Kettag, 8. August 192$ 174. zayrgang Erstes Blatt reit'i»4 aReise- nfiafbifr } Paris in Erwartung. Don unserem Pariser Mitarbeiter. Pari». 5. August 1924. Forderungen Nollets. Paris, 8. Aug. Der Sonderberichterstatter! des „Petit Parisien" glaubt zu wissen, dah heute eine Verhandlung zwischen den deutschen, französischen und belgischen Ministern über bie Frage der militärischen Räumung des Ruhrgebietes stattsinden wird. Für diese Verhandlungen sehe man drei bis vrer Tage vor. Der Plan, der gestern durch General Rollet und Finanzminister Elementes den englischen Ministern unterbreitet worden sei, fordere als Zugeständnis für die militärische Räumung die Demobilisierung der Reichs- polizei, also der grünen Polizei sowie Me eventuelle Kontrolle der Entwaffnung Deutschlands, sowie die Fortsetzung der Besetzung der Kölner Zone durch die britischen Truppen auf Grund einer Art Mandats, das der Völkerbund England übertragen soll. Paris, 7. Aug. Rach der „®re Rouvelle" wurde gestern abend in Kvnserenzkreisen in London erzählt, dah General Rollet Macdon^d einen P lan betreffend die militärische Räumung des Ruhrgebiets und die Räumung der Kölner Besatzungszvne überreicht habe. Cs sei darin vorgesehen: 1. eine internationale Regelung im Zusammenhang mit der Räumung der Kölner Zone und der Völkerbund würde damit be- traut, sich die Sicherheitsfrage angelegen sein zu lassen; Daily Telegraph" zufolge herrschte gestern in "amerikanischen Kreisen Optimismus. Staatssekretär Hughes hätte Europa mit der Heberzeugung verlassen, daß alles £“ gehen werden der deutschen Delegation und Herriot eine Einigung herbeizuführen. Danach soll Frankreich die endgültigemilitärischeRäurnung zum 31. Dezember 1924 zu gestehen und die Forderung auf weitere Aufrechterhaltung der Besetzung der englischen Zone fallen lassen. Weiterhin soll der Beschluß über die Beibehaltung von 4000 französisch-belgischen Eis en bahnernbei den Ruhreisenbahnen dahin abgeändert werden, bah lediglich eine vollständig von dem Betrieb der deutschen Eisenbahnen getrennte interalliierte Orgam» fation die Kontrolle über die drei strategischen Linien auszuüben habe und die 4000 französisch-belgischen Eisenbahnarbeiter in Wegfall kommen Auf der anderen Seite empfiehlt die eng/- lische Regierung der deutschen Delegation ihre Einwendungen gegen die bisherigen der alliierten Konferenzmächte zum größten Teil zurückzuziehen. Was die übrigen französischen Forderungen auf Kompensationen für die militärische Räumung der Ruhr betrifft, so sollen diese Fragen, soweit sie nicht zur Regelung des Sachverständigenplanes gehören, zurückgestellt a>erben. Ur. 185 'Erscheint täglich, außer ! Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFamilienblätter MonatL-vezugrpreis: 2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-.Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerSictzen. Postscheckkonto: grantfürt a. M. 11686. Längere Dauer der Konferenz. London, 7. Aug. (WTD.) Die Adend- presse betont, es sei jetzt klar, dah die Londoner Konferenz länger dauern werde, als ursprünglich gedacht war, und dah sie nicht vor Dienstag oder Mittwoch zu Ende gehen könne. Marx, Stresemann und Herriot. London, 7. Aug. (WTD.) Der Reichskanzler und der Minister des Reicheren Dr. Stresemann haben heute nachmittag 3 /» Hhr den Ministerpräsidenten § er r io t in seinem Hotel einen Höflichkeit sbesuch abgestattet, der von Herriot gegen 4^2 Hf)r Aihhotel erwidert wurde. H a v a s meldet hierzu: , Es wird erklärt, daß der Besuch rem for- mellen Charakter gehabt habe. Es liegt auf der Hand, daß sich daran ein M e i n u n g s a us- tausch über die Hauptfragen anschnehen wird, die Frankreich und Deutschland betreffen, und unter denen an erster Stelle die militärische Besetzung des Ruhrgebiets steht. An widerer Stelle wird versichert, daß in Kürze eine Ein i- a u n g zwischen den französischen^ und deutschen Sachverständigen über die Modalitäten des S a ch- lieferungsverfahrens zustande kommen dürfte. Englische Vermittlungsvorschläge. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 8. 2Iug. Wie wir hören, steht un Mittelpuntt der Auseinandersetzung auf der Londoner Konferenz ein Vermittlungsvorschlag Macdonalds, der bemüht ist, zwischen Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite 8rtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re- klame.Anzeigenv.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20'/, Auf- chlag. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton: R.Friedr.Wilh. Lange; ür den übrigen Teil. Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Bietzen. tebotfe. ohcrt: Dei^ ^ndeiq ln= lborse. ^fienmarft iva. feinen mlda- Wrüdgänge m I« 1000 Kilo y rnäd. 137 182. nm 166 bis W 280 bis ‘M* 21 du 2325 . 10.20, Tiitoiue^ >.50 bis 17, Futter- 13 bts 14, Acker- * bis 16, Shdumh, 1 Rapskuchen ujq msHnitzel 9,50 bis 20, Ätrtoffdflbdai Dach einer Agenturnreldung aus Washington wird in Finanzwesen mit eurer mten- fine n amerikanis chen un® nm europäischen Wiederaufbau gerechnet falls auf der Londoner Konferenz eure Einigung zustande kommt. Es Verla daß die Federal Reserve Bank den Wechseln der neuen Reichsbank dieselben Vergünstigungen gewähren mer&e tote der vorläufigen Golddiskontbank, vvv- ausgesetzt daß die Grundlagen gesund seren. Das bedeute toie man annehme, daß dte kunftrge deutsche Währung eine Dollar- and nicht eine Pfundbasis haben solle. Ferner wird erklärt, daß die Federal Reserve Bank dre gleichen Privilegien auch (Ui blanderen europäischen Länder aaszudehnen gedenke und daß die deutschen Eisenbahnobligationen auf einen breiten Markt in den Vereintsten Staaten rechnen Simen. Ein deutscher Teilsieg in London. Herabsetzung der wirtschaftlichen Räumungsfriften. — Ein Abkommen in der Amnestiefrage. — Englische Vermittlungs-Versuche in der Militärfrage. Wbn Weil e,l«&n4X üillr, ^'^-8es. vis « Senz r WÄjSS« s y b OffuItiSmU tiM. besonders aber stige Strömung bei nmer toettere >r von der mrteria- ingenen Fchrzehnte b nun viel mi dem le, und Okkultismus die Liim gefangji, ert, einmal aus bedinge ausgcklän jü me üanitaterat Dr. rin seit Fchrzehnlen rt auf ben 96 Seiten lismus" (Frtmch- ■tdttgartl durch das U3, w-M auch der rchlaglichter noch bellest. dÄ dirse Sr° auf Betrug imd auf hoführen lind. Ms- tc ErscheMMg ie3 -Mmchem-Pemtz nieder in hlfwMer czShlimgen des Dich- Ü» drs „Mrques be it; fennt, weiß ja, tw et seine schönsten S» MenimdbimM«. Me gdungai M>. Win“ nMm- er noch em me Äome- Lembs Mng UÄ erleb ! dv brs Gefchik, das uns ZherAichtM-ll die graue Lage «ei tatter. W?* stets ftifchem und M tn die Hand l» MM TOT®”“' Die Londoner Konferenz macht trotz der deutschen Einwände gegen die „ Anempfehlungen" der Unterausschüsse und ttotz der durch die militärische Räurnangssrage entstandenen heiklen Lage Fortschritte. Zwar sind wir bezüglich der Einzelheiten .bedauerlicherweise wieder auf französische Meldungen angewiesen, aber die erzielten Erfolge 't>ec deutschen Vertreter gewinnen hierdurch in einem gewissen Sinne Bedeutung. Allerdings ist nicht zu verschweigen, dah das vom „Matin" gemeldete und unten veröffentlichte Abkommen in !ber Amnestiefrage, d. h. der Zurücknahme der Ausweisungsbefehle und der Befreiung der Ruhrkampfgefangenen, in weitesten Kreisen Deutschlands, besonders aber im besetzten Gebiet, lebhafte und berechtigte Beunruhigung Hervorrufen wird. Eine Amnestierung der separatistischen Hochverräter würde, wie hier des öfteren ausgeführt wurde, von diesen als eine nachträgliche Legalisierung ihrer De- wegung angesehen und dargestellt werden und mufote da die Gesellschaft dieser Hochverräter nach wie vor sich des Schutzes derselben französischen Beamten und Militärs erfreuen würde, im be- ! setzten Gebiete eine neue unhalckare Lage schas- fen Es ist aus diesem Grunde zu erwarten, dah die' Meldung des „Matin" den Tatsachen nicht entspricht, zumal seitens der Regierung noch unlängst betont wurde, daß eine Amnestie für Hochverräter nicht in Frage kommen könne. Das wichtigste Problem, die militärische Räumungsfrage, ohne dessen Losung die deutschen Vertreter das Schluhproto- k v l l von Loudon nicht unterzeichnen können, wird leitens der Franzosen noch immer zum Gegenstand eines Kuhhandels gemacht. Trotzdem es tn Frankreich nicht an Stimmen fehlt, die das Hn° ehrliche und für die Franzosen Entehrende dieses Feilschens einse^n. So nimmt der Pariser Temps" in seinem gestrigen Leitartikel Stellung gegen die Politik des Feilschens um die militärische Räumung des Ruhrgebiets. Glaubt man, fragt das Blatt, daß es für Frankreich vorteilhaft wäre, wenn es sich den widersinnigen, abstoßenden und unzutreffenden Anschein gtifc als wolle es verkaufen, was es im gegebenen Augntosick doch werde herausgeben müs sen? 2^e Konferenz sei zusammengetreten, um die Durchführung des Sachverständigenplanes zu sichern. Wurde der Plan ausgeführt, wie er ausgefuAt werden solle, d. h. als ein unteilbares© an ieä, sv müsse die militärische Besetzung des Ruhrge- ilebei diese Frage ist ein Abkommen erzielt worden insofern, als für alle noch abzuurteilenden Fälle beiderseits Amnestie gewährt werden soll. (Der Malin" betont ausdrücklich, durch diese Abmachungen seien die Sepa-ratistenfuhrer gerettet worden.) Was die noch im Gange befindlichen und schon äbgeurteüteu Fälle beliesse, so ist der deutschen Forderung nachgegeben worden. 4. Sachtteserungen. Hier bestehen noch ernste Schwierigkeiten. Die deutsche Regierung weigert sich in irgendeiner Weift die Sachlieferungen überdenim Frie - densvertrag vorgesehenen -Zeitpunkt hinaus zu garantieren. Man sucht jetzt nach einer anderen Losung. 5. Transfer. Auch hier würde eine Kompromiß- | ip r £ Y A C f U. t. Rach dem „Quotidien" ist in dieser Frage eine Einigung erzielt worden. Rach diesem Blatte bestehen nur noch zwei S chwue- rigfeiten. Einmal in der Frage der Sachlieferungen, in der die französische Regierung nicht nachgeben kann und nicht nachgeben werde und in Bezug auf die Zahlungen die vor dem 5. Oktober zu leisten sind und tue der Vorschlag der Alliierten für die wirtschaftliche Räumung vorsieht. öiets aufhören. Selbstverständlich kommt der „Temps zu, der Schlußfolgerung. dah die Auseinandersetzung über die militärische Räumung solange au f geschoben werden mühte, solange nicht die durch den Dawesplan zu erzielende Bezahlung der Gläubiger Deutschlands gesichert sei Erne Anschauung, die die Luge auf den Kopf zu stellen versucht, weil sie an sich für Frankrerchunhal- bar geworden ist. 3n London überblickt man sichtbar dre tatsächliche Lage besser denn ^mot hat seinen Kriegsminister Rollet vorg^ »chickt und durch ihn Ma c do na l deinen Plan . reichen lassen, der die tij. Forderungen — Ent^ffnimg der Wchupo — Beibehaltung der Desatzung t^ Köln — dem Völkerbrmdsanhanger ^Maedonald durch den Dorschtag eines Dolkerbundsmandats an England für die über das Friedensdiktat hinaus zu verlängernde Besetzung Kölns schmackhaft machen soll. Die deutscheni Der tretet dürsten diesen sauberen Plan, der nEs anderes als den verschleierten Beginn der „Ver völkerbundlichung" der Rheinlande bezweckt-ein immer wieder hervorgeholtes Verlegenhettsproiekt der Franzosen! — ebenso ab lehn en, wie den bisher angebotenen Kuhhandel. rr Auch in England hat man nach allen MÄ- bungen nld>t di- Micht. solch- .Kompromiss-" $u unt-rstüh-n. Dl- Mrfte bCT aUgctnetnen Ans'chtder-ng i lisch-n O-sfentlichk°it Ausdruck s.s>° schreibt. ®ngtan» müsse .auf Frankreich einwirken, oaß es das /^^rg räume, mindestens sobald Dettschland PvatMch Schritte zur Inkraftsetzung des Dawes Planes ' unternommen habe. Hoffentlich werde Herriot e kennen, daß Frankreich verpfichtet sei, Nck schleunigst zurückzuziehen und ohne Verzug Vorschläge zu machen, die für alle ^eue ) annehmbar seien. M acdonald hat nach einer Meldung unseres Berliner Vertreters die Vermittleiwolte in dieser heikelsten Frage übernommen. Die Stellung, in die Frankreich durch den Verlaus der Kotrferenz gebrüdt ist, und die Verantwortung, die Herriot für ihren Ausgang trägt, dürften auch diese Frage schneller und für uns günstiger losen lassen, als es heute noch den Anschein hat. Der Sitzungsbericht. London, 7. Aug. (Wolff.) Der Rat der Vierzehn ist heute vormittag im Arbeitszimmer Macdonalds im Unterlaufe zusammengetreten. Hm 11 älhr traten die durch die deutschen Delegierten erweiterten Ausschüsse zusammen. London, 7. Aug. (Reuter.) Die neue Sitzung des Rates der Vierzehn hat um 5 W tn der Totontngstreet begonnen. Die Mitgl.eder verschiedener Setagationen haben in einer alnter- Die Seinestadt zeigt gegenwärtig dn Bild der abgeklärtesten Ruhe, und die wunderbaren Sommertage veranlassen die lebenslustigen Pariser, in den Boulevards zu promenieren, die Cafes zu bevölkern und nach Herzenslust zu flanieren und zu kokettieren. Wer dieses freundliche, äußerlich harmlos erscheinende Treiben beobachte^ muß den Eindruck haben, als ob man in Paris das furchtbare Leid der letzten zehn Jahre völlig vergessen hat und sich wieder in« den Strudel der gedankenlosen Genüsse stürzt, bte man hier nur allzu zahlreich finden kann. Allerdings am zehnten Jahrestag des Kriegsausbruches gab eS überall große Demonstrationen, und man sah die eigenartigften Erscheinungen des inneren politischen Lebens in Frankreich, das mit dem Regierungsantritt Herriots sehr rege geworden ist. Am geräuschvollsten benahmen sich die französischen Kommunisten, die ebenso wie ihre Gesin- nungsbrüder in Deutschland nurauf die Fahne Sowjet-Rußlands schwören. Abgesehen aber von diesen mit großem Eifer betriebenen Kundgebungen merkt man wenig von dem poltttschen Geist der Franzosen. _ _ Auch am Quai d'Orsay geht es fallend still und geräuschlos zu. Man befind« sich in einem Zustand des Abwartens, man ist etwas nervös, und man gefällt sich bann, eme liebenswürdige Duldermiene aufzusetzen, indem man erklärt, Frankreich habe in London die schwersten Opfer zu bringen, Opfer, wie sie fett Beendi-- gung des Krieges nicht wieder gefordert worden wären. Von Macdonald ist man enttäuscht, man redung mit dem Reutervertveter ihrer großen Zufriedenheit über die Art und'Weise der Fortschritte Ausdruck gegeben. Der Stand der Arbeiten. Zugeständnisse an Deutschland. Paris, 8. 2Iug. Heber den Stand der Arbeiten auf der Londoner Konferenz meldet der „Matin": 1. Verfehlungen und Sanktionen sowie Zusammensetzung der Aepko. zeigen keine unüberwindlichen Schtoie- rig feiten. Die Franzosen haben das Wort „flagrante Verfehlung" definiert, es bedeute: beabsichtigte Verfehlung. Die Denftchen haben jedoch ihre Stellungnahme aufrecht erhalten und erklären, daß sie über jede Abänderung des Anhangs 2 Abschnitt 8 des Friedensvertrages gehört werden müsien. Sie werden ihre Forderungen schriftlich niederlegen. 2. Die industrielle Räumung des Ruhrgebiets. Die Alliierten nehmen den Hebergang der lokalen Pfänder in die allgemeinen Pfänder in einer Periode von 60 Tagen von der Aufgabe der inneren Zollgrenze an vor. Als Schlußtermin für die Räumung war der 15. Oktober festgesetzt, dieses Datum sei auf den 5 Oktober verlegt worden. Schwierigkeiten bestehen noch hinsichtlich der Forderung daß Deutschland innerhalb von 40 Tagen die erste Rate für die Annuitäten zahlen soll, die der Dawesptan vorsieht. Die 2llli- ierten haben nunmehr zugestanden, daß innerhalb von 45 Tagen alles, was im Rührgebiet vereinN'chmt wird, an den Generalagenten für die Zahlungen überwiesen wird. Jedoch verlangen die Franzosen und Belgier die Abzugskvsten. Die Deutschen haben diesen Vorschlag abgelehnt. 3. Amnestie. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvck und Verlag: vrühl'fche Unwerstläts-Vuch- und Ztetndruckeret R. Lange in Stehen. Schriftleitung und GefchSftrstelle: Zchnlstraße 7. Die militärische Räumung rungsantrittes Herriots geg und er eines Tages wieder die französische Politik dirigiert. Er muß aber damit rechnen, dah die posi- ttsche Einstellung des Franzosen heute viel nüchterner ist als zu jener Zett, wo es noch wie eine großartige Heldentat aussah, wenn man nur mit dem Gedanken spielte, die fvanzosische Trikolore über das Ruhrgebiet wehen zu lassen. Run ist enbgültig das Ruhrabentauer hqurbiert, und zwar so gründlich, daß man nicht mehr ernsthaft daran denken kann, die Politik Pom- cares als völlig unantastbar hinstellen zu wollen 3n dem großartigen Machtbewuhtsem Frarckreu^ । ist eine erhebliche Dresche mrtftanben, was vftl- gut leicht nicht zuletzt für b* Franzosen selbst ganz 1 gut sein wird. ade'© Preußen und das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 8. Aug. Die preußische Regierung hat sich in den letzten Tagen mit den Beschwerden rechtsgerichteter Kreise gegen die re- publikanische Organisation „ReichsbannerSchcoarz- Rot-Gold" beschäftigt. Wie roir hören, hat sich die preußische Regierung dahin entschieden, daß irgendein Anlaß, gegen das „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold" einzuschrerten, nicht vor- liegt. Soweit diese Organisation dafür eintrete, die Reichsverfassung zu schützen und für den neuen Staatsgedanken in Deutschland zu Dirken, feien ihre Bestrebungen zu fördern. Auf der anderen Seite aber müsse hervorgehoben Verden, daß irgendein Zusammenhang zwischen dieser Organisation und den amtlichen preußischen Stellen nicht besteht. Die preußische Regierung Verde auch offiziell an den Veranstaltungen dieser Organisation nicht teilnehmen, während es bfcn Mitgliedern der preußischen Regier rag frei» ^gestellt ist, als Politiker mit dieser Organisation Sn Verbindung zu treten und ihr anzugehören. 1 -------- . Reichswehrsoldaten vor dem Staatsgerichtshof. Waffendiebftähle für Kommunisten. Cin Zwischenfall zwischen dem Senats- Präsidenten und den Verteidigern. Leipzig,?. Aug. (Wolff.) Die heutige Verhandlung vor dem Staatsgerichtshof zum Schuhe der Republik bezieht sich auf Waffendiebstähle bei der Potsdamer Reichswehr. Zu verantworten haben sich 10 Angeklagte, von denen vier, zwei Unteroffiziere-, ein Gefreiter und ein Schütze, zur Zeit der Straftaten beim Potsdamer Truppenteil des Ints.-Rgts. 9 bzw. Reiterregiment 4 dienien. Angellagt sind ferner der Maurer Karl Fiedler, der Bootsmann Kurt Großmann und der Arbeiter Wilhelm Schatz, sämtlich aus Potsdam, die dieangeclagten Soldaten, die Unteroffiziere Ludwig Burkhardt und Max Mehlhorn, Gefreiter Paul Krause und Anterofsizier Karl Fehling veranlaßten, im Oktober und Rovember 1923 Waffen und Spreng st offe aus Heeresbeständen für die kommunistische Partei zu beschaffen, wobei sie sich der Vermittlung der angeklagten Brüder Franz und Gerhard Fvackmann. beide Gärtner aus Potsdam, bedienten. Außerdem ist die Ehefrau Bertha Burkhardt wegen Beihilfe angeklagt. Weiter ist ein O b e r g e f r e i- t e r an den Straftaten beteiligt. Er hat in der ^Untersuchungshaft seinem Leben freiwillig ein Ende gemacht. Die Verhaftung der Angeklagten erfolgte im Anschluß an die Entdeckung hes Waffenlagers bei dem Angeklagten Fiedler. Zur Verhandlung sind etwa 20 Zeugen geladen. Vor dem Eintritt in die Verhandlung wurde das neue Mitglied des Staatsgerichtshofes, Reichsgerichtsrat Hettner, vereidigt. Hierauf brachte Rechtsanwalt Sam ter für den Angeklagten Großmann einen Ablehnungsantrag gegen den Vorsitzenden, Senatspräsident Riedner, wegen seiner Haltung in Königsberg ein. Er führte aus, Riedner habe sich als Vorsitzender des höchsten Gerichts in abfälliger Weise gegen die Partei ausgesprochen, der Großmann angehört, indem er in bezug auf die einer kommu- nistischen Iugendvereinigung von einer gleichen russischen Vereinigung gestifteten Fahne von einem „russischen Fetzen" sprach. Diese Beschimpfung des Symbols der kommunistischen Partei müsse jeder Kommunist als Faustschlag ins Gesicht empfinden. Weiter habe der Vorsitzende die Sihungspolizei nur gegen die der kommunistischen Partei angehörenden Zuhörer, z. D. gegen den Laicktagsabg. Dr. Metzer und auch gegen ihn selbst ausgeübt. Rechtsanwalt H e r z f e l d schloß sich dem Ablehnungsantvag an. Daö Gericht lehnte den Antrag ab. Hierauf wurde in die Vernehmung der Angeklagten eingetreten, siebter erklärt, Mitglied der kommuni st i- schen Partei zu sein, er habe sich aber von den Neuaufrollung der Regierungsfrage im Reiche? (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 8. Aug. Don demokratischer «nd sozialdemokratischer Seite wird behauptet, daß in den Kreisen des Zentrums und der Deutschen Volkspartei gegenwärtig die Reigung bestehe, nach der Lösung der außenpolitischen Probleme die Verhandlungen mit den Deutsch nationalen über die Regierungsfrage im Reiche wiederaufzanehmen. Rach der Verabschiedung der Ausführungsgesetze durch den Reichstag würde der Eintritt der Deutschnationalen in die Reichsregierung gesichert sein. Don maßgebender Seite der Deutschen Vvlkspartei wird uns hierzu mitgeteilt, daß diese Besorgnisse der Linksparteien hauptsächlich auf parteipolitische Gesichtspunkte zu- rückzufüyren seien. Wenn sich die Möglichkett , einer Einigung zwischen den Deutschnationalen und 'den gegenwärtigen Regierungsparteien über die Errichtung einer BürgerblockLegierung im Reiche ergeben sollte, so würde man das auf feiten der .Deutschen Volkspartei lebhaft begrüßen. Auf der anderen Seite aber hänge es von der deutsch- nationalen Reichstogsfvaktion ab, ob sie bereits unmittelbar nach der Lösung der außenpolitischen Frage Wert daraus legen werde, in neue Verhandlungen über die Regierungsfrage im Reiche einMtreten. Die kommende Reichstagstagung. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 8. Aug. Wie wir aus parlamentarischen Kreisen erfahren, wird der Reichstag im Falle des Zustandekommens einer Einigung in London in der Zeit um den 18. Aug. herum seine Tagungen wieder aufnehmen, um die deutschen Ausführungsgesehe zum Sachver- stä-ndigen-Bericht zu verabschieden. Die deutsche Delegation dürfte gleich nach ihrer Rückkehr mit den Parteiführerrn des Reichstages in Fühlung treten, um die parlamentarische Lage so schnell rvie irgend möglich zu klären. Man hofft, daß esmöglichsein wird, die Entscheidung im Reichstag bis spätestens 10. September dur chzu fü hr en. Arbeiten der Partei zurückgezogen, oa er sich an die Saarmünder Chaussee ein Siedlungshaus gebaut habe. Der Angeklagte Mehl Horn, der in der Voruntersuchung zugegeben hatte, daß er Gewehre entw endet und über die Mauer der Kavalleriekaserne geworfen habe, erklärte sodann, er habe diese belastenden Aussagen nur gezwungen gemacht, weil man ihm nichts zu essen gab. Auch hatte er Angst vor dem Kriminalkommissar Staatsanwaltschaftsvat Gysae. Eines Morgens antwortete ihm der Staatsanwattschaftsrat auf seinen „Guten Morgen'-Gruß: „Für Sie wäre es das beste. Sie würden gleich an die Wand gestellt." Als der Angeklagte nach wiederholten Vorhaltungen über seine widerspruchsvollen Aussagen auf den angeblichen Drohungen des Staatsanwaltschaftsrats GY ae beharrt, macht der Vorsitzende Senatspräsident Riedner eine Bemerkung, die nicht verständlich ist und sagt am Schluß etwa, es wäre vielleicht auch besser, Sie wären an die Wand gestellt worden. Die Worte lösen lebhafte Bewegung aus. D i e Rechtsanwälte Dr. HerzfeldundSam- t er packen sofort die Akten zusammen. Als Herzfeld eine Erklärung abg.'ben will, entzieht (hm der Vorsitzende das Wort mit der Bemerkung, hier würden keine Erklärungen abgegeben, sondern nur Anträge gestellt. Herzseld icill den Saal verlassen, wird aber vom Vorsitzenden zurückgehulten. Samter gibt hierauf eine Erklärung ab, daß er infolge der Worte des Vorsitzenden sein Mandat als Verteidiger niederlege. Herzfeld schließt sich dem an. Beide Verteidiger verlassen den Sitzungssaal. Der Vorsitzende gibt nunmehr bekannt, daß er vorhin sagte. Wenn Sie das wirklich getan hätten, die Beschaffung von schweren Waffen und Munition zur Vorbereitung des Hochverrats, dann wäre es vielleicht gerechtfertigt gewesen, daß Sie an die Wand gestellt würden. Weiter teilt er mit, daß die Verhandlungen bis zum Rachmittag vertagt werden sollen, um neue Verteidiger von Amts wegen zu bestellen. Der Verteidiger Rechtsanw. Dr. Döring äußert jedoch Bedenken hiergegen, da neue Verteidiger so schnell nicht zu bestellen seien. Infolgedessen wird die Verhandlung bis zum Freitag vertagt. Kommunistisches aus 1 aller Welt. Die Schweiz sperrt deutsche und französische Agitatoren ein. Wie aus Genf gemeldet wird, sind der französische Kommunist Gilbert und der deutsche Komm unist Thomas in Zürich bzw. Schaffhausen verhaftet worden. Das scharfe Vorgehen der schweizerischen Behörden gegen ausländische Kommunisten ist darauf zurückzaführen, daß man in der Schweiz erfahren hat, es würden von russischer kommunistischer Seite zur Zeit besondere Ansttengu.igen geinacht, um in der Schweiz eine starke Propagandatätigkeit zu entfalten. Bulgarien inr Kamps gegen die Bolschewiken. Sofia, 7. Aug. (WTB.) Der Minister des Innern Russew empfing1 die a u s lä n di- schen Pressevertreter und führte etwa folgendes aus: Die bulgarische Regierung hat trotz der bereitwilligen Mitarbeit der Bevölkerung große Schwierigkeiten, mit dem bolschewistischen Terror fertig z u we r- den, da die bolschewisttschen Agitatoren im Besitz großer Mittel sind. Diese Agitation bildet eine gemeinsameGefahrfüralle Balkan st aaten. Die Dobrudscha ist voll von bolschewistischen Agenten, die mit den Kommunisten in Bulgarien z isammen- arbeiten. Es würde sich daher ein Zusammengehen zwischen Rumänien und Bulgarien empfehlen. Bulgarien hat kein stehendes Heer was die Bekämpfung der kommunistischen Gefahr aus eigener Kraft sehr erschwert. Der polnisch-russische Grenzkamps. Warschau, 7. Aug. (WTB.) Die Zahl der während der Verfolgung der Sowjetbanden bei Stolpcy gefallenen Polizisten und Soldaten beträgt 14. In den Strahenkämpfen in Stolpcy wurden nach den letzten Berichten 10 Zivilpersonen getötet. Das Ministerium des Aeuhern wies den polnischen Geschäftsträger in Moskau drahtlich an, wegen des Angriffes von bewaffneten Sowjetabteilungen auf die Stadt Stolpcy zu intervenieren. Gleichzeitig wurde bei der Sowjetgesandischaft in Warschau eine Verbalnote der polnischen Regierung in dieser Angelegenheit überreicht. Die Wirtschaftskrise im Ruhrgebiet. Die Verbände des Baugewerbes haben einstimmig die Stillegung aller Betriebe des Hoch-, Beton- und Tiefbaues in Rheinland-Westfalen beschlossen. Von Mittwoch, 13. August, ab soll die Arbeit auf allen Bauten und Arbeitsplätzen des Hoch», Beton- und Tiefbaues vollständig rühm. Beginnende WiederhersteLlung des Rechtszustandes in der Pfalz München, 7. Aug. (WTB) Dem Vernehmen nach ist es gelungen, die Freilassung sämtlicher Pirmasenser Gefangenen zu erreichen. Es sind dies 44 Personen. Gegen weitere 60 Personen war ein Verfahren eingeleitet worden. Auch dieses wurde niedergeschlagen, so daß im ganzen 104 Personen außer Verfolgung gesetzt wurden. Rach einer Meldung aus Berlin ist der Pfälzer Regierung neuerdings von der Interalliierten Rheinlandkommission eine Aste mit 1116 Aus- gewiesenen überreicht worden, denen die Rückkehr erlaubt worden ist. Auf der Liste befinden sich auch solche Pfälz-er, die seinerzeit wegen Abwehr der Seperatistenbewegung ausgewiesen worden waren, darunter der Polizeiinspettvr Rothaus aus Pirmasens. Polnische „Vlutausfrischung" in Frankreich. M y s l o w i tz , 7. Aug. (WTB.) Gestern ist von hier der 100. Transport polnischer Arbeiter nach Frankreich abgegangen. 3m letzten Jahre sind insgesamt 45 544 polnische Auswanderer nach Frankreich abtransportiert worben. Aus Stadt und Land. Gießen, den 8. Aug. 1924. Vorzeichen von Gewittern. Don jeher war in allen Ländern die Wissenschaft wie die Laienwelt stets darauf bedacht, Gewittererscheinungen mit einiger Sicherheit vorher zu erkennen, die in so fühlbarer Weise mannigfach in die Erlebnisse des Alltags einzugreifen vermögen. Ein einziges hefttges Gewitter tonn die Ernte eines ganzen Jahres vernichten, kann äleberschwemmungsnot und Feueischaden Hervorrufen und — kann auch den schönsten und gemütlichsten, unter günstigen Vorzeichen begonnenen Ausflug völlig verderben. Was den letzteren Punkt anbetrifft, so kann man sich gegen allzu unliebsame äleoerraschungen a>enigstens teilweise schützen, wenn man die gewitterdrohenden Vorzeichen kennt und sich entsprechend einrichtet, sobald man sie wahmimmt. Einige von dielen Vorzeichen sind allgemein bekannt. Die charakteristische, drückende Gewitterschwüle, die meist verbunden mit Windstille ein» tritt, h.tt jeder schon oft empfunden. Es ist beachtenswert, daß die Schwüle bei betedtem Himmel weit unangenehmer empfunden wird, als bei sonnigem Wetter. Viele Leute spüren es bckannt- lich auch an allerhand rheumatischen und andern Empfindungen an ihrem Körper schon lange vorher, wenn „ein Gewitter in der Luft liegt '. Aus Hitze, Schwüle und Windstille allein kann man aber noch keine sicheren Schlüsse ziehen: sie könn:n, wenn sich etwa plötzlich ein frischer Wind erhöbt, ganz von selbst, d. h. ohne elektrische Entladungen, wieder verschwinden. Gesellt sich aber zu jeien andern Vorzeichen ein eigentümlicher, weißer Dunstschleier, der das Blau des Himmels matt und glanzlos erscheinen läßt, sind die Wolken- konturen selbst verwaschen und türmen sich die bekannten Kumuluswolken unbestimmt auf einer farblos-düsteren, nebelhaften Wolkenbasis aus, so darf man mit großer Sicherheit aus ein Gewitter rechnen. Damit ist freilich noch nicht gesagt, daß die elektrischen Entladungen nun gerade über dem Berbachtu ngspunlt selbst zur Entfaltung kommen worden: sie können auch irgendwo in der älm- gegenb niedergehen und äußern sich dann in weiterem älmkreis nur durch eine fühlbare Abkühlung und vielleicht durch einen tüchtigen Gewitt-erwind, ohne daß es jedoch zu Regen, Donner und Blitz kommt. Immerhin wird man gut tun, wenn jene Vorzeichen zusammentreffen, sich auf ein Gewitter vorzubereiten, dessen Ausbruch in den nächsten Stunden mindestens sehr wahrscheinlich ist. Ein Zusammenballen schwärzlicher Wolkenmassen am Horizont, aus denen sich die bekannten, prachtvollen Weißen Häupter der Ku- lumuswolken wie ferne Schneegebirge emportürmen, deutet noch keineswegs immer auf ein bevorstehendes Gewitter. Oft wird das herrschende schöne Wetter dadurch gar nicht beeinflußt, oft kommt es auch zu kurzen, unbedeutenden Regenfällen, die jedoch bald wieder dem schönen Wetter und der Sonne den Platz räumen. Aus der Schwärze der Wolken darf man jedenfalls nicht, wie es viele Menschen unwillkürlich tun, auf die Schwere eines bevorstehenden Unwetters schließen: oft genug kommt es vielmehr vor, daß Wolkenmassen am Horizont durch den Kontrast zum hellen Sonnenllcht in den fürchterlichsten Gewitterfärbungen erscheinen, die aber beim Räherkommen immer Heller werden und sich schließlich als durchaus harmlose Gebilde entpuppen und weder elektrische Entladungen, noch auch nur Regen in sich bergen. Um daher zu entscheiden, ob eine verdächtige dunkle Wolkenmasse von gutartigem oder bösartigem Charakter ist, muß man wieder auf besondere Kennzeichen achten. Sind die Wolkenränder klar und scharf, so ist nicht viel zu befürchten, sind sie aber unklar und verwaschen, so ist Regen mit Sicherheit, bei sonst herrschender Schwüle usw. ein Gewitter mit Wahrscheinlichkeit zu erwarten. Fliegen aber vor der Stirn der Wolken mässe weiße cirrusartige, aufwärtsgebogene Wolken- sehen wie flatternde Fahnen daher, so hat man es zweifellos mit einem Gewitter zu tun, dessen Ausbruch auch meist nicht mehr lange auf sich warten läßt. Sehr zuverlässige Anzeiger von Gewittern sind auch Barometer und Wetterkarte. Man kann gan® allgemein die Regel aufstellen: Bei steigendem Barometer gibt es keine Sommergewitter. Vielmehr pflegt jedem Gewitter ein oft langes und sehr langsames Fallen des Barometers vor- aufzugehen, das sich gelegentlich selbst über mehrere Tage erstrecken kann. Bei großer Unruhe des Barometers gibt es keine Hihegewitter, was ja auch selbstverständlich ist, da diese gerade durch möglichste Windstille und Ruhe der Atmo- sphäie bedingt und begünstigt werden. Läßt somit eine aufmerksame Beobachtung des Barometers schon recht sichere Schlüsse zu, ob man mit der Möglichkeit von Hihegewtttem zu rechnen hat oder nicht, so vermag das Bild der abendlichen Wetterkarte in vielen Fällen noch zuverlässigere Anhaltspunkte für den laufenden und für den folgenden Tag zu gewähren. Wenn nämlich die barometrischen „Isobaren", die die Wetterkarte aufweist, und die meist in großen, schön geschwungenen Bogen ober in geraden Linien über das Bild der Landkarte dahinlaufen, unvermittelt an verschiedenen Stellen wunderliche Schnörkel, kleine, sackartige Ausbauchungen aufweisen, so weiß der Wetterprophet, der sich vorsichtigerweise sonst höchstens zu der oft verspotteten' Prophezeiung „Reigung zu Gewittern" oder „Gewitter nicht ausgeschlossen" versteigen kann und darf, daß er diesmal ausnahmsweise getrost melden kann: „Gewitter sehr wahrscheinlich". Jene Säcke in den Isobaren stellen kleine Teildepressionen dar, die über weite Landstrecken dahm- schreiten und überall zu ausgedehnten Gewitterphänomen Veranlassung geben. Wer die Wetterkarte und das Barometer, die „Zeichen des Himmels", und die mannigfachen physiologischen Wirkungen der „Gewitterluft" aufmerksam beobachtet und einige Hebung in der Beurteilung hat, der wird sich kaum jemals unvermutet von einem Gewitter überraschen lassen, denn so launisch und unberechenbar diese Wetterphänomene auch sind, so sind sie doch an gewisse Gesetze und Regeln gebunden, die man zu wetter- prognostischen Zwecken trefflich zu verwerten vermag. * * Preußische Maßnahmen gegen kommunistische P f l i ch t w i d r i g k e i t e n in den Gemeindeparlamenten. Dem Amtlichen Preußischen Pressedienst zufolge weist der preußische Minister des Innern anschließend an einen früheren Erlaß über die Verpflichtung der Stadt-(Gemeinde)verordneten die preußischen Kommunalbehörden noch darauf hin, daß in dem Talle, wo Stadt- oder Gemeindeverordnete zunächst die gesetzlich vorgeschriebene Verpflichtung durch Handschlag abgelehnt oder später durch ausdrückliche Erklärung oder sonstiges Verhalten zu erkennen gegeben haben, daß ihre Verpflichtung nicht ernstlich gemeint sei, dje nachträgliche Bekundung der Willensänderung besonders eingehend auf ihre Ernstlichkeit zu prüfen sein wird. Aus dem Inhalt der Erklärung selbst muß mit voller Klarheit hervorgehen, daß der betreffende Verordnete die von der Zentrale der K. P. D. als Instruktion für die neugewählten kommunistischen Gemeindevertreter usw. herausgegebenen Anweisungen, die zu seinen Pflichten in schärfstem Widerspruch stehen, ablehnt oder verwirft. Sollten sich Stadt- oder Gemeindeverordnete ungeachtet ider Abgabe einer derartigen Verpflichtung oder Erklärung nicht an sie halten, können sie ihr Mandat nicht ausüben und an den Sitzungen nicht Bteilnehmen. Die Beschlüsse oder Vertretungen, wobei die von der Mandatsausübung ausgeschlossenen Personen trotzdem mitwirkten, sind wegen Gesetzwidrigkeit zu beanstanden. Gegebenenfalls ist die Auflösung der Gemeindevertretung beim Innenminister zu beantragen. *’ E i n unzutreffendes Dementi gegen den „Gießener Aiize-iger". In der gestrigen Ausgabe des Friedberger „Oberhessischen Anzeigers" fühlt sich eine „maßgebende Seite" berufen, unseren Bericht über den Vorfall in der Familie Dergk in Lang-Göns, den das Friedberger Blatt in seine Spalten übernommen hatte, als „sehr stark übertrieben" zu bezeichnen und in gewissen Punkten zu dementieren. Wir können dieser „maßgebenden" Seite nur erwidern, daß ihr älrteil durchaus unmahgeb- l i ch und oberflächlich ist: unmaßgeblich, weil diese „maßgebende" Seite über Dinge urteilt, die sie nicht selbst gesehen, sondern jedenfalls nur vom Hörensagen kennengelernt hat, und oberflächlich, weil die „maßgebende" Seite gegen Behauptungen vorgeht, die in unserem Bericht gar nicht ausgestellt waren. Was wir über den fraglichen Vorfall berichtet haben, entspricht vollständig den amtlichen Feststellungen der mit dieser Sache dienstlich befaßten Amtspersonen: es ist also unanfechtbar. Die „maßgebende" Seite des „Oberhessischen Anzeigers" hätte besser geschwiegen, denn ihre Stilübung in jenem Blatte ist so wenig wert, wie die vielen unzutreffenden Erzählungen, die in manchen Bevölkerungskreisen über den Vorfall herumgetragen werden und vor denen wir gleich gewarnt haben. ** Zu der Derf af sungs feier am Montag abend im Stadttheater wird im Anil Ma' Tro je, ter Gadtverwal xnis gef-rnk Amte ges lau Stabil) OtüdlrW fpd. Fi neu Steg n DrezelvE scheu überf schüfst getö Einer der D reiner die 3 aber dcmm t 3 Hr braun Matraher K. ;S» sSj (/tote# befÄ^A -ungern Vereine M werben. ? der benottg dieDtirgck das ÄKvat in . arten. Der« Vebner W SSW gewählt, in FumMle, Gruppen W nach der tedj' fen und ewe Versannnlunj statten. zeigenteil unseres heutigen Blattes vom Kreisamt eingeladen. Man beachte die Anzeige. *• D i e Reichswehr hat gestern morgen unsere Stadt verlassen, um auf dem Truppenübungsplatz Münsingen an mehrwöchigen Hebungen in größerem militärischem Verbände teilzunehmen. Die Rückkehr der Garnison ist erst gegen Ende September zu erwarten. ’* Militärkapellen und parteipolitische und ähn l i che Veranstaltungen. WTB. meldet: Um zu verhindern, daß das Spielen von Militärkapellen für politische und sonstige Sonderzwecke mißbraucht wird, ist ihnen in jedem Falle das Spielen in Uniform bei allen Veranstaltungen von Organisationen, Vereinen und Bünden untersagt, deren Mitgliedschaft den Heeresangehörigen auf Grund der §§ 36 und 37 des Wehr^setzes untersagt ist. BornoNzen. — Tageskalender für Freitag. V. H. C. Gießen: Monatsversammlung, 81/2 älhr im Eisenbahnhotel. — Rundfunkhaus, Löberstta^: 81/2 älhr: Buntes Programm. — Der Evang. Arbeiterverein veranstaltet am Sonntag einen Familienausflug nach Wetzlar. (Siehe Anzeige.) Landkreis Giehen. O Wieseck, 7. Aug. In einer der letzten Aächte wurde in den Laden des Bäckermeisters Pausch eingebrochen. Die Diebe stahlen zehn Tafeln Schokolade und aus der Laden- kasse, die sie in raffinierter Weise öffneten, 15 Mk. Kleingeld. Gewisse Anhaltspuntt? deuten darauf hin, daß die Einbrecher mit den örtlichen Gepflogenheiten sehr gut vertraut sind. J) Lich, 7. Aug. Der G edächtnistag für die Gefallenen am vergangenen Sonntag ist hier in ähnlicher Weise, wie anderwärts, begangen worden. Gr wurde eingeleitet dicch feierliches Glockengeläute in der 3eit von IF/s bis 12 ilhr, woran sich ein 2 Minuten langes allgemeines Schweigen anschloß, ilm l3/4 ülhr versammelten sich die sämtlichen hiesigen Vereine und der Stadtvorstand aus dem Schloßplatze, um unter Vorantritt der Fahnen geschlossen an dem Festgottesdienst teilzunehmen, in dem Stiftsdechant Lenz eine zu Herzen gehende Gedächtnisrede hielt, die umrahmt war von Gemeindegesängen und Gesangsvorträgen des Gesangvereins „Cäcilia". An den Gottesdienst schloß sich eine öffentliche $ rauer feier an dem Kriegerdenkmal an, das zu Ehren der Toten mit Blumen und Kränzen reich geschmückt war Daselbst fand eine kurze eindrucksvolle Feier statt, in deren Mittelpunkt eine Ansprache stand und die verschönt war durch Trauergesänge, die die hiesigen Gesangvereine gemeinschaftlich vortrugen. Kreis Friedberg. fpd. Bad-Rau heim, 7. August. Ein Deutsch-Amerikaner stellte die Mittel zum Wiederaufbau des einstigen römischen Wachturmes auf dem Winterstein zur Verfügung. Der massige Turm, mit dessen Aufbau bereits begonnen wurde, mißt acht Meter im Quadrat und wird etwa 12 Meter hoch. Mit der Ausführung der Bauten wurde Bauunternehmer Mörschel- Friedberg betraut. Von dem römischen Wachturm aus verständigte sich die römische Besatzung durch Zeichen mit den Wachtürmen auf dem Hausberg, dem Johannisberg und mit dem Kastell Kapersburg. sf. Friedberg, 7. Aug. Auf Einladung deS Beigeordneten Dr. Leuchtgens fand gestern abend im Ratskeller eine öffentliche Versammlung statt, welche sich mit dem Plan der Errichtung eines städtischen Saalbaues beschäftigte. Der überaus zahlreiche Besuch, an welchem alle Stände, Berufsarten, Vereine und politischen Parteien beteiligt waren, gab den besten Beweis für das allgemeine Interesse, welches man in der ganzen Bevölkerung dieser Sache entgegenbringt. Der ® in beruf er legte in seinem Referate alle Gründe dar, die die Errichtung zur zwingenden Rotwendigkeit machen. Schon der frühes Bürgermeister Stahl hatte während seiner Amtstätigkeit ein Preisausschreiben erlassen, welches Turnet Deutsche $ Ei 2m 9. u Sportwelt nc der diesjähri soll, ob der i geschritten ift N ift eig« vir durch die kämpfen einen Leibesübungen behorde gegrü ten Jahr, a- Mal Mets, erfd tor aber noch nur den Lauf 1500 Bieter. JW, die dar oeshilb auch > [° geblieben, besser wurden. tei-Hürdenlau wen. AllmLk größere Ciich Meisterschafts tru9 sie desh gleichen Ott Frankfurt buchen. M Austragung landen wiede um die 4X100 Sk Die Feuerwe hing der bed - In der brecher in Landstraße ur Gemälde, ferner eine g Gegen stän Arbejs bvrschysten"! ^amtenmieth dchlofferarbk baues (gelten öffentlich ? " unserem ^fahit, @ina ^.Selbstlos,? Angels S/S-nde ^ben, den Sess.tzv d°r 50>°; sind bie Ihp. (OntQ9.bet SÄ Dix WMllMM A|(l f ffl VIT I 022357 6161D 022362 Drucksachen aller Art liefert In jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die Brflhi'iche Ualv.-Druckercl. R. Unze. Arbeitsvergebung. Unter Hinweis auf die Derdingungs- dlmschttften werden für die Neubauten: W-amtenmiethaus 6, Vermessungsamt u. -^eisgefundheitsamt zu Gießen die 6«b Io ff erarbeiten des inneren Ausbaues (getrennt nach Lieferung und Ar- tait) öffentlich ausgeschrieben. Angebots- Vordrucke werden vom Dienstag, 12. d. Ni., dH in unserem Zweigbüro im Physikal. OTuftitut, Eingang Slephanstraße, 1. Türe Mn Selbstkostenpreis abgegeben. Die Angebote sind verschlossen mit entsprechender Aufschrift versehen bis ?«ienstag, den 19. August, vormittags 111 Uhr, in vorgenanntem Zweigbureau aUjugeben, woselbst in Anwesenheit etwa erschienener Bieter die Öffnung der An- gabote stattsindet. Zuschlagsfr.ft 8 Tage. Sieben, den 7. August 1924. Hess. Hochbauamt Gießen. 3. D.: Ku hlmann. 6163D Zahnarzt t Petsch von der Reise zurück Dr. Meyerhofl praktiziert ab 9. d.M. wieder Schönes möbl. Zimmer in gutem Hause, an nur foL Dauermieter zu vermieten. Frankfurt Str. 34III, Praxis bis 1. September geschlossen Dentist Hans Muhn Lrdbeerbeete legt man am besten jetzt an! Wir empfehlen starke vikierte Pflanzen in den Sorten „Lartons Noble" „Morgenröte" und „Zuckerkönigin". ote auch ein Mehrkampf, ein Dveikampf für Herren, ausge- tragen, der aber schon 1922 durch den Zehnkampf ersetzt wurde. 3m vorigen Jahr fanden die Meisterschaftskämpfe in Frankfurt a M. statt. Man brauchte drei Tage, um das Programm abzu- wickeln. Die Erfahrung lehtte, daß eine Einschränkung notwendig fei; man wird deshalb in Stettin sämtliche Kämpfe wieder in zwei Sagen erledigen. Stettin hat eine vorzügliche Beteiligung gefunden. 214 Cinztt- und 23 Staffelmeldungen liegen bei den Wettbewerben für Herren, 5k bzw. 7 bei den Frauen vor. Das Hauptkonttngent stellen naturgemäß Berlin, Süddeuttchland und Westdeutschland, wo der leichtathletische Spott am höchsten entwickelt ist. Mit Ausnahme von Holz, Wenninger und Frl. Müller werden alle Meister ihre Titel verteidigen. Wie sind die Aussichten? Es bestehen eine Reihe von Anhaltspunkten für die Leistungen der einzelnen Bewerber. In erster Linie mub man in dieser Hinsicht die Meisterfchastert der einzelnen Landesverbände einer kritischen Würdigung un erziehen, und da kommt man zu feinem besonders erfreulichen Ergebnis. Richt nur, daß es dabei an hervorragenden Einzelleislungen fehlt, sondern noch mehr der schlechte Durchschnitt, den man aus' Den Leistungen aller Verbände gewinnt, läßt le» fürchten, daß das letzte Jahr in der deutsches Leichtathletik Temen Fortschritt g.bracht hat Wo- ttn die Ursache für diese leider feststehende Tatsache liegt, steht nicht im Rahmen dieses Artikels. Es ist Sache der D. S. D., dem auf den Grund SU gehen und für Abhilfe zu sorgen, wenn die Entwicklung der Leichüathletit in Deutschland nicht zum Stillstand, d. h zum Rückschtttt verurteilt sein soll. An Watettal fehlt es uns zweifellos nicht. Wir wollen uns auch nicht selbst täuschen dadurch, daß in diesem Jahr auf dem oder je. em ©ebiet neue deutsch« Rekorde, ausgestellt worden sind. Man schaue nur ringsum, man schaue vor allem auf die Ergebnisse der Pariser Olympiade. Ueberall Fortschritt, überall neue Höchstleistungen, von denen wir. wenn wir uns den Spiegel internationaler Zahlen Vorhalten, doch noch recht, recht weit entfernt finb. Stettin bedeutet also mehr als die bloße Vergebung von Meisteriitesn. R cht nur Deutschland, das in Paris fembleib.m mußte, spannt darauf, für welche Leistungen der höchste Titel vergeben wird. Wir wollen hoffen, daß eine Enttäuschung klein, recht klein wird. Fußballwettspiel in Gießen. Der (Siebener ©b orte Lu b von 1900 wird am Sonntag nachmittag 4 Uhr gegen den Rasensportverein „Spiel-undSport, Rordheim" antreten. Die Gäste — so schreibt man uns — erscheinen zum ersten Male in Gießen und werden mit kompletter Mannschaft einen starken Gegner abgeben. Das Spiel in Vordem konnte der Spottclub nur knapp mit 2:1 gewinnen. Da die Mannschaft als fair bekannt ist, ist mit einem interessanten und spannenden Kampf zu rechnen. (BeridrtsFaaL • Darmstadt, 7. Aug Das Schwurgericht der Provinz Starkenburg tagte gestern gum ersten Male in der neuen Zu Jammen setzung mit sechs Laienrichtern (Geschworenen) und drei Verufsrichtern. Zwei Meineidsfälle -lagen für Diese Tagungsperiode öor; in beiden hancelte es sich um betrügerische Handelsgeschäfte. Das Ge- ttcht verutteilte den Kaufmann 'Albett Funke aus Ebersladt zu einem Jahr Zuchthaus, ferner den Josef Schmuck wegen Meineids zu einem Jahr Zuchthaus und den Jakob Bern wegen Bereitung zum Meineid zuein 6 in Jahr und einem Monat Zuchthaus. Beide stammen aus Keltersbach. Hochschulnachrichten. Aus dem Hochschulring deutscher Art ausgetreten. Rach einer Meldung der „Germania" aus München ist das Kartell der katholischen Studentenverbindungen aus dem Hochschulring deutscher Art ausgetreten, nachdem die Verhandlungen über eine Beschwerde des Kartells wegen der cuttikatholischen Demonstratto-nen an der Münchener Universität unmittelbar nach dem Hitlerputsch zu keinem Ergebnis geführt hatten. Das Kattell begründet seinen Austtttt damit, daß der Hochschulring den in seinen Eichungen feflgelegten Grundsatz der Unparteilichkeit verlassen habe. «WltaHiiigi dasRadikalmittelLüuunUni Hornhaut a. d. Fußsohle ver- schwindet durch 3149 A Lebyvotil - Ballen - ScheWen. Kein Verrutschen, kein Festkleben am Strumpf. ----In Drogerien und Apotheken.---- Man verlange ausdrücklich „Lebewohl» iefcciL 3n einer der Wen . । des UckmmM 11 Die Diebe stahlen ans der Laden- rter Weife öffneten, toiffc Anhaltspunkt Einbrecher mit den r gut vertraut sind. Gedächtnistag i vergangenen vvm' ise, tote andedvam de eingeleitet d-Ä ter N « W n 2 ®muten lang« “wer" « ’S““ s reich Erstatt. AK--» , Z. ■ i hinter- aus dsm (j-ynn, nnt Dird hera> etntAianöe^ tcn-^ab -arcn- S _ te lges QU;, SÄ ^DertDjMfftem :OtWn °"nen iStV” oder Vicht ^übung <^8' -Vb-,A SF« 7 Seite nur ei. unmahgeh, W urtel/t, die fe^ Kunsts. Prinzeß- 4Ö00 rücke Farben . . . 5 J6 Schuhriemen f r Mako, 100 cm lang B 12 Paar D Durch billigen Einkauf, groben Umsatz und kleinen Nutzen bin ich in der Lage, Sie billigst zu bedienen. Nachstehend einige Beispiele meiner Leistungsfähigkeit: Getrag. Anzüge von ML 14.—an (teilroeiie nach Matz» Neue elegante Herren-Anzüge von ML 23.- an Burschen- und Jünglings - Anzüge von ML 22.— an Fcldgr.Tuchjopp. V.ML12.—an Leichte Sommerjovp. v. 7.— an Gu mmimäntel,PaletotS, Ulster Schlüpfer enorm billig Windjack., la Qual., sehr preisw. Manchesterhosen, lang und kurz von ML 13 — an Feldgraue Tuchhosen, lang und kurz, von Alk. 8.— an Sporthosen i. all. Art., St. M. 10.- Pilothosen, per Stück Mk. 6.50 Schwarze Gosen, svez. f. Kellner und Musiker geeignet Gestreifte Hosen in all. Farben von Mk. 7.— an Reitkordbosen sehr preiswert Kinder- und blaue Arbeiter- Anzüge, per Stück Mk. 7.50 Fiinglingsbosen v. Mk. 4.— an Schwarze Hosen f. Eisenbahner, per Stück ML 10.- la Arbeiterbcmden, staun, billig Normalbemden mit Brusteinsatz spottbillig Getrag. Damenkleider, Blusen, auch einzelne Röcke spottbillig. es* Ein Versuch lohnt! Herrengarderobehaus 6.Rosenzweig Gietzen, Seltersw.58,1 Treppe Eingang Ecke Bolksbad. Kein Laden. 088370 Kein Laden. MMWIW.M in Braunfels an der Lahn am 9., 10. und 11. August 1924 Festplatz: Nahe kleiner Tiergarten Samstag: Abends Vorfeier im Festzell. ei06D Sonntag: Vormittags Niegenturnen; l1/, Uhr Weihestunde im Schlotzhof; 2 Uhr Festzug mit 6 Festwagen und historischer Abteilung,- von 2l/2 Uhr ab Stabübungen, Mannschafts» kämpfe, Riegenturnen. Montag: Vormittags 7 Uhr Einzelwetturnen; 10 Uhr Früh» Konzert; 2 Uhr Festzug; von 31/,, Uhr ab Spiele und Turnen des Turnvereins Braunfels. Soiiniag utetng iWin-TW u. Bolls Wsnng Don Samstag abend bis Montag abend öffentliche Nadiostatton, . Schlotzbesuch, Besuch des neu eröffneten Museums. Fahrrad-Aufbewahrung. Sondsrzüge. Musik: Hüttenkap. Buderus-Röchling. Eintritt 50 Pf. je Pers. Angebot Kinder-Söckchen M Serie460H,Serie3 50H Serie 2 40 Serie 1 Kinder-Söckchen -...» mit Wollrand ga Serie4 78^,Serie368^ Serie 2 58 Serie 1 f Kinderströmpfe ™ weiß, grau, braun, beige L. O Serie498^,Serie388^ Serie 2 78 ^, Serie 1 braun getigert, in erstem Feld, preiswert ru verkaufen bei Oberwachtmstr. L. Bull mann 022322 Butzbach. Ein Wurf-- junge Ml zu verkaufen 022378 Hardt 12. • MmoiÄMIS • Langjährige Garantie. Günstigste Zahlungsbedingungen. AUGUST FÖRSTER Gießen, Bahnhofstrasse65B und Lieh (Oberhessen) Gegründet 1876. Herren-Socken M grau, Paar....... Herren-Socken tc bunt, verstärkte Spitze B qH und Ferse, Paar ... D Hosenträger la Gummi u. Lederpatte Paar..... 120, 95, Ketzjacken ^5 Getragen von den poliüschen Parteien findet Montag, 11. August 1924, abend 81/« Uhr im Stadttheater eine festliche Versammlung zur Erinnerung an die Begründung der Verfassung statt. Herr Professor Dr. Fritzsche wird die Festrede halten. Zur Festesfeier werden alle Freunde der Verfassung hiermit eingeladen. Gießen, den 6. August 1924. MMUM diese Woche bei öigod Metzgermeister I. Aulmann, Marktstr. MUchi OieOSess 20 SwuesstnSs 8 Nähe Wochenmarkt Deutscher SWnW zugelaufen. Gegen Unkostengebühr ab- zuholen Wilhelm straffe 49 V. 1022376 Mietgesuche JunaeS Ehepaar mit Kind sucht ab Ein Blick in meine 5 Schaufenster genügt, um Möbelkäufer zu überzeugen, das; ich trotz billigsterPreise gute Arbeit liefere. Besondere Gelegenheit! Patentmatratzen, la Ausführung, Mk. 15.—, Schonerdecken, Matratzen eigener Herstellung in Kapok, Roffbaar usw., Kleidcrschränke, Mk. 38.—, ecbt Nutz bäum poliert Mk.65.—, Nachtschränke Mk. 10.50, Schlafzimmer von Mk. 250.— an Herrenzimmer von Mk. 250.— an Speisezimmer von Mk. 250.— an Küchen, bteilig, von Mk. 120.— an Besichtknng und Aniknnft ohne KauIverpHichtnag. tfetasJJttaisi Inhaber A. Brumlik. 6176c Gießen, Bahnhofstraße 29. ESä wenn Sie Ihren Bedarf in MA Bla hro-Garde* | bei mir decken. Ein fast neues Damenrad lM. 95.-) und gebt. Herrenrad lM. 50.—) gegen Barzahlung zu verkaufen. Wo? sagt die Geschäftsstelle des Gien. Anz. 022366 Druckerei, R. Lange. Braune Vackelhündin zugelaufen. 022352 Schloß Großen-Bnseck. 022384 Junger Jagdhund Mentor, braun nnd weih, rauhhaarig, abhanden. Wiederbringer Belohnung. Licbigstraffel9/21. Eine sehr gute Lokomobile lLanz) betriebsfähig, steht zum Verkauf, da überflüssig. Union Engel iv. Sägewerk, ” Qörnsheim. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Fast neue kleine Milch- AU Fröhlichkeit Gießen Samstag^tz^Aug.. fflonoismeWe und A.S.Meol>. Vollzähl. Erscheinen dringend erwünscht. ver vorstuli Angel- Sportverein Gießen u. Umgeb. Samötag, 9. Ang., abends 8 Uhr ülonnß- «MlMIllM im Restr. Senkler Frankfurter Strahe Allseitiges Erschein, erwünscht [6175v Der Vorstand. Roderklob Bassin e. V. 1906. Samstag, 9. 8.24. abends 8V- Uhr Mitgliederversammlung im Bootshaus. Wichtige Tagesordnung. 61790 Der Vorstand. BieneuzMerffliii Gießen und Umgegend Versammlung Sonntag, lO.Aua., 3 Uhr nachm. bei Kraft, Gießen, Frankfurter Str. 81 Tagesordnung: Siehe ..Biene". möblierte Mmr mit ober ohne Koch- gelegenheit.Offerten erbeten an 622269 Johannes Strauß, Roonstratze 18 II. Student ölt. Semest- sucht freunbl. möbl. Zimmer. Schr. Ang. u. 022361 an den Gieß. Anz. Stellenangebote 101 Mim! pro Tag und mehr durch Uebernahme von Vertretung, Ak- auisition und Öeim- arbeitohneVorkennt nisse u. Barmittel garantiert. Prospekte u. Anweisung durch Adressenverlag6173 D Emil Streppel & Co., Köln-Ehrenleldi, Schützenstraße 43. Oillllllllllllllllllllllllllllllll) Tüchtiger Möbel- schrerner aus bessere Möbel und Innenausbau gesucht. 022378 H» Freitag? Wetzlar, Braunfelser Straße 38 a. lllllllllllllllllllillllllllllllllB Zum 1. September suche ich ein zuverläff. Vereine | G. 8.0. v. 1900 Aus Anlatz des 24. Stiftungsfestes Samstag, 9. Aug., 8*/a abends: Herrenabend Gasthaus Boller. Sonntag, lO.Aug., 4 nachnr: DellsirlelNgMeiM' G. 8. C. V. 1900. 022358 o r Vorstand. zu verlausen. Drezftraße 14. | Kaufgesuche Aites Blei lBlelröbren) kauft Brnhlsche Druckerei 8'"O Schulstr. 7/9. ^Ver8okiellene8^ perfekte tckM nimmt noch Kunden an. Prima Arbeit bei billigster Berechnung. Walltvrstr. 33 l. Elegante u. einfache Damen- nnd Kinderbekleidung werden billigst und schnell ongeiertigt. Näh. i. d. Geschäfts st. d. Gietz. Anz. ««« Frau empf. sich im Glanzbügeln und Zücken 5207a Warum sind die Sterne so blank und so heiß Und der Engel Flügel so blendend weiß? Da fragt nur Petrus den alten Herrn: Seit langem gebrauchen sie „Flügelstern“. Hersteller: P. Jos. Mobs, Seifenfabrik, Gießen. Nr. 185 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Zrettag. 8. Augvst ahn l-ie Per;, einen 11* Brief aus Japan. Don 5)r. Artur Landsberger. Japan, nach den Schilderungen deutscher Dichter eine Geishaangelegercheit mit seidenen Kimonos und bunten Papierlaternen, ist in Wirk- Lchkeit eine verdammt nüchterne unb ernste Sache. .Das ist schneller erkennbar für den, der aus China und dem Orient konnnt, als für den üblicherweise durch Sibirien Reisenden. Rach der Kälte und bcm nüchternen Gleichmaß Sibiriens mögen Kirschblüte. Kimonos und Teehaus verwirrend wirken. Rach Ceylon, Siam und Souchong wirkt dies Japan von heute nüchtern, sachlich preußisch im guten Sinne (des alten Kaisers», und es hat andere Sorgen, als seine Geishas für Europäer tanken zu lassen. Gießen, 7. Aug. Unter dem Vorsitz drs Landgerichtsdirektors Schudt wurde gegen den Dentisten Theodor Friedrich Zu t t aus Greßen wegen Meineids verhandelt. Die Anklage vertrat Anrtsgerichtsvat Dr. Wo da ege. die Verteidigung lag in den Händen der Rechtsanwälte Fischer und Hornberger. Im Jahre 1922 machte der Angeklagte Auto- Geschäfte für eine Firma Spieß & Co., Wthen- hausen bei Kassel. Er besuchte den Zeugen Wilhelm Knop in Frankfurt a. M., dem er einen Lastkraftwagen anbot. Knop hatte zuvor von der genannten Firma einen Adlerwagen gekauft, den er aber nicht geliefert bekam, da die Firma Spieß & So. das Zustandekommen eines Kaufes bestritt. Deshalb stvengte Knop gegen die Firnra bei dem Landgericht in Kassel einen Prozeß an. In diesem Prozeß wurde der Angeklagte in Gießen vor dem Amtsgericht durch einen ersuchten Richter als Zeuge vernommen. Dabei beschwor er trotz mehrfachen Vorhalts durch den Kläger Knop daß er sich bei den fraglichen Verhandlungen Knop gegenüber nicht als Teilhaber der Firma Spieß & Cv. ausgegeben habe. Hieras tützte sich dis Anklage wegen Meineids. Auch in der Hauptverhandlung bestritt der Angeklagte derarttges. Es wurde jedoch durch die glaubwürdigen eidlichen Angaben des Zeugen Knop sowie dessen Reffen Hans Knop und des Chauffeurs Gigel nachgewiesen, daß sich der Angeklagte als Teilhaber der Firma auSgegeben hatte. Er hat u. a. bei jenen Verhandlungen angegeben, daß 6169D i Marktstr. Cckig ist modern. Ta das Auge der eteffte Teil des menschlichen Körpers sein soll beschäftigt sich jetzt auch die M>de mtt diesem so gut renommierten Organ. Und da das höchste positive Ziel der Mode die Hervorhebung, die Unterstreichung im Gegensatz zu ihren Verdeckungstendenzen am ungeeignetste — zur Demonstration ungeeigneten — Menschen — ist, so wendet sie diese Taktik .auch bei der owzullefern. damtt für den Rachwuchs gesorgt Inerten taxn.“ Löberstr.*’- ---- Heute abend 8,301 Heiterer Abend' 9.30 W Neues J aller IPU®1 Das Ameisendorf. Von Kopernikulus. Wie ich so bäuchlings auf der Wiese liege und totr die Sonne auf den Rücken scheinen lasse, karre ich gedankenlos auf die zwei bis drei Handflächen große Erdstelle vor meiner Rase, auf der Mmckwürdigerweise kein Gras wächst. Und ich hätte mir auch wetter nichts dabei gedacht in meinem wohligen Sonnenbad, wenn nicht plötzlich zwei Leute ebenfalls im Grase gelegen hätten, deren Köpfe, mit dein meinen ein ^eichrtenksiges Dreieck bildend, mit großem Interesse auf ebendieselbe Erdstelle blickten. Als ich mir die beiden Herren näher ansah, merkte ich daß es di» AstraLnber van Hermann Löns trab Mark Twain sein mußten, deren Portrats ich gut kannte. Beide rauchten kurze Pfeif- chcn und kannten einander offenbar sehr gut, was im Leben schwerlich der Fall gewesen war. „Tja," begann Löns, „so sind die Menschen. Wieviel e mögen wohl begreifen, daß aus diesem Stückchen Erde, über das ihr Fuß achtlos hinweg- tritt, sich eine Welt abspielt." „Hak sich was!" achselzuckte Mark Twain. „Diese Geschichten mtt der Wett im Wassertropfen wrdsowetter finde ich albern." „Bitte," entgegnete der Heidedichter und wies mtt dem kleinen Finger auf die Erdstelle, „hier haben Sie ein Ameisendorf vor sich." „Sagen Sie doch: Termttenbau. Amtsgericht und Kirche haben sie nicht. Oder meinen Sie?" „Dnnnnein, das wohl allerdings nicht. Aber seHen Sie. wie jede emsig ihrer Beschäftigung nach- geht und wie systematisch. Hier diese schleppt Das Anstellungsrecht der Militäranwärter. (Von unserer Darmstädter Redaktion.) Das Anstellungsrecht der Zivildienstberechtigten ist in der Reichsverfasfung (Art. 129) begründet, aber die hessische Regierung macht keine ernsthaften Anstrengungen von den ihr untergeordneten Stellen die Durchführung der vom Reiche erlassenen Anstellungsvorschriften zu verlangen. So hat in der Landtagssihung vom 17. Juni Abg. Dingeldeh auf diesem Mißstand hingewiesen, indem er (nach dem stenographischen Berichte) erklärte: „Das Unrecht, das an den Versorgungsanwärtern, den Militäranwärtern, seit den Jahren der Revolutton immer wieder begangen worden ist, muß ausgeglichen werden. (Abg. Werner: Sehr gut!) Es geht nicht an, daß man den Leuten, die seinerzeit durch langjährige Dienstzeit sich eine Anwartschaft erworben haben, denen ein Versprechen des Staates in feierlich verbriefter Form auf irgend eine Anerkennung gewährleistet worden ist, daß man denen die Tür verschließt, daß man denen durch die Beamtensperre, durch die Beförderungssperre die Möglichkeit einer Existenz einfach nimmt. (Sehr richtig! rechts.) Eine Schuld trifft auch das R eich, denn auf dem 27. Bundestag des Reichsbundeis der Zivildienstberechtigten in Flensburg im Juni d. Js. führte der Vorsitzende aus, daß das Reich seine Versprechungen bei Tausenden von Kapitulanten nicht gehalten hat. Richt, weil es dazu nicht in der Lage war, sondern weil es nicht vermochte, die vielen Stellen, die für die Durchführung der gemachten Zusicherungen mitverantwortlich sind, auch zur Durchführung anzuhaltsn.“ toätc dringend zu wünschen, daß diesem Anttag entsprochen wird. . Wogung des Landesverbandes Hessen des Reichsbundes der Zivildienstberechtigten, die am 24. Juli in Darmstadt stattfand, wurde darauf hmgewtesen, daß viele bereits im Beamtenverhältnis stehenden Versorgungsberechtigten ab geb aut worden sind, besonders aber wurde beklagt, daß die Kündigung für die jüngeren, noch im Dertragsverhältnis stehenden Anwärter ge- rabezu verhängnisvolle Folgen hat. Sie haben mfolge des Krieges meist 15, 18. sogar 20 und mci)c Jahre dem Vaterlande treu gedient meist auch große Opfer an Gut und Blut gebracht, immer m dem Glauben, daß sie mit Erlangung des Zivllversorgunasscheins ein verbrieftes Recht au Anstellung haben. Aber die Abbauverordnung hat sie arbeitslos, brotlos und rechtlos gemacht „Sie hat aber offenbar die Straße vergessen," spöttelte Mark, „in der sich die Ablieferungsstelle befindet, denn sie rennt wie eine wildgewordene Rull mtt ihrem Gepäck rastlos hin und her, als ob das keine Arbeit macht. Aber darüber hat ja schon Ihr Philosoph Schch>enhauer sich gewundert, was für eine enorme Körperkrast die Insekten besitzen. Aber er sagt auch: je stärker das Rückenmark, desto geringer das Gehirn. Und da die Insekten zwei Lückenmarknervenstränge besitzen, fehlt das Gehirn vielleicht ganz." „Sie sind ein Skeptiker," lächelte Lons. „Aber ich hatte es mehr mit Lafontaine und Lessing und meine, der Mensch kann sich an der Wrrtschastlich- kett der Ameisen und Dienen ein Beispiel nehmen." „Ach Sie meinen die Geschichte von der faulen Grttbe und der fleißigen Ameise? Das ist ebenso ein Irrtum wie die Sache von der Feld- und der Stadtmaus. Die arme Feldmaus ist meines Erachtens viel mehr Gefahren ausgesetzt als die Stadtmaus: darum hat sich auch Horaz über diese Fabel schon lustig gemacht. Mtt den Zeiten ändern sich die Dinge. Und man kann das übermäßige Sparen, wie es Ameisen und andere Hamster tun. heute nicht mehr den Kindern mtt Erfolg empfehlen, nachdem — besonders in Ihrem dsttschen Daterlande — gerade die Sparer durch die Jn- flatton an ihrer Sparsamkett zugrunde gingen. Ich würde die Ameisen heute älte S ch l i n k und R othenberger und in ber -weiten Sache Rechtsanwalt Meuser bie Angeklagten vertraten. Das Dienstmäbchen Katharine Rockel von Altenburg hatte am 2. Januar 1922 ein außereheliches Kinb geboren. Da sie als Vater desselben einen gewissen Sch. angegeben hatte, wurde Keser von dem Vormund des Kindes verllagt In dem bei dem Amtsgericht Alsfeld anhängigen Alimentattonsprozeh wurden die Rockel und Schlosser Wilhelm Wenglarz von Alsfeld als Zeugen vernommen. Beide sagten unter Eid aus, daß sie niemals miteinander verkehrt hätten. Sch wurde daraufhin zur HnterhMsleistvng verurteilt. Später ergab sich, daß die Aussagen ber Rockel unt> des Wenglarz unrichtig waren, sie hatten am 6. März 1921, dem ersten Tage der gesetzlichen Empfängniszett, miteinander verkehrt. Das Schamrgericht verurteilte heute beide wegen Meineids, und zwar die Rockel zu einem Jahr Zuchthaus, den Wenglarz zu einem Jahr sechs Monaten Zuchthaus, sowie zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf je fünf Jahre und dauernden Unfähigkeit, als Zeuge oder Sachverständiger eidlich vernommen zu werden. Von der Anklage, die Rockel zur Begehung des Meineids angestiftet zu haben, wurde Wenglarz den Anträgen des Staatsanwalts und Verteidigers eittsprechend freigesprochen. Die Schneiderin Elisabeth Clovs von Ober- Erlenbach hatte am 31. Mai bzw. 1. Juni 1924 $u Ober-Erlenbach ihr neugeborenes, uneheliches Kind unmittelbar nach ber Geburt durch Erwürgen getötet. Strafe: Zwei Jahre drei Monate Gefängnis. Diese wohlerworbenen Rechte der Militäranwärter dürfen auch durch Abbaumahnah- men nicht geschmälert werden. In diesem Sinne verlangt ein Antrag Osann- Din geldeh im Hessischen Landtag, „der Sonderausschuß möge beschließen, die Regierung zu ersuchen, bei der Durchführung der Abbaumaßnahmen auf die wohlerworbenen Rechte der Militärdienstanwärter dadurch besonders Rücksicht zu nehmen, daß diesen, insoweit sie durch ihren langjährigen Dienst den Anwärterschein sich gesichert haben, eine Bevorrechtigung anderen Angestellten gegenüber, die erst fett kürzester Zeit in Diensten des Staates stehen und über eine besondere Berechtigung nicht verfügen, insofern eingeräumt wird, als die Entlassung der Militärdienstanwärter erst nach der Entlassung der anderen Kate-e gorten von Angestellten ausgesprochen wird." Es Wirtschaft. Die kommende Goldwährung. (Von unserem Berliner Vertreter.) Die neue deutsche Goldwährrng, die auf der Basis der im Sachverständigen bericht vorgesehenen neuen deutschen Golbbank geschaffen inerten soll, wird, wie verlautet, noch im Spätherbst dieses Jahres eingeführt werden. Durch sie wirb bte Rsntenmark allmählich abgelöst, so daß in nicht allzu ferner Zett wieder bie alte deutsche Goldwährung als alleiniges Zahlungsmittel in Deutschland gilt, und damit auch bie Epoche der Inslationsgefahven als enbgülttg überwunden angesehen werben darf. Man kann sich schon jetzt: ein einigermaßen zuverlässiges Bild über die neue Goldwährung machen, nachdem bie gesetzlichen Maßnahmen zu ihrer Einführung, das Gesetz über die neue Goldnotenbarck und ein neues Münzgeseh bereits im Entwurf fertig gestellt sind. Die neue Währung wirb auf eine sehr sichere Grundlage auf gebaut werden und es gestatten, daß auch das Kreditwesen in Deutschland wieder auf einen gesunden Boden gestellt werden kann Ihre Einführung ist ein Ereignis von größte, wirtschaftlicher Bedeutung, zumal man ohne üebertrexbung bte Behauptung aussprechen darf, daß sie dem Deutschen Reich eine Finanzkräfte wiedergeben und den Wohl- tanb Deutschlands wieder Herstellen soll. In den Wirtschafts- und Finanzkreisen hätt man bte Unterlagen der neuen Währung für durchaus befriedigend und glaubt aid) ohne weiteres an ben Erfolg ber in Angriff genommenen wäh- rungstechnischen Arbeiten. Das tünftige deutsche Reichs gelb setzt sich aus vier Grttppen zusammen: aus Goldmünzen, aus Reichsbanknoten, aus Silbermünzen und aus Kupfermünzen. Das Rickelgeld kommt vorläisig vollständig in Fortfall. Alleiniges gesetzliches . Zahlungsmittel bleiben die Goldnoten inb bie Reichsbanknoten. Die Goldmünzen zu zehn und zwanzig Mark sollen mit demselben Goldgehalt und fast den gleichen Prägebestimmungen wie das alte Goldgelb angefertigt werden. Auf diese Weise läßt es sich ermöglichen, daß bie alten Goldmünzen wieder als gesetzliches Zahlungsmittel gleichwerttg mit dem neuen Goldgelb in Kraft gefetzt werden können. Diese Maßnahme wurde als zweckmäßig erachtet, well die Prägung neuer Münzen mit großen Kosten verknüpft ist und immerhin noch ganz ansehnliche Bestände an altem Goldgelb in Deutschland vorhanden sein dürften. Die Aeichsbank selbst hat noch einen gewissen Bestand an altem Goldgelb, das dann zur Ausgabe gelangen soll. Schon jetzt beobachtet man be* Fraglos hat das Erdbeben Japans Gesicht verändert. Aeuherlich zwar scheint nach sieben Monaten die Ruhe wieder hergestellt zu sein Wer die Menschen sind doch andere geworden ^mindest in den betroffenen Städten, vornehm* Uch also in Bokohama, das heute noch ein Trümmerhaufen ist, und ein staatliches Dauverbot, das mit der geplanten Erweiterung der Straßen begründet wird, vermag das Zutrauen der Zurückgebliebenen und Zurückgekehrten (Hunderttaufende flüchteten damals nach Kobe, kehrten aber zum größten Teil zurück) nicht gerade zu befestigen. Auch erinnert leichtes Beben alle paar Lage an das Septembergrauen. Hnb bie Tausende, die unter den Trümmern noch begraben liegen, üben aus die Angehörigen, die täglich an diesen Trümmern vorüber müssen, eine bedrückende Wirkung aus. Wenn trotz tem nicht nur ter flüchtige Blick, sondern intimer Verkehr mit Ueberlebenten und Betroffenen den Einbruck erweckt, diese Menschen haben sich abgefunden und vergessen, so Ijegt dies an der Kunst des Japaners, ferne wahren Gefühle zu verbergen. Dies Gleichmaß, dieses ewige ßäd>tfn ist ja das Typische dieser aus Asiaten und Mongolen gemischten Raffe. Der Fremde entsetzt sich, wenn ein Japaner erzählt, Eltern, Frau und Kinder seien Lei dem Beben verbrannt und — dabei lächelt Dur wer die unzähligen Ruancen des Lächelns ergründet, ergründet die Seele des Volkes, bas von den Europäern in gleichem Maße vergöttert «nd gehaßt wird. Ehe ich nach Japan ging, las ich allein über ein Dutzend deutscher Japanbücher aus ter Nachkriegszeit. Richt eine objektive Würdigung! Nachahmer, Heuchler, Betrüger, Affen! ereifern sich die einen. Die anderen, nicht mtnöer falsch Eingestellten, finken in die Knie und schlagen in die Saiten, denn das hier ist das Paradies und die Europäer find bie Verstoßenen. So ist der Deutsche. Lind ich übertreibe nicht. Das gelesenste Japan-Buch aus der Feder des sonst so tüchtigen Bernhard Kellermann ist eine einzige Hymne auf dies auserwählte Volk des Ostens. Solche Vorstellungen führen irre. Lind zweifellos: diese von deutschen Dichtern geübte "Irreführung wird von den Japanern ganz bewußt gefördert. Sie suchen den Eindruck zu erwecken, das gescheiteste, tüchttgste und tapferste ter Welt zu sein. Hnb wir glauben es Die richttge Einstellung auf die Stärke und Tüchtigkeit eines Volkes aber ist die wesentliche Voraussetzung einer erfolgreichen Außenpolitik. Man höre den Engländer, man lese deren Literatur über Japan. Keine Liebe, kett, Haß. Sachlich «nd nüchtern spricht da weder ter Charme ber ter Geisha, noch die Mentalität des Japaners eine Rolle: fontern die Gin- und Ausfuhr. Heber die Hälfte des japanischen Exports geht nach den ^Bereinigten Staaten, und somit steht es für die Engländer fest, daß Japan außerstande ist, mit Amerika Krieg zu führen, zumal auch sonst die finanziellen Hilfsmittel Japans einen solchen Krieg zur Zett unmöglich machen. Wir Deutschen aber sind glücklich über die ausgesprochen deutschfreundliche Stimmung der Japaner, die für uns praktisch völlig belanglos ist. Mehr noch als bei uns, wünscht man in Tokio eine Kombination Japan, Rußland und Deutschland. Aber mit einem Rußland, das frei vom Bolschewismus ,ift Zunächst aber hat Japan Sorge, den Bolschewismus im eigenen Lande zu bekämpfen. Nachdem >die Versuche eines liberalen Ministeriums, außer Dem Attentat auf den Thronfolger, Wirkungen erzielt hatten, die die Arbeit den Bolschewisten erleichterten, ist man jetzt zur konservativen Re- gerung zurückgekehrt. Hnb in ber Tat scheint sich «in Ausgleich ber sozialen Verhältnisse, wenn auch in geringem Ausmaß, auf völlig frieblichem Wege zu vollziehen. Zu glauben, baß Korea ben Japanern Schwierigkeiten bereite, wie Irianb ®nglaub, ist irrig. Gewiß lieben bie Koreaner die Japaner nicht, aber sie fühlen sich als Rasse Ihnen jedenfalls verwandter als den Amerikanern, Äe, wie hx China, auch hier durch die aus China Ratten und Hamster, um die Vorräte dann zu zer- trampekn und verkommen zu lassen." „Das tft aber nicht ihre Absicht." „Ach Absichten hat Raffke nicht im Oering- ften. Stellen Sie diesen Ameisen eine Schüssel mtt süßem, in Waffer aufgeweichtem Quark hin, den sie nicht wegschleppen tonnen, und sie fressen solange, bis sie auf platzen, nur, well sie anderen nichts gönnen." „©o?" sagte Löns ein wenig bedrückt. „Ist das wirklich so? Sind Sie im Recht? Es scheint nrtr fast." Hnd bann wurde er ganz nieterge- schlagen: „Aber dann ist Wilhelm Dusch mit seinen Schnurrdiburr die Dienen! unb barm bin ich mit meinen phantastischen Kleintiergeschichten, ach dann ist Reinecke Fuchs unb all die anderen mir so köstlichen Tiergeschichten, alle diese Schreibereien sind dann wohl nichts Wetter als Dolksverdum- mung?“ Da lachte Mark Twain: „Da hatten Sie das Doll für dümmer als es ist. Das gibt all diesen Geschichten doch gerade ihren Reiz." „Was denn?" rief Löns verwundert. „Daß sie intt der Wirllichkett nicht üterein- stimmen," sprach der Humorist weise. „Denn die Wirklichkeit kennen wft schon: dazu brauchen wir keine — Dichter." LamStao. 9.8.21 abends ö*/i Übt MWtt- vechmW im Bootsbaus Wichtige Zage% nunfl- blT Ter Vorstand fcritlltiw WMB Versammlung Sonntag. IvKih q nhr nachnt » graft. GK SrantiurterStt;- Tagesordnuvk Siebe artf er als Teilhaber genau so gut über die Geschäfts ter Firma orientiert fern müsse wie die unteren Teilhaber. Auch führte er auf eine ai8brücfr litte Frage des Zeugen W. Knop aus, daß Inhaber ter Firnra feien: Spieß, ter m erstes Linie ter Geldgeber fei, fein Schwager Done- bolb, sowie er (ter Angeklagte) selbst. Er bekäme demnächst in Gießen eine Garage gebaut. Die Verteidigung, die die Schlüffigkeit des Beweises bestritt, beantragte Freisprechung. Der Anklagevertreter stellte den Antrag auf Verurteilung Uxgcn Meineids. Seinem Antiag enffprechend erkannte das Gericht auf eine Zuchthausstrafe von einem Jahr. Es ist dies die aesetzliche Mindeststrafe, bie mit Rücksicht auf die seitherige Hntestrafthett des Angel tagten angemessen erschien. Ferner wurde gesetzlicher Vorschrift entsprechend auf 5 Jahre Ehr verlast sowie auf die dauernde Hnsähigkeit, als Zeuge oder Sachverstänbiger eidlich vernommen zu werten, erkannt. Gegen den Angeklagten, ter seither nicht in Hntersuchangshaft war, erging Haftbefehl, der sofort vollstteckt wurde. IW* ----— Schöffengericht. * Gießen, 4. Aug. Der Student am Technikum Friedberg Rudolf L. von Lüdenscheid war angenagt, am 23. April 1924 zu Dad Nauheim bie Magdalene W. vergewaltigt zu haben Die Verhandlung fand unter Ausschluß ter Oeffend- lichkeit statt. Das Gericht hielt es nicht für ausreichend nachgewiesen, daß L. bewuhtermaßen Gewalt oder Drohungen angewandt habe, um bie W. zur Duldung des Verkehrs zu nötigen unb sprach ihn deshalb, da auch ein ordnungsmäßiger Strafantrag wegen Beleidigung nicht gestellt war, frei. Der Wilhelm Weller von Klein-Linden, Grenadier in ter 3. Komp des Jnf.-Regts 15, hatte Mitte Juli 1924 den Spind eines Karnes raten mittels eines Nachschlüssels geöffnet und daraus mehrere Sachen entwertet Strafe: Vier Monate Gefängnis und Dienstenllafsung. harten WsüiA ,tifL?erefo w 81! Ubt: WMch!« SoflW Erscheinen Angel- . Sportverein Gießen u, Umgeb. SamStag, S. Aug., abends 8 Ubr M KlniS im Reift. Senkin ^ranthirter Such MMmL Ellchkü nwünW 16175t Ter Vorstand. Wte mit dem ist >n 30 Jahren erprobter zweckmäßiger Rsswefl Zusammensetzung überall wieder zu haben * M110111 D«Bin -----wo im Schaufenster sichtbar.----- Vertretera Adolf Schmidt, Gießen, Telephon 1086. 5025 D SUSI Ä Mnats-v 2SoldniarI auch r'f' non«»#. fternjpr< tot die 112; L Geschaf «Onstf yantfirt 6. Aug. Amtliche Notierung Geld Brief 5,94 12,66 6,43 1,395 3,05 1,725 0,41 6,135 11.43 161,59 19,15 57,71 69,13 111,62 10,495 18,40 18,695 4,1 a 22,64 78,80 56,36 162,81 19,25 57,99 68,47 112,08 10,555 16/0 18,775 4,21 22,76 79,20 66,64 5,92 12,44 8,41 1,385 3,03 1,715 1,40 5,115 11,37 7. Aug. Repart. 37. Fortsetzung. (Dachdruck verboten.) des J&xsfo. setzte heute Besondere ®5rf enterte. (Ohne Gewähr.) 4,2 82,5 12,75 0,575 1,3 1,16 1,9 0,350 1,65 1 Banknoten. (Ohne Gewähr.) Der Alte Ms Topper Dvman von Hanns von Zobeltih. schäft leSyaft, vqvnverS für SürtettiocCTe. Der Freiverkehr hatte feste Haltung und auch daö Geschäft gestaltete sich etwas lebhafter. Api 4y4, Decker-Stahl 1^, Benz 4Vr. älfa 6Vs, Petroleum 15, Drown Doveri 1,25. 3tn weiteren Verlauf wurde das Geschäft ruhiger, die Stimmung blieb aber fest. takseiB ?tol XÄÄS Amtliche 'Xotierirti fflete | 18 rief ^mnttuh Die WreverevMrytolttrg von SilbermUnzen, die allerdings mit dem alten Silbergeld nrchts zu tun haben. Die Deichsbank hält es jedenfalls nicht für zweckmäßig, die alten Silbermmrzen wieder in Kraft treten yi lassen, weil man befürchtet, daß dadurch eine Verwirrung geschaffen werden könne. QlZan must auch noch in Betracht ziehen, daß gerade das Silbergeld künftig eine groste Dolle spielen wird, weil die Herstellung neuer deutscher Goldstücke für die nächste Zeit schwerlich sein wird. Das Goldgeld wird solange noch theoretisch bestehen müssen, als die erforderlichen Mittel für die Prägung des Goldgeldes noch fehlen und man darauf angewiesen sein wird, als Deckung für die neue Goldwährung ausländische Devisen zu verwenden. Man kann schon jetzt vvrausseHen, dost die Einführung der ne reu Goldwährung viel unauffälliger und reibungs- loser vor sich gehen wird als die der Renten - mark, die in eine Zeit der hemmungslosesten Zriflation fiel. *) Vom Rückzahlungswert. Berliner Dorfe. Berlin, 7. Aug. (Drahtbericht Anz.") Allen Dementis zum Trotz am Anleihemarkt eine Hausse ein. Gründe für diese Aufwertungshanfte 30 5,75 8,20 9,60 0,4 11 14,75 2,20 0,459 0,3 10,50 12,5 49 49,60 80 10 15 6,65 9,9 29,90 22,50 37 2,1 27,40 6,62 2,9 11,25 3,50 17,25 13,4 16 14,40 6,9 14,75 15,6 9,26 14,75 9,25 35 44 1,65 3,20 2,5 13,5 0,75 1 12,5 1,60 M 5,1 10 4 3,6 Frankfurter Dorfe. Frankfurt a. M., 7. Aug. (Drahtbericht des „©ieft. Anz.".) Tendenz: Fest. An bei Börse hat wieder eine älmftellung Platz gegriffen, indem die Aktienmärkte ftärfer in den Vordergrund gerückt sind, während der Anleihemarkt, aus dem zwar wieder ein lebhaftes Treiben einsetzte, weniger Mitläufer aufwtes. Die hoffnungsfreudige Stimmung, die sich auf eine Begebung der deutschen Wirtschaft und des Dörsenhcrndels nach dem günstigen Abschluß der Londoner Konferenz stützt, steigerte die Kauflust erheblich und führte zu einer namhaften Festigung auf allen Märkten. Vereinzeltes Angebot, das ftch wieder bemerkbar machte, verschwand unter der Menge der Kaufaufträge, die sowohl von dem Auslande, als auch von privater Seite Vorlagen und dem Ge- ühüft ein lebhaftes Gepräge verliehen. Der Geldmarkt ist für Tagesgeld flüssiger, man hört sch>n Angebote von i/4, seither 5/16 pro Mille, Mo- natsgeld ist unverändert, iy4 bis F/8 Prozent. Am Devisenmarkt hält die Befestigung der europäischen Devisen an. Die Mark hat sich erholt und hat wieder ihren Kursstand von 4,166 Bill, für den Dollar. Das Pfund strebt weiter nach oben. 3m Früher kehr wurde ein Kursstand von 4,46y4 bis 4,4672 Dollar genannt. Der Pariser Franken hält sich nahezu auf gestriger Höhe, und zwar bei einer Pfundparität von 81,60 und bei einer Dollarparität von 18,30. An dem Aktienmarkt waren es besonders die Schisfahrtsaktien, die verstärktes Fnteresse auf sich lenkten. Der Dankaktiemnarkt hatte ruhiges Ge'chäft, bei wenig veränderten Kursen. Der Einheitsmarkt der 3n- dustriepapiere lag ziemlich fest. Am Markt der heimischen Werte war hmte eine bessere Stimmung vorherrschend, die Kurse zeigten leichte Erholung. 3n ausländischen Deuten war das Ge- Güchertssch. — Max Dauthendey, Erlebnisse auf Java. Aus Tagebüchern. Deckelbild nach einem Aquarell des Verfassers. (Preis geb. 6M. Albert Langen in München.) -r- Max Dauthendey war im Frühling 1914 nach Deu-Guinea gereist und wollte im Herbste desselben Hahrvs wieder nach Deutschland zurückkshren. Aber er wurde in der crüdsee vom Ausbruch des Weltkrieges überrascht und gezwungen, sich auf dem neutralen Boden Diederländisch-Zndiens eine Zuflucht zu suchen. Dort hat ihn im Spätsommer 1918 eine tückische Krankheit uns zu früh entrissen. Während der vier Kriegsjahre hat er ein Tagebuch geführt, dessen zahlreiche Bände unendlich viel Bedeutsames und Interessantes enthalten. Das wunder- volle Buch, „Erlebnisse auf Java", bringt zwei in sich abgeschlossene größere Abschnitte aus diesen Tagebüchern. Das erste Stück, das aus dem Spätherbst 1915 stammt, schildert den Besuch Dauthen- deys in der javanischen Stadt Solo, ü>d der Dichter den Hochzeitsfeierlichkeiten des dortigen Sultans beiwohnen durfte, das zweite Stück beschreibt eine Ersteigung des Vulkans Smeroe auf Hava, die Dauthendey im FrühlkNg-4917 gemeinsam mit einem deutschen Ehepaar unternahm. Beides haben die offenen und empfänglichen Dichtersinne mit der gleichen Frische, Raivität und ÄnMittelbarkeit ausgenommen: von beiden weih Dauthendey mit der gleichen sprühenden Lebendigkeit und pittoresken Farbigkeit zu berichten. — »Exvtis che Tie rgeschichte n". (1111= stein, Berlin.) Der Verfasser ist als Erforscher der Wildkammern Afrikas, ein Reisender tret internationalem Ruf. älnd so hat alles, toaS das Buch enthalt, den Zauber des unmittelbaren Erlebnisses. Die ganze exotische Fauna in ihrer prangenden Buntheit läuft und fliegt vorüber, und es ist ein gigantisches Konzert von brüllenden und schnatternden Stimmen des Waldes und der Steppe. Australiens Känguruhs, Dingos und Schnabeltiere, Wombats, die unter dem Kreuz des Südens ihren Erdhöhlen zutvapden, Kakadus, Reiher, Riesenkraniche am Ufer des Gowalsees, Rashornherden, Zebras, Gnus unter dem schnee- gekrönten Kilimandjarv, Afrikas Löwen, die auf Düffel und Giraffen und sogar auf die verirrten Menschen der Regerdörfer jagen, Marabus, Krokodile, Antilopen, Paviane, Husarenaffew, RoS- hornvögel, die Elefanten des Dramaputra, atles ist so fabelhaft echt gesehen, fv scharf belauscht, döh diese Bilder wie die große Rätur selbst wirken. -Und alles umspannen sie, vom heiteren Tieridyll bis zur gewaltigen, elementaren Tiertragödte. Devisenmarkt Berkin—Z^cnicsirrr a. M. (In Billionen Mark auLgedröckt. BumoS-AireS, London. Rau York. Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Tüten und Budapest für 100000 Etubeürrr, alle« übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) „ „ liegen nutzt vor. Wau operiert immer wveder mit dem Hinweis auf eine kommende inländische Anleihe, bei der die alten Anleihen in Zahlung genommen werden sollen. Durch besondere Festigkeit zeichnete sich auch heute der Aktienmarkt aus. Den Zwischenfällen auf der gestrigen Lorchoner Konferenz mißt man keine behindere Bedeutung bei. Die Börse glaubt aber, daß sich die Behandlungen bis in die kommende Woche ausdehnen toeröen, da nach einer Einigung der Diplomaten auch die amerikanischen Bankiers zu Wort kommen müßten. Man glaubt hier zu wissen, daß von bestimmter Seite noch ganz bestimmte Sicherungen für die künftige internationale Anleihe gefordert werden. Ganz besonderes Zsttereffe wendet sich heute dem Schiffahrtsmarkte zu, da man annimmt, daß die Zulassung deutscher Schiffahrtswerte zum Handel an der Londoner Börse nur noch eine Frage der nächsten Tage sei. Am Geldmarkt war die Gage unverändert. 3m Devisenverkehr verfolgt man mit besonderem 3ntcreffe die feste Haltung des englischen Pfunds. die Zinsen zahlen können. Da war beim ds schwarze 3üd aus Sternberg gekommen, im langen Äaftan und den Kanonenstiefeln, batte sich den (Bart zerzaust und geschworen, daß er zugrunde ginge vor lauter Gutherzigkeit, elend in Konkurs. »Hab' ich doch gerechnet for sicher wie Gold den gnädigen Herrn I Hab' ich nicht mein Letztes ge geben? Dar Geld, schönes, gutes Geld! Und nu i Gott der Gerechte, kein Zins, zu geschweigen vom Kapital! Ein geschlagener' Mann bin ich! Wo ist mein Kredtt? Muß nicht zahlen an den Atzig in Fvankfurt und an den Abraham in Zielenzig?! Zahlen muß ich. oder sie schnüren mir die Gurgel zu! Erbarmen Sie sich, gnädiger Herr! Sie werden doch nicht verkommen lassen einen armen 3üd!" Bis er bann aus seiner dicken schmierigen Ledertafche ein paar Papierchen ber= ausgeholt hat, unter die der Gestrenge seinen Damen schreiben mußte. Tat's mit zitternder Hand. Ein Aufschub war's, eine Henkersfrist — »Herr Gott, Grundgütiger, Allmächtiger, er- leuchte unseren König und gib uns den Frieden." So hatte der Magister seine Reufahrspredigt geschlossen, und diesmal hat der Gestrenge nichts dran auszusehen gehabt. Klein und grau war der Pfarrherr geworden und arg verhutzelt, und wie eine Sieche schleppte sich die Frau Magister. Sie klagten nie, sie hatten ihren Trost im Gebtt. Aber der Gestrenge wußte wohl! unter dem niederen Dach regierte oft die nackte Rot Die Pfarrgefälle blieben auS; die Dcmern und Kossäten hatten ja selber fmtm zu rnad«i und zu beißen und vertrauten zudem, daß der Pfarrer nicht drängte, daß er lieber hungerte m.t den Seinen, als eintrieb, was ihm zustand. Amll - Rott. Brfl.-?IMW. Cdristianta. Kap-ii Hagen ©tocfhnlm . Hctsingfors. Italien. . . London. . . Neuhort . . Paris. . . . Schweiz . . Spanten . . Wien in D.» Oest. abgest. Pran .... Budapest. . Buen.-Aires Bulgarien Japan . . . Rio de Jan Belgrad . . Lissabon . . firm in den alten Römern war, auf Quintus Jcilius umgetauft, lag mit seinem Freikorps ganz am anderen Dvrfende. Aber schloß lich kam er doch. Lind das war denn auch der rechte Mann für des Herrn übte Laune. Er lachte nur wegen des Befehls, zog ab und kehrte das Unterfte zu oberst auf dem Schloß und kam selber nicht zu kurz dabei. Gegen Mitte Januar verlegte der König das Hauptquartier nach der Stadt Freiberg zurück immer noch so hart am Feinde, daß alltäglich sechs volle Bataillone auf Vorposten ziehen muhten. Aber man war doch leidlicher untergebracht Auch die Pagen. Dafür wurden sie strenge in Zucht genommen. Zweimal in der Woche traktierte Lentulus mit ihnen Kriegshistorie und jeden Morgest nahm sie des Königs Stallmeister im Sattel bor. — Majestät arbeiteten viel am Schreibtisch. Die Feldjäger kamen und gingen. Die hohen Offiziers raunten vom Mieden. Auch das Regiment Bernburg lag tm Orte. So kam her Zabeltitz häufiger mit seinem neuen Freunde, dem Feldprediger, zusammen. Dem sagte er auch das, was er vom Frieden gehört. Da faltete Cajetan Grolich die Hände und sprach ein stilles Gebet. Doch dann sah er auf. „Gott geb' uns den Frieden! Aber es muh ein guter Friede ein grieben in Ehren sein. Hör', mein Lieber, ich will dir einen modern alten Spruch sagen: Die Waffen soll man werfen weit, irach Frieden trachten allezeit. Wo es aber kann ntt anders sein, schlag man alsdann mit Freuden drein!" Ta merkte der Junker wieder: der Cajetan war doch von ganz anderem Holze geschnitzt denn der Magister in Topper. War eben ein Regi- So ist der Winter öahingegangen. Qanafam, sehr langsam. Der König hat die Armee retaSliert, so gut es ging nach den mörderischen Verlusten. Ließ die Kantonisten ausheben in den eigenen Provinzen, schrieb Rekrutierung aus in den besetzten Landen, rührte die Werbetrommel,- die Rekruten wurden gedrillt, die Magazine gefüllt und die Krtegskaffe. Zumal auch die letztere, denn das wußte Friedrich: wer den letzten Taler im Sad hatte, der hatte die größte Chance Dazwischen ging das leise Anpochen bei den Kabinetten, ob und wieweit ein Friede möglich und erwünscht, und darüber hinaus, für alte Fälle, spann der König überall Dündnisverhandlungen an, bis nach Konstaittinopel hin zum Großsultan Wäre eine feine Sache gewesen, so die Türken den Oesterreichern und Russen in den Rücken fielen. Blieb indessen alles vergebens. Dem Pagen Zabeltitz sproßten in der Winterruhe die ersten Härchen unter der Rase. Daß Lentulus eines Tages mit den Fingern drohte: „@r sieht aus wie ein Ferkel. Sorg' Er für ein gutes Schermesser!" Sn Topper fiel der Schnee bis in den März hinein und lag haushoch. Wenn sie von Gehöft zu Gehöft wollten, mußten sie lief schaufeln. Die Tage schlichen in Einsamkeit und Kummer. Schwerer als je vorher lasteten die Röte der Zett. Dec Gestrenge flederte und wetterte wieder umher zwischen Schloß und Ställen. Doch die rechte Frische mangelte, und selbst der schönste Kern fluch machte ihm keine Freude. Die Sorge im Haus um den Sohn und um allerlei Ungewisses, das sich nicht nennen ließ und doch in der Luft lag; dazu die krasse Rvt vor der Tür: das • Frankfurter Handelsbank vor m Frankfurter Viehmarktsbank, Frankfurt. Die G- D. der Gesellschaft, in der 25 Aktionäre 451 863 Stimmen vertraten, genehmigte die Regularien und beschloß, den Rerngewinn von 12119 Bill. Mark auf neue Rechnung vorzutragen. Rach Mitteilung der Verwaltung wird die Goldbilanz einer ao. G.-V. innerhalb der nächsten zwei Monate txorgelegt werden. Das GoldmarDapital wird etwa die Hälfte des Friedensrap itals betragen, das sich auf 500000 Gmk. beläuft. Die Beschäftigung sei sehr gut, so daß der Personalbestand nur unwesentlich reduziert weiden muhte. Der Aufsichtsrat, der bisher 12 Personen umfasste, wurde um 3 Mitglieder erweitert e Die ersten Sparkasfenhypvthe- f en. Die städtische Sparkasse Düsseldorf hat begonnen, für Deubauten städttsche Hypotheken zu gewähren. Aach langer Llnterbrechung wird zum ersten Wale wieder auf dieser Grundlage Geld ausgeliehen. Für jede neuhergestellte Wohnung werden 3000 Wk. gewährt. Gleichzeitig könne Daulustige aus Erträgnissen der Hauszinssteuer ebenfalls für die Wohnung em Betrag von 6000 Mark gewährt werden. Die in Frage kommenden Beträge dürsten, wie gemeldet wird, eine -Gesamtsumme von 200 000 Goldmark kaum übersteigen, doch ist zu hoffen, daß eine Reihe anderer Städte sich diesem Vorgehen anschlietzen wird, so daß im kleinen eine Besserung des Baumarktes ins Werk gesetzt werden kann. ^Betriebsstillegungen der Skvda- werke. Die Skodawerke, die einen großen Teil ihrer Delegschast en tf aff en haben, sehen sich nunmehr gezwungen, auch beträchtliche Teile ihrer Betriebe stillzulegen. 4% Zolltürkeo 6% Goldm^tkauer ..... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Pckvat-Bank Darmst. und Nationaldank . Deutsche Bank......... Deutsche BereinSbank . . . . Disconto Commandit . . . Metallbank........... Mitteldeutsche Kreditbank. . Ocsteircichisch« Kreditanstalt Westbank............ Bochumer Gllß ....... Buderus............ Caro.............. Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Wesüregclu..... Laurahntte Oberbedarf...... Phönix Bergbau..... Sihemitahl...... Riebcck Montan........ Tellus Bergbau. ....... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd Cherarnische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmaun...... Anglo-Cont.-Guano . ... Badische Anilin........ Chemische Mayer Alavte . . Goldschmidt....... Griesl cimer Electron . . . ‘ Höchster Jarbwerke...... Holzverkohlung ...... Rrttgerswerke Scheideanstalt......... «llg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann........... Mainkraftwerke Schuckert........ Siemens 4 Halök ...... Ldlerwerke Kley« ..... Daimler Motoren. ..... Hcyligenstaedt '.v.'cguin............. frankfurter Armaturen . . . .llonscroenfabrik Braun . . Äi'etaUgescllSchaft Frankfurt. Pet. Uinon A.-G...... Schuhfabrik Herz . , . ' . Sichel Zcllsto-f Waldhof. . .... Zuckerfabrik FrankenHal . . Zutkerfabrik Waghäusel . , 5% Deutsche Rcichsanleihe . 4°/° Deutsche Reichscmlrihe . B'4% Deutsche Re ich sau leihe Deutsche Reichs anleihe . Dcuttchc Sporprämienanleihe S/° Seffent - • • »Wieso? Hört Er nicht? Ausnehmen soll Er das Rest, Revanche will ich!" Macht der Saldern seine Reverenz, steht dann wie aus Stein gemeißelt: „Eure Majestät mögen mich zur Bataille auf den verlorensten Posten stellen. Da steh' ich. Aber plündern! Das geht gegen meine Edrlmannsehre! Bin kein Räuberhauptmann. Din Offizier Eurer Majestät. Preußischer Offizier!" Stampft der König hfftig mit dem Krückstock auf. Zwei-, dreimal und die blauen großen Augen blitzen Zorn. Sagt endlich: „So geh Er!" Der General macht wiederum feine Reverenz und geht, blaß wie der Tod, aber mit stolzem graben Racken. Der Junker reiht ihm die Tur auf. Der Köniz flucht ftanzöfr'ch hinterdrein. Biche u?d Alc.ste verkriechen sich winselnd in die Ecken, kennen ihren Herrn. Wie der Page die Tür geschlossen hat und sich umwendet, sieht er den König am Fenster. Der hat die S>ofe herausgezogen, nimmt hastig eine Prise, die Brocken roUen über die Weste, älnd wunderlich, der Gunter muß in all feiner Verstörtheit denten. die Weste müßte die Frau Mutter schauen,' ^eich käme sie in den Wafchtrog. „Zabeltth!" „Euer Majestät!" „Laus Er! Der Quintus Zcilius soll kommen!" Das ging nicht so schnell wie vorhin, denn Monsieur Guichard, den der König, weil er so Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbttidlichkett 5ct Schriftleitung.) Gemeinderechner Gg. Fr. R. Ihre Mrfvoye läßt fernen klaren Blick in die zur Beurteilung stehende Sachlage zu. Wir nehmen zwei Möglichkeiten an, die wir tote folgt beantworten: 1. Sofern der Betreffende eine versicherungs- pflichtige Tätigkeit von mindestens sechs Wochen, oder von 26 Wochen in den vorhergehenden 12 Monaten ausgeübt hat, ist ihm die Möglichtett gegeben, imrerhcllb einer Frist von drei Wochen nach dem Ausscheiden aus dem Arbettsverhälttris die Verstchermig freiwillig sortzusetzen bei der Kasse, bei der er vorher pflichtverftchert war. 2. Die Dersichermig als freiwillrges Mitglied ist nur selbständigen Gewerbetrekbeäden und Unternehmern möglich, die weniger als gtoei Versicherungspslichtige ArbettneHnver beschäftigen. Das Dettrittsrecht ist aber an die Festse^mg eines gewissem Lebensalters gebunden, die in daS Ev- meffen feder einzelnen Kaffe gestellt ist. HterüLsr Berlln. 7. Allg. Amerikanische Noten Belgische Steten ....... Dänische Noten........ Englische Noten ....... Französische Noten ...... Holländische Noten Italienische Noten ..... Norwegische Noten...... Dcutsch^Oefterr.,Li00 Kronen Numamsche Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Tschechwlowakische Noten . . Ungarische Noten MrchUche Nachrichten. 3fr. Rettgionsgemeinde. Gottesd.i. d. Synagoge (Süd-Anl.). Samstag, den 9. August. Borabd. 7.45, morg. L30, nachm. 4.00, abdS. 8.45. Ifr.ReÜgionsgesellschaft. Sabbatfeier, 9. Aug. Freitag abd. 7.30, Samstag Dorrn. 8.00, nachm. 4.30. Sabbatausgang 8.45. — Wochengottesdienst: Sonntag morg. 6.10, abds. 7.15, an den übrigen Lagen morg. 6.15, abds. 7.00. Eine Entfettungskur sollten alle Korpulenten vornehmen. Wir raten ftbnen, in Ihrer Apotheke £0 g Toluba-Kerne zu kaufen, die völlig unschädliche fettzehrende Stoffe emhalten. 6362se’ Märkte. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 7. Aug. (Drahtbericht des Gießener Anzeigers.) Es wurden notiert: Wetterauer Weizen 20,50 bis 20,75, Roggen, int. 17,50 bis 17,75, Braugerste 18,50 bis 19,25, Hafer tnl. 18 bis 18,50, Mais, gelb 17,25 bis 17,45, Weizenmehl, inl., Spezial 0 31,75 bis 32,75, Roggenmehl 26 bis 26,50, Weizen- und Roggenkleie 10,50 bis 11. Tendenz: Etwas ruhiger. Frankfurter Echlachtvrehmarkt. Frankfurt a. M., 7. Aug. (Drahtbericht des .Gieß. Anz.") Auftrieb: 648 Kälber, 256 Schafe, 837 Schweine. Es wurden bezahlt für 50 Kilo Lebendgewicht: Kälber, feinste Mastkälber 50 bis 54, mittlere Mast- und beste Saugkälber 44 bis 49, geringe Mast- und gite Saugkälber 35 bis 43; Schafe: Maftlämmer und Mast- Hammel 38 bis 40, geringere Mafthammel und 2chafe 33 bis 37, mäßig genährte Hammel und Schafe (Märzfchafe) 20 bis 30; Schweine: voll- fleischige von 80 bis 100 Kilo 65 bis 67 unter 80 Kilo 54 bis 62, von 100 bis 120 Kilo 65 bis 67, von 120 bis 150 Kilo 65 bis 67 Mk. Markt- Verlauf: Kleinviehmarkt bei lebhaftem Handel ausverkaust, Schweinemarkt bei gedrücktem Geschäft nicht geräumt. Berliner Produktenbörse. Berlin, 7. Aug. Am Produktemnarkt waren die Preise unverändert bei etwas vermehrter Rachfrage für Roggen und gröberen Umsätzen für Wintergerste. Zn ©ommergerfte stellt sich jetjt nach dem ersten Drusch das erste fühlbare Angebots ein. Die Stimmung wird aftch etwas durch die Belebung am Effektenmarkt angeregt Es wurden notiert für je 1000 Kilo: Weizen, märt. 185 bis 190, Roggen, märt. 137 bis 144, Gerste, märt. 173 bis 183, neue 168 bis 175, Hafer, märf. 153 bis 160, Raps 275 bis 280, Leinsaat 400 bis 410; für je 100 Kilo: Weizenmehl 25,25 bis 28,25, Rvggenmehl 21 bis 23,25, Wei- zenkleie 10,60, Rvggenkleie 10,20, Biktoriaerbsen 22 bis 24, kleine Erbsen 15,50 bis 17, Sutter» erbfen 14 bis 15, Peluschken 13 bis 14, Acker» bohnern 13 bis 15, Wicken 14 bis 15, Lupinen blau 8 bis 9, gelb 17 bis 18, Sevttdella, neu 8 bis 10, Rapskuchen 11,50, Leinkuchen 20 bis 21, Leinkuchen 20 bis 21, Trvckenschnitzel 9,50, Tvrfmelasfe 6,60 bis 6,70, Kartoffelfloden 23 bis 23,50. ... Ün Simonen Prozent Frankfurt u M. Berlin Schlich» fiurs Schlus?. Kurs Schluh. Kur» Schluß. Kur» T)atnm:"] 6. 8. 7.8. 6. S. 7. 8, 16 t,; 4 162/6 hnn voll 21,25 21,35 voll voll 67,56 57,34 voll voll 67,33 67,67 voll voll 111,47 11L.lv voll voll 10,47 10,53 »oll voll 18,50 18,60 voll voll 18,705 16,79 voll voll 4,1 4,21 voll voll 23,04 13,IG voll ooll 78,95 79,36 von voll £6,36 66,64 voll voll 5,91 6,93 voll voll 12,375 12,405 voll voll 5,41 6,49 voll soll 1,375 1,885 voll voll 3,03 3,05 voll voll 1,715 1,726 voll voll 0,40 C.41 voll voll 5,14 5,16 voll roll 11,37 11,43 voll voll 0,615 0,599 0,620 1 1,175 0,950 0,050 1,05 0,9?5 1,500 u 1,500 0,3 — V 1,3 1,4 1,2 1,3 1.1 — 1,4 1,125 1,1 1 1,1 4,2 4,2 4,2 82,1 82,5 82,1 13,12 13,126 12,9 40 — 29 29,126 30,60 5,90 5,875 6 830 8,4 6,4 2,66 5,75 10 0,4 — 11,76 11,7 11 80 14,75 — 2,20 2,125 2,10 0,440 0,450 0,750 0,330 0,85 0,4 48 46 48,25 10,90 11,5 11,30 13 13 13,3 51 49 51 59,75 50,75 52,50 64 60,60 61,60 11,2 10,13 10,60 16 15,50 15,60 7,2 7,70 7 11,4 10,75 11,40 30,25 26,80 30,13 24 24 27,9 89,5 36,13 39 2,2 — 29,60 27,375 31 8,15 6,90 6,2 2,1 _ 11,40 — — 3,75 4,1 3.9 — 9,75 10^6 1g 17,40 18,25 1,4 — — 13,9 12,75 13,69 16,75 16,65 17,13 15 14,70 14,9 7,40 — — 15,1 14,13 15,60 15,30 — — 9,50 9,25 9,60 14,5 14,25 14,60 9 — 37,25 35 36,28 43,25 43 44 IM 1,60 1,70 3M 3,2 3,75 2,75 — — 13,75 12,75 13 0,775 _ 1 0,95 ■ 1 13 _ 1,6 1,65 1,4 3,35 3,1 8,2 5,10 6 5,25 10 10,20 10,40 4,15 — — 3,80 3,9 1 3,7 »Vr/o Hessen ........... 8% Hessen........... Deuts dto- 5 rbe Wertb. Dollar-Aul. )oll.-Schatz-Anwetsng.') Geld 1 Dries Neparr. °/o 4,19 4,21 voll 21,15 21,25 voll 67,33 67,67 voll 16,67 18.77 voll 23,14 23,16 voll 161,45 162,25 voll 18,55 18,65 voll 87,51 57,79 voll 5,94 5,96 voll 1,83 1,85 voll 111,72 111,83 voll 70,95 79,35 voll 55,96 56,24 voll 12,34 12,40 voll 5.33 5,35 voll (C;. 8, »de 1 Her Herr« Deist nach einen 2uii in die oi deutschen täuschen Abzugs < Eisenbahn« die Abreis Cann« dmch Po' Entschlnh timg za ' fehle Kn' meidbc Militärs Tatsache heute D m direkt deni die L Verden n Epoche er flüssig, wie die Presst ü! stellung öü An- uni) 21 Konferenz Welt wissen den S e l b' als die die von der g c auch der u nähme mit Bericht der besagt. Herri Pari erslatter d Wmisterptz gleitMg oo mjnifler Sie. leify werde not beabsich schvebenden unterricht SU be.srag schließlich bei uus der Land Frage der m i Bets irad : ber sranzö "er aus den slerpcäsrdent i länger als 24 ■ ^mittelb ^rden sie Vonntagabend Londoi amtliches , Daris, 9, Mn über über d ? Et Gen Clemmtel an l fiL-N dem von ei e^Nten Scotti, buchtet da >n, ichne ?? "Äu 5» PnL '.'"NM?" Miedst Q.l! m>tg( hÄ?natürlL jjfii I^und 5 ® fei, ? Cln Qlt