ar. 288 Erster Erscheinl täglich, außer Soiau und Feierlags. Beilagen: • iefeener Je m dien b Uiltet Heimat im Bild. Konets-Bejigsprtls: 2 öolbmarh u. 20 Gold- Pfennig für TrLgerlohn, auch bei Nichterschelne« von einzelnen fRummerx infolge höherer Gewalt. Fernfpr e ch-2lnschlüsfe: Schriftleitung 112, Der» lag unb®efdjäft*ftelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: »NjeigerSiesfe». poM(d)ccnonto: franlfurt a. flt 11686. Blatt V4- Jahrgang Bamrrag, v. vezemver 1921 General-Anzeiger für Gberhessen vrvS mid Verlag: vrühl'sche Unlverslläls-Vnch- und $teinönidcrei R. Lange in Stehen. Zchriftleitung und Seschäftrfte7e: Schullttaße 7. SneobBt van für die lagesnummet »is zum Nachmittag vvrh« ohne lebrDerdlndlicb kett. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette drll, ch8.au» wärt» 10 Doldpfennig; für Re« Marne*Znjeigen o 70mn Brette 35 Goldpfennia, Playoorfchrift 20* .Auf schlag. - Berontworilich für Polttid u. Feuilleton: vr Friedr Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Vlumschein:für den Anzeigenteil: Han» Beck, sämtlich in Sieben. Die Pariser Zusammenkunft. Das Schicksal der Kölner Jone. — Erneuerung der Entente cordiale. Pari-, 6. Dez. ($H.) Sottet unb Chamberlain hatten gestern vormittag eine Unierte* düng, über die folgend« amtlich« Erklärung auS- gegeben wird: _3m Laufe Ihrer Unterredung haben die beiden Minister die verfchtedeusten auswärtigen Probleme zur Sprache gebracht. Uebet die Fragen, die eine sofortig« Lösuna erheischen, ist eine Verständigung erzielt worden. Die Fragen, die eine eingehende Prüfung erfordern, sollen weiterhin unter Betonung de- beiderseitigen Wunsches, bi« freundschaftlichen ®e8i«<'U'*qen zwi- schen Frankreich und England zu cntwickeln und die Aufrechterhaltung beS Friedens zu stchern, be- handelt werden." Während bi« Besprechung noch au dauerte, tret die Kommission d«S Obersten Rates fit di« national« Verteidigung unter dem Vorsitz Paul DoncourtS zu einer Prüfung des Entwurfes zusammen, der die Ablösung der Interalliierten, Berliner Kontrottkom- Mission durch einen Ausschuß der ständigen M t l i t ä r k v m m i s s i o n deS Völkerbundes dorfieht. Paul Doncourt teilte Verriet die Schlußfolgerungen der Kommission mit, die der französische Mintsterpräfident unverzüglich Chamberlain unterbreitete. Chamberlain hat daraus erklärt. daß Großbritannien di« Ernennung etneS Franzosen zum Vorsitzenden deS Kontrollausschusses des Völkerbundes befürworten wolle. Herriot hat um 7 Uhr bte französischen Pressevertreter am Quai d'Orsay empfangen und gab ihnen genauere Aufschlüsse über die Besprechungen mit Chamberlain. • Die TRorgenbTärter bringen ausführliche Angaben über die Sufammenfünft, liebevelnftinunenb wird dec herzliche Bert aus des Meinungsaus- tauscheS betont Heber die Räumung der Kölner Zone berichtet der ,QEa:tn“ folgendes: Der englische Außenminister steht auf dem Stand« pimtt, daß die Militä r-Kontrvlle zu einem befriedigenden Ergebnis führen mühte, ehe England die Kölner Zone räume. England verpslichlet sich weiterhin, in der Zwischen- zeit fetnertei Maßnahmen za ergreifen. Ne französische 2nü>pedxtoegungen verhindern könnten. Der „XcmpS-' betont, es komm« darauf an, die Mißverständnisse. die sich zwischen Frankreich und England henauSgebildet hatten, endgülüg zu zerstreuen. Äm übrigen herrscht in politischen Krei- fen dec Eindruck vor. daß es sich ledilich um einen Meinungsaustausch handelte, bei dem schwerwiegende Entschlüsse nicht? gefaßt wer- Den konnten, .©re Roulx-lle" saßt das Ergebnis der Besprechung kurz dahrn zusammen: 1. Frankreich unb England bleiben vereint in bet Verteidigung ihrer gemeinsamen allgemeinen Interessen. 2. England verwirft daS Genfer Protokoll nicht, wird aber «inen Beschluß erst an dem Tage fassen, an dem die Meinungsäußerung der Dominions vorliege. 3. England lehnt jede internationale Lösung ab, die die Sicherheit Frankreichs nicht gewährleistet. 4. England hat nicht die Absicht, die Beziehungen zu Sowjetrußland abzubrechen. Aach der Havasagentur HU die lln'er- reduug CH nndrrlains mit Herriot in englischen und sranzcs scheu Kreisen einen gleich befriedigenden Eindruck bin tert i fiert. Es sei klar, bat) in einer nur zweistündigen Unterredung leine entscheidenden Beschlüsse hatten erzielt werden Tonnen. Die Fühlungnahme habe jedoch ihr Ziel schon dadurch erreicht, daß eine gemeinsame Orientierung der auswärtigen Politik bei- beiden Länder festgelegt worden sei. Chamberlain habe öf entlich erklärt, daß es sein Bestreben fei, die Entente cordiale aufrechtzuerhalten. E.ne aktive und vertrauensvolle Ztrsammen arbeit könne zwischen Paris und London im Hinblick auf eine gemein« schrftl che U berelick mft d:c für einige auswärtige Probleme nrtwend gen Lös cng?n erzielt we.dm. So seien gewisserm.hen spontan einigebrtng» liche Entscheidungen getroffen worden. Frankreich und England fe.ea übereiagclom- men, Botschafter nach Konstantinopel zu entsenden, d c zeitweise auch ihren Wohnfttz m A n gora nehmen sollen. Für Frankreich lonime für diesen Posten eine politische Persönlichkeit in Frage, bte sich den türkischen Angelegenheiten besonders gewidmet habe. Chamberlains Abreise. Paris, 6. Dez. (Wolft.) Gestern mittag gab Ministecpräsident H e r r i o t dem britischen Außenminister ein Frühstück, dem der britische Botschafter Lord Crewe, der Sekretär Chamberlains, Scrlby, der Präsident des Senats und der Präsident der Kammer, alle Minister, die ehemaligen Außenminister und die Präsidenten der Senats- und Kammerausschüsse für auswärtige Angelegenheiten bekr-ohnten. Um 5 übr ist der Staatssekretär nach Rom weitergereist. Auf dem Bahnhof war Herriot zur Verabschiedung erschienen Dor seiner Abreise hat Chamberlain an die Mitglieder der Presse folgende Ansprache geholten: Wir Minister und Politiker arbeiten nach britem Können, um die freundschaftlichen Beziehungen, die unsere beiden Länder durch die Errnnerung an gemeinsamen Ruhm, gemeinsame Prüfungen und gemeinsame Interessen, einen, zu verstärken Lethen Sie uns hierzu Ihren mächtigen Beistand Unterstreichen Sie nicht zu sehr die Meinungsverschiedenheiten, die von Zeit zu Zrit, selbst unter den besten Freunden, aufkommen können. Seien Sie vielmehr die Dolmetscher unserer beiden Rationen, mit ankeren Worten, der eine für den anderen. Die englische Presse möge es sich zur Pflicht machen, den französischen Standpunkt verständlich zu machen unb die französische Presse ihrereits möge alles daran setzen, die englischen Ansichten zu erläutern. Jeder für sich muh deschalb zum Vertreter jener C n« t e n t e cordiale werden, die immer Frankreich und England einen möge. Dann wird die Presse und bei unserer wohlwollenden Aufgabe einmütige Unterstützung leifjcn. Frankreich und Aeqypten. Paris, 6. Dez. (WB Funkspruch.) Zu der Unterredung zwi chen Herriot und Chamberlain glaubt „Quotidi-en" zu wissen, daß von Aegypten und Marokko nicht lange gesprochen worden fei Chamberlain habe erfiirt, er werde vor dem Dölkcrbundsrat den britischen Standpunkt zum Oludbral bringen. Ministerpräsident Herriot h.be daraus g.anlworte!, d h sich Frankreich weder in die ägyptische Angelegenheit ein mischen wolle, noch dah es im R i f die Ansicht habe, die Racholge der sich zurückziehendcn Spanier an^utreten. »Ouo- tidien" berichtet ferner, es sei sehr wahrscheinlich, dah Herriot Anfang Januar eine erneuteDe- geanung mit Chamberlai n und v dl i ht auch mit Stanley Ba l dw i n, wenn nicht in England, so doch ht einem nordfranzösischen Hafen haben werde. Es sei höchst unwahriche.n- lich, daß Chamberlain auf der Rückreise von Rom sich in Paris aufhalten werde. Aus alle Falle werde aber Herriot mit ihm bei der Durchreise auf dem Bahnhof eine Unterredung haben. Verurteilung ägyptischer Offiziere. Kairo. 5. Dez. (WTB.) Das Kriegsgericht verurteilte vier an byt Aufstand eines sudanifischen Bataillons tu CHartum beteiligte Offiziere zum Tode. 'Drei wurden heute erschossen. Für den vierten wurde das Todesurteil in 15 Oahre Gefängnis umgewandelt. Englische Nüstungspläne. London, 5. Dez. (TU.) Der parlamentarische Korrespondent des „Daily Telegraph" meldet: Die gegenwärtige Regierung hegt keinen Zweifel über die Notwendigkeit, den Plan, Singapvre als Flottenstützpunkt auszubauen, wieder aufzunehmen, und Mar ohne wesentliche Aende- sungen des Planes. Die Arbeiten verteilen sich über 10 Oahre. Die neue Regierung wird auch die Pläne der früheren Baldwin-Regierung wieder aufnehmen, wonach ein Bau von acht Kreuzern vorgesehen ist. Der deutsch-englische Handelsvertrag. Deutschland und der Handel mit den britischen Dominions. Berlin. 5. Dez. (SU.) Ueber die deutsch- engltfcfcen Handels Vertrags Verhandlungen wird uns von einem Mitglied der gestern aus London nach Berlin zurückg-kehr'.en Delegation folgendes mitgeteilt: Die Handelsvertragsrerhanklungen in London waren die ersten Verhandlungen, bu nicht auf Grund des Vertrages von Versailles geführt wurden, aber unter dessen Einfluß standen. Es waren Verhandlungen zwischen Gleichgestellten, bei denen lediglich die Interessen der beiden Parteien zu Worte kamen. Sie wurden durchweg in einem angenehmen und freundlichen Tone ge» füh t. Durch den Vertrag worden die getarnten Handels- und Vertragsinter essen, die Betä'.i- gunge« und Riederlassungsrechte dec beiderseitigen Staatsangehörigen und Gesellschaften in den beiderseitigen Ländern 'nach den Grundsätzen der Meistbegünstigung geregelt, d. h. die deutschen Staatsangehörigen und ®efetl- schasten werden in Großbritannien genau so behandelt werden wie die Staatsangehörigen der meistbegünstigten Rationen. Einen wie großen Fortschritt daS gegen den bisherigen Zustand bedeutet, werden am besten die deutschen Kaufleute ermessen können, die zu Großbritannien geschäftliche Beziehungen unterhallen. Wenn es nicht gelungen ist, die Einreifebeschränkungen ganz aufzuheben, so ist auf Grund der Verhandlungen doch in Zukunft deren liberale Handhabung zu erwarten. Jedenfalls werden die Deutschen m England nicht mehr schlechter behandelt werden als die Angehörigen anderer Rationen. Eine gleichzeitige Regelung unlereS Verhältnisses zn Indien und den Dominions sowie den anderen Seiten des britischen Reiches war nicht mögllch, da Englanb verfassungsmäßig nicht das Recht hat, für bie Reaieran- aen dieser Gebiete in wirtschaftlichen Dingen bindende Verpsl chtungen einzugehen Zum Beweis dieser Behauptung haben sie öa.xmf Hingewi eien, daß die Zollpolitik Indiens und b e r groben Dominions sich ja in erster Linie gegen das Mutterland richtet, und trotz aller Bevorzugung die Zollsätze so gehalten sind, daß sie die Einfuhr aus Großbritannien erschweren (Entgegen anderen Meldungen hat die britische Regierung mm nicht die Absicht, das Zustandekommen einer Regelung zwilchen Deutschland und den obengenannten Gebieten zu verhindern, sondern sie wird vielmehr den Vertrag vorlegen und seine Annahme ernp- fehlen. Sollte diese Annahme abgelehnt werden, dann steht es Deutschland frei, mit den Dommions ohne englische Vermittlung zu verhandeln. Schwerindustrie und deutsch- französischer Handelsvertrag Paris, 5. Dez. (WB.) Der „Temps" beschäftigt sich heute abend in einem längeren Leitartikel mit den französisch-deutschen Wirtschafts- Verhandlungen, soweit es sich um die Schweres senindu st rie handelt. Die Verhandlungen hätten den Abschluß eines Handelsvertrags zum Ziel. Es handle sich also hauptsächlich darum, den Zolltarif für Deutschland und Frankreich zu bestimmen, lieber die engbegrenjtc Frage hinaus hätten die deutschen Sachverständigen der Schwereisenindustrie sich bemüht, das Problem eines allgemeinen Abkommens für die europäische Schwerindustrie anzuschneiden. Ja sogar noch mehr. Sie scheinen die Absicht zu haben, von dieser Verständigung das Abkonnnen über das Zollregime abhängig zu machen. Es scheint nicht, so fährt das Blatt fort, daß die Vertreter der französischen Schwereisenindustrie den Vorschlag der deutschen Sachverständigen hinsichtlich eines interna io aalen Zusammenschlusses der Schwereisenindustrie ablehnen wollte. Die Meinungen gingen nur über die von den Deutschen vorgeschlagenen Methoden ausem- ander. Etn internationaler Zusammenschluß der Schwerellenindustrie verlange in der Tat notwen- dtgerwrise zunächst sehr del.rate Besprechungen mit den anderen, Eisen produzierenden Ländern, msbesondere mit England, Belgien, Luxemburg, der Tschechoslowakei und Italien. Diese Despre- chungen könnten nicht, wie künftig auch der Fortgang der Verhandln ngm fern möge, 6 s zum 10. Januar 1925 zu Ende d führt werden. An diesem Tage toerb? die deutsche Grenze für alle französische metallurgische Erzeugnisse geschlossen f in, wenn nicht der neue deutsche Tarif für sie in Anwendung komme. Daraus ergebe f ch für die lothringischen Hütten betriebe eine sehr ernste Schädigung, da die späteren Verhandlungen s ch nur noch schwieriger geflohen würden. Cs sei daher zu wünschen, dah die deutschen Vertreter, d e augenblicklich in Deutschland ihre Ar.ftragg.ber befragt.n, ernstlich nach- ber.tm, und dah sie. wenn sie nach Paris zurück- kchrien, annehmbare Vorschläge tar.f- licher Art machten, die es gestatten würden, zu einem provisorischen Abkommen zu gelangen, die Gehälter der Reparationrkonlmission-Angestellten Paris, 5 Dez. (Sil.) Die Reparations- kommissivn hat am 28. Rovember die Gehälter der mit d-r Ausführung des Sachverständigenbericht s in Deut'chlard bca. flragtcn Persönlichkeiten festgesetzt. Der Generalagent für die Reparationszahlungen bezieht ein 2ah res- gehalt von 190 000 Go 1 dmark, der Cisenbahnkommiftar 105 003 Mk., der Reichsbankkommissar 95 000 Mk., die anderen Äommiffare je 80 000 Mk. Das Jahresgehalt des Treuhänders beträgt 75 000 Goldmark. Die Mitglieder des Ucbertragungscresschusses. die nur einmal im Monat zusammenlreten, beziehen eine feste Monatsentschädigung von je 1500 Mk., neben den Reisespesen usw. Umbildung des spanischen Direktoriums. Paris, 5. Dez. (WTB.) Aus Hendaye wird gemeldet, daß man nach spanischen Rach- richten aus guter Quelle eine alsbaldige Um» b.lbung des Dir:ttoriums er werten tönne General Primo d e Rivera, dessen Rückt chc nach Madrid etwa zum 20. Dezember erwartet cverde, wolle, we es scheine, unter seinen Vorsitz ein aus ZiviIperso nen zusammengesetztes Kabinett bilden. Als Außenminister komme d.r jrhige spanische Botschafter in Loidon Mercy del Val. als 3uftiynillster der Professor der rechtsw fsenschaftliche.i Fakultät an der Universität Madrid Clemento de Diego, als Jnnenm nister Gonzalez Rotwos, zur Zeit Generals prekär beim Staatsrat, und als Ma- rineminifter der derzeitige stellvertretende Vorsitzende des Diveltoriums, Admiral Magaz, in Betracht. Wählt! Am 20 Oktober hat der Reichspräsident auf Antrag des Reichskanzlers den Reichstag auf- lost und für den 7 Dezember Rcuwahlen ausgeschrieben. Ein sieben Wochen langer Wahl- lampt wurde unS belchieden je mehr er sich dem Ende näherte, um so erschreckendere Formen nahm er an. DaS Ringen um die Seele deS Wählers ist ein Kamps mit geistigen Wallen, der vor der Pertönlichkeit des politischen Gegners Haltmachen tollte. Verdächtigungen, Betchtmpfungen, Beleidigungen deS parlamentarischen ,Kollegen" gehören nicht in den politischen Kampf. Achtung vor der Ueberzcugung des andern ist eine Selbstverständlichkeit, die in den leidenschaftlich hochgepeitschten Wogen des Wahlkampfes in den letzten Wochen leider nur zu oft in Vergessenheit geriet. Sie allzu temperamentvollen Redner aller Parteien hätten sich stets nur das eine vor Qlugcn halten sotten, dah sie in erster Linie nicht auf ihre eigenen Leute, auch nicht auf die Anhänger gegnerischer Parteien wirken wollten, sondern aus die übcrwäll:geird gros-r Maf,e der politisch Zn- bJlcrcntcn, auf die .Partei der 2llchlwähler", die sich i i ihrer großen Mehrheit nur von sachlichen Darlegungen wird überzeugen haben lassen. Jetzt blickt jeder ruhig denkende Staatsbürger mit einem Ausatmen der Erlelchtecung auf diele Wochen erbitterten Buhlens um die Volksmeinung zurück, und manch einer wird sich Did Frage vorlegen: Bedurfte es sieben langer Wochen, um des Volkes Urteil einzuholen? 2st der deutsche Durch^tznittsbürger politisch so unreif, daß er sieben Wochen Ucberlcgung braucht, um auf eine einfach gestellte Frage eine ebenfo klare Antwort zu erteilen? Mit einigem Reid blicken wir nach England, das zu ParlamentSauslösung. Reuwahlen und Regierungsbildung kaum mehr als vierzehn Tage benötigte, ilnb mit Schaudern denken wir heute schon der berüchtigten parlamentarischen Händel, die uns blühen, wenn die morgige Wahl nicht eindeutig aussällt. Woran liegt das? 3n England trat Macdonald, als er mit seinem Kabinett im Parlament in der Minderheit blieb,- mit der klaren Frage vor daS Voll: Für ober gegen den Sozialismus? Und ebenso Har lautete die Antwort der Wähler. Mit starker Mehrheit entschieden die Wähler gegen Macdonaldt .-T trat zurück und wen ge Stunden spävec bilo^e bereits der eoieget Im Wahllarnps, Stanley Baldwin, sein Kabinett. 3n Deutschland hat sich die Reichsregie- rung gescheut, mit einer klaren, leicht faßlichen Wahlparole vor das Voll au treten. Da« Auslösungsdekret spricht recht verschwommen von „parlamentarischen Schwierigkeiten", die amtliche Darlegung der Reichsregierung von gescheiterten Bemühungen zur Erweiterung des Reichskabinetts. Aber der R e i ch s k a n z l e r , der schon bei den Umbildungsverhandlungen nicht mit dem ganzen Herzen dabei war, getraute sich nicht, das Kind beim rechten Ramen zu nennen, man sagte nicht, worum es ging, und sieben Wochen Wahlkampf taten das ihrige, die Fragestellung noch mehr zu verwischen. Wir haben uns bemüht, die Frage, deren Beantwortung man am Sonntag von dem Wähler verlangt, durch das verwirrende Vielerlei der Probleme, die in den Wahlkampf geworfen wurden, ohne eine irgendwie entscheidende Rolle zu spielen, klar im Auge zu behalten. „W o r u m es geht?" haben führende Persönlichkeiten aus den Lagern der drei für unter Oberhefsen ausschlaggebenden bürgerlichen Parteien von ihrem Standpunkt aus unseren Lesern eingehend dargelegt. Es geht um eine endliche Klärung unserer verworrenen Parieiverhältnisse — angesichts der 25 eingereichten Wahlvorichläge allerdings ein schier entmutigendes Beginnen. Es geht um die Schaffung einer festen parlamentarisch en Basis für ein Kabinett, das mit starker Hand, ohne den Blick nach rechts oder links wenden zu brauchen, an die großen inner- wie außenpoli^ tischen Aufgaben herantritt, deren Losung diese sieben Wochen hinauSgeschoben haben. Es gilt, alle die gewaltigen staatsbejahenden Kräfte, die bislang zu dem neuen Staat in Opposition standen, zur positiven Mtt- arbril an der Leitung des Staates zum Wohle des Vellsganzen heranzuz ehen. War es ein schwerer Fehler des alten Staates, die Sozialdemokratie in ihrer Opposition zu belassen, so würde es sich an dem neuen Staat ebenso bittet rächen, wollte man auch künftighin die starken, in dem großen von der Deutschnationalen Volkspartei vertretenen VottS:eil bislang brach liegenden Werte wieder in der Opposition belassen, nachdem diese unzweideutig ihren Willen zur Mitarbeit kundgetan hat. Gerade von der Beteiligung der bisher größten Oppositionspartei an den Regierungsgeschästen ist für unsere Außenpolitik eine außerordentliche Stärkung zu erwarten. Richt allein, daß/eine unter Einbeziehung der Deutschnationalen gebildete, alsc aus sichere parlamentarische Grundlage sich stützende Regierung bei der Durchführung des Londoner Abkommens, das ja für lange Zeit unsere Auhenpol.tik b stimmen wird, in wesentlich gefestigter Position den Verlragskontrahenten gegenübertreten und eher wirt'chaftliche Vorteile er fingen kann als ein Kabinett, das stets der Gefahr ausgesetzt ist, im eigenen Parlament in der Mwdcryrir za bleiben; nein, auch das Ausland selbst wird alles Interesse daran haben, die nationale Opposition in verantwortlicher Mitarbeit gebunden zu sehen. Es geht also um die Stärkung der Parteien, die zur Bildung einer starken nationalen Regierung auch mit den I Deutschnationalen bereit sind. Die Sozialdemokratie hat mit dem I Schlachtruf .Büraerblock ober SoLmldemokratie?" ' •’WT*" WMIIIJII «HW1 I j Jben alten Giftpfeil des Klassenkampfes wieder auS dem Arsenal der Vorkriegsjahre hervorgeholt. Eie macht selbst damit den Zusammenschluß des nationalen Bürgertums zur zw ngenben Notwendigkeit, Wer wollte die Sozialdemokratie toi ober in die rein negierende, zersetzende Opposition zurück- stohen, die als ein Kardinalfehler des alten Regimes bereits oben g-etemizeichnet wurde? Aber eine Anwendung des parlamentarischen Systems, das uns nun einmal die Revolution beschert hat, gegebenenfalls auch gegen die Sozialdemokratie, sobald die Mehrheitsverhältnisse das erforderlich machen, das Recht allerdings wird das Bürgertum sich nicht nehmen lassen. 3m übrigen erscheint das Argument der Linken von der auseinander fallenden Volksgemeinschaft reichlich deplaziert angesichts der Tatsache, daß doch die Sozialdemokratie es war, die durch ihren Austritt aus der sog. Grohen Koalition den Moskauer Genossen zuliebe die Volksgemeinschaft sprengte, llnö gehören etwa die deutschnationalen Massen, die mehr Abgeordnete in den alten Reichstag schickten als die Sozialdemokratie, nicht zur Volksgemeinschaft? Aber diesekaufende tüchtigster deutscher Staatsbürger dec dUEb.it am Staate entfremdet zu haben, war e.ne der konsequentest verfolgten Ziele den Aera Wirth und der in ihr maßgebenden Sozialdemokratie, die aus dem, was sie früher einmal am eigenen Leibe erfahren hatte, nichts ge-. lernt hat. Dem deutschen Volk eine zweite Aera Wirth mit ihrer politischen Würdelosigkeit nach außen und ihrer Khrfsenverh.tzung im Innern zu ersparen, darum geht es. Das Ziel wird nicht erreicht, wenn wiederum, wie am 4. Mai, Hunderttausende von Stimmen aus dem bürgerlichen Lager Zwergparteien zufallen, die unter wohlklingendem Firmenschild einen eigenen Laden aufgemacht haben und vielversprechende Programme verhöckern, zu deren Erfüllung sic niemals in der Lage sein werden» weil sie im Parlament von vornherein zur politischen Ohnmacht verurteilt sind. Das Ziel wird auch nicht erreicht, wenn die Partei der Richtwähler wiederum so erschreckend groß bleibt, wie bei den letzten Wahlen in Anhalt, Mecklenburg und Hamburg. Die wenigsten gehören dieser Partei aus stupider Gleichgültigkeit gegen alle Dinge, die nach Politik schmecken, an. Aber gerade in den älteren Jahrgängen find ihrer viele, die aus einem törichten Pessimismus heraus am Sonntag zu Hause bleiben wollen. Hunderttausende, die zum neuen Staat noch keine Stellung genommen haben, die es ablehnen, daß dieser Staat ihr Staat ist, und infolgedessen zum Zeichen des Protestes grundsätzlich die Wahlen boykottieren, andere Hunderttausende. die mit der Ze.-fahrenheit der politischen Verhältnisse unzufrieden find, die infolgedessen kleinmütig geworden sind und sich sagen, daß mit diesem System doch nichts zu erreichen ist, daß es deshalb das beste ist, die Dinge einfach laufen zu lassen und abzuwarten, wohin sig treiben. Viele sind verärgert über den augenblicklichen 'Kurs der Partei, der sie sich innerlich zuzählen, über führende Persönlichkeiten, über die Haltung ihrer Partei zu einzelnen Fragen, an denen sie selbst besonders interessiert sind. Andere, und nicht die schlechtesten, nehmen die Verantwortung, die daS Wahlrecht ihnen auferlegt, zu ernst. Sis denken zu selbständig, um sich durch Wahlreden oder Programme blenden oder gar überzeugen gu lassen: sie können sich nicht klar für eine Wartei entscheiden und — bleiben zu Hause, um allem Dilemma zu entgehen. < Diemand sage, daß es nicht auf fede ein- - elne Stimme ankommt. Gewiß, früher hat lich daS deutlicher ausgeprägt: solange wir noch die kleinen Wahlkreise mit der unmittelbaren Wahl des Kandidaten hatten, kam es vor, dah eine Stimme Mehrheit entschied, kam es sogar vor, daß zwischen den Bewerbern g e l o st werden muhte, weil sie genau d i e gleiche Stimmen» zahl erreicht hatten. So unmittelbar wirkt fiel) oas bei dem jetzt zu Recht bestehenden Wahlrecht nicht auS. Immerhin hat es den Vorzug, daß keine Stimme unter den Tisch fallt: was in den Wahlkreisen übrigbleibt, summt sich auf der R e i ch s - liste zusammen und verhilft der Partei unter Umständen noch zu einem weiteren Mandat. Je 50 000 Stimmen aber bedeuten ein Mandat, das wieder für die Bildung der Mehrheit von ausschlaggebender Bedeutung sein kann. Jeder also, der am Sonntag zu Hause bleiben will, muh sich darüber klar sein, dah davon vielleicht das Schicksal deS ganzen Wahlkampfes abhängt, und daß seine persönliche Passivität de- neu zugute kommt, denen er den Sieg ganz gewiß nicht gönnt. Witten in der AdventSzeit, nur wenige Wo- xh bereit, sofort zurückzutreten, aber nicht auf V r- langen der Opposition. Wenn der Favismus zu« sammenbreche, dann würde der Kommunismus das Erbe antreten. Er würde kein Ver- tvauensvetum ann hrnen, das an irgendwel he Voraussetzungen g knüpft sei. Daran hin zog General G i a r d i n o, der ein bedingtes Vertrauensvotum eingebracht batte, seinen An r g zurück und enthielt sich der Stimme. Die Senats- Debatten diel er Woche haben gezeigt, daß der Faszismus an Boden verloren h-tt und die Opposition zunimmt, daß aber die Mitte eine M in i ft e r fr i f e oermeidet um Mussolini Zeit zu I ff en, die gegebenen Zu siche tun gen von der Rvrmcllisierung durchzuführen. Die Oppofitionsblätter txriffensiiche.i eine Denkschrift des früheren Leiters der faszistischen Organisation in der Provinz F.rvara, ans der hervorgeht, daß die Gewalttaten, die dort verübt^ worden sind, von den f aszistische n Behörden angeordnet wurden Der frühere Generaldir-ktvr der Polizei und Höchst- fomrnanb'.ercnber der Rationalmili^ General d e Dalbo, wird dadurch erneut schwer belastet, d t katholische Geistliche Mttizoni soll auf Te ehl ein-.« Angehörigen der Rattonalmiliz zu Tode geprügelt worden sen. Es wird auch der Besuch gemacht, auf Grund d.l M g 6er tn K allen B tun- denn KJ ihn ein v lundgebun rung' ®° llian-hem bei dM Snlschei^u den ja gesagt, m oder atm lcinma tt hin- unt dadurch, vahlvors togswah Dahlsp' unb eir Patteilr zubleibe sparen. Jetzt ko> sv tie l(5re; zu gevi Dazu i der 1 zur 1 reift die E zu be obgabe ßtimmi zugesük parteie: in unse vvtte, vaterlä bei di' boetti । Jahrei mibmi Mhl< Urne, sonder Se QZamen ich vv brauch Fleitzi, und i Faulei etbaro ein d Dund bühÄi ton i der : Pater hohe eine zuersi ihr : dvtt Ehre f« bei bet )er ostpreuhi- loffnung, daö Öfen Fischer- t leider nicht chen der Erzen worden. mem Ätefer rverkstätte verhalle!. Die me-QHarf- and ßcfl toten svüen chrrs Im Der- eit. Mackensen h. loli^ei ist eine worden, die von 30 bl4 rminschastlich 'Berliner Die Hanner Berufsleben die Mi Teil on btm£ni: der Durch- BerhafteM •funben. Land. qsNber 1924. ingstag. Seil der W‘ b aber mu Teen der Set' Triumphe Pw- feinen erheben' Die nüchton» chlril ist » ®jür trat m> 5t 3?rbergr^ W ®X a, jst ,a un S”al(*r 77S5 mal ft« ysg vor ’S®»* 21^ r p^ftih el Mti/u d ; u r Ate KES tU Seiten F irt be’^tmnd'. irteV ä Saal tut bj^ usr to^ W'‘ tJ ; 21^. ir.lj) ebruche » irch ?7.r Den £ cse-niber i de turj se-n' ,übevM^ fcC i SM .f&L? tpoti»- ?sS ««Vsl* @.A <*mn i4Ä’"- f. U °d n dm 131/ ■J dem ^.vahr- < ^nat er Vernich, üftobet 1923 H Horb vennch- iu -?ie 2n- Glitch ty. aber man |oQ W ich ®* Berhanb' Verlag, wg im eh. Der riiShü-i ranlaslnng btt °d m da- Un. . tmfldltftrl ugt, zusamvn nnlilo Dr. en. Chaiselongues Chaiselongues- decken Möbel aller Art auf Teilzahlung ---------- * Matratzen oder iMätesshmen r. ö\ Fahrräder / abzugeben 011m JiiiriiiiiiuuiiiiiiniiiwniiuiiiiuimHuinmiwiiuinHi«iHmminiHn«iiiietii«iiiiimiiuiiin«iutuuiiiMi*l|^ Wdgener & Schlöte! = i Goethestr. 9 und 11 Frankfurt d. 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An sein Erscheinen knüpfen sich von alterSher merkwürdige Sitten und Gebräuche. ör ist der Freund der Kleinen, der Fleist.gen und ©etoiHen haften, dir er mit Aepseln und Nüssen beschenkt, aber der Dcheecken der Faulen und Gleichgültigen, für die er die Rute erbarmungslos bereit hält. ,Sv hat er also, ein doppeltes Gesicht, Sankt Rtkolaus, der Wundertäter, der Hauptheilige der griechisch- katholischen Kirche. Seine Hetmat li^t toeü non unS entfernt, im südlichen Kleinasien, an her Küste deS Mittelländischen Meeres. Zu Vatara in Lykien ist er geboren, und nur einem AuÄa verduntt er seinen 2Iuffttcg und seine £>b« Würde. Da hatten die Ehristen zu Rtyra ein« neue Kirche erbaut und verabredet, toer werft ihr neues Gotteshaus betrete der solle Lr Bischos sein. St. Rikolaus, der ahnungslos dort dinkam, hatte M Glück, zu der unverhofften Ehre zu gelangen. Aber nicht immer^war^lhm 6 Ahr nachmittags. Wer über den technischen Verlauf seiner Stimmabgabe noch irgend einen Zweifel haben sollte, lese unsere gestrige Aotiz nod) einmal aufmerksam nach. *• Die Ausstellung der Steuerbücher für 1925 betrifft eine Bekanntmachung in unserem heuttgen Anzeigenteil, auf die wir hiermit besonders aufmerL'am machen. * Die ReichSindexziffer am 3. Dezember Die Reichsinderzisfer für die LebenShalturgskosten für Mitttooch, 3. Dezember, ist nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes g^geniiber der Vorwoche unverändert geblieben. * • Der neti e Fahrplan. Der Zug 3.58 Ahr nachm. ab Giehen in Richtung Frankfurt a. M. ist kein Cilzug, sondern ein Eilgüterzug mit Personenbeförderung. Der Zug fährt nur bis Friedberg, dort Ankunft 10.48 Ahr abends. Aus der Strecke Gieszen—Fulda verkehrt der Personen 5.35 Uhr nachm. ab Gießen bis Burg- und Rieder- Gemünden nur werktags mit Ausnahme der Samstage. Dieser Zug fallt auch am 24. Dezember aus. • • Vom Versorgungsamt wird uns mitget ilt: Die Rachzahlung der Pensionsgebühr- nisse für den Monat Dezember 1924 an die früher aktiven Offiziere und die Hinterbliebenen usw. erfolgt am Dienstag, 9. Dezember, am Versorgungsamt (Zimmer 44). * * Personalien. Auf Grund des Gesetzes über Die Altersgrenze der Staatsbeamten ist der Vorstand der Hessischen Damps- kesselinspektton, Oberbaurat Oosef D o f f l e i n zu Darmstadt, am 1. Dezember in den Ruhestand getreten. — Der Zollsupernumerar Theodor Rühl in Gießen hat die Prüfung als Oberzollsekretär mit der Rote „Gut" bestanden. • • Das Verschieben von Briefen und Postkarten in Drucks achen- sendungen bildet fortgesetzt die Ursache unliebsamer Briefverschleppungen und Driefver- lustc. Ungeachtet wiederholter Anmahnungen durch die Presse und trotz unmittelbarer Einwirkung der Postanstalten auf die Absender werden viele Drucksachensendungen immer noch in so mangelhafter Verpackung zur Post eingeliefert, dah sie leicht zu Fallen für kleine Sendungen wer- .Davtz-, — Aftoria-Liartspiele .Hmier unsicht- baivn Mauern". — Heil BilderbühneGrvf>e Lustfpielwoche. — Tageskalender für Sonntag 6;abttb«aeer: 3l3 Uhr .Dchnützcibuhbänset" oder .Abenteuer des Lach banne» und des Mucken- schnappers", abends 6 « Uhr »Die Rüub.r". V. H. »L. Sietzcn. Wanderung nach Ri.dergirmcs. Trefipunkt 10 Uhr an der Labwrücke. - L.cht- sp:vlh.»is, Bahnhrsi'trahe^ .Qfib mich frei". — 2 tor^a-Lichtspiele wie Samstag. — Hess. B.tder- bühne wie Samstag. — Der Schützenverein Gießen hält am Montag, 8. Dezember, abends 8 Ahr, seine diesjährige Preisverteilung im Schützenhause ab. (Siehe Anzeige.) — „Unter Aeauatorfonnr und Schwarzen." Aeber dieses fesselnde Thema wird am Montagabend in der Aniversitats- aula Dr. med. Rolf Griesbach sprechen. Er wird seine Ausführungen durch Lichtbilder ergänzen. Räheres im heuttgen Anzeigenteil. schleunigen, indem he auf Ihre Anhänger b~m- enrsprechrud e amirkn. G.rad: der je? ge Wahl- tom^f bat ja llar und deutlich bewiesen, bah die breiten Bla ien der Wühl rfchaft für den Willen tbier Fühicr auh-rerdentlich emo sanglich si d. Natürlich wird ter W'g zu diesem e sekarve wird hoffentlich keinen Wähler unb eine Wählerin ebr graben „Partei der Parteilosen" veranlassen, dieser Abstim-nung fern- zubleiben. um sich die Qual ber Wahl zu ersparen. Dieses Verhalten wäre grunboerkehrtl Jetzt komm', es daraus an. dieDolksmeinung so tief greifenb wie nur möglich zu klären, um daraus ganz eindeutige Richtlinien zu gewinnen für d.e weitere Führung des Reiches. Datzu ist zweierlei erforderliche erstens, bah jeher Wähler und jebe Wählerin morgen zur Wahl geht unb babei als zweites i n reif lieb erwogener Stellungnahme die Entscheidung trifft Hierbei gilt eS zu bedenken, das) eine nutzbringende Stimmabgabe nur bann vorliegen wird, wenn die Stimmen den groben, mabgebenben Parteien angeführt werben unb nicht etwa ben Zwerg- Parteien, bie ja doch nur einflublofe Splitter in unserem politischen Leben sinb. Richt Schlagworte, fonbem ernstes Rachdenken und grShtes vaterländ.fchcs Verantwoetl chkcitLgcsühl müssen bei dieser Entscheidung üb*r die deutsche unb bamtt eines jeden ureigene Zukunft in ben nächsten ilabren allein mabgebenb sein! Und nun nicht mibmutig beiseite gestanden, alle Wähler und Wähterinnen in Stadt und Land heran an die Urne, denn Wahlrecht ist dieSmal ganz be- ftmbcr# Wahlpflicht! SDTgsameJ&ttisfran masi rieh die nebenstehende Packung einprägen, in der allein die Feinkost-Margarine „Schwan im Blauband" geliefert wird. Sie ist unübertrefflich für Küche und Haushalt und entspricht den höchsten Anforderungen des verwöhnten Geschmackes. Preis 50 Pfennig das Halbpf und. das Geschick so hold wie damals tm Jahre 303 der römische Ka ser Dioclettan die Christen verfolgte, da geriet 6L Dikolaus in lange unb harte Kerkerhast. Unter Ka.ser Konstanttn erlangte er bie Freiheit wieder. Aus dem Konzil zu Ricäa, im Jahre 325. machte er sich als eifriger Kämpfer und Gegner ber arianischen Lehre bemerkbar Als er am 6. Dezember deS Jahres 345 (352) starb, war sein Ruf als Heiliger schon ziemlich begründet. Seine Verehrung im Morgenlande labt sich bis in bie 3eit des oströmischen Kaisers Justinian (527 bis 565) Nachweisen. 3m Abendlande begann dieselbe jedoch viel später. Jahrhundertelang ruhten seine Gebeine in ber Ki-ch? zu Myra^ Da kamen die italienischen Kausleuie aus Bari und stahlen ihn heimlich. Am 9. Mai des Jahres 108i führten sie den Leichnam nach Lüdltalien in ihre Vaterstadt, wo er beute noch ruht. Don nun ab begann auch seine Verehrung im Abendlande. Der jahrhunderte alte Brauch, am 6. Dezember. dem R.kolaastage. bie Kinder mit Gaben »u beschenken, wird auf bie Legende zurückgeführt, das) Et. R.lviaus einst einem armen, aber rechtschaffenen Gdelmanne nachts Geld zur Aussteuer seiner Töchter ins Haus getoor.en bibe. Run erscheint er feil 3ahrhund.rten asl- jährlich an seinem TiK>estage in den Häusern vnb teilt seine Svenden aus: Rüste, Aepsel und Konfekt für die Braven, Streb,amea, aber Lchlage für die Dösen. Die Kinder betrachten ihn deshalb mit ungewissen, ängstlichen Gefühlen und Dangen und sind froh, wenn fein Besuch vorüber ist. Als St. Rikolaus, Knecht Rilolas, Knecht Ruprecht, Pelzmärtel. Aschen- oder Dutterklas tritt er in verschiedenen Gegenden auf. Der Spukgeist, der in zottiger Winterkieidung mit langem, teeibem Bart, Sack und Rute polternd die Treppe heraufkommt, hängt wohl m:t altgermanischen Gebräuchen zusamm n. An 3al- fest, dem g;*n Winterfest der heidnischen Germanen. hielten nach dem vorchristlichen Glauben die Seelen ber Derstorbenen unter Anführung des Wotan ihren Umzug unb nahmen am Schmaus und Gelage teil. Dieser Umzug wurde symbolisch bargeftelH. Als das Christentum die bridnisd-en Georauche verdrängte, nog man an ihre Stelle die passende Figur des Rikolaus gesetzt haben. , , r St. Rikolaus gilt als guter, harmloser Tölpel, dem das Glück nicht gerade feindlich ge sonnen ist. Sein Aufstieg zur Bischofswürde, seine Befreiung aus dem Kerker u. a. beweisen dies zur Genüge. Als Rat onalheiliger der Russen Pahl er gut zu dem Charakter dieses Volkes. Mehrere russische Käfer tragen feinen M,men. und sechs römische Päpste sind nach ihm benannt. _ Die Kunst hat sich seiner naturgemäß auch bemächtigt. Der 6t RikokauSaltar in der 2Narienkirche zu Danzig zeigt eine zykttfche Darstellung ber Legende des Heiligen, und Rooert Schumann hat ihn in feinen Oug:nds;enon als ..Knecht Ruprecht" vortrefflich musikalisch illustriert. Gießener Wochcnniorktpreise am 6. Dezember 1924 (Handlerpreise). Es kosteten: Butter Pfund 230, Matte 40, Käse 70. Wirsing 8, Weibttx» tt 5, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10. Spinat 35—40, Unter-Kohlrabi 5, Grünkohl 20, Rosenkohl 50, Feldsalat 80—100, Zw.ebeln 12-15, Meerrettich 40—120, Schwarzwurzeln 43, Kartoffeln 5, Aepsel 10—20, D.rnen 10—15, junge Hahnen ICO, Suppenhühner ICO, Gänse 90—100, -Hüffe 60—75; Eier das Stück 18, Blumenkohl 100—180, Endivien 10—20, Lauch 5—35, Sellerie 10—40. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Deut'che Dcttspartei: SV< Uhr Turnh lte Wäh'er Versammlung. — D. H. D . 8 Uhr Kau sm. Dr- einshauS Lt^tbilt« v rtrag. — Hubertus. 8 Uh Hotel Schütz .Löns-Abend". — A.-tl.ferir-Derein: 3l/2 Uhr Monatsversammlung Vereins lokal. — Elsah-Lothringer: 8V4 .Ho el Kohler Manatsversammlung — Ruoer-Fllub „Hastta": 8’/a ilf.r Mitgliederversammlung im Bootshaus. -- G - sangverern Fr . h nur: 8 11b Emwe hung d s reuen Dereinslobrls Re'taura^rt Kremer, Marburger St ratze. — Lichtspielhaus, Dahnhofstratze: ben. -Ate veionders gefährlich in dieser 'Besetzung erweisen sich, wie neue Feststellungen bestätigen, die häufig Aut Versendung von Drucksachen benutzten offenen Briefumschläge, bei denen die Absender die am oberen Rand oder an der Seite vorhandene Klappe nach innen einschlagen. On den dadurch entstehenden Spalt verschieben sich unbemerkt Briefe, Postkarten usw-, die bann m der Drucksache oft weite Irrfahrten machen. 3m eigensten Interesse des Publikums must ein- dringlich davor gewarnt werden, die .Klappe solcher Untlchläge nach innen einzuschlagen. Diel belfer ifte», dieKlappeüberdieAüd- feite lose Überhängen zu lassen. Als recht zweckmästig haben sich Umschläge bewährt, die an der Derschlustllappe einen zungenartigen Ansatz haben, der in einen äusteren Schlitz de^ Umschlags gesteckt wird. Sie fidiern den 3nbalt vor dem Heraussallen unb verhindern da- Einschieben anderer Sendungen! chre möglichst ausgedehnte CßettPC- düng ist im allgemeinen Interesse au wünschen. Derhaltnisntähitz häufig versdiiebe, sich auch Briese usw. in Zettungen. die unter Streifband verschickt werden. SS ist dringend zu raten, die Zeitungen zunächst zu umldmürcn und dann die Streifbänder so fest wie möglich um di< Zeitungen zu legen. " 3 i u - 3 i t f u. Qllan schreibt mrs: Immer mehr breitet sich, wie in Oesterreich, so auch in • Deutschland die Erkenntnis Balm, wie wichtig e» ist, in Fällen der Gefahr über ein unbedingt zu- vei lässiges Derletdigung.'mittel zu verfügen litch' jeder ist ein Rieke an Straft oder ein unfehlbarer Schütze. Um so erfreulicher ist es. dast wir im 3 i u • 3 i t f u ein DeNeidigungsmittel b-sitzen, das keine Kraft, sondern nur Technik verlangt Das japanische Wort 3iu»3it|u bedeutet: zarte, weiche Kunst, ist also nantei 'rti für die Selbstverteidigung des schwächeren Geschlecht- wie ge- iWaffen. 63 wird nicht grob mit der Faust gearbeitet, die Handkante, ja die Fingerspitzen vollbringen alles mit geringste, Kraftanstrengung. Der Ziu-2itsu-Kämpser ist gefeit gegen jeglichen Angriff, fei c3 Hieb, Stich ober Drosselung, und linn mit Leichtigkeit, anschltestend an di M) toebr, den Angreifer dank einem ber sogenannten Arretiergriffe unschädttch madyrn. Welch hoher Wert allenthalben auf 3iu-3itfu gelegt wird, er- i eilt bar.iuA, dast in sehr vielen Städten Sipo und Schupo tu- diese Kampfweife ausgebildet tverden. 3n Wettkämpfen zwischen Boxer und 3in-3ilsu- Kämpfer ist bisher immer her letztere Siege« geblieben, ein Sieg bes Köimeirs über die rohs Kraft. Es ist erfreulich, dast man auch hier in Giesten den Därmen Gelegenheit geboten wird, diese Kunst sich anzueigen. lRährreS darüber im heutigen Anzeigent:il.) •• Zur Richtigstellung 3n dem Bericht über die Versammlung der Sozialdemokratischen Partei am Donnerstag auf der LiebigS- höhe ist ein unliebsamer Druckfehler unterlaufen. (33 muh richtig Heist en. die frühere Regierung kostete 1 775 000 Mk.. nicht, wie ztt lesen war. 175 000 Mk. Biichcrtnch Ullsteins Rundsunklüstrer 1925. (Verl. Ullstein-Berlin.) Der Führer bringt aus berufener Feder d.e wichtigsten Grge'misse der F)richung unb des Fortschr ttes auf radio- technischem ©■biet Der zweite ie l enthält amt- liche Vorschriften. Lages-Sintestung n bei deutschen und ausländ schen Rundfunl-Sendestatio- nen, Verzeichnis der internationalen Rufzeichen und meistgebräuchlichen Wellenlängen. Anschriften deutscher Rundfunk-Vereine usw. Aach eine Anleitt ng zum Selbstbau einer Empfang Einlage ist in dem reich lUuftrierten Werk enth Iten. ®tn gutes Handbuch für jeden Rad o-Amateur. 1269 hkkM WWW Mittwoch, den 10. Dezember, abends 8x/4 Uhr.|^*^ seibuanbtger gesucht. Schriftliche zur 9809 D i Schüler und Soldaten 50 Pfennig. 9775V in West-Afrika < jj; 6!§se!ö, Gberheften. = 9748V Gieß. An», erbeten. Rentner, Sparer, [ Verkäufe 01 OTI1C und c VlAlAkM! Kaufleute! Techniker! f erkmeister! 9816D Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Liste 1 Jt: = W e E | E A. hüüfieck, Bielefeld Wäschefabrik, Marktstr. 12. Vertreter 1 gegen hohe Provision. Angeb. unter P.200 an die Okerhesfifche Zeitung, Lichtbildervortrag populärer Darstellung über eine Reise nach Eintrittskarten: Mk. 1.30 (inhLSteuer), Schüler Mk. 0.50 (inkl. Steuer) an der Abendkasse und im Vorverkauf bei Ernst CHollier, Neuenweg (weil numer. 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Deshalb folgt der geraden Linie nationalerRealpolitik,vertretendurchdie Deutsche Volkspartei (Lifte 5). ......„„„„................................ 9454c Verkaufe ein älteres kräftiges zugfesteö Pferd ein- u. zweispännig gefahren 011934 Hörnsheim, b. ©iehen, H.-Nr. 78. Eine lOjährtge SkWrM «lammfromm u. zng- fest), sowie ein leichter u. schwerer Wagen z-verkausen. GrrrtzenBuseÄ Schlotzstr 4. 9799D Bei der Schafherde in Danbringen werden Schaft und Lämmer zum Schlachten verkauft. 011903 Der Schäfer. la Hannoverancr M zu verkauf, «i-o Nodheimcr Str. 6 Ntb.Ätösers Mühle Ein sehr wachsamer SOskrtzimli zu verkaufen Blcichstraße 32 v. Suche beschlagnahmefreie 4-Zimmer-wshnung mit Zubehör entsprechende Vergütung wird gewährt. Schriftliche Angebote unter 017488 an den Gießener Anzeiger erbeten. Leistungsfähige Herren-, Damen- u. Aussteuerwäschefabrik sucht für den dortigen Bezirk bei erster Privatkundschaft eingeführten Vertreter (in). Das Fabrikat ist erstklasstg und sichert hohen Verdienst. 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Nicht Versprechungen, sondern praktische Politik kann Luch helfen. Darum hat die Demokratische Partei unter anderem: t. Sofort gegen die Euch beraubendeZ.Steuernotverordnung Widerspruch erhoben 2. die Erhöhung des vorläufigen Auswertungssatzes von 10auf I5Proz.durchgesetzi 3. die leistungsfähigen Gemeinden aufs dringendste zu einer viel weitergehenden Aufwertung aufgefordert. (Siehe auch dringender Antrag der Demokraten in der Gretzener Stadtverordnetenversammlung 4. die Verwendung des Münzgewinns (300 Millionen) für Aufwertung gefordert 51 Ae Steuerpolitik (Erfassung der leistungsfähigen Vermögen) getrieben, die auch die Aufwertung schafft, weil W nicht mit leeren ^rtt en> ^on^eni mit Geld aufgewertet werden mutz. 9811c | Kaufgesuche | Ein gebrauchtes ioiorraü 2V»P.S, N.-S.-U. ob. D. K. W. bevorzugt, mit Getriebe $« hilft« flefiAL Schrift!. Angebote unter 011868 an bei- Gieß. 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Wer konnte im Reichstage für Eure sozialpolitischen Rechte ihrer Er- Haltung und deren Ausbau nicht mit aller Entschiedenheit eintreten weil die Interessenvertretung des Unternehmertums in dieser Partei es nicht zuließ? Welche Partei ist frei von diesem Einflüsse? ^nn^MCSf»nftirfCrl in aCLen sozialpolitischen Fragen, di^den^Stand^der Pnvatangestellten betreffen, unter Führung des Abgeordneten Thiel vollkommen laffN * Anternehmennteressen sich nicht mit Arbeitnehmerinteressen pam^ B» bCi "br«m°ns-w.ng- auf fix X Partei bat richtig erkannt, daß Ihr durch die^lnt^efar^' in unb V.-P. schon lange „proletisiert" seid, wie es aar ?CldlC?e,n kann? Wer forderte schon immer, daß Ihr „glench- berechtigt nut den Unternehmern und als „selbständiger", zum Wtederaufbon „unentbehrlicher Volksteil auch „gleichberechtigte Mitwirkung" bei dem Wiederaufbau des Deutschen Reiches zu verlangen habt? f^?/^E^uch durch die sogenannte „Volksgemeinschaft" ?ls^Stfa,'m° vieh für die Zwecke des Unternehmertums einfangen? Mw Hund geeignet s. Hofhund, m verkaufen Om» Wetzsteinaasse 8 l. Ketlfünhing? und selüe Zclfifir billig zu verk. ,in8so krosüatter Str. 42 o. Ein starkes Rerren-FaliFFSd preiswert zu uer: kaufen. Wo? sagt die Geschäftsstelle des Gieß. Anz.___011905 Eine Partie Kisten billig abzugeben. SfaillMNlNlNS „,„7 Schlihbnus. Getragener Winieküdcrzichcr iinb Damcnmantcl MA am liebsten vom Lande, für Bäckerei gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsstelle des Gieß. Anz. [979ID Jüngerer tüchtiger hsMe sofort gesucht. [OT61C Liebigstr. 71. Jtixisteitz oder hohes Nebeneink. dch.Priv.'Veraand. crt-sch., Hei’narb., Vertretff.etc.Ganz neueWeffe. Gratisbrosch Nr. 36 von Adr.Schießfaoiil64 hnHoidolhorn.[4t7iiin mit. o.5o m Sorotrltauf Mer. Plätze). 97UD . dir die an. ^Ohne an ^it dir Sitten e beleuchten, Acht sind. chrlfil ünnebott 'r 011808 an btv ir- Wny ttbttm ut ttbalttnt# GWIeii kaol. sei. Schr. io. m. Hirst uni L909 0. b. «. «tu- foufgesuchej -In gebrauties KM K- w. brvorilml. Geirtrbe tadttheater jnutaii 7. ttk on rmahlaie - IiWWM ober M' WWMK Jl DWkiMW MDlM- äichen in v in von Herman" Sieingoeiier. Jon 6’/4'9’Äei rmdniflic Yl,r je Böoöet. rauerlPiel ß* SS® ■"“'S? ArlE SAU LAS von 'tul2 sAS von *"\-iW stgte S'S.< °6e;. hoi e"6iel Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt'. -__011912 Starkenburg und Rheinhessen. " Darmstadt, 5. Dez. (Eigener Bericht.) Die Stadt Darmstadt gewähri für das Freimachen von Wohnungen Prämien, und zwar 50 Mk. für ein Zimmer, steigend bis 300 01tarl für acht Zimmer. Beben diesen Prämien kann auch Ersatz der Llmzugskosten gewährt werden. — Das unter Denkmalschutz stehende Haus K i r ch st r a h e 1 ist in seinen unteren Räumen toleber in den alten baulichen Zustand verseht worden. Das Haus wurde 1571 erbaut, war ursprünglich Privathaus und ist dann Jahrhunderte lang eine Wirtschaft gewesen, die den Türmen „Zum goldenen Engel" führte. Während des 3viährigen Krieges war Herzog Bernhard von Weimar dort abzestiegen. Bon diesem Hause führen alte unterirdische Gänge zum Resi- denzschloh und zur Stadtmauer. — ZweiLand- wirte in Biblis rasieren Samstags Bekannte in der Küche ihrer Wohnung. Infolgedessen zog die F r i s e u r i n n a n g sie zu Beiträgen heran und belegte sie auch mit einer Geldstrafe, weil sie einer Innungsversammlung fem- büeben. Das Kreisamt in Bensheim pflichtete auf Beschwerde der Landwirte der Innung bei. Die Sache kam jetzt vor den Provinzialausschuh, wo die Landwirte geltend machten, die Innungs- beiträge wären weit höher als die Einnahmen, die sie aus dem Rasieren zögen. Der Pr 0 vin - zialausschuh ermäßigte zwar die Strafe für das Fernbleiben von der Innungssihung, wies aber die übrigen Einwände ab, doch soll der Innungsbeitrag neu festgesetzt werden. • Heppenheim, 4. Dez. (Eig. Bericht.) 3n der letzten Gemeinderatsfitzung wurde die Städteordnung endgülttg eingeführt und die neugewählten Beigeordneten auf ihr Amt verpflichtet. Kreisdirektor Pfeiffer widmete dem scheidenden Bürgermeister Wiegand und dem bisherigen Beigeordneten Janson warme Trockenböden und die Zahl der K0llidLebst ä h l e wächst hier seit einiger Zeit auherordent- lich. Bor allem wird die Altstadt von der anscheinend organisierten Bande besonders heimgesucht. In einem Falle wurde ein Wäschedieb auf frischer Tat ertappt und fest genommen. bl. Dillenburg, 5. Dez. Der wirtschaftliche Tiefstand unseres Kreises, wodurch unter den erwerbslosen Familien grobe Rot hervorgerufen wurde, scheint sich allmählich zu bessern. Die Besserung erstreckt sich vor allem auf die Fabriken. Die Herd- und Ofenindustrie soll reichlich zu tun haben und die Eisen- und Walzwerke arbeiten größtenteils auch emsig. Sch leck) ter sind allerdings noch die Bergwerke gestellt, an deren Tiefstand die hohen Frachtsätze der Dahn schuld sein sollen. — Die vor einigen Wochen in unserem Kreise stark ausge- breitete Maul- und Klauenseuche ist zum Stillstand gekommen. Cs steht ein allgemeines Abflauen der Seuche zu erwarten. tag ab. Dem Bericht ist zu entnehmen, dah in dem Frankfurter Bezirk 124 Genossenschaften neu eingetreten sind. Man hat 2722 Spa er gezählt, die 340 000 Mk. eingelegt haben. Das Warengeschäft der Genossenschaft hat einen ungeahnten Austchwung genommen. Abteilunasdireltor Kuhn berichtete über die deutsche Raiffeisenbank, die nach der Ilm Stellung über ein Kapital von 25 205 000 Goldmark verfügt. — Die Arbeits - Marktlage hat sich g e be f f e rt, und bei dein Anziehen des Weih.ratytsgeschaftes ist mit einer weiteren Abnahme cer Erwer^lose iziffer zu rechnen. ' In den kaufmänni chen Bern sgruppen wLd allerdings über das Provisionsvertreterunwesen geklagt, da die Firmen immer mehr dazu übergehen, Reisende gegen Provision für alle möglichen und umnögichen Artikel »i»zu e len, die in ter gegenwärtigen schweren Wir.ich.»,tsläge unverkäuflich sind. Die Zahl der Arbeitsuchenden Das echte Homburger Sah K??'?»?Ebraucht, wird Dir'S sagen - bttst bei Erkrankung von Galle, Darm u. Magen. Beriange aber üctS bad Orlginalprodukt, bergestellt aus bem berühmten Gliiabctbea-Brunnen. Hell- quetlen G. in. b. H., Bad Homburg. Kunst und Wissenschaft. Ausstellung Kasseler Künstler im Oberhessischen Kunstverein. Dom Oberhessischen Kunstverein wird unS geschrieben: Keine Periode in der Entwicklung der Menschheit zeigt ein solches Rebeneinander von gegensätzlichen Ausdruc^sormen der Kunst, wie unser« heutige Zeit. In der aufbauenden Zeit des Impressionis° mus, die dem naturfremden erstarrten Akademismus gefolgt war, hatte der Renner „Ratur" eine unendliche Bereicherung erfahren. Der Künstler hatte sich mit offenem Herzen der Ratur hin- gegeben, in glühendem Sonnenschein, in Regen, Sturm und wchnee hatte er ihren leisesten Regungen nachgehorcht und hatte an Beobachtungen in die Scheuern gesammelt, soviel sie nur faxten, einen Reichtum, der schier erdrückte. So hatten die großen Meister der Friih- renaissance sich von der Erstarrung der byzantinischen Stilgesehe befreit, hatten analytisch die Welt der Erscheinungen zu erfassen und zu begreifen versucht. Aber während wir hier die Hochrenaissance die Errungenschaften der aufbauenbea Meister mit unerhörter Kraft zusammenfassen sehen, erleben wir in unserer Zeit einen vollkommenen Bruch mit der Bergungenheit. DaS Problem, all die Erfahrungen, die der Impressionismus gesummell, zu einer neuen groben Form zufammenzuschl-ehen, läht die Iuaend fallen und sucht ihre zitternden Rerven in dem ästhetischen Gesetz und in kunstgewerblichen Tendenzen zu beruh gen. Man sucht daS Transzendentale in der mathematischen F >rm und läuft einer neuen Erstarrung in die Arme, über die die Bildung etner unendlichen Zahl von — ismen, zu benen sich kleinere Künstler gruppen bekennen, und die hysterische Aufgereiztheit, die zur Schau getragen wird, nicht Hinwegtäuschen kann. Bon diesen Zersetzungserscheinungen sehen wir bei den Kasseler Künstlern, die ab Sonntag im Oberh:ssischen Kunstverein gezeigt werden, wenig. Die Raturnähe hat diese Künstler von den unfruchtbaren Abstraktionen bewahrt. Wir sehen Gemälde der Willingshäuser Schule mit dem Altmeister Danher, den viel zu früh verstorbenen Thielmann und F nnel: kräftig-derbe gesunde Landschaften von Dersch, van Bracke, Sh und Schlegel, ober auch nach Synthese wird gestrebt, in ver deutsches Gemüt und intimes ^evensgesicht auch für die kleinsten Dinge sich verschmelzen — Siegmund — mehr auf linear-farbigem Wege, während Echliephacke 'm Ton und Heulledakt die Seele der Ratur sucht. 6. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde». Dietzen. Sonntag, den 7. Dezember. 2. Advent. Stadttirche. 97,: Pft. Becker. 11: Kinderkirche f. d. Markusgem. Pft. Becker. 5: Pft. Mahr. Beichte und heiliges Abendmahl für Mattbäusgemeinde. IohanneSkirche. 97,: Zugl. Mititärgottesd. Pft Ausfeld. Beichte u. heiliges Abendmahl f. Militär- gem. U: Kinderkirche für die Iohannesgemeinde. Pir. Ausfeld. 5: Pft. Bechtolsheimer. Deichte und heilcges Abendmahl für Lukasgem. — Kirchberg. 10. 17,: Staufenberg. 1%: Lollar. - Watzenborn- Garbenteich. Wahenborn-Steinberg. 10. Garben« teich. 1. 77«: Gemeindeabend im »Grünen Daum". Katholische Gemeinde». Dietzen. Samstag, 6. Dezbr. 47, u. 7 Beichte Sonntag, 7. Dezbr. 2. Adventsonntag. 67, Beichte, 7 Messe, Kom. der Männer, 8 Kom., 9 Hochamt m. Pr., 11 Messe m. Pr., 57, Ehristenl. u. Advents« andacht. - Gründer g, 97, Messe m. PredigL Turnen, Sport und Spiel o Lauterbach, 4. Dez. Der 4 Deziri im Turngau Hessen, dem die Dereine des nördlichen und östlichen DogelsbergeS an gehören, Hw beschlossen, das Hallen-Gerätewettur- nen des Bezirks am 16. Februar 1925 in Schlitz zu veranstalten, während die Abhaltung des volkstümlichen Dezrrksturnsestes dem Turnverein Rieder-Ohmen für den 7. Juni 1925 übertragen wurde. — Gin bedeutsames turnerisches Ereignis bedeutete für unsere Stadt die Vorführung der Leipziger Kunstschulc für Frauenturnen unter Leitung ihres Direktors Fritz Groh. Es war vollendetes, dem Frauenturnen ganz neue Wege zeigendes Turnen, das geboten wurde. Der hiesigen Turn gemeinde gebührt der Dank dafür, dah sie eine so werk- volle Darbietung m Lauterbach veranlaßte. Dem Frauenturnen wurden zahlreiche neue Freunde gewonnen. Mo!! riefte Wo mein neues Kleid kostet mich nichts, weil ich stets mein Kaffee-Getränk mit Werne» Breuer Kaffee-Surrogat bei eitet u. dadurch so viel Geld gespart habe. Werner Breuer er spart die Halste Kaffee, Malz«. Kornkaffee oder sonstigen Kaffee-Ersatz und verleiht dem Getränk schöne, dunkle Farbe und kräftigen, aromatischen Geschmack. Erhältlich in den Koloniaiwarengeschäften. 9014D au der Strecke Lüh—Grimberg dte Trsvllung mancher Wünsche, da der letztgenannte Abend- und Frühzug auch am Sonntag verkehrt, und da die Gememde Queckborn von jetzt ab aud) noch diese Derkehrsgelegercheit erhält. 4 Dad-Aauhei m, 5. Dez. Der Vortrags- und Musikverein hatte mit seinem gestern abend im Kurhaufe stattaefundenen Vor trage von Prof. Paul Schub ring (Hannover) bet gutem Besuche einen volen Erfolg. Trotzoem gleichzeitig eine grobe Wählerversammlung stattfand, hatte sich eine stattliche Ge- tneinbe eingefunden, die, des Wahlkampfes müde sich einen Kunstgenuß gönnen wollte und eine stunde der Ausspannung und Erholung suchte. Die Besucher kamen auf ihre Rechnung, denn der Vortragende verstand es, unterstützt durch treffliche Lichtbilder, in vorzüglicher Weise seine Zuhörer für sein Thema „Die Fresken Michelangelos in der Sixtinischen Kapelle zu Rom" zu erwärmen und zu begeistern. — Die Vereinigung ehemaliger 116er hat mit iprem Llnterhaltungsabcnd, von dem wir berichteten, einen Reingewinn von rund 350 Mk. erzielt, der als Grundstock für ein zu errich« tenoes Kriegerdenkmal angelegt wird. Hoffentlich folgen andere Vereine dem schönen Bespiel der 116er recht bald, hoffentlich geht aber auep die Stadt aus ihrer seither geübten Re- ferbe bald hervor und nimmt die DackmalLfoage in Positiver Arbeit m Angriff. Kreis Alsfeld. -er. H 0 m b e r g a d. Ohm, 4. Dez. Die wirtschaftlichen Verhältnisse brachten eS mit sich, bab die Spar- und Kreditkasse für den Amtsgerichtsbezirk Homberg aufgelöst wurde. Der Gemein de rat beschloß darum, der Errichtung einer Filiale seitens der Alsfelder Dezirkskasse näherzutreten. Um das Unternehmen auf möglichst breite Grundlage zu stellen, erliest das Kreisamt Alsfeld eine Einladung an die interessierten Bürger- meister zwecks Besprechung dieser Sache. Bei dieser Gelegenheit hielt Iustizrat Reh-Alsfeld, einen aufklärenden Dortrag. Der Redner betonte die Vorteile solcher Gründung und besonders deren Stärke, den Zusammenhang der Gemeinden, die Zuständigkeit und Pflichten der Aufsichtsbehörde und erklärte, dah Unregel- mäf'igfeiten ganz ausgeschlossen seien, von Unter» schlafen ganz zu schweigen. Kreisdirektor Dr. otainmler forderte die Bürgermeister aus, Stellung zur Sache zu nehmen. Bürgermeister S p a m c r - Homberg empfahl die Filialerrichtung. Gemeinderat Müller wünschte die Filiale nur für zwei Jahre, Gemeinderat I m m e l empfahl den Anschluß aller benachbarten Gemeinden, damit von vornherein die Errichtung einer selbständigen Bezirlssparkasse zustande käme, zumal alle Vorbedingungen von Homberg erfüllt werden könnten. Bürgermeister Hest-Büstseld toim 1 egte öie Filiale, weil seiner Meinung nach die Gemeinden zum Alsfelder blühenden Institute grö- ttereS Vertrauen hätten. Gemeinderat Born- Homberg empfahl den Vertretern der Gemeinden, die sich zunächst nicht anschlössen, wiederholt Ausklärung zuteil werden zu lassen. Der Kreis- direktor empfahl den Bürgermeistern, diese Frage rm Gemeinderate zur Abstimmung zu bringen. Lehrer Hedrich, der Direktor der seitherigen Spa:- und Kreditkasse, schlvst nach zweistündiger •ivratung die Versammlung. Kreis Lauterbach. 6 Aus de m Schl i tze rland, 4. Dez. An Ja cks 0 n im ‘Staate Mines ota (Rord- omerika) ist eine der ältesten Frauen der Vereinigten Staaten, Frau Margarete Otter- dein, im Alter von 1 04 Jahren gest 0 r - be n. Die Entschließe ist in dem Schliherländer Orte Rimbach geboren, von wo sie als Witwe 1888 auswanderte. Sie hinterläßt 2 Kinder 7 Enkel und 9 Urentel. — Das Kraftwerk Schlitze r land, das in der Fuldamühle zu Rcmbach eingerichtet ist und eine ganze Rrihe von Schlitzerländer Orten unb teilweise auch die Stadt Schlitz mit Licht oder Kraft versorgt, soll in seiner Leistungsfähigkeit noch gehoben werden Die Anschaffung einer neuen Dynamomaschine sowie einer Erregermaschine sind geplant. K. Frankfurt a. M., 5. Dez. schäftslage im Frankfurter Bezirk fxrt sich nach den Mittellungen der Handelskammer weiter leicht gebe Mert. In der elekt 0° technischen Industrie nimmt der (Singang von In- landaufträgen langsam zu. aber d.e Unkosten si- d in letzter Zeit durch Lohnerhöhungen wieder ge- ftiegen und die Kundsd-aft verlangt zu lange Zahlungs^iele. Die Schriftgiesiereien waren sehr gut beschäftigt. In der Schuhfabrikation gingen die Aufträge nur mäßig ein. Im Lederhandel waren die Preise auf den Häuteauktionen um 10 bis 20 Prozent höher. In der Feinkostwaren- bvanche hat fid> die Rachftage erhalten, wenn sich bei der Kundschaft auch die Knappheit der Betriebsmittel geltend mad>t. Die Mehchrei e lagen unter den Wll.Handelspreisen, das Ge chäsl war ruhig. Der De'chäftigungsgrad im Baugewerbe ist zufriedenstellend, die Preise für Baumaterialien haben eine leichte Senkung erfahren. Die Holz- preise haben etwas angezogen. — Der Raiffeisen verband Frankfurt, der die leidlichen Genossenschaften nach dem Raisfeisensystem für Hessen-Roftau, Oberhessen und den Krris Wetzlar umfaßt, hielt hier feinen Verbands- versieht Beigeordneter Rupp bis Geschäfte. Hessen-Nassau. betritt ivie konzent uni®' Dähle umso' unb f & ba^' g«b,W 1924 fin aber u« erwähnt den St< De getan n: von 91 mußten auch hf' D< Festste bestand Beamt 2347K der B 2 haltet die st kämm Flugi 24 auf 3 rund 1 herzo weil 1 t Behr verteu 0 grtra< < Volk Zeit Bau, । btanti des g< 'S Berd 1 in de < erben i die r die i arbe buti des bau kra zun W Samt al Üe Ober; Stt N b|«etr p. ®tin M«0 NM iiiuiiuiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiimiiiiiii sämtlicher Apparate und Einzelteile! Verlangen Sie unsere Preisliste gratis. m.5telnl)eiin&5ü6oe Frankfurt a. M. Versand nur Taunusstr. 12 Bergerstr.23 9734id M ' X" hätten. 9014D kht 1 Spiel fci.SK «WM«., je at«ö>ettUt, W 1925 ü, W " ’• 3mrt 1925 tuentti, we 6tadi die Kunstschult ltmg ihre- ’Uenbet©, dm jenbei Junten, Turngemeinbr eme |o tot* nrnlahle. Dem neue Freunde ger Salj r'S las" - armo-Magrn. jönfl bergtittlt Sronnttt'Ä AiW nicht», weil 16 ili ÜÖtrne» tlteiu. babnt ier Arcurr er li>. fioTntafiec b verlechi dem und Käsligen. SÄ *sS -Predigt. IndtaMH worden sind. OT77c wählt national und lielreil den Rhein zum Reichstage die Liste 1 9792D Die demokratische Außenpolitik ist die wahre Befreiungspolitik. Sie war und ist eine nationaleTat. die Volkspartei, die unsere Außenpolitik durch Aufnahme der Deutschnationalen in die Reichsregierung in Gefahr bringt und damit die Räumung der Kölner Zone am 10. Januar gefährdet, die Volkspartei, die mit den VersackungS' Politikern Dr. Jarres und Dr. Molden, hauer belastet ist^ die demokratische Partei, deren rheinische Führer Korell und Dr. Falk zum Sprachrohr des gesamten besetzten Gebietes ge WletMe Sonntag abend öatä) nsuio in der Leieballe. Hei so Nekiamen Kirchenplatz ll. p»*h ••oeea^eeeoo vertcuerer, die Warenverleuerer, die Volksfeinde." Wir fragen die Wählerschaft: Sind je in einem Sah soviel bewußte Unwahrheiten zusammen- aetragen worden? ' Die Sozialdemokratie hat zu jeder Zeit den Kampf gegen die Teuerung, gegen die Ausbeuter unseres Volkes in der schärfsten Art und Weise ausgenommen. Die Sozialdemokratie ist schon immer und zu jeder Zeit der Anwalt der Armen, der Schwachen, Unterdrückten und Ausgebeuteten gewesen. Wähler und Wählerinnen! Kleinbauern und Arbeiter in den Landorten, beurteilt die Bauernbündler und Deutschnatwnalen nicht nach ihren Worten, sondern nach ihren Taten. Der Bauernbund stimmte im hessischen Landtage gegen die von der Sozialdemokratischen Partei beantragte Beseitigung der standeSherrUchen Zagd- und Fischereirechte sowie gegen die Leranziehung de« gemarkungsselbständigen Grundbesitzes zur Gemeindebesteuerung. Der Bauernbund stimmte gegen die Mitwirkung von Vertretern der Kleinbauern bei der Verteilung der ErMeschädenkredite. Der Bauernbund stimmte gegen den sozialdemokratischen Antrag auf Staffelung der Grundsteuer in der Gemeinde, wodurch der Kleinbesttz entlastet worden wäre. Der Bauernbund stinnnte gegen die von den Sozialdemokraten beantragte Erhöhung der außerordentlichen Abgabe vom standeSherrlichen Wald von 18 auf 25 Mark pro Lektor. Der Bauernbund schreit über steuerliche Belastung und lehnt auf der anderen Seite Steuern ab, die nur die Standesherrn mit ihrem riesigen Waldbesih betroffen hätte. Die Sozialdemokratie war es, die sich auch im hessischen Landtage der Kleinbauernschaft annahm, die die Intereffen der durch die Wirtschaftskrise im oberhessischen Erzbergbau schwer geschädigten Bergarbeiter verttat. Werktätiges Volk in Stadt und Land! Merkt Euch diese Taten des Bauern- bundes. Der Bauernbund ist ein Anhängsel der Deutschnationaleu, der Vertreter des Großgrundbesitzes und der reichen Gutspächter. Arbeiter, Beamte, Klein- bauern! Gebt diesem Großbauernbund den Laufpaß! Helft der Sozialdemo, kratic am Wahltage zum Siege. Gehet zur Wahl und wählt zum Landtage wie Auskunftei Iraa= & Bldlnfl, Ciesel.Shir füllten- (trabe 6, Tel. 28W Wenrünbet 1902. Da» vornehme Hauü sürVertrau- cnSanflcleflen leit, besorgt Auskünfte '.eschästl-u-mtoaier •Jiatut. SvcAtalbe- ricvte, Ermittelungen uiro. auf sämtlichen Plätzen beö $n« u. Auslandes. Gelchästl-Auvtlins. tc im Abonnement zuVorzunümeisen Beite Berblnbung. laHand- koffer allerbilligst MUD Carl $M. 1 die demokratische Politik, die seit fünf Jahren unbeirrt durch Angriffe von links ubllUUl II uncj rechts für die Befreiung des Rheines jedes Opfer bringt. !! Praktische Weitmachtsgahen lir Dani! Damen-Stoffe in aparten Farben und la Qualitäten. Restkupons als Weihnachtsgeschenke besonders geeignet, zu bedeutend reduzierten Preisen. 9797V GW M MM WWWNVMMMS! 3n seinem Wahlaufruf zeigt der Lefftscke Bauernbund offen und schamlos daS durch sein« Führer betriebene System, wie das hessische Volk belogen und irregeführt werden soll. Der Wahlaufruf des Bauernbundes und das Flugblatt der Deutschnationaleu stellt Vergleiche an mit den Vorkriegsverhältniffen und der Gegenwart, die vollkommen falsch sind. Ihre ganzen Angriffe konzentrieren diese Parteien gegen die hessische Negierung und im besonderen gegen die Sozialdemokratie und Demokraten. Die Reichspolitik lasten sie vollständig unerwähnt, weil sie selbst zu gut wisten, daß die Wählerschaft von der charakterlosen Politik der Deutschnattonalen die Nase voll hat. Cs wird deshalb um so mehr in Lessen frisch fröhlich darauf los gelogen, um die Wäblerschast zum zweitenmal irre zu führen und zu betören. So wird behauptet, 1924 habe Lessen 5 Minister. Wahr ist, daß wir nur 4 Minister haben. Wahr ist, daß eS auch 1914 schon Ministerialvorstände, die damals die Amtsbezeichnung „Ministerialräte" führten, gab, und zwar 11 an der Zahl. Also gab es 1914 an Ministern und Ministerialdirettoren zusammen 14. 1924 sind es 4 Minister, 5 Ministerialdirettoren und 5 Staatsräte, zusammen ebenfalls 14. Der Bauernbund aber unterschlägt Tatsachen, wenn er von einer Aufblähung des Beamtenkörpers spricht, dabei aber nicht erwähnt, daß rund 5000 Volksschullehrer und 2500 Polizeibeamte durch die Übernahme der Lasten auf den Staat bei der Beamtenzahl mit hinzuzurechnen sind. Der Bauernbund läßt vollständig unerwähnt, was für die Landwirtschaft von feiten des Staates getan worden ist. Die Zahl der LandwirtschaftSämter (Landwirtschaftliche Schulen) ist gegen 1914 von 9 auf 22 gestiegen, die Zahl der Beamten darin von 19 auf 49. Das Feldbereinigungspersonal mußte wesentlich erhöht werden, ebenso wurde das Personal der Kulturbauämter von 40 auf 88 vermehrt, auch hiervon kein Wort der Erwähnung durch den Bauernbund. Der Bauernbund bringt falsche Ziffern, obwohl ihm die richtigen Zahlen durch amtliche Feststellungen bekannt find. Durch die Verstaatlichung des Dcrmestungswesens hat sich der Personal- bestand nicht um 96, wie der Bauernbund behauptet, sondern um 37 vermehrt (dabei ist die Zahl der höheren Beamten von 74 auf 63 zurückgeschraubt worden). 1914 betrug derStaatszuschuß zum Vermessungswesen 234716 Mark, jetzt beträgt er nur 199835 Mark, er hat sich somit um 34881 Mark vermindert, nicht, wie der Bauernbund behauptet, vermehrt. An diesen Beispielen ist zu sehen, was von der Wahrheitsliebe des Bauernbundes zu halten ist. Gegenüber dem Vorwurf „einer Verschwendung von staatlichen Geldern" sei darauf verwiesen, daß die staatlichen Aufwendungen für ausschließlich landwirtschaftliche Zwecke (Landwirtschaftskammer uff.) gegen 1914 um rund Vi Million gestiegen sind; auch hiervon kein Wort beim Bauernbund. Eine grobe Irreführung der Wähler bedeuten die Zahlen des bündlerischen Flugblattes über die Steuern. Die hessischen Landesstcuern werden für 1924 nicht 61, sondern höchstens 24 Millionen betragen (in der Vorkriegszeit wäret?es 26 Millionen). Der Anteil der Reichssteuern wird aus 31,5 Millionen geschäht. Vergessen wird, den Wählern zu sagen, daß in dem Gesamtsteuerbedarf rund 20 Millionen enthalten sind für Leistungen, die der Staat den Gemeinden abgenommen hat. Die Regierung der Republik kostet nur den siebenten Teil dessen, was die frühere Großherzogliche Regierung gekostet hat. Der Bauernbund schimpft auf die hessischen Minister, nur aus Laß, weil auch zwei Sozialdemokraten im Ministerium sitzen. Den Gipfel der schamlosen Lüge und Verleumdung erflimmt der Bauernbundswahlaufruf mit der Behauptung: „Die Sozialdemokraten und Demottaten sind die Aussauger der hessischen Wirtschaft, die Brot- »IN abzugeben. 9814D GeMlMAlMlob Engelbert Hries, Frankfurt a. ■ Detailverkauf — Kaiserstr. 3, Entresol. 50-68 Wt ll;nLl Wist- M Brief erhalten, irwarte Brief an Postfach 256 Neustadt (Haardt), I Verloren. Gestern abenb »w. 5 u. 6 Uhr auf bem Wege von der West- anlaae, Bahnhofür , I StaDlan»9.,Slrcu4Pl, MäuSburg, Wagen- galse. Marktplatz, Schloßgasse, Markt- laube einen Sack Mnztülttm verloren. A. M. gezeichnet. Abzngeben gegen Belohnung Fundbnreau, Wei- bengasse. 011929 F. G. F. moniüflatienDS' illhr b.Kamerab Arnold nionaMerfommlung und Vortrag von Kamerad Müller PollzälrllgeS (rr- ichcinen erwünscht „„c Das Kommando. treiebe m ihre n,dan ot Dr- lenlen- , der i und Ard10" rffliif* Dulle" 's. Wir haben unseren Verwandten und seitherigen Geschäftsführer Herrn Erich Reuter in unsere Firma aufgenommen und möchten hiermit Gelegenheit nehmen, für das unserer Firma in so reichem Maße entgegengebrachte Vertrauen zu danken. Wir eröffnen wieder unser Betten-, Aussteuergeschäft nniiuimniiiiiiuninniminHiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiinnnHiii und Wäschefabrik iiiiimiiiiiiiiimiiiiiiiHiiiiiiHiinimiiiiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiiiHi heute Samstag, 6. Dezember und bitten, auch fernerhin uns das Wohlwollen zu bewahren. Mit der ERÖFFNUNG verbinden wir eine Weihnachts-Ausstellung die wir freundlichst zu besichtigen bitten. Carl A. Hartmann Seltersweg 811/,0. nwo 97961 Josef Schwab, 9771D Der Borstand. Münchner Bierpalast „Hackerbräu" Samstag, 6. Dez., b. Sonntag, 7. Dez. ab 7 Uhr ab 4 Uhr Ar luftigen ümoerialet Oberbayrische Schrammel-, Sänger- und Schuhplattler-Trupps Stimmung, Gaudi, Humor Großes Haseneffen Täglich ab 4 Uhr KONZERT der ungarischen Kapelle in Nationaltracht 011930 Durch günstige Gelegenheit bin Ich in der Lage zu Weihnachten eine reichhaltige Auswahl In Teppichen zu außergewöhnlich billigen Preisen anzubieten. Außerdem empfehle ich Bettvorlagen, Chaiselonguedecken sowie Kleinmöbel zu den billigsten Preisen. Weitgehendste Zahlungserleichterungen Beachten Sie bitte meine Schaufenster Möbelhandlung ERNST RAU GIESSEN, Walltorstr. 37 Drucksachen allerArt liefert in jeder gewünschten Ausstattung stdrein und preiswert die Brübl'eche Detv.-Dnickcrtl, R. Lange. IWrtr« Monats- üerfammlung verlegt auf 13. Dezember. Verkaufe 2 gute Holländer Milchkühe die eine vor dem Kalben. Preis 850. P. Szeidt, Marburg Grün 32V- 011899 Telephon 339. MlMMllMtz Bon Sonntag, ben 7. 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Schönau, Seltersweg 91 Telephon 1269 im Hause der Hofpianofortehandlung Rudolph miiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiHiuiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiii Nur noch heute das wundervolle Doppelprogramm: Lya Mara in dem großen Gaktigen Lustspiel Daisy, die Abenteuer einer Lady, ferner: Nur noch heute und morgen: Hinter unsichtbaren Mauern Sittenroman in 7 Akten. Dazu ein packender Wildwestfilm: Alarm ferner Radfernfahrt Berlin—Leipsfg. Anfang Sonntags 3 Uhr. Volkstümliche Eintrittspreise. HESSISCHEN BILOERBUHNE iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiim „Dieser Groteskfilm läßt alle Schlager seiner Gattung weit hinter sich. Die suggestive Wirkung der pudelnärrischen Szenen übertrifft alles, dessen sich die Filmgeschichte entsinnen kann. Mit Meckern, Quietschen, Wiehern und anderen undefinierbaren Ausbrüchen elementarster Lachlust waren die Gewalten, die hier entfesselt wurden, nicht zu bändigen. Hier gibts nur ein Ventil, durch das die Siedehitze des katastrophalen Gelächters sich entladen könnte, hemmungslose Bewegungsfreiheit des Zwerchfells und der Bauchmuskulatur ohne Rücksicht auf den Nachbar u. die schöne Nachbarin.“ William Pechvogels merkwürdige Abenteuer im Filmland 4 am* MÖBEL besonderes Angebot Schreibtische, echt Eiche, 95.-, 119.-. Bücherschränke. echt EichQ, 180 cm breit, 180.—. Herrenzimmer, echt Eiche, 450.—, 650.—, 950.— 1500.—. Klubsessel, Rindleder, nur 160.—. Divandecken, durch, ewebt, 11.—, 15.—, 18.—. Speisezimmer, echt Eiche. 450.-, 680.-, 921.-, 1500.-. Einzelmöbel in jeder Ausführung. 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Das deutsche £ M B M B | i ® -1 D W Bürgertum vergibt nicht die echt demokratische Aufforderung des demokrat. N W ® Führers Dr. Brinkmann: „Wählen Sie Demokraten. Wenn Sie aber keine Demokraten wählen, wollen, wählen Sie wenigstens Sozialdemokraten." B __Di- Wahlparole des 7. Dezember aber lautet: Wählt Deutsche Volkspartei! Die OeutscheAilgememeZeitung schreibt über das Programm der Greifen Lustspielwoche Junger verheir. Kaufmann mit gronen leer stehenden Lagerräumen. in guter Lage, sucht Uebernahme einer Filiale oder Beteiligung an einem neu zu gründenden Geschäft. Schr. Ang. u. 9751D an den Gieh. An;. Junge Eheleute suchen gutgehende MMi auf dem Lande zu pachten. Kauf nicht ausgeschlossen. Schr. Angebote unt. 9614D an den Gieh Auz. Feingoldhypothek in vöbe von 2000 Mk. taucht. Teilbeträgen! gegen gute vielfache Sicherheit gesucht. Schr. Ang. u. 011885 an den Gieb. Anz. r* Zu Weihnachten Vorteilhafte Preise. 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Leit Jahrhunderten zählen berühmte Männer Prag zu den prächtigsten Städten Europas Degen feiner malerischen Lage zu beiden Seiten der Moldau, auf reizenden Dergabhängen hiaan- 'tiebend, m.t feiner vielfach altertümlichen Bauart, bau "Reichtum an Türmen und Palästen und dem Zauber an rerchen geschichtlichen Erinnerungen. Humboldt seht Prag an die vierte stelle unter ben Städten Europas, und William Ritter, der Aesthetiker und Ärititer, verflieg ,jt gelöst werden können. 3o ist es auf allen Gebieten, die der staatlichen Einwirkung irgendwie unterliegen. Kein Problem findet eine Lösung Man wagt sich nicht einmal an die öffentliche Diskussion heran. Erst wenn es wirklich auf den Hageln brennt, wenn der staatliche Bestand der Tschechoslowakei ernsthaft gefährdet ist, erst bann wird eine Losung versucht: barm werden Gesetze ab hoc gemacht, die naturgemäß auch nur eine Zwischenlösung bedeuten können, nur über den Tag h.nweghelsen, für die Zukunft aber lediglich neue noch kompliziertere Probleme aufwerfen. Die weltanschaulich und wirtschaftspolitisch i alles andere als homogene Koalition wird eben 's mir durch einen bewundernswerten nat io- aalen Fanatismus zufaminmgehalten. Und ebenso bewundern must man die Disziplin, welche die tschechischen Parteien bei allen Dingen an den Tag legen, die irgendwie nationale Bedeutung haben. DaS gilt evrnso für die Christlichsozialen wie für die Sozialdemokraten und die nationalen Dmnokraten Als vor einigen Monaten einmal die Oppositionsabgevrdneten der nationalen Min- : tzerheiten bei einer wichtigeren innerpolrtischen Debatte sich vvlltommen zurückhielten, sprudelte t fchlieÄich ein tschechischer Abgeordneter mit Krr- i trken an der Koalitionspolitil heraus, und man hätte wohl das B.ld erleben können, daß die Koa- lltionsparteien ernsthafter aneinandergera.en wären, wenn nicht ein deutscher Abgeordneter schlieÄich laut losgelacht hätte. Sofort war das Bild verändert. Don den tschechischen Sitzen ging ein leises st . . st . . durch bas Haus, und die Einmütigkeit nach außen, insbesondere gegenüber den Deutschen, Ungarn und Slowaken war tmeberßcrgcftellt. Die Tscheche r setzen' sich über ihre Meinungsverschiedenheiten, die viel großer sind als auf deutscher Seite, hinter den Kulissen auseinander und lassen Wirtschaft Wirtschaft fein, treiben mit offenen Augen die Wirtschaftskrise immer weiter, nur um die Fiktion von dem tschechischen Charakter der Tschechoslowakei aufrecht zuerhalten, und über lassen es den Deutschen, ihrem Erbübel, den Parteiungen m öffentlichen Auseinandersetzungen zu srvhnen. Jetzt zum erstenmal der der Budgetdebatte ist wenigstens ein gemeinsames taktisches Vorgehen aller nichtschechischen Oppositionsparteien erreicht worben. Es ist gewiß noch ken e grunbfäßl <ß: E n gang der Opposition. ab:r wenigstens hat sich jetzt zum erfiemiat bic Möglichkeit gezeigt, zu einer derartigen Einigung in späterer Zeit zu kommen, wie sie unbedingt notwendig ist, wenn die deutschen, ungarischen und slowak.schen Minderheiten sich in bem ts4>echischen ..Rativnalltaat" kulturell und wirtschaftlich be- . harrpten wollen und wmn die gesam'e Tschechoslowakei nicht an dem wirtschastsp litischon Wirrwarr der Koalitionspolitik Schiffbruch erleiden soll. älm sich die Differenzen, die zwi'chen den tschech scheu Koalitionsparteien bestehen, zu verdeutlichen. stelle man sich nur vor, baß der immerhin doch über 75 Jahre alte Präsident M a s a r h k ftirbi ober daß die Seele der tschechischen Staatspolitik, Bene sch, einem Ung ück zum Opfer fällt Dor Tohuwabohu wäre be.fpiellos. Wohl ist bet augenblickliche Minrstervräsrbent Lchwchla eine der wen gen üb2rr:ge ibei Per- ^nlichkeiten, die das nötiae taktische Getchick haben, Samstag, o. Vezcmdcr 1921 Gießener Anzeiger (Generot-Anzetger für Gverhessen) um für den Augenblick die Parteigegensähe zu überbrücken. Ginge es aber um die Besetzung des höchsten Ltaatsamtes oder um die Festlegung der außenpolitischen Richtung des Staates, so wäre auch er nicht der Mann dazu, um die Staatsräson gegenüber dem Streber- und Schic- bertum zur Durchsetzung ji bringen. Diese durch nationale Leidenschaften cinft- toelen zusammengektttele Koalitionsp ltt.k ist der Boden, auf dem der Politik che Staub auf- gett>itb'll wird, der dem natürlich.n Staub Prags iA nichts nachsteht. Wir brauch.m nur an den Bruder deS Außenministers De ne sch zu denken, der während des Krieges noch begeisterte Gedichte veröffentlichte, In denen er als simplec Lehrer Oesterreich, die Habsburger Monarchie, das österreichische Heer usw. verherrlichte: der jetzt aber als Bruder seches Bruders in Amt und Würden eine führende Rolle im tschechischen Rationalismus spielt. — Da ist der Sohn des sozialdemokratischen Staatspräsidenten M a s a - r y t, der in die hohe Diplomatie g gingen ist, fach aber lediglich auf Staatskosten, d h aus Kosten der deutschen Bevöllerung. d e den überwiegenden Anteil der Steuern auf Dringen darf, auf seinen Auslandsposten amüsierte, sich und seinen Staat lächerlich machte, ohne doch bisher geschaht zu sein. Da ist die Frau des verstorbnen Berliner Gesandten T u s a r, eine lebenslustige Oesterreiche- rin, die in Wiener Studentenkreisen vor dem Kriege bekannt und beliebt war. die dann als Lehrerin Tusar heiratete, nach seinem Tode sich alsbald von einem rumänischen Baron den Ramen geben ließ, um jetzt wieder in Freundschaft an ihre Wiener Studenten von damals zu deckten Da ist der verstorbene Finanzminister Raschln, dessen außerordentliche F chigkeiien als Autodidakt gewiß nicht unterschätzt werden sollen, der aber während seiner Ministortätig!>ett die Rechts- Vertretung des Hauses Rothschild nach wie vor behielt und den Rothschildschen Interessen der beste Anwalt gewesen ist. Da ist die fortlaufende Kette von Skandalen im Zusammenhänge m t Branntwein-, Zucker-. Bodenreform- und anderen Affären. Uni> diese Ration erhebt Anspruch darauf, daß Bismarck nicht nur zu Deutschland, sondern auch zur Tschechoslowakei gehöre. Im Ernst wurde es mir von einem Prager Würdenträger erzählt, daß Dismarckein halber Tscheche sei. Hier der ,Beweis": 3n einer Schr ft, welche der Herr als Legionär in Sibirien während des Krieges in einer Bibliothek gelesen hat, hätte gestanden, daß Bismarck während deS Krieges 1870/71 auf seinem Rachitisch stets ein Reues Testament der mährischen Brüder bei sich gehabt hätte. Das wäre doch nicht anders zu erilären, als so, daß eben B smarckS Großmutter eine Tschechin gewesen wäre. Wer's nicht glaubt, bezahlt einen Taler oder vielmehr 24 Tschechenkronen. Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Der Verlauf der vergangenen Woche hat an dem allgemeinen Dörsenbilo, trotz des Rückschlages einiger Tage, nichts geändert, zumal, wenn man berücksichtigt, daß die bevorstehenden Wahlen einige Zurückhaltung auf erlegen, öa ihr Endergebnis, das Zustandekommen einer neuen Regierung, keineswegs sicher voraus gesagt werden kann Ein erfreuliches Moment haben die letzten Tage gebracht, das ist das A b s ch w e l - len derSpekulationswut amRenten- markt. Das Hin und Her auf diesem Markte mußte schließlich zu einem Leerlauf führen, wobei allerdings nicht gesagt werden soll, daß nach den Reichswahlen nicht die Möglichkeit besteht, daß mit dem Wiederzusammentreten eines neuen Auswertungs-2lusfchusses neuer G.iüchtbildung Tür und Tvr geöffnet wird und das Spiel von neuem beginnt. Mit der wesentlichen Vermehrung derjenigen Gesellschaften, die ihre Umstellung durchgeführt haben, erhält man am Aktienmarkt wieder festeren Boden unter die Füße, und man ist in der Lage, den allgemein-wirtschaftlichen Momenten bei der Betrachtung und Beurteilung der Kurse wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken. 3n erster Linie nehmen die derzeitigen Handelsvertragsverhandlungen üaä größte Interesse für sich in Anspruch, und in Verbindung hiermit die Bestrebungen der ein» zelnen WirtschaftSkreife, sich international zu verständigen. Wider Erwarten schnell ist der erste wichtige Handelsvertrag, derjenige mit England, unter Dach und Fach gebracht worden, ohne allerdings — leider — die Frage der 26pro- zentigen ReparationsabKibe zu einer für Deutschland günstigen Losung zu bringen. Es ist zu hoffen, dar) die Verhandlungen über diesen Punkt, die weitergeführt werden sollen, schließlich doch noch den Gegner zu der Einsicht führen, daß die Aufrechterhaltung dieser Abgabe, in welcher Form es auch sei, ein Hindernis für eine günstige Entwickelung der Geschäftstätigkeit der beiden Länder miteinander bleiben muß. Dasselbe gilt naturgemäß für Frankreich. Hier treten allerdings noch ganz andere Schwierigkeiten hinzu, die noch dadurch erhöht werden, daß Frankreich plötzlich während der Verhandlungen die Zollsätze für 300 Positronen heraufgefeßt hat. War dieser Schritt auch in erster Linie gegen ein anderes Land gerichtet, so muß doch Deutschland auch mit der dadurch veränderten Situation rechnen. Deutschland hat hier die Oluf* gäbe, einem Dertragsgegner klarzumachen, daß nur die Berücksichtigung der gement amen Interessen zu einem Wiederaufbau des europäischen Wirtschaftssystems führen kann, und daß die gegenseitig: Aufrichtung von Schutzma:ern kein geeignetes Mittel ist, die Maschinerie des internationalen Verkehrs wieder in Gang zu bringen. Auf der anderen Seite wäre es axr erst recht verkehrt, wollte Deut'ch'and unter den bestehenden Verhältnissen mit der R ederveißung des restlichen Schutzes, der uns g-blieben ist. den ausländischen Produkten Tür und Tor öffnen. In ganz besonders schwieriger Cay ist durch die Beschlüsse des Versailler Vertrages die deutsche Schwerindustrie, und man darf annehmen, daß die deut chen Sachvorständigen, d e sich zur Zeit in Paris befinden, die GcleFTnheit wahrnehmen, um auf diesem besonders heill-m Geb ete eine Verständigung anzubahnen. Die Hau le am Montan- aftienmarft darf wohl dahin ausgologt werden, Latz die Börse diese Verhandlungen mit Vertrauen und hoffnungsvoll kurt eilt. Die Entwickelung am Geldmarkt zeigt ferne wesentlichen Veränderungen. An dem 1ß- stand, daß einerseits kurzfristige Gelder tm Heber- fluß vorhanden sind, während auf der anderen Seite langfristige Milt:l fehlen, hat sich noch nich.s geändert. Es hat den Anichern. als wenn die Reichs dank in ihren Maßnahmen die Interessen der Großbanken all zu sehr in den Vordergrund schiebt und Heineren Insti Uten, die leilwei e auch große Industrickrnzeme hinter sich haben, bei ver Wechseldiskontierung eher Schwierigkeiten macht. Es ist zu wün^chm, daß alle beteiligten Kreise ihr Möglichst s dazu beitragen, um das lange vermißte Institut der Peivatwech'eldisk n- tienmg wieder in Gang zu bringen. Am Internationalen Devisenmarkt hat die Be serung der Edelvaluten weitere Fort chritte gemach.. Auch der holländische Gulden hat den Parikurs ungefähr erreicht und das Pfund ist nicht mehr toeU von ihm entfernt. In erster Linie ist diee Bewegung zurückzuführen auf die ertragreichere Verzinsung in Europa, die auch weniger langfriftigc flüssige ameritanische Mittel nach Europa zieht. • D i e Dahnbedarf A-G, Darmstadt hält am 23. Dezember eine außerordentliche Generalversammlung ab, zur ilmflellung des Aktienkapitals aus Goldmark. • Günstigere Umflcllung bei der As chaff en b urger Zellstoff A-G. Der Auflichts rnt der Gesellschaft ist nachträglich zu dein Entschluß gekommen, der G.-V. die H.rao- setzung der Attien nicht auf 250 Gm., wie zunächst b xibfidbtigt war, sondern auf 300 Gm. vorzu- schlagen. * Die endgültige Goldbilanz des Stahlwerks Becker. Die neu zur Vorlage gelangende Goldbilanz des Stahlwerks Becker weist eilte Bilanzsumme von etwa 31,8 Milt. Gm. auf, der eine Llnterbilanz von 15,28 Mill. Gm. gegenübersteht, die durch Schulderlaß der G.äu- Diger getilgt ist. Unter den Aktiven sind zu nennen: Anlagen mit 9,8 Mill. Gm.. Vorräte, Hrlb- imb Fertigerzeugnisse mit 3.5 Mill. Gm., Außenstände mit 3,07 Mill. Gm. Unter den Passiven sind erwähnenswert. Anleihet nut 2 Mick Gm. Gläubiger mit 5,5 Mill., Akzepte mit 12,8 M-ll und Rückstellungen für Au w.rtungs- und andere Verpflichtungen mit 10 Mill. Gm. Frankfurter Abendborse. Frankfurt a. M, 5. Dez Unverändert groß ist das Interefse für Div d.ndenpapicre d e im heutigen Abcndverkehr erneu de gr.ßt? Aus- mertfamteit auf sich lenkten. Bei äußerst le^hailcm schäft setzte kich die Höh. rbewegung auf nahezu allen Märkten fort. Starkes Int:vrsse bekunde e sich besonders für Montan-, Anllin- und Da:.k- aktien, für die wieder namhafte Kausausträge Vorlagen. Bei einzelnen Werten, so Gei enkirchen und Deutsch-Luxemburg sind erneut bis 3 Proz. Gewinne zu verzeichnen. Lebhaft gefragt nxnen ferner Chemiewerte, die zu höheren Kursen umgingen. Auch der Bankenmartt strebe weiter nach oben unter Bevorzugung von D skontokom- mandit. die an der Spitze ftrntben. Von Elektro- werten erzielten Bergmann einen neuen an ehn- lichen Gewinn. Gute Beachtung fanden ferner deutsche Anleihen, für die die Grundstimmung feftblicb. Die Börse schloß lebhaft und fest. Deutsche Anleih.n: Zprozentige Kr egsortleihe 850, 4prozentige Preußische Kon ols 1150, 3* prvzen- tige do. 1325, 3prozentige do. 1290, 4Prozentige Baden (8 14) 1475. Bankaktien: Berliner Han- delsgefellfchaft 130, Kommerzbank 6,25, Darmstädter Bank 12,12. Disconiogesellchaft 16,70, Dresdner Bank 8,45 Metalllxrnk 16, Deutsche Dank 11,90, Mitteldeutsche Kred tbanl 1,90, esterrrichllche Kred tak.ien 1050 Reichsbank 63,25 Montanwerte: Buderus 16.1, Deut ch-Luxem'ourg 78,25. Gelsenkirchen 81,50, Clfc Berg bau 23 95, Oberbdxuf 13, Caro 11,6. Phönix 505) bis 5015, Rheinftahl 44, St'.nnes-Rieveck 42, Tellus 3, Kali Aschersleben 14,50, Westeregeln 18,70 Chemi cho Werte: Badische Anilin 26 6. An Irrt Der i i 26 60 26,50. Griesheim Elektron 24,40. Scheideanstalt 20. Elberfelder Farben 24,65, Th. Goldschrn.dt 23, Höchster Farbwerke 24,75. Holzverkohlung 7.9, Chemische Rhenania 5,75. Rütgerswerke 17,53. Ekektrowerte: AEG. 1020, Bergmann 18,25 brs 18,50. Ltcht und Kraft 7.8, Selten 31.50, Schuckert 56' Transport werte: Hapag 25 5. Rordd Lloyd 3 65, Schont ungbahn 2.75 b.s 2.30, Baltimore 55. Sonstige Industriewerte: Kleyer 2,75. A.chafsen- burger Zellstoff 27. Zement Heidelberg 24,25, Dyckerhosf 4,15. Holzmann 5.2, Bingwerke 3 8. Spinnerei Hammers en 20 Heddemhe.mer K ipfer 8, Gebr. Iunghans 12, Lechwerke 19. Rhernmet^ll 8 9. Chemische Rlaiinz 9,6, Badisch.r Zucker 3,1, COffsteinzucker 3,3, Stuttgartzucker 3,4. Devisenmarkt Derlm—Frankfurt a. M. (In Simonen Mart au8jebrfl8 61,38 6bauten . 67.93 u8.ü7 Wien in Cfft. abgest «,905 i^?ö Prag . . . 12,64 12,68 Vudaprst - 6,67 6,u9 Buen.-Aires 1,628 1^12 B ul., arten 8,065 £,673 Jovan - . - 1,603 1,61? ‘Mio be 9an 6,434 6,48 Stlirab . . 6,16 ‘ .18 L'fiaboN - - Ifl.71 1IL77 1o9 70,76 12,72 74,03 7-2,96 |U3i 18,13 19.63 4,1 H 22,97 81,22 W.93 8,907 17,64 6,63 1.61 8.055 1,60' 6,486 6,22 18.98 17-, .1 20.82 62,88 74,24 113,64 10,576 18,17 1938 MO 2^,0 ’ 81,42 18.04 6^2 12,(8 6,71 ‘fit 4 V7 1^-07 l,<8 6,24 19.02 ol voll -oll .'oll eoU voll von voU . oll voll von voll von voll voll voll vol. voll 10-. voll voll voll voll.voll voll voll voll voll voll voll vOU uoU voll oll -01. voll oll'voü D . j'voll Q5an t n ot ea (Ohne Gewähr.) Frrf»~. 6. Dei'-r. «rt»' stesa.t. •/. Nwrrlkanllche Rotte ,,,,, vclgikche Noten ...... Doiifiche Norra ........ Englilche Noten........ Hranrönlchr Noten ...... Holländilche Noten...... ?tt> ltenilche Netcn ...... Rorwegilche Noten...... Deai ich-Oesterr, i 100 Sronfll Numäntiche Noten...... Schwedisch« Noten ...... Schmetter Noten..... . Svanische Noten....... Tschechoslowakisch« Note» •. UnaaritdK »loten...... 4,i 8 20,74 13,91 19,60’ ;2,88 1.9,57 13,10 62,6: 6,90 2,11 112,72 61.1. 57,76 12,60= 5,64 20,34 4.25 '.8.70 .3,0. 70.4 18,20 12.98 6,-2 j 2,13 1'3,29 61,56 68.14 12,665 5.66 roll roll voll toll boll voll Voll roll voll voll voll voll voll voll Börsenkurse. Rtanffnri t W werten <4iak. *dlub»u 8*lu" Inin*»' ! bAd« ». 12. | . *. 11. [ » 12. 5*/, Drangt Ärt<$#ar,lrt> »•/. Dkui'ch- 9tet<6lle1-i l*/e TreutrtfcOc lonloli . . . I* e befiel, mfr:::::::::: Deutlche @ertb. Dollar-Rnt. bto Doll.Schatz-RtUvelM» «*/, Hontürfni......... $•/* äilbmerifane..... Berliner HandelSaeselltchaN Sommer,, utib Pnvat-^ant Taimft und ‘JlaitonaltHuU Deutlche Bank........ Deuische Beremlbant .... Tifcoitto ttommanbtl . - . IMetaUbent.......... Mi'tetbeutfche trebttbont teste retchilche ttrebiianftaü Reftbanf........... Bochumer ®u# ...... Buderus............ Caro Deuifch-Lurrmdura...... Otelfcnflrdjcner Meratt>erf» . . Bnrpener Bergbau...... altiverfe fstfcherSleb«tt. • . . Kaliwerk WksieregeM raurabuue....... C terbeharf ....... Vbonq Bergd« ..... tstoeiuilabl ..... • • • . IHkbeit Montan........ Itlluö Bergbau Hamborg Amerlka Tatet. . . vtorbbeuilcher Llovb..... Everamtsche Werke tKbtn . Zementwerk Heidelberg .. Vblllvv Holjmonn...... klnglo-Lont -ffiuano .... Badische «ullln........ Cbi-inlldje Mayer Alarm . . Moldschmibt (.riieS elmer Electron .... Höchster starowerte...... volzrerkoülung . . ..... HlütgerSwerte ........ kchelbeanstalt . ....... Alla L lekkrUttäts-Eesellschast Beramann ...... 'JVüInfrafttoafc ...... . eebutfert . . ........ Siemens Jt HatSte ..... kldlerwerke fllenet ..... Daimler Moioren. ..... Hedligenstacd» ......... Megutn.......... frankfurter Unnaturen Konservenfabrik "Braun . . Metallaelell chast Frankfurt. Del Union £l.-®........ Echuh'abrtk Her; Sichel. . Hellftofr Waiühof....... Hurferlabrir Frankenthal . . Zuckerfabrik Wagbäulel . . . 1,1 SC sa.ts 3» 130 11,6 10,25 10,-0 18.70 50. 0 25,40 24 25,70 23 2,7 2,75 8,75 24,25 6.2 18.1 11 78,2 81,5 6.13 11.90 '.1,92 18,40 O.J-O 0.66 24,75 3,50 16,50 1 8 10,50 130 12 13 11 8 16,70 16 18,16 -.9 10 4,8 11 5 25,13 10 1 27.10 23,50 16 10 IP 54.5t 61 2.7 2,9 8.4 23.6 20 24,10 24,75 7.90 17, U .0 10 2 18.25 66 0,050 u,l$ 1,4b 0 5 1.05 118 14 1,16 34 71 4.0 11,to 28,13 19,1 >3,70 24,2.' 16 1.01 1.18 1.20 01.75 88.30 d,.2i 69,5 11,20 74 77 102,3 14.25 17 7> 6 80 2 49,1 42,60 4J.9 9.9 17,75 53,75 6. 2.8 50,13 6 11 9 H.8 16,40 72.13 1613 11 6) 73,50 79 30 10 ,5 14.10 1 .9 6C2 1 ,3 SC 4V-C 41 3 2'..'0 3 25,25 I 15,75 । 71.6 10? 5 14 25 7.5 । 6.0; 49,50 2,70 3,00 1 3,10 0,9 0,9 1,6 1.7 2 8 2,75 2,7 > 2,75 9.C | lu 2C Zur Rotiz: Die Berliner Wertpaptev» börse notiert nach folgenden Grundsätzen: 1. für Attien und Antelle, a) dce noch nicht auf Goldmark umgestellt find, in .Reichsmark für 100 Papiermark", b) die beretts ans Goldmark umgestellt sind, in »Reichsmark für 100 Goldmark"; 2. für festverzinsliche Werte, a) soweit sie nach der bisherigen Rot:erungSart über 15 Milliarden Prozent notierten, in _ReiHSm.irk für 100 Papiermark", b) soweit fie bl« 15 Milliarden Prozent nach der bish.-rigen Rot«rungSarl notiert sind, in ,ReichSmari für eine Million Papiermark", c) 8—15 Prozent Reichsschatzanweil ungen „ft" von 1924 in „Reichsmark für eine Milliarde Papiermark'; 3. für die festverzinslichen wertbeständigen Anleihen, die bisher In „Mark für eine Gold- mark" notiert wurden, in .Reichsmark für ICO Godmark" ; 4. für die Anleihen, die auf Dollar lauten, in Prozenten; 5. für die nach Sachwert vTrzinsl chen P'and- briefe und S-chuIdverichreibungen. bie bisher In Billionen notiert wurden, in „Reichsma.k'. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht d?S Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 5. Dez. ES wurden notiert: Wei^n 20,50 bis 22,50 Roggen, iickänd. 20,50 bis 21,50. Sommergerste für Drauzwecke 24 bis 26, Hafer, inländ. 17,50 biS 21,50, Mais, gelb 21, Wrizemnehl, inländ., Spezial 0. 35 bis 38,15, Roggenmehl 31 bis 34, Weizenlleie 13. Roggenlleie 12. Tendenz: Ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 5. Dez. Der Prvduktenmartt blieb auch zum Wochenende ruhig und die Preise neigten zur Schwäche. Es not er lei pro 1030 Kilo: Weizen, märt. 212 bis 218, Roggen, märt 2)3 biS 207, Gerste, märt 223 biS 246. neue 188 bis 200, Haier märt. 163 bi8 164 pomm 163 bis 165, Mais (1000 Bln.» 200 bis 203. R.ps 395. Len- saat 400 bis 410; pro 103 Kilo: Weizenmehl 28,75 bis 32. Roggenmehl 27.75 bis 31, Weizenlleie 13,80 bis 14. Roggenk.eie 12 bis 12.20, Diktorinerblen 30 bis 32, kleine E b en 22 bis 23. F tttererb'en 19 bis 23. Peluschken 16 bis 16.50. Ackerbohnen 20 20 50, Wicken 17 bis 18, Lupinen, blau 12 bis 13. gelb 15 biS 167 Serradella. alt 10 bis 11, neu 14 bis 16. Rapskuchen 16^0 bis 16,50, Leinkuchm 25,50. (In einem Teil der Auflage wiederholt.! Heber die Räumung Kölns noch nichts entschieden. L vnb o n , 5. Dez. (TU.) Zu der vor einiger Zeit in englischen Zeitungen verbreiteten Rach- richt, Köln würde, wie auch der Bericht der Kontrollkommission ausfiele, nicht am 10. Januar 1925 geräumt werden, wird fetzt von amtlicher englischer Seite bemertt: Die Meldungen der englischen Blätter ßjtte die deutschen Zeitungen zu dem HinwriS veoanlaßt, man sehe ja jetzt, wie nutzlos es sei, die Verträge genau zu erfüllen. Die Frage der Räumung Köln liegt aber so, daß sie eine interalliierte Angelegenheit ist, über die biS jetzt noch keine Entscheidung getroffen wurde. Die in Betracht kommenden Mächte warten immer noch auf den Bericht der interalliierten Kontrollkommission, der klarstellen wird, biS zu welchem Grade Deutschland seine Abrüstungsverpfllchtungen erfüllt habe. Dieser Bericht wird in allernächster Zeit abgegeben tuerben, und gleich danach wird die Frage der Räumung Kölns von den alliierten Mächten aufgeworfen und entschieden werden. All Die MM! Ein alter Konservativer, mftß ausgeführL 9764 D Achtung! Bauern! im Wahlbezirk Diehen-Stadt: l Was i 9781c Dr. Ferdinand Werner-Butzbach Wer wählt Liste 6? Reldistagswahl für den 9747D s Versteigerung Bekanntmachung ■uagjcgg-i-j-'___________ _____ Die Geschäfte können wie folgt aufgehalten werden: Hauck Lsndtagswalil BiogslmssD 9783D '"MWMsWMMWWi H Reparaturen sämtlicher Systeme werden schnellstens und fachge- 3n mi 3r Sie mit Blut Das sanaötfelö rfiröten. Sie öur® JnHatlon toerhim, Sie non Ws nnö gss oerttienen Itcsaem no© iljrSenfiißiaaö ließen. Sie nom SiiroesBlnn Betrogenen, Sie non Steuern llnsgeiogenen, Sie öem Sifiroiniel der Bsrteien Willig nlfit 905 öhr mehr leihen, jene, öle gerannt in Sorgen, ülngfhjoll fingen: Was roitü morgen? Utile, eie U Wahrheit (tretten, Wen noth auf öeffre Zeilen. Wonen flih nltht langer gnflien, Waffen Elfte 6 roöhlen. Warui Uninei Stahl an her An öart gebt W s bekritt dem imjerei die für eine gesetzmäßige Äenderung der nachrevo- lutionären Zustände und damit für eine Gesundung Deutschlands auf politischem, sozialem und kulturellem Gebiete eintritt. 3M Stögen «MTWMWMttm! Wählt also für die Reichs- und Landtagswahl den Wahlvorschlag 1. Wer war immer gegen die soziale Gesetzgebung? Antwort: Die Sozialdemokratie. 2. Wer tritt für Pazifismus und damit für die Verewigung des deutschen Elends ein? Antwort: Sozialdemokraten und Demokraten. 3. Wer hat die Revolution vorbereitet und damit die Hauptschuld am deutschen Elend auf sich geladen? Antwort: Die Sozialdemokraten aller Richtungen. 4. Wer hat das Republik-Schutzgesetz und den Staatsge- richtshof zur Knebelung der völkisch-vaterländischen Bewegung geschaffen? Antwort: Sozialdemokraten, Demokraten, Zentrum und Deutsche Dolkspartei. 5. Wer hat Eberts vorläufige Amtszeit gegen die klaren Bestimmungen der Verfassung bis 1925 verlängert? Antwort: Sozialdemokraten, Demokraten, Zentrum und Deutsche Volkspartei. 6. Wer hat für das Ermächtigungsgesetz gestimmt und wer trägt damit die Verantwortung für das ungeheuerliche Unrecht der 3. Steuernotverordnung und den rücksichtslosen Beamtenabbau? Antwort: Sozialdemokraten, Demokraten, Zentrum und Deutsche Volkspartei. 7. Wer brachte die Kleinrentner und Sparer um ihre sauer verdienten Spargroschen? Antwort: Die Parteien, die für das Ermächtigungsgesetz stimmten und damit für die 3. Steuernot- verordnung verantwortlich bleiben, nämlich Sozialdemokraten, Demokraten Zentrum und Deutsche Volkspartei. 8. Wer begünstigt die Vorherrschaft jüdischen Geistes und Kapitals in Deutschland? Nationalsoz. Freiheitsiw. Ludendorff, von Gräfe, Straßer, Graf Reventlow Dienstag, den 9. Dezember, nachmittag 2 Uhr, soll in Wieseck bei Karl Schäfer VIII., Nabenauer Strabc Nr. 6, eine 1 )artie Eichen-, Buchen-, Kiefer- und Pappel-Bohlen meistbietend freiwillig versteigert werden. Dieselben eignen sich für Glaser und Schreiner. Nr. 2 beginnend mit dem Namen: Sonntag,?, ds. Mts., von 1 bis 6Uht Sonntag, 14. und 21. ds. Ms. == von 12 bis 6 Uhr ------- Verein der Einzelhändler zu Gießen E. V. Der Vorstand. 9679 D MW WmmC mit Cem WM W. Ootfi für den Wies Wweuc mit cem Urnen Or. W Seimcii JN ■ ■ M ' Nähmaschinen Stoewer, Viktoria find Janker & Rah, die besten Fabrikate, empfiehlt zu äußerst billigen Preisen und günstigen Zahlungsbeding, J. P. iono Die De mit der glück.! Herr 3 erteilt die Wählt am 7. Dezember die Liste: teste; ft auf beiden Stimmzetteln, auf dem 111 I || Stimmzettel für die Reichstagswahl und die Landtagswahl. Der Hessische Bauernbund hat Euch seither in jeder Notlage vertreten, als sich keine der Parteien um Euch gekümmert hat. Der Hessische Bauernbund hat Euch von der Zwangswirtschaft befreien helfen (Getreide, Kartoffeln und Milch ist für die Ermäßigung des Abliseerungssolls im Jahre 1922 eingetreten, hat die Preisbildung Eurer Trzeugniffe in günstigem Sinne zu beeinflussen gesucht, ist in allen Steuerungen Euer Berater gewesen, hat in den amtlichen Stellen verhandelt, wenn Ihr von der sozialdemokratisch-demokratischen Regierung bedrückt worden seid, hat Euch vor vielen kleinen Belästigungen durch die Be« Hörden bewahrt, hat oft die Strafen von Euch abwenden helfen, die Euch zugedacht waren. Der Hessische Bauernbund will Euch die untragbaren Steuerlasten in Hesien erleichtern. Wühlt den „Hessischen Bauernbund". Die Führer der -esfischen Bauernschaft find immer für Euch eingetreten^ Tretet jetzt für fie ein! Treue um Treue! wählt die Listen Nr. (0 Ludwig Griehbauer, Friedrich Mar, Rudolf Hotnatf; im Wahlbezirk Gießen-Vand: ' Helm L. Rühl in Grohen-Vuserk. Betreffend: Ergänzungswahlen zur Handelskammer. i iv r. Ä Bei den am 2. und 3. Dezember d. Js. Antwort: Sozialdemokraten, Demokraten, Zentrum 'stattgehabten Handelskammerwahlen sind und leider auch Deutsche Volkspariei. ; 8mcn °>«°d-rg-°>shlt 9. Wer hat nach den Wahlen 1919 in seiner Zeitschrift voller Genugtuung festgestellt, daß die Juden mit dem Ergebnis zufrieden sein können? . , ' oT , £ r\ i v , 4. _ 'j Wilhelm L. Rühl in Großen. Vuseck. Antwort: Der Zentralverein deutscher Staatsbürger! Gs wird dies mit dem Rnfügen be. iüdilcken Glaubens kanntgemachi, daß die Wahlprotokolle j wiuuuenb. ! nebst Anlagen in der Zeit vom 8. bis 10. Dezember d SXä, auf dem fiph-ptnrinlo einer der ersten Historiker Deutschlands, hat am 30. Nov. in einer demokratischen Versammlung zu Berlin folgendes ausgesprochen: „Ich gehöre nicht zur Demokratischen Partei, aber ich habe bereits öffentlich erklärt, datz ich es für eine patriotische Pflicht halte, bei dieser Wahl für die Demokratische Partei zu stimmen, iBeifall). Die Parteilosen sind ein außerordentlich wichtiges (Element in unserer Politik. (Es kommt gerade bei dieser Wahl unendlich viel darauf an, diese Gruppe möglichst geschlossen für die Demokratische Partei ins Feuer zu führen. Das schlechteste Wort, das in das Volk geworfen werden konnte, ist das Wort Vürgerblock. Dabei wird nicht etwa gedacht an den Bürger in dem Sinne, wie jeder Deutsche deutscher Staatsbürger ist, sondern hier bringt man offensichtlich den Bürger im Gegensatz zum Arbeiter. Das ist die schlimmste Zerreißung, die in unser Volk gebracht werden kann. (Lebhafte Zustimmung.) Die Partei, die dem Bürgerblock grundsätzlich widerspricht, ist heute die Demokratische Partei. Darum sage ich auch den Parteilosen: MWM.WSlMllAl.7j w MW» Wei! Bekanntmachung. Betr.: Die Ausstellung der Steuerbücher für 1925. Alle am 10. Oktober 1924 in Gießen wohnhaft gewesenen Arbeitnehmer (hierzu zählen Dienst- und Hauspersonal, Arbeiter, Angestellte, Beamte, Ruhegehaltsempfänger usw.) werden hiermit aufgefordert, im Stadthause Bergstraße 20, Zimmer Nr. 14, die für 1925 erforderlichen Steuerbücher ausstellen zu lassen, und zwar ist es Sach^ jedes Steuerpflichtigen, dafür zu sorgen, dah er zu seiner ersten Lohn- oder Gehalts. Zahlung im Jahre 1925 im Besitz seines Steuerbuches ist. Jur schnelleren Abwicklung der Steuerbücher-Ausstellung und insbesondere zur Vermeidung von Zeitverlusten für den einzelnen Arbeitnehmer, ist es dringend zu empfehlen, daß die Arbeitgeber die erforderliche Anzahl Steuerbücherformulare, für ihre am 10. Oktober 1924 in Giehen wohneuden Arbeitnehmer bei der obenerwähnten Stelle abholen lassen, den oberen Teil des Steuerbuches über die Personalien des Steuerpflichtigen ausfüllen und dann zur (Eintragung und Abstempelung wieder oorlegen. Für die in den Kasernen untergebrachten Personen werden die Steuerbücher von den militärischen Stellen ausgestellt. Ruhegehaltsempfänger und ihre Hinter- bliebenen, die ihre Bezüge von auswärtigen Kassen erhalten, haben ihr Steuerbuch unverzüglich der auszuzahlenden Kasse einzu- senden. 9794B Gießen, den 5. D.ezembtzr 1924. Der Oberbürgermeister. 3. D.: Dr. Seid. Bekanntmachung, <10. Wollt Ihr Wahlen, mit denen die Iluden unzufrieden! ^0. Dezember d Js. auf dem Sekretariate nnh hi» f • ... ".»au,tlrvrit, der Handelskammer während der üblichen UNO Oie Deutschen zufrieden sein können? j Rmtsstunden zur Einsicht der Wahlbe Antwort: Dann wählt die Deutschnatwnale eWe tt Warum lätzt Herr Stresemann, das politische Universalgenie, sich vom Werwolf und vom wer nicht wählt, wählt den Gegner! ann. grunzt» Rechts: Christentum Vaterland gesunde wirtschaft Wahlrecht 'ft Wahlpflicht! (r!tnft »arauf. W Mi ins "len werten l. Die Wahlen am 7. (2. müssen zu einem klaren Volksentscheid führen! Es handelt sich darum, ob wir aus dem Sumpf herauskommen oder tiefer hineinkommen wollen. Jeder Mann und jede Frau lege sich die einfache Zrcige vor: Soll es so weitergehen auf der Verhängnis- vollen roten Linie? Soll es so weitergehen mit Lrzbergerscher Steuerpolitik, sozialdemokratischem Parteiregiment mit Bestechlichkeit und Durchstechereien? Nein, wer dieses Treiben satt hat, der wähle keine Partei, die den alten Schlendrian mitmacht, aber auch nicht eine der Kleinen Parteien, die nur erreichen, daß nätionale Stimmen verloren gehen, und selbst wenn sie einen Uanöidatcn durchbttngen, völlig einflußlos bleiben müssen! Das Vaterland ist in Gefahr aber wenn wir alle unsere Schuldigkeit tun, ist uns der sieg gewiß! wer am 7. Dezember zu Hause bleibt, ans wahlmüdigkeit, aus allgemeiner Unlust, aus Bequemlichkeit oder aus sonstigen Gründen, der wählt den Feind des Vaterlandes. Darum alle an die Wahlurne und wählt 9780c Söllht. . “Ä MW MMW Mi Heute Samstag abend 8 Uhr findet in i ™30.%n. In Berlin Herr Stresemann Arm in Arm mit rechtsradikalen Hakenkreuzlern — In Schwerin mit der Parole: Gegen die Rechte! von ;ide, Kartoffeln- ingssovs in' ünjtigent 5inn< [en, wenn 5i)t erung bedn« Ms KMSlMllN SWltr-Lol S id: Schön. SÄsWWlMSWtki Mitglieder und Parteifreunde treffen sich am Sonntag abend 8 Uhr im Hotel Victoria. Daselbst Bekanntgabe der Wahlergebnisse. Am Gehen gehinderte Parteimitglieder und Freunde können abgeholt und zu ihrem gefahren werden. Ann ..t. fw«• «. 3 ' 7 , „ , xteilt habe. „Ach, das unserem Wahlbu sagte der andere zu- - , nur alle auf vtrd flcher von der veraniworilichen Sielte zur Berantwortung gezogen werden. Hätte Dr. Werner Ului, roürbe er — Erlast bitt, Erlast her — zugeben, daß er die Retch-tarben beschiinpsen wollte. Haue Dr. Werner Beraniworiung« gesühl, wurde er die Beschiinvt ing öffentlich zurlickueh uen. ,fhm liegt aber Nichte an Beruhigung der Oe> eniltchkett. an Stärkung der Staat-aulortiäl; er will nur Heyen. Nicht nur er, seine ganze Bartet will Hetzen. Das bewein der Unflat der deutschnaiionalen Hetz- und ‘JufienflngbLuier gegen daS Netchkbanner. Wir neunen jeden, der die Vüflcn dieser zahl.ölen Flugblätter verbreitet einer bewustlen Edrabichnetder und Verleumder, damit er gezwungen ist, den Wahrheit» beweis vor Gericht anzutreten. Staatsbürger rüeft ab von den Verleumd Die Parole heiin, ba * Ganze sammeln unter dem 8eu » grohdeutschen BolkSftaakeS der mündig gewordenen Deutschen * 9768D gepttBütoz uiiilb^fco Stahlhelm schützen, die mit dem Hakenkreuz (MW an der Heldenstirn, Weisung haben, Besucher lUUUimow n|| jüdischem Aussehen zurückzuweisen? as wird Frau Stresemann dazu sagen? ein Ende der häufigen Regierungskrisen, willst Du eine feste und zielbewuhte Regierung, willst Du wirtschaftliche und soziale Ordnung, willst Du eine nationale und verständige Außenpolitik, so wähle, wähle» wähle am 7. Dezember, ob Mann oder Frau die Liste 5: Deutsche volkpartei, ZerüMMW! Kennzeichnet Q der Stimmzettel II vl* e eJ mit einem |j Parieibureau: Kath. Dereinshaus von 9-6 Uhr. Abends 8y3 Uhr: Zusammenkunft i. Dereinshause. wbd gentrumspartei. Wähler und Wählerinnen! V. »81 Br/ Entscheidet Euch morgen -■ - für eine Politik der Ruhe, Ordnung und Verständigum gegen eine Politik der Phrase und der Abenteuer Keiner darf an der Urne fehlen! WW7- Jeder Nichtwähler begeht Verrat an Volk und Staat Wähler und Wählerinnen! Ihr habt Euer Kreuz für die Reichstagswahl Sozialdemokratische Partei Deutschlands 1 Ulrich — Dr. David — Dr. Quessel — Beckmann 1 Deutschnationale Dolkspartei Dr. Werner - Dr. Best - Dr.Frhr.Heyl zu Herrnsheim—Jörg 2 Deutsche genttumspartei o Dr. Vockius — Knoll — Mobs — Hattemer 3 Kommunisten 4 Ebner — Hammann — Angermeier — Müller 4 Deutsche Dolkspartei ® Dr. Decker — Wolf — Dingeldey — Birnbaum 5 Nationalsozialistische Freiheitsbewegung o Fieck — Hauck — Scheer — Ningshausen 6 Deutsche Demokratische Partei ' Äorefl — Dr. Heidebroek — Eberle — Schneider 7 (*) rigjfll Wirtschaftspartei des deutschen Mittelstandes b Weiser — Dr. Rhode — Gunkel — Höfling 9 für die Landtagswahl 3 HM Prov. Oberhessen: Urstadt Dr. Büchner Sozialdemokratische Partei Ulrich Adelung Lux Raab Zentrum Lenhart v. Brentano Blank Hofmann 4 Kommunisten Roch Dr. Greiner ©atm Angermeier 6 Nationalsozialistische Freiheitsbewegung Hauck Scheer Ringshaufen Scheidt 2 Deutfchnationale (Hessische) Dolkspartei Prov. Starkenburg: D. Dr. Diehl Kindt Prov. Oberhofen: Dr. Werner Bissel Prov. Rheinhessen: Böhm Schoenfeld 5 Deutsche Dolkspartei Dingeldey Schott Birnbaum Scholz 9 Wirtschastvpartei des deutschen Mittelstandes Weiser Dunkel Höfling Berg 10 Hessischer Bauernbund und rheinhessische Landliste Prov. Oberhessen: Dr. v. Helmolt Fenchel Prov. Starkenburg: Glaser Dr. Dehlinger Prov Rheinhessen: Dr. Moebus Göhrung 7 Deutsche Demokratische Partei Prov. Starkenburg: Henrich Reiber Prov. Rheinhessen zu machen, dann wählt Ihr richtig und demokratisch! Hauck ter Riflgsh^uscn JkNWlM WA W « Wstza U WWkl 51t. 1 von dem aus auf Anruf (Telephon 722) Nd" Wagen für die Wahl zur Verfügung gestellt werden. Sonntagabend nach der Wahl finden sich die Parteifreunde im Wahlbureau zusammen. Deutsche Demokratische Partei. Nr. 288 Dimes Blatt Samstag, b. Dezember 192) Siebener Anzeiger sGeneraf-Anzeiger für Gberhesfen) poiitit und Dölterpsychologie in der Uriegsschuldfrage. Ton UTnversitätK-Profesfor Dr. Fritz 6tiet-6omlo, Köln. Zwei miteinander eng zusammenhängende Fragen stehen im Vordergrund deS politischem Interesses: die Kriegsschuldnote und die Beto, ligung Deutschlands am V ö l k e r b u n d. LS besteht eine Desahr. ES droht die Falle der durch die letzte Tagung der VölkerbunbSrersammlung in Genf, der diplomatischen offenen und noch mehr geheimen Verhandlungen, Pläne, Srwägunqer. der toidersprecheaden Stimmen im Chor der deutschen und ausländischen Presse mit einer Verwirrung der öffentlichen Meinung über die Ge- samtprcbleme und ihre Einzelheiten zu euren. 3n dem ChavS der manchmal absichtlich zusammengewirb lten Nachrichten, Gesichtspunkte, nationaler und pazifistischer GesühS Momente könnten klarer Blick und sicheres Urteil versinken. ES scheint deshalb der Versuch, die immer dichteren Ru- gängl chc Hab der nationalen Energien jenseits unserer Dren-en, die in Deatschlano ein Hemmnis der 2lusbreitung. eine Bedrohung ihres Aufschwunges oder ihrer, sei es vermeintlichen, sei es wttN chm Rechte auf einen immer gröberen Ante l an Besitz und Geltung in der Welt Rah- rungs- und Ruhmesspielraum scheit. Die Völkerpsychologie darf nicht vorüberg Ho t an der Trauer um die Gefallenen und Kri?gsbeschäbigten, an dem Wirrwarr der wirtschaftlichen Verhältnisse auch in den sogenannten Liegerstaaten. All dieS wird samt und sonder- Deutschland in die Schuhe geschoben. Das bequeme Schlagwort von des Deutschen Re.ches Schuld wird durch diese Dinge eher tiefer in F.eisch und Blut gebrannt als ausgetilgt. Ist es doch selbst sür den einzelnen bei einem sittltchei Konllk'. mit eimm anderen schwer und setzt hohÄ moral fches Gefühl vcraus, eine wirklich bestehende Schuld dann a u f sich zu nehmen, nxmt andere ihn freiwilltg aller Fehler freisprechen Rach der millionenfachen Versicherung der F hvec und Staatsmänner unserer b Sherigen Gegner sind akee alle Staaten und Volker, die gegen uns kämpften, die reine Unschuld und Deutschland der einzige Sündenbock. Jener Satz, der bei einem Jndividuallonflikt gilt, hat noch vtel mehr Bedeutung bei Dollern und Staaten. De.en LelbsterhaltungS- und Selbstdurchsetzu.'tgstr eb ist allzu bereit, sich, auch bei bewubrer eigene? Schuld, diese auszureden und sie aus einen anderen abzuwalzen. ES ist völ'erpsycho- logisch ganz unwahrscheinlich, dah die grobe Masse der unS feindlichen Völker nicht glauben sollte an die ihnen seit einem Jahrzehnt unzählige Male eingehämmerte Behauptung, dah Deutschland den Krieg entfesselt habe D.ese ihnen so snmpathische nützliche Legende ist zum starren De standteil ihr.'S seelischen Inhalts geworden. ES wäre vielleicht auch zuviel verlangt, etwa dem verpönten, in Acht und Dann getanen Gegner zu glauben, wenn er le.ne Unschuld Verstchert. Es i|t gefährlich, sich toabr- scheinlicherweise der Desa-impfung durch dte eigenen Dollsgenossen auszusetzen, trenn man für Deutschland die Stimme erhebt. Diel zu verlockend ist auch die Dorstellung, selbst der Träger von „Kultur und Recht" gegen ^Gewalt und Darbarei" zu fein; viel zu kraft pendend, um ste durch eine dem „Feinde" günstigere ersehen zu wollen. Dergessen wir doch auch nicht, dah schwere Entscheidungen im Privat-, noch mehr im Dölker- leben nicht, wenigstens nicht in der Regel, durch Dernun f terwäg angen bestimmt werdrn. Hah und Liebe, Zu- und Abneigung. Glaube und Äberglaube, Mihre'-ständnisse und Do-urteile, die ganze Skala gefühlsmäßiger D.d ngtheften und QBirlungcn find' viel mächtiger als nüchterne Ucbcrlegungen, Sachlichkeit, Recht, Gerechtigkeit, Dernunst. Wer das nicht einsieht, versteht die Dölker und Staaten, versteht ihre Politik niemals Es ist, unbeschadet dieser Wahrheit, eine Sache für s ch, dab bto Bemühungen nie aus- hören bürfen, neben jene irrationalen Faktoren auch den rationalen steigenden Einfluh zu erkämpfen und dah eine, von schwächlicher nationaler Delbstrntmannung freie Tendenz auf eine Ausgleichung der Gesühlsg ogensätze, Aufklärung der Irrtümer, Homogenität der Kulturideale gerichtet sein kann. Es bleibt freilich, zumal bei der Masse — die heute, in der Zeit der Demokratie, die Weltpolitik irgendwie doch entscheidend bestimmt — beim Uebergewicht deS Irrationalen. Besonders gilt dies. wenn, wie gerade beim „Friedens"vertrag von Versailles, auch das handgreifliche materielle Interesse den sog. Oicgerftaaten das Festhalten an der Kriegsschuldlegende nahelegt. Will man die kettenden Grundgedanken jenes Vertrages auf einige Schlagworte bringen, so lauten sie (m der ideologischen Zuspitzung der Diktatoren dieses Dokuments): . Rückfall Elsah-LothringenS an Frankreich; Ohnmächtigmachung Deutschlands in militärischer, auhenpolitischer und möglichst auch wirtschaftlicher Bestehung im Interesse von „Frieden, Recht und Fre.heit"; Durchführung des Selbst- verwallungsrechts der QTattonen, so wie es Cie- menccou, Lloyd George und Wilson verstanden haben; Kriegsschadenersah bis zum Weißbluten Deutschlands und Dere.cherung der Sieger; Zertrümmerung auch der Seegeltung und des Kolonialbesitzes. Das wichtigste, wenn nicht ausschliehliche Mittel hierzu war die These v o.n der Alleinschuld Deutschlands am Weltkriege. Bricht nun diese These auseinander, so stürzt das Gerüst des Versailler Vertrages zusammen uni) begräbt darunter die vielen hundert Paragraphen deutscher Schande, Knechtung und über- rnenschl.cher Lristungspfticht. Solange die Staats- mäimer und Völker die 2lufrechterhaltung des Versailler Vertrages, so wie er heute ist, wollen, solange toerben sie an der unglücklichen These festhalten. Deshalb ist die Reaktion auf die Absicht der ReichSregierung, den Kriegsschuld- Paragraphen 231 deS Friedensvertrages von Der- sailleS aufxufünbigen, bei Frankreich. England und Italien, ja auch bei Amerika eine deutlich ablehnende gewesen. 2lngcsichts dieser Haltung und mit Rücksicht auf die im übrigen durch das Londoner Abkommen von Ende August diese- JahreS ein- getretene Entspannung schien für Deutschland eine peinliche Alternative zu entf leben. Entweder gab die Reichsregierung von ihrer Ab- lehnung der Schuldlüge keine amtliche Kenntnis. Sann setzte sie sich dadurch, nachdem nun einmal diese Absicht der Oeftentlichkrit bekannt- gemacht worden war, dem Vorwurf der Feigheit unb ilntoürbigfeit aus Oder aber sie übermittelte d.e fragliche Rote trotz ber Warnungen und Abmachungen der Grobstaaten und dann schädigte sie die sich anbahnende Dersöhnungs- pol.tck. Diese Alieimaiive ist aber nach Abiauf so mancher Woche feit den Reichstagsbeschlüssen zu dem Londoner Abkommen nach meiner lieber- zeugung nur eine scheinbare. Es ist formal gewiß nicht gleichgültig, ob eine amtliche Rote bei den Großmächten über die Dchuldsrage von Deutschland überreicht wird ober nicht. Aber materiell, b. h. sachlich war unb ist es doch nur nötig, das) die Welt von Deutschlands jetzt besonders starker Haltung, die KriegSschuldlüge für sich em für allemal abzulehnen. Kenntnis erhalten hat. Das ist aber geschehen; das be- toeifca d e Arußerungen der öffentlichen Meinung, der Presse deS Auslandes, vor allem aber jene Warnungen und Abmachungen der Grohstaatm selbst. Wenn also Deutschland von einem formalen Schritt absah, fo kann sich die Reichs- rcgicrung darauf berufen, dab sie dieS im Interesse des Weltfriedens tut, ohne sich grundsätzlich anders bezüglich des Paragraphen 231 des Frie- denSvertrageS einzustellen. Das sollte genügen, bis eine neue These gefunden wird, auf die sich Sieger und Besiegte einigen könnten. Als eine solche würde mir scheinen eine amtliche Erklärung seitens Deutschlands, den Krieg verloren zu haben, eine Anerkennung, deren 2Hanget das Ausland oft gerügt hat. Wenn nun auf diese These des verlorenen Krieges und nicht auf die der Kriegsschuld die finanziellen Leistungen Deutschlands gegrünbet werden, so sind alle materiellen Interessen, die etwa die Gegner an ber Aufrechterhaltung deS Paragraphen 231 hatten, ausreichend gewahrt. Solange dagegen der Paragraph 231 die Basis der materiellen Ansprüche unserer bisherigen Gegner bleibt, solange ist auf eine Anerkennung der Beseitigung jenes Schuldbekenntnisses bei den Großstaaten nicht zu rechnen. Unser Dorgehen hat bei den immer noch vorhandenen vielen feindlichen Stellen Anlab gegeben und würde es auch später tun, die häufig wiederholte Behauptung zu unterstreichen, dab Deutschland übernommene Verträge einseitig auf heben wolle. Ganz anders dagegen liegt eS, wenn eine neue Formel an trie Stelle deS Paragraphen 231 als Tragbalken für unsere wirtschaftlichen Leistungen eingesetzt wird. Bleibt dann schließlich nur die Frage deS moralischen Wertes der Schuldlegende für unsere Gegner und der moralischen Schmach für Deutschland. Völker psychologische Einsicht sollte uns lehren, dab hier mit den rein äuherlichen M.tteln diplomatischer Handwerkskunst nichts zu erreichen ist. Eine biS zum letzten Grund ehrliche, vollkommen unparteiische Aufklärung, die auf unanfechtbare wissenschaftliche Geschichtsforschung sich stützt, mub noch viel mehr als bisher betrieben werden. Das Wichtigste aber wird doch das Fallen aller Landesschranken, die ununterbrochene gegenseitige Beziehung von Wirtschaft und Kultur zu Morgen haben. Immer stärkere Bande müssen die grohen europäischen Dölker auch durch persönlichen Derkehr m Einander verbinden. Dann erst läbt sich in absehbarer Zeit erwarten, dah der Kampf gegen den Paragraph 231 sich leichter führen labt Dielleicht wird er bann auch ganz überflüssig geworden fein. Der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund darf auf keinen Fall den Anlah geben, die Schuldfrage im Sinne eines Kampfes um den Paragraph 231 aufzurollen. Es darf nichts geschehen, was seiner, überhaupt des ganzen Dersailler FriedeitSvertrages Bekräftigung gleich- käme. Vielleicht bietet lieb aber Gelegenheit, jene neue Formel von der Anerkennung unserer militärischen R ederlage zu dem Zwecke, die Basis unserer finanziellen Pflichten auf sie und nicht auf Paragraph 231 zu stellen, geschickt zu verwenden Dah wir der llebennacht erlagen, ist lerne Schande Der Ruhm zahlloser Einzelsiege und der Heldenkraft eineS um fein Dasein ringenden Volkes wird ohnedies nicht verblassen. Schöffengericht. * Gießen, 3. Dez. Der Anstreicher F. Sch. in Gießen hat im Sommer 1923, zur Zeit der stärksten Inflation, von einem arbeitslosen Vetter einen viertel Zentner gestohlenen Kaffee weit unter Preis gekauft und weiterverkauft. Gr will geglaubt haben, der Vetter habe den Kaffee ehrlich erworben, hatte aber mit dieser Ausrede fein Glück. Den gesamten Umständen nach mußte er an- nehmen, daß der Kaffee durch eine strafbare Handlung erlangt war. Daß er diesen Verdacht halte, gibt er selbst zu. Er ist wegen Hehlerei« bereits zweimal bestraft, aber nicht rückfällig im Sinne des Strafgesetzbuchs. Strafe: zwei Monate Gefängnis. Hinter verschlossenen Türen wurde gegen zwei Dahnbeamte wegen Abtreibungsversuchs und Anstiftung dazu verhandelt. Die Angeklagten wurden trotz ihres Leugnens überführt und erhielten G e - fängnis strafen von einem und zwei Monaten. Der wegen Rotzucht, Körperverletzung, Röti- gung, Beleidigung usw. vorbestrafte Arbeiter Albert D e c g in Gießen geriet in der Rächt vom 8. auf 9. Rovember d. I. in Gießen mit einem Arbeiter und einem Weichensteller auf der Straß« in Streit, in dessen Verlaus der Arbeiter duvch einen Stich in die Lunge lebensgefährlich verletzt wurde. Der Angeklagte will nicht der Täter sein und lieh für alle Fälle durch seinen Verteidiger geltend nv chen, daß Rotwehr Vorgelegen habe. An seiner Täterschaft ist nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme nicht zu zweifeln: ein Zeuge hat das Messer in seiner Hand gesehen und ist, als er ihm in den Arm fallen wollte, selbst an der Hand verletzt worden. Don Rotwehr kann nicht die Rede sein, da ein ernstlicher Angriff nicht vorlag. Wegen der Roheit und Gefährlichkeit der Tat, Die leicht ein Menschenleben hätte vernichten können, und mit Rücksicht aus die Dorstrafen wurde der Angeklagte zu einem Jahr zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Briefkasten der Redaktion. Ein kritischer Beobachter. Anonyme Einsendungen wandern bei uns in Den Papierkorb. Sonntagsdienstd.Aerzle u.Apotheken am 7.12.2L Dr. W. Klein. >}rL Dr. Minier. Hirschaoolheke. Zahnarzt: Dr. Buchinger. Der Kenner verlangt die Marke erlesenen Geschmacks LIKÖRE IHerceiee Welnbronoerelen Fenirbaeh-StiittgerL Vertreter: Ijöeel & Trlln k ner, Giemen, Neustadt 57, Telephon 85L Wie Parteien getauft werden Die F irb'nfrage spielt im diesmaligen Wahlkampf eine besondere Rolle, und der Kampf wogt zw.scheu Schwarz rotg old und Schwarz- weißrot hin und her. Bereits im Altertum haben posittschc Parteien Farben zu ihrem Merkmal erkoren, und zwar nahm im alten Rom diese Sitte ihren Ausgang von den Farben der Rennfahrer in den Zirkussen, dir in grünen und blauen, in weißen und roten Farben auftraten. Das Publikum schied sich bald in Parteten, dte für die einzelnen Farben eintraten, und da ter Zirkus in der römischen Kaiferzeit eine große politische Bedeutung hatte, so spietten diese Ziriusfarben bald ihre Rolle im Staatsleben. Einmal standen die Grünen, dann wieder die Blauen auf der Seite des Kaisers. Die Bezeichnungen Iren „Schwarzen" unb .Roten" sind uns ja alten bekannt; außerdem gab es noch dte „Schwarzgelben" unb bie „Schwarzweißen". Alle diese F' rbenausdrücke, die in unserem iroliti- schen Leben noch heute zum Teil Geltung haben, stammen aus ber Paulsk irche in S.anffurt tote ja überhaupt in bem Revoluttonsjahr 1848 viele unserer Parteien zuerst getauft tourben. D.e Bezeichnung ber Parteien nach ben Plätzen, die heute allgemein gang unb gäbe ist, kam in der Pariser Rational Versammlung von 1789 auf Man bemerkte, baß die Mitglieder der Ratronalv-ersammlung, auch nachdem bie Trennung der drei Stäube aufgehoben war, sich in zwei Parteien teilten, unb der Stuhl des Präs.deuten bildete sozusagen die Grenzscheide zwischen ihnen. Run hatten die „Patrioten", bie für das We.tertreibeu der Revolution eintra'en, die linke Seite eingenommen, während dte Verteidiger des alten Regiments, die „ReatNo- näre" sich auf ber rechten Seite zusammenzogen. So erhielten bie Anhänger des Reuen die Bezeichnung der Linken unb bie Vertreter ces Allen die ber Rechten. Als sich bann auf beiben Seiten noch extremere Richtungen bildeten, wurden die ganz lmks Stehenden als Männer des „Berges", die ganz rechts Stehenden als 2lngehörige des ^onpses" benannt. Für die Freunde einer gemäßigten Richtung bildete sich der Begriff der Mitte, des „Zentrums" heraus. Oft sind Parteien nach der Kleidung getauft worden. So unterfd)eb man in Schweden im 18. Jahrhundert die „Hüte" unb bie „Mühen", wobei bie Hüte von Frankreich, bie Mützen von England unb Rußland unterstützt wurden. In Holland nannte man im 15. Jahrhunderts die Aristokraten .Hocks", b. h. Angelhaken, unb die Demokraten „Kabeljaus". Die Hocks trugen eine rote, die Kabeljaus eine graue Mühe, so daß damals — mehr im Gegensatz zu ber durch die französische Revelation ei .geführten Bcdeutung des Rots — die Konservativen diese 5irbe für sich in Anspruch nahmen. Rach ihrer Kleidung wurden auch im Freiheitskampf der Riederländer bie ..Geusen" getauft, die den Dettelsack zum Abzechen wählten unb sich in schlechtes Mönchstuch Neideten. Dan der Tracht kommt die Bezeichnung der ^R u n d k ö p f e" während der engl scheu Revolution her. denn bie Gegner Karls I. trugen, um von den stolzen Perücken ber .Kavaliere" abzustechen, rundgeschnit- tenes kurzes Kopfhaar. Raturgemäß sind diele zufällig aufgetommenen Parteinamen manchmal recht schwer zu erklären. Co kann man bis Georg Appel- Seltersweg 56 Telephon 131 Wlrisifc til-'oml Kratalap im Anschluß an Elektrizitätswerk Gießen und Ueberlandanlagen Fachmännische Beratung Sachgemäße Ausführung Billigste Preise Besuch und Kostenanschläge auf Wunsch L 9OO8D J‘ Cr. 288 Muster glatt Gtegener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Das Bündnis von Björkoe. Wilhelm II. an den Reichskanzler von Bülow über die gweikaiserzusammenkunft.-) Die politische Lage toäfjrenb des Russisch- Iapanischen Kriege- hatte zu einer weitgehenden Annäherung -wischen Ruhland und Deutschland geführt, während die Beziehungen deS Zaren» reiche« zu England, dem Verbündeten Ja» Pan-, auf« äusterste gespannt wurden, so das) wiederholt der völlige Bruch unvermeidlich schien. Die Deutsche Regierung, die sich soeben unter dein Eindruck der entschiedenen, durch den Abschluh der Entente cordiale vom 8. April 1904 bekundeten Kundmachung Englands zu Frankreich zum erstenmal der Deutschland drohenden Isolierung ernstlich bcwustt geworden war, suchte begreiflicherweise die Gelegenheit zu benutzen, den drohenden Ring zu durchbrechen. Da der Weg nach England durch mannigfache Verstimmungen und nicht zuletzt durch die bereits beginnende Auswirkung des deutschen Flottenbaus zur Zeit wenig gangbar erschien, kam man in der Wilhelmstratze auf den alten Gedanken einer Kontinental- liga zurück, der bereit- im Jahre 1895 Herrn von Holstein, dem mastgebenden austenpolitischen Berater deS Kanzlers, vorgeschwebt und den Hintergrund der ganzen deutschen Ostasien- Politik gebildet hatte. GS traf sich gut, dast Kaiser Wilhelm- Verstimmungen gegen seinen englischen Dnfd und feine allmählich fast zur fiten Idee gewordene Feindschaft gegen die gelbe Rasse mit diesen politischen Plänen ganz konform gingen. So begann bereits im Rovember 1904 — teils durch Vermittlung des russischen Botschafter- in Berlin, vor allem aber durch direkte Korrespondenz der beiden Herrscher idie in Wahrheit hier nur die Agenten ihrer auswärtigen Minister darellten) — der Versuch, ein feste- Dündni- zustande zu bringen, dem dann auch Frankreich beitreten sollte. Diese Bemühungen scheiterten zunächst, weil der russische Auhenminister Graf Lamsdorff, der in dem deutschen Vorschlag eine Intrige gegen den russisch-französischen Zweibund witterte, eine vorherige Benachrichtigung Frankreichs forderte, was man in Berlin au- leicht begreiflichen Gründen a b l e h n t e. Erst Im Hochsommer 1905, al- Rustlands Spiel im Fernen Osten gänzlich verloren und da- Zarenreich in eine beispiellose innere und äuhere Zerrüttung geraten war, schien der Gedanke eines russisch-deutschen Bundes als Grundstock eine- gewaltigen Kontinentalblocks doch noch Gestalt zu gewinnen Auf der kleinen Insel Björkoe in den finnischen Schären kam cs Ende Juli zu einer denkwürdigen Begegnung der beiden Kaiser, die nur von einigen Getreuen begleitet waren. Unter dem starken Eindruck der impulsiven Persönlichkeit des deutschen Kaiser- wurde der Zar — ohne Wissen seiner Minister — veranlastt, einen Vertrag zu unterzeichnen, dessen wesentlicher Artikel in deutscher Uebersetzung lautet: „Wird eine- der beiden Kaiserreiche durch eine europäische Macht angegriffen, *) „Die Groste Politik der Europäischen Kabinette 1821—1914". Sammlung der Diplomatischen Akten be8_ Auswärtigen Amtes. Im Auftrage de- Auswärtigen Amtes herau-gegeden von Johanne- LepsiuS, Albrecht Mendelssohn Bartholdy. Friedrich Thimme. 4. Reihe. „Die Isolierung der Mittelmächte". Erste Abteilung: Dd. 19 bis 21. Im Verlage der Deutschen Derlagsgesell- schaft für Politik und Geschichte in Berlin W 8. so hilft ihm fein Bundesgenosse in Europa mit allen seinen Streitkräften zu Lande und zur See." Der Vertrag sollte beim Abschluh des Friedens zwischen Rustland und Japan in Kraft treten, und der Zar sollte Frankreich zum D e i t r i tt einladen. Es würde zu weit führen, die Bedeutung diese- Abkommens ausführlich zu analysieren: nur kurz fei daran erinnert, dast schon dio seltsame Form seines Abschlusses — die russischen Ministei wulsten gar nicht, die deutschen nur halb Bescheid — sich bald als historisch mit den Tendenzen des 20. Jahrhunderts kaum vereinbar Herausstellen sollte. D efer — wenn der Ausdruck erlaubt ist — letzte Alt eines dahin- gegangenen Absoluttsmus wirkt wie eine anachronistische Episode, wenn man den grosten Gang der weltgeschichtlichen Entwicklung betrachtet. Die Staatsmänner an der Spree und an der Rewc> wussten mit dem Vertrag nichts anzufangen. — In Petersburg wollte man begreiflicherweise die bewährte französische Freundschaft nicht für eine ungewisse Kombination aufs Spiel sehen, und autzerdem lenfte bald der neue Austenminister Alexander 3 8- wv ls k i die russische Politik ganz ins englische Fahrwasser. In Berlin kehrte Fürst Bülow nach einigem Schwanken zu seiner tastenden und zweifelnden Politik der Freien Hand zurück, die bald in Algeciras zum erstenmal zur offensichtlichen Isolierung des Bismarckschen Reiches führen sollte. Wir bringen im Folgenden aus dem demnächst erscheinenden 19. Bande der Grosten Akten- publikation des Auswärtigen Amtes einen eigenhändigen Bericht Wilhelms II. zum Vorabdruck. Wisby, 25. Juli 1905. Mein lieber Bülow! Durch meine Telegramme haben Sie schon erfahren, dast das Werk der Annäherung gekrönt und der Wurf gelungen ist! Und jetzt, da es so gekommen ist, wundert man sich und sagt, wie tft so etwas möglich? Die Antwort ist für mich sehr klar! Gott hat es also gefügt und gewollt: allem Menschenwih zum Trotz, allem Menschentreiben zum Hohn hat er zusammengeführt, was zusammengehörte! Run, Seine Wege sind andere als unsere Wege und Seine Gedanken sind böher denn unsere! Was im vorigen Winter Ruhland im Hochmut ausschlug und in Inttiguensucht zu unserem Rachthstl ausz'.gestaltcn versuchte, hat es jetzt, durch des Herren furchtbare, harte, demüthigendc Hand herabgedrückt, mit Dank freudigst als eine schöne Gabe akzeptirt. Ich habe die letzten Tage soviel nachgedacht, dast mir der Kopf brummte, um sicher zu sein, dast ich es richtig anfange, stets die Interessen meines Lande- vor Augen, aber nicht minder di'j'nigen des Monarchischen Gedankens im Allgemeinen. Schliestlich habe ich meine Hände zum Herrn üer uns alle erhoben, und ihm Alles anheim- gestellt und gebeten, Er wolle doch mich leiten, und führen, tote Er wolle, ich sei nur ein einfach Werkzeug in seinen Händen, und werde thun, was Er mir eingeben werde, möge die Aufgabe noch so schwer sein. Und zum Dchlust habe ich auch den Wunsch des Alten Dessauers bei Kesselsdorf ausgesprochen, wenn Er mir nicht helfen wolle, dann auch dem anderen Sein« Hülfe nicht zu geben. Run fühle ich mich wunderbar gestärkt, und der Wille und die Absicht wurden bei mir immer fester und bestimmter, „Du seht es durch, koste es was wolle!" So sah ich vertrauensvoll der entrcvue entgegen. Und was fand ich nun vor? Einen warmen, liebevollen, begeisterten Empfang, wie er nur einem von Herzen aufrichtig geliebten Freunde zu Theil werden konnte Der Zar hat mich umarmt und an sich gedrückt, als sei ich sein leiblicher Bruder, und mit dankerfüllten, freudestrahlenden Augen blickte er mich immer wieder an. Die Russlisches Umgebung war von einer Herzlichkeit wie ich es noch nie erlebt Dencken- ö o r ff liest sogar fein Monocle aus dem Auge fallen, als ich ihm die Handhab!! Der Drost- fürst Thronfolger war eigens mitgebracht worden und war auch eitel Freude! Bald nahm irich der Zar bei Seite und sagte, er brenne auf eine eingehende Converfation Wir steckten die Cigaretten an und waren bald in medias res. Er war ungemein erfreut über unser Marocco- Abkommen, was den Weg zu guten dauernden Beziehungen zu Frankreich eröffne, und spendete meiner Hoffnung, dast daraus eine dauernde Verständigung, vielleicht sogar ein „agrec- ment" mit Gallien hervorblühen möge, lebhaften Beifall Als ich Darauf aufmenfam machte, dast trotz der Englischen) Hetzereien Frankreich glatt refüsiert habe, mit uns auf die Mensur zu gehen, und sich also um die Reichslande nicht mehr schlagen wolle, sagte er scharf: „Vcs, that 3 faw, it is quite clear; the Alsace-Lor- rainc queftion is closed donce for all thank God. "Run kam das Gespräch auf England, und es zeigte sich sehr bald, dast der Zar eine schwere persönliche Wuth a>s England und den König hat. Er bezeichnet Edwsards VII. als den grössten „mischief maker" und unaufrichtigsten sowie auch gefährlichsten 3ntrtguantcn in der Welt. 3ch konnte ihm nur beipflichten mit dem Bemerken, dast ich ganz besonders unter seinen 3ntrigucn in den letzten 3ahren g-Iitten hätte. Er habe Passion, überall mit jeder Macht Etwas anzuzetteln,, „a little agreement“ zu machen, da unterbrach mich der Zar, indem er mit der Faust auf den Tisch schlug: „Well, 3 can only say, he shall not get one from mc, and netter in my life againfl Germanh or you, mH Word of honour on it." ... Am nächsten Morgen schlug ich meine Losungen*) auf und fand folgenden Text: „Ein jeglicher wird seinen Lohn empfa igen nach feiner Arbeit." Und hoffnungsfreudig ftieg ich ins Boot, das mich zur Vacht des Zaren führte, den Vertrag in der Tasche. — Der Zar empfing mich unten auf dem Fallreep mit herzlicher Umarmung, und dann gingS mit Micha**) zusammen zu dreien zu einem vo-trefflichen breaf» fast hinunter. Hierbei kam daS Gespräch auf ziemlich die nämlichen Themata wie die oben geschil- berten. Dabei konnte ich ba'b wahrnehmen, wie schwer verlehi der Zar war über das Verhalten Frankreichs in der Doggerbankaffaire . . . 3m übrigen habe sich Regierung und Presse Galliens noch leidlich korrekt benommen, und die Pariser wären lalt geblieben. Ob sie Wohl was miteinander abgemacht hätten? Ich meinte, so was wie ein kleines „agteement“ — Edward VII. habe ja ein faible dafür — ohne Mitwirkung des Dutzdesge nossen könne wohl dabei herausgekommen sein. Tief traurig lieb er den Kopf Höngen: „that is tno bad!" „Wat shall i do In this diiagreeable fituation?" Jetzt, fühlte ich, war der Moment gekommen! Da der A liä ohne Mittheilung und Anfrage beim Zaren sich die Politik der freien Hand und Rückversicher rungen gewahrt habe, fei es ihm ja unbenommen, ohne Unrecht zu begehen, ein Gleiches zu *) Die Losungen der B.üd-rgemeind« •*) Der Grobfürst-Thron olger. Samstag, v. Dezember V?21 thun „fuum cuiqu^*! Wie wäre es denn, wenn wir auch so ein „llttfc agreement“ machten? Wir hätten ja im Winter schon mal eine- berathei^ daS sei aber nicht gegangen wegen Delcass 6 und Spannung mit Frankreich. Jetzt sei da- ja alles vorbei, wir würden gute Freunde der Gallier werden, also nun falle jede- Hindernih fort?! „Ob Yes. to bc fure, 3 remem- 6er well, but 3 forgot the content- of It, what a plty, 3 haven't got It Here." .Ich besitze eine Abschrift, die ich so xgaiy zufällig in der Tasche bei mir habe." Der Zar fafitc mich beim 21 nnc und zog mich aus dem Saale In setne- Batcrs Cajüte und schlost sofort alle Tbüren selbst „Show it mc, floate": dabei funkelten die träumerischen Augen in Hellem Glanze. Ich zog das Couvert aus der Tasche, entfaltete da- Blatt auf dem Schreibtisch Alexander III. vor dem Bilde der Kaiserin-Mutter, zwischen lautet Photos aus FredenSborg und Copenhagen, und legte eS vor den Zaren hin. Er laS einmal, zweimal, brrimal den Ihnen bereit- mltgetcllten Text. Ich betete ein Stostgebet zum Heben Gott. Er möge jetzt bet uns fein und den jungen Hetwscher lenken. GS war tobtenftitl; nur da- Meer rauschte unb die Sonne schien fröhlich und heiter in die trauliche (Sabine, und gerade vor mir lag leuchtend weist die „Hohenzollern", unb hoch in den Lüften flatterte im Morgenwind die Kaiserstandarte auf ihr: ich las gerade auf deren schwarzem Kreuz die Buchstaben „Gott mit llns", da sagte des Zaren Stimme neben mir „that iS quite excellent I qultc agrec!“ Mein Herz schlägt so laut, dast ich eS höre: ich raffe mich zusammen und sagte so ganz nebenhin: „Should you life to sign tt? It would be a vcry nicc souvenir of our entrevue" ? Er überflog noch einmal daS Blatt: Dann sagte er „VeS, 3 will". Ich klappte das Tintenfast auf, reichte ihm die Feder und er schrieb mit fester Hand „Ricolas", dann reichte er mir die Feder, ich unterschrieb, und al- ich aufstand, schlost er mich gerührt in seine Arme und sagte .3 tbanf God & 3 thank you, it will be of most beneficial consequences for my country & yourS: you arc Russia's only real frlend in the whole World, I Hove feit that through the whole war L 3 know it." Mir stand das Helle Wasser der Freude in den Augen, — allerdings rieselte es mit auch von Stirn und Rücken herab — und ich dachte, Friedrich Wilhelm III, Königin Luise, Grostpapa und Ricolai I., die sind In dem Augenblicke wohl nahe gewesen? Herabgv- schaut haben sie jedenfalls, und gefreut werden sie sich Alle haben! Als ich den Zaren daraus aufmerksam machte, es werde sich empfehlen, vielleicht noch zwei Gegenzeichnungen zu haben, das fei fo Sitte bei dergleichen Instru^ menten, stimmte er zu und befahl sofort Tschirfchky herüber und Admiral B Irl lew herab. 3hm und Birilew tbellten wir Beide das Faktum des Vertrages mit und der alte Seemann fastte stumm meine Hand mit feinen beiden Händen und tobte sie ehrerbietig. So ist der Morgen des 24. 3uli 1905 bei Björkoe ein Wendepunkt In der Geschichte Europa- geworden, dank der Gnade Gottes: und eine grobe Erleichterung der Lage für mein theureS Vaterland, das endlich auS der scheublichen Greifzange Gallien-Rustland befreit werden wird. Der Zar besichtigte noch die „Berlin" und gab ein grobes Abschieds lunch bei sich für alle meine Herren, bet dem er in aufgeräumtester Stimmung war . . . 3n Dopen» Hagen werde ich Schoen ausfragen und etwas horchen, was mau sich dort denkt unter Reu- tralität. Das Wetter ist prachtvoll, die Fahrt toundcrfchön Ihr treuer Freund . Wilhelm I. R. Die rote Kaschgar. Roman von gehör von Zobeltih. II. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Das war in einem Tone gesprochen, wie er in gesellschaftlicher Hebung lag. Der Mi f.onar hatte auch äuherlich nichts von einem hageren Asketentum an sich. Man hätte ihn ohne den üblichen einreihigen schwarzen Rock, den der Stehkragen am Halse schlost, für einen Offizier ln Zivil halten können. Das brünette Gesicht trug dre kenntlich feinen Züge einer guten Herkunft, um den glattrasierten Mund lag Freuiä>lichleit, in den dunklen Augen mehr als die Schwärrneret einer von ekstatischen Vorstellungen getragenen Alaubensfreude, eine fast herausfordernde Willenskraft. Sie schritten links ab von der groben Dorf- ftraste, zwilchen den sauberen Häusern der Gemeinde, in denen die ftrafte innere Zucht und die religiöse Einfalt der Kolonie sich zu versinnbildlichen schien, auf schmaler werdendem Pfade zwischen Wcistdornhecken hangan. „Sie haben da unten in Afrika Erfolge erzielt. wie ich 3hren Schilderungen entnahm, Bru- der Dorctheus," sagte Freyc. „Aber unter welchen Mühen, Gefahren unb Entbehrungen!“ „Sie waren erträglich," erwiderte Fiedler, „es ist alles erträglich, wenn man mit seinem Vertrauen zur Sache nen m.mcher Vorschrift Aber li: mei len un re Drüber und Dchwestten sind in geistigem Sin e doch primitivere Ratur n u d glauben Sie mir, für sie bleib m alle die e Formalien ein Bund des Zusamm nhaltcns, richt allein in der Seelen- pflege, auch im praktischen Lebet der Gern i de. Kappietsch steht über h ndert Jahre, ein Schüler Zinzendorfs hat es begründet —“ .Mein Urgtwstvoter," warf Freye ein. .Herr Otmar von Elstern, ich vergab es — Verzeihung. Unb wie blüh:id hat bi: e Lei te Republik sich ent to cf eit! Ete iestt unsere Erziehungsanstalt nicht einen Ruf toeit über die Grenzen Deut'chlaids hinaus?" Er war ftcbengc-bhcben und wies von der Hohe aus zurück dis zum Scrfenbe, wo i mitten eines weitläufigen Parts die Daulichleilen des weltberühmten Mädche"Pädagogiums in ro en Ziegelstein glänzten. Von he aus war die gt. ze Kolonie zu übersehen, ein fr.uirdlich a imutenbea Di Id voll regsamen Lebens bei fast feierlicher Stille. Freye hatte die Gartenpfort» vor dem Hau'e ihrer Mutter geöffnet, verwellte aber noch einen Augenblick, da sie den Postbeten kommen sah. Er brachte für die Mutter ein frommes Diät - chen, den „Heilsboten", und für sie die hter in ter Weltebgeschiedenheit doppelt unentbehrliche Tageszeitung und einen (Brief A s i: i Hand», schrift auf lern Llmschlag mit ras !>cm D icke musterte. flog ein jähes Staunen über ihre mädchen- h.'. ten. doch unter innerem Zwa g gehärteten Ze g\ „Einen Augenblick. Brüter Fiedler" da: sie. Ee trat einige Schritte zurück, uib |iz ritz den Brief auf. „Liebste Freye," las sie. „dies Zeichen, denke ich, wird dich pünktlich treffen, obschon ich cs nicht durch ten Reitk.eecht sende, un in Euerm Paradiese durch den Zutritt wettlicher Subjekte kein Aufsehen zu erregen. Du wirst schon rer» nommtn habm. dab ich vor t>?rfSiebenen dy a- mischeei Geschch-iss-'n stehe, als da finb erfte.iö Hochzeit, zwei eiis Reite zu den Manrarinen, und das alles macht den Wunsch in mit rege, dich noch einmal zu sehen, sei's auch nur, um dir Lebewohl zu sagen. Du findest mich am morgigen Freitag nachmittags um fünf auf der Wrlld- wiese am Reckentee. Kär.nteft du kommen, so würde sich herzlichst freuen dein höchst mi eoabler Gert." Sie steckte den Brief hastig ein und schritt dem Mi'si)iiar voran d. rch den kleinen Garten nach einem cftenrn, von wildem je t feuerfarbig leuchtendem Wein u nlu chten Pav llvn. „Setzen Sie sich," tat sie und deutete auf einen der aus Birtenhvlz gezimmerten Stühe. „Hier sind wir wie im Freien und doch un.e- ftört. Haden die Kolonie zu unfern Fühea und drüben das Gotteshaus. Die Hermhu er wachen über uns." »Ich ve steh? lv An^pielu g erwiderte ohne Pst») zu nehmen. „2Ib:r ich möch e Ih-.en versichern, Fräulein Fr.Ye," — er vermied un Augenblick wohl gefli e rtlich die geschwisterliche Anrede —, „dah ich Ihren Widerstand ge,ea d e Heiratslvtterie begreife. Es ist eine alle, wenn ojd) durch die Ueberlieferung keineswegs geheiligte Sitte, dast Brüder im fernen Ausland dre einen festen Sitz gefunden hoben, sich dieZuen- dung einer der ledigen Schwestern als chre künftige Frau erbitten. Eine Art Lotto, also der Zufall bestimmt die Wahl. Diesmal fiel er auf Sie, und Sie hoben von dem Recht der Adteh- nung Gebrauch gemacht — nur hatte ich, vergeben Sie, gewünscht, dast Sie Ihrem Üntolen in etwas weniger stark betonter Weife Ausdruck gegeben hätten. Sie h-dm damit unnötig Mc Stimmung gegen sich ver charft " „LieberHerr Fi dl r dos b—ühri mich aricht sonderlich," entgegnete Freye ach el;r ckend „Ich habe Schätzung für die groben Gedanken im Hemhuterlum, aber ge en den Kleinkram seiner Verfassung wehre ich mich. Die Sille der Mrd chenverl fung ist für mich einfach eine Barbarei.' Seine Krpfneiguna toar zustimmend, sein Lächeln voll tluger Abwehr „Cs denken nicht alle so," sagte er. „Sie sahen ja, wie glücklich Schwester Jakobi ne war, als sie die Ersatzwahl traf. 3ak>bine ist nicht älter als Sie, sie kennt den Bruder Laurenz kaum, und Grönland ist kein verlockender D. den. Was treibt sie hinaus? Bi lleichi rur Gehorsamspflicht oder ein arger gelt es religi fei Emv- finten oder lediglich die Que'gier — wir h den lein Recht und feinen Gru id, danach zu forschen." Lind in herzlicherem Tone fuhr er fort „Aber ich gestehe unumwuiiden, dast auch ich Ihre Ablehnung als ein Glück betrachte. R.chl nur als ein Glück für Sie selbst, sondern in gleichem W he für mich . . . Ich bitte Eie, gnädiges gräul in, Iatfen Sie mich in Ruhe nussprechen Es kann Ihnen nicht entgangen fein, dast ich Sie sehr lieb habe. Als ich das letztemal hier war hatten Sie mit Ihrer Frau Mutter eben Ausnahme bei uns gefu"den. Damals waren Sie noch ein halbes Kind, aber unter duldendem Schicksal üb-r sich hinousgewachfen. Lind schon damals gechertc Ihren mein Herz. Wenn ich nun heute tun Sie werben wollte, nicht nach der Sitte der Gemeinde, sondern mit dem 'Recht des freien Menschen, ich weist, Eie würden nein Taget tote bei dem Brudet Laurenz. Rein, toeil Sie meine ßie;e niH ermi- dem können, und wäre das selbst dec Fall Ihr Heimatsgefühl ist viel zu stark, um dem Mann« in eine unbekannte Well zu folgen, unb Ihr Glaube ist zu schwach, um mit ihm Rot und Gefahr zu teilen" (Fortsetzung folgt) STUCK LIKÖRE STUCK LI KORE Landwirtschaft und Gartenbau Die Krebskrankheit der Obstbäume. (Nachdruck verboten.) Der Krebs ist der Würger der Bäume, dem ganze Aeste, ost auch der ganze Stamm erliegt, letzteres nämlich dann, wenn diese Krankheit, wie häufig, die Deredlungsstelle, also die empfindlichste von allen, Heimsucht. Die Krankheit wird ourch einen mikroskopischen kleinen Pilz (Nectria ditissima bei Aepfeln, N. pirina bei Birnen) erzeugt. Sie ist ansteckender Art. Sporen des Pilzes werden durch den Wind übertragen. Gelangen die Sporen aus jüngere Triebe oder Bcrlehungen und sind die Borbedingungen günstig, d. h. ist genügend Feuchtigkeit vorhanden, dann keimen sie und entwickeln ein Mycel, ein unendlich seines, wurzclnetzartiges Gebilde. Dieses dringt in das Zellengewebe ein, von dem es sich ernährt, indem letzungen der Hufkrone, also an berjerngem; Stelle, an welcher der Huf oben in die fleischige Masse übergeht, entstehen, die nicht leicht au nehmen sind, sondern eine sorgfältige Dehand- lung verlangen. Oft genug stößt die Heilung aus Schwierigkeiten, und die Entzüirdung se^ ich auf die tiefer gelegenen Hufteile fmrt Durch Kronentritte verursachte Verletzungen gehören zu den schmerzhaftesten, die in keinem Falle, selbst dann nicht als unwesentlich angesehen werden dürfen, wenn die Pferde zunächst auch nicht lahm gehen sollten. Lahmen die Tiere aber gleich nach dem Tritt, dann ist der Zustand toiar chon bedenklich. Sobald ein Kronentritt erfolgt ist, muh die Wunde sofort sorgfältig von ein- gedrungenem Schmutz befreit und mit einer chwachen Lysollösung oder einer anderen desinfizierenden Flüssigkeit ausgewaschen und verbunden werden. Es sind auch die Haare aus der Wunde und von deren Umgebung zu ent« einen, ebenso ist etwa losgetrenntes Hufhorn zu beseitigen. Das Pferd muh selbstverständlich Ruhe haben. Es wird in den Stall gesteM, und der Verband wird täglich erneuert. Nicht eiten können durch den Kronentritt auch die tiefer liegenden Teile, die Strecksehnen, rn Mtt- leiben schäft gezogen und dann die fernere Brauchbarkeit des Tieres stark in Frage gestellt werden. Sobald sich Eiterung einstellt, verbinde man die Wunde nach erfolgter Neinigung und Desinfektion unter Anwendung eines Wundpulvers mit trockener Watte. Bei stärkerer Anschwel- lng deur Hufkrone ist zu empfehlen, den ihr gegenüber liegenden Teil der Hornwand, soweit die Anschwellung reicht, mit einer halbrunden Raspel zu verdünnen, um den Druck auf die Entzündungsstelle zu mildern. Läht darauf die Lahmheit nach, so steht fortschreitende Besserung in Aussicht: ist das nicht der Fall oder nimmt die Lahmheit sogar zu, so ziehe man baldigst einen Tierarzt zu Rate, denn sonst durfte das Tier bald für den Abdecker reif sein. Denn Beschlage muh darauf geachtet werden, dah in der Verlängerung des Kronentrittes das Eisen nicht aufliegt, damit Erschütterungen von der Wunde ferngebalten werden. Man schneide daher an der betreffenden Stelle des Tragrandes eine halbmondförmige Höhlung aus und befestige dann erst das Eisen. Die Hühnersütterung im Winter (Nachdruck verboten.) Welches Könerfutter brauchm d'e Hühner im Winter? Mancher Hühnerzüchter möchte sich gern einen Ilcberschlag machen, welches und wieviel Körnerfutter ec für fernen winterlichen Huhnerstall kaufen oder zurücklegen muh. Da macht es natürlich einen gtoffen Unterschied, ob die Hühner auch im Wiitter über einen grohen Auslauf verfügen oder nicht Aber auch im letzteren Fall soll man niemals einseitig Körner füttern. Warme Kartoffeln, Kleie Spreu von Luzerne oder Serradelle, Heufamen, Mohrrüben, Mais- oder Bohnenschrot sind ebenso notwendig wie Körner. Letztere soll man möglichst am späten Nachmittage geben. Den Kropf voller Körner sollen die Hühner zu Bett gehen. Man sollte auch nie über 50 Gramm Körnerfutter pro Tag und Kopf geben, also aus 10 Hühner etwa ein Pfund pro Tag rechnen. Ferner soll man Roggen nie, die anderen Ge- treidearten aber, Hafer, Weizen und Cerste, gemischt nehmen. Wollen die Hühner nicht an den svihen Hassr heran, wird derselbe 12 Stunden vor der Beifütterung mit kochendem Wasser übev- brüht, dem etwas Salz beigefugt ist. Wichtig ist auch, dah man gerade im Winter den Hühnern das Körnerpicken recht schwer macht: Man streut die Körner am besten in eine tüchtige Schicht Spreu oder Häcksel. Hühner sind für ein möglichst abwechslungsreiches Futter dankbar. Besonders dann, wenn sie nur einen geringen Auslauf haben. Hier ein Futterrezept, welches an Zusammensetzung und Menge den Ansprüchen eines Stammes von ze'n Hühnern b .sonders gut entsprechen w rd: Man füttert täglich: 75 Gramm Kar-toffelflocken, 100 Gramm Kleie, 100 Gramm Luzerne- oder Serradella-Spreu, 150 Gramm Mohrrüben, 150 Gramm Maisschrot, 500 Gramm Getreidekör^r zu je einem Drittel aus Hafer, Gerste, Wei'ea gemischt, endlich 150 Gramm F schnr hl. Das alles muh auf drei Mahlzeiten verteilt sein. Die Ge- treidckörner sind im we^ntlichen gec,en Abend zu geben. Das F schmehl lasse man nicht weg: es erhöht durch sein tierisches Eiwerh die Eie.Produktion ganz besonders. Diese Fattermischung hat sich bei einem F tterungsv.rsuch in der Gef lü. elzuchl- anftalt der Landw.rtschaftskammer in Halle als die erfolgreichste erwiesen. Das Grünland. Don Oefcmomierat Glaser, Direktor des Landwirtschaftsamtes Lauterbach. (Nachdruck verboten.) Dor dem Kriege war die Ernährung des deutschen Volkes von den Erzeugnissen der inländischen Landwirtschaft und vom Ausland abhängig. Es wurden eingeführt in Millionen Gowmark von Brotfrucht für 200, Gerste 389, Butter 118, Kleie und Oelkuchen 460, insgesamt für 1167 Millionen Goldmark im Jahre 1913. liniere Verarmung zwingt uns, von dieser Einfuhr, soweit wie es die Volksernährung erlaubt, ak^usehen. Trotz aller Hindernisse müssen die Ernten auf jedem Morgen gesteigert werden, um Niöglichst viel Brot- und Hackfrucht zu erzeugen, und die Einfuhr der Gerste, welche aus Ruh land »als Futtergerste zur Schweinemast hauptsächlich eingeführt worden war, sowie die übrigen Kraft- futtermittel müssen ohne Einschränkung des Getreide- und Hackfruchtbaus von der deutschen Landwirtschaft selbst erzeugt werden. Diese Ausgabe ist nicht leicht, aber möglich und da sie eine Notwendigkeit ist, muh sie mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln erzwungen werden. Wie kann nun ohne Kürzung der Anbauflächen Tür Getreide- und Hackfrüchte das Ziel erreicht werden? Das Grünland muh diese Aufgabe lösen. Wir rechnen hierzu die Wirsen, Weiden und den Feldfutterbau. Die Erträge auf diesem Grünland sind gegen die Erträge der übrigen Ackerfrüchte bei weitem nicht so gestiegen, wie sie bei zweckmähiger Pflege hätten gesteigert werden können. Gerade in Oberhessen und in dem viel zu wenig selbst von Fachleuten gewürdigten Vogelsberg, kann im großen Ausmah der Futter- und in gewisser Beziehung auch der Wickenbau gefördert werden. I Wir haben im Vogelsberg viele Gemarkungen, welche mehr Wiesen als Aecker haben. Gröhe Flächen liegen als Hutweiden. Aber der Zustand der meisten Wiesen entspricht nicht den An- forberungen, die man an sie stellen muh, die un- meliorierten Hutweiden können nicht gepflegt werden und die meliorierten werden nur unter dem Druck der zuständigen Behörden hie und da gepflegt. Es fehlt vielfach das Verständnis für geeignete Aufwendungen. 3n der Erkenntnis, dah das Grünland in seinen Erträgen wesentlich gehoben werden kann, sind nicht nur von den Landwirtschaftsämtern, der Landwirtschaftskammer und den Düngeikorporationen zahlreiche Düngungsversuche angestellt und deren Ergebnisse der breiten Landwirtschaft veröffentlicht worden, sondern es bat sich auch unter der Führung maßgebender großer Landwirte ein hessischer Grünlandverein mit seinem Sih in Bad-Nauheim gebildet, der durch zweckmäßige Weideanlage, Pflege der Wiesen und Ausbau der Erntemethoden die Grün- landwirtschaft fördern will. Zur Erreichung seiner Ziele beschreitet der Verein, welcher nach bayrischem Vorbild entstanden ist, besondere Wege. Es ist bekannte Tatsache, daß die wenigsten, Laiidwirte die Futteogräser genau kennen. Durch Anlage von ganz kleinen, ungefähr i/2 Ar großen Gräsergärten, welche möglichst in jeder Gemarkung ^angelegt werden sollen, wird beabsichtigt, die ^Kenntnis der guten und schlechten Gräser Gemein- ygut der Landwirte werden zu lassen. Es soll ferner der Gräserzucht besondere Aufmerksamkeit zuge- 'wendet werden, denn beim Getreidebau rechnet man 30 Proz. der Ertragserhöhunw welche feit den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts einfehte, auf hochgezüchtetes akklimatisiertes Saatgut. Dis jetzt hat man erstaunliche Erfolge mit hochgezüchtetem Grasfamen gehabt. Wird der Bedarf erhöht, so werden sich auch Landwirte mit dieser Zucht beschäftigen und nach und nach den Bedarf decken. Ferner will der genannte Verein durch Ringbildung die fortschrittlichen Landwirte einer begrenzten Gegend dazu b.ingea, ihre Erfahrungen auszutauschen gelegentlich gegenseitiger Besichtigung der Grünlandflächen. Die lleineoen Landwirte mit 2-50 Hektar — bewirtschaften sie doch 82 Proz. aller landwirtschaftlich benutzten Flächen Oberhessens — sollen ganz besonders 'herangezogen werden, und um dies zu bewerkstelligen, müssen Lehrgänge im Winter und Grün- lanbnegängc im Sommer abgehalten werden. Damit die Heu? und Grummeternte möglichst unabhängig vom Wetter wird — ein Ziel aufs innigste zu wünschen — sind erfolgreiche Versuche mit Allgäuer Heuhütten — einfache Gestelle aus Fichtenstangen -- auf Veranlassung des Pfarrers und Landwirt Zimmer auf der Dingmühle bei Lauter, Kreis Gießen, angestellt worden. Den Kultuibauämtern stehen große Aufgaben bevor. Nicht allein, daß die Hutweiden alle melioriert werden müssen, sondern auch viele Wiesen müssen entwässert werden. Smd diese Arbeiten auf einem der Grünländer durchgeführt, so erfolgt sofort, wenn nötig, Neuanfaat mit hochgezüchtetem Grassamen, zweckmäßige Düngung und geeignete Pflege. Früheres Ernten holzfaserarmer und eiweißreicher Futtermassen, verbesserte Erntemetho- den werden im Lause der Jahre dazu führen, den ausländischen Kraftfutterbedarf aus mschallen, und doch unser Volk mit Fleisch, Milch und Duttev ausreichend zu versorgen. A.bftt kostet es viele. Davor ist aber noch kein deutscher Dauer zurück- geschrech. Kronentritte bei Pferden. Kronentritte kommen bei Pferden häufig vor. Besonders im Winter, wenn die Pferde scharfe Stollen tragen, sind solche Verletzungen, die durch Treten des einen Fußes auf den anderen ober durch Treten des Nachbarpferdes entstehen, nicht selten. Es können sogar recht schwere Der- es die Zellen aussaugt. Der Daum toefyrt gegen den grimmigen Feind, indem er die tränte Stelle aus zu Hellen sucht. Aber die wulstig übergreifenden Wundgewebe werden ihrerseits um- toßt. Unwiderstehlich bringt das Mycel in Rinde unb Holz vor und die äleberwallungswunb- getoebe, Die in der Gegenwehr des Baumes immer wieder entstehen, treten immer weiter zurück, so baß die Wunde immer größer wird. Sie umfaßt mehr und mehr den Stamm, bis endlich die Rinde rund herum zerstört und zerfressen, die Zufuhr der ernährenden Aeste abgeschnitben ist und der befallene Stamm oder Ast abstirbt. Diese außerordentlich häufige Obstkcankheit ist m der Anfangsentwicklung leicht und sicher zu ßeuen; allerdings nicht mit den vielen Haus mitt eichen, die in nicht fachmännisch geleiteten Gartenbaublättchen für Liebhaber häufig erscheinen: Abreiben mit Sauerampserblätteru, Pinseln mit Karbolineum usw. Erfolgreich ift hier doch nur ein operativer Eingriff. Die Wunde ist soweit auszuschneiden, das erkrankte Gewebe starker Stämme und Aeste mit dem Stemmeisen soweit herauszuholen, daß auch noch einige Zentimeter breit und tief das noch gesunde Gewebe weg- nommen wird. Dann wird die so gefchasfr.re Operationswunde mehrere Male mit konzentrierter Kupservitriollösung gepinselt, um dadurch desinfiziert zu werden. Ist sie ganz abgettwcknet, wird sie mit einem guten Baumwachs geschlossen. Dieser operative Eingrift ist nur dann möglich, wenn nicht die Krankheit schon so weit fortgeschritten ist, daß die Wunde so groß wird, um den befallenen Ast oder Stamm die nötige Unterstützung zu rauben, so daß er umbrechen müßte. Sind die kranken Stellen derart alt, sehe man lieber von allem ab. Das Ringen zwischen Erreger und Daum dauert oft viele Jahre noch, während welcher der Daum noch Ernten bringt. Manche Sorten leiden an dieser Krankheit mehr, andere weniger. Die Laubhausen an den Bäumen. Größere Laubhaufen sind eine Gefahr für die Däume, an bessern Fuße sie längere Zeit aufge- schichtet lagern. Die hohe Wärme, welche sich durch Erhitzen der Laubmassen entwickelt, teilt sich dem Erdboden mit, reizt die Wurzeln zu unzeitge-t mäßer Tätigkeit an, sie werden schwarz und sterben ab. Die Folge davon ist ein Kränkeln oder auch gänzliches Eingehen der betr. Däume. R. Fragekasten. Frage 70: Was ist gegen Kalkfüße bei den Hühnern zu tun? Antwort: Die Kalkfüße werden hervorgerufen durch Milben. Durch Däder mit 5prozen- tigem Kreolinwasser werden diese Milben getötet und die Kiankheitserscheinungen heilen ab. Die Dezembermiete. Nach Anhörung von Jnteressentenvertretun- gen und Sachverständigen hat das hessische Ministerium für Arbeit und Wirtschaft für die Berechnung der Miete für den Monat Dezember folgendes bestimmt: Die Miete für den Monat Dezember 1924 beträgt in sämtlichen Gemeinden 4 5 v. H. der Friedensmiete. In dieser Summe sind 14 v. H. für laufende und 8 v. H. für große Instandsetzungskosten, sowie 23 v. H. für Betriebskosten und Zinssteigcrung enthalten. In denjenigen Häusern, tn denen eine Abort- grubenenüeerung flattfinben muß, formen die Vermieter die hierdurch entstehenden Unkosten nach dem Verhältnis der Friedensmieten auf die einzelnen Nutzungsberechtigten umlegen. Diese sind bann berechtigt, 3 v. H. ber Friebensmiete in Abzug zu bringen. Im übrigen wirb an der bestehenben Regelung nichts geänbert. Cs sind zu entrichten: Monatliche Friebensmiete: Dezembermiete: Mk. R.-NN. -.25 -.12 —.50 -23 —.75 -.34 1.- —.45 2.— -.90 3.— 1.35 3V3 1.50 4.- 1.80 5.— 225 6.— 2.70 62/s 3 — 7.— 315 halten, so ist ber Mietbetrag, wie nächste''end erläutert, burch Zusammenzählung zu ermitteln. Friedensmiete: 30.— 1.— —50 Dezembermiete: 13.50 -.45 -.23 31.50 Mk. 14.18 R.-Mt. abgerundet 14.20 R-Mk. Rätsel-Ecke. Silben-Rätsel (Nr. 5). Aus den 18 Silben: be bürg cd dom brich e ei fonb frie gaz fer ner pla ra reiz sau so vi- sinb 9 zweisilbige Wörter mit folgender Bedeutung zu bilden: 1. männlicher Personenname, 2. Nadelholz, 3. eftbare Pilzart, 4. Ort an ber Riviera, 5. biblische Stadt, 6. oberer'Teil eines Gebäuderaumes, 7. Badeort in ber Schweiz, 8 biblischer Name, 9. Stabt in Thüringen. Sinb die Wörter richtig gebildet, ergeben deren Anfangs- und Endbuchstaben, beibemal von vorn nach hinten gelesen, bie neueste technische (Srfinbung und Einrichtung. Scharade. Nur burch Scheidung von dem letzten Kann bas erste Paar entstehen, Unb das letzte muß als solches Durch bie Scheidung untergehen; Aber an des letzten Stelle Wirst bu nun das ganze sehen Möchte btefer Akt der Scheidung Immer nur nach Wunsch geschehen. Palindrom. Magst mich vor- unb rückwärts lefett, Immer bleib* ich, bie ich war. Stets bin ich beliebt gewesen. Fange Leute immer bar. Lab' auch euch zum frohen Feste, Siebe Leute, tretet einl Finden sich die rechten Gäste, Werb' ich eure Wonne sein. Zahlen-Nätsel Nr. 4. 1) 1, 2, 3, 4, 2) 1, 2, 3, 1, 4, 5, 2, 6, 3) 5, 6, 7, 8, 3, 1, 9, 4) 7, 8, 9, 5, 7, 10, 7, 5, 5) 1, 10, 3, 11, 6) 11, 12, 13, 2, 7, 8 14, 4, 7) 12, 13, 8, 10, 8) 2, 15, 14, 16, 9) 12, 13, 10, 14, 4, 3, 1, 10, 3, 11, 10 7, 6, 5, 6, 7, 5, 17, 5, 11) 13, 2. 7, 7, 11, 15, 4, 3, 8, 8, 12) 15, 10, 9, 15, 2, 7, 11, 18, 13) 1, 3, 7, 3, 8, 10, 12, 14) 15, 8, 9, 15, 19, 5, 2, 11, 15) 1, 3, 16, 3, 9, 12, 16) 16, 5, 9, 20, 21, 15, 2, 17) 5, 10, 12, 17. 3, 1, 1, 18) 5, 19, 22, 15, 2, 12, 19, 5, 19) 18, 5, 2, 11, 7, 20) 6, 12, 2, 15, 10 10, 7, /Jl) 5, 12, 1, 2, 22) 1, 2, 5, 19. Die vorst ehenben Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Die mit den geraden Nummern versehenen Zahlenreihen (2, 4, 6 usw.) haben einen anderen Schlüssel, als die mit ungeraden Nummern versehenen Zahlenreihen (1. 3, 5 usw.). In jeder Gruppe beziehen sich jedoch bie einzelnen Zahlen immer auf den gleichen Buchstaben. Die entstehenden Worte haben folgende Bedeutung: 1. biblischer Name, 2. englischer Schriftsteller und Politiker, 3. englische Grafschaft, 4. Stadt in Aegypten, 5. Insel im malaiischen Archipel, 6. Stadt in Böhmen, 7 schweizerischer Geograph, 8. Turngerät, 9. kirchliches Fest, 10. Berg in Brasilien, 11. deutscher Dichter und Literarhistoriker, 12. Fluß in Südafrika (Tunis), 13. Mädchenname, 14. französischer Dichter, 15. sagenhafte Gestalt, 16. chemischer Stoff, 17. deutscher Musikschriftsteller, 18. römische Göttin, 19. Witterungserscheinung, 20. italienischer Dramatiker, 21. italienischer Fluß, 22. Metall. Die Anfangs» und Endbuchstaben von oben nach unten gelesen (hierbei ist sch und ck als ein Buchstaben zu lesen) ergeben einen bedeutsamen Ausspruch Moltkes. Auslösungen. Entzifferungsaufgabe aus Nr. 282. Deutsche Männer, deutsch« Frauen, auf zur Reichs tags wahll (Schlüssel: Aerar, Eiche, Fuge, Gade, Lunzenau, Musen, Winter.) 8 — 9.— 10.— 15.— 20.— 25.— 30.— 35 — 40.— 45.— 50.- 55- 60.- 65- 70.— 75.— 80.— 85 — 90 — 95.— 100.— 3 60 4 05 4 50 6.75 9 — 1125 1350 15.75 18- 20.25 22 50 24 75 27.- 29.25 31 50 33.75 36.- 38 25 40 50 42.75 45.- Jsl der genaue Betrag der Friebensmiete, beispielsweise 31.50 Mk., in ber Tab.lle nicht ent» Silbenauszkehrütsel aus Nr. 282. Wer Rosen brechen will, darf die Dornen nicht fürchten. Silbenrätsel Nr. 4 aus Nr. 282. 1. Galilei, 2. Lampe, 3. Urlaub, 4. Erika, 5. Choral, 6. Korunb, 7. Unterleib, 8. Heßler, 9. Desni, 10. Gemach, 11. Lanzelot, 12. Augen" llb, 13. Sevilla, 14. Wallis. Glück und Glas, wie bald bricht bad. lAMELN/WESER h* ■ An der Spitze stehen Krägerol-BÄ mit demantisephxh wirkenden Zusatz, Dr. Thompsons Seifenpulver (Marke Schwan) das Paket 30 Pf, Q.r THOMPSON'5 SEIFENPULVER X m liefert blendend weiße Wische mit dem frischen Duft der Rasenbleiche x u V) LJ X er l tn o T C ■? Räucher- 5ägemehl trocken ab Laaer liefert 8g64< Carl Haas jr. Frankfurt. Str. 59 Teleohon 1682. BMn- nah MclbiMhch AmMch liefert 58366 4877D Carl Haas jr. Frankfurt.Ltr.59. Busch s Musikhaus, Gießen Fernruf 973 Kirchenplatz • Ecke Lindenplatz Fernruf 973 Sprech - Apparate und Schallplatten der bekannten Marken: ernD Grammophon, Odeon, Parlephon, Vox, Beka usw. in reichhaltiger Auswahl. 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Damit sich bet »am, Unserer SanttLtSrat Dr. «p»rttngS«rrvrn-^vk°Iobedrrsrvfrn «llgemetnbeit desser einpragt. ergebt dr'-a.d an die .ebiret^rn (*”■’’«* “'M”*1tiueUtare all» btt eine poetisch» «der In sich Indien, die flui^rtenrng. uni mit a»,|. bis |<$S|vUtg«l Reklamereimen tu unterstützen Sn welcher Seile dies» Ausgabe grlilt »*^b ”tln laflen mti leb»® 6tn|»nb»t ftn« S;nt. el mujt !»Xtghd) nut aus unter 'a' / c^"rotobe — wt, nicht lur erttngung, daL der gan.i Wo»« - eunitartjet Dr. eperlittgl Nerv» -Ct.leloe» In «inet Verl,eile untrrgedracht n-i'd. l-rhrrn »I ist nur Ten baranf »u lete" u Drrparai unrttfennbnt und in «tnet prägnante!: tzarm anß dem ver,gebilde wollen wir noch dir »rleichterung gewähren, iM-fc «I«*1”1 *L k?« ern^tanb „Dr." In ®eghO kommen tonnen, oln, das, bic|ei del der veurtellung M e|ng,|anbt«a Verse» irgendwie von (ginflafc sein wird. Bit führen hier einen Zweitel!" 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