•ei boll »dd«WZ menaufnoj, o hnb eine ft 3m w Avvelle 'Wen. ^völkischen uerung" «azelheft erschienen, Ädmet isl ‘ selbst das «Holem«, n Ziele and $ Hch auch Ti^eleitet Armin t»n blkische De- ■ die tiefste '«ginn einer t, dic toieber Gleichzeitig ibare MM erbindet. - Gilbert Otto ili Finder tzn", tooijr yrma,Ae ‘ bchandcll it ö. Züsch. xLvgu7£i|2r unter dem n Schranken Weiter nascht in dem hlands De- )m höchsten ! sagen lässt. ‘«tlert, !N. $t hechelt der *n9 eintritt. 3 ein 2laf. hStacuj, Uber seine man viel 'chenkraft- derholt.) I M .a^rtet le erfahren r den 3u* i Kvnse- ald habe ZuficherM ung des , N7.MN die seien unb lineare für int rechnen h Pvmcarö boten habe, L, im Falle irafmahnah' er Premier > gestern im 3i Aachen Fest stel' lsteruud unmög' en. ter Pnvinz ,olera in Wesfälle che 1000. m ersten M' mmtnoch Saar tinheitu"4 win*}**2 durch litHnfaeb A m. M Erscheint täglich, anher Sonn» und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: ®ie(-cncr5amilienblälter Monatr-bezuxrpreir: 2 Goldmark u. 20 Go!d- pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Lchristleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AineigerSiehe». Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11688. Stettag, oe nrat <92| Vrvck vnd Verla-: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch. und Steindruckerei R. Lanqe in Stehen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze Z. Annahme von Anzeigen für die Tageenummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichKeit, Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re» Klame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, kplatzoorfchrift 20°/„ Auf. schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen 2eil: Ernst Blumschein; für de« Anzeigenteil: Hans BeL, sämtlich in Gießen. Erstes Blatt 174. Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Recklinghausen, 9. Mar. (WTD.) Wie wir hören, werden heute um 8 Ahr vormittag in der DergwerkSdirektion Recklinghausen, unter deren Verwaltung die staatlichen Zechen im nördlichen Gebiet des DuhrkohleubergbauS strhen, die Verhandlungen zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern ausgenommen, um die Möglichkeit einer Lösung des Konflikts zu erörtern. — Die (syndikalistfsHr) Hand-und Kopfarbei- ter-LInion hat für den 11. Mai nach Dochum eine Deichskonferenz seiner Organisationen eiuberufen, um die Lage im Ruhrgebiet zu erörtern. Auch Vertreter deS Auslandes werden daran teilnehmen. Die Vergarbeiterverbande sind bei den S t ä d t e n und Gemeindeverwaltungen vorstellig geworden, um eine Anterstützungfürdie ar- öeitSlosenDergarbeiter zu erreichen. Die Städte werden gebeten, der allgemeinen Rot durch Ausgabe von Lebensmitteln zu steuern. Wie wir Horen, soll heute eine Zusammenkunft der Oberbürgermeister des Industriegebietes stattfinden, um dis Wege hierfür zu erörtern. Die mecklenburgische Regierungskrise. ^Schwerin, 8. Oltoi. (Wolff.) In der Dach. Mittagssitzung des Landtages gab Freiherr von Brandenstein die Erklärung ab, daß er ge- willt sei, das Amt des Ministerpräsiden- 1 e n erneut zu Übernehmen. Deinem Beispiel folgten die beiden anderen wiedergswählten Minister Stammer und von Oerhen. Unmittelbar darauf brachte der K 0 m m u n i st Wen- zel ein neues Mißtrauensvotum gegen die Regierung ein. Die Deutschvölkischen erklärten, sie würden dieses Mißtrauensvotum Unterstützen, während die Rechtsparteien von Drcmdenstein unbedingte Unterstützung zusagten. Auf Antrag der Deutschvölkischen trat eine Unter- boechung der Verhandlungen ein. Der Kampf um die Arbeitszeit. Die Aussperrung im Ruhrrevier. - Dölliger Stillstand der Kohlenzechen. - Beginn von Verhandlungen. Der deutsch-russische Konflikt. Die Befreiung des gefangenen Kommunisten Dvhenhard durch politische „Genossen" im Gebäude der russischen Handelsvertretung zu Berlin und das Eingreifen der preußischen Po-- lizei hat zu einem heftigen diplomatischen Konflikt geführt, der aber vielleicht schon in den nächsten Tagen allseitig als ein reinigendes Gewitter begrüßt werden wird. Zunächst sieht ja die Lage reckst trüb, fast drohend aus. Rußland hat seine Beteiligung an der Kölner Messe abgesagt. Alle für Deutschland bestimmten rassischen Warentransporte werden an der Grenze, d. b noch in Rußland angehalten und nach England geleitet. Die russischen Regierungsver- treler verlassen buchstäblich „im Fluge" Berlin und der Volkskommissar Litwinow in Mos- ist zu berücksichtigen, daß Hausstands - und Kindergeld zu diesen Löhnen noch hinzu- tveten, während sie in den Friedenssätzen schon enthalten waren. Die Vertreter des ZecheuverbandeS erklärten sich mit der durch den Reichsarbeitsmtnister in Hamm getroffenen Regelung einverstanden, wiesen aber darauf hm, daß die Betriebe durch ihre wirtschaftliche Notlage genötigt seien, die Arbeiter zu entlassen, die sich nach der Der- bindlrchkeitserklärung des Schiedsspruchs etwa weigern würden, eine Arbeitszeit von 8 bzw. 10 Stunden zu leisten. Die Vertreter der Gewerkschaften erklärten daß sie die in Hamm getrof e.ie Regelung, ebenso wie es bisher mit den Sch:e>sfprüchen geschehen sei, der Aevierkonferenz ihrer Vertrauensleute unterbreiten müßten, vor deren Entschließung sie keine Stellung nehmen könnten. Der Rerchsarbeits- Minister hat daraufhin beide Tetle telegraphrich dringend gebeten, alles zu tun, um die Durchführung der in Hamm vorgesehenen Regelung ohne Reibungen zu ermöglichen. Er wies die Gewerkschaften auf die Notwendigkeit hin, ihre Mitglieder über die durch die Verbrndlrchkeits- ei-llärung geschaffene Rechtslage schleunigst zu unterrichten, und bat den Zechenverband, die Bemühungen der Gewerkschaften nicht durch vorzeitige Kampfmaßnah.nen zu e schweren. Daß die Revierkonferenzen die in Hamm getroffene Regelung ab gelehnt haben, und daß die Bergarbeiter sich weigerten, die in dem Schiedsspruch festgesetzte Arbeitszeit zu leisten, und daß die B.triebe zu Entlassungen geschritten sind, wurde der Oefsentlichkeit bereits bekannt. Diese Darstellung stellt lediglich die Tatsachen nebeneinander und enthält sich jeder Begründung dec einzelnen Maßnahmen. Es darf erwartet werden, daß die beiden streitenden Teile rn ihrem eigenen wie im Interesse des Gesamtwohls bald einen Weg zum Frieden finden werden, den zu »bnen die berufenen amtlichen Stellen nach wi> vor bereit sind. > Die Lage im Nuhrrevier. Essen, 8. Mat. (WTD.) Von der Gesamtbelegschaft der Morcenschicht deS Ruhr» bezirks find heute 92,35 Prozent von der Arbeit ferngeblieben, abgefahren sind 7,65 Prozent. Von den Angrfahrenen sind 31,71 Prozent vorzeitig ausgefahren. Auf verschiedenen Zechen erklärten sich zahlreiche Belegschaftsmitglieder bereit, die Arbeit w i e- der aufzunehmen, auf den Thyssrnschsn Zechen allein über 1000 Mann. Auf der bestreikten Zechs Radbod bei Hamm, von der die § e r n g a S v e r s 0 r g ung der Städte Hamm und Münster abhängt, wurde auf Verlangen der Stadtverwaltung dieser beiden Orte gestern abend mit Genehmigung des Regierungspräsidenten die Tech- n i s ch e N 0 t h i l f e zur Gasabgabe an Hamm und Münster in der Kokerei der Zeche Radbod eingesetzt. Dos Bild zeigt heute keine wesentliche Der- änberung gegen gestern. Don den Ruhrzechen liegen auch heute etwa 90 Prozent still. Der Reichsarbeitsminister hat auf Ersuchen des Deutschen Gewerkschastsbundes die Gewerkschaftsführer zu heute nachmittag zu einer informativen Aussprache ins Reichs- arbLitsministerium geladen. Der Einladung sind die Christlichen und Hirfch-Duncker- schen Gewerkschaften gefolgt. Ob die Vorbesprechung den Anfang zur Aufnahme von Der- h^ndlungen bildet, steht zur Stunde noch nicht fest. Mit den Arbeitgebern wurde noch nicht Fühlung genommen. Lieber die Kosten deS Kampfes teilt die „Voffifche Zeitung" mit, daß von industrieller Seite der Verlust für den Bergbau auf täglich 8 bis 9 Millionen Goldmark geschaht wird. Dazu komme die außerordentliche K a p i t a l n 01, die den Bergwerken die Durchhaltung des Kampfes erschwere. Andererseits seien obst auch die Der gar bei ter lassen recht spärlich gefüllt. Die großen Gewerkschaften seien nicht in der Lage, einen langen Arbeitskampf zu finanzieren. Es liege also im Interesse beider Parteien, möglichst schnell zu einem Ausgleich zu gelangen. Verhandlungen im sächsischen Revier. Dresden, 9. Mai. (Pr.°Tel) Heute nachmittag sollen in Zwickau Verhandlungen zur Beilegung des Konfliktes im sächsischem Steinkohlenbergbau beginnen. Man rechnet mit einer baldigen Beendigung deZ Kampfes. Auf einer von allen am Bergbau beteiligten gewerkschaftlichen Organisationen beschickten Funktionär Versammlung, die sich mit der Frage dec Mehrarbeitszcit im Braunkohlen-, Erz- und Kalibergbau beschäftigte, wurde einstimmig beschlossen, die Entscheidung über den Schiedsspruch zur M.hrarbeitszeit der demnächst cinzuberufenden Konferenz der Vertrauensleute dec gewerkschaftlichen Organisationen zu unterbreiten. Zu dem Streit Im Ruhrbergbau wird ans von unterrichteter Seite mi g teilt: Die AcbeitSverhältnisie im Ruhrbergbau waren bis zum 1. Mai 1924 wie folgt geregelt: Auf Grund von Vereinbarungen und Schiedssprüchen leisteten die Bergarbeiter seit dem 1. Januar 1924 im Anschluß an ihre regelmäßigen Schichten eine Mehrarbeit derart, Laß die Gefamtschcht- dauer unter Lage 8 Stunden and über Tage in der Regel 10 Stunden betrug. In Betrieben, mit durchgehender Arbeit wurde mit zwei Schichten gearbeitet. In Betrieben über Tage, in welchen vor dem Kriege weniger als 10 Standen gearbeitet wurde, verblieb es bei dieser kürzeren Arbeitszeit. All das galt bis zum 30. April 1924. Die tariflichen Durchschnittslöhne waren bis zu Beginn des Jahres 1924 einschließlich der für die Mehrarbeit zu leistenden Zuschläge auf 5,40 Mk. für die Dauer and für die obersten Schichtlöhe, wie z. B. für die Handwerker auf 4,70 Mk. festgesetzt.. Diese Cctn? bli b n unter dem Druck der dem Ruh.bergbaa auferlegten Lasten und der dadurch bedingten außer- ordentlichen Steigerung der Selbstkosten allerdings hinter den Friedenslöhnen der Ruhrbergarbeiterzurück. Mit der Fortdauer dieses Zustandes wurde die Lage im Ruhrgebiet für die Bergarbeiter von Tag zu Tag schwieriger. In der ersten Hälfte des April letzte deshalb ein unter dem Vorsitz des Schlichters Mehl ich gefällter Schiedsspraich eine löproz. Lohnerhöhung mit Wirkung vorn 15. Apr l ab fest. Der Zechenverband l:h ite die en Schiedsspruch ab, weil er die Datierung der Lvhicrhö- huug schon ab 15. April für unerfüllbar Helt: die Gewerkschaften nahmen dagegen den Schiedsspruch an und beantragten seine Verbind- lichkeitserllärung. Nach ergebnislosen Einigvngsversnchrn sah sich der Schlichter ebenfalls genötigt, einen Schiedsspruch über die Arbeitszeit zu fallen. Darnach sollte die Arbeitszeit unter Tage bis zum 1. November wie bisher 8 Stunden betragen und auch über Torge sollte bis zu diesem Tage die Mehrarbeit fortgesetzt werden, lediglich für besonders schwierige Arbeitsverhält- nissr sollten schon nach dem 1. Juli an Stelle der 12stündigen nur 8stündige Schichten treten. Diesen Schiedsspruch lehnten die Zechen ab, weil sie die Wiedereinführung der Achtstunden- schicht nach dem 1. Juli für undurchführbar hielten, and die Gewerkschaften in erster Linie deswegen, weil der Schiedsspruch die Fortdauer des Manteltarifvertrages für die Zeit der Mehrarbeit nicht sichere, weil er für die Mehrarbeit keine besondere Bezahlung vorsehe und weil sie über eine illoyale Anwendung der bestehenden Arb.iisverträge (Llr- laub, Deputatkohle u. a.) durch die Arbeitgeber klagten. Somit beftanD am 1. Mai Streit über die L-chie und die Arbeitszeit im Ruhrbergbau. * ^Reichsarbeitsminrsterium vers ic t : Die Parteien im Derhand-lungswegr zu einigen. Da aber ein Ergeb iis nicht zu erreichen war, griff der Reichsarbeitsminister persönlich in die Verhandlungen in Hamm am 3. Mai ein. Mit Den Vertretern des Zechen Verbandes und der Gewerkschaften war über die vielen und weit- gehenden Streitpunkte keine sofortige Verständigung zu erzielen. Der Reichsarbeitsminister sprach darauf die Derbindlichkeitserklä- y.d n S ^.S11-5er Lohns rage gefällten Schiedsspruches mit Wirkung ab 1. Mai und des Sch eds- lp-uches über die Arbeitszeit mit Wirkung bis Mai aus. Auf Grund dieser Verbind llchreitSerklarung ist der Dau-r-Ducchchnicksl'h i nS“ QUJ Wart und der Handwerk- schtch.lohn auf 5,40 Mark erhöht worden. Diese Beträge bleiben hinter denen der Friedenszeit um etwa 8 Prozent, also um etwa f d viel toic die gegenwärtige Arbeitsleistung hinter der Friedensleistung zurück. Dabei Sine Iusammenkunst der Premiers. Paris, 9. Mai. (WTD.) Der „QHattn* glaubt mitteilen zu können, daß Macdonald den Wunsch geäußert habe, mit Pi» ncartz bald persönlich zu verhandeln. Die Zusammenkunft werde wahrscheinlich im Lause des Mai stattftnden. Am 16. Juni empfange man in Paris den Ras T h a f f a r i, den Regenten von Aethiopien und am 25. Mai den König von Serbien. Zwischen diesen beiden Besuchen werde wahrscheinlich die Zusammenkunft stattfinden. Der „Matin" fügt dem hinzu, sie sei wünschenswert, denn man habe keine Zeit zu verlieren, um der deutschen Reaktion zu beweisen, daß keine Macht sie in ihrer Politik des Widerstandes gegen den Friedensvertrag ermutigen werde. Der „Matin" geht sogar so weit, hinzuzusehen, daß nur Deutschland Reserven gemacht habe, gerade als ob nicht die öffentlichen Reden Poincarös über das Sachverständigenprogramm und die amllichen Mitteilungen bekannt wären. Der „Qllatin" treibt seine Verdächtigungen sogar soweit, daß er das neue Sinken des sentlicher Faktor die Lage In Deutschlands rationsfrage. Er schreibt, bei dem Herannahen der franzoffchen Wahlen sei eine neue Offensive gegen den Franken unternommen worden. Die Haltung der Alliierten und Amerikas werde gewäh geeignet fein, diese Versuche zu entmutigen. Die offiziösen Blätter der fraw zösischen Regierung sind jedoch offenbar nicht einig. Der .Petit Parisi en" hält es für wenig wahrscheinlich, daß die Zusammenkunft zwischen Pcincare und Macdonald vor Mitte Juni stattfinden werde, denn anscheinend würden die belgischen Minister nach ihrer Zusammenkunft mit Mussolini wiederum eine Unterredung mit Poincare haben. Es sei übrigens auch gar keine Veranlassung vorhanden, die Sache zu überstürzen. Das britische Schatzamt beschäftige sich im Augenblick damit, für die franzö- ftfchr Regierung ein Memorandum auszuarbeiten und den Standpunkt des englischen Kabinetts zum Sachverständigenbericht klarzulegen. Es wäre also von Interesse, dieses Dokument abzuwarten und es in Paris im einzelnen zu studieren, bevor die beiden Staatsmänner ihr» Meinungen austauschten. Außerdem sei ein we- rungspräsidenten von Oberbayern Dr. von Die neue Regierung trete erst am 22. Mai zusammen. Bevor man nicht die Tendenz der neuen Regierung und des neuen Reichstages kenne, könne man nur akademische Diskussionen ohne praktische Bedeutung unternehmen. Ein Brief Macdonalds. London, 8. Mai. (WTD.) Sin Schreibe«, das Macdonald durch Vermüllung der englischen Botschaft in Paris an Poincars gesandt hat, unterrichtet den französischen Ministerpräsidenten über die Vorgänge in Chcquers am Ende der vergangenen Woche, als der britische Premierminister Besprechungen mit Theunis und Hymans hatte. Das nur kurze Schreiben, das sehr freundlich gehalten sein soll, gibt der Ansicht Ausdruck, daß die Besprechungen von Chequers dazu beitragen werden, die Lust zu Hären dadurch, daß sie zu einem genauen Verständnis der gegenseitigen Standpunkte beitragen. Macdonald hat seine Genugtuung darüber ausgesprochen, auf diese Weise so eingchenb über die Interessen der beteiligten Parteien unterrichtet worden zu sein. Man glaubt hier allgemein, daß der Besuch der belgischen Staatsmänner in Paris und London und die außerordentlich freundschaftliche und zwanglose Art und Weise, in welcher der Meinungsaustausch unter den Alliierten geführt wurde, die Reparationsfrage, soweit die Alliierten in Betracht kommen, auf eine außergewöhnlich günstige und Erfolg versprechende Grundlage gebracht hätten. Die Erwägungen bezüglich Der Zukunft richten sich jetzt hauptsächlich auf Deutschland In London gibt man sich weiter der Hoffnung hin, daß die deutschen Parteien die Verantwortlichkeit voll schätzen werden, die daraus auf sie fallen würde, wenn sie die günstige Gelegenheit nicht benützten, die der Sachverständigenbericht ihnen und Europa biete, sich aus dem wirtschaftlichen und politischen Chaos der vergangenen Jahre zu retten. Das Sicherheitsproblem unb die rheinischen Bahnen. London, 8. Mai. (Wolff.) Der gut unterrichtete Berichterstatter der „Times" meldet, gestern nachmittag habe in der belgischen Hauptstadt ein Meinungsaustausch im Hinblick auf die Möglichkeit der Räumung des Ruhrgebiets ftattgefu.rben. Wie verlaute, habe General Deg ou t te die Gefahr betont, die in der völligen Aufgabe der Leitung der Ruhreisenbahnen läce. solange Truppen im Ruh-gebiet verblieben " Sci.:er Ansicht nach teilte eine Anzahl französischer Eiscn- bahaangestellter zurückbehalten werden, um den Dienst der notwendigen Linien sucherzustellen, solange an gewisen Punkten 2; r u e n, wenn auch nur in der Form einer unsichtbaren Besetzung zurucktzelassen wurden. Degoutte sei der Ansicht, daß die fran- zosüchen Truppen nicht eine n eventuel.en Handstreich von den Eisenbah.rarbeitern auf Gnade ober Angnade überlassen werden könnten Er. habe einen Plan unterbreitet, der den Zweck verfolge. Die Rückerstattung der Eise - - kau erklärt abwechselnd der Rosta und dem Reuterbureau, daß die deutsche Regierung sich ganz unglaublich benommen habe. Was hat die deutsche Regierung getan? Sie bat das Vorgehen d.r Polizei gebllligt. Ein entsprungener Häftling wird verfolgt. 3n dem Riesengebäude der russischen Handelsvertretung in der Lindenstrahe, wohin er seine Wärter auf Der Durchreise durch Berlin gelockt hatte, wußte er -u entschlüpfen. Die Russen ,waren ja „feine Leute". Sie halfen ihm. Die Polizei beseht die Bureaus und durchsucht die verdächtigen Räume. Dabei fällt ihr — ein glücklicher Zufall, nicht vorherige Absicht — ein erhebliches belastendes Material in die Hände, aus Dem die politische Betätigung di'ser russischen Behörde xur Hnterftütjang des deutschen Kommunismus klar hervorgeht. Unter anderem fand man gewaltige Mengen von Flugblättern, in Denen die deutsche Schutzpolizei aufgeterDe11 wird, sich Der kommunistischen Bewegung anzu chließenl Man fand noch manches andere mehr, und darob natürlich größte Entrüstung im sowjet- russischen Lager. Was denn die deutsche Polizei in einem exterritorialen Gebäude, also sozusagen auf russ.schein Boden zu suchen hätte? Das sei Verletzung des Abkommens vom 6. Mai 1921 und des Rapallovertrages. Das Berliner Auswärtige Amt hätte unbedingt den polizeilichen ileberfall verhindern müssen. So die Russen. Von deutschamtlicher Seite ist Dagegen bereits folgendes festgestellt: Die russische Handelsvertretung, die in der Lindenstrahe ihren Sitz hat und nicht zu verwechseln ist mit der russischen Botschaft Unter Den Linden, war früher, als nach Dem Kriege Die Anbahnung begann, allerdings mit diplomatischen Funktionen ausgestattet. Aber gerade seit Dem Vertrag von Rapallo und seit der Ernennung von Botschaftern ist die russische Handelsvertretung zwar noch ein Regierungsamt, aber keine diplomatische Behörde mehr. Exterritorialer Charakter ist ihr niemals zugebilligt worden. Vor ungefähr IV, Jahren sanden darüber eingehende Verhandlungen zwischen der deutschen und der russischen Regierung statt. Berlin lehnte die Forderungen Moskaus ausdrücklich ab. Das Berliner Auswärtige Amt erklärte sich lediglich bereit, bei etwaigen Maßnahmen gegen die Handelsvertretungen Die russische Botschaft sofort in Kenntnis au setzen. Das „sofort" war bei der jetzigen Gelegenheit nicht möglich, weil die Polizei einen entwischten F üchtling verfolgte. Hätte sie vorher noch lange ungefragt, bitte sie sich lächerlich gemacht. Sie muhte handeln und sie ist durchaus korrekt verfahren. Dies Die Rechtslage. .Herr Litwinow hat Die Rechtsfrage mit polillschen Verdächtigung:n vermengt. Er hat behauptet, Die deutsche Regierung habe durch ab- sichlliche Störung des deutsch-russckchen Verhält- msses Herrn Poincarä eine Kuhhand zuwerfen wollen. Welcher Unfinnl Ferner habe sie Die bcrje.tigen englisch-rusft chen Verhandlungen flöten und Ramsay Macdonald kopfscheu machen wollen. Run, die deutsche Diplomatie war nie so intrigant wie die russische. Die Russen setzen ihr bewährtes Talent, alle gegen alle zu Hetzen, irrtümlicherweise bei jedem anderen voraus. UnD überd.es: Die deutsche Regierung hat es nicht nötig, Die Engländer bei ihrer Kon- ferena mit den Russen kopfscheu zu machen. Macdonald wird die Berichte über das Treiben der russischen Delegation in Kanada erhalten fkiben. Diese Leute trafen mit sechzig schweren Koffern Dort ein. Man öffnete trotz ihres Protestes: Das englische Nordamerika sollte mit bolschewistischen Broschüren überschwimmt werden. Die Handelsvertreter waren Propagandisten. Die cklntersuchung im Berliner Falle wird Aehnliches erweisen. Daher Der Lärm. e e neun Wochen dauernde Streik beendet Es wird natürlich einige Zeit dauern, bis die gesamte Produktion wieder in Gang kommt, da zuerst die Energie betriebe instand- zuerst die Energiebetriebe wieder in Stand Aus Stadt und Land. Gießen, den 9. Mai 1924. Gefälschte Goldauleihesiücke.—Zurückziehung aus dem Verkehr. WTB. In der letzten Zeit sind Fäls chu n - gen der als Zahlungsmittel verwendeten Stücke der Schahanweisungen des Deutschen R e i che s von 1923 (Goldanleihe), fällig am 2. September 1935, über 0,42 Mark Gold = Vio Dollar, 1,05 Mart Gold = i/4 Dollar, 2,10 Mark Gold = V2 Dollar, 4,20 Mart Gold = 1 Dollar, 8,40 Mark Gold = 2 Dollar und 21 Marl Gold = 5 Dollar beobachtet worden. Es erscheint daher angezeigt, die Verwendung dieser Stücke als Zahlungsmittel auszu heben. Dir Kassen des Reichs werden die vorbezeichneten Abschnitte der Exldanlelh? nur noch bis zum 2 0 Mai 1924 in Zahlung nehmen. Um die Stücke aus dem Verkehr zu ziehen, wird Der neue Roman eines hervorragenden zeitgenössischen Schriftstellers wird in den nächsten Tagen in Fortsetzungen beginnen im (Siebener Anzeiger Der rumänische KönigSbesnch in Rom. Bern, 8. Mai. (WB.) Der König von Rumänien reifte am Donnerstag vormittag in Begleitung des Bundespräsidenten Chu» ard, der DundrSräte Scheurer und Häber- slin, des rumänischen Außenministers Duca und vieler hOher rumänischer und schweizerischer M i - litärs nach dem Emmental, wo in den Bergen am Langnau in einer Höhe von 1200 Meier militärische Hebungen angesagt waren. Dichter Aebel und starkes Schneegestöber machten aber die Abhaltung derselben unmöglich Die Königin traf in Begleitung des Bundesrats Schultheß zu Mittag in Langnau ein, wo sie einige Käsereien und landwirtschaftliche Betriebe besichtigte. Aach RücNohr des Königs fand in Langnau im Hotel „Zum Löwen" ein Bankett statt. Am Aachmittag defilierten zwei Infanteriebataillone vor dem König, worauf sich die Gäste nach Bern zurückbegaben. Kleine politische Nachrichten. Der Regierungspräsident von Merftburg hat der von der kommunistischen Partei aus Anlaß der am 11. Mai stattfindenden Weihe eines M o l t k e d e n k m a l s in Halle nachträglich für denselben Tag ungesagten Massenversammlung unter fleiem Himmel dte Genehmigung versagt. Die Schutzpolizei hat Anweisung, jede nicht genehmigte Veranstaltung zu verhindern. * Die Rheinlandkommission hat die Ausweisungsbefehle gegen den Erbprinzen Hermann z u Wied und den Verleg er der Aeu- wieder Zeitung, Qtruobec, zurückgenommen. * Die Interalliierte Kommission hat im französisch besetzten Gebiet 200 Strafvollzüge aufgehoben und 4300 Ausweisungsbefehle zurückgenommen. Ferner haben 2000 bemessene Aufenthaltsbewilligungen die Genehmigung erhalten. Der Generalgouverneur von Indochina, Merlin, ist in Begleitung deZ französischen Botschafters, der ihn in Kobe erwartete, nach Tokio abgereist. * 3n den Werken der Dadischen Anilin- und Soda- Fab rik Ludwigshasen wurde heute früh bte Arbeit programmävig wieder auf- für jeden Zylinder. Sie MAA ging trotz der gewaltigen Schwierigkeiten an die Lösung dieser Aufgabe heran, was doppelt bemerkenswert ist, well man bis dahin bet Schiffsdieselmaschinen als Höchstleistung nur etwa neunhundert Pferle- hafte in sechs Zylindern zusammen erzeugt hatte. Gs wurde also der große Sprung von einer Zylinderleistung von etwa 150 auf 2000 Pfeichestärken gewagt. Für den endgültigen Ausbau waren sechs in Zweitakt arbeitende Zylinder geplant, was eine Gesamtleistung von 12 000 Pferdekräften ergibt; zunächst baute man jedoch eine erweiterungsfähige Musch.ne mit drei Zyl nb:r i, um die Zeit und die Kosten für die Versuche möglichst herabzuschen. Bei der Durchführung dieses Planes türmten sich Schwierigkeiten über Schwierigkeiten auf. Die Zylinder mutzten wegen der geringen Bauhöhe der Kriegsschiffe und wegen dec ganz gewaltigen Beanspruchung nach völlig neuen Gesichtspunkten durchg bildet werden. Die erste DersuchSaussührung war im Frühjahr 1911 fertig; sie zeigte sich aber den Anforderungen durchaus nicht gewachsen. Auch die zweite und dritte Maschine mit verbesserten Zylindern erfüllten die in sie gesetzten Erwartungen nicht. Anfang 1912 ereignete sich bei rer dritten Ausführung ein schwerer Spülluftzerknall, der auf die Betriebs- öltankS Übergriff und das Holzumbaugrrüst verstörte. den Inhabern angeboten: a) die Einlösung zum Aennwert in Rentenmart oder anderen gesetzlichen Zahlungsmitteln, b) Umtausch In neue, unverzinsliche, auf 500, 1000 und 2000 Goldmark lautende Schatzanweisungen, die am 1. September 1924 oder am 1. Öuni 1925 fällig werden Die Antragsteller können zwischen diesen beiden Arten von Schatzanweisungen wählen. Für die am 1. September 1924 fälligen Schatzanweisungen wird ein Diskont von 8 Pvoz., für die am 1. Huni 1925 fälligen ein Diskont von 10 Proz. gerechnet und für die Zeit von der Hingabe der Doldanleihe- stücke bis zum Fälligkeitstermin der unverzinslichen Schatzanweisungen bei Aushändigung der neuen Stücke vergütet. Sämtliche Reichsbankan- ftalten nehmen Goldanleihestücke zur Dareinlösung ober zum Umtausch in unverzinsliche Goldschatzanweisungen entgegen. Die Annahme zur Einlösung wird mit dem 20. Mai geschlossen. Um» tauschanträge können bis auf weiteres auch nach dieser Frist noch gestellt werden. Bei dem Um- tauschantvag sind die Spitzenbeträge, die an dem Aennbetrag der Schatzanweisungen von 500, 1000 und 2000 Goldmaü fehlen, in bar zuzuzahlen. Die Einlösung in bar und die Aushändigung der unverzinslichen Schatzanweisung erfolgt möglichst bald, nachdem die Echtheit der eingelieferten Stücke durch die Aeichsschuldenver- waltung geprüft worden ist. Am 21. Mai sind die kleinen Stücke der Goldanleihe lediglich Wertpapiere, die börsenmäßig gehandelt werden. * ♦♦ Von der Landes-LlniversltSt. Ernannt wurde am 2. Mai der Privatdozent Dr. Karl Hummel aus Karlsruhe zum außerplanmäßigen außerordentlichen Professor an der Landesuniversität Dietzen. — Die erste feierliche Immatrikulation findet morgen, SamStag, 12 llhr im Llniversitätsgebäude statt. ♦♦ Straßensperre. Das Polizeiamt weist darauf hin, daß die Ihering- und die Weih- erdstraße wegen Vornahme von Dauarbeiten für den öffentlichen Verkehr gesperrt sind und das Abladen von Schutt, Erde und dergleichen auf dem Straßenkörper der beiden Straßen verboten ist. RDV. Keine Ausreisegebühren für Hebers ee reisende. Für alte Transatlantikfahrt en wirb nach Bekanntgabe des Finanzministeriums eine Ausreisegebühr bei Erteilung des llnb.denklichkeitsrermeiks (der llnbedenklichkeits- brscheinigung) nicht erhoben. Als Transallantlk- fcchrten gelten alle Heberfcertifcn nach anderen Kontinenten mit Ausnahme der Reisen nach den Miltelnnerlandern und nach den Kanarischen Inseln. Die Finanzämter sind angewiesen, in solchen Trotz dieses schweren Rückschlages gab man den Plan nicht auf. Dis Versuche wurden jedoch zunächst nur mit einem Zylinder fortgesetzt, der im Laufe der Zeit fünf verschiedene Entwicklungsstufen durchmachte. Im Februar 1914 war eine Sechszylindermaschine nach der vierten Ausfüh- rungsform fertiggestellt, aber auch die.e bewährte sich nicht. Alle diese Mißerfolge vermochten jedoch die zielbewuhte Spannkraft der Erbauer nicht zu brechen, obgleich der Krieg dte Arbeitsbedingungen sehr erschwerte. Der fünfte Dersuchszhlinder wurde weiter ausgeprobt und in verschiedenen Teilen verbessert. Endlich war man so weit, daß man nach ihm eine neue Ginzylindermaschine Herstellen und sie gründlichen Versuchen unterwerfen konnte, die zur vollen Zufriedenheit ausfielen. l Run ging man nochmals an den Aufbau der Sechszylindermaschine heran; sie wurde im Anfang des IahreS 1917 betriebsfähig. Auch hierbei waren noch weitere Verbesserungen an den Zylindern vorgenommen worden. Zwei Monate lang unterwarf man die Riesenmaschine dann eingehenden Erprobungen, und zum Schluß wurde sie unter besonders schweren Bedingungen fünf Tags lang ununterbrochen im Betrieb gehalten. Während der ganzen Prüfungszeit machte die Maschine über zwei Millionen Umdrehungen. So schwer auch dte Abnahmebedingungen des Reichsmarineamts waren, die Aürnberger Großölmaschine erfüllte die in sie gesetzten Hoffnungen vollauf, und die fast achtjährige Ingenieurtätigkeit war endlich von einem vollen Erfolge gefrönt. Die aus der Maschine herausgeholte Autzleislung betrug etwas über 12 000 Pferbekräfte; sie konnte nicht weiter gesteigert w.rden, da die vorhandenen Dremseinrich- tungen nicht mehr zum Abbremsen solcher Riesenkräfte genügten und auch die zur Verfügung stehende Kühlwassermenge nicht ausreichte. Aus diesen Gründen wurden noch weitergehende Versuche mit der letzten Einzylindermaschine angestellt; man erreichte dabei ohne irgendwelche Störungen 3218 Pferdekräfte bei 145 Umläufen In der Minute, eine Leistung, die auch heute noch unübertroffen ist. Ein Einbau in ein Kriegsschiff war leider weder im Kriege, tote auch nachher aus naheliegenden Gründen unmöglich. Der Versailler Vertrag ließ keine anderweitige Verwendung zu, und so mußte das Meisterwerk, dessen mühevolle Durchbildung von so großen Hoffnungen getragen war, zerschlagen werden, um auf dem Schrott- Haufen ein klägliches Ende zu finden. Die gewonnenen reichen Erfahrungen aber sind nicht verloren, und den Geist, in dem dte Maschine geschaffen wurde, kann uns kein Friedensoertcag rauben. Fällen ben steuerlichen LlnbedenklichreitSvermnL ohne Ausreisegebühr zu erteilen, wenn der Reisende durch Vorlegung der Fahrkarte ober einer Bescheinigung der Schiffahrtsgesellschaft Nachweisen kann, daß er eine Lieberseereise antritij. Somit sind also sämtliche Reisende, gleichgültig ob Auswanderer ober nicht, die sich 'nach Amerika usw. begeben, von der Ausreisegebühr befreit ** Adolf Goebel in Brooklyn f. Der Lod Adolf Goebels, der vor kurzem auch von uns aus Brooklyn (Amerika) gemeldet wurde, bedeutet für viele einen sehr schweren Verlust. Herr Goebel, von Geburt Hesse (aus Groß-Gerau), war in seiner Jugend nach Amerika ausgewandert und hatte es dort durch Fleiß und Tatkraft zu Ansehen und Wohlstand gebracht. Weit bekannt war in Amerika sein warmes Herz und seine stete Hilfsbereit- schäft für alle Bedrängten. Aber auch seine alte Heimat hat er nicht vergessen. In den letzten Jahren schwerer Aot hat er an vielen Orten durch große Spenden lindernd eingegriffew So hat auch die Gießener Stubenten- hilfe in reichem Maße Beweise seiner war. men Anteilnahme an der Notlage des bei weitem größten Teils unserer Studenten erhalten. In dankbarer Anerkennung dieser Hilfe hat der Senat der Landesuniversität den Verstorbenen im vergangenen Jahre zmnHhrensena- tor gewählt. Dozenten und Studenten betrauern nun tief das Hinscheiden dieses treugesinnten, warmherzigen Landsmanns. ** Dom Dolksbund Deuts che KrlegSgräberfürsorge, Ortsgruppe Gießen, toirb uns geschrieben: Zum 6. Male tritt der Dolksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. D. in diesem Jahre zu einer Vertretertagung in Hamburg zusammen. Er eröffnet seine Tagung mit einer großen Gedenkfeier in der Michaeliskirche. Sämtliche Reichs- und Bundesstaatlichen Zentralbehörden sind zur Teilnahme an der Tagung ausgefordert worden. Die Tagung ist um so bedeutsamer, als für den Schutz und die Instandhaltung der Kriegerfriedhöfe neue Richtlinien ausgestellt werden sollen, die eine ersprießliche, praktische Arbeit des Volksbundes erfordern. Ins Ausland gesandte Vertreter werden darüber berichten, in welchem Zustande sie dte Kriegerfriedhöfe im Osten und Westen vorgefunden haben. Der Dolksbund hat in zähem Durchhalten die schwere Zeit der Geldentwertung überstanden und ist in erfreulichem Aufblühen begriffen. I * Die Photographie tm Dlenste derHelmatkunde. Das Institut für wissenschaftliche und angewandte Photographie der Technischen Hochschule in Darmstadt veranstaltet bi nächster Zeit Ausflüge nach. Steinhelm am Wala, Kloster Lorch, Wimpfen, Wetzlar, Höchst L O., Wildenburg bei Amorbach, Rügen, Braunschweig, Hildesheim, Goslar, Bamberg usw. Die bei den photographischen Fahrten erzielten Aufnahmen werden für die Zwecke der Heimatkunde und der Denkmalpflege zur Derfügung gestellt. X Eine Pfarrverelnszusammen- t u n f t int Hotel Viktoria, die aus allen Teilen der Provinz start besucht war, unter stellvertretender Leitung von Dekan Gußmann»Kirch« berg, behandelte auf Grund eines Referats ovn Pfarrer Hoffmann- Maulbach Klagen und Wünsche betr. Verpachtung der Pfarrgrundstücke. AlS Ergebnis der lebhaften Aussprache wurden verschiedene Wege zur Abhilfe der hier vielfach herrschenden Liebelstände gezeigt, die die Hauptversammlung in Darmstadt noch weiter beschäftigen werden. | H. „Werden de Reife" war das Thema des zweitletzten Abends von Prof. Wu cker- tnann. Die Erhaltung der Gesamtharmonte deS Heranwachsenden menschlichen Körpers kann nicht besser geschehen als durch möglichst lange Erhaltung der kindlichen Aatur im Menschen. Besondere Aufmerksamkeit ist dem Aervensystem und dem System der inneren Sekretion des KindeS zu widmen. Das System der inneren Sekretion besteht aus Drüsen, die ihre Stoffe unmittelbar in den Blutkreislauf ergießen. Sie sind die chemischen Boten des Körpers, die fremde Einbrüche ausgleichen. Diese beiden Systeme sind aufs Engste verknüpft mit den Geschlechtsmerkmalen. Verfällt das Kind in die stumme Gewohnheitssünde, so leiden beide Systeme außerordentlich. Das Kind toirb teilnahm- und willenlos. Die einzige Heilmethode besieht in der geistigen Ablenkung des Kindes. Die Erziehung deS Kindes ist auf absoluter Wahrheit aufzubauen. Alles, tooS das Kind über sein eigenes Entstehen oder über sein Verhältnis zu Vater und Mutter zu wissen wünscht, sollen ihm dte Eltern erzählen; dazu sind sie da. Wenn man dem Kinde die Wahrheit verschließt, sucht es seinen Wissensdrang durch Kameraden und Lektüre nicht immer vornehmster Art zu befriedigen und wird den Eltern entfremdet. Schweigen soll man einem Kinde gegenüber mir von der geschlechtlichen Lust. Ganz falsch ist die gleichmäßige Erziehung von Knaben und Mädchen. Der Knabe soll Vater N« 4 m mofler ptlnÜ gy Wr-ijch ^kannst SÄ? 'irie», ‘Wlgen 'w’Ä* 6??J »dut ol= ,7i« 15iä d|Qf) u®3C,,B'6 - S,V Ä '-".ri-rr „ flänipl s-runb trübe. Lan • Arünin eofflüg llnbet Kl nßaiibad ^Hessische" ei Ml m u LV! toi L-Ig-s Mpv geeite Mt Ddpfen, Ne ,ds! den 3nitiü Stärkend! spd. Aus d Dallerstand griffen. Die < Lheingauvrten ( ordentlich ß W Wengen Ho Don ben 2luen us Minz veggcsjd namtenau bei ( LackirHeim Dar s-!oemmt Die 2 kn an Ne M - Met: 1. Oft b Übeinhessen fttoemmt sind mg sofort zu tu iwr zu schützen? in diesem 3i6r fe oirte ihre §eüer der Schaden er feitlg tzchrit Qantoirte schadic Mernähnng. H fpk>. Fran Mtvoch hormil rang eines jungi ümbstrahe einöi Wtt Diebsiä äm e n, erst n zum Kle W er sich ein. H em Schuh fr j mit einer mit Rolfen. - De Melchior Herl J* »er Muld A dvn Holz geht mmehr die fr wrdr pitflenoiiinien. der ew Herren- and Damen- Friieurgeechält Turnen, Sport und Spies. etiau. K|ÜUb * Leichtathletische Meisterschaften. r' «Hühneraugen Hornhiiut, Sehwlelen und Warzen beieitlgt schnell, stellet ”BX" n "Ht- « schmerz- und gefahrlos -MlL ” di 3. S H Aerztllch empfohlen. Millionenfach bewährt. — In Apothekei und Drogerien eihältlich. — Gegen Fußschweiß, Brennen und Wundlaufen Kuhlroi-Fußbad. Drogerie H. Noll, Neustadt 28. Drogerie WlnterhofT. Krensplatz 9/10. Gießen, den 26. April 1924. Hessisches Amtsgericht. 3751B ie tii lie |afl ach^ yon e*nzm Mschi« üb« eil« » [ieinnö1 r Äiesea' gang Ms die- Dersau ngf".32,1? unü^ yr W iiii na^ uDunfl O getE shfd E JlLlch^ Bekanntmachung 3n unser Handelsregister Abt. A wurde eingetragen: Am 29. April 1924 bezüglich der Firma Gießener Gummifabrtk Poppe & Co, Gießen: Die Gesellschafterin Marie Elisabeth Poppe ist, nachdem sie für voll, jährig erklärt ist, zur Vertretung der Gesellschaft ermächtigt und allein zeichnungs- berechtigt. Am 3. Mai 1924 bei der Firma von Münchow'sche Universitätsdruckerei Otto Kindt Wwe. Gießen (Inhaber Otto Kindt Wwe. und Walther Kindt): Die Firma ist geändert in: von Münchow'sche Universitätsdruckeret Otto Kindt (Inh. Otto Kindt Wwe. und Walther Kindt). Gießen, den 5. Mai 1924. Hessisches Amtsgericht. 37526 Vermischtes. Schießerei mit räuberischen Schnitter». Berlin, 8. Mai. Wie die Blätter aus Stettin melden, kam es in der Rahe von Grimmen zu einer Schießerei zwischen einem Landjäger und einigen Schnittern, die wegen verschiedener Räubereien seit langem aesucht wurden. Bei dem Feuergefecht, an dem sich auf selten des Gendarmen auch I Bekanntmachung 3n unser Handelsregister Abt. B wurde heute eingetragen: Die Firma H-W- Rinn, Hoch-, Tief- und Betonbau, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen. Gegenstand des Unternehmens ist die Ausführung und Uebernahme jeglicher Hoch-, Tief- und Betonbauarbeiten, insbesondere die Fortführung des seither zu Gießen von Herrn Heinrich Wilhelm Rinn betriebenen Hoch-, Tief, und Betonbau- geschäfts. Zur Errichtung diese« Zweckes tst die Gesellschaft befugt, gleichartige oder ähnliche Unternehmungen zu erwerben, sich an solchen Unternehmungen zu be. teiligen oder deren Vertretung zu über- nehmen. Das Stammkapital beträgt 15000 Goldmark. Heinrich Wilhelm Rinn hat auf seine Stammeinlage das von ihm unter der Firma H. W. Rinn zu Gießen betriebene Hoch., Tief, und Betonbau- geschäft nebst Zubehör mit Aktiven und Passiven nach dem Stand vom 31. 12. 1923 in die Gesellschaft als Einlage mit einem Wert von 11000 Goldmark eingebracht. Heinrich Wilhelm Rinn, Architekt in Gießen, ist zum Geschäftsführer bestellt. Ramen Herbert tm Fuldaer Lande ausgetreten und hat die Schwindeleien verübt. Die in letzter Zeit gemeldeten Deraubungen verschiedener Zoologischer Gärten, bei denen auch der Frankfurter Zoo heimgesucht wurde, haben nunmehr zur Verhaftung eines Mannes geführt, der zweifellos der gesuchte Dieb ist. Es handelt sich um den 1898 in Dresden geborenen Geflügelmast«r und Dogelhändler Otto Mohr. Der Verhaftete wurde wegen schweren Diebstahls mehrfach steckbrieflich gesucht und war bei seiner Festnahme im Besitz zahlreicher Einbrecherwerkzeuge. Rach den bisherigen Feststellungen ist Mohr der Dieb, der die Zoologischen Gärten in München, Frankfurt a. OH., Leipzig, Dresden, Halle und Berlin bestohlen hat. Er verkaufte die geraubten wertvollen exotischen Vögel unter dem Vorwand, daß er infolge wirtschaft- licher Rotlage gezwungen sei, sich Geldmittel zu beschaffen. Hessen-Nassau. Frankfurt a. OIL, 8. Mai. (WTD.) Nach den von Dr. Moritz Elsas-Frankfurii a. M. errechneten Indej-Zlsfern betrugen die Kosten der Lebenshaltung ant 1. Mat 1924 109.6 (110.2 am 1. März 1924). Die Preise für die Kleidung, insbesondere aber für die Wohnungsmiete, haben sich seit dem 1. März erhöht, dagegen haben sich die Nahrungsmlttelpreise weiter gesenkt. Die Index-Ziffern, die am 1. Mai 109.6 betragen, bleiben nur um rund einen halben Punkt hinter den Index-Ziffern vom 1. März zurück. Die Schöpfung. Oratorium in 3 Teilen für Soli, Ehor u. Orchester von Has. Haydn. Für die Besucher der am nächsten Mittwoch stattfindenden Aufführung der „Schöpfung" von Jos. Haydn büi-fU es von Interesse sein, einiges über das Werk zu hören. Man schreibt uns darüber: Haydn komponierte „Dre Schöpfung" im 65. Lebensjahre mit einem Feuer, welches sonst nur bie Brust eines Jünglings zu beleben pflegt Trotzdem dauerte es drei Jahre, bis das volkstümlichste aller Oratorienwerke „vollbracht" war. Wie tief fein persönliches Innere und sein kindlich-gläubiges Gemüt gerade bei dieser Komposition mttwirkte, Aeiflt sein eigener Ausspruch: „Ich war auch nie so fomni als während der Zeit, da ich an der „Schöpfung" arbeitete. Täglich fiel ich auf meine Knie nieder und bat Gott daß er mir Kraft zur glücklichen Ausführung dieses Werkes verleihen möchtel" So kam es auch, daß in der ganzen „Schöpfung" eine heitere, aüsge- söhnte Andacht ein beglückendes Sichbewußtwec- den der himmlischen Güter herrschte. Licht und Sonnenschein im Gemüte verbreiten ist ihr gesegneter Beruf, und in herrlicher Weise erfüllt hat sich, was einst ihr Urheber in bezug auf die „Schöpfung" in einem Briefe (1802) ausgesprochen: »Oft. wenn ich mit Hindernissen aller Art rang, wenn oft die Kräfte sanken und mir cs schwer ward, in der angetrelenen Laufbahn zu verharren, flüsterte mir ein geheimes Gefühl zu: Es gibt hie- nieden so wenige der frohen und zufriedenen, Menschen, überall verfolgt sie Kummer und Sorge; vielleicht wird deine Arbeit bisweilen eine Quelle, aus welcher der Sorgenvolle auf einige Augenblicke seine Erholung schöpft." Wie sehr sich dieser Wunsch erfüllt hat, beweisen die jährlich wieder- kehrenden Aufführungen m allen Teilen der Welt. Das aus drei Teilen bestehende Werk beginnt mit einer kurzen Orchestereinleitung, die uns „die Vorstellung des Chaos" — in dem die Erde vor ihrer Erschaffung lag — genialisch veranschaulicht. Hieran schließt sich der erste Teil, in dem der Engel „Raphael" die Erzählung der Schöpfungsgeschichte beginnt Rach wenigen Takten führt der Chor die Erzählung weiter bis zu der berühmten .Stelle „And es ward Licht". Run lösen sich die drei Engel Llriel, Gabriel and Raphael mit dem Chvr in der Erzählung der weiteren Schöpfungstage ab; mit dem ebenso bekannten ass berühmten Chor „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes" schließt der erste Teil. Der zweite Teil umfaßt den 5. und 6. Tag. Reizender Kvloraturgesang der Solisten, sowie die von dem Orchester veranschaulichten Miniaturbilder schildern die Erschaffung der Bewohner der Luft, des Wassers und des Erdbodens. Den Eintritt des Menschen in die Schöpfung feiert -Uriel mit der Arie: „Mit Würd' und Hoheit angetan". Der Schluß des zweiten Teils, mit dem gleichzeitig das Ende des Schöpfungswerkes erreicht ist, wird von den himmlischen Heerscharen mit der großen Chorszene: „Alles lobe seinen Ramen" besungen. Der dritte Teil zeigt unS Adam und Eva im Paradies. Die von drei Flöten getragene Instrumentaleinleitung gibt die Stimmung einer gesegneten Landschaft beim Erwachen eines schö- We üe tritt Notge rtagwiQ ne Ta. in der Bundes- chrnrai, Sung ist ah uni fe neue >ie eine ibunbd ier leer, mit He SÄ t)D|> 1 »ähem irerwna tsblühäl werSe» ö® Ihr Berufe $ertfc&«tnatut fern, vaS Mädchen soll Mutter werden, im Haushalt oder sozial wirken. Schon aus diesem Endzweck kann tnxm nicht beide Geschlechter gleich behandeln. Bollkommen verfehlt ist das Wetteifern von Kna- 5en und Mädchen in Schule und Sport. Zwei Geschlechter verlangen zweierlei Ausbildung. Ziel imiö sein absolute Keuschheit beider Geschlechter. Alnb da mögen als Leitstern die beiden Sätze dienen: principiis obsta und: Meide die nächste Gel^enheit. Der wissenschaftlich, wie künstlerisch gleich vollendete Vortrag verfehlte auch heute leine Wirkung nicht. Vornotizen. — Tages kalender für Freitag. Reue Aula: 8 Ahr Vortrag von Pros. Muckermann „Das glückliche Heim". — Reichsbund der Zivildienstbercchtigten: 8V$ ülhr Stadt Lich Versammlung. — Rundsunkhnus, Löberstrahe: 872 Llhr Heiterer Abend. — Lichtspielhaus Duhnhos» strohe: „Graf Cohn". — Palast-Lichtspiele: „Helena". — Die Abwehrschlacht am Rarvcz- 1 e€ — Kämpfe deS Leibgarde-Regis. Rr. 115 im Westen. Zu diesen Vorträgen, di« Oberstleutnant von Hagen und Postsekretär He n h unter Vorführung von Lichtbildern morg n abend in der Aula der ülniversität holten werden, haben neben den Mitgliedern sämtlicher militärischer Vereine auch alle übrigen Mitbürger Zutritt. Wettervoraussage Zunächst noch kühl und trocken, späterhin milder und trübe. Landkreis Gießen. * Grüningen, 8. Mai. Am nächsten Sonntag findet hier das diesjährige Wer- iungssingen des Wette rta 1 sänger- dundes statt. Als Sachverständiger fungiert 'Musikdirektor Müller- Friedberg. Kreis Schotten. nen Tage- ansprechend wieder. Duette, mehrere Rezitative und der grandiose Schlußchor: „Deö Herren Ruhm, er bleibt in Ewigkeit" geben dem ganzen Werk einen würdigen Abschluß. Die^SchöPfung" wurde im Jahre 1799 zum ersten Male in Wien aufgeführt und trug dem Kontponislen bis zu seinem am 31. Mai 18C9 erfolgten Lode unzählige Ehren und Auszoich' nungen ein. Sie bildete das musikalische Ereignis des 19. Jahrhunderts und machte ihren Sieg, s- zug durch ganz Europa. Alles In allem ist cs ein Werk von wunderbarer Schönheit, das für jedermann leicht verständlich ist und von Anfang bis Ende einen Melodienreichtum ausweist, wie kaum ein zweites. K. Nus dem Amtsvcrtündigunftsblatt. • Das Amtsverkündigungsblatt Ar. 30 vom 3. Mai .nkhält: Verordnung über Kammern für Angestelltenversicherung — De- Ampsung der Schnakenplage. — Maul- und Ksauenseuche. — Geologische Aufnahmearbeilen. — Lolal-Polizeiverordnung für die Gemeinde Hun- gen. — Kanalisation des Schüyenweges — ReiüS- mictengeset), hier: die Festsetzung der Maimiete. Veryaltnis der Schulen in He sen zum republikanischen Staat. — Feldbereinigung in der Gemarkung Harbach, — Straßensperre. — Dienst- nachrichten. Am Montag, dem 12. Mai 1924, nach. Mittags 4 Uhr, werden in dem hiesigen 6-meindesaal im Wege des öffentlichen aiugebots nachfolgende Mengen Eicheniahrinde verkauft: femcinbe Bonbaden Distrikt 156, Schlag 8, Hainbach 80 Ztr. = 25jährig Gemeinde Kröffelbach Distr. 7II Gründges- berg 45 Ztr. = 16jährig Gemeinde Lausdorf Distr. 13 XI Mirtenbach 120 Itr. ---- 17jährig Kenei.de Oberwetz Distr. 18 XIII Heiligen- Heck 150 Itr. --- 19jährig Gemeinde Schwalbach Distr. 1 IV Eichbera 75 Itr. -- Ibjährig Krmeinde Niederweh Distr. 13 Schlag XIII 20 Itr. = 18jährig Kemeinde Niederwetz Distr. 14 Schlag XIII 80 Itr. = löjährig Keneinde Nauborn Distrikt Dera 80 Ztr. -- 18jährig. Bedingungen werden im Termin bekannt. -Heben. Die hessischen evangelischen Erziehungsvereine. t Frankfurt a. M, 7. Mai. Auf Einladung des Vorsitzenden, Dekan Roeschen- Fceienseen fand gestern im hiesigen Bahnhofs- hoim eine Tagung der Gefchäftsführcr der h e f s i - scheu evangelischen Erziehungsvereine statt. Dom Landeskirche.irat war Geheime- rat D. Euler zu der Sitzung erschienen. Das Referat von Pfarrer Raumann in Schwickartshausen behandelte „Die Organisation der Dekanatserziehungsvereine". An seine Ausführungen schloß sich eine lebhafte Aussprache an, in der hervorgehoben wurde, daß die hessischen evangelischen Erztehungsvereine ihre spezifische Aufgabe in der Fürsorgetätigkeit weiterpslegen und ausbauen werden. Ein Hauptaugenmerk soll aaf die Unterbringung kleinerer Kinder gerichtet werden. Dabei ist vor allen Dingen dafür zu sorgen, daß solche aus hessischen Orten vorzugsweise in Fürsorge genommen werden. Deshalb soll mit den Kreis- und Stadt- Wohlfahrtsämtern noch engere Fühlung genommen und die Hilfe der Erziehungsvereine aimeboten werden. Diese Arbeit kann man natürlich nur dann leisten, wenn die Landgemeinden. die für die Aufnahme der Fürsorgezöglinge in Betracht kommen, noch> viel mehr aufgeklärt werden über die große Rot, der zu steuern ist Es wurde den in Betracht kommenden Lokalstellen — das find in erftec Linie dre evangelischen Pfarrämter — zur Pflicht gemacht, daß sie die Arbeit des Erzie^hungsvereins durch tatkräftige Werbung von Pflege stellen fördern. Es darf nicht sein daß einzelne Gemeinden Zöglinge in großer Zahl aufnehmen wahrend sich andere völlig verschließen. Es wurde betont daß sich gewiß noch viel mehr Häuser für die Pfleglinge finden ließen, wenn die große Rot, die die Arbeit der Ecziehungsvereine lindern will, allgemeiner bekannt wäre. Deshalb soll eine groß- jüglge Aufklärungsarbeit einsetzen die hoffentlich guten Erfolg hat zum Wohle unseres ganzen Volkes. Kirchliche Nachrichten. Sfr. ReNgionSgemeinde. Gottesd.i. 6. Synagoge (Süd-Anl.). Samstag, den 10. Mai. Vorabd. 7.30. morg. 8.30, abds. 8.10 u. 8.50. 3fr. Religivnsgesellschaft. Sabbatfeier, lO.Htal Freitag abd. 7.20, Samstag Dorrn. 8.00, nachm. 4.00 Sabbatausgang 8.50. — Wochengottesdienst: Morgens 6.30, abds. 7.00. I 27710 Die feine Zigarette Schloß Amerongen ! Großformat Stück 5 Pfg. § Rihofa • Zigarettenfabrik • Frankfurt M. 8 lettsche Bezirks. . . . ------ Am Sonntag fanden auf dem Platze des G. S. C. v. 1 9 0 0 die Kämpfe um die leichtathletischen Dezirksmeisterschaften statt, -öcl der großen Anzahl dec Wettbewerbe waren 150 Meldungen eingelaufen, so daß sowohl die Dorkampfe, als auch die Entscheidungen durchweg spannende Kampfe zeigten. In der Gesamt- lelstung war der Veranstalter, G. S. C. v. 1 900. ben übrigen teilnehmenden Vereinen weit über- legen. Mit dem auf allen Gebieten gleichmäßig cucaigebilbeten Material belegten die Aktiven und Jugendlichen v. 1900 nicht weniger als 58 P l d he davon 24 erste, 21 zweite und 13 dritte. An zweiter Stelle steht der V. f. R. Du tz b a ch mit 5 ersten, 6 zweiten und 2 dritten also insgesamt 13 Platzen, die fast alle auf das Konto von einigen sehr gut talentierten Jugendlichen entfallen. Der F. C. Wetzlar brachte es auf 10 Plätze und konnte sich durchaus mit den gezeigten Leistungen sehen lassen. Dann folgte Weilburg, das mit dem unverwüstlichen Mittel- und Langstreckler Gerhard 3 erste Siege errang. Die Sp.Vg. 04 Gießen, Sp. Lohnberg, Grüningen, Herborn, Rodheim usw. konnten sich nur selten durchsetzen. Wenn auch durch die ungünstigen Witterungsverhältnisse die Mehrzahl der einzelnen Ergebnisse eine nicht hohe Stufe erreichten, so waren doch die diesjährigen Dezirksmeisterschaften ein ansprechender Auftakt zur Äthletiksaison 1924- Thom uder» mir denn nicht ige Ct» ien. 3e» [lern unb Kinde- Sekretion nitielbar dir chr» de Bin* me sind hlsmerk- me 9e- > auher» । Men- rt geislb >mg de- ^bnien. Sntz vier und ie Eltern non dem es W lüre nicht jn» wird xi einem hrn Last, ung MD ll Datei MMges MMMM-Mz wegen Anschaffung eines S-t-Wagens preiswert zu verkauseu Südanlage 7. °*°Ms Tel. 1341, Damenfrisieren, Shampoonieren sowie elektr. Vibrat-Massage und Maniküre empfiehlt Bernh. Dosch Starkenburg und Rheinhessen. spd. Aus dem Rheingau, 8. Mai. Der Wasser st and des Rheins ist im Rückgang begriffen. Die Schäden, die jetzt aus allen Rheingauorten gemeldet werden, sind außerordentlich groß. Mittwoch trieben erhebliche Mengen Holz, Bretter und Bwumstämme, die Von den Auen und Lagerplätzen bei Biebrich und Mainz weggeschwemmt waren, zu Tal. Die Ma- Liannenau bei Eltville und die Mönchsau bei Rackenheim waren völlig mit Wasser überschwemmt. Die Abgg. Blank und Felder haben an die Hess. Regierung folgende Anfrage gerichtet: 1. Ist der Regierung bekannt, daß in Rheinhessen wette Gebiete überschwemmt sind und 2. was gedenkt die Regierung sofort zu tun, um die geschädigten Einwohner zu schützen? Die Hochwasserkatastrophe fetzte in diesem Jahr sehr spät ein, nachdem die Landwirte ihre Felder schon bestellt hatten: dadurch ist der Schaden enorm. Es müssen regierungsseitig sofort Schritte unternommen werden, um die Landwirte schadlos zu halten im Interesse der Volksernährung. Hesieu-Nasiau. spd. Frankfurt a. M., 8. Mai. Als Mttwoch vormittag Polizeibeamte in die Wohnung eines jungen Kaufmannes in der Hanauer Landstraße eindrangen, um ihn wegen fortgesetzter Diebstähle bei feiner Firma fest- zunehmen, ersuchte er die Beamten, ihm einige Minuten zum Kleiderwechseln zu gestatten. Kaum befand er sich einige Sekunden im Rebenzimmer, als ein Schuß krachte. Der junge Mann hatte l-ch mit einer mit Wasser gefüllten Pistole erschossen. — Der hier wohnhafte Holzhändler Melchior Herbert wurde kürzlich in Fulda unter der Deschuldiguna, betrügerisch beim Verlauf von Holz gehandelt zu haben, verhaftet. Wie nunmehr die polizeilichen Ermittlungen ergaben, wurde Herbert damals zu Anrecht fe ft genommen. Gin anderer Mann, vermutlich aus der Rahe von Kassel, ist unter dem |ü| AfJPI5 11/ in 9roßen Originalflaschen zu Gm. 5 Swl Io® W MW W I f H besonders vor eilhaft Man füllt daraus das ■ TI« MMöG WM ffl AM AG > G» WF kleine Maggi-Fäschchen selbst nach und hat außer Geldersparnis noch die Garantie der Echtheit. lenfte Wien- mTrch. aüel te n Wate. hJ Dtaan» iltt). Dir len 2Uf» latlinie stellt. mmen« i Zeilen ItXTtre* ali Dom ,en und! inMtüde. tDurbcti 1 oiellach ! Haapl. bejchäf« Nutz- und vrennholzversteigerunq. Mittwoch, den 14. Mai b. Is., werden in der Gastwirtschaft Wilh. Schepp in Saasen aus dem ehemals Clemmschen Wald versteigert: 9 Uhr vormittags: Stämme: (kiche 4 Kl. 0,5 Fstm., 5. Kl. 3 Fstm., 6. Kl. 2 Fstm.- Fichte 3. Kl. 3 Fstm., 4. Kl. 6 Fstm., 5a°Kl. 11 Fstm., 5b-Kl. 15 Fstm.,- Lärche 3. Kl. 1.34 Fstm., 5. Kl. 5 Fstm.; Derbstangen: Fichte 1. Kl. 98 Fstm., 2. Kl. 137 Fstm.- Lärche 1. Kl 1 Fstm., 2. Kl. 1 Fstm.- Reis, stangen Fichte: 1. Kl. 27 Fstm. 2 Uhr nachmittags: Rm. Scheiter: Buche 238, Kiefer 2; Knüppel: Buche 287, Eiche 38, Aspe 6, Kiefer 40, Lärche 4, Fichte 15; Reisig: Buche 542, Eiche 184, Fichte 10; Stöcke: Buche 96, Eiche 2, Fichte 6. 3764D Auskunft durch Herrn Förster Hör es, Reinhardshain. (Brünberg, am 6. Mai 1924, Hessische Oberförsterei Grünberg. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiim Dtntffacöen aliet W lluslklilluog ftllreln u.oreiswen meVrllhiMe Unio.-Druderel S. kange. Siegen. SSMr. ?. uiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiliiiiiiiiiyiiiiiillilllilliiliiiiliiiiiliiiiiiiiiii im zarten Alter von nahezu 3 Monaten. Lollar, den 8. Mai 1924. Gießen, den 8. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teil- nähme und die zahlreichen Kranzspenden, sowie für die I rostreichen Wort e des Herrn Pfarrer beim Heimgänge meiner lieben Frau, sage ich allen meinen tiefgefühlten Dank. 019888 Johannes Dörr. Wieseck, den 7. Mal 1924. SamStag, i o. Mal abends 8 Uhr HWgiieOei- 8?ksWU|W bei Kamerad Back' manu, .KaiferalleL SeiiiunflfiL ^anitrgro^aniilung sucht für den hiesigen Bezirk bei Industrie und Grostverbrauch gut eingeführten Vertreter. Gefl. Angebote unter 8. 1513 an die Annoncen-Exped. Jak. Dowinckel, Elberfeld erbeten. 3786D Danksagung. Allen denen, die uns bei dem Heimgang unseres teuren Entschlafenen ihre Anteilnahme bewiesen, danken wir herzlich. Insbesondere sagen wir auch Dank dem Herrn Pfarrer für die trostreichen, zu Herzen gehenden Worte am Grabe, desgleichen dem Kriegerverein und dem Turnverein, die dem Entschlafenen das letzte Geleite gaben. 019883 Im Namen der Hinterbliebenen: Anna Scheid geb. Fiedler Familie Prof. W. Wüstenhöfer. 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Mal 1924 Mittelftandsnot und Mittelstandshilfe. . Bvn Dv. Hans Herschel -Breslau. 3n keinem Lande ist die soziale Umschichtung »«rch dem Kriege so start gewesen, wie in Deutschland. Wenigen Neureichen stehm viele CReuarme g^enüber. Diese kommen meistens aus dem Mittelstände her. Man erkennt sie am abgehärmten Aussehen, an abgetragener Kleidung, daran. Daß sie sich auch den kleinsten Wunsch versagen, Möbel und Andenken verkaufen müssen. Bisher zeigten sich die Erscheinungen mehr in der Stadl. 3n Kürze werden wir sie aber auch auf dem Lande sehen. Schon paßt die Begriffsbestimmung des Mittelstandes nicht mehr, wonach dazu alles gehören sollte, was ohne Luxus, aber auch ohne Bot zu leben vermochte. Mittelstandsnot ist h-ute ein Wort, das gang und gäbe geworden ist. Mag es sich um Wvhrrung, Nahrung, Kleidung, um verfallene oder geschwächte Gesundheit handeln, immer wieder zeigt sie sich in den Schichten, welche einst bessere Lage gesehen haben. Die Del'ent« Wertung hat ihre größten Opfer im selbständigen Mittelstände gefordert, besrnders dort, wo der forckschreitenden Teuerung kein mit ihr gleitendes Einkommen -gegenüberstand. Der Mittelstand ist nötig für den Staat. Er bildet die Brücke zwischen den oberen Zehntausend und dem Proletariat. Ein Land, in dem es nur wenig Reiche und sehr viel Arme gibt, ist gefährdet. An den -Unruhen im Spätsommer und Herbst 1293 waren Mittelständler nicht beteiligt -obgleich sie schwer Bot litten. Boch heute bilden sie einen Groh teil der Bevölkerung, dessen Aus- fall als Steuerfaktor sich für die Staatsfinanzen sehr schwer bemerkbar machen würde. Die Persönlichkeit findet in diesen Schichten noch Dwtre- 1er. Die meist kinderreichen Familien des Mittelstandes bezeichnen seine Erhaltung auch als wichtig für die Tevölkerungspolitik. Die Schwäche des Mi.t.lstandes liegt darin, dah in ihm Interessengegensätze obwalten und idah deshalb auch eine einheitliche Organisation fehlt. Berbraucher und Erzeuger stehen sich gegenüber in den Städten und auf dem flachen Lande. Innerhalb der Städte haben wir den Gegensatz zwischen Verkäufern und Käufern, zwischen Hausbesitzern und Mietern, zwischen Unternehmest und Angestellten, auch wenn und obwohl alle diese dem Mittelstände angehören. Deshalb ist die Selbsthilfe im Mittelstände nicht so groß, wie s e z. B. bei den Arbitern war, welche sich nicht als zum Mittelstände gehörig betrachten. Durch jahrzehntelange straffe Organisation haben sie manches Durchgesetzt, sei es im wirtschaftlichen Kamvfe, sei es in der Gesetzgebung, was dem Mittelstände als solchem nicht gelungen ist Die Bot des Mittelstandes zeigte sich befon- Vers auch in der Bot der ihm angehörigen Frauen, mochte es sich um Hausfrauen oder um solche im Erwerbs- oder Berufsleben stehende handeln. Deshalb hatte dort die Spekulation so um sich gegriffen. Die Stabilisierung unserer Währungsverhältnisse, wie man sie seit ungefähr fünf Monaten beobachten kann, hat auch dem Mittelstand einige Erleichterung geschaffen. Das Sparen hat wieder Sinn bekommen. Man braucht nicht mehr in Einzelhandel und Gewerbe mit dem höher werdenden Wiederbeschaffungspreise zu ringen. Es herrscht wieder Sicherheit über die angemessenen Preise. Das Zurückhalten von Waren oder t>on landwirtschaftlichen Erzeugnissen fällt fort und kann nicht mehr durch die Angst um sinkenden Geldwert gerechtfertigt werden, Wucher ebensowenig. Die kleinen -Zahlen wirken beruhigend auf das Gemüt. Es ist in der Tat psychologisch etwas anderes, ob man drei Goldmark ausgibt oder drei Billionen Mark, obwohl es w.rchchastlich dasselbe ist. (Die R.chtslüge „QK-art gleich Mark' tvar damit kräh in die Erscheinung getreten.) Aber nach der Stabil fterung hat der Mittelstand andere Sorgen bekommen. Es stellte sich die Geldnot ein. Es kam die Kreditnot dazu. Sie wirkt sich namentlich aus gegenüber dem kleineren und mittleren Drundbcfi^e auf dem Lande, den man zum Mittelstände ^zählen kann. Wir finden sie aber auch irr der Stadt. Personal- kredit ist kaum noch zu haben, Realkredit nur unter sehr schweren Bedingungen. Beim un elb- ständigen Mittelstände d.r Angestellten kamen viele Entlassungen vor. Die Beamten leiten unter dem Abbau. Das Vermögen ist vielfach aufgezehrt oder stark verringert Die persönliche Arbeitskraft, welche für viele Menschen heute die einzige Erwerbsmöglichkett bildet, ist stark herabgesetzt. Die wichtigsten Fragen, welche Liesen bewegen, liegen zunächst auf dem Gebiete ter Auswertung I [n^Ptnec und Sparer sind um ihr Vermögen gebracht worden. Der Staat sucht sich seiner Rechtspsllcht zur Wiedergutmachung mit der drrtten SteuernotverOr^nung zu entziehe. Eine der ersten Aufgaben der neuen Bolksrertretuna wird fein, der verletzten Gerechtigkeit her Ge- nuge su tun, ohne Unterschied der politischen Partei. Es geht nicht an die Privaten auf Kosten dec Oeffentlichkeit zu schädigen, mögen auch noch so groste Interessentengruppen aus dieser sich Lasur einsehen. Auf dem Lande hat der Mittelstand zunächst die Hebung der Kreditnot, dann ein rechtes Verhältnis zwischen den Preisen seiner Erzeugnisse und den land wirtschaftlichen Betriebsmitteln, end- lich eine gerechte Steuerpolitik van dem neuen Reichstage zu fordern. Im Interesse der Volks«, ernährung müssen namentlich Düngemittel au erträglichen Preisen käuflich sein, wird auf eine weitere Herabsetzung der Frachten und der Kohlenpreise gedrungen werden müssen. Der Mittelstand ist gegen den Marxismus schon gefühlsmäßig eingestellt. Er spricht sich auf dem Lande wie in der Stadt für die freie anstelle der Zwangswirtschaft aus. Er ist gegen die sogenannte Sachwerterfassung. Für ihn ist, soweit Grundbesitz in Frage kommt, die Scheidung zwischen Ertragswert und gemeinem Wert für die Steuer von größter Wichtigkeit. Der Sozialisierung leistet gerade der Mittelstand, namentlich im Handwerk, im Kleingewerbe und im Einzelhandel entschieden Widerstand. Hier wird insbesondere die neue Städte- und Landgemeinde- ordnung von Preußen vor allen Experimenten zu bewahren sein. Das Handwerk braucht Erhaltung seiner Substanz, die vielfach schon aufs schwerste gelitten hat. Es wendet sich gegen die Lohns ummensteur in den Gemeinden, ferner gegen zu hohe Preise für Gas, Wasser und elektrischen Strom. Es verlangt geradeso wie der Einzelhandel die scharfe Scheidung zwischen Wucher und notwendigem Preisaufschlage. Man fordert schärferes Vorgehen gegen Kartelle und Syndikate. Die freie Wirtschaft wird insbesondere im Wvh (Ungswe en begehrt, weil man nur von der privaten Bautätigkeit dessen glückliche Lösung und damit zugleich eine Belebung aller üb.igen Gewerbe er» wo riet. 3m Submissionswesen liegt auch noch vieles im argen. Das vom Verfasser vor ein paar Jahren für größere Gemeinden vorgeschsagene Mittel- standsdezernat ist in einigen Stödten durchgeführt worden. Allgemein hat es leider noch nicht tatsächliche Erfüllung gefunden. Vielfach haben die Wohlfahrtsämter, deren Etats riesenhaft angeschw len find, die Aufgabe übernommen, dem Mittelstände, namentlich s.i em niedergebrvchenen Teile, im Rahmen der allgemeinen Fürsorge zu helfen. Damit aber ist weniger dem anderen Teile gedient, der eben durch zielbewußte Gemeindefürsvrge seinen drohenden Biederbruch verhindern will. Der Dere'.endungsfaktor im Beamtentum aller Grade ist groß. Gewiß hat sich das preußische und das deutsche Beamtentum schon früher durch- gehungert. Wir wollen hoffen, daß diesem Bervengerüst des Staates bald wieder die nötige Nahrung zugeführt werden wird, beim damit wird nicht nur Mit elstanbs-, sondern Staatspoli.it getrieben. Vielfach sind im Abbau Mißgriffe nach- geordneter Stellen vorgekommen. Das muß anders werden. Italiens innerpolitische Lage. Don unserem römischen Korrespondenten. Mussolini hat durch den Wahlsieg, den er mit Hilfe des neuen Wahlgesetz.'s am 6.' -April errungen hat. die von ihm gewünschte „Kammer der Arbeit" bekommen. Don den 535 Ageordneten des Parlaments teerte i 356 durch dir Ra men der stegreichen Mehrheitsliste gestellt. (Nach dem neuen italienischen Wahlges.tz erhält näml.ch dt:- lenige Partei, auf d e die m lsten Stimmen, mindestens aber 25 Prozent aller abgcgebe ei S im- men, entfallen, zwei Drittel der Kammersitze) Der italienische Mintsteepräsident kann auf eine Mehrheit von 375 bis 400 Abgeordneten in den meisten pclilischen Frager rechn.n. Bunm.hr kann Mussolini, der durch die sogenannte „nationale Revolutton" der Faszisten als Dittator an das Ruder kam, ferne Diktatur legalisieren: denn das Parlament wird alle feine Maßnahmen gukheißen. Dazu ist es einzig und allein da. Trotzdem birgt auch diese Art von Parlamentarismus, den man zum Unterschied vom denokrati- scheu denfaszistischenParlamentaris- m u s nennen könnte, seine Gefahren für den Regierungsführer in sich. Es erhebt sich jetzt neben Mussolini eine faszistische Kontrollkommts- s t o n. die er nicht mehr so einfach arte das alte Parlament bei,ei e schieben kann. Unter den gewähren Abgeordneter befindet sich eine sehr große Zähl von jungen „Kriegsteilnehmern" die sicherlich mehr guten Willen und Temperament als politisch: Sachkenntnis und Ersah.ung mitbringen Aber gerade die eigentlich unpolitischen Elemente werden den größten Eifer zeigen. Gewiß herrscht im Faszismus Disziplin, und der Führer Hai es bisher immer verstanden, alle auftauchenden Risse und Sprünge wieder zu kitten. Wenn nun aber last dreihundert Faszisten einen parlamentarischen Machtfaktor darstellen, so ist — nach den Vorgängen im alten Parlament — anzunehmen, daß die individualistischen Betgungen sich jetzt' viel stärker zeigen werden. -Und es ist bekannt daß gerade im eigenen Lager jeder Zwist die schärfsten Formen annimmt. Auch jetzt, nach den Waylen, ist schon wieder, zum soundsovielsten Male, eine Reform des Faszismus yorgenommen worden, älnd es wird ein Tag kommen, wo Reformen nichts mehr helfen. Eine parlamentarische Partei werden die Faszisten auf Mussolinis Wunsch nicht bilden. Was sie eigentlich wollen, ist aus all ihren in einer ungeheuer geschwollene,! Phraseologie/ gehaltenen Ankündigungen nicht klar zu ersehen. Die Regierung beabsichtigt zunächst, durch strenge Durchführung der Gesetze die normale ßage im Lande wiederherzustellen, die durch die viel- fachen Gewalttaten nach den Wahlen gestört worden ist. Cs sind zahlreiche Reformen auf allen Gebieten des wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Lebens geplant. Zu erwarten ist zunächst ein Pressegesetz, eine sehr heikle Angelegen- hcit. Die faszistische Logik äußert sich folgendermaßen: Durch die Wähl hat das Volk mit großer Mehrheit der Regierung das Vertrauen ausgesprochen. Folgtich schlt jede Berechtigung für die oppositionellen Zetta n- gen* die Regierung Mussolinis weiterhin zu kritisieren. Das wäre gewissermaßen ein Vergehen gegen den Willen des italienischen Volkes. — Inwieweit man die Pressefreiheit einschränlen wird, muß abegetoartet werden. Gefährlich ist eine solche Maßnahme immer. Es ist nicht za leugnen, daß der Faszisrnas in weiten Kre.sen and Ge^ bieten Italiens durchaus nicht lei-bl ist Be- rnerk.mswert ist zum Beispiel, daß Mussolini die meh.fachen dringenden Einladungen der Universi- tät Beapel. zu ihrem 700jährigen Jubiläum zu fommen. abgelehnt hat. Er fährt statt dessen nach Sizilien, um ein nach ihm benannte? Städt- ch'n einzu weihen. 3m Neapolitanischen hatte der WählÄmpf sehr eigenartige Formen angenommen, so daß die Stimmung der Bevöl e.ung dort immer noch eine sehr gereizte ist. — Außer dem Pressegesetz soll das neue Parlament die in den letzten Monaten von der Regierung mit fremden Mächten abgeschlossenen Verträge billigen und den Fraaer das Stimmrecht für die Derwaltungswähten verleihen. Besondere Aufmerksamkeit will die Regierung den wirtschaftlichen Fragen widmen. Auch in dieses für die Existenz eines Volkes maßgebende Gebiet wird die politische Ideologie hineingetragen. Der Faszismus ist von der Idee beherrscht, er müsse das neue Römische Reich schaffen. Lind dazu erscheint ihm unumgängllch notwendig, die wirtschaftlichen neben den politischen Machtfaktoren In Rom zu zentrasssieren. Dos italienische Wli-tschaftsleben. Industrie and Finanz, hat seinen Sitz in Oberitalien, wie sich das eben aus den Botwendigkelten ergeben Hatz Heute fühlt die italienische Regierung natürlich, wie jede andere Regierung, daß ihre Macht zum Teil illusorisch ist, wenn sie nicht Industrie und Finanz mit sich, oder womöglich gar unter ih er Kontrolle hat. Die genügsameren Geister unter den Faszisten möchten nun wenigstens die Finanzmacht, die großen Dankzentralen, nach Rom ziehen, um ein Gegengewicht gegen die ober-italienische Industrie zu haben. Schwärmer möchten aus Rom gar eine Indnst iestadt machen, was sich allerdings aus naturgegebenen Gründen von selbst verbietet. Zunächst hat die Regierung alle Hände voll zu tun, um den Banken — und auch der Industrie — zu helfen. Durch den Zusammenbruch der großen „Danca di Sconto", 1922, ist das ital enische Bankwesen in derartige Schwierigkeiten geraten, daß staatliche Hilfe bis heute Schlimmstes verhüten muhte. Die Industrie, die nach dem Kriege sehr gelitten hat, kommt langsam wieder hoch und kann sich, soweit die Rvhstoffrage es zuläht, entwickeln. In welchem Maße deutsche Initiative hierbei im Spiel ist. kann heute nicht gut gesagt werden. Jedenfalls harren hier der Regierung viele und schwerwiegende Probleme, die gelöst werden müssen. Mussolini ist an sich ganz der Mann, die Dinge vorwärts und zu einer Entscheidung zu treiben, ca er nicht gewohnt ist, Entschlüsse auf die lange Dank zu schieben. . . Mahlen wurde offiziell verkündet, daß im Ministerium keine Derändsrungen zu erwarten wären. Run aber hat General Diaz < der Kriegsminister, „aus Gesundheitsrücksichten" sein Portescuille abggben, und zu seinem Nach- folger ist General di Giorgio vom König berufen worden. Diaz war bei Kriegsende Armee- Oberbefehlshaber. 1922 wurde ihm der Titel eines „Duca della Bittoria" (Herzog des Sieges) verliehen — etwas spät zwar, aber immer noch rechtzeitig genug, wenn man bedenkt, daß man in Italien erst seit 1921 Siegesfeste feiert. Er trat in Mussolinis Kabinett als Kriegsminister ein, mit welchen Hoffnungen, das ist schwer zu sagen. Heute wird von feiten der demokratischen Opposition lebhafteste Kritik an der Militarpoliti! der Regierung geübt Hauptwortführer ist der bekannte General B e n c i v e n g a. Ec macht Der Regierung den Vorwurf, daß sie beim Heer an falscher Stelle spare. Die Regierung habe das Budget des Landheeres um 300 Millionen zugunsten der Marine und Luftwaffe verringert. Dann dürfe man aber auch den Bestand nicht aufrechterhalten. Ferner hegt der General schwere Befürchtungen über die faszistische Partei-Armee von 300000 Mann, die sog „Milizia nazio- nale", die nach seiner Meinung, toenn man etwa im Ernstfälle auf sie rechnen wolle, eine schwere Gefahr für das Heer und damit für das Volksganze bedeute. Wer Gelegenheit hatte, Mussolini während der Zeit seiner bisherigen Regierungsführung zu beobachten, muh vor allem an ihm hervorlteben die außerordentliche Mäßigung, die er an Den Tag gelegt hat und zu der ihn die Verhältnisse schließlich auch gezwungen haben. Die Linie der Entwicklung wird ihn immer weiter zur konstitution'llen Regie.ungsform zuruckfüheen und er wird sich den Verhältnissen, die mit unse^ ter Zeit gegeben sind, so geschickt und unmerllich anpassen, daß seine Anhänger glauben werden, er habe die Verhältnisse sich angepaßt. Wie stark daran die außenpolitischen Zwangsläufigkeiten Mitwirken, das muß noch besonders betrachtet werden. Wirtschaft. Vom Gctreidcmarkt. Das Bild des Prvduktenmarktes hat sich der Dorwoche gegenüber recht wenig verändert. Irgendwelche Anregungen waren nicht zu verzeichnen, und die immer noch schwierige Lage des Geldmarktes verhindert das Aufkommen einer festeren Tendenz. Der Saatenstand, der, wie schon vor einer Woche berichtet, als erheblich günstiger zu bezeichnen war, als man ursprünglich annehmen konnte, hat sich infolge der Erwarmung, die in den letzten Tagen eingetreten ist, weiter gebessert. Allerdings Dürfte man mit einer ziemlichen Verspätung Der Ernte zu rechnen haben, da Der Stand der Felder, verglichen mit dem des Vorjahres, noch weit zurück ist. Die Preisgestaltung an Den deutschen Prv- duktenmärkten war in Der Derichtswvche durchaus rückgängig. Dieser Rückgang ist n?ben den oben erwähnten Umständen dem Eintreffen der russischen Winterladungen zuzuschreiben, die bis vor kurzem in den Strömen eingefroren lagen. Ra- türlich stößt die Abnahme Derartiger Mengen auf ziemliche Schwierigkeiten und trägt dazu bei, die an und für sich schon niedrigen Preise für Getreide weiter herabzudrücken. Dies trifft namentlich beim Roggen zu, während für Weizen, allerdings mehr für billige nordamerittmlsch: uch argentimsch? W-are, e Niger Bedarf Vorhand >n war. Unangenehm bemerkbar machten sich auch in dieser Woche erneut die großen Abgaben dcr RLichsgetreidestelle, namentlich in Süddeutschland. Das Mehlgeschäft läßt immer noch recht viel zu wünschen übrig. Billigere ausländische Mehle verhindern eine Wiederaufnahme Der Arbeit Der vielen in den letzten Wochen stark eingeschränkten Mühlenbettiebe. Die Kleieproduktion LiDet selbstverständlich Darunter auhcrord ntlich sta k, was sich in einem erneuten Anziehen der Preise für Kleie usw. fühllar macht. Für- Hafer tvar einiger Bedarf nach der Ostseeküste zu Ausfuh.zweck.n noch vorhanden, Im Inlande ruhte das Geschäft auch hierin fast vollständig. Gerste war, namentlich in Trauware, gut angeboten, fand aber nur in erstklassigen Qualitäten Abnehmer. Die Lage an den Auslandinarcken hat sich wenig verändert. Die kanidishe-i Ölhäfen mobilisieren zur Zeit für einen verstärktem Export, was die argentinische Konkurrenz ziemlich drückmd empfindet. Die Ernteaussichten der Bereinig en Staaten werden als verhältnismäßig günstig bc* Die billigste Reklame. »Die billigste Reklame ist die Zeitungsanzeige", erklärt der hervorragende englische Reklamesachverständige Sir Charles Higham in einem Dortrag, Den er vor Der Londoner Handelskammer hielt. „Eine Seite mit An -.eigen in jedes Haus des Vereinigten Königreiches zu bringen, kostet weniger als ein Fünftel Penny. Um eine Postkarte in jedes Haus zu bringen, braucht man schon einen Penny für die Karte, ganz abgesehen von den Druckkosten. Lind dann ist es immer erst eine Postkarte gegenüber einer großen Zeitungsseite. Was für eine Macht liegt In Der Zeitungsanzeige? Eine Seite ist groß genug, um jedem etwas Interessantes mitzuteilen» und durch Die Möglichkeit, diese Bachri htcn in schönem und klarem Druck in alle Familien zu bringen, wird die Zeitung der große Marktplatz der Welt, das billigste Mittel, feine Waren zu veckaulea. und der Weg Der Reklame, Der die geringsten Kosten verursacht. Es ist für Die Leserwelt von großem Buhen, nicht nur Die Neuigkeiten aus aller Welt zu erfahren, sondern auch die Beuigkeiten über Die Dinge, Die es sich loh.tt, zu laufen. Jedermann kann sich heute einen gewissen Luxus gestatten, weil die Industrie so vieles Darbietet, und nur durch die Erleichterung Des Vertriebes, Den Die Anzeigen verschaffen, lohnt sich Die Herstellung von Massenartikeln. Sonst könnten sich Die Hersteller von Luxussachen nur an ganz wenige wenden, und diese müßten entsprechend teuer sein. Gute Waren, gut angezeig t — das ist Der Weg zum Reichtum. Schlechte Waren können nicht gut angezeigt werden, weil sich die Ausgaben Des Anzeig.ms von schlechten Sachen nicht rentieren. Ich glaube, daß Die Zeit kommen wird, wo man Ideen so allgemein anzeigt, wie Zah'Pulver. Sie wwden rasch beweisen, ob sie wertvoll oder wertlos sind, wenn dies geschieht, grabe wie es bei dem Zahnpulver Der Fall ist. Selbst Henry Ford, früher ein Feind Der Anzeige, hat jetzt seinen Irrtum ein- gesehm. Solange er ein Monopol für billige Kraftwagen hatte, konnte er auf Anzügen verzichten, aber jetzt sind andere Fabrikanten mit ihm auf seinem eigensten Gebiet in Konkurrenz getreten. Ford ist ein kluger Mann, und deswegen hat er beschlossen, in diesem Jahr mehr als 5 Mill. Dollar für Anzeigen auszugeben." * Die Duellen des Orinoko. Unter den wenigen großen geographischen Aufgaben, die noch beute th e Lösung harren, steht das Geheimnis der Orinokoquellen mit an erster Stelle. Alerander von Humboldt hat zuerst auf Die Wichtigkeit Dieser Aufgabe hnngewirsen, ohne sie lösen zu können. Bach ihm haben ver- schicDene namhafte Forschungsreisende vergeblich versucht, Den Schleier zu hebm Robert Sch o m- burgk (1839), Jean Chaffanjon (1885), Theodor Koch-Grünberg (1912) Hamilton Bice (1920), alle mußten an Der Schwelle um» kehren. Tie kriegerischen Indianer der sagenumwobenen Sierra Parima, des Gebirges, auf dem Der Orinoko entspringt, die unge'heuren Strapazen, die sich dem Wagemut jener Männer entgegenstellten, hinderten jeden Zugang. Ihre vergeb- kkch-m Versuche konnten die beiden letztgenannten Zorscher nicht von ihrem Vorhaben abschrecken. Gemeinsam wollen sie jetzt noch einmal versuchen, ihr Ziel zu erreichen. Im Juni D. I. soll diese Expedition ihren Anfang nehmen. Sie wird in zwei Abteilungen geteilt, eine westlich:, dir Dem Lauf Les Orinoko folgt, und eine östliche un er der Führung von Dr. Hamilton Rice und Dr Theodor Koch-Grünberg, die vom Amazonenstrom ausgeht und mit eigenem Dampfboot den Rio Begvo und seinen linken Rebenfluß Rio Dranco aufwärts fährt. Am oberen Rio Branco soll eine Radio- ft a t i o n errichtet werden, durch die man mit der zivilisierten Welt in Verkündung bleiben will. D.r weitere Weg führt auf Indianerbooten nach Westen Den Uvaiicueca hinauf, Dec alten Reiseroute von Kcch-Grünberg folgend. Der Uraricu- era ist ein wilder Strom. Der durch unzählig« Stromschnellen und Wasserfälle Der Schiffahrt die größten Schwierigkeiten entgegenfeht. Der Fluh ist fischreich: in Den Wäldern fehlt es nicht an Wild, aber die Ufer sind unbewohnt: nur kriegerisch:, kulturell sehr tief stehende Indianerhorde.n durchstreifen Den dichten Urwald. — Die Expedition ist mit allen modernen Hilfsmitteln aus- gestattet. Mittels eines Wasserflugzeuges hofft man die Verbindung zwischen den beiden Abteilungen herzustellen und Radiomeldungen ausza- senkten. Aus l>em Kamm der wasserscheidenden Gebirgskette wolten be.de Abteilungen zusammen- treffen, um gemeinsam in woche.nlanger Arbeit das Quellgebiet zu erforsche r und kartographisch festzulegen. Hoffentlich gelingt es auch>. mit den kriegerischen Bewohnern des Gebirgslandes in fräedlrchen Verkehr zu treten und völkerkundlich wertvolle Beobachtungen zu machen. Durch den Casiqurare, die bekannte Bifurkation zwischen Orinoko und Rio Begro, hofft man dresen großen linken Bebenfluß des LlmazonaS und damtt Den Anschluß an die Heimat zu erreichen. Der menschliche Körper als Antenne, um elektrische Lebensvorgänge hörbar zu machen, ist eine neue Anwendung der Radiotelephonie, worüber Dr. Lilienstein im letzten Heft der Wochenschrift ^Radio - Umschau" (H. Bcchhold Verlag, Frankfurt a.M ) m t erläuternden Abbildungen ausführl ch berichtet. Die eleZtro-mag- netischen Eigenschaften des tierischen Körpers sind seit Galvanis Froschschcnkel-Dersuchen bekannt. Als Träger dieser elektrischen Vorgänge werden heute die Körpersäfte angesehen, mit den darin gelösten Elektrolyten, deren Ionen an den Zell- und K r m mbrare r Pole t ale Schwanlu genfer» vorrufen. Besonders stark s nd diese eie.irischen Ströme bei der Muskel-, Drüsen- und Berven- tätigfeit nachweisbar. Neuartig ist nur Dr Ci- liensteins einfacher Versuch, einen menschlichen Körper auf einer Funkenstation, an Stelle der Antenne, einzuschalten. Man hört sofort die rhytmischen, vom Herzakt'onsstrom her- rührenden Tone, ebenso auch das Brummen des Muskelstroms, der durch einfache Bewegungen des Köders erzeugt wird. Bun sind aber auch bei Der Tätigkeck Deä Bervengewebes, bei Drüsen- absonderungen usw., also Wohl bei allen Lebensfunktionen elektrische Vorgänge im Spiele, und man sieht staunend, welch großes Gebiet hier der Forschung für die Physiologie und Pathologie ihre Beeinflussung durch die Therapie er- schlossen werden kann. Es wird gelingen, die ein- zeinen Lebensv^rgänge Dem Ohre unterscheidend o'n r ma(5.cn und sie auszudeuten. Bei Uebertragung auf andere Organismen wird man also in absehbarer Zeit buchstäblich „das Gras wachsen hören" können. Berlin In Simonen Prozent Drrliner Dorfe. Tendenz: Klnfler-Söckchen Giessen SchulsirQßß Datum: | 7. Dortriegs- unb dem- Mark Anvoll voll voll EO 12 voll 60 (229) und im dierende. Die enthalten. voll 2 4 10 voll 0,0.0 0.4 ü U, 20 0,9.0 0,120 0.2.0 39 8,75 2,75 13 U 10 8,75 9 87 6,2 10,4 .3 0,25 4,6 25,5 1,8 8.9 Mk. bis 50 pfim r. vorigen Sommer 2355 (296) Stu- Hörer sind in diesen Zahlen nicht fordek(t>cii Körperaufbau durch hohen Mhrwerf und leichte Bekommlichkei! HAPTWIG & VÖG E L zx- G OftESOED 74.91 27,73 71,82 111,47 158,10 5,98 4,19 18,45 19,15 21,94 4,76 12,5? 58,85 1,89 58,45 79% 4,13 24,5 .8 6,13 7,95 0,6 7,9 12 1 1,8 0,350 0,400 9,75 12,5 31,5 36,5 <8 8,5 12,5 7.75 10,25 20 23 £0,5 1,5 19,25 I (v.vn..£em h ,Vnl rit Inner-. Albert Goebel, Cassel. SBirtbifrahe 23, Fernruf 722L 2790A 73,79 27^87 72,19 112,03 168,10 6,98 4,21 18,55 19,25 22,93 4,78 12,58 69,15 1,91 68,75 0,8 11,1 1,4 2.8 6,6 6,5 3,25 2,75 Biichertisch. — Elne soeben in Berlin mit ihrer ersten Stummer herausgekommenen Halbmonatszertschrift «Deutsche Elite" (Herausgeber Gustav Nedo- witz, Berlin SD 30, Aollrndorfplah 9) nimmt auf mehr als 60 Seiten Fühlung mit allen Gebieten der ersten Gesellschaftskreise, für welche diese Zeitschrift bestimmt ist. Stuber dem sehr umfangreichen gesellschaftlichen Teil mit seinen vielfältigen Ereignissen und Peisönlichkeiten, die in ihrem Mittel- Punkt stehen, werden eingehend behandelt: die Damen- und Herrenmode, die schone Kunst mit ihren Ausstellungen und Auktionen, jede Art Sport des In- und Auslandes. Raumkunst, Waid- to-ert, das Leben auf den Landsitzen, Theater- und Filmpremieren, die Welt der Töne. Politik mit ihren Glossen und Karrikaturen, die Reisetechnik das schöne Bruch Radio-Aeühüten. Feinschmecke- reren. die Börse, der Sanx nicht zu vergessen auch bas Feuilleton mit Lyrik und Novelle — Die „Neue Musik-Zeitung" bringt irn ersten Heft ihres 45. Jahrgangs eine Reihe Aufsatz^ unserer hervorragendsten deutschen SNusik- schnftsteller. Prof. Dr. Hermann Abert (Berlin) behandelt in dem Leitartikel „Musik und Politik 3818a iiiiiiiiiilliiiiiiiiiiiiilliiiiliiiiiiiiiiiiiiiiiillililiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiii Paar von £ schwarz, weiß, braun, hell- und dunkelgrundig mit Wollrand für jedes Alter in nur la Qualitäten Hochschulnachrichten. )s Marburg, 7. Mai. SDie jetzt bekannt Wird, beträgt die Gesamtzahl der zum Sommerhalbjahr an der hiesigen ülniversität immatrikulierten Studierenden 2175, darunter 263 Frauen. Es studieren 159 (6) Theologie, 704 (20) Iura, 363 (42) Medizin und 949 (195) Philologie. Im letzten SDinler waren es 1926 (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Die amerikanischen Geldgeber gegen die Sankrionen. London-, 8. Mar. (WTD) Der diploma» tische Terich'erftatter des „Daily Telegraph" schreibt: Sondierungen in Wa hing.oncT und Neuhofer Sachvcrständigrnkreisen ergaben, daß alle Meinungsverscyliedenheiten über den - Plan der Sanktionen unter ten Alliierten im Zusammenhang mit dem Daw.splan wahr^chein- lich durch die Haltung des mahgeben- den Geldmannes auf dem amerikanischen Geldmärkte erledigt tber7en würden. Dieser nehme einen noch bestimmteren Standpunkt ein. als die Londoner Ei y. Er meine, dab die Anempfehlung der Sachverständ'.gLn gegen die verfrühte Ausarbeitung von Sanktionen streng eingehalten w:rdrn sollte, damit eine derartige Maßnahme nicht den C.folg der vorgeschlagmen Anleihe von 40 Millionen Pfund beeinträch ige. In britischen Kreisen mache sich ein ähnliches Bestreben geltend, unter der Begründung, daß es gefährlich sein würde, für eine rein hypothetisch? Lage Gesetze jahrelang im voraus zu machen. Eine Ausnahme bildeten die Londoner Kreise, die für einen Austausch in der Frage der Sanktionen und der Militärischen Räumung d:s Ruhrgebietes einträten. Es sei jedoch zweifelh.ift, ob hierfür die britischen Regierungskreise zu haben wären. Die amerikanischen Zinanzkrei e legen den grüßten Nachdruck aus die vollständige w.rtschrf.liche Räumung des Ruhrgebietes in älebereinitim- mung mit dem Daw.svericht als eine wesentliche Bedingung der Anleihe. Die Frage der militärischen Räumung des Ruhrge- bietes werde vor dem nächsten Januar verhandelt werden müssen. Dis dahin werde sich England zu entscheiden haben, ob der K ö l n e r D r ü ck e n- kopf von seiner gegenwärtigen britischen Garnison geräumt werden soll aber nicht. Einweihung des Haas-Denkmals in Darmstadt. Darmstadt, 8. Mai. (Eigener Bericht.) Aus Anlaß der 3 7. Tagung der Deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften wurde heute unter außerordentlicher Teilnahme das Denkmal zu Ehren des Gründers und verdienstvollen langjährigen Organisators des deutschen Genossenschaftswesens, Ceheimrat Wilhelm Haas, der vorbildlich in der ganzen Welt wirkte, cingeweiht. Unter den Ehrengästen befanden sich auch der frühere Großherzog, die hessischen Minister von Brentano und Henrich und zahlreiche andere Regierungsvertreter. Oberbürgermeister Dr. G l ä s s i n g , Präsident Adelung vom Hessischen Landtag und andere. Auch die Witwe und zwei Töchter des Derstorbenen wohnten der Feier bei. Der Präsident der Deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften Io Haussen-Hannover eröffnete die Aeihe der Ansprachen und würdigte in längeren Ausführungen die unvergeßlichen, außerordentlichen Berdienste des Verstorbenen. Er widmete ihm im Namen der Deutschen Genossenschaften eine prächtige Kranzspende. Präsident Bill- Niederweisel übernahm das Denkmal im Namen des hessischen Verbandes der landwirtschaftlichen Genossenschaften mit dem Versprechen, es allezeit in treuer Obhut z»u halten: auch er würdigte die unschätzbare Tätigkeit und die unermüdliche Arbeitskraft des Verstorbenen: im Namen der hessischen Genossenschaften widmete er gleichfalls eine Kranzspende. Weitere Ansprachen unter äleberreichung von Kranzspenden hielten Minister von Brentano im Namen der hessischen Regierung. Präsident Adelung für den Hessischen Landtag, Oberbürgermeister Dr. G l ä s s i n g für die Stadt Darmstadt, Oekonomie- rat H a h n für die Hessische Landwirtschaftskammer, Präsident Semper' für die Preußische Zentralgenossenschaflskasse, Direktor Moeller« Berlin sür die Bezugsvereinigung der deutschen Landwirte, außerdem ein Vertreter des Gießener Korps Teutonia, dem Haas als Mitglied ange- horte. Die sehr würdig verlaufene Feier wurde eingeleitet durch einen Choral und beschlossen durch das Niederländische Dankgebet. bieten waren die Kursschwankungen nach oben oder unten kaum nennenswert. Sine Aufnahme machten Caro und Oberbedarf, die von ihrem gestern gehabten Kursverlust etwas einholen konnten Auch Riebeck war eine Kleinigkeit besser. 5>ie Grunvitimmang blieb im weiteren Verlauf schwach, wenn auch trotzdem für das eine oder andere Papier etwas Interesse auftrat. Im Lause des Geschäfts wurde verschiedentlich der Versuch gemacht, es mit Hilfe des flüggeren Geldmarktes zu beleben. Ader diese Versuche scheiterten mehr oder weniger an der Lustlosigkeit der in Betracht kommenden Kreise. Im freien Verkehr kann man vielleicht von einer kleinen Erholung sprechen. Dort war das Angebot sehr klein, aber auch die Nachfrage war nicht sonderlich groß. Man nannte Api 3l/4, Decker-Stahl 4Vs bis 45/b. Decker-Kohle 5Vs. Den- 3. Krügershall 3l/2, Petroleum 1P/2- Börsenkurse. Berlin, 8. Meri. (Wolff.) Die Börse eröffnete meist zu gut behaupteten Kursen. Aus der Provinz, namentlich aus Rheinland-Westfalen vorliegendes Angebot fand ziemlich glatte Aufnahme, weil die Platzspekulation den gedruckten Kursstand zu Deckungen benutzte. Einzelne SDerte des Montanmarktes, wie Essener S ein- kohlen. Oberschl. Eisenbahnbedarf. Oberschl. Eisenindustrie, Phömx und Deutsch-Luxemburger wurden sogar um Bruchteile eines Prozentes höher notiert. Daneben waren auch einige kleine Abschwächungen zu verzeichnen. Späterhin nahm die Haltung einen noch festeren Charakter an, was man damit erklärte, daß gestern umlauf enbe un° Caro ........ 1 nnlA.finrrmbnrQ...... 6t(frnfirrt)tncr «crgroertl . ©orpener Wrrgbnn Bollwerke -lscherSlebeu. . . . Kaliwerk Welleregelu .... Laurohiille . . Öberdrdarf .......... vyiiiiis Bergbau ....... jRodmtaM........... deck Montan........ teUus Bergbau Samburg-«merkka Tatet. • Norddeutscher Llovd .... Cl cromische Werke Llbta .. Zementwerk Heide»«- .. Vbtltpp Hoizmana Vinoro»Gont..raitnno Badische «,'tlin........ Chemische Mayer Alaptn. . . Goldschmidt.......... GrieSheimcr Tlcctroa .... Höchster Farbwerke...... Holzverkohlung........ RütgcrSwerke......... Scheideanstalt eng. eitftdihatMtefenf«en Bergmann ...... Mamkraftwerte Schinken...... Siemens ck HakSte ..... Adkerwerke Kley« ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenftaedt Meguin............. sirankfurter Sntitrtnrtit ... Konservenfabrik Braun . . . Mctollaesellichall Frankfurt. Schuhfabrik Herz Sichel........... Waldhof Zackcrmbrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel .. . TU DrnNchr NelchSanleth» *le Deiiische SieichSanleihe !*/.•/* Deutsche N>«ch->anle
Nnl. dlo.Toll.-Schay'Anweisung.') <•/. Zolltürken ...... 6*/. »oldmerikaaa .... Berliner HandekSaesellschakt • Commerz, und Privat-Baiik Darms«, und •.Unrloiialbaiit Deimche Bo ■ ....... Deuische VcremSbank . . . DiScomo donmiaiibit . . . Mctallbank.......... Mirteldentsche Lreditbank. . Oeste, reichlich« Lre dl «au statt Destdank . ......... Bochumer ®d| , » . .... Buder>S........... Schwerer Moten......... BraniSsilche Mote« ....... Dänische Moten ......... Schwedilch« Noten ....... Lolliindliche Noten........ Leuisch-Vesterreich, i 100 ÄroneB Amerikanische Noten....... Eugltschr Noten ........ kste.lleuische Noten ........ Belgische Noten....... Ungarn(6t Noten ........ Lichechoilowaklsche Noten. .... Norwegische Noten ....... Rumänische Noten. ........ «pantsche Noten- Gerichtssaal. Frankfurta. M., 8. Mai. (WB.) Vor der hiesigen Strafkammer halte sich in mehrwöchiger Verhandlung eine weitverzweigte Diebes-Ge- sellschast, die im Frühjahr 1923 in Frankfurt am Main und anderen größeren süddeutschen Städten bandenmäßig Diebstähle in Ladengeschäften, Schneidereien und Privathäusern beging, wobei sie es hauptsächlich auf Stoffe, Silbergeschirr und andere Wertsachen abgesehen hatte zu verantworten. Auf der Anklagebank faßen achtzehn Beschuldigte, darunter auch 5Frankfur° ter Polizeibeamte, die sich schwerer Amtsverbrechen, darunter Bestechung, Llrkundensäl- schung, Hehlerei, Unterschlagung usw. schuldig gemacht haben und die aus den Taten der Diebesbande materielle Vorteile gezogen haben sollen. Das Gericht warf folgende Strafen aus: Kriminalbetriebsassistent Kappe 5 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust, Dolizeiassistent E p P l e zwei Zähre Zuchthaus und 3 Jahre Ehrverlust, Kriminalbetriebsassistent S ch u l z 3 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust, Polizeioberwachtmeister H e t) b e r und Polizeiwachtmeister Reitz je fünf» zehn Monate Gefängnis, Händler Barth 2Vs Jahre Zuchthaus und 3 Jahre Ehrverlust, Kontoristin Wig gen Häuser 21/2 Jahre Gefängnis, Graveur S ü n b e r 6 Jahre 6 Wochen Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust, Kaufmann Fah- renbrach 3 Jahre 10 Monate Gefängnis. Die übrigen Angeklagten wurden zu Gefängnisstrafen von 4 Monaten bis 3 Jahren verurteilt. zeichnet, uiw aud> der «wartete Rückgang der Anbauflächen scheint nicht etngetreten zu sein. Steigender Pfund- und Dollarkurs in Paris. Paris, 9. Mai. (WTD.) „Petit Darisien" berichtet über die gestrige Entwicklung der Devisen an der Pariser Börse, die Devisen hätten sich gestern unter dem Eindruck der Folgen des Exporthandels ziemlich merllich erholt .Die Importeure hätten in den letzten Tagen es verabsäumt, ihren Devisenbedarf zum Termin vom 15. 5. zu decken, und angesichts des am Vormittag einsetzenden st e t i gen S te i g e ns von P f u n d a n d D 0 l I a r hätten sich ihre Kurse überstürzt. Dies erfläre die gestrige Erreg rng am Devisenmarkt, wo das Pfund zu Beginn 63,75 gegen 66/43 am Vorabend stand, während es an der Dürfe selbst 70,60, und nach der Börse mit 73,70 notiert wurde. Der D 0 l l a r habe mit 15,74 gegen 15.23 am Vorabend eingesetzt, s.ine Erholung während der Dörsenstunden mit 16,20 fortgesetzt und nachbörslich 17 erreicht. Unter dem Eindruck der Neuyorker Eröffnungskurse habe sich jedoch der Franken erholt. Das Pfund sei auf 71,25, der Dollar auf 16,12 zurückgegangen. Die übrigen Devisen seien diesen Orientierungen gefolgt. 100 Pe- feden seien von 210 auf 223. 100 Schweizer Franken von 271,25 auf 280 gestiegen. "Der Stand der Reichsbank Ende April. Nach dem Reichsbankausweis vom 30 2lpl.il hrt der zum Mv/.atsschluß üblicherweise anschwellende Kreditbedarf b.i der Reichsbank zu einer weiteren Anlagevermchrung geführt, die aber im ganzen über das start eingeschränkte Ausmaß der Vorwoche nicht erheblich hinausgegangen ist. Die gesamte Kap talan age flieg um 23,7 auf 2165,3 Trillionen Mark. Dabei tote' cn die Bestände an R ntenmarkw.chseln und -Sä ecks wieder eine Abnahme um 4,9 auf 1144,6 Mill. Rentenmark auf, während das Rentenmarll- m- bardkonto um 13,2 auf 132,1 Rentenmark zunahm. Die Papiermarkwechselbestände erh.hten sich um 15,2 auf 772 4, die Papiermarklombardforderungen um 0,1 auf 24,3 Trillionen Mark. Bemerkt sei, daß sich die Summe der von der Bank toeitcr- begebenen Renlenmarkwechsel von 10 auf 20 Mill. Rentenmark erhihte. Stärker als in der Wech e - und Lombardanlage trat die Anspannung Les Status der Dank durch cklltimoansprüche in den Abflüssen von Zahlungsmitteln in die Erscheinung. Der Umlauf an Reichsbanknoten wuchs um 102,9 auf 776,9 Trillionen Mark. Der Umlauf an Rentenb.-nkschoine nahm nach den Bewegungen bei der Reichsbank um rund 90 auf 1743 Mill. Dentenmark zu. Die Abhebungen von baren Zahlungsmitteln führten 'einmal zu einer Verminderung der fremden Gelder um 139 auf 805 Trill. Mark, andererseits zu einer Abnahme der Bestände der Reichsbank an Rentenbanlscheinen. Diese haben sich auf 242,8 Mill. Rentenmark ermäßigt Ein Rückgriff auf den der Reichs bau c bei der Rentenbank zur Verfügung stehenden Kredit war trotz der erwährckcn großen Abhebungen von Rentenmark nichL erforderlich. Die Ausleihungen der Reichsdarlehenskassen tourten weiter um 0.5 auf 1,3 Trillionen Mark abg-> tragen. Der Bestand der Bank an Darlehens- kassenscheinen folgte dieser Veränderung. Infolge ■Ueberleitung der neugeprägten ReichSsilbermün- zen in den Verkehr haben die Scheidemünzenbestände der Dank um 1 auf 0.3 Mill. Gvldmart angenommen. * Unrentabilität der ManSf elder Kupferschiefer-Gewerkschaft. Nach einer Meldung der „Voss. Ztg." aus Halle hat die Mansfelder Kupferschiefer-Gewerkschaft A.-G. Schritte unternommen, um von den Aufsichtsbehörden die Genehmigung zur Stillegung ihrer Betriebe wegen Unrentabilität zu erlangen. Die Mansfelder Aktiengesellschaft beschäftigt zusammen mit den von ihr abhängigen Werken neben Hunderten von Beamten und Angestellten etwa 30 000 Arbeiter. Frankfurt n M ba)iiiß- im klassischen Altertum" in eindringlicher Darstellung die Bedeutung, die der Musik in Griechenland eingeräumt war, wo sie als allgemein bindende, „gesellschaftsbildende" Machlt eine allbe- hLrafchende Stellung einnahm. Dr. H. Erps, der musikalifche Lektor an der Universität Freiburg, ruft zu stärkerer Beachtung der Schassenoen auf, denn „die Entscheidung über das Schicksal der Musik liegt bei den Schafsenre.i". Einen äußerst wenvollen Dee.'horea-Fund 6ieLt der Beethoven- forscher Dr. Max Unger durch die erste Ver° öfsentlichung eines bisher unfce:aitnten (im Faksimile gebotenen) Te.'ihovenbriefes an Joseph Dlöchlinger. Privatdozmt Dr Ernst Ducken behandelt in einem Artikel „Die Erkenntnis der Stile" die notwendige Neueinstellung auf dem Gebiet der musikalischen Ae thetik. Las Heft ent' hälc außerdem Musitbriefe, Besprechungen, Klein« Nachrichten über Kunst und Künstler und eine Notenbeilage mit zwei prächtigen Klavierstücken Karl Hesses und einem feinsinnigen Lied Franz Philipps (aus dessen Lenaulie eenj. Probeheft dieser oieli eiligen Haibmonatssch ist verfem ei gegen 70 Pfg. der Derlag Earl (Srüninger Nachf. in Stuttgart. * Schwierigkeiten in der Wup» Pe rtaler Textilindustrie. D sher ist die Wuppertaler Textilindustrie zwar noch gut beschäftigt gewesen. Es scheint jedoch ein Um- schwüng 6er Konjunktur bevorzustehen, da nicht nur her Eingang an neuen Aufträgen viel zu wünschen übrig läßt, sondern da vor allem auch die Käufer Schwierigkeiten in der Abnahme machen. Dies rührt in der Hauptsache wohl daher, daß die Abnehmer ihre Hoffnung, mit den inzwischen verkauften Waren die vom Fabrikanten gekauften neuen Waren bezahlen zu können, getäuscht sahen. Die Preise für Textilien sind so hoch, daß der Verbrauch die vom Handel abgeschlossenen Mengen nicht abnehmen kann, so daß b efer seinerseits wieder beim Fabrikanten mit ber Abnahme in Rückstand gerät Ein Ersatz für ben Aussall des Inlandmarktes auf dem Aus- fcnbmarft zu finden wird wohl schwer sein, da zur Zeit die Auslandtextilpreise 25 Proz. unter den inländischen liegen. Wenn nicht in der Preisgestaltung bedeutende Konzessionen gemacht werden, ist für die Wuppertaler Textilindustrie in den nächsten Wochen und Monaten mit größeren Schwierigkeiten zu rechnen. * Derliner Stützungsaktion für den Metallhandel. Wie verlautet, plant man in Berlin unter Beteiligung der Großbau, en e n? S utzungsa't on für den Metallhandel. Laut „Vossischer Zeitung" soll ein Stützungsfonds von einigen hunderttausend Pfund Sterling zusammengebracht werden. Nur wirklich gute Metvllhandelsfirmen sollen für die Unterftüßung in F'am> k-imm'n Die Verhandlungen sind jedoch, wie man hört, noch nicht abgeschlossen. "Aufwertung der Kieler 2ln leihe. Die -sijlx xi.1 hat oeschlosien, ihre anleihen mit 3 Prozent aufzuwerten gemäß 30 Rentenmark für nom. 1000 feibe za zahlen. •) Dom Rückzahlung-Werl. ; Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. (9n Billionen Mork auSgedrückt. VuenoS-SireS. London, Neu- hort, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit. Wien und Budapefl für 100000 Einheiten, alle- übrige für 100 Einheiten.) Lelegravhtsche Auszahlung. bestimmte Gerüchte von bestchendden Zahlungs- schw.erigkeiten keine Bestätigung gefund.n haben und man außerdem geneigt war, die Hoffnung aus die Vermeidung des Dergarbeiterausstandes nicht aufftugebvn. Bei Heinen Umsätzen tonn en 3'unr Teil weitere Heilte Kursgewinne erzielt werben. Schlesische Zink- und 'Bergbau stellten sich sogar sittoeilig um 4 Millionen Prozent gegen gestern höher. Märkte. Berliner Produktenbörse. Berlin, 8. Mai. Am Produktenmarkt ist kerne Aenderung von Bedeutung einqetretza. W.izen war weile, aus Sachsen zu abgcschwächten Preisen angeboten, auch Schlesien stell.e niedrigere Forderungen. D^n Rvggen war mchr Material am Markte, während leitens benachbarter Mühlen einiger Begehr bestand. Grrste war in frinsten Qualitäten re.käuflich. Hafer blieb behauptet. Mats war lob schwer vertäuf.ich. und auf Cuferungen wenig angeboten. Inländisches Mehl wurde wenig beachtet, dagegen hatten ausländische Mehle ein regelmäßiges Geschäft. Futterartllel waren im allgemeinen ruhig. Für Trockenschnitzel und Kartofselslocke.n war dir Tendenz matt. Es notierten für je 10J3 Kilo: Weizen märkischen 163 bis 171 Mk. (matt), Roggen märkischen 128 bis 134 Mk. (unverändert), Somn.er- gerste (Draugerse) 170 bis 186 Mk. (matt), Wintergerste (Fat ergerste) 154 bis 162 Mk. (matt), Hafer märkischen 125 bis 132 Mk. (unverände t); je 100 Kilo: Weizenmehl 23,50 bis 25,75 (still). Roggenmehl 19,25 bis 21 75 Mk. (unverändert) W'.^nkleie 10 dis 10,30 Äkk. (still), Roggenklme 9,10 bis 9,30 Mk. (still), Raps 310 Mk. (still), Leinsaat 410 Mk. (still), je 50 Kilo: Dikrortaerbsen 25 bis 27 Mk., Kleine Erbsen 14 bis 15 Mk., Suttererbfen 12 bis 13 Mk., Peluschken 11 bis 12 Mk.. Ackerbohnen 14 bis 16 Mk., Wicken 12 bis 13 Mk.. Lupinen, blau 11 bis 11.50 Mk., Se- rabella alt 15 bis 15 50 Mk Seradella, neu 12 bis 13.50 Mk., Rapstuchm 11 Mk. Lernkuchen 20 bis 20,50 Mk., Trockenschnitzel 9.60 Mk. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 8. Mai. Es notierten je 100 Kg.: Weizen, Wetterau 17,50 bis 17,75, Roggen 15,25 dis 15,50, Sommergerste sür Drau- zwecke 18,75 bis 19, Hafer, inländ. 14,25 bis 14,75, Weizenmehl, südd. Spezial 0 26,50 bis 28,25, Roggenmehl 22,50 bis 23,25, Weizen- und Roggenkleie 9 bis 93/, Mk. Frankfurter Schlachtviehmarkt. fpd. Frankfurt a. M., 8. Mai. Auftrieb: 1197 Kälber. 174 Schafe und 1055 Schweine. Es wurden bezahlt für einen Zentner Lebendgewicht: Kälber feinster Qualität 52 bis 55, mittlerer Qualität 45 bis 52 geringerer Qualität 36 bis 44 Mk.: Schafe 32 bis 46 Mk.: Schweine unter 80 Kilo 50 bis 55, über 80 Kilo 55 bis 60 Mk. Der Handel war schlevvend. Schweine Hinterließen Ueberftanb. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 8. Mai. schw-vch. Von den gestern gemeldeten Ereignissen weiter ungünstig beeinflußt, eröffnete die Börse schwach. Das Geschäft war außerdem sehr klein bei lustloser Haltung. Weitere Kursrückgänge waren allerdings gegen Ende d r gestrigen Nachbörse nicht zu verzeichnen, aber die allgemeine Lage läßt es auch nicht zu, daß sich der Marit erhvlerc kann. Allerdings hat das Angebot gegen gestern bedeutend nachgelassen. Aus allen Ge- |bd)la, | All-» bO)luf>» fiu » Stilufj ll'i > 8 •• 7. 5. 8. j 0,080 0,078 0,073 0.4' — 0,4 0 0,210 0,2'0 f,?c0 0,320 0,930 0, 91 0,125 0,129 0,250 0,<4J 0, 95 — — — — ■ — C.200 — 4,2 42 4.2 79,10 79,40 79,20 4,13 4 4,13 — 46,1 46 e 24,43 25,13 8,« 3.75 3,75 6.25 6,75 6,1 7.87 8 8 8.'5 — — 7,75 6 7,8 11,5 — — 1,3 1,9 i,6 0 3 0 0,350 0,325 0,3,5 0,425 0,375 _ 37. 5 37,5 9,87 9 9,5 14 <3,5 — 31.5 20,5 82,5 37 3 ,75 37,5 <8,5 47.5 47,7 > 8,/ 8 8,75 112,63 12 12,1 7,7» 7,7 7,87 2 11,5 >2 20,5 19,78 20,5 23,24 24,75 —— 3 32 — 1,5 — — 18,73 19 18,3 4,6 4,5 4.5 38 — 8,5 — _ i.is 2.8 3 16 15.5 16 18 13 12,75 —- — , 10,2 10 9,75 8,7 9,73 9,75 10,12 9,6 10,5 6,2 "Z! 10,6 10,13 7,7 7,7 7.P8 5,5 9,5 9,25 4,9 .«• 24.5 25,5 25,13 81 82,75 33,37 1,7 1,63 1,5 2,7 4,7 2,7 2,8 13,5 12,25 12 6,7 * — 12 — — 1,3 1,5 15 2,5 2,8 2,5 6,7 8.13 6.6 6,5 2.9 8,75 2,75 — — 7. Mat 8. Mat Reparl. Slmtlikbe Notierung Geld Briet ' Geld Brief 7. 8. frmfl.-'Rott Brss.-Antw. Cbriftiant«. Kopenhagen Stoctholm. HelsingforS. Italien. . . London.. . Neupork . , Pari- Schwei; . Spanten . . Wien in Ctfl.abaeit Prag.... Budapest, . Buen^Aire- Bulgarien. Japan .. . tiiio Dt Jan. Belgrad . Lissa-vn . 158,10 22,24 E8,80 71,72 111,47 10,57 19,05 18,453 4,13 27,63 74,81 58,45 5,93 12,43 4,73 1,385 8,03 1,675 0,475 5,28 12,96 158,90 22,83 66,90 72,08 112,03 10,63 19,15 18,545 4,21 27,82 75,19 58,75 6,0? 12,54 0,483 6,32 13,04 Sanin 158,10 21, 4 68,85 71,82 111,47 10,57 16,05 18,455 4,19 27,13 74,91 68,45 5,98 12,46 4,84 1,385 9,14 1,875 0,475 5,905 12,88 oten. 158,93 22,0 59,'5 72,18 112,03 10,63 19,15 18,545 4,21 27,27 76,29 68,75 6,02 12,54 4,78 1x9o 3,1 1,685 0,485 6,345 12.94 1 voll 12 2 4 10 4 1 1 10 2 15 voll 10 voll 50 "Oll voll voll voll voll 1 voll 12 2 4 10 4 1 1 10 2 50 voll 10 voll voll voll voll voll voll voll FrrH”. 2. 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Mai, 8.15 Uhr abends, in der grohen Aula der Universität: Vortrag mit Lichtbildern Redner: Oberstleutn. a.D. v. Hagen, Darmstadt egraHh- $ Qieu" at) alle ^r den, s im Scheinleben, ^ita. , ver^n ^mieten meine, renbigen eitung teeren W den ton to britischen eben schlich N Se- ine 2ns» die für inf.ionen rgebieles 1 hierfür l Viren. 1 grrhter ichaf liche tKinftim- >e|eni. k Die Auhrge« rrfnndelt England • rücken- n Duni. bin. allbe. der der Merst l^:n» ' e Der. >N) d * bt. N bit KX H «nt- w ei», , ^"clen Wl Schuhhaus Herbert Gießen, Marktplatz 2, neben der Engelapotheke §*"•. Polizei- u. Schutzhundeverein owetaveretn Gietzen (1914, alter Verein) StdMunhfn ä?n ,eöt ab Dienstag, n n! sL VC**^on»e vataft u. Samstag lun er demSchlachthos.— Aenderungen an unserer Geschäftsstelle MäuSburg 7, ___________rechtzeitig ersichtlich. 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Der rechte Gebrauch dieses OeleS erhöht alle körperlichen Leistungen. — Reformhaus zzz Kreuzvlair 5. 3819a Unseren werten Freunden und Besuchern die ergebene Mitteilung daß ab heute Freitag die Palast-Lichtspiele iiiiiiiiiiiiiiiiiimmiiiiiiiiiiiimimmmimimimimiiiimmmiiiiii nicht mehr unter unserer Leitung stehen. Wir danken vielmals für die uns gewordene Unterstützung. In unserem Lichtspielhaus in der Bahnhofstraße spielen wir nach wie vor nur erste Filme und selbstverständlich alle großen Werke von internationaler Bedeutung. Unsere Musik wird in Art und Besetzung immer erstklassig sein. Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Der Besitzer: Die Geschäftsleitung: A. Henrich. K. Hof. moderner Absatz 12.90, J50 Absatz Gr. 36/42 3793a | Ununterbrochen geöffnet von vormittags 8 bis nachmittags 61/, ITwJ Statt Karten 3775D Kinder Sinn, den 7. Mai 1924 -ML 1 WKWsW AietbenyefeUfchaft 1419a Der 5. grofic Ausschneiden! zu richten. 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