Kr. 84 Erscheint täglich, anher Somu und Feiertag», mit d. Sams tags bctlage: V iehenerFamiiien b lotter Meuats-Vezvarpr^: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Derlaq und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: SnzeigerGiehetu poüfchecklonts: Kranfturt a. M. H686. Dienstag, 8. April 1924 U4- Jahrgang Erstes Blatt GietzrnerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Bree'.Ten Raffke, Reureich unb Schieber, werben Wahrscheinlich auch bie 500 Mark für ihre — unverdiente — „steuerliche Unbedenklichkeit serllärrmg" aufbringen. Unb ihren Geldbedarf im Ausland, der 500 Mark übersteigt, werden sie auch auf bargeldlosem Weg in Mailand, Rom ober Venedig zur Abhebung bereit» gestellt haben. Also diesen Herren geschieht nichts. Dagegen der „kleine Mann", der unserem Ansehen sicher nicht geschadet hätte, wenn er~ mit dem Rucksack im Reiseanzug nach den Kunstslätten Der Bericht der Sachverständigen. Ein Auszug dss „Matin": Kontrolle der deutschen Einnahmen. — Die Goldemissionsbank. - Die wirtschaftliche Einheit Deutschlands. - Herabsetzung der Zahlungsverpflichtungen. - Eine internationale Anleihe. — Die Reichsbahn. des Südens gewallfahrt Wäre, darf nicht fort, Weil die 500 Mark für bie „steuerliche UnbebenE» lichkeitserklärung", bie man einem Lehrer ober Richter sicher „unbedenklicher" geben kann,_ als einem andern, seinen gesamten Reiseetat überschreiten. Es ist immer das alte Lied: Die Kleinen hängt man, unb die Großen läßt man laufen. — Beim Mittagstisch sitzen mir zwei junge Lehrer gegenüber deren einzige Unterhaltung seit Wochen die Italienreise ist. Jeder Pfennig wird gespart, der Reffeplan dem Geldbeutel entsprechend jeden Tag burchgesprcchen — und jetzt ist ihre ganze Freude durch einen Federstrich zerstört. And wieviel Donne^ Würden diese beiden jungen Menschen nicht nur selbst in sich getrunken haben, nein, ich sehe sie, wie sie im Lateinischen, im Geschiehts° oder Erdkundeunterricht ihren Gymnasiasten erzählen vom alten Rom, von der Ratur des Südens, vom Colleoni und all den Kunst- schähen Italiens, und so der ganze Unterricht in der Schule neu belebt Wirb. Wenn jetzt mittags nur das Wort Italien fällt, schmeckt keinem das Essen mehr; unb ich sehe im Geist, wie Herr Raffke im Süden nicht „unter Palmen wandelt", fenbern am Golf von Reapel im Auto sausend, Benzingestank, Staub unb Aergernis verbreitet ober in einer römischen Bar mehr trunken von Schaumwein unb Asti spumante als von der Paris, 8. April. (WB.) Der „Matin" veröffentlicht einen Auszug aus bem Bericht des Sachverständigenkomitees. Der Bericht des Komitees Dawes umfaßt 60 Seiten. Erste- Kapitel: Sanierung der deutschen Finanzen. Um das deutsche Budget auszugleichen, verlangen die Sachverständigen vom Deutschen Reiche eine sehr strenge Kontrolle über die Ergebnisse der deutschen Steuereinnahmen. Falls trotz der getroffenen Vorsichtsmaßnahmen wiederum die Finanzen in Anordnung gebracht unb Verfehlungen in der Ausführung der Reparationsverpflichtungen eintreten würden, Würden die Sachverständigen die a u t o m a t i f ch e E i n r i ch t u n g e i n e r alliierten strengen Kontrolle vornehmen, der man bie weitgehendsten Befugnisse zu- erfcnne. Die Sachverständigen schlagen aufeerbem vor, bah Anteile ber Budget einnahmen, wie Zölle, sowie gewisse Verbrauchssteuern auf Tabak unb Alkohol, bireft an bie bei ber neuen Goldemmis- sionsbank errichtete Kasse abgeführt werden Zweites Kapitel: Die Goldemissionsbank. Die Sachverständigen hätten deshalb einen sehr vollkommenen Plan für die Schaffung einer internationalen Goldemissionsbank aufgestellt, bie später die Reichsbank, die Rentenbank unddie Schacht- sche Goldkreditbank in sich aufnehmen solle. Die Goldemissionsbank habe ihren Sih in Berlin. Sie werde gegründet mit einem Kapital von 4 Millionen Goldmark. 1 Million Aktien werbe der Reichsbank gegen Hebermittelung ihres Al- tivumS effffchl. des Immobilbesitzes übermittelt und 3 Millionen Aktien würden den internationalen Zeichnern angeboten, bie natürlich im Aufsichtsrat vertreten sein sollen. steuer, die 200 Millionen Goldmark einbringen soll. Im zweiten und dritten Jahr soll Deutschland je 1200 Millionen Goldmark unb im vierten Jahr 1750 Millionen Goldmark zahlen. Deutsche land könne nad> Ansicht der Sachverständigen vom fünften Jahr ab jährlich 2460 Millionen zahlen. Dom sechsten Jahr ab werde bie Reparativ nskom- mission von Deutschlanb jährliche Zahlungen verlangen, bie je nach einem gewissen Desserungs- schein festgesetzt werden sollen, den bas Komitee Datoes bestimmt hat. Fünftes Kapitel: Die Reichseifenbahnen sollen auf 50 Zähre an eine Gesellschaft mit einem K/rpffal von 26 Milliarden Goldmark konzediert werden. Sechstes Kapitel: Die Konvertierung der deutschen Zahlungen. Summa-Summarum hingen die verschiedenen Kapitel, bie zu dieser minimalen Annuität von 2Vs Milliarden beisteuerten, eng miteinander zusammen. Jedes Defizit unter einem dieser Punkte Werde einer gleichartigen Forderung ber Repara- tionskommission gegenüber den anberen Kapiteln entsprechen. Ein Defizit bet den Eisenbahnen oder den Hypotheken würde, tote oben erklärt, gedeckt Werben durch Mittel aus den fisüolffchenEiirnahme- quellen des Reiches, die über die vorgesehenen Beträge hinaus erhoben würden. Mit Recht betrachteten bie Sachverständigen dieses letztere Problem als schwieriger, denn bie Frage, wieviel unb wie Deutschland zahlen solle. Sie hätten es lange studiert unb schlügen die Errichtung eines ständigen Komitees, bestehend aus 5 Kommissaren, vor, von denen jeder einzelne Speziallst sein und zu denen je ein von ber Reparationskvmmffsion vorgeschlagener unb Drittes Kapitel: Das Ruhrgebiet. Die Sachverständigen glauben, dah die wirtschaftliche Wiederherstellung Deutschlands nur unter einer Bedingung auf bie Dauer gesichert Werden könne, nämlich Wenn die Wirtschaftliche Einheit in Deutschland Wiederher» gestellt Werbe. Ohne die militärische Besetzung des Ruhrgebiets anzuschneiden, erftären bie Sachverständigen, dah es nötig sei, Deutschland die von den Regierungen genehmigter Vorsitzender hinzukommen solle. Dieses Komitee solle bie Leitung eines verwickelten und heiklen Mechanismus innehaben, ber in letzter Linie die Ausgabe hätte, einerseits bie Konvertierung der Kapitalien vorzunehmen, bzto. einzelne anderseits gewährte Kapitalien zu vermitteln, die vorübergehend in Deutschland belassen werden müssen, weil sie sich im Augenblick nicht konvertieren lasten. Schönheit des Südens in den Armen einer Römerin liegt. Dr. Sch-r. freie Dersügu ng in den von den Truppen besetzten Gebieten in feinen Zolleinnahmen, in seinem gesamten Staatsbesitz und seinen Eisenbahnen in Gestalt von regionalen Direktionen Wieberzugeben. Die Eisenbahnen des Rheinlanbes unb des Ruhrgebietes Werben von einer interalliierten Kommission überwacht, um den normalen Betrieb, b. h. die Sicherung ber Desetzungstruppen sicherzustellen unb um alle Erleichterungen zu gewähren für eine evtl. Wieberaufnahme der Besetzung. Viertes Kapitel: Steigen der Jahre semnahmeu. Um die finanzielle unb wirtschaftliche Wiederherstellung Deutschlands zu ermöglichen, schlagen die Sachverständigen vor, daß man Deutschland eine Herabsetzung seiner Zahlungsverpflichtungen gewährt. Deutschland werde im ersten Jahr 1 Milliarde zahlen, aufgebracht durch eine internationale Anleihe von 800 Millionen Goldmarkund durch eine Verkehrs» England und die MieumverLrLge. Paris, 7. April. (WTB.) Der „Temps" schreibt in seinem Leitartikel zur gestrigen Rede des Ministers des Aeuhem Dr. Stresemann in Kiel, der deutsche Botschafter habe in einer Unterredung mit Poincare den Auftrag gehabt, Verhandlungen zwischen den beiden Regierungen über die Micumvertr ä g e cin^u» leiten oder vorzuschlagen. Der französische Ministerpräsident, der auf dem Standpunkt stehe, bafj über die Erneuerung der Verträge unmittelbar zwischen den deutschenIn- dustriellen und der Micum verhandel t werden müsse, habe eine birerte Auseinandersetzung zwischen Paris und Berlin ad- gel e b n t. Cs handle sich darum, die Verhandlungen abzuwarten, zu denen e§ im Ruhrgebiet kommen werde. Habe Stresemann etwa dadurch, daß er noch vorher die Debatte in eine Wahl- Versammlung getragen habe, bie deutschen Industriellen beeinflussen ober habe er auf bie französische Regierung einWirten Wollen, in der Hoffnung, dah Frankreich seinen Beschluß rückgängig mache ober sich zu Verhanblungen mit Kanzierbesuch auf der Frankfurter Messe. F r a n k f u r t a. M., 7. April. (Wolff.) Zum Besuch der Frankfurter Messe sind heute Per eingetreffen Reichskanzler Tr a r x mit Staatssekretär Bracht. Reichswirtschaftsminister Dr. H a m m, Reichsfinanzminister Dr. Luther, preußischer Staatssekretär Dr. Dönhoff, bayerischer Ministerpräsident v. Änilling, der bayerische Gesandte in Berlin Drv- Preg er, badischer Staatspräsident Dr. Kohler, bei ba» dische Minister Trunk, hessischer Staatsprasl- beto Ulrich, hessischer Minister Raab und Ministerialdirektor Dr. v. Schonebeck. Rach einem Rundgang durch die Messe fanden sich die Reqicrungsvertvet'er, Vertreter der Stadt F.ank- fur? unb der Messe sowie eine Anzahl von Pressevertretern, darunter auch mehrere aus bem Ausland, aus Oesterreich, Ungarn, ber Scoweiz und Italien zu einem Essen im Klub für Handel, Industrie unb Wissenschaft zusammen, wo Oberbürgermeister Voigt die Erschienenen namens der Stadt unb ber Messe begrüßte. Der Reichskanzler Dr. Marx hob in seiner Berlin bereitfinbe? Wie bem auch sei, Strese» mann habe sich eines Arguments bedient, bas ihm die Verhanblungen nicht erleichtern Werbe, inbem er erklärt habe, daß die. englischen Großbanken ben deutschen Industriellen allen Kredit verweigerten, so lange die Micumverträge beständen. Diese Aeuß-erung werde nur erklärlich. Wenn man annehme, daß keiner von den Krediten, die den deutschen Banken zur Verfügung gestellt würden, direkt ober indirekt, b. h. durch Vermittlung ber neuen Golbbiskontbank, zugunsten der deutschen Unternehmer verwendet werben bürste, die sich für eine Der län gerun g ber Mieum- verträge bereiterflären. Das wäre ein regelrechter Boykott. Der „Temps" geht sogar noch Weiter in seiner Auslegung der Stresemamischen Erllärung. Sie bedeute, bah die größten englischen Kreditinstitute unb selbst bie Bank von England hätten wissen lassen, Deuffchlanb würde die für bie Golbdiskontbank notwendigen Kredite nicht erhalten, wenn bie Ruhrindustrie in den Stand gesetzt würde, die mit den französisch-belgischen Behörden abgeschlossenen Verträge noch länger auszuführen. Wenn Stresemann sich also in feiner gestrigen Rede nicht getäuscht habe, ft hätten also die englischen Danken genau da s Ge g enteil von dem getan, was man hätte wünschen können. Sie gaben ihren Kredit unter der Dedinguug^ daß Deuts^and den passiven Widerstand im Ruhrgebiet wieder aufnehme. Das Wäre ein Wenig stark. Man begreife, daß die französische öffentliche Meinung das Bedürfnis habe, Aufklärung zu erhallen. Sollte London dementieren, so würbe das bie Erneuerung der Micumverträge erleichtern. Käme aber kein Dementi, so wäre es fraglich, ob Deutschland Grund habe, sich dazu zu beglückwünschen. Hierzu schreibt das halbamtliche Wolffbureau Die Mifregung, die ber „Temps" in feinen Ausführungen an den Tag legt, ist nicht recht ver- stänblich. Der ber Kreditgebung im internationalen Wirtschaftsleben handelt es sich ntcht um politische Gesichtspunkte, sondern um rein geschäf tliche Transaktionen. Die dnttsche Industrie hat stets betont, daß sie bie Micumverträge nur unter Zuhilfenahme internationaler Ärebite überhaupt erfüllen konnte. Dieser internationale Kredit ist ihr nicht in bem Maße zur Verfügung gestellt toorben, als sie hoffte und als es für sie notwendig war. Insbesondere sind die Hoffnungen auf «ine starke Beteiligung der englischen Dankwell an diesen Krediten vergeblich gewesen. Ma» hat in englischen Dankkreisen die Empfindung gehabt, daß die Micumverträge eine Rentabilität der von ihnen betroffenen Unternehmungen unmöglich machten und bei längerer Dauer die Unternehmungen zugrunde richten müßten, wie der Minister des Aeußeren in Kiel aus- ge fuhrt hat. Infolgedeffen sind aus rein geschäftlichen Erwägungen englische Kredite für bie führenden deutschen Unternehmungen nicht zu erhalten gewesen. Mit ber Golbdiskontbank unb ber Bank von England haben diese Dinge gar nichts zu tun, wohl aber mit der Einstellung toirtt schaftlicher Kreise zu der Wirkung der Micumverträge. Diese rein wirffchastliche Betrachtung über die Wirkung dieser Verträge muß wohl auch von französischer Seite innerlich als zutreffend angesehen Werben, sie wirb 'sicherlich auch von französischer wirtschaft- sicher Seite als richtig erkannt werben, unb es ist em untauglicher Versuch bes „Temps", biefe rem wirtschaftliche Erkenntnis dadurch zu trüben, dah er bie Diskussion auf bas politische Gebiet überleiten möchte. Erwiderung den starken Eindruck hervor, den di« Frankfurter Messe auf ihn gemacht habe. Hier zeige sich ber feite Wille des deutschen Volkes, wirtschaftlich Wieder emporzuk^mmen. Dennoch fehle es in erheblichem Maße an einem starken wirtschaftlichen Fundament, nämlich an der starken Stützung durch Kredite, die wir in so außerordentlichem Maße notwendig hatten. Hetzt sehe man Wirklich, daß das deutsche Volk lebcnskräftig fei, wenn es nur Luft unb Licht von feinen Rachbarn in gerechter Werse zugeteill bekomme Deutschland werbe sich aufschtoingen, wenn man ihm bie Wirtschaftliche Freiheit lasse, wenn man alle Engherzigkeit zu rückstelle unb Wirklich einmal unsere Hanb, die so echt deutsch auch den bisherigen Femben entgegen» gestrickt wurde, ergreife unb mit uns überlege, tras man zum Ausgleich der durch den Krieg herbeigeführten Schäden tun solle, unb zwar nicht nur zum besten Deutschlands, sondern auch Gurr Pas uni) der ganzen Welt. Er sehne bie ©tunbe herbei, in der man den Geisteszustand aufgebe, baß man sich nur durch Roten unterhalte and tob man einsehe, daß man miteinander Der« handeln müsse. Die Welt verlange irach einer Kräftigung ber deutschen Wirtschaft. Die Zeit, werde lammen, too wc annne '.pteöcr etnmai verstehen und wo sich durch eigenwirtschaftlich>es Interesse der ewige Zwist beseitigen ließe. Liese Ideen dürsten nicht durch eine llebecspannung ^dcs nationalen Gedanvens gestört wrrden. Die ReichSvegierung sei von Heister Liebe beseelt, unser Volk wirtschaftlich und finanziell wieder t>Dtxin- zubringen. Voran in der Welt! das ftlle auch die Losung des deutschen Volkes sein. Reichswirtschafisminister Dr. Hamm sprach am Rackmittag im großen Saal der Handelskammer über die derzeitige Wirtschaftslage. Der Minister arbeitete besonders scharf den Gedanken heraus, daß sich jeder bewußt sein müsse, in seiner wirtschaftlichen Betätigung nicht seinem eigenen wirtschaftliche Interesse folgen zu dürfen. sondern hab die Wirtschaf t der Gesamtheit, die Volkswirtschaft und damit auch das Interesse des Staates für ihn maßgebend seien. Der Minister stellte ferner die begrenzten Möglichkeiten einer Zwangswirtschaft und dte Notwendigkeit einer staatsbewußten Wirtschaftsgesinnung gegenüber. Es sei nicht nwglich. dah der Staat zugrunde gehe, ohne dost wir alle mit ihm zugrunde gehen. Wes, was das deutsche Volk bisher auf sich genommen habe, sei gering gegenüber einer etwaigen neuen Inflation und ihren Folgen. Deshalb müsse der Staat jetzt Unerhörtes in Ceiftungcn und Lasten von allen verlangen. Dem Auslande gegenüber wiederholte der Minister seine Mahnung, der deutschen Wirtschaft ihre Geschlossenheit und Einheitlichkeit wiederzugeben. Das müsse man nicht aus politischen und nationalen Gründen, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen. Es sei unsinnig, von Deutschland Reparationen zu verlangen und zu gleicher Zeit aus dem deutschen Wirtschaftskörper Blut abzuziehen. — Am Abend traf der Erste Bürgermeister der Freien undHanse- ,stadt Hamburg, Dr. Petersen, em, zu dessen 1 Ehren ein Festessen im Frankfurter Hof stattfand. Die bayerischen Wahlen. München, 8. April. (Wolff.) Am späten Abend wurden folgende Wahlergebnisse gemeldet: Ver. Soz. Partei 355 956, Deutscher Block 61 568, Rationalliberale Landespartei 25 L9, Kommunisten 179 323, Dormtenpartei Rückert 3839, Deutsche Volkspartei 5087, Christlich-Soziale Partei 18555, Deamtengruppe Kratofiel 18105, Völkischer Block 405 865, II.S.P 2361, Ver. Nationale Rechte 167115, Bahr. V olkspartei 752 398, Bahr. Mittelstandsband Südgau6282, Dah r. Bauern- undMittel- standsbund 184 362, Mieterliste 369, Heimattreue Koburger 618, Lorenz Stühler 9857, Republikanische Partei 278. Für den Volksen t° scheid wurden gezählt für Ja 986 978, für Rein 1 012 305 Stimmen. Hiernach dürfte sich der bayerische Landtag etwa folgendermaßen zusammenschen: Bayerische Vclkspartei 30 Sitze, Völkischer Block 16, V. S. P. 14, Bauernbund 7—8, K. P. D. 7, Vereinigte Ratü. nale Rechne 6—7, Deutscher Block 1—3, Rationalliberale Landespartei einen Sitz. Wenn die noch ausstehenden Ergebnisse auch das Gesamtbild zugunsten der Bayerischen Volks startet verschieben bürsten, so wird diese doch nicht mehr für sich allein m der Lage sein, eins Regierungsmehrheit zu bilden. Wie eine Regierungsmehrheit überhaupt zustande kommen soll, ist noch un- aewch. — Die .Münchener Zeitung" schreckt, bei den scharfen Tegensähen zwischen der Bayerischen DolkSpartei und den Völkischen sei an eine J^rmbtnattan zwischen diesen beiden stärksten bürgerlichen Parteien nicht zu denken. — Die »Bayerische Zeitung" meint, dast sich unter den neu- gewählten Männern hervorragende Trösten befänden, lasse sich leider nicht sagen. Einsprüche gegen den Personalabbau. Berlin, 7. 2lpril. (Walff.) Zur Personalabbau-Verordnung sind nunmehr die Ausführungsbestimmungen bekanntgegeben worden. Rach ihnen werden Ausschüsse gebildet, die über die Einsprüche der entlassenen oder in einstweiligen Ruhestand versetzten Beamten entscheiden, sofern der Einspruch damit begründet wird, dast der Beamte wegen seiner politischen, konfessionellen oder gewerkschaftlichen Betätigung oder seiner Zugehörigkeit oderRichtzugehörigkert zu euer polit ischen Partei, zu einem politischen, korrfessivnellen ober Berufs verein abgebaut wurde. Der Einspruch ist binnen einer Ausschlustfrist von jtoei Wochen — beginnend mit dem Tage, da die Bekanntgabe der Entlassung oder Versetzung in den einstweiligen Ruhestand aussprechenden Verfügung — zulässig und schriftlich bei der Behörde einzulegen, welche die (Sntiaffung usw. verfügt hat. Die Einspruchs- schift must die Tatsachen entfalten, m t denen der Derstost begründet wird, und muh bie Beweismittel be^ichnen. Der Einspruch kann nur von der ob er st en Reichsbehörde Jubiläum skonZert des Vauerschen Gesangvereins. Das Iubiläumskvnzert am Samstag abend zeigte den Ehor des Vauerschen Gesangvereins. der inzwischen eine beträchtliche zahlenmästige Verstärkung erfahren hat, in der schon oft gerühmt:n vortrefflichen stimmlichen Verfassung. Auch diesmal fielen die leichte, mühelose Höhe der ersten Tenöre und vor allem die mitunter wie prachtvolle Orgd-töne klingenden zweiten Bässe angenehm ins Ohr. Der Vortrag der Chöre verriet intensives Studium und bewies wiederum, dast der verdiente Chormeister. Herr OttoGörlach, unter dessen Leitung der Verein sichtlich einen merllichen Aufschwung genomnren hat. mit feinem Verständnis die nicht gerade sehr nachgiebige Materie des in seinen Auswirkungen ja ziemlich beschränkten Männerchors feinen Absichten gefügig zu machen versteht. Mit anderen Worten: Planmäßige Chorerziehung eines sehr guten Stimm enm aterials.zweibedeutsameFaktoren, aus denen letzten Endes die Treffsicherheit, die Exaktheit der Einsätze, die im großen und ganzen befriedigende Intonation und bbe diesmal besonders auffallenden Ruancierungen und Steigerungen t emittieren. Aber das Programm! Wir können und wollen, gerade weil wir die beträchtlichen stimmlichen Vorzüge und die ausgezeichnete Schulung des Vereins schätzen und anerkennen, nicht verschweigen, dah die Dortragsfolge eines mit so viel Eifer und Hingabe vorbere'.täen Männerchorkonzertes, um wieviel mehr eines Iubiläums- konzertes sich in der Auswahl und der Qualität zurückgewiesen werden. Wttr mese oem Einspnlch nicht stattgeben, so hat sio vor der Entscheidung den zuständigen Ausschuß M Höven und darf von dessen Gutachten nur mit Billigung der Reichsvegieruirg abweichen. Hervvrzuheben ist, daß die,e Bestimmungen sich auch auf Beamte erstrecken, denen ihre Entlassung oder Versetzung in den einstweiligen Ruhestand schon vor dem Tage der Verkündung der Ausführungsbestimmungen bÄanntaemacht wurden. Für sie beginnt die Aus- schuhfrist von zwei Wochen mit dem Tage der Verkündung, dem 2. April 1924. Die Forderungen der Eisenbahner. B e r l i n. 8. April. (Priv.-Tel.) In dem Konflikt Zwischen den Eisenbahnarbeitern und der ReichSvegicrung ist eine weitereVer- schärfung eingetreten. Beirat und Vorstand des freigewerkschaftlichen Deutschen Eisenbah- nerverbandeS nahmen einstimmig eine Entschließung an, in der das neuerliche Angebot des Rcichsverkehrsminlsteriums ab gelehnt und gefordert wird, daß der Lohn vom 30. März ab um 6 Pf. pro Stunde für alle Lohngruppen und Wirtschaftsklassen erhöht wird. Dec Achtstundentag sei grundsätzlich für das gesamte Eisenbahnpersonal zu gewährleisten. Zur Aeberwindung der gegenwärtigen wirtschaftlichen Aotlage der Reichsbahn könne die Arbeitszeit auf 9 Stundentäg - I i ch verlange rt werden, falls die Mehrarbeit durch einen Aufschlag bezahlt werde. Auch der Hauptvorstand der Christlichen Gewerkschaft deutscher Eisenbahner lehnte in einer Entschließung das Angebot der Regierung ab und erklärte, gemeinsam mit den anderen Eisenbahnerverbänden für die Forderungen der Eisenbahnarbciterschaft den Kampf aufzunehmen. Heute vormittag 10 älhr haben noch einmal Verhandlungen zur Beilegung des Konflikts stattgefunden. abzuneymen yaven, um die Austreibung aafl dem Hause au verhindern. Macdonalb sprach von der dringenden Rorwem?igkeit einer Reform des gesamten Systems der Armengesetzgebung und der örtlichen Steuerveranlagung und sagte, die Vorlage müße als Teil der Regierungspolitlk und nicht als isolierte Frage behandelt werden. Baldwin und Asauith gaben ihrer entschiedenen älnzuf riedenhert mit der Rede Macdonalds Ausdruck. Brr der Abstimmung blieb die Regierung in der Minderheit. Der Premier teilte jedoch, mit, dah die Regierung aus dieser Riederlage nicht di« Konsequenzen einer Demission z'efan werde, sondern dir Frage des Mietzinses erneut in Gttvägung ziehen werde. Kleine politische Nachrichten. Rach einet Havasmeldung aus Mainz erhält Frankreich auf Grund von Abmachungen, die der französische Oberkommissar Tirard in Koblenz mit der deutschen chemischen Industrie getroffen hat, seit einiger Zeit beträchtliche Mengen Kunstdünger auf Reparationskonto. Außerdem seien in der vergangener Woche Züge mit Kartoffeln und Rübsamen nach den zerstörten Gebieten von Frankreich abgegangen. * Der Papst empfing Herrn Krupp von Dohlen und Halbach, der dem Papst für alles dankte, was durch die Entsendung des Mcnsianore Testa für ihn und alle anderen Opfer des RuhrkampseS geschehen fct Im Vatikan ist man über diesen Besuch sehr befriedigt. * Der italienische Gesandte in Bern Garba s s o und der jugoslawische Gesandte in Bern Bowamowits ch hinterlegten im Völker- bunbssekretariat die am 29. Januar 1924 in Rom abgeschlossenen Abkommen zwischen Italien und Jugoslawien, und zwar ein Freundschaftsvertrag, ein Zusatzprvtokoll über die gegenseitige Verständigung über die Abkommen, die die mitteleuropäische Politik der beiden Staaten betreffen, das Abkommen über Fiume und eine Anzahl von anderen Einzelabkommen. Der Wohlsieg Muffolinis. R o m, 7. April. (WTB.) Der den am Sonntag stattgefundenen Kammerwahlen foar eine außerordentlich starke Betellrgung der Bevölkerung zu verzeichnen. Die nationale Liste der Regierungspartei steht mit überwiegender Mehrheit an der Sprtze. Rach den bis Mittag aus 51 Provinzen vorliegenden Wahlergebnissen sind 64 Prozent der Stimmen für die Regierung abgegeben worden: sie erhielt 1 437 252 Stimmen. Von den Minderheitsparteien erhielten die katholische Volkspartei 242973 Stimmen. Die Vereinigten Sozialisten 158 642, die maxi- mali st ischen Sozialisten 150 005. die Kommunisten 87 381, die Republikaner 39 610 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 62 Prozent und überstieg damit die Beteiligung bei allen früheren Wahlen. Die faschistische Presse stellt zu dem Wahlsieg der Regierung fest, daß die Regierungsliste weit mehr Stimmen erhielt, als erforderlich waren, um ?56 Kammersitze zu erobern. Die Blätter weisen weiter darauf hin, daß jetzt eine ruhige Entwicklung der italienischen Politik sicher sei. Die Opposition verfüge nur über 179 Sitze, von denen die Italienische Dolkspartei dir meisten erhalten habe, so daß „Pofalo" mit dem Wahl- ergebois jufrieben ist. Da die Italienische Vvlkspartei eine starke Minde.heitspartei aeblieben ist, ist über die Aussichten ifaer bisherigen bekannten Führer noch nichts bekannt. Rach der Italienischen VvUspartei kommen die GemaßigtenSozialisten. Die Wahl T u- ratis und Treves ist gesichert. Die Kommunisten sind viel.eicht etwas stärker a.s bisher. Die Wahl G i o l i 11 i s und von wenigen seiner Getreuen ist gesichert, aber sein älnterfel> herr Evrradini ist anscheinend geschlagen. Die Demokraten sind zusammengeschrump t. Dono m i ist anscheinend geschlagen, dagegen ist die Wahl von Rasi, Amendola und di Cesar o 'gesicheri. „Mondo" ist darüber besorgt und ruft nach Gesetz und Freiheit. Das Blatt „Vico" hofft darauf, daß 6 Republikaner durchkvmmen. Eine parlamentarische Niederlage Macdonalds. London, 7. April. (WB.) Im -Unterbau» wurde die zweite Lesung der Regierungsvorlage über die Regelung des Verhältnisses zwischen den Hausbesitzern und arbeitslosen Mietern unter großer Erregung des Hauses wieder aufgenommen. Sic Regierung machte Mitteilung von der beschlossenen Abänderung der Klausel des ersten Eniwurfs, wonach die örtlichen Behörden den arbeiteten Mietern die Mietszahlung der Chöre mcht in abfteigenber Linie bewegen sollte. Beethoven, Schubert am Anfang und zum Schluß Sonnet! Das ist für mich eine ft>rtgesetzte contradictio in adiecto. S. Köll- nerS ,21m Berg ström" und Goethes „Der Schäfer putzte sich zum Tanz" in der Vertonung des bekannten Berliner Organisten A. Zander, dir ganz hübsche humoristische Züge trägt, können sich, wenn sie auch nicht gerade durch besondere musikalische Vorzüge bestechen, immerhin hören lassen. Potenzierte.Liedertafelei aber ist der Chor F. 11 l l r i ch s „Schließ! aus deinHerz berLiebe" mit dem schmachtenden Tenorsolo. Roch weniger hätte man das überreichlich lange Programnr mit dem kompositorisch noch eine Stufe tiefer stehenden Chor „I.m Busecker Tal" von W. Gernhardt, den wir diesmal der sesllichen Gelegenheit zu Gute halten wollen, belasten sollen. Leider gilt dies auch von dem patriotischen Chor des Konzertes, Sonnets mit den billigsten Mitteln (Quintsextakkorde ufto.l) gearbeiteten „Rheintreue", der mit feinen endlosen Steigerungen noch nicht einmal die Schwächen des Gedichtes, das mit einem verunglückten Leitartikel eine fatale Aehnlichkeit hat, verdecken kann. Mit patriotischen Chören werden sich immer lebhafte Wirkungen erzielen lassen. Man sei sich gerade deshalb nicht nur der hohen vaterländischen, sondern auch der fünft- lerischen Ausgaben bewußt, die der Männerchor zu erfüllen hat, und in seiner Wahl kritisch und nochmals kritisch Für die Bekundung eines echten, wahren Patriotismus ist das Beste gerade gut genug. Beethovens »Die Himmel rühmen", mit dem das Konzert machtvoll eröffnet wurde, noch mehr dem daraus gesungenen 23 Aus Stadt und Land. Gießen, den 8. April 1924. Schonfrist für die Borauwekdnnll auf die Einkommen- und Körperschaftssteuer. Durch Erlaß des Reichsfinanzministers vom 28. März 1924 ist für die Einreichung der Voranmeldung auf die Einkommen- und Körperschaftssteuer eine Schonfrist wie bei der Zahlung der Steuer bewilligt. Außerdem wird bestimmt, dah mit den Einkommen- und Körperschaftssteuer-Doranmeldungen die Voranmeldungen für die Umsatzsteuer zu verbitrden sind. Für die Voranmeldungen für die Amsah- steuer besteht aber die Schonfrist nicht. Wie der Hansa-Bund im ReichSfinanz- ministerium festgestellt hat, soll die Schonfrist bann auch für dte Llmsatzsteuer gelten, wenn dte Finanzämter die Abgabe der verschiedenen Voranmeldungen miteinander verbinden. Darüber hinaus hat der Hansa-Bund beantragt, dah dte Schonfrist für die Abgabe der Voranmeldung allgemein auch auf dte Amsatz- steuer ausgedehnt wird. * ** Die Wählerliste (Kartei) der Reichstagswahlberechtigten liegt bis einschl. nächsten Sonntag zur Einsicht offen. Für Gießen mit der Gemarkunng Schiffenberg und Herrenwald liegt sie im Stadthaus, Bergstraße, Zimmer 14, auf. Werktags kann sie von 8—1 Llhr vormittags und nachmittags von 3—6V-- Ühr eingesehen werden, nächsten Sonntag von 8—12 Ahr. Einsprüche sino im Zimmer 14 des Stadthauses vorzubringen. Wer nicht in der Wählerliste steht und seinen nachträglichen Eintrag versäumt, geht seines Wahlrechtes verlustig. ** Die Genehmigung vonFunk- a n l a g e n. Von amtlicher Seite wird uns mitgeteilt: Rach der Verordnung zum Schutze des Funkverkehrs vom 8. März 1924 § 2 wird mit Gefängnis bestraft, wer ohne Genehmigung der Reichstelegraphenverwaltung eine Funkanlage errichtet oder betreibt; der Versuch ist strafbar. CS tritt jedoch nach § 3 Straflosigkeit ein, wenn die Genehmigung nachträglich innerhalb vierWvchen seit dem Inkrafttreten der Verordnung beantragt wird. Diese Frist läuft mit dem 16. April ab. Wer eine nicht genehmigte Funkanlage in Besitz hat, wird daher gut tun. Psalm von Franz Schubert hing das Bleigewicht der gänzlich unzulänglichen Orchrster- begleillmg der Kapelle Weller, die durch die „verkürzten" Intervalle ihrer Holzbläser peinlich auffiel, derart an den Fersen, dah der Chor zu einer eigentlichen klanglichen Entfaltung nicht gelangen konnte. Warum übrigste ausgerechnet der 2 3. Psalm, den Schubert ursprünglich für die Schwestern Fröhlich für zwei Sopran- und zwei Altstimmen mit Begleitung des 9 ia na forte komponiert hat? Männer- chöre von Schubert gibt es ja bekanntlich nicht! Wir möchten dem Verein für das neue Dezennium den gutgemeinten Rat erteilen, sich einer stilistisch einwandfreien Vortrags folge zu befleißigen, von der er in früheren Konzerten schon schöne Beispiele gegeben hat (Volks- liederkvnzert!), aber auch bei der Heranziehung von Hilfskräften (Orchester usw.) äußerste Vorsicht walten zu lassen. Die Solisten! Eine buntgescheckte Dreizahl. Herr Kurt Richter sollte den Kvnzert- saal meiden, besonders in unmittelbarer Rähr eines Hans Joachim Moser. (Das Auftreten zweier Gesangssvlisten in einem Chorkonzert (!) erscheint mir überdies als programmatische Verirrung). Der durch seine umfassende, tiefgründige Geschichte der deutschen Musik weithin bekannte Hallenser Musik- h i st v r i k e r ang mit überfegener get iger Durchdringung und anderst subtiler 6iiit|terung je eine Liedergruppe von Beethoven und Schubert, außerdem feine eigene vorn hm gestaltete Mahnung und betannte Lieder von Schumann, H. Wvlf und Pfitzner. Die fcnore THtD» feines mächtigen Daß-Daritons und den Antrag auf Genehmigung schleunigst zu stellen. Bemerkt sei noch, dah auch Behörden (mit Ausnahme der Reichswehr), Schulen usw. verpflichtet find, für etwa vorhandene Funkanlage, auch wenn es sich nur um Empfangsanlagen handelt, die Genehmigung einzuhoren. ** Die Erhebung der vorläufi- genGewerbesteuer betttfft eine wichttge Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil, dte wir der Aufmerksamkeit der Interessenten empfehlen. ** Fe st genommen wurden hier ein junger Mann aus Köln, der seinem Arbeitgeber 5000 Mk., die er zur Dank bringen sollte, unterschlagen hatte und damit flüchtig gegangen war; ferner zwei junge Burschen aus Elberfeld, von denen der eine seinem Arbeitgeber 13 000 Mk., dte er zur Poff bringen sollte, unterschlagen hatte .Alle drei hatten sich von dem Gelde vollständig neu eingekleidet und das Geld dann bis auf einen kleinen Rest für sich verbraucht. Weiter wurde ein Mann festgenommen, der hier vor IahreSfiist einen wertvollen Hund gestohlen hatte. Sämtliche Personen wurden dem Amtsgericht zugeführt und in LlntersuchungShaft genommen. Bornotrzen. — TageSkalenber für Dienstag. Stadttheater: 61/2 älhr .Zar und Zimmermann". — Deutsche Demokratische Partei: S1/* älhr im Felsenkeller Wähler Versammlung. — Handwerker- bund: ,8 Ufa im Gewerbehaus Steuervortrag für Handwerker. — Palast-Lichtspiele: Mmvottrage Auswanderung nach Süfamerikä. — Aus dem Stadt theaterbureau wird uns geschrieben: Es fei ausdrücklich auf die Anzeige in der heutigen Rümmer hingewtefen, wonach vorbestellte, nicht abgefalle ©intrit(Starten -um heutigen Operngastspiel von 5l/a Ufa ab an der Abendkasse anderweitig abgegeben werden. — Die Deutsche Volkspartei veranstaltet am kommenden Donnerstag abend (10.4.) in der Turnhalle an Oswaldsgarten eine öffentliche Wählerderfammlung, in der der Vorsitzende der hessischen Landespartei. Herr Rechtsanwalt Dingeldey -Darmstadt, über das Thema „D i e Politik der Tat" sprechen wird. (Siehe heutige Anzeige.) — Südweftdeutfcher Radioklub, Ortsgruppe Gießen. Morgen abend wichtige Versammlung. (Siehe Anzeige.) — Verein Rudersport Gießen 1913. Donnerstag Monatsversammluns. (Siehe Anz.) Wettervoraussage Rachts noch leiser Fvvst, tagsüber milder und trüber, strichweise Regenfälle. Landkreis Gießen. rt Lich, 6. April. Anläßlich des Lieber- tritts des Leiters der hiesigen Stadtschule, Rektor Roth, nach etwa 40jäfaiger Tätigkeit als Schulmann in den Ruhe st and fand in seiner Klaste in Verbindung mit der Entlassungsfeier der Kvnfirmanden in Anwesenheit des KreiS- schulrats Fischer- Gießen und be5 Schulvorstands eine schlichte Absch iedsfeier statt. — Einem hiesigen Metzgermeister tourbe in der Sonntagnacht eine Kuh aus dem Stall gestohlen. Die Täter, zwei Männer, deren einer em Verhältnis mit der Magd des Destvhtenen hat, versuchten das Tier in Langsdorf an einen Viehhändler zu verkaufen. Dieser lieh sich zwar auf das Geschäft nicht ein, da er Verdacht schöpfte, erlaubte aber, daß das Tier ht fernen Stall gestellt wurde, wo es die Tater wieder abholen wollten. Sie sind jedoch nicht wieder erschienen, sondern spurlos verschwunden. cu. Grohen-Duseck, 6. April. 3m dicht- besetzten Drückschen Saale fand heute die Entlassungsfeier der diesjährigen Konfirmanden durch Rektor Inderthal ftatt. Während im ersten Teil die ernsten Worte des Rektors ergänzt wurden durch entsprechende Chöre und Gedichte der Schüler, die Zeugnis gaben vom Fleiß der Schüler, bot der zweite Teil in Gesang und Gedichten, sowie durch ein Stückchen Hans Sachs', ,Der Kuhdieb" und das Märchensptel »Hänsel und Gretel" heitere Unterfaltung. Die Pausen wurden vorteilhaft durchInstrumentalmusir ausgefüllt. Großer Beifall belohnte alle Mitwirkenden für die vortrefflichen Darbietungen. — Die Hand- arbeitsausstellung, verbunden mit Aus- Heilung der Schülerzeichnungen, erfreute sich am Rachmittag eines starken Besuches und fand reiche Anerkennung. cu. Beuern, 7. April. Wie in den vorigen Jahren, findet auch in diesem Hahr kommenden Sonntag eine Handarbeitsausstellung, berbunben mit einer solchen der Schülerzeichnungen der Oberklasse, statt. Kreis Friedberg. • Dad-Ra u he im, 6. April. In btt Hauptversammlung des Dildungsvereins die besonders in der baritonalen Sage glanzvolle Pracht seiner stimmlichen Mittel erreichten wohl in Beethovens „Wonne der Wehmuf und in Schuberts arrosen Gesängen „Dem Unendlichen" und »M e m n v n" ifae erschütterndsten Wirkungen. Wie Moser, der geborene Oratoiienfänger, in der Klopstockschen Ode etwa in dem vorauslaufenden Rezitativ feinen Vortrag den psychologisch bedeutsamen Modulattonen anpaßte oder mit wahrer Inbrunst den Ausruf ^Herrliches" und m dem nachfolgenden Hymnus die Stelle „all ifa Sonnen auf der Straße voll Glanz" gestaltete, wie er im „Meinnon" die Tragik der sprechenden Säule in Schuberts eigenartiger romantischer Auffassung au erfühlen und überzeugend auszudeuten wußte, das waren ganz große, selten erlebte Augenblick. Leider fang Herr Professor Moser nicht mit, sondern trotz Begleitung. Eine solche Art des Akkompagnements, die noch nicht einmal als notengetreue Wiedergabe des Textes bezeichnet werden Bann und hie und da völlig versagte, zeugt nicht gevade von großer Ehrfurcht vor unfern Meistern. Herr FrihCujö sollte feilten Part studieren und nochmals studieren und sich iricht in rührender Hilflosigkeit an die Frackschöße des Sängers hängen. Die Darbietung der As-dur-Q5aHabe Cfa> pins, der „älnv^rmeidlichrn" für solche Zwecke, war eine grausame Exekution. Wehmütig bau« mellen die Lampen der grotesken „Messe"beleuch» tung darüber, mit der man neuerdings — auf wessen Vevinlasstmg eigentlich? — den Konzertraum der neuen Aufa glaubte bedenken gt müssen. Wrrrve nrngetdlL Say dv- "LMgiteverzayr nw zurzeit auf 425 beläuft. Der Kassenabschlutz für das abflelaufene Vereinsjahr weist einen Bestand von 90 Gvlömark auf. Aus dem Bericht des Bücheveiverwalters ist folgendes erwähnenswert: Ausgegeben wurden' an 49 Ausleihetagen an 2216 Entnehmer 5137 Bande. Die stärkste Ans- gäbe war am 2. Februar 1924, die schwächste am 21. Juli 1923. Unter den Entleihern waren 184 Erwachsene, 35 Jugendliche über 14 Jahre. 45 Kinder: außerdem entliehen 22 auhervrdent- liche Leser Bücher. Die städtische Bücherei wurde um 14 neue Bücher vermehrt und zählt nunmehr 879 Bände. Für die Derernsbücherei wurden 40 Bände gestiftet. Der Verein besitzt einen an» bezahlbaren Schah von alten Gartenlauben, die nicht mehr ausgeliehen werden türmen, bevor sie neu eingebunden sind, und dazu fehlt das Geld. Der Jahresbeitrag wurde auf 3 Mark festgesetzt, doch hofft der Vorstand, dah Lieberzahlungen und freiwillige Spenden erfolgen. 2V Dad-Aauheim. 6. April. Der T a u » nusklub „W etterau" (Sektionen Friedberg und Bab-Rauheim) hielt am Samstag unter dem Versitz von Oberregierungsrat Hvos (Fried» begr) hier seine 43. ordentliche Generalversammlung ab. 3m abgelaufenen Jahr hat sich die Sremumg vom D. H E. völlig vollzogen. Ern gutes Dechältuis zum V. H. C. besteht aber nach wie vor. Der- Taunusilub unterhält ein vor» ..ügliches Wegenetz im Wrntersteingeblet, außerdem hat er etne eigene Jugendherberge in Doden- rod. Die Mitgliederzahl des T. E. W. betragt 281. Geplant sind fürs neue Vereinsjahr wieder zwölf Wanderungen, darunter drei zweitägige: Odenwald. Hinterland. Schlitzerland. • Okarben, 7. April Bei der gestern stattgefundenen Stichwahl wurde Kuhwede (bürgerlich) mit 267 Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Sein kommunistischer Gegner, Steinbrecher, erhielt 227 Stimmen. Kreis Büdingen. rt Didda . 7. April. Hier sprach auf einer Kreisverbandssitzung der evan geli sch en weiblichen Jugend Hessens Landesjugendpfarrer Zentgraf über „Bibelarbrit". 3n reger Aussprache wurde dieses Thema besprochen. ♦ Starkenburg und Rheinhessen. * Darmstadt, 7. April. Aach den letzten Schebungen des Statistischen Reichsamlrs ist Darmstadt die teuer st eStadt Deutschlands. Es folgen dann u. a. Mannheim, Stuttgart, Ludwigshafen a. Rh.. Karlsruhe, München, Gießen, Frankfurt. Hagen und Worms. Hessen-Nayan. spd. Frankfurt a. T. April. Der Raubmord an dem Kaufmann Heinrich Land-- mann aus Rödelheim dürfte nunmehr völlig aufgeklärt sein. Dec des Mordes angeschuldigte angebliche Guts- und Ziegeleibesitzer Michel aus Hahn hatte bisher hartnäckig bestritten, mit der Mordfache in irgendeiner Verbindung zu stehen. Auf Grund der verschiedenen Zeitungsnotizen hat sich jetzt aber ein in der Blücherstraße wohnender Metzgermeister Müller gemeldet und der Polizei mitgeteilt, dah er dem Michel in den Tagen, als der Landmann verschwand, einen Sttick gegeben habe, mit dem Michel angeblich Vieh holen wollte. Wenige Tage später sei dann Michel zu Müller gekommen und habe eine Geldschuld, um die er schon wiederholt dringend ersucht worden war. bezahlt. Bei dieser Gelegenheit sei er im Besitz bedeutender Mengen von Dollarscheinen gewesen. Das waren )ie Scheine, die Landmann besorgt hatte. Cs teht nunmehr außer allem Zweifel, dah Michel den Raubmord an Landmann vollbracht hat. fr”1*— ■" - *’*! Hochschulnachrichten. Don der LandeS-Lniversität Gießen. Prof. D. Dr. Schian nach Schlesien berufen. L. 1L Dem ordentlichen Professor unserer Landesuniversität Dr. thevl. et Phil. Martin Schian ist das ehrenvolle Anerbieten gemacht werden, das Amt des Generalsuperintendenten der Provinz Schlesien zu übernehmen. * Albert Ernst Richard Martin Schian ist geboren am 10. August 1869 zu Liegnih. Gr studierte von 1888 bis 1892 Theologie in Greifswald, Breslau und Halle. 1894 promovierte er in Leipzig zum Dr. phil. Die Licentiatenprüfung wurde 1896 in Breslau abgelegt Am 1. Aov. 1895 kam Dr. Schian als Pfarrvikar nach Dalkan. Hier wurde er 1896 Pfarrer. Am 1. Febr. 1902 siedelte er nach Görlitz über, wo er bis 15. Mai 1906 Pastor an der Peterskirche war. 3n der gleichen Eigenschaft war er vom 15. Mai 1906 bis Ende März 1908 an der Dernhardintirche in Breslau tätig. Am 14. Juli 1906 habilitierte er sich an der Universität Breslau für praktische Theologie. Die Landesuniversität berief ihn zum 1. April 1908 als ordentlichen Professor für praktische Theologie. 3m Sommersemester 1908 wurde er durch die äbrtberfftät öttaßDurg zum Dr. thevl. h. c. ernannt Kirche und Schuir. *' Grünberg. 6. April. Dem Jahresbericht der hiesigen Realschule sind folgende benter- Senswerte Angaben zu entnehmen: Die Anstalt umfaßt die Klassen Sexta bis einschließlich Ober- Sekunda einer Obervealschute: tojieben wird in fakultativem Unterricht Latein nach dem amtlichen Lehrplan des Realgymnasiums gelehrt, so daß unsere Realschule auch für die entsprechenden Klassen dieser Anstalt vorbereitet. Die Schülerzahl betrug im ganzen 234, darunter 11, deren Eltern von den Franzosen aus der Heimat aus-- gewiesen wurden. Ans Grünberg stammen 81 Kinder: die übrigen kommen aus den Orten der näheren oder weiteren Umgebung täglich mit der Dahn hierher (bis Ehringshausen bzw. Treis a. d. L.). Die Eltern der meisten Kinder (22,6 Prozent) sind selbständige Gewerbetreibende und Heinere Kaufleute: die mittleren Beamten (erhöht durch Ausgewiesene) stellen 16,2 Proz., die Landwirte 13,6 Proz., untere Beamte 10,3 Proz.. Lehrer 7,5 Proz., selbständige Handwerker 6 Proz., Witwen 6. Aweiter 5,6. Angestellte 3,4, Geistliche 2.6 Proz., akad. geb. Beamte 2,1 Proz., Aerzte und andere freie akadem. Berufe 2.1 Proz., Fabrikanten 0,9 Prc^. der Schüler. Daß die Realschule also den unteren und mittleren Volksschichten in erster Linie zugute kommt, zeigen diese Zahlen deutlich. Dem Glaubensbekenntnis nach sind 213 Kinder evangelisch 9 katholisch 12 israelitisch. Turnen, Sport und Spiel. Dom Turngau Hessen (D. T.) Dad-Dauheim. 7 April. Am Sonntag veranstaltete fcer 5. Bezirk im Turngau Hessen in der Turnhalle des Turnvereins 1860 dahier sein diesjähriges Dez ir k s - Ger ä te - toett urnen. Mit rund 200 Wetturnern war die Beteiligung besser als in den Vorjahren, ein Beweis dafür, bah. das Geräteturnen in der D. T. immer noch die ihm gebührende bevorzugte Stellung einnimmt An den guten Leistungen waren vor allem die Landvereine wesentlich beteiligt. was besondere Anerkennung verdien!. Die Siegerverkündigung am Abend leitete B.zirksver- tceter Smdienvat Schuchmann (Friedberg) mit einer kernigen Ansprache ein, die den Turnern Dank sagte für ihre Leistungen, sie aber auch mahnte, treu zur putschen Turnsache zu stehen und unentwegt an der eigenen Vervollkommnung zu arbeiten. Aus der qtegerfifte folgt nachstehend ein Auszug, bet aus jeder Stufe jeweils die ersten Sieger und im weiteren noch die Preisträger bringt, die den im Kreise Gietzen gelegenen Dezirksvereine angehören. Aktive Turner (27Bewerber, 17Sieger: 1. Sieger P. Bönig, T. u. Spv. Butzbach 170 P.; 2. H. Daut, Tv. Griedel, 167 P.: 3. A Richter, Tv. Rieder-Weisel, 166 P; 8. W. Kehter, Tv. Lang-Göns. 150 P. Jugend-Oberstufe (19 Bewerber, 14 Sieger): 1. D. Mohr, T u. Spv. Butzbach 131 P : 2. R. ilrff, T. u. Spv. Butzbach 128 P.; 3. W. Schmidt, Tgm. Friedberg, 115 P.: 5. F. Schwenz, Tv. Mu sch en he im, 108 P: 8. H. Leschhorn, Tv. Muschenheim, 103 P.: 9. K. Müll, Tv. Holzheim, 102 P.: 11. E. L. Weinand, Tv. Holzheim. 96 P.: 14. F. Röhrig, Tv. Holzheim, 93 P. Jugend-Unterstufe: (42 Bewerber, 31 Sieger): 1. R Elias, Tv. 1860 Dad-Rauheim. 132 P.: 2. W. Stoll, Tv. 1860 Dad-Rauheim und D. Waldschmidt Tv. 1860 Bad-Rauheim. 129 P.; 3. E. Müller, T.u_Spv. Butzbach 118 P.: 9. (S. Engel, Tv. Grüningen, 105 P.: 11. O. Artz, Tv. Lang-Göns, 102 P.: 12. I. Dingel, Tv Grüningen, 101 P.: 14. W. Dem. Tv. Lang- Gons. 99 P.: 18. E. Gasche, Tv. Muschenheim, 94 P. Schüler (108 Bewerber, 94 Sieger): 1. W. Krick, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 128 P: 2. R. Rack. Tv. Dorn-Assenheim, 121 P.: 3. F. Lamprecht. Tv. 1860 Dad-Rauheim, 120 P.; 5. W. Dreier, Tv. Lang-Göns, 117 P.; 8. E. Mörler, Tv Holzheim, 114 P.: 9. O. Klös, Tv. Lang- Göns, 113 P.: 10. O. Dingel, To. Holzheim, 112 P.: 14. H. Müller, Tv. Holzheim, 103P.; 17. Wenzel, Tv. Lang-Göns, Ito P.: 20. K. Müller tirib E. Merz, Tv. Lang-Göns, 102 P.: 22. R. Dreier, Tv. Lang-Göns, 100 P.: 25. H. Stoffel, Tv. Lang- Gö n s, 97 P: 27. E. Hock, K. Datz und R. Will, Tv. Lang-Göns, 95 Punkte. Der Schachmeister Losker geschlagen. Reu York, 6. April. (WD.) Im Reu- Yorker Schachturnier hat Capablanca Emanuel Lasker in fünfzig Zügen geschlagen. XT <*<*««*-* r* regelt man durch die echten Verdauung Apotheker Rich. Brandts Schweizer^illen Erhältlich in allen Apotheken. Schutzmarke seil dem Jahre 1877 weißes Kreuz im roten Felde Extr.Sel.p.1,5,Ach m.Al.Abs.äal,Trif.g.Aa0,5R.gent.Trif.äaf.p.5< 2 Uhr, vom Trauerhause aus statt. 019088 §Snger:H«WtMbcMittiM, 9. Slpril, 8 Uhr nbeuds in i)ft Sinin Vollzähliges Erscheinen dringend erforderlich zu 'tauschen gesucht gegen Herren- oder Damenrad. 019030 A. Leineweber, Grünberg. M WM In erster ttzeschäftslage, für feineres Spezialgeschäft, mit Wohnung und Nebenräumen zu mieten evtl, zu taufen gesucht. Schriftliche Angebote unter 019026 an den Giehener Anzeiger erbeten. MW «SkMMM vormals (Ml Beröu£ BflönnomL 27. SeroföL 1831 MeMe Mittwoch früh eintreffend: ZrWe Bortiofls- ZWM Pfund 25 Psg., 3 Pfd. 70 Psg. JJr. SeelMs ohne 8ops Pfund 30/35 Pfg. Bor6feeGflßllann.56iell- ßUk onne Koos Ä äw Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß heute nachmittag 3 Uhr meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Großmutter, Schwester, Tante und Schwägerin Anna Schomber geb. Benner im Alter von 54 Jahren sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Schomber u. Kinder nebst allen Angehörigen. Gießen, den 7. April 1924. Beerdigung Donnerstag nachmittag 2 Uhr vom Neuen Friedhof aus. 0l0051 Todesanzeige. Nach kurzer, schwerer Krankheit verschied mein unvergeßlicher, herzensguter Mann, unser lieber Schwager, Onkel und Vetter, nachdem ihm seine beiden Kinder, sein Sohn im Weltkrieg 1917 und seine Tochter vor 3 Jahren vorausgegangen sind Caspar Launspach V. Sparkassen rechnet im Alter von 64 Jahren. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Dorothea Launspach geb. Peter. Reiskirchen, den 6. April 1924. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 9. April, nachmittags ff.SMlklMl 3 Psd. 50 Psg. 1 Psd. SO Psg. AMWMM SMltüoBM.WWiffl Wo, Spargel, Me Men. geniWe Gemüse Me-Men, Sellerie MW. 2712c UND ZURÜCK 6. bis 12. April 1924 D.Z. P.Z. D.Z. P.Z, Friedberg 83i abÄ 510 745 919 1012 van Frankfurt 912 811 845 918 925 805 838 846 ab Gießen B.-Nauheim an 634 606 558 Verkäufe | Staubfreie Grude MMmmtc IrMMAk i H.Schön Marburger Str. Reinrassiger Deutsch. 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Ab morgen Mittwoch: Menschen und Masken Asiatisch-Europäische Erlebnisse. — Ein Film in 2 Teilen. I. Teil: Der falsche Emir. Das Schicksal schuf zwei Menschen, die einander völlig gleichen, Nasr Ali, Emir von Baradschistan und den Filmschauspieler Harry Piel. Auf einer Reise, die den Emir nach Europa führt, kreuzten sich die Wege der beiden. In einer Laune tauschten sie die Rollen. Damit der Emir in der Maske Harry Piels das europäische Leben ungestört kennen lernen kann, vertritt ihn Piel vor seinem Hofstaat im Seebad Abaz. Der Emir von Baradschistan gerät im Strudel der Großstadt durch die Ränke einer Frau in höchste Gefahr. Nur dem tapferen Eingreifen der Filmschauspielerin Nelly Hansen, die ihn für Harry Piel hält, verdankt er sein Leben....... Hauptrolle Harry Piel. Anfang 4 Uhr. 2698c Anfang 4 Uhr. Interessenten für eine erstklassig» und preiswerte Schreibmaschine (Zablungsbeding. in 3Monaten).Schnstl. Angebote unt.019019 an den Gieh. Anz. 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Es wurde oft die Frage an uns gerichtet: „Wie kommt es, daß eine Firma wie Siemens & Halske, die an Leistungsfähigkeit wohl nicht zu Übertreffen ist, und die seit vielen Jahren auf dem Radiogebiet führend ist, in dem Augenblick, wo in Deutschland Hunderte von neuen Radioapparatebaufirmen wie Pilze aus der Erde schossen, mit ihren Erzeugnissen zurückhält?“ EinBlickaufdenApparatgenügt um diese Frage zu beantworten: Siemens & Halske bringt mit seinem Apparat etwas ganz Neues! Sein Empfangsgerät benötigt nur 2 Volt Heizspannung gegen 6 Volt bei anderen Erzeugnissen, und man hat nur eine einzige Einstellung vorzunehmen, nämlich die der Wellenlänge. Wundervolle Präzision und Sauberkeit in der Ausführung, äußerste Klangfülle und gefälliges Aussehen zeichnen es aus. 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Avril, Gesamt • Gastspiel der Frankfurter Oper: Zar und Zimmermann von 6',2-S'/, Ubr: Porbestellte, nicht abaeholte Karten werden von 5'/,Ubr an der Abendkasse verkauft. 2613v Mittwoch,«. Avril, von 7 bis«'/« Ubr, 2LmittiD0M6.-3rfL Junggesellen^ dämmerung. oiiiiiiiuMiuiiiiiiiiiniv OMI. Frau (Mädchen) | täql. (ob. mehrmals wöchentlich) einige Bormittaasstunden f.Hausarbeit gesucht. Wilbelmstr. 54 I. Ltücittlilhk rr WM lür sofort gesucht. Adolf Plack, Neuen Baue 17. D»M UolliSDiittri Sonntrstitg, 10. Asril tr„ abtiiho 8 Uhr. in der Türnhake (LsinnldSgarten) Oeffentliche Wlmklsnmlm. Rehm:LilllÜtll8§ghgksriille!erZ!UkstieyLal'Hlllit Thema: DiePolitikderTat! Eintrittskarten zu 30Pfg. (Sitzplatz) u. 20 Pfg. (Stehplatz) im Vorverkauf beiPutzgeschäft Lembke, Selters- m. 8^ öwettes Blatt Gtetzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheflen) Dienstag, 8. April 1924 Rußland als Absatzgebiet. Die Leitung der russischen Handelsdelegation in Berlin schreibt uns auf eine aus unserem Leserkreis angeregte Anfrage zu obigem Thema: 3m Zusammenhang mit der Anerkennangs» bewegung Ruhlands durchs die Großmächte wächst auch das wirtschaftliche Interesse an diesem Lande immer mehr. Bei. der Llntersuchung der wirtschaftlichen Möglichkeit in Rußland fällt die Verschiedenartigkeit der Beurteilung auf. Das Bild, welches außerhalb Rußlands von dem wirtschaftlichen Leben dieses Landes entworfen wird, ist cft so widersprechend, daß es' jedem Interessenten der wirtschaftlichen Verhältnisse dieses Landes außerordentlich schwer fallen muß, aus den teils absichtlich, teils unbewußt entstellten Berichten, sich einen auch nur annähernd richtigen Begriff von der wahren Lage des Landes zu machen. In einem Punkte nur scheinen alle Berichte übereinzustimmen, daß nämlich Rußland mit seinen ungeheueren Naturschätzen das Land der Zukunft ist. Eine objektive Beurteilung der wirtschaftlichen Lage Ruhlands wird an der Tatsache nicht Vorbeigehen können, daß die letzten Monate außerordentlich viel zum Wiederaufbau beigetragen haben. Die Produktionsziffern einiger wichtiger Industriezweige. wie der elektrischen, der Gummi- und der Letnenindustrie zeigen eine ganz wesentliche Zunahme. Teilweise konnte die Produktion bis zu 85 Prozent der Vorkriegszeit gesteigert werden. Es braucht keinesfalls geleugnet zu werden, daß viele Fabriken nur mit einem Bruchteil ihrer normalen Belegschaft arbeiten, und daß gewisse Industriezweige noch stark unter der älngleichhert in der Erzeugung und an dem Mangel einer ungenügenden Betriebsorganisation leiden. Andererseits steht ebenso fest, daß lebenswichtige Industriezweige Rußlands, wie z. B. der Kohlenbergbau, das Holzgeschäft und der Handelsverkehr in landwirtschaftlichen Produkten aller Art in letzter Zeit eine außer-ordentliche Besserung aufweisen. Mit der Stabilisierung der inneren Wirtschaftsverhältnisse wird die Aufnahmefähigkeit des russischen Marktes außerordentlich wachsen, umsomehr, wenn sich, was za erhoffen steht, auch die Kaufkraft der landwirtschaftlichen Bevölkerung entsprechend hebt. Auch hier haben die letzten Monate eine wesentliche Besserung der Lage gerächt, da infolge der Steigerung der Getreidepreise die Einnahmen der Dauern wesentlich gestiegen sind. Das Bild von der „Schere", d. h. von dem Mißverhältnis zwischen der landwirt- schafllichen und induftriellenPreisentwicklung trifft jedenfalls heute nicht mehr zu. Der Absatz landwirtschaftlicher Maschinen und Bedarfsartikel wird sich daher zweifellos in diesem Jahre weit besser an lassen als im vorigen, namentlich wenn die diesjährige Ernte, wie zu erwarten steht, einen guten Ausfall zeigen wird. Auch Fertigfabrikate für industriellen Bedarf, wie Werkzeugmaschinen, Elektromotoren, Metallwaren, ferner chemische Artikel, Farbstoffe ufw. werden voraussichtlich infolge der Besserung der industriellen Lage in Weik höherem Amfange gesucht werden als bisher. Zu einer Sanierung der inneren Berhälinrsse hat die seit einigen Wochen eingeleitete Währungsreform viel bei getragen. Bor mehr als Jahresfrist durchs die Ausgabe von Tscherawnhy eingeleitel, um den Großhandelsverckehr mit erner stabilen Währung zu versehen, werden diese währungspolitischen Maßnahmen nunmehr durch das Einziehen der Sowjetrubelscheine und durch die Ausgabe von Silber- und Kupfergeld gekrönt. Der deutsche Kaufmann, der sich dem russischen Geschäft widmen will, muß sich vor allen Dingen vergegenwärtigen, daß die Grundlagen des Handelsverkehrs zwischen Rußland und dem Auslande durch dieVerstaatlichungdesrussischen Außenhandels völlig neue geworden sind. An Stelle der privatwirtschaftlichen Beziehungen -wischen den einzelnen Firmen auf beiden Setten, treten heute auf Ruhlands Seite neue Gruppen auf, nämlich die im Ausland? tätigen staatllchen Wirtschaftsorgane, die Syndikate und Trusts, die in der Hauptsache als Träger des Handels zwischen Rußland und dem Auslande fungieren. Die zuständige amtliche russische Stelle für den Außenhandel mit Deutschland ist die Hairdelsvertretung der Anion der sozialistischen Sowjetrepubliken in Berlin. Diese Handelsvertretung tritt als Vertreterin des russischen Staates den deutschen Kontrahenten gegenüber auf, wobei die russische Regierung die dolle Verantwortung für sämtliche durch die Handelsvertreung in Deutschland abgeschlossenen Geschäfte übernimmt. Trotzdem diese Art des Verkehrs das Geschäft vielleicht etwas erschwert und das Fehlen der Möglichkeit, sich unmittelbar mit dem russischen Interessenten in Verbindung zu setzen, privatwirtschaftlich betrachtet als ein gewisier Mangel angesvrochen werden kann, bietet das Geschäft mit der Handelsvertretung da- MWkSesWiMhM? Ein Roman aus dem 21. Jahrhundert don Hans Dominik. 67. Fortsetzung. (Dachdruck verboten.) Soweit, wie er es damals aus der Höhe seines Flugschiffes beobachten konnte, schien alles planmäßig zu gehen. Am Vormittag warf Ahmed das Antidynotherm in den See von Karakorum. Diel früher, als Wellington Fox von seinem Gefängnishof aus etwas bemerken konnte, sah Georg Isenbrandt aus seiner Höhe die ersten Wolkenbildungen. Als der dicht und immer dichter werdende Regenschleier ihm die ungesehene Landung gestattete, war er an der verabredeten Stelle hinter einem Dünenkamm niedergegangen. Dach zwei Stunden erst war Ahmed hier zu ihm gestoßen. Durchnäßt . . . durchweicht . . . geblendet , , , fast ertränkt von den wolkenbruck^rtig nieder- stürzendon Wassermafsen, hatte der getreue Diener ihn nicht sogleich finden können. Dann kam er und brachte die frohe Botschaft, daß das Mittel sicher und unbemerkt in die Hände der Gefangenen gelangt sei. Dann kam der zweite... für Isenbrandt der schwerste Teil der Aufgabe. Wieder ging Haus getreten und stand jetzt fragend vor ihm. Sie war in ein dunkles, hoch hinauf schließendes Hausgewand gekleidet, das ihre schlanke, ebenmäßige Gestalt vortrefflich hervvrtrelen lieh. Eine müde Anmut lag über ihrem bleichen Gesicht, verhaltene Trauer llang aus ihren Worten. durch erheblich größere Gewinnchancen, daß es sich gewöhnlich um große Warenquantitäten und ausgesprochene Massenlieferungen bandelt. Eine wei'ere Möglichkeit, in Rußland Geschäfte zu machen, bieten die seit etwa einem halben Jahre ins Leben gerufene Konsignationslager. Hier gibt der ausländische Kaufmann seine Waren zu treuen Händen nach Rußland. Sie bleiben bis zum Verkauf, der 'durch staatlich kontrollierte Organisationen erfolgt, fein Eigentum, während die Abrechnung nach dein Verkauf der Ware mit tunlichster Beschleunigung erfolgt. Man hat es dem russischen Geschäft vielfach verübelt, daß es meist auf Basis umfangreicher Kredite getätigt wird, und daß namentlich zum mindest für Restbeträge lange Kreditfristen gefordert werden. Der ausländische Geschäftsmann sollte hierbei bedenken, daß Rußland in einem systematischen Wiederaufbau seines Wirtschaftslebens begriffen ist und daß hierbei Handels- wie Zahlungsbilanz eine große Rolle spielen. Es ist daher nur natürlich, daß die Regierung die Einfuhr auf die absolut notwendigen und lebenswichtigen Artikel zu beschränken sucht und den Import weniger wichtiger Dinge dadurch möglich zu machen bestrebt ist, daß durch die Vertellung der Bezahlung auf einen längeren Zeitraum im Wege des Kredits einem Gvldabsluß nach dem Auslande oor- gebeugt wird. Wenn bei dieser Wirtschaftspolitik Deutschland anderen kapitalkräftigeren Ländern gegenüber im Dachteil ist, so ist dies weniger die Schuld seines russischen Kontrahenten, als eine Folge der augenblicklichen Kapitalknappheit und Kreottnot in Deutschland. Als Ausfuhrland kommt Rußland nach Westen vornehmlich für die Lieferung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Rohstoffen, wie Getreide, Flachs, Oelsaaten, Häuten und Fellen, Dorsten usw. in Frage. Neuerdings tritt es auch als Lieferant hochwertiger D a h - rungsmittel, wie Butter und Eier auf. Dach Osten liefert Rußland auch, Fertigfabrikate, vornehmlich Textilien und Metallwaren. Der deutsche Kaufmann, der sich dem Ruß- landgeschäft widmen will, wird gut daran tun, die Besonderheit der russischen Verhältnisse in seinen Kalkulationen einzusehen. Durch seine Dähe und die Gemeinsamkeit der Interessen bietet Rußland die denkbar besten Vorbedingungen eines aufnahmefähigen Marktes. Rußlands natürliche Reichtümer sind unermeßlich und das Problem ihrer Hebung nur eine Frage der Zeit. Dicht nur durch seine nachbarliche Lage, sondern auch durch seine hochentwickelte Industrie, ist Deutschland vornehmlich" dazu berufen, die Hand zum Wiederaufbau Rußlands zu bieten. Der zweite Frankfurter Messetag. fpd. Frankfurt a. M.» 7. April. Die Erwartungen, die man nach dem guten Ergebnis des ersten Tages auf den zweiten Messeverkauf s t a g gesetzt hat, haben sich erfüllt. Wenn auch der Riesenbesuch vom Sonntag naturgemäß am Montag nicht die gleiche Auflage erfuhr, so setzte doch auch heute früh schon eine endlose Men- schenwanderung nach dem Fest hallengelände ein. And war man am Sonntag mit dem Geschäft zufrieden, so war man heute abend „recht zufrieden". Aus den „Sehern" waren heute Käufer gewogen. Im einzelnen mögen folgende Slichworte den Umfang des Geschäftes skizzieren: Metall- Waren: zunächst zurückhaltend, heute lebhafter; Schuhwaren: nach anfänglichem Zögern flottes Geschäft; Wollwaren: zufriedenstellendes Geschäft; Textilwaren: guter Absatz; Herrenkonfektion: sehr gut, da man mit einer „Hausse" rechnet; Rei,e- arlikel: starke Absätze, namentlich Koffer; Sportbekleidung: gute Geschäfte; Büchermarkt: ruhig, heute besser; Kunstwaren: leidliches Geschäft; Papier- und Bureauartikel: flotte Amsätze; hauswirtschaftliche Artikel: große Nachfrage, Verkauf aber in lleinen Posten; landwirtschaftliche Maschinen: vielfache Dachfragen am Sonntag, heute gute Abschlüsse; Werkzeug- und Fabrika ionsmaschinen: kleinere Aufträge vorläufig; Fahrräder und Motorräder: nicht nennenswert; Radioapparate: naturgemäß gewaltiges Interesse, am Sonntag 99 °/o Neugierige, heute gute Abschlüsse in kleineren Apparaten. Zusammensass-end darf heute gesagt werden: Anter dem Zeichen der Stabilität entwickelt sich ein tu chaus befriedigendes Geschäft, das noch wett größeren Umfang angenommen hätte, wenn sich nicht überall die Geldknappheit und die Kreditnot merllich bemerkbar machten. In der Hauptsache wurden Gegenstände des täglichen Gebrauchs und Bedarfes gekauft. Süddeutschland überwiegt unter den Aufkäufern, doch auch Norddeutschland stellt ein sehr beachtenswertes Kontingent dar. Das Ausland ist nicht übermäßig vertreten, da die deutschen Preise noch vielfach über den Weltmarkr- preisen liegen. Jedenfalls kann schon heute nach Abschluß des zweiten Tages gesagt werden, daß Ein Ruck ging durch Isenbrandts Körper Als er sie so vor sich stehen sah, hätte er sie in seine Arme nehmen, sie an sich pressen mögen. Das Blut schoß ihm jach in das Gesicht. Mit Gewalt beherrschte er sich, zwang sich zu einem Lächeln. „Der Wanderstab ist nicht vonnöten, Maria Feodorowna. Mein Flugschiff bringt Sie nach Ovenburg." . . . Orenburg . . . Sein geistiges Auge sah in schnellen Bildern noch einmal die Szenen ihres ersten Zusammentreffens. „Von Orenburg bringt Sie das Pvstschiff sicher nach Odessa oder Moskau.^ Witthusen fiel ihm ins Wort: „Nun, dann' mag die Reise auch noch ein paar tausend Kilometer weiter gehen. Dann fahren wir weiter nach Deutschland, der Heimat unserer Ahnen. Ich habe ncxh Guthaben dort ausstehen, die uns einen längeren Aufenthalt gestatten. Einmal wird ja doch der Tag kommen, wo hier wieder Ruhe und Frieden herrschen, wo wir ungefährdet zurückkehren werden." „Er wird kommen . . . bald!" „Sie sagen das mit solcher Zuversicht, Herr Isenbrandt?" „Bald . . . bald kommt der Tag!" Georg Isenbrandt sagte es lächelnd. Aber es war em rätselhaftes Lächeln, das nur den Mund bewegte. In den Augen darüber stand etwas anderes, grau, eiskalt, unbewegt. Er wandte sich zu Maria und reichte ihr die Hand. »Sv ss berat heut ein Abschied für Ihre Reise. Eine Gebirgstour zu unseren Schmelz- die diesjährige Frühjahrsmesse unter einem günstigen Stern steht. Kunst und Wissenschaft. Neuorganisation der hessischen Künstler. D armstadt. 8. April. Die hessische Künstlerschaft hat sich neu organisiert, indem die Künstlerverbände das bisherige Verhältnis zur Arbeitsgemeinschaft hessischer Künstler lösten und ein K ü n st l e r k a r t e l l bildeten. Es wurden die nachstehenden Vertreter gea>ählt: Für Malerei und Graphik Paul T h e s i n g - Darmstadt H a m m a n n - Bensheim. Rückert-Mainz und D e p p e r t - Darmstadt. Für Architektur Musel-Mainz, Ma rg old-Darmstadt und Kru g- Darmstadt. Für Plastik Frau Westermann- Pfähler- Darmstadt, Huber- Offenbach und ein Vertreter* aus dem besetzten Gebiet. Mit der Durchführung der Neuorganisation der Hessischen Arbeitsgemeinschaft wurden die Herren Paul Thesing und Emil I. Margold von der Künstler- kolonie, sowie Frau Westermann-Psähler betraut. An der neuen Organisation sind beteiligt der Hessische Künstlerbund, die Bauwandlung und der Dreistädtebund. Vermischtes. Schlimmer Ausgang eines nächtlichen Konflikts. Berlin, 7. April. (Wolff.) In Wannsee stieß des Nachts der Obergrenadier Heimann vom Regiment 9 dem Gärtner Baron vrn dem er sich mit der Schußwaffe bedroh- glaubte, das Seitengewehr in die Brust, so daß der Tod sofort eintrat. Heimann stellte sich der Polizei. Eine Bande russischer Paßfälscher verhaftet. Berlin, 7. April. Die Polizei hat hier eine Bande rufsischerPaßfälscher festgenommen, deren Haupt ein gewisser Dion - kowski war. Er betrieb mit Hilfe eines auf dem Paßbureau in Frankfurt beschäftigten Beamten die Fälschung im Großen. Auch eine Reihe anderer Russen bedienten sich des genannten Beamten für ihre Fälscherzwecke. Der un- getreue Beamte wurde ebenfalls verhaftet. Wirtschaft. «p Die Rentenbank Ende März. Zu dem per 31. März veröffentlichten Rente n ba n ka u s we i s wird dem W.T. D. von berufener Seite geschrieben: Das an das Reich gegebene Darlehen ist im letzten Monat unverändert geblieben; dem Reiche stehen also noch 100 Millionen verzinsliches Darlehen zur Verfügung. Aus dem bisher bekanntgewordenen Ausweis der Reichs bank vom 22. März geht hervor, daß die Reichsbcrnk an diesem Tage an Rentenmark-Krediten bereits rund 1,105 Milliarden ausgeliehen hat. Inzwischen sind weitere 100 Millionen durch die Reichsbank abgerufen, fv daß etwa 1200 Millionen Rentenmark-Kredite durch die Reichsbank gewährt sind. Die Reichsbank hat sonach erheblich mehr Rentenmark-Kredite gegeben, als sie selbst bei der Rentenbank entnommen hat. Diese Möglichkeit der Mehrausleihung erklärt sich dadurch, daß ein starker Rückfluß der ursprünglich an das Reich gegebenen Rentenmarkketräge zur Reichs dank erfolgt ist. Darin, daß die Reichsbank und auch die anderen Danken ihre verfügbaren Rentenmarkbestände als wertbeständige Kredite ausgeliehen haben, liegt eine gewisse Kurssicherung für die Rentenmark. Don den der Reichsbank seitens der Rentenbant bisher insgesamt zur Verfügung gestellten 900 Millionen bleiben der Reichsbank noch 100 Millionen, soweit die ursprünglich zur Ingangbringung des Giroverkehrs zur Verfügung gestellten 200 Millionen zum Abruf für Zwecke der Kreditgewährung an die Wirtschaft frei. Schließlich ist ein weiterer Spielraum für die Darlehens-Hingabe an die deutsche Wirtschaft insofern vorhanden, als der ganze, der Reichsbank im Bedarfsfälle zuzuführende Rentenmark- Kreditanteil 1,128 Milliarden beträgt Die Notenbanken haben das ihnen zugebilligte Kontingent von 72 Millionen Mark inzwischen nahezu voll in Anspruch genommen. Anter den Passiven erscheinen in dem Ausweis der Rentenbank die umlaufenden Rentenmarkscheine mit einem Betrage von 1785 Millionen (gegen vorher 1579). Der Umlauf hat sich in der Hauptsache durch die seitens der Reichsbank und der Notenbanken in höherem Maße abgerufenen Kredite erhöht. Wie von maßgebender Seite versichert wird, ist bei der Begebung der Kredite an stellen hält mich eine Zeitlang von hier fern. Ich werde, bevor Sie Wierny verlassen, nicht zurückkehren können. Leben Sie wohl, Maria Feodorowna. Wir sehen uns bald wieder, bald." Einen kurzen Moment ruhten ihre Blicke ineiarander, ihre Finger umschlossen sich zu festem Druck. Dann war er HLnausgeschritten. Dor einem mit Plänen bedeckten Tisch saß General Bülow, neben ihm der russische Oberst Popoff. Wie znxi Schachspieler bewegten sie lleine, bunte Nadelfähnchen auf den Karten hin und her. Ihr lebhafter Disput bewies, daß sie sich über die endgültige Stellung der Fähnchen keineswegs einig waren. Seitdem die Lage an der chinesischen Grenze sich zuzuspihen begann, hatte das Hauptguartier in Petersburg den Obersten nrit einigen anderen Offizieren dem General stabe der E. S. C.-Truppen attachiert. Für den Kriegsfall unterstanden die militärrschen Strettkräste der E. S. C. dem vereinigten europäischen Oberkommando. Der früher so lange Zeit hindurch als Ideologie abgetane Gedanke der Vereinigten (Staaten von Europa war unter dem Druck der Weltge- schehnifse wenigstens zu einem Teil verwirklicht worden. Zwar war kern Staatsgebilde im Sinne der amerikanischen Anion zustande gekommen. Aber die Solidarttät der europäischen Völker fand bei voller Wahrung der nationalen Selbständigkeiten und (Sigenarten wenigstens dadurch Ausdruck, daß bei Fragen der großen Weltpolitik nicht jeder einzelne kleine Staat, sondern Europa als geschloffenes Ganges auftrat und handelte. Industrie und Landwirtschaft die Landwirtschaft besonders berücksichtigt worden. Eine statistisch genaue Erfassung, inwieweit sich die Kredite auf Industrie und Landwirtschaft verteilen, wird immer nur schwer möglich fein, denn ein an die Landwirtschaft beispielsweise zur Beschaffung von Maschinen gegebener Kredit kann auch als industrieller Kredit gewertet werden, und bei Krediten, die z. B. an die Zuckerindustrie gegeben werden, wird eine Entscheidung, ob- die Landwirtschaft oder die verarbeitende Industrie hierbei den größeren Vorteil hat, schwer zu entscheiden sein. Letzten Endes sind alle diese Kredite der gesamten Volkswirtschaft zugute gekommen, wobei eine genaue Prüfung nach Dringlich kett und Bedarf stattgefunden hat. * • 5prvzentige Gvldpfandbriefe 2luf Antrag der Franffurter Hypothekenbank sind über 2000 Kilo Feingold (2,79 Millionen Goldmark) lautende bprozentige Goldpfandbriefe der Rheinischen Hypothekenbank in Mannheim und der Pfälzischen Hypothekenbank in Ludwigshafen zum Handel und zur Notiz an der Frankfurter Börse zugelassen worden. " Worms als Freihafen. Nach einer Mitteilung des Leiters des Dollausfchuffes der Rhsinlandkomnsission an die Handelskammer in Köln ist der Liste der Freihäfen am Rhein der Hafen von Worms zugefügt worden. Der Zollinspektor in Mainz wird alle erforderlichen Maßnahmen treffen, damit dem Wormser Hafen alle Vorteile, die für Freihäfen vorgesehen sind, zuteil werden. Die Waren, die für den Freihafen von Worms bestimmt sind, werden nach besonderen Fakturierungsbestimmungen ausgefertigt. * Die Fr ie d. Krupp A.-G. erllärt sich durch eine Bekanntmachung vom 20. März zu einer aufgeroerteten Einlösung ihrer Vorkriegsanleihen schon jetzt bereit, obwohl nach der Dritten Steuernotverordnung die Aufwertung erst bis zum 1. Januar 1932 zu erfolgen hätte. Für je 1000 Mark Nennwert ihrer Anleihen von 1895 und 1908 und der ersten ausgegebenen Hälfte der Anleihe von 1908 sowie der Germaniawerft- Anleihe von 1901 gewährt die Firma 10 Prozent gleich 100 Goldmark bar, daneben IO1/2 Prozent gleich 25 Dollar in Stücken ihrer öproz. Goldanleihe von 1924 mit Zinsschrin ab 1. Honuar 1924 oder statt dieser GoldanlÄhe nach Wahl der berechtigten 15 Prozent gleich 150 Goldmark 5proz. GLldhypothekenPfandbriese der Gemeinschafts- gruppe Deutscher Hypothekenbanken mit Zinsschein ab 1. April. Für die.1921 und 1922 begebene zweite Hälfte der Anleihe von 1908, von der die Fried. Knipp A.-G. nur ein Fünfzehntek oder weniger des Nennwertes in Gold erhalten hat, gewährt sie ein Zehntel der vorstehenden Sätze, nämlich für je 4003 Mk. Nennwert 40 Goldmark bar und 10 Dollar in Stücken der 6proz. Kruppschen Goldanleihe oder 60 Goldmark 5priz. Goldhypotheken-Pfandbriefe; bei geringeren Posten die entsprechenden Teilbeträge. In allen Fällen werden auf Wunsch an Stelle Barzahlung für je 100 Goldmark bar 35 Dollar der öproz. Kruppschen Goldanleihe oder 200 Goldmark 5pvoz. Goldhypothekenpfandbriefe gewährt. Ferner gewährt die Firma Krupp eine freiwillige Nachtrag* liebe Aufwertung den Inhabern solcher Stücke obengenannter Anleihen, die infolge Auslösung oder Kündigung sett 1. Januar 1923 zur Einlösung gelangten, wegen deren aber nach der Dritten Steuernotverordnung Anspruch auf Aufwertung nicht besteht. Die Aufwertung «-folgt tu Höhe und nach Maßgabe des obigen Ernlösungs- angebvts, jedoch vermindert um die Barzahlung, also nur durch Lieferung der öproz. Kruppschen Goldanleihe oder 5pröz. Goldhypothekenpfand- briefe. » Berliner Dorfe, Berlin, 7. April. (Wolff.) Das Inkoafp treten der Ermäßigung der Steuer- und Provisionssätze brachte dem Effektenverkehr nicht die gewünschte Anregung. Vielmehr machte sich vermehrter Kaufandrang geltend, der zurückgrfüyrt wurde auf die dauernden schweren Sorgen, unter denen das Wirtschaftsleben seufzt. Die Kapttal- rrot, die ungünstige Zahlungsbilanz, die zunehmende Verschuldung an das Ausland und die wenig hoffnungsvollen Aussichten bezüglich der Entscheidung der interalliierten Sachverständrgen- Tcmmiffion lähmen jegliche Anternehmungslust. Das Angebot stieß daher auf geringe Aufnahmr-- fähigkeil. Am meisten litten (herunter der Mvn- tanmarft, wo die Papiere bei der ersten Kursfest st ellung in einer Reihe von Fällen Abschläge um 2 bis 3 Billionen Prozent aufwiesen. Bon Kaliwerten büßten Deutsche Kali-Attien sogar sofort 6,5 Billionen Pr^ent ein. Auf den anderen Amsatzgebieten schienen zunächst die Rückgänge weniger erheblich zu sein. Nur einige Hinter den Kulissen war freilich ein steter Kamvf um die Stellung des Primus inter Pares. Rußland glaubte in erster Linie Anspruch darauf zu haben. Dabei kam ihm zustatten, daß der Schwerpunkt der militärffchen Angelegenheiten in Petersburg lag, da Rußland mit Rücksicht auf fein großes Gebiet und dessen historisch provi- dentielle Lage gegen Osten die numerisch größte Heeresmacht unterhielt. Schon unter dem Kommando des Generals Effingham war das Verhältnis zum Petersburger Hauptquartier nicht reibungslos gemefen. Der temperamentvolle Bülow war fast ständig auf Kriegsfuß mit dem Oberkommando. Dessen Anordnungen erfolgten stets unter dem Gesichtspunkt, unbedingt die sibirischen Grenzen zu schützen, während Bülow in erster Linie darauf beacht war, die turkestanische Grenze zu sichern. Für Rußland waren die gewaltigen Gruben- und Industrieanlagen im Gebirgsstock des Altai von größter Wichtigkeit. Ihre Vernichtung durch etwa plötzlich vorstoßende Luftstreitkräfte der Gelben war daher mit allen Mitteln zu verhindern. Die starken Kriegsgeschwader Rußlands waren deshalb nach den Anordnungen des Petersburger Oberkommandos ausschließlich zur Sicherung der sibirischen Südgrenze angeseht und nur die schwächeren Geschwader der anderen europäischen Staaten zur Verteidigung der turkestanischen ©raue« bestimmt. Gegen diese Kräfteverteilung kämpfte Bülow schon seit langem. Immer wieder versuchte et eS durchsetzen, daß die Hauptträste auf die tur* kestanische Linie konzentriert wurde«, (Fortsetzung folgt) fttanffnrtti. M Berlin 3* BiMonen Prozent Kur, Datum: 4,2 'Sarrmbnrfl n ».6 24,5 2 V» •) Dom Lückzahttrngswert. 8 11,25 •^5 15,1 32 28,75 2,1 0,097 0,510 0,230 0,975 0,325 16 49 63 14 20 12,25 21,25 31 32 M 30 11,7 (4 13,1 13,21 16,0 0,270 4,2 16,65 2,05 13,75 13 13,25 10,5 14,5 M 27,75 15,5 13,25 12 12,13 13 0,099 0,525 0,310 0,9 0 0,169 0,345 0,305 0,275 42 ■ 28,8 0,105 0,525 0,390 0,995 0,335 0,1055 0,525 0,300 0,975 0,165 0,325 10,23 16,25 5,75 85 40 8 28% s 18 3J5 9.5 113 37,6 5 10,38 93 1,1 11,75 18 _2,75 18,38 12,75 12 12, 8 9,38 13 18 9,25 15 « 40 10.13 i.» 20 11,25 19 13 2SF 27,5 44,75 ‘ÄnAifttai waren «mpftEichor gebrttctt, töte Scmmctj- unb Privatbank, Darmstadter unb Deutsche Dank. Aber späterhin tourbe bei mangelnder Aufnahmefähigkeit die Abwärtsbewegung allgemein. Das Geschäft gestaltete sich außer- crdentlich schleppend. Behauptet blieben mir die meisten ausländischen Rentenwerte. Am Devisen- markt waren die Verhältnisse unverändert. London war etwas höher notiert. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) Schluß Schlug Kur» 3,75 0,6 0,9 49 15 25 88 ^euklchr Rttmantetbe SikichsauletL Rutsche RetchSanleth, £/• Deutsche ReichOanleibe . Deutsch« vvarprämlenanlethe £/« Pr«utztsch« Äonfol» .. . Deutsche ffiertb. Dollar-Anl vto-Doll..Schatz,Aowetlmig *) 8 59 88.5 4.25 9 9,6 ,Ä 2,6 9,4825 9,7 4,3 3,5 28,5 1,9 17% 1,8 4 9.87 10,3 n «rpeurr oltwerk« 7,87 65 37 5,25 10,2 10,38 11,87 2,8 0,600 0,9 3 16,25 27 43,5 49,5 62,75 143 21,5 12,7 21,1 30,1 4,2 «,2 7,75 63 38 5,5 L 11 15,87 T 49,75 59 12,25 19 "<6. M ”6 2,3 29,75 5,6 2,0 27,75 6,1 3,8 10,13 >6,25 35 39,5 2.60 ner Bcr-wO» . . irrgban...... -^lcherOleben. . .. alttorrf Westrregel»...... ahiittt Schlich. Schlich Kur» btrtxbarf örrtr Bergbau . • • • « einttabl........ ' Mont«, Bergt08...... 6 155,11 156,89 156,61 157,39 1 1 Brff.-Antw. 20,25 20.35 20 55 20,65 1 i 67,35 57,61 57,8 f'8,15 1 i flnptrthagen 69,43 69,77 69.82 70,18 1 i Stoäbolm. 110,92 111,43 110,92 111,48 1 i ßtlfingfor^. Stellten. . - London.. . Nenvork . . 10,57 18,45 10,93 18,55 10,57 18,70 10,63 18,80 2 1 i i 18,055 18,145 18,203 18,295 1 i 4,19 4,21 4,19 4,21 1 i Pari« .... 24,19 24,31 24,54 24,66 1 i Lchwet, . . 73,22 73,58 73,22 73,58 1 i Spanten . . Wien tn D-- 65,63 [8,1, ‘j8,j1 LS,89 1 i Ceit-abgeit M9 6,12 6,08 6,12 2 2 Prag.... Budapest. 12,7! 12,79 6,02 1,885 3,31 1,805 12,71 12,79 1 1 5,99 6,03 6,12 voll 25 Bueu-AireS 1,375 1,375 • 1,385 3,91 1 1 Bulgarien . 3,23 2,29 DOfl noll Japan .. . Stto d: Jan. 1,795 1,795 1,805 1 voll 6,485 1,49 i t’485 6,49 > 5 s Belgrad S»S5 5,67 5,63 5,87 15 s Liisavon 13,21 '3LS 3.21 13,to 1 1 Danrnor««, (Ohne Gewähr.) Ferltn. 7. April Itorticr Motrn ° nzösische Note» ri'che Noten.......... wedischc Noten ..... ländische Noten.......- ltsch-Oestecrctch, i 100 Krovev erikantsche Note» ...... »lisch« Noten....... . . lientsche Note«......... zische Noten........ . llnaartsch« Noten ....... Ttchcchoslowakische Note». . « » - Norwegisch, Noten ........ Rulluruisch« Note». . ° - •M»U* StetUU ....... * Geld 73,22 23,19 69,83 110,92 156,81 6,08 4,19 18,20 20,95 20,55 6,09 r?,7i 67,8 2,27 56,61 1 60 2 voll 1 2 voll 2 Brief 73,58 26,31 70,17 111,«8 157,39 6,12 4,21 18,30 21,0. 20,65 6,11 12,78 68,3 5 2,29 66,89 Re park. 2 2 3 2 1 2 Märkte. Berliner Produktenbörse. Berlin, 7. Apräl. Der Prwduktenmarkt zeigte keine Belebung. Bei sehr spärlichem Angebot in den meisten Artikeln wurden die Preise höher gehalten. Es fanden sich aber nur vereinzelt Käufer, die sie zahlten. Die Mühlen klagen über schwierigen Meh-labsatz. Don Gerste wurde Futterware begehrt. Drauwave war wenig angeboten und wurde wegen der hohen Forderungen nur selten gekauft. Hafer hatte bei festen Preisen geringe älmfähe. Kleie war ruhig. Futterartikel wurden wenig umgesetzt. Es notierten für je 1000 Kilv: Weizen, märt 169 bis 175 (behauptet). pomm. 165 bis 167 (behauptet), Rvggen, mark. 135 bis 141 (befestigt), Pomm. 131 bis 135 (befestigt), westpr. 131 bis 132 (befestigt), Braugerste 170 bis 190 (ruhig), Futtergerste 155 bis 165 (ruhig), Hafer mark. 124 bis 131 (ruhig), pomm. 120 bis 128 (ruhig), Raps 310 (still), Leinsaat 410 bis 415 (still); für je 103 Kilv: Weizenmehl 25 bis 27 (ruhig), Roggenmehl 21 bis 23,25 (ruhig), Wcizenkleie 10,70 bis 10,80 (stetig). Rog- genfbeie 8,60 (stetig). Viktoriaerbsen 21 bis 29, kleine Erbsen 16 bis 17, Futteoerbsen 13,50 bis 14, Peluschken 12,50 bis 14, Ackerbohnen 16 bis 18, Wicken 12 bis 14, Lupinen, blau 12,50 bis 13,50, S radella, alt 16 bis 17, neu 12 bis 14. Rapskuchen 11,40 bis 1150, Leinkuchen 22 bis 23, Trockenschnihel 9,60 vis 9,70. Frankfurter Ge rerdeborfe. Frankfurt a. M.. 7. April. Das Geschäft am Markt der verschiedenen Getrerdecirtikel ist weiter ruhig. Die Geldknappheit macht sich weiter- fühlbar, auch liegen keine Anzeichen zur K^uf- bcn>egung vor. Mir W:izen und Roggen lauten die Preise behauptet. Hafer und Gerste war vernachlässigt. Mehl still. Bessere Rachfrage erfreuen sich nach wie vor Futtermittel, für welche auch verschiedentlich bessere Preise erzielt werden. Man notierte für je 100 Kilo: Wetterauer Weizen 17.75 bis 18,25 Roggen 16 bis 16,50. Braugerste 20 bis 21, Hafer, mländ. 15 bis 15,50, Weizenmehl, südd. Spezial 0 21 bis 27,75, Roggenmehl 23 bis 23 75, Weizen- und Roggenkleie 9,75 bis 10,75, Mats, gelb 19,25 bis 20, Speifeerbsen 24 bis 35, Heu, gut trocken 9 bis 9,50, Weizen- und Roggenstroh 6 bis 6,50, Treber, getrocknet 15 bis 15,50. Tendenz: Ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. fpd. Frankfurta. M, 7. April. Auftrieb: 178 Ochsen, 43 Dullen, 717 Färsen und Kühe, 616 Kälber, 55 Schafe, 2652 Schweine. Preis« in Lebendgewicht: Ochsen (vollst.) 54 bis 60, (junge) 45 bis 52, (mäßig genährte) 34 biÄ 44; Dullen (vollfl.) 43 bis 50, (jüngere) 35 bis 40; Färsen und Kühe (vollfl. Färsen) 52 bis 60, (vollst. Kühe) 45 bis 52, (wenig gut entwickelte Färsen) 42 bis 50, (älter? Kühe) 38 bis 44, (mäßig genährte Kühe und Färsen) 30 bis 36, (gering genährte) 15 bis 25; Kälber (reinfter Qual.) 65 bis 70, (mittl.) 58 bis 64, (geringere) 35 bis 57; Schafe 40 bis 48; Schweine (unter 80 Kill.) 55 bis 65, (von 80 bis 100 Kilo) ;67 bis 69, (über 100 Kilo) 68 bis 70. Der Markt wurde bei lebhaftem Handel geräumt. Büchertisch« — Die Inselfalle. Von Isabel Oft - r a n d e r. Das neueste älllsteinbuch. — 3fabel Oftranber gehört zu den bekanntesten Schriftstellerinnen der heutigen amerikanischen Belletn- stik Auch in diesem Buche zeigt sich der fabelnde Phantasie, die selbst dem Abenteuerlichen den Schein des Glaubhaften zu geben weiß, die unterhaltende Kunstfertigkeit mit der sie das Gebiet der tieferen seelischen Probleme streift, und ein liebenswürdiger Humor noch in der krimmalisti- scheu Spannung. Es ist die Geschichte der Ent- sührung eines jungen Mädchens, die hier aif das Spannendste von ihm selbst geschiltzxrt anrd. Es ist die Tochter des reichen Oel - Quellsn- Waring, die du>;ch einen raffinierten Streich in die Hande von Erpressern fällt und auf eine kleine entlegene Insel verschleppt wird. — Rebakadnezar, der König der Könige. Roman aus den letzten Tagen Heru- scstems. Don Heinz Welten. (Verlag von Rich Dong, Berlin und Leipzig.) Der soeben erschienene zweite Band der großen, von Heinrich Vollrat Schumacher begonnenen assyrisch-babylonischen Trilogie „Der Kamps um Babylon" behandelt den Untergang Jerusalems. Welten zeichnet ein plastisches, farbensprühendes Bild vom Untergang der heiligen Stadt Rach dem Siege übet die Aegypter steht Rebukadnezar mit seiner Gemahlin Amuhea, die ihm den Thronerben schenkte, in der Sonne des Glücks. Als Rebukadnezar einen neuen Feldzug wider die Aegypter rüstet," weigert Zedkia, der König in Juda, dem Baby- Unter die Vasallen treue Rebukadnezar zieht zornerfüllt gegen Jerusalem. Rach hartnäckiger Belagerung gelingt es ihm endlich, die feindliche Macht zu brechen. Jerusalem fällt in Trümmer. Rebukadn^ar kehrt im Triumphzug heim. Doch der alternde Herrscher ist müde und einsam geworden, bald nach dem Siege über Jerusalem entfällt seinen Händen das Zepter des mächtigen Reiches. 3n die von Kriegslärm und Waffengeklirr, von Sieg und Riederlage, von Reid und Zwietracht erfüllte Szenerie trägt die zarte Liebesgeschichte der Königstochter Pa- rendi zu dem griechischen Dichter Alkävs sinnige Töne hinein. Ein dritter Band wird die groß- angelegte Trilogie zu Ende führen; er liegt bereits druckfertig vor. hanhpin ? Spin I ®eg.ßeber.u.