Nr. M Erscheint täglich, außer Sonn.; und Feiertags, mit d. SomstagsbcUoge: GiehenerFamilienblLtter monat$»Btjagspret$: 2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. ffernsprech-Anschlüsse: ür die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerSiehen. poftscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. Erster Blatt (74. Jahrgang Mittwoch, GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck vnd Verlag- vrühl'sche Univ«ksitä1r-V«ch. und Lieindnickerei B. Lange in Siehen. 8chris«-ltnng und Seschäft5ftelle: Schniftrahe T. 7. Mai (92< Annahme von Anzeigen für die Togesnummer big zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichKeü. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichs, auswärts 10 Goldpfennig; für Ne- Klame-An;eigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, Plotzvorschrift 20u/„ Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton Dr. Friedr. Wilh Lange; für den übrigen Terl: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Aussperrung im Ruhrrevier. Gsfea, 6. Wai. (WTD.) Der Verband der Bergarbeiter DeuffchlandS, der Gewerk- verein christlicher Bergarbeiter Deutschlands, die polnische Derufsdereinigung und der Gewerkverein Hirsch-DunSer (Bergarbeiter) haben befchlsfsen, die bisherige tarifliche Schicht von siebenStundenunter Lageund acht Stunden über Tage beizubehalten. In einem Aufruf der genannten vier Derg- arbeiterverbände wird dieser Beschluß den Bergarbeitern mitgeteilt, aber gleichzeitig betont, Laß ein Streik von den Verbänden ausdrücklich abgelehnt wird. Sollten sich dennoch Kampfe entwickeln, so feien diese streng nach gewerkschaftlichenGruud- faßen zu führen. Jede diesen Grundsätzen widersprechende, nicht von den vier Verbänden ausgehende Parole sei entschieden z u r ü ck z u- weifeu. Die DergwerkSbesitzer haben infolge dieser Beschlüsse der Dergarbeiterorganisationen seit heute abend 6 Ahr die gesamten Belegschaften ausgesperrt. Seit dieser Zeit ruht die Arbeit auf sämtlichen Zechen des rhei- nisch-swesLfäl'scheu Industriegebietes. Don der Aussperrung werden etwa 300 000 Bergarbeiter betroffen. Die Desatzungsbehörden haben erklärt, daß ste strikte Deutrali- t ä t üben werden. Die Haldenbestände für die kohlenverbrauchende Industrie sind gleich null. Infolgedessen muß man bei einer längeren Dauer des Kampfes mit der Stillegung weitererDetriebe, vor allem der M e - tallindustrie, rechnen, wodurch weitere 150—200 000 Arbeiter brotlos werden würden. 9 Aach Dlattermelduugen aus Dresden ist gestern auch auf allen Gruben des sächsischen Bergbaues die Aussperrung der Bergarbeiter erfolgt. Die Aotstandsarbei- teu werden von den Bergarbeitern verrichtet. Gegen die Zertrümmerung Preuhens. Hannover, 6. Mai. (IDTD.) In einer Versammlung vor Vertretern der Provinz Hannover, zu der Oberpräsident Roske eingeladen hatte, unb an der Ministerpräsident D r a u n. sowie die Minister Severing. von Richter Teilnahmen, verlas Ministerpräsident Braun eine Erklärung, in der ec u. a. ausführte, dah Hannover. das seit einem halben Jahrhundert mit dem preußischen Staat verbunden sei, an den Siegen und dem Aufstiege Deutschlands zu wirtschaftlicher und politischer Höchst geltung im reichstem Maße teilgenommen habe. Im Osten, Westen und Rorden des preußischen Staates werde n i r - gends ein ernsthaftes Verlangen nach staatlicher Selbständigkeit laut. Gerade die Rheinländer betonten, daß sie es als eine Treupflicht betrachteten, auf staatliche Reubildung zu verzichten, solange ein fremder Soldat auf deutschem Boden stehe. Aur hi Hannover fordere die deutschi-hamio- versche Partei jetzt eine Abstimmung darüber, ob fünf Regierungsbezirke ein felbstän- Liges Land bilden sollten und begründe diese Forderungen mit harten Beschuldigungen gegen Preußen. Damit betrieben sie die Geschäfte Frankreichs, denn immer wieder hatten die französischen Gewaltpolitiker erklärt, daß ihr Ziel die Zertrümmerung Preuhens sei. In der ganzen deutschen Geschichte sei dir deutsche Uneinigkeit und Kleinstaaterei der stärkste Hemmschuh für den politischen und wirtschaftlichen Aufstieg des Deutschen Reiches gewesen. Dir Erklärung des Ministerpräsidenten schloß mit den Worten: Frühere Fehler dürfen jetzt weniger drnn je wiederholt werden. Die Rot des Volkes und des Vaterlandes zwingt uns dazu, die staatlichen Kräfte zusammenzufassen. Wie die preußische Regierung Hannover die Treue bewahrt hat und stets bewcchren wird, so sind wir verpflichtet, dem preußischen Staat in drr Zeit schwerster Prüfung die Treue zu bewahren, für ein ganzes Preußen, um eines starken Reiches willen. Kabinettskrise in Mecklenburg. Schwerin, 6. Mai. (WTD.) In der heutigen Plenarsitzung des Landtages wurde der deutschnativnale Ministerpräsident Freiherr von Brandenstein von der Deutschvölkischen Freiheitspartei gestürzt, weil seine Stellungnahme zu dem Sachverständigengutachten nicht der Ansicht der Deutschvölkischrn Freiheitspariei entsprach. Die Sozialdemokraten schlossen sich dem Mißtrauensantrag an, der mit 36 gegen 27 Stimmen angenommen wurde. Das Staatsministerium erklärte sich mit dem Ministerpräsidenten solidarisch und nahm die Abstimmung zu Protokoll. Antrag auf Neuwahlen in Hamburq. Hamburg, 6. Mai. (WTD.) Die Fraktwn der Deutschen Volkspartei hat gestern beschlossen, in der Bürgerschaft einen Antrag auf Frankreich und die deutschen Wahlen. | Eine Rede PoincarSs. - Der „Temps" und der neue Reichstag. P a r i S, 5. Mai. (WTD.) Ministerpräsident PoincarS £at heute abend auf einem Bankett der sianzosisch.m Handclslammern eine R de g halten, in der ec sich zu Beginn übec die Regelung der französischen Handelsbeziehungen zum Auslande äußerste. In nächster Zukunft würde Frankreich z. D. mit Portugal, Belgien. Japan, Australien und sogar mit Deutschland 'Verhandlungen über einen Handelsvertrag beginnea. Daan kam PoincarZ auf die politischen Verhältnisse zu sprechen. Seine Aus- füh.ung-.n waren natürlich aus die deutschen Wahlen und auf dir Wahlkampagne in Frankreich eingestellt. Die fvanzrs sche Re- gi:rung habe wiede. holt erklärt, daß Frankreich gern und durchaus spontan die Entschließungen dec Sachverständigen, wie sie dir Repko sich zu eigen gemacht habe, annehme und daß sie die deutsche Wirtschaftseinheit wiederherstellen würde, sobald Deutschland das von der Repbo aufgestellte Programm zur Ausführung gebracht habe. Abec man wisse vorläufig weder, wann noch wie oder ob Deutschland üb.rhaupt dieses Programm ausfüh.en werde. Weder die in den letzten Wochen van Deutschland gemachten Versuche, ihn, Poincare, über seine wah.en Absichten zu täuschen und die Verantwortung für den Mißerfolg des Sachverständigengutachtens auf Frankreich abzuwälzea noch das Ergebnis der Reichstagswahlen feien dazu angetan, Frankreich größeres Vertrauen einzuflößen. Dir französische Regierung sei also gezwungen, bei der Politik der Wachsamkeit und der Festigkeit zu verharren und nach wie vor entschlossen, chre Truppen arrS dem Ruhrgebiet nur nach Maßgabe der Zahlungen zurück- zuzieheu. Dir Sozialisten die der französischen Regierung ihr Verhalten in der Vergangenheit, bei dem sie die einmütige Zustimmung deS Senats und der ung ch:uren Mehrheit d r Kammer gehabt habe, Vorhalten, seien nicht berufen, in der Zukunft den Republikanern in der Außenpolitik ihr Verhalten zu diktieren. Ebensowenig wie die französische Regierung im Innern sich einem Diktat unterwerfen wol e, ebensowenig wie sie geneigt fei. von irgend jemanden die r publ.kanische Ein- b:it stören zu lassen ebensowenig wolle sie, daß das Schicksal Frankreichs auf außenpolitischem Grbiet auf den internationalen Konferenzen einer politischen Partei entschieden werde. Die Deutschen, die auf di sen Konferenzen häufig anzutr.fsrn fe en, benutzten die Ge egench:it zu oft, die Verantwortung ih.es Landes für den Ausbruch de; Krieges ab- ^uwölz^n oder ab.u chwächen, um de Revision der Friedens Verträge zu verlangen und Frankreichs Si^g zu verkleinern. Dir F.anzosen verlangten nichts als ihr gutes" Recht, in Fneden zu leben, aber dieses Recht würden sie sich nicht rauben lassen. Dor den Pariser Wahlen. Paris, 6. Mai. (WTD.) Zum Erg bniS der deutschen Wahien schreibt der »Temps": Dir nationalistische Politik, die vielleicht mancher nach dem Ausfall der deutschen Wahlen als die einzig mögliche für Frankreichs betrachtet, habe einen seltimnea Vorzug: je m:hr sie sich tausche, um so mehr habe sie den Anschein, durch.die Tatsachen gerechtfertigt zu werden. Wenn es sich durch Zufall hvauSstellen sollte, daß eine f ran» zösisch-deutscheDerstänbigung wieder einmal möglich wäre, so würde diese Politik sie zum Scheitern bringen. Wenn dann diese letzte Möglichkeit einer Einigung verschwunden wäre. so würde der Konflikt unvermeidlich werden. Ein Ausgang, der scheinbar denen Recht geben toürbe die nichts hätten tun mögen, um ihn zu verhindern. Der „Temps" begründet seine hiervon abweichende Stellungnahme wie folgt: Wit 71/2 Millionen Stimmen und etwa 130 Sitzen in einem Reichstage von einigen 470 Sitzen stellten die beiden reaktionären Parteien zweifellos eine gefährliche Minderheit dar, aber man könnte ohne weiteres gegen eine solche Minderhrit regieren, wenn sämtliche übrigen Parteien fähig wären, sich auf einige gemeinsame Grundsätze zu einigen. Leider stellte sich heraus, dah dieses allgemeine Einvernehmen unmöglich sei und zwar deshalb, weil die Kommunisten 3/5 von den Stimmen erhalten hätten, die 1920 den Unabhängigen zugefallen waren. Wenn die Rationalisten jetzt in hohem Grade bei den parlamentarischen Verhältnissen in Deutschland den Ausschlag geben, so verdankten sie das also nicht allein ihrem Stimmenzuwachs. Hiervon ausgehend, verwirft drr „Temps" die Auffassung, dah Frankreich nichts anderes übrig bleibe, als eine noch schärfere Politik als bisher gegen Deutschland. Der Versailler Vertrag habe Frankreich die Rachteile der interalliierten Finanzsolidaritättaufgebürdet, ihm aber die Vorteile dieser Solidarität versagt und so die französische auswärtige Politik allzusehr verfälscht. Während andere sich ohne viel Aufhebens verschaffen konnten was sie wünschten, sei Frankreich seit Jahren gezwungen, ständig die beschwerliche Rolle des unbezahlten Gläubiger- zu spielen, der Genugtuung fordert und die übrigen Gläubiger ermahnt, den säumigen Schuldner zu exekutieren. Durchs dieses undankbare Verfahren ganz und gar in Anspruch genommen, sei die französische Diplomatie behindert worden bei ihrer Aufgabe, andere Teile des französischen Rationalgutes zu verteidigen und unaufhörlich sei sie Verleumdungen ausgesetzt gewesen. So hätten die Gegner Frankreichs das abscheulicheMärchen vom französischen Imperialismus wach gehalten. Wäre es etwa geschickt, hinsichtlich dec französischen Sicherheit die üblen Erfahrungen noch einmal zu machen, die man in der Frage der französischen Reparationen hinter sich habe? Würde Man wirklich Frankreichs Grenzen garantieren, wenn man sich den absurden Anschein gäbe, als setze man einem deutschen Rationalismus einen französischen Rationalismus entgegen? Würde man nicht nur der gefährlichen Propaganda tausend Vorwände liefern, der Propaganda, Die in England und Amerika immer wieder behauptet, Frankreichs verfechte nicht den allgemeinen Frieden Europas, "sondern führe einen Iahrh in- derte alten Sonderkampf gegenDeutsch- l a n d und die große angelsächsische Ration müßte sich diesem endlosen französisch-deutschen Duell gegenüber desinteressieren? Der „Temps" fragt, ist die deutsch nationale Partei jetzt bereit, sich einer ähnlichen Entwicklung zu unterziehen, wie sie die Deutsche Volkspartei seit 1920 durchgemacht hat? Wird sie ihren Anteil an der Verantwortung des Regierens übernehmen? Wird ste sich verpflichten, die Empfehlungen dec Sachverständigen auszuführen? Das ist nach unserer Ansicht die erste Frage, die gestellt werden muß: nur die Deutschen können sie beantworten. Bevor wir in unseren Feststellungen fortfahren, warten wir ihre A n t w 0 r t ab, denn wir legen Wert darauf, kein Dorurtell zu hegen. Auflösung einzubringen, da nach dem Ergebnis der Reichstagswahlen die Zusammensetzung der Bürgerschaft nicht mehr dem Willen der Bevölkerung entsprechen dürfte. Die Fraktion-ersuchte die Demokraten und Deutschnationalen um ihre Unterstützung wegen der Erlangung der vierzig erforderlichen Ünterschriften. Die Geusen. Darmstadt, 6. Mai. (Eigener Bericht.) Innerhalb des Bundes der Geusen finden, nachdem der Ausfall der Reichstagswahlen nicht den gehegten Erwartungen entsprochen hat, Beratungen statt, in denen man sich die Frage voclegt, ob der Bund wieder als unpolitische Körperschaft auftreten, oder ob er sich einerpolitischen Partei anschliehen, oder ob er als eigene Partei weiter bestehen und die Organisation ausgebaut werden soll. Der deutsch-russische Zwischenfall. Berlin, 6. Mai. (Priv.-Tel) Der rufsi'che Botschafter Krestinski ist nicht, wie er am Sonntag der deutschen Reichsregierung angezeigt, am Montag abend zur 'Berichterstattung über den Zwischenfall in der Berliner russischen Handelsvertretung nach Moskau obgereist. Er hat nach Weisung seiner Regierung die Rei e verschoben. '5'fcr Aufschub wird allerdings nur kurz sein, denn der Botschafter hatte schon vor längerer Zeit eine Reise nach Moskau geplant. Er tritt diese Reise jedenfalls noch im Laufe dieser Woche an. Wie das Blatt weiter mitteilt wurden bei der Durchsuchung der rustischen Handelsvertretung u. a. Flugblätter gesunden, die für die Agitation unter den Angehörigen der Reichswehr und der Schutzpolizei, die zum Anschluß an die kommunistische Bewegung aufgefordert werden, bestimmt waren. Zur Flucht des Kommunisten Bozenhardt im Gebäude der Handelsvertretung der Sowettepu- dlik teilt das Stuttgarter Polizeipräsidium mit, daß mit dem verunglückten Transport Bozen- hardts die Württemberg sche Kriminalpolizei nichts zu tun habe. Die Festnahme sei auf Ersuchen Les Untersuchungsrichters des Staatsge.ichtshvfes zum Schutze der Republik in Stargard in Ober- amtsstadt in der Rähe Stuttgarts d u r ch d i e dortige Gemeindepolizei erf lg'. Di f■ habe Dozenhardt dem zuständigen Amtsgeriä-t des Ergreifungsortes, zugeführt, welches Bozenhordt nach seiner Vernehmung dem Llntersu- chungsrichter gemäß besten Ersuchen zugesandt habe. Der Transport sei durch zwei Ge- meindepolizeibeamte des Ergreifungs- ortes erfosgt. Bor einem neuen Werftarbeiterftreik. Lübeck, 7. Mai. (WTB.) Die Lübecker Werftarbeiter haben mit 571 gegen 57 Stimmen beschlossen, den neuen Hamburger Schiedsspruch abzulehnen. Auch die Hamburger Werftarbeiterschaft lehnte mit großer Mehrheit in geheimer Abstimmung den Schiedsspruch vom 1. Mai ab, ebenso die Werftarbeiter von Bremerhaven und Flensburg. Der neue Reichstag. Die Schlacht ist geschlagen. Das Volk hat mit dem Stimmzettel entschieden, welche Politik es zukünstig verfolgt wissen will. Man wird nicht behaupten können, daß diese Entscheidung, soweit man es nach den vorliegenden Ergebnissen beurteilen kann, die völlige Klarheit gebracht hätte, deren die deutsche Politik in den kommenden Monaten bedarf. Schuld an dieser mangelnden Klarheit tragt zum guten Teil gewiß der verhängnisvolle Zug des Deutschen zur Gigea- brödelel, zur Vereinsmeierei, zur politischLN Grüppchenbildung. Diele Tausende von wahlpfllch- tigen Bürgern haben ich des einzigen, ihnen zu- stehenden Mittels persönlicher Einflußnahme auf den Kurs des Reichsschiffes dadurch begeben, dah sie ihre Stimme aus älnkenntnis oder Verärgerung einer der vielen Zwergparteien gaben, von denen kaum eine einen Kandidaten burchbekaiNr geschweige denn es zu einer selbständigen Fraktion brachte. Auf diese Weise sind an eine von Beginn an aussichtslose Sache wertvolle Stimmen verplempert, die die große Entscheidung in dieser ober jener Richtung wesentlich hätten beeinflussen können. Es ist nur zu wünschen, daß die Wählermassen für die Zukunft aus diesem Wahlausgang die Lehre ziehen, ihre Stimme in Zukunft nicht den großen politischen Parteien vorzuenthalteir, und daß andererseits sich keine verantwortungsbewußten, einsichtigen Staatsbürger finden, die irgendwelchen persönlichsten Berufs- oder Wirtschaftsinteressen in einer politisch so verfehlten Form einer eigenen Partei Vorspanndienste leisten. Eins hat aber die vox populi mit aller Deutlichkeit am Sonntag zum Ausdruck gebracht, das ist der vielberufene „Ruck nach rechts". Diese Tatsache können keine auch noch so beredt« Abschwächungsversuche der Linken aus der Well schaffen. Die nackten Zahlen sprechen eine zu eindeutige Sprache. Erfreulich ist es habet, baß der gefunbe Sinn des Volkes sich in diesem allgemeinen Zug nach rechts in der überwiegenden Mehrzahl von dem Radikalismus ferngehalten hat und seine Stimme den nationalen Parteien gegeben hat, die entweder in verantwortlicher Mitarbeit im Kabinett bereits praktische Politll getrieben haben oder sich zu dieser Mitarbett grundsätzlich bereit erklärt haben. <3p haben die völkisch-sozialen Gruppen ttoh ihrer bis zur Stunde erkämpften 32 — mit Einschluß der vier Deutfchsozialen 36 — Mandate doch nicht die Stärke erlangen können, die sie selbst und auch der unbeteiligte Beobachter erwarteten. Schuld daran trägt vor allem wohl der Münchener Putsch und die maßlose Ernüchterung, die feit den unseligen Wochen des Hillerprozesses sich weiter nationaler Kreise bemächtigt hatte. Gerade in Bayern scheint diese am stärksten gewesen zu sein, denn hier haben die Deutschnationalen mit der Kandidatur des Großadmirals von T i r p i h, eines dec weitblickendsten und überragendsten deutschen Staatsmänner der Rach- bismarckschen Aera, überraschende Erfolge gehabt. Die Deutschnationalen sind mit den sich ihnen zuzählenden Landbunbabgeorbneten bie stärkste Partei bes neuen Reichstages geworden. Desonders in den alten Machtgebieten ber Konservativen, den östlichen preußischen Provinzen, Pommern und Mecklenburg haben sie alle übrigen bürgerlichen Parteien fast restlos verdrängt. Auch in Teilen des westlichen Indastriebezirks haben sie Wohl zum guten Teil mit Hilfe der abgefplitterten Rationalliberalen Erfolge erzielen können. Dagegen hat sich die Deutsche Volks- Partei in Mitteldeutschland, vor allem auch in Hessen, gut behauptet. Wenn sie in ihrer Gesamtheit starke Einbußen zu verzeichnen hat und um 22 Mandate geschwächt in den Reichstag zurückkehrt, so war das nicht verwunderlich für eine Partei, die nach den Worten ihres Führers jahrelang im vordersten Schützengraben des poll- tifchen Kampfes gestanden hat. Verantwortliche Mitarbeit an der Schicksalsgestaltung d.s Reiches in Monaten schwerster inner- wie außenpolitischer Bedrängnis konnten auch an der Deutschen Volks- Partei nicht spurlos vorübergehen. Eine oft hemmungslose und von drückenden Gegenwar-tsso-gen unbeschwerte Kcllik der Rachbarparteien zur Rechten tat das ihrige, die Stellung der Volkspartei im W-ahlkampf zu erschweren. Schließlich kommt noch hinzu, daß einzelne Mißvergnügte d:s schwer- industriellen Flügels sich die letzten Wochen des Wahlkampfes ausgesucht hatten, um mit unliebsamem Eklat die Fahnen der Partei zu verlassen, unter dem irreführenden Firmenschild der „Rationalliberalen Vereinigung" eigene Politik zu treiben versuchten und als sich dies nicht so schnell inszenieren lieh, bei den Deutschnationalen und dem Landbund Unterschlupf suchten und fanden. Wenn so auch die Dolkspartei an Zahl nicht unwesentlich geschwächt aus dem Wahlkampf her- vorgegangen ist, so hat sie nun doch offenbar bie absolute innere Geschlossenheit und Homogenität w'edergewLNnen, deren Fehlen ihren Führern bie letzten Monate hindurch das Leben sauer gemacht haben und ohne die aktive Politll auf ie Dauer nicht getrieben werden kann. Das Zentrum hat sich in seiner Stärke von allen Parteien am wenigsten verändert, eine Tatsache, die in seiner Eigenart als konfessionelle Partei ihre hinreichende Begründung findet. Die geringen Verluste hängen wohl mit dem durch die Abtrennung Oberschlesiens vom Zent um besonders schmerzlich empfundenen verkleinerten Reichsgebiet zusammen. Die Demokraten, einst das Bollwerk ber Jungen Republik in der verfassunggeb nbc 1 Rat 0- nalversammluny. haben weitere starke Einbußen erlUten, trotz eines für sie unerwartet günst'gen Wahlausgangs in den demvkrat.schen Hixhdargen Berlin und Frankfurt. Sie sehen schon dem Lag» Deut ch-Hannoveraner. Bund der Geusen 3 899 022 2 642 843 5755 609 1 657 451 941 982 3712 001 683093 318 451 58 800 338356 36122 23828 568 288 59 788 133 628 46 975 45 775 25607 100 65 44 96 28 16 62 10 5 Ehrt Deut Deut nte getarnten 5traite des Bottes von voefiarp vrs Hermann Müller zusammenfaht. Qlber nach Lage der Dinge sind wir von diesem Ziel noch weit entfernt. Aktive, verantwortliche Politik auf dem Boten der parlamentarischen Realitäten ist Äca- litionspolitik, und Koalitionspolitik ist Kompro- mrßpolitik. Das ist nun einmal unleugbare Wahrheit, so schauerlich sie auch für deutschnationale Ohren vorläufig noch Hingen mag. Man wird sich entgegen kommen müssen. Die reiche Phrasco- logrs aus den Tagen des Wahlkampfes überlasse man neidlos den Völkischen und lerne die praktische Politik des Möglichen. Man wird bald erfahren, wie eng die Grenzen dazu für ein Deutschland gestectt sind, das den Weltkrieg verloren hat. Ader einem nationalen Kabinett uird das Frankreich Poincarös in der heutigen internationalen Situation nicht so leicht unmögliche, die Würde und Selbstachtung unseres Volkes beleidigende Forderungen zu stellen wagen, wie man sie links orientierten Regierungen zumuten zu können glaubte. Die Behandlung derSachverständigen- gutachten wird indes erhebliche Schwierigkei en machen. Auch sonst werden vor allem auf autzm- politischem Gebiet innerhalb eines nationalen Kabinetts genug Steine aus dem Wege zu räumen sein, bevor die Bahn für ein ersprießliches Zusammenarbeiten frei ist. Ader der Versuch muh gemacht werden, will man nicht erneut den Sozialisten das Ruder des Staates überlassen. Mn neues Wahlergebnis. Ihn für die in Berlin unb Potsdam II unterlegenen Reichstagskand'.daten v. Raumer und v. Kardorfs Platz zu schaffen, haben die volls- parteilichen Abgeordneten Dr. Kahl und Dr. Stresemann sich entschlossen, auf die Man- bäte in Berlin und Potsdam II zu verzichten und die Wahl auf Grund der Reichsliste anzunehmen. tl.-soz.Bolksgemeinsch. 124 800 che Arbeitneyurerpartei 36130 ©arten unter des Onkels Aufsicht Veranstalter: muhten. Wie ist das zu verstehen? Ich sagt« schon, daß der Onkel nur zu feiner Erholung, hier wirkklich nur zum »Selbstpläsier" malte. So hatte dies Schaffen seinen Zweck für ihn erfüllt, wenn es ihn solch eine 3eii hindurch beschäftigt hatte." unserer Dichter, den anregenden Trzreysr Der akademischen Jugend M selbstschöpserilcher wissen-« schaftlicher Arbeit, den Rektor des Jubiläums- jahrs, der die Würde der Universität in glän-° rundster, unnachahmlicher und allen Zestteilneh- mern anvergeblicher Weise vertreten hat, den Mitbegründer und unermüdlichen Förderer der Siebener Hochschulgesellschaft. Zentrum Deutsche Vollspartei Deutschnationale Demokraten Bayerische BolkSpartei Kommunistische Partei Bayerischer Bauernbund Häußerbuud Landliste Rationale FrerheitSpartei Rationale Minderheiten Partei der Mieter Rep. Partei Deutschlands KSeine politische Nachrichten. Wie uns das Meßamt in Köln mitt eilt, werden au her dem Reichspräsidenten Ebert und dem Reichskanzler Marx auch die Reichsminister Hamm und Höf le sowie bte preußischen Minister Am Zehn hoff, Sie- ring und Hirtsiefer an der Eröffnung der Kölner Messe (11. brs 17. Mai) teilneymen. Sozialistischer Bund Deutschvölk. FreiheitSP. 1917 578 Vorn Fürsten Bülow ist beim Reichskanzler folgendes Antworttelegramm auf dessen Geburtstagsglückwunsch eingegangen: .Herzlichen Dank für freundliches Gedenken, das Sie mir zugleich namens der Reichsregierung widmen. Mit treuen Wünschen begleite ich, Ihre Sorgen und Arbeiten. Einer einigen Ration wird ©ott die Hilfe nicht versagen." Aus dem Hessischen Landtag. Darmstadt, 6. Mai. (Eigener Bericht.) Don den dem Landtag zugegangenen Drucksachen sind von Interesse de Regierungsvorlage über die Abänderung des Gesetzes über die Brandversicherungsan st alt, wonach die Versicherung der Gebäude usw. jetzt in Goldmark za erfolgen hat. Die Gebäude gelten in der jetzigen Höhe mit den in den Drandkatastern eingetragenen Summen als in Goldmark versichert. Im Druck liegen weiter vor die sozialdemokratischen Anträge auf Aufhebung der Abbau Verordnung der Beamtenschaft, der volksparteiliche Antrag auf Der- einfachung der Staatsverwaltung, die Anfrage Kindt über die Politisierung derPolizei und die Regierungsantwort dazu, der Antrag Dr. Werner betr. das Gutachten desProf. Berliner, der Antrag Kindt über den Abbau ausgewiesener und gefangener Beamten usw., der Antrag Dr. Werner über Nachprüfung Der •Jittetfäße sur Dienstwohnungen, die demokratischen Anträge wegen Neuses^ setzung der Mieten für Deamtenwohnungen und Bildung von Untersuchungsausschüssen, die sozialdemokratischen Anträge wegen Beseitigung der dritten Steuernotverordnung und Verteilung des Pachtgutes Obbornhofen an Landbedürftige, der Antrag des Bauernbundes auf vorübergehende Aushebung des Feldbereinigungsgesetzes. der Antrag Dr. Werner auf Richteinfuhrung der „Sommerzei t" sowie die Regierungsvorlagen zur Aenderang der Strafrechtspflege und des Verfahrens in Forst- und Feldrügesachen. Der neue Staatsvoranschlag wird in den nächsten Tagen soweit fertiggeftellt, daß er im Laufe der nächsten Woche dem Landtage xu» gehen kann. Cs ist zu erwarten, daß der Finanz aus schuh sich alsbald zusammenfindet, um die Beratung vorzunehmen. Wenn nicht unvorhergesehene Hinderungsgründe eintreten, ist anzunehmen, dah die Beratungen und die Drucklegung der Berichte imierhalb 4 Wochen beendet werden können, so dah der Zusammentritt desLandtagszur Verabschiedung des Hauptvoranschlags alsbald nach Pfingsten zu erwarten ist. Aus Stadt und Land. Glehen, den 7. Mal 1924. Geheimerat Prof. Dr. Behaghel. Am 3. Mai feierte ©eheimerat Dr. Otto Behaghel, ordentlicher Profess-or der deutschen Sprache und Literatur an unterer Landesuniversi- tät, seinen 70. Geburtstag. Dem Forscher unb Lehrer, der weit über die Grenzen Deutschlands hinaus als Meister der deutschen Sprachwissenschaft bekannt ist, und der sich um die Entwicklung der älnlversltät Giehen unver^hliche Verdienste erworben hat, sprachen der Rektor Prof. Dr. ßoqueur und der Dekan der Philosophischen Fakultät Prof. Dr. Digener die Glückwünsche und den Dank der älniverfität aus. Don Schülern und Freunden wurde dem Gelehrten eine Festschrift (Beiträge zur germanischen Sprachwissenschaft) überreicht. 3m Ramen auswärtiger Fachgenossen sprach Prof. Dr. F. Wrede von der Universität Warburg. Eine Reihe von Körperschaften überbrachten Grüße und Glückwünsche: die (Siebener Hochschulgesellschaft, deren Mitbegründer Behcrghel ist, die llniv.-Bibliothek, der Oberhess. Gtffchichtsverein. dessen Vorsitzender er ist, die Historische Kommission für den Freistaat Hessen, die Historische Kommission für Hessen und Waldeck, das Oberhessische Museum, die Hessische Vereinigung für Volkskunde u. a. Für die Studierenden sprachen ein Vertreter des Ausschusses der Eesamtstudentenschaft und ein Vertreter des Deutschen Sem nars. Mehrere höhere Schulen haben dem verehrten Lehrer Glückwunschsch.eiben übersandt. — Die juristische Fakultät p omovler.e durch ihren stellvertretenden Dekan Prof. Dr. Rosenberg zur Feier des 70. Geburtstages Behaghel zum Doktor der Rechte ehrenhalber, den ausgezeichneten Senator, der an dem Ausbau und der Verwaltung der Universität stets den tätigsten Anteil genommen, den besten Kenner und Erforfcher unserer Muttersprache, den feinsinnigen Ausleser und Vermittler der Werke Der in München verhaftete Student Günther Brand der unter dem Verdacht steht, an der Ermordung 0t a t b e n a u 3-beteiligt gewesen zu sein, wurde in das Leipziger Untersuchungsgefängnis übergeführt; er wird sich wahrscheinlich in Kürze vor dem Staatsgerichtshof zu verantworten haben. Wie die Blätter aus Dortmund melden, wurde die Generalsekretärin der Deutschen Volks- Partei für Westfalen-Süd. Käte Ramlow, auf Befehl des französischen Generals verhaftet. Iber „Frommen Helene" „mit 180 Illustrationen" wandte sich Dusch in einem Briefe an seinen Verleger Bassermann: ..Das kommt mir vor,, wie trenn man ins Blättchen einrückte: „Gin Hausschlüssel ist zu verkaufen mit einem Hause daran. Es ist doch wahrhaftig ein Unterschied zwischen einem Buche von sieben Bogen, das in Bildern geschrieben, und einem ebenso starken, das in Worten geschrieben ist." Im Gespräch äußerte er wohl über diesen ihm überaus wichtigen Gesichtspunkt, er hätte die Verse zu den Bildergeschichten dann hinzugefügt, weil die meisten Menschen sie ohne das nicht richtig lesen könnten, weil sich Bilder auch nicht zitieren ließen. Dah dabei die Verse dem Onkel aber nicht etwas Rebensächliches und Beiläufiges gewesen sind, dah er daran mit großem Fleiß gearbeitet und gefeilt hat, braucht kaum betont zu werden. Einem Bewunderer seiner zahlreichen „geflügelten Worte", der die Ansicht aussprach, die wären ihm wohl so zageflogen, erwiderte er: „Die sind mit großem Fleiß erdacht und sorgsam gefeilt. Hinter dem Worte: Das Gute, dieser Satz steht fest ist stets das Döse, das man läßt, — steckt viel Ueberlegung und Arbeit"; und ähnlich heißt es in einem Briese: „Diese Dinge.müssen in ihrer Weise Schliff und Form haben, damit sie geläufig ins Gedächtnis und über die Lippen gehen, eine Eigenschaft, die Fleiß erfordert und auf die ich nicht wenig stolz bin.“ Waren die Werke einmal fertig, so waren sie für Dusch erledigt; er kümmerte sich nicht mehr um sie und verbesserte auch nichts an ihnen. ,War solch ein lleines Kunstwerk auS der Werk- ** Von der Landes-Universität. Die am 2. Januar mit Wirkung vom . 1. April 1924 erfolgte Entlassung des ordentlichen Professors Dr. Leo R v s e n b e r g in der juristischen Fakultät der LandeS-Llniversität Gießen aus dem Staatsdienst wurde zurückgenommen. △ Der Krersobstbautechniier H e- berer-Heuchelheim ist am 1. Mai in den wohlverdienten Ruhestand getreten. Er war genau 40 Jähre im Dienste ter Kreisverwaltung tätig und hat sich um die Obstanlagen an den Kreisst raßen des Kreises Gießen auherordenttich ver- bient gemacht. Unter seiner Leitung sind die meisten Wildbaumpflanzungen cef.iHcn un> Obstsorten, die nach Dodenbeschaffenh-it und Ertragfähigkeit ausgesucht wurden, sind an ihre Stelle getreten. So ist es gekommen, daß die Kreis- Verwaltung aus den Erwägen ter Obftbaunv* Pflanzungen alljäh.lich erhebliche Summen vereinnahmt und einen großen Ve.braucherkrcis mit gutem, Haltbarem Obst versehen kann. ** Straßensperre. Wegen Dom ahme von Pflasterarbeiten durch das hiesige Stadtbau-- amt hat das Polizeiamt die Sperrung der Fahrbahn in der Durchfahrt vom Kirchenplatz nach dem Lindenplatz mit Wirkung vom 7 .d. Mts. bis aus weiteres für den Fuhrwerksverkehr angeorbnet ** Die gestrige Störung in bei Elektrizitätsversorgung. Dom stöbt. Elektrizitätswerk wird uns folgerwes geschrieben: Mgesehen von den Störungen, die in letzter Zett durch den Fremdbezug von Strom hervorgerufen wurden und nur von kürzerer Dauer waren, trat gestern vormittag eine größere Retzstörung ein, wodurch der größte Teil des Stadtgebietes einige Stunden ohne Strom war. Auch die Kliniken konnten einige Stunden nicht versorgt werden, wodurch dem Kliniksbetrieb erhebliche Störungen zugefügt worden sind. Die Störung wurde hervorgerufen bei Vornahme von Wegearbeiten. Un# vorsichtigerweise wurden die Kabel hierbei beschädigt. ** Der hiesige Knabenhort erhielt vor einigen Tagen eine Geldsendung aus Amerika. Es war Herr EhristianTrapp aus Busfalo (Reuyork). der in dankenswerter Weise den Kindern des Hortes seine Hilfe lieh. Herr Trapp und seine Gemahlin stellen für die Zukunft weitere Spenden in Aussicht. Der Geber ist Gießener von Geburt, ein Sohn des in weiten Kreisen unserer Stadt bekannten und geachteten Postschaffners i. R. Joh. Trapp, der vor Jahresfrist verstarb. ** Merkurdurchgang. Morgen, 8. Mai, in der Frühe wird ein Merkurdurchgang durch die Sonnenscheibe zu beobachten sein. Der Vorgang kann in unserer Gegend um 6 llhr 39 Min. 24 Sek. früh verfolgt werden. Dabei ist eilt Fernrohr mit Schutzvorrichtungen gegen die blendende Wirkung des Sonnenlichtes erforderlich Im ganzen 19. Jahrhundert formten nur 13 Merkurdurchgänge in den Jahren 1802, 1815, 1822, 1832, 1835, 1845, 1848, 1862, 1868. 1878, 1881, 1891 und 1894 beobachtet werden. In diesem Jahrhundert ereignete sich dieser Vorgang bisher nur 1907 und 1914. •* Die Vers orgung der Offiziere und ihrer Hinterbliebenen. Mtt Wirkung ab 1. April 1924 sind die Verstümmelnngs- zulagen für die ehemaligen Offiziere und Militar- beamten des Friedensstandes und die Kriegs- Versorgung ihrer Hinterbliebenen neu fest gestellt worden. Von diesem Zeitpunkt ab beträgt: die einfache Verstümmelungszulage monallich 12 Gvld- mark und die erhöhte Verstümmelungszulage monallich 36 Goldmark. Der Zuschlag zum Witwengeld beträgt monatlich 12 Goldmark und der Zuschlag zum Waisengeld monatlich 9 Goldmark. Außerdem können künftig auf Antrag an ehemalige Offiziere und Militärbeamte des Friedensstandes. die bisher Kriegs-, Tropen-, ßuftbi-enft» oder Verst ümmelungs,Zulage bezogen haben, in Dedürfnisfällen Zuschläge zu ihren jetzigen Ver- sorgungsgebührnissen von den Versorgunzs ämtern bewilligt werden, wenn sie jetzt nicht Goldmark- bezüge in Höhe von mindestens einem Drittel der früheren gesetzlichen Bezüge erhalten. 3n besonderen Rotsällen formen auch weitergehen de Zuschüsse gewährt werden. ** Die Oef sentliche H öhere Handelsschule Gießen hat am 1. Mcn den einjährigen Kursus mit 23 Schülern und Schülerinnen, Die den Nachweis der Obersekundareife erbracht haben, im Kcmfm. VereinShaus begonnen. Weitere Meldungen mußten wegen Platzmangel zurückgewiesen werden. Den davon Betroffenen wird aber nächstes Jahr, wenn die Raumnot behoben fein wird, Gelegenheit gegeben sein, die Schule dann zu besuchen. Ihnen wird zu diesem Neue (Erinnerungen an Wilhelm Busch. Wilhelm Dusch, der Meister des Humors, tritt uns in seiner ganzen prächtigen Lebens- fülle aas den neuen Erinnerungen entgegen, die sein Neffe and Biograph Otto Nöldeke im neuesten Heft der „Dergstadt" veröffentlicht. Der Onkel, der viele Jahre zu Wiedensahl in dem Familienkreise des Neffen lebte, lieh auch seine allernächsten Hausgenossen nichts von den Werken wissen, an denen er gerade arbeitete. „Wie der Onkel vorher nichts von feinen Werken sagte," erzählte Nöldeke weiter, „so steht mir noch vor Augen, wie er von den Fenstern der Hamburger Buchhandlungen, in denen fein neues Buch „Maler Kleckse!" auslag, den Blick abwandte und lieber die Kohllöpfe im gegenüberliegenden ©rünkrarnladen betrachtete, als ob die größeres Interesse verdienten. Was veröffentlicht war, war für ihn abgetan, wie die Schlange, die sich gehäutet hat, ihre alte Haut ab tut — so verglich er es selber wohl. An feinen Sachen waren dem Meister die Bilder das Erste und Wichtigste. „Seine eigenen Grübeleien waren bei den großen Werken feiner Hauptschaffenszeit Dilder- folgen; die sah er, der Maler und Zeichner, zunächst im Geiste: die warf er in flüchtigen Skizzen auf einzelnen Blättern hin, bis sie in einem ersten Entwurf festere Gestalt gewannen, in einem zweiten Entwurf überarbeitet, mit Bemerkungen in Prosa, wohl auch schon mit den ersten Versen versehen und bann endgültig für den «$)rud fertiggeftellt wurden. Gegen eine Anzeige Berlin. 7. Mai. (WTD.) Rach dem vorläufigen amtlichen Wahlergebnis, ergänzt nach den bis zur Stunde eingegangenen Meldungen, erhielten: Stimmen Mandate; Der. Sozialdemokr. Partei, 5 973 700 .chsoziale Partei Freiwirtschaftsbund statt des Meisters im einsamen Wiedensahler Psarrwitwenhaus, wo er mit meiner Mutter wohnte, in die Welt hinausgegangen," erzählt Nöldeke, „dann kam für ibn eine Zeit des Aufatmens, der Erholung: aber nicht der ilntätig» feit, Erholung war für ihn in jenen Jahren des eifrigen Schaffens — die Malerei. Der Pinsel trat seine Herrschaft an; der Gänsekiel, mit dem der Onkel bis an fein Lebensende zu schreiben pflegte, mit dem er auch alle Federzeichnungen zeichnete, wurde beiseite gelegt; das Tintenfaß, richtiger das Glas mit aufgelöster Sepia-Tusche, konnte eintrocknen, bis es zu neuem Schaffen angefeuchtet werden muhte. Es roch aus des Onkels nach Norden gelegener Stube — Atelier hieß sie bei uns nicht — so wie in Maler Klecksels Kunstverein „angenehm nach Lack". Täglich muhten mehrere Pinsel, breite, steife Dorstpinsel und feine Haarpinsel, von uns fein säuberlich gereinigt werden. Dah Wilhelm Dusch auch so eifrig und ernstlich gearbeitet, dah er viele Tusch- und Federzeichnungen und besonders viele Oelbilder geschaffen hat, ist erst nach seinem Tode der weiteren Oeffentlichkleit bekannt geworden. In unserer Stube hing früher schon eine ganze Reihe dieser Bilder und Skizzen, nicht ganz nach des Onkels Wunsch und Willen. Viele hat er uns auch außerdem hinterlassen; sehr viele hat er früher gleich, wenn sie in 'feiner Stube in zu grober Zahl sich anfammelten, wieder verbrannt. Ich erinnere mich noch gut daran, mit welchem inneren Widerstreben wir jungen dabei $anb- reichungen tun und, da die Oefen die Masse nicht schlucken tonr-en, solch ein Auto dass im Der „Völkische Kurier" wurde bis einschließlich 14. Mai verboten. W'e verlautet, erfolgte das Verbot wegen eines Lettartikels in der Montagnummer, in dem der bayerischen Regierung Hochverrat vorgeworfen wurde. entgegen, wo ihre Fraktion m enter Droscyre zum Mallotbau fahren Corrn. ES ist zweifellos die Quittung für eine Politik, die in ihrem Schielen «um svzialdemokratischen Nachbarn in den Fragen der inneren und Kulturpolitik sowohl, als in dem pazifistischen Gewinsel vor dem waffenstarrenden Gegner beim deutschen Volk von Tag zu Tag weniger Verständnis gefunden hat, eine Politik, von der sich die bedeutenderen Köpfe der Partei selbst, Leute wie Schacht, Gehler oder Hamm erfreulich ferngehalten haben. Von den Heineren Parteien ist die dec Hannoveraner noch besonders bemerkenswert. Sie ist mit einem Plus von 3 Sitzen als zwettstärkste bürgerlich? Partei im hannoverschen Wahlkreis hervorgegangen. Das wirft auf den drohenden Volksentscheid über eine Trennung Hannovers von Preußen ein bedenkliches Schlaglicht. Am schwersten zerzaust kehrt die Sozialdemokratie vom Schlachtfelde heim. Nicht einmal die ttöstende Pille, die der „Vorwärts" den Genossen bei der Verkündigung der ersten Wahlergebnisse darreichte, dah nämlich die Sozialdemokratie auch im neuen Reichstag die stärkste Partei des Hauses sein werde, bewahrheitete sich als solche. Nach dem Verlust von Z4 Mandaten werden die Sozialdemokraten sich mit der zweiten Stelle begnügen müssen und sich bamtt abzufinden haben, in Zukunft nicht mehr der allgewaltige Kontrolleur des gesamten Staatsapparates zum Schaden des Ganzen spielen zu können. Ihre schweren Einbuhen verdienen sie — eine Parallele zur Volkspartei — einmal der schrankenlosen und von den russischen Genossen aus überreichen Mitteln finanziell unterftühten Agitation der Kommunisten, zum andern der starken Oppositton, die innerhalb der Partei sich gegen die verantwortliche Mitarbeit im Rahmen der Großen Koalition wandte und zu deren Sturz wesentlich beitrug. Die Verschmelzung der Mehrheitssoziastisten mit den Unabhängigen hat sich jetzt bitter gerächt. Der gröbere Dell der ehemaligen älnabhängigen, die bte Zusammenarbeit mit bürgerlichen Parteien, im ©runde jede positive Arbeit in einem nicht- sozialistischen Staatswesen scheuen wie der Stier daS rote Tuch, dieser Teil war für die Partei unverdaulich. Die Kommunisten haben aus diesem chronischen, mit einer maßlosen Erbitterung geführten „Richtungsstrett" den Nutzen gezogen. Mit ihren 62 Mandaten werden sie dem neuen Parlament manch unangenehme Stunde bereiten und darüber hinaus für eine bedrohliche ©esahr für den Staat, der heute alles andere eher ertragen farm, als neue innere Krisen, neue (Störungen des sozialen Friedens, neuen Bürgerkrieg im Zeichen des Sowjetsterns. Praktische Aufbauarbeit soll der neue Reichstag leisten, weiterbauen auf dem Boden Rei^sfinamen, an einer Gesundung der deutschen der festen Währung, an einer Gesundung unserer Wirtschaft, die Grundlagen schaffen für eine Durchführung der Sachverständigengutachten, die ja als Verhandlungsmöglichkeiten von allen zu positiver Mitarbeit bereiten Parteien anerkannt sind. Es wird abzuwarten fein, ob das Kabinett Marx sich entschlieht, die für die Durchführung der Gutachten erforderlichen Gesetze noch selbst dem neuen Reichstag vorzulegen oder ob es, einem Kabinettsturz vorbeugend, aus der veränderten Parteikonstellation die Folgerungen zieht und zurücktritt. Das Kabinett verfügt von sich aus über nicht mehr als 137 Stimmen von 471 Abgeordneten, so dah es wohl schwerlich in der Lage sein wird, eine Mehrheit und noch dazu die für Verfassungsänderungen erforderliche Zweidrittelmehrheit zu erhalten. „Reichstagsauflösung" preist die „Franks. Ztg." als Allhell- mittel an. Nach dem Ergebnis vom Sonntag sollten gerade die Demokraten mit dem Gebrauch dieser Gewaltkur sehr vorsichtig sein. Es würde auch seltsam erscheinen, toenti man nicht zumindest den Versuch machen wollte, aas dem Wahlergebnis die parlamentarische Nutzanwendung zu ziehen und die Sieger des Wahlkampfes, also idie Deutschnationalen, mit der Verantwortung für die künftige Politik zu betrauen. Nach den Äeuherungen ihrer Presse scheinen sie aach nichtLewillt, sich der Verantwortung zu entziehen, sondÄm durchaus bereit, in dem von uns bereits in unserer letzten Wahlbetrachtung gespannten Rahmen nationale Koalitionspolitik zu treiben. Unter dem programmatischen Titel „Bismarck- block" macht sich der deutschnationale Abgeordnete D. Mumm im „Tag" zum beredten Fürsprecher dieser Politik eines Zusammenschlusses der schon von Bismarck in seiner letzten Reichstagsrede als „konservative, reichserhaltende" bezeichneten nationalen Parteien des Zentrums, der Deutschen Volkspartei und der Deutschnationalen. Den starken, tragfähigen Pfeiler für die Brücke zwischen Zentrum und Deutschnationalen — die sich in ihren konservativen Elementen ohnehin eng berühren — hätte die Deutsche Dolkspartei zu bilben. Ihr wird auch künftig die bedeutungsvolle Rolle zufallen, das Kernstück eines arbeite,äbigen Kabinetts zu bilden. Sie muh nur die Lage erkennen und verme den, auf Dinge xurückzukommen, die als Experimente gemacht werden muhten, sich ja aber auch als solche schon nach wenigen. Wochen erwiesen. Eine „GrvheKoalition" wird nur noch möglich und sogar wünschenswert, wenn sie Bayerischer Mittelbund 5 681 — Völkischer Block 9 439 — Parteiwse Wirtschaftsgruppe 1 847 — Zusammen Mandate: 471 Alle Blätter hallen es für sicher, daß die Reichs tagsabgeordneten der Landbund liste sich der deutschnattonalen Fraktion anschliehen werden. Dadurch würden die D e u t s ch nationalen zur stärk st en Fraktion deS Reichstags werden. In einer Besprechung des Reichs- kabinetts tznlle der Reichsminister des Innern mit, dah die a Etlichen Wahlergebnisse nicht vor dem 16. 5. M erwarten sind. D^s Reichs- kabinett bleibt auf jeden Fall bis zum Zusammentritt ^es Reichstags im Amt. Voraussichtlich wird der Reichstag am 22. Mai zusammentreten. Der Hafen von Antwerpen in Gefahr. Belgiens wichtigster Hasen und sein einziger direkter Zugang zum Meer, der von Awiwcrpen, ift in ©efa%, so völlig zu versanden, daß. größere Schiffe überhaupt nicht mehr landen können. Die Gefährdung bei Schiffahrt in der Scheldemündung, an ber Antwerpen liegt, macht sich in iden lchten fälle bemerkbar. In der Zett vom 1. sOktober 1922 Jahren durch beständige Zunnahme der älnglücks- brs 7. März 1923 wurden 178 Zusammenstöße Strandungen usw. gezählt, vom Oktober 1923 bis zum April 1924 sogar 280 ^lnglücksfällo. In der belgischen Kamme ' hat man sich mit diesem Problem sehr erngehend beschäftigt und verschve- b«ie großzügige unb kostspielige Pläne erörtert, um „Antwerpen zu retten". Alle diese Projekte haben aber nur geringe Aussicht auf Erfolg, 'ba Die Versandung in einen so starken und schnellen Maße vor sich geht, dah die Baggerungen «dem. gegenüber vollkommen machtlos sind. So besteht denn bte für Belgier traurige Aussicht, daß daS so blüh nde und mächtige Antwe pen in absehbarer Zeit nur noch von kleinen Schiffen wird au- gelaufen werden können, um allmählich ganz M veröde». LioeE gehört OBdtW^ rung diesen.wl Villa" sein.El vollen W!chl ist nichts anö der d Mit-eine das Echicksali gekreist unb hindurchgehr werden. Da wvgranm £ als Mensch CNnounge und tief emp Programm b aus seinem Seiner schart bei Tiere in nen Aatuch licherweise < wie z.D. ,■ W Ogers h.-iomWollen §ämmerstunö tzumorcskenb! San die Dori mm brachten erschütteüiche uns ihr Beste und feinem ( bmmat Ar Hnen hierfür. H Der OHudetma ## Ark »f-S L heu^ a L'S- icns ihrer2 mit schön^ -Zuei zu nu k*«g mi PNaijkn, Sofa 5 Llebigst ______Ueber Statt: u, Wepk anl«em Werk! MiBfarb. Zähne KESSLERS KAFFEE-ESSENZ der beste Kaffee-Zusatz verbilligt den Kaffee. 2725A Gießen, den 5. Mai 1924 LWL prima Hann. Handelsschule Serke! Hermes und Gießen und gesucht. *W4D HOHEN-REKORD K E E Generalvertreters Hans Bieler, Gießen. Südanlane 10, Femsnrechei* 1499. Bahnhofstr. 60 Noch täglich Aufnahme fürd. neuen Handels- kurse. olw7e Prospekt u. Auf- nahinescheln fr. Eine Anzahl Elektro- motore für Gleich- und Drehstrom billig zu verkaufen. Lehmann Oicharlz Bad-Homburg v.d.a Telephon 374, Tel.-Adr. Lehrt. Bei Vcrdauuuasstöruuaen mutz der Krank- beitöverlauf durch eine reizlose Kost abgekürzt werden, denn Magen und Darm bedürfen der Schonung. Trotzdem mutz die Kost aber wohlschmeckend und vor allen Dingen von erhöhtem Nährwert sein. Am besten bewährt «ich in solchen Hallen sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen daö milchhaltige, fett- und blutbildende Neüle's Kindermehl. 1 Ortgtnaldose ist in allen Apotheken unb Drogerien usw. zum Einheitspreise von M. 1,50 erhältlich. 3152», Radiumkuren im eigenen Heim Glänzende Erfolge bei Gicht, Muskel-, Ge- lenk-Rheumatismus, Ischias, Gallenlciüen, Neuralgien, Blutarmut. Bequemste und sicherste Heilweise ohne Be- rufsstörung. [3719ss Wir verleihen Radiumtrinkapparate für eine Kurdauer von 8 Wochen zum Preise von nur 68 G.M. und 2 G.M. für Porto und Verpackung «= 62 G.M. Vorauszahlung des Betrages auf unser Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr, 51493 oder Nachnahme. Kosmana G.m.b.H. 3ranffatt n. BL. Me Mimet S!c. öS. Gesunder Iung^ angekommen! Prof. W. Schauder und Frau Valeska geb. Martin Wegzugshalber zu verkaufen Elegante, reich geschnitzte Herrenzimmer- Einrichtung mit Ausziehtisch und geschnitzt. Polsterstühlen, Klubsessel in Leder und Gobelin, Sofa, Rauchtisch aus getriebenem Metall, Teppiche, Lüster, Stehlampen, Wand- beleuchtung, antike Vasen, Gemälde usw. Liebigstratze 3 pari. neben Feifenkeller. 3730V Carl voth, hMsabrik, Wetzlar Wuhlgrabensträtze 25. Läufer zu verkaufen. 3735V Roiihkiiiitt Str. 6 neb. MoeserSMühle. Bekanntmachung. Der Spengler- und Installationsmeister H. Bellos dahier ist zur Ausführung von Anlagen im Anschluß an das Gas- und Wasserwerk auf Grund der Bestimmungen vom 29. Dezember 1902 zugelassen worden. Gießen, den 1. Mai 1924. 37256 Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Frey. — SLnaerkran- G testen. Mittwoch, 14. Mai. in der Aula Konzert: Die Schöpfung. Oratorium für Soli, Chor und Orchester. Näheres im gestrigen Anzeigenteil. Wettervoraussage Bewölkt mit Niederschlägen, nach vorübergehender Milderung wieder kühler. Landkreis Gießen. * Lollar, 6. Mai. Am Sonntag fand hier im Ortsgewerbeverein die diesjährige öffentliche G es ellenprüfung statt, der sich 15 Prüflinge, 5 Schlosser, 4 Schreiner, drei Maurer, 1 Weihbinder, 1 Feilenhauer und ein Wcrgner aus Lollar und Timgegend unterzogen, wovon 12 mit der Bote „gut bestanden" und drei mit der Aote „bestanden" ihre Gesellenbriefe erhielten. Die Gesellenstücke, unter Aufsicht von hiesigen Handwerksmeistern aus geführt, kp unten teils als sehr gut, teils als gut bezeichnet werden. Don den von Rektor Daa b in der theoretischen Prüfung gestellten sechs Aufgaben aus dem Geschäfts» und Berufsleben wurden von vier Prüflingen alle, von der Mehrheit vier Aufgaben gelöst. Der Vorsitzende des Gewerbevereins, Spenglermeister Fuchs, hier, sprach dem Rektor Daab und den Handwerksmeistern für ihre Mühe herzlichen Dank aus und richtete an die Junggesellen die ernste Mahnung, rastlos weiter zu streben, um es zum tüchtigen Meister zu bringen. Sturkenburg und Rheinhessen. * Darmstadt, 7. Mai. (Eigener Bericht.) Der 32jährige, verheiratete Arbeiter Georg Kohl aus Anterabtsteinach wurde von dem Jagdaufseher Arnold ans Trösel, als er beim Wildern aus Anruf flüchtete, erschossen. K. war schon einmal von dem Jagdaufseher angeschossen und später auch gerichtlich bestraft worden. Kreis Wetzlar. * Wetzlar, 6. Mai. Aach einer vorläufigen Berechnung wird die Zusammensetzung unseres am Sonntag neugewählten Stadtparlaments folgende sein: Sozialisten 9, Deutsche Bolkspartei 5, Anpolitische Liste 4, Demokraten 3, Zentrum 2, Volksgemeinschaft 2, Kommunisten 2. Hessen-Nassau. Jl Marburg, 5. Mai. Bei den Stadt- vervrdnetenwahlen am Sonntag erhielten die Mieter, Kriegsbeschädigten und Wohnungssuchenden 8, die Arbeitsgemeinschaft der wirtschaftlichen Verbände 6, die Deutsch nationalen 5, der Dvamtenbund 4, die Deutsche Dolkspariei 2, Sozialdemokrat e, Kommunisten, Zentrum, Demokraten und Völkische je einen Sitz. Die Sozialdemokraten und Demokraten hatten erhebliche Mandatsverluste. ][ Aus dem Ebsdorfer Grund, 5.Mai. Sn Wittelsberg fand der Landwirt Lapp in seiner Sandgrube drei kirnen in der Form, wie sie in vorgeschichtlichen Grabstätten schon Mehr fest gestellt wurden. Die Flurbozrichnung „Bauers- garten", in der die Sandgrube liegt, weist darauf hin, dcrst hier früher eine Siedlung gewesen ist. fpd. Frankfurt a. M., 6. Mai. Die Polizei hat jetzt der Erregung der gesamten Bevölkerung über die zunehmenden Autoun- sälle Rechnung getragen und sehr scharfe Bestimmungen zurBekämpfungderAuto- Linden platz 1 Kaufen Sie den besten Kaffee, den feinsten Tee u. echt Holland. Kakao zu Q mäßigen N Preisen Emmericher Waren- Expedition Linden platz 1 entstellen das schönste Antlitz, übler Mundgeruch wirkt ab» stotzend. veide Übel werden sofort in vollkommen unschädl. Weise beseitigt d. d. bewährte Zahnpaste Chloro-dont. Versteigerung Freitag, den 9. Mai, von nachm. 1 Uhr ab, findet in Grohen-Buseck, Anger 34, eine freiwillige Versteigerung gegen bar statt. Versteigert werden: 0l9M1 2 Kühe (1 hochtr.), 1 Rind, 2 Schweine, eine saft neue Mähmaschine sowie Häckselmaschine, sonstige land- wirtsch.Geräte und Stroh. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Zwecke empfohlen, die begonnene kaufmännische Lehrpvaris für ein Hahr zu unterbrechen. Mit der Höheren Handelsschule ist der erste Schritt zum Ausbau des hiesigen kaufmännischen Bildungswesens getan. Der volksschu (entlassenen Fugend soll ab nächste Ostern auch die Gelegenheit zum Besuch einer öffentlichen Handelsvoll- schule gegeben werden. Die Bürgerschaft wird frühzeitig genug mit Zielen und Wegen dieser Schule bekannt gemacht werden. < Tod auf dem Bahnhof. Gin 19jäh- riger junger Mann aus Laubach, der vorgestern in einem Steinbruch verunglückt war und rasch in die hiesige Klinik verbracht werden sollte, verstarb beim Ausladen aus dem Zuge im hiesigen Bahnhof. Der junge Mann, namens Kühn, war in dem Steinbruch abgeftürat und hatte dabei schwere Verletzungen am Kops davongetragen. ** Arbeits-Zu bi la re. Nachdem der Armatu rschlosser Frz. Wein Hardt aus (Ziehen am 1. Mai bei der Firma H. Schaff staedt G. m. b. H. sein 25jähriges Arbeitsjubiläum gefeiert, konnte der Dreher Georg Keller aus Wie-- seck heute, am ebenfalls auf eine gleiche Ar- beitstatigkeit bei derselben Firma zurückblicken. Beide Oubilare erfreuen sich grober Beliebtheit; sie fanden an ihrem Ehrentage die Arbeitsplätze mit Blumen geschmückt vor und wurden auch seitens ihrer Arbeitgeberin, der Direktion, den Angestellten der Firma und von den Arbeitskollegen mit schönen Geschenken bedacht. ** Zu einem Löns»Gedächtnisabend hatten Eva Lobers, Mitglied feer Berliner Schaugemeinde, und Harry R o tfre vom Deutsche Theater in Berlin für Frettag abend in dir Aniversitäts-Aula eingeladen. Hermann Löns gefrort zu den Opfern, die unser Vaterland in dem Weltkriege zu beklagen 'hatte. Mit heller B^eiste- rung war et als 48jä!frriger Kriegsfreiwilliger in diesen Kampf gezogen, den er ein „reinigendes Gewitter" genannt und vorausgeähnt Halle Denn fein „Wehrwolf, aus dem Harry Rothe als kraftvollen Abschluß, des Abends ein Kapitel vorlas, ist nichts anderes als Hermann Löns' Kriegslied': der Kampf der Heidebauern gegen eine feindliche Wett — eine Episode aus dem 30jäfrrigen Krieg — das Schicksalsbild seines deutschen Volkes, das ein* gekreist und umringt durch Rot und Bedrängnis hin durchgehen must, um wieder stark und grotz za werden. Das zusprechend angelegte Vortrags- Programm gab aber auch Gelegenheit, den Dichter als Mensch kennenzulernen, der die inneren Schwingungen des menschlichen Seelenlebens f in und tief empfindet. Sn diesem Sinne sei aus.dem Programm besonders hervorgehoben fern .Ieduch" aus fernem Balladenbuch „CHlein blaues Buch". Seiner scharfen Beobachtungsgabe für das Leben der Tiere und Blumen verdanken wir seine schönen Raturschilderungen, aus denen wir erfreulicherweise auch einige Proben hören konnten, wie z. B. „Hausfriedensbruch", »Brümmelchen".' Als Jägersmann erzählt er und von der geheimnisvollen Andacht brausten im Walde zur Dämmerstunde: ,ÜIm die Maastricht". Zn seinem Humorcskenbande „Der zweckmäßige Mey r , aus dem die Vortragenden eine Reihe von Aphorismen brachten, zeigt uns der Dichter seinen unerschütterlichen Humor. Die beiden Künstler gaben uns ihr Bestes, um der Persönlichkeit des Dichters und seinem empfindungstiefen Schaffen nahe zu kommen. Der reiche Beifall des Publikums dankte ihnen hierfür. -o° ]—[ Der zweite Abend Professor Muckermanns brachte einen Vortrag über KALK Grau-u.weiMckkM sowie prima Düngekalk in erstkl. Qualität jedes Quantum sofort ab unserem Werk Bieber zu äuherst günstigen Preisen lieferbar. Bsrnwerks- Bud WM kill ©leben, Frankfurter Strotze 13 Telephon 2158 und 2169. W5D „Vererbung und Menschenlos". Die Grundlage für die heutige Vererbungslehre wurde gelegt von Johann Gregor Mendel aus Brünn. Er fand das nach ihm genannte Mendelsche Gesetz. Sn der Vererbung gibt es keine Mischung der Erbanlagen, sondern dieselben bleiben vollkommen autonom. Kommen zwei verschiedene Anlagen zusammen, so wird die eine dominierend, dis andere rezessiv. Aber schon in der zweiten Generation, Selbstbefruchtung vorausgesetzt, dringen die rezessiven Merkmale wieder vor. Ein Viertel der zweiten Generation zeigt diese rezessiven . Von den übrigen 75 Prozent bewahrt ein Drittel stets die dominierenden Anlagen; die restlichen zwei Drittel, die in dieser Generation noch hie dominierenden Merkmale tragen, spalten sich in der folgenden Generation genau fo wie vorher das Ganze in der zweiten Generation. Dieses Gesetz gilt in gleicher Weise für alle Lebewesen, auch für den Menschen. Die Gefahr von Verwandtenehen leuchtet daraus ein, Aumal wenn man bedenkt, dah die autonom sich fortpflanzenden Anlagen vielleicht erst nach außen, im Phänotyp des einzelnem unsichtbar, aber vollkommen erhalten im Snnern, im Genotyp der Rasse, von den Heiratenden nicht bemerkt und erkannt werden. Mit den körperlichen Eigenschaften vererben sich auch die körperlichen Grundlagen des Seelischen. So kommt es, daß Schwachsinn oft ganze Generationen beherrscht. Auch phänotypisch Empfangenes kann genotypisch werden; frier ist vor allem der Allofrolismus zu nennen. Richt gehören hierher die Geschlechtskran Herten und die Tuberkulose. Diese Krankheiten gehen nicht auf Tuberkulose, sondern auf Ansteckung, oft schon im Mutterleibe, zurück. Aber gerade sie richten den allergrößten Schaden an. Will das deutsche Volk sich empor» arbritem so muh es diese Schäden durch ein gesundes Gheleben und kluge Gattenwahl im Einzelfalle ausrotten. Die Dauer- und Einehe ist der Sdealtyp. Der theoretisch schon längst gefallene Satz der doppelten Moral must auch Wirklichkeit werden. Vor der Ehe sind Gesundheitszeugnis,e zu verlangen, um den grosten Schaden kranker Rachkoinmen zu vermeiten. Absolute eheliche Treue und Darwinistische Auslese sind bte beicen Grundpfeiler, ohne die kein Volk gedeiht. Fern must man sich halten von falschen Dererbungs- ansichten, wie sie der Dolksaberglaube prägte oder wie sie in wissenschaftlicher Form in dem durch Sachkenntnis ungetrübten Buche Dinthers .Die Sünde wider das Blut" uns entgegentritt. Die klaren, vornehmen Worte des Redners verfehlten auch freute nicht einen tiefen Eindruck auf die zahlreiche Zuhörerschaft. Borntitizen. — Tageskalend er für Mittwoch, nteae Aula: 8 üfrr dritter Vortrag von Prof. Muckermann „Werdendes Leben". — D. H V.: 8V2 ilfrr im Kau sm. Vereins Haus Monatsversammlung. — (Siebener Schwimmverein: 8 ilfrr tm Pvstkeller Monatsversammlung. — Rundsunt- haus Löberstraste: Si/2 älhr Flötenkonzert. — Lichtspielhaus Dahnhvfstraste: „Syr Fehlttitt." — Die AbwehrschlachtamRarocz- fee soll in einem öffentlichen Vortrag mit Lichtbildern am Samstag abend in der Aula von Oberstleutnant von Hagen behandelt werden. Postsekretär Hen st wird von den Kämpfen des Leibgarde-Regiments Rr. 115 tm Westen berichten. Der Ertrag des Abends soll zu wohltätigen Zwecken verwendet werden. Räheres im gestrigen Anzeigenteil. Tüchtiger W-Mleker ruieret erlassen. Die Strastenpvlizeibeam- ten wurden angewiesen, mit rücksichtsloser Härte jedes schnelle Fahren zur Anzeige zu bringen. Die Verkehrsbeamten werden mit Stoppuhren ausgerüstet, um das Fahren der Führer zu kontrollieren. Schließlich sollen die Prüfungen für Kraftwagenführer in austerordentlicher Weise verschärft werden. Jede Person, die nicht irgendwie zur Führung eines Wagens geeignet ist, erhält keinen Führer-, schein. Den Personen, die gegen die Fehlordnung verstosten, wird eine erhebliche Strafe auferlegt, bei Wiederholung der Führerschein entzogen. Der Vorstand des Frankfurter Automobilklubs hat seinen Mitgliedern zur strengsten Pflicht gemacht, in jeder Weise die Vorschriften der Automobilfahrordnung zu beachten, und wird gegen unbotmästige Mitglieder mit aller gebotenen Schärfe vorgehen. Landwirtschaft. • Die erste Zuchtviefrauktion deS Can dw trtfcfraftßtammer - Ausschus - s es für Ober fr essen findet am 14. QIUl In Lauterbach statt. Gemeldet smd 50 Bullen und eine Äüfr des fress. Fleckviehschlags (Simmentaler), sowie 1 Eber des veredelten Landschweins. Sämtliche zur Versteigerung kommenden Tiere sind in das Zuchtregister des Landwirtschaftskammer- Ausschusses eingetragen und stammen aus den besten Zuchten der Kreise Lauterbach und Alsfeld. So ist z.B. Angersbach mit 9, Maar mit 10, Wallenrod mfijt 4 und Sickendorf nM 2 Dullen ver- treten. Die Auktion bietet für Gemeinden unb Zucht Vereinigungen, die wertvolle Faseltiere anzuschaffen beabsichtigen, günstige Aussichten. (Siche heutige Anzeige.) Preukisch - Süddeutsche KlaffenlotterieV^Me Ziehung 3. Klasse findet Sonnabend, den 10. b. M. statt. Höchstaewinn: 10V 0V0 Rentcnmark. Es wird wiederholt daraus hingewteien, dah da- Spielen in auswärt. Lotterien, auch in d. Hamburger u. LächfischenLotterie, bet Strafe verboten ist. 27710 Die feine Zigarette Schloß Amerongen 8 Großformat Stück 5 Pfg. Rihofa • Zigarettenfabrik • Frankfurt/M. ■ ■mmwmbmbomi8 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: 019885 Holzsudmission. Vermietungen | 1 Die Gemeinde Mainzlar beabsichtigt Elnf. Stübchen 1 4 Kiefernstämme 2. Kl. 5.63 Fstm. |Mietgesuche Die Angebote sind in Goldmark, g<- 3493V Kl. Kl. 5. Kl. 3. Kl. 4. Kl. 5b Kl. inachverzeichnetes Holz im Wege schristlichen Angebots zu verkausen: 57 Eichenstämme 3., 4. u. 5. Kl. — 34,37 Fstm. trennt nach Sortimenten und Klassen, mit oer Aufschrift „Holzsubmission" bis Samstag den 10. Mai If. Fs. nachmittags 4‘/2 Uhr bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzu- reichen, wo auch die Verkaufsbedingungen Die Beerdigung findet Donnerstag, 8. Mai, nachmittags 4 Uhr, statt. Marie Gans geb. Kimmel. Großen-Buseck, 6. Mai 1924. bekannt gegeben werden. Fuschlagsfrist 5 Lage. Bürgermeisterei Mainzlar. Vogel. Am 5. Mai verschied nach längerem Leiden mein lieber Mann, unsertreusorgenderVater, Schwiegervater, Großvater und Bruder Heinrich Gans IX. I (Schnittholz) 12 Kiefernstämme 31 32 4 Fichtenstämme 19 HO 3. 4. Ml in der Mitte der Stadt oder in der Nähe d. Bahnhofs zu mieten gesucht. Schriftl Anged. unter 019859' an den Gieß. Anz. erbeten. Gut gelegenes Ladenlokal mit oder ohne Wohnung zu mieten gesucht. Schriftliche Angebote unter 019870 an den Gietzener Anzeiger erbeten. = 8,44 Fstm. = 16,06 „ — 9,72 „ ---- 4,74 , --- 19,46 „ = 30,00 „ Wieseck, Watzenborn, Gleiberg, den 7. Mai 1924. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 8. Mai, nachmittags 3 Uhr, vom Trauer hause Wieseck, Mösers traße, aus statt. 3739D Gestern vormittag 10 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden mein lieber Sohn, unser guter Bruder, Schwager und Onkel Karl Dapper im 25. Lebensjahre. Im Namen der tieftrauemden Hinterbliebenen: August Dapper Wwe. Sperrholz tn Gabun, Erle und Kiefer, 3-25 mm sowie WMUIMl Eiche, Rotbuche und Kiefer, empfehlen ÄÄto.M. Gießen, Tel. 149. 3233D Trockenes WMeiM liefert jede Menge frei Haus 8288 Carl Haas jr. Frankfurter Straße 59 - Telephon 1682 zu vermieten. Anzusehen zwischen 6 u. 8 Uhr nbb§. oisms Hinter der Weitanlage S 1. Laden zu vermieten. Wo? sagt die Geschäflsst. des Gieh. Anz. Möbl.Zimmer Nähe Bahnhof von anaen. Mieterin nef. Ost. n. 1361 an Herso, Plockürasze 5. 3664h Gut möbl Zimmer per sofort 3D nieten gefuflf. Schriftl. Sinnebote unter 3722D an den Gtetz. An», erbeten. Junges, kinderloses Ehepaar sPrivat- angestellterl sucht 1—2 Möblierte Zimmer m. Küche zu mieten. Preis Nebensache. Angeb unter Nr. 1365H an Herio,Plockstr.5.Z7» Xenia Dean! Olga EdjjI Johannen Riemann Iternd Aldor Herntuun Vnllentln Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Ab morgen bis einschl. Sonntag: Graf Cohn Drama in 6 Akten nach dem gleichnamigen Roman von Paul Langenscheidt In den Hauptrollen: ------ Frieda Richard Charles Willy Kayser Grete Hollmann Ferner: Ei* auf der Fuchsjagd Lustspiel In 3 Akten. 3726c Giaas. Btljirdtrana. BroB«« berühmtes Orchester. Rente letzter Tag ihr Fehltritt Df THOMPSON S 5EIFENWLVER irofz größter Wo sch kr aff garanfierf unschädlich? gesucht. 019S81 Walltorttratze 5. schweineber. 3715D und ’c liefert 69030 empfehlen: 3737c M Meli Maumen Pfund . 44 U. 34^ 1950 la.Mk. Mgößsel«,»»» . . 1.10« Schade& Füllgrabe MlllMlM 26, ruöffllgflr. 20 wolllorslr. 24, ätanlfiitf. 5lr.89 £ Piund , 70 u. 48^> Btmmeeren 2ä 2.3h Carl Haas jr. Frankfurter Str. 59. Telephon 1682. Kaufhaus Katz Bahnhofstr. 14 öelöelöeerraeln sich 1.40* MMlMMlN. 1.40* einschliehlich Glas und Steuer. £anöroirlfMMaimnei-te|0)a6 fflt OOetOeffen. Letzte Holzversteigerring. Montag, den 12. d. Mts., vorm. 87o Uhr beginnend, werden aus dem Distrikt Niederfellbach 9, 21, 22, 25 der Försterei Alten-Buseck versteigert: Stämme (Buche): 1;86 Fstm. 3. Kl., 0,93 Fstm, 4. Kl.,- Nutzscheiter (Hainbuche): 6 Nm. (1,25 lang); Scheiter, Rm.: 112 Buche, 1 Aspe, 2 Kiefer; Knüppel, Nm.: 89 Buche, 46 Hainbuche, 42 Eiche, 1 Aspe, 17 Kiefer, 2 Fichte; Knüppelrcifig, Nm.: 11 Kiefer; Reisig. Rm.: 430 Buche, 40 Eiche, 50 Kiefer, 15 Fichte; Stücke, Rm.: 84 Buche, 6 Hainbuche, 16 Eiche, 14,2 Kiefer, 4 Fichte. Das Holz wird nicht vorgezeigt. Vor» herige Besichtigung desselben wird empfoh. len, da spätere Einwendungen wegen Güte usw. nicht berücksichttgt werden. Die blau durchstochenen Nummern werden nicht aus» geboten. Zusammenkunft in Distrikt Nieder- seilbach Abtlg. 9 bei Nr. 194. Weitere Auskunft durch Herrn Forstwart Müller in Alten-Buseck und die unterzeichnete Stelle. Treis a. d. Lda, den 5. Mai 1924. Oberförsterei Treis. F. V.: Schneider. Bezirk Gießen (Babelsberger Stenographen Das Bunöes- AlMelWreMn am 11.. Mai findet nicht um 9 Uhr, sondern um V21O Uhr in d. Stadtknaben- schnle, Nordaulage, statt. 3721v Bohnen- siangen empfiehlt zu billigst. Preisen [3238c Karl Haas jr. edertäschchen am Sonntag verlöre". Wiederbringer FrrnMurter Str. 69,1 gute Belohnung." Telefon 1681, I *** Ludwigttr. 77. Vorzüglicher Bowlen-Wein Vi FL 22„ ßöenroöenei . 1.35- 22» Womeniietoet AsMW . . . 1.70« la Aepseliveili... 65^ ^isch-Zentrale Marktlaube 01MM morgeaDonnerslag Berkaus von frischen Meine diesjährigen Sommer-Tanzkurse für Anfänger und Fortgeschrittene beginnen Mitte Mai. Privatunterricht zu jeder Tageszeit. GefLAnmeldungen werden jederzeit entgegen» genommen. 0,8764 Tanz-Lehr-Institut, Th. Bäulke wolsfiratze 21 Lcke Licher Strafte MW Brof.Muckermaun Neue Aula Mittwoch, 7. Mal: WttSendes Sehen 8.30 biS 11 Uhr: Flöten- Konzert von Bach und Beethoven, anichlievend eßyialioiieD 3651a ßeicMud Miilitast- bnMa. Freitag, 9. Mai, 8.30 Uhr abends Betfanmilang zur Stadt Lieh. Sonntag, 11. Mai Familiensjazieryag Abmarsch 3,15 Uhr Univ.-Bibliothek. Näh.t.d.Versammlg. oiasea Der Vorstand zorBlumenpflege! Nltzert's ©emfifebönger Albert'S Sbßbaumbnnger Albcrt's Slmnenönnflrt Mach Pro». Wagner! sind bewährte BoUdiingnngS Mischunaen. BIMMODIS Aralvme StümefeWarer AWMSSM empfiehlt preiswert Samanhaus Hsimch Hahn Bahndofstrakc. Telephon 1403. 5«W-Wi Mittwoch, den 14. Mai, vorm. 11 Uhr, in Lauterbach i. Hess. Zur Versteigerung Kommen 50 Dullen und 1 Kuh des hessischen Fleckviehschlages, sowie ein veredelter Land- laElminrgetSöle Pfd. 8L, Sff.ßöamet 8öfe »15.* ©ouöalfife 20% fo Pfd. 85^ BG«tOfifem2.0^ SßlOlÖl . . «.r. 1.1b zelAstes Tafelöl /Öl.r ■ 1.25 ^ %Ltr..Fl. 65^? Von heute ab: blutsrifchen Scehcitzt Ä — S-tzeW S KolSbM ÄS K-bliaii S5H SctladiO S sehr billig zu hab. bei 61c org Wallenfels, gegenübEngelavoth. Sennes Mädchen d. perfekt im Kochen, dlahen u Bügeln ist, für sofort, evil. auch kür tagsüber, aes. Zweilmädchen vorh. Näheres 3734D Aliccttrahe 12 l. Ein tüchtiges, zuverlässiges lleiimicta 'Kochen nicht not« mendich nach Bad- Naubcitn tn Arzt- Haushalt gesucht. JahreSstelle. Auskunft BiSm. rrf; stratze 4. 019869 «eittzerst tüchtlge, I redegewandte u,re77l §trrcn u. Tarnen werden sofort gesucht. Hobe Ber- dienitmöglichkeit zu- gesichert. Zu erfrag, bet Herrn Krauß, Pfälzer Hof, von abends 7 Uhr an. Erfahrene gut empfohlene Waschfrau sür2TageimMonat gesucht. 019867 Ludwiattratze 77. Saubere, ehrliche Lauffrau olicr -mülldien gesucht. Kran Kolb, Ludwigür. 40. i MMe Donnerstag früh emtreffend: 2(fitöüi(fie Ä per Pfd. 45 P,g. Ottl&M ohne Kopf per Psd. 30 Pfg. sobliou ohne Kopf per Psd. 30 Pfg. BraWWt per Pfd. 20 Pfg. Sililingt per Pfd. 40 Pfd. WIulWeW Liebigstrake 71. •»‘c Telefon 168L Frau Schnatterich Mudmddio uad atrfbe wahren! Es folgt ein PrelsauisdMitbeel 3. In der Abteilung Barock und Renaissance der Kunsthandlung von Lfiwenthal & Ehrlich entdeckt Frau Schnatterich da» Bild eines alten niederländischen Meisters, das ihr sehr gefällt, weö die darauf dargestellten, ebenfalls sehr wohlbeleibten Damen die 1 miellose Mode bis zu den allerletzten Konsequenzen durch, geführt, d. h. sich bis zur kleiderlosen durchgerungen habens Sie hofft, daß wir es im Laufe der nächsten Monate ebenfalls, «o weit bringen werden, da jetzt schon manche Damen nur dann als modern angezogen gelten, wenn sie fast gänzlich ausgezogen sind, und bedauert es sehr, daß sie nicht im 17. Jahrhundert lebt, weil sie überzeugt ist, daß Rubens, der Schwergewichtsmaler, an ihr ein prachtvolles Modell gefunden hätte. Haben Sie, so fragt sie Herrn Ehrlich, nicht einen Pedanten zu diesem Bilde? Ich habe es in meinem Salon gern pedantisch. Rechts auf meinem Kamin steht die medizinische Venus und ’lnks der Trompeter von Säckingen, beide goldbronziert. Die Ve. js von Milano linde Ich unmodern. Sie ist nicht nur ärmellos, sondern armlos. Es ist eine Geschmacklosigkeit von dem alten griechischen Stuckateur, so etwas Mangelhaftes zu machen, um ein bißchen Gips zu sparen, wo es unserelnem doch auf ein paar Mark gar nicht anxommt Die medizinische Venus ist mir viel symptomatischer. Wenn ich sie so ansehe, so finde ich, daß ihre Figur fast idiotisch ist mit meiner. Außerdem sieht man, daß sie fleißig Kukirol und Kukirol-Fußbad gebraucht, während bei der Venus von Milano die Füße verdeckt sind. Mehr sage ich nicht Die Benutzung des Kukirol-Hühneraugen-Pflasters bedeutet Intelligenz, und die regelmäßige Anwendung von Kukirol-Fußbad ist ein Beweis von Kultur. Sanitätsrat Dr. med. Campe’« Kukirol-Fußbad ist die größte Wohltat für Leute, die viel gehen und stehen müssen. Es reinigt die Füße gut, verhütet schnelle Ermüdung, Brennen, Wundlaufea und Schwitzen der Füße. Es kräftigt Nerven und Sehnen und ist für eine zweckmäßige Fußpflege ganz unentbehrlich. Das millionenfach bewährte Hühneraugen-Pflaster Kukirol beseitigt auch Hühneraugen, die bisher allen anderen Mitteln trotzten, binnen wenigen Tagen ganz schmerzlos und ohne die bei anderen Verfahren drohende Gefahr einer Blutvergiftung. Die Schmerzen werden Infolge der Erweichung des harten Hühnerauges schon in den ersten Stunden nach dem Auflegen bedeutend gelindert. Kukirol-Hühneraugen-Pflaster und Kukirol- Fußbad sind in allen Fachdrogerien und größeren Apotheken zu haben. (Kukirol-Hühneraugen-Pflaster 75 Pfennig pro Schachtel, Kukirol-Fußbad 50 Pfennig pro Packung) Achten Sie aber recht fenau auf den Namen Kukirol und die Schutzmarke .Hahn mit uß“. Es gibt minderwertige Nachahmungen, an denen die Verkäufer mehr verdienen. Lassen Sie sich auch die wichtige Broschüre „Die richtige Fußpflege1 schicken. Sie kostet nichts. Unsere, unter der Leitung eines alten, erfahrenen Arztes stehende .Wissenschaftliche Abteilung" erteilt gegen Einsendung von Rückporto kostenlos Rat und Auskunft über alle Fragen, die sich auf Fußpflege und Fußleiden beziehen. Kuhlrol-fobriK Groß-Salze iel Masieiurg.. D. u. Oe. A.-V. Sektion fließen. Wanderung am 11. Mai. Abf. 8.03 Biebertalbahn Rodheim, Hoben- solms, Wetzlar, ßHäliirt- liaus Löberttratze IS. Tüchtige Putzfrau oirr -mtzchlu zum sofortigen Eintritt nchrdit. 3643D Psychiatrische Univcrs. Klinik. BrMS chrWs Hcta zu alleinstehender Dame für 019719 sofort ME. Frau Lina Wallenfels, Langgöns. Mtnilito MM 3. & A. Seriisii Ich warne hiermit jedermann, meinem Sohne Ludwig W a l l b o t t in meinem Namen etwas zu leihen, oder sonst zu ver- adsolgen, da ich für nichts haste. oi986i KalharinsMWw. Gardenleich, Anneröder Str. 8. IßrautB Kätzchen entlausen. Gegen gute Belohnung abzugeben Markt 8 (Vaben) 019887 (Md) montiertes MM per losort von zwei Stud. gesucht. ()1M78 Gest. Offerten an Fräul. Fortnagel, Studentenhilse,BiS- marckstratze 16 HI. Student, 7. Sem., sucht ruhiges Zimmer Nähe Universität. Schriftl. Angebote unter 019872 an den Giesj. Anz. erbeten. WM (Miau SeelBüis risch tiickcffrnL. Bestellungen frei Haus. ”»c EmilfeliH Neuenweg 18. Fernivrerh. 1667. Graues wilü- ypeise- iarioiieln wird. a. Lag. [3733D £>• Trechsler Tel. 158l Steinstr.73 Für deg Garfen TlungeS Heben foribildungsschul- frei, s. leichte Arbeit sofort gesucht. Borzuitellen nachm. von 5-6 Uhr 3740 Schulltrake 7. | Verkäufe | Zu verkaufen ein erstklassiger Simmentaler 019873 Zielt Gelbsch.,guttmSvr-, Eltern Herdbu filiere, 15 Man. alt,bei Hcinr. Scheid 1IL, Harbach lOberbü BabnstationSaasen. 3 Vieiikll- lvchrniligell lBlätterstöckei zu verkaufen 019851 Alten - Buseck bei Giesten, Steinitrahe 14. Einige schöne woll- gestrickte IWkWkßtll preiswert zu verk. 0198WLSberttr.lv. Smoking Gröhe 44-46, gut erhalten, zu verkauf. 019866 Wolsttr. 21» Lchöncs fioftOm und Staubmantel für ältere Dame zu verkaufen 019879 Moltkettrahe 20 L | Kaufgesuche | Truhe zu kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. mit Preisangabe unter 019874 a. d.Äietz.Anz | Empfehlungen j Weit- lind AmMch Laden gesucht. 'Wenn möglich, mit Wohnung zu tauschen. Sckriftl. Ang. unter 019860 an den Gien. Anz. erbeten. Bobnuungtnuidi. Gesucht: Sonnige 3-4-Zimm.-Wohn. Geboten.JnHeidel' berg groke»-Zim.- Woh»., Bad, Ve- randa, Mansarde. Schristl. Angebote unter 36790 an den Gieh. Anz. erbeten. j8tellensingebofe Fiir llcincs E'is Bergbau ...... Noeinstabl . .. gUeberf Montan ...... leUuB Bergbau ...... vamburg.«merika Pak«. . Norddeutscher Lloyd .... Cteramische Werke Albin .. Semen,werk »elbefixra . . hilipp Holjmanu..... Anglo-Cont.-Kuano Badische Anilin Chemische Mayer Alapin. . . Goldschmidt.......... GricSheimcr Electron .... Höchster Farbwerke Potzveriohlung Rutgcrswerke Scheideanstalt kMa Elektrizttatl^esellschatt Bergmann Malnkrastwerke Schustert.......... Siemens HalSW ..... Adlerwerke Kley« Daimler Motoren. ..... Hcyllaenstaedt . ..... . Me gut»......... Pranffurter Armaturen ... Konservenfabrik Braun . . . Mctallgesellschaft Frankfurt. Bet. Union Schuhfabrik Herz Sichel.............. Zellstoff Waldhof Zosterfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel .. . ttn Dllllone» Prozent Frankfurt a M Berlin Sd)iufj. fillV» Schlui,- fiirs Schluh. fill s Schlich. <3'1-3 Datum: 5. 5. 6. 5. 3. 6. 6. 5. 6% Deuiliyr NrKYSanIelh- 0,092 0,0885 0,093 0,037 Drilliche StcichSanlethe 0.483 0.483 0 490 tsche Neichsakileth» 0,250 0,260 G,t75 0,275 S7a Drilliche NeichSanIeibe . Drutiche Svarpraiiilenauleihe 0,925 0,123 0,950 0, 24 0,950 0,125 0,940 0,1 0 i° Afn“!l,d>e 310,1,011 • • ■ 0,2.0 i,300 0,^75 0,270 •VA Hesiea .......... prNen 0,2 0 4,5 Tcmfchc Wcrtl'. Dollar-Nnl dto.Toll.-Schatz-Anweisung *) «•/♦ Zollttzrlen........ 4.2 79,60 4,63 I 47 | 4,2 79,EO 4,6 4.2 79,10 4,63 47,25 79,60 4,63 47 6*/« Eoldmerikana » . . » VrrNner Handei-oriellschaft Kommerz, und Prlvat-Bank 29.5 4,38 4 30,25 4,5 28,5 4,25 Darnitz. und Naiionalbant 7,53 7.25 7,8 7,4 Drilliche Bank. ........ 9.2 3 8 73 9,2 8,07 Dcuiiche BeretnSbank . , . 0 6/5 0,650 DiSconko Commandtt . . . 9 8,87 9,2 8.87 Mktallbank.......... 14,25 14 Miileldeutkche Eredtlbank. . 1,9 1.9 2,1 2,1 Ortze, reichliche Ereditanstal» 0,37 75 0, 6» 0,380 0,375 Btflbaiil...... . . . 0,460 0,4/5 0,630 0,0 5. Mat 6 Mal Nepart. Amtliche '.'Zoiltrima 'iiiitlich: 3toli:r l 11 0 Meld Briet (Neid Bri:l 5. |6. Tlmil.-Nott. 157,60 158,40 157,60 158,40 1 1 Brss.-NnNV. 22.81 22,96 21,85 21,35 12 voll Cdrlstzanla 58,15 68,45 58,45 58,75 10 10 Kovkubaarn 71,22 71,58 71,52 71,88 2 2 Stockholm. 111,12 111,68 111,72 111,78 4 4 Helsingforr Fialteu. . London.. . 10,52 18,85 10,58 18,95 10,57 18,95 10,61 19,05 5 2 10 4 18,155 18,545 18,455 18,545 1 1 vleubort . . 4,13 4,21 4,19 4,21 1 1 Barl».... 27,23 27,37 27,23 27,37 2 2 Schivel, . 74,81 58^5 75,19 74,81 75,19 2 2 Spanien . . Wien tu D - 68,65 68,45 08,75 10 12 Orit.adgeit. 5,93 6,0? 5,98 6,02 voll voll 15 Prag.... Budaprtz. . Burn->Alre4 12,45 12,54 12,48 12,54 5 'M •s 1.685 4,73 1,585 3,14 1,675 4,82 L voll 10 voll 50 Bulgarteu . Japan ». . öilo dt J.XN. k675 »oll voll voll voll 0,475 0.485 0,475 0,485 voll voll Belgrad . 5,335 6,345 5,28 6,32 voll voll Llffaboll. - 13,06 13.14 13,03 13,14 voll voll Banknoten. BerNn. Mat Geld Briet Nevarr. °/, ipchwekier Norrn.......... »ranzöilfche Noten ........ jväulichr Noten .......... Gchwedlschr Noten........ Holländische Noten........ Keutsch-Oesterrelch. 1 100 Kroneo Fmerlkanische Noten..... . Aigllsche Noten.......... gtalrentsche Noten......... fielglsche Noten ........ Unaarlicht Noten ......... Llchechoikowcckische NotM, . - ° -torweglsche Noten........ Svoutiche Noten..... ... 74.81 27,93 71,50 111,22 157,60 6,05 4,19 18,45 19,05 21,85 4,73 12,57 58,45 2,04 08,45 73,13 28,'2 71,50 111,7b 168,40 6,03 4,21 18,5 > 19,15 21,9- 4,75 12,6 68,7 2,06 08,75 voll voll 2 4 2 voll 1 3 Voll voll voll voll 10 voll 30 Berliner Börse. Berlin, 6. Mai. (Wolfs.) Der Wahlausfall beherrschte auch den heutigen Börsenverkehr. 3m Gegensatz zu gestern neigte man einer skeptischeren Auffassung »zu, intern man daraus hinwies, dah für eine sichere Mehrheitsbildung im Reichstage keine klare Gaundlag' bestand. Die Spekulation hielt daher Gewinnsicherungen für geraten nach den gestrigen ansehrlichen Steigerungen. Dagegen zogen sich die Käufer zurück, zumal die Stimmung auch durch den Konflikt mit ter russischen diplomatischen Vertretung ungünstig beeinflußt wurde. Infolgedessen erfuhren die Kurse meist Abschläge, die für einzelne Montanpapiere und Maschinenfabrikaktien bis zwei Billionen Prozent betragen, so für Essener Steinkohlen, Hoesch und Ludwig Loewe. Dagegen wiesen Stinnes, Riebeck und Berlin-Karlsruher Industrie Besserungen um P/4 bzw. 3 Bill. Proz. auf. Die Lustlosigkeit machte sich weiterhin schärfer geltend, und bei recht schleppendem Verkehr setzte die Abwärtsbewegung mit einem langsamen Abbröckeln ter Kurse ein. Bankaktien konnten sich ziemlich gut halten. Von ten Schiffahrtspapieren verloren Hamburger Paketfnh t und Hamburg- Südamerikaner etwa 1‘ 3 Billionen Prozent. Von deutschen Anleih:n schwächte sich Kriegsanleihe ab. Elektrische Hochbahnakt.en, für welcte gestern lebhafte Kauflust bestand, litten ziemlich beträchtlich unter Realisierungen und stellten sich im Verlaufe um 4 Billionen Prozent niedriger. Auch Petroleumaktien büßten die gestrigen Gewinne ein. Am Devisenmarkt wurden entsprechend der Markbewertung im Auslande einige Rebendevisen etwas höher notiert. Märkte. Berliner Produktenbörse. 'Berlin, 6. Mai. (Wolfs.) Am Produkten- mard? hat das Wahlergebnis keine Aendecang herbeigesührt. Die Haltung blieb unsicher und lustlos. Weizen war wenig angeboten, aber die Mühlen raufen $ur Zeit nicht, da viel fremdes W.izenm/Hl sich rm Lande b faxtet. Don Roggen ist Material aus zweiter Hand me'yr zu haben als g fragt wird. Roggenm.hl wird von te/i Provinz- nxuC'kn ungewöhnlich billig angeboten. Hafer findet beim Kon,um zu ermäßig ei Preisen Absatz. Sonst aber ist das Geschäft still. Gerste und Futterstoffe wurden nur tcenig gehandelt. Es polieden für je 1000 Kik): Bte.zen (märe.) 170 bis 173 still. Roggen (märk) 128 bis 134 behauptet. Sommergerste (Drang ) 170 bis 187 still. Wintergerste . Fatte.g ) 155 bis 163 still. Hafer (mark.) 125 b s 132 still Raps 310 still. Leinsaat 410 still. Für je IOO Kilo: Weizenmehl 24 bis 26 ruhig. Roggenm.hl 19,50 bis 21,75 etwas mehr Rachfrage. Weizen'leie 10,20 still. Rogg enkleie 9,10 fest Für 50 Kilo: D ktiriaeBsen 25 bis 2ö. Äbtne Erb len 14 bis 15. Futtererbsea 12 bis 13. Pe- luschien 11 bis 12 Ackerteh iea 14 bis 16 Wicken 12 bis 13, Lupinen (blau) 11,50 bis 12. Sera- tella (alt) 15 bis 15,50. Seradella (neu) 12 bis 13,50. Rapskuchen 11. Leinkuchen 23 bis 20 53. Trockenschnitzel 10,50 bis 10,60. Kart)f e n (rote und gelbe) 3,50. Weizen- und Roggenstroh (drah g b., 1,25 bis 1 45. Haferstroh (drahtgepr.) 1,10 bis 1 25. Gerstenstrvh 1,05 bis 1,25. Häcksel 1,55 b.s 1.15. Wi s üh u (gut, gesund und trocken) 2 25 bis 2 50. Hand lsuteiches Heu 1,70 bis 2. Mielitzheu 1,20 bis 1,30. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M, 6 Mai. Es notierten je 100 Kilo: Weiten (Wetterau) 17,75 bis 18. Roggen 15,50 bis 15,75. Sommergerste (für Draa- zw ae) 19 bis 19 25. Hafer (inländisch) 14,93 bis 15,20. Weizenmehl (füte>. Spe,ial 0) 26,75 bis 27,25. Roggenmehl 22,75 bis 23,25. Weizen- and Roggentleie 9 bis 10. Kunst und Wissenschaft. Zur 700-Zahrfeier der Unib-erfitLt Aeapel. 700 Jahre sind am 7. Mai vergangen, seit die ilnibetfitcr Reapel i'fy.e Stiftungsurkunde aus den Händen des Petrus von Vinea empfing, des Kanzlers Kaiser Friedrichs II. Es war also ein deutscher Kaiser, ter die Hochschule gründete, deren Jubiläum jetjt mit so internationaler Feierlichkeit begangen wird. D:r Glanz der älteren italienischen Hochschulen, vor allem der Bolognas hatte zu Anfang des 13. Jahrhunderts tn anderen ehrgeizigen Städten des Landes den Wunsch erregt, ebenfalls duvch eine solche hohe Schule Ansehen und Zuzug von gelehrten Persönlichkeiten zu ethallen. Derschietentlich wanderten Celner und Studenten aus den alten älniversi- täten nach Städten aus, die ihnen verlockende Anerbietungen machten. So entstand 1222 die Hochschule von Padua, 1224 die von Reapel. Reapel, die Königin des italienischen Südens, nut ihrer unvergleichlich herrlichen Lage, zog durch Iaht- Hunderte hin Lernbegierige aus allen Teilen Eu- ivpas an. Heute ist es hauptsächlich eine Italic- niscche Universität, die aber über bedeutende Dil- duvgsanstalten verfügt, so u. a. über die reiche Rational- und Univer-sitätsbiblrothek, über das große Reichsarchiv, das mit seinen Huntert- laufcnten von Urkunden vom frühsten Mittel- alter bis zur Gegenwart reicht. Einen Weltruf besitzt die Zoologische Station, eine deutsche Gründung, das Werk des Biologen Anton Dohrn, bis zum Kriege das Eigentum Dohrns, hauptsächlich vom Deutschen Reich unterstützt, wenn auch freilich auf internationaler Grundlage errichtet. Dieses wundervolle Institut, das mit den Fresken von Marers geschmückt ift’ ist nicht nur die älteste, sondern auch noch heute eine der am besten ausgestatteten Forschungsstätten für Meereskunde und hat ter Reapeler Universität ten wertvollsten wissenschaftlichen Zuwachs gebracht. Daneben erhält die Hochschule ihre Bedeutung durch die großartigen antiken Sammlungen, die aus ten Ausgrabungen dec Umgegend stammen, und sie verfügt über das ^herrlichste antike Freilichtmuseum, wenn man so Pompeji nennen darf, das ein Bococt Reapels ist. Bedeutende Gekehrte haben hier ge- uoirtt. von Thomas von Aquin angefangen, dessen 650. Geburtstag zugleich mit dem 200. Geburtstag Kants in Reapel begangen wird, bis zu den großen Denkern ter Renaissance-Zeit, wie Telesio, Giordano Bruno und Campanella. Hier hat auch ter geniale Rechtslehrer und Geschichtsphilosoph Giovanni Dioo gewirkt, teffen bahnbrechende Bedeutung erst in unseren Tagen wieder ter größte Philos oph des modernen Italien, Denedetto Croce, der mit ter Reapeler Universität so eng verbunden ist, erkannt hat. Vermischtes. Selbstmord des Scharfrichters. Berlin, 6. Mai. Wie ter „Lokalanzeiger" aus Breslau meldet, e r s cho h s i ch der Scharsrichter S ch w i e h in seiner Breslauer Wohnung. Das Motiv ter Tat ist in Rahrungssorgen des 74jährigen Mannes zu suchen. Beraubung einrü Kafsenboten. Berlin, 6. Mai. (WB.) Heute vormittag wurde dem 70jährigen Kaffenboten einer Firma in Halensee auf dem Charlottenburger Bahnhof die Tasche mit 5 000 Goldmark entrissen. Der Täter ist entkommen. Drei Frauen von einem Auto überfahren. Berlin, 6. Mai. In der Skatiherstraß« überfuhr ein Automobil beim Uebcr- holen einer Drosch7e drei Frauen, die die Straße passieren wollen .Eine Frau wurde getötet, eine F au schwer, die untere leicht verletzt. Der Chauffeur wurde festgenommen. Beizeiten unschädlich gemacht. Berlin, 6. Mai. (Wolff.) Die Polizei verhaftete zwei aus Rußland eingewanderte Kaufleute namens Friedmann und Ie- lin 0 witsch und ten von ihnen gewonnenen Techniker A l t v a t e r, die im Begriff waren, mit der Herstellung falscherRentenmark- scheine zu 100 Mark zu beginnen. Platten uitb Material zur Herstellung wurden beschlagnahmt. Büchcrtisch. — Als Kunst gäbe 2 bringt der Verlag der Schönheit, Dresden -A.24 ein stattliches Heft über „Ludwig Fahrenkrog, feine Schöpfungen und ihre Vedeu- tung für unser Volkstum" heraus. Die 2 Vogen Text, 6 bunte Verlagen und 47 Bilder umfassende Kunstgabe der Schönheit lostet 5 Goldmark: sie wird auch durch diese Preiswücdigkeit das geistige und künstlerische Ringen von Dor- kämpfern ter Schönheitsbewegung in immer breitere Volksschichten tragen. Wie Kunst und Volkstum eng zusammen gehören, so steht Fahcenkcogs Schaffen in innerster Beziehung zum deutschen Volk und seinem Seelentum. Hier wird uns ein urteutscher Künstler durch die ausgezeichnete Einführung von ^utt Engelbrecht nahegebracht, soweit wir nicht bereits in einem Verhältnis zu Fahrenkrog stehen durch Kenntnis und Vtert- schätzung seiner zum Teil sehr verbreiteten Diltec. Die technische Ausstattung des Bandes ist musterhaft, öu Bilder sind sehr wirkungsvoll auf Kunstdruckpapier wiedergegeben. — Reue Fc a uenkleidung und F r a u e n k u l t u r", Zeitschrift für persönliche künstlerische Kleidung, Körperkultur und Kunst- Handwerk. Mit Schnittmuster- und Handacbeits- bogen. Herausgege^en von der Wertestelle für deutsche Fcauentuttur Karlsruhe. 20. Jahrgang 1924. Heft 2 (April). Verlag G. Braun, G. m. b. H- in Karlsruhe. Preis 1. Halbjahr 1924 (drei Hefte) 3 Ml., Einzelheft 1,20 Mk. Hest 2 von 1924 der künstlerisch ausgestatte e.x Zeitschrift einfach-vornehmer Art, bringt sach^verständige Beiträge in sorgfältigster Auswahl und reiches Bildmaterial. Kleidmotelle aus ersten deutschen Werkstätten: Schnittmustcrbogen Legen bei. Aus dem reichen Itthalt sei erwähnt: Die moderne Linie. Don Else Leitzmann. — Das Gminderfche Dast» faser-Derfahren. Don Prof. Laura Eberhardt.— Die Musielinstickexei auf ten Schwarzwald. Von Hexmann Eris Duste. — Das Brief schreiben. — Mutterliebe. Bon Trude Rothe. — Sonett. Dvn Alerander v. Gleichen-Rußwurm. — Echtfarbig- keit, Wirtschaft und Kultur. Don Dc. E. (Samten — lieber die innere Einstellung zum Aeußecn Don Margarethe Reumann-Weimar. — Zur De- rufslage ter Frauen. Bon Dr. Käthe Gaebel. — Ein Wort über das Taschentuch. Don Este Hoffmann. — Empfehlenswerte Dächer. - Bezugsquelle und Preise für fertige Arbeit«? (3n einem Teil dec Auflage wiederholt.) Weitere brilische Presfestimmen zum Wahl^ ergrbuis. London, 6. Wai. (WB.) Die „Westminster Gazette" bezeichnet die Deutsch nationalen als ten entscheidenden Faktor in dec künftigen Poliiil Deutschlands. Für England und Europa sei die Haupterwäoung, was wohl die wahrscheinliche Wi.lung des Ergebnisses ter Wahlen auf die Haltung Deutschlands gegenüber dem Sachverständigenbericht sein werte. Cs sei für unvermeidlich angesehen worden, daß die Politik P 0 i n c a r e s im Ruhrgebiet eine Reaktion in Deutschland Hervorrufen werte, die den Parteien zugute komme, die gegen jedes Kompromiß sind. Diese Bewegung sei nicht soweit gegangen, wie erwartet wurde. Die Mehrzahl ter Mitglieder des neuen Reichstages sei für die Annahme ter Sachverständigen-Derichte. Don ter Haltung ter Deutschnationalen hänge die gesamte Lage ter Verhandlungen ab. — Die „Daily Chronikle" schreibt: Die Antwort auf die wichtigsten Fragen, ob Deutschland für die Annahme des Dawes- berichies eintreten werte, bleibe für ten Augenblick zweifelhaft. Es sei keineswegs sicher, daß die Konservativen ihn ablehnen würden. Aber wenn .nicht bald von ihrer Seite ein Anzeichen in dieser' Richtung komme, so würde wahrscheinlich eine ausgesprochen ungünstige Rückwirkung auf die am nächsten Sonntag stattfintenden französischen Wahlen ausgeübt werten. — Die „Times" schreibt: Das Ergebnis ter deutschen Wahlen sei keineswegs ermutigend für die Leute, die auf eine baldige Regelung des Repa- rationsproblems gehofft hätten. So gut wie die Hälfte ter deutschen Ration habe für die Verwerfung Les Sachverständigenberichts gestimmt. Einige der deutschen Blätter erklärten eben, daß die Stärke ter nationalistischen und kommunistischen Stimmabgabe ang:f hen to.rten müße als „ein Schlag ins Gesicht des Dawesausschusses". Diese Auslegung sei vielleicht nicht notwendiger W^tse durch die Tastache begrüntet, aber was auch immer die Ansicht der HHähler gewesen sei, die diese Parteien zu Millionen unterstützt hätten, ihre Aktion verurteile jede 'Bewegung, die Kombination von Parteien im neuen Reichstag zu bilden, welche notwendig Jet, um die wesentlichen Bedingungen des Berichts durchzuführen, zu einem Fehlschllige. der versagt nie! Wsrum kauften Sie einen Mrategen? Um Ihre Ware schneller zu befördern, Zeit und Geld zu sparen. Dies können Sie aber nur, wenn der eigentliche Träger — die Bereifung — nicht versagt. Wahlen Sie ALK kZßK'BSM Irin kl man von aller» her in Jedem Höule, in dem man Pfeltier <£ Silier» Kafiee-EQenz verwende!. Sie veredel! den Gelthmack panz Uberrafchend und machl den Kaffee wirklich fein. SHberpatet 30 PL. Dole 40 Pf. in allen Geschäften. MWröesWWsMn. Sin Vornan aus dem 21. Hahrhundert von Han» Dominik. LS. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Die beiden Freunde hatten auf ihrer Wvndr- mna den höchsten Punkt der Straße erreicht. Hier blieben sie eine kurze Zeit stehen. Vom Dolde der sinkenden Sonne beleuchtet, dehnte sich weit vor ihren Blicken die Havel. Weit drüben am Horizont schimmerten die Türme und Bauten von Siemensstadt. Gerade jetzt erhob sich dort eine Flottille mächtiger Flugschisfe. In schneller Folge stiegen sie auf, setzten sich in Kiellinie und nahmen den Kurs nach Osten. Anablässig gewannen sie dabei an Hohe, wurden klein und Immer kleiner und waren schon fast Punkte, als sie über den Köpfen der beiden Freunde dahinzogen. Wellington Fox verrenkte sich beinahe das Genick, um sie über sich zu beobachten. »WaS ist das, Georg?" Es dauerte lange Sekunden, bevor Isen- brandt, wie aus Träumen erwachend, die Antwort gab: „Was das ist, Fox? Ver sacruml Ein neuer heiliger Frühling, den das alte Europa nach Asien schickt. Junge Siernensstädter sind es mit ihren Frauen und Dräuten, die dorthin gehen. Das sind keine Dauernsiedler, sondern Industrtesiedler." Wellington Fox unterbrach den Freund: »Ich hörte davon. Aber ich wußte noch nicht, daß diese 93läne sich bis zur Ausführung verdichtet haben. Bisher wollte sich europäisches und amerikanisches Kapital nicht rocht an die Ausbeutung der asiatischen Bodenschätze heranwagen. „So war es, Fox, solange die politischen Aiachtverhältntsse da drüben in Asien unsicher I waren. Jetzt hat sich dc»S radikal geändert. Jetzt, wo unsere Her l-schaft festslM, find plötzlich Biesen- kapitalien vorhanden, um die reichen Bodenschätze dort zu heben. Was Europa in Afrika verloren hat, findet es in Asien dreifach wieder." Die letzten Flugschlffe der Flottille waren jetzt am dunllen Osthimmcl verschwunden. Wellington Fox, dec ihnen bis zuletzt nachgespäht hatte, sprach wieder: „Wenn aber Kapital und Bevölkerung In diesem großen Maße nach Osten verpflanzt werden, wird sich dann nicht der Schwerpunkt Europas, sein Schwerpunkt in jeder Beziehung nach Osten verschieben?" „Dem, Fox. Man wird dort Eisen fchrnelzen und Halbfabrikate machen. Aber die Feinfabrikation bleibt in Europa. Die Schreibtische . . . die Organisation . . . das Hirn, das diesen ganzen Mechanismus steuert, bleibt hier, wo es wurzelt und ausschließlich gedeihen kann. Du brauchst keine Entvölkerung Europas zu befurchten. Es bleibt das Züchtungsland hochwertigen weißen Blutes." Langsam weiterschreitend, hatten sie das Heim Isenbrandts erreicht. Durch das Gartentor schritten sie den Abhang zum Hause empor. Anter dem 'Schatten des schon leicht vergilbenden Laubes einer alten Kastanie sah Frau Maria int Kreise ihrer Gäste. Theodor Witthusen . . . Francis Garvin . . . Helen Fox geb. Garvin. Ihr Geplauder schallte den Eintretenden entgegen. Hetzt hatte Helen die beiden erspäht. Schnellfüßig eilte sie ihnen entgegen. „Endlich kommt ihr. Wir hatten und so auf die gemeinsame Kafseestunde gefreut, und jetzt, wo sie vorüber ist, kommt ihr erst. Daran bist du sicher schuld." Wellington Fox deutete mit der Miene eines unschuldig Verdächtigten auf Georg Isenbrandt. „Ich wasche meine Hände in Anschuld. Da steht er, der Missetäter. Zwei Stunden rammte ich das Pflaster des Dlsmarckdammes. Aimm dir ein Beispiel an dem Gesicht Marias, Helen dsar. Aichls von Vorwürfen . . . nichts von Angeduld. Glücksellg der Mann, der ein sanftmütig Weib freite I" „Wellington! . . . Du Angeheuer... Du Anhöflichster aller Menschen. . ." „Diese Versicherung hörte ich feit dem ersten Tage unserer Bekanntschaft wohl täglich ein dutzendmal." »Pfui, Wellington! Du bist. . ." «... der unhöflichste Mensch auf Erden." Ein leiser Klaps auf Wellingtons Wange quittierte seinen Einwurf. Lachend enteilte sie seinem Griff und hing sich in Marias Arm, die an Isenbrandts Seite zur Terrasse emporschritt. Brummend ging Wellington Fox ihnen nach. Sein Aug ehaftete auf den beiden ebenmäßigen hohen Gestalten der Isenbrandts. Aeuherlich wie innerlich schienen diese beiden Menschen tote füreinander gemacht. Der Zufall, der sie einst zusammengeführt, hatte sie auf ewig aneinander- gebunden. Kerne lange Werbung . . . keine Beteuerung der Liebe . . . kein langsames Auffpriehen einer Steigung . . . Das erste Zusammentreften entschied über ihr Schicksal . . . und das vollendete sich, als die Stunde gereift. And dann glitt sein Blick zu Helen. Mit Entzücken verfolgte er die Bewegungen ihrer zierlichen Glieder und dachte bei sich: Ich hätte mein Leben lang nicht geglaubt, daß es unter Milliardärstöchtern so ein famoses Mädel gibt. Weiß der Teufel, was die Dollarkönige einen anständigen Menschen abschrecken Birnen. Aa! Schließlich hat sich doch auch meta teurer Schtoicgerpapa als ganz famoser old fellow entpuppt. Seine Hochachtung vor mir ist geradezu ' beängstigend. Ich fürchte, mein neuester Plan wird ihm den knock out geben. Dann war Wellington Fox bei seiner Frau und legte feinen Arm unter den ihren. »Die Abrechnung zwischen uns beiden wird fpäter geschahen. Ich habe mir meine Bache inzwischen gründlich überlegt. Teuerste Frau Maria, Sie täten unendlich viel Gutes an einem Anglücklichen, wenn Sie diesen Wirbelwind etwas in die Schule nähmen." „Ich werde mich hüten, Mr. Fox!" antwortete Maria lachend. „Für Sie ist Helen so, wie sie ist, gerade die Richtige." „Bravo, Maria!" rief Helen. „©16’8 ihm - - . gib's ihm tüchtig! Zu gut . . . viel zu gut bin ich für diesen. . ." „ . . . unhöflichsten aller Menschen," vollendete gelassen Fox. Er wollte sich, eines plötzlichen Angriffs gewärtig, zurückziehen» als Helen ihn umfing und mit schnellem Kusse. seine Wange streifte. And dann saßen alle zusammne um den runden Tisch im Schatten des allen Baumes. Wellington Fox hatte neben seinem Schwiegervater Platz genommen. Sein lebhafter Mund war eine aeraume Zeit fast auffällig verstummt. Mechanisch rührte er in seiner Tasse und vergaß das Trinken. Gttdlich ergriff er sie und trank sie mit einem Zuge leer. »All right!" kam es aus seinem^Munde. Gr entzündete sich eine Zigarre und legte sich behaglich in seinen Stuhl zurück. „A propos, teuerster Mr. Garvin, wäre Ihnen mit einer guten Position gedient?" (Schluß folgt.) WWotf Emm! & Go., estfl ScItersrocgSl sensationell billigen Verkaufs MW Größter Schuhverkauf in Gießen SWeWWWM: MW 0.01., SklMWMsz; MMkN, SWenMMZ; OotlOl «WM großen Andrang erwarten, haben wir zur Vereinfachung zum größten Teil feste Einheitspreise gemacht welche folgendes Bild ergeben: ' Um bares Geld zu erhalten, haben wir uns entschlossen, bis einschließlich Samstag einen Teil unserer Ware unter den Einkaufspreisen abzugeben. Da wir wegen unseres Seltersweg 31 verkauf an Jederm mn! Durchgehend geöffnet von 8—6 Uhr! Seltersweg 31, gegenüber Nomack 37131 [nameliiye N die moderne OFEN POLITUR geben wir" nach ™ 20 Prozent Rabatt ::: abgezogen wird u: BOjhüIf erstklassiges Fabrikat, Rahmenarbeit . 14.00 6.00 10.00 15.00 9.00 11.00 Boxkalf gutes Fabrikat. . Boxkalf teils Nahmenarbeit Rindbox breit und splh......... Rindbox und Chevreau Ä Boxkalf und Rindbox Rindbox gutes Fabrikat . . 6.00 Boxkalf und Rindbox ‘^mmatbeit 10.00 Boxkalf Rahmenarbeit, bestes Fabrikat . . . 12.00 Damen-Halbschuhe, braun: I | Herren-Halbschuhe, schwarz: | Rindbox gutes Fabrikat, Tinzelpaar« . . . . 8.00 Boxkalf Nahmenarbeit . . . ..... 12.00 Herrenstiefel, braun: Boxkalf Rahmenarbeit, Linzelpaare .... 12.00 Boxkalf Rahmenarbeit, gute Fabrikate . . . 15.00 Boxkalf *Qhtif,a,e-WIä 19.50 Herrenstiefel, schwarz: Damen-Halbschuhe, schwarz: