Samstag, 8. März 1924 Erstes Blatt N4- Jahrgang Nr. 58 Erscheint tägüd), außer Sonn. und Feiertug«, mil d. Samstagsbeilage: ®iefeener3-amilienblättet Monatr'dezucspreik: 2 ©olbmarh u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fer nf pr ech-Anschlufse: für die Schriftlettung 112; für Perlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten »nzeigerSietze». PoftschecNsnto: granffurt a. M. 116». Jlnnabme von Anzeiocn für bte Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerdtndlichKeit. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Drerte örtlich 8, auswärts 10 (Bolbpfennig; für Ne- Kiame-An eigen o 70mm Brette 35 (bolbpfennig, Plc tzvorfchrift 2V" .Aus» schlag. - Perantwortlich für Politik u. Feuilleton: t)r Friede. Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Diumschein; für den Anzeigenteil Hans Deck, sämtlich in ®iefjen. GWnerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Tm« imd CtTlog: vrvhl'schk Uniüerftäts-Bufr und «ieinörudcrei tt. Eanie in Sieh-N. Sdjriftlcilung und Geschäft-»-»-: Schni»-!!',- 7. Die Nheinbarriere. Macdonalds Versuch zwischen England und Frankreich eine ,günstigere Atmosphäre" des Vertrauens zu schaffen, hat durch den neuerlichen D r i e s w e ch s e l der beiden Premierminister feine Fortsetzung gefunden. QRit einer Offenheit, die bisher keiner der britischen Staatslenker dem übermächtigen Verbündeten gegenüber glaubte wagen zu können. legt Rlacdonald die europäische Lage so dar. wie sie sich in den Augen des bei» tischen Volkes widerspiegelt. Wenn er sich einschränkend auf die öffentliche Meinung Englands beruft, ohne sich mit ihr zu identifizieren, so wird man diesen diplomatischen Kniff als ein Mittel hinnchmen müssen, um mit um so größerer Rücksichtslosigkeit das Kind beim rechten Rameu nennen zu können Er spricht endlich offen aus, bafy ,F a-treichs P- l tik seit tx-m Keif e 'stil.stan>d Laach abzielt, unter rücksichtsloser B.'ifeiteschiebung des Versatller Vertrages Deutsä-Iaird zugrunde za richten und die unbeschränkte Herrschaft auf dem Festlande ohne Rücksicht auf die Interessen des britischen Verbündeten an sich zu reiten. Richt Mitgefühl mit dem Geschck Deutschlands führt dem britischen Premier die Feder, sondern allein die der bntischen Wirtschaft durch Poincares Imperialismus Droben Den Gefahren. Das allein gibt ihm An last, aus die Schaffung einer Atmosphäre des Vertrauens hinzudrängen, aus Grund derer er sich allein eine Lösung des ganzen Pro- blemkomplexes zu denken vermag, den der undurchführbare Versailler Vertrag h-evausteschwo- ren hat. Rur auf der Basis gegenseitigen Vertrauens, nur bei einem Hairdinhandarbeiten Englands und Frankreichs glaubt 2Nacdonald die Sicherheilssrage und die Frage der internationalen Verschuldung einer für alle Telle tragbaren Lösung enlgegensühren zu können. Das Wenige, was der Premier hierüber aber an positiven Vorschlägen dem Pariser Verbündeten zu sagen hat, ist allerdings geeignet, in Deutschland schwerste Bedenken zu erregen. Einmal gibt Macdonald einen seiner höchste^ Trümpfe aus der Hand, wenn er Frankreich versichert, Reparationsproblem und Problem der interalliierten Schulden könnten nur im engsten Zusammenbing gelöst werden. Pv.ncarö versehet denn auch nicht, diesen Verzicht auf den sinan»- ziellen Druck — bei der militärischen Unterlegenheit Englands, eines feiner wirksamsten Kampfmittel gegen das wasfenstarrende Frankreich — mit Dank zu quittieren. Roch bedenklicher ist die Art, wie Macdonald sich die Lösung des Sicherheitsproblems denkt. Er erwägt „regionale Entmllitarisierungs- und Reutoalisie- rungsmastnahmen" und „Schiftung neutralisierter Eebietsslreisen zwischen gewissen Staaten", d h. aus der oerklaasulierten Sprache der Diplomatie in die der rauhen Wirklichkeit übertragen nicht mehr und nicht weniger als eine französisch-britische Verständigung aus Kosten Deutschlands durch Schaffung von rheinischen Pufferstaaten zur Sicherung der mit allen Errungenschaften moderner Kriegswissenschaft und Forti- sikationskunst ausgestatteten französischen Ostgrenze von dem entwaffneten, unter dauernder Kontrolle gehaltenen Deutschland, dessen kleines Söldnerheer kaum zur Unterdrückung unserer Unruhen ausreicht, geschweige denn zu einem Angriff gegen die stärkste Militärmacht der Welt. Hätte nicht vielmehr Deutschland alle Veranlassung, vom Völkerbund, den ter Labour- premier mit der Sicherhei'ssrage befassen will, Schutz gegen die brutalen Annexionsgelüste des französisck^n Imperialismus zu verlangen? Wäre der Gedanke so unmöglich, die geforderten neutralen Pufferstaaten aus Frankreichs Rippen zu schneiden? Der deutsche Reichsaustenminister glaubte in seiner letzten graten Reichstagsrede, Macdonalds Aeusterungen dahin interpretieren zu können, dast der Brite wohl nur eine militärische Reutralisierung des Rheinlnntes er» wvaen habe Erscheint uns auch diese Auslegung allzu optimistisch, so müstte Deutschland auch in diesem Falle mit aller Entschiedenheit verlangen, dast in gleichem Maste französische O st - provinzen entmilitarisiert werden und die französischen Rüstungen der Kontrolle des Völkerbundes unterworfen werden, wie man es dem deutschen Rheinland zumutet. Wie anders das offizielle tznankreich sich dies Garantie gegenseitiger Sicherheit am Rhein denkt, erhellt aus Poincares Antwortschreiben mit aller wünschenswerten Eindeutigkeit „Wir haben niemals den Rhein als Grenze verlangt. Wir haben nut gefordert, dast Deutschland nicht mehr Herr sei, sich des Rheins als militärische Basis bei einem neuen Angriff gegen Frankreich zu bedienen Wir haben verlangt, dast im Interesse, eines allgemeinen Friedens der Flust eine B a r » rlere gegen solche Angriffe biete." Rein,alsGrenza haben Poincare und Genossen den Rtetn nrcht verlangt, der Rhein als Barriere gegen militärische Angriffe ist strategisch etn ilnbing. Das Rheinland, zu beiden Seiten des deutschesten Stromes wollte man haben, dessen glaubte man zu bedürfen, um sich vor tem enttoaffneten. politisch und wirtschaftlich ohnmächtigen Äachbarn sicher zu fühlen. So sieht die Barriere in Poincaros Augen aus, so interpretiert e r die britischen, Reutralisierungspläne. So verschwommen und harmlos sie sich aus Macdonalds Munde ausnehmen mögen, PoincarH gibt Ihnen sofort die scharfen Konturen, die grelle Farbe, die kein cklebersehen möglich machen, die vielmehr ein weit sichtbares Warnungssignal für unsere deutschen Staatslenker sind, sich nicht durch billige Phrasen britischer Diplomaten und durch den Hokuspokus des Völkerbundes einlullen zu lassen, statt mit vermehrter Wachsamkeit vor französischen Heber» .rumpelungsplänen auf der Hut zu fein. Die Militarktontrolle. Die Antwortnote der Botschafterkonferenz: Zurückweisung des deutschen Standpunktes. Vorschlag eines Generaloergleiches. — Das Garantiekomitee. Berlin, 7. März. Dem deutschen Botschafter in Paris ist eine Rote des Präsidenten der Botschafterkonferenz zugegangen, in der es hißt: Die alliierten Regierungen halten es für wünschenswert, die politischen und rechtlichen Fragen, die in der deutschen Rote vom 9. Ian au,g^wor-sen worden sm), auch ihrerseits noch einmal aufzunehmen. Auf diese Weise werten ine M i stv e r st ä n dn i s s e zerstreut werden können, in Lenen die deutsche Regierung offen- bar selbst befangen ist und die, wie zu befürchten ist, sie daran h.ntern können, ter Kontrollkommission diejenige Mitwirkung zu sichern, auf die sie Anspruch hrt. Diese Mitwirckang sicherzustellen, daran hat die deutsch? Regierung selbst las größte Interesse; beim lediglich auf diese Weise werden die Arbeiten der Kommission schnell zu einem guten Ende geführt werten können. 2n ter Rote vom 9. Januar bezieht sich die deutsck-e Regierung auf derjenigcn Teil der Kommisponsarteitei, welche-.r tie B)t;chaslerkon- ferenz noch nicht für abgeschlossen Hilt, und an deren Erledigung die deutsche Regierung mitz.r- wircken durchras bereit ist. Die alliierten Reg e- tungen nehmen an, dast die deutsche Regierung bei dieser Erllarung an die fünf Kategorien von Kontrollmastnahmen geda ht^ hat, ine in der Rote der in Berlin beglaubigten alliierten Botschafter vom 29. 9. 1922 aufgezählt wirten sind. Die alliierten Regiermrgen nehmen mit Genugtuung von der Verpflichtung Kenntnis, tocldje die deutsche Regierung hinsichtlich ihrer Mitwirkung bei der Durchführung dieser fünf Punkte übernimmt. Auf der anderen Selle stellen die alliierten Regierungen indessen mit Bedauern fest. daß die deutsche Regierung ch nicht durchgesührtrn Punkten feraudgegriffen hnbrn, so it das au-schli.stiich teswe cr-t geschehen, weil bk alliier en Rsg grunzen besch o sen hatten, der drutfchtn Regierung einen Generalvergleich Voranschlag ?n in bet Hoffnung, die Zurück- zi hurg b.n Kommission dadurch bsschteanigen und der d-utschm Hegt .ran] die auf ihr liegenden Lasten der Kontrolloperationen auf bie'e W'-ise erleichtern zu können. Die deutsche Regkiung wi.d sich daran eiv.rnern, dast die generellen Linion dickes Vergleichs folg-nde waren: De deutsch? Regierung sollte hinsichtlich der 2litf= fÜbung Der fünf Pa:ckk die Forderungen der Kontrollkommission schnell durchführen. Sie sollte nu.H ihre Zustimmung zur Schrßung cin^s alliierten Garantiekomitete geben, welchs in dem Aug nckick der Zurückziehung der Kommission «r Funktion treten solide. Als Gege.r- lcistung erbeten sich die alli.erten Regierungen, i>i? K^mnrrssi/on Mruck;uzi:hen. sobald sie hinsichtlich der fünf Punkte befriedigt sein würden Dieser- Der-gleich wurde von der deutschen Regie- rnrng niemals angenommen Das Recht der alliieren Legierungen zur Fortsetzung der Kontrolle besteh! daher gang und ohne Einschränkung weiter. Es dürckte kaum nötig sein, dre deutsche Regierung daran zu erinnern, dast es einzig und allein den alli'erten Regierungen zukommt, darüber zu entsch-eiden, in welkem Augenblick d'e mil't 'r.sch n Klauseln des Ter- trags ausgesührt sein werden, und ob es m irgendeinem Augenblick wimschenswe t ist, die Lasten der Kontrolle zu erleichtern. Die alliier en Regierungen sind aber hrute eben» t) wie fatb’.r vo r dem Wunsche beseelt, diese Lasten zu erleich em. äln glücklicherweise ist während des größen Teils des H.rhres 023 die Äontroll» fommiffion infolge von Umständen, an die hter nicht erinnert zu werden braucht, an der Ausübung ihrer Funk ionen gehindert wordm. Es folgt baraus, dnh zum großen Bedauern der a'liter en Regierungen in der Durchsühmag der Kontrolle seit dem 29 .9. 1922 tatsächlich kein Fort- chritt erzielt worden ist. Rachdem die Kontrollkommission während eines so langen Zeitraumes gezwungenermaßen untätig gewesen ist, iiid die alliierten Regierungen zur Zeit nicht in der Sag?, sich von dem mili.ärtschen Zustande Deutsch.ands ein Bild zu machen. Die deutsche Regierung kann nicht erwarten, daß die alliierten Regierungen die ihnen in der deutschen Rote gegebene Versickerung so sehr sie sie auch würdigen, akzeptieren beoor sie dirch eine unmi telbare Rach- piüfung betätigt worden ist. Die deutsch» Regierung wird sicherckich bereit fein, durch eine Erleichterung derartiger Rachprüfungen ihren gu en Glauben zu beweisen. Die Rachprüfangen müß en natürlich von der Kontrollkommission bewirkt werden. Solange die deutsche Regierung nicht unter Verzicht auf den Hinweis auf ihre angebliche Schwäche der Kommission ihre loyale Mi arbeit bete- ist, wird es nt.ti1 möglich- le n ,ya ebnrem Ende zu kommen und die voll tän »g.» Zu ückziehung der Kommission oder au.)- nur ei ic we en liche Reduktion des Personalbc stau des in Erwrgung zu ziehen. Der in der deutschen Rote vom 9. Januar zum Ausdruck gelangten Anschauung, daß ein persönlicher Kon all zwischm der Kommission un) den deutschen Militärbehörden nicht mehr notwendig sei. können die alliierten Regierungen nicht bei- pflichten, da sie, wie bereits gesagt, für die Erklärung der deuckchen Regierung über die vvtt- ständ'g: Durchführung aller m li.ärischen Kim e'u des Vertrag; mit Ausnahm.r der fünf Punkte keinen Beweis beckitzen. Die alliierten Regierungen wiederholen, dast sie bestrebt sind, auf sede mögliche Wckse und in einem möglichst kurzen Zeitraum die Last der Kontrolle, die auf Deutschi and ruht, zu erleichtern. 3m Hinblick auf dieses Ziel sind sie auch jetzt noch bereit, der deutschien Regierung folgenden Vorschlag zu machen: Beschränkung der Ausgaben der Kommission aus die fünf Punkte, wrd spüier Schaffu..g eines Garantiekomiters oder eines anderen Organs mit gleich/:n Aufgaben, das an die Stelle der Kommission treten würde, sobald diese sich davon überzeugt Hal, daß die Durchführung der fünf Punkte soweit fortgeschritten ist, daß die endgültige Regelung gesichert erfch^ittt. Dieses Angebot wird jedoch- unter folgendem Vorbehalt gemacht' Mit Rücksicht darauf, dast die Kontra)lle praktisc'h seit länger als einem Hahr geruht hat. und den von der Kommission getroffenen chntchckdungsn und unter voller Wahrung der Kontrollrechte üotgenommen werden, um den interessierten Rationen hinsichtlich des gegenwärtigen Cüandes inbezug auf das Kriegsmaterial, die Red 'utierung und die militärische Ausbildung in Deutschland volle Beruhigung zu geben. Die alliierten Regierungen sind überzeugt, daß ein Vergleich auf dieser Basis beiden Teilen Vorteile bringen würde. Kommt ein solcher Vergleich nicht zustande, so wird den alliierten Regierungen n ichts an'ce es übrig bleiben. als in der genauem Anwendung der Röchle sortzufahren, die ihnen der Vertrag einräumt. * Zu der Note berichten die Berliner Blätter, der Inhalt der Rote lasse erkennen, daß es srh hier um ein Kompromiß z'w'ckckxit den Regierungen von Frankterch und England handele. Die in der Rct: an gekündigte Wiederaufnahme der allgemenren Militarkontrolle bedeute für das deutsch«'. Volk eine neue schwere moralische Belastung. Die „Germania" betont i?ei Wunsch, aus der Sackgasse herauszukommen, in der man sich im Augenblick befinde. Sie körne aber nicht Maßnahmen zustimmen, wie sie die Robe vorsehe, die über den Versailler Vertrag hinauSgehe. Die allii.rten Regierungen Dürften nrcht vergessen, dast auch di.' dealsche Regierung mit cuurr öffentlichen Meinung zu rechnen habe, und daß aus der Mißl)andlung der deutschen Se l scharr i h b:r Zustand der Beruh gnng und des Wickm.s zum Fr.eden e.pachsen könne, der bi? beste Sicherung für Frankreich sei. — Das „B. T." bez.i haet die Fordernrng der nochmaligen allgem.ia.n Milllärkontrvlle für Deutschland als u n er träglich Hinsichtlich des in der Rote eowogenen Garantiekomitces bemerkt das Blatt, es fei zwar in Aussicht gestellt, dast das Komitee rV.it dauernden Charakter haben solle, aber eine sichere Binduni für die zeitliche Begrenzung der Wickung des Komitees fehle. — D.r „Vorwärts' erhebt im Sinne des Bersaillrt Vertrages, der die Abrüstung einerseits Deutschland, aber die Einleitung allgemeiner Rüstungsbeschränkungen allen Rationen auferckegr, die Forderung, die in dem Vertrag und in der Rote vorgesehene Völker bundsaufsicht unter- schi dslos aus alleVölkerauszudehnen. R.hme Deutschland als glcichbeoechtigies Mitglied der Völk rgemri ck-chaft an der Ausübung dieser gegenseitigen Aufsicht des Völkerbundes über feine Mi gileb.r teil, damn ver-wirkliche sich dec Bund g^ichberechtigter Völler. Die Ernährungslage. Berlin, 7. März. (Priv.-Tel.) In der Fortsetzung der brlitifdjen Aussprache im Reichstag erörtert ReichSenrährungsminister Gras Kanitz die Emäheuirsslage. Die sehige Sanierungskrise hat dazu gefuh.-t, daß noch immer Hundrrttausende von Deutschen hungern und aus- schliehlich auf die Liebestätigkeit tes Aus- und Lnlandes airgewiesen sind. Wir danken für die herzliche Hilfe aus dem Lluslaarde und ganz besonders dem Papste. (Beifall im Zentrums A.'er auch die Liebestätigkeit des Inlandes kann nicht hwch genug anerEannt werden. Im Dor- j. h.e sind im Durchschnitt allmonatlich Lelxns- mittel für 1200 Kinder von Der Landwirtschaft aft leitet gegeirtoärtig unter einer Erckoagskrije, die sehr bald auch der ganzen deutschen Verbraucherschast sich lehr empckndlich fühlbar machen wird. Der der-zeiiigc S.euerdruck auf die Landwirtschaft ist nach bet Meinung des FiimnMinisters nur ganz vorübergehend tragbar. Die Landwirtschaft must aber jetzt vorübergehend schwere Opfer bringen, um die von ihr selost gestützte Renten- ma rt stabil zu erhalten. Die gestern gegen die Goldkredltbank gerichteten abfällicea Demertungen kann ich n.icht billig- n Die Re rtenmark allein kann tie Kreditansprache der Wirtschaft nicht befriedigen. Die Landw?rts-HLft hat das größst» wirtsle Nahrungsmittel zu verbilligen, muß die Zahl dec Zwischenhändler vermindert werden. (Lobh. Zusttrnmung.) Die gegenwärtige Auswanderungslust bei der Landwirtschaft ist erschreckend. Sie hungert noch nicht, aber wenn sie erst hungern würde, dann wäre auch unsere ganze Dvlks- ernährung vernichtet. 2lbg. S^r. Sch ifser (Dem.) erblickt in den Deden der Opposition den Beweis dafür, baß der Weg des Ermächtigungsgesetzes zur Uebertoin- dung der gegenwärtigen Sch^wierigkeiten der richtige gewesen ist und verlangt, daß der-Reichstag auch für die Rotverordnungen der Regierung trotz mancher Bedenken die Mitverantwortung übernimmt, indem er keine Aufhebungsanträge stellt. Hinter den Anträgen der Opposition stehe kein positiver Ausbauwiste, sondern nur die zersetzende negative Kritik. Der schematische Achtstundentag könne nicht Wiederhergestestt werden, denn die Mehrarbeit sei eine wesentliche Voraussetzung für die Reubelebung der Wirtschaft. RetchSwirtschaftsminister Hamm: Die 6teuer- Notverordnungen und die übrigen, in den Einzelheiten vielleicht anfechtbaren Verordnungen sind unbedingt notwendig, um die Stabilität der Renteninark und eine gewisse Sicherheit der Wirtschaft zu gewährleisten. Es ist nicht zu leugnen, dach manche steuerliche Belastungen die Wirtschaft über Gebühr belasten. Aber die Wirtschaft hat diese Lasten zu tragen in dem Bewußtsein, daß eine neue Inflation st euer noch viel schlimmere Wirkungen haben müsse. Wir müssen eine aktive Handelsbilanz anstreben; gegenwärtig zeigt unsere Handelsbilanz wieder eine Qleigung zur Passivität. Mit bei? Aufhebung der Einfuhrverbote und der gleichzeitigen Ermächtigung zur Neuregelung der Zölle haben wir ein Mittet in der Hand, um ohne eigentliche Zwangs- maßnaßmen die Preise zu beeinflussen. Gegen die Ueberschreit ungen der Devisengesetzgebmig werden wir mit aller Scharfe einschreiten, auch im Inler- esse des soliden Bankgewerbes und der Wirtschaft. Wir brauchen jetzt im Interesse der Wah- rungsstabilität billige Preise. Die Steigerung der Produktion muß begleitet fein von der Einschränkung der unproduktiven Leerlausarbeit. Wirtschaftliche Fragen bürfen nicht vom Gesichtspunkt der Parteipolitik auS behandelt werden. Der Hitlerprozetz. München, 7 .März. (Wolff) Zu ber heutigen Sitzung, die unter sehr starkem Andrang stattsand, fanden sich auch bi; Staatsanwälte Dr. Stenglein und E h a r t wieder ctn. Gleich nach Beginn der Sitzung gab Iustizrat KoU eine Erklärung ab, in der er die gestrigen Vorfälle bedauerte und den Staatsanwalt um Entschuldigung bat. Hierauf wiid bet Hauptschrift lei er Adolf Schiebt als Zeuge auf gerufen. Dieser erklärt, in einer vorher abgehaltenen Konferenz vaterländisch gesinnter Männer sei erwogen worden, >b es nicht nützlich sei, dem Generalstaatskommissar Gelegenheit zu geben, seinen bisher nur theoretisch angekündigren Kamps gegen den Marxismus zu begründen und diesem negativen Ziel auch em positives an die Sette zu setzen. Diese Absicht habe die Dilltgung des GenevalstaatSkommis- farS gefunden. Zeuge schildert hieraus die bekannten Vorgänge im Dürgerbräu. Als die bayrische und die Reichsregierung für abgesetzt erklärt trar den, sei ihm klar geivorden, dah hier ein Putsch vor sich gehe. Es sei ihm ausgefallen, dah Herr v. S e i h e r seine Erklärungen nur genötigt abgab Der Charakter der Erklärung KahrS und die.scheinbare Einigkeit seien ihm nicht klar geworden, weil er sich sagte, ein Diktator, bet sich mit der Pistole eine andere Auffassung aufdringen lasse, fei für ihn und auch Wohl für die Oeffeutlichkeit erledigt. Zeuge hak nicht die ilebei-^eugung, daß dies etwa eine Komödie gewesen fei; dazu sei der Vorgang viel zu ernst gewesen. Aber er habe die schwersten Zweifel gehabt. Als nächster Zeuge wird dann Se. Gxzellenz Generaloberst der Infanterie a. D. Felix Graf B o t h m e r aufgerufen, der vereidigt wird. Der Zeuge bekundet, dah er mit der Denkschrift LossowS in keinerlei Zusammenhang stehe. Zu den Vorgängen im Bürgerbräu erklärte der Zeuge, er habe den Eindruck eines vorbereiteten, brutalen Ueberfalls. Die Erklärungen der Herren seien unter direktem Zwanx erfolgt. Der Zeuge hat auch den Eindruck, dah die drei Herren ihre Grllärungen nicht ernst gemeint hatten. Auf die Frage eine- Verteidigers, ob der General es für möglich gehalten habe, daß ein deutscher Offizier ein auch unten Zwang abgegebenes Wort nachträglich breche, erwiderte der Zeuge, er habe n i ch t den Eindruck, dah das Wort gebrochen fei. Er habe sich mit den Vorgängen nicht direkt besaht, und sei wohl davon unterrichtet gewesen, ohne aber die Motive zu kennen. Zeuge Geh. Rat Gruber hat den Eindruck gehabt, dah"Ludendorff im Dürgerbräu Überrascht worden sei. In der Nach-nittaasslyung wurde zur Vernehmung des Fabrikbesitzers Max Kühner ge- sch i t n, ter Vo:s'a rKmitgleb te: vaterländisch' n Verbände ist. Derselbe gibt feinen Gesamteindruck dahin wieder, dah die Herren Kahr, Lossow und Seiher vor einer schweren und fast unerfüllbaren Aufgabe standen, dah sie sich aber bei Ernstes der Lage bewußt waren. Man sei sich klar gewesen, dah eine AuSeinandersetzuna mit Derlin kommen muhte, eine andere Frage sei es, aber, ob eS sich in Wirklichkeit um einen Marsch gehandelt hätte. Hierauf wird Generalmajor Freiherr von Kretz vernommen, der aU Führer der siebenten Division een schweren Verdächtigungen Stellung nimmt, die im Saufe des Prozesses gegeti die Reichswehr vorgebracht wurden. Die Behauptung, dah auf drin Odeonsplaye aus einem Panzerlastkrafttvagen geschossen worden sei, bestreitet der Zeuge ganz entschieden. Auch die Annahme, taß nach der Einschließung des Reichswehrkommandogebäudes die Reichswehr den Waffen st ill st and gebrochen und das Feuer eröffnet habe, fei falsch. Die Reichswehr habe am 9. November blutenden Herzens ihro Pflicht getan, und ihr Gewissen fei durch keine Schuld belastet. Die neue Belastung, die diesen Prozeh für die Reichswehr bedeute, habe diese nur noch fester zusammengeschlossen. Nunmehr wird in die Vernehmung von Oberleutnant Braun ctngch-eicn, dem bte Grs chie - hung dos Leutnants Casella zur Last gelegt wird. Der Zeuge erklärt auf Eid: Folgende Angriffe sind bis auf das letzte Wort erlogen: 1. Leutnant Casella habe vor feinem Tode auS- gefagt, dah er ihn erschossen habe. 2. Leutnant Casella sei während des Wafsenstillstcmdes gefallen. 3. Er habe versucht, den Offizieren das Portefeuille und die Achelstücke abzu.eißen. 4. Er habe den schmählichen Ausdruck gebraucht: „Was gehen mich bte Toten der .Reichsflagge" an!" „Ich bin Soldat und werde dafür bezahlt!" 40 Mairn seiner Kompagnie seien bereit, die Hand zum Schwur zu erheben. Er versichere nochmals, dah er Casella nicht erschossen habe. Von den ganzen Angaben des Hauptmanns Röhm bleibe nichts übrig als für ihn der traurige Ruhm, einen untabc-igeu Offizier vor Gericht in leichtsinniger Weife des Mordes bezichtigt zu haben. . Der Zeuge stellt auf Befragen »eiter fest, dah er ausdrücklich den Befehl gegeben habe, den Ofi-,irren bk Waffen zu lassen und dah er min- bestens zehn Offizieren die Was, n persönlich wieder zurückgegeben habe. Ter nächste Zei^e, Oberst G h e l, Kommandeur der Reichswehr in Regensburg, gibt an. dah er in der Nacht zum 9. November den Führer der dortigen Nationalsozialisten verhaften und seine Mannschaften entwaffnen lieh. Auf wiederholte Fragen, ob sich dieser bedingungslos seinem Besehle unterstelle, habe dieser erwidert, er habe andere Befehle von dar neuen Regierung. Er solle zunächst Geh. Rat Held verhaften und dann die Druckerei des sozialistischen Blattes zerstören. Aus weitere Fragen erklärt der Zeuge, In öffentlicher Sitzung nicht antworten zu können. — Zeuge Major a. D. Siry äußerte sich auf die Frage, i welchen Eindruck Kahr auf ihn in der Baracke des I.-R. 19 gemacht habe, unter Bewegung im Sihungsfaale: Wenn ich ein Maler wäre und würde das schlechte Gewisfeir zu malen haben, so tourbe ich Kahr als Modell nehmen. — Hierauf entwickelte sich zwischen O^erieutant Braun und Major Siry eine heftige Debatte. Siry sagt, als er bei Oberleutnant B'-aun gegen die Dehandlung in drr Haft Beschwerde erheben wollte, habe dieser ihm geantwortet, es fei unerhört, wie hier aufgetreten worden fei. Man wollte die Kaserne flfirmen. Aber daS eine ßnne er ihm sagen: „Er werde diese Hunde zusammen- schietzen mit lächelndsm Gesicht? (Große Bewegung im Gertchtssaage.) Braun erklärt, daß er sich an diese Aeußenrng nicht mehr erinnern könne. (Bewegung.) Ep. Braun, habe von feinem Kommandeur den Befehl erhalten, Siry nicht auS der Haft zu entlassen. PoincarL und die Sachverständigen. Paris, 7. März. (Wolff.) In ebner Kammer rede zur inneren Politik sagt Ministerpräsident Poincact u. a.: Wir haben die Aufgaben der Sachverständi er fcftglegt. Die Konferenz ist noch nicht zu Ende. Alles, was ich sagen kann, ist, dah ich dir feste Hoffnung hege, day dir Sachverständi;genkommi,'sivnen sich, nteht im Grg-nsatz zu der fterv.öflscheii Auffassung stellen werde, dah im Gegenteil die französischen Interessen von ih-.em kdericht nichts zu fürchten haben. 3d> hege bk feste Hoffnung, daß es enb- lich zu einer 'Verständigung zwischen den Alliierten kommen wird, ofy.ve daß wir irgend einen von Miseren Ansprüche zu opfern brauchten. Wenn auf diese 'Weise bk Einheitsfront wi-eder- h rgestellt wird, so wird Deutschland erfüllen. Dir 'Bremse, die durch» dk Ruhrbesetzung vor allem den Industriellen angelegt werden ist, hat die Wirkung,^ daß wir alle Aussichten auf eine rasche Durchführung der. Generalregelung haben. Kleine poHtifc^e Nachrichten. Auf einem parlamentarischen Teeabend beim hessischen Landtagspräsidenten Adelung, zv. dem der Staatspräsident, die Minister, eine Reihe Parlamentarier, Regierungsvertreter und andere Gäste geladen waren, spnich Professor Dr. Delbrück - Gießen über ,Bildnisse des ausgehenden Altertums. Die demokratische Reüchstaasfraktion beschloß, für die Reichstags wählen den Sonntag vor Palmsonntag vorzuschLagen. In einem Schreiben an den päpstlichen Nuntius in Berlin, GrMschvf Pacelli, wandte sich der preussische Ministerpräsident Braun mit Ausdrücken des Bedauerns gegen die Ausfälle LudendorffS gegen den Heiligen Stuhl. * Durch ein Breve des Apostolischen Stuhle« wurde der ReichstagsabZevrdnete und älniüer- sitätsprosessor in Munstnc i. Westf. Dr. Georg Schreiber zum päpstlichen Hausprälaten ernannt. Die Lage bet der Badischen Anilin- und Sodafabrik in Ludwigshafen ist weiterhin gespannt. Tausende von ausgesperrten Arbeitern stehen in bedrohlicher Haltung vor der von französischer Infanterie bävachten Fabrik. * Theunis hat seine Verhandlungen zur Bildung des belgischen Kabinetts abgebrochen. Man führt dies auf Schwierigkeiten bei der Verteilung der Portefeuilles zurück. Der Führer der Liberalen Hymans soll als Außenminister nicht mehr in Frage kommen. Dis jetzt hat man als möglichen Nachfolger Ja s p a r oder den ehemaligen Ministerpräs identen Car ton de W i a r t im Auge. * Die Rifleute sollen die spanischen Stellungen bei Tizzi-Assa imb bei Laacib-Midar eingedruckt, fünf spanische Abteilungen überwältigt, 603 Gefangene gemacht und vier Flugzeuge abge- schossen haben. Sämtliche verfügbaren Truppen von Algeciras sind nach Melilla geschickt, außerdem sämtliche Truppen aus den sübspanischen Häfen. Die Rifleute näherten sich Melilla. ♦ Infolge des Sinkens des spanischen Pesetas ist durch Verordnung des Direktoriums der Devisenterminhandel verboten worden. Deim Erwerb von Effekten oder beim Umsatz von ausländischer Valuta wird an bet Börse und im Bankverkehr bet Nachweis eines Importgeschäftes verlangt. * Das türkische Kabinett ist zurückge- treten und von Ismet Pascha entsprechend den von der Nationalversammlung angenommenen Rcfotmbestimmungen umgebildet worden. Auch in dem neuen Kabinett ist Ismet Pascha Ministerpräsident und Außenminister. * Der frühere Kalif ist In Territet am Genfer See mit seiner Familie eingetroffen und im Grand-Hotel abgesttegen. Aus Stadt und Land. Giehen, den 8. März 1924. Die Mittel für die Erwerbslosen« fürforqc. Durch eine Verordnung vom 13. Februar ist die Aufbringung der OHLtet für bte Grwerbs- losenfürsor^ derart neu geregelt worden, dah die Höhe der Beiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer ab 1. März in Bruchteilen des G tun dlo hnes ie tzu setzen ist. Für tne-vnBezirk sind 3 v. H.^des Lohnes, der für die Berechnung der Krankenkassen bei räge mahgebend ist. bestimmt. worden. Die Beiträge, die von den Krankenkassen mit den Versichernngsbeiträgen er- h)bsn werden, verteilen sich auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte. Man beachte übrigeirs die heutige Bekanntmachung der Allgem. Ortskrankenkasse für die Stadt Gießen. * Zur Beachtung bei Nelsen nach Darmstadt. Die Reichsbahnbirekttvn Mainz (z. Zt. in Darmstadt) hat in allen Abteilen der zwischen Darmstadt and Frankfurt ohne Aufenthalt verkehrenden Züge Warnangsschilder anbringen lassen, bte folgende beherzigenswerte Ermahnung geben: „Aufenthalt auf der Plattform verboten, Wagenfenster anb -tüven wählend der ganzen Fahri geschlossen hatten. Kein ungehöriges Gebühren zeigen. Keine Gegenstände (Pakete, Briese und bergt.) abwersen ober an- nebmci. Bet pahfreien Züg-.n, d. h. Zügen, die planmäßig das besetzte Gebiet ohne Halt durch- iahren, bei auhergewohnli i-ern Halten nicht einober aussteigen, anderenfalls Paßieoision eventl. Vei Haltung. Reisende, schreitet gegen unzebühr- liches 'Benehmen von Mitreisenden ein und unter» stützt unser Personal, damit bei' mit großer Muhr erreichte direkte Verkehr erhalten bleibt." ♦ ** Musikdirektor Krauhe f. Gestern morgen Ist der ehemalige Großh. Musikdirektor des Inf.-Regts. Nr. 116 Karl Krau he nach kurzem Krankenlager Im 80. Lebensjahre entschlafen. Musikdirektor Kvauhe, ein geborener Sachsen-Altenburger, diente als Musiker zuerst in Glah und Breslau, machte im Feldzug 1866 die Schlachten bet Nachod, Skalitz und König- grät) und im Kriege 1870/71 die Schlachten bei Weihenburg, Worth. Sedan undzdie "Belagerung von Paris mit Ihm war das Glück beschieden, im Spiegelsaal zu Versailles Zeuge der deutschen Kaiserproklamation zu 'ein. Im Jahre 1872 kam er nach Giehen als Leiter der Kapelle des 116. Inf.-Regts., die 37 Jahre lang unter seiner Dirigentschaft stand. Er konzertierte mit seiner Kapelle oft in größeren Städten (u. aus, Bahnhof strahe: „Zaida". — Palast-Lichtspiele: „Fremdenlegionär Kirsch". — Astoria-Lichtspiele: „Das Abenteuer einer Nacht". — Tages ka len der für Sonntag; ®lef)cner Konzerlverein: vormittags 11 Uhr tn der Aula Orchestertonzert. — Stadtthixtter: 7 Uhr „Der Glas von Luxemburg". — Ka-H. Dereinsfteus: 3 Uhr offen:fieber Vortrag über „Die Losung der Kleingartenbau- und Hcimstättenfiage durch das Hess. Landg^rsetz". — Deut scher christlicher Technikerbund: Löberstrahe 14 um 9 Uhr beginnend Be- zirkskonserenz. — V. f. D. Sponplah Trieb, 3 Uhr: Entscheidungsspiel um die westdeutsche Meisterschaft. — Turnhalle: 8 Uhr Liliputaner-Gastspiel, 4 Uhr nachmittags Märchenspiele. — Lichtspielhäuser dasselbe Programm wie am Sams.ag. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: In der morgigen Auf- füh.ung von „Der Goas von Luxemburg" wird bte Rolle der Angele Didier von Fcl. Anita Franz, die viele Oihre am Frank ur er Ope n- haus tätig war, gegeben werden. Zw i e( vs ui.5 dieses Gastspiel Las an und für sich lebhafte Iw- tereffe für diese Vorstellung noch weiter fteigernt — Die Zentrumspartei Giehea hält morgen, Sonntag ab.-nds 8 Uhr, Im großen Saal des Kath. Vereins hau'es eine große öffentliche Versammlung ab. Frau L e u s ch, M. d R., Berlin, spricht über „Unsere grundsätzlichen Forderungen zur polilisch.m Läge"'. Der Referentin geht — so schreibt man uns — der Ruf eines ausgezeichneten Rednerin und politisch hochstehenden Persönlichkeit voraus Nach dem Vortrag soll eine freie Aussprache statlsluden. — Mechaniker - Zwangsinnung. Montag Dormlhag Pslicht-Verjammlung. (Ste^ Anzeige.) — ^Wie gewinne und erhalte ich gesunde und starke Nerven?" Ueber dieses Thema spricht Dr. med. Strünfmann aus Sc den am kommenden Montag abend 8 Uhc im Hotel Sch- tz. Veranstalter ärs Vortrages ist der Naturheilverein. Landkreis Grckcn. :/: Utphe, 7. März. Der größte Teil der Arbeiter, die bei der Grube Friedrich in Trais-Horloff beschäftigt sind, hat dies« Tage die Arbeit wieder ausgenommen. Vor etwa fünf Wochen war die gan$e Belegschaft, ba sie bic geforderte Verlängerung der Arbeitszeit ablehnte, in den Streik getreten und erhielt daraufhin von der Grube zum 24. 1. gekündigt. Die Arbeitszeit ist nun entsprechend einem Sachverständigen-Gutachten so Der-, I g ( \ | i ist in den, "Kreisen, Ä S XQlkZr / ff § anspruchsvoller 'RcLULcheV' $ \ / F f wohlbekannt >ir "r------ ------ ■■ i-MiiA—riryn....................... -- - - - -WP_rUH.O Kirche und Schule. • Kirchliche Dienstnachrichten. Am 7. Februar wurden der evangelische Pfarrer Ktrchenral D. Wilhelm Wahl zu Beienheim mit Wirkung vom 1. Juni, der evangelische Stadt- er- tzelegt. Zum Bürgermeister wurde der Dei- aeordnete Joh. Hock gewählt und jetzt in den Dienst eingefuHrt. Kreis Schotten. • Schotten, 7. März. Don vielen Seiten tototrb darüber geklagt, dah di« Mäuseploge troO Kälte und Düsse in unserer Gemarkung noch £mmer sehr groß ist. Einzelne Gemeinden haben pKußrcgtfn zur Bekämpfung ergriffen, die aber pcnig Erfolg halten. Falls nach dem Auflauen L>es BodenS noch, kerne Besserung festzustellen ist und Gefahr für dre kommende Ernte besteht, wird von amtlicher Seite eine allgemeine Bekämpfung der Schädlinge in die Wege geleitet werden Kreis Büdingen. * Aidda, 7. Mürz. Die Haussammlung bei dem hiesigen Pfalz-und Rheintag erbrachte 417 Goldmark, die dem Ministerium des Innern in Darnrstaüt Oberwiesen wurden. Kreis Friedberg. • KlrchgönS.8. März. Morgen Sonn, tag nachmittag wird Landwirtschaftsrat Dr. K i s ch e r ° Butzbach hier einen Vortrag über „Düngung und Fruchtfolge" halten. * Bad-Aauheim, 7. März. Gestern und vorgestern traten sieben unserer Mitbürger die Ausreise nach Brasilien an, um sich dort «ine it3ä Existenz zu gründen. • Friedberg. 7. Alärz. Die ^Gemeinnützige Baugenossenschaft derFried- derger Handwerker^ beabsichtigt, auf einem Gelände, da- die 6^‘aM zur Dersügung stellt, solide Tinsamillen Häuser zu errichten und diese Lu möglichst billigen Pilsen abzusetzen. Di« Genossanschast gilt als Unternehmer, die einzelnen Handwerker arbeiten im Auftrage der Genossenschaft. Die Bauleitung liegt in den Händen eines Architekten, welcher nach den G^ndsähen der Privatarchitekten alS neutral« Perion, nicht als Angestellter ter Genossenschaft arbeitet. Die Bauten werden nur aus gutem Material erstellt. Die Billigkeit soll dadurch errecht werden, dah durch das Aneinanderrersen mehieier Häuser zu einem längeren Dau bedeutende Ersparnisse eia- treten. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M.. 7. März. Der Strahenbahnbetrieb hatte in den letzten Tagen wiederholt unter erheblichen Störungen technischer Astor zu leiden, di« sich in unliebsamen BerspZtonyen und Verzögerungen des Verkehrs-auswirkten. Donnerstag nachmittag trat abermals eine Störung em. Dabei wurde im Werk I in der Gutleut straf)« ein Arbeiter durch ansspritzentes Oel schwer verbrannt. Die Störung machte sich auch insofern bemerkbar, als in den Hauptpostraumen eine längere Zeit hindurch bei Kerzenschein gearbeitet werden muhte. Pfarrer Otto vcrrva zu Wimpfen mit Wirkung vom 1. Juli, und am 28. Februar der evangelisch« Pfarrer Theodor Weber zu Lang-GönS mit Wirkung vom 1. Juli auf ihr Aachsuchen unter Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienste in den Ruhestand versetzt, Wettervoraussage Leichter Frost, morgens knmsttg, tagsüber vielfach heiter, später zunehmende Bewölkung, höchstens geringe A.ederschläge. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Dietzen. Sonntag, den S. März. Invokavit. Stadtkirche. 97,: Pfr. Becker. 11: Kinderk. für die Markusgem.. Pfr. Becker. 6: Pfarrassistent Hertel. IohanneSkiche. Ordentl. Kirchenvisitation d. Herrn Geh. Oberkonsistorialrat Superintendent . Petersen. 9'/,: Zugl-Militärgottesd. Pfr.Ausfeld. IkÄinterL f. d. Lukas- u. Iohannesgem. 3: Christenlehre f. d. LukaS- und Iohannesgem. 6: Pfr. BechtolSheimer. — Kirchberg. 10. — Mainzlar. 17,. — Wieseck. 97«: 11: Kinderk.-. abds. 77,: PasstonSand. Katholische Gemeinde«. Gietzen. Samstag, den 8. März. 4 , u. 7 Beichte. Sonntag. 9. März. 67, Beichte. 7 Messe, Komm. d. Iüngl., 8 Komm., 9 Hochamt m. Pred, 11 Messe m. Pred., 57, Christen!, u. And., 8 Dersammlung der Gemeinde, Dereinshaus. — Grünberg. 9'/, Messe m. Pr. — Dienstag u. Freitag abds. 67, Fasten^lnd. Geschafttzches. — Die Deutschen Schollwerk« in Frankfurt a. M. veranstalten vom nächsten Montag Btt einschL. Mittwoch im hiesigen Schuh- Haus Reih eine Vorführung ihrer Futzpsleg»- Spezialartikel. (Siehe Anzeige.) 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Dir Gemeinde Aieder-Dessin- g en verkauft im Wege schriftlichen Angebots nachverzeichnrtes Holz: 8 Stück ^-ichten-St. 3. Kl. — 12,25 Fstm. Nutzholzve steigenmg im Licher Stadtwalde. Fn den Distrikten Kreppelwäldchen, Oangcbuchrn, Eisenbaute, Mönchköpfe, Fich.eickopf und Schwei.testallsh. feiger flciuaucriei Ächelhtrii mit Warme diranf für 100 Gc bmarf ,ii Dcrfanfcn. Wo? 'ttnt die («eschaitsst. deSGten.Anz.0>7tz4n Kleine Junten- Teleg aphie «nach Marconn auch f. Sämlziv. gerinn. Alt verkamen. 017323 Nordaulage 21 p. Größerer Posten Friilihsitieostsr Alt verkaufen. 017995 Marburg. Str. 30 DaS Holz ist mit Rinde gemessen. Aähers AuZkunft erteilt Förster Keil, Ettingshausen. Angebote sind getrennt nach Sortiment und Klassen pro Fm. verschlossen mit ter Aufschrift „HolAsubmission" bis spätestens Mittwoch, den 12.März, vormittags 11 Llhr, bei der unterzeichneten Bürgermeiiste.ei einzureichen, woselbst alsdann die Eröffnung ter Gebote erfolgt. Die Bedingungen liegen bei uns offen und werden im Termin befann(gegeben. Die Genehmigung bleibt Vorbehalten. 1673V Die Fichten-Stämme 5b Kl. = 4,55 Fm. werden am Mittwoch, den 12. März 1924, nachmittags 1 U(jr ab, versteigert. Zusammenkunft am Ortsausgang. Aieter-Dessingrn. ten 6. März 1924. Bürgermeisterei Steuernagel. Memme Nkskroillkillllfse M die SkM Siehe«. Durch Verordnung des Aeichsarbeits« ministers sind ab 1. Mär, 24 die Beiträge zur Erwerdslosenverficherung in anderer Form wie seither zu erheben. Der Der^ waltungsausschuh des öffentlichen Arbeits. Nachweises für den nördlichen Teil Oberhessens hat diesen Beitrag auf 3 Prozent des jeweiligen Grundlohnes der Krankenkasse festgesetzt. Wir sind hiernach verpsiich- tet, ab 1. 3. 24 folgend« Beiträge zur Lr- [StellenangeJote| Zuverlässiges Kindermädchen miienuasNähkcnnt- nisjen nefiutn. 0IJ9M Frau M. Döhler, Alirestraste 25. ^iichliae 6*nrten: Arbeiterin für dauernd aesnch'. 17 81) K arbttTBT Str, 38 I, Aeltere», zu verlass. Mädchen für kleinen Haushalt (2 Personen» flefuebt. 0179X3 Frau Sanitätsrat Hofmann, Hcuckcldcim b. (Mic ;cn. sfcrkcl nnö 8änkr[totiut zn verlaufen. Hrnchelheim Wilssclmsttahe 7 Tfl. 1191. 1681 p Schäfrrftüttdin mit Stammbaum au oerfmifen f ,’"HI Ekbottstrake 15 Hl. Biitgclitiiit teliirtiaB in der 9käüe Giessens zn vi rkanfen. Zu ersraaen in der GefchäiiSstelle beo Giessen. AnAetq. Snhnitrkgcliniit ca.3Moraen, au verkaufen. ©dir. Anne- bote unter 17101) an den Gie i. AnAeiger. Direktion der Provin^ul-Pflege-anstalt. Nutzholzverkauf Die KreiSstrahe iverwaltung Dietzen will im Cü3?ge des öffentlichen Angebots folgendes Autzhol; verkaufen: 1. An der Kreisstrahe Lich-Sberstabt: teeng'as (Leitz) ssmal. mii Futteral. imnebroudH, au uer» kaufen. Sdirifiliüe dinaeboie um.Oi7949 an d. Giess. Än^eia. s>ast neue 0l,WM Gilt-Kopie. $rtüt und b anne Leder- (trtinafcbcn au verkaufen. 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G. «. sagt es dem andern Die 0lTW4 Handelsschule ,Hermes‘ 60 Bahnhofstraße 60 beginnt am 1. M 31 das neue Schuljahr. Halbj.-ajahreskurse Höhere Handelsfachklasse. Anmeldung täglich. Prosp. frei.. Stadttheater Tonntaa, 9.März, von 7 bic* io Ubr: Der Graf con faremönrg. Cecrctte von VcbAr. Dienstag. 11 Marz bo i 7 bis v'/, Ubr: Sssh firotoötL Mitttooch! L März von 7 bis 10 Ubr: 19.iniffiüO!M(ö.-3nl Der Grlif oen £uremöiirg. eprcitag, 14. März, von 7—*J3/, Uhr: 18.^nnv'Ifö.-BrX Hlnrla THnqOa’pne. Bürgerlich Trauer- • fviel • on Hebbel. Tonina t.ltt März, Von 7 vis 1 o Uhr: Der törf ooo Cuiemüntg. Der Qnr enuerfnuf beginnt jeweils acht Tage vor der beir. BorsteNung Kaffen» stunden wochentags von 10—1, E ountagS v. 11-12*/, Uhr. lwr Verschiedenes) 11 Somnier-11 U fproifen U Ein elnfaeh. wnitlar- baresTitelteUe nern jedem koileoles mit. Ztca EL Uolont Hannover C. « Edenstr.30 A.iet,»s 51D^fhnii 5llitt-z6nlt imbolllnsslstenMNNU Eingang Braudmay Loaniag, 9. Marz Montag H). „ Mittwoch 1 !. w Conutao 10. „ geöffnet von 11 biS 1 Ubr u 3 bis > Uhr. Kleines CintrittS- geld vir Deckung bei llnfo ic r. i>17 »91 nach kurzen, schweren Leiden im 79. Lebensjahr in die Ewigkeit abgerufen worden. In tiefer Trauer Lieh, den 6. März 1924 1659D neincbt. 017897 17954 «23 Suche für mein [1664D gesucht. 017976 Wohnungstausch Die Vorstände. 1675D W-tzM IM wünscht Der Vorstand. fronen 1680D i Benteler lefiit Gienen. 1627 h Mietqesuche Bewerb.inn nit: Ki44 A Sicher Straße 13. 1645Q Wohnung 4 017918 gesucht. 1636 D V .j... kür Küche und HauS Auui 15. Mur» Altanges. Fabrikat.- u. Handelsfirma sucht für die hiesige Gegend tüchtigen Vertreter mit besten Beziehungen zu Berbraucherkreisen ^christliche Angebote unt. 1689D an den Gießener Anzeiger erbeten. 1 »l IW« Karl Euler. Ludwig^vlast 3. Licbigftr. 3 I. ■ ■ • . . Q.-'r ' KräfL, gesunder Gärtnerlehrling Die Beerdigung findet Sonntag, den 9. März nachmittags 3 Uhr statt Heute morgen ist mein lieber Mann, unser treuer Vater, Schwiegervater und Großvater der Großherzogliche Musikdirektor s. D. Herr Karl Krauße Frau Emma Krauße Zahnarzt W. Koch u. Frau Clara, geb. Krauße Emmy Krauße Prof. Dr.F.Werner u. Frau Hedwig,geb. Krauße Musikmstr.E.Kraußeu. FrauLotte.geb.Goeden Kaufmann Karl Waag u.FrauAgnes,geb.Krauße und 7 Enkelkinder. Gießen, Butzbach, Marienburg, den 7. März 1924. Die Beerdigung findet am Montag, den 10. März nachmittags 2 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Apotheker i. R. im 80. Lebensjahre sanft entschlafen. Marie Weber geb. Krausser und Kinder. SonOltord n. CO 6. Weimar Frankfurter Ltr. 4t Aihnlbirefiion der Atlr»M-Bersicheruug'- bauten m Ludwigshafen n u Nheiu. Frank» nrt am Main, Bürger kl raste 8. Heute Nachmittag 5 Uhr ist mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Wilhelm Weber i«oD Kavallerie-Verein Gießen. Verein ehern. Hess. Leibdragoner des Kreises Gießen. Unser lieber Kamerad Herr Georg Brück Gendarmerieoberwachtmeister in Lollar ist gestorben. Beerdigung morgen, Sonntag nachm.,3’/4 Uhr in Lollar. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Abfahrt Gießen 12.36 Uhr. WsM für Solonioiroaren. bei bei einschlägigen 5ti ndlchail gut ein- gefühn, Altin 1. 4. gesucht. Cff. unter Nr 3034 au Herio, v iitelb. Annouren-Erved, SanfmaHcn gesucht. Leisler. «UM Neuenweg 23. Wohnungslausch I Wir bieten die nachfolgenden Wohnungen an. [1640D Berlin-Pankow, Berliner Str. 118, 4 Zimmer und Küche, Caan-Marienborn bei Siegen, 2 Zimmer und Küche, Düsseldorf. Dürener Straße 7, 3 Zimmer und Küche, Hanau, Große Dechaneigasse 21. 1 Zimmer und Küche. | Saarbrücken, Gußstahlwerk 20, 3 Zimmer und Küche, Vieraen/Rheiul., Rathausplatzl2, 3 Zimmer und Küche. Wir suchen dafür entsprechende Wohnungen in Biilzbach und Bad-Nattheim (evlt. auch in Friedberg und Gießens. Die vorstehenden Wohnungen können auch im Ringtausch mit anderen Städten bezogen werden. 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Laag & Wiedereteln. 017933 Ulinrftftv. 4. *. ;S^ glichen l “fr i verhütet dal ”'!Ü Nerve". »Jw £»gSS intfa*nLa||en ssrs^- Sie tiSr« •eiche Br ;Ä>rel itun^ÖHc110 l.seusrh'^on jj tg »M fit, 58 Swettes Platt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhessen) Samstag, 8. März 1924 Don der Eietzener Die Handelskammer Diesten übermittelt uns den Bericht über ihre Tätigkeit im Hahre 192 3. Sie gibt darin einen bemertenS- werten Rückblick aus die schvere Rotzeit unserer engeren Heimat und des gesamten Vaterlandes im versessenen Jahre, und leitet hieraus sehr berechtigte und gewichtige Forterungen für die Zukunft unserer industriellen und gewerblichen Wirtschaft e der Le aensn ottvendig» feit unserer Wirtschaft im Interesse der für das ganze Volk erforderlichen Produktionssteigerung mtsprach Im di se gesunde Entwicklung hat aber «s Rcichsarbcktsmiuister um mit rauler Hand kingogriffeii, indem es die Möglichkeit zum Ab- chluft von Bet ri. bsvere mbauunrea über die Arbeitszeit beseitigt und die Gewerkschaften zum ausschlirftlichm Träger der Vereinbarungen gr° nacht hat. Damit ist dem Lintemehmertum dir nötige Dertragsfreiheit auf dem Gebiet der Arbeitszeit zum guten Teile wieder genommen worden. Line völlige Verkennung der Staatsaufgabe bedeutet auch der Entwurf des Gesetzes über die Ausbildung Jugendlicher. Dieser Gesetzentwurf sah einen solchem kostspieligen Lieber» vxachuirgs- und Derwaltungsapparat vor und enthielt so lies in die Verhältnisse eines jed.'N einzelnen Betriebes einfck>neidende Vorschriften, daft >cnt Linternechner jede Lust zur Ausbildung von LehrUngen genommen werden muft, worunter natürlich die Qualität des gewerbliäxm Nachwuchses und die gesautte Produktion schwer- ten Schaden leiden wird. Eine von staatsmännischem Geist getragene Steuer- und Währungspolitik Ist auch im Berichtsjahre nicht getrieben worden. Es wurden vielmehr Steuergesetze geschaffen, die gerade die Augenblicksbeduri-nck e gebo.en haben und denen daher der Stempel der Lln^ulängli-ch- feit in vielfacher Beziehung aufre.wuckt war. Die Handelskammer hat die sich überstürzenden Steuergröße mit wachsament Auge verfolgt tauft sich aus g undfätzlichrn Erwägungen nicht gegen sie rufgelehnt, wenigstens sow.it es sich um die Rhein- und Ruhrabgabe und die Lim- restaltung bei Einkommensteuer hindelle. Wohl ater hat sie gegen die im August beschlossene Betriebs st euer ganz entschieden Einspruch erhoben, weil sie die Grundregeln jeder vernünftigen Steuerpolitik gänzlich aufter Acht läftt. Dem allseiägen Verlangen auf sofortige Aufhebung ist man nach langem Zögern nachgekommen, nachdem sie schwere Schäden angerich et hat. Einen brei en Raum der Tätigkeit der Handelskammer aus dem Gebiete des Steuerwesens zahm ebenso wie in früheren Jahren die Gewerbesteuer ein. Die Handelskammer hat bei allen Beratungen und Gutachten immer wieder darauf hingewiesen, daft die Grenzen der Trag- lähigkeit ber Gewerbesteuer bei manchen Wirt- Handelskammer. schaftskreisen bereits überschritten und eine Aen- berung des gesarn en Steuersystems dringend notwendig ist. Die im Berichtsjahr in A'vgr.s, genommene Reuregelungder Gewerbe st euer» gesetzgebung in Hessen trägt denn auch dem Verlangen nach einer grundlegenden Ae.a» derung der visherigen Gewerbesteuer, wie sie im Gemeindeumlagengeseh vom 8. Juli 1911 geregelt war, Rechnung. Der den Handelskammern zur Degutachtung ooigelegte Gesetzentwurf geht den einzig rich ig.m Weg, indem er die bisherige Kom- bii"xitvon von Anlage- und Betriebsaapital und Ertragsberech rung beseiligt und ci tfach neuen die Besteuerung des Anlage- und Be.riebskapitals eine Besteuerung des Ertrags seht. Der Gesetzentwurf bringt eine weitere grundsätzliche Aen- derun.g, welche allerdings, vom Standpunkte der Steuerpflichtigen aus betrachtet, eher einen Rücket ls Fortschritt bedeutet. Er sieht nämlich die staatliche Gewerbesteuer, welche durch das Gemeindeumlagengeseh von 1911 bei ei igt worden war, wieder vor. Die Zustimmung zu diesem Vorschlag ist den Hand, lskammern nur dadurch erleich ert worden, daft die Gewerbesteuer, sei es die staatliche oder die gemeindliche, von dem steuerpflichtigen Einkommen bei dessen Besteuerung abzugsfäljig fein soll. — Für die Handelskammer brachte die Steueigesetzgebung eine solche Fülle von Arbeit, daft sie sich g’gen Ende des DeciH.sjahres zur Errichtung einer besonderen Steuer- und Buchführungs-Beratungsstelle ent» schloft. mit deren Leitung der Bücherrevisor und Steuersydikus Hermann Will in G testen betraut wurde. Auch unsere Währungspolitik zeigte jeden Mangel an Großzügig teit und Folgerichtigkeit, obwohl auch hier zugegeben werden muft, daft der Rnchsregierung die völlige Bewegungsund Handlungäf.eihüi durch den Kampf im Westen genommen war. Immerhin Hit die Regierung, besonders bei ihrer Devisenpolitik, keine glückliche Hand geführt. Die Gründung der Dentcnoank und die Ausgabe der Rentenmark kann nur als ein Rotbehelf auf dem Wege zur Goldwährung a '.gesehen Werdern bis dah n muft durch ei io kluge unu wmtausschauen.de Politik der Regierung die Wertbestäudigteit derRenteamark erhalten werden. Die Handelskammer hatte auch im Berichtsjahre vi cksach Gelege check, sich mit Wünschen der beteiligten Kreise über Fragen des Eisenbahn-, Post-, Telegraphen- und Fernsprechverkehrs zu befassen. Die Bearbeitung dieser Fragen erfolgte im Einvernehmen mit den zuständigen Behörden, und es muft anerkannt werden, daft diese für die Wünscha der Handelskammer Verständnis und guten Willen zur Abhilfe Don bestehenden Miftständen gezeigt haben. Zur Taickfpvlitik der Eisenbahn im Berichtsjahre ist erneut zu bemerken, daft das Bestreben nach Ausgleich des Eisenbahnetats durch Erhöhen aller Derkehrstarife nicht der richtige Weg zur Gesundung der Eitenbahnfinonzen ist. Erireulicherweise haben sich gegen Ende des Berichtsjahres auch Anzeichen bemerfbar gemacht, die erkennen lassen, daft man den lebenswichtigen Bedürfnissen brr deutschen Wirtschaft auf diesem wichtigen Gebiet wieder' mehr Verständnis ent- gegenbriugt und den berechtigten Forderungen sich nicht länger verschlieft! Das Ergebnis dieser (Srftmint'iS und daran ansch'ieft-.m'er Prüfungen war die Frachtermästigung für eine ganze Reihe von Gütern, die in ter jüngsten Zeit in Kraft getreten ist. Aber noch immer betragen die Eisen», bahnf.achten das Mehrfache der F ieteasfrachten und erschveren der deutschen Wirtschaft den Wiederaufbau. Eine weitere erhebliche Fracht- ermäftigung muft daher gefort-ert tue den. In der neu 'n Verwaltung bat ein starker Personalabbau ftat.g-fünften, der den wirtsck.-a tlichen Bedarf an Arbeitskräften g mu an epastt ist. Ganz ähnlich liegen die Dinge auf dem Gebiet des Post-, Telegraphen - und Fernsprechwesens. Auch hier hat man eiiv n Abbau in den einzelnen Zweigen dieser großen Der- keh.sinstitute vorgenommen, der aber richt dazu führen darf, daft infolge allzu grofter Sparsamkeit der Wirtschaft Rachteile erwachsen. Vor allem muft gefordert werden, daft zwischen Po st und Eisenbahn eine bessere Zusammenarbeit hergestellt wird, die gerade in der letzten Zeit vielfach bemängelt Word n ist. Auch fei an Lieser Stelle noch besonders betont, daft die Fernsprech- und Tele^raphengebühaen noch viel zu hoch und deshalb einer vollen Ausnützung pieser technischen Hilfsmittel hiriderlich sind. Die Lelegraphenverwallung sollte sich hier mehr von dem Gedanken leiten lassen, daft nur durch einen verstärkten Gebrauch dieser kostspieligen Anlagen durch Hon et und Verkehr der DitSpurtoWgMhan. Sin Roman aus dem 21. Jahrhundert von Hans Dominik. 41. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) S ine weiteren Satze gingen unter in dem tosend n Jubel und ten braufenften Bnfallstur- men, die bei die en Worten in allen Sprachen Europas aus den K hl-vn der Kolontiten drangen Der B isallssturm mochte Lern Redner Wohl etwas überraschend kommen. Lim die Spitze die inoerfennbar ba in enthal en war, abzuvrechen chitt er zum Taster, der die Funkenstation auf er Tribüne betätigte. Ein kurzer Druck feiner Hand auf die Tasten . . . ein Rad begann sich schnurrend zu drehen. Auf Actherwellen flog die Sprengdepeschr über den See hin. , , _• . Don M.nsch^n verlafsen, unbemarrnt, lag ftort Me Ri fenboje. Aber in ihre Antenne fingen sich ftte Zeichen der Depesche. Exakt arbeiteten thre Delaisw.rke und begannen ihrerseits zu schalten »md zu wirken. r „ „ Roch tobte her Jubel der groften Masse. Schon aber richtet cm die Tribr'"enbe wcher, welche dir B.wrgung des Präsidenten aus nächster Rahe S-schm und richtig gedeutet hatten, ihre Gläser auf dir weite Sseflwche. Jetzt sah es awch die Menge. Rufe des Staunens, dar Lieber.achung in allen Sprachen. Ist's schon so weit? Geht es schon los? Wird schon gefa^'ii? Im Ru war ft er Platz um die Tribunen geteert. Ein Teil der Massen strömte sv nah wie möglich an das Seeufer heran. Der andere groftcrc eilte ftie Hohen empor, die den See hier umsäumten. Auf F.lsen und Hängen suchen sie die besten Plätze, um soviel wie möglich von diesem bisher- nie erschauten Schauspiel zu erhaschen. Ticke Tauende von scharfen Glasern waren auf die S. es lache gerichtet. In allen Sprachen Europas und Asims schrien sie einander zu, was jeder da ftrauften zu festen meinte. Die Ri -senboje, eben durch scharfe Glaser deutlich sichtbar, war verschwunden, spurlos in die Trste versunken. Aber rot leuchtete es aus dieser Tiefe. Einen glühendrm Rachen glaubten viele dort unten zu sehen, dem gräftlbfte Strudel entwichen. Darrn kam die Wirkung. Linier Donnern und Krachen stieg aus dem See ein fe iger Geiser in die Höhe. Aber ern Geiser, dessen' Wasser nicht wieder in die Tiefe zurückfirlen, sondern frei in der Lust kochten und zu Dampf versprühten. Schon wurde aus dem Geifer ein anderes Gebilde, das an den Ausbruch eines Vulkans erinn rte. Wie eine gigantische Dampfpinie stand es auf i>er S eslä-che, ein enormer Stamm, dessen Aeste sich in Wolkenform ausbreiteten, als Wolken d u bisher stahlblauen Himmel zu bedecken begann ml . , . Lind wie sich das Wellenspel um einen in fta£ Wasser fallenden Stein nach alten Secken c>us° breitet, so begann die Wirkung dieser ko-chenften, siedenden Masse nach allen Seiten hin über das Wasser zu wandern. Immer brei er, immer massiger wurde der Dampfstamm, der diesen Dampf- bäum trug. Schon fti g n leichte Wolken auch in per Rähe des Gestades vom Spiegel auf. Die Massen, die das Llfer umsäumten, drängten sich finanzielle Ausgleich tm Haushalt der Tele» graphenverwaltung bewirkt Wersen lann. Auf dem Gebiete der Rechtspflege hat die Handelskammer u. a. gegen Ende des Berichtsjahres in Gemeinschaft mit der Hand- werkcrvertretung Oberhesfens und dem Ober- hessischen Anwaltsverein die Errichtung eines Schiedsgerichtes f ikp Handel und Gewerbe beschlossen. Zweck Les Schiedsgerichts soll sein, den beteiligten Kreisen zur au her gerächt- llchen Erledigung von ötreitigteiten auf schnellstem und billigstem Wege Gelege ch.ut zu geben. Dieses Ziel kann aber nur erreicht warben, wenn Las S.-iedsgerichl in weitesten Interessen.enkreisen vertrauensvolle Auf nah ne findet un > ftie streiten- ften ^Parteien sich freiwillig seinem Spruch umer- toerfen. Landwirtschaft und Gartenbau. Vorbereitungen des Saatgutes und Aussaatmengen. Von Landwirtschastsrat Glaser, Direktor des Landwirtschaftsamtes Lauterbach. Es ist ein alter Grundsatz, so viel Saatgut auszusäen, wie feit alters her unter bestimmten Klima- und Dodcnperhältniifen sich als richtig herausgestellt hat. SeitLe.n man aber gute Ge- treiftereiingungs- and Llntrautfamenauslese^ masHincn hat, seitdem man durch Beizung Les Saatgutes die verschiedensten Krankheck.erreger vernichten kann, muft die Saatgutmenge eingeschränkt werden. Es ist dies prioatwickschastlich sehr rich.ig und volkswirtschaftlich von Bedeutung. Werden doch in Oberhessen ohne die Wetterau rund 31003 Hektar Brotgetreide an- gebaut. zu welchem 63 033 Do Opel eitner Saatgut ausgesät werden. Bei richtiger Zubereitung des Saatgutes kann aber ein Viertel dieser Menge und noch mehr, also wenigstens 17 003 Doppelzentner Getreide, der Volk.eriiähn-ung zu- gcsührt werden, welche jetzt nutzlos versät wird. Da ohne die Wetterau 34 030 Hektar Gerste und Hafer in Oberhessen angebaut werden, so ergibt sich, da bei diesen Früchten noch wenigen je Hektar ausgesät zu werden braucht — 1,4 Doppelzentner je Hektar —, eine Ersparnis von 23 000 Doppelzentner Getreide, welches als Viehfutter und zu technischen Zwecken verwendet werden könnte. Vom Saatgut verlangt man hohe Keimfähigkeit, Reinheit, Vollkommenheit, Llnvertetzthei-t und Ech hckt. Lieber die Höhe der KeimfähiMt kann sich jeder Landwirt durch einen einfachen Keimversuch Ausschluss) verschafsen. Die Keirnsähigkckt soll 95 Proz. betragen. Zahlreiche Versuche haben ergeben, daft dasjenige Saatgut, was von den Vogelsberger Landwirten ausge'ät wi:d, Liese Zahl nicht erreicht. Mangelhafte Puy- mühlen lassen viel Llakraut.amen und schmächtige Getreidekörner in den Saatgut; letztere erbringen, wenn sie überhaupt keimen, schwächliche Pflanzen, welche den Wicker-ung?unbi den nicht gewachsen sind, erstere verunkrau en den Acker, wodurch Rahrang und Licht den Kulturpflanzen entzogen wird. Das Beizen des Saatgutes bezweckt die Bekämpfung des gedeckten Brandes bei Hafer und Gerste, der Streifenkrankheit der Gerste, und bei Weizen und Roggei, die Bekämpfung des Brandes, Schaeeschimmels und von sogenannten Fuftkrankheiten. Die verschiedensten Beizmittel stehen zur Verfügung. Lieber deren Art, Menge und Anwendung geben die Landwirtschaftsäniter Auskunft. Wer fein Saatgut richtig behandelt, wer nur hoch- keimfähiges anwendet, kann bei günstiger Bodenbearbeitung und Düngung noch viel weniger Saatgut aussäen, als oben angegeben ist. Die gesamten wiräfchaftlichen Verhält.liste mü en dabei berücksichtigt werden. Es ist keine Seltenheit, daft mit Hafer bis auf 93 Kilogramm je Hektar, anstatt 140 Kilogramm, wie oben angegeben, heruntergegangen werden kann. Dabei sät der Vogelsberger Landwirt von schlecht behandeltem Saatgut 200 bis 220 Kilogramm aus. Pslanzenschutz-Matznahmen. Bei der schon im Februar beobach eten „Auswinterung", die r>ach ixet Schneeschmelze jetzt voll sichtbar wird, ist die Fcktstell l-g dec Ursache von g.öfter Bedeutung für die Bekämpfung. Handelt es sich um Schneeschimmel (Fusarium m= voles, so erkennt man diese Krankheit daran, daft an den abgestorbenen Dläckch^en der Roggen- bzw. Weizenp.lanzen rötliche, wattebauschühnckche Pilz- flocfen sitz rn. daft man an den Fehlstellen im Boden kortzi.her-arckg gewundene, kümmernde K- im» Pflänzchen findet. Bei nicht allzngrrfter Ausdehnung ist zu empfehlen: QTufeggen, um durch Licht und Luft ft em Wachstum des Pilzes Einhalt zu gebieten, anschlieft ende Kopfdüngung mit Ratron- salpetea- fördert Wachstum und Bestockung. Stark befallene Schläge sind umzupflügen und mit Somme getreide anzubauen. Auswin ein kann auch als direkte Folge von Verdursten verkommen, wenn Exi Blachfrost starker Wind den Pflanzen die Feuch igteit entzieht ohne daft sie aus dem Boden Wasser aufnehmen können. Ferner gehen die Pflanzen zu Grunde, wenn durch Wechfck zwischen Frost und Erwärmung der Krume die jung.' Saat durch das sog. .Ausziehen" beschädigt wird. Unter Umständen ist in letzterem Falle durch Walzen des Aäers ein Wiederan- wachsen der Pflanzen möglich, meist allerdings verg >blich. Aufterdem kommen als Ursache ftc8 AuS- stockens in Betracht: Larven der Getreidefliegen, der Frit- und der Getreideblumenfliege: Aeufter- lich erkennbar, daft das gelb werdende Herzblättchen der Pflanzen ang?fref,en wir) und sich leicht herausziehen läft. Dem Sommergetreide können diese Larwen nur dann Schaden zufügen, falls man die Aussaat nicht bis zum 10. April bewerkstelligt hat. Drah^würmer-, Engmlinge- und Erdraupen- beschäd'gungm können auch den Auswinter-ungs- erschcknungen ähneln. Betämpfung derselben folgt in einem anderen Monat. In der Schädlingsbekämpfung in Obst- und Gemüsegarten trete der Grundsatz vor alles andere: „Richt warten, bis der Schädling auf tritt, sondern durch vorbeugende Mittel dafür sorgen, daft er nicht zur Entwi ilung gelangt!" Gegen die an den Obstbäumen später auftretenbe Läuse, besonders Blutläuse, die sich irgendwo m den Riaderinnen angesiedelt haben können, ist mit wirksamen Mitteln vorzugehen, Brennspir-itus mit etioas Schellack, Antisual und Leinöl sind bewährt. Schrebergärtners Arbeiten im März. Durch ft en anhaltenden scharfen Frost tm Hanuar und Februar ist man mit mandym Arbeiten im Rückstand geblieben. Dtete müssen^ nun irmocftenft nackte holt werden. Dahin gehören: Pslanzm, Sh"ick. Düngung, Ausputzm und Reinig n ftcr Obstbäume und Beerensträucher. Die Diumschckben sind zu graben und zu düngen. CutstandTne Wivnden sind mit Baumwachs, Dau- mörtol oder Tcer zu verstock^chen. Pfirsich- und Av. ikosrn-spal'wre sind bei sonn gern Wetter nach zu beschatten damit sie nicht zu früh austreibeir und bann ftie Blüten durch Spätfröste vernichet werden. Der Kampf gegen das Ungeziefer ist mit allen Mitteln fortzufetzen. Der März ist auch ftcr Hauvtmonat für Veredelungen. Zunächst nimmt man das Steinobst vor (Kirschen und Pflaumen), denn folgen ftie Äerrrobftfarten (Dirnen und Aepfel). Die Erftbeeranlagen sind zu rcirrgiT und gegen aus trocknende Winde mit strohigem Dünger zu belegen. Die Herzblätter müssen aber frei bleiben. Die Weinspalier'e werden von der Winterdecke befivit, sind aber bei cintretenDer ungünstiger Witterung wieder zu schützett. , Im Gemüsegarten mehrt sich auch allmählich die Arbeit. Das Düngen und Graben ist fortzu- sehen im) zu beenden. Frühbeete werden an» gelegt und besät. Dis zum Auslaufen dec Saal sind sie g.-schloss-m zu hallen, datm ist fleiftig zu lüsten, zu ci ften und abzuhärten. Spargel beete werden gereinigt, gedüngt und slach gegraben. Die für Gurken und Kürbis vorgesehenen Deete sind stark zu düngen und zu jauchen und für die Aussaat vvrzubcrckten. 3n3 fve e Land werden ans- gesät bzw. gelegt: Möhren, Karotteir, Spinat, P t rck'.ie, Schwarzwur ein, Pastinaken, Radies, S lat, Kücheiakräut.r, Pusibohnrt und Maierbsen. 3n bckond rs günstigen Lagen können auch Ende des Mvu t > di ersten loorgercimtcn Früh.a.teUeln gelegt werden. Fruchtwechsel bei der Gartenbestellung. Der im Feldbau längst geübte Fruchtwechsel wirft bei der Gartenarbeit vielfach noch immer vernachlässigt. Dieselben Gemüse werden womöglich immer auf Den gleichen Platz angebaut und also ein Raubbau getrieben, der tkte Land aus- saugt und im Verhältnis doch nichts rechtes ein» bringt. Selbst eine vielleicht gut gemeinte Düng- ung kann diesen Fehler nicht ausgleichen, da ja manche Pflanzen gar feinen Dünger vertragen. Eine Dreiteilung des Gartens ist am empfehlenswertesten. Manche Pflanzen verlangen kräftig nach eiirr anderen Richtung. Auf einer groften, freien Fläche am Süftuter des Sees begann die Parade der Kompagnietruppen. Alles, was auch nur irg ndwo innerhalb der tertten Siedlunaseebiete von Streitkräften der Kompagnie entvehrlich war, batten die grnft-a Trai^por f i .g-r hterher zusammen e''rucht Drose Parade war nicht nur als unterl>altu,ines Schauspiel für die Gäste der Feier gedacht. Sie sollte bentr bi? e? anging awch zeigen, daft die G. S E. über schlagkräftige Mittel verfügte, um das Ihre zu wa >ren_ War auch ftie Zahl dieser Truppen nicht imponirrrnd grob, so muhte doch jedes militärrsch gaschiucke Auge sehen, daft das Mei^schenmaterial und ftie Ausrüstzmg von einer bisher nie er» schauten Güte waren. Die Fufttruppen eröffneten die Parade. Ihre Ausrüstung war gleichmäftig für ftie Ebene und ftie Hochalpen geeignet. Wie die Regamenter hier im Gleichschritt vor den Trabüneu mit ften kl -l-matlschen Vertretern Europas und Asiens vorüberzogen, mochten sie wohl äufterlich an ftie 3nfaintevi? vergangener Zeiten e ck mern. Doch tri? ft er jetzige Kommandie.airde Ge:aeral Dülow ft cm Präsidenten der Kompagnie die einzelnen Dataiilone meldete, fo hätte man burtbert Jahre früher noch ganze Korps melden müssen. Denn im Ernstfälle ver-wandel e sich jeter einzelne dieser ausgesuchten Leute in eine Kampfmaschine, von deren Furchtbarkeit sich nur merige ein Drld machen konnten. Ein H?er des vorigen Iahr- bunftertS hätte bieten Truppe:! etwa gegenüber» g -stand it tei? e'n Hause nackter Kannibalen einer kleinen Maschinen gewehrt ruppe (Fortsetzung folgt) begimig vor. Taufende von Händen tauchten in M? W.lleta . . . prüften, fühlten . . . fteilten fest, haft das Seewasfer auch hier crm Gestade schon warm wurde. Hetzt bedeckten die wolkigen Lteste des gigantischen Dampfbaum"s bereits den halben Himmel. Di? Massen am Gestade sahen, wie die Fische des S.es, von der Hitze getrieben, an die Oberfläche kanten. Welte von unerhörten Abmessungen, die erst ftie Kraft des D.-notherms aus ihren dunklen Schlammlagern emporscheuchte, Hechte und Karpfen, was alles der See an Fischen und an anderem Getier barg, suchte sich in verzweifelter Flucht zu netten, sprang und kroch sinnlos vor Angst an die Gestade, soweit die Leiber nicht schon tot und gesotten auf der Oberfläche trieben. ilnft dann . . . beinahe sv pünktlich als ob es auch auf dem Programm gestanden hätte, begann ein frischer Südostwind zu wehen. In immer schärferem Zuge jagten die Luftmengen über den See. Sie paeftan ften phantastischen Dampfbaum und zerbrach n seuten Stamm. Sie ergriffen seine Zweige, breiteten sie weiter aus und trugen sie als schwere, rezetischwangere, fruchtbringmde Wolken in morfttre tlick)er Richtung von bannen, wo das durstende junze Sied- lungstend f:it Wochen sehnsüchtig auf das kostbare Raft wartete. Hetzt war ftie ganze Seefläch? nur noch eine einzige gleichmäßige Dampfquelle, und wie der Dampf empor st i.-g, ergriffen ihn günstige and bereitwillige Winde, um ihn eawrn gewollten Ziele zuzuführen. Schon lenkten die taktmäftigen Klänge militärischer Märsche die Ausmercksamöktt Oer Massen Abends im sich ^rnnffnrt n M Berkin ün Simonen Prozent Datnm: nntüliiwl voll ad 100 Ämyl. 84(>ss 10 Pfennig für das Stück. 16286 liefert 68030 zum Ausgebot. 1651V BiWn- und AmWlliilz 3 65 5 « 2 10 1 2 75 10 voll Banknoten. (Ohne Gewahr.) Bei Rheuma. Gicht. Aervenschmerzen, Kopfweh, Influenza, Grippe und Schmerzen in den Gelenken und Gliedern wirkt Togal ganz hervorragend. Durch den ausgezeichneten Erfolg, den zahlreiche Aerzte mit Togal erzielten, hat sich dieses Präparat eine wohlverdiente allgemeine Anerkennung erworben. Togal ist start harnfäurelösend und geht daher direkt zur Wurzel des Llebels. Es verursacht keine schädlichen Rebenwirkungen. 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Mts. mittags 1 Uhr kommen aus dem hiesigen Stadtwald zur Dersteigerung: 1. 40 Festmeter Fichten-Derbstangen 2. 150 Raummeter Fichten-Rutzreisig Zusammenkunft am (Eingang vor dem Wald. (Brünberg, den 7. März 1924. 1676V Bürgerin'isterei Grünberg. 3. D.: Fuldat. Verlangt die guten CALMON Hanfa=Gununiab£atze Drucksachen allerArt liefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein and I preiswert die Ürübl'sdie Univ.-Drucke rti, R. Lange. ' Effektenverkehr ist auch am Getreidemarkt in der lustlosen und abwartenden Haltung kaum Bringe meine neueröffnete WWiti in empfehlende (Erinnerung ßueie Sauer Metzen, Neuen Däne 7 osreri; Ort der — < vom • Neu andere Papier wurde zur LlnterbreaMng der Eintönigkeit Stimmung zu machen versucht, doch hatten diese Bestrebungen keinen nachhaltigen Erfolg und die alte Geschäftsstille machte sich bald tvicder breit. In Renten verteil wurden die Glattstellungen in Kriegsanleihen fortgesetzt. Am Geldmarkt trat etwas mehr Nachfrage hervor Im Devisenverkehr ist das bemerk-mswertestr Ereignis der erneut einsetzende Frankensturz. Aach den vor» kicgenden (Auslandmeldungen muhten für das englische Pfund bereits über 110 F anken bezahlt werden. Sonst hielten die starken Anforderungen am Devisenmarkt in den gestrigen Grenzen an, so dah in der Zuteilung und den Aotierungen Veränderungen kaum einzutreten br'auchLen. Märkte. Berliner Produktenbörse. Berlin. 7. März. (Wolfs.) Genau wie Wirtschaft. Die Lage der westdeutsche« (Kifeninduftrte. Die Absatzverbältnisse der westdeutschen Ellen- Industrie sind gegenwärtig au he. ordentlich schwierig. Die geringe Kaufkraft der in- und äuslän- di chen Verbraucher lätzt nur einen mähigen Bedarf heraus kommen, der den mit groben Kosten trjeder in Gang ge'etzten Werken nur einen sehr eiugeschränkien Betrieb gestattet, wodurch die ®r» Trugung mit unverhaltnismähig hohen General- kvsten belastet wird, die übrigens noch dadurch gesteigert werden, dah mit geliehenem, hoch zu veizlns/ndem Gelde gearbeitet wird. Zu den auf diese Weise über Gebühr gesteigerten Selbstkosten fommat die hohen Frachten, Ausfuhrabgaben und dergleichen, die die Waren noch mehr verteuern und eine weitere Zurückhaltung des Bedarfs verursachen. Da, wo ein solcher im 3n- lanbc herauSkommt, ist er in allen Fällen, wo die betreffenden Verbände auseinander gegangen sind, von den heimischen Werken stark umkämpft. 3n Süd- und Westdeutschland, sowie an der Wasser- kant» kommt daneben noch ter französische und b.l ische Wettber^eb in Betracht, und es kommen dabei Preise heraus, die in der Regel unter den Selbstkosten liegen. Vielfach werten die Aufträge von den ausländischn Werken wegnenommen, die unter wesentlich güwti e.en Verhältnissen arbeiten und noch nrbenkei erhebliche Ausfnhrver- aütungen von ihren Rcgi-erun'^e i oder von ihren Verbänden erhallen: hier sei besonders an dis Verdingung von 2000 Tonnen Radreifen der Regiebahn in QHaii^ erinnert, die Schnei der- Creulot zugefallen sind. Auf b?m Auslandsmarkt li'gen die Verhält- rtfc noch schwieriger Da kommen die günstigeren Frachten voll zur Auswi.ckung, mit denen die frarzöstschm und belgischen Werke rechten können. Aufträge sind nur mit groben Opferen, also mit Derbust hwcinzuho'en, abgesehen von solchen für hochwertige Grzeugirisse, bei denen die Preise jedoch auch äuherst gedruckt sind. Hier spielt rach der Wettbewerb der tschechischen Werke hinein, die Kum Teil mit sehr niedrigen Preisen erscheinen und in den letzten Monaten manchen begehrenswerten Auftrag weggenommen haben. Seit für» ?CTrt macht sich zwar auf dem Auslandsmarkt eine eichte PreisbefestiMNg bemerkbar, die sich jedoch nur dann weiter ausbilden dürfte, wenn in der Ruhrfrage eine befriedigende Regelung eintritt Diese Regelung muh vor allen Dingen die Werk, von den unb zahlbaren Aerara ionsleistungen betret m, durch die ihnen die mühsam beschafften Dckrl bSmrtiel immer wieder eTtL-vgen werden uni t die bei weiterer Dauer sie zum Erliegen bringen Müssen. Kommt eine vernünftige Regelung zu» * stände, so ist zu hoffnn. dah man mit Zusammen- raffen aller Kräfte die schwierige Lage ubenvindet - und ednw besseren Zeit entgegengeht. Voraussetzung dafür ist aber, dasi ohns jede Störung weit-r gearbeitet werden kann, also Arbeiter- imvubcn, Str iks und dergleichen ausbleiben. Das ist von gräbt er Brdeutunf, de.vn das Vertrauen in der ytrtigfdt des Betriebs ganges im besetzten G bist ist noch sehr gering. Aufträge werden zur Z'it besonders vom 'Auslände nur zögernd gegeben. Es ist vielfach vor gekommen, dah Dr- stellungm, dir unter gerege ten Verhältnissen ganz sicher grtvesen wären, anderwärts zu höheren Preisen unter geb rächt wurden, nur weil man befürchtete, dir Ware nicht wchtzritlg zu bekommen. Dir Erfahrungen, die die Abnehmer in dies er Richtung infolge der Ruhrbee^ung machen must- len, waren eben zu abschreckend, um leicht ve - goffen zu werden. Es gilt also, vor allem wieder das Vertrauen zu erwerben. Fichte 19, Lärch? 2, Kiefer 24, Knüp- velreisig: Kiefer 50, Fichte 48, Gew R e isig: Buche 763 (510 Rm. Stammreifer), Eiche 227 (80 Stammrelser), Stocke: Buche 1. Kl. 569, 2. Kl. 52, Elche 1. Kl. 229, 2. Kl. 5. Hainbuche 1. Kl. 24, Kiefer 1. Kl. 21,5, Fichte 1. Kl 182, 2. Kl. 45. Beginn 10 ülhr mit Ruhholz, von 12 Ubr ab Brennholz. Zu dem Eichen- und Buchen-Schnittholz werden nur Handwerker und Selbstverbraucher zu- gelassen. Das Holz ist vorher anzusehen und welchen nachträgliche Reklamationen nicht angenommen. Rahere Auskunft durch Herrn Förster Schickedanz zuOber- lais. Buch za Glashütten und die unterzeichnete Stelle. 1661V Hess. Oberförfterel Ridda. holzoersteigemng. Donnerstag, den 13. März werden im Theisfchen Saale zu Ober» lais aus verschiedenen Distrikten der Förstereien Oberlais und Glashütten öffentlich versteigert: Stämme Fm.: Schnittholz Eiche 2. Kl. 2 6t. - 1,84, 3. Kl. 23 St. ----- 16,14, Buche 3. Kl. 6 St. - 5,95, 4. Kl. 1 St. --- 0,77; Sonstiges Stammholz: Ahorn 3. Kl. 1 St. --- 1.06, 4. Kl. 2 St. = 0,81, 5. Kl. 2 St. -- 098, 6. Kl. 4 ÖL = 1,17, Gschr 6. Kl. 5 St. 091. Birke 6. Kl. 2 St. - 0,59, Akazie 6. Kl. 1 6L -■= 0,09, Kirschbaum 3. Kk 2 St. = P.61, 4. Kl. 2 St. - 0,63, 5. Kl. 3 St. = 0,53, 6a Kl. 2 6t. ----- 0,48, Erle 5. Kl. 1 St. ---- 0,25, 6. Kl. 3 St. = 0 85, EllSbeere 5. Kl. 1 St. = 0,34. 6. Kl. 1 St. -- 0,10, Lärche 5. Kl. 14 St. = 5,21; Derbstangen Fm.: Esche l.Kl. 160t. --- 1,14, 2. Kl. 11 Sb -- 0,14, Fichte 1. Kl. 19 et. = 2.01, 2. Kl. 686 6t. = 22,79 Gl$. Leiterbäume); Ruhschei 1 R m.: Buche 7; Rutzknüppel Rm.: Siche 24, Fichte 31, Autzknüppel- reisig R m.: Fichte In 6chichten 43. Brennholz Rm.: Scheiter Buche 1. Kl. 113, 2. Kl. 36. Eiche 1. Kl. 12, Kirschbaum 1. Kl. 5,6, Birke 1. Kl. 1, Erle 2. Kl. 2. Alpe 1. Kl. 1,5, Elsbeere 1. Kl. 2, Ahorn 1. Kl. 2, Kiefern 1. Kl. 25, Fichte 2. Kl. 65, Knüppel: Buche 53, Eiche 24, Kirfchbaum 3, Aspe 11, • Aenderung der Frankfurter Dankbedingungen. Die Franksurter Bankvereinigung beschlaft. dah ihre Mitglieder ab 1. März sowohl im Rentenmark- wie im Papier- markvertehr Guthaben mit höchstens 7 Proz. p. a. verzinsen werden, ferner dah sie ab 1. März Debetsalden jeder Art neben entsprechenderZinsen- wndProvlsionsbercchnung derart valarrs'.eren werden. dah von dem Kreditnehmer dje Geldentwertung zu zahlen ist, die nach Maftgabe des Berliner Mittelkurses vom Hingabetag bis zum Zahlungstag eintritt. • Metallgesellschaft Frankfurt. Der Abschiuh der Metallgesellschnft/weist einen Reingewinn von 26,51 Billionen Mk. aus, der auf neue Rechnung ohne Dividendenverteilung vorgetragen werden soll. Die zur gleichen Gruppe gehörende Metallbank A. G. m Frantsurt a. M. erzielte im Geschäftsjahr 22,23 einen Reingewinn von 42,81 Billionen Mk., der gleichfalls ohne Dividendenverteilung vorgetragen werden soll. Die G. D. ist auf den 31. ds. Mts. eiirberafen. * Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) Holzverfteigernng in dcm (Yräft. Revier Arnsburg Mittwoch, den 12. März, 11 Uhr im Sank des Gastwirts Th 3 rner aus: Hain 18 a u. c, Kalkofen, Roteerde, Seeberg, Lauterbachswäldchen, Seife, Nutz- galten, Feuerstätt und Tolnhäuscrkopf: Scheiter, Rm.: ZEich-nnrerpscheit,90Buchen, 62 Eichen; Knüppel Rm.: 61 Buchen, 186 Eichen, 38 Radel- und Weichhol^; Stöcke, Rm.: 67 Buchen, 70 Eichen, 47 Radek und Weichhnlz; Stammreifer, Rm.: 399 Buchen, 288 Eichrn; Ästreiser, Rm.: 193 Buchen, 275 E chen, 25 Radel- und Weichholz. — Blau unterstrichene Nummern kommen nicht AchweNe? Wotrn ...... groiutüHdx Noten ....... Däni'che Toten ......... ewwedUchc Roten........ fconhnbtfme Roien........ Spmtfdi-Ccfttrrcid). i 100 Lronev Kmcrifnnlfcbf Woien....... Englische -»toten......... Ht>diniifung........ RütgerSwerke Ccheideanfralt «Na Elrttrttiliii«.Sefellfchott aniflnn ......... tkraittverke ....... Echullen . . Siemens A Haktt» .... Sdlerwerke Kleve» ..... nun Irr Motoren Hrvltgentzaedt . ..... Megutn Fronffurter Sfrmnturen . . . floMfcrvcufof-rtf Braun . . Mctallarsrllichafk strankfuri. Bet. Union ....... S ubfabrik Herz Sichel............. Zellstoff Waldkwf .-tiufenobrir strankenthal . . Zuctersabrik Waadäusel . . . Scharladiberg IßdJkH^utur TDgfnbre*me-e< S*erta*he*Q A-6 o Dk tBertr.: Gedr. Iullmann. Dietzen, Dahnhofstr. 65« Berliner Börse. Berlin, 7. März. (Wolfs.) Wenn auch mit dem Wochenschluh die Zahlungseinstellungen in per Hauptsache beendigt zu fein scheinen und heute an der Börse nur gerüchtweise von unbedeutenden Verlegenheiten kleiner Maklerspeku- । kanten die Rede war, so kann die Börse doch ihres 1 Lebens nicht recht froh werden. An Gesprächstoff : mangelt es in der geschäftslosen Zeit nicht, da ‘ die Maßnahmen der Reichsbank und des Devifen- krrnmissars gegen einzelne Banks innen wegen Un- rege(mäf>igfcitcn in den Devisenforderungen starkes Aufsehen in Bank- und Börsenkreisen erregt haben. Das Geschäft selbst hielt sich wieder in engsten Grenzen, so dah nach oben und unten nur wenig Kursveränderungen sich ergaben, die nur vereinzelt 2 Billionen Prozent erreichten. Die dadurch bekundete Widerllandsfähigkelt erflärte man damit, dah der Kursstand für die meisten Papiere als billig anzusehen fei. Für das eine oder eine Deränderung eingetreten. Weizen war teilweise zur Lieferung an die Mühlen gesucht und wenig angeboten Für Roggen wäre nach Süd- und Mitteldeutschland manches xu verkaufen, doch sind die Angebote nicht lohnend. Die Reichsge- treidestelle bleibt mit Verkaufsmaterial für die Mühlen im Markte, ist aber mjt ihrer Ware auch beim Handel zugänaig. 3n den tfthijen Artikeln waren die Umsätze oei wenig veränderten Preisen sehr still. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märf. 160 bis 165 labgeschwächt), Roggen, märt 128 bis 136 (still), Braugerste 170 bis 182 (stetig), Futtergerfte 150 bis 155 (stetig), Hafer, märt 112 bis 120 (stetig), pomrn. 111 bis 120 (sl.'lig), Raps 295 (stetig), Leinsaat 410 bis 415 (stetig); für je 100 Kilo: Weizenmehl 24,50 bis 26.50 (ruhig), Roggenmehl 20,50 bis 22,25 (ruhig), Weizenkleie 9.50 (fest), Roggenkleie 7,10 bis 7,20 (stetig), Vikt>riaerbsen 27 bis 28, kleine Erbsen 17 bis 18. Futtererbsen 11 bis 12, Peluschken 11,75 bis 12,50, Ackerbvhncn 13 bis 15, Wicken 14,50 bis 15,50, Lupinen 13 bis 14,50, Sera della 16 bis 16,50, neue 14 bis 15, Rapskuchen 11, Leinkuchen 22 bis 23, Trockenschnitzel 8 bis 8,30; für je 50 Kilo: Weizen- und Roggenstroh 0,65 bis 0.80, Haferstroh 0,50 bis 0,60, st rohseilgÄb. 0,45 bis 0,60, Häcksel 1,00 bis 1,15, Wiesen heu 0,90 bis 1,15. handelsüblich 1,20 bis 1,55, Kleeheu 2,10 bis 2,40, Kartoffeln 1,90 bis 2, gelb fleischige 2,10 Mart Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 7. März. Es notierten für je 100 Kilo: Wetterauer Weizen 18,75 bis 19, Roggen 16,75 bis 17, Sommergerste für Drau» zwecke 21,75 bis 22,50, Hafer, Inland. 15,50 bis 16, Weizenmehl, südd. Spestal 0 28 dis 28,50, Rogge nmehl 24,50 bts 25,25, Weizen- und Roggen- kleie 9 bis 9,75, Mais, La Plata 19,50 bis 20. Tendenz: Stetrg. 72,93 1 ,15 66,6? 110,2? 157, ?9 6,42 4,21 18,13 19.63 14,44 5,2i 12, '6 57,24 2,87 52,63 gefragten, xmmaje ttxnfg gcMngftn trrtb ere ungeOünQta 3oöen. Eine kräftige Siallmisd- t'üngung verlangen die Kohlarten. Die genüg- ifamen find die Wurzelgewächse wie Radies, Rettich. Zwiebeln und Rüben. Sie werden nach frischer Düngung vielfach madig und bekommen ehren scharfen Geschmack. Die anspruchslosesten sdrö Erbten und Bohnen. Das gedüngte Drittel wird im ersten Jahre mit Kohlarten, Gurken, Sellerie, Salat, Dore und Schnittpetersitie bestellt. 3m nächsten Jahre folgen sWurzelpeterftlie, Salatrüben, Karotten, Rettich ^Radieschen, Zwied^ln und Frühkartoffeln, die mit Ausnahme von Radies und Rettich wenig Feuchtigkeit beanspruchen. Bohnen und Erbsen kommen im dritten Hahre. Sie verlangen nur einen Boden, der nach der Düngung mindestens eine, besser noch zwei Ernten abgetragen hat. Unb so in dauern denn Wechsel. Die Drei selber-Wirtschaft auch tm ©arten Mteo lieiern billigst ab Vnner und wannon« iveife nb Werk tn beiter — nordwest» denischrr — Ware Gebr. Kahl Gießen. 700D •••••••••••• CicnicrtiiKä Brennholz abumeben. 06747 I. Wcllböser. Marburqer Ltr. 24. Tel. 743. •••—— EoisilhwareD besieSFnbriklit.AitS- nnbmepretfefolnnae ibovrni reicht. 017961 II. .*• chön, Kiarburgcr »trabe. 6. Mar; 7 Man Rcpari. Suiultcbe Tonernn- hntli.Di Jioti.T 111 0 6'cth 4-ri" •«rief S. 7. 15ö,61 157,39 156,61 157,38 2 2 S^rfl.-Tlutro 14,»5 16,04 14 3» 14,41 3 8 Ghriftfnnin 67,06 57,34 66,93 57,2. 3 3 Kopcnkiaakn 66.33 65, o? 66, 3 68,37 3 3 €todbotm 109,72 110,23 169,7? 110,2' 3 3 6rlfinflfor5 11,57 10,83 10,57 10,13 e 5 krialien 18 15 18,25 18,145 18.05 3 3 London . 18,055 18,055 r 2 9( tu hort . 4,13 4,?1 4,13 16/6 4,21 1 1 Pari» .. 17,»6 17,21 16,61 s 2 Schweiz 72,4'2 73,13 61,53 72,62 <2,68 2 2 Spanien . Wien in D-- 61,27 61,2/ 61,53 3 3 4)eil-abge>i F.33 P.41 P,"8 6,42 50 10 Prag , . Bndavell. 12,21 12,29 12 21 11-,24 2 2 5,98 6,02 5,98 6, 2 voll voll Buen^Aire-' 1,455 1’45 1,445 1/45 3 3 tbuloarien 3,'9 5,21 ?,19 3,21 voll voll Japan Mo Dt Jan 1,ti95 1,905 1,871 1,883 voll voll 0,495 0.103 C,495 5,68 0,5» 5 5 Belerao 6,48 5,5? \72 voll voll 13,9j 1a,04 ’3,56 13.81 voll voll Sd)lUiP fil'TS Sd)l-.i - Jin s öchluh. #’i s Scbluf? 1.3. 11 6 i. 7.3 0,0.6 0,183 .0,082 0.085 f.H- 6 0/-S 0,5<5 0,325 0.285 0 3)6 0.321 1 0.98; 0 .83 0. 80 0,179 0,180 0.18) 0,173 0,4to 0,375 0,400 0,335 — 0 275 — _ 89»/n 88,5° 88,5«/. 68,4«/. 4^ 4,2 4.2 4.2 9/5 9.2J 10.J5 8/ — • 59,5 £8 —- 48 47,5 '6 7 8.63 7 6,75 V 13. 3 13,13 3 ’3,-8 13,5 12,3 13.o 1.3 1,3 16,4 15,9 15,25 15,8 20,9 20.1 — — 2.5 2,6 2.65 2.6 0,97. 0/7 0.6 JO 0,6 0 0,9-0 0,950 1,13 1,2 - — S',5 89/ 19 20 0,5 23.73 3i 32,5 33,75 35.’5 53.1 64 54,38 £5 25 GO 59 60 6 ,25 8u 61 BO 805 • 18,25 '8.5 31 28 27 2 .8 19.1 19 19,25 19 2 i 28,75 23.25 LS,5 SO 39 40 5 9 40,1 — 33 3) i>9 — 60 bl CO,5 31 — — 87^ 97,25 37,5 37,9 7,lir 8,25 7,9 8 3 2,8 — — 153 15/ — —» 3,4 3,8 3,5 4,13 - - 83 36,5 38.5 19,5 ’¥, 19,7 19,75 3,1 —. 17/3 17,5 17,75 17,65 16,6 17 16,5 17 iS 16 3 16,3 16,5 13,26 13,5 — 18/5 19,5 19 20 23.5 ^3 13 12,5 '2,38 '25 195 20 2, 18,75 20.7. 4,3 4,2 • — 41 46,65 3 75 •— 42 «4 45 3 3 3,25 3,25 4,5 4 6 4,6 5 5,2 5 5 — 25 24 £2,5 23 1,6 1,8 — -- 2,2 2,2 — — VI 19,5 — — 2,7 3 2.9 2,9 5,38 6,25 5,23 i0 10,25 — 13,6 H 13,5 14,1 5 5,2 6,75 5 5,2 5,1 — — f rrHr 7 Mär; (Slrtb Briet Rcvart. «/. Westdeutscher Spielverband -V.f. B. Sportplatz! rieb Sonntag, den S. März 1924, 3 Uhr nachmittags 1662v EMMWW ■ w VMvW WWW Kurhessen-Kassel (Hess.-Hannover-Gaumeister) Vorher 1,30 Uhr I. Jugend D. f. B Mends 8 Uhr Zusammenkunft sämtlicher Sportler im Felsenkeller. Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Kesielbach Beuern in der Aula statt. 17lGc im März 1924 Statt Karten 17081 Gießen avM» 625 MK EIKW Sportmodell •tWMT Telephon 641 Lindenplatz Heinrich Rinsland 1713a Kollege Mohr. 1679 uten 017989 ifötze BfflasaHO Sneise- ö U |5 U 8 ÖU flu? fönlhmf I 4—5000 M» auf^oIM 4—5000 Mk. Kartoffeln Telefon 1581 Steinstrahe 73 Lina Griesheim Nahhan Simon Nicht schreiende Reklame bürgt für gute Ware, sondern die vielen Anerkennungen meiner Abnehmer aus Stadt und Land sind überzeugende Beweise für Qualität und Preise. auf schönes 3x4 Aiimnerlmiis mit Cbfmanen an erster Stelle nenen hohe Zinsen neilicht. Schr. Vtnnebotcunt. 017880 and. Gtesj. Anzeiger. 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ES ist Pflicht aller Rollcncn und Nolleginnen, in dieser Beriammluna zu erscheinen. Auch die anSgcwiricnen und verbrannten sowie die Beamten im Ruhestand sind herzlichst einaelade«. T Sprache zu bringen, wenn die beiden fremdi Ausschüsse das Ergebnis ihrer Beratungen vor- legcn werden. Wir sollten nicht ermüden, die Behandlung, die wir an Ruhr und Rhein zu ertragen haben, dem Auslande in immer erneuten Roten zu unterbreiten. Tritt uns dann in irgend einer Form der Vorwurf entgegen, daß diese Behandlung eine Folge des von uns schuldeten Krieges sei, so haben wir damit wünschten Anlaß, die Schuldfrage immer von neuem anzuschneiden und den heute von allen unbefangenen Forschern festgestellten Rachweis zu erbringen, daß die Anklage der deutschen Alleinschuld gänzlich unhaltbar ist. Hier tritt der Zusammenhang zwischen unseren Röten und der Schuldfrage, der unsere Regierung so gerne aus- weichen, scharf in die Erscheinung. Glauben wir doch nicht, daß wir einem Poincare gegenüber mit versöhnlichen Versicherungen, wie sie von leitender Stelle im Reichstag dieser Tage geäußert worden, eine Wirkung erzielen. 3n seiner letzten Rote bestreitet dieser unerreichte Meister der Lüge jeden Zusammenhang mit den Hochverrätern der Pfalz, und er ging so weit, uns den in ein am diplomatischen Aktenstück bisher unerhörten Dor- AU MM v?s Mmn SAlMAs: HieIeMeMrMeunMWiMWle Von Aniversitätsprofeffor Dr. Wilhelm Horn in Gießen. Die folgenden Ausführungen des Vertrauensmanns der Landesuniversität in der Frage der Schulreform waren bereits zu Papier gebracht, bevor die Aufsätze über die deutsche Oberschule im G. A. zum Abdruck gekommen waren. Wir glauben nunmehr unserer Leserschaft ein abgerundetes Bild über die Schulreformbestrebungen gegeben zu haben. D. Red. Von den Reformplänen auf dem Gebiet des hessischen höheren Schulwesens ist in der Öffentlichkeit wiederholt die Rede gewesen. Einen anschaulichen Aeberblick über die Gesamtheit der Reformpläne bietet ein längerer Aufsatz von Oberstudiendirektor Dr. Pitz. Es handelt sich teils um Umbildungen der vorhandenen Schul- gattungen, teils um Schaffung neuer Schulgattungen. Von den letzteren soll hier die Rede sein. Die neuen Schulgattungen sind die Deutsche Oberschule und die A u f b a u s ch u 1 e. I. Die Deutsche Oberschule will die deutsche Kultur in den Mittelpunkt des Unterrichts stellen. Diese neue Schulform „umfaßt — wie eine Denkschrift des Preußischen Unterrichts- miniftcriumS sagt (Zentralbl. für die Unterrichts- Verwaltung in Preußen, 1922, Beilage zum Heft 6) — unter Deutsch eine zur Einheit za- fammcnzuschließende Gruppe von Fächern: Religion, Deutsch, Philosophie, Geschichte, Erdkunde, Kunstunterricht". Daß die deutsche Kultur in der Schule besonders gepflegt werde, ist eine berechtigte Forderung. Sie wird namentlich von der „Gesellschaft für deutsche Bildung" (Germanistenbund) vertreten. Bei dieser Forderung dar freilich nicht vergeffen werden, daß schon seither die höhere Schule dem Deutschen einen viel größeren Raum gewährt hat, als es nach der Zahl der dem Deutschen zugestandenen Stunden scheinen könnte. Dem Deutschen dienen ja vor allem auch die fremdsprachlichen Fächer, besonders wenn der Unterricht nach Erarbeitung der sprachlichen (Grundlagen die fremde Kultur in den Mittelpunkt stellt und mit der deutschen vergleicht, wie das immer mehr gefordert und geübt wird. Die stacke Betonung des Deutschen in der neuen Schule führt leicht zu einer übermäßig starken Zurückdrängung des frerndsprach- lichenUnterrichts. Während der preußische Entwurf einer Stundentafel der Deutschen Oberschule zwei Fremdsprachen vorsieht, hat der l-essische Plan nur eine Fremdsprache als Pflicht- ach aufgenommen: eine zweite Fremdsprache kann als Wahlfach gelernt werden. Diese Vernachlässigung der Fremdsprachen muß Bedenken erregen in einer Zeit, in der die deutschen Universitäten die Bedeutung eines vertieften und erweiterten Aicslandsstudiums" betonen, in einer Zeit, in der man in anderen Ländern (Frankreich, England) den fremdsprachlichen Schulunterricht verstärkt. Die Zurückdrängung der fremden Sprachen liegt überdies nicht in dem Gedanken der Deutschen Oberschule selbst. Die deutsche Kultur ist so stark von fremden Kulturen, alten und neuen, beeinflußt, daß sie ohne die Bekannt- chaft mit fremden Kulturen nicht erfaßt werden farm. Das Wesen der deutschen Kultur kann man nicht verstehen, wenn man sie nicht mit fremden Kulturen vergleichen kann. Dazu reicht die durch nur eine fremde Sprache erschloßene Kultur nicht aus. Mindestens zwei remdc Kulturen sind dazu nötig: eine alte und eine neue. Es kann keinem Zweisel unterliegen, daß besser als der weitausgedehnte naturwissenschaftliche Unterricht, ter für die oberen Klassen vorgesehen ist, in den Plan der Deutschen Oberschule fremdsprachlicher Unterricht paßt, zumal wenn er zum Kulturunterricht sich gestaltet. Die Universitäten bemühen sich immer mehr, die Grundlagen zu einer solchen Ausgestaltung zu bieten. Die Deutsche Oberschule tyill natürlich wie die anderen höheren Schulen ihren Abiturienten das Reifezeugnis für das Hochschulstudium geben. Aber — darüber sind sich die Hochschulen, die sonst schwer unter einen Hut zu bringen sind, einig: mit der Kenntnis nur einer Fremdsprache kann man nicht studieren. Das sagen nicht nur die Vertreter der Geisteswissenschaften, sondern ebenso nachdrücklich die Vertreter der naturwissenschaftlichen und technische Fächer. Don sämtlichen Hochschulen des Reichs wird das Erlernen mindestens zweier Fremdsprachen auf der Schule mit Rachdruck gefordert. ' Die Llniversität Gießen hat schon vor Jahren, als der Gedanke an ein „deutsches Gymnasium" austauchte, darauf hingewiesen, daß eine höhere Schule mit nur einer Fremdsprache eine ungenügende Vorbereitung zum Studium biete. Und neuerdings hat die Universität den folgenden Leitsatz ausgestellt: „Eine höhere Schule mit nur einer Fremdsprache bietet schon für praktische Berufe eine mangelhafte Vorbildung und kann als Vorbereitungsanstalt für Hochschulstudien gar nicht in Frage kommen, weil bei der internationalen Geltung von Wissenschaft, Technik und Wirtschaft der durch eine einzige Fremdsprache eröffnete Gesichtskreis viel zu eng ift“ Preußen hat für die Deutsche Oberschule zwei Fremdsprachen als Pflichtfächer vorgesehen, ebenso die meisten anderen größeren Länder des Reiches. Es ist nicht zu erwarten, daß die großen Länder den kleinen nachgeben werden: Preußen hat jedenfalls dazu nicht die geringste Reigung. DaS Reifezeugnis einer Schule mit nur einer Fremdsprache würde in Preußen und anderen Ländern nicht anerkannt werden. Daß ein solcher Zustand nicht herbeigeführt werden darf, bedarf keiner weiteren Ausführung. Man konnte mir einwenden, eS solle ja eine Atoette Fremdsprache als Wahlfach geleßrt werden, und jeder, der studieren wolle, lerne eben die zweite Fremdsprache. Auf der Oberrealschule wird heute wahlfreier Lateinunterricht gegeben, trotzdem kommen viele Oberrealschulabitarienten auf die Univerfität, um Fächer zu studieren, za deren Studium — wie ihnen früßjettig mitgeteilt worden ist — Kenntnis des Lateinischen die Voraussetzung ist. Sie besuchen in großer Anzahl die Lateinkurse der Llniversität. Diese Sprachkurse der ilniberfität sind, mögen sie noch so gut geleitet werden, ein Rotbehelf. Ich kenne diese Kurse seit langem und auch die Rote der Studie» reichen, die sie besuchen müssen. Die Abiturienten, die dem schulmäßigen Lernen glücklich entwachsen zu sein glauben, müssen gleich ihre ersten Semester wieder mit solchem Gemen zubringen. Die Studenten, die in ihrer freien Entfaltung durch diese notwendigen Sprachkurse unsagbar gehemmt werden, tun mir in der Seele leid. Das Schlimmste aber ist, daß die Kurse viel weniger fruchtbar sind als der Schulunterricht: die spät und schnell erworbenen Kenntnisse wollen nicht haften — und find doch für die Fachstudien so nötig. Rur zu oft wird die Studienzeit durch dieses Rachlernen in die Länge gezogen, und das müßte doch in den jetzigen Rotzeiten verhindert werden. Die für das Studium notwendigen Dorkenntnisse werden auf der Schule leichter, besser und billiger erworben als auf der -Univerfität. Für das Studium vieler Fächer, darunter gerade derjenigen, die auf der Deutschen Oberschule im Vordergrund stehen, wie Deutsch und Geschichte, reicht die Kenntnis zweier Fremdsprachen nicht einmal aus. Wer von der Deutschen Oberschule mit nur einer Fremdsprache diese Fächer studieren will, müßte mindestens zwei Die Wissenschaft der Wettervorhersage. Der Mensch ist so sehr vom Wetter abhängig, daß er zu allen Zeiten versucht hat, Anhaltspunkte dafür zu finden, um das Wetter vorherzusagen. Aber diese wichtige Frage ist lange den Laien überlassen gewesen, und erst in neuester Zeit bat die Wissenschaft sich eingehender mit den Sragen dec Wettervorhersage beschäftigt. Die primitiven Volker, die im Weiter den Einfluß des Waltens mächtiger Gottheiten sehen, haben natürlich zu einer richtigen Erklärung des Wetters nicht durchdringen können: ebensowenrg die Astrologen, die aber zum erstenmal versuchten, in dem scheinbar willkürlichen Wandel der Witterung Gesetzmäßigkeiten und kosmische Zusammenhänge zu erkennen. Die Menschheit war früher auf sehr zufällige Erfahrungen angewiesen: aber es zeigte sich, daß gewisse Wesen für Wetterveränderungen besonders empfindlich sind. So hat man wertvolles Material über das Verhalten der Tiere beim Witterungswechsel gesammelt und in ihnen Götterpropheten erkennen wollen. Auch besonders nervöse Menschen, die für das Wetter sehr empfindlich sind, können wichtige Angaben machen, und außerdem verwertete man allerlei Wahrnehmungen, wie Gerüche, Laute, z. B. das Summen der Telegraphendrähte, Wetterbrunnen usw. und natürlich vor allem das Aussehen des Himmels. Dem Wetter» Das französische Militärlager in der Pfalz. Die Eroberung des linken Rheinufers war von jeher das unausgesprochene Ziel der französischen Politik. Dieses Ziel kann man durch alle Jahrhunderte verfolgen, eS ist gleichmäßig beobachtet worden, ob Frankreich nun ein Königreich, eine Republik oder ein Kaiserreich war. In den französischen Annexionsplänen hat nun die Pfalz stets eine besondere Rolle gespielt. Die Pfalz war den französischen Politikern und Generälen stets der Angelpunkt für ihre gesamten AnnexionS- pläne. Bon hier aus ließ sich der Einfall in das rechtsrheinische Gebiet über Mainz und Frankfurt a. M. hinaus am leichtesten bewerkstelligen. Das hat sich im siebzehnten Jahrhundert zur Zeit Ludwigs XIV., das hat sich weiter in den französischen Revolutionskriegen gezeigt und zeigt sich auch jetzt wieder. Die Pfalz ist den Franzosen nicht nur politisch, sondern auch st r a t e g i s ch wertvoll, sie ist mit einem Wort für die französischen Generäle das Einfallstor nach Deutschland. Deshalb haben sie die Pfalz zu einem französischen Heerlager gemacht und das Land nach allen Regeln der Kunst militarisiert. Von diesem militärischen Gesichtspunkt aus gesehen hat die Rheinpfalz eine doppelte Bedeutung und Aufgabe für den französischen Militarismus. Sie stellt sichelnmal als Aufmarschgebiet für einen zu- inftintt der Menschen, die in engem Zusammenhang mit der Ratuc leben und sich auf lange Erfahrungen sowie üleberlieferungcn stützen, der Hirten, Landleute, Jäger, Seeleute usw. muß volle Anerkennung zuteil werden. Aber wissenschaftlich befriedigend ist diese Art der Wettervorhersage natürlich nicht. Dec jahrhundertelange Glaube an den Einfluß des Mondes ist von der modernen Forschung nicht bestätigt worden, denn man kann keinen Zusammenhang der Mondstellungen mit den Witterungsvorgängen finden. Wertlos ist der „Hundertjährige Kalender". Die Dauern- und Volcswetterregeln dagegen enthalten viele wertvolle Beobachtungen, bringen aber nur Richtiges, wenn sie aus kurze Fristen Voraussagen, während die Prognosen für das Wetter der verschiedenen Jahreszeiten dem Gebiet des Aberglaubens angehören. Solchen praktischen und mehr zufälligen Mitteln der Wettetprophezciung tritt nun als wissenschaftliche Organisation der amtliche Wetterdienst gegenüber, der in den verschiedensten Ländern mit Glück gehandhabt wird, besten größter Mangel bisher aber noch darin besteht, daß eine einheitliche Beobachtung in allen Teilen der Welt fehlt. Es wird immer klarer, daß wir, wenn wir das Wetter wirklich erfaßen wollen, uns nicht auf die Beobachtung unserer europäischen Wetterwarten beschränken dürfen, sondern Mcckrometeo- rologie treiben müssen. Die Atmosphäre ist ein Organismus: eine Störung an irgend einer Stelle Fremdsprachen nüchternen. Und es wäre doch zu wünschen, daß gerade die Kernfächer der Deutschen Oberschule dem Schüler so lieb werden, daß er sie huf der Univerfität als Studienfächer wählt. 11. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Aufbauschule. Man hat in Hessen schon begonnen, Lehrer- und Lehrerinneuseminare (in Bensheim, Alzey, Friedberg. Darmstadt) in Auf- baufchulen umzuwandeln. Die Aufbauschule baut auf die Volksschule auf: sie nimmt Schüler der Volksschule nach dem Z. ober 8. Schuljahr an. In 6 Jahren will sie sie so weit fördern, daß sie einen Bilbungsstanb erreichen, der dem der Abiturienten der anderen höheren Schulen gleichwertig ist. Wenn diese Aufgabe geleistet werden soll, muß die Aufbauschule sehr streng in der Auslese sein. Diese neue Schulgattung cst ihrer hohen sozialen Bedeutung wegen sehr zu begrüßen. Sie macht es möglich, noch nach dem Durchlaufen der Volksschule den Anschluß an eine höhere Schule zu gewinnen. Viele Eltern, die auf dem Lande fern von einer höheren Schule wohnen, werben für diese neue Schule dankbar sein. Ihren Wert werden auch alle diejenigen ermessen können, die in ihrer fügend unter großen Schwierigkeiten vom Lande aus den Anschluß an eine höhere Schule haben suchen müssen. Die Ausbauschule kann sich an den Lehrplan des Gymnasiums, des Realgymnasiums, der Ober» realschule ober der Deutschen Oberschule anlehnen. In Hessen will man bie Aufbauschule nur nach dem Typus der Deutschen Oberschule einrichten, Gegen die Aufbauschule nach dem Typus der deutschen Oberschule ist natürlich dasselbe Bedenken geltend zu machen wie gegen die Deutsche Oberschule. Die Eltern, die ihre Kinder in eine Schule mit nur einer Fremdsprache schicken, müssen sich vor Augen halten, daß ihre Kinder später bei der Wahl des Studiums und im Studium selbstGcaf Schritt und Tritt gehemmt find. Die schon eingerichteten hessischen Aufbauschulen lehren eine zweite Fremdsprache als Wahlfach, und sie geben kluger und vorsichtiger Weise allen denen, die irgendwie an späteres Studium denken, den Rat, die zweite Fremdsprache zu lernen. Die Bedenken gegen die Aufbauschule schwinden, wenn die zweite Fremdsprache in ausreichendem Maße als Pflichtfach gelehrt wird. Daß das möglich ist, zeigen bie Stundentafeln der preußischen Denkschrift. Gerade bie begabten Kinder vom Land, die für die Aufbauschule in erster Linie in Betracht kommen, lieben eine kräftige geistige Kost: es will mir scheinen, baß gerade solchen Kindern, die bis zum 13. oder 14. Jahr keine fremde Sprache gelernt haben, bie Bewältigung fremder Sprachen besonders erwünscht sein müßte. Ich fasse zusammen: Die Aufbauschule ist eine wertvolle Schöpfung. Es wäre außerordentlich zu bedauern, wenn eine an sich so begrüßenswerte Schule von vornherein dadurch geschädigt würde, baß. sie keine ausreichenbe Grundlage zum Hochschulstudium böte. Weil ich diese Schule für wichtig halte, kommt es mir darauf an, weitere Kreise mit der Eigenart dieser Schule bekannt zu machen und zugleich auf die Gefahr hinzuweyen die ihr nach meiner Lieberzeugung droht, wenn sie auf zu schmaler Grundlage aufgebaut wird Die „Revision" des Versailler Friedensvertrags ,Bon L. R a s ch b a u, ® efanbter z. D. 3n Hefen Tagen hat die Wahlrede eines Mitgliedes des englischen Ministeriums allgemeines Aussehen erregt. Dieser Eindruck hat auch bann noch sortgewirkt, als der Leiter der Regierung im Parlament die rednerische Leistung seines Mitarbeiters als eine Privatauffassung bezeichnete mit der bas Kabinett keinen Anlaß hatte sich zu beschäftigen. Er lehnte die Verantwortung dafür ab. Henberson, Staatssekretär in dem wich- ligen Amt des Innern, hatte bekanntlich die Revision des Versailler Friedensvertrages als zu erstrebendes Ziel gefordert. Es unterliegt nun keinem Zweifel, daß die Auffassung Hendersons der Politik entspricht, die seine Partei, als sie noch nicht in der Macht war, vertreten hat. Auch Macbonald selbst hat sich z. B. m der bekannten Zeitschrift „Foreign Asfairs" in einem Sinne geäußert bet auf eine ähnliche Grundanschauung schließen ließ. Er hat es auch >m Parlament auf bie ersten Anfragen der Gegen-, Partei vermieden, her von Henderson vertretenen Meinung direkt au widersprechen. Erst nachdem er erkannt, daß der Sturz des Kabinetts drohe, hat er schärfer Stellung genommen und bas Auftreten seines Kollegen preisgegeben, so baß sogar jein Gegner Dalbwin einlenkte unb sich mit bett Aufklärung jufrieben gab. Aus diesen Vorgängen ergibt sich bas Eine, baß Macbonald die Zeit nicht für gekommen hält, die Politik, bie er früher als Parteiführer mit Henberson bekannt, amtlich ohne Einschränkung ju vertreten. Gr hat ähnlich in einer wichtigen inneren Frage gehandelt, indem er bie Forderung feiner Partei wegen stärkerer Heranziehung des Friebensvermogens jetzt als Minister in ben Hintergrund schob. Er hat damit in der eigenen Partei scharfen Widerspruch erweckt, und zwar, wie es scheint, nicht bloß bei ben schottischen Radikalen. Er wußte, baß er mit der Einbringung eines solchen Gesetzentwurfes sofort die beiden Gegenparteien zusammengeführt hätte, unb er mußte ähnliches im Fall Henderson befürchten. Die Politik Macdonalds geht aber dahin, bie amtliche Lebensfähigkeit seiner Partei bei diesem ersten Versuche nachzuweisen, unb er opfert diesem Bemühen vorerst einen Teil der Bestrebungen, bis er als freier Mann bekannt hat. Die Frage für ans Deutsche ist, ob der englische Staatsmann damit eine wirkliche Schwenkung in seiner bisherigen grundsätzlichen Auffassung vornimmt ober ob er nur, was sehr wohl denkbar ist, in ihrer praktischen Durchführung hinhält, unb bessere Gelegenheiten abwartet. Damit» ist man sich Wohl allgemein klar, baß England zur Zeit nicht in der Lage ist, eine Politik der gewaltsamen Mittel anzuwenben, unb ganz gewiß ist bie heute herrschenbe Partei allen dahin gehenden Maßnahmen abgeneigt. Gegenüber dem militärisch so sehr überlegenen gallischen Rachbar wird bas heutige England zu dem letzten Mittel im Volkerzwist nicht greifen, wenigstens solange nicht, als es über hilfsbereite Verbündete nicht verfügt Unter diesen Erwägungen handelt Macdonald vom englischen Standpunkt aus logisch, wenn er vor einem Unter* nehmen, wie es Henberson in einer Revision des Versailler Diktats vorschlägt, zurückweicht. Er glaubt auch im Interesse seiner eigenen Partei zu handeln, wenn er in seiner schwachen Stellung zwischen den beiden Gegenparteien durch Zurückhaltung sich zunächst eine längere amtliche Lebensdauer zu sichern sucht, bie ber Partei für bie Zukunft weitere Möglichkeiten eröffnet. Das braucht uns Deutsche aber nicht zu veranlassen, auf diese Taktik Rücksicht zu nehmen, weil wir die Reigung zur britischen Fügsamkeit damit nur fördern, in dem Widerstande gegen die französischen Bestrebungen aber die englischen Parteien einander sichtlich nähern. Wir haben vielmehr allen An'aß, die Welt mit unseren Protesten gegen die Fvrcdauer des heutigen Zustandes in Mitteleuropa fortgesetzt zu erfüllen. Dabei brauchen wir gar nicht mal den Hendersonschen Gedanken einer planmäßigen Revision bes Versailler Friedens als Ausgangspunkt zu nehmen, denn er würde aus die allergrößten formalen unb sachlichen Schwierigkeiten stoßen, unb seine - Vorbereitungen unendliche Zeit beanspruchen, Uns ist schon mit der Abhilfe in einigem der wichtigsten Belange zunächst gebient. In dieser Beziehung sollten wir unentwegt öie Befreiung oes Ruhrgebiets an die Spitze stellen. Alle unsere Hoffnungen auf eine Besserung unserer wirtschaftlichen Zustände sind ja vergebens, solange jenes Gebiet unter dem gegenwärtigen Druck steht. Die Ren.'enmark, die Stabilisierung der Währung, ber Haushalt vom Reich und Staat sind und bleiben schwer bebroht, wenn wir dort nicht unsere vollen Hoheitsrechte bald wieder erlangen. Auch unsere Regierung ist von dieser Rotwendigkeit durchdrungen, aber sie bringt sie nicht mit solchem Rachdruck zur Kenntnis der ge- Julimann vertreten. 1666s ML Bei Stuhlverstopfung nimmt man die oehten Apotheker Rich. Brandt« / ^KUU; W Dermitzcytes. Die Erforschung einer uralten Riesenstadt. Das Carnegie-Institut in Washington unternimmt jetzt in Uebereinsttmtnung mit der mexikanischen Regierung eine Expedition, um die Rutnenstadt CH ichen Itza in Pucatan einer erschöpfenden Erforschung zu unterwerfen. Chichen Iha ist eine dec gröstteu drr alten Städte Mittelamerikas, deren in Ruinen noch aufragende Tempel, Paläste und Gräber ein Gebiet bedecken, das etwa 8 Kilometer lang und fast 5 Kilometer breit ist. Im Herzen dieser Ruinenstädte befindet sich das Hauptheiligtum, ein« kreisrunde Einfriedigung, die etwa 100 Meter Im Durchmesser iaht und m der vor vielen Jahrhunderten ber den Festen den Regengöttern von den Azteken, Tolteken und Rlayas Opfer an Menschen und kostbaren Dingen dargebracht wurden. Diejenigen jungen Männer und Mädchen, die sich durch besondere Vollkommenheit des Körpers und Geistes auszeichneten, wurden geschlachtet, und ebenso wurden die herrlichsten Juwelen, die wundervollsten Gegenstände in Gold und Silber hier angehäuft. Der Platz ist vor kurzem teilweise umgegraben worden, und man fand dabei grobe Schätze an goldenen Gefähen und Schmucksachen, kostbare Steine, herrliche Schnitzereien und dazwischen große Mengen Knochen junger Menschen beiderlei Geschlechts. Das Mandat. Rechtsanwalt A. wird in einer erstklassigen Berliner Gaststätte für ein erstklassiges Essen eine erstklassige Rechnung vorgelegt. Von heiligem -Zorn gepackt, b^ahlt er nicht, sondern schickt dem Wirt durch den Kellner folgenden Schriftsatz: „6ie haben für eine Mahlzeit, die Sie höchstens 5 Mk. kostet, 25 Ml. gefordert. Ich werde Sie wegen Preiswuchers zur An^ige bringen. A." — Alsbald erhält er vom Wirt folgende Antwort: „Anbei 50 Mk. Ich bitte hierfür um Uebevnahme meines Mandats wegen Preiswuchers. D." — Worauf er den Bescheid erteilt: „Mandat angenommen. Gegner bereits zur Zurücknahme der Anzeige veranlaht. Gratuliere. A." (Aus dem „Simplicissimus".) auf dem B. f. B -Platz zwischen Sp. D. flut' Hessen Kassel (Meister von Hessen-Hannover) und Sportfreund« Siegen (Meister ton Südwestfalsn) statt. (Siehe Anzeige in der heutigen Rümmers Die Sportfreunde Siegen führten am 2. März in Koblenz gegen den Rheydter Spielvevein (Rhetngau) ein überlegenes Spiel vor und hätten, den Berichten zufolge, sicher gewonnen, wenn das Treffen nicht beim Stande 1:0 (für Siegen) in der 23. Minute vom Schiedsrichter wegen schlechten Platzes abgebrochen worden wäre. Li« Kurhessen standen in Essen der Turu Düsseldorf (Dergifch-Märkischer Gau) gegenüber: nach anfänglichem Drängen Turus, das ihnen auch das Führungstor brachte, setzte sich die einfachere, aber ungestümere Angriffsmethode Kassels immer mehr durch. — Das Zusammentreffen der beiden ausgesprochenen Kampfmannschaften in Giehen, wo sie schon im vorigen Jahre sich gegenüberstanden und wo beide auch bereits etliche Gastspiele gegeben haben, dürfte ein sehr interessantes werden. Dom akademischen Rudersport. Dem Jahresbericht des Kartells Akademischer Ruder-Vereine Deutsthlands (K. A. R. D.), dessen Präsidium für das Geschäfsjahr 1922/23 in Händen der Akademischen Ruder- Abteilung deS Vereins Rudersport Giehen 1913 ®. V. gelegen hat. entnehmen wir folgendes: DaS Kartell besteht zur Zeit auS 1 Vereinen, die nicht nur die Vertretung gemeinschaftlicher Interessen timerhalb des Deutschen Ruder-Verbandes verbindet, sondern vor allem auch freundschaftliche Bande umschlingt. Dem Kartell gehören an: Abadem. Ruder-Club Würzburg. Aladem. Ruder-Verein Kiel. Akadem. Ruder- Gesellschaft Berlin. Abadem. Rud>r-2lbtg. des Vereins Rudersport Gtehen 1913, Akadem. Riege der Wander-R. G. „Die Wikinger", Hamburg, Akadem. Sek.ion im Dresdener Ruder-Verein, Akadem. Ruder-Abtg. des Ruder-Clubs Halle. Die Gesamtmitgliederzahl der Kartellvereine betrug im Sommersemester 1923 : 285 Studierende. 63c Alt-Akademiker. Die meisten Mitglieder führt A. R.C. Würzburg. Die Zahl der zurückgelegten Bootsfahrten betrug 2466 Fahrten. Die gröhte Fahrtenzahl erreichte A. R. V. Kiel. Die Zahl der zurück- aeleaten Boots-Kilometer betrug 18 965 Km. Die höchste Km.-Zahl erreichte A. R. C. Würzburg. Rennsportlich kommen noch folgende Zahlen in Betracht: 3m ganzen wurden auf öffentlichen Regatten des D. R. V. 62 Starts belegt. Hiervon tour Den 34 Siege errungen unb 13 2. Platz belegt. Am besten schnitt auf den Regatten die Akadem. Sektion im Dresdener Ruderverein ab. Die Siege setzen sich zusammen aus: 6 Einer, 4 Doppelzweier. 5 1. Vierer, 4 Hochschulvierer. 4 Juniorvierer. 2 Jungmannvierer, 8 Achter (darunter 3 Seniorachter). Büchertisch. — Hanns Fischer: Weltwenden. Die grohen Fluten in Sage und Wirklichkeit. Mit 48 Mbildungen und einer Tafel. R. Doigtlän- ders Verlag. 3.25, in Halbleinen geb. 4.—. Roch immer bildet die Sintflut ein ungelöstes Rätsel; noch immer liegt Atlantis in sagenhaftem Rebel; noch immer ist die weltferne Osterinselkultur in Geheimnisse gehüllt; noch immer breitet sich über Entstehung der Rassen, über Artentod und Artengeburt tiefes Dunkel; noch immer kennt man nicht die wahren Ursachen der Grdbeben oder der Turnen, Sport und Spiel. Am die Westdeutsche Meisterschaft. Don d:n Endspielen um die W e st d e u t s ch e Meisterschaft sind zwei in den Hessisch-Hannoverschen Gau gelegt. Das erste findet am morgigen Sonntag in G testen, nachmittags 3 Uhr künftigen Angriffskrieg gegen Deuffchland, und weiter als Festungsglacis für einen Verteidigungskrieg gegen Deutschland dar. Man beachte nur das eine, daß alle st r a- tegisch wichtigen Plätze in der Pfalz mit einer starken französischen Besatzung belegt sind. Die Besatzungsstärke übersteigt die alten deutschen Garnisonen in den meisten Fällen um das Zwei- bis Dreifache. So hätte Landau vor dem Kriege eine deutsche Besatzung von 3Vs Regimentern, heute dagegen eine französische Besatzung Son etwa sechs deutschen Regimentern. In Germersheim stand vor dem Kriege «in deutsches Regiment, heute befinden sich dort drei Regimenter. Kaiserslautern hatte vor dem Kriege zwei deutsche Bataillone, heute beherbergt es drei französische Bataillone und einen gro- sten Automobilpark. Ludwigshafen und Reustadt, die vor der Besetzung keinerlei deutsche Garnison hatten, haben heute eine solche von 1 vis 2 Bataillonen. Besonders stark sind die technischen Waffen vertreten. Der frühere^kleine deutsche Flugplatz Laa° chen-Speyerdorf enthält heute französische Fliegertruppen in Stärke von zwei Regimentern. DaS friedliche Ludwigswinkel ist heute eine vollkommene Militärftadt mit einer Desatzungsstärke von 5 bis 6000 Mann, ein Militärlager, das mit dem nahegelegenen Bitsch jeden Vergleich aushält. Selbswerständlich bringt eine solche starke Belegung eines Landes eine Füll« von Einquartierungen, Lasten und Unannehmlichkeiten für die betroffene Bevölkerung mit sich. Entsprechend hoch sind natürlich die Kosten für diese riesige Garnison. Die zehren auch noch von den geringen, aber doch außerordentlich harten Steuereingängen, mit denen wir müh- sam das GlHhgewicht Les Reichshaushalts herzustellen vUsuchen. Aber man weih in Paris und Koblenz nur zu genau, warum man gerade die Pfalz zu einem französischen Heerlager gemacht hat. Wer Einblicke in die französisch« Politik hat, der erkennt leicht, daß hier der militärische Zweck im Vordergrund« der Aktion steht. -uieetea irromungen; noch immer weist mar« kaum etwas über die Urfitlturen und ihre Träger, die Getreide, Gemüse und Obst aus Wildgewächfen züchteten und die Haustiere zähmten; noch immer ahnt man nichts über den wenn auch fernen, so Loch unausbleiblichen .Untergang der Crde. Wunderbar sind die Zusammenhänge der mystischen Jnkabauten mit Aegypten, Europa und Asien. Der Mensch vor Jahrmillionen schien ein kaum gewagter Traum, unglaubhaft, wie die Germanen- züge vor zwei Jahrhundertlausenden. Uralte Überlieferungen wurden als Märchen und Dichtungen gewertet. In dem vorliegenden Buche nun wurden sie von völlig neuen Gesichtspunkten Schi, werden jene tatsächlichen Ursachen auf- die vor Jahrzehntausenden und Jahr- ttausenden Veranlassung zur Entstehung von Berichten gaben, die im Auf und Ab der Zeit das Gewand der Sage anzogen und in ihrer scheinbaren Verkleidung unverständlich wurden. — Dr. Viktor Engelhardt, Die geistige Kultur Indiens und Oft asiens. Erster Teil der Geschichte der geistigen Kultur. Geheftet Gz. 0.90 Mark, geb. Gz. 1.5' Mart. Reclams Unidersal-DibliothÄ. In verständlicher, lebendiger Sprache führt das Büch in Las religiöse, phiwsophische, Binstlerische und wirtschaftliche Leben Indiens und OstasienS et/ Es schildert die Entwicklung der östlichen Kulturen und deckt, ohne einseitig zu werden, ihre Zusammenhänge mit den geographischen und historischen Grundlagen auf. Jedem, der wirkliches Verständnis der geheimnisvollen Welt des fernen. Ostens sucht, sei das Buch empfohlen. Eine ausführliche Bibliographie unterstützt den weiterstrebenden Leser. Erhältlich in Allen Apotheken. Schutzmarke seit dem Jahre 1877 weißes Kreuz im roten Felde. Extr.Sei.p.l,5,Ach.m.Al.Abs.ial,Trif.g.äaO,5,R.genLTrif.iaLfx56 Freikarten nach Amerika für iHetfcnbe nach Amerika werden in einer besonderen neu eingerichteten Abteilung der White Star Line und American Vf ne, Hamburg, A liier- dämm 89, bearbeitet. Diese Abieiiuna erteilt kostenlos jede gewünschte Auskunft über diese sog Prevaid- Passagen und über Seereisen im AUaemeiuen. Wenn jemand Bekannte oder Verwandte in Amerika besuchen will, welche für ibn die Uebctiabrt bezahlen, so kann er die nenaite Adresse an die obengenannte Prenaid-Abteilung einsenden und diese wird sich bemühen, Schiffskarte und Eisenbahnsahrkarte bis zum rii'eiseziel zu besorgen, ohne dah dem Betreffenden Kosten dadurch erwachsen. 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