr machte sich eine starke Rachfrage nach ausländischen Zahlungsmitteln gellend, d^ offenbar im Zusammenhang mit den zunehmenden- Importen in Industrierohstoffen und Getreide steht. Am Geldmarkt zeigte sich keine wesentliche Acnderung. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Giehener Anzeiger".) Frankfurt a. M, 8. Sept. Es wurden notiert: Roggen, inländ. 21,25 bis 21,75, Braugerste 23,50 bis 25, Hafer, inländ. 21 bis 22, Mais, gelb 19,50 bis 20, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 35,25 bis 35,75, Roggenmehl 29,25 bis 29,75, WeiLenkleie 12.25 bis 12,40, Rvggenkleie 12 bis 12,25, Erbsen 30 bis 40, Linsen 56 bis 60, Heu, süddeutsches, gut, trocken 8 bis 8,50, Weizen- und Rügens!roh 5,50 bis 6. Tendenz: Fest. Frankfurter Schlachtviehinarkt. Frankfurt a. M, 8. Sept. Austrieb: 1355 Rinder; darunter 335 Ochsen, 52 Dullen, 968 Färsen und Kühe, 329 Kälber, 144 Schafe, 2590 Schweine. Es kosteten pro Zentner Lebendgewicht: Rinder. Ochsen: vollsl. ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 50—56, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 44—49; Bullen: vollst, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 41—48, vollst, jüngere 36—40; Färsen und Kühe: Vvllfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 46—54, vollst, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 43—50, wenig gut entwickelte Färsen 38—45, ältere ausgemästete Kühr und wrnig gut entwickeltr jüngere Kühe 35—42, mäßig genährte Kühr und Fär'en 25—32, gering genährte Kühe und Färsen 10—20. Kälber: feinste Mästkälbrr 65 -70, mittlere Mast- imb beste Saugkälber 58—64, geringere Mast- und gute Saugkälber 50—57. Schafe: Mastlämmer und Masthämmet 40 -46, geringere Masthämmel und Schafe 35—39, mäftig genährte Hümmel und- Schafe (Merzschafe) 25—30. Schweine: vollsteischige von 80 bis 100 Kilo 78—82, unter 80 Kilo 65—77, von 100 bis 120 Kilo 80—83, von 120 bis 150 Kilo 80—83, Fettschweine über 150 Kilo 80—83, unreine Sauen und geschnittene Eber 65—75. Marktverkauf: Rinder und Schweine ruhig. Kleinvieh flott gehan- Schöne lveristatt mit£agenanmea 311 mieten gefödjt Theres in der Geschäftsstelle des Giehener Anzeigers 023220 SMkI! können Sie beim Gebrauch meiner Reform-Pflanzen- butter-Margarine, Marke „Sanitas". Das denkbar beste Fabrikat vom ge- snndhettlichenStand- punkte. 1 Psd. 90 Pf. MkWlW 23179 Kreuzvlatz 5. BiiiiiiiiiiiHiiinniniiiiiniiß Nehme noch Aufträge zum UW für meine neue Dreschmaschine ent- Platzvertretunrr einer leistungsfähigen erstklassigen Zigaretten- Fabrik Anglo-Tont-Smmo . . . . . Badische Anilin ' Chemische Mayer Alapin . . Goldschmidt.....TT.. . Gries veimer Electron . « .. Höchster Farbwerte ..... Holjvcrkichlimg...... . , Rütaerslverke ......... ScheideanNalt......... «llg. 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Die Abgaben traten hier stark hervor auf Gerüchte Kn, die wissen wollten, dah die vom Anilinkonzern beabsichtigten Zusammenlegungen des Aktienkapitals im Verhältnis von 5:1 zu einer groben Spanne führen mühten. Am QKontanmarft bewegten sich die Rückgänge bis zu 1 Dill. Proz. Der Elektromarkt, verkehrte ruhig und etwas niedriger. Der Bankakttenma-rkt war nicht einheitlich. Schiffahrtsaktien schwächer. Der Ma ch i nen- marft lag nahezu umsatzlos. Autvaktien kaum verändert. Von Zellstoffaktien waren Waldhof um 1,25 höher, Aschaffenburger 0,5 schwäck^r. Am Einheitsmarkt der Industrieaktien war die Haltung geteilt, im allgemeinen aber die Kurse behauptet. Zuckeraktien weiter nachgebend. Am Anleihemarkt kam die Ernüchterung weiter in einem starken Rachgeben der Kurse zum Ausdruck. Das Geschäft für dieses Gebet gestaltete sich etwas lebhafter, erreichte aber Lange nicht mehr das Tempo der Vortage, bprozentige Kriegsanleihe stand wieder im Mittelpunkt des Interesses bei einer neuen Kursbesserung von ca. 23 Milliarden. Der freie Verkehr hatte kaum nennenswerte Umsätze aufzuweisen. Die Stimmung war lustlos und schwächer. Rur -Ufa stark gefragt und höher, bis 12V2 infolge der günstigen Zusammenlegungsverhättnisse von 5:1. Ferner hörte man Benz 5, Krügershall 11,25, Becker Stahl l7/8, Rastatter Waggon 4’ , Growag 0,210, Rheinische Handelsbank 0,085. Devisenmarkt Berlin—FrauLfvrL Preußckbe «onsolS . .. > <% oefita........... 3% Mtu........... ! Deofiche Wertb. Dollar-Lnl. >dto. DvlP-Schatz-Lnwetsuo.') <•/, Zolltürkeo ........ Vfc Soldmertkaner Berliner HandelSaeselllchafl. Lommrrz- und Prtvat-Bank farmst, und Nationalbauk . Deutsche Bank........ Deutsche Beretnsbauk .... DiSconto Lomniandtt .... Metallbank........... Mitteldeutsche Lredttbank . . 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Brff.'Ankw- 167,20 20,90 188,00 21,00 180,30 20,925 161,10 21,025 voll voll voll Chrfitiania. Kopenbagen 57,36 57,8 r 57,26 6'7,54 voll voll 6 ,87 69,92 111,22 70,28 111,73 voll ”0" voll Stockholm . HelllngsorS- 111,2? 111,78 10,49 10,55 10,49 10,55 voll voll Italien. . . London. . . 18.20 18,685 18,46 18,775 18,32 10,635 voll voll voll voll Neuvork . . 4,1» 4,21 4,13 „4,21 voll voll Schweiz . . 22,14 12^6 22,14 voll voll 78,80 79,20 78,671 79,075 voll Svaiäen . . Wien In D-- i-4,85 55,14 64.61 b4,69 voll voll Ocst. abgefl. Prag . . . . Dudaflest. . Buen.-Aire- Bulgarien 5,91 12,55 5,44 1,435 X A 5,91 12,62 5,44 1,435 3,05 1,705 6,93 12,54 ^7S voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll 05*51 0,415 8,52 0,395 6,51 voll voll voll Lissabon . . 11,97 12.03 11,97 32*03 voll voll