Samstag, 9. August 192^ m den Dezualich der H o ch v er rats belikte können von deutscher Seite keine Zugeständnisse bei lltg da kaum ge- risl von drei Wochen toi Arbeitsvechältms Jer Pflichtvechcheü ate frein>ilhflt< n Gewecketvabeadw bk meräget als fn Änchmer beschWg» ji die Zestsetziwg ämt irden, die in fort ft» e g-Mt ist, -«Är Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichlreit Preis fyr f mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 (Bolbpfennig; für Re. Klame-Anzeigen v.70mn Breite 35 Goldpfcnnig, Platzoorschrift 20’ 0 Auf. chlag. — Berantworrlich ür Politik il Feuilleton: )r. Friede. Wilh. Lange- ür den übrigen Teil: Ernst Blumschein.-für der Anzeigenteil: Hans Beck sämtlich in (Ließen. -ötamabutm, m Kari beiauscht, Datur iÄbst twrta. »cm heiteren Zier- Mtaven LiertrWick. feit, daß handelspolitische Fragen und die Frage der Sicherhnt in die Debatte geworfen werden. Bei handelspolitischen Fragen konn e es sich allerdings nicht um dauernde Der- t rä g e , sondern höchstens um einen m v d u s vivendi während der Uebergangs- zeit handeln. Hinsichtlich der Frage des Sicherheitspnktes muh daran erinnert werden, dah, soweit völkerrechtliche Verträge in Betracht kommen, die deutsche Regierung unter Reichskanzler Cuno bereits derartige Verträge anregte, die von Dr. Strese- mann, als er Reichskanzler war, cvieder ausgenommen, von Poincare jedoch a b g e l e h n t wur- oen. Cs sollte französischerseits dieser Gedanke wieder aufgegriffen und ein Vertrag befürwortet werden, der sowohl Deutschland wie Frankreich Schuh gewährt. So kann deutscherseits hiergegen schwerlich ein Cinwand erhoben werden. Hier allein, nicht jedoch in der Richtung der Zahlung von Obligationen scheinen Möglichkeiten zu liegen. Cs ist zu hoffen, dah auch über diese Frage eine Einigung zustande kommt, vorausgesetzt, dah der Wille hierzu vorhanden ist. Dr. Marx bleibt in London. (Eigener Informationsdienst.) Redaktion. Verbindlichkeit bet ng.) r. V. Ihre Anfrage die zur DeväÄuiq nehmen zioei Nög. «e folgt beantwortens Ar. 186 lisch eint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFamilienb lotter Monats-vezugrpreir: 2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schristleitunq 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerSiehen. Postscheckkonto: Zrankftirt a. M. 11686. ch. •.fe? &«* M L'd» „rkmW1 MZ vorüber n Md der K unter 'Mieten, ÄöS des GtfoXJ unter dem MnJ Löwen, die auf Mrng bestecht, bezüglich der Sachli?ferungen Dinge mung von Düsseldorf, Duisburg und burchzusetzen, die Deutschland schwerlich zu-- Ruhrort selbstverständlich ist und dah gte st e ch e n kann. Rach dem Versailler Vertrag alle Sanktionsgebiete einheitlich geräumt luden chie Fairbst-offlieferungen im l werden müssen. Andererseits besteht die Möglich- an b®> ich, rfS« der ®ÄtnW tfC, All-naW^ jib 5>S? Die Derfassungsfeier. * Die Dersassung eines K'-o-Hlvolkes ist der Rechtsboden, aus dem der Staat als Hüter der Ordnung, als Verteiler von Pflichten und Rechten seine Form erstehen läßt und durch den er gleichzeitig dieser Form einen lebendigen Inhalt zu geben versucht. Als im Rovember 1918 das auf den bundesstaatlichen Zusammenschluß deutscher Monarchien von Bismarck errichtete deutsche Kaiserreich von den Fäusten deutscher „Revolutionäre" zerschlagen wurde und die „neue Zeit" mit der künstlich genährten Hoffnung auf die Hilfe im bisher feindlichen Lager und der Verheißung „Frieden, Freiheit und Brot" gleich einer fata morgana vor die abgestumpften Sinne des zermürbten deutschen Volkes gezaubert wurde, war naturgemäß die dem Boden nüchterner Erwägungen und geschichtlicher Entwicklung entwachsene Bismarcksche Verfassung unbrauchbar geworden. Uni) eine Zeitlang schien es, als sollte die Anarchie an die Stelle der Ordnung treten, als sollte der Spartakismus das Musterland der Ordnung in eine von den Furien der Zerstörung beherrschte Wüste verwandeln. In dieser Zeit war es gewiß ein Verdienst, das keine noch so scharfe Kritik aus der Welt schaffen kann, dah es den in der Rationalversammlung vereinigten Volksvertretern gelang, der nach keiner Richtung hin konsolidier en deutschen Republik eine Verfassung und damit die Möglichkeit der Erhaltung des auseinanderstrebenden deutschen Reiches zu geben. Sie war und muhte sein ein mit allen Fehlern und Süwä- chen eines Uebergangsproduktes behaf ette Men- schenwerk, und die fünfjährige Wirksamkeit der Weimarer Verfassung hat gezeigt, wie verbeise- rungsbedürftig sie ist. Aber alle zur Kritik anregenden Schwächen der Klammern des deutschen Reichsbaus, alle Verbesserungswünsche dürfen und formen nicht den wahrhaften Deutschen davon abhalten, die Ver- lchrichten. (WUb.öWflt August. Voradb.1'«. 1.8.45. t Sabbatfeia, 9.M norm. 8.00, nacfmU.®. chengottesbienst: vvim» in den übrigen Tagen Paris, 9. Aug. Der diplomatische Bericht- ’ . , - ----------- -------- erstatter der Havasagentur teilt mit, dah gemacht werden, wenn nicht die deutsche Ministerpräsident Herriot heute Samstag in Be- Iu st izhoheitim beseht en Gebiet wie- gleitung von Kriegsminister Rollet und Finanz- derhergestellt wird. In diesem Falle kann Minister Cläirentel nach Paris reisen werd,». Viel- von deutscher Seite gesagt werden, dah alles, mas leicht werde er ein Flugzeug dazu benutzen. Her- zwischen dem 11. Januar 1923 und dem 16. August riot beabsichtigt, den Ministerrat über die geschahen ist. ausgestrichen wird, »u dah aber noch tiefer Seit jeder dem deutschen ®e. KÄ beV^toSo --'^werden ans der Londoner Konferenz einnehmen scül: der ' 9 1 d • Frage der militärischen Räunrung des Ruhrgebiets und der Frage der Beibehaltung der französisch-belgischen Eisenbahner auf den rheinischen Eisenbahnen. Der Ministerpräsident und seine Mitarbeiter werden nicht länger als 24 Stunden von London abwesend sein. Unmittelbar nach dem Ministerrat werden sie Paris verlassen, so dah sie Sonntagabend wieder in London sein könnten. sassung als das Symbol der Dolksgemeinschcfft zu ad>ten und zu ehren. Denn nur diese Achtung vor dem Rechtsfundament des Staates gewährleistet ihm und seinen Bürgern das Maß vom Ordnung und ruhiger Entwicklung, das kein Volk mehr als das deutsche braucht, um feinen Platz in der Welt auszufüllen. Und es gib! wohl kaum ein besseres Vorbild für die in ihrer staatsbürgerlichen Pflicht schtoankende.i DoWgenvssen als die Tatsache, dah in der kritischsten Zeit der Geschichte der deutschen Republik ihr? wesentlichsten Belange durch zwei Männer vertreten werden, die in der durch die Weimarer Verfassung gekenn,zeichneten Staatsform nicht das deutsche Ideal sehen. Man wird weder dem Reichsauhennrinister St rese- mann, der noch unlängst ein Volkskaiser, tum propagierte, noch den: Reichsinnenminister Jarres, der sich offen als Anhänger der monarchistischen Staatsform bekannt, nachsagen tonnen; dah sie nicht ihre ganze Kraft in den Dienst der deutschen Republik, der Gemeinschaft des deutschen Volkes, stellen. Sie sind gewih besser wirkende Patrioten, als jene Berliner Führer der SPD., die ihre ^Beteiligung an der Gefallenengedenkfeier und der Kundgebung des von ihrer Partei gestellten Reichspräsidenten mit agitatorischen Gründen ablehnten, oder als jene Mehrheitssozialisten, die den Ausschluß des Reichspräsidenten aus der Partei forderten und fordern, weil ihnen Herr Ebert zu wenig den Gedanken einer sozialistischen Republik zu vertreten scheint. Doch es fällt auf die morgen und übermorgen stattfindenden Derfassungsf e i e r n nicht nur der Schalten parteidemagvgischer Engherzigkeit. Richt nur das Werk von Weimar, sondern die gesamte Gegenwart ist Uebergang. Lind nicht nur die schroffe Haltung Bayerns, das den unitaristischen Charakter der Der- affung durch die Stärkung söderalisti- cher Tendenzen abzulösen wünscht und die Verfassungsfeiern als solche ablehnt, nicht nur die Haltung des Kölner Zentrums, das erklärte, sich wohl als Verfassungspartei, aber nicht als republikanische Partei zu betrachten, nicht nur die Ablehnung der Beteiligung an der in Anwesenheit des Reichspräsi denken in Mstnster stattfindenden Feier durch die dortige Handelskammer und die westfälische Landwirtschaft gibt zu denken. Sondern auch Beobachtungen der Presse der stärksten Stütze der Weimarer Verfassung, der S. P. D., zeigen, wie wenig verankert im deutschen Volke noch die Gedanken sind, mit denen die Verfassung die neue Zeit dem deutschen Volke mundgerecht machen sollte Wenn dasierige Situation geraten, da die alliierten Staatsmänner großen Wert darauf legen, dah die deutschen Unterhändler e ndgültige Entscheidungen treffen können. Deutscher Erfolg in der Anleihe- froge. London, 8. Aug. (WB.) Der Rat der Vierzehn befaßte sich heute nachmittag mit dem neuen Entwurf des ersten Teils des Berichtes des Zweiten Ausschusses, in dem es ursprünglich hieß, daß die Verantwortlichkeit für den .Anleihekontrakt allein auf Deutschland ruhen müsse. Die deutschen Vertreter haben darauf hingewiesen, dah es nicht billig sein würde, ihnen die gesamte Verantwortlichkeit aufzuerlegen. Die alliierten Vertreter stimmten zu. den Bericht des Zweiten Ausschusses in diesem Sinne neu z u entwerfen. Der Kampf um die militärische Räumung. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 9. Aug. Die Lösung der Frage der militärischen Räumung des Ruhrgebiets gestaltet sich außerordentlich schwierig Wie wir erfahren, ist es bish?r noch nicht möglich gewesen, eine Terhandlungsgrundlage zu fin- oen, auf der zwischen Deutschland, Frankreich und Belgien eine Diskussion möglich gewesen wäre. Deutschland fordert, daß die militärische Räumung im Anschluß an die wirtschaftliche Räumung stattfinden soll und zwar ohne irgendwelche Bedingungen. Frankreich und Belgien halten dagegen an der Auffassung fest, ldaß(be st i m m te Vorbedingungen, wie die re st lose Durchführung der abschließenden Militärkontrolle, der Abschluß eines deutsch-französischen Handelsvertrages usw., erfüllt werden müßten. Die internen Verhandlungen, die bisher zwischen den Hauptdelegierten der beteiligten Regierungen stattgefunden haben, wurden streng vertraulich geführt? Ein Communique soll erst dann ausgegeben werden, wenn eine Verhandlungsgrundlage geschaffen ist. Man nimmt an, daß die eigentlichen entscheidenden Verhandlungen nunmehr am Sonntag stattfinden werden. Amerikanische Bankiers in Berlin. (Eigener Informationsdienst.) B e r l i n , 9. Aug. In Berlin werden Ende dieses Monats mehrere hervorragende Vertreter amerikanischer Banken erwartet, um mit großen deutschen Industriegesellschasten Vorhandlungen über private Kredite zu führen^ Die größten Aussichten auf amerikanische Kredite hat die deutsche Maschinenindustrie sowie die chemische Industrie. Rach den in den Berliner Finanzkreisen kursierenden Mitteilungen dürften die in nächster Zeit zu erwartenden privaten Industriekredite annähernd 20 Millionen Dollars betragen. Man erwar- t e t, daß der deutsche Kreditmarkt durch das Zustandekommen amerikanischer Anleihen in den erfaßen 22i.onaten eine wesentliche Erleichterung Erster Blatt ^4. Jahrgang c GietzenerÄilzeiger General-Anzeiger für Ohecheffen vnick und Verlag: vrühl'sche Ukliverfitäts-Vuch- und Stetaöruderei R. Lange in Giehen. 8chriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Die letzte Krise in London. Herriot holt sich Rat in Paris. — Ein deutscher Bericht über die Lage das Wochenende zu einer r Ichre 1925, die Kvhlenlieferungen 1930 eS Äs^a aus" 5 Hinsichtlich der Kohle handelt es sich um die to^ie .fluchen, grundsätzliche Frage, ob man ib r den abdeutschen Äni■hoSinr- hon m r° fle geschlossenen Vertrag in einzelnen Punkten hin- ^sgehen soll. Französischerseits zeigte sich ÄSä des das Bestrehen, chemische Produkte, die na ürlich ^ozugs auch der letzten französisch-belgischen feine Raturalprodickte sind unter den Bearifs oxe -Lvreise des Herrn Bnand von der Konferenz dieser Forderung würde ja Cannes, die beSanntlich mit seinem Sturz x.-. x , D durch Poincarö endete, zu denken, um in diesem t £te 5®rtbauer Les bisherigen Druckes Entschlich Herriots den Beweis für die Behauv- J“!. Deutschlands chemische Industrie und eine lang za sehen, daß die Londoner Koifferenz die Untere Verhinderung ihrer älnabhängigkeit auf letzte Krise durchzumachen hat. Sie war unver- internationalen Markte bedeuten. In der meidbar, da in den Köpfen der französischen Frage der Sachlieferungen kann von deutscher Militärs — und alle Dementis können diese ■ fwn»öfif<&en Forderungen auf Holz Tatsache nicht aus der Welt schaffen — noch ^?t'ch^ ^^dutte n i ch t nachg.kommen wer- heute Wünsche und Ansichten lebendig sind, die ^ese Frage wird, wie zu erwarten ist, im direkten Gegensatz zu dem Geiste stehen, ui D?n?-^Kdt . vierzehn behandelt werden, weil dem die Londoner Verhandlungen zu Ende geführt Jl<^ um. eine prinzipielle Frage handelt, werden müssen, axmn sie eine neue friedlichere politische Fragen entscheidet letzten Eiides Epoche ein feiten sollen, ilnb es ist ebenso über- Vollkonferenz. flüssig. dies ausführlich zu erklären, Es besteht die Aussicht, daß das bisherige Er- wie die neuen Kombinattonen der Pariser gebnis der Verhandlungen Deutschland keinerlei Presse abzudrucken, die je nach ihrer Ein- Grund gibt, enttäuscht zu sein, stellung die Zustimmung des Ministerrats zu den da auf alliierter Seite mit bem er ken swer- An- und 2lbsichten Herrwts oder den Abbruch der t e r S a ch l i ch ke i t auf die deutschen Argumente Sa wird die anscheinend eingegangen worden ist. Dies trifft « rdas amtliche Frankreich sich zu ebensowohl für die Sanktionsfrage a>ie für «S ? 6 a 6 1 e 11 cn Hellen will, die Fi-age derDefini tionderVerfehlun- als die die deutschen Einwande und Forderungen gen, wie schließlich auch für die Amnestie zu von Der ganze nWelt angesehen werden, wie in der durch die Ausmerzung des unerträglichen' auch der untenstehende, sichtlich nach Fühlung- Satzes, dah nur amnestiert werden solle, fowett die nähme mit maßgebenden Stellen verfaßte Lage- Sicherheit der Besatzungstruppen nicht ge- Bencht des offiziösen deutschen Depeschenbureaus fährdet iperde, nun sichergestellt ist, daß auch der letzte Deutsche Herriots Reise nach Paris1 amncrtiert tottb- Auch in der Frage der Anleihe scheint dem deutschen Standpunkt, daß Deuffchland für ein etwaiges Richtzustandekommen der Anleihe nicht verantwortlich gemacht werden könne, die Anleihe ohne Tlnterstühung zustande kommen könne Rechnung tragen worden zu sein. Es wäre nicht erstaunlich, wenn die auf diese Fragen bezüglichen Erörterungen den Deuffchen Gelegenheit boten, Londoner Gerüchte und ein bie Anleihemöglichkeiten amtliches französisches Dementi. und die bisherigen Maßnahmen in dieser Hinsicht Paris, 9. Aag. (WTD.) Die Morgenblätter ^e vierten zu richtem Eine Deantwor- berichten über das gestern in Llmlauf gesetzte nnd?9«;** <5Td^"lrn Gerücht über die Rückkehr Herriots nach Paris, foPJ9^ ^VXL, Wahrscheinlich um mit General Rollet und Finanzminister ni? ^Cr Clementes an dem Ministerrad teilzunehmen. ^or Rach dem „Echo de Paris" hat man das Gerücht von ernsten Mein ungsverschie- o etner denhe iten innerhalb der französischen Dele- ILsL' gation kolportiert. Herriot habe unter dem Druck der Rachrichten aus Paris sich ver- Reichsbank, die Eisenbahnen usw. betreffenden L-m-m U 5 6« f t e n ® e t n u „g » Militärische Räumung des Ruhr- gebiets vor der Wiederaufnahme der Das Verbleiben der französisch-belgischen Eisen- Militär kontrolle. Rollet habe Herriot er- bahner kann von deutscher Seite nicht zugestanden tritert, unter diesen Umständen könneer nicht werden. mehr für die Siche rHelt Frankreichs Diese Frage steht im Zusammenhang mit der garantieren. Angesichts des Ernstes des Frage der militärischen Räumung des Ruhr- Konfliktes habe Heiwiot vvrgeschlagen, den gebiete. Es ist anzunehmen daß in dieser Frage Schiedsspruch des Ministerrates an- zunächst Beratungen zwischen Frankreich, Belgien zurufen. und Deutschland stattfinden werden und daß, * wenn zwischen dem französischen und dem beut- Um all diesen Gerüchten ein Ende zu machen, schen Standpunkt eine Verständigung erfolgt, die hat das Quai d'O r s a i in später Abendstunde Angelegenheit in der Form eines Protokolls' vorder' Presse mitgeteilt: Herriot habe erklärt, es die Konferenz kommt. Der deuffche Standpunkt fei ganz natürlich, wenn er nach einer Abwesen- in der Frage der militärischen Räumung des heil von fünfundzwanzig Tagen von Paris und Ruhrgebiets muß als außerordentlich stark an-» nachdem er im Besitze aller Dokumente der Ver- gesehen werden. Es ist daher kaum Oera>uaber- Handlungen fei, einen Tag der Freiheit ausnutzen lich, trenn das Recht Deutschlanbs, diese Räu- verde, um dem Ministerrat zu berichten, anstatt mung zu fordern, von keiner Seite be» Vffuche in der Umgebung von London zu machen, z weife l t worden ist. Wenn die ganze Welt es Ds käme kein anderer Grund für seine Reise m als selbstverständlich betrachtete, daß Betracht. deutscherseits diese Frage vorgebracht wird, han- Mit einer gewissen Bosheit fragt das „Echo delt es sich jetzt nur noch um die Frage bei] Paris: „Wann darf man das Dementi dieses Modalitäten. ecmemte erwarten?" Jede Verbindung dieser Räumung mit irgendwel- (Ein chen finanzieNen Leistungen Deutschlands in Form ivtjk von kommerziellen oder wirtschaftlichen Konzes- IlllOt* PflAO fionen muß als unmöglich bezeichnet werden. In der Räumungsfrage darf es sich keinesfalls London, 8. August. (WB.) Beträchtlich um eine Frist von zwei oder einem Jahre Han- schwieriger als im Zweiten Ausschuß er- deln, sondern nur um eine nach Monaten bescheinen die Verhandluiigen im Dritten Aus- stimmte absehbare Zeit. Es fdirn ferner kein schuß, da von französischer Seite die Rei- Zweifel darüber bestehen, daß die Räumen alle korpulenten ÄS« , TlageMj’WjM "D, mi d-m d> Sein. M „ Frankfurter Zeitung", das am 15. V. 24 nach dem Parteitag der S. P. D. schrieb: »Der Marxismus hat praktisch Fiasko gemacht, was mehr bedeutet als alles, was jemals gegen ihn gesagt und geschrieben wurde." Der Geist von Weimar, der Geist des Weltbürgers Goethe, sollte Pate bei der Weimarer Verfassung stehen. Dis heute hat dieser Wunsch nicht vermocht, auch nur die Deutschen unter ihren Fittichs zu einer gleichgestimmten Gemeinschaft zu vereinigen. Das sollte Lehre und Ansporn zugleich sein. Mit Feiern allein ist das Ziel nicht zu erreichen. Lebendiger Wille zur Volksgemeinschaft, Verständnis für die Wünsche der andern und Aufgabe des Parteidogmas sind notwenbig. Der Geist, nicht das Aeuheve, tuts. Wie lauteten doch die letzten Verse Goethes? „Gin jeder kehre vor seiner Tür, und rein ist jedes Stadtquartier.' Ein jeder übe seine Lektion, so wird es gut im Rate stöhn." Volkspartei und Derfassungsfeier. äteber die Stellung der Deutschen Dolkspartei zur Derfassungsfeier schreibt die „Zeit", das; die Deutsche Volkspartei die Weimarer Verfassung als rechtmäßig zustcmdegekom- men und als gesetzliche Grundlage unseres politischen Lebens betrachtet, deren Aenderung nur aus dem von der Verfassung selbst vorgeschriebenen Wege möglich sei. Als staatsbe- jahende Partei beteiligte sich die Deutsche Dollspartei auf diesem Dvden am politischen Leben, auch durch ©tntritt in die Regierung. Das alles ändere jedoch nichts daran, dach die Deutsche Volkspartei wesentlichen Teilen der Weimarer Verfassung ablehnend gegenüber steht und daß sie den Dag, an welchem die Verfassung in Kraft trat, nicht als einen besonderen Tag des Heils zu betrachten vermag. Aus diesem Grunde liege für ihre Mitglieder auch keine Veranlassung vor, sich an der großen Feier am Verfassungs- tage zu beteiligen. Verbote in Thüringen. Einem Drahtbericht aus Weimar zufolge hat die thüringische Regierung den für Smnstag als Vorfeier für die Verfassungsfeier geplanten Fackelzug des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gvld und das für Sonntag früh vorgesehene Wecken mit der Degründung verboten, dah dieser Teil des Progrannns der Verfassungsfeier über den Rahmen dessen hinaus- gtnge, was von Anfang an geplant und zugesagt worden sei. An die Beamten der Landespolizei wurde ein Erlast gerichtet, in dem ihnen die Teilnahme an der Derfassungsfeier des Reichsbanners in Uniform verboten wird, ^gründet wird dieses Verbot damit, dah das Reichsbanner eine einseitige politische Organisation sei. Gegenkundgebungen in Stettin. Zn Stettin veranstaltet am Sonntag das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold eine Derfassungsfeier, bei der einige Abgeordnete sprechen werden. Als Gegenveranstaltung haben der Rationalverband deutscher Offiziere, der Stahlhelm, der Zvngdeutsche Orden und andere Organisationen einen öffentlichen Auszug auf dem Königsplah geplant. Dlättermeldungen zufolge ist der Aufruf zu dieser Veranstaltung vom Regierungspräsidenten verboten toor&cn. Gegenwehr in Hessen. Die „Hessische Wehrgenveinschaft" lehnt nach einer uns zugegangenen Mitteilung eine Betei- ligchig an den Feiern der Derfafsu-ng ab und fordert ihre Mitglieder auf, das Beflaggen der Häuser zu unterlassen. Bayern verbietet die schwarz-rot-goldene Kokarde. Einer Drahtmeldung aus München zufolge wurde auf Grund des Schweherschen Kokardenerlasses vom 11. Mai das Tragen der vom Reichsbanner „Schwarz-Rot-Gold" geführten Kokarde von der Münchener Polizeidirektion verboten. Dr. Jarres geht nicht ins Ruhrgebiet. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 9. Aug. Wie wir hören, beabsich- ttgt Reichsminister des Innern Dr. Jarres nicht, in nächster Zeit ins Ruhrgebiet zurückzukehren, da er voraussichtlich sein Amt als Reichsminister beibehalten wird. Er wird im übrigen nicht eher Gelegenheit nehmen, ins besetzte Gebiet einzureisen, als bis ihm in seiner Eigenschaft als Reichsminister die Einreiseerlaubnis gegeben wird. Im übrigen dringt man deutscherseits darauf, dah das während des Ruhrkampfes erlassene Einreiseverbot für die Mitglie- Vom Alpenglühn. Wenn der Deutsche nach der Schweiz reist und sich den weißelten Grenzpfählen nähert, so sucht er mit begierigem Blick nach den „Gletschern", und diese wiederum erscheinen ihm am schönsten im Alpenglühn. Da must denn von vornherein einer Verwechslung vorgebeugt werden: ein Schneeberg ist kein Gletscher und ein Sonnenunieigang kein Alpenglühn. Schneeberge sind solche Höhen, die über der Schneegrenze von 2700 Meter liegend auch im 3-ili drn Schnee nicht verlieren, aber keine Eisfelder haben und sich im allgemeinen jahrern, jahraus gleich bleiben. Gletscher sind Schneeberge, in steter Veränderung begriffen, mit sich verschiebenden, fast arisnahinslos zaiückgehenden Eisfeldern. Das ziemlich alltägliche Schauspiel ein schöner Sonnenuntergang, ist kein Alpenglühn. Tas eigentliche Alpenglühn ist vielmehr eine seltene Erscheinung, die sich oft während mehrerer Jahre nicht er» eignet. Um es vom Sonnenuntergang za unterscheiden, gibt es ein einfaches Mittel: es tritt erst nach dem Sonnenuntergang ein. Der Abend- Himmel pflegt sich an solchen Tagen ziemlich indifferent zu vergalten. Kein dunkler Sonnen- ball, keine Rvsenwölkchen, kein plötzlicher, aus der Dämmerung brechender Strahl: all^8 scheint schon vorüber: da, in jähem Leuchten rötet sich die weihe Dergspihe, und selbst der nackte, schnee- lose Grat ragt in Glut getaucht gen Himmel. Dann versinkt alles in Rächt. Wie können wir nun diese Erscheinung erklären? Aiffallen must, dast sie sich zu jeder Jahreszeit ereignen kann: Kälte und Hitze kommen also nicht in Betracht. Man hat ferner das Alpenglühn bei wvlttgem Der Der RelchSregierung sofort rückgängig gemacht wird. Die Mitglieder des Reichskabinetts werden fich un ter keinen Llmständen nach Abschluß eines Abkomniens über das Sachverständigen-Gutacht en an dieses Verbot halten. Auch Dr. Jarres wird, wie wir hören, sich an keinerlei Einreisebestimmungen halten, wenn er in seiner dienstlichen Eigenschaft sich nach dem besetzten Gebiet begeben wird. Abbau bei der Regie? Erne Meldung aus Essen besagt, dah auf einer Reihe von Bahnhöfen im Ruhrb^irk, so auf den Stationen Hattingen, Werden, Mühlheim usw., die französischen Eisenbahner, die dort zusammen mit deutschem Personal den Dienst versahen, zurückgezogen worden seien. Neichswehrsoldaten vor dem Staatsgerichtshof. Leipzig, 8. Aug. (Wolff.) Im Prozeß Fiedler und Genossen vor dem Staatsgerichtshof ist als Verteidiger von Amtswegen Rechts.rnwalt Goldstein bestellt worden. Vor Beginn der heutigen Verhandlungen teilte Rechtsanwalt Döring mit, dah den Rechtsanwälten Dr. Herzfeld und Samter der Eintritt in den Zuhörerraum von den überwachenden Polizeiboa inten verboten wurde, trotzdem sie im Besitze von rechtsmähigen Ausweiskarten seien. Der Dvv- sitzende Riedner erklärte, seine Verordnungen seien offenbar mihverstanden toorben. Sobald sich die Anwälte wie jeder andere Zuhörer ausgewiesen hätten, würden sie ohne weiteres zugelassen werden. Rechtsanwalt Döring bittet um eine Pause von zehn Minuten. Rach dieser Pause erklärte er: 3m Interesse der Verhandlungen sowie der Angeklagten, deren Schicksal ihm anvertraut sei, halte er es für notwendig, sein Mandat niederzulegen. Auf Antrag des Reichsanwalts Reumann wird die Verhandlung bis nachmittags 3 plhr vertagt. In der Rachmittagsverhandlung ist die Verteidigerbank wieder beseht. Ein Antrag des neuen Verteidigers O b u ch - Berlin auf Ablehnung des Vo^itzenden wegen Befangenheit wird vom Gericht in diesem Stadium der Verhandlung für unzulässig erklärt, da die Verhandlung nur unterbrochen, nicht vertagt worden sei. Auch ein Antrag des Verteidigers, die Verhandlung überhaupt auf einen späteren Termin zu verlegen, wird vom Gericht abgelehnt, da die angeführten Gründe nicht gerechtfertigt wären. Verteidiger Obuch erklärt darauf, dah er keine Möglichkeit mehr sehe, diesem Gerichtshof gegenüber die letzten Argumente, die der Verteidigung zur Verfügung stehen, geltend zu machen. Er sehe sich daher gezwungen, die Verteidigung nlÄierzulegen. Hierauf wird festgestellt, dah die Angeklagten Fiedler, Schah, Brüder und Frackmann durch Rechtsanwalt Dr. Goldstein, der Angeklagte Großmann durchRechts- antoalt Dr. Säubert und die angeklagten Reichswehrsoldaten durch Rechtsanwalt Teichert vertreten werden. Rechtsanwalt Säubert bittet für heute um Vertagung, da er sich auf die Verteidigung in der kurzen Zeit nicht pflichtgemäß vorbereiten konnte. Das Gericht entspricht diesem Anttag. Verurteilter Landesverräter. Schneidemühl, 8. Aug. (Wolff.) Wegen Spionage zugunsten Polens wurde der Gärtner Martin Genet aus Birnbaum vom Mese- rt&er Gericht zu fünf Jahren Zucht Haus verurteilt. Außerdem erkannte das Gericht auf 10 Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Ianak hatte den polnischen Behörden in der Zeit, als das Gerücht einer polnischen Besetzung der deutschen Grenzkreise Meserih, Schwerin a. d. Warthe und Dornst verbreitet war, Rachrichten gegen Entgelt zukommen lassen und dadurch eine Gefährdung der Sicherheit des Deutschen Reiches herbeigeführt. Unterzeichnung des englisch- russischen Abkommens. London, 8. Aug. Rach einer Reuter- meldung ist das englisch-russische Abkommen heute abend von Macdonald und Pon- sonby als englischen Vertretern und von Rakowsky, Joffe, Scheinmann, Rad- s ch e n k o und T o m s k i als russischen Vertretern unterzeichnet worden. Weitere Ausführungen im Deiblatt, Die Krise des spanischen Direktoriums. Paris, 8. August. Der Zivilgvuver- neur von Sarago ssa hat in einer iln.er» redung mit der „Gazette de Diarrih" Einspruch gegen die Rachricht von dem unmittelbar und wolkenlosem Himmel beobachtet. Alle eine Höhe von 3000 Meter erreichenden Derggipfel können vom Alpenglühn erleuchtet werden. Mit der angegebenen Höhe ist freilich schon gesagt, dah nicht bewaldete oder grasbewachsene Höhen, sondern nur Schnee- oder Eisfelder and nackte Steinmassen in Betracht kommen. Das führt uns auf beit Gedanken, dah es sich am eine Lichtbrechung handeln maß. Eine Lichtbrechrng muß insofern vorhanden sein, als das Licht der untergegangenen Sonne dem Berggipfel nicht anmittelbar zukommen kann. Denn wenn vorher gesagt wurde, das Phänomen finde nur nach Sonnenuntergang statt, so meinten wir damit, dah die Sonne nicht nur für den aas einer Höhe von 500 ober 1500 Metern befindlichen Beschauer, sondern auch für den Berg selbst unter» gegangen sein muh. Da aber das Alpenglühn doch nur etwa eine Viertelstunde nach Sonnenuntergang, nicht später, möglich ist, so schließen wir daraus, daß die Sonne ihre Strahlen noch in höheren Atmosphären unserer Halbkugel z i senden vermag, daß also Berge von fünftausend und mehr Meter Höhe diese ©trabten noch unmittelbar erhielten. Siefe Strahlen der für die sämtlichen Bewohner unserer Halbkugel untergegangencn Sonne brechen sich in ihrer Atmosphäre, die vielleicht nicht für uns, wohl aber für den Dre- chungspankt in jenem Augenblick außerordentlich dunstig und dicht sein muh. Von dem undurch- sichtigen Drechungspantt verteilen sich die Strahlen aufs neue und treffen die weißen oder hellbraunen Schnee» und Gesteinsmassen. So dicht und schwer darchdringlich die Luft amDrechungs- punkh so dünn und durchsichtig sind die Schnee- unb Eismassen. Hier werden die sekundären Stroh» bevvrsteyenven Sturz des Direktv- riums erhoben. Das Direktorium habe noch immer Die ungeheure Mehrheit des spanischen Volkes hinter sich. Srotz der tendenziösen Rachrichten, die verbreitet würden, werde die Regierung die Macht erst an neue Männer abgeben, wenn sie ihre Aufgabe abgeschloffen habe. Die neue Regierung werde von der neuen Partei, der politischen Unten, gebildet werden müssen und die Armee werbe niemals gestatten, dah die alten Politiker wieder ans Ruder gelangen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 9. Aug. 1924. Der Knopf. Man erlebt heutzutage doch noch allerlei äteberraschungen. Dis vor wenigen Sagen hätte ich es z. B. nicht für möglich gehalten, dah sich drei ganz fremde Männer auf einmal sehr lebhaft für einen Knopf interessierten, der eigen- mächttg seinen ordnungsgemäßen Platz in meiner Ausrüstung verlassen hatte. Wohlgemerkt, ich bin nicht Soldat, bei dem ja erst der Herr Unteroffizier, bann der Herr Feldwebel, hierauf der Herr Leutnant und schließlich auch noch der Herr Hauptmann täglich kontrollieren, ob an dem wackeren Manne auch alles in Ordnung ist. Ich bin ein ganz gewöhnlicher und dick verheirateter Zivilist, der nur von seiner Frau kontrolliert wird — leider nicht nur nach Knöpfen, sondern auch noch in manchen anderen Sachen —, und dennoch haben sich die obenerwähnten drei wildfremden Männer gar sehr um meinen eigensinnigen Knopf ins Zeug gelegt. Ich hatte ihn nicht etwa verloren, ober gar, wie es ja auch schon bei manchen Menschen vvrgekommen sein soll, den Klingelbeutel bewußt mit feinem Gewicht beschwert, nein ich hatte ihn, allerbings zerbrochen, auf der Hand, zeigte ihn vor — und ttohdem ein „Zirkus", weil der liebe Knopf eben nicht da war, wo er fein fotlte, und obwohl die Verwaisung seines Platzes das öffentliche und nichtöffentliche Schamgefühl gar nicht verletzen konnte. Es war allerdings auch kein gewöhnlicher Knopf, wie man ihn in jedem xbeliebigen Laden für einen ober zwei Kupfer- pfennige erstehen kann, sondern ein ganz „neu» modscher", den nicht jeder Zeitgenoffe sein eigen nennen kann: es war nämlich der Knopf von meiner Eisenbahn-Monatskarte. Und nun, lieber Zeitgenosse, höre meine Knopfgeschichte. Bekanntlich hat die Eisenbahn die Reuerung eingeführt, daß die Monatskarte gemeinsam mit einem Lichtbild des Inhabers in einen Metallrahmen eingespannt werden muß, in dem Karte und Bild durch den bewußten Knopf so zu befestigen sind, daß eines mit dem andern aufs engste verlnmden ist. Als ich nun meine neue Monatskarte in ihr Gefängnis hineinpraktizieren wollte, hatte der Gefängnistürschließer, der besagte Knopf, seine Mucken, er roollte nicht, und als ich nun mit dem Taschenmesser etwas nachhalf, coobei dieses übrigens abbrach, da sträubte er sich noch mehr, bis es mir schließlich vor Wut fiedendheiß hochstieg und ich mit der Schere ihm kräfttg eins draufgab. Das nahm er nun ganz und gar krumm und aus Verdruß über meine Gewalttat verzichtete er auf seine gußeiserne Erdgebundenhett und zerplatzte. Da hatte ich denn die Bescherung. Mtt dem knopflosen Rahmengefängnis samt Bild und Monatskarte in der einen und den lieber» reflen meines Knopfes in der anderen Hand wollte ich am anderen Morgen durch die Gießener Sperre wandern. Ich war seelenvergnügt, denn ich hatte ja meinen Knopf. Der Bahnsteig- Zerberus war aber anderer Meinung. Erst besah er sich kritisch die Zweiteilung in meinen Händen, dann noch kritischer mich, um schließlich die sehr arg zugespitzte Frage an mich zu richten: „Sie haben ja keinen Knopf?" Beinahe hätte ich ihm meinen Rock und die Weste hingehalten, denn da sind die Knöpfe bis jetzt noch an ihrem Platz aber im letzten Augenblick hielt ich es doch für besser „bei der Sache" z i bleiben, und so zeigte ich ihm den geborstenen Rest einstiger Knopsschönheit in der Hoffnung, er werde die Legitimität anerkennen. Darin hatte ich mich aber getäuscht, denn kurz und bündig erklärte mir der Mann: „Sie müssen sich einen neuen Knopf kaufen, dort drüben am Schalter stehen noch mehr, die kaufen sich auch welche." Mein Protest half gar nichts, und so stellte ich mich denn in der Polonaise vor dem „Knopfladen", nein Eisenbahnschalter an. Im Kriege haben wir ja einige Ausdauer im Anstehen gelernt, aber die Ausdauer, die hier erforderlich gewesen wäre, um wieder einen richtigen, vollgültigen Knopf zu bekommen, hatte ich doch nicht, obwohl ich ein ziemlicher Geduldsmensch bin. Ich zog also ab. Gespannt wie ein neuer Regenschirm erschien ich nackmittags wieder an der Sperre, um heimzufahren. Mein „ Freund" vom Morgen erwischte mich und eröffnete mir sofort in ultimativer Form: „Sie haben ja noch fernen richtigen Knopf! Wenn Sie morgen früh keinen neuen Velen aufgesaugt, und es entsteht ein roter Glühkörper, den man annähernd mit Glühlampen und Glühstrümpfen vergleichen könnte, und den wir als Alpenglühn bewundern. Das Glühen der Felsmassen ist bei gleicher Höhe naturgemäß weniger intensiv, weil sie die Strahlen schlechter auffaugen als Schnee und Eis. Die Menge der Fremden und Einheimischen hat in der Regel für das Alpenglühn eine stürmische, in Interjektionen, Superlativen oder ergriffenem Schweigen sich kundgebende Bewunderung. Man glaube darum noch nicht, daß es eine in seiner überwältigenden Schönheit' unbestrittene Raturerscheinung sei. Es gibt viele feinempftndende und künstlerisch angelegte Menschen, die ihr um der Intensität und des scharfen Kontrastes mit der Umgebung willen recht gleichgültig gegenüberstehen und z. B. das falsche Alpenglühn mit seinem blasseren Rot oder den violetten Lichteffekt vor Anbruch der Rächt in seinen müden, sttlleren Farben bei weitem vorziehen. Die Alpenmaler haben sich natürlich ein so farbenprächtiges Moment im Leben der Dergwelt nicht entgehen lassen und das Alpenglühn des ersten Sonnenstrahls auf der Gletscher- Höhe so oft festgehalten wie den Sonnenuntergang und das „richtige Alpenglühn. Wie das Alpenglühn ein letzter Gruß des Lichtes vor der Rächt und die Konzentration einer gewaltigen Lichtmenge im Augenblick ihres Verschwindens ist, so möchte auch der Mensch sein ganzes Lebe.is- tagewerk in einer letzten schönen und großen Sat zusammenfassen, die sein Wollen und Fühlen für alle spiegelt, die ihn liebten und sein Scheiden betoetnen. * hälter mit richtigem Knopf haben, ntuö 68 Sie an halte n." Die Feststellung im ersten Sah war mir schon bekannt, und die Ankündigung im zweiten Satz war mir verheißungsvoll, demtz sie eröffnete mir die Aussicht auf einige Erlebnisse, für die ich meist dankbar bin. Im Zuge fiel ich Knopfloser, denn als solcher mußte ich mich nach der bahnamtlichen Feststellung doch sehen, einem Kontrolleur in die Hände, der mich gütig und ernst mahnend auf den schrecklich»* Mangel aufmerksam machte was ja eigentlich nicht mehr nötig gewesen wäre. Am Ziele meiner Fahrt angelangt, stellte mich der dortige Bahnsteig- Hüter ebenfalls sofort wieder mit der ganzen Energie seiner Amtsgewalt. Er war in Wort und. Son seinem Gießener Kollegen s o ähnlich, daß in mir der Verdacht auf stieg, die beiden hätten sich während Weiner Fahrzeit telephonisch über mich ausgesprochen. Hier hatte ich nun etwas mehr Zeit als in Gießen, und ich versuchte, auf dem Wege einer Aussprache meiner gesprungenen Knopfherrlichkeit wieder zur Vollgültigfett zu verhelfen. Da kam ich aber schön an. Hei, wie wurden mir da die Leviten gelesen über die unbeugsame Knopfordnung, und zum Schluß kam die katego- r-ische Ankündigung: „Wenn Sie morgen früh keinen Knopf haben, kommen Sie auf keinen Fall durch." Wenn ich eS darauff hätte an- kommen lassen, würde mein Gießener ^Freund" mich nicht wiedergesehen haben. Den Schmerz wollte ich ihm aber nicht bereiten, und so zog ich hin, kaufte mir einen vollständig neuen Rahmen mit richtigem Knopf und konnte am andern Morgen heiter und guter Dinge wieder durch beide Sperren an den beiden Ordnungshütern vorbeiziehen. Die besahen erst mich und dann den Knopf sehr genau und in dem stolzen Gefühl, wieder mal die Ordnung und damit die Zukunft der Eisenbahn gerettet zu haben. Ich neide den beiden guten Männern ihren Triumph nicht. Sie haben mir den Respekt vor Kleinigkeiten, in denen man bekannte lich immer groß fein muß, mit Entschiedenheit beigebracht. Mögen sie mit ihrem Diensteifer, der sich in hingehendster Weise sogar bis auf den Knopf erstreckt, unserer Eisenbahn noch lange erhalten bleiben. Teddy. Gießener Wochenmarktpreise am 9. August (Händlerpreise). Es kosteten: Butter Pfd. 2 Mk., Matte Pfd. 35 Pf., Käse Stück 4—6 Pf., Eier Stück 13—14 Pf., Wirsing Pfd. 20 Pf., Weißkraut Pfd. 20 Pf., Rotkraut Pfd. 30 Pf., gelbe Rüben Pfd. 15 Pf., rote Rüben Pfd. 20 Pf., Bohnen Pfd. 20 Pf., Blumenkohl Stück 30—150 Pf., Salat Stück 10 Pf., Salatgurken Stück 30—70 Pf., Einmachgurken Stück 4—5 Pf., Ober-Kohlrabi Stück 10 Pf., Tomaten Pfd. 40 Pf., Zwiebeln Pfd. 12—15 Pf.. Rettich 10-15 Pf., Pilze Pfd. 15 Pf., Kartoffeln Pfd. 6 Pf., Fallapfel Pfd. 10 Pf., Aepfel Pfd. 30—40 Pf., Birnen Pfd. 25—30 Pf., Traubest Pfd. 60—70 Pf., Heidelbeeren Pfd. 28—30 Pf., Himbeeren Pfd. 50 Pf., Johannisbeeren Pfd. 40 Pst, Brombeeren Pfd. 50 Pf., Pflaumen Pfd. 30 bis 35 Pf., Mirabellen Pfd. 50—60 Pf., Honig Pfd. 30 Pf., junge Hahnen 80—100 Pf. • Bornotizen« — Tageskalender für Samstag. Radfahrerverein Fortuna: Monatsversammlung 8V2 Uhr im Postkeller. — Angler-Sportverein: Monatsversammlung 8 Uhr Restaurant Senkler. — Ruderklub Hassia: Mitgliederversammlung 81/2 Uhr im Bootshaus. — Rundfunkhaus Löber- straße: 81/2 Uhr: Offenbach-Abend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstr.: „Blut und Sand". — Astor la- Lichtfpiele, Seltersweg: „Kapitän Kidd". — Tageskalender für Sonntag. Verfassungsfeier des Reichsbanners Schwarz-Rot- Gold: Akademische Feier IOV2 Uhr vormittags im Stadttheater, nachmittags Festzug, anschließend auf der Liebigs höhe Volksfest. — Dienenzüchter- vereiii Gießen und Umgegend: Versammlung 3 Ähr bei Kraft. — Rundfunkhaus, Löberslratze, 8V2 Uhr: Literarischer Abend. — Lichtspielhäuser: wie am Samstag. Wettervoraussage Zunächst wolkig bis heiter und trocfen, später wieder zunehmende Trübung und Regengefahr, langsamer Temperatuvanstteg. • ** Pilzvergiftungen sind in der letzten Zeit wieder aus verschiedenen Orten gemeldet worden. Es muß immer wieder aufs eindringlichste gewarnt werden vor dem Einsammeln und dem Genuß von Pilzen, die dem Sammler nicht ganz sicher als unschädlich bekannt sind. Durchaus irrig ist die leider noch immer weit verbreitete Anschauung, daß es allgemein gültige Erkennungszeichen für eßbare ober giftige Pilze gäbe, wie Milchfaft, klebrige Beschaffenheit des Hutes, Braunfärbung eines in das Pilzgericht eingetauchten silbernen LöfielS, Verfärbung einer mit» gekochten Zwiebel. Ganz allein die genaue Kennt» Zwei eigenartige Nadeln. Als der alte Kaiser Wilhelm noch Prinz von Preußen war, besuchte er eines Tages eine große Radelfabrik. Er fprach seine Verwunderung darüber aus, daß es möglich sei, mit Hilfe eines Maschine unter Leitung einer geübten Menschenhand die winzigen, fast haardünnen Stahlnäh- nadeln mit einem exakten Oehr zu versehen. Der Locher, dem die Oehrung der feinen Radeln oblag, sah den Prinzen einen Augenblick fragend an und bat dann kurzentschlossen um ein Haar vorn Kopse des zukünftigen Königs von Preußen. Erheitert über den Einfall zupfte sich der Prinz ein Haar aus und reichte es dem Oehrer. Dieser legte es unter die Lochspindel, öhrte es im Handumdrehen, zog einen Faden hindurch und übergab das seltsame Gebilde dem staunenden Gast. Eine andere eigenartige Radel befindet sich im englischen Kronschah. Sie gehörte einst der Königin Vittoria und wurde in der damals weit berühmten Radelfabrik von Redditch in England hergestellt. Sie stellt eine llliputanische Trajans- säute dar. Während die aus weißem Marmor gebaute Trajanssäule übenmbüber mit Reliefs geschmückt ist, welche die Taten Trajans ver- heräichen, ist die Radel der Königin von England ganz und gar mit zwerghaften getriebenen Bildern bedeckt, die Szenen aus dem Leben ihrer Besitzerin darstellen. Die Plastiken sind so fein, daß man sie mit einer Lupe betrachten muß, um ihre Schönheiten voll zu erkennen und zu genießen. Außerdem kann dieses Wundergebilde noch auseinandergenommen werden. In ihrem Innern sind noch eine Anzahl viel kleinerer Radeln verborgen, die ebenfalls mit kaum sichtbaren Reliefs geschmückt sind. in Sonntag 022433 wozu ergebenst einladet srr«o Fernsprecher: Dillenburg 186, Nodheim a. d. Bieber 16 MWSlM Weilburg-Gießen 8fud)t Heimarbeit. . , w Schr. Ang. u. 022398 an öen Gieb- Anz OQCOCQTO Wilhelm Dorfeld M WeSMlMSMlllelsiMll DPl-lno. Fritz Schilling GIESSEN, Frankfurterstr. 23 Wieseck i Wanderer- Sonntag, den 10. und Montag, den 11. August Mf #1*0@9 Kirchweihfest WWü°" ' < • ’ ... »rmrihiaten Dreisen Schuhmacher welcher in der Lage ist, ersikl. Neuarbeit zu neuen ermäkrigten Preisen kurzfristig lieferbar. Nach Krankheit Sagitta Blut» ecen«chachsu*. Detektivfiimin 4 Akten. 6220c scheu Klinik an die Llniversität Sena berufen worden. Turnen, Sport und Spiel. 5. C. Wetzlar—D. f. D. Gießen. Man schreibt uns: D. f. D. hat sich sirr den morgigen Sonntag die Ligamannschaft des F. C. 05 Wetzlar zum Gesellschaftsspiel verpflichtet. Man darf gespannt sein, wie die junge V. f. D.-Elf diese harte Probe ihres Könnens bestehen wird, da F. C. als K r e i s m e i st e r und Gauliga- vertreter seine komplette Mannschaft schickt. 03. f. D. wird alles daransehen, um ein seinen letzten Spielen entsprechendes Resultat herauszuholen, während der Kreismeister versuchen wird, als solcher den Kampf tu bestehen. Das Spiel wird Nnen Schluß, zulassen über die derzeitige Spielstarke der Lahnkreisvereine. Auf jeden Fall wird guter und schöner Sport geboten werden. Der planmäßige austerordentl. Professor der medizinischen Fakultät unserer Landes-Universität Dr. Wilhelm Stepp, der unlängst einen Ruf als planmäßiger auhrrord. Professor an die Universität Heidelberg erhalten hat, ist nunmehr als ordentl. Professor und Direktor der medizini- gew. 3. 7. 24 nach Bodo v. d. Residenz 16 I. und Ehrenpreise) aus Asta v. d. Badenburg, sämtlich schwarzrot, gibt ab i)otaniQnn=Swingt v. WiesM Bes. Polizeiwachtmeister Rienhardt Wetzlarer Weg 55. 022375 Geschaftsempfehlung Nach Inbetriebsetzung unseres neuerbauten Kalkofens am Bahnhof in Bieber sind wir in der Lage, täglich frischen la gebrannten weitz-undGraustückkalk per Bahn und Fuhrwerk unter den günstigsten Bedingungen sofort zu liefern. Für gänzlich bahnabseits gelegene Ortschaften kann auf Wunsch und Vorheranmeldung Anfuhr mittels unserem Lastenzug schnellstens erfolgen. Indem wir allseits um freundlichste Unterstützung bitten, zeichnen hochachtungsvoll MenzSe Schlierbach G.M.H.H. Vertreter gegen Provisionsvergütung zum Verkauf von Luxusseifen, Feinseifen aller Art, besseren Kernseifen und Seifenflocken vonaltrenommiertergroßer Seifenfabrik Westdeutschi, gesucht Angebote mit Angabe von Referenzen und des zu bereisenden Bezirks unter D. 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In der weiteren Umgebung wurde besonders das Gebiet des Odenwaldes und der Bergs! rahe durch Gewitterschäden betroffen, zahlreiche Obst bäume wurden geknickt oder entwurzelt. Der Schaden ist groß. Auf weite Strecken sind die Felder verschlammt: in manchen Ortschaften wurden Häuser abgedeckt und Keller unter Wasser gesetzt. — Als heute vormittag ein beladenes Kvhlen- fuhrwert durch die Annastrahe fuhr, brach plötzlich die Betondecke der Straste ein und das Fuhrwerk verschwand im Erdboden. Da die Bespannung rih, wurden die Pferde frei und blieben an der Oberfläche stehen. An der Unfallstelle hat sich ein ungefähr vier Meter tiefes Loch gebildet, dessen Entstehung noch nicht aufgeklärt werden konnte. Die Feuerwehr hat den verschütteten Kohlenwagen wieder aus- gegraben. Die Unfallstelle ist polizeilich abgesperrt worden. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M., 8. Aug. Ein schweres Unwetter richtete am Donnerstag abend in den westlichen und nördlichen Vororten erheblichen Schaden an. Der Blitz schlug wiederholt ein, ohne indessen zu zünden. Ein Wirbelsturm, der das Gewitter begleitete, deckte von einer Dockenheimer Maschinenfabrik das Dach ab und schleuderte es etwa 50 Meter weit fort. Zahlreiche Dächer wurden au her dem schwer beschädigt und viele Bäume entwurzelt. fpd. Hünfeld. 8. Aug. Der Kreistag beschlotz die Aufnahme einer Ausländsanleihe von 1 2 000 Dollar zu 10 Prozent einschließlich aller Rebenkosten. Von der Anleihe erhält Gtaöt Hünfeld, die dagegen den Stadtwald veU»det, einen Teil der Summe zur Errichtung üun Wohnhäusern. Der Kreis läßt aus diesen Darlehensmiteln ein Kreiskrankenhaus errichten. Hochschulnachrichten. Don der Landes-Universität Gießen. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße Nur noch heute nnd morgen: Blut und Sand Der Liebesrom an eines Stierkämpfers, 6 Akte. Dazu: Keiner von beiden Groteske in 2 Akten. Ab ülonntag Im Schatten der Moschee Nach dem Roman von Moris Mc. Dougall. 6 Akte. Der Besuch, drfffen ÄtnromagneK*. yne Pray» aufbau bestimmt sind, dürfte zu empfehlen sein. Anfang des Ligaspiels 21/. Uhr: IV/s Uhr vorm spielt die dritte Mannschaft gegen dre gleiche des F. C. Wetzlar. (Siehe Anzeige.) Bayerische Motoren-Werke Größte süddeutsche Spezialfabrik von Explosionsmotoren für alle Verwendungszwecke. — Spezial- erzeugnis: B. M. W. - Motorrad 81/ PS, dessen Vertretung ich übernommen habe. 6225D Dipl.-Ing. Fritz Schilling Gießen, Frankf. Straße 23- Schaumpon ' inttMiu sdiwarzen Kopf V dDas altbewährte Kopfwäschgulyer6 igif per besonderen Merkmale der einzemen ef>- baren und giftigen Pilze schützt vor schädlichen Fvtaen. Heri. Universitätsgarten--Inspektor Reh-- treH Giehen, Senckenbergstrahe 6, ist gerne bereit, den Pilzsuchenden mit Rat und Auskunft rbt Seite zu stehen. Die Entwürfe zum 1 Iber-Denk-- mal, die in dem Ausstellungssaal des Oberhessi- Rchen Kunstvereins am Drandplah zur allgemeinen Züchtigung ausgestellt sind, haben bisher das Snterefte der breitesten Oeffentlichkeit gefunden. Lamentlich an den 116er°Tagen war der Zudrang xn der Ausstellung besonders stark, aber auch in ben letzten Tagen dieser Woche haben noch viele Mitbürger Gelegenheit genommen, die verschiedenen Entwürfe eingehend zu besichtigen. Die Aus- ftellung ist jetzt noch bis einschl. Montag geöffnet, am morgigen Sonntag hat man von 9 Uhr vormittags ab Zutritt. (Siehe Anzeige.) ** Die Reichsindexzrffer für dte Lebenshaltungskosten ist gegenüber der Vorwoche unverändert geblieben. — Diehmärkte in Giehen finden am 12. und 13. ds. Mts. statt. Am 12. ist Rindviehmarkt, am 13. Schweine- und Schlachtvieh- marft. Räheres in der heutigen Bekanntmachung. •• Einbruchsdieb stahl. Der Polizeibericht meldet: 3n der Rächt zum 8. August wurde in ein Friseurgeschäst in der Wallwrstrahe dahier ein Einbruchsdiebstahl ausgeführt und nachstehende Sachen im Werte von etwa 130 Mk. entwendet: 20—25 Päckchen Shag-Tabak (Fahag G. m. b. H., Hamburg, Bonn, Berlin), Reichsfürst Heinrich (2oh. Dan. Haas A.-G. Dillenburg), 4 Kistchen Zigarren (Äftdeatsch Rr. 118), 8 bis 10 Kartons Zigaretten (Meschi, Zuban, Eckstein, Ernst August, Engel Kabinett), 1 Flasche Haarwasser (Qawendel). 1 Flasche Birkenwasser. Dor Ankauf wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilungen werben an hiesige Kriminalpolizei erbeten. * Stand der Feldfrüchte in Hessen Anfang Augnst. Rach dem amtlichen Saatenstandsbericht für Hessen von Anfang August ist die E r n t e infolge der ungünsttgen Witterung größtenteils noch im Rückstände. Der Roggen sicht infolge der schlechten Bestockung im Frühjahr lückenhaft und hat teilweise keine vollen Aehren. Die übrigen Getreidea rten versprechen «ine gute Mittelernte, doch wird von einigen Berichterstattern über groben Hagelscha- 601 S^artof fetn, Zucker- and Runkel- Öben haben sich gut erholt, die Kartoffeln ...den aber an manchen Orten stark unter Engerlingen. Die Wiesen haben zum Teil eine gute Grnte gegeben durch das anhaltende Regem- weiter ftchen aber die Wiesen in den mederea : 53agen teilweise unter Wasser. Die Rachrichten über den Rebstand lauten jdi^mal günsti ger. Die Reben srnd gut d irch Jbte Blüte gekommen und die Krankheiten sind \ mit den gebräuchlichen Mitteln bekämpft worde.r. Quantitativ wrrd dreErnte gering, q u a- titativ aber gut sein. Die Saatenstandsnoten betragen für Winter- weiten 3.3, für Sommerweizen 2,8, Winterspelz 2 7, Winterroggen 3.5, Sommerroggen 3,4, Wintergerste ' 3 0, Sommergerste 2,4, Hafer 2,5, Lupinen 2,5, Kartoffeln 2,4, Zuckerrüben 2 5, Futterrüben 2 4, Kloe 3,2, Luzerne 3,1, Be-(Gnt-)waiss- rungswiesen 2,4, andere Wiesen 2,6 and für Reben 2,6. Hierbei bedeutet 2 git, 3 mittel und 4 gering. Landkreis Giessen. • Grünberg, 8. Aug. 3n der füngsten Gemeinderatssihung wurde der Beitritt unserer Stadt zu dem in der Gründung begriffenen Zentralorgan der Wohnungs- fürs o rg e inHessen durch Uebernahme eines Geschäftsanteils abgelehnt. * Hungen, 8. August. Zum hiesigen Schweinemarkt waren 354 ferkel angesah- ren. Bezahlt wurden für 5—6 Wochen alte 9—12 Mark, 7—8 Wochen alte bis 18 Mk., 9—10 Wochen alte bis 24 Mk. und ältere bis zu 32 Mk. 'Bei flauem Handel blieb Ueberstand. Gleichzeitig fand 8 ZiemhMg gegen Hergabe von I. Hypothek von 12 bis 15000 Goldmark zu vergeben. Schriftliche Angebote unter 6143D an den Gienener Anzeiger erbeten. Kinderloses, ruhiges Ehepaar sucht 1 — 2 leere oder möblierte Zimmer (evtl.Mithilfe im Haushalt) bei angemessener Miete. Angebote unt. Nr. 1676 an Herso, Plockstrahe 5.6218h ein Stegen- und Dvamarkt mit Ziegen- schau uni) Prämiierung statt. Der Markt war mit zum Teil ganz hervorragendem Zuchtmaterial gut beschickt. Es entwickelte sich em lebhafter Handel Besonders viele Gemeindevertreter von nah und fern waren erschienen, um Zuchtööcke anzukaufen, für welche die Verkäufer ganz schöne Erlöse erzielten. Ziegen kosteten 50—60 Mk., Mutterlämmer 30—40, gute Zuchtjungböcke 100—160, weniger gute 90 Mk. Es verblieb ein fleineo Ueberstand. Kreis Schotten. • Schotten, 8. Aug. Der Schot teuer Sommermarkt hatte dieses Jahr eine Ausdehnung genommen wie er sie wohl noch nie gehabt hat. Die Geldknappheit machte sich natürlich allenthmlben stark bemerkbar, doch waren die Verkäufer im allgemeinen mit dem Geschäft sehr zufrieden. Der Auftrieb betrug am Montag 388 Stück Großvieh, darunter etwa 200 Pferde und 10 Stück Kleinvieh. Am Dienstag wurden 558 Stück Kleinvieh auf getrieben. Der Handel m Ferkeln war infolge des starken Angebots schleppend. Es wurden gezahlt für kleine Ferkel 8 bis 10 Mk., für 8 bis 10 Wochen alte 25 bis 30 Mk., für gröbere bis 40 Mk. Kreis Lauterbach. • Lauterbach, 7. Aug. In der jüngsten Gemeinderatssitzung nahm der Ge- meinderat zu der „D e s ch e i d e n e n Anfrage" im „Lauterbacher Anzeiger" über die Reueinrich- tung derAmtsräumederDürgermeiste- r e i Stellung. Bürgermeister Walz führte hierbei in einer längeren Ansprache aus, daß die A n- griffe des anonymen Fragestellers — als solcher war mittlerweile der Beigeordnete Bort- feld von Blitzenrod festgestellt worden — vollkommen unbegründet seien und dah es unwahr sei, a>enn von einer kostspieligen Reuem- richtung gesprochen werde. Zu den von dem Beigeordneten Bortfeld in seiner „Bescheidenen Anfrage" berührten Verpflichtungen der Stadt gegenüber ihren Anleihegläubigern bemerkte der Bürgermeister wörtlick) folgendes: „Wir haben noch niemals die Einstellung der Zinszahlungen mit der Zahlungsunfähigkeit der Stadt begründet, sondern stets darauf hingewiesen, dah die III. Steuernotverordnung die Frage der endgültigen Aufwertung noch in Schwebe läht und abschließende Mahnahmen mit diesen Fragen bisher als verfrüht erscheinen bissen muhte. Weiter haben wir in unseren Schreiben, die die Absindungen durchHhpothrkenpfandbriesebetvafen, stets klar und unzweideutig zum Ausdruck gebracht, dah im Falle der Ablehnung unserer Vorschläge die gesetzliche Regelung Platz greifen müsse. Die Stadt Lauterbach wird sich niemals ihren Verpflichtungen ihren Gläubigern gegenüber entziehen. Sobald die gesehlicheir Bestimmungen hinsichtlich der Aufwertung oder der Zinszahlung eine Aenderung zugunsten der Gläubiger erfahren sollten, werden auch wir diese Begünstigungen eintreten lassen, ohne durch Zeitungsartikel ober Gerichte erst dazu gezwungen werden zu müssen. Die Stadt Lauterbach hat ihre Gläubiger weit besser behandelt als die Oeffentlichkeit durch die Verbreitung der Artikel annehmen muh. Sie ist nicht dem Beispiel anderer Städte gefolgt, die ihre Gläubiger bereits vor Jahren mit Papiermarkscheinen abgefunden haben. Sie hat es für ihre moralische Pflicht erachtet, die Schuld stehen zu lassen, um ihre Geldgeber zur gegebenen Zeit nach Möglichkeit und innerhalb des gesetzlichen Rahmens zufriedenstellen zu können. Weiter verlas der Bürgermeister ein Schreiben des Beigeordneten Dortfeld an die Lauterbacher Stadtverwaltung, in welchem dieser fein D e- dauern über sein Vorgehen ausspricht und dabei betont, dah er in seiner Beurteilung des Verhältnisses von Raum zur Arbeitsleistung von vollständig falschen Voraussetzungen ausgegangen sei. Der Gemeinderat billigte die Abwehr-Erklärung des Bürgermeisters, beschloß deren Veröffentlichung im „Lauterbacher Anzeiger" und ging dann zur Tagesordnung über. Kreis Büdingen. )( Ortenberg, 8. Aug. Bei einem schweren Gewitter wurde die Ehefrau des Her- • Lollar, 8. Aug. Der Turnverein Lollar sandte zum Südwestdeutschen Turnfest seinen bewährten Turner Wilh. Hofmann. Dieser konnte unter starker Konkurrenz in der Oberstufe mit 98 Bewerbern den 9. Preis erringen. — Der Radfahrer-Verein 1895 Lollar konnte beim 41. Dundesfest des Bundes Deutscher Radfahrer in Frankfurt a. M. beim Schmuckkvrso unter grober Konkurrenz den 3. Preis erringen. Ferner errang die Jugend- Abteilung im Iugendkorso den 2. Ehrenpreis und in der Iugendwanderfahrt die allgemeine Auszeichnung für jeden einzelnen Fahrer nebst einer prächtigen Plakette. Auf der Rückfahrt von dem Dundesfest erlitt der Verein einen schweren Verlust durch die Explosion des Motors eines Auto-, das Räder und Mannschaft in die Heimat zurückbringen sollte. Der Verein verlor bei dem entstandenen Brand sein sehr wertvolles Danner mit Dandolier und Schleifen sowie viele Korso-Anzüge und eine Menge sonstiger Kleidungsstücke. Aus aller Welt. Ruhrepidemie in Vorpommern. L Ü b e ck, 8. 2lug. Sett einigen Tagen herrsch' in Vorpommern um> an der mecklenburgisch-pom- merschen Grenze eineRuhrepidemie. Brsl-er hat die Epidemie, von der hauptsächlich die Landbevölkerung betroffen wird, vier Todesopfer geforbert Sturmverwüstungen in Amerika. Reu York, 8. Aug. (Wolff.) Rach grober Hitze verwüstete ein Tornado den westlichen Teil van Wisconsin. Zahlreiche Personen wurden getötet und verletzt. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Gießen. Sonntag, 10. August. 8. Sonntag n. Trin. Sladtkirche. 8: Zugleich Christenl. f. d. Reukonstrm. a. der Matthäusgem. Pfr. Mahr. 97,: Pft. Becker. Deichte u. heil. Abendmahl f. d. Matthäus- und Markusgem. 11: Kinderkirche f. d. Markusgem. Pfr. Becker. — IvhcmneSkirche. 8: Zugleich Christenl. f. die Reukonf. a. d. Iohannesgem. Pft. Ausfeld. 9'/,: Pft. Bechtolsheimer. Beichte u. heil. Abendmahl für die Lukas- und Iohannesgem. 8: Bibelbesprechung im Iohannessaal, Pft. Ausfeld. — Kirchberg. 10; 11: Christenl. f. d. konf. weibliche Jugend. Mainzlar: I V,. — Wieseck. 91/,: Pft. Hartmann, Mten-Buseck. Katholische Gemeinden. Giehen. Samstag, 9. August. 47» u. 7 Beichte. Sonntag, d. 10. Aug. 9. Sonntag n. Pfingsten. 6V, Beichte, 7 Messe, Korn. d. Iüngl.. 8 Kom., 9 Hochamt m. Pr., 11 Messe m. Pr., 2V,: Anläßlich des Verfassungstages Dittandacht für den Frieden und das Wohlergehen unseres Volkes. - Grünberg, Sonntag 97, Messe m. Pred.____________________• Verantwortlich für Politik und Feuilleton: I. D.: Heinz Gvrrenz. Wascheinrichtungen Badeeinrichtungen jeder Art 6213a ------Großes------ Lager aller Wasch- und Toiletten - Gegenstände bei Rudolf Rödiger Walltorstraße 35 Beileidsbesuche dankend verbeten 6194V Blumenspenden dankend verbeten, gesucht. 6206V Löberstr. 12 gesucht. Haushalt 0X2«34 den Gießener Anzeiger erbeten, IIIIHimilllllUIWIIIHIIIIU I Umtausch ausgeschlossen. Verkauf nur gegen bar. Schr. An! an den < u. 6166V teß. An-. FrauOberstleutnant Großmann, Südanlage 16. Altes Blei (Blelrähren) kauft Brühlsche Druckerei 6117D Schulstr. 7/9. Neuheit! Schuhmacherwerkzeug D. N. G. M., zu verkaufen. Einfache Herstellung, leicht einzu- führen. Tausche auch gegen gebrauchtes Motorrad. Schrift!. Angebote unt. 022416 an den Gieß. Anz. 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Llmarbei« ten von Hüten u. Pelzen. 022 schneller, trenn nicht für einen trockenen Stall und reiche Bewegung des Pferdes gesorgt wird. Kranke Pferde soll man, um die Strahlfäule zu ter hüten, öfters bewegen Sind Risse im Strahlgrund, so sind diese sorgfältig zu reinigen und mit Eisig befeuchteter Wolle auszufüllen. Tritt die Sttahlfäule sehr stark auf, so ist ein Tierarzt notwendig. Vor allen Dingen muß der Strahlkrankheit entsprechend der Beschlag vorsichtig getätigt sein. H. Barfuß- Erfurih. Un&rautfrete Gartenwege. Eine wenig schöne Arbeit ist es, Gartenwege von dem lästigen Ankraut zu befreien. Kaum ist die Arbeit getan, da erfdjeint am Anfang des bearbeiteten Weges erneut das Ankraut. Am dieser Plage Herr zu werden, ist es ratsam, den Gartenweg neu herzurichten, und zwar so, daß das Wachsen des Ankrautes ein für allemal verhindert wird. Am einfachsten ist eis, den Weg mit alter Dachpappe zu belegen und darauf eine dicke Kiesschicht zu legen. Die Pappe tritt sich fest an ten unteren Weg an und das Durchdringen des Ankrautes hat ein Ende. Ratürlich kann dieses Verfahren nur angewandt werden, wenn man reichlich alte Dachpappe zur Hand hat. Eine Reuanschaffung würde reichlich teuer werden. Ein zweites Mittel wäre folgendes: Man begießt die Gartenwege, wenn sie recht trocken sind, mit starker Salzwasserlauge und wiederholt den Guß in Zwischenräumen. Ankraut kann Salz- wasser nicht vertragen unb geht zugrunde. Auch eine 3—5 Zentimeter dicke Schicht Gerberlohe unter der Kiesauflage verhindert das Wachsen des Ankrautes. Fragekasten. Frage 39: Mein 26 Jahre alter Kirschbaum leidet an Harzfluß. Alle bisher angewandten Mittel sind erfolglos geblieben. Einige Aeste sind bereits abgestorben. Der Baum steht in fettem CBoben. Was ist zu tun, um den Ausfluß zu stillen? Antwort: Gummifkuß, wie der technische Ausdruck heißt, denn Kirschbaumharz ist in Wasser löslich, ist eine häufige Erkrankung der Kirschbäume, an welcher besonders Süßkirschen leiden, bedingt durch eine chemische Amwandlung des Zellgewebes. Die Arsache dürfte in diesem Falle in zu feuchtem, nährstoffreichem Boden zu suchen fein. Süßkirschbäume lieben etwas sandigen Boden und freie Lage. ®nttixrfferung, Lockern des Bodens mit gleichzeitiger Kalkdüngung im Herbst, Wegschneiden der kranken Aeste und Ausschneiden der anderen erkrankten Stellen mit nach olgendem Verstreichen mit erwärm en -Seer führen meist, aber nicht immer, zur Gesundung eines vlchen Baumes. Frage 40: Meine Hühner sind mit einer merkwürdigen Krankheit behaftet. Die Zungenspitze hat den bei Hühnern häufig oortommeibca Belag. In Verbindung mit di.-sem Erschein -n zeigt die Kopfseite eine C^schwulst, die die Größe Jtelmer: SesaN! 21,25 67,93 18,91 23,64 162,74 18,90 68,35 5,93 1,91 111,62 79,65 56,26 12,36 5,14 18 1,4 13,9 16,75 15 7,40 15,1 15,30 9,50 14,5 9 37.25 43,25 1,80 3,25 2,75 13,75 0,775 1 13 1,6 3,35 6,10 10 4,13 3,80 Ai 3 1,125 1.1 4,2 83,1 12,9 30,50 6 6,4 10 11 60 2,10 0,750 0,4 48,25 11,30 13,3 51 52,50 61,50 10,60 15,50 7 11,40 30,13 27,9 39 1.6 3,28 6,25 11,50 3,25 * Konkurse in Hes sen. Das Konkursverfahren wurde eröffnet über die Firma Simon Schlewitzki, Konfektionsgeschäft in Offenbach, Forderungen sind bis zum 1. September beim Amtsgericht Offenbach anzumelden; über die Firma Predolwerke, Betriebs-Miiengesellschaft zu Offenbach, Forderungen sind bis zum 15. September beim Amtsgericht Offenbach anzumelden: über das Vermögen 1. der Firma Ihlefeld & Vlechner zu Offenbach, 2. über das Vermögen des Johann Wilhelm Ihlefeld in Offenbach, Forderungen sind bis zum 15. September beim Amtsgericht Offenbach anzumelden; über das Vermögen der Firma Glöckner & Munk, offene Handelsgesellschaft in Worms und deren Inhaber 1. Wilhelm Glöckner in Worms und 2. Wilhelm Munk in Wvrms-Pfiffligherm, Forderungen sind bis zum 15. September beim Amtsgericht Worms anzumelden: über das Vermögen der Fa. Wilhelm H a i n d l und deren Inhaber Ferdinand und Wilhelm Haindl in Offenbach, Forderungen sind bis zum 25. September beim Amtsgericht Offenbach anzumelden: über das Vermögen der Firma Schuhwarenhaus „Monopol" Inhaber Gebr. Reichenberger in Worms, Forderungen sind bis zum 15. September beim Amtsgericht Worms anzumelden: über das Vermögen der Firma Heinrich S ch a b in Biblis, Forderungen sind bis zum 9. September beim Amtsgericht in Gernsheim anzumelden. * Mindest grundkapital für Zu - lassung in Frankfurt a. M.. 2 0 0, 0 0 0 öz to. 500 000 Goldmark. Der Frankfurter Börsenvorstand und die Kommission für Zulassung von Wertpapieren haben in gemeinsamer Sitzung beschlossen, das Mindestgrundkapital bei bisher bereits notierten, auf Goldmart umge- stellten Aktiengesellschaften auf 200 000 Gm. und bei Aeuzulassungen auf 500 000 Gm. festzrsetzen. Langfristiger englischer Kredit für den Norddeutschen Lloyd. Von zuständiger Seite wird die Nachricht bestätigt, bah der Norddeutsche Lloyd in Bremen vor einiger Zeit von englischen Finanzkreisen eine 10jährige Anleihe von 1 Mill. Pfund Sterling erhalten hat. Sonntag, 10. August, vormittags lOAhi», Treffpunkt der aktiven Mitglieder am Stadttheater. Gemeinnützige Möbelversorgung für das Rhein-, Main- und Lahngebtet G. m. d. H. Metzen (Lahn), Lindenplatz 1 Ihre Nachbarin ist immer so elegant gekleidet, weil sie ihre Kleider, Blusen usw. nur mit den weltberühmten echten Heitmann's Farben, Marke FuchSkvpf im Stern, selbst färbt. Tun Sie es auch und Sie sind eben so elegant gekleidet. Heitmann's Farbe spart den Färber. Bekanntmachung. In Ergänzung unsererBekanntmachung dom 28. V. 24 teilen wir mit, daß in unserer Liste für zugelassene Installateure der Installateur Dipl.-Ing. Schwab Geih-Nidda zu streichen ist. Glektrizitä tswerk. 6195c 4,21 21,35 68,32 19.01 23.76 163,56 19,00 58,65 5,97 1,93 112,19 80,ÜB 56,54 12,42 5,46 Nutzholzversteigermg Nächsten Dienstag, den 12. lfd. Mts., mittags 2 Ahr, soll im hiesigen Ge^ meindewald nachstehendes Nutzholz versteigert werden: der Preussischen—Preussisch Süddeutschen— Klafienlotterie werden von der 24./250. Lotterie ab, deren Lose 1. Klasse jetzt verkauft werden, wieder alle Gewinne etnzeln gezogen wie früher. [6055id 0,750 1,4 1,3 1.75 0,5 1,45 1,3 1,3 1,3 4,2 83 18,90 | 30 6 9 10,30 0,410 12,50 14,9 2,25 0,446 0,325 12.6 14,25 53,75 54,75 61,5 11,75 17,62 7,6 1? 30 26 42 2,2 30,26 8,35 2,4 11,90 4,05 12 18,75 1,5 14,75 17 15,65 8 16,75 16,76 9,90 16,25 9,45 37,5 45 2,18 3,40 2.9 13,9 0,7 1 13,75 1,7 3,2 5,3 13,75 4,4 3,95 i. - Frankfurt a. M, 8. Aug. (Drahtbericht ^-8 „Gieh. Anz.") Tendenz: €tiyr fest. - -öorfe, die seit Beginn der Londoner Konferenz ^bauernd sehr hoffnungsvoll gestimmt ist, eröffnete am Wochenende mit einer hausseartiaen Bewegung, die sich auf alle Märkte erstreckte. Die günstige Beurteilung der außenpolitischen Lage, die stark auftretenden Auslandkäufe und 4,2 82,1 13,12 29 5,90 8,30 9,65 0,4 11,75 14,75 2,20 0,440 0,330 48 10,90 13 61 53,75 64 11,2 16 7,2 11,4 30,25 24 89,5 2,2 29,60 8,15 2,1 11,40 3,75 „Sierra"-Klasse „Sierra Dentana" „Sierra Cordoba" „Sierra Morena" „Sierra Neva-a" Beste Reisegelegenheiten in allen Älaffen Auskünfte durch Vertretung - NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN Schlafzimmer von Mark 230.— an bis Mark 1200.- in schöner Auswahl Lange Iahlungsziele Halte ab Montag den 11. August wieder Sprechstunde Zahnarzt Dr. Gonter ___ 022414 Ml kennendem 16. August 5W 5W als ‘Proben haben: ver Lackpulvk ) Dom Rückzahlungswert. Frankfurter Dorfe. Nach Südamerika GoethestraßelOp. täglich 2—4 Uhr außer Samstag Dr. Szubinski. Märkte. Berliner Börse. Berlin, 8. Aug. (Drahtbericht des „Giess. Anz.") Die Hausse am Anleihemarkt trug heute wieder stürmischen Charakter. Die Spekulation lässt sich in ihrer Tendenz durch nichts beirren. Eie interpretiert sogar die amtlichen Dementis, so dass sich hieraus sogar noch Haussemomente ergeben. Besonders nachdrücklich weist man darauf hin, dass bestimmte grobe Dankfirmen schon seit Monaten täglich große Käufe vornehmen. Es handelt sich dabSi für einzelne Papiere um Beträge von zwanzig Millionen Goldmart für jede einzelne Firma. Besonders großen Umfang nahm ^eute das Geschäft in Kriegsanleihen an. Am Aktienmarkt ist die Tendenz fest. Die neueren Nachrichten, die von Schwierigkeiten aus der Londoner Konferenz wissen wollen, finden keine Beachtung. Die Börse hat sich mit dem Gedanken abgefunden, dass im Laufe der kommenden Woche bestimmt eine Einigung in London erzielt wird. Die einzige Sorge, die hier besteht, ist die reser- vierte Haltung der amerikanischen Bankiers. Man vermutet, dass sie noch recht beträchtliche Forderungen gegen Schluss der Konferenz stellen werden. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M, 8. Aug.^Drahtbericht des „Giess. Anz.") Es wurden notiert: Westerauer Weizen 20,50 bis 21, Roggen, inländ. 17,50 bis 18, Braugerste 18,50 bis 19,25, Hafer, inländ. 18 bis 18,50, Mais, gelb 17,40 bis 17,60, Weizenmehl, inländ., Spezial 0, 31,75 bis 32,75, Roggenmehl 26 bis 26,50, Weizen- und Roggenkleie 10,50 bis 11. Tendenz: Fest. Berliner Produktenbörse. Berlin, 8. Aug. Am Getreidemarkt waren die Preise etwas höher. Das Angebot war mcht gross, die Exportnachfrage stützte die Preise, dabet ist rechtzeitiger Ersatz deutscher Ware durch deutsches Gewächs höchst unsicher, so dass die Regierungspolitik schwer verständlich erscheint. Es notierten für 1000 Kilo: Weizen, mark. 187 bis 192, Roggen, mark. 139 bis 145, Gerste, märt. 172 bis 175, neue 169 bis 176, Hafer, märt. 154 bis 163, Raps 280 bis 285, Leinsaat 400 bis 410, für 100 Kilo: Weizenmehl 25,25 bis 28,25, Roggenmehl 21 bis 23,25, Weizenkleie 10,70 bis 10,80, Roggenkleie 10,20 bis 10 30, Dlktoria- erbsen 22 bis 24, kleine' Erbsen 15,50 bis 17, Fustercrbsen 14 bis 15, Peluschken 13 bis 14, Ackerbohnen 13,50 bis 15,50, Wicken 14 bis 16 Lupinen, blau 8 bis 9, gelb 17 bis 18, Seradella' neu 8 bis 10, Rapskuchen 11,80 bis 12, Leinkuchen 20 bis 21, Trockenschnitzel 9, Torfmelasse 6,70 bis 6,80, Kartoffelflocken 23 bis 23 50 Mr ausschieben möchte, denn sie verfügt selbst nur über verhältnismässig geringe Kapitalien und kann sich bei den heutigen Zinssätzen nicht auf lange Frist festlegen. Sie ist ferner nicht mehr wie früher in der Lage, ohne weiteres Rückschläge aus- zuhalten. Deshalb sucht sie begreiflicherweise nur diejenigen Chancen auszunutzen, bei denen der Erfolg sozusagen mit 51 Proz. Sicherheit verbürgt ist. Eine Spekulation im alten Stile kann sich nur dort entwickeln, wo es sich um Anlage verhältnismässig geringer Kapitalien handelt, wie z. B. am inländischen Anleihemarkt. Dieser ist augenblicklich der Tummelplatz der kleineren Spekulanten, inner-und ausserhalb der Börse. Alle Dementis amtlicher Stellen vermögen der seit einiger Zeit im Gange befindlichen Aufwertungshausfe keinen Abbruch zu tun. Bei der ganzen Struktur des Anleihemarktes sind scharfe Rückschläge auf diesem Gebiet durchaus nicht ausgeschlossen. Die berufsmässige Spekulation, die an der Quelle sitzt, vermag sich in solchen Fällen gewöhnlich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Die Zeche dürften dann wohl diejenigen Kreise bezahlen, die der Börse ferner stehen und nur als Mitläufer in Frage kommen. Den letzten beißen die Hunde. Vie grössere Flüssigkeit des DörsengeldmarkteS haben auf weite Kreise anregend gewirkt. Dazu kam heute eine stark ausgeprägte ilntemefymungg- lust der Spekulation, die zu grossen Deckungskäufen schritt, wodurch eine Höherbewegung veranlasst wurde, die einer Hausse glich. Der Geldmarkt hat anhaltend stärkeres Angebot, Tages- geld 1/4 pro Mille, Monatsgeld stellt sich auf IV4 Proz. Auf dem Devisenmarkt macht die Befestigung der europäischen Devisen weitere Fortschritte. Besvnders das englische Pfund seht seine Aufwärtsbewegung fort. Die Dollarparität ging heute früh bei Eröffnung des Asancenhandels sofort auf 40,5 Dollar. Auch der Pariser Frank ist sehr fest. Die Pfundparität ging auf 80,90, die Dollarparität auf 17,96 bis 17,99 zurück. Die Mark behauptet ihren Stand. Die Bewegung am Devisenmarkt lässt darauf schliessen, dass man auch in London stark auf ein positives Ergebnis der Konferenz glaubt rechnen zu können. Heute tritt mieber das Rentengeschäft lebhaft in den Vordergrund. Ausländische Renten konnten r>>n der Aufwärtsbewegung erheblich profitieren. Der Kassaindustriemarkt lag fest. Der Freiverkehr, der anfangs lebhafte Amsätze aufzuweisen hatte, verlor später an Interesse durch die starke Beachtung, die die heimischen Renten fanden. Api 41/2. Becker- Stahl 2,13, Decker-Kohle 5,75, Benz 4, Petroleum 16,40, Drown Boveri 1,25. Im weiteren Verlauf wurde das Geschäft ruhiger, die feste Stimmung blieb bestehen. Devisenmarkt DerNn—Frankfurt a. M. fIn Simonen Matt auSgedrstckt. vvenoS-Slires, London, Neu» hott, Japan, Mode Junetrv für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alleü übttge für 10Ö Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. JMlM und Ampeln zum edÄ2ycctt,ocn allen Normen und Grössen sowie in jeder Menge vorrätig bei 6214a Rudolf Rödiger, Walltorstr. 35 Tür Wied. ^Verkäufer Fabrikpreise. ' Belgische Noten ...... Dänische Noten . Englische Noten ...... Französische Noten .... 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Der Antrieb zum Rindviehmarkt beginnt am Markttag um 7 Ahr vormittags: vor diesem Zeitpunkt darf das in den Einstell-Stallungen untergebrachte, noch nicht untersuchte Vieh nicht auf die Strasse gebracht werden. Der Antrieb für den Schweine- und Schlachtviehmarkt findet um 8 Ahr vormittags statt. Giessen, den 7. August 1924. Der Oberbürgermeister. 3. V.: Klingspor. 61838 gebaut B 8-j „ „ 5b Kiefern-Nuhscheit 5,5 Am. Fichten-Nutzknüppel 9 „ Zusammenkunft im See an derKreuzuna der Tal- und Hangschneise. Grossen-Linden, den 8. August 1924. Hessische Bürgermeisterei. Lang. 6197D 0,7625 1,275 1,225 1,775 1,550 1,6 1.575 1,2 4,2 83 12,75 31,375 6,125 9.1 10.375 12,2 2,40 0,475 0,4 51,50 12,9 13,40 63,5 12,13 17,5 7,60 12,65 31,13 26,75 41 5% Deutsche Reichsanlethe . <% Deutsche RcichSanleiye . Deutsche Michsanlethe 3% Deutsche Reichen leibe . Deutsche Sparvrämienanlethe 4% Preußische KonsolS . . . 4% tzesskn........... W:::::::::: Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto. 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August 1924 Sonntag, den 10. August, vormittags 10,30 Uhr im Stadttheater: Akademische Feier mit Bannerweihe Schwarz-Rot-Gold Redner: Polizeioberst Dr. Schützinger-Dresden und Reichstagsabg. Pfarrer Äorell Gesangliche Mitwirkung: Bauerscher Gesangverein, Vereinigte Arbeiter-Gesangvereine Nachmittags Festzug 1,30 Uhr: Sammeln auf dem Brandplatz - Ansprachen - Abmarsch 2,15 Uhr Aus der Liebigshöhe: Volksfest Turnerische und sportliche Veranstaltungen aller Art - Konzert - Tanz Die Bereinigten Republikanischen Verbände Achtung! Große Sendung Einmachgurken unc Salatgurken eingetroffen. Derkau' Montag früh von 8 Uhr an am ÜNF „Felsenkeller". 022428 Frau Frosch Telephon 1051. yt in allererster Linie MaschrnitteK Seine außerordentlich fchmuhlüfenden Eigenschaften bewirken die Säuberung der Wäsche selbsttätig durch einmaliges kurzes Rochen. 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Fuhr, Gießen, Sonnenstr. 25, die Handelskammer In Gießen, Fernsprecher Nr. 247 und die Vertretung des Norddeutschen Lloyd, Gießen, Am Kirchenplatz. Meßabzeichen zu Vorzugspreisen durch den ehrenamtlichen Vertreter, den Norddeutschen Uoyd und das MESSAMT FÜR DIE MUSTERMESSEN IN LEIPZIG 1 Polstermobel Matratzen sowie Ausarbeiten und Umarbeiten . bei bester Verarbeitung, niedrigste Preise 5984D Möbelhaus C. Leisler, Neuenweg 23. Saison-Ausverkauf Versäumen Sie nicht die selten günstige Einkaufsgelegenheit Strumpfwaren, Weißwaren Trikotagen, Herren-Artikel Röcke :: Kleider :: Blusen VE* Schluß 14. August Kaufhaus Katz 14 Bahnhofstraße 14 6181a Die Schaufenster sind abends bis 10V4 Uhr beleuchtet. Kot- 3n. KfätwÜÄ*. anffäl., mild.aniohld- lieh Jaokea u.sastalle Hanlleid. Drog. Karn, Schulstr. AuchVersd. 0 an Preinier JIÄ«.2 ^Leinen91 ^"‘„höhere1 xO IjtS §tti 2or mit l Wjahs. J9!0, Dhit bestv' W" firnfl an den IriiWn Pa' 1909). 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