Ztr. 2U Erstes Blatt Kl. Jahrgang Montag, 8. SeptMber 192$ GietzenerAnzeiger Annahme von Anzeigen für die Tagesnummrr bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlid)8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re' Klame-Anzeigen o.TOmm Breite 35 Goldpfennig, PIatzvorschrift20°/,Auf. schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck. sämtlich in Gießen. Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFamilienblätter Monatt-Vezvgrpreir: 2 Goldmark u. 20 Gold» Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüss«: für die Lchriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerOietzen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. General-Anzeiger für Oberhessen vnttkmid Verlag: vrühl'fche Univerfitütz-Vuch. und Steinöruderei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: 5chu!strahe 7. Die Einigung in Genf. Annahme der englisch-französischen Resolution. — Vorbereitungen für eine internationale Abrüstungskonferenz. Vie deutsche rrnegzschuldnote. Ein Protestschritt Frankreichs. — Die Reichsregierung bleibt fest. Berlin, 8. Sept. (Drahttneldung.) Die MeimmgSderschiedenheiten innerhalb der französischen Delegation über den Passus in der Bede HerriotS, der die Zustimmung Frankreichs zum Eintritt Deutsch. landS in den Völkerbund enthält, be- ziehen sich hauptsächlich auf die zu erwartende Note der deutschen Regierung über dieKriegS- sch u l d. Nach Informationen aus Gens sehen selbst solche französischen Kreise, die Herriot nahestehen, in der Aebermittlung dieser Note ein ernstes Hindernis für die französische Zustimmung, well darin von französischer Seite ein Vorstoß gegen den Versailler Vertrag zu er. blicken fei. Man rechnet in Berliner politischen Kreisen mit einem inoffiziellen englischen Schritt, der bald nach der Rückkehr Macdonalds nach London in Berlin erfolgen dürfte, mit dem Zwecke, der deutschen Regierung nahezulegen, von sich aus die Initiative zum Ein. Jtritt in den Völkerbund zu ergreifen, dabei aber auf eine offizielle Aebermittlung der Kriegs, schuldnote zu verzichten. Die „Montagspost- will auch bereits erfah. ren haben, daß der französische Botschafter de Marguerie gestern im Auswärtigen Amt vorgesprochen habe, wo er den Staatssekretär Freiherrn bon Malhan, der für den beurlaubten Außenminister Dr. S t r e se. mann die Geschäfte leitet, auftragsgemäß dar. auf aufmerksam gemacht habe, daß eine amt. liche Notifizierung der deutschen K u n d- gebung über die Krieg»! chuldfrage auf das französische Volk und auf die politisch führenden Kreise einen unangenehmen Ein. druck machen wsirde. Die Erklärung des Bot. schasters sei. wie das Blatt berichtet, zur Kenntnis genommen worden. Wie wir ferner aus zuverlässiger Quelle hören, hält die Reichsregierung an dem Plane der Aebermittlung der Rote fest und wird den Kreis der Empfän. ger verhältnismäßig weit ausdehnen, will jedoch der Note eine solche Form geben, auö der unzweideutig hervorgeht, daß die Reichsregierung nicht beabsichtigt, aus dem P r o t e st g e g e n die deutsche Schuld am Kriege die Forde, rung abzuleiten, als ob damit eine Aktion ein. geleitet werden solle, sich den D e r p f l i ch t u n. gen auS dem Versailler Vertrage zu ent- ziehen. In Regierungskreisen wird erklärt, daß man der zu erwartenden Entrüstung bei der französischen Opposition mit Ruhe entgegensetze und daß die D ö l k e r b u n d s a n. g e l e g e n h e i t schon deshalb keinen entscheiden, den Einfluß auf die Haltung der deutschen Re. gierung ausüben könne, weil ein Scheitern der Eintrittsmöglich!eiten toegei dieser Note nur be- weifen würde, daß diese schwierige Frogeüber. Haupt noch nicht so spruchreif ist, um fie endgültig lösen zu können. Die Militärkontrolle. Der Stampf nm eine neuerliche Um- stcllnng der Schutzpolizei. (Eigener Informationshienst.) Berlin, 8. Sept. (Drah!Meldung.) Die Ge- ncraltnfpcl.iDii b:r Milikärtontrollkommission wird sich in erster Linie auf die Schutzpolizei zu erstrecken und zu prüfen Haben, wie wert etwa die jetzige Organisation der Schutzpolizei noch militärischen Charakter trägt und in welchem Umfang? sich die Schutzpolizei zu militärischer Verwendung eignen würde. Die langwierigen Verhandlungen mit den französischen Mitgliedern der Kommission haben sich unier anderem auch besonders um das Q£een der Schutzpolizei gedreht, bis in den letzte:' Tagen eine Einigung über die 2lrt ihrer Kontrolle zu- standetam. Von dem Ergebnis der Inspektion wird es dann ab hängen, ob es die französischen Vertreter für erforderlich erachten werden, bei der Vvtschaf.erkonfgrenz eine erneuteAmstel- lungundAmorganisierungderSchuh- Polizei zu beantragen. Deutschland steht auf dem Standpunkt, daß von irgendwelche'' militärischen Verwendungsmöglichkeiten der Schutzpoli- zei nicht mehr hie Rede sein kann, und hgt sich ausdrücklich oorbchilten, gegen eine abenma ige Am- stellung der Schutzpolizei Verwahrung ein- zulegen. Rückkehr der Ausgewresenen und Gefangenen. Mainz, 8. Sept. (WTD.) Wie von zuverlässiger Seite mitgcteilt wird, ist eine Verfügung des Kommandierenden Generals der Rheinarmee, D e g o u t t e, an die französischen Divisiönsgeneräle ergangen, wonach hie politischen Gefangenen sofort zu entlassen sind. - Rach einer Havasmeldung aus Düsseldorf ist allen im neubesehten Gebiet und im Düsseldorfer Bezirk wohnenden Ausgewie- senen die Rückkehr gestattet mit Ausnahme von sechs Personen: Regierungspräsident G r ü tz n e r - Düsseldorf, Landvat Schön- Essen, Regierungspräsident 21 i e h er meyer- Essen, Landrat Hamm-Recklinghausen. Polizeiinspektor Reisenrat in Herne, Polizeikommissar P orath-Wann«, In Gens haben der britische und französische Ministerpräsident in einer Zusammenkunft sich über die zur Debatte stehenden Fragen her Si- qjerung und der Rüstungsbeschränkungen auf eine Formel geeinigt, die deutlich den Stempel des Kompromisses an der Stirn trägt. Sie geht allen tatsächlichen Meinungsverschiedenheiten aus dem Wege und beschränkt sich darauf, den Verlauf des technischen Verfahrens festzustellen, das der Einberufung einer internationalen Konferenz voraus- aehen sott. In diesem engeren Rahmen hat die französische Auffassung ganz offensichtlich einen Steg davongetragen. Der von Macdonald so heftig abgelehnte Garantiepakt erscheint im Mittelpunkt der sogen. Einigungsresolution, die folgenden Wortlaut hat: „Die Versammlung nimmt von den Erklärungen der vertretenen Regierungen Kenntnis, in welchen sie mit Genugtuung die Grundlagen einer Verständigung zur Aufrechterhaltung eines endgültigen Frie- dens erblickt. Am die Meinungsverschiedenheiten, die zwischen den verschiedenen hier ausgesprochenen Gesichtspunkten weiterbestehen, miteinander zu versöhnen und, wenn dies geschehen ist, in möglichst schneller Frist durch den Völkerbund eine internationale Konfe- renz über die Abrüstungsfrage einberufen zu können .beschließt die Versammlung folgendes: l. Der Dritte Ausschuß wird damit beauftragt, die Dokumente über die Sicher hei t s- frage und die Rüftungsbschrän- kungsfrage zu prüfen, vor allem die Bemerkungen der verschiedenen Regierungen über den Plan eines Vertrages zur gegenseitigen Hilfeleistung (G a r a n t i e p a k t), der infolge der Resolution 14 der Dritten Versammlung ausgearbeitet wurde, sowie die anderen seit der Ver- öffeirtlichung des Vertrags Projekts vorbereiteten und dem Völkerbundssekretariat übermittelten Pläne. Die Dritte Kommission soll ferner die Verpflichtung prüfen, die der Völkerbundspakt hrnsichtsich der Sicherheitsgarantien e,tt- hält, die im Falle eines Schiedsverfahrens odrr einer Rüstungsbeschränkung nottoen- dig werden könnten. 2. Die Erste Kommission ist beauftragt, a) die Artikel des Völkerbundspaktes über die Regelung von Streitigkeiten im Hinblick auf etwaige Abänderungen zu an ersuchen, b) zu prüfen, innerhalb welcher Glenzen die Bestimmungen des Artikels 36 § 2 der Satzung des internationalen Gerichtshofes zum Zwecke der Erleichterung einer Annahme dieser Klausel präzisiert werden können, und zwar dies alles mit dem Ziel, die Solidarität und die SichUheit der Völker der Welt zu festigen, indem auf friedlichem Wege alle Streitigkeiten, die zwischen den Staaten entstehen könnten, gelöst werden." Diese Resolution kam in der Samstagsitzung der Völkerbundskonferenz durch den Präsidarten Motta zur Verlesung. Der Präsident gab bekannt, daß der Annahme dieser Resolution, obgleich sie nicht auf der Tagesordnung steht, keine Schwierigkeiten entgegenstehen, und erteilte Macdonald das Wort. Der englische Ministerpräsident erläuterte kurz Wesen und Sinn der R^olution, gab dann einen Aeberblick über die Debatte zur Sicherheitsfrage, wobei er Leon Dourgois als Vorkämpfer des Schi^»sgedankens feierte und dann H e r r i o t die Versicherung feiner .Anerkennung und Freundschaft aussprach. Er erklärte mit besonderem Nachdruck, daß die englische Regierung nicht daran denke, ihre Augen vor wirklichen Gefahren zu schließen, die Interessen der Heinen Staaten zu verkennen und ihre Garantien zu zerstören. Aber man dürfe nicht rückwärts gehen. Man müsse vorwärts schauen in der Richtung des gemeinsamen englisch-französischen Vorschlages, dessen einstimmige Annahme dazu beitragen werde, daß her Name dieser Völkerbundsversammlung in goldenen Lettern in der Geschichte der Menschheit strahlt. Herriot, der hierauf das Wort ergriff, wies ebenfalls mit beredten Worten auf die gemeinsame Zusammenarbeit der englischen und französischen Ministerpräsidenten hin. Er und Macdonald seien in dem Gefühl ihrer schweren Verantwortung hierher gekommen, diesen Saal nicht zu verlassen, ohne die notwendige Einheit zu vol^iehen. um das Det- spiel zweier Männer'zu geben, die alles tun, um eine für alle annehmbare Verständigung herbei- zusühren. Das Ergebnis dieser Bemühungen sei Rückzug ausgeführt, nae^em sie zwei S el- lungen geräumt hab?n. Der Feind hat die Legionäre angegriffen, die guten Widerstand geleistet haben. Die Verluste lind, obschon fühlbar, im Verhältnis zu der Wirksamkeit des Kampfe; wenig zahlreich Bei dem spanischen Rück-ug handelt es sich um die Aufgabe der Stellungen von Adgos und Tagesut. die im Tale be£ Lau- bic Resolution, zu der er auch im Namen feiner belgischen und italienischen Freunde bte Znstnn- mung bringe. Es wäre beklagenswert, wenn diese große Debatte nur akademischen Charakter trage und jetzt nicht verwirklicht werden würde, wenn die letzten Jahre, in denen man einen Weg zum Frieden suchte, vergeblich bleiben sollten. Die Me- thode, die hier angewandt wurde, war gut. Sie müsse zum Erfolg führen. In hem Augenblick, in dem er diesen Saal verlasse und zu seinen Regierungsgeschäften zurücklchre, setze er seine Hoffnung auf das Gelingen des Werkes. Sowohl Herriot als auch Macdonald waren in der Versammlung stürmisch begrüßt worden. Beiden wurden beim Verlassen der Tribüne lange, anhaltende Ovationen dargebracht. Der greife L6on Dourgois erhob sich von feinem Sih und sprach zu Macdonald hin, dem er die Hand schüttelte, wobei die Versammlung wieder in stürmischen Beifall ausbrach. Unter stürmischem Händeklatschen wurde dann die Resolution einstimmig angenommen. Mit der Annahme der Resolution ist vorläufig die Debatte über die Sicherheitsfrage im Rahmen der Versammlung abgeschlosien, da jetzt die 3. und die 1. Kommission das Wort haben. Macdonald und Herriot, die Samstagabend zusammen mit den Delegationen zu Abend gegessen hatten, sind um 9,40 Ahr mit demselben Zuge nach Paris gereist. Auf dem Bahnhof waren die meisten Delegationsführer der Völkerbundsversammlung und zahlreiche Pressevertreter erschienen. Die beiden Ministerpräsidenten unterhielten sich noch lange an den geöffneten Fenstern ihres Waggons mit den Delegierten und Journalisten und erklärten wiederholt ihre Befriedigung über den Verlauf der Verhandlungen, während sie darauf hinwiesen, daß man mit Geduld und ohne Aeberstürzung an den jetzt auf- gestellten Richtlinien weiter arbeiten müsse. Als der Zug sich in Bewegung setzte, brach die Menge in begeisterte Hochrufe aus. Beide Staatsmänner kamen Sonntag vormittag i n P a r i s an. Die Nacht verbrachte Macdonald im Salonwagen der französischen Regierung. In Paris brachte Herriot den britischen Premier m feinem Automobil zum Nordbahnhof, von wo Macdonald über Doulogne nach London zurückkehrte. In einem Interview äußerte er: die Grundlagen für den zukünftigen Frieden sind gelegt. Wir alle haben mit Ernst und mit Einmütigkert hinsichtlich der Ziele uns bemüht um di? Greuel des Krieges zu verhüten, zu welchen die Welt getrieben werden würde, wenn die Mißverständnisse und Eifersüchteleien der Rüstungen weiter bestehen könnten. ~ Die Namen herriot und Genf würden für immer mit einer neuen Weltära verbunden. Dies ist nur der Anfang, die Einzelhetten müssen noch ausgeführi werden! Aber ein gesunder Anfang ist gemacht. Das Werk wird stetig und täglich fortgesetzt werden, bis wir das Ende sehen können. Herriot fagte, in einem Interview: Für die erste Zeit haben wir ernstliche praktische Maßnahmen ins Auge gefaßt, um den Frieden zu sichern. An allen Schulen muß gelehtt werden, daß unsere Länder den Frieden wünschen. So müssen wir die zukünftige Generation .erziehen, welch? nach dem Abkommen von Gens leben toirb," das aufgebaut ist auf der englisch-französischen Verständigung. D:r französische Ministerpräsident begab sich Sonnag mittag in Begleitung des Senegals N o l l e t und des Marineministers Dumesnil nach Meaux. wo er einem Festesten zur Erinnerung an die Marne schlacht beiwohnte. Er hat im Laufedes Festessens das Wort ergriffen. Seine Rede war zum größten Teil der Verherrlichung der Schlacht an der Marne gewidmet. Immerhin enthielt sie eine Stelle, die als Antwort auf die beabsichtigte Proklamation der deutschen Regierung überbie Kriegsschuld ausgelegt werden kann. Herriot erklärte: „3n Genf habe ich vor allen Nationen unseren großen Anschuldsschrei ausgeswßen, gleichzeitig aber auch unseren Willen, unsere Sicherheit garantiert zu sehen. Angesichts der ganzen Welt habe ich diesen Schrei ausgestvhen und ich wiederhole ihn heute unter Vertrauten. Dch glaube nicht, daß geistig gesunde Menschen noch behaupten können, daß Belgien Deutschland den Krieg erflärt habe oder daß Frankreich es gewesen sei, das den germanischen Horden an die Gurgel gesprungen ist. Diesem Frankreich aber muß seine Kraft und seine Jugend zurückgegeben werden." Nachdem Herriot seine Rede beendet hatte, sangen alle Anwesenden die Marseillaise. slusses liegen. Während des Rückzuges in Richtung auf Tetuan griffen die Rifleute die Nachhut, die aus einem Bataillon Frundenlegionäre gebildet war. heftig an. Diese leisteten heroischen Widerstand und hatten dabei die gemeldeten fühlbaren Verluste. ♦ Nach einer Havasmeldung aus Madrid hat anläßlich der Wiederkehr des Tages der Einsetzung des Direktoriums Primo de Rivera eine Kundgebung erlapen, in der darauf hingewiesen wird, daß es dem Direktorium unmöglich gewesen sei, in einem Jahre hu Aufgaben zu bewältigen, die es sich im Iah e 1923 gestellt habe. Gegenwärtig hab? die militärische Aktion in Marokkko ihren größten Umfang erreicht, und cS bleib? zu hoffen, daß es gelingen werde, zu einer Lösung zu kommen. Man müsse aber dabei bedenken, daß Spanien sich einer allgemeinen islamitischen Be wegung gegenüber befinde. Das Direktorium werde deshalb noch einige Monate an der Macht bleiben masten, um die verschiedenen Probleme des öffentlichen Lebens und besonders die Marokkosrnge zu lösen. Die sozialistifcheOppofition Gegen Zollvorlage nnb Biirgcrblock. (Eigener Informationsdienst.) B e r l in, 8. Sept. (Drahtmeldung.) Die sozialdemokratische Partei läßt durch ihre Vorbereitungen zu der nächsten Tagung des Reichstages erkennen, daß ein vor einigen Tagen veröffentlichter Aufruf des Parteivorstandes nicht nur als eine agitatorische Drohung gedacht ist. Während auf dem Lande eine große Kampagne eingesetzt hat mit der Einberufung von Versammlungen, in denen in der heftigsten Weise gegen die Zollvor- lageunddenVürgerblock Stellung genommen und die Auflösung des Reichstages gefordert wird, hat sich auch die Reichstagsfraktion auf eine entschlossene Opposition vorbereitet. Bereits vor längerer Zeit hat die Reichstagsfraktion einen taktischen Ausschuß eingesetzt, welcher die jeweilige parlamentarische Lage nach taktischen Gesichtspunkten prüfen soll, um für die Fraktion Richtlinien für ihre Haltung aufzustellen. Dieser taktische Ausschuß wird in den nächsten Tagen wieder zusammentreten, um sich schlüssig zu werden, welche Mittel die Reichstagsfraktion künfttg anzuwenden hat, um der Durchberatung der Zollfrage auf alle mögliche Weise Abbruch zu tun. Wie von sozialdemokratischer Seite mitgeteilt wird, werden die endgültigen Beschlüsse nach dieser Richtung sehr wesenllich davon abhängen, welche Stellung letzten Endes die demokratische Partei und die Arbettervertreter des Zentrums einnehmen werden. 2Iuf jeden Fall kann ein weitgehendes Zusammengehen mit der kommunistischen Fraktion als gesichert gelten, da die neue Taktik, die den Kommunisten von ihrer Zenttale vorgeschrieben ist, es ihnen zur Pflicht macht, zur Abweßr angeblich reaktionärer Gesetze und Bestrebungen auch ein zeitweiliges Zusammengehen mit den Sozialdemokraten nicht zu vermeiden. Die Süddeutschlandfahrt des Zeppelin. Das Amerika-Luftschiff Z. R. 3 ist Samstag vormittag 9.10 Ahr bei schönem, klarem Wetter zur zweiten Probefahrt aufgestiegen, die sich über Süddeutschlanh erstreckte. An Bord befanden sich außer her Besatzung die Pressevertreter des Auslandes, ferner Prof. Hoff, Leiter des flugtechnischen Institutes der Aniversktät Berlin, Während der Fahrt wurden wissenschaftlich« Funkversuche angestellt. Der Weg, den „Z. R. 3" auf seiner gestrigen süddeutschen Rundfahrt nahm, ging zunächst nach Kempten und von dort über den Staren- berget- See nach München, bann über Landshut nach Regensburg, von hier rwch Nürnberg, Crailsheim, Ludwigsburg nach Stuttgart und schließlich über Sigmaringen nach dem Bodensee zurück. Die Landung erfolgte glatt um 5,50 Ahr, so daß die Fahrt etwa neun Stunden gedauert hat. Die Fahrt ist zur völligen Zufriedenheit der Leitung ausgefallen. Die nächste Fahrt findet voraussichtlich nächsten Dienstag statt. Weitere Fahrten sollen nach Norddeulschland und Skandinavien gehen. — Heber den Besuch des Zeppelins in München erhallen wir von dort noch folgenden Bericht: Der Münchener Devölierung bot sich Samstag vormittag ein übertoältigenb großartiges Schauspiel. Don vielen Tausenden aif den Plätzen, in den Straßen und auf den Dächern erwartet, zog das amerikanische Luftschrsf Z. R. 3 auf feiner zweiten Probefahrt von südwestlicher Richtung kommend, in majestätischer sicherer Fahrt über München. Das Luftschiff, das in hellem Sonnenschein wie ein riesiger Metallfisch durch den blaue-., Aether zog, machte über der Landeshauptstadt einige Schleifen. Bald nach seinem Erscheinen tauchten am Horizont Flieger auf. die den großen Bruder in den Lüsten begrüßten. Das Schiff machte über dem Exerzierplatz Ober- w i e s e n f e l dl, wo sich ebenfalls tausende von Menschen zur Begrüßung eingefunden hatten, einige Schleifen. Auch dort kreisten in den Lüften Flugzeuge der Transeuropa-Anion, die dem Zeppelin den Willkommgruß in den Lüften bar* brachten. Gegen 12 Ahr flog das Luftschiff tn der Richtung nach Nürnberg weiter. Das Luftschiff hat während des 8- bis 12ftünbigen Fluges eine Strecke von weit über tausend Kilometer zurückge- legt. Es wurde eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 130 Kilometern stündlich eingehalten, ohne daß damit die Höchstgrenze der zur Verfügung stehenden Motoren« leiftung erreicht wurde- Ernste Lage in Spanisch-Marokko. Paris, 8. Sept. (WB.) Nach einer Ha-as- metbung aus Madrid wird folgender amtliche Bericht über die Lage in Marokll> veröffentlicht: Die Truppen der Westzone haben heute ihren Kleine politische Nachrichten. 3m Reichstag tagte eine von über 100 Ner- tvauensmännem aus allen Teilen des Reiches besuchte Hauptversammlung der Ra° tionollrberalen Reichspartei. Die zustimmende Haltung des Reichstagsabgevrd- neten Dr. Marehky zum Londoner Wkommen und sein Eintreten für die Bildung eines Dürger- blocks fanden die einmütige Billigung der Versammlung. Der mexikanische Senat beschloß au Antrag des Senators Cravioto dem Reichspräsidenten Ebert durch den mexikanischen Gesandten in Berlin den Dank des mexikanischen Volkes für den überaus herzlichen Empfang auszusprechen, der dem neugetoahlten Präsidenten Mexikos, General Calles, durch die Reichsregierung und den Reichstag sowie das deitsche Volk bereitet worden ist. Äe zahlreichen Sympathien für den neuen Präsidenten des mexikanischen Volkes fanden in Mexiko lebhaften Widerhall, der u. a. auch in umfangreichen Berichten der mexikanischen Presse über die dem Präsidenten m Deutschland zuteil gewordenen Ehr rngen zum Ausdruck kommt. * Der Präsident der Chilenischen Republik, Alexondreh, ist zurückgetreten, vermutlich im Zusammenhang mit einer Aktion von chilenischen Offizieren, die soziale Reformen verlangten. Aus aller Welt. Die Weihe der Feste Koburg. Die Weihe der Feste Koburg wurde bereits am Samstag durch Böllerschüsse eingeleitet. Um 3 Uhr hat im Kongrehsaal der Feste die Feier der Weihe stattgefunden. Unter den Klängen des Einzugsmarsches aus „Tannhäuser" erfolgte der Einzug der Abordnungen des Koburger L. C. Rach gesariglichen Darbietungen hielt der Vorsitzende der Koburger Landesstiftung, Direktor Dr. Schach, eine Begrüßungsansprache. Er begrüßte insbesondere den bayerischen Ministerpräsidenten Held, ferner Minister Dr. Matt, v. Meinet. Dr. G ü r t n e r, Dr. Stützet, Oswald und den Landtagspräses Königsbauer, sowie eine Reihe Ehrengäste. 3m Verlaufe seiner Rede kam er auch auf die Verdienste zu sprechen, die sich der Architekt Bodo Cb Hardt um die Wiederherstellung der Feste erworben hat. Er dankte vor allem der bayerischen Staatsregierung, die es ermöglichte, die Feste wieder in neuem Gewände erstehen zu lassen. Rach dem Vorträge der Koburger Kammer- musikverernigung nahm der Kultusminister Matt namens der bayerischen Staatsregierung das Wort. Er gedachte zunächst der Geschichte der Feste Koburg und der Verdienste des Herzogs Karl E d u a r d um die Wiederherstellung, sowie der Entschließung der bayerischen Staatsregce- rung die die Fertigstellung für eine Ehrenpflicht ansah. Heute könne man sagen: Die Feste Koburg ist wiedererstanden. Welches Interesse die bayerische Staatsregierung an dem Werk nehme, sei daraus zu ersehen, daß fast das ganze Kabinett heute in Koburg versammelt sei. Der Minister hat dann namens der bayerischen Staatsregierung den herzlichsten Glückwunsch dargebracht zur Vollendung des Werkes, mit der dem Lande Koburg ein Herzenswunsch erfüllt wurde. Cs folgte ein längeres Referat des Prof. Bodo EbHardt über die Entstehung und die Dau- geschichte der Feste. Er schloß mit einem hoffnungsvollen Ausblick auf D-Litschlands Zukunft. £lm Rachmittag setzte sich ein von dem-Intendanten Hofrat Mahling zusammengestellter st zu g in Bewegung. Im Zuge sah man u. a. acht Festwagen der Stadt Reustadt bei Koburg unfc achtzehn von Industrie und Handwerk, sowie einen aus zwanzig Wagen bestehenden ländlichen HAmatfestzug, der die ländlichen Trachten der frü- heren Zeit und die Sitten und Gebräuche des Koburger Landes ernst und jetzt darstellte. Auf deni Festplah, dem sogenannten Anger, hielt der um die Wiederherstellung der Feste hochverdien teVor- sihende des Festausschusses, Geheimer Kommerzien- rat A r n v l d, eine Ansprache. Rachmittags 4 Uhr wurde von Mitgliedern des Koburger Landes- theaters unter Leitung von Hvfrat Mahling im malerischen Burghof der Feste ein von Freiherrn Hanh v. L e p e l eigens zur Einweihung der neu Umgebauten Feste verfaßtes Freilichtfestspiel aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges aufgeführt. Ein unter Leitung von Professor H. Langbein arrangierter großer Heimatabend mit Vorträgen der Koburger Sängerschaft, Sologesängen, Ansprachen und Deklamationen, Musikstücken, Lichtbildern aus Koburg usw beschloß den Hauptfesttag. Ein Volksfest, eine heimatliche Kunstausstellung im Kunstverein und Ausflüge in die Umgebung von Koburg bildeten den übrigen Teil der Festtage, die von herrlichstem Wetter begünsttgt waren. Die Streikbewegung in Wien. Die wilden Streiks in der Wiener Metallindustrie haben an Ausdehnung zugenommen. Rach den Schätzungen der Blätter stehen etwa 12 000 Arbeiter im Ausstand. Die Obmännerkonferenz der Metallarbeiter beschloß eine Kundgebung an die gesamte österreichische Oeffentlichkeit, in der den Unternehmern die Ausnutzung der Notlage der Arbeiterschaft und die Besettigung der sozial- pvlittschen Errungenschaften vorgeworfen wird Gegen diesen Anschlag würden die Metallkämpfen fÜE bt€ gesamte Arbeiterschaft Deutsche Ferienkinder aus Norwegen zurück. Unter Führung des Präsidenten Rin- S^eß .der norwegischen Hilfsaktton für und Oesterreich trafen Sonntag früh 500 deutsche Kinder nach viermonattgem Aufenthalt in Norwegen wieder in Berlin ein. Trotz der langen Eisenbahnfahrt machten alle Kinder einen vorzüglichen Eindruck. Der Flammentod eines Fliegers Bei den Sonnlags-Schauflügen in L i e q- h i tz schlug das Flugzeug des Piloten Gnae- d i g auf den Erdboden auf, wodurch der Ben- ginbehälter e x p l v d i e r t e und das Flugzeug verbrannte. Gnaedig konnte nur noch als verkohlte Leiche unter den Trümmern heworgezvgen werden. Opfer einer Denzinexplosion. In einer HamburgerTöpferwerk- patt ereignete sich eine heftige Benzinexplo- ]um. tynva 600 rrrier drehendes Benzin strömten in den Raum und in den Hof hinaus. Der Töpfermeister Krohn und der Kraftwagenführer Gidion verbrannten, weitere Personen wurden leicht verletzt. Die Feuerwehr mußte das Flammenmeer mit acht Rohren bekämpfen. Die erste Eisenbahn Europas. Wien, 7. Sept. (WTD.) Zur Feier des Tages, an dem die österreichische Regierung das Privileg zur Errichtung des ersten öffentlichen Schienenweges von Budweis nach Linz erteilt hat, der zugleich auch die erste große Eisenbahn Europas darstellte, hat heute im Saal der Akademie der Wissenschaften eine zahlreich besuchte Festversammlung stattgefunden, in der der Bundesminister Schürf, Vizekanzler Frank und der frühere Eisenbahnminister Wittek Ansprachen hielten. Der Eisenbahnpräsident Weihrauch hat namens der deutschen Eisenbahnverwaltungsbeamten die Festgrüße übermittelt, wobei er mitteilte, daß im Technischen Museum in München das Modell der ersten Eisenbahn des Festlandes vorhanden ist. Abends fyat ein Empfang in der Hofburg stattge- unden. Internationale Driefmarkenausstellung. 3m Haag ist in Anwesenheit des Prinzen Heinrich der Niederlande die internationale Briefmarkenausstellung eröffnet worden. Aus Stadt und Land. Gießen, den 8. Sept. 1924. / Die Reichs-Teuerungsziffer. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wvtz- nung, Heizung, Belcnrchung, Bekleidung) beläuft sich nach den Feststellungen des ©:nt. Reichsamts für den 3. Sept. 3/4= auf das l.lSbillivnenf.-xhr der Vorkriegszeit. Sie erhöhte sich gegenüber der Vorwoche (1,14 Billionen) um 0,9 Prozent. Für den Durchschnitt des Monats August berechnet sich die Reichsindexziffer au' das 1,14= billionenfache. Gegenüber dem l,17bi.lionenfachen im Durchschnitt des Monats Juni ergibt sich eine Abnahme von 1,7 Proz. Dir Ernährungskosten allein betragen im Durchschnitt des Monats August das l,22billionenfache der Vorkriegszeit. freches Volk. Der Sperling ist und bleibt überall, wo er vorkommt und wo ihn der Mensch hingebracht hat, der „Gassenjunge" unter den Vögeln, der es versteht, sich an allen Orten durch die Welt zu schlagen. Für ihn ist immer drr Tisch gedeckt, und auch im Winter leidet er weniger unter dem Mangel an Nahrungsmitteln, wie durch die Kälte; in den schönen Jahreszeiten aber findet er Steife in Hülle und -ftülle, so daß er eine zahlreiche Nachkommenschaft in die Welt sehen kann. Manch- mal schon im März wird mit der Brut begonnen, die fünf Eier to>rben von den Ehegatten abwechselnd ausgebrütet, und zwar werden jährlich in der Regel drei Bruten aufgebracht. Die Jungen erhalten zuerst Insek enkvst, später weiche Sämereien usw. Können die Jungen erst fliegen, so werden sie auf die Getreide-, Hirse- und 'Erbsen- n i r>.9cfuf)rt' sich an den noch in Milch Netzenden Kornern laben. Vorwiegend schädlich wird der Eperlrng darin, daß er viele nützliche '-Vogel aus der Räyr ocr Häuter uno oen Garten verdrängt, indem er deren Drutplätze einnimmt und sie hartnäckig behauptet. 215er gegen das freche Volk, das sich überall einnistet, ist sehr schwer anzukämpfen, und so bleibt der Sperling, der sich weder durch lebhaften Menschenverkehr, noch durch Geräusche vertreiben läßt, der spezifische Vogel der Stadt. * ** Die Stadtkasse erinnert in unserem heutigen Anzeigenteil an die Bezahlung des 3. Zieles per Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz. Letzter Tag: 15. September. *♦ Endlich mal wieder ein richtiger Sommertag war uns gestern be- schieden. Den Wettermachern zum Trotz, die für gestern schon wieder Regen angekündigt hatten, lachte Frau Sonne in freundlichster Weise auf unsere durch die wochenlangen Regenfälle so arg mißhandelte Erde herab, und dazu wehte ein lauer Wind, der es ermöglichte, den ganz programmwidrig schon so früh hervorgeholten Ueberzieher wieder in sein Kleiderschrankgefängnis zurückzuspedieren. 3n großen Scharen strömte dcks Stadtvolk hinaus in die Felder und Wälder, die ja das beste Mittel gegen das Gift der gezwungenermaßen ertragenen wochenlangen Stuben- baft sind. Am meisten freuen wir uns des guten Wetters aber um unserer Landwirte willen, die sich nun endlich wieder der Einbringung der Erde zuwenden konnten. An vielen Stellen sah man denn auch gestern fleißig einfahren, leider mußte man aber auch öa wieder feststellen, daß die Getreideernte in schwerster Weise notgelitten hat. Hoffen wir, daß das gute Wetter nun wenigstens mal von längerer Dauer ist, damit von dem Er- ttag der Felder noch mehr gerettet werden fann, als man bis in die letzten Tage hinein annehmen muhte. ** Wahlkreisverband Hessen. Nach dem Entwurf des Reichswahlgesetzes, der jetzt dem Reichstag zugegangen ist, werden die hessischen Wahlkreise zu einem Wahlkreisverband Hessen vereinigt. Dieser setzt sich aus den folgenden zehn Wahlkreisen zusammen: Wahlkreis Nr. 144 Darmstadt: die Kreise Darmstadt, Offenbach, Dieburg. Wahllreis Nr. 145 Gießen: die Kreise Gießen, Friedberg, Büdingen, Schotten, Lauterbach, Alsfeld. Wahlkreis Nr. 146 Mainz: die Kreise Mainz, Dingen, Oppenheim, Groß-Gerau. Wahllreis Nr. 147 Worms: die Kreise Worms, Akzey, Bensheim, Heppenheim, Erbach. — Außerdem gehören noch zum Wahlkreisverband Hessen- Wahlkreis Nr. 73 Kassel; Wahlkreis Nr. 74 Fulda; Wahlkreis Nr. 75 Marburg; Wahlkreis Nr. 76 Frankfurt; Wahlkreis Nr. 77 Limburg; Wahlkreis Nr. 78 Wiesbaden. ** Die Verwertung 23er K- Schätze. Der Bund der Ausländsdeutschen e. V. teilt mit: Es ist die Möglichkeit gegeben, die im Entschädigungsverfahren ausgegebenen, auf Papiermark lautenden Reichsschatzanweisungen „K", Ausgabe 1923, die durch das Reichsentschädigungsamt in Goldschatzanweifungen „E" umgetauscht werden konnten, zu günstigeren Bedingungen, als ertoartet, zu veräußern. Soweit die Schatzanweisungen beim Reichsentfchädigungsamt zum Umtausch in „E"--Schatzcmweisungen eingereicht sind, ist der Bund der Ausiaicosoeutschen e. V., Berlin E. 2, Klosterstt. 75, bereit, auf Grund ihm zu etteilender beglaubigter Vollmachten geschädigter Auslandsdeutscher die Anträge beim Reichsentschädigungsamt zurückzuziehen, die Papiere in Empfang zu nehmen und zu veräußern. Es kann jedoch nicht beurteilt werden, ob der gegentoättige günstige Kurs der Schatzanweisungen Bestand haben wird. ' * Zur Erleichterung des Reiseverkehrs nach Oesterreich. Bei den österreichischen Vertretungsbehörden in Deutschland ist am 1. 9. mit der Ausgabe von Sichwermerksmarken zur Erleichterung des Reiseverkehrs nach Oesterreich begonnen worden. Es find Sichwermerksmarken für die einmalige Durchreise und die einmalige Einreise und für mehrmalige Einreisen vorgesehen. Sämtliche Marken haben eine Gültigkeitsdauer von 12 Monaten, welche am Tage des Grenzübettritts zu laufen beginnt. Außerdem ist vorgesehen, gewissen wittschaftlichen Or- ganisattonen, sowie Sport- und Touristenvereinigungen unter besonderen Voraussetzungen die Ausgabe solcher Wertmarken au übertragen, jedoch nur zur Ausgabe an rhre Mitglieder. " Ein gediegenes Programm wird noch bis einschl. Mittwochabend im Lichtspiel- haus, Bahnhof st raße, gezeigt. Zuerst kann man sich den großen Festzug beim Deutschen Rad- fahrer-Bundessest in Frankfurt a. M. ansehen, dessen prächtige Bilder im Film vortrefflich wiedergegeben werden; dabei handelt es sich nicht etwa um einige wenige, sondern um eine lange Reihe von Aufnahmen. Als zweiter Höhepuntt bereitet ein treffliches Filmsingspiel „Ich halt' einen Kameraden" sehr viel Freude. Die Handlung, die in der Zeit der Bedrückung Deutschlands durch Napoleon spielt, läßt viele Bilder und Eindrücke bei dem Beschauer wach werden, die ihm aus den Ereignissen von heute nicht ftemd sind. Hoher vaterländischer Geist beseelt das ganze Werk. Die Aufnahmen sind in den malerischen Städten Heidelberg und Dinkelsbühl (Bayern) gemacht und vermitteln zugleich eine Fülle prächtiger Städte- und Landschastsbilder. Den Gesangskräften (eine Dame und ein Herr), sowie dem verstärkten Orchester kann ein gutes Zeugnis ausgestellt werden. Der Besuch dieser Vorführungen ist allen Kinofreunden zu empfehlen, da es sich bei beiden Filmen um gute Kinokost handelt. Vornotizen. — Tageskalender für Montag. Lichtspielhaus Bahnhvffttaße: „Ich hatt' einen Kameraden". — Ästvria-Lichtspiele: „Schranken des Blutes". — Vortrag in der Stadtkirche. Heute abend 8 Ahr spricht in der Stadtkirche Senior D. Spanuth aus Leoben in der Steiermark Über „Evangelisches Leben in Deutsch-Oesterreich". Seit Jahrzehnten steh? er an hervorragender Stelle in der evangelischen Arbeit in der Steiermark. Unter seiner Leitung stand auch die Hilfsaktion, die in diesem Frühjahr vielen deutschen Kindern besonders auch aus Hessen, einen mehrmona- ttgen Ferienaufenthalt in dem schönen Steierer Land ermöglichte. «JVn Wettervoraussage, Wenig Aenderung der herrschenden Witterung. Etwas wärmer. Das heranrückende Tiefdruckgebiet Hot nur wenig an Raum gewonnen, so daß nur mit einer langsamen Zunahme der Bewölkung und leichten. Regenfällen zu rechnen ist. Landkreis Gießen. t Grünberg, 7. Sept. Heute fanden hier die Reichsjugendwettkämpfe, verbunden mit einem Schauturnen des Turn-Vereins, statt. ■Um 1 älhr bewegte sich der Festzug unserer Jugend, der Realschule und der Volksschule, denen sich der Turnverein angeschlossen hatte, durch die Sttaßen. Der Musikverein Grünberg eröffnete den Festzug und spielte abwechselnd mit der Kapelle des Turnvereins. Cs war ein herrliches Bild, unsere Jugend, die Mädchen mit frischem Grün bekränzt, die Knaben mit den Fahnen ihrer Klasse, zu sehen, dazu lachender Sonnenschein, recht geeignet, um > eine freudige Stimmung unserer Jugend hervorzulocken. Im Garten der Turnhalle angekommen, hielt Lehrer Wenzel eine kernige Ansprache, mahnend daran erinnernd, was es heißt, einen jugendlichen Körper durchzubilden und zu stählen und unsere Jugend als brauchbare Generation, die unsere Heldenkrieger ersetzen muh, heranzuziehen. Als leuchtendes Erspiel schilderte er das Leben des Turnvaters Jahn, der altes daran setzte und gern alles hergab zum Wohle unseres damals ebenso geknechteten! Vaterlandes. Mit der letzten Strophe des Liedes der Deutschen „Einigkeit und Recht und Freiheit" und einem dreifachen Hoch auf unser geliebtes Vaterland schloß die Ansprache. Trotz guten Wetters, da die Landleute auf ihre Aecker fahren mußten, um noch den letzten Rest ihrer Ernte zu retten, hatte sich doch vom Lande eine Menge Zuschauer eingefunden. Der Turnverein Treis a. d. Lumda verschönte mit den Vorführungen seiner Damenriege, sowie Turnen am Barren und Reck seiner Herrnriege den Tag. 2Iud) der Grün berger Turnverein führte wohlgelungene Freiübungen und Hebungen am Darren und Reck vor. älm 6 älhr war Preis- verteilung. Anschließend daran dantte Lehrer Wenzel allen, die zur Ver- schönerung des Festes beigetragen haben. Cs wurden folgende Preise errungen: Mädchen- t urnen. Mittelstufe. Realschule (Vierkampf) 4 Teilnehmerinnen, 3 Siegerinnen: 1. Siegerin E. Schmidt, 69 Punkte. HMerstufe (Dreikampf), 17 Teilnehmerinnen, 9 Siegerinnen: 1. Siegerin C DölP, 67 Punkte. Volksschule (Dreikampf), Unterstufe. 21 Teilnehmerinnen. 9 Siegerinnen • 1. Siegerin Lina Fischer 61 Punkte. K na be n- Fünfkampf. Realschule, Oberstufe. 4Teil- nehmer, 2 Sieger: 1. Sieger Rud. Romer, 72 Punkte. Mittelstufe. 8 Teilnehmer, 6 Sieger: 1. Sieger Hugo Kratz 94 Punkte, Unterstufe. 29 Teilnehmer, 18 Sieger: 1. Sieger Otto Mathes, 103 Punkte. Volksschule. Oberstufe. 5 Teilnehmer, 3 «Eicger: 1. Sieger Kar! Schmadel, 84 Punkte. Mittelstufe. 2 Teilnehmer, 2 Sieger: 1. Sieger Wilhelm Frank, Karl Maus, je 71 Punkte. Unterstufe. 16 Teilnehmer, 9 Sieger: 1. Sieger Herrn. Feldmann, 84 Punkte. Bilderwettbewerb desGießenerAnzeigers für die besten Lichtbilder aus ganz Oberhessen, sowie aus den Gießen benachbarten preußischen Gebietsteilen. Die Aufnahmen sollen möglichst bildartig sein. folgende Aufnahmen Kommen in Netemht: Völl interessanten Bauten in Städten und Dörfern, von Häusergruppen, von schönen Straßenansichten, von Häusern, Kirchen und Denkmälern mit schönen Baumgruppen, von Burgen und Schlössern, von malerischen, charakteristischen Landschaften, von besonders prägnanten, typischen Persönlichkeiten. Oie Bewertung wird durch ein Preisrichterkollegium erfolgen, dessen Zusammensetzung noch bekanntgegeben wird. Der evtte Vvers beivügt .... 1OO GsSdmavk Der zweZLe Aveks betEL ... 80 Gowmavk Dev dvktte Vrreis betvöst ... 60 Golldmavk Der Vieris VveZS beivägi ... 40 GoldmavS Dsv fürrfie Neers betvöst ... 30 Gokdmavk Dee sechste Vveks betvSsi... 20 GoLdmavL 4 Nvekse, 8e ............ io GoSdmavk 50 LvosivveSse- ke ........ Z Goldmaek ÄlttSevdem behÄtien wZv uns wekteve seeignete NhoLogvaphZerr zu eetVeeben. mit Preisen bedachten und käuflich erworbenen Lichtbilder gehen in das ausschueßliche Benutzungs- und Verlagsrecht des Gießener Anzeigers über. Zeder Bewerber kann eine unbeschränkte Zahl von Photographien einreichen. Die unaufgezogenen Lichtbilder können auch von früheren Aufnahmen stammen, dürfen aber nicht irgendwie öffentlich benutzt sein. Die Einsendungen sind mit Kennwort und mit der Bemerkung „Bilderweftbewerb des Gießener Anzeigers" versehen an die Redaktion des Gießener Anzeigers zu richten. Kennwott und genaue Angaben über den Gegenstand des Lichtbildes (Ort, Haus, Straße, Schloß, ^ume usw.) sind auf dessen Rückseite anzugeben. Oie genaue Anschrift des Einsenders ist in geschlossenem Briefe beizufügen, dessen Umschlag das Kennwort trägt. Dev SnHevste Gr«8resevu«sstemnrn ist -ev 15. Gsvt. d. Zs. Oie Preiszuteilung wird im Gießener Anzeiger veröffentlicht. Oie Rücksendung der nicht preisgekrönten und nicht käuflich Lichtbilder findet nach Schluß der Ankäufe statt. erworbenen Verlag und Redaktion des Gießener Anzeigers. i Profe' Tie dm Abdi Am evangeb- Ludwigs 2Hot)ei Tätigkeit st recht lich gew gewesen" Ter praktische 1854 in Otubienj amt an lvisfensch über, de Können Dozent t dis 190( vrbentsick pftematii S w h Jit im j zum pt auch ^Mindlic Mellt ^ller Ahrem i» ^'l-htuÜ Lerlin r Tore fe* Du - L ? de Aivthek Wen .! »it Sri «ment $ Flamen ln neuem ä6* kK gerbet Ä p runfl. ” , AezickE tetc Lchnp amW ÜfteE erdneter o DehauPiun! ining aM man auch Arporatiol bei « rs$ LS suchunM -Die drr Partei sich durch sich W haben, d politische zu heben erfreuen und ste Fnmcngr Lta • 2 Sn dem einigen leidensch lind im Schatz al zusammei u. a. bei römischen Landwirt Habern 11 Angebot Mann z äußern, der San mählich ward, ö- aufffn. auf < hörigen bi lburloe die Sche sälligleit den sollt Echachtai schätz in unter der ledir lachender Kreis Frieovertz. Sf. Friedberg, 6. Sept 3n der Stabt« verordnetensitzung vom 28. 2Iug. hatte ter Stabt« verordnete 3 a t d b flehen die hiesigen Dau - Handwerker die Beschuldigung erhoben, tah eÄ bei der Einreichung von Qütgeboten bei ausgeschriebenen Arbeiten, besonders bei den Her- stelluirgsarbellen in den flöht. Schulhäu'ern ft ab bei den Fußsteigen, nicht ordnungsmähig hergehe, sondern eine vorherige Derstandigung über die cinAu reichen den Preise und eine Trustbildung fiattfänbc Dah diese Anschuldigungen bereits in der Versammlung selbst auf heftigen Widerstand fliehen, ist begreiflich! es wurde deshalb ter De- schluh gefaxt, die Sache an den Dauausschuh zu verweisen und einer unparteiischen Prüfung zu unterziehen. Aber nicht nur auf dem Rathause, sondern in allen beteiligtet) Kreisen ist bic Erregung über die Anschuldigu.agen groß. Sämtliche hiesigen Innungen und kaufm Vereine (21 an der Zahl), darunter auch die Friseure, (Bäder. Uhrmacher usw., obwohl dieselben durch die Sache nichts im mindesten betroffen sind, er- lassen gegen den Urheber der Sache eine 6rf(ä- rung. in welcher sie die Angriffe als in jeder Beziehung unbegründet .yurüdtocifm und sich weitete Schritte Vorbehalten. 3eberfalI6 wäre es am Platze gewesen, das Gutach en des eingesetzten Untersuchungsausschusses abzuwaten. Stadtverordneter Jakob hält in einem ringeandt feine Behauptungen unter Angabe tüfjerer Degrün- bung aufrecht und verwahrt sch dagegen, bah man auch die ganz unbeteiligt.« Vereine und Korporationen gegen ihn mobil grnacht habe, to> bei er u. a. sagt, „ober svlltnr vielleicht die jetzigen Fuhsteige glatt rasiert oder die Platten in Brotteig verlegt werden, wou man allerdings die Friseur- und Däckerinnung benötigen würde." Jedenfalls kann man dem Gutachten des Untersuchungsausschußes mit Jntersse entgegenshen — Die Iber Ortsgruppe der (De t s chenVvl ks- Partei angealieberte Fraungruppe zeichnet sich durch eine besondere Rühogkell aus; monatlich finden Zusammenrünfte fta:, welche den Zwed haben, durch Vorträge und Besprechungen Las politische Verständnis und 3rereHe der Frauen zu heben und zu vertiefen: Le Zusammenkünfte erfreuen sich einer immer göherert Teilnahme und steigenden Beliebtheit. Vorsitzende der Frauengruppe ist Fvau Prvfssor Kloos. Starkenburg und Rheinhessen. • Aus dem Obettoalb, 4. Sept. In bem Städtchen Walbürn starb vor einigen Jahren ein Latow irt, der ein leibenschaftlicher Münzeisammler war unb im Laufe feines Danns einen wahren Schatz alten unb uralcn MünzguteS Fusammengebracht hatte. i)a bie Sammlung u. a. verschiedene Stücke aus der Zeit der römischen Imperatoren enthielt, war ber Lanbtoirt baue mb von s.dttschen Münzliebhabern umschwärmt: abemoch so verlockende Angebote, bie barauf abelten, ben bteberen Mann zu bestimmen, sete Schätze zu veräußern, zerschellten an da Sammlerstolz unb ber Sammlerfreude ihre Besitzers, ber allmählich so sehr um sein Sammlung besorgt ward, baß er sie eineschönen Tages un- auffinbbar verstece. Als er kurz bar» auf bas Zeitliche segnet, forschten die Angehörigen vergeblich nach im Münzenschatz, ber spurlos verschwunen blieb, bis jüngst die S ch e u n e des Bersrbenen infolge Baufälligkeit abgebrochen ur neu aufgesührt werden sollte. Bei den hrbei vorgenommenen Schachtarbeiten würbe ir vermißte Münzenschatz in einer Tiefe d> etwa einem Meter unter ber alten cheunenbiele aus der lehmigen Erbe heuSgebubbelt — ben lachenden Erben zu Frb' unb Wonne. Professor D. EmiWatter Mayer. -£ie Gießener Theolenschaft bittet uns um den Abdruck der nachsteh >en Zellen: Am 9 Septemb- feiert der Senior der evangel.-theologrschen Flltät an der hessischen Ludwigs-Universität, P f. v. E m i l Wa 11 e r Mayer, seinen sicbzigsl Geburtstag. Von der Tätigkeit unfeies allwhrten Jubilars gilt fo recht das Psalmwort. . „und wenn es köstlich gewesen ist, dann cs Mühe und Arbeit gewesen". Der erste Tell sein Lebensarbeit war dem praktischen Schuldienst widmet, in dem er — 1854 in Lyon geboren nach feinen Schul- und Studienjahren bis 1893 standen Hal. Vom Lehramt an der höheren Erle ging er sodann zur wissenschaftlichen Qaufbn an der Universität über, der er nunmehr2 Jahre lang all fein Können geschenkt hat. in 1893 bis 1919 war er Dozent an der deutsch Universität Straßburg, bis 1900 als außero-ntlicher, seit 1900 als ordentlicher Professor uf dem Lehrstuhl der systematischen TheologiDas Vertrauen, das er sich in seiner langjähen Straßburger Tätigkeit im Kreise feiner »liegen erworben hatte, kam zum Ausdruck du feine Wahl zum Vektor der Universität im senschweren Jahre 1918. DaS traurige Schickst das über das deutsche Voll mit Krieg und'riegsfolgen hereinbvach, griff auch in fein pönlichcs Leben auf das Empfindlichste ein. 2 an ibn das Ansinnen geficlU wurde, an dfranzösischen Universität weiter zu dozieren kbrachte er es nicht über das Herz, da noch wirten, wo er jahraus jahrein seine ganze raft als Deutscher ein- geictzl hatte. Freiwi verließ er die Stadt, die ihm zur zweiten imat geworden war, um Deutschlands Not in ttschen Landen mittvagen und -lindern zu Hel Sein Bekenntnis zum Deutschtum fand im che doppelten Widerhall: Berlin und Gien zugleich öffneten ihm Ihre Tore, riefen ihn ein neues Arbeitsfeld. P.of. Mayer zog Eßen vor. Unter Zurücklassung des großen ilc8 seiner Möbel, seiner Bibliothek und — x Gelehrten am schmerzlichsten — seiner nustripte nahm er feine Tätigkeit als Nachfkr des verstorbenen Prof. D Samuel Eck auf ordentlichen Lehrstuhl der systematischeix Theo« auf. Eine kümmerliche Avtwohnuixg beheizte ihn lange Zeit: getrennt von seiner u mußte der Gelehrte in einem Alter, wo a-'e Menschen sich auf einen sriedsamen Lebensrb rüsten, an neuer Statte, in neuem Kreise btorne anfangen. Aber seine sxe Fähigkeit, die eigenen Interessen dem Eox unterzuordnen, seine in die Tat -X-schäft, d. h. sein wirklich gelebte- Christen tum, ließen ihn in kurzem auch hier die Früchte seiner Tätigkeit reifen sehen: die theologische Jugend Gießens brachte ihm ein ausgeschlossenes Herz entgegen, in dem das von ihm gestreute Samenkorn aufging und wuchs. Gerne lieh sie sich von ihm in die Probleme ber Systematik ein führen, lieh sich von ber gereiften Lebenserfahrung ihres Dozenten vor den oft übereilten Schritten der Jugend zurückhalten. Dankbar bewunderte sie immer wieder die ruhige Sachlichkeit, mit der bie brennenben Fragen ber Nachkriegszeit auf bem Gebiete feiner Disziplin erörtert würben. Seine Auffassung vom Christentum, wie es ber einzelne 'in ber Welt unb an bet Welt zu betätigen hat, legte er in seiner 1922 im Verlag Töpelrnann erschienenen .Christlichen Sittexllehre nieder.die schon manchem Theologen und Laien zum Führer geworden ist. Die Harmonie zwischen Theorie unb Praxis macht Pros. Mayer vor allem zu bem, was er ber Gießener Theologenschaft seit langem geworben ist, zu ihrem väterlichen Fteunb unb Lehrer. Wer erinnerte sich nicht gerne an die Stunden, bie er in seinem Hause verleben durfte, wer sähe nicht sein eigenes Leben unter bem Zeichen christlicher Gesinnung stehen, bie in Professor Mayers Heim auf jeben Besucher überstrahlt, ber Herzlichkeit, mit ber er im Verein mit seiner Frau allen sein Haus öffnet? Gießen barf stolz auf solchen Bürger sein! Doller Dankbarkeit grüßen wir ben Jubilar am Tage seines 70. Geburtstages unb wünschen ihm ein ferneres gefunbeö Leben unb gesegnetes Wirken in unserer Mitte! Heldenehrung des Gießener M. T. D. Mit einer nach guter Tumersitte schlichten und würdigen Feier enthüllte gestern mittag der Männerturnverein Gießen das Ehrenmal, das er auf seinem Turn- und Spielplatz seinen im Weltkriege gefallenen 48 Mitgliedern errichtet hat. Die Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden, befreundete Vereine und eine große Menge von Mitbürgern und Mitbürgerinnen aus allen Schichten nahmen an der Heldenehrung teil, deren stimmungsvoller Verlauf von dem herrlichen Sonnnerwetter, das wir nach den langen Regenwochen gestern zum erstenmal wieder hatten, besonders begünstigt war. Die Kapelle Weller leitete den eindrucksvollen Gedenkakt mit dem Riederländischen Dankgebet ein, dem der BauersVhe Gesangverein unter der Leitung seines Chormeisters Göriach das feierliche „Wie sie so sanft ruh'n" folgen lieh. Ein Vorspruch, von dem Turner R. Rautenberg gesprochen, war der kernige Auftakt zu der Gedenkrede, die an Stelle des ir- sprünglich als Redner gebetenen, plötzlich aoer erkrankten Schulrats (3. Schmuck-Darmstadt der Gauvertreter Fabrikant Pfeiffer- Wetzlar hielt. Er fand in seiner Ansprache packende Worte des dankbaren Gedenkens an die für Volk und Vaterland gefallenen Tumbrüder, die in echtem Tumergeist reinen Herzens und reinen Willens den schweren Weg ihrer vaterländischen Pflicht gegangen seien, unerschütterlich treu bis zum heldenmütigen Ende. Wenn ihr Leib auch von uns gegangen ist unb da draußen auf den Schlachtfeldern in fremder Erde gebettet liegt, so werde ihr Geist doch immer in den Turnern lebendig bleiben, und er müsse namentlich von der heran - wachsenden Jugend als ein leuchtendes Vorbild der Vaterlandsliebe uxxb ber treuen Pflichterfüllung bis zum Letzten angesehen werden. Dieses Denkmal möge immer sein ein Zeichen des unauslöschlichen Dankes an die Gefallenen, ein Erinnerungszeichen für die Lebenden unb ein mah- nenber Ansporn zur Nacheiferung für bie kommenden Geschlechter. Dem Andenken ber teuren Toten widmete ber Redner ein stilles Gut Heil! Hierauf legte der 1. Sprecher des Männerturnvereins, Lehrer Georg Kling, namens des Vereins zu Ehren ber gefallenen Drüber einen Kranz nicber, wobei er in beherzigenswerten Worten betonte, baß das vergossene Blut unserer Brüder uns ilebcrlebenbc verpflichte, getreu dem Beispiel ber Dahingegangenen einig und geschlossen zusammenzustehen zur Wiederaufrichtung des Vaterlandes durch hingebungsvolle Arvcit in einer wahren Volksgemeinschaft. Nachdem der Dauersche Gesangverein den eindrucksvollen Chor ..Das Heldengrab" gesungen, spielte zum Schluß die Kapelle Weller das Gieb „Ich halt' einen Kameraden". Das Denkmal wurde nach dieser Feier unb auch noch am Nachmittag von bem Publikum eingehend besichtigt. Dieses Ehrenmal unterscheidet sich in seiner Form ganz wesentlich von den sonst meist gewählten Denkmalsarten. Es fy.it bie Form eines kleinen Ehrenhofes, der durch eine kannelierte Säule in zwei gleichgroße Teile getrennt ist. Auf der oberen Fläche der rückwärtigen Wand dieser Telle sind das Turner-Kreuz unb d e Anfangsbuchstaben der Deutschen Tumerschaft ID. T.) in Bronze auf entsprechendem Grund angebracht, barunter befindet sich im Stein in erhabenen Buchstaben die durchlaufenbe Inschrift „Im Geiste Jahns treu bis zum Tod", hierunter ist in jedem Teil eine kleine Nische angebracht, die mit einem Metallbehälter mit Blumenschmuck ausgefüllt ist. An den seitlichen Flächen der beiden Telle des Ehrenhofes sind die Namen der 48 Gefallenen verewigt. Aus der Stirnseite der massigen Dette des Ehrenzeichens ist die Widmung „Unseren Gefallenen" zu lesen, darunter sieht man das Gießener Stadtwappen, umschrieben M T. V. Gießen. Rechts und links und an der Rückseite des Denkmals sind gärtnerische Anlagen hergerichtet, vor dem Ehrenmal befindet sich eine freie Fläche, bie nach dem Turnplatz zu durch niedrige Steinpfeiler mit verbindenden Drvnzeketten abgegrenzt ist. ----- TH (Siebener Wochenmarktpreiss am 6. September. (Händlerpreise.) Es kosteten das Pfund: Butter 210 bis 220, Matte 35, Käse 60, Wirsing 12, Weißkraut 10, Rotkraut 20, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 10, Römischkohl 10, Bohnen 15, Unter-Kohlrabi 5, Tomaten 30 bis 35, Zwiebeln 15 bis 20, Meerrettich 30. Kürbis 10, Pilze 20, Kartoffeln 41/2 bis 5, Falläpfel 5, Aepsel 10 bis 15, Dirnen 15, Brombeeren 50, Preiselbeeren 80, ZweIschen 18 bis 20, Mirabellen 25, Reineklauben 30, junge Hahnen 100, Suppenhühner 75 bis 80, Gänse 100; das Stück. Eier 15, Blumenkohl 50 bis 200, Salat 5 bis 12, Salatgurken 10 bis 50, Einmachgurken 3 bis 4, Endivien 15 bis 30, Ober-Kohlrabi 5 bis 10, Lauch 8 bis 10, Sellerie 30 bis ! 50; das Bund: Radieschen 10 PI, Landesseft desHesfischenLandes- vereins des (kvang. Bundes. )( Büdingen, 6. Sept. Das Hessische 2an- desfcst des Evangelischen Bundes wurde heute nachmittag mit einer geschäftlichen Tagung des Dorstaxxdes unb der Vertrauensmänner der Dekanate im hiesigen Evangelischen Gemeindehaus eröffnet. Eine große Anzahl Teilnehmer hatte sich bereits eingefunden, die Stadt zeigte zu Ehren der Gäste Reichen Flaggen- und Blumenschmuck, eine Ehrexxpforte war in der Hauptstraße errichtet, und eine Festabordnung empfing die Gäste am Bahnhof. In der eröffnenden Sitzung wurde zunächst ein interessanter Bericht über die großartig Der», laufene Tagung in München und über die Gage ber evgl. Kirche in Hessen und den Blind selber gegeben, im Anschluß daran wurden besonders zeit- notwendige Glufgaben des Bundes behandelt unb sonstige wichtige Fragen durchgesprochen Heute abend folgt in der Feststadt ein musikalisch reich ausgestatteter Eröffnungsabend, in dessen Mittelpunkt ein Dortrag des bekannten Heimatforschers Lehrer H e u s 0 n steht, der „Die Geschichte ber Reformation in der Grafschaft Büdingen" behandelt, in den Dekanatsgemeinden sprechen verschiedene Redner über die Aufgaben des Bundes. (Weiterer Bericht folgt.) Aus der Tätigkeit der Handelskammer Giehen. Der- Badische ßanbtag hat in seiner Sitzung vom 1. August ds. Js einen Antrag der süddeutschen Tabakpslanzer auf Erhöhung des Tabakzolles angenommen. Die Handelskammer hat den Dorort des Hessischen Handelskammertages gebeten, in dessen Namen bei ber Hessischen Regierung gegen den Antrag vorstellig zu werden. Die Handelskammer hat die Hessische Regierung gebeten, sich im Interesse der Tabakindustrie für eine Verlängerung ber ©teuer ft un- b u n g von zwei auf vier Monate gegen ent» sprechenbe Sicherheitsleistung einzusehen. Die immer stärker werbende Erregung ber Kaufmannschaft über bie unerträglichen Steuerlasten, im besonderen über die von Staat, Gemeinde, Provinz unb Kreis erhobenen Gewerbesteuern, haben die Handelskammer veranlaßt, die Regierung durch den Dorort des Hessischen Han- delskamryertages an die gemachte Zusage zu erinnern, wonach die Ergebnisse ber gegenwärtigen Besteuerung dem Ganbtagc und den Handelskammern vorgelegt unb alsbald in eine Beratung über die völlige Neuregelung der Hessischen Gc° Werbesteuergesetzgebung eingetreten werden soll. Klagen aus den Kreisen von Handel und Industrie über die hohen Kirchensteuern haben ber Handelskammer Veranlassung gegeben, sich mit bem evangelischen Gesamtkirchenvorstanb in Gießen ins Benehmen zu setzen. Es ist von dieser Stelle die Zusage gemacht worden, baß jeder Reklamation gegenüber das größte Entgegenkommen gezeigt werden soll. Das Finanzamt Gießen ist gebeten worben, an ben Steuerzahltagen, besonders am 17. eines jeden Monats, zur schnellereir Bewältigung des staxcken Verkehrs, mehrere Schalter offen zu halten. Die Hanbelskämmer hatte mehrfach Gelegenheit, auf Ersuchen des Finanzamtes die Begutachtung für die Bewertung der Anteile von Er- werbSgesellschaften, für bie Steuer - bzw Ver- kaufswerte nicht festgesetzt sind, vorzunehmen. Die Tarifpolitik ber Reichsbahnverwaltung entspricht noch immer nicht ben lebenswichtigen Bedürfnissen ber deutschen Wirtschaft. Die Handelskammer hat hierauf bei jeder sich bietenden Gelegenheit hingewiesen und eine Ermäßigung der Gütertarife nach Maßgabe der wirtschaftlichen Tragbarkeit gefordert. In einer Eingabe an das Reichsverkehrsministerium hat bie Handelskammer die Wiedereröffnung der Station Frischbvrn (Oberhessen) beantragt. In Gemeinschaft mit ben anderen beteiligten Handelskammern hat bie Hanbelskammer die Frage der Ausgestaltung einer direkten Verbindung Köln — Siegen — Gießen — Debra — Geipzig unter Benutzung der Strecke A l s - feld — Hersfeld in eiher Eingabe an das Reichsverkehrsministerium erneut zur Sprache gebracht. Die Bemühungen der Handelskammer, bah von ber Eisenbahnverwaltung Sonntagskarten von ber Station Bad-Nauheim aus gleichwie nach Marburg so auch nach Gießen ausgegeben werden, sind erfolglos geblieben. Die Handelskammer hat sich dafür eingesetzt, daß der 8,05 Uhr von Marburg nach Gießen gehende Personenzug auch an Sonntagen verkehrt, damit die Besitzer von Sonntagskarten diese Karten auch ausnuhen können. Im Interesse ber Einwohnerschaft ber an der Strecke Gießen — Marburg gelegenen und benachbarten Ortschaften hat sich die Handelskammer um eine spätere Fahrgelegenheit als schon um 7 Uhr abends bemüht. Einem gemeinsamen Anträge der Handelskammern Dillenburg, Gießen, Siegen und Wetzlar Folge gebend, hat ber Reichsverkehrsminister mit Rücksicht aut bie außerordentliche Notlage bes Eisenerzoergbaues im Sieg-, Gähn- unb Dillgebiet sowie in Oberhessen trotz ber sehr schwierigen Finanzlage ber Reichsbahn sich entschlossen, durch weitere Ermäßigungen ber Frachtsätze des Ausnahmetarifs 7a für Eisenerze um 25 Prozent helfend einzugreifen. Die Hessischen Handelskammern haben die Einrichtung von Kursen für Sisenbahntarifange- legen Hellen und bie Einrichtung eines gemein- famen D e r ke h r s b u r ea u s grundsätzlich beschlossen und Verhandlungen mit ben Vereinigten Handelskammern Frankfurt a. M.-Hanau wegen Angliederung unb Ausbau des dort bereits bestehenden Derkehrsbureaus eingeleitet. Verschiedene Fälle haben ber Handelskammer Gelegenheit gegeben, ben Deutschen Jndustrie- unb Hanbelsiag zu ersuchen, mll allen zu Geböte stehenden Mitten auf eine schnellere Befv r de- ru ti g der Postpakete hinzu wirken. Die auch von ber Handelskammer gestellte Forderung auf Herabsetzung der Fern- sprechgebühre n konnte von ber Reichspost- unb Telegraphenverwaltung noch nicht erfüllt werden. Immer mehr greift der gemeinsame Bezug von Gebensmitteln,Bekleidungsstücken und sonstigen Gegenständen des täglichen Bedarfs unter Umgehung des ortsansässigen Kleinhandels durch Reichs-, Staats- und Gemeindebeamte um sich. Dadurch fühlt sich ber Einzelhandel schwer geschädigt und in feiner Existenz bedroht. Zu feinem Schutze wird die Handelskrmrner kn Gemeinschaft mit den übrigen Hessischen Handelskammern die notnxmbig erscheinenden Schritte tun. Die Handelskammer hatte Gelegenheit, sich zu einer Reihe von Fragen, welche die Neugestaltung bes gewerblichen Rechtsschutzes betreffen, gutachtlich zu äußern. Ein Entwurf deS Reichsarbeitsministeriums über Bestimmungen zum § 7 ber Verordnung über die Arbeitszeit bestimmter Gewerbezweige und Gruppen von Arbeitern wurde auf Verlangen des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft begutachtet. 'Die Hessischen Handelskammern haben nach dem Dorbilde in Preußen unb Württemberg eine Reform des Hessischen H a n b c l £ f a in m c r • gesehes angeregt unb hierzu zweckbienliche Dorschläge vorbereitet. Klagen aus dem Kohlenhanbel übet die Lieferungsbedingungen ber Hessischen Bergwerks- unb Kraftwerksbirektion Wölfersheim haben bie Handelskammer in Untersuchungen darüber ein treten lassen, ob und inwieweit eine Milderung dieser Bedingungen zu erreichen sein wird. Landwirtschaft. Die schwierige Lage der hessischen Landwirtschaft. Die Landwirtschaftskammer für Hessen veröffentlicht nachstehende Erllärung: Das seit 5 Wochen anhaltende Regenwetter hat die Getreideernte in Hessen nahezu vernichtet. Der größte Teil derselben stehl noch im Feld. Die Kartoffel- unb Grummeternte ist e cn- fallS in Gefahr. Nachdem bie La'nbwirtsch.rfts- kammer schon vor einiger Zeit burch Eingaben bie Reichs- und Lanbesbehirten auf die schwierigen Verhältnisse hingewiesen, hat sie erneut in Eingaben an das Reichsernährungsministerium, das Hessische Ministerium für Arbeit unb Wirtschaft unb das der Finanzen eine Schilderung der derzeitigen Verhältnisse in der Landwixtschrft gegeben unb dab.i folgende Anträge gestellt: In Anbetracht dieser trostlo'ea Gag? be. h s- fischen Landwirtschaft bitten ”>ir die Regierung, dafür eintreten zu wollen, baß 1. die gewährten Kredite, einschließlich der Erntetredite, auf vorerst weitere 3—6 Monate ber I ängert werden, außerdem weitere, unb zwar langfristige Kredite der hessischen Landwirtschaft zur Fortführung ihrer Betrieb? als Ersatz für bie ausfallende Ernte zur Verfügung gestellt werden; 2. die Stundung für Reichs- unb Landes steuern sofort bis zum 1. Januar 1925. ausgesprochen werd; ferner: 3. beim Herrn Reichsminister ber Fixranzen dafür eintreten zu wollen, daß die Erhebung der Umsatzsteuer, für bie jetzt eine Vorauszahlung zu erfolgen hat ebenfalls gestundet wird, schon mit Rücksicht daraus, baß hier ernt Steuer bezahlt werden marß sür einen Umsatz, der tatsächlich nicht vorhairden ist; 4. sofort alle Maßnahmen, für das Gebiet der Nidda unb Nidder, auch in Verbind mg mit der preußischen Regierung, za treffen, damit eine Regulierung ber Wasserf 1 üsse sowie Inbetriebsetzung ausreichender Pumpwerke erfolgen fann; 5. beim Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft dahin erneut vorstellig werden zu wollen, bah die Zinsen für die bereitgesteilten Kredite eine wesentliche Herabsetzung erfahren ; 6. bei allen in Frage kommenden Reichs«, 5!axrdes° unb Gemeindebehörden darauf hinwirken zu wollen, daß mit Rücksicht auf die sehr verspätete Ernte alle »er.fügbaren Arbeitskräfte zur Einbringung der Getreide- unb besonders der Kartoffel- und Rübenernte an die Landwirtschaft verwiesen werden und die Cr- werbslosenunterstützung an solche Arbeitslose mcht gezahlt wird, bie sich weigern, Arbeit in ber Landwirtschaft anzunehmen. Landwirtschaftliche Prämiierung. Bei der durch den LZanbwirtschaftskammer» Ausschuß für Oberhessen abgehaltenen Ziegen- sta11s chau im Bezirk Alten-Duseck- Lollar konnten folgende Preise vergeben werden: In Klasse I, Besitzer von drei unb mehr Ziegen 1. Preise: Hch. Schupp I. unb Wilh. Schultheis in Lollar, 2. Preise: Ludwig Scheid V. unb Heinrich Wagner XVIII. in in Großen-Buseck. 3. Preise: Hch. Rohrbach VII.-Lollar, Hch. Do lp ert-Großen- Duseck. Johs. Ehelmüller, Bürgermeister Kraushaar unb Heinrich Balser X. in Rödgen. In Klasse II. Besitzer von ein bis zwei Ziegen, 1. Preise: Wilh. Hettche Ii. unb Hch. 2 ein IV. in Treis, 2. Preise: Otto Weiß und Christian Scheib VI. in Großen- Duseck, 3. Preise: Wilh. Diehl unb Aug. Naumann in Lollar, Karl D 0 gel in Daub« ringen, Joh. Wilh. Nickel, Johs. Wllh. Weber unb Karl Heyer in Treis a. b. Gba., Hch. Wagner III., Hch. Wagner XXII., Karl Schwalb unb Hch. Scheib in Großen-Buseck unb Wilh. Wagner in Rödgen. Außerdem wurde in den einzelnen Klassen noch eine Anzahl Anerkennungen vergeben. Im Bezirk Gießen wurde gerneinschafllich vom Landwirtschaftslammer-Ausschuß unb dem Kreis rinderzuchtverein für Dogeisberger Vieh eine Jungviehprämiierung durchgeführt. unb wurden hier folgende Preise vergeben: In Gruppe Bullenkälber, 1. Preise: Hch. Harbach VIII., Großen-Buseck, 3. Preise: Daith. Hirz VI., Watzenborn, Wilh. Harbach VIII., Großen-Buseck. In Gruppe Kuhkälber, 1. Preise: Johs. Philipp XIII., Steinberg, Wilh Hofmann unb Hch. Faber II. in Grvßen-Linben unb Ferd. D 0 Ikma nn in Heuchelheim, zweite Preise: Fr. Karl R i n n - Heuchelheim, 3. Preise: Gg. Freitag, Heuchelheim. Johs. Doll II., Großen-Linden Balch. Philipp III. unb Karl Hirz I. in Steinberg und Heinrich Becker, Burkharbsseiben. Weller würbe noch eine Anzahl Anerkennungen vergeben. [an der Frankfurter Theater. Opernhaus. Dienstag, 9. Sept.: Frühling. Hierauf: Tänze von Schubert. Zum Schluß: ZDas Tluge Felleisen. Mittwoch, 10.: Der Widerspenstigen Zähmung. Donnerstag, 11.: Die Dohöme. Freitag, 12.: Der Rosenkavalier. Samstag. 13.: Jrrelohe. Sonntag, 14.: Carmen. — Schauspielhaus. Dienstag, 9. Sept.: Dame Kobold. Mittwoch, 10.: Der G'wissenswurm. Donnerstag, 11.: Dummeistudenten. Freitag, -42.. Die rote Robe. Samstag, 13.: Du nunelstudenken. Sonntag, 14.: Die rote Robe. 023186 Ihre Vermählung geben bekannt Großen-Linden, den 7. September 1924. Die Beerdigung findet Dienstag, 9. September, nachm. 4 Uhr, statt. r Dillenburg Gießen (Stephcmstr. 21) 7. Sptember 1924. 023126 r M8118 6 I 6911D » 7 H/wwmfW' Der Magistrat. 6902D 023'92 gesucht. an den Gieß. Anz. 6914c Anfang 4, 6, 8.15 Uhr. Ein Drama in 4 Akten. Suche zum baldigen Eintr. eine tüchtige, branchekundige [ozsiro Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann. Vorverkauf: Sonntag von 11__1U.,Montagu.Dienstagv.10—1U. r i r - t i i i 5 r Donnerstag Freitag Mittwoch ■ Oktbr. „(Galliviehm.) 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Die Wirtschaft hat es mü der Außenseite des Menschen zu tun; die Kultur mit der Innenseite des Daseins — aber wie beim Menschen beides nicht getrennt besteht, sondern ineinander und miteinander verwoben ist, so stehen auch Wirtschaft und Kultur notwendig in Beziehung und gegenseitiger Wechselwirkung. — Wirtschaft ist nicht Endzweck, sondern immer nur M i t l e l z u rn Z w e ck; sie ist der Unterbau, auf dem die Kultur aufgerichtet sein muß. Der Mensch soll wirtschaften, um seine Bedürfnisse zu befriedigen. Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen, sagt ein weises Apostelwort; aber er muß auch feine geistigen Kräfte entfalten können, sei es in der Arbeit, daß er ihre Methoden durch Technik und Erfindung vervollkommne und so in kürzerer Zeit bewältige, was vhnÄKm seine Arbeitskraft länger erfordern würde, sei es, um nach der Arbeit auch noch Zeit zu finden, um teilzunehmen an den Gütern Der Kultur im Genuß und Erleben, in Freude und Buhe. Der Mensch ist gleichsam in drei große 'Hinge einbezogen, in drei Gemeinschaften, in denen Wirtschaft und Kultur ihre Lagerung finden, worin sie gleichzeitig m das rechte Verhältnis gerückt werden wollen, um zum Segen zu fein; es sind dies: die Blutsgemeinschast der Familie, die fünf zähl'n —1“ Gutmütig wendet sie den Kopf: „DtS nun? dos kann i — nur mit dem Dividier'n. da Hal S Wirtschaft und Kultur Don Dr. Johannes Dierkes- Berlin. 9 „Teurer, mein' ich, teurer!“ ".Hörn'n S' mir auf,, Die Leut m d Taschen H^jSber, beste \5rau, jnan steigt ja Ihnen in Die Tasche, wenn Sie —“ Verkaufen Sie d' Kirschen oder verkauf s t? "Aber so lassen Sie sich doch erklären —“ Kaufen S' was oder kaufen S' nix?" fuhr ihn die Zenz rn. Er mußte lächeln: ,Zch wette meinen Kops. Bei Die halben Pfund muß ich fünfundzwanzig Mark drauf sch lag'n, aber weil du's bist, wieg ich ein bisserl gut, schau her." Kirschen essend trollte sich der Tom und errechnete sich ein gut Gewissen: „Ich habe falsch halbiert, sie hat mich um mein Zuckerstcmgerl 'bracht, also sind wir quitt.“ Inzwischen malte die Glasscherbenzenzi auf die Karrentafel: ' Härzkirfchen schene 1 Pfund 1550 Wk.» 1/2 Pfund 750 Mk. Leute kamen, Leute gingen, Leute blieben stehen, Leute bewegten rechnend die Lippen, Leute schmunzelten, Leute zogen ihre Börse: „Ein halbes Pfund, bitte." — „Mir auch em halbes Pfund." — „Und mir. bitte.“ — „Mir auch, nur Kleiner wurde der Herzkirschenberg und kleiner. Leute, die sonst niemals Kirschen kauften, beim Lesen der Preistafel kamen sie ins Schwanken und verlangten doch ein halbes Pfund. Leute, Die es in Geschäften eilig hatten, waren pwhltch nicht mehr eilig. So eilig hatte es ferner Daß er im Borübergehen nicht von einem Rechenfehler feines Nächsten profitieren möchte. Sellftt wenn er Durchfall hat. Wo Vorteil winkt, fallt ferner durch.' Im Gegenteil, man sucht den Vorteil zu ver- großern. „Mir, bitte, zwei halbe Pfund. „2llso, a ganz's Pfund?“ „Nein, zwei halbe, jedes extra, bitte.“ „Aber Dann muß ich für ein red s Den Halden Pftmdpreis —“ „Selbstverständlich.“ Die Zenz schüttelt Den Kopf. Die Zenz wog. Der Käufer log: „Wissen S', meine beiden Kinder streiten sonst.“ „ , Der nächste Käufer hatte gleich drei streitlustige Kinder, Denen er drei einzelne halbe Pfund kaufen mußte. Dann kam einer, Der taufte zehn halbe Psimd. Don allen Seiten eilten sie herbei, em Gentz, Geraus gab's um die halben Pfunde. ilnö zwischen Wiegen Füllen, Geldeinnehmen wackelte der Kops der alten Zenzi mehr und mehr txrrtmm^rt: „I weiß net, was die Leut' heut' hab n, daß f auf 'die halben Pfund' so narrisch find'-'' . ,T)as will ich Ihnen sagen," polterte etn Ehrlicher, ,toenn Sie die halben Pfunde um — „Tut mir leid, 's Papier kost t extra, beim Kleinauswiegen geht was verlor n, von Der Arbeit will ich gar net reden —“ . „Aber liebe Frau, ich meme ja. — „Liebe Frau hin und her, ich kann s net bilder Grundsatz: Macht schasst Recht, wer die Macht hat, Hal alles und kann schalten und walken, tote er will. Das ist Die Denkweise der Qiur-Dclono- rnischcn, sie ist in ihr gleichsam dynamisch angelegt , sie muß und wird danach handeln, wenn ihr keine Schlanken gefeßl werden. Hier ist daS Betätigungsfeld des Staates; er ist politische Per- söntichkeit des Ganzen; er muß denken und fühlen für die Geswntheit, deren Leden sein eigenes ist. Er muß durch seine Rechtsetzung das Gleichgewicht der wirtschaftlichen Kräfte Herstellen und durch feine Machtmittel energisch eingreisen, wo es von Der einen oder anderen Seite ei-schüttert wird Der Solda: muß stark fein und sich erhalten Läßt er sich schwächen, so gedeihen auf sein: Kosten die wirtschaftlich Starken: ein paar Dutzend ober einige Hundert ober auch gar Tausend von Individuen gedeihen, saugen Den (Staat aus und das breite Volk muß schwer unter diesem Dlutentleerungsvorgang des Staates leiden; körperlich und seelisch kann es zu einem weiten Trümmerfeld werden; wer denkt nicht unwilll lü.lich an Die Zeiten der Papiergeld übers chwem- mung, in deren Wellen Tausende umkamen, und die Millionen ihre ganze bewegliche Habe weg- spülte. Die Arbeitsgemeinschaft der Wirtschaft. Gibt es überhaupt eine Arbeitsgemeinschaft der Wirtschaft ? Stehen sich hier nicht K a p i t a l u n d Arbeit als ewig gegensätzliche Kräfte und Stände gegenüber? Das mag fein aber wenn es der Fall ist, liegt das gewiß nicht an der Ordnung und dem Bestehen von Kapital und Arbeit, sondern an den Menschen, die hinter beiden stehen. Die deutsche Handelsvertragspolitik. Von Präsident a. D. Geheimrat Dr. Guggenheimer. Am 10. Januar 1925 soll nach den Dev- faillcr Bestimmungen Deutschland zugleich mit dem Kölner Besahungsgebiet auch feine handelspolitische Freiheit wiedererlangen. So dringend notwendig es ist rechtzeitig vor diesem Datum unser zollpolitisches Rüstzeug in Ordnung zu bringen so wenig zweckmäßig erscheint es nur, vor dem 10. Januar Handelstarifvertrage zum Abschluß zu bringen, wenn nicht besonders dringende Umstände dafür sprechen. Noch sind die Zünftigen Richtlinien unserer Handelspolitik nicht festgelegt. Tie Hochschuhzollbestrebungen und Freihandelsideen stehen heute noch in einem unvermittelten Gegensatz, und es Uxrf> unbedingt nötig sein, daß, wenn auch nicht etwa die Entscheidung für das eine oder andere System restlos fallen wird, doch der allgemeine Grundsatz von dem ausgegangen werden soll, eine Feststellung erfährt. Im übrigen sollte auch möglichste Freiheil der Entschließung für Diejenigen Handelsverträge bestehen, die nach dem 10. Januar 1925 abgeschlossen werden. Auch der teil den Londoner Verhandlungen immer wieder betonte Gesichtspunkt, daß Dertragsver- tzandlungen nicht unter Desahungs- druck stallsinden dürften, ist wefter fest im Auge gu hallen Die Handelsverträge, die unter solcher Leetnftussung laufen, könnten niemals diejemgen -Vorteile bieten, die bei voller freier Entschließung zu erreichen wären. Was die ersten Grundfragen Der handelspolitischen Einstellung anbetrifft, so halle ich das System de r allgemeinen M ei st 0 e g u n - ft i g u n g für geboten. Die Nachteile einer beschrankten Meistbegünstigung liegen Darm, als eine Umgehung derselben immer wieder zu befürchten ist und eine wahre Kunst dazu gehört, bie richtige Zollbehandlung eintreten zu lassen. Nur die Vereinfachung des Zolltarifs — und diese wird wiederum nur durch allgemeine Regeln und nicht durch Filigvanarbrit geschossen — küßt rasche und sichere Bestimmung der Preise für Export- und Importware zustande kommen. Es mag fein Daß die allgemeine Meistbegünstigung nicht in jedem Fall für Deutschland die gleichen Früchte trägt weil diese weitgehende Begünstigung unter Umständen nicht mit Äquivalenten des begünstigten Landes ausgehoben werden kann. Nachteile aber werden daraus, daß im allgemeinen Meistbegünstigung gewährt wird, Deutschland auch nicht entstehen können, wenn es alle diejenigen Vorteile vorn Dertragsgegner cin- Jjeimfl, Die derselbe zu gewähren vermag. Es dars in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben, daß besondere handelspolitische Begünstigungen, die Deutschland evtl, im Saar« gebiet gewährt, keineswegs maßgebend für Die Meistbegünstigung anderer Länder sein wurden Da das Saargebiet deutsches Land ist, und die Regelung Der Handelsbeziehungen zwischen ihm und Dem übrigen Deutschland ferne Konfeguenzen für die Handelsverträge mit nicht- deutschen Ländern gestattet. Handelsvertrags- verchandlungen sind in erster Linie anzustreben mit denjenigen Ländern, nach denen unsere Ausfuhr besonders stark ist. Doch ist auch die handelspolitische Stellung des etwaigen Kontrakten und seine Geneigtheit zum Abschluß eines Handelsvertrages zu berücksichtigen. Vor Eintritt in Die Verhandlungen muß natürlich Der autonome Zolltarif so gestaltet sein daß eine möglichst große Anzahl von Einfuhrstaaten Interesse an dessen Ermäßigung in möglichst vielen Positionen nimmt. Es versteht sich von selbst. Daß eine Steigerung Der autonomen Zölle ins ftngemessene auch meßt zweckmäßig ist, weil dies nur das fahren auf der Gegenseite zur Folge hätte. Wohl unbedingt nötig ist aber die Schaffung Deä autonomen Zolltarifs, an die wenigstens m den allgemeinen Grundsätzen unver weilt herangetreten werden müßte. Klarheit müßte auch vor Eintritt in die Dertragsverhaiidlungen bestehen, inwieweit Die einzelnen Sähe des autonomen Zolltarifs in Den Vertragsverhandlungen herabgesetzt werden Dürfen, ohne Daß hierdurch der Schutz der deutschen Arbeit vernachlässigt wurde. Es müßte sozusagen ein interner Minimal- tarif bestehen, unter Den herabzugehen auch in Verhandlungen nicht zulässig wäre. Sic Zolltarifrevifion ist außerordentlich dringend. Jedes Säumnis auf Dem Gebiet wird die unbedingt nötigen Vertragsverhandlungen hinausziehen und starke Nachteile für Die Ausfuhr bringen Die Regierung muß sich unbedingt Dafür ftarf machen, Die bestehenden Gegensätze bezüglich des Tarifs auszugleichen und die Unterlagen so rechtzeitig zu beschaffen, daß Die Dertragsgegner fic auch kennen lernen können. Halbe und ganze Pfunde. Don Fritz Müller- Partenkirchen. Richtig rechnen ist eine Kunst, eine kaltnasige. Falsch rechnen ist ein Fehler, ein vergnügter. Mit Dem Rechnen hatte es Die Glasscherben - zenzi nie gehabt. Zusammenzählen, wenn sie auf großes ®elD herausgab, Das ging noch Wer schoß Das Abziehen trieb Den Schweiß auf ihre gute alte Stirne Beim Dividieren streckte fie Die Waffen. , Mit Dem DiviDieren wartete sie an ißrem alten Obstkarren, Die KreiDe in Der HanD, bis Die Schule Drüben aus war. Dann griff sie sich Den mit Dem hellsten Gesicht aus Dem Sungenßaufen: „Büaberl, magst Dir was verDicnen? . „Dös glaubst“, bekannte der Schremertom und schielte nach Den Kirschen. „Eine Handvoll?“ Der Schreinertvni schaute seine kleine HanD an, schaute auf Die großen Zenzlpratz'n: „Die Da ober Die Da?“ , , , „Bist ein Schlauer. Also, Paß auf: „Funs- zehnHunDertfünfzig Mark kostet Das PfunD, was kost's halbe?“ „SiebenhunDertfünfunDsiebzig“ hat Der Schreinertoni sagen wollen. Aber Da waren nur Siebenhundertfünfzig in Der Hosentasche vom gestrigen Geburtstag her und 25 Marl waren feftgelegt für eine grüne Zuckerstange. Also hat er ftank und ftech gesagt: „Macht siebenhundert- fimfundzwanzig, geb’n S' mir gleich ein halbes. „Wacht fiebenßunbertfünfaig.“ «Fünfundzwanzig“, verbesserte Toni. Daß beide zusammen gehören, zeigt die einfachste lieber legung; nur beide zusammen bedingen den Enderfolg im Wirtschaftsprozeß, den ackstichen Ertrag Die einen leisten „anordnende Tätigkeit''; die anderen „ausführende''. Und beide stteben nach einem Mehr. Der Unternehmer will, daß sein Unternehmen wachse, der Arbeiter will, daß der Ertrag seiner Arbeit wachse. Das ist gut so. Aber eins muß immer wieder beachtet werden — und das gilt für den Unternehmer: Das Kapital ist verhältnismäßig in den Händen weniger, der Arbeiter sind Millionen. Diese Arbeiter haben nichts anderes als ihre Arbeitstraft, die sie Tag für Tag in den Produktionsprozeß hineinfllefren lassen. Daher muß der Arbeiter genügend Zeit Hoden, um seine Kräfte immer wieder zu erneuern; er ist mehr als ein Kraftfep>, das man abwertet nach dem Grundsätze des „Hier und Heute", d. h. nach dem ökonomischen Prinzip: im gegebenen Augenblick der denkbar größte Erfolg Wei ihn so betrachtet, beutet ihn aus und stellt ihn noch unter das Sier, auf eine Stufe mit toten Sachen. Und doch ist er lebendiger Mensch; und zwar nicht nur „Mensch oder Natur" der Magenpflege treiben will, sondern auch „Mensch als Freiheit", der Kultur schaffen will, zum mindesten Farnilienkultur; er will sehen, daß er nicht umsonst arbeitet, daß er in seinem Leben auf irgendeine Weise vorwärts tontmU er will eine gesicherte Grundlage für sich und seine Famllie haben; er will, daß feine Mittel in demselben Maße wachsen, wie die primitiven Lebenskxämrfnisse seiner Familie; er will vor den ßärteften Zufällen des Lebens geschützt feto. — Und wenn er auf diese Ansprüche verzichten muß, zeigt das nicht in höchstem Grade, Daß die Gesellschaftsordnung irgendwo faul ist? Ober sind die Menschen, die an leitender Stelle in dem Prozeß Der Wirtschaft stehen, nicht sittliche Krüppel? Hier hat Der Arbeiter die Pflicht, um sein Menschenrecht zu kämpfen; er soll st organtfteren, denn vereinigt werden auch die mächtig, er soll irnb muß durch diese untereinander nach Macht streben, um Den Arbeitsmarkt zu beeinflussen und um Anteil zu erhalten an den Wer- ten die er schafft. Wenn man den ungeheuren Aufschwung der Wirtschaft in den letzten fünfzig Jahren »erfolgt, wird man Den Glauben haben können, daß diese Wirtschaft auch in der Lage ist sich einen gesunden Boden, d. h. ein lebendiges Verhältnis zu den Arbeitern zu schäften. Diese Wirtschaft kann Die größten Opfer bdn« gen, wenn es heißt, das Haus im Kriege nach außen zu verteidigen Sollte sie nicht auch die Opfer tragen können, dieses Haus zunächst in seinen Fundamenten zu sichern? Man sollte meinen, diese Opfer wären zu bringen, zumal sie nicht unter Dem unberechenbaren Druck des Kriegsglücks, sondern nach kluger Wirtschaftsführung auf- gebracht und verteilt werden könnten. Diese Opfer wären aber keine Opfer im Sinne des Krieges, sondern Investionen, die sich verzinsen. 3eDer, Der die menschliche Natur auch nur oberflächlich rennt, weiß, baß ein lebensfreudiger Mensch ein guter Arbeiter und ein verbitterter Mensch ein unbrauchbarer Arbeiter ist. Wan stelle sich eine Wirtschaft vor, bei der die Arbeitsarmee freudig nut- kämpft. Sie wird eine ganz andere Produktivität haben, als eine Wirtschaft, in der die Führer treiben und Die Arbeiter sich mißmutig treiben lassen. Bei Unternehmer unD Arbeiter ist das letzte Sie sieht ihm ganz erschrocken nach: '„Woher Der Mensch nur weiß?" UnD die Zenz verkaufte weiter chve halben Pfunde, bis der Karren leer war. Don benachbarten Obstständen wurde eine finstere Frauenkommif- jion herübergeschickt, wie es komme, Daß man feb ber nichts verkaufe, während die Zenz — „Wenn Die uns unterbiet'! —“ drohend schürzten sich die Aermel, „wie verkauft s' das Pfund?" „Wie wir, zu Fünfzehnhundertfünfzig, aber'« halbe —“ „Neue Kirschen, neue Kirschen!" rollten Karren von der Wackthalle her. Der Kirschen markt spitzte die Ohren. Der Kir- schenmarkt zitterte. Große Zufuhren waren eingetroffen. __ . „Neue Kirschen", brüllten die neuen Händlerinnen durch die Straße, „neue Kirschen, das Pfund zwölfhundert Mark, das halbe sechshun- derrfünfzig Mark!“ , , Im Nu war Die Zenz umringt: „Die hat s g’toußt ... Die ist a g'wasch'ne . . . die hat uns alle ausg'schmiert! . . . Jetzt sitzen wir auf un- s're teuem Kirschen! . . . Eine Gemeinheit ist s! . . . Pfui Seift, schaam' di, alte Zenz!" Sie begriff nicht. „Spinnt's Ihr?“ sagte sie und schob den Karren weiter, „was ist Denn lo8? Erregte Weiberhände trommelten auf der ; Preistafel: „Hineing'legt hat V uns, Tauber ’nem- g’legt!“ — „Stellt sich an, als fö-inf sie net bis ,.. ,,r _,_v o «ihren furv er soll wirt- gerbt, Der andere nrmoer layig, ver eine uuri^ « sä nifte tefrieD?qt sein wollen -- „das Leben geht hältnifte ^d der VernwgM nach ettE Ausgleich x nicht nach öder Gleichmacherei, sondern nach ge- ^Äift auch Geistwesen. Des Geistes genseittger WeZZwtoLmg ^^uchtung 2Ser Äähiafeiten und Kräfte soll er entfalten. Nur so eben diese Wech^wirkung muß möglich feto, Der HnDet e^f^D^Sig im Dasein; er ist eben so Aermste darf sich m f^ W^chenrechteii nußt geschaffen Daß Der Leib Träger seines Geistes ist. zurückges^t fühlen FeS^u^^dem Aei^r«i, der Aus dieses DeEtois sott er auch Die Welt, in ' minder Begabte muß ein Feld angewie.en fefom- ? ' Ncis Materielle muß Der men, wo er sich entfalten kann; der materiell Sä« SdSbtal Snto ™teridten 6«rfd>en 6ie alle JSZta in s=funbe Wechselwirkung wid in SsSSSSW WMZM-8M-SM sittliche ^sonllchkett: Jo ragt ^n Reichsitt- ^"^fte herstellt, die stärker ist er treibt Kultur. Da die Klärung Der landwirtschaftlichen Zollfragen noch aus längere Zeit hinaus- geschvben ist, muß an die Festlegung Der Zölle ür InDustrieprodukte sofort ßciangegan- gen werden um nicht Die ganze Tarisrevision m )edenklichste'r Weise zu verzögern. Gewiß sind auch die Industriezotte in mancher Hinsicht abhängig von den Agrarzöllen, aber eine Nichtberücklich- tigung dieser Abhängigkeit erscheint mir weniger nachteilig als das völlige ilntcrlajfen recht- ,’citiger Fesftehung der autonomen Zolle. Nach Der Bemessung der Zolle nach Dem Wert oder dem Gewicht gebe ich Dem Ge wichts- zoll unbedingt Den Dorzug. Ganz abgesehen von der viel einfacheren Berechnung und Dem Aus- chalten von Hinterziehungen. Der Derrmgeruag des Beamtenapparates, läßt auch Der Gewichtszoll allein eine annähernde Sicherheit in Der Festsetzung der Einnahmen aus Den Zöllen zu. Auf einen UmftanD möchte ich schließlich noch besvnDers Hinweisen. Die Umsatz steuer Darf unter gar keinen ilmftänben in die Zölle ein- berechnet werden. Ganz abgesehen von der Er- chwerung der Zollberechnung selbst, würde dadurch jede Bestrebung, die llmsahsteuer — was unbedingt nötig wäre — allmählich abzubauen. beeinträchtigt. Eile tut bei Der Erledigung Der handelspolitischen Dorarbeiten not. Das gilt nicht nur , j...- n -n x r. o, ..a bezüglich der Geltendmachung Der Tarif Vorschläge Rechtsgemeinschaft des Staates und Die Arbeitsort fetten Der Industrie, sondern auch bezüglich gemeinschaft Der Wirtschaft. Der technischen Maschinerie Der Gesetzgebungs- Die Dlutsgeme in schäft Der F a m i l i e ! — An arbeit. Ich bin an sich ein Gegner Der ver- Mann unD Weib erging Des Schöpfers Befehl: einfachten Gesetzgebung, wie sie in der letzten Wachset unD mehret euch, erfüllet Die ErDe unD bereit üblich wurde insbesondere auch Deshalb, weil zwinget sie — der Befehl zur Wirtschaft und Kul- Diefe Gesetzgebung außerordentlich lückenhaft und tur. ilnß beide finden ihre Beziehung und Wech- von Fehlern durchzogen war. Trotzdem wird eine selwirkung so schön und so geordnet und in nch- solche vereinfachte Gesetzgebung durch die Der» \ tiger Reihenfolge aufgebaut in Der Familie. Der hältnifte hier aufgezwungen werden. Es kann Mann muß hinaus ins feindliche Leben, muß hierfür nur dringendst empfohlen werden, daß sie schaffen, arbeiten, Geld verdienen, Brot erwerben, mit größerer Genauigkeit und Sorg- unD Darinnen waltet sie, das Weib Die Men- falt Durchgeführt wird, als es so manche schenbildnerin und Menschenerzieherin; er Wirt- Gesetze und Derordnungen der letzten Zett' waren, schäftet und sie pflegt Kultur, nicht als ob das Eine Nachprüfung Der Gesetzgebung müßte mög- eine ausschließlich des Mannes Werk sei und das sich st rasch durch einen von Kennern Der Frage andere die Aufgabe des Weibes — nein, in De* zusammengesetzten Ausschuß erfolgen. Bier Mo- Familie und durch Die Familie, Deren wirtschaft- nate trennen uns noch von dem Zeitpunkt Der sichen Untergrund Der Mann legt und legen muß, Wiedergewinnung unserer vollen handelspolitt- indem er arbeitet, wird auch Kultur getrieben, schen Autonomie. Die vor der Vertagung des ja nimmt Die Kultur ihren Anfang; neue.Men- Reichstages betriebene sozialdeinolratifche Ob- schen werden, entstanden aus Dem Geheimnis Des struktion gegen Die beschleunigte Erledigung der Lebens, gebildet von Mann und Weib und toer- Agrarzvllvorlage schiebt die endgültige Formung t>cn herangezogen, an Leib und Geist als neue unseres handelspolitischen Rüstzeugs in nicht an- Bürger des Staates, als Förderer der Wirt- bedenllicher Weise hinaus. Um so mehr muß die schäft. Die neuen Menschen ernährt Der Tater, Industrie auf Dem Posten sein unD auf hegt und Pflegt Die Mutter und laßt ihres Le- Nuhung der Zwischenzeit zur Klärung über die bens und ihrer Liebe Reichtum auf sie ausstro- Reaeluna der Industriezotttarife Dringen. men. So geht von Der Familie das Leben aus; 1 fie ist Die Keimzelle des Staates, sie Die Energiequelle der Wirtschaft. Die Rechtsgemernschaft des S taa t e s. Familien bilden Sippen, Stämme, und zuletzt ein Der Mensch ist ein Leib-Geistwefen. Er ist hin- I Doll. Jeder, der geboren wtod, ist nicht mir neues aeftellt auf diese Erde, in Den Reichtum ihrer ma- Reis der Familie, ferner Sannlre sondern auch Seriellen Werte und Güter, Die anDere vor ihm Angehöriger seines Tolfc^D. h. er ist mB^o^n- der Natur abgerungen, geschaffen und erarbeitet heft gestellt worden mcherew ^eft ^ogenhett haben- sie soll er hüten, pflegen, mehren, fördern aber ist so mannigfach ^E>ie Menschen selbst. Seite sei- der andere schwächer; und hier ruft Die Derschie- j? e!} Pcht langen: für den großen Kriegskünstler und für den gewaltigen Taktiker und für sein ©ente uni für den Philosophen und für den Sreunö der Künste und Wissenschaften, für den Staatsmann und für den Financier, der noch Bnchertisch. — Die schöne Literatur. Kritische Monatsschrift, herausgegeben von Will Vesper, Verlag von Eduard Avenarius, Qripzig. Erne wesentliche und sehr begrüßens werte Eigenschaft dieser literarischen Zeitschrift ist die, dah sie es wagt, allgemein bestaunte Modeerscheirmngen auf ihren wahren Wert zurüctzuführen unb auf der andern Seite für Dichter einzutreten. deren Wort im Lärm des literarischen Alttags zwar nicht sehr laut klingt, aber doch verdiente, mehr gehört zu werden. Die vorliegende Nummer (8) besaht sich mtt einem Dichter der letzteren Art, Wols- gangGoetz. Man muh der „SchönenLiteratur" für Häuser aus Glas. Gebäude aus GlaS waren schon fett langem in einzelnen Städten Amerikas keine Seltenheit. Sie sind meistens in der Art des ersten und ältesten Baues dieser Art, des Londoner Krystallpalastes, aus vielen Tausenden kleiner Scheiben zusammengesetzt. Mit der Zeit ist man weiter gegangen und die Nationalbank in Des Moines, Iowa, errichtete als erstes -Unternehmen etn Gebäude, dessen Wände aus dicken Glasplatten bestehen, die be- sonbers für Bauzwecke geschmolzen und gewalzt werden. Das Gerippe des Gebäudes ist ausStaA- und Etsenschienen und Trägern aufgerichtet und derart konstruiert, daß je zwei Platten, zwischen gestutztem Bart und pechrabenschwarzem Toupet. „Man muh mitgehen mit der Zett, Bruder. Ich komm' direkttssime aus Paris." _ PM der Gestrenge durch die Zahnlücken. „Hast wohl dein Lottchen besucht?" „C'est ca —" ..Hoff', du hast der Sauberen die weihe Pelle ordentlich mit ungebrannter Asche gebeizt." Der Leichholzer 'batte ein paar blitzende Sv- fttaires an den Fingern, die schob er hin und ber. „ Oho, mon Vieux . . . muh sehr hüten . . . ®u sprichst von der Marquise de Frahne, nee de Lasow . . . meiner lieben Tochter!" 3n der Herrenstube sahen sie, um den run= öen Tisch, sich schräg gegenüber. Der Leichholzer hatte ein goldenes Döschen herausgezogen, schob eS dem Alten zu, und als der den Kopf schüttette, sing er selber an zu naschen, Fondants und Pralines. Kaute und sah auch nicht auf, während er ba« sagte: „Marqusse de Frahne, n6e de Lasow." „So — so!" gibt der Zabeltitz zurück mit einem Spottlachen. „Also da muh ich gratulieren. §at der welsche Schuft sie doch ehrlich gemacht. Was man so nennt." "Hör', du, hüt' dich, so desPÄtterlich zu sprechen. Lvlvtte hat sich nichts vergeben, und mein ' G-ndn- der Marquis, ist ein Kavalier, Iletzt hoch m Gnaden zu Versailles." "_V)eiht, ßafoto, wär' mir schon lieber, du nennst ihren Namen hier nicht, hier im Hause. Mann ft mir mit Vendve und sv überhaupt zehn Schritt vom Leibe bleiben." ©tetft der Leichholzer mtt spitzen Fingern, sehr oSJ™ -ft" Stückchen Kandier les zwischen die Zühne, ist gar nicht sonderlich aufgebracht, sagt foftye P^osfruverarvert sehr ZxndBar feto, $mnäk dies Streben nach Erfassung und Verbreitung des Wesentlichen durch arte Teile der Zeitschrift geht, die sich bamit zu einem literarischen Wegweiser erster Ordnung macht. — Johannes Hofsner O du Heimat f l u r! Engelhorns RomanbibliOthel. Brosch 075 G.-M., in Ganzleinen 1,25 G.-M. — Dieser Roman ist ein Heimatbuch im besten Sinne des Wortes. Die urgewaltige gesunde Kraft der heimatlichen Erde ihr würziger, erfrischender, belebender Duft weht durch di'ffes 'Buch. Es er^htt von dem Leben auf einem pommerschen Gutshof, von dem Ringen eines jungen Weibes um die Erhaltung des väterlichen Erbes. Dve Gestalten sind klar erfaßt und mtt überaus sicheren Strichen gezeichnet. — Der Sonn' entgegen! (Ein Leitfaden für Wanderungen) betitelt sich ein Keines Werkchen, das Erich Daberowstt) im Verlag von Wilh. Stolls u ß, Bonn (Rhein) soeben heoauS- bringt (1,50 ML) Sieben einer allgemeinen Liebersicht übet das Wandern und die Entwicklung der Wanderbewegung in Deutschland und das Jugendwandern geht der Verfasser besonders auf alle Fragen ein, vor die der mtt dem Wandern nicht genügend Vertraute geftedt wird. Frisch und flott geschrieben, versteht es der Verfasser, die Wege aufzuzeigen, die einzuschlsgey. ftob. — Der Adlerflug über den Rhein und den Aequatvr. Von Karl Larsen. Autorisierte ftlebersehung aus dem Dämschen. Verlag von Weimar Hvbbing, Bersin Sw, 61. 3,60 Mk. Larsen schildert in glänzender Form, wie Frankreich seit 1870 in ununterbrochener Arbeit den Krieg gegen uns gerüstet hat, nicht um Eksaß-Lothringen, sondern um den Rhein zu gewinnen und von der wirtschaftllchen und mtth tärischen Operationsbasis des Rheins and ein zerstörtes Deutschland zu beherrschen. Larsen belegt seine Schilderung in geschlossener Reihensvtge mit unanfechtbaren dvkurnentarischen Aeusierungen, die in ihrem Zusammenklang von überwältigender Wirkung sind. Die Gefahr für die Zivilssatton, die Frankreich skrupellos durch die Milftarisierung seiner schwarzen und braunen Horden herauf- beschworen hat, wird besonders gewürdigt. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Wi!d-Weft am Rhein. Ludwigshafen, 6. Sept. (WTB.) In der letzten Nacht gegen 11 Llhr sind z wei betru nfene Zivilisten in der DiSmarck- ftra&c mit marokkanischen Soldaten tn einen Wortwechsel geraten, in dessen Verlaus einer der Soldaten durch einen Schuß in den Rücken sofort getötet und der andere schwer verletz t wurde. Nach dieser Tat begaben sich die Betrunkenen in eine in der Kaiser-Wilhelm-Str. gelegene Wirtschaft und fingen dort mit den anwesenden Gästen neuerdings Strett an. Während der Auseinandersetzung erhielt der 42jäh- rige Heizer Karl Fels, Vater von sechs Kindern, einen Druft stich, an dessen Folgen er tot zusammenbrach. Die durch die Polizei sofort vorgenommenen Nachforschungen führten zur Festnahme der Täter. Es handelt sich um drei schwer mit Zuchthaus vorbestrafte Elemente. Eine ganze Familie das Opfer eines Ranbüberf^lles. Rom, 6. Sept. (WTB.) In Amando- f a r a bei Cacanacaro wurde eine ganze sechs Personen bestehende Familie tot auf» ?esunden. Der Tod kann bereite vor 8 bis 0 Tagen erfolgt fern. Man glaubt an einen Raubüberfa ll. Geschäftliches. — Als mittlere Düngung für Kar» toffeln kann man 400 kg Kalisalz (40 Proz.), 200 kg Superphvsphat, Thomasmehl oder Rye- naniaphosphat und 300 kg schwefelsaures Ammoniak ansehen. Eine solche Düngung kostet jetzt genau wie vor dem Kriege ungefähr soviel wie 30 bis 35 dz Kartoffeln. — Prof. Wagner- Darmstadt hat fest gestellt, daß man unter durchschnittlichen Verhältnissen durch eine solche Düngung mit einem Mehrertrag von 67 dz Kartoffeln pro ha rechnen kann. Der Anteil der Kalssalze an dem durch Volldüngung bewirkten Mehrertrag beträgt nach Prof. Wagner 28 dz Kartoffeln. Die Kunstdüngeranwendung zu Kartoffeln ist auch noch heute als sehr gewinnbringend zu bezeichnen. 8 die beste JCilteArr Krem-Drog. Aognel Noll, P. J. Höhe, Drog. Georg Wellental», Drop. 0. Winterbon. 4146c Bin? Moini Eeg. Zuckerkrankheit u. Aderverkalk. 111! IMI1 hilft best. Narlrsprridel Virttrche« 1$. Geld im Deutel gehabt, als sie alle ruiniert, und für . . »Hör' auf, Lasow! Will nichts hören, was die windigen Welschen reden. Will nichts hören von ihm — verstehst du! Der Gram frißt mir sv schon das Herz ab!" War auf gestanden, der Alte, ging mit seinen schweren, wuchtenden Schritten im Zimmer auf und ab, daß die Dielen knarrten. Blieb dann doch wieder vor dem Leichholzer stehen, hochrot im Gesicht, sprach weiter: „Ja, unter des hvch-- feligen Herrn Vaters Regiment, da konnte man leben. Regierte mit dem Krückstock, war saugrob, hielt aber auf Ruh' und sorgte. War ein guter Landes Vater, hörte den geringsten seiner lllnter- tanen. Der hat wohl gewußt, warum er den Herrn Filius so hart anfahte, damals in Küftrm, als wir alle voll schwachmütigen Mitleids gewesen. Aber der Sohn, dein glorreicher Sieger, der Dataifteur, im Dreck läßt er uns verkommen!" Steht der Leichholzer auf, wirft sich in die Brust: „Sollst dich was schämen. Zabeltitz! So spricht man nicht von des Königs Majestät." . „Ich red', wie mir der Schnabel gewachsen. Din ein Edelmann, so gut wie er. Sollt' mich genieren, etwa vor dir? Häng's doch an die große Glocke. Er kann mich ja nach Spandau in ie Karre schicken. Ist mir aftens eilteI“ Sagt der Lasow: „Eigentlich svfti' ich mm gehen. Hätt's wohl schon früher tun sollen. Denn mit dir altem QTarren ist nicht vernünftig zu parlieren. Das braust immer gleich auf wie der Din de Champagne..." M 7 1 (Fortsetzung folgt.) ßt.lv j 2^^; Trag' «"Einzelnen Ssä “’ifce Der Zeit Äerriots^ Sim N ii- Aars, der oc ichulda^erl Arisd^ck fims deutscher SA Amisterpraslde sandten angew sprach mit dem i a b«i A^ierung eme Opposition Berlin über er Aotenübevgabe t Angelegechcil tt Dege in Gute e seine Mge W tro er M 2l Marneschlacht ' Schärfe auf das himlbergezogen. in Gens angefid und es sollte m nicht auch dort ter Welt ennä Deutschlend anc gerade gege' russplan g< pruttion des C gerie scheint , schlechte Sind: riot, sondern Oeffentlichkeit Damit ist. großen 6taa leien und Dost Vas irenige 6tat sich hätten ausntc Die Bombe pW in Urlaub gega- 15. Ottoter ter (fmterafimg ist Mksvertreter 1 Mitglieder des mengetzommelt das Äumpfiab^ tagte, kam vhm den Entschluß f. irigen getniffet w Gens, als d und Frankreichs Gerüchte twn c deutschen Schuld wen. um die All Dedisionspläne wieder wurden, daß Dr. Darr i und Macdvnald Hobe. Letzteres, deutscher amtlich 'st M. dah der w' Dacdouald i briete. Ech er S'?”9’ Pu we Wit die C ™e- lag und li y Wüsche L Frankreichs g»- Sä’ ®n$tt ^reinerE lEige bbe b- fe Äs S"’ w Ipte^S s'h« SS der 2rnf!5rc derB>« eine ningfrtb Oer