flr. 262 Erstes Blatt IM. Jahrgang Donnerstag, 6. November 1924 Erscheint täglich, außer Sonn- und. Feiertags. Beilagen: GießeneiFamtticn blätter Heimat im Bild. monati’Bejngsprels: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernfprech-Anschlüfse: Schriftleitung 112, Der» lag undGeschästsstellebl. Anschrift für Drahtnach- richten SnzeigerSiehe«. Postscheckkonto: firantfurt a. M. 11686. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick nn6Derlag: vrShl'scht llnlvirfitäts-vuch' uni> Sleinörutftrei H. Lange in Sieben. Schriftleitung und Sefchäftrftelle: Schulltrabe 7. »»nähme von ».ije.9ai für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede'Lerdtndlichkett. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette ortlid)8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Playvorschrist20" .Auf- chlag. - Beraniworllich ür Politik u. Feuilleton )r Friede 2vily Lange; ür den übrigen Teil. Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil HanrBeck, sämtlich in Gießen. Der Sieg des Präsidenten Coolidge. Die Republikaner haben bei den Präsi» dentschaftSwahlen in den Vereinigten Staaten «irren groben Sieg errungen, so groh, dab er ihnen selbst zweifellos überraschend gekommen ift. Denn noch wenige Wochen zurück, da waren sie sehr besorgt um den starken Zulauf, den der Vertreter der dritten Partei, Lafvl- leite, erhielt und rechneten, wenn auch nicht mit der Möglichkeit einer Riederlage, so doch mit der Wahrscheinlichkeit eines unentschiedenen Wahlausganges, der nach der Verfassung die Entscheidung über die Wahl des Präsidenten auf den Senat übertragen würde. Dab dabei die Aussichten der Republikaner am ungünfligtften lagen, darüber waren sie sich klar, deswegen haben sie mit unbegrenzten Geldmitteln den ganzen Wahlapparat eingesetzt, um Lafolkette mürbe zu bekommen. Das ist ihnen gelungen, von den drei Kandidaten hat Lafolkette äuherlich den geringsten Erfolg gehabt. Immerhin, in Wählern ausgedrückt, ist der Prozentsatz schon ganz anders, und gerade weil er phne jede Wahlmaschine arbeitete, ist fein m oralischer Erfolg um so höher anzuschlagcn. CS ist schließlich dasselbe, wie wenn ein Amateur gegen einen routinierten Professionisten a i- tritt und sich dabei ehrenvoll hält. Vielleicht toure der Ausgang ganz anders gewesen, wenn auch Lasollctte hinter sich eine Maschine gehabt Hätte, die für ihn arbeitete. Statt desser waren seine Mittel begrenzt, er war eigentlich darauf angewiesen, dab die Wähler selbst ihn vorwärts trugen. Deswegen war er gegen die beiden allen Parteien gehandicapt. Was hat man ihm alles nachgesagt, er sollte ein Kommunist sein, sein Sieg beteulc den Triumph Moskaus, und mit diesen Phrasen, die aus die Dour- geoisie-Onstinkte des gut verdieneirden Amerikaners klug berechnet waren, ist es in der Tat wohl auch gelungen, ihm die Zuläufer wegzuholen. Die Gewerkschaften haben sich im letzten Äugend!ick wenigstens teilweise von ihm l os gesagt, auch die Deutschen scheinen ihm nicht alle treu geblieben zu fein, innnerhin, fein Versuch hat einen starken moralischen (Si-fcKg gehabt. Das Lafollette überhaupt so weit kommen konnte, war nur möglich bei den ganz verrotteten Parteizuständen, die in den Vereinigten Staaten herrschen. Das böse Wort Raumanns: dab die Korruption die Schwester der Demokratie ist, zeigt sich nirgends so deutlich, wie drüben. Auch Politik heiht Geld verdrenen, wie man das Geld verdient, darin hat man keine Hemmungen, solange nichts davon an die Oeffent- lichkeit dringt Der grob? Oelskandal, in den Wilsons Schwiegersohn tief verwickelt war, hat Stichproben von Methoden dieser ins Riesenhaste gehenden Bestechungen gegeben, aber die Zahl derer, die an der Existenz einer Partei interessiert sind, bleibt doch zu grob, und deswegen ist es gelungen, diese Büchse der Pandora rechtzeitig wieder zu schlieben. an deren Wohlgerüchen sonst beide Parteien hätten ersticken können. Immerhin, die Demokraten hatten daran so schwer Schaden genommen, dab ihre Aussichten von vornherein gleich Rull waren. An ihrem Kandidaten bat das .ächt gelegen, er war von den drei Bewerbern vielleicht durch seine natürliche Gabe der Geeignetste, aber, dab er Finaiizberater des Hauses Morgan war. machte ihn für die breiten Massen unpopulär, während Lafollette immer das eine für sich hatte, dab er, trotz einer mehr als zwanzigjährigen De- täligung innerhalb der amerrkanlschenPoluik eine saubere Weste befaß. Was nur sehr wenige von sich sagen tonnen. Coolidge hat also jetzt di: zweite Prä- s ident schastsperiod: vor sich. Das ist ein unbeschriebenes Gesetz, dab ein Vizepräsident, der nur durch den Zufall eines Todes die Präsi- dententoürde erringt, noch einmal Gelegenheit e:- hält, fene wahren Fähigkeiten zu zeigen. Sonst wäre wohl niemand darauf gdommji, ihn auf- zust eilen, fein einziger Vorzug ist, daß er schweigsam und zurückhaltend ist. und das bedeutet für d.e ösfentllche Propaganda reichlich wenig. Deshalb hatte man ihm auch ein besonders zugträftiges Pferd beigegeben in dec Person des Vizepräsidentschaftstandldaten Dawes, der seinen Ramen — mehr in Wahrheit nicht — für daS Sachverständigengutachten hergegeben hat, der aber gerate dadurch in Amerika so ungeheuer populär geworden ist. weil die Amerikaner in echt yankeemäbigec De- sche denheil sich jetzt nachrühmen können, dah sie. ebenso wie sie den Krieg gewannen, jetzt auch die wirtschaftliche Entscheidung Europas erzwungen haben. Mit dem Ramen Dawes aber ist auch aleich- zeitig die Grundeinstellung der künftigen amerikanischen Politik gegeben. 3n den Beziehungen zi, Europa wird sich wenig oder nichts ändern: Ablehnu ng aller Bindungen, st ä r k st e Zurückhaltung in ter rei .en Po Irtik, dagegen finanzielle Beteiligung in den de.rkoar tooiiertcii Grenzen, wohl verstanden. soweit es sich dabei um ein sicheres Geschäft und gute Verzinsung handelt. Ser Wechsel im englische n Kabinett wird vermutlich ein engeres Zusammenarbeiten der beiden „aigelsach ischen Brudervölker" bringen. 2Ibcr die Richtlinie der Veeeinigter Staaten bleibt die alte, höchstens, dah England näher an sie heranrückt. So wenig es für uns bedeutet, ist dies vielleicht noch für uns die beste Lösung. Lafrllette wäre gewiß eine grobe Hoffnung gewesen, oder fein Sieg war von vornherein ausgeschlossen, während bei dem demokratischen Kandidaten Davis die Spuren seines Freundes Wilson uns schrecken muhten Be. Coolidge wissen wir wenigstens, woran wir sind. Vas endgültige Wahlergebnis. Reuhork. 6. Rod. (Äabelbienft der TU.) Rach dem jetzt vorliegenden endgültigen Wahlergebnis hat E o o l i d g e 389 Stimmen erhalten, für Davis wurden 129, und für Lafolle 11 e 13 Stimmen abgegeben. Es besteht die Möglichkeit, daß die Republikaner nur eine knappe Mehrheit im Repräsen- tantenhaus erhalten, die aber so schwach sein wird, daß die demokratische und progressive Minderheit die größte Bedeutung haben wird. 3m Senat werden d i e Demokraten mindestens ebenso stark sein wie die Repu- bllkaner, ebenso die Progressiven. Vielleicht werden sie sogar eine knappe Mehrheit haben. Den Republikanern ist es äußerst unangenehm, daß die Progressiven als 3. Partei bestehen bleiben sollen. Die Pariser Presse zu dem Ausgang der amerikanischen Wahlen. Paris, 6. Rov. ($11.) 3n den Betrachtungen zu dem Ausfall der amerikanischen Wahlen gibt die Pariser Morgenpresse durchweg der allgemeinen Ueberzeugung Ausdruck, daß die Politik der privaten Mitarbeit Amerikas an der Lösung der europäischen Probleme in Zukunft wirksam fortgesetzt werden wird. Die Urteile der Blätter lauten überaus trocken und sachlich. Die Möglichkeit eines politischen Kurswechsels der amerikanischen Regierung (Reueinstellung zum Völkerbund, Probleme der interalliierten Schulden) wird von vornherein verneint. Das „Journal" schreibt: Frankreich hat als loyale und dankbare Freundin des amerikanischen Volkes nichts von deren Regierung zu befürchten. Amerika ist wie sein Präsident: Es verspricht wenig, hält aber umsomehr. Recht zuversichtlich beurteilt auch „Petit Parisien "die Loge, er schreibt u. a.: Obwohl wir uns in die inneren Angelegenheiten Amerikas nicht einzumischen haben und weder für die Republikaner noch für die Demokraten Partei zu ergreifen brauchen, so kann ruhig festgestellt werden, daß die Wiederwahl des Präsidenten Coo- lidge in Frankreich mit großer Genugtuung zur Kenntnis genommen wurde. Es ist gewiß, daß Coolidge, wenn er auch gegen den Eintritt Amerikas in den Völkerbund ist, nichts destoweniger für den Wiederaufbau Europas dasselbe groß? Interesse wie bisher bekunden wird. Wir können nicht vergasen daß während feiner Verwaltung keine große interalliie.äe Konferenz zustande kam, auf die bi: Vereinigten Staaten nicht einen Beobachter entsandt hätten und dah ihre Mitarbeit niemals vergeblich gewesen ist. Die Verfassung des Dawesplanes und seine Inkraftsetzung auf der Londoner Konferenz sind dafür ein typisches Beispiel. Wir find überzeugt, daß es morgen so sein wird, rvi.- es gestern war. Wohl wissen wir, daß Präsident Coolidge einer Streichung der interalliierten Schulde n nicht gewogen ist, dah er aber keineswegs eine Regelung ausschließt. welche den finanziellen Echtoierigleiten Europas Rechnung trägt. Die amerikanischen Wähler haben damit, dah sie dein Präsident Eoolldge fein 1920 verliehenes Mandat erneuerten, nicht nur ihre Dankbarkeit gegenüber e nein vorsichtigen, schweigsamen und sparsamen Staatsmann bezeugen tool.en, sondern auch ihren Wunsch auszedrückt, daß sie das Werk der indirekten Mitwirkung am wirtschaftlichen Wiederaufbau Europas und der Lösung der europäischen Probleme fortzusehen wünschen. Die Militär Kontrolle. Zurückweisung französischer Lügenmeldungen. Paris, 6. Rov. (T. U.) „EchodePari s" veröffentlicht erneut einen sensationell ausgemachten Bericht seines Berliner Korrespondenten über die Militärkontrolle. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, sind die darin enthaltenen Angaben in allen Einzelheiten unzutreffend. Der französi.che Korrespondent hatte u. a. berichtet, in den Fadrrken hätten bei fast allen unangemeldeten Kvntrollb.suchen Verstöhe gegen den Friedensvertrag fe st gestellt werden können. 3n den Küstenfestungen Swine- münde und Cuxhafen sei von den Kontrvll- of fixier en festgestellt worden, dah Befestigungsanlagen. die auf Grund des Fri.d.nsvertrages geschleift worden waren, wiederhergestellt sind. * Man kann sich dabei von den Ab ich'en und der Tätigkeit der interalliierten K mmi sion ein richtiges Bild machen, wenn man bc.'eilt, dah bei der der G it?tali spektion voränget enden letzten Kontrolle cinz l e Truppenteile biszu 1 1 Ma- lenvondenKontrolloffizierenheim- gesucht werden sind, manchmal gu3 angebl ch neuen Anlässen, vielfach aber auch nur. um bereits erörterte Fragen immer wieder zur Sprache zu bringen. Es sch irrt, als ob sich diese Vorgänge auch bei der Gene alkontrvlle w e e - holen sollen, so daß es also gor nicht abzusehen ist wann diese endlich ihr Ende erreichen soll. Di: französischen Falschmeldungen sch.inen bi: Verewigung der ^Generalin s p e k t i o n" vorbereiten zu wollen. EinIwischensall in Ingolstadt München, 6. Rov. (TA.) Halbamtlich wird gemeldet: Bei einer Kontrolle der verbandsstaatlichen Distriktskommission München in der Waffenmeisterei Ingolstadt am5.Ro« vember kam es bei der Abfahrt der Kontrollkommission zu einem bedauerlichen Zwischenfall. Eine erregte Volksmenge drängte an der Donaubrücke unter Drohrufen an den Kraftwagen heran, ohne dah sie von der Polizei hätte behindert werden können. Rach den vorliegenden Berichten wurden zweider Ententeoffiziere verletzt. Die bayerische Etaatsregierung hat dicstrengsteAnterfuchung eingeleitet. Der verantwortliche Polizeibeamte wurde vorläufig vom Dienst enthoben. Der Fall Nathusius. Paris, 6. Rov. (TA.) General von Ra- thusius ist gestern abend kurz nach 1 Ahr in Lille eingetroffen. „2’Oeuvre“ meldet, daß der General den Metzer Rechtsanwalt R i - colai sich zum Verteidiger bestellt hat. Die Blätter stellen fest, daß die Verballung des deutschen Generals namentlich in D i o n v i 11 e und Forbach eine getoste Erregung hervorgerufen hat- Die deutsche Botschaft in Paris hat bei der französischen Regierung um Erlaubnis ersucht, einen Vertreter der Botschaft zu dem General a. S>. Rathustus nach Lille zu schicken, um mit dem Verhafteten mündlich Besprechungen zu pflegen. Man nimmt in französischen Kreisen an* daß die Revisionsverhandlung gegen Rathufius schon in nächster Zeit stattfinden toird. Wie der „Derk. Lokalanz." erfährt, sind die Erhebungen der zuständigen deutschen Stellen über den Tatbestand im Falle Rathu ius so gut wie abgeschlossen. Es ist zu erwarten, daß die deutsche Regierung alsbald die Freilassung und Erlaubnis zur Rückkehr nach Deutschland für den General verlangen wird. Deutschland und der britische Regierungswechsel. Während in Frankreich bereits eine Beunruhigung über das zutünftige englisch- französische Verhältnis nach der Uebernahme der Regierung durch Baldwin sich breit macht, erscheint eine solche nach Ansicht maßgebender Berliner politischer Personlichke ten für Deutschland nicht notwendig. Man ist vielmehr der Anschauung, dah ein günstiger Ausgang der Handelsvertragsverhandlungen der bereits eingetretenen Annäherung zwischen Deutschland und England nur forderlich sein könnte. Einen wesentliche Faktor der beiderseitigen Beziehungen bildet natürlich Frankreich, da in den nächsten Wochen die Entscheidung über dieRäumung der Kölner Zone fallen muß. Eine solche wird aber nur möglich, wenn es vorher gelingt, das Sicherheitsproblem, auf das Frankreich einen fo großen Wert legt, einer endgültigen Regelung zuzuführen. Da aber jede englische Regierung ihre Politik stets in Uebrreinsiimmung mit dm Ansichten der Opposition zu bringen versuchte, darf man wohl annehmen, daß die kürzlich gemachte Zusage Macdonalds, England werde am 10. Januar die Kölner Zone räumen, die Zustimmung der Konservativen gefunden hat, und daß Herr Baldwin in dieser Richtung Weiterarbeiten toird. Baldwins Kabinettsbildung. Chambcrliu wahrscheinlich Außenminister. L o n b o n, 5. Rov (WB.) Der neue Premierminister Baldwt n empfing im Laufe des Vormittags und Rachmittags im konservativen Hauptquartier die Staatsmänner, die er gestern abend brieflich oder telephonisch zur Teilnahme an feinem Ministerium eingeladen hatte. Es befanden sich darunter Lord E u r z o n, Lord V o u n g e r, Sir Robert Home. Winston Churchill und Chamberlain Konservative Kreile betonen, daß Baldwin cntfchLoffen ift. diejenigen auszuwählen. die nach seiner Ansicht am besten für die verschiedenen Posten geeignet find, und zwar unter Be.üflichtigung nicht nur der inneren, sondern der Rei chspolitik. Dem „Star“ zufolge werden bis morgen abend vermutlich die Ramen der eigentlichen Kabinettsmitglieder, etwa 20 befamrt sein. Churchills Teilnahme gill jetzt als sehr wahrschein» l i ch. Als feststehend wird ferner angenommen, dah Austen Chamberlain das Auswärtige Amt erhält. Revi'l Chamberlain wird wahrscheinlich Gesunkcheitsnrinister. Rach Dlättermeldungen wird Lord Curzon wahrscheinlich das Amt deS Lordpräsidenten im Geheimen Rat angeboten werden. 'Voraussicht! ick, wird am nächsten Freitag ein Äronrot im Buckingham-Palast abgehalten werden, bei w:I cher Gelegenheit die neuen Minister das Amtssiegel und ihr Portefeuille vom König erhalten und den Amtseid ablegen werden. Konsolidierung der englischen Liberalen. London, 5. Rov. (WTB.) Rach Blätter- mclbungen hat eine Anzahl liberaler Führer, darunter Lloyd George, Runcänan. Maclea i u.tb Mond, im Hause Asquiths ein: ein stündige Konferenz abgehalten, um Pläne für eure Ren - bilbung der Partei und für einen liberalen Propagandafeldzug zu beraten. Der deutsch-französische Handelsvertrag. Wiederaufnahme der Pariser Wirlschaftsverhandlnirgen. Paris, 6. Roo. (TU) Auf deutscher Seite werden die deutsch-französischen Wirt- schaftsver Handlungen wie bisher von Staatssekretär Trendelenburg geführt. Ihm zur Seite stehen die beiden Generalsekretäre von S i m s o n und von Dalwigk. Die deutschen Vertreter haben in der gestrigen Eröffnungssitzung eine Aufstellung der Waren überreicht, für sie die Anwendung des französischen Mindesttarifes als Gegenleistung für die Meistbegünstigungsklausel fordern. Diese Aufstellung ist in den Beiliner Beratungen mit den einzelnen deutschen Wirtschafts-Sachverständigen vereinbart worden. Dr Trendelenburg etflärtc, daß die Aussicht besieht, zu einem für beide Teile befriedigenden Ergebnis zu kommen. lieber die Bedingungen, unter denen die Diskussion über den Abschluß von Verhandlungen fortgesetzt wird, glaubt der „TempS" folgendes berichten zu können: Deutschland wird Frankreich grundsätzlich in allgemeiner Welle dieM e i ft- begünftigung betolügen. Da Frankei ch nach dem Zollgeseh von 1919 diese Meistbegünstigung keinem Lande gewähren kann, wird es seinerseits Deutschland gegenüber für eine gewisse Anzahl von Produkten den Minimaltarif zu- gestehen, was tatsächlich der Meistbegünstigung gleichkomme. ES ist jedoch wahrscheinlich, daß dieses Entgegenkommen einige Abänderungen deS französischen Rormaltartfs aus wirtschaf l chm Rvtwendigkeiten erforderlich macht. Die französische Delegation wird andererseits den deutschen Unterhändlern eine Liste der Produkte vorlegen, für die sie eine Konsolidierung der Cingangszolle fordern wird. Diese Vorsichtsmaßnahme habe zum Ziel, sich vor einer späteren Erhöhung der Zollläye zu bewahren. Außerdem werde sie die Aufhebung des Exportverbotes und der Kontingentierung für die hauptsächlichsten französischen Exportartikel verlangen. Der „TempS" weist schließlich noch auf die Schwierigkeiten hin, die angesichts der französischen Stellung in der Frage der Einfuhr der elsaß-lothringischen Produkte nach Deutschland hervorgerufen werden könnten. Die Genfer Opiumkonserenz. Genf, 6. Rov. (TN.) Gestern vormittag bettet die Opiumkonferenz über Maßnahmen gegen die Verbreitung des Opiumrauchens. Der Vertreter Japans erflärtc, daß der Opium- mißbrauch ständig abnehme, da die Rauchverbote für Jugendliche und die Einschränkung von Lizenzen mit drakonischer Strenge durchgeführt würden. Die Erfolge berechtigten zu der Hoffnung, dah das Opiumrauchen in nicht allzu ferner Zeit von selbst aufhören' würde. Entsprechende Maßnahmen auch der anderen Staaten wären durchaus wünschenswert. Polnisch-russischer Grenzzwischenfoll. Warschau 6. Rov. (TU.) An der polnisch-russischen Grenze bei Ost r og wurden in der letzten Rächt die zwischen den Gre.izstachel- drähten liegenden Handelsgebäude in Brand gesteckt und zerstört. Rach den hie igen Meldungen soll eS sich bei fen Täter i nicht um eine der Räuberbanden des Ostens handeln, sondern um reguläre sowjet-russis che Soldaten. Somit würde cs sich um einen recht ernsten Grenzzwischenfall handeln. Te' einem kurzen Feuergefecht, das sich zwischen den Tätern und den polnischer Grenzvoli- zisten enttoidclte, wurden zwei Polen und einer der Täter getötet Mussolini gegen die oppositionelle Presie. Rom. 5. Rov. (WTB) Es wurden heute folgende Blätter beschlagnahmt „Gorriere della Sera" und „Qlvanti" in Mailand, „QEattino“ in Reapel und „Caborc“ in Genua Um nicht beschlagnahmt zu wndcn, er- schien die Turiner ,Stampa' mit unbedruckten Spalte n. Der „Offervatore Romano" erklärte, kein Urteil ab leben zu können über die gestrigen Vorgänge in Rom während des feierlichen Umzuges Er könne aber nicht verschweigen, daß man den Kapitalirrtum begangen habe, bewaffnete junge Leute an diesen politischen Demonstrationen teilnehmen zu lassen. LXls immer gefährlich jet Xvcturig fei auch, fest- stellen zu müssen, daß, abgesehen von Ausnahmr- fällen, die Regierung sich gegenüber solchen bewaffneten Jungen Leuten einfach passiv verhalte. Veigelegter Lohnkonflikt der Gemeindearbeiter. Dortmund, 5. Rov. (WTB) 3n dem Lohnstreit der Gemeindearbeiter hatte der Schlichter für Westfalen, Reichs- und Staatskommissar Mehl ich, die Vertreter der Parteien zu Einigungsverhandlungen eingeladen. Rach langen Verhandlungen gelang es den Parteien, sich auf die im Tarif vorgesehene Bezirks stelle zu einigen, mit der Maßgabe, dah für den Fall, dah ein Schlichtungsspruch ergeht, die Parteien sofort ihre Stellungnahme dazu erklären. Dabei wurde ein Schiedsspruch gefällt, wonach im Wirtschaftsgebiet I ein Spihenlohn von 70 Pf. in der Stunde vorgeschlagen wird. Die übrigen Löhne ändern sich entsprechend. Die sozialen Zulagen bleiben wie bisher bestehen. Die Parteien erklärten nach kurzen Verhandlungen, dah sie den Schiedsspruch an nehmen. Diese Lohnvsge- Llung betrifft ungefähr 12 000 Gemeindearbeiter. Acren Ausstand dadurch vermieden ist. Ein neuer Herrmannprozeh. Weimar, 6. Rov. (TU.) Gegen den thüringischen Staatsminister a. D. Herrmann und den Regierungsassessor Kunze findet heute und morgen ein Verfahren statt. Beide sind beschuldigt, Waffen verschoben und öffentliche Gelder zu privaten Zwecken ver- braucht zu haben. Es sind 37 Zeugen geladen, darunter Reichskommissar G e n z e r - Berlin, der frühere F.ncmzminister Stolze, Ministerialrat Z a u b i h e r, der Leiter des Thüringischen Landeskriminalamts, Oberregierungsrat Ritsch, die früheren Minister Froelich und Hartmann, früherer Polizeioberst Mülter-Dran- denburg und der frühere Staatsbankpräsident Loeb. Aus aller Welt. Notruf des Hochwassergebietes. Köln, 6. Rov. (TL.) Oberbürgermeister Adenauer hat als Vorsitzender des Provinzialausschusses an den Reichskanzler Marx, den Reichsminister des Innern, den preußischen Ministerpräsidenten und den preußischen Minister des Innern folgenden Rotruf gerichtet: „Hochwasser- katostrophe in der ganzen Rheinprovinz hat größten Schaden angerichtet. Ditte dringend Rotstandsaktion wie im Jahre 1920 einzuleiten und öffentliche Mittel zur Beseitigung der Schäden bereitzustellen." In Köln hat der Wasserstand 8,80 Meter erreicht: die Steigung pro Stunde beträg- Vs Zentimeter, während aus Koblenz ein Fallen von 1 Zentimeter stündlich gemeldet toirx Im Deutzer Industriehafen stehen große Holzlager unter Wasser, ebenfalls Las Hafengebet. Andernach, Reuwied und St. Goarshausen find sta r k überflutet. Dir Fabriken von Bendorf sind teilweise stillgelegt. An der Mosel ist die Traubenlese e i n g e st e l l t worLen. da die Winzer nicht in die Weinberge gelangen können. .Bei Traben-Trarbach kann auch die Staats- -bahn nicht mehr verkehren. In Cochem ist -ein vierjähriger Junge ertrunken. In Duisburg ist in der vergangenen .Rächt der Rotdamm, der zum Schuhe der niedrig gelegenen Straßen der Altstadt errichtet war, g e- b r o ch e n. Die hereinbrechenden Fluten richteten vielen Schaden in den Läden und den Wohnungen in öen Erdgeschossen an. Die Warenhäuser in der Beekstraße, in deren untere Verkaufsräume das Wasser bereits eingedrungen ist, muhten g e= räumt werden. Der Weinhausmarkt am Rathaus ist fuhhoch überflutet. — Bei Mainz ist der Rhein bis zu einem Pegelstand von 4,57 Meter gestiegen, doch ist ein weiteres Anwachsen des Hochwassers nicht mehr zu befürchten, da das Hochwasser des Mains und des Oberrheins im A ü ck g e h e n begriffen ist. Rur der Reckar führt noch Hochwasser, doch ist das für den Wasserftand des Rheins ohne Bedeutung. Die Schiffahrt ruht vollständig zwischen Bingen und Koblenz. Zwischen Mannheim und Mainz konnte sie in beschränktem Mähe aufrechterhalten werden. Schwere Derkehrsunfälle in Berlin. In Berlin ereigneten sich gestern drei schwere Derkehrsunfälle. In Berlin-Heinersdorf geriet ein 23jähriger Radfahrer unter eine Straßenbahn. Er wurde von der Bahn 100 Meter weit mitgeschleift und getötet. Am Mühlen- damm wurde eine Frau beim Leberschreiten der Straße angefahren und schwer verletzt. In der Reuen Königstraße wurde ein 75jähriger Kaufnwnn von einem Auto angefahren und so schwer verletzt, dah er nach seiner Einlieferung in ein Krankenhaus starb. Dom Zuge überfahren. Schneidemühl, 5. Rov. (WTB.) An der Eisenbahnstrecke Schneidemühl—Stargard wurde zwischen den Stationen Schroh und Grohwitten- Derg heute morgen das Auto des Molkerei besitz ers Hellwig aus Rosenfelde vom Zuge erfaßt. Der Chauffeur wurde sofort getötet. Ein anderer Insasse des Wagens konnte rechtzeitig abspringen. Deleidigungsprozess.' Seberlngs. Berlin, 5. Rov. Das Große Schöffengericht in Berlin-Mitte beschäftigte sich mit einer Reihe von Klagen wegen Beleidigung des Ministers Se° bering, die die Staatsanwaltschaft auf Grund von Artikeln des „Deutschen Tcmeblaltes" gegen die völkischen Abgeordneten Wulle, Steller und Major Webesaraedt angestrengt hatte. In dem Prozeß gegen Stelter als dem verantwortlichen Schrift- l ei ter des „Deutschen Tageblattes" wurde der Q(n= geklagte zu einer Geldstrafe von 300 Mk. und zur Tragung der Kosten des Verfahrens verurteilt, insbesondere weil in dem inkrimivierten Artikel Severing Hochverrat vorgewvrfen worden ist. Zusammenstöße zwischen Rationalsozialisten und Reichsbannerleuten. Berlin, 5. Rov. Rach dem „Derl. Lvkal- anzeiaer" kam es in Stettin bei einer Wahlversammlung der Rational- s o z i a l i st e n zu Zusammenstößen zwischen Der sammlnngsteilnehmern und anwesenden Angehörigen der Linksparteien. Eine Anzahl Personen wurde verwundet, darunter zwei Mitglieder des Reichsbanners Schwarz-Rok>Gvld schwer. Dte Polizei räumte Den Saal und stellte die Ruhe wieder her. Schandtaten französischer Soldateska. Rach Blättermeldungen aus Landau über- sielen Dienstag abend drei französische Soldaten in li-ftiform den Finanz - Inspektor Wüst und raubten ihm die gesamte Barschaft von 180 Mk. Am gleichen Abend wurde in den Ostpaickanlagen ein Mädchen von zwei französischen Soldaten überfallen und vergewaltigt. Fluchtversuch eines Schwerverbrechers. Magdeburg, 5. Rov. (W. D.) Als heute der von dem hiesigen Schöffengericht wegen Zuhälterei und anderer schwerer Delikte zu einem Jahre Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurteilte Karl ©einer abgesührt werden sollte, gab er auf den Justizwachtmeister Rau mann zwei Schüsse aus einer Armeeplstole ab, an denen dieser wenige Minuten später st a r b. Gerner bahnte sich mit vorgehaltenemRevolver einen Weg und verletzte dabei den diensttuenden Pförtner D r e n n e ck e, der ihn aufhalten wollte, ebenfalls schwer. Rach einer Viertelstunde gelang es, den Mörder wieder fest zunehmen und ihn erneut ins Gerichtsgefängnis einzuliesern. Einweihung des deutschen Diakonissenheims In Rom. Rom, 6. Rov. (T. U.) Wie der „Lokal- anzeiger" aus Rom meldet, fand am Mittwoch die Einweihung des Deutschen Diakonissenheims in Anwesenheit des deutschen Botschafters, Frhrn. v. Reurath, statt. Aus Stadt und Land. Gießen, den 6. Rovember 1924. Heimat im Bild. Diele anerkennende und zusttmmende Worte sind uns in diesen Woch.n über die „Heimat im Bild" mündlich wie schriftlich zuteil geworden, so daß wir annehmen dürfen, mit dieser Beilage das Richtige getroffen zu haben. Diese beifälligen Aeußerungen aus allen Gegenden un'erer Provinz und Darüber hinaus bestärken uns darin, diese mühevolle und kostspielige, aber auch dankbare Tätigkeit zur Erweiterung und Bereicherung des Gießener Anzeigers sorgsam wnter zu pflegen. Aus dem Leserkreise ist mehrfach angeregt worden, „Heimat im Bild" am Jahresende als Buch herauszugeben. D esem Wunsche können wir aus verschiedenen Gründen nicht entsprechen. Wohl aber sind wir gerne bereit, mit Beginn des neuen Jahres eine Sammelmappe ober Einbanddecke für 1924—25 herzustellen und zum Herstellungspreise zur Verfügung zu stellen. Vor Schluß des Jahres werden wir darauf zurück- kornmen. Jedenfalls wird es sich empfehlen, die Beilage sorgfältig aufzubewahren. Gießener HochschulbläLLer. Auch diese Sonderbeilage findet nach unseren bisherigen Feststellungen außerordentliche Beachtung. Es wird sich empfehlen, diese Blätter gleichfalls sorgfältig zu sammeln. Zwar ist jeder Artikel und jedes Blatt in sich abgeschlossen, aber die verschiedenen Beilagen ergänzen sich doch zu einem geschlossenen Ganzen. Allen Freunden der Universität wird diese Sammlung eine willkommene Gelegenheit fein, den Zweck der Veranstaltung treu im Sinn zu behalten. * Poftprotestaufträge. Dom Reichspvstamt in Berlin wird uns schrieben: Die Protestierung von Wechseln mangels Zahlung farm auch durch Postbeamte erfolgen. Zu diesem Zweck ist seiner Zeit der Postprotest- auftrag eingeführt worden. Die Bestimmungen dieses Versahrens und die damit verbundenen Vorteile, besonders für Wechsel über kleinere Beträge, scheinen nicht genügend bekannt zu fein. Der Vorteil liegt zunächst in der Billigkeit des Verfahrens. Die Postprotestgebühr ist sehr niedrig (1 Mark), außerdem wird die Protesterhebung für Wechsel, die an kleinen, abgelegenen Orten ohne Rotar oder ohne einen zur Aufnahme von Wechselprotesten befugten Gerichtsbeamten zahlbar sind, nicht durch Reisekosten der Protestbeamten verteuert. Sodann ist beim P ost p ro t e st -- auftrag die rechtzeitige Protestierung besser gesichert als beim gewöhnlichen Postauftrag, da bei ersterem die Weitergabe des Wechsels an den zuständigen Gerichts beamten usw. wegfällt. Dieser Vorteil kommt namentlich zur Geltung, wenn Postaufttäge erst kurz vor dem Fälligkeitstag nach kleinen Orten mit wenig Post Verbindungen und ohne zur Protestierung zuständige Gerichtsbeamte eingeliefert werden. Hier ist die Protesterhebung duvch die Post in vielen Fällen noch möglich, in denen die Wechsel nicht mehr rechtzeitig an Den zuständigen Gerichtsbeamten weitergeleitet werden können. Rachstehend die hauptsächlichsten Bestimmungen für Postprotestaufträge: Die Post kann durch Postpvotestaufträge beauftragt werden, Wechsel zur Zahlung vorzuzeigen und mangels Zahlung Protest zu erheben. Dem Postprotestauftrag ist Der quittierte Wechsel beizusügen; mehrere Wechsel betzufügen, ist nicht gestattet. Ausgeschlossen von Der Pvotesterhebung durch Dte Post sind Wechsel über mehr als 1000 Rentenmark, Wechsel, die auf eine ausländische Münzsorte lauten, wenn Der Aussteller durch das Wort „effektiv" oder einen ähnlichen Zusatz Die Zahlung in Der benannten Münzsorte ausdrücklich bestimmt hat, Wechsel mit Rotanschrift oder Ehrenannahme und Wechsel, die unter Vorlegung mehrerer Stücke desselben Wechsels oder unter Vorlegung Der Ur- schrift und einer Abschrift zu protestieren sind. Bei Postprotestaufträgen haftet die Post für Die ordnungsmäßige Ausführung eines vorschriftsmäßigen Protestauftrags nach § 4 Des Gesetzes, betr. Die Erleichterung des Wechselprotestes, vom 30. Mai 1908. Diese Bestimmungen gelten sinngemäß auch für Schecks, Die protestiert werden sollen. Die VersenDungsbedingungen usw. sind bei den Postanstalten zu erfahren. Gießener Wochenmarktpreise am 6. Rovember 1924 (Händlerpre.se). Es kosteten auf dein heutigen Wochenmarkt: Butter 200, Matte 30. Käse 75, W rsing 7, Weiß- ^aut 5, Rotkraut 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Ruben 10, Spinat 40 Unterkohlrabi 5, Grün- « ERdsnttvhl 50, F.ldsalat 40, Tomaten 70, ^rettich 30, Schwarzwurzeln 63 Kartoffeln 5. Aepfel 12 bis 20, Birnen 8 biß 1,o Russe 60 Ps das Pfund, Eier 18 Blumenkohl 30 bis 150, Endivien 5 bis 20, Laach lü, Rettich iu, Sellerte 10 bis 30 Pf. das Stück, junge Haaren 90, Sappenhühner 80, Gänse 100 Pf. Das Pfund. Wettervoraussage. Nachtfröste, stellenweise Rebelbildung, Winde aus nördlicher Richtung, tagsüber aufheiternd und milder, trocken. Die Entwicklung Der LuftDruckverteilung läßt erwarten, daß Die eingetretene Hochdruckwetterlage fort Dauert. Die Tiefdruck-Störungen im Rordwesten und Südosten haben seit gestern weiter an Bedeutung für unseren Bezirk verloren. Heute morgen lag die Temperatur in Deutschland stellenweise schon unter 0. Auch in Der nächsten Rächt sind Rachtfröste zu erwarten. Die Minima Der Temperaturen Dürfte sogar noch etwas tiefer liegen. Vornotizen. - TageskalenDer für Donnerstag: StaDttheater: 63/4 Hhc: „Rordische Heerfahrt". — Deutsche Dvlkspa tei: 8 Uhr. G w^behaus,Hauptversammlung. — Südwestdeuti cher Raoiotlub: 8Vi Uhr im Physikal. Institut, Siephanstr., Vortrag. — Schiklub Wintersport, Gießen: 8Va übt im Cafe Astoria Hauptversammlung. — Lichtspielhaus, Dahnhofstr.: Henny-Porten-Film und „Die Fahrt des Z. R. 111 nach Amerika". — Hess. Dilderdühne: „Plasttgramm". — Aus dem Sta d ttheater bu rea a wirD uns geschrieben: Die Aufführung eines Schillerfchen Dramas, Die alljährlich zu des Dichters Geburtstag ftat.f.nöet, wird dieses Jahr am Sonntag, 9. Rovember, gegeben werden da Der Montag kein Spieltag ist. Die „Räuber^ dürften ihre alte Anzi.Hangskraft ausüb.n, zumal fii) eine sehr gute Drehung h.er ermöglichen läßt. — Infolge der Erkrankung Des Herrn Volck tritt folgende Umbesetzung Der Rollen ein: In „Der Fremde" spielt Herr Telekh die Rolle des Wirtes und in „Der zerbrochene Krug" Herr Schubert Die Des Gerichtsrates Walter. — Volkshochschule. Heute keine Vorlesung über Rechtsfragen. (Siehe Anzeige.) * * * Der Tierschuhverein für Hessen feiert am nächsten Montag, 10. Rovern oer, das Jubiläum seines 50jährigen Bestehens mit einer Festsitzung im städtischen. Saal bau zu Darmstadt. Verbunden mit dieser Feier ist D.e 43. ordentliche Hauptversammlung des Vereins. * * Die Einlösung Der Theater- Gutscheine betrifft eine Bekanntmachung in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die hiermit besonders verwiesen sei. * * Der Wirtschaftsausschuß Der gesamten Arbeiter-, Angestellten- u n D DeamtenverbänDe von Gießen bittet uns am die Aufnahme folgender Rotiz: „Veranlaßt durch Die ungeheuren P eissteige.un- gen fast aller BeDarssartael und Lebensmittel m Den letzten Monaten, hatten sich Die Vertreter aller dem Wirtschaftsausschuß angegliederten VeibänDe am vergangenen Freitag zu einer Aussprache zusammengefanden. Man war einmütig Der Auffassung, daß die gegenwärtigen hohen Preise in sehr vielen Fällen durchaus unberechtigt sind, und daß insbesondere Gießen zur Zeit Teuerungszahlen aufweist, die erheblich über denjenigen anderer Städte liegen. Es wurde des weiteren festgestellt, daß Die angelündigte Preis- abbaiialtion Der Reichsregierung in Der Hauptsache bisher erfolglos geblieben ist. Der Wirtschaftsausschuß wirb zunächst von Den staatlichen und städtischen Preisprüfungsstellen mit allem Rachdruck verlangen, daß sie in Zukunft der Preisgestaltung ihre volle Aufmerksamkeit zu- wenden. Er wird ferner selbst mit den Produzenten zwecks Erzielung eines Preisabbaues in Verbindung treten, und falls Das nicht zum Ziele führt, umfangreiche Selbsthilfemaßnahmen treffen." * * Der Verband ehem. 80er, der sich aus früheren Ang.hörigen des Füsil-Regts. von Gersdorff und seiner Fechformatione.r zuammen- seht, beabsichtigt, seinen im Kriege gefallenen Kameraden in Bad Homburg ein Eh endenk- mal zu errichten. Die Vorarbeiten sind, wie man uns schreibt, gelegentlich Der vor einiger Zeit stattgefundenen Hauptversammlung, zu der fast alle Ortsgruppen Vertreter ent andt hatten, ei em besonderen Denkmalsausschuß übertragen worden. Der Platz für das Denkmaal ist von Der Stadt Homburg in unmittelbarer Räche des Schmuck- Platzes, einem Der schönsten Punkte von Bad Homburg, bereits zur Verfügung ge teilt, so daß den gefallenen Helfen in Homburgs Mauern für alle Zeiten ein Ehrenplatz gesichert sein wird. Um das Zustandekommen des Vorhabens zu ermöglichen und der Denkmalsweihe ei. e t wür i en Rahmen zu geben, ist es Eh.e rpflichi eines jeden ehem. 80ers, sich daran zu beteiligen. Maa erinnere sich dabei Der Einladung, Die im Anzeigenteil unserer Samstagnummer veröffentlicht tourte. RDV. Keine Son der gebühr mehr für nachzulösende Fahrkarten. Ei en- bahnreisende, die eine Durchgehende Fahrkarte bis zur Zielstation nachweislich nicht erholten können, haben bei Der späteren Rachlösung in Den Zügen keine Eondergebüchr mehr zu zahlen. Sie betrug 50 Pf. Es wird ihnen als Ausweis auf der Abgangsstation ein roter Rachlösezettel ausge- händigt. Damit entfällt auch der Anlaß zu Beschwerden, wenn Reisende auf einer Anschluh- ftation wegen Verspätung des benutzten Zuges oder wegen kurzer .Uebergangs eit eine Fahrkarte zur Weiterfahrt nicht lösen können. RDV. DieDadeverwaltung haftet. In einem deutschen Kurbade war eine Danr auf dem Wege zum Ausgang des Badehauses in der Vorhalle ausgeglitten, weil diee nicht ausreichend b l gt war. Die Dame verklag e daraufhin die Dadevrrwaltung auf Schodener ah. Nachdem die Vorinstanzen die Klage obgewie e i hatten, indem sie sich auf Den Standpunkt stellten, Der Anspruch sei bereits verjährt, kam Die Sach^ jir Entscheidung vor das Reichsgericht. Di.ses wies Den Einwand Der Verjährung zurück und erkannte dahin, daß Die bei lag te 'Badeverwaltung zum Schadenersatz verpflichtet sei. In Den bemerkenswerten Entscheidungsgründen heißt es u. a.: Die Badeverwaltung habe Die Verpflichtung gehabt, Den Badegästen einen gefahrlosen Zull nd Ausgang nach und aus den Badezellen zu gewähren. Sie habe diese Pflicht schuldhaft rer- nachlässigt. Das Reichsgericht stellt dao i ausdrücklich fest, daß die bezeichnete Veroflich ung der Badeverwal ung eine fegenamte Rebcneer» Pflichtung Darstellt, Die Der kurzen Verjährung nicht unterliegt. RDV. Der schnellste Deutsche Zug. Die größte Geschwndigk.it errciht heute i i TeutschlanD Der eochnellzug von München nach Rürnberg, Der eine Strecke von 199 Kilome.er zurückzulegen hat. Er fährt bis zu 88,4 Kilometer pro Stunde. Diese Leistung Durfte von keiner mitteleuropäischen Eienbohn übertroffen werden, auch Der schnellste Zug Frankreichs, Der Luxuszug von Paris nach Brüssel ofrie Grenzaufenthalt, erreicht nur eine Geschwindigkeit von 832 Kil. Meter. Dir schnellsten amerikanischrn Zuge, g -g.ntoäriig Die Pennsvlvania- und Tea- ding-Expivßzüge von Philadelphia nach Atlantic City, fahren mit einer Höchstge'chwindigleit von 90 Kilometer pro Stunde. Demnach steht Die Leistung Des schnellsten deutschen Zuges Dem amerikanischen Rekord nur um ein ganz Geringes nach. Landkreis Gießen. ll. L o l l a r, 5. Rov. Aus Der gestrigen öffentlichen Gerneinderatssihung ist folgendes zu berichten: Die Z o ll n e r we r ke - Berlin, die auf Der Badenburg eine Farbmüble betreiben, hatten beantragt, daß die Gemeinde ihr Teil dazu beitrage, eine fahrbare Straße zwischen Lollar und Der Dadenbnrg.cherzustellen So sehr die Ausführung eines solchen Projektes zu wünschen wäre, ist Die Gemeinde aus finanziellen Gründen doch nicht in Der Lage, ihrerseits zu Den Kosten, die sich auf rund 30 000 Mk. belaufen sollen, beizutragen. In diesem Sinne sollen die Antragsteller benachrichtigt werden. — Ein in de. Stein st raße stehendes, imRohbaufertiygestett- tes Wohnhaus wurde von der in Amerika weilenden Besitzerin der Gemeinde zum Preise von 3200 Mk. zum Kauf angeboten. Rach der Erklärung eines Sachverständigen, wonach Der Preiei zu hoch ist, und nach einigen weiteren Demerkunge,. beschließt der Gemeinderat, das Angebot zurück- zugeben und von Dem anderweitigen Käufer für den Quadratmeter des Banplah-es, welcher noch Eigentum der Gemeinde ist, 2,50 Mk. zu verlangen — Der Schulvorstand ersucht um die Anschaffung von Lehrmitteln im Betrage von 113 Mk.; wurde genehmigt. — Der Erwerbs - losenkommission sind nach den neuen, vom Kreisamt mitgeteilten Rich.linien weitere Arbeitsgebiete zugeteilt. Es machte sich deshalb eine Reu Wahl dieser Kommission notaxn- Dig, Die folgenDes Ergebnis hatte: Arbeitgeber: Friedr. Ringleb, Ernst Kutscher, Christian Göttlich, Heinr. Fuchs VI. Arbeitnehmer: Ernst Klinket, Gg. Seipp, Karl Hoffmann II., Hrch.Bierau III. — Ein Anttag, den Iahreskirchenbeitrag auf die Seelenzahl auszuschlagen, wurde abgelehnt.z — Verschiedene Gesuche um Zuteilung von DaupläYen wurden dahin geregelt, daß in einem Falle zugestimmt, in zwei weiteren Fällen, die auswärtige Daulustige betreffen, in nächster Sitzung entschieden werden soll. — Die Dürger- meifterei beantragte die Entfernung einer P u rn p e in der Hauptstraße. Der Gemeinderat beschloß jedoch, die Pumpe wieder herstellen zu lassen, um bei evtl. Wasserleitungsschäden keinen Mangel an genießbarem Wasser auf kommen zu lassen. — Die provisorische Ausbesserung zweier unausgebauter Straßen wurde genehmigt. t Grünberg, 4. Rov. Rach Dem amtlichen Material hatte Die Stadt Grünberg im Jahre 1919 2190 Einwohner. Rach Der diesjährigen Personen st andsaufnahme hat sich diese Zahl nur wenig verschoben, und zwar auf 2 2 2 3. Hiervon sind 2083 evangelisch. 67 katholisch, 3 israelitisch, Dte übrigen gehören verschieDenen kleinen Religionsgemeinschasten an — Wenn' man Durch Die Straßen unserer Stadt wandert, so faim man Den Fortschritt, Den Das Funkwesen auch hier gemacht hat, fast in jeDer Straße beobachten, lieberalt sinD Antennen gespannt, Die Zahl 20 ist bereits erreicht. Es sollen noch weitere Reuanmeldungen bevorstehen. * Lich 5. Rov. (Eig. Bericht.) Lobenswn- sind die Bestrebungen unterer Stadtverwaltung zur Bekämpfung DerHochwasser- gefa hr. Die Wetterniederung bei Lich ist eines Der gefährdetsten Gebiete Oberhessens, und sc alt wie Lich sind auch die Klagen über Wassernot. Den ersten Schritt zur Eindämmung Der Gefahr tat Die Feldbereinigung durch Regulierung Des Wetterbettes und DeS Weidgrabens und Durch Anlage verschiedener Flutsch'eu c i. Damit war allerdings die Gefahr nicht beseitigt, sondern mit- gemildert. Die große Schwierigkeit lag bisher darin, daß das von Den oberhalb Lich gelegenen Gebieten zuströmende Wasser an dem Wehr Der unterhalb Lich liegenden Kola- häufermühle ein Hindernis fand. Hierdurch erfolgte ein Rückstau des Wassers, Der Der Stadt Lich schon bei mäßigen Regeafällen Hochwasser brachte. Jetzt hat Die Stadt Lich in das Wehr Der Kolnhäuser Mühle eine große Flutschleuse einbauen lassen, die eine Menge Wasser abnimmt und eine Senkung Des Wasserspiegels der Wetter im Gefolge hat. Die Wirkung dieser Schleuse, Die erst vor wenigen Wochen erbaut wurde, ist bei Dem jetz'gen starken Hochwasser sehr angenehm in die Erscheinung getreten. Während sonst alle Keller der Bahnhhofstraße und Schäfergalse bet Hochwasser sofort unter Wasser standen, ist diesmal kein Schaden zu verzeichnen, und es ist jedenfalls nicht zuviel gesagt, wenn man behauptet, daß die Anlagekosten Der neuen Schleuse sich schon durch Die verhinDerten Schäden eines einzigen Hochwassers bezahlt machen. Das Kul urbauamt Gießen hat noch einen weiteren Vorschlag zum Schutze Der ©taDt Lich gemacht, Der darin besteht, Durch Höherlegung Des Das Wiesental oberhalb Lichs quer durchschneidenden Stockbrückenwegs ein Staubecken zu schaffen. Falls dieser Plan die Genehmigung des Stadt- Vorstandes findet und zur Ausführung gelangt, steht zu hoffen, daß Hochwasserschäden in Lich für die Zukunft nahezu unmöglich werden Dürften Kreis Friedberg. 4- BaD-Rauheim, 4. Rov. Die heutige Sitzung Der Stadtverordneten erledigte folgende Tagesordnung: Für Den ausge- schiedenen Stadtv. Büttner (Soz.) wurde Der an feine Stelle gewählte Stadtv. Kluge in fein Amt eingeführt. — Das am Johannisberg gelegene Weinberghasts ist von der Stadt zu Wohnzwecken verm etet. Wenn es dauernd diesem Zweck dienen soll, muß es gründlich in- standgefeht werdev. Ein Betrag von 7000 Mk. wird gegen die Stimmen Der Sozialdemokraten bewilligt, deren Wortführer geltend ntacht, daß für diese Summe bald eine neue Wohn mg errichtet werden könne. — Wie die Hintere soll aua) Dte vvrDere Kur st raße mit Asphalt- g u ß hergerichtet werden. Die dazu nötige Summe von 13 000 Mk. wird bewilligt gegen Die Stimmen der Sozialdemokraten. Die sich ablehnend verhalten, weil sie Die Behebung Der Wohnungsnot für Dringender erachten. — Für einen Reubau wird dem A. Bayer das ttbliche L .1h 7^-bazu bk>. cJtDif6Cn IjMeDjTi SWta4u ®J®onnfQta JEz^.. ^Kt wIqu'.- nnc sollen ti - Sin m t, S ?^E CO.n M der öt Mbet Prn> p «mrkung.. Ingebot lutüd ICT Käufer |ü - sicher noi i-u verlangen Ql n | $ q \, von r Erwerbe >CT neuen, Dom veitercQlr- * sich der- Vision nvtivcn- ^rbcügebci; Shrislian ®öU» ia: Srnsl RUn- Hrch/Lierau III chenbeitrag ^urdeobgelchni leilung ton ereg:ll, baf) in Mieren Wen, len, in nächster - Die DLrgcr ! einerP u mpk ■emeintetul bc- erstellen zu laV schaden tetnu auflommen z» sbesserung :rahen wurde dresch» ob« ain^uJ‘An i^9ti de . h dm amtlichen 'tünberg im irr. Aach der )sausnahme verschoben, und 1083 evangelisch. \brigen gehören reirischasten an unirrer 6tabi ischriii, den macht hat, fall »erall sind 3tv bereits erreich: rldungen bevor- jt.) Lobensv r udtverval- Hochwasser bei Sich itt tinci Hessens, und sl en über Wr iindämMNg der jung durch Ac sei DeidgraMie M'cheu c .. Sa- ■ nicht beseitrgt, he Schwier gia: n den obrr^iw ende 'IMflcr fln liegenden Kol'' ). । der der ©.*>■ ällen NtDafl« t Sich/n das Mühle ««st men lassCT, ™ nd ci« Senkung iinSe^^ ne erst n* * bei dem alle Keller oe- ie WH® diesmal« es ist fvlpuptet, dav iÄW.tt 77incS e.nZÄ-n ZE «fast fetfÄ JÖt*** !r^ «je heil' r^L ausgc (5^ 5o°r°'S ist VDIL bauend ■urtfts n^-.^rc '-«"4 5-Ä Leihilfedarkehen bewilligt. — TS liegt ein Beschluß deS Finanzausschusses vor, den Säbtischen Beamten der Desol- ungsg cu p Pen 1—6 d e drn Staatsbeamten gMflebifligtc besondere Vergütung auch zu gc- wahren. CS handelt sich um Beträge von 20 bis 30 RN. für Ledige, von 30—70 Ml für Derbai° tötete. Stadtv Röhler beantragt, diele Dei- htlsen um 50 Proz. zu erhöhen. Der Bürger- meister äußert daS Bedenken, dah das Sperr- gesetz dem im Wege stehe. Der Bürgermeister wird beauftragt, beim Finanzministerium dahin zu wirken, dah dix vorgeschlagene Erhöhung genehmigt wird. — Die Kommissionen, in denen der ausgeschiedene Stadtv. Büttner tätig war. werden durch Wahl des Stadtv. Kluge ergänzt. — Unter Besprechungen fragt Stadtv. KrauS an, warum der von ihm geforderte Rachweis über die städtischen vteuereingänge noch nicht der Dersamm- lung vorgelegt worden sei. Der Bürgermeister erwidert, dah die Zusammenstellung, die den Stadtverordneten bereits zugegangen sei, in der nächsten Sitzung aus der Tagesordnung erscheint. — Der Bürgermeister wird gebeten, zur De - reitflellungvon baureifem Gelände schon seht Schritte zu unternehmen, damit die Bautätigkeit sofort beginnen kann, falls die kürzlich beantragte Anleihe Persekt wird. — 3n der nichtöffentlichen Sitzung wurden die Schreinerarbeiten am städtischen Reubau in der Lutherstrahe vergeben, ferner die Detonarbeiten für das städtische Schwimmbad in Höhe von etwa 30 000 Mk. Für den noch zu ernennenden Vorsitzenden des Wohnungsamtes wird die Vergütung festgesetzt, sowie eine Kommission gewählt, die im Verein mit der Freiw. Feuerwehr eine Verbesserung deS Feuerlöschwesens beraten soll. Der Erwerb einiger Bauplätze findet Genehmigung. Auherdem wird die endgültige Anstellung von drei hauptamtlichen Fortbildung Sschu lieh rern gutgebeiben. Kreis Schotten. --- Schotten, 5. Dov. Der Riddatal- Sängerbund, der 13 Bund^svereine auS dem oberen Riddatal (Schott ni-Ridda) umfasst und im Frühjahr sein 3. Wertungssingen in der hiesigen Turnhalle veranstaltete, gedenkt in diesem Herbste einen Dirigentenkurfus abzuhaltcn. Geplant ist die Zuziehung eineS an- «rannt tüchtigen Chorleiters, dem ein oder mehrere benachbarte Bundesvcseine als Mänier- chöre zur Verfügung stehen. Gs soll gezeigt werden, wie es möglich ist, einen wirklich schönet, Männeifang zu erzielen. Ma-i erwartet auch von dieser Tagung eine starke Forderung und Befruchtung unseres gesanglichen Lebens, einen Ansporn für Dirigenten und Sänger, sich mit noch gröberem Eifer in den D i e n st d e S oeutf eben Liedes zu stellen. Kreis Büdingen. Jll Ridda, 5. Aov. Durch das Ableben des verdienten und allseits beliebten Bürgermeisters Ludwig Erk ist unser Städtchm vor die Frage der Reuwahl eines Bürgermeisters gestellt worden DaS Kreisamt Büdingen hat vor kurzem die Bürgermeisterei mit der Aufstellung der Wählerliste und Vornahme der Wahl beauftragt. Der Wahltermin dürfte auf Mitte Dezembcr bestimmt werden Die Bürgermeisierei- geschäfte führt in der Zwischenzeit zar größten Zufriedenheit aller Ginwohner der D.igeordnete, Lparkassenrechner Ringsbausen von hier, der schon seit 17 Jahren in der Verwaltung unserer Gemeinde tätig ist. Aus allgemeinen Wunicy hat er sich bereit erklärt, für die Bürgermeister- wahl zu kandidieren. Da er sich in keiner Weife öffentlich politisch betätigt und für gerechte Wünsche auS allen Voltsfchichten stets ein ofjenes Ohr hat, dürfte er allen Parte.en als Kandidat willkommen fein — Der heutige Schweine- mark.l war mit Ferkeln märjg b.schickt Die Preise zogen etwas an und bewegten sich zwischen 9 dis 24 Mk pro Stück, je nach Alter und Qualität. )( Ortenberg, 5. Rov. Glück must der Mensch habenI Bei der am letzten Tag des Kalten Marktes vorgenommenen Verlosung fiel der Hauptgewinn, bestehend in einem prachtvollen braunen Heng st fohlen, an einen Landwirt in R., und zwar auf Rr. 3431. Der glückliche Gewinner gewann mit der folgenden Losnummer 3432, in deren Besitz er sich auch befand, einen weiteren gröberen Gewinn, nämlich ein Schwein. Don gröberen Gewinnen fiel nach hier nur einer, ebenfalls ein Fohlen, welches ein Zunge von 6 Jahren gewann. Äreiö Alsfeld. M Alsfeld, 5. Rov. Die Lösung der Saalbaufrage, welche die hiesige Ocffent» lichkeit in der letzten Zeit lebhaft beschäftigt hat, ist nun erfolgt. Der ursprüngliche Plan, eine Fest- Halle in Verbindung, d. h. anschließend an die Turnhalle zu erbauen, ist gegenstandslos geworden, nachdem der Turnverein an seine Turnhalle eine Buhne gebaut hat, womit die Möglichkeit des Anbaues eines Festsaales an die Turnhalle nicht mehr gegeben ist. 3m Hinblick hierauf bat die Stadtverwaltung eine andere Lösung der Saalfrage herbeigeführt, sie hat nämlich die Gelegenheit benutzt, das ehemalige Hotel ^Deutsches Haus" zu erwerben, das in den Besitz der Darmstädter und Rationalbank übergegangen war und zuletzt Dankzwecken diente, nun aber, da deren Filiale Alsfeld geschlossen wurde, schon längere Zeit unbenutzt stand. Der mit dem Hotel- gebäube bereits vorhandene Saal soll, wie die Stadtvertretung beschlossen hat, wesentlich durch einen Anbau nach der Gartenseite vergröbert werden, so dab er räumlich den Anforderungen als Versammlungslokal und als Pflegestätte für das geistige Leben für unsere Stadt genügen wird. Er wird wesentlich gröber werden als der frühere Saal im ,Deutschen Kaiser". Durch E i n- bau einer modernen Bühne wird auch die Gelegenheit zu Theatervorstellungen gegeben werden. Der Kaufpreis, den die Stadl für das ganze Objekt bezahlt hat, beträgt 45 000 Mk. und ist wertentsprechend. Die Hotelräume sollen, sobald es angängig ist, verpachtet werden. Jedenfalls bringt diese Lösung der Saalfrage für die Stadt einen erheblich günstigeren finanziellen Vorteil, als die Errichtung eines Festsaales auf dem Festplatzgelände, der ungefähr so teuer gekommen wäre als der Erwerb des Hotels „Deutsches Haus" mit der ©a»lcrtDci:erung. — Während sich die Reichspostverwaltung im allgemeinen seither darauf beschränkte, reichseigene Kraftwagenverbindungen hauptsächlich in verkehrsreichen Gebieten einzurichten, beabsichtigt sie nunmehr auch in anderen Teilen Kia t- toagcnlinien herzu stellen; so ist u. a. jetzt beo>5- sichtigt eine Kraftwagenverbindung von Alsfeld nach Reustadt M.-W.-D. und von Treysa nach Alsfeld zu errichlen. Damit würde einem lebbaf en VerkehrSbedürf.äs sowohl der hessischen Gemeinden, die an diesen Strecken liegen, abgeholfen, als auch den Wünschen der Bewohner des Schwalmtals entgegen flciommer. Oie ityre wrrrichafNKhen Beziehungen auch beute noch zu einem erheblichen Teile nach Atsfelv beben. Demnächst soll in der Angelegenheit auf Deranlasfung der beteiligten Ober-Postdirektionen eine Besprechung der beteiligten Kreis- und Landratsämter und der inter- cflicrtcn Gemeinden siallfrndeii. von der zu wünschen wäre, dah sie die Verwirklichung der neuen Derkehrspläne möglich macht. Dir 'De •<801 Ricgelvsad 581. ffiöäl. Simmet zu vermieten [>,<«>, Schiffenb.M 71 H- Mietgesuche"| Ein oder zwei M Zim» Nähe Rodheinier Strasie—Oswalds Garten von Beamten zum 15. d. M. zu mieten aosncht. Elektrisches Licht erwünscht. Schriftliche Angeh. mit Preis- angahe u. b701D an den Giesi. Anz. erb. Gal möölierles ZMl für längere Zeit in gutem Hause gesucht. Angeh. unter 1893 au Her so. Plock strasie 5. 18703h Ml. Zimmer mit Kabinett zu mieten gesucht, ©ehr. Angeh unter «>24817 a.d.Giesi.Anz. Eins. smiafUeäe von Handwerker für sofort gesucht. Schr. Angch. u. 024893 an den Giesi. Anz. erb. Studentin sucht möbliertes Zimmer Schrift!. Angebote unter 024896 an den Giesi. Anz. erbeten. 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Gäste ii. Freunde willkommen. 0,1^! Der Vorstand. v. 1861 und Damenverein Freitag, d. 7.Nov^ Bereiusflüenü im faufmönnifdjen Verelnshaus. ,78-v LVilicWeiiAer Mioklub ! Ortögr. Gießen. Donnerstag, den 6. Nov., abendS 8'/< Ubr, im vbvsi- kalifchen Institut, Sievhanstr.24: Vortrag: Der sprechende Film,Herr I)r.Heusiel. Eintritt frei. Gaste willkommen. IikWandtttt Gieß. Nadf.-Ges. von 1896. Freitag, 7. Nov. Mals- 1 msaWlllng. fir. 2bz äwettes glatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 6. November {92$ Die sittliche Krise unserer Jugend. Ton Pfarrer Dr. Luther- Charlottenbarg. In eine Welt der Ehrfurchtslosigkeit und der plattesten Genußsucht ist untere Jugend hinein- ^stellt — ist es ein Wunder, wenn viele dem Seist der Zeit erliegen, wenn viele im Taumel dieser wirren Tage in ihr persönliches Leben nicht Halt unb Kraft zu bringen vermögen, wenn gerade die Jugendlichen ein stark« Kontingent stellen für D.slerungsanstalten und Zuchthäuser? In der breiten Oesfentlichleit weih man davon wenig, die breite Öffentlichkeit wünscht im Tc- Vaflcn nicht gestört zu werden, aber um so ernster ist unsere Pflicht auf die ungeheuren Gefahren hmzuweisen, die der Iugend un'ereS Dolles in der ganzen 2ltmosphäre drohen, in der sie auf- tvüchst. Das grohe Mhbehagen. das der gegenwärtig« Staat vielen Ernstgesinnten berei:et. hat nicht zum letzten seinen Grnnd in der Unfähigkeit der staatlichen Organe. Energie in die sittliche Erziehung der Iugend zu bringen. Die Iugend selbst hat sich zu wehren und zu helfen gewuht. Schon die Wandervogelbewegung war ja int Grunde die Reaktion gegen die Albernheiten und tiefen Schatten der modernen Zivilisation. Aus dem Grohstadtstaub strebte die Iugend hinaus zur Rcttur, zur Stille, zur Schlichtheit. Mag babei hin und her manche Tleberttiebenheit Kopfschütteln erregt und Kritik heraus gefordert haben — alles in allem sollten wir urrs noch heute freuen, dah gesunde Iugend wieder den Weg zurückgefunoen hat zu sich selbst und zur natürlichen Leb ilsausfassung. Was der Wandervogel b-gönnen hat. w rd heute in vielen anderen Kreisen der Jugendbewegung mit Eifer fortgesetzt: Iugend will alles abschütteln, was «in reines, starks, quellfrisches Leben hindert. Iugend will nach eigener Destimmung und unter eigener Verantwortung ihr Leben gestalten. Iugend, deren ernste, fuche.tde Teile immer im Gegensatz zur jeweiligen Gegenwart stehen, will heute wieder heim zum rechten Lebensquell, zu Gott. Romant?, Mystik und Idealismus haben seit Iahren wieder in der Iugend Einzug gehalten, haben hier u.rd da alleS Werwuchert und wunderliche Einseitigkeiten wachgerufe.t — aber Wis ende stellen mit Freude fest, wie von Tag zu Tag m:hr in der Iugend $inc aus der Tiefe erneute Frömmig'etl Platz gre.ft, die in Gesinnung und Tat ein gott- durchglühtes Leben offenbaren will. Es scheint mir eine reizvolle Aufgabe und eine hohe Pflicht zu sein, dieser Sehnsucht ter Iugend nach Verinnerlichung und Derernheit- lichung ihres ganzen Seins verständnisvoll die Wege zu ebnen. Doch ist ja begreiflicherweise daS ChaoS der Stimmungen und Meinungen grotk Die einen sind zu wettablehnendem Mystizismus geneigt, der aus dem berechtigten Gegensatz gegen die Erbärmlichkeiten der Modernen, gegen all das Wüste und W-lde des gegenwärtigen Lebens, zu schroffer Ablehnung jeglicher Teilnahme an kultureller Arbeit gelangt, die anderen wollen auS hohen Ideen chiliastischer Stimmung heraus unter absolutem Bruch mit der Gegenwart unb ber Gesellschaft bas neue Reich der Gerechtigkeit auf Erden zaubern, manche der letzteren sind zu fanatischer Propaganda der Tat übnrgegangen. In allem ist ein stark östlicher Einschlag spürbar; hat auf der einen Seite ber angloamerikanische Freiheitsbeqriff, bei dem Freiheit schrankenloser Individualisnus ist, die Iugend abgeftoffrm, so hat auf ber anderen Seite orientalische Mystik, zumal wo sie mit dem Glauben an die Gemeinschaft unb bern Leben für sie verquickt ist, junge Seelen auster- ordentlich stark gefangen genommen, manche dabei freilich in Lager geführt, wo sie zu nichts anteivm als zur Durchsetzung ganz brutalen Materialismus mistbraucht wurden. Für uns erwächst daraus die hohe Pflicht, unterer Iugend zu starker, sturmfester, einheitlicher LebenS- anschauung zu verhelfen. Der erste Ge)anke, der unserer erzieherischen Arbeit den starken unb reinen Impuls geben must, ist unb bleibt ber vaterländische. Wir wollen junge De utfche erziehen. Wir arbeiten mch» für den europäischen Menschen imb die Menschheit, sondern wir wollen Iuge.ad um uns sehen, die all ihre Kraft aus dem Boden des Vaterlandes nimmt. Schars und klar geisteln wir das, was uns bedroht: westliche Zivilisation, getaucht in den lodernden Glanz des pazifistischen Internationalismus. Wir wollen Selbstdarstellungsn der Volkswirtschaftler. Don Dr. Bruno Krafft. In dem imposanten Unternehmen des Verlages Felix Meiner in Leipzig« das sich .Die Wissenschaft ber Gegenwart in Le.bstdarstel- lungcn“ nennt, ist eine neue Reihe begonnen worden Eie eröffnet den lebende r Rationalökononen das Feld, ihr Geben und Wirken darzustellen. Soeben ist der erste Band ber .V olkswirt- schaftSlehreberGegenwartinSelbst- d a r st e l l u n g e n' ersch enen. von Dr öc. publ. Felix Heiner selbst diesmal eingeleitet und herausgegben. Heber das Prinzip bi see Eelbst- dar-stellungen ist oft genug gesprochen worden; die führenden Köpfe sol.en von s ch und ihrem Werk, jenseits aller ©itelfcit und Selbstbr'piegelung, aber nicht ohne Selbstbewusttsein berichten, sollen keine Autobiographien, sondern 2lutvergograpbien — Werkdarstellungen, geben, in denen bas Biographische nur soweit von Belang fern soll, als es -um Verständnis des Wcries notwendig ist. War dieses Autobiographllche schon bei den Juristen von Bedeutung, so h e bei denRational- Aonomen noch weit mehr, da ja jedes volkswirtschaftliche System politisch gebunden ist und bie Beziehungen seines Schöpfers zu der Entwicklung des Staats- und Gcs lll'chafts'eb ns für dies System ausschlaggebend sind. So sind b:nn auch die sieben Selbstdarstellungen dises ersten Bandes nach b Jer Seite hin start ausgebaut. Bis auf Karl Dich:. der sich mit einem sehr gelingen Raum na einer beinahe nüchternen Sach- Jugend und Hochschule. keine Allerweltsmenschen, di«, intellektuell und technisch aufs höchste gebildet, allüberall zu Hause find, einer immer wieder die Dublette des andern, gleichförmige Gesellschaftsmenschen, die im kleinen Glück des Tages ihr Behagen finden, voll steter heimlicher Furcht vor Straffheit und Zucht, wie vor hartem, lastendem Schicksal, das ja freilich nur Männer und nicht Schwächlinge überwinden. Wie der Deutsche in der Vergangenheit so fiern mit Auslandspuppen gespielt hat. wie er elbst nach dem furchtbaren Weh des Dreihig- jähngen Krieges ein gelehriger Schü'e: des Franzmanns war, so hat er auch jetzt stille ober taute Bewunderung alles Fremden, so läßt er auch jetzt gleichgültig und achtlos Geister ber Fremde um einer Iugend Seelen werben. Mag es für die empfindlichen Ohren des gebildeten MitteleurvpäerS, der sich als deutscher Landsmann gern mit dem Plunder der Fremde behängt, als Rückständigkeit gelten, ich wage es doch zu sagen' weder Zola noch Maeterlinck, weder Mau- passant noch Tolstoi noch Dostojewski noch Tagore sind Erzieher zum Deutschtum, das als Eigengut deutsche Iugend der Zukunft schafft Keiner von ihnen hat ja das. was letztlich das Deutsche ist: heldenhafte Lebensauffassung, die an sich die höchsten Ansprüche stellt, die, statt auf dem Lotterbett bequem zu ruhen und sich in die Differenziertheiten der eigenen Seele zu versenken, kämpf froh das Leben packt, um es zu meistem nach hohen unb lichten Gedanken. Vie wirtschaftlichen Grundlagen des Hochschulstudiums. Don Hans L. Menzel, Geschäftsführer des Wirtschaflsamtes der Technischen Hochschule Charlottenburg. Die Frage der wirtschaftlichen Grundlagen des Studiums interessiert außerordentlich weite Kreise unseres Volkes. Der vor die Berufswahl gestellte junge Mensch und der für fein Fort- fommen Dcianttoortl ch - Vater über egt m lich viel mehr das „W i e" des Studiums als das „W a s". Der von der Schule kommende junge Mensch weist meistens, was er- werden will, und auch schlechte Aussichten der akademischen Berufe werden ihn nur selten von dem Beschreiten eines längst festgelegten Werdeganges ab» halten. Für die Eltern wird die Frage in den meisten Fällen fein: Können wir unserem Sohn über die kommenden verdienstlosen Jahre hinweghelfen und dazu die austerordentlich hohen Studienkosten tragen? Aber unser Thema interessiert auch den bereits Studierenden, ber vielleicht se nEtubium unter anderen wirtschaftlichen DorauSfehungen, als wie sie heute fje rfdje.i, begonnen hat. Richt zuletzt jedoch hoffe ich zu denen zu sprechen, die an leitender Stelle im Staatswesen für die Heranbildung eines gesunden akademischen Rachwuchses verantwortlich sind. Die wirtschaftlichen Kämpfe der Rachkriegsstudenten haben ja glücklicherweise nicht nur bei Regierung und Volksvertretung Verständnis gefunden, sondern auch die führenden Wirtschaftskreise haben immer wieder tatkräftige Hilfe geleistet, ohne die es vielen kaum möglich gewesen wäre, ihr Studium zu beenden. Aber weiter noch besteht eine studentische Wirtschasts- frage, und so mögen sie auch aus meinen Wor en wieder den Rotschrei der heutigen stubentischen Generation herausfühlen. Das Wort .Freie Dahn dem Tüchtigen" und das Schlagwort vom W e r f« studententum haben bei der Berufswahl vieler den Ausschlag für das akademische Studium gegeben. Unb doch muh es einmal wieder ausgesprochen werden, dast ohne materiellen Rückhalt heute die Durchführung eines 4—5jährigen Studiums unmöglich ist. Don besonderem Interesse wird es fein, wie hoch dieser materielle Rückhalt sein must, mit anderen Worten: Was kostet heute ein Studium? Folgende statistischen E Hebungen über daS W.-S. 1923 24 an ber Dresdener T. H. mögen bie tatsächliche Lage illustrieren. Danach sind 16,8 Proz. aller Stu bietenben dort voll erwerbstätig unb betreiben das Studium nur im Rebenberuf. Da diese Leute natürlich nicht als Studenten im eigentlichen Sinne anzusprechen sind, formen sie bei Berechnung ber durchschnitt- lichen Lebensverhältnisse nicht einbezogen werden. Don den übrigen haben 93 Proz. einen monatlichen Derbrauch von höchstens 50 Mk.. die restlichen 7 Proz. monatlich etwa 80 Mk. Die er- lichkeit abfindet, schöpfen diese Selbstbarsteller sämtlich aus dem strömenden F.u'se des nationalen Lebens. Es ist dabei ein glückhafter Zufall, bah in diesem ersten Bande die extremsten Elemente vereinigt sind. Reben b:m schor gemimten Karl Diehl mit seiner sozialrSchtl chen iln er- bauung ber Dollswirtschaftslehrr steht der Katholik Heinrich Pesch S. I., der die katholische Soziallehre und alle ihre Folgerungen würdig repräsentiert. Zu den beiden, einst theoretisch grimmig verfeindeten, heute wi-dee ziemlich versöhnten Marxisten Eduard Bernstein mit fernem Revisionismus unb Karl Kautsky mit seinem, wie er selbst sagt, unverbesserlichen Marrismus kommt ber schärfste Gegner des Sozialismus jeder Gattung, der Demokrat Julius Wolf, und mit dem Sozialliberalen aber den Sozialismus gleichfalls scharf ablchmden Demokraten Heinrich H e r k n e r konfrontiert sich der geniale Robert 21 e f m a n n. der einsam unb b sher kaum verstanden ben Kampf um bie Sub- jekiivierung der Wirtschaftslehre, ein System vom wirtschaftenden Menschen aus, fährt. 2Lber so versch eden biere Köpfe laufen, eines verbindet sie: bie Sehnsucht nach ber Theorie, ber Ruf nach einem neuen, ben heutigen Erkenntnissen aagepahten ökonomischen System, das die veralteten Systeme ber klastischen Ratioralökonomie ersetzen kann und den Historismus ebenso wie bie systemlose deskriptive Einzelbehandlung der Wirtschakrsvrobleme überwindet. Hier sind es Julius Wolf unb Robert Li es - mann. die die schärfste Kritik üben, Wolf vor allem auch an dem heutigen nationalökonomifchen Hochschulbetrieb, den er eine „traurige Farce" nennt. ''xfmann an der gesamten objektiven Ein- heblichen Kosten für Kolleggelder. 120 bis 170 Mk., bei Medizinern und Raturwissenschaft- lern sogar 180—250 Mk., sind natürlich in obigen Summen nicht einbegriffen, ebenso wenig die Kosten für Kleidung und Lehrmittel- beschaffung. Für Berlin dürften die Der- hältnisfe ähnlich liegen. Hier find die Lebenshaltungskosten bei Inanspruchnahme der ft üben- tifchcn Wohlfahrtseinrichtungen auf etwa 30—60 Mark zu beziffern, wobei zu bedenken ist. bah davon allein 20—25 Mk. auf Miete für das ungeheizte Zimmer entfallen Unter diesen Umständen frage kich jeder junge Student immer wieder, ob er tatsächlich sich zum Studium berufen fühlt, und ob das später lhm Gebotene wirklich ein Aequivalent für feine ungeheure Mühe darstellt. Wer aber den inneren Drang zum Studium bat. lasse sich nicht abschrecken. U eher all bat die Studentenschaft Wirtschaftseinrichtungen geschaffen, um den allgemeinen L:benshaltungsindex der Studenten niedrig zu halten, wie Speisungen, Studentenheime, Derkaufsstellen usw. Bei besonderer Rot greifen die Fürforgeämter der Hochschulen ein. in Krankheitsfällen kann sogar Erholungsaufenthalt gewährt werden. Die einlaufenden Gesuche werden sorgfältig geprüft, nicht nur auf Bedürftigkeit, sondern auch die wissenschaftliche Würdigkeit des Antragstellers. Sei all dem muh aber betont werden, dah ein gewisser Mindestwechsel für jeden Studierenden vorhanden fein muh. Einen verheerenden Einfluh auf die Möglichkeit des Studiums hat die Erhöhung ber Gebühren gehabt. Rach den bisherigen Ermittlungen ist die Delegerzahl der Hochschulen um 18,9 Proz. im letzten Semester zurückgegangen, während die Zahl ber 'Beurlaubten um 82,8 Proz. gestiegen ist. Die starke Inanspruchnahme der studentischen Darlehnskassen ist der deutlichste Beweis für die ülnmöglichkeit der Gebührenpolitik des preuhischen Ministeriums. Allen Darstellungen der Studentenschaft gegenüber ist das Ministerium bisher unerweich- lich. Die Studentenschaft sammelt weiteres Material und ist evtl, zu einer energischen Selbsthilfe- organisation entschlossen. Was die oft genannte ileberfüllung der Hochschulen betrifft, so besteht eine solche in Wirklichkeit nicht. Ein deutliches Rach- lassen der Hörerzahlen in allen Fakultäten ist schon in den letzten Iahren zu bemerken. Dazu kommt, dah nach oberflächlicher Schätzung mindestens lOPcoz. alter 3mmatriu[ieiten sogenann e „Listen- unb Abendstudenten" sind, die teils die wirtschaftlichen Annehmlichkeiten, welche die Studenten genieben, mitnehmen, teils gelegentlich noch einen akademischen Grad erringen wollen. — Wer also nicht den wirklichen inneren Drang zum Studium verspürt, wähle sich einen anderen Beruf. Wer aber studieren will, verlasse sich nicht auf Rebenerwerb und Wirt- sch.ifiShilfe. Wenn er indes während seines Studiums unverschuldet in Rot gerät, so sind helfende Hände bereit, ihn zu schützen. Die Hilfsmittel find gegeben, um Deutschland einen körperlich und geistig gesunden akademischen Aach- wuchs zu sichern. Der Derlretertag des Deutschen Hochschulringes. Die diesjährige Dertretertagung des Deutschen Hochschulringes wurde eingelcüet durch eine Tagung sämtlicher Verbände, die sich über ihre Stellung zum Deutschen Hochschulring schlüssig werden wollten. Im vergangenen Jahr waren insbesondere von katholischen Verbänden Beschlüsse gefaßt worden, die man in einem für bie Hochschulringbewegung ungünstigen Sinne auszulegen sich bemühte. Dah dies nicht der Fall ist, beweist das Ergebnis der Derbandstagung, welche in einer Resolution einstimmig dem Deutschen Hochschulring ihre weitere Unterstützung versicherte. Als besonderer Wunsch der Verbände kam noch in der Resolution zum Ausdruck, dah der Deutsche Hochschulring vor allem die nationale Erziehungsarbeit, in den Vordergrund stellen möchte. Auch mit den konfessionellen Streitigkeiten und Gegensätzen beschäftigte sich die Derbändetagung, die wieder einstimmig die erhobenen Vorwürfe gegen konfessionelle Verbände zurückwies. Der Vorsitzende des Deutschen Hochschulringes, cand. 3ng. Müller gab einen eingehenden Bericht über die im vergangenen Jahre geleistete Arbeit und verteidigte die vom Deutschen Hochschulring eingeschlagene po- litische Linie und wies die älngerechtsertigkeit der stettung ber heutigen Volkswirtschaft. Der Band umschlicht natürlich nicht alle heutigen (Strömungen, aber es scheint, bah bie energischsten Köpfe unb bie — Außenseiter, zu denen auch bie Aka- bemifet Wolf unb Liefmann zu rechnen finb, hier versammelt finb. Nationalökonomie erscheint bem Laien meist als etwas Langweiliges unb selten Derstänbliches. So soll er zu biefen Selbstbarstellungen greifen. Die beiden, zum Teil stark auf politische Erinnerungen gestellten Essays ber beiden Marxisten sind schlechthin bie beste Einführung in die Entwicklung des Marxismus seit dem Tobe Marx' unb Engels. Die schöne Abgeklärtheit des Jesuiten Pesch wirb jeben Leser fesseln, auch wenn er kein Verhältnis zum Katholizismus hat: verstehen lernen ist auch hier notwenbig. Diehls Sachlichkeit wirb leicht zugänglich: seine Formulierungen sind einfach unb klar, unb ge» w:h läht sich ber unb jener anregen, sich über bie Untetfd);ebe von Sozialismus. Kommunismus und Anarchismus Gebanken zu machen. Herk- n e r bezeichnet seine Selbstbarstellung selbst als einen Versuch, das Derstänbnis für bie jetzt zur Reige gehenbe .,ka t h eb e r s o z ia 1 i st i f ch e" Penobe zu erleichtern. Auch hier gibt es also ein Stück Entwicklungsgeschichte, bie in eine sorgfältige Balancierung sozialer unb individualer Haltung ausgeht. Wolfs Essai ist ein hoher Genuh. Ein prachtvoller Mann, mit dem Mut zur Tragik, einer, der kein Sowohl-als-auch kennt, ber sich ein Lebensalter lang gegen bie gan^e Zeit stellt unb alle sozialistischen Strömungen gegenüber seinem ethischen Individualismus and antik-heidnische Weltanschauung behauptet. Unb endlich Richert Liefmann! Ein schwieriger Leseerhobenen Vorwürfe nach. Danach kamen die einzelnen AmtSlciter zum Wort. Als daS Ziel deS Amtes für Leibesübungen wurde hin^cstellt, die bestehenden Sportverbände aus ihrem politischen Jndisserentismus herauszurcihen und den gesamten Sport in ben Dienst bei Wehr- haftmachung und Ertüchtigung deS deutschen Volkes zu stellen. Besondere Anerkennung sand der Leit«c de Eren landa m te<, Wagner, der sehr große Erfolge in seiner Tätigkeit im Interesse des Auslandsdeutschtums zu verzeichnen hat An die Referate schloß sich eine sehr lebhafte Diskussion an. Dabei beherrschte eine ErtenntniS alle Teilnehmer: „Wenn der Deutsche Hochfchulring noch nicht bestände, so müßte er heute geschaffen werden." Denn zu bewußtem, nationalen Denken, nicht nur Fühlen, müssen die jungen Akademiker geschult werden. Diese Schulung kann nicht allein von den Verbänden und Korporationen geleistet werden./Deren Aufgabe besteht vielmehr darin, durch Erziehung ihrer Mitglieder zu gefestigten Charakteren die Grundlagen für das Wirken des Hoch- fchulringes zu schaden. So ergibt es sich von selbst, daß engstes Zusammenarbeiten von Verbanden und Hochschulrina Vorbedingung jeden Erfolges ist, ja, daß der Hochschulring sich aus den Verbänden ausbauen muh. Ebenso notwendig ist es aber, den Zusammenhang mit der Altakademikerschaft zu wahren. Der Hochschulringgedanke muß in die deutsche Akademikerbewegung hineinwachsen. Tagespolitik ist nicht Sache des Hochschulrings, ebenso wie er jede parteipolitische Bindung ablehnt. Dagegen wird er sich nach wie vor für die Pflege des Zusammenhalts mit Grenz- und Auslands deutsch! um. für die Verbreitung des großdeutschen Gedankens, für bie Wehrhaft- madjung der Jugend und den Kampf gegen dis Lüge von Versailles einsehen. In der Deutschen Studentenschaft wird der Hochfchulring für der Gedanken der Hochschulreform wirken. Zu Vorsitzern für dqs kommende Amts jahr wurden gewählt: Kolbe-Wien, Gerlach-Dan- zig, Wagner-Berlin. Tagung der akademischen Assistenten. Mitte Oktober fand in Berlin ber Hauptvertretertag des Deutschen Akademischen Assistenten- verbandes statt. Die Tagung war von zahlreichen Vertretern aus allen Teilen des Reichest besucht. Im Mittelpunkt der Beratungen standen die Zulassungsfrage zur Kasfenpraxis unb bie Lage ber süddeutschen Assisten - t € n. In ben füb- und sübwestdeutschen Staaten sind zwar Verbesserungen in gehaltlicher Beziehung zu verzeichnen, es fehlt vor allem aber die einheitliche formelle Festlegung durch Gesetz, die nach Art. 129 ber Reichs Verfassung schon längst durchgeführt sein müßte. Außerdem besteht bei den süddeutschen Regierungen bie Reiqung, Stellen zu streichen, baburefc würden die früheren Zugeständnisse illusorisch gemacht. Der Dertreter- tag beschloß stärkste Unterstützung der süddeutschen Landesverbände. In der Kassenc>rztfru.ge wurde in gemeinschaftlicher Sitzung mit dem Bund, Deutscher Aisistenzärzte eine Entschließung gefaßt, die die Beseitigung der Rot Verordnungen und des Rumerus clausus fordert. Hauptversammlung des Verbandes der Chemikerschaften Der Verband ber Chemikerschaften an den deutschen Hochschulen, die chemische Fachgruppe der Deutschen Studentenschaft, hielt in D e r l i n ihre ordentliche Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende der Fa-chgruppe, cand. chem. St obwasser (Berlin), belichtete über die Aufgaben der Fachgruppen unb ihre Arbeit im Rahmen ber Deutschen Studentenschaft. Einen breiten Raum nahmen die Verhandlungsn über die Doktorfrage der ChenMer ein. 2In einzelnen Universitäten wirb von den Chemikern eine Pflichtprüfung in Philosophie verlangt, die aber durchaus nicht ben Zweck einer Vertiefung des Studiums erreicht, sondern nur als lästig empfunden wird. Da nun schon vielfach dieses Pflichtfach fortgefallen ist, rechtfertigt sich der Titel Dr. phil. nui)t mehr Aus bield.n Grunde wünschen bie Chemiker für sich den D r. rer. nat„ der aber dadurch eine Begründung erfahren soll, daß die Zahl der naturwissenschaftlichen Rebenfächer erhöht wirb. ft off für den Laien gewiß! Aber welch Lebenskampf! Welch schmerzhafte Bitterkeit und doch auch wieder welch ein Glaube an die erkannte Wahrheit, an bas neue System, bie neue Theorie der Wirtschaft vom wirtschaftenden Menschen, statt von den Gütern aus' Unb bei allen das Leid des Lebens, das diese Männer über das nur wissenschaftliche Interesse hinaushebt — Enttäuschungen, unnütze Cner„ieverschwen- düng bis zu dem menschenmöglichsten Leib: Herkner. ber im Kriege den einzigen Sohn verliert, den alle mathematischen Kapazitäten für ein säkulares Genie in der Mathematik bezeichneten — Liefmann, ber nebenbei Sportsfachmann war und im Lenkballon große Fahrten machte unb nun, im Alter benkerischer Reife, gelähmt an das Krankenzimmer unb zur Arbeitslosigkeit verdammt ist Man soll diese Dinge betonen, da uns not tut, baß unsre Wissenschaftler auch als Menschen erlebt werden, damit sie lebendig wirken. Die Lebendigkeit ist, neben dem eminenten Klärungswert dieser Selbstdarstettungen. ber sich rasch auswirken wird, das Schönste an diesem Buche. Es ist wohl nicht zu viel gesagt, wenn man annimmt, bah einmal dieser Band (und die folgenden) als eine Cäsur in der Entwicklungsgeschichte ber modernen Volkswirtschaftslehre angesehen werden können. Diele Ströme fliehen in dieses vom Verleger geschaffene Decken, ber Vergleich der einzelnen Selbstdarstel- tungen muh methodisch fruchtbar werden — und so wird hier gewih geholfen, den Grundstein zu einer neuen einheitlicheren unb systematischeren Volkswirtschaftslehre zu legen, als wir lie in den letzten Jahrzehnten batten. Ein Protest der Gastwirte. (Eigener Bericht des „Gieß. Anz.") D a r m st a ö t, 5. (Hob. Der Rhein-Mai n- Gasttoirteverband hielt gestern in Darmstadt eine Protest Versammlung gegen die hohen Steuern ab. Der Vorsitzende des .Verbandes, Gastwirt und Stadtverordneter Schnauder -Darmstadt, verlangte m seiner De- grüstungsansprache freie Entwicklung für das Gastwirtsgewerbe, das fast nicht mehr lebensfähig sei wegen der Steuern und behördlichen Maßnahmen. Der eigentliche Redner der Veranstaltung tixxr der Präsident des Deutschen Gastwlrteverbandes Emil Köster- Derlin, der sich als Thema seines Vortrages „Die steuerlichen Belastungen, Sonder-Doppelbesteuerungen des Gastwirtsgewerbes in Reich, S tackt und Gemeinden sowie S^rnkstättengeseh und Polizeistunde" gewählt hatte. Er wies auf die starke Zunahme ausländischen, namentlich amerikanischen Kapitals hin, das im Gefolge des Londoner Abkommens unsere Wirtschaft beherrschen werde. Als Gegengewicht hiergegen sei die Reubildung von Kleinkapital anzustreben und das Wie derer starken des Mittel st andes, zu dem auch das Gastwirtsgewerbe gehöre. Dies diene der Erhaltung der Lebensmöglichkeit und der Lebensannehmlichkeit. Der Redner wies den Vorwurf zurück, die Gastwirte seien nur Alkoholverkäufer, daß dies nicht der Fall sei, beweise die Tatsache, dah sie auch alkoholfreie Getränke verkauften. Die Polizeistunde habe als moralisches Erziehungsmittel ihren Zweck verfehlt, denn in den Grobstädten, in den sog. Kaschemmen, sei ein ununterbrochener nächtlicher Wirtschaftsbetrieb gerade für die Elemente, die einer moralischen Erziehung bedürften. Der Redner wandte sich dann der Erörterung der Konzessionsfrage zu und stellte die Forderung auf, dah bei Prüfung der Bedürfnisfrage das Gastwirtsgewerbe nicht nur gutachtlich gehört werde, sondern entscheidend mitwirken müsse. Erzbevger habe mit seiner Steuerpolitik dem deutschen Volke einen schiech en Dienst erwiesen; den Gemeinden müsse wieder wie in früherer Zeit das Recht verliehen werden, Zuschläge zur staatlichen Einkommensteuer zu erfjeben. Die Be° iHerbergungssteuern indessen, namentlich die der Gemeinden seien unbedingt abguschafsen; sie seien mit am meisten schuld^ dah der Misländeiwerkehr in Deutschland zurückgegangeu ist. Schwer laste auf dem Gastwirtsgewerbe auch die Umsatzsteuer; nicht der Umsatz, sondern der Ertrag müsse steuerlich ersaht werden. Weiter wandte sich der Redner gegen die Erhebung von Getränkesteuern durch die Gemeinden, dies dürfe ausschliehlich Sache einer Reichssteuer fein, auch sei sie bei dem Erzeuger zu erheben. Bei der hohen Sektsteuer gingen die Erträge immer mehr zurück. Die Vergnügungssteuer mühte von den willkürlichen Bestimmungen der Gemeinden befreit werden, ebenso sei es ein einzig dastehendeo Zustand, dah in Hessen musikalische Darbietungen genehmigungspflichtig sind. Zum Schluh seiner Ausführungen kündigte der Vortragende an, dah das Gastwirtsgewerbe den Kampf für die hier entwickelten Aufgaben und für die Erhaltung seiner Existenz aufnehmen werde. Rach einer lebhaften Aussprache teilte der Redner noch mit, dah das Reich nicht beabsichtige, das Bier höher zu besteuern. Grundsätzlich fei die Abschaffung der Polizeistunde zu erstreben. Bei den Wahlen •träten die Gastwirte für die staatsbejahenden Parteien ein. Wirtschaft. Die neue Rohstahlgemeinschaft. 3n den in Düsseldorf geführten Verhandlungen wegen Bildung einer Rohstahlgemeinschaft wurde eine Einigung über die Beteiligungsziffern erzielt und ebenso über sämtliche Bestimmungen des Vertrages. Aach den Verhandlungen soll die Förderung des Stahlgewerbes durch Zusammenfasfen der beteiligten wirtschaftlichen Kräfte der Zweck sein und die Rohstahlerzeugnisse der Gesellschaft dem jeweiligen Bedarf des Marktes angepaht werden. Die Rohstahlerzeugung umfaßt sämtlichen von den Gesellschaften im Inland« nach dem Thomas-Bessemer- und Siemens-Martin-Verfahren hergestellten Rohstahl. Baroper ÄLalzwerk — Hugo Dtinnes Eisenhandel A.G. Heber den zwischen dem Daroper Walzwerk und der Hugo Stinnes Eisenhandel A. G. abgeschlossenen Verkaufsvertrag macht die „Deutsche Bergwerkszeitung" folgende authentische Angaben: Cs handelt sich bei dem Abkommen um einen einfachen Vertretungsvertrag, der nach den Satzungen vom Vorstand des Baroper Walzwerkes allein abgeschlossen werden kann. Da der Vertrag aber auf 25 3ahre bemessen ist, hat es der Vorstand für zweckmäßig gehalten, vorher den Aufsichtsrat zu befragen, der seine Zustimmung gegeben hat. Die Stinnes Eisenhandel A. G. übernimmt die Alleinvertretung für den Verkauf der Walzerzeugnisse des Daroper Walzwerkes und erhäU dafür eine mäßige Provision, in die gleichzeitig das Delkredere eingeschlofsen ist. Die Festsetzung der Preise liegt beim Daroper Walzwerk. Diese zieht aus dem Vertrag den Vorteil, für seine Erzeugnisse jederzeit sofort bares Geld zu erhalten, so dah also das finanzielle Risiko der Stinnes Eisenhandel A. G. verbleibt. * Das Auslandpaket der Commerz- und Privat-Bank. Zu der Meldung der „Dossischen Zeitung", eine ausländische Finanzgruppe habe einen ansehnlichen Posten Aktien der Commerz- und Privatbank erworben, erfährt das „Hamburger Fremdenblatt", daß es sich dabei in der Hauptsache um erste englische Privatbankkreise handelt, neben denen auch amerikanische Finanzkreise eine gewisse, wenn auch geringe Rolle spielen. Die Transaktion dürfte den schon in den Rachkriegsjahren erfolgten Aktienkäufen entsprechen, d. h. also, die ausländische Gruppe wird die Aktien voraussichtlich im Portefeuille bcholten, um Dedeutung für das ausländische Kredit- und Provisionsgeschäft zu erlangen; ein Eintritt in den Aufsichtsrat dürfte kaum in Aussicht genommen sein. Börsenkurse. ei) Dom Rückrahlungswert, Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a- M. Berlin 5« ««Menen Prozent Schluß Kurs Schiuhk. Abend» börfe Schluh. Kurs SchlUhK. Mittag. bSrse Dntnnn 4.11. 5. 11. 4. 11. 5.11. 6% Deutsche RetchSnnleth« . <®/o Deutsche ReichSaiileiy« . 8^/,°/, Deutsche Reichsanlethe 3®/o Deutsche RefchSanlelhe . 0,580 0,680 0,56 > 0 610 1,10 0,95 1,037 — ,930 1,025 1,42 1,475 1,570 1,450 Deutsche Sparprannenan leihe — — 0,449 0,463 4°/o Preußische KonsolS . . . 4% Hessen . , ....... — — 1,190 1,275 1.25 1,35 4,2 1,193 1,37 1,4 3«/.«/„ Hesse» , ......... 3% Hessen........... 1.43 4,2 Deutsche Wertb. Dollar-Ant. -- bto. Doll-Schatz-Auwetlua.') — — 89 88,8 <•/» ttolltllrlen......... 9,70 39 9,50 31,6 | 24 _ 35,25 24 Berliner HandelSaesellschaft Lommerz- und Pnvai-Bank 23,5 24,5 4,60 4,6 i 4,75 4,75 Darmst. und Nationalbank . 8,20 8,13 8,49 la,39 8,30 ■r 10,15 10,13 Deutsche BeretnSbank .... — —• —• Disconto Lommandii .... —- 11,75 11,90 Mctallbank........... 13,25 13,25 —■ Mitteldeutsche Ereditbank . . 1,65 0,3375 1,60 1,63 1.6 Oesterreichische LreditanstaU 0,335 0,325 0,320 ■■ 0,3 0,3 Bochumer Guß — — 48,50 48,65 Buderus............ _ 9,30 8 9 — 9.4 9,40 Deutscb'Lnremburg...... _ 53,61 5 25 53 2 63 Geisenkirchener Bergwerke. . — — Harpencr Bergbau...... — — 82 25 81,9 Kaliwerke Aschersleben. . . . 12,65 — 12,60 12,30 Kaliwerk Westeregeln. .... 15,5 15,75 6,10 15,75 Laurnhütte...... . « « . - 5,40 8 25 6,4 b Oberbcdarf...... • « .« — — Phönir Bergbau ....... Ryeinilahl........... — 37 36.75 37,50 ■ 32 60 33,125 32 30 52,50 Rieben 1l)tontan........ Tellus Bergbau........ 2^8 2,30 Homburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd ..... 25 3,90 23,9 3,9 Cheramische Werke Albin . . •— — Zementwerk Heidelberg . . . 19,6 — Philipp Holzmann...... 5,1 — 5 4,8 Anglo-Tont -Guano . . . . , —- — 9,6 9 23 Badische Anilin........ 18,50 18.4 18,25 18,40 Tbemische Mayer Slavin . . —- — —■ — Goldschmidt...... .. . . 13,4 13,13 13,50 13 GrieSleimer Electron .... 1M0 — 16,60 16,40 Höchster Farbwerke...... 16,65 16,65 16,60 16,60 Holzverkoylung ........ — —- RülgerSwerke ......... ■w. 14,6 14 Ccheideanstalt ......... — — Allg. Elektrizitäts-Gesellschast 7,9 7,80 7.8 7,75 ©erpmann 11,25 8 11,60 11,40 Mainkrastwerkr ........ —- Schuckert ......... — 36.23 37 Siemens 4 Halske ...... — 43 43,50 Adlerwerke Aleyer ...... — — 1,8 1,75 Daimler Motoren. ...... — 2,8 2,75 Heyligenstaedi......... Meguin............ — — 7,75 7,8 Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . — — 0,85 0,8 Metallgeselvchaft Frankfurt. _ 1,4 1.4 Schuhfabrik Herz...... Sichel...... ........ 2^9 2,5 3 2.2 2,9 Zellstoff Waidhof....... — — 7,60 7,65 Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . — 8,10 — — Frankfurt a. M., 5. Rov. (TU.) Die Abendbörse stand völlig unter dem Eindruck der Anleihehausse, die das volle Interesse aller Dörsenbesucher in Anspruch nahm. Die Rach- frage nach diesen Werten war wieder so groß, daß es erneut zu ganz bedeutenden Steigerungen kam. Das Geschäft war überaus bewegt und teilweise geradezu stürmisch. Die Spekulation, die aus der Aufwertungsfrage auf die verschiedenen Auslassungen in der Wahlagitation neue Hoffnungen schöpft, kaufte in starkem ülm= fange. 5prozentige Kriegsanleihen sprangen auf 675 bis 680 Plus 55 Milliarden, 4prozentige Reichsanleihe stiegen auf 1070 bis 1100 plus 80 Milliarden, Zprozentige Reichsanleihe notierte unverändert 1475. 3,5prozentige Preußische Konsols stiegen von 1390 auf 1450, 3prozentige Preußische Konsols von 1300 auf 1325, 3,5prozentige Bayern Seltsame Mierwochen. Roman von Arnold Fredericks. 39. FvrtsHung. (Rachdruck verboten.) Sie fuhren in einem Einspänner zum Ti.iirmphd.gul und spazierten lang E die Avenue du Bois Doulogne hinaus. An der Kreuzung mit der Avenue Malakoff bli.ben sie ftejen und sahen sich um, indem sie sorgfältig daraus achte en, teine Aufmerk.amkeit zu erregen. Rasch fatalen sie feststellen, daß alles stimmte, was Duvall gesagt ha te. Da- Fenster an der Hinterseite von * Stapletons Haus konnten sie nicht sofort ausfindig macken, es gelang ihnen jedoch binnen kurzem, und sie fah.m, daß es freien Ausblick auf den Platz gestattete, an dem sie standen. Bernet war sehr befriedigt, als sie treg= gingen. Sie hielten es nicht für nötig, dah er in des Chauffeurs Zimmer mitging uno sie sich dabei der Meglichk'it aus en en, 52im De r.'te l des Hauses des Bankiers bcii/mmei ce < en zu werden. Ber>e. ging, um seine Dorlereilungen für den Abend zu tr.s'en, naf>3em ihi ’ein C e führte bestimmt angew.e ei hatte. Lefevre nicht in das Geheimnis cinzuweißen. „Es handelt sich um eine Wett," sagte Tuvall zu Ten.:t, als er wegging „Ich Hofe, wir werien ’i gewinnen." Rachdem J; Bernet terla'fen, gin i Du . f( ins Haus, um -ttdttwn -u 'pre-ch -i. Cr ■ s faß dieser m f ir.ev Gattin in dv,s D i q ■ fab.cn war, f ( in ihre nie ergeb, cf c 1 Stimmung s i c Luft zur >n Haltung b" 1 v. < sundh i. -:h. v.nnöten war S. boach untc der Span, u -g beinahe zusa-lmnven. Duvall ging hinauf, um noch einen Blick in das Zimmer des Chauffeurs zu werfen. Er batte am vorigen Abend der Dunkelheit wegen keinen ganz klaren Begriff von der Aussicht aus dem Fenster bekommen. Er fand alles, wie er es ve lassen hatte: die Taschenlampe auf dem Waschtisch; der farbige Glasschmuck hing an den bunten Bändern. Drm nördlichen Fenster übersah man v l.kommen genc u die Kreuzung der zwei Straßen, tote er und Bernet von dort aus gesehen hatten. Das andere Fenster bot eine viel ausgedehntere Aussicht. Zn der Rahe war sie durch Dächer und Kamine unterbrechen, af>?r dazwischen sah man die Dillen und Häuser von Passy in der Sonne leuch en. Der Ausblick brachte Duvall ii? Geriebe H it der Gauner, die cr zu fangen gedachte am meisten zum Bewußtsein. 3rg ndwo in die er Unmenge von Häusern — diesem weiten Ausblick auf Häuser, Bäume und Ländereien — war Stapletons Kind versteckt, und es bedurfte nur eines Strahlen b'auen Lich s zu diesem Fenster hinaus, um cs zu b freien. Duvall ließ seine Finger lässig über- die Fensterbrüstung ql.i'.en, da fahle er plötzlich zw.i parallel Kra.er in der tveißen Farbe, die ansch i >end mittels inet Me serspitze gezogm worden waren. (Sr ’ ; nieder und sah zwisc' en den fein-11 Linien C .aus. Die Seh ich ung den e e fl-nau üb’ j rab 1 Dächer und Kanine ceien Passy Der Detek.lv wandte sich, ein Lach ln au den L drei, 00m Fenste' weg und b’gann, n T£ 72,745 73,10 voll voll Stockholm . HelsingforS. 11'1, 7 112,13 111,62 112,18 voll voll 10/25 10,585 10,50 10, 6 voll voll Atollen. . . 18,25 1t>,3> 18,27 18,37 19,1 5 voll voll London. . . 9?cutior! .. 19,05 19,12 19,055 voll voll 4,1 J 4,21 4.1» 4,21 voll voll Pari3. . . . 21,95 $2,07 21.96 22,08 voll voll Schweiz . . 80,76 82/6 80,76 82,16 voll voll Spanien . . Wien in D.» b6,36 66.64 56,46 56,74 voll voll l?est. abgest 5.91 8,94 5.91 5,94 voll voll Prag Budapest. . 12,495 12,555 12,49 12,56 voll voll 8,52 8,64 8,53 8,55 voll voll Buen.-AireS 1,53 1^4 1^3 1,64 voll voll Bulgarien 8,05 3,67 3,05 8,07 voll voll Japan . . . 1,60 1,61 1,615 1,615 voll voll 'Hlo be Jan 0,46 0,47 l,46 1,47 voll voll Belgrad . . 6,075 6,106 16,64 6,07 i 6,105 voll voll Lissabon . ■ 16,60 16,66 16,64 voll voll Frrffw, 5. Novbr. Geld Briet Repart. '/. Amerikanische Noten ..... 4,11 4,21 voll Belgische Noten ....... . Dänische Noten........ 20,10 72,02 70,20 73,98 voll Englische Noten. ....... 19,02 19.12 voll Französische Note« ...... Holländische Noten ...... 11,56 165,98 72,08 116,82 voll Italienische Noten ...... 18,27 18,37 voll Norwegische Noten...... 60,12 60,42 voll Deutsch Oesterr-, ä ioo Krone« 5,90 6,925 voll Rumänische Noten...... 2,38 2.40 Schwedische Noten ...... 111,48 1’2,04 voll Schlveizer Noten....... 80M 81,00 voll Spanische Noten....... 56.33 86,64 voll Tschechoslowakische Noten .. 12,45 12,51 voll Ungarische Noten...... 5,49 5,61 voll Berliner Börse. (Eigener Draht bericht des „Gießener Anzeiger".) Berlin, 5. Rov. Die Börse bietet zu Beginn dasselbe Bild tote gestern: Vollkommene Verödung der Aktienmärkte und lebhafte Bewegung auf dem heimischen Anleihemarkt. Die Versprechungen, die von feiten der verschiedensten Parteien in bezug aus die Austvertungsfrage gemacht worden sind und noch gemacht werden, dürften bei der Spekulation genügend anregen; außerdem sollen in den ganz kleinen Werten, tote ZtoangSanleihe und K.-Schähe, für amerikanische Rechnung wieder Käufe ftattgefunben haben und weitere Käufe ftattsinden. Gegen Mittag handelte man Kriegsanleihe mit 590—595, Schutzgebiete mit 6,12, 3Vr" prozentige Kreutzen 1367, 23er K.-Schätze mit 230—235. Auch in 24er K.-Schätzen hat das Geschäft wieder gewonnen, der Kurs stellte sich auf 550. Die Zurückhaltung an den Aktienmärkten ist teilweise auf die Verzögerung der Herabseh ung der Dörsen-Ülmsah steuer, teilweise auch auf den beginnenden Lohnkampf in den verschiedensten Industrien zurückzufühvsn. Das Geschäft in Kolonialtoerten ist ruhiger geworden. Die Lage am Geldmärkte ist etwas leichter. Tägliches Geld 3/8 Pro Mille. Am Devisenmarkt zeigte sich keine wesentliche Veränderung. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 5. Rov. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 21,50 bis 22,25, Roggen, xnländ. 20,75 bis 21,75, Sommergerste für Drauzwecke 23,50 bis 25,50. Hafer, inländ. sehen und damit die fernen deutlicher sichtbar wären, sondern auch um zu verhüten, von unten gesehen zu werden. DaS würde es ihm, schloß Duvall, leicht machen, verborgen zu bleiben, bis das Zeichen, das die heile Auslieferung des verborgenen Kindes veranlassen würde, gegeben war. Rachher wollte er ohne Zeitverlust entschlossen über den Chausseur hersallen. Sollte der Mann seinen Helfern das richtige Zeichen nicht geben, so wollte er selbst es tun. 5er Wandschrank war nahe beim nördlichen Fenster, und die Türe ging so auf, dah Duvall fie im unerleuchteten Zi nmer toeit genug öffnen konnte, um hinreichend alles zu sehen, was Francois tun würde, ohne ernstlich eine Entdeckung befürchten zu müssen. Etwas später verlieh er das Haus, um zum Mittagessen in ein bekanntes Restaurant des Boulevard des Italiens zu gehen. Er war vam S'and der Dinge sehr befriedigt. Wenn er nur mit der Sache zu Ende käme, um zu Grace auf fein Landgut zurückkehren zu kön en, so wäre er äußerst glücklich. Er war dermaßen in G.dank n versunken, daß er nicht femerfte, wie ein Herr lid) auf dem Stuhl gegenüber an dem Tische niederlttß, bis der letztere sich vorbeugte und seinen Arm berüh _t>. Da sah ct auf. Es war Lefevre. Fünfzehntes Kapitel. Die wenigen Stunden, die Grace in dem einsamen Atelier auf das Eintreten der ^erfon toartete, die die Treppe hevaufkam, erschienen t?1, wie eine Ewigkeit, so sehr war sie von Schrecken erfüllt. Was sollte — was konnte fte wirklich tun? 18 bis 21, Mais (gelb) 20 bis 20,50, Weizenmeytz inländ., Spezial 0 32,50 bis 35, Roggenmehl 28 bis 32, Weizenkleie 11, Roggenkleie 10,75 QH&u Tendenz etwas besser. Berliner Produktenbörse. Berlin, 5. Rov. Am Produktenmarkt faxd; eine Erholung ein, dementsprechend auch die Preis« anzogen, zumal sich seit gestern und heute bei! den ermäßigten Preisen etwas fleißigerer De-' darf in Mehl zeigt. Der Getreideterminhande5 wird kaum vor dem 1. Dezember beginnen können^ Cs notierte die Tonne Weizen (märt.) 194—200, Roggen (märt.) 193—200, Gerste (märt) 220—250,, Gerste (neue) 195—207, Hafer (märt.) 168—175, Hafer (pomm.) 157—167, Raps 390—400, Leinsaat 390—400; der Doppelzentner Weizenmehl 28—30,25, Roggenmehl 27,50—30,50, Weizenklei« 11,80—12, Roggenkleie 11,70—11,90, Dittoriaerbfen 33—35, Kleine Erbsen 22—25, Futtererbsen 19 biS 21, Peluschken 16-16,50, Ackerbohnen 21—22, Wicken 17—20, Lupinen (blau) 14—14,50, Lupinen (gelb) 15—18, Serradelle (alt) 14—-15, Serradelle (neu) 20—23,Rapskuchen 15,80—16, Leinkuchen 24 bis 25, Trockenschnitzel 9—9,40, Torfmelasse 8,50 bis 8,70, Kartoftelflocken 18—18,25. Büchertisch. — Ein literarhistorisches Werß aus Flaischlens Rachlah. Cäsar Flaisch- len, der verstorbene feinsinnige Dichter, hat seine reifen Mcrnnesjahre in ununterbrochener Arbeit einem Wert gewidmet, in dem er alles, was von deutscher Dichtung in Vers und Prosa von 1500 bis etwa 1870 noch wirklich lebendig und über- liefenmgswert ist, sammeln wollte, um so eine monumentale Anthologie unserer Literatur zu schaffen. Dieses groh angelegte Rachlahwerk toirb nun im Verlag von Wilhelm Andermanft zu Königstein i.Taunus unter dem Titel „Das Buchunferer deutschen Dichtung dem-- nächst in vier Bänden erscheinen. — D i e Weltliteratur der Gegenwart dem Publikum zu erschließen, ist eine Aufgabe von unschätzbarem Kulturwert. Sie ist das um so mehr, wenn dem Leser Gelegenheit gegeben wird,, die Autoren anderer ßänber an der Qualität und dem Charakter der besten deutschen Autoren zu messen. „Die Große Welt" und „Der Die Das" erfüllen die Aufgabe, Wellliteratur zu verbreiten, in vollem Maß. Rainen wie Jack London, Frank Heller, Thomas Moly, Martin Andersen Rexö, Mac Cooge, A. Dock, G. T. Wegener und Marcel! Benedek gewährleisten daS Recht, zu behaupten: Hier im besten Sinne des Worts wird Weltliteratur erschlossen. „Die Große Welt" ist für 1,50 Gm., „Der Die Das" für 50 Pf. überall zu haben. Verlag: Sechziger Verlagsdruckerei G. m. b. H., vvrm. Fischer & Kürsten, Leipzig. 1332- Kirchliche Nachrichten» 3fr. Religionsgemeinde. Gottesd.i. d. Synagoge (Südanl.). Samstag, den 8.Rovember. Dorabd. 4.45,: morg. 9.00, abds. 5.00 u. 5.40. 3fr. Religionsgefellfchaft. Sabbatfeier, 8. Rov. Freitag abd. 4.25, Samstag vorm. 8.30, nachm. 3.30,, Sabbatausgang 5.40, Wochengottes dienst morgens 6.45, abends 4.30. VkM ZkM MM hilft sich die Hausfrau schnell aus jeder Verlegenheit, wenn sie Spritzgebackenes nach folgendem Oetker - Rezept herstellt: i832ss 375 g Margarine, Pfd. ca. 0.90 . . . M. 0.68 250 g Zucker, Ptd. ca. 0.45.....„ 0.23 2 Päckchen von Dr. Oetker’s Vanillin- Zucker ............ 0.12 125 g abgezogene und gemahlene Mandeln, Pfd. ca. 2. -......„ 0.50 1 El...........ca. „ 0.19 250 g Weizenmehl, ca. Pfd. 0.24. . . ,, 0.12 250 g Dr. Oetker’s Oustin oder feinstes Stärkemehl, Pfd. ca. 0.64..... 0.32 Ml'16 7l ihpnAitl inn • RQhre die Bu,tcr schaumig, gib Z-UUei Gl L Uny . aiie Zutaten nach der Reihe daran, fülle die Teigmasse in eine Butter- oder Oebäckspritze und spritze kleine Kränze oder S, die man bei mäßiger Hitze bäckt. Verlangen Sie vollständige Rezeptbücher in den Geschäften, wenn vergriffen, durch Postkarte gratis und franko von Dr. A. Seiler, MnnilMMil, Bielefeld • Eingetretene Preisschwankungen sind zu berücksichtigen. Ein Dutzend Pläne schwirrten ihr durch den Kopf und verwirrten sie — höhnten sie durch ihre ülnaussührbarkeit. Sie wußte, daß der vermißte Knabe in Hörweite ihrer Stimme war. Eben als sie vor den verwünschten Fußtritten auf der knarrenden Treppe zitterte, konnte sie das lei e, bekümmerte kindliche Klagen hören, das förmlich aus der Luft vor ihr zu kommen schien, jedoch nicht den geringsten Anhaltspunkt für das Versteck des Knaben verriet. Verzweifelt sah sie sich in dem Zimmer um Räher und näher erklangen die Tritte auf der Treppe. Sie konnte jetzt das Zimmer nicht ver» lassen und mit dem Ankömmling auf dem Treppen- absatz zusammenstoßen; blieb sie, wo sie war, so mußte sie irgendeine Entschuldigung für ihre Anwesenheit verschätzen und gehen, wenn der Mann das Zimmer betrat. Eben darauf konnte sie nichi rechnen. Der Kerl, zweifellos ein verwegener, gewissenloser Rohling, konnte aus sie losi.hen — konnte sie gefangen halten, bis das Kind anderswo sicher untergebracht wäre, was alle Hoff' u g auf Wiederauffindung zuschanden werden ließ Die garrc Mühe der letzten zwölf Stunden wäre uinsonst gewesen, ülnd ließ er sie auch ruhig ihres We'es ziehen so konnte er doch dem Grurde ihee Anwesenheit miß rauen und seine Gefährten warnen. Es war klar: der einzig mögliche Ausweg war, sich hier im Zimmer zu verstecken. Es gab jedoch nur eine Gelegenheit, die Aussicht bot, sich sofortiger Entdeckung zu entziehen — der Wandschrank. Doch auch dieser bot nur augenblicklichen Schutz; der Qltanin würde ihn ziemlich sicher aus irgendeinem Grunde öffnen und it> Tasein entdecken. l Fortsetzung folgt)