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August 192$ Erstes Blatt 17$. Jahrgang Plotzvorschrift 20'/, Auf. chlaq. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton: Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer big zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, )r. Friedr. Wilh. Lange; ür den übrigen Teil: brnst Dlumfchein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Nr. VH Erscheint täglich, außer Bonns und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: VießenerFamilienblätter Monats-Bezugrpreis: 2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerSiehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Briihl'sche Universitäts-Buch- und 5teindruckerei R. Lange in Kietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. Die deutschen Einwände und Forderungen. Ueberrelchung einer deutschen Denkschrift. - Wirtschaftliche Vergünstigungen für militärische Räumung 2 Die deutschen Vertreter in London haben in einer Rachftitzung vvm 5. zum 6. August die ihnen von Macdonald cruSgehändigten Beschlüsse der dvei Ausschüsse darchgearbettet und gestern eine Denischrift überreicht, über deren Inhalt Stillschweigen beobachtet wird. Doch schon das Begleitschreiben des Reichskanzlers, das bereits gestern mittag vorlag, aber auf besonderen Wunsch der Reichsregierang noch nicht veröffentlicht werden sollte, weist auf den Inhalt dieser Denkschrift hin, so daß. die untenstehenden Angaben nach dem „Daily Telegraph" den Tatsachen entsprechen dürften. ES ist selbstverständlich daß die Grundforderung Deutschlands, die von der raschen militärischen Räumung des Ruhrgebiets die Durchführung des gesamten Dawesplanes abhängig macht, an erster Stelle steht. Ihre Erörterung wird in einem besonderen Ausschuß erfolgen, der formell als au her halb der eigentlichen Konferenz stehend zu betrachten ist. Die Pariser Presse beeilt sich, den Wunsch zum Dater der Behauptung zu machen, dah Marx und Stresemann Gegenleistungen in Gestalt von wirtschaftlichen Vergünstigungen anbirten werden. Wir glauben nicht fehlzugeHen, wenn wir behaupten, dah dieses Angebot von deutscher Seite nicht erfolgen wird. Denn die deutsche Räumangs- sorderung verlangt nur die Wiederherstellung eines R e ch t s z u st a n d e s, sie ist von Macdonald im englischen Hinterhaus der französischen Lefsent- lichkeit als S e l b st ve rli an dlichkeit bei der Annahme des Sachverständigenplanes dargestellt worden und bedarf keiner deutschen Gegenleistung. Auch die Sanktivnsfrage dürfte von deutscher Seite zum Gegenstand scharfer Einwände gegen den von Frankreich durchgesetzten Punkt 4 des Protokolls der Ersten Kommission gemacht werden. Die hier festgelegte Borbehaltung aller Rechte für die Alliierten dürfte deutscherseits als untragbar und unvereinbar mit den Abmachungen abgelehnt werden. Selbstverständlich erscheint die Forderung einer rascheren wirtschaftlichen Räumung der vertragswidrig besetzten Gebiete und das Verlangen einer vorbehaltlosen Amnestierung aller Gefangenen und Ausgewiesenen. Voraussichtlich dürften diese Punkte den gering stenSchwie- rigkeiten begegnen. Weniger leicht wird nach dem Mißerfolg der diesbezüglichen bisherigen Versuche die Forderung durchzusetzen sein, dah auf die Beibehaltung der französisch-belgischen Eisenbahner im besetzten Gebiet verzichtet werden soll. Frankreich verquickt diese Frage mit der militärischen Besetzung überhaupt und hält an seinem Standpunkt um so hartnäckiger fest, als seine Versuche, hierbei das Problem der interalliierten Schulden aufzurollen, von England und Amerika ab» gelehnt worden sind. Wie dem auch sei, die Debatten im englischen Hinterhaus haben die Stellung der deutschen Delegation erheblich gestärkt, und die Haltung der Pariser Presse, wie auch die Berichte aus London lassen erkennen, dah man zum mindesten dort versuchen will, die bestehenden Schwierigkeiten zu überwinden. Unb es ist heute bereits gewih, dah die Londoner Konferenz weder am schlechten deutschen Willen, noch an einem Mangel an Verständnis für die Lage auf englischer und amerikanischer Seite scheitern wird. Ihr Ausgang hängt lediglich von dem Mah an Vernunft und gutem Willen ab, das die Franzosen aufzubringen vermögen. Die deutsche Denkschrift. London, 6. Aug. (Wolff.) Kurz nachlOälhr hat die deutsche Delegation, nachdem ste einen beträchtlichen Teil der Rächt gearbeitet hat, dem Generalsekretär der Konferenz ihre Bemerkungen zu dem Bericht der drei alliierten Ausschüsse gleichzeitig mit einem Begleitschreiben übergeben. Das Memorandum ist in deutscher Sprache abgefaht, die Ilebersehung wurde unverzüglich in Angriff genommen. Wie verlautet, ist das Schriftstück nicht sehr lang, es umfaßt im ganzen etwa 20 Seiten, wovon 10 den Bericht des Zweiten Ausschusses behandeln, sechs oder sieben des Drrt- ten und zwei den des Ersten Ausschusses. Rach der Zusammenkunft der Hauptdelegierten um IO1/2 älhr wurde eine zweite auf ll1 /2 ^lhr festgesetzt, zu der der Reichskanzler Marx und Reichsminister des Aeuheren Stresemann eingeladen sind. Das Begleitschreiben. London, 6. August Die Bemerkungen der deutschen Delegation zu den bisher getroffenen Vereinbarungen der Londoner Konferenz wurden heute vormittag dem Generalsekretär der Konferenz mit folgendem Anschreiben an den Präsidenten Macdonald übergeben: Herr Präsident! Entsprechend der in der gestrigen Sitzung getroffenen Abrede beehre ich mich, Ew. Exzellenz anbei die Bemerkungen der deutschen Delegation zu den bisherigen Beschlüssen der Interalliierten Kommissionen zu übersenden. Die Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit hat es der deutschen Delegation nicht ermöglicht, sich über alle Einzelheiten der interalliierten Beschlüsse und ihre Trag? weite ein sicheres Urteil zu bilden. Ich bitte, die Bemerkungen der deutschen Delegation, insbe- andere ihre Formulierung, unter diesem Oe» ichtspunkt betrachten zu wollen. Dabei nehme ich an, dah die noch erforderliche Klärung im Wege der gegenseittgen Aussprache herbeigeführt werden wird. Im übrigen gestatte ich mir, hervorzuheben, dah die vorliegenden interalliierten De- chlüsse nach Ansicht der deutschen Delegation den mit der Inkraftsetzung des Sachverständigenplanes zusammenhängenden Fragenkomplex nicht erschöpfen. Die deutsche Delegation muh insbesondere entscheidenden Wert darauf legen, die Frage der militärischen Räumung der über den Vertrag von Versailles hinaus besetzten Gebiete zur Erörterung zu stellen. Andererseits hat der Präsident der Zweiten Kommission in seinem Begleitschreiben zu den Beschlüssen dieser Kommission erwähnt, dah die französischen und belgischen Heeressachverständigen die Zuteil mg von etwa 5000 französischen und belgischen Eisenbahnbediesteten aus besttmmte Strecken des linksrheinischen Retzes verlangen. Die deutsche Delegation ist der Ansicht, dah diese Forderung mit dem Sachverständigen plan nicht vereinbar ist. Genehmigen Sie, Herr Präsident, die Versicherung meiner aasgezeichnetsten Hochachtung. (gez.) Dr. Marx. Der Inhalt der Denkschrift. London, 7. Aug. Rach dem „Daily Telegraph" sehen sich die Bemerkungen der deutschen Delegation zusammen: 1. aus der Forderung beschleunigter wirtschaftlicher Räumung des Ruhrgebietes, 2. aus Einwänden gegen die Fortdauer der So chl ieferungen über die Der- trogszeitpunkte hinaus, desgleichen gegen das vorgesehene Verfahren, das die neue Gesetzgebung notwendig mache, 3. aus Einwendungen gegen die An - wesen heit alliierter Eisenbahner auf den Rheinbahnen, und 4. aus dem Verlangen einer allgemeinen Amnestie für alle Gefangenen und Verbannten aus dem be- sehtenGebietmitDürgschaftengegen spätere Verfolgungen der Deutschen. Ihre hauptsächlichsten Bemühungen würden sich auf die Erzielung einer-baldigen militärischen Räumung des Ruhrgebietes konzentrieren sowie auf die Aufgabe des französischen und belgischen Gebankens der Durchsetzung des Eisenbahnpersonals auf dem linken Rheinufer mit einer Anzahl alliierter Eisenbahner. In Deutschland werde die militärische Räumung des Ruhrgebietes als eine wesentliche Bedingung und Folge des Dawes-Planes angesehen. Reuter meldet: Während über die Art der Bemerkungen in dem deutschen Memorandum volles Stillschweigen herrscht, betonen die Mitglieder der deutschen Delegation die Tatsache, daß chre Anstrengungen, möglichst bald befriedigende Ergebnisse herbeizufüh- ren, sehr ernsthaft sind. Es kann sein, daß gewisse Fragen, welche nicht vor die allgemeine Konferenz kommen, in Besprechungen au Hertz a I b der Konferenz erörtert werden. So wird vermutet, daß die Eisenbahnerfrage und die der Räumung des Ruhrgebiets in dieser Art außerhalb des Dawesberichts besprochen werden. Die angeblichen deutschen Gegenleistungen. Paris, 6. Aug. Zur ersten Fühlungnahme der deutschen Delegatton mit der Londoner Konferenz schreibt die „Information", die ßmtfwner Atmosphäre mache es den Deutschen möglich, auf direktem Wege zu einem Kompromiß mit der belgischen und der ftanzösischen Delegatton zu gelangen. Es verlaute, dah Reichskanzler Marxals Gegenleistung für eine raschere Räumung des Ruhrgebietes wirtschaftliche Vergünstigungen im Rahmen des Klüftigen deutsch-französischen Handelsvertrages Vorschlägen werde. Auf diese Weise werde in London eine heikle Frage aufgeworfen, beim vom 10. Januar 1925 ab werde Frankreich von Deutschland nicht mehr die vom Versailler Vertrag ihm zugesprochene Meistbegünstigung genießen. Die deuftche Delegation besitze also einen starken Trumpf. Sie werde ihn in den Verhandlungen ausspielen: darüber könne man ihr keinen Vorwurf machen, denn gerade darin bestehe die Kunst des Verhandelns. Da es sich jedoch unr unmittelbare Abmachungen handele, sei es vielleicht vor- zuzi-ehsr, wenn derartige Verholzungen, die vielleicht Wochen erforderten, zur Zeit in London in erschöpfender Weise geführt mürben. Das „Journal de Dubais", das einen heftigen Angriff gegen Lloyd George wegen seiner gestrigen Tln ter Haus rede richtete, sägt, gewissen Rachrichten zufolge hätten die Deutschen die Absicht, Frankreich als Gegenleistung für die Räumung des Ruhrgebietes bis zu Anfang des nächsten Jahres einen günstigen Handelsvertrag vorzuschlagen. Es sei hier vielleicht Gelegenheit zu vorteilhaften Verhandlungen geboten, aber diese könnten nicht in London eingeleitet, ober doch auf alle Fälle nicht b 0 r t abgeschlossen werben. Qltan könne nicht ein mächtiges Akttonsmittel gegen eine bloße Versprechung aus der Hand geben. Der Abschluß bes Handelsvertrages mühte der Räumung vorausgehen und nicht-deren Folge fein. Der Gegensatz über die militärische Räumungsfrage. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 7. Aug. Wie wir aus den Kreisen des Auswärtigen Amtes erfahren, besteht in der Frage der Behandlung der militärischen Räumung des Ruhrgebiets auf der Londoner Konferenz ein sehr ernster Gegensatz zwischen der deutschen Delegation und den übrigen Konferenzmächtin. Macdonald hat in seiner einleitenden Rede erklärt, es sei seine Pflicht als Leiter der Konferenz, den Derhandlungsstoff auf diejenigen Punkte zu beschränken, die unmittelbar zum Sachverständigengutachten gehören. Daraus geht unzweideutig hervor, dah die alliierten Regierungen das Bestreben haben, die Erörterung der militärischen Räumung offiziell von der Konferenz auszuschließen, und cs der deutschen Regierung zu überbassen, direkt mit Frankreich und Belgien über dieses Problem zu verhandeln. Die deutsche Delegation steht jedoch demgegenüber auf dem Stanbpunft, daß die militärische Räumung des Ruhrgebietes eine unmittelbare Folge des Sachverstänbigen-Gutachtens ist und daher auch praktisch im Zusammenhang mit allen Fragen der wirtschaftlichen Räumung behandelt werden muh. Im übrigen hat ja auch die deutsche Delegation in ihrem Memorandum, das die deutschen Einwendungen zu den bisherigen Beschlüssen der Konferenz enthält, eindeutig darauf h inge wiesen, daß die militärische Räumung des Ruhrgebietes eine unerläßliche Voraussetzung für die Annahme des Sachverständigen- Gutachtens für Deutschland ist. Es ist nicht unmöglich, dah die deutsche Regierung es auf einen Versuch ankommen lassen wird, sich mit Frankreich und Belgien direkt zu verständigen, aber man wird deutscherseits nicht darauf verzichten können, dah auch die milttärische Räu- mungsftage in dem Protokoll über das Inkrafttreten des Sachverrslänbigen-Gutachtens f e ft* gelegt wird. Die Besprechung der deutschen Einwände. London, 6. Aug. Die von der Konferenz nicht behandelten Fragen, wie diemilitärifche Räumung der besetz ten Gebiete, soweit die Besetzung über das R he i n lan da bkvm men hinausgeht, und die Zurückbehaltung alliierter Eisenbahner werden einer eigens hierfür eingesetzten Organisation der großen Vierzehn überwiesen, der je zwei Vertre'.er einer jeden Macht angeboren. Die Organisation ist nicht als zur Konferenz gehörig, sondern alsauherhalbder Konferenz stehend zu betrachten. Sitzung des Rats der Vierzehn. London, 7. Aug. (Reuter.) Das wichtigste Ereignis des gestrigen Tages war die Zusammenkunft des Rates der Vierzehn vormittags in Downingstreet. An der Sitzung nahmen die führenden Delegierten, eine Anzahl Sachverständiger usw. teil. Großbritannien war vertreten durch Ma c d 0 n a l d und Snowden, Frankreich durch H e r r i 0 t und Elemente!, Deutschland durch Marx unb Stresemann, Den letzteren standen zweiSachverständige zur Seite. Der Reichskanzl er hielt eine Rede, in der er die wichtigsten Punkte der deutschen Denkschrift zusammenfaßte, da nicht genügend Abschriften zur Verfügung standen. Hierauf folgte eine Erörterung über das zu befolgende Verfahren, deren Hauptergebnis der Beschluß war, abends um 9 Ahr im Zimmer des Premierministers im Unterbaute, wieder zusammenzukommen. Inzwischen hat eine Anzahl Delegierter der im Rat der 14 vertretenen Rationen Besprechungen abgehalten, um die deutsche Denkschrift durchHU- fefxm unb die verschiedenen darin aufgeworfenen Fragen zu prüfen. Einige dieser Fragen müssen offenbar wegen ihres technischen Charakters an die Sachverständigen verwiesen werden. andere, die mehr politische Bedeutung haben, können am besten vom Rat der 14 ober von der .Dollkonferenz geregelt werden. Die Frage der militärischen Räumung des Ruhrgebiets, die als der wunde Punkt der ganzen Lage angesehen wird, wird höchstwahrscheinlich von ben- efikn Persönlichketten erörtert, die bie Dvlllvn- erenz bilden, aber nicht in ihrer Eigenschaft als Lhefs der Delegationen der interalliierten Kon- erenz, sondern als Minister ihrer Länder. Keine unüberwindlichen Schwierigkeiten. Paris, 7. Aug. (WTD.) Heber die Racht- sihung der Konferenz berichtet der Sonderberichterstatter der Havasagentur aus London: Die kurze Sitzung, die bie alliierten Delegierten gestern abend mit den deutschen Ministern gehabt hätten, habe zuerst der Anhörung des Berichts gegolten, der im Laufe des Tages von den b«ttschen Sachverständigen über bie deutschen Einwendungen abgefaht 'unb von dem englischen älnterstaatssekretär Sire Eyre Crowe eingebracht worden sei. Rach den Schlußfolgerungen des Llnterstaatssekretärs böten bie de ätschen Einwendungen zu dem Bericht der bvei Kommissionen keine unüberwindlichen Schwierigkeiten. Die Bevollmächtigten haben im Anschluß darauf über den auf die.Feststellung der Verfehlungen sich beziehenden Teil des deutschen Memorandums beraten. Stresemann habe sich auf den Standpunkt gestellt, daß die Zustimmung seiner Regierung zu jeder von den Alliierten vorgenommenen Abänderung des Anhangs II des Friedensvertrages nötig sei mit der Begründung, dah dies auch den ausländischen Geldgebern eine neue Garantie bieten würde. Gegenstand der Auseinandersetzung sei dann der 2wsdruck „flagrante Verfehlung" gewesen, der im Sachverständigenbericht als Bedingung für die Durchführung der Sanktionen angeführt sei. Stresemann habe in diesem Punkt die Möglichkeit eines schiedsger ichtlichen Versahrerrs verlangt. Rach französischer Auffassung mühten bie Worte im Sinne von vorsätzlicher Verfehlung aufgefaßt werden, wie es im Versailler Vertrag festgelegt sei, das heißt: für Richterfüllung der deutschen Verpflichtungen aus mala fides. Die Verhandlungen zwischen den alliierten Bevollmächtigten und den Deutschen würden heute vormittag wieder ausgenommen werden. Vorher treten die Delegationsführer wieder zusammen. Die amerikanischen Anleiheaussichten. Reuhvrk, 6. Aug. (Funkspruch.) Zahlreich« Bankiers äußerten die Ansicht, die Auflegung der Hälfte der im Dawesplan vorgesehenen Anleihe hierzulande bedeute nur die Einleitung des amerikanischen Programms für die finanzielle Unter ft Übung Deutschlands. Das Inkrafttreten des Da- wesplanes werde weitere Kredite unb Anleihen für bie deuftche Geschäftswelt zeitigen. Einzelne Danken leiteten bereite Dollar- frebite für verschiedene deutsche Industrien ein, ähnlich dem kürzlichen Viev» millionen-Dollar-Krröit für die Zuckerindustrie. Botschafter Houghton als Vermittler. (Eigener Informattonsdienst.) Der amerikanische Botschafter in Deutschland, Mister Sjoughton, der sich abermals nach London begeben hat, wird, wie wir hören, bemüht sein, die Rolle eines Vermittlers zwischen Deutschland unb ben Alliierten zu spielen. Da er von der amerita- nischen Regierung keinen besonderen Auftrag erhalten hat unb nicht unmittelbar an ben Verhandlungen der Konferenz beteiligt ist, nimmt man in den Berliner diplomatischen Kreisen an, daß er weit mehr Bewegungsfreiheit besitzt als die anderen in London anwesenden amerikanischen Vertreter. Der amerikanische Botschafter wird es jedenfalls unternehmen, die deutsche Regierung auf das Genaueste über die Stimmung der amerikanischen Kreise zu informieren und auf der anderen Seite in einen Meinungsaustausch mit den alliierten Staatsmännern einzutreten. Die beabfichttgle Kanzlerrede in Münster. (Eigener Informationsdienst.) D e r l i n, 7. Aug. Reichskanzler Dr. Marx, der die Absicht hat, spätestens am Freitag abend aus London abzureisen, auch wenn bis dahin das Protokoll der Konferenz noch nicht unterzeichnet ist, wirb am Sonntag in Münster eine hochpolitische Rebe halten. Wie wir hören, gilt die Rebe bes Kanzlers in der westfälischen Stadt, die hart an der Grenze bes Ruhrgebiets liegt, hauptsächlich der Bevölkerung der Ruhr und der besetzten Gebiete. Dr. Marx hoftt, bis Sonntag der Bevölkerung an Rhein und Ruhr das erlösende Wort über ihr Schicksal sagen zu tön* n en. Die Veranstaltungen in Münster, an Denen auch der Reichspräsident teilnehmen wird, sind hauptsächlich gedacht als eine große Kundgebung der Reichsregierung, deren Zweck es ist. in der Bevölkerung den Eindruck zu verstärken, daß die gegenwärtige deutsche Regierung mit ihrer ganzen Kraft bestrebt war, in London ein für Deutschland annehmbares Ergebnis zu erzielen und daß sie sich auf das Vertrauen Der weitesten Dvlkskreise berufen darf. Amerikanischer Besuch in Berlin. Berlin, 7. Aug. (WTB.) Eine Abordnung unter Führung von Dr. Sherwood Eddy von 7 0 amerikanis chen Geist- lichten und Hochschulprofessoren, die nach Berlin kamen, um die politische und wirtschaftliche Lage Deutschlands zu studieren, wurde vom Staatssekretär des Auswärtigen Amts Freiherrn v. Malhan in Vertretung des in London weileirden Ministers des Aeußern empfangen. Der Staatssekretär bekundete den Erschienenen großes Interesse für ihre dankenswerten Bestrebungen und versprach ihnen vo 11 e Unterstützung. Eine Ansprache des Rheinministers. Was die Amerikaner in Deutschland sehen und empfinden. Bei einem Tee, den der Reichslandbund gestern 80 amerikanischen Professoren und Geistlichen der American Fellowship Group 1924 gab, and zu dem die Vorstände der Deutschnationalen Volkspartei, der Deutschen Volkspartei, der Rationalsozialistischen Freiheitspartei, der Zentrumspartei sowie die Spitzenvertreter der vaterländischen Verbände und der nationalen Arbeiterorgani- .sativnen erschienen waren, schilderte der Minister der besetzten Gebiete, Hoefle, den amerikanischen Gästen die Lage an Rhein und Ruhr. Mit der Besetzung der linksrheinischen Gebiete müsse man sich entsprechend dem Versailler Vertrag abfinden, die fehung des rechten Rheinufers aber sei widerrechtlich. Die deutschen Tlnterhändler in London würden sich aufs äußerste für die Räumung dieses Gebietes einsetzen. Man werde auch durchzusetzen versuchen, daß die deutsche Bahn, die die Regie übernommen habe, an Deutschland z u - rückkehre. Deutschland müsse im besetzten Gebiet seine volle Souveränität wiedererlangen. Auch die Besetzung selbst müsse abgeändert werden, denn im Versailler Vertrag stehe nichts davon, daß 70 000 Soldaten auf Kosten Deutschlands jahrelang an Rhein und Ruhr stehen. Alle diese Fragen müßten das Interesse De rgesarn« t en W el t wachrufen. Als Vertreter der amerikanischen Gäste sprach Dr. Eddy. Er erklärte, daß man Deuts chland zweifellos in vielen Fallen Anrecht getan habe. Dr. Eddy schilderte, daß er selbst am Rhein gesehen habe, wie die farbigen Franzosen dort gehaust and die weißen Franzosen ihre Macht hätten fühlen lassen. Die Hungerblockade, die noch Jahre über den Krieg hinaus gedauert habe, sei die schwerste moralische Schuld, die die Welt auf sich genommen habe. Richt Deutschland allein, die ganze Welt sei an dem Kriege schuld. „Erbauliches" äus dem besetzten Gebiet. Französischer Krieg gegen Schulbuben Wiesbaden, 6. Aug. Der Schüler Karl Dehsiegel aus Rüdesheim hatte von seinem ehemaligen, nun ausgewiesenen Lehrer Dr. Reuter, der sich in 'Bayern aushält, ein Schreiben erhalten, in welchem Dr. Reuter an die Schüler seiner ehemaligen Klasse einen Aufruf richtete. Beysiegel vervielfältigte dieses Schreiben und v e r t e i l t e es an die Klassenkameraden. Heute wurde er vor dem Kriegsgericht wegen Verbreitung einer Schrift verbotenen Inhalts zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der gefährliche Wandervogel. Wiesbaden, 6. Aug. (WTB.) Zu vier Monaten Gefängnis verurteilte das Kriegsgericht den Kontoristen Wilhelm Schwarz aus Wiesbaden, da er Mitglied des Deutschen Wandervoge ls, des Greifenbundes im Deutschen Orden war. Die Ausweisungspraxis gegen „Begnadigte". Düsseldorf, 6. Aug. Der Polizeileutnant Buenel, der im Dezember 1923 im Schupoprozeh verurteilt und später begnadigt worden ist, wurde jetzt von der Besatzungsbehörde aus dem besetzten Gebiet ausgewiesen. Noch immer Aufrechterhaltung der Ruhrkampfordonnanzen. Duisburg, 6. Aug. Der französischeKcm- Mandant Generalleutnant Lvurguet hat beschlossen, den durch den Befehlshaber des Brückenkopfes am 29. Ianuar 1923 gegen Oberbürgermeister Dr. Iarres erlassenen Ausweisungsbefehl zurückzuziehen. Trotzdem darf Iarves in seiner Eigenschaft als Reichsminister das Gebiet nicht betreten uud sich in ihm auch nicht aufhalten und zwar auf Grund der Bestimmungen der Verordnung Rr. 15 vom 24. Mai 1923. Die Zurückziehung der Ausweisung hat jedoch die Wiedereinsetzung in sein Amt als Oberbürgermeister von Duisburg-Ruhrort nicht zur Folge. — Wie lange noch? D. Schriftl. U Bin seltsamer Reichswehrunteroffizier Wiesbaden, 6. August. (Wolff.) In Worms wurde kürzlich der Unteroffizier der Reichswehr Paul Arno Freyer angehalten und es wurde festgestellt, daß er sich nicht im Besitze eines Passes, wohl aber im Besitze eines feststehenden dolchartigen Messers befand. Er erklärte, gegen die Besatzung habe er nichts im Schilde geführt: im Gegenteil, er habe tn Mainz, Ludwigshafen und Worms sich Kriminalbeamten der Besatzungsbehorden für S p i o- nagedienste angeboten. Das Gericht erkannte gegen ihn auf eine Gefängnisstrafe von 1 Monat. — Diese im Gegensatz zu anderen Arteilen milde Strafe wirft ein bezeichnendes. Licht auf die französische Iustiz. D. Schriftl. Macdonalds Antwort an Lloyd George. Beim Redaktionsschluß der gestrigen Ausgabe des „Gießener Anzeiger" lag der vollständige Wortlaut der Antwort des britischen Premierministers auf die bedeutsamen Anfragen Lloyd Georges noch nicht vor. Von einer teil- tveisen Bekanntgabe glaubten wir Abstand nehmen zu müssen. Macdonald sagte im wesentlichen Folgendes: Die Konferenz sei heute wieder in Anwesenheit der Vertreter der deutschen Regierung zu- sammengetreten. (Beifall bei der Arbeiterpartei.) Den Deutschen, seien alle Beschlüsse ohne jede Einschränkung überreicht worden, und man habe sie aufgefordert, alle Punkte bÄkanntzugeben, zu denen sie eine Erklärung wünschten und betreffs Deren sie Sicherheit haben wollten usw. Er zweifle, daß dem Hause vor feiner Vertagung Bericht erstattet werden könnte. Doch habe er die Empfindung, daß keine Fragen ernster Ratur aufgeworfen würden, die für das Parlament nicht annehmbar sein würden, und daß das Haus infolge« dessen in die Ferien gehen und der Konferenz ihrer ' Tätigkeit überlassen könne. (Beifall bei der Arbeiterpartei.) Nachdem Macdonald darauf hin- gewiesen hatte, daß viele Fragen, die in Verbindung mit der Konferenz ständen, mit größter Sorgfalt erwogen werden müßten, erklärte er, er würde nicht einwilligen, daß ein britischer Soldat auch nur eine Minute länger in Köln bleiben würde als notwendig wäre, um die England durch den Versailler Vertrag auferlegten Bedingungen ehrlich zu erfüllen. Riemand wolle, daß sich diese Sache hinschleppe. Er glaube, daß das Haus ihm verzeihe in; toerDe, was die Aussichten der Konferenz seien, sei. Er habe die leise Hoffnung, daß man vielleicht, bevor die Woche vorbei sei, Licht vor sich sehen werde, was sie Aussichten der Konferenz seien. Was Lloyd Georges Erklärung über die Räumung des Ruhrgebiets anbelange, erklärte Macdonald, habe er sich, soweit die wirtschaftliche und fiskalische Räumung des Ruhrgebiets in Betracht käme, damit bereits befaßt. Eine sehr sorgfältig entworfene Vereinbarung sei ge'rof e i worden, eine Vereinbarung, die von he.i Sachverständigen entworfen wurde, welche die Verwaltung des Ruhrgebiets und die Verwaltung Deutschlands kennen. Die Franzosen und die Belgier und die gesamte Konferenz hiben z u g e st i m m t. Was die militärische R.iu- mung betreffe, so sei die Lage die: Die Sachverständigen haben erklärt: Wir können nicht dazu Stellung nehmen, weil dies nicht innerhalb unserer Befugnisse liegt. Aber wir wollen die Regierungen, die diesen Bericht zur Ausführung bringen, warnen, daß bei der Schaffung oder bei dem Versuch der Schaffung einer wirtschaftlichen und fiskalischen Einheit daran gedacht werden muh, daß die militärische Besetzung einen Einfluß darauf haben könnte. Macdonald sagte: Wir haben das nicht vergessen. Außerdem hat die französische Regierung vollkommen klar gemacht, daß sie in das Ruhrgebiet gegangen ist nicht wegen einer Frage der Sicherheit, noch um Gebiete zu besehen oder zu irgendeinem anderen Zwecke militärischen oder politischen Cya- rakters, sondern sie erklärte, daß sie dorthin, gegangen sei, weil Deutschland in Ver- Neue Kommunistenprozesse. Leipzig, 6. Aug. (Wolff.) Vor dem norddeutschen Senat des Staatsgerichtshofes zum Schuhe der Republik begann heute unter dem Vor- ih von Senatspräsident Riedner ein neuer Tagungsabschnitt, der die kommunistischen Amtriebeinder Reichswehr zum Gegen- toni> hat. Am ersten Verhandlungstage hatte sich der 51 Iahre alte Ingenieur und Reiseoertreter Oswald Dieke zu verantworten. Die Angelegenheit beschäftigte bereits vor einigen Monaten das Landgericht Kassel, das sich aber für unzuständig erklärte. Der Angeklagte Dieke wird beschuldigt, am 15. Oktober 1923 in Hofgeismar ein hochverräterisches -Unternehmen dadurch vorbereitet zu haben, daß er an Reichswehrsoldaten Flugblätter mit der Aufforderung zum Angehorsam und zur Bildung von proletarischen Hundertschaften übergeben, auch versucht habe, Waffen von der Reichswehr zu erlangen. Tas Arteil lautete auf 2 Vs Itahrs Zuchthaus unter Anrechnung von 6 Monaten Unter» uchungshaft sowie auf 200 Goldmark Geld- träfe. Das Gericht hielt es für erwiesen, daß der Angeklagte als Funktionär der kom- munistischen Partei anzusehen sei. Seine Tat wiege besonders schwer, weil er sich nutzt «Heute, das letzte Bollwerk der Republik, die Reichswehr, anzugreifen und die Soldaten zu Attentaten auf ihre Offiziere und zum Sturz der Republik aufzufordern. Ohne ideale Gesinnung, nur um des schnöden Geldverdienstes willen ist ter Angeklagte schuldig geworden. Ter Vertreter der Staatsanwaltschaft hatte eine Zuchthausstrafe von 3 Iahren und 300 Goldmark Geldstrafe beantragt, da der Angeklagte als sogenannter Zersehungsmann ungierte und in dieser Eigenschaft besonders ge- ährlich war. Englisch-russische Einigung. Scharfe Kritik im Unterhaus. London, 6. Aug. (WB.) Im An ter Haus wurde heute Pvnsvnby, als er sich erhob, um die arigekündigte Erklärung über die englisch- vussischen Verhandlungen abzugeben, von der Arbeiterpartei mit lautem Beifall begrüßt. Er teilte mit, daß mit der russischen Delegation heute nachmittag um 3,30 Ahr ein endgültiges Aebereinkommen erreicht worden ist. Ferner gab er bekannt, daß der Handelsvertrag in dem Sinne abgeändert worden ist, daß England dem Monopol der Sowjetunion betreffend den auswärtigen Handel Rechnung trägt und eine begrenzte Zahl von Handelsdelegationen sowie die diplomatische Immunität gewährleistet. Außerdem teilte Ponsonbh mit, daß neben dem Handelsvertrag ein allgemeiner Vertrag abgeschlossen worden ist. Die Konferenz habe dreieinhalb Monate gedauert und sei durchaus in freundschaftlichen zug geraten sei. Sie unternahm diese Aktion wegen des Verzugs und unterstützte eine gewisse wirtschaftliche Maschinerie, die Frankreich Einkünfte verschaffen sollte, durch die nach ihrer Ansicht -notwendigen militärischen Streitkräfte. Dies fei die Lage. Frankreich nehme den Dawesbericht sowie die neue Maschinerie und die neuen Methoden an, um Reparationen zu erhalten. Ich glaube nicht einen Augenblick, erklärte Macdonald, daß die französische öffentliche Meinung, obgleich sie vielleicht in sehr großem Maße von gewissen Zeitungen irregeführt worden ist, blind gegenüber Verpflichtungen ist, die ihr jetzt durch Erklärungen ihrer eigenen Regierung auferlegt worden sind. (Beifall auf der Regierungsseite.) Dies sei, wie klar ersichtlich, eine Vereinbarung, über die man nicht endgültig Übereinkommen könnte, bevor die deutschen Vertreter zu Rate gezogen worden seien. Was die Kölner Frage betreffe, so glaubt er, daß es hier besser wäre, vorsichtig zu sein. Er glaube nicht, daß es klug sein würde, wenn die Regierung die Frage der britischen Besetzung Kölns mit der Frage der französischen Besetzung des Ruhrgebiets vermenge. Seine Bemerkungen würden die Gestalt von Fragen annehmen. Sei Lloyd George vollkommen sicher, daß die legale Auslegung der die Kölner Besetzung betreffenden Klauseln so einfach sei, wie er in seiner heutigen Rede anzunehmen scheine? Die Klausel 5 sagt: „Rach fünf Iah- tren, wenn Deutschland seine Verpflichtungen in der Zwischenzeit gewissenhaft erfüllt hat." Ist dies die Auslegung? Kann Deutschland beispielsweise viereinhalb Iahre lang sich als unredlich erweisen und dann sechs Monate lang als redlich? Ist dann unsere Besetzung nach der Vereinbarung beendet? Ich bitte das Haus, daran zu denken. Ich stelle Fragen, die beantwortet werden müssen; aber ich nehme selbst keine Stellung dazu ein. Roch eine andere Frage ist vorhanden: Wenn wir Köln räumen, wer regelt da n n die Angelegenheit, wenn irgendeiner der übrigen Alliierten an unsere Stelle tritt ? Angenommen, wir räumen Köln, wer rückt dann an unsere Stelle? Sind wir dann nach dem Vertrag von Der- saillls und nach den allgemeinen Verpflichtungen, die die Alliierten eingegangen sind, gebunden. einfach unsere Trappen m einen anderen Teil des besetzten Gebiets zu überführen, weil das besetzte Gebiet, obgleich aus Erwägungen der Zweckmäßigkeit in ein französisches, belgisches und britisches geteilt, tatsächlich eine unteilbare Einheit dar- fMlt, soweit die Besetzung in Betracht kommt? Alle diese Fragen müssen sorgfältig erwogen werden. Ich sage das, und ich sage das ohne Vorbehalt. Macdonald ging hierauf za der von Lloyd George aufgeworfenen Frage des Verzugs und der allgemeinen Frage der Reparation über und sagte, das Problem der Reparationen sei keineswegs das, wieviel em Land zu zahlen sich leisten könne. Dies sei zwar eine Wesentliche Frage, aber es seien andere ebenso wichtige Fragen vorhanden. Eine weitere Frage sei, in welcher Form könne es zahlen, da die Form der Zahlung die Zahlungsfähigkeit beschränke. Geiste geführt worden. Die britische Delegation habe nicht den Wunsch gehabt, die Russen irgendwie in die Enge zu treiben oder ihnen eine Falle zu stellen, sondern sie hätte sich vielmehr bemüht, berechtigte britische Interessen zu'vertreten und die Sowjetregierung zu ermutigen, sich des Vertrauens Englands und Damit des Vertrauens der Welt würdig zu erweisen. (Gelächter bei der Opposition.) Rach Ponsonbh ergriff M c. R e i l l das Wort. Er protestierte dagegen, daß dem Hause nicht genügend Zeit zur Erörterung gegeben werde. Das Ergebnis der monatelangen schwierigen Verhandlungen sei, daß die Sowjetregierung und die Obligationsinhaber beschlossen hätten, zu verhandeln. Das Ganze sei eine große Komödie und das Versprechen, eine Anleihe zu garantieren, ein Skandal. Llvyd George erklärte, er finde es bedenklich, daß die Erörterungen bis zum Herbst vertagt werden müßten. Wenn nach Drei Monaten das Anterhuus Das Abkommen verwerfen würde, so würde Die8 Der Sowjetregierung als Verleugnung des Abkommens erscheinen, Das sie mit Dem britischen Reiche abgeschlossen habe. Pon- sonby habe erklärt, daß er beabsich.ige, die gesamten Schulden zu annullieren, Die Rußland an England zu zahlen habe. Hier warf Ponsonbh ein, er habe nicht gesagt „annullieren", sondern abschreiben. Lloyd George erwiderte, soweit er sehen könne, sei dies ein Schwindel. (Beifall bei Der Opposition.) Das Ganze sei ein Vertrag, bei dem alle wesentlichen Zahlen weg- gelassen worden seien. Wie weit sei Denn Die Schuld abgeschrieben worDen? Am 600 Millionen? Trin ähnlicher Betrag werde England von Frankreich geschuldet, ferner große Beträge von Belgien und Italien. Wie könne man Die russische Schuld annullieren oder Abschreibungen Daran vornehmen, ohne Das gesamte Problem Der interalliierten Schulden zu erwägen? Kleine politische Nachrichten. Bayern gegen Verfassungsfeiern. Rach einer Meldung Der „Münchener Post" war Dem Münchener Polizeipräsidenten ein Antrag zugeleitet worden, in Dem um Die Freigabe Des Königsplatzes zur Abhaltung einer Verfassungsfeier ersucht wurDe. Der PolizeipräsiDent hat verfügt, daß nach Den Bestimmungen öffentliche politische Versammlungen unter freiem Himmel verboten und 'Ausnahmen nicht vorgesehen sinD. Dem Gesuch könne Daher nicht entsprochen werben. Englands schwierige Lage in Indien. Kalkutta, 6. Aug. (Reuter.) In einer Absprache bei einer ParaDe Der Polizei in Daccar erklärte Der Gouverneur von Bengalen, Lord Ley Don: Wir stehen vor einer äußerer Deutlich schmierigen Lage, aber wir sinD stark genug, um gegen Die revolutionäre Bedrohung zu kämpfen und werden, ohne zu zögern, alle notwendigen Waffen an« wenden, um ihrer Herr zu werden. Polnisch-russische Differenzen. W a r s ch a u. 6. Aug. Polnische Telegraphen» Agentur. Der polnische Außenminister hat bei Dem Vertreter Der Sowjetunion in Warschau energische Schritte zur sofortigen Freilassung Der in LeningraD verhafteten Mitglieder Der polnischen Delegation Professor Sochaniewiec unD Stanislawski unternommen. Die Krise des Faszlsmus. ^om, 6. Aug. In Der „Tribuna" wird aus- geführt, man könne noch nichts über Das Ergeb- des faszistischen Rationalrats sagen. Die drsherigen Besprechungen zeigten jedoch sehr deutlich daß Die Tr en n un g Des Faszisrnus von allen anderen Parteien und von Der überwiegenDen Mehrheit Der Ration immer grünDlicher werDe. Es sei unzulässig, Daß eine Partei Der einzige Schiedsrichter über Die Aktionen des Staates werde. Der bulgarisch-griechische Konflikt. Athen, 6. Aug. Zu der von Den zustän» pigen griechischen Behörden veranstalteten Unter« suchung in der Angelegenheit der 17 bei Terlitz getöteten Bulgaren erfährt Die „ Agence D'Athe- nes. daß Die eingebettete Tlntersuchung ergeben hat Daß unzweifelhaft ein Angriff dieser rü Bande gegen dem-griech i- f cb e n Major und Den griechischenKonvoh vorliegt. Don Den 17 Leichen tragen vier Die bulgarischer Komitatschis. I i der Rahe Des Angriffsortes wurden bulgarische Handgianalen und Patronen gefunden. — Rach einer weiteren Meldung Der „Agence D'Aihenes' sind neue bulgarische DanDen bei Bw von Susli, mit Handgranaten unD Maschinengewehren bewaffnet, aufgeümcht. Dor dem Ende der Diktatur in Spanien. r Arlg. Dem „Iournal" wird aus .uiaDriD berichtet, möglicherweise werde Das E n D e D e r Diktatur Des Generals P r i m o De Rivero, Das er in seiner ReDe in Ferrol am vorigen Samstag in nahe Aussicht stellte, noch rascher kommen als Der Leiter des Direktoriums selbst glaubt. Primo De Rivero toerDe am Donnerstagvormittag eine UnterreDung mit Dem König haben. Man nehme an, Daß Die Unter» reDung stürmisch verlaufen unD von größter Bedeutung für Die spanische Politik sein toerDe. Die öübrer Der alten politischen Parteien sammelten sich an Der Grenze; sie hätten Mitwisser bei Hofe. Aus Stadt und Land. Gießen, den 7. Aug. 1924. Ewig jung. Der griechische Dichter Anakreon aus Teos ist, 85 Iahre alt, so wirb berichtet, infolge eines unglücklichen Zufalls gestorben, indem er an einem verschluckten Rosinenkem erstickte. Hätte ihn dieses Schicksal nicht getroffen, so würde der ewig Iunge Wohl noch manches Iahr weiter gezecht und getanzt haben. Vom Zechen handeln viele, vom Tanzen so manche der Keinen Lieder, die ihm zugeschrieben werden, und zwar ist er selbst der fröhliche Greis und Tänzer, von Dem man zum Beispiel singt: „Ich liebe frohe Greise, Ich liebe junge Tänzer. Ein Alter wenn er tanzet, Ist Wohl ein Greis an Haaren, Doch jung an Geist unD Herzen." 2ln Diese Verse Anakreons mußte ich Denken, als ich jüngst einen LanDmannbei Gelegenheit Der Feier seines achtzigsten Geburtstages munter das Tanzbein schwingen sah. Damit leistete er eigentlich noch mehr als Der griechische Sängergreis geleistet hat; denn Dieser tanzte Doch nur allein, oder gemeinsam/ mit anderen Männern in gemessenen Bewegungen; unD Drehte sich nicht mit einem Mägdlein im rasenden Galopp tote ein Kreisel im Saale herum. Dazu tanzte mein achtzigjähriger Landmatrn gut, mit Sicherheit und Eleganz, so Daß jeder an Dem jugendlichen Greis seine Freude haben muhte und keiner daran Anstoß nehmen konnte, wie das zuweilen bei Alten geschieht, die mit ihrer Tanzkunst und ihrer Iugendlichkeit vor den Leuten prahlen wollen. Wenn aber ein alter Herr an seinem siebzigsten, oder achtzigsten Geburtstage oder auf seiner goldenen Hochzeit noch einmal ein Tänzchen wagt, so wird'ihm das gewiß nicht verdacht werden. Ebensowenig wird es einem „alten Haus" zum Vorwurf gemacht werden, wenn es auf einem Stiftungsfestkommers beim Semester- reiben einmal wieder urfidel und jung wird. Im übrigen hört man nicht gar zu häufig von fröhlichen Greisen, Dagegen toerDen Den Greisen schon in Der Sprache allerlei Eigenschaften beigelegt, Die nichts angenehmes haben. Auf Greise gemünzte Beiwörter sinD in Der Regel: Mürrisch, grämlich, eigensinnig, gereizt, filzig unD nicht zuletzt — geizig. Aber wie nicht jeDer Wein mit dem Alter herbe ober sauer wird, so gibt es doch auch mehr junge Greise, als alte. Wenn man sagt, mit dem Greisenalter nähmen die geistigen Fähigkeiten ab, so mag das in manchen Fällen wohl zutreffen, dagegen lassen sich aber auch viele Beispiele von Greisen anführen, die sich bis zum Lebensende ihre geistige Frische bewahren. Geistig frisch zu fein, gehört zu dem, was einen Greis fröhlich macht, unD weiter ist erforderlich, daß er sich auch körperlich noch einigermaßen frisch fühlt. Solche Greise werden nicht alt und sind nicht Der Meinung, das Alter sei, wie es in einem Vers Ded EuripiDes heißt, Aeine Last, schwerer als Der Aetna", sonDern bleiben ewig jung, fürchten sich nicht vor Dem Tode und sitzen wohl manchmal wie Der fünfundachtzigjährige Cato gern bis tief in die Rächt hinein, nicht um viel zu essen und zu trinken, sondern Der Unterhaltung mit guten Freunden wegen, die das Herz frisch unD jung »erhält. Voruotizcn. — T ages kalenDer für Donnerstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Blut unD Sand". — Astvria-Lichtspiele: „Kapitän Kidd". Wettervoraussage Zunächst meist heiter und trocken, später ver- änDerlich mit Reigung zu Riederschlägen, wenig TemperaturänDerung. ** Franzosen unD Technische Rothilfe. Der Schüler Der Darmstädter Landes- baugewerkschule Ludwig Lothar Becker wurde, als er zum Besuche seiner Angehörigen im besetzten Gebiet die Grenze überschritt, von einem französischen Militärposten revidiert. Lediglich auf GrunD Der Tatsache, daß ein Ausweis Der Tech- gs Aw- @i M habens Aalst" Ss SS Ä üAeall, PS 25. 19- A 81 M L M: W A Achre all, •» Doh Mtlll.tol $ Ses auf t auf den Tn lonzert, um ,Marsch der ßertbefucher Das eine - »Düften Kv das feiner? für zwei von H. Kl! Aeitenmufc Punkt des DiedergÄ« an die ru H. 6aro. D spendeten t reichen Sei1 " Sch den ©efcofte ler in Gieß Küfer in G mann, Zu; Keßler, C ist Schweine öpmmaßre, fpd. Di Franksutter stattsinden \ worden. Inf vorgesehener 6taa Diss ^utunf Irenen in fri Ir bchü SJJWl wet Qm $M. rtoi un K rnÄlrn Söig ' 5ri( Dank vers M zwei c 6ilcn Zeit über die übrigen Einbrüche zu erteilen haben. vermischtes. Wit dem Kraftrad in ein Auto hineingefahrea. Düsseldorf. 6. Aug. (WTB.) In Ober- k a s s e l fuhr gestern abend ein belgischer Motorradfahrer mit einem Beiwagen in einen deutschen Personenkraftwagen hinein. Der Kraftradfahrer und seine borden Begleiter wurden schwer verletzt ins Krauten- Harns gebracht. Der Belgier fuhr mit großer Geschwindigkeit ohne Licht. Schweres Autounglück. — 7 Frauen und Kinder getötet. London, 6. Aug. (WTD.) Bei einem Automobilunglück in der Rähe von Dlockleh (Worcestershire) sind gestern abend sieben Frauen und Kinder getötet worden. Zahlreiche Personen wurden verwundet. Furchtbare Hochwasserkatastrophe in China. Paris. 6. Aug. (WTD.) Aach einer Agenturmeldung aus Peking sind durch die Li e b e r- schwemmungen in dec Provinz Petschili in Avrdchina mehr als 3600 Dörfer vernichtet worden. Die Regierung hat für mehr als 1 Million völlig mittelloser Menschen zu sorgen. In der Gegend von Kalgan sind mehr als 3500 Menschen umgekom- men, unter ihnen eine große Anzahl Rusie-i, die sich in einem Pensionat aufhielten, das in den Fluten verschwand. Ein russischer Wunderknabe. Hochschulnachrichten. Don der Technischen Hochschule Darmstadt. Darmstadt, 6. Aug. (Wolff.) Rektor und Senat der Technischen H o chs ch u le Dairim- stadt haben auf emflimmigen Antrag der Abteilung fürKultur- und Staatswissenschaften Herrn Kommerzienrat Edmund T r ö st e r E^nevaldireb tor her Aeltesten Vollstedter Pvrzellanfabnk A.-G. in Volkstedt, in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um die Entwicklung der deutschen Porzellanindustrie in wirtschaftticher, technischer und künstlerischer Hinsicht die Wurde eines Dr. ing. h. c. verliehen.____________ Turnen, Sport und Spiel. Die Entstehung des deutschen Sports vor 150 Jahren. Die deutsche Antwort auf die Kontrollnote betont die Zunahme des Sports wrter der.deutschen Jugend, und tatsächlich ist ja rn ..allen LeWesübungen em gewaltiger Umschwungsett dem Kriegsende erfolgt, der auch die Mädchen er- griffen hat. Gewiß sind wir in der lebten Zeit vor deiü Kriege im Sport gegen angelsächsischen Völker zurückgeblieben, aber wir beuchen bei der erhöhten Pflege der Körper- lesttungen nicht auf fremde Vorbilder zuruckzu- areifem sondern können uns an die große nationale Ueberhefcrung anschliehen. Gerade m dieses Jahr fällt die Erinnerun^n eine Gründung die für die Entwicklung des ^utschrn^SpvrW von größter Deutung war. ^m Iahre 1774, wnr 150 3aBren begründete nämlich der bahn- Philanthropinum zu Dessau als „erste große Aormalschule für die Menschheit". In dem Schulplane dieser Anstalt wurde den Leibesubungen, für die Basedow schon vor Rousseau ^getreten Lar eine große Rolle emgeraumt 2m Fechten, Sorten, Tanzen, Schwimmen, Klettern Springen, Laufen, Lastentragen, ^^lancieren, Volti^erew Pfeilschiehen, Schlittschuhlaufen, 2)aH-, Kegel und Reifenspiel usw. wurde .unterrichtet .Diese Hebungen hatten sich nur noch in den^sog. Witter akademien erhalten, in denen sie em Aach klang Kreis Friedberg. • «ripbbera. 7. Aug. Dei einer hiesigen Dank versuchte gestern ein „Direktor CBe-iber" zw^aaf eine aaswärttge Dank lautend Scheck 3300 Mark abzuheben. Da die CocU verdächtig erschien, wurde ^e PoliM be nachttchttgt. Cs stsllte sich dann auch bald heraus, daß die Schecks gefälscht waren. Aus dem ßState zur Wache machte der Herr Direktor einen Tluch^vers ich, Wirde jedoch sehr bald nieder erwischt. Wie der „Oberhess. Anz. hort, soll es »ich um einen Danklehrling der M a wur ge r Gegend handeln der nut Schlagring and Ähnlich schönen Dingen bewaffnet war. Der «ngebliche Landwirt Wilhelm Aimot und der Pierer Johannes Hölzer Warden hier Legen S ittlichkeitsverbrechen fesb genommen. reise, ,er. aiyet, m Haaren, inö Herzen." mußte ich denken, n bei (Megenljeit en Trhiirts- iii schwingen sah. ,ch mchr als der t hast dem dieser et gemeinsam^ mit men Bewegungen em Mägdlein im I im Saale herum, er Landmann gut, daß jeder an dem > haben muhte und kannte, wie das ie mit ihrer Tmz- t vor den Leuten rin alter Herr an gsten Geburtstage Seit noch einnM -ihm das,gewiß rnig wird es einem M werden, wenr »rs beim Semester' . md jung werd, t gar zu häufig von * den Gretsch Eigenschisien b«« haben. Auf Greise r W Mrn ch. filzig und w bt jeder Dem ntü so gibt cs doch Ät. Denn, man W -ich- “ M»« 6*. ®ai ..ife werden nw Alter sch tg./^ heißt, ÄtwK -tiss Sf Gerichtssaal. 'Darmstadt, 6. Aug. Das Dezirksschvsten- gericht hatte sich mit mehreren Fällen zu beschäftigen, in denen Aus gewiesene sich besondere Dermögensvorteile durch betrügerische Angaben bei der Flüchtlingsfur- sorge st eile verschaffen wollten Es wurden besttaft der Schlosser Josef Meisterling zu 6 Monaten Gefängnis, die Schneidern Ka- roline M e i st e r l i n g und die Telephonistm Elisabeth Meisterling zu je 4 Monaten Gefängnis. Sie stammen aus Mainz. Ferner erhielt der Mechaniker Konrad Götter aus | Dodenheim 3 Monate Gefängnis. In einem Falle wurde die 21jährige Marie Fraas E Bischofsheim zu 2 Monaten Gefängnis ^fpd^Heidelberg, 6. Aug. Lange Monate hindurch Warden die füllen Surfer des Oben- Waldes von gefährlichen Einbrechern heimgesucht. Obwohl die Dauern den Burschen oft ^f den Fersen waren gelang Men drxb immer wieder, zu entkommen. Im Mai toutfien tun d^rch Zufall m euwm 3uge b« Mam>heim-Di-inhein«r Dahn tne ®xn- bracher überrascht. Einer der 25iahrrge Tag- löh^ Hirth aus Fürth i. Q, wurde sest- genommen, während der andere, der ^sah- L-, Taalöhner Heinrich Lenhardt einem Gendarmen einen Stich in die „ni) dadurch entkommen konnte. Die Aasplun- t^mg der Dauernhöfe durch Lenhar^ nahm nuts ihren Fortgang. Kürzlich warde ^nhardt ^wischt und von der erbitterten Bevölkerung fast zu Tode geprügelt. Der Verbrecher wurde dem hiesigen Gefängnis zugeführt, entwich aber schon nach zwei Tagen, konnte jerwch bald Bieter schäftet Norden. Den beiden Einbrechern werben mehr als 30 schwere Einbrüche zur Last > unbescholtenen I Zugehörigkeit ! Zeugnis ab le Lebäisnot De Dichtachttmg c. Gerechtigkeit. Es kann allen Mttgliedern der Technischen Aothilfe zur Vermeidung ähnlicher schwerer 'unaelegenbeiten nicht dringend genug ans Herz aefeat weiten, bei Reisen ins besetzte Gebiet unter aUen Umständen die Mitnahme jeglicher Ausweise H5Ü) Papiere, die irgendwie auf die Zugehörigkeit mx Technischen Aothilfe hindeuten könnten, zu Unterlassen. Die Leitung der Technischen Aothilfe bat übrigens in einem Schreiben an das Reichs- mttiisterium schärfsten Protest gegen eine derartige Debandkung ihrer Mitglieder erhoben und die fLforüge Aufhebung der Strafe verlangt. — Dom Paßwesen. Die Paßbehörden baben Anlaß genommen, darauf hinzuweisen, daß ^bei allen Fahrten nach dem Auslande, ins- bdoTtbere auch nach Danzig und Memel, und »war aleichgültig, ob der Landweg oder der See- gewMt wird, ein deutscher Reisepaß mit AAedenSichkeitsvermerk des Finanzamtes erforderlich ist. Familienpässe werden nut für den Reisenden, seine Frau und seine Kinder, nicht aber auch für die Eltern oder sonsttge Der- wandte ausgestellt. •• Jus dem Gießener Standes- nmtSregist er. Es verslarben tn der Zeit vom 17 bis 31. Juli: 17. Juli: Ida Kratz, geb. Scholl- meher, Schankwirtin, 78 Jahre alt, Drandgasse 8. Katharine Meißner, geb. Wagner, ohne Deruf, 74 Jahre alt, Seltersweg 35. 18. Juli. Dalthasar Meßner, Magazindiener i. R., 80 Jahre alt, Aul- wea 25. 19. Juli: Matthias Farmkopf, Gendarm t.R, 81 Jahre alt, Gnauthstraße 16. 25. Juli: Sttch Dinsack, 1 Woche alt, Bahnhofstraße 65b. 31. Juli: Marie Hardt, geb. Schneider, Witwe, 72 Jahwe alt, Weserstrahe 25. rtttetltcr •■zturoaimng aus dem Hatte tatter waren. Daß die alten Germanen einst große Sportsmänner waren, hatte man vergessen. Dom zartesten Alter an wurde die germanische Jugend m körperlichen Hebungen unterrichtet, und auch die Frauen lernten es, den Speer zu werfen, sich im Schnellauf und Ringen mit den Jünglingen zu messen. Don dem Führer der Teuwnen Teutv- bog wird berichtet, daß er über mehr als vier nebeneinandergestellte Rosse hinwegspoang. Del den germanischen Festen wurden Wettkämpfe und Kampfspiele vorgeführt, wie sie im Aibelungen- lied bei dem Kampf Siegfrieds mit der kühnen Brunhilde geschildert werden. Die Turniere des Mittcüalters waren eine höfische Fortsetzung solch echten Sports, und die Leibesübungen wurden auch noch in späteren Jahrhunderten von den Soldaten und Handwerkern, von Dauern und Dürgern in volkstümlichen Formen gepflegt, aber eine systematische Ausbildung der Jugend fand nicht mehr statt, und sie erschien als etwas Aeues und Llnerhörtes, als Rousseau in seinem „Emll" wieder die Rückkehr zur Aatur auch in der Erziehung und die frühzeittge Stärkung des ' Das Amtsverkündigungsblatt Rr 54 vom 5. August enthält: Auhviehmarkt in Gießen. — Lcmdespvlizeiliche Abnahme der erweiterten Bahnanlagen am Dahnhof Villingen. Schafräude zu ANendorf (Lahn). — Verschwinden ber Anna Süßenberger aus Dreungeshain. Schweinerotlauf in Gießen. — Feldbereinigungen Aonnenroth und Klein-Linden. ♦ Marburg, 6. Aug. Die Stadtverordnetenversammlung hält morgen eine Sitzung ab, in der fie auch über einen Antrag unseres Oberbürgermeisters um Versetzung in den Ruhestand beschließen soll fpd. Frankfurt a. M., 6. Aug. Im verflossenen Monat Juli wurden von der Schutzpolizei folgende Anzeigen bearbeitet: 2912 üebertretungen, 1032 Vergehen und Verbrechen, 1283 Sistierungen, 926 Festnahmen, 104 cMndan- zeigen, 26 Leichensachen. 18 vermißte zur Anzeige gebracht, 18 Drandanzeigen, 92 Unfälle und 322 sonstige Meldungen. In Dausch und Dogen gerechnet: Jeder 80. Einwohner hatte im verflossenen Monat aus diese oder die andere Weise mit der Polizei zu tun. — Die Franks ur tev Milchners orgungs- A-G.» die stark mit städtischen Geldern arbeitet, schloß bei der heutigen Generalversammlung die Presse aus, ein <5alt, der außerordentlich selten und nur dann vor- kommt, wenn eine Gesellschaft vor der Oeffent- lichkeit etwas zu verbergen hat. Ob das hier der Fall ist, muh die Zukunft erweisen. Die De- völlerung hat ein Interesse daran, zu erfahren, aus welchen Gründen die Oeffentlichkeit ausgeschlossen wurde, zumal die Gesellschaft angeblich gemeiimühige Ziele verfolgt. — §aarmann und Granz, die beiden Massenmörder aus Hannover, bestreiten mit aller Energie, jemals in Frankfurt gewesen zu sein. Die Polizei hat nunmehr den hiesigen Zeitungen Photographien der beiden Verbrecher zur Veröffentlichung übermittelt und ruft die Devölkerung auf, die über die beiden Mitteilung machen könne, sofort sich nut der Kriminalpolizei in Verbindung zu setzen. — Ein Schwindler, der mit Sammellisten die Bürgerschaft besucht und diese um Gaben für arme K onfirmanden angeht, hat auf diese Weise schon erhebliche Summen eingeheimst. Bis jetzt konnte der Schwindler noch nicht ermittelt bzw. auf frischer Tat ertappt werden. — Ein anderer Schwindler wendet folgenden -kruf an. Er benutzt die Abwesenheit der Herrschaft und drangt den Dienstmädchen minderwertige Bilder für hohes Geld mit der Angabe auf, die Herrschaft habe sie bestellt. In vielen Fällen haben die ahnungslosen Mädchen dem Schwindler schon erhebliche Summen ausgehändigt. Ausbildung unb I b3wmten^Maler^Sir^ WiMam ^Orpon gesandt schu fen, die dem deutschen^Volke durch > „Sie Zeichnungen", sagte dieser, „sind schafsung der allgemeinen Wehrpflicht verloren au^roröcntIi<^c Proben eines großen Talentes, gingen. besonders ausgezeichnet durch den Reichtum an Gießener Radfahrer-Verein 1885 siegreich im Einzelheiten. Sie sind mit ebensoviel F^eih wie Korso auf dem Dundessest in Frankfurt a. M. Beobachtung geschaffen. Jedenfalls sind-sie ein Der bei den diesjährigen Bezirks- und Gau» großes Versprechen für die Zukunft. Die ruf- festen im Korso siegreiche Gießener Radfahrer- fische ^«Ä^lig sorgt für die weitere_ $Iu3&il- Derein 1885 errang auf dem 41. Bundesfest in düng des Knaben der jetyt auf 2 Frankfurt a M der größten radsportlichen Der- SudrußLand g^chickt worden ist, um dort Land» anstaltung in diesem Wettbewerb, bei aller- schäften zu zeichnen. schärfster Konkurrenz den 1. Preis. Auch die Rund um Australien zu Pferde. ^us°nd"b'°ilungl d°-f D°r°ms tonnte mit @-n 6ng[änöcr ramen4 gfeulton lüftet sich einem schonen Erfolg nach Hause whren sie er Pferde rund um Australien zu reiten, rang bei dem Iugendwettbewerb im Korso den @rdmüö6te dabei ungefähr 15 000 Km. zurückl gm dritten Ehrenpreis. und rechnet damit, daß der Ritt zwei Jahre Sieg des deutschen Kurzstreckenmelsters Houben. bauern wird. Berlin 7. Aug. (Priv.-Tel.) Beim gestrigen --— Abendsportfest des Deutschen Sportklubs^ Utts dem 2lmtsverkuttd,gtttta4l»latt. schlug der deutsche Kurzstreckenmeister Houben- Krefeld dm Amerikaner Paddock im 100-Meter- Laus in 10,8 Sek. Im 200-Meter-Lauf gewann Paddock. •• Wohnungseinbruch. In der Zeit vsm 11. bis 28. Juli, wahrend der Abwesenheit deS Geschädigten, wurde von bisher unbekannten Tätern in der Patervewohnung des Hauses Mühlstraße 31, vermutlich mittelst Aachschlüssels, ein Güibrur^diebstahl verübt und nachstehende Sachen entwendet: 5 Tuchhosen, 1 schwarzer Herrenkmm- Merüberzieher mit Seidenwattierung und gelbem Sammettaschenfutter, mehrere Herren- und Damenwäsche stücke, teilweise gez. M. P., mehrere Schuhe und Selbstbinder, ein goldenes Kettenarmband und ein Handkoffer, Dulkansiber mit Ledereckm, 66 Zentimeter lang und 39 Zentimeter breit. Zweifellos hat der Täter die gestohlenen Sachen in den entwendeten Koster verpackt. Personen, die Lber den Verbleib der Sachen Wahrnehmungen gemacht haben, werden ersucht, der Kriminalpolizei Aachricht zu geben. Die Reichswehrkapelle gab gestern Llbend auf der Liebigshöhe vor ihrem Ausrucken Lmf den Truppenübungsplatz noch ein Abschieds- Konzert, um damit einen allseitig geäußerten -Wunsch der stark angewachsenen Zahl ihrer Kon- Aertbesucher zu erfüllen. Aus dem Programm, W eine Bllttenlese der besten und wirkungsvollsten Konzertstücke bot, seien besonders genannt Idas seinerzeit schon lobend erwähnte Solostuck für zwei Pikkoloflöten „Aachttgall und Drostes von H Kling und der althistorische Fehrbelliner Reiterinarsch auf den Heroldttvmpeten. Den Hohe- punkt des Programms bildete die nochmalige Wiedergabe des Schlachtenpotpourris ^Erinnerung an die ruhmreichen Kriegsjahre 1870/71 von H Saro. Die Überaus zahlreichen Konzertbesucher Endeten der Kapelle toteberum mit Recht sehr reichen Beifall. m ** Schwein erv tlauf in Gießen. In Den Gehöften des Georg Schäfer, Kohlenhändler in Gießen, Licher Straße 9, Karl Erbach, Küfer in Gießen, Ebelstraße 2^H«tnnch Link- mann, Zugführer in Gießen, Ebelstraße 28, Dan. Kehler, Weichensteller in Gießen Buc^estr. 5, 4st Schweinervtlauf amtlich festgestellt worden. Sperrmahregeln sind angeordnet. fpd Die halbe Lotterie. Die Lose der Frankfurter Pferdelotterie, deren Ziehung gestern ftattfinßen sollte. |tai> nur zur §älfte abgefeöt worden. Infolgedesten kam auch nur die Hälfte der vorgesehenen Gewinne zur Ausspielung. Hornhaut. Schwielen u. Warzen ftöer^fdimerj Kukirol Aerzk?tcb"emvfoh!en. Millionenfach be- roäbrt - In Apotheken und Drogerien Fahschwech, Brennen und Wundlaufen »utitDl » .fUB000 Drogerie H. Noll, Neostadt 28. SS 0 4 a n i f i« svttis :atä u ®r9eb. '.Ms 's.?.: iestt! :s«mn ta9en biet sy*$ ^^ronatai M auf getauft ™ Epaairn. urnal“ wird au° werde das ’ w Ferrol D am D)n- ?it dem ' öq6 die Unter, größter 2e- 11 lem werde. $j( Mieten sammelten echni^M^' lngch^vo" S Kreis Büdingen gn. Geih-Aidda, 4. auch in unserer Gemeinde eine lallenenehrung statt. taad riefen die Glocken zu einem Dedachtti^gottts- Äfi wdie Kirche. In ernsten und eindrm^ichen Worten sprach der Pfarrer über l.2oh Kap.5 V. 4. Schüler- und Männerchor erhöhten durch Gesangsvorträge die Herrlichkeit ü dienstes. Dem Gottesdienst schlK,/rch eii^ wEge Feier am Denkmal der ^i Weltkrieg G^al^i wi. Hier wechselten noch Gedic^vortrage von W^ zogen, E. F. Meher usw. mit.gemeinsamen. G^ sängen und einem Lied des Düraer- deutsch du herrlich Land am Rhein ab. Durger meister Lind legte im Aam«i der Kranz am Denkmal nieder, ebenso Kriegervereins^ Präsident Meisinger im Aamen des Grieger Vereins und Lehrer Lentz im Aamen.der en. Kirchengemeinde. Diele ernste und eirchrmgliche Worte anirben gesprochen, die i^ire QBvrning auf die Zuhörer nicht verfehlten und alle klangen das Gelöbnis aus, daß unsere toten Helden unvergessen sein sollen. Starkenburg nnd Nheinhessen. e Darmstadt. 6. Aug. DieMarienhöhe bei Darmstadt, die eine Grundfläche von 35 Mor gen einnimmt und früher dem Droßherzig hörte, jetzt aber Eigentum des Hessischen Staates ist, wurde an den Zweigverein der MissionSgesiellschajt der Adventi- Körvers forderte. Der „Groß- und Erzvater der deutschen Turnkunst" G u t s m u t h s , der die Anregungen Basedows zuerst in die Tat umsetzte, griff bei feiner Aufstellung eines Systems der Leibesübungen auf die germanischen lleberlteferungen zurück. „Was ich aus dem alten Schutte, aus den geschichtlichen Resten des früheren und spaten Altertums herausgrub, was das Aachsinnen and bisweilen der Zufall an die Hand gaben, tourbe nach und nach zutage gefördert zum heitern Versuch," so berichtet er. „So mehrten sich die Haupt- übungen, spalteten sich in verschiedene neue Gestalten und Aufgaben und traten unter die oft nicht leicht auszumittelnden Regeln." 1793 erschien sein grundlegendes Buch „Gymnastik für die Jugend". „Sie haben so etwas Großes, Herzerhebendes," sagt er von diesen Hebungen, „so viel Kraft, auf den Volksgeist zu wirken das Volk zu leiten, ihm das Vaterlandsgefuhl zu stärken, sein Gefühl für Tugend und Rechtschaffenheit zu erhöhen und einen gewissen edlen Sinn selbst unter den niedrigsten Volksklassen zu verbreiten, daß ich sie für ein Haupterziehungsmittel einer ganzen Ration halte." Reben ihm h, der bald danach seine „Enzh- * * * Svjähriges Jubiläum des Eisenacher Kartells Akademisch-Theologischer Vereine. Das Eisenacher Kartell Akademisch-Theologischer Vereine feierte in Eisen ach vom 29. Juli bis 1. August fein 50jähnges Jubiläum. Aus allen Teilen Deutschlands, den unbesetzten wie den besetzten, waren die Studenten und Alten Herren des Kartells, etwa 360, herbeigeeilt, um in der Wartburgstadt Erinnerungen auszu tauschen. Den geschäftlichen Verhandlungen am ersten Tage folgte am zweiten Tage die Ehrung Dr. Martin Luthers durch die Riederlegung eines Kranzes am Lutherdenkmal und Festgottesdienst und Fest- aft in der St. Georgenkirche. Alm den Altar der Kirche gruppierten sich die Chargierten mit den Fahnen, die Festpredigt hielt Misswns^rektor D Kratz, Berlin. Landesoberpfarrer D R eln- hardt begrüßte das Kartell im Rainen ber Thüringer Kirchenregierung, für die theologischen Fakultäten sprach Pro^. D. Dr. S t o r k - ^enAProf. D Dr. Dudde- Marburg hielt die Festwilsen- schaft über das Thema: „Psalter und Gesangbuch Der Festwissenschaft folgte der Festbericht durch Pfarrer Hein- Translin, und cartb. theol. öte- phani-Donn über „Fünfzig Jahre Eisenacher Kartell was bedeuten sie für Theologie und Kirche?" Gegen 12Vs Hhr ging es in geschloffenem Zuge nach der Rikolaittrche. wo die Weihe einer Gedachtnistafel für die im Weltkriege Gefallenen des Eisenacher Kartells stattfand 2lm Rachmütag wurde die Wartburg besichtigt und am Abend war Festkommers in Eisenach. Der dritte Tag vereinigte die Teilnehmer zu einem Ausflug nach der Drachenschlucht, Hohe Sonne, Wilhelmstal, älnkenrvda. Großes Aussehen erregt in R ihland bet Roman des fünfzehnjährigen Bauernjungen "Peter Miwonow, von dem Moslauer Blätter berichten. Der Knabe wirb von bem berühmten russischen Maler Maljawin für einen der gröfaen Künstler erklärt, die je aufgetreten sind. Die Entdeckung des Wunderknaben erfolgte auf abenteuerliche Weise. Ein Ingenieur namens Tr.itt- _ - r . ... , mann fand an einem kleinen Fluß an ber 'Grenze wirkte Vieth, ber bald danach seine „EnzY- zwischen dem europäischen unö asiatischen Ruß- klopädie ber Leibesübungen' erscheinen ließ- xJn [ ^^lgebirge einen barfüßigen zerlump- bieler Hinsicht sinb biese ersten Werke ber beut» ten £ungen sthen, besten Benehmen seine 2lus- schen Sportliteratur imchgebenb geblieben, soviel merisarnkeit erregte. Der Hunae blickte abwechselnd knlan auch später vom fremden Sport ange- Gesicht eines schönen blondhaarigen Mäb- nonnnen hat. Die Saat, die die Pädagogen der das wenige Fuß von ihm entfernt stand, Aufklärungszeit gesät hätten, begann erst ihre 'bann auf einen Gegenstand, ber vor ihm reichen Früchte im Zeitalter ber Befreiungstt^ge I Dadurch neugierig geworden, ging Traut» zu tragen, als ber'Turnvater Jahn bie Erttichti- mann an den Fluß hstiab und blieb nun über- gung ber Iugenb für ben Befreiungskampf for- s^hen benn vor den Hungen lag. inttohen derte unb 1811 ben ersten öffentlichen Turnplatz $Dn gebUbet, ein Kirnstweik, das ben Kopf bes in ber Hafenheibe zu Berlin grünste. Auch Mädchens mit größter Ratürlichkeit unb Schön» Gneis enau verlangte damals bie Einführung I trnebergab. Der Ingenieur erfuhr nun, daß von Leibesübungen in ben Schulen unb im Heere, der Sohn eines armen sibirischen unb feitbem sind diese beiden Einrichtungen der H^fällers war, der im Kriege gefallen ist: er Boden gewesen, auf bem sich aller Sport ent- ^at niemals in' seinem Leben eine Schule bewickelt hat. sucht, beschäfttgte sich aber seit feinem siebenten Allgemeine Turnpflicht. Jahre immerfort mit den Kneten in Ton und “ .. , m I z^late eine erftaunliche Begabung im Rachbilden Man schreibt uns aus München. 2m kam ^^r möglichen ©eaenftänbe. „Aber zeichnen tann wenden Herbst soll in München i(fj noch^vi^besser." sagte der Junge stolz, als Mitteln eine V o l ksturn anstal tms jjeben seiner Tegeifterung Ausdruck verlieh, geiufentoCTben m der ^5FKEnb °hne Machte aas der Tasche seiner zerlumpten Briefkasten der Redaktion. K E. in D. Wir raten Ihnen, einen Rechtsanwalt zu befragen, da Ihnen nur ein unbedingt fachkundiges Urteil dienlich sein kann.__ — Verantwortlich für Politik und Feuilleton: 3. D.: Heinz Gvrrenz._________ " Geschäftliches. __ Ihre Frisur kann niemals einen gefälligen Eindruck machen, toemi Sie eine zweckentsprechende Haarpflege verabsäumen. dennReich- tum und Schönheit des Haarwuchses beruhen einzig und allein auf forafältiger pflege unb Gesunderhaltung der Kopfhaut. §^rbei ntont die Reinlichkeit und der durch regelmäßiges Waschen bedingte Anreiz zur Belebung der Blut zttkulation die erste Stelle ein Man verwendet wr Kopfwäsche mit bestem Erfolg das altbekannte ^Schaumpon mit dem schwarzen Kopf , es befreit Bon Staub, Kopfschuppen und allen Mwnderun- gen ber Kopfhaut und verleiht dem Haar Glanz sowie üppige Fülle. Der Me auf Topper. Roman non Hanns von Zvbellih. 36. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Herzliebe, Gnädige Frau Mutter! Ihr gehorsamster Sohn bittet recht sehr Pardon. weilen er so selten schreibet. Ist aber wahrhaftig nicht ganz leicht mit dem Gänsekiel in der Campagne, hab' brechend wenig Zeit oft, bin von früh bis spat im Dienste bei Eeyner Majestät. von der ersten Toilette bis vielmals um Mitternacht, dazwischen im Sattel, mal heißt's, lauf' Er, hol' Er den Krufemarck oder den Eichler, und man fällt todmüd' auf sein Stroh. Aber das thuet nichts, denn sonsten ist Ihr gehorsamster Sohn und Diener gesund wie der Fisch im Wasser. Den Gnädigen Herrn Großvater und sodann auch Oncle Christian wird es gewißlich interessieren, daß ich neulich hab' die ersten Kugeln pfeifen gehört, große und kleine, wies kam. Die Frau Mutter brauchen nicht zu erschrecken, sie haben mich nichts angethan. Ich hab' mir auch gar nicht geforcht und nicht gebückt, wie sie kamen, hab' gelacht. Heidi, ganz lustig ist es gewesen. War aber dabey, ä vrai dire, eine recht arge Affaire, von welcher der Herr Großvater vielleicht in den Gazetten gelesen hat, weilen nämlich der Herr General von Finck am 31. hujus bei dem Dorfe Maxen mit seynem Corps vor dem Daun kapitulieren gemuht, wo wir mit dem Gros d'armöe nachmarschirten. aber zu spät gekommen und nur eine leichte escarnwuche hatten. Seyne Majestät sehn sehr traurig und zornig gewesen, haben gesagt, hab' es mit eignen Ohren gehört: seh bis dato ein gany unerhörtes Cxemper, daß ein preußisches Corps vor dem Feinde die Waffen strecket. An 15 000 Mann, haben wir alle schwer mit Sehner Majestät, gefühlet, aber hege der Hoffnung, daß Majestät das allens balde wieder gut machet. Meiner Gnädigsten Frau Mutter muß ich noch gehorsamst vermelden, Laß ich zwey Freunde auf einmal fast bekommen hab'. Der eine, das ist der Pirch, mein lieber Kamerad in Dienst Sehner Majestät, ein lustiger, braver Bursch, der meiner Thorheit hielft, wie immer er kann. Par- lirt auch schon französisch wo mir noch sehr mangelt und nohtthut, weilen der König sehr viel! französisch spricht. Der andere das ist eine kuriose Geschichte. Heißet Cajetan Grolich und ist Feldprediger beym Regiment« Bernburg, aber kein alter Mann als wie unser Lopperschrr Herr Magister, sondern noch jung an Iahren hat in Frankfurt strrdirt ind in Halle an die Saale und ist gar gutt. Wie er meyn Freund worden, das kam so. Hab' ihn erst predigen hören wieder ganz anders denn unser Lopperscher, nämlich über Sprüche Salomonis, Kapitel 20, wo es heißet Krieg soll man mit Vernunft führen und war ein Hoheslied auf unseren Herrn König und voll Mahnung für den Soldaten, Officier und Bursche. Hab' ihn dann den Blessirten Trost spenden sehen und war gar zu schön. Vorgestern aber muht Einer Gassen laufen, ein Desertör, das muhten wir ansehrn und da war er auch dabey und hatte Thränen in den Augen ob des zerfleischten blutigen Missethäters. 2Ruh ja sagen, das Gasse- lausen ist schröcklich. ülnd da bin ich zu ihm getreten und muht' ihm die Hand reichen, da sprach er zu mir, wurde ein langer Discurs, La yaven wir uns MfammLNgesunSen, worüber ich sehr glücklich bin. Gnädigste Frau Mutter, so Sie mir ehliche gute Hembden schicken könnten mit Gelegenheit, wär's sehr gutt, die mehnigen sind Stücke. Von den Friedrichdors vom Herrn Großvater hab noch drei, Sehne Majestät werden schon weiter sorgen. Ich hab' die Gnädigste Frau Mutter sehr lieb und in hohen Ehren, bitt' dah Sie mich dem Herrn Großvater empfehlen wolle und Ohm Christian und Oncle Egid und im Dorf Herr Magister und Frau Pfarrin und die Ruth grühen. Schreib' auch nächstens mal an ihr. Und bin nun in schuldiger Devotion der Gnädigsten Frau Mutter treugehorsamster Söhn Kaspar von Zabeltitz. Dem Iunker ist sein Brief herzlich schwer geworden: es war nicht leicht mit dem Schreiben in der Campagne. Die beiden, der Pirch und Zabeltitz, hausten jetzt im elenden Kämmerchen eines elenden Bauernhauses im Orte Pretzendorf, wo kaum Raum war sich umzudrehrn. Viel besser hatten es freilich unter ihnen Seine Majestät auch nicht, und die Herren Flügeladjutanten muhten sich so einschachteln, dah des heimlichen Fluchens und Schimpfens kein Ende war. „Schöne Winterquartiere!" meinte der General von Krusemark, und der andere, Lentulus, nickte. Sie dachten wohl beide an das herrliche Dresden oder auch an Breslau, wo der König sonst seine winterliche Ruhe verlebt hatte. Diesmal schien's überhaupt keine Ruhr zu geben. Es wurde Dezember, und es wurde Ianuar, ohne daß die Armee in die Kantonnements kam. Dicht lagen Daun und die Preußen sich gegenüber, im Schnee und Eis. Ä'er König war fcyiecyt bet Humore. Ein Ülnglücksjahc war's für ihn, das 1759. Die unselige Bataille von Kunersdorf: dann, kaum dah diese wie durch ein Mirakel überwunden, der Verlust von Dresden: darauf die Kapitulation von Maxen mit Schimpf und Schande. Dann körperliches Leiden — und die drückende Sorge: was wird die Zukunft bringen? Ist noch eine Rettung möglich gegen das ganze verbündete Europa? Manchen Tages nrochte der König keinen Menschen sehen, erledigte nur das Ro!wendigste, ließ 'kaum seinen vertrautesten Kabinettsrat vor, sah dafür stundenlang über den Karten oder schrieb lange Briefe an seine Freunde in der Ferne. Die sonst so geliebte Flöte lag unberührt im Kasten, und die kleine zarte Diche mochte noch so sehr des Gebieters Knie umschmeicheln, er achtete ihrer nicht. Ein andermal lief ihm die Galle über. Er ging, auf den Krückstock gestützt auf und ab, sinnend, blieb stehen, rief nach dem Pagen: „Hol' Er mir den General Saldern!" Der lag nicht weit davon im Quartier, kam eilends an. „Hör' Er! Rehm er ein paar.^ompagnien, geh Er nach Schloß Hubertusburg. Der Hadel hat's mit Berlin arg gemeint, das fordert Revanche. Rehm Er da fort, was nicht niet- und nagelfest ist. Alles. Verstanden?" Der Iunker, der dabei stand, erstaunte. Denn der Saldern, groß und stark, wird kreidebleich im Gesicht, tritt einen Schritt zurück. „Run?" herrscht der König. Darauf Saldern: „Eure Majestät wollen gnä» digst verzeihen.^ Für die Aufgabe bin ich nicht der Rechte." V (Fortsetzung folgt) Kotalricie Altes Blei tBleiröhrens kauft Brühlsche Druckerei ""O Schulstr. 7/9. Alle fiatWin zu kaufen gesucht. Anfdei-mauer & Laberenz 022500 ^nlmüraye 3. j Verschiedenes) la 6086c MeolMr feurig gefärbt mittelstark und dünn zum Binden empfiehlt preiswert Samenbaus SeiM Hahn Bahnhofstraße Telephon 1403. Zement in allen Mengen, sehr preiswert, stets greifbar. 6057D Ang. Lotz 'N ieseck. Fernsprecher 1079. 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Bei unserer heutigen Lage in der Welt ist es unsere aller dringlichste PflicA, ja sogar die grundlegendste Vorbedingung unserer Selbsterhaltung und der Wiederherstellung des deutschen Ansehens in der Welt, alles mit der größten Aufmerksamkeit zu verfolgen, was in Frankreich von maßgebenden Persönlichkeiten oder solchen, die sich maßgebend gebärden, gegen uns gesagt, geschrieben und vor allem gedruckt wird. Auch in Frankreich sind die gebildeten Kreise, von den anderen Volksschichten gar nicht zu sprechen, des ewigen Kampfes um die Verantwortlichkeiten am und im Kriege müde. Begierig greifen sie auf, was ihnen in handlicher Form von anscheinend maßgeblicher Seite geboten wird und beruhigen sich bei derartigen Feststellungen um so lieber, je mehr sie dem Standpunkte der französischen Sicherheitspolitiker von heute mitzusprechen. Man will also Dezentralisation in Berlin Zentralisation in München, während die Weimarer Verfassung in der Hauptsache Berlin als Zentrale will, Mn eben die Direktionen dezentralisiert Wenn die bayerische Forderung durchgeht, so maß entweder 'Bayern .nieder ein Reservat recht erhalten, was auch änderte Lander, namentlich Preußen, za gleichem Verlangen anreizen müßte, und wobei am Ende alle Einheitlichkeit zu Grande ginge, oder die ReichÄxchn muß in Dezirie von der Größe Bayerns zerlegt werden, und diese Bezirke müssen alle gleiche Rechte erhalten. Darauf zielt die batierilche R.- gierung allem Anschein nach ab. and so ergibt sich. Mß nach ihrem Wunsch die rund 35 000 Kilometer langen preußischen and 6300 nicht preußischen and nichtbayerischen 'Bahnen in etwa 5 Gruppen zerlegt werden sollen, die dem 8000 Kilometer langen bayerischen Reh gleichkommen würden. Kunde, wo der Dichter Paggensen jene berühmte Totenfeier veranstaltete, die dann nach Aufklärung - der falschen Nachricht die hochherzige Unterstützung Schillers durch den Herzog von Augustenburg und den Grafen Schimmelmann zur Folge hatte. Der boxende Nitter vom hohen C. Der Beruf des Opernsängers wird immer schwieriger, und die Anforderungen der Komponisten werden immer größer. Nachdem Richard Strauß in seiner „Salome" von der Primadonna verlangt hat, daß sie einen regelrechten Bauchtanz aufführen kann, fordert nun der englische Komponist Vaughan Williams von fernen San- gexn, daß sie geübte Boxer sind. Er hat eine Oper geschrieben, die den Titel führt „Hugh der Vieh- treiber", und dieses Werk wurde jetzt zum erstenmal auf dem His Majestys-Theater mit großem Erfolg aufgeführt. Das Wert spielt unter den niederen Volkskreisen Englands während der napoleonischen Kriege, und der Höhepunkt der Handlung besteht in einem echt nationalen Boxkampf, den Hugh der Treiber und John der Schlächter um die Hand der Tochter des Dorf Polizist en ausfechten. Tenor und Barriton nrüssen dabei ihre durchaus nicht leichte Rolle fingen und östgleich vor einem in England sehr sachverständigen Publi- fum einen regelrechten Doxmatch durchsechten. Die Sänger genügten dieser schwierigen Aufgabe, und besonders zeichnete sich der Ritter twm hohen E i durch seine sehr geschickt geführten Schlage aus. leute, Aufpacker, Frachtkärntner usw., wirkte. Er sah alles in rosenfarbenem Licht: daß die Kerls grob werden köirnten oder Geld erpressen wollten, fiel ihm gar nicht ein; sie waren ihm gutmütige Dummköpfe, denen er mit seinem guten Rat beistand, damit sie wüßten, wie sie Reise, Fracht, Ladung usw. einrichten sollten. Kaum war die neue Schwierigkeit mit vielem drucksen, mit Nein und Aber herausgesagt, so hatte er gleich auf der Stelle zehn Gegenmittel und blieb dabei so guter Laune, daß die Grobians völlig verwirrt nach Hause gingen, um in einer Stunde wiederzukvm- men, neue Schwierigkeiten zu machen, und ebenso wieder abgefertigt zu werden." Bei seiner einzigen Badereise war Schiller viel zu schwach, um etwas vorzubereiten und sich selbst um die Dinge zu kümmern. Seine Frau uiü> deren Schwester Karvline begleiteten ihn, und außerdem hatte" ihn sein bewährter Jenenser Aerzt Dr. Starke einen seiner Gehilfen Dr. Eicke als medizinischen Beistand mitgegeben. Dieser tat ausführlich über Schillers Badereise brrich.et. Der Dichter litt an heftigen Brustkrämpfen und be- birrfte bei den Anfällen eines starken Beistandes. Eicke „muhte während der-Reise dem Patienten im Wagen gegenüber sitzen und denselben, wenn er bei seinen asthmatischen Anfällen zurücksank, an den Händen empvrziehen. wobei Schiller stets selbst die Häiche entgegen^eU“. Am 1. Juli 1791 kam er in Karlsbad an und nahm eine bescheidene Wohnung in entern Gasthof dritten Ranges „Zum weihen Schwan". Mit Eifer gebrauchte er die Brunnenkur. „Wenn wir es als gewih annehmen." stl^eibt fein Freund und Verleger Cöschen, der damals auch in Karlsbad weilte und den Dichter in seinen dürftigen Verhältnissen mit Geld versorgte, an Wieland, „so ist die Erfahrung, dah Schiller 18 Becher täglich ohne den mmdesten üblen Erfolg seit 18 Tagen trinkt, allein hinlänglich, alle ferne Freunde mit der schönsten Hoffnung zu beglücken. Das ist aber nicht alles. Er kam so schwach hierher, dah er eine kleine Anhöhe nicht ersteigen konnte. Gestern hab >ch ihn schon über einen sehr beschwerlichen Berg 'geführt und heute ist er ziemlich schnell gelaufen, ohne dah er darauf ochtgab." Der berühmte Dichter der „Räuber" und des „Don Carlos" erregte Aufsehen, wenn er über den Kurplatz ging: „(iin langer, hagerer Mann mit rötlichem Haar. Sommersprossen im Gesicht, angetan mit einem blauen Frack und gelben Beinkleidern, dem sog Werther- kvstüm, wie es damals eben Mode war." Gern ritt er auf einen Esel spazieren, und so hat ihn der Maler Jvh Ehr. Reinhardt in einem lustigen Bilde fest gehalten, seitlich auf dem Grautier sitzend und behaglich sein Pfeifchen schmauchend, mit breitem Krempen Hut und dem Beinkleid in den hohen Stiefeln. Sobald er sich mehr erholt hatte, unternahm er größere Ausflüge in die ilmgegenb und schöpfte reiche Anregungen aus den historischen Boden Böhmens für die Geschichte des dreißigjährigen Krieges und den „Wallenstein", di' ihn damals beschäftigten. Während er so in Karlsbad neue Kräfte wieder gewann und unsterbliche Werke in seinem Geiste gestaltete, verbreitete sich durch ganz Deutschland die Hiobspost, der „Liebling der deutschen Musen", der Hofrat von Schiller, sei gestorben. Dis nach Kopenhagen drang die schrieben haben: „Weder das lächerliche Revanchegekeife der französischen Chauvinisten, noch das Zähneknirschen der Engländer, noch das wüste Gebaren der Slawen werden uns von unserem Ziele abbringen, das darin besteht, das Deutschtum in der ganzen Welt zu befest igen und auszubreiten. Die Franzosen mögen soviel rüsten, wie sie wollen; sie können nicht von heute auf morgen ihre Bevölkerung vermehren. Die Verwendung einer schwarzen Armee auf den Kriegsschauplätzen wird noch auf lange hinaus ein Traum und nicht einmal ein schöner bleiben . . . Das Volk muh man an den Gedanken gewöhnen, dah ein Offensivkrieg unsererseits eine Notwendigkeit ist, um die Herausforderungen des Gegners zu bekämpfen. Man wird mit Vorsicht handeln müssen, um keinen Verdacht zu erregen. Man muh die Dinge so führen, daß unter dem lastenden Drucke schwerer Rüstungen, bedeutender Geldopfer und einer gespannten pvlftischen Lage ein Losschlagen wie eine Befreiung betrachtet wird, weil sodann Jahrzehnte friedlichen Gedeihens nach 1870 folgen würden." Es werden sodann noch weitere Belegstücke aus der Denkschrift abgedruckt, die Deutschlands vorgefaßte Absicht erweisen sollen, den Krieg zum Zwecke der Welteroberung zu entfesseln. Auf die Einzelheiten genauer einzugehen, ist für deutsche Leser nach der kurzen vorstehenden Probe wohl überflüssig. General Ludendorff hat 1919 in seiner Broschüre „Französische Fälschung meiner Denkschrift von 1912 über den drohenden Krieg" (Berlin, E. S. Mittler u. Sohn) die im französischen Gelbbuch enthaltene, ihm zugeschriebene Dmschcksl als grobe Mystifikation entlarvt und den Wortlaut der Arbeit mitgeteilt, die er im Dezember 1912 als Vorarbeit für die neue Militärvorlage dem Chef des Großen Generalstabes überreicht hatte. Man erkennt daraus, daß die von den Franzosen mi tgeteitte Denks chrift offenbar auf Grund der Kriegsereignisse nachträglich konstruiert und nun plötzlich zu der Ehre gelangt ist, als .Hauptbeweisstück für Deutschland, Schuld zu paradieren. Welcher deutsche Offizier ober Beamte hätte wohl jemals in ebner ärmlichen Eingabe einen solchen Son an- schlagen Formen wie er hier ebnem Abteilungschef des Großen Generalstabes zugeschrieben wird! Welche groteske Vorstellung, daß sich in einer solchen Schrift der Satz finden könnte, man müsse das Voll an den Gedanken eines Offensivkrieges gewöhnen und vorsichtig handeln, um keinen Verdacht zu erregen. Es gehört die ganze Verstiegenheit französischen Denkens und das angstvolle Streben der französischen Erpressungspolitiker nach persönlicher Entlastung dazu, wenn sie es ihrem Volke auf eine solche Weise glaubhaft machen wollen, dah in Deutschland Offiziere des General- ftabes in amtlichen Schriftstücken eine solche Sprache hätten führen dürfen, und daß sie von der Leitung des Deuffchen Reiches hätten verlangen dürfen, „die Dinge so zu führen, dah unten dem lastenden Drucke schwerer Rüstungen, bedeutender Geldopfer und einer gefparmten Politischen Lage" das Losschlagen wie eine Befreiung betrachtet werde. Nun könnte man ganz gewih „hist orische" Aus- arbeitungen, die sich auf einer so niedrigen Stufe bewegen, wie nach dieser einen mitgeteilten Probe das Senatsgutachten der Herren Bourgeois und Pages, getrost ihrem eigenen Schicksale überlassen und sich dessen getröflen, dah nichts darauf ankomme, was derartige Leute über uns schreiben. Dieser Standpunkt wäre aber in diesem Falle völlig falsch, da ja das von Bourgeois und Pages erstattete Gutachten und besonders dessen erweiterte Buchform ganz wesentlich zur Urteilsbildung des ftanzösischen Volkes über uns beigetragen haben und noch beitragen. Bei uns in Deutschland begreift man immer noch nicht hinreichend, Das ist nichts anderes als der Anfang zur Zertrümmerung Preußens; wirtschaftlich fängt man sie an, mil de r politischen hört man auf. Bayern bleibt oder wird wieder, was es war. Dann hat Bavem keinen größeren Staat mehr sich gegenüber, der ihm das Gleichgewicht halten, beziehungsweise Zügel anlegen kann, und die bayerische Führer st eile fiatt der preußischen ist erreicht. Welche Gefahr das für die deutsche Einheit bedeuten würde, braucht nicht lange dargetan zu werden; man versteht aber nun erst, warum der bayerisch? Minister des Innern Schweyer vor zwei Monaten offen den Wunsch aussprach, daß die separatistisch gesinnten Hannoveraner am 18. Mai ihre Loslösung von Preußen erreichen möchten. Cetenm censeo Bo- russiam esse delendam! heißt die Losung, nicht bei allen Bayern, Gott sei Lob! aber bei einem udjt maßgebenden Teil der Bayern. Wer das Letzte, was wir aus unserem Schiffbruch von 1919 r! teilet haben, unsere nationale Ein - eit, erhalten will, der mußsolchen Plänen' mit aller Kraft widerstreben. Wie sollen wir des Kriegsausbruches gedenken? Ei» Mahnwort bei der IO. Wiederkehr der Erinnerungstage. Don Bernhard Schwertseger*). II. DDG. Die Gutachter des französischen Senats, dis Professoren E. Bourgeois und G Pages, auf deren Gedankengängen die Schuldanklage gegen Deutschland im sogenannten Friedensvertrag von Versailles auf gebaut ist, haben sich den Beweis, daß Deutschland den Weltkrieg absichtlich herbergeführt habe, sehr leicht gemacht. Sie gehen zunächst aus von der Feststellung, daß die Oesterreicher nur von Deutschland vorgeschoben worden seien, und stützen sich für diese Behauptung auf eine Mitteilung, öie eine wichtige Wiener Persönlichkeit einem französischen Agenten anvertraut habe: „Nicht wir sind 9B, Sie den Krreg suchen; er wird von; Berlin gesucht und gewollt. Man hat uns vorgeschoben. Wir werden in der serbischen Ange- ^genheit unterstützt und unterstützen nun unsererseits." Die Herkunft dieser Note wird nicht näher bezeichnet. Lakonisch heißt es in einer Anmerkung unter dem Text „Note de Vienne (Jnödit)". Bei einer so schweren Beschuldigung wäre es un- fxiängt notwendig gewesen, das Beweisstück vollständig zu bringen, statt eines einzigen aus dem Zusammenhänge Heraasgen ommenen Satzes. Viel schlimmer aber noch ist das Verfahren der französischen Gutachter bei ihrer Untersuchung der „Verantwortlichkeit Deutschlands". 'Diese wird wie folgt begründet: „In österreichischen Kreisen wußte man sehr wohl, daß für die Berliner Regierung and vor allem für die Gene- valstäbe der beiden Kaiserreiche das Attentat von Serajewo und das Vorgehen gegen Serbien m der Zeit vom 5. bis 30. Juli nur Vorwände waren das gegen die Slawen und Rußland beschlossene Unternehmen nunmehr zu versuchen. Auf dieses Unternehmen hatte sich die deutsche Regierung seit 1913 enffchloffen vorbereitet." Den Beweis hierfür, so behaupten sie, erbringe em Dokument, dessen Echtheit nicht alle De rischen bestritten, während einige Deutsche sogar seinen Verfasser' nannten. Dieser Verfasser sei nach dem Eingeständnis des Obersten Dauer in seiner Schrrft Konnten wir den Krieg vermeiden, gewinnien, äbbrcchen?" und Maximillan Hardens in der Zukunft" vom 12./19. April 1919 der damalige Oberst Ludendorff. Ludendorff sei damals Ab- ^Lilungschef der 5. Abteilung des Großen Generalstabes gewesen und in Berlin bereits als Organisator der deutschen Armee und des deutschen Sieges in Aussicht genommen gewesen. Hierzu wäre zunächst zu bemerken, dah Oberst Dauer in seiner erwähnten Schrrft auf S. 15 mir fagt die Heeresvorlage von 1913 sei von Luden- fitorff entworfen gewesen, sich aber in keiner Werse xu der von den Franzosen mitgeteilten falschen Denkschrift äußert. Die Bezugnahme auf ihn ist also bewußt ir-reführend. Weiterhin war Gui-s.r- idorff nicht Chef be5 „5. Bureaus", wie die Fvan- Fvsen Tagen, sondern der 2 Abteilung des Großen Generalstabes, die den Aufmarsch zu bearbeiten Schillers Badereise. Schillers Geben war ein ewiger Kampf mit fernem Körper, dem er nut heldenhaftester An- fcnrnung die Kräfte zur Gestaltung seines Geb^ Werkes abrang. Dieser heroische Jdeanst nah-" sich nicht Zeit, um ins Bad oder m die Sommer- Yrifcbc zu geben sehr im Gegensatz zu seinem großen Freunde Goethe, ^^L,^^s/^ergreifender sich neue Jugend gewann, ^m so ergr . und rührender ist die einzige ler unternommen und der wrr die la ge Haltung seines teuren Daseins verdanken. W E im jenem traurigen Jahre 1791 als ^n llW zu Anfang ein furchtbarer Anfall jetn Leidens, der Drustkränchse Monate lang me!«r warf, im Mai ihn ein Ruckfall an Rand des Grabes brachte und schließlich keine andere tung mehr schien, als daß er die heilendsrQuel^n von Karlsbad aufsuchte. Schiller reifte wcht gern; die äußeren Hindernisse waren ihm laftt^ und schon die Vorbereitungen be^reb er .et-^as geniemäßig". Deshalb hat. er überfragt feUtm „ausgespannt", und die «nzige gro^re R^ außer der nach Karlsbad war der Des ^l Heimat 1793, wo er sich /rhv^nund dre-age der Kindhett wieder erleben wollte. Sana, oer ihn vor dem Antritt dieser Rech» beobachtete, schreibt darüber: „Sie kennen ja feine 2Irt T der Stelle für jedes Hindernis eine Arrsttrnft »rr finden und dann gleich nicht mehr daran z denken. Komisch war es indessen, wie glücklich dies Benehmen auf die Menschen, die ein«n jotip längere Reffen so sehr verbittern, auf Suyi® hatte. In einer Fußnote setzen sich die Franzosen mit der Urheberschaft Gudendorsfs noch näher auseinander. Wir sehen, daß die in Frage stehende Denkschrift zum ersten Male unter dem Datum des 19. März 1913 im französischen Gelbbuch veröffentlicht worden ist. Die deutsche Regierung habe sodann im Dezember 1914 den Text als saftch erklärt, das französische Ministerium aber dessen Zuverlässigkeit weiter behauptet. Nun b-abe 1919 Oberst Bauer diesen Bericht als ein Werk Ludendorffs hingestellt, und davon sei die Folge gewesen, daß die französische Regierung die Fort- sttzung dieses Berichtes am 8. Juni 1919 unter hem Namen Ludendorffs veröffentlicht habe. Daraufhin habe Ludendorfs am 13. Juni 1919 m der „Dvssischen Zeitung" feine Urheberschaft verleugnet und betont, er sei im März 1913 ga- «richt mehr im Generalstabe, sondern Regiments- fcmrmanbeur in Düsseldorf gewesen. Dieser Rich- tigstellung widerspricht Bourgeois, indem er behauptet, im März 1913 hätte es keinen Oberst des QZamend Ludendorff in Düsseldorf gegeben, folg- Lch habe Ludendorff damals noch dem General-' fiab^ angehört. Woher Herr. Bourgeois diese Ztzenndnis gewonnen hat, bleibt dunkel. Vielleicht bat er den Namen Ludendorff in der Rangliste 5er Preußischen Armee für 1913 gesucht und ihn Kwch unter den Generalstabsoffizieren gefunden, ,«hne zu wissen, daß zumeist im Zähre nur 'eino Eßtische Rangliste erschien und die Versetzun- erst in der Rangliste des nächsten Jahres jar werden konnten. Auch daß Ludendorff in •) Siehe die Ausführungen in Ar. 180 des Abrede stellt im März 1913 Denkschriften für den Generalstab geleistet zu haben ficht den ranzösischen Historiker nicht an, und er bleibt trotz Ludendorfss Broschüre über die französische Fälschung seiner Denkschrift dabei stehen. Ludendorff habe für den Generalstab gearbeitet und das im französischen Gelbbuche enthaltene Dokument sei das (SrgebttiS seiner im März 1913 vielleicht von anderer Ha»id noch überarbeiteten Denkschrift. i Hören wir nach biefea ersten Proben französischer Zuverlässigkeit amtlicher Gutachter, was sie aus der Denkschrift vom 10. und 19. März 1913 als Beweise für den deutschen Welterobe- iungswillen anzufühven wissen. Zunächst geben sie davon aus, dah es überflüssig sein würde, das im französischen Gelbbuch abgeoruefte Schriftstück nochmals vollständig wiederzugeben. Aber einige Stellen wollten sie doch mitteilen, die durch einen einfachen Vergleich mit den Handlungen und Worten der Führer Deutschlands feit 1914 eine ganz besondere Beleuchtung erhielten. In seiner Denffchrift vom März 1913 soll Gudendorfs folgendes ge» zu entsprechen scheinen. Für uns ergibt sich aus dem allen eine ernste, aber unausweichliche Aufgabe. Wir müssen solche Schriften, wie das Gutachten der Professoren Bourgeois und Pagös in Deutschland s) bald wie irgend möglich in deutscher llebersehung kennenlernen, damit weiteste Kreise sich mit den Gedankengängen befassen und von ihrem Standpunkte aus dagegen unternehmen können, was in ihren Kräften steht. Besonders die Aufgabe der wissenschaftlichen Kreffe und der Heranwachsenden Historikergeneration ist es, solche Schriften nach^allen Seiten 'hin zu durchleuchten und aus dieser Tätigkeit heraus Mittel zur Abwehr zu schaffen Hier winkt unserer deutschen Jugend ein greifbares, nicht etwa nur papiernes Ziel. Wenn es uns gelingt — und das ist bei einem Machwerk, wie dem Gutachten der Professoren Bourgeois und Pages geradezu eine Kleinigkeit —, den ilnroert und die sachlichen Irrtümer eines solchen Gutachtens zu erweisen, so gewinnt dadurch unsere §u nagen. ,iir. wird sie nicht möglich sein; das empfindet nie- pro patna est, dum senbere videmur. manb tiefer als das zu ' , tatholische Rheinland ~T. 3ZL- Wir haben mit der Zerstörung des preußischen (Eine critltc ’-lönmUItQ. Königtums und des aus ihm auferbauten deut- y schen Kaisertums wahrlich schon genug gegen die Die Verhandlungen mit der bähe- historischen Grundlagen Deutschlands gesündigt rischen Regierung über d ie ne le unb gcndg die festen Klammern unteres Staats- Organisation der Reichsbahn erwecken daucs zerschlagen. Es ist Zeit, damit a rf- in den weitesten Kreisen Befürchtungen über die zuhören." Wiedererweckung eines den gesamtdeiffchen Man wird in den maßgebenden Kreisen gut Interessen schädlichen Partikularismus. Es ist daran tun, diese süddeutsche Stimme wohl zu bemerkenswert daß sich die „Köln. Volksztg. , beherzigen. der man gewiß keine unitarischen Neigungen nach- sagen kann, unter Hinweis aus die Entwicklrng, S/x«- HßAV* welche die fremdländische Regie bcr_ rheinischen OCS Bahnen genommen hat, verpflichtet fühlt, gegen- über den bayerischen Vorkämpserii gegen die DCrlnlTlUiÖ. Rcichseisenbahn den gesamtdeutschen Standpunkt zu betonen. Das gleiche geschieht auch in einem Man schreibt uns. Artikel des württembergischen Gandtagsabgeord- Die Wichtigkeit einer künstlerischen Gösung der Treten Oberstudienrat Dr. Egel Haas im„Schwä- Denkmalangelegenheit ftefjt, bewiesen schon durch bischen MeuÄrr", der gleichfalls eindringlichst zur die bisherigen Anstrengungen, außer Frage; es Olufmertfamiert gegenüber den Verhandlungen in mQn daher nicht überflüssig sein, Wenn nixh ein- München mahnt. Egelhaas betont, daß er gar mal von fachlicher Seile aus dazu öffentlich Stel- nicht daran denkt, einem übertriebenen älnttaris- lung genommen wird. mus das Wort zu reden. Er weiß, dah er der Die Vorführung der Entwürfe im Ausstel- deutschen Volksseele und Volksart widerspricht, lungsraum am Drandplatz läßt vermuten, dah un- Aber ebenso gewiß sei, dah ein übertrie- geahnte Schwierigkeiten im Hintergründe verbor- bencr Partikularismus nicht am gen sein müssen, die der einfachen Errichtung eines Platze ist und daß auch er der deut- Denkmals sich bisher in den Weg stellten. In der schen Volksseele widerspricht. Egel- Denkmalbesprechung im „Gieß. Anz." vom Sams- Haas führt dann weiter aus: i tag, 2. August, 2. Blatt, wurde zunächst auf die Einheit und Freiheit! war die Platzfrage hingewiesen, und dieses ist in der Gosung der wir als junges Geschlecht gefolgt sind Tat das wesentlichste. Die Auswahl von den drei und die wir unter Bismarcks Führung habeii zur Verfügung gestellten Plätzen hat auf Grund erkämpfen Helsen. Zur deutschen Einheit gehört der mannigfachen Gösungsversuche der beteiligten aber als eine ihrer stärksten Grundlagen not- Künstler den Gandgraf-Philipp-Plah als den wendig die Einheit des Verkehrs- besten ergeben. Auch ist durch die inzrvischen er« wejens aus id«rlen roie aus prattischen folgte Grundsteinlegung die Stelle vor der Ka- Gründen.' Dis jetzt ist seit 1919 die Sache so ge- fferne für das Denkmal festgelegt worden. Bei handhabt worden, daß dem Reichsverkehrsmini- dieser Entscheidung über den Platz gaben jedoch fterium die Feststellung des Haushalts, die Ver- nicht die künstlerischen Gesichtspunkte den Austeilung der Geldmittel, die Regelung des Der- schlag, sondern allein Gefühlsmomente, nämlich die kehrs und des Dienstes, die Ordnung der Rechts- unmittelbare Nähe der Kaserne des Truppenteils, veihältnisse der Beamten und die Vertretung dessen tapfere Vergangenheit vor allem durch das seines Geschäftszweiges vor dem 'Reichstag und Denkmal repräsentiert werden soll. Reichsrat zusteht. Unter der Aufsicht des Mini» Aber wie steht es mit der künstlerischen Forst eriums haben die Direttionen eine weitgehende derung nach Harmonie von Denkmal, Platz Selbständigkeit der Verwaltung selbst betreffs der und Umgebung? Die jetzige Gestalt des Platzes Verwendung ihrer Einnahmen, ivodurch sie an der mit seinem verzwickten Grundriß ist denkbar un- Höhe dieser Einnahmen nützlicherweise interessiert geeignet. Platz und Denkmal wurden ft o we^r mit sind Das sollte auch so bleiben; in München aber sich, noch mit ihrer Umgebung zu cinern barmo- bat man andere Absichten. Dort ftrebt man kurzer nischen Ganzen verschmelzen können. Auch toutpe Hani- die Her-stellung der bayeris chen Staats- der Beschauer gar nicht wissen, von wo aus er sich bobeü also auch die Eisenba hnhoheit an eigentlich das Denkmal anzusehen habe, ob vom und will also wie früher eine schlechthin maß- Drandplah aus. oder vom Gegenüber der Kaserne, gebende Stelle in München, der gegenüber die Deshalb wird eine völlige Umgest a 11ung der Direktionen sowohl rechts vom Rhein als in der P1 a h v er hä 11 n i s s e sich ergeben, d. h dre Pfalz nur eine sehr eingeschränkte Selbständig- Platzinsel wird verschwinden und einer grv^n, feit haben- diese Direttionen haben weder über ununterbrochener, gepflasterten Ebene werch^r die Fahrpläne noch über die Tarife ein Wort I müssen. Denn dann erst rst es eigentlich möglich. MAGGPSUPPEHi ÄrsvLokMW^ so zuverlässig wie Continental -Reifen1 Kerne Umwege!/f Unentbehrlich für Kraft- und M Radfahrer, Wanderer u. Reise» Z M vertoehr. 50 Karten, fünffarbig, \ M Maßstab 1:300000, pro Karte V 65 Pfennig. M Frankfurt a. M. Berlin ün Dllllonen Prozent 4 Frankfurter Börse. (Drahtbericht Datum: | voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll Amft-Rott. Brss.-Antw Chriftianta. Kopenhagen Stockholm . HelssngforS. Banknoten. (Ohne Gewähr.) 4,18 21,25 67,73 18,663 23,39 161,99 18,39 87,56 5,91 1,82 111,32 79,00 55,86 12,40 6,12 4,21 21,35 68,07 18.765 23,51 162,81 18,49 57,84 5,96 1,8» 111,88 79,40 56,14 12,46 5,24 Erhältlich im Buch» und Schreibwarenhandel, ferner in jeder Auto» und Fahrradhandlung. Herausgeber: Continental» Caoutchouo und Gutta»Percha«Co., Hannover. Nenyork . . Parts.... Schweiz . . Spanien . . Dien in D.» Oest. abgeft. Prag .... Budapest. . Böen.-AirrS Bulgarien Japan . . . Wo de Jan. Belgrad . . Lissabon . . ein Denkmal auf $u) teilen, wenn man seine Maße aus feiner Beziehung zur Umgebung (xrletlen kann. Darnach erst Hemm auf repräsentativen Eha- valter des Denkmals, auf feine Gröhe und Wucht mit Erfolg hingearbeitet werden, bei gleichzeitiger Rücksicht auf die Fassade der 5Mernt, die nicht erdrückt werden darf. Die Kasernen fas fade wird also unmittelbar und wesentlich b;e Höhe und Brertenausdehnung des Denkmals bestimmen. Sie mächtigen Ebenen des Landgraf Philipp- und Drandplahes aber bildet für das Denkmal zunächst eine grobe Gefahr, es kann sozusagen von den Flächen verschluckt werden. Ob einer von den in Betracht gezogenen Tenk- malsentwüilen in Dr-ciienausdehnung und Höhe diese Gefahr vermeidet und die andere Frage erfüllt, wage ich nicht zu entscheiden. Meinem künstlerischen Gefühl nach mühte eine Lösung darin zu finden fein, dah das Denkmal ohne Ver- binbung mit anderen Motiven, wie das des Wasserbeckens, entworfen, dafür aber mit Hilfe der Architekten die Ostecke des Landgraf Philipp- Platzes mit einer Brunnenanlage geschmückt wird. Der Dorteil läge darin, dah Denkmal und Brunnenanlage die Platzebene in kleinere Verhältnisse gliederte und Die Unsicherheit in der Dahl der Gröhenverhältnisse des Denkmals besei igt würde. Die Harmonie zwischen Denkmal, P.atz und cklrn- gebung ist erst auf diese Weise und durch die intime Beziehung aller einzelnen Teile aufeinander möglich Das Denkmal wäre dann nichts, was für sich selbst allein da stände. Kg. Gelb | Brief Litton begünstigten Aufwertungshausse für deutsche Anleihe ist bereits gestern ein tiefgehender Rückschlag erfolgt, der zu einer weitgehenden Ernüchterung führte. Das Geschäft am Anleihemarkt chtl trotz seiner Lebhaftigkeit heute an Umfang etwas eingebüht, doch ist bei der Spekulation die Kaufneigung noch immer grob- Die Stimmung ist schwankend, die Tendenz sehr schwach Es bestand grobes Bedürfnis, die in den letzten Tagen auf diesen Gebieten erfolgten Gewinne zu fidjern. Infolgedessen war Die Realisationsneigung allgemein und führte teilweise zu ganz empfindlichen Kurseinbuhen. Am Anleihemarkt war dieselbe jen tzttauraasnen rncyt ernverstanden fern rönnen). Die Hoffnung Macdonalds, die Konferenz bis Freitag zu Ende zu führen, dürste sich daher wohl schwerlich erfüllen. Die Börse rechnet mit einer längeren Dauer und richtet sich bereits in ihren Dispositionen darnach ein. Die Spekulation zeigt gewisse Zurückhaltung. Am Geldmarkt tft die Lage unverändert. Börsen kw4«. (Ohne Gewähr.) Frankfurt a. M., 5. Aug. des „Gieß. Anz.".) Tendenz: Anleihe schwach, Aktien uneinheitlich. — Sn der von Der Speku- Derliner Börse. Berlin, 5. Aug (Dvahtbericht des »Gieh. Anz.".) Heute setzte das Geschäft am Anleihemarkt wieder auherordemtlich lebhaft ein. Der Haussespekulation tarnen Meldungen aus Reuyork zugute, wonach die Reichsregierung und die pveu- hische Regierung im Auslande Aufläufe für deutsche Renten vornehmen sollten. Der „Deutsche Handelsdienst" ist von zuständiger Seite ermächtigt worden, diese Meldungen zu Dementieren, unD erklärt, dah weder die Reichs regierung noch Preu- fjen den Auftrag gegeben hätten, im Auslände oder Snlante Renten kaufe vorzu nehmen. Es ist zu erwarten, dah diese endlich erfolgte energische amtliche Erklärung der amtlichen Stellen der Kurs- treiberei am Anleihemarkt einen Dämpfer aufsetzen wird. Bei Beginn der Börse setzte Kriegsan- leihe mit 610 bis 620 ein. Man hat zwar den Eindruck, dah die deutsche Delegation bei ihrem Auftreten in London eine liebenswürdige Aufnahme gefunden habe, man meint aber, dah im weiteren Verlauf sich doch Schwierigkeiten ergeben werden, dah es den Deutschen nicht gestattet sein soll, ihre wichtigsten Forderungen, so z. D. hinsichtlich der Räumung des Ruhrgebietes, in der Dollkonferenz vorzubringen. Eine Beschränkung der Derhandlungsfreiheit macht in Finanzkreisen einen wenig günstigen Eindruck. Man nimmt an, dah auch Die amerikanischen Finanzleute mit däe- WLyrneymung festzustellen. Trotz oer goQ* nungsvvllen politischen Situation eröffnete auch der Aktienmarkt in etwas schwächere» Haltung bei sehr ruhiger ilmsatztätigkeit. Auch hier war Die Stimmung zu Abgaben geneigt, und Die Werte werden zugunsten des Anleihemarktes stärker vernachlässigt. Sm internationalen Valutenverkehr hält Die Festigkeit des Sterlings weiter an. Die Mark ist eine Kleinigkeit schwächer. Die Dollarparität steht auf 4,189, gestern 4,166. Am Geldmarkt scheint sich eine Erleichterung geltend zu machen. Monatsgeld l1/4 bis l3/a. Tagesgeld ist unverändert ß/16 pro Mille. Der Aktienmarkt zeigt keine einheitliche Tendenz auf. Der Markt der unnotierten Werte eröffnete in guten Haltung. Api 2,12, Becker-Stahl 1,75, Becker- Kohle 5,5, Krügershall 4,25, Benz 4,5, Growag 0,240. Sm weiteren Verlauf blieb Der Anleihemarkt lebhaft, doch setzte sich die Aufwärtsbewegung Der Kurse im allgemeinen weiter fort Märkte. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 6. Aug. (Drahtbericht des „Gieh. Anz.") Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 20,50 dis 21, Roggen- illländ. 17 75 bis 18 ’öommergerfte für Drauz wecke 18,50 bis 19 50, Hafer intänb. 18 bis 18,50, Mais (gelb) 17 25 bis 17,50 Weizenmehl, inländ., Spezial 0 31/5 bis 33, Roggenmehl 26 bis 26,50, Weizen- und Roggenkleie 10,50 bis 11 Mk. Tendenz unverändert. Berliner Produktenbörse. Berlin, 6. Aug. Am P ix>D-uftenmortt waren Stimmung und Preise im allgemeinen unverändert, teilweise waren leichte Preisrückgänge zu verzeichnen. Es wurden notiert für je 1000 Kilo: Weizen, märt. 186 bis 191, Roggen, märt. 137 bis 144, Gerste, märt. 172 bis 182, neue 166 küs 174, HLfer. märt. 154 bis 163, Raps 280 bis 285, Leinsaat 400 bis 410; für je 100 Kilo: Weizenmehl 25,25 bis 28,25, Roggenmehl 21 bis 23,25, Weizentleie 10,60, Roggenkleie 10,20, Viktoriaerb- fen 22 bis 24, kleine Erbsen 15,50 bis 17, Futter- erbfen 14 bis 15, Peluschken 13 bis 14, Acker- bohnen 13 bis 15, Wicken 14 bis 16, Lupinen, blau 8 bis 9, gelb 17 bis 18, Rapskuchen 11,50, Leinkuchen 20 bis 21, Trvckenschnitzel 9,50 bis 9 60, Torfmelasse 6,60 bis 6,70, ÄartoffeCfloden 23 bis 24,40. Bücherlisiy — Spiritismus und Okkultismus. Seit der Hahr Hundertwende etwa, besonders aber fett dem Krieg, hat eine geistige Strömung bei uns und in anderen Ländern immer tociterc Volkskreise ergriffen, die eine Abkehr von der materialistischen Gesinnung der vergangenen Hahrzehnte bedeutet. Man beschäftigte sich nun viel mit dem geheimnisvollen Reich der Seele, und Okkultismus und Spiritismus usw. nahmen Die Sinne gefangen. Da ist es nun von grobem Wert, einmal aus berufener Feder über diese Dinge aufgeklärt zu werden. Das hat der Geheime wanitätsvai Dr. Albert Moll unternommen, ein feit Jahrzehnten bekannter Alchmann. Er führt auf den 96 Seiten seines Buches „De r S p i r i t i srnu s" (Franckh- sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart) durch das ganze Gebiet des Spiritismus, wobei auch der Okkultismus durch treffende Schlaglichter noch beleuchtet wird. Dr. Moll beweist, dah diese Erscheinungen zum größten Teil auf Betrug und auf Taschenspielerkunststücke zurückzuführen sind. Wissenschaftlich bewiesen ist keine Erscheinung des Spiritismus. — Lev Perutz, Turlupin, Roman. Geb. 5 Mk. Albert Langen in München. — Perutz neuer Roman liegt auf Der Linie der in historischer Seit spielenden Abenteuer-Erzählungen des Dichters der „Dritten Kugel" und des „Marques de Dvlibar" ; und wer Leo Perutz kennt, weist ja, dah ihm gerade auf diesem Gebiet feine schönsten Erfolge erwachsen, seine spannendsten und buntesten, auch seine dichterisch stärksten Werke gelungen sind. Don ihren Vorzügen läht „Turlupin" nichts vermissen. Hinzu kommt hier aber noch ein verhaltener Humor, eine leise und feine Sronie. Atemlos folgt man beim Lesen der meisterhaft aufgebauten, kühn emporgipfelichen Handlung und erlebt des armen Turlupin tragikomisches Geschick, das ans in hellem Lichte zeigt, aus welcher Richtigkeit gar oft Geschichte wird. — Diervsa Brille, die graue Tage viel weniger trüb, und heitere Tage doppelt sonnig erscheinen Iaht, trägt unbewustt und stetig ieder Leser der Meggendorser-Dlätter. Dieses jede Woche neu erscheinende, mit stets frischem und ungetrübtem Humor sich einstellende Familienwitzblatt schenkt jedem, der es in die Hand nimmt, heitere Sinne und fröhliche Laune. Witz und Sr tire, 9k>efie und Prosa, Bild und Wort wetteifern im Verteilen dieser Gaben und auch das Preisausschreiben mit Gewinngelegenheit von 2000 Goldmark fehlt nicht. l!N85 au ' r Aägerls kstnn'S Giersche' rtis offene Stellen gar nicht oder nur in geringer Fahl gemeldet wurden. Für Die Hauptindustriegebiete ist besonders darauf hinzuweisen, Dah die plngunst Der Lage weder in Der Zahl der unterstützten Erwerbslosen, noch in den Entlassungen Don Arbeitskräften vollständig zum Ausdruck kommt. Zur Beurteilung der Gesamtlage müssen die in grohem Umfange angeführte Kurzarbeit, sowie die Feierschichten des Bergbaues berücksichtigt werden. Die 3-if>l der unterstützten Erwerbslosen lHaupt- unterstützungscmpfärgcr) ist nach den statiststchcn Meldungen im unbesetzten Teile des Reiches in der Zeit vom 1. bis zum 15. Suli wieder gestiegen, und zwar von insgesamt 239 500 auf 2i5 948 cklnterstützte, d. h um innD 15 Prozent Zu beachten ist hierbei, dah Diese Zahlen nur einen Bruchteil ter ArteftslvsigkeÜ im ganzen Darstellen, da Die Gewährung Der Erwerbslosenunterstützung von der Erfüllung gesetzlicher Bvraussehungen abhängt. Sm rheinisch-westfoli'chen Steinkohlcnbc rgbau hat die Beschäftigung infolge Wsatzschwierigkeiten weiter abgenommen. Feierschichten muhten im Rheinlande wie in West alen in gesteigertem Umfange eingelegt werden Rach dem Bericht des Laichesamtes für Arb-itsvermitttung in Münster ist die Lage Der südlichen RanDzcchen, bei Denen es voraussichllich zu endgültigen Stillegurgen kommen wird, am ungünstigsten. Auch im übrigen Bezirk — vom nördlichen Randgebiet vielleicht abgesehen — haben zahlreiche Zechen Die Förde- wng eingeschränkt, darunter auch solche, Die gro= Ben Konzernen angehören. Die Zahl der zum ßeiern gezwungenen Bergleute wird auf Durchschnittlich 30 000 Mann geschätzt. Sm Bergbaugebiet des Freistaates Sachsen wurDen bei allgemein unveränderter Lage nur ganz rercinzelt Arbeitskräfte eingestellt Sm Braunkohlenbergbau, in den Erzbergwerken und in der Hüttenindustrie blieb Die Lage ebenfalls ungünstig, in einzelnen Bezirken fanden weitere Entlassungen statt, so bei Braunkvhkengruben besonders im Oberlausiyer Revier lSchienen) und in der Provinz Sachsen. Sn RieDersachsen fiel die Zahl Der Arbeitsucheirden. Ein G ru be.uint er nehmen und einige Tellbetriebe wurden fliltgelegt. Besonders ungünstig lagen in Hessen die wirtschaftlichen Verhältnisse bei den Eisensteingruben Des Dill- k.eises, die zu einem erheblichen Teile ftiHgelegt sind. Aus ter Kaliindustrie wurden Entlassungen in Der Provinz Sachsen (Bez. Aschersleben» gemeldet. Sm Bereich Des Landesam.es Hannover dauerte Die Kurzarbeit unverändert an. Entlassungen unt> Beftftbs inschränkungm sind in allen Zweigen Der verarbeitenden Sndu- flrie an der Tagesordnung Besonders ungünstig lauten die Berich e der Glas-, Porzellan-, Keramischen und Textilindustrie. Auch die Metallverarbeitung und Die Maschinenindustrie steht im Zeichen einer rasch um sich greifenden Krise, die vor allem auch die elektrotechnische Sndustrie, die bisher noch leidlich beschäftigt war, ersaht. Sn der chemischen Industrie stehen einzelne Bezirke, so vor allem Ludwigshafen und Thüringen, noch im Zeichen einiger mähen befriedigender Beschäs- tigung. Sn der Lederindustrie und den verwauD- ten Branchen ist die Konjunktur fast Durchweg weiter abgeflaut. Sm Hvlzgewerbe macht die Krise ebenfalls rasche Fortichrilte. Die Lage des Rah- rungs- und Eenuhmittelgewerbes ist nicht einheitlich- Mühlen, Sühwarenfabriken, die Margarineindustrie und Die Tabakfabriken Ilagen über schlechten Geschäftsgang, während Die Zuckerraffinerien und Konservenfabriken Einstellungen vcn Arbeitskräften vornehmen. Der Ge'chäft-gang im Bekleidungsgewerbe bleibt überwiegend f.au. Am Daumarkte werden Reubauten infolge Mangels an Betriebskapital nur selten in Angriff genommen. Rach Fertigstellung der begonnenen Bauten wird daher verschiedentlich mit starker Zunahme der Arbeitslosigkeit gerechnet. Dementsprechend stehen auch alte Zweige der Baustoffindustrie im Zeichen rückläufiger Beschäftigung. * Der i&h. ÄS. Üstz ZerabseK AMeshl jungen ler deutlchen (inem licht ju veMwetge neidete und unten ter Amnestieftage, Msweifungsbesehll toM besorg Hafte und berech rufen Wird- Em - chen Hochverräter ss.« Wie vor slch dÄ.0 Beamten mo ™i setzten Sebicte em sen. Ss ist aus drei die Meldung des , zumal fei Lugst betont wurde Mtäter nicht in Fr Las wichtigste' Aäumungsfra ätschen Vertret' !ollvm London n atens der Fvinzo und eines Kuhha । j Frankreich nicht c i gliche und für btt feilschens einschn eemps" m seinem M die Polit )ie militärisch üets. Glaubt man, ftinkreich vvrte 'm vidersinni ^zutreffende 'erlaufen, toti vhwerdeherau erenz sei zulammen les Lachverständig kr Plan ausgefiih O, d. h. als ei d müsse die militc reis auf hören. SelbstverftäM Mßfvlgerung, dc « militärisch 'soben wecken «i Dawesplan < Niger Deutsch ' Jjwnmg, die di i Flucht, weil sie ^ivvcken ift Jtbar die tatsäch t M und durch st L, * JaHen; Nundsmand Nnsdiktat hi schmackhaft durften di N Ql8 den - ^dlichuna^ ki^uzosen! - O m Eng. > Acht hk, tew» ’fr LSp KL I bicfe - für■ ^4 5% Deutsche ffletd) Sanleibe . 4% Deutsche RelchSan leihe . 3V?/° Deutsche Rcichsanlethe 3% Deutsche Reichsanletde . Deursche Svurprämienanlethe 4% Preußische KousolS - . . 4% Hessen..... ..... SV.% Hessen 3% Hessen........... Deutsche Wertb. Dollor-Anl. dto. Doll.-Schatz-Anweting.') 4% Boatürten......... 6% Goldmerikau« ...... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Prtvat-Bank. Darmst. und Naitonalbank - Deutsche Bank......... Deutsche BereinSbank .... Disconlo Commandft .... Metallbank........... Mitteldeutsche Credttbank. . Oesterreichische Lredftaustalt. Westbank............ Bochumer Guß ...... Buderus........ Caro ........... Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln. .... Laurahütte Obcrbedars....... Phöntr Bergbau Nhetnitahl • • •. Riebeck wiontan ' TelluS Bergbau. ...... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... Cheramische Werke Albt» - . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Cont-Guano .... Badische Anilin........ Chemische Mayer Alaptn . . Goldschmidt.......... Griestetmer Electron .... Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung........ Rütgerswerke........ Schetdeanstalt......... Allg. ElektrizitätS^Sesellschast Bergmann ... Piatnkrastwerke ........ Schudert......... Siemens & Halske «dlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyliacnstaedt......... Meguin............. Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesell^aft Frankfurt. ^chuhtabrik He^ Sichel ......... Zellstoff Waldhof...... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . , •) Dom Aückzahlrrngswert. Devifenmartt Derlia—ArcmTftrrt a. M. («n Billionen Mark auSgedrückt. BueuoS-StreS, London. Ren» hort Japan, Rio be Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alle« übrige für 100 Etnbettm.» Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewahr.) P i IWg Wg | spart Kohlen und Gas. Deshalb kocht die Hausfrau mit Vorliebe Kurzes Kochen swen slan achte auf den Namen „MAGGI“ und die gelb-rote Packung. m49C Berkin. 6. Ang. Amerikanische Noten .... Belgische Noten ....... Dänffche Noten ...... Englffche Noten ....... Französische Noten ...... Holländische Noten ..... Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch-Ocsterr.,al00 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten . Schweizer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten Die (Srofthandelsirrdexzisfer. Die auf den Stichtag Des 5. August berechnete Grohhandelsindexziffer i>®ä I Statistischen ReichSarnts ist gegenüber dem Stande oom 29. Suli 118,5 um 1 Proz. auf 119,7 ge- liegen. Bon Den Hauptgruppen erhöhten sich I in Der gleichen Zeit Die Lebensrnittel von 108,1 I auf 109,9 vDer um 1,7 Prvz., Davrnr am meisten I Die Gruppen Fette, Zucker, Fleisch unD_ Fisch twn I 123,2 auf 126,7 ober um 2,8 PuvK., wahren-D die I Gr-uppe SnDustriestoffe mit 138 gegen 137,9 im= I gefähr gleich blieb. Sie Snlanittoaren stiegen von I 110,8 auf 112,2 oder um 1,3 Pro-., Die Einfuhr- I waren blieben mit 157,1 fast unverändert. Für Den Durchschnitt Des Monats Suli ergibt sich gegenüber Dem Vormonat eine Sen - I fung Der GrosthanDelsinDexzisferr von 115,9 auf I auf 115 ober um 0,8 Prvz. Q3an Den Haupte I gruppen fielen Die SnDustriestoffe von 149,6 auf 139,1 ober um 7 Prvz., ebenso Die Einfuhrwaren I von 165 auf 158,3 ober um 4,1 Prvz. Demgegen- I über stiegen in Der gleichen Zeit Die Lebensmittel von 97,9 auf 102,2 ober um 4,4 Prozent, Die Sn» lanDtoaren um 0,3 Pvoz. auf 106,4. * * Vorsichtiger Abbau Der Güter- I tarife geglant. Der ftänDige Ausschuß Des I Reichseis«rbahnrates nahm in einer Sitzung, an I Der sich auch Der Reichsverkehrsminister Oe f er beteiligte, nach einer ausgeDehnten Erörterung über Die Finanz-, Tarif- unD Verkehrslage einstimmig eine Entschliehung an, wonach sowohl zur WieDer- belebung Der Gefamtwirtschaft, als auch im Sn- I teresse Der Eisenbahneinnahmen ein sofortiger, je- I Doch vorsichtiger Abbau Der Eisenbahngütertarife .erfvrDerlich erscheine. Es empfehle sich eine baldige wirksame Ermäftigung Der Kohlentarife, eine Ermäßigung Der übrigen Tarife müsse jedoch in Form, Ausmah und Zeitpunkt von Der finanziellen I Leistungsfähigkeit Der Reichsbahn abhängig ge- I macht werden. * Schlechter Zigarrenabsatz. Wie Die „B. Z." aus Fachkreisen hört, leidet auch Die Deutsche Zigarrenindustrie sehr unter mangelndem Absatz. Viele Hersteller haben Die Hälfte ihrer Arbeiter entlassen müssen. Der Zahlungseingang, Der lange Zeit sehr unbefriedigend war, hat sich in letzter Zeit etwas gebessert. Der Zi- garrenhandel, Der sich im Frühjahr beim Einkauf stark übernommen hat, tätigt jedoch kaum neue Abschlüsse. Viele Engrvsfirmen, Die während Der Snflation aufgeschossen sind, sehen sich zu Zwangsverkäufen genötigt, die Die Preise unter Druck halten. Auch die Sndustrie hat ihre Preise erheblich herabgesetzt, wozu sie durch Die ortgesehte Schwäche Des Rvhtabakmarktes gut in Der Lage ist. Wenn sich Die Preissenkung noch nicht voll ausgewirkt hat, so ist das auf Die beträchtlichen ßagerbeftänDe teuerer eingekauften I Tabaks zurückzaführen. Mit einiger Sorge ver- ; folgt das Tabakgewerbe Die Verhandlungen in i London, von denen es neue Belastungen be- ürchtet. * Schmierckger Stand der Sanierung beim Stahlwerk Becker. Die „Kölnische Zeitung" erhält aus Kreisen der Gläubiger des Stahlwerks Becker eine Zuschrift, worin u. a. ausgeführt wird, dah die Verhandlungen mit Dem belgischen Koitzern Dugree Marihahe bisher zu feinem Ergebnis geführt haben, jedoch bis jetzt nicht abgeschlossen sind. Das zweite Angebot, das von einem deutschen Draunkohleickvnzern aus- ging und in dem ein Zwangsvergleich mit einer Befriedigung Der Gläubiger bis zu 1000 Mark voll, Darüber 25 Prozent in bar und 15 Prozent in Obligationen vor geschlagen wurde, schetterte daran, dah Die Inhaber der Finanzwechsel im Gesamtbeträge von rund 11 Millionen Mark, auf denen Die Unterschrift des Stahlwerkes Becker, Die äckrcterschrift Der SnDuftrieHen Dankgesellschast und Der Esch weiler-Rat inger Metallwerke stehen, nicht ohne wetteres bei einer Befriedigung in Höhe von 40 Prozent ihre Ansprüche gegen diese beiten anderen Schuldner aufgeben wollen. Die Verhandlungen sind auch hierüber noch nicht abgeschlossen. Die Verpflichtungen des Werkes aus Finanzakzepten betragen 11 Millionen Mark, wo hänzu noch 5i/2 Millionen Mark an bevorrechtigten Forderungen und ca. 6 Mill. Mark für Rückstellungen kommen. * Hanfa-Llohd-Werke A. G., Bremen. Die G.-V. der Gesellschaft genehmigte die bekannte, dividendenlose Sahresschluftrechnung und entlastete Die Verwaltung. Sn der demnächst zu berufenden a. o. G.-V. wird Die Goldbilanz vorgelegt werden. Die Lage sei im allgemeinen wenig günstig. Die Steuerlasten, die Rohstvffpreise, Die Arbeitsleistung schränken eine gesunde Produktion noch immer ein; gegenüber der starken Auslandskonkurrenz müsse unbedingt ein Zollschutz durchgesetzt werden. Schluh- Kurs Schluh- Kur» Schlup Ruis Schluh. fiure S. S. 6.8. 5. 8. 6. 8. 0,700 0,575 0,700 0,599 1 ,700 1,3 1,800 1,175 1,790 1,15 1,550 1,35 2,3 1,9 1,800 1,5 0,496 0,350 .— — 1,800 1,65 1,9 1,3 1 1,3 1,3 — 1,4 1,4 1,5 1 1 1 2 4,2 4,2 4,2 82,6 82 82,5 12,75 12,75 1 12,5 13,125 — -1 40,25 40 29,75 30 29,50 29,125 5,75 5,75 6 5,875 8,50 8,20 8,70 8,4 9,75 9,60 10 9,75 0,450 0,4 — — 12 11 11 73 11,7 15 14,75 — — 2,30 2,20 2,25 2,125 0,470 0,450 0,475 0,450 0,3 0,3 0,4 0,35 _ 46,90 46 11,12 10,30 11,48 11,5 13 12,5 13 13 50,50 49 49 49 50,76 49,50 49,75 50,75 62 60 61 60,50 11,50 10 10,50 10,13 16,75 15 15,92 15,60 — 6,65 7,25 7,70 10,25 9,9 10,75 10,75 29,25 29,90 29 26,80 24,75 22,60 23,6 24 37,5 37 38 36.13 2,2 2,1 — — 25,76 27,40 26,25 27,375 7 6,62 6,50 6,90 — 2,9 — 11,70 11,25 — — 4,25 3,60 4,1 4,1 _ 10,75 9,75 17,65 17,25 17,40 17,40 1,15 — — — 13,25 13,4 13,25 12,75 16,60 16 14,60 16,65 14,50 14,40 14,25 14,70 7,30 6,9 — — 15,5 14,75 15,25 14,13 15,90 15,6 — — 9,70 9,25 9,20 9,25 16,25 14,75 15,20 14,25 9,75 9,25 — 33.5 35 35,25 35 43 44 42,25 43 1,85 1,65 1,90 1,80 3,35 3,20 3,40 3^ 2,9 2,5 — *• 15,25 13,6 12,9 12,75 0,75 0,75 — — 1,1 1 0,95 0^5 13,5 12,5 — •— 1,8 1,60 1,7 'ff 3,6 3,6 3 5,30 5,1 — 6 10,75 10 10,4 10,20 3,90 4 ■■ 3,95 3,6 — 3,9 5. 9Iug. 6. Aug. Repart. % 5. 6. Amtliche Geld Jtotterimg Brief Amtlich» Notierun, Geld ' | Brief 161,69 162,CI 181,99 162,81 hoD voll 19,15 19,25 19,15 19,25 voll ooll 57,71 57,99 67,71 57,99 voll voll 68,13 68,47 69,13 68,47 voll voll 111,52 112,08 111,62 112,08 voll voll 10,495 10,555 10,495 10,555 voll voll 18,40 18,50 18.40 18,50 voll voll 18,685 18,775 18,695 18,775 voll voll 4,19 4,21 4,19 4^1 voll voll 22,64 22,76 22,64 22,76 voll voll 78,80 £6,36 79,20 78,80 79,20 66,64 voll voll 66,64 66,36 voll voll 6,92 5,94 5,92 6^4 voll voll 12,44 12,56 12,44 12,56 voll voll 5,41 5,43 5.41 5,43 voll voll 1,885 1,896 1,888 1,895 voll voll 3,03 3,05 8,03 3,05 voll voll 1,715 1,725 1,715 1,725 voll voll i),40 5,116 0,41 0,40 0,41 voll voll 6,136 6,115 5,135 11,48 voll voll 1'1,37 11,43 11,37 voll>voll