Er. 255 Erstes Erscheint täglich, außer Sonn; und Feiertags. Beilagen: HießenerFamilienblätter Heimat im Bild. lNanats-Lezuarpreir: 2 Dokbmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern ir.foiye höherer Gewalt. Fer>.sprech-Anschlüsse: öchri,Heilung 112, Der- [a ,nr ^Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach« richten. AnzeigerSiehen. Postscheckkonto: ^raiiffurt a. UL 11666. Blatt UL Jahrgang Montag, b. Mover ^924 GiehenerAWiger General-Anzeiger für Oberhesien Druck und Verlag- vrühl'sche UniverfitStr-vuch- und Steinöruderet N. Lange in Sietzen. Zchriftleilung und Geschäftsstelle: 5chulstratze 7. Annahme van Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeBerbindlichkett. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichL, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen 0.70mm Breite 35 Goldpfcnnig, PlatzvorschriftLO^ Auf- chlag. - Lcrantworilich ür Politik u. Feuilleton: )r. Friedr. Wilh. Lange; ür den übrigen Teil: Ernst Blumschcin; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. MussoliniundDeutschland Deutschlands ökonomische Wieder- Vergeltung. Mailand. 5. Oft. (WB.) Dir Äonftitutio- ereile Dcreinrguirg ueranftaltete fjai e einen Empfang zu Eh. en Mussvliiris Mussolini evmnrte zunächst an die dornenvolle 3eit, in der es unmöglich gewesen sei, eine feste Regierung zu bl- den. Wenn er den Staatsstreich begangen habe, so sei die Monarchie doch respektiert worden. Die äußere Politik sei von allen Seilen so gerühmt werden, daß er r.ich. nötig habe, persönliche Bemerkungen h.nzu^ufüge n Mus ollni wies in diesem Zusaimnenhung auf die Erfolge der italienischen Pvlitii auf F i u m e u.tD 3 u b o 'and und rem Dodekanes hin. Das italienische Prestige im Stromgebiet der Donau sei wie int Mittelmee r vermehrt Lo den. Es sei abgeschmackt, Lie Abschaffung der Miliz zu verlangen, die nützliche Dienste gete stet habe und noch leiste. Italien ist ein geburtenreiches Land Wir haben einen jährliche i G e - burtenüherschuß von 440 COO P.r vnen. Wir müssen unser Gebiet bis zum äusergen ausnutzen, unsere Häsen enttvickcln, den Ackerbau indnitrialt- sieren und die technische Ausbildung unserer Fabriken auf das höchste Maß bringen. Ein neuer Stern erhebt sich über dem Ho.uzont, der Stern Deutschland. Deutschland, tos,wir Vernich ei glaubten, ist schon wieder bereit. Es bereitet sich auf seine ökonomische Wieder ve r g e l - Lung vor. 1925 wird es den Kampf beginnen, um die Märkte zu erobern. Morgen werden wir Prüfungen gegenüberstehen, in denen es sich entscheidet, ob wir am Leben bleiben oder nicht, ob wir zu einer Kolonie werden oder eine Großmacht bleiben. Exportabgabe und Handelsvertrag. Britische Kritik an der französischen Berhandlungstirktik. London. 6. Oft. (WTB.) Der Pariser Berichterstatter der „Times" bezeichnet die Rechtfertigung, welche die französische Antwort auf den deutschen Protest wegen der Erhebung der 2öprozentigen Abgabe in dem Wortlaut des Londoner Abkommens zu finden versucht, als wenig stichhaltig, da sich der diesbezügliche Artikel nur auf die Aebergangöperiode beziehe. Der Berichterstatter führt aus, es sei vollkommen klar, daß die von den Franzosen erhobene Abgabe nur ein Kunstgriff sei, um während den Verhandlungen einen Druck auf Deutschland auszuüben; denn ohne dieses Mittel würde die deutsche Stellung sicher eine stärkere sein. Hohe Abgaben auf die französische Einfuhr nach Deutschland würden den französischen Handel sehr schwer treffen. Die französischen Budgetziffern zeigten sehr klar, daß Frankreich es sich nicht leisten könne, dieses Risiko zu übernehmen. Die Textil- und metallurgische Industrie im Elsaß Watte ebenfalls endlich auf einen größeren Markt in Deutschland; im allgemeinen brauche Frankreich den «deutschen Markt sehr nötig. 3m Austausch dagegen habe es nicht viel zu bieten. Daher sei die 26prozentigc Abgabe erfunden worden, um den französischen Unterhändler mit etwas zu versehen, was er weggeben könne. Das Zugeständnis der Schwäche der französischen Stellung könne auch zwischen den Zeilen der Rede Raynaldys gelesen werden. Reichsbahn und Dawesplan. Hamburg, 5. Oft. (TU.) Reichsverkehrsrni- nijler Oesec sprach gestern abend auf Einladung des Uebersee-Klubs zu Hamburg über das Thema: „Die Reichsbahn und der Dawc-splan". Der Redner erinnerte daran, daß bereits in dem Vorschlag des Kabinetts Cuno die Reichsbahn mit einer Summe von 600 Millionen Matt jährlicher Leistung genannt wurde. Wir hatten daher tr-enig Aussicht, billiger wegzukommen, als trär damals vorgeschlagen hatten. Heute steht die Reichsbahn j chuldenlos da. Wir fribeu heute 170 Millionen Mark Schulden, denen ein Vermögen von 880 Millionen an Vorräten, Kohlen usw. gege nü be rst eh tz so daß die neue Reichsbahn- gesellschast an Dareinnahmen ungefähr 700 Millionen Mark einbringt. Wir tonnen also die uns aus dem Dawesplan zugedachten schweren Lasten Übernehmen, vorausgesetzt natürlich, daß die Vorbedingungen, die für den Dawesplan im allgemeinen gelten, in Erfüllung gehen. Der Minister ging dann auf die einzelnen Lasten ein, die der Reichsbahn durch den Dawesbericht erwachsen. Besonders erahnte der Minister die Tatsache, daß die Reichsbahn weder in ausländi- schen Besitz übergehe, noch eine Aktiengesellschast werde, sondern daß sie eine Gesellschaft aus öffentlichem Recht sei und dem Deutschen Reich die Majorität gesichett bleibe. Wir haben diese Zwangsleistungen auf uns nehmen müssen, um endlich wieder einmal geordnete Zu stände zu bekommen. Verhandlungspause. Bermittlungsaktion der Deutschen Volkspartei. — Die Haltung des Zentrums. — Gefahr einer Reichstagsauflösung. 3n den Verhandlungen um die Regie u gs- neubildung ist eine Pause bis zum Mittwoch eingetreten. Dis dahin wollten die Fraktionen sich entscheiden und bann dem Kanzler ihre Antwort übermittele Wäre man aber auf diesem Wege weiter gegangen, dann hätte sich daraus ein Frage- und Antwortspiel von unendlicher Länge ergeben, denn die Methode der Taktik des Hin- und Herschiebens wäre for gefetzt: Die Deutsch nationalen hätten ihre Aufsa lung dem Kanzler mitgeteilt, der sie wieder den Sozialdemokraten übermittelte, die dann in der Fraktion beraten mußten, um auf dem Umwege über den Kanzler wieder an die D.utschrva ion.ile i heranzugehen, die darauf wieder Fvaktivnsfthung ab- halten mußten, lurz, ein Ende war nicht abzustehen. Und dabei mußte sich doch von Anfang an jeder darüber klar sein, daß ein ernsthaftes Ergebnis von vornherein ausgeschlossen blieb. Wenn die Sozialdemokraten auf Ehre und Gewissen ihre Meinung sagen sollen, dann werden sie erklären müssen, daß sie mit den Deu t schna t ivn a- len nicht zusammenregieren wollen, wenn ihre Lippen anders sprechen, sv ge^ch.h. das nur, um auf das Zentrum und die Demokraten Eindruck zu machen. Dieser Zeitvergeudung hat nun die Deutsche Volkspartei ein Ende gemacht, indem sie in berni Riebet hmein- geschossen und von dem Kanzler ein rascheres Tempo verlangt hat. So viel Zei. Hai e i wir wirklich nicht mehr zu verlieren. Gew.ß, cs ist ein Ideal, die Bolksgrmri schäft von de r Deutsch- nationalen bis zu den Sozialdemokraten zu erringen, aber über diesem Ideal darf man die Staatsnot Wendigkeiten nicht vergessen, die nun einmal rasch die Bildung einer arbeitsfähigen Mehrheit verlangen. Und dafür gibt es nur die eine Lösung. die Verbindung mit den Deutschnationalen. Es ist nicht ohne Ironie, wenn dieser.Vorstoß jetzt gerade von der Deutschen Volkspar- t e i ausgeht. Sie hat bisher bei ihren ernstlichen Bemühungen wenig Dank geerntet. Eine demokratische Zeitung hat sogar herausrechnen wollen, daß wir jetzt die neunzehnte Kabinettskttsis hätten, die alle mehr oder weniger von Der Deutschen Volkspartei verschuldet seien. In Wahrheit liegen die Dinge natürlich ganz anders, es gehört schon eine stark patteipolitisch gefärbte Brille dazu, um überhaupt aus der Anregung, womit die Deutsche Volkspartei an den Kanzler heran- trat, den Wunsch nach einer Krise zu leben. Im Gegenteil, der Zweck war ein ganz anderer. Deshalb ist ja auch immer nur von einer Regierungs- Umbildung, nicht aber von einer Regierungsneubildung die Rede gewesen. Was die Deutsche Volkspartei will, ist ja, gerade das Ausbrechen einer neuen Krise zu verhindern, die unvermeidlich wäre, falls die Regierung in ihrer augenblicklichen Zusammensetzung vor den Reichstag träte. Minderheitsregierungen, die ihre Existenz zwischen,den beiden Flügeln ausbalanzieren, sind auf bestimmte Ze i t möglich. Es muß aber einmal der Augenblick kommen, wo sie an ihrer eigenen Schwäche sterben. Und dieser Augenblick ist jetzt gekommen. Mit Hilfe der Sozialdemokraten Außenpolitik treiben, mit Hilfe der Deutschnationalen dagegen die Innenpolitik durchführen, das Hingt sehr schön, aber für so dumm wird man die Parteien doch nicht halten dürfen, daß ihnen das Spiel nicht einmal langweilig wird und sie eines Tages mit vereinte t Kräften über die Regierung berfallen. Soweit sind wir jetzt. Ist der Reichstag beisammen, dann ist es höchstens noch eine Frage von Tagen, bis aus irgendeinem kleinen Anlaß heraus einmal ' eine der radikalen Oppositionsparteien ein Mißtrauensvotum stellt, das dann die Zusttmmung der Deutsch nationalen und der Sozialdemokraten findet und damit das Kabinett Marx-Stresemann hinwegfegt. In einer solchen Lage eine neue Regierung bilden, ist außerordentlich schwiettg. Deshalb war es die Aufgabe vorausschauender Politik, einen solchen Zwang zu vermeiden und die Kttse zu beschwören, ehe sie ausbrechen konnte. Verlängerung des Erntebergungskredits. Berlin, 6. Oft. (WTD.) Erne Verlängerung des Wechselkredites, der durch Vermittlung der ReichSbanf und der Preußischen ötaatöban^ der deutsches Landwirtschaft für die Bergung der Ernte zur Verfügung gestellt wurde, kann nicht allgemein zugesagt werden. Hierfür besteht auch kein Bedürfnis, da erfreulicherweise ein Teil der Landwirte sich aus dem Verkauf der Ernte die Mittel beschaffen kann, hie zur Abdeckung dieses von vornherein nur kurzfttsttg gedachten Kredites erforderlich sind. Leider aber führte das anhaltende Regenwetter der letzten Wochen in den verschiedenen Teilen detS Ätziches zu erheblichen Ernteverlusten, so daß die von diesen Witterungsschäden auf das hätteste bettoffenen Land- wirte nicht in der Lage sind, die von ihnen beanspruchten Erntebergungskredüe bei Das haben früher ja auch Zentrum und Demokraten eingesehen. Im Mai nach den Reuwahlen haben Zentrum und Demokraten ganz loyal mit den Deutschnationalen über ihren Eintritt in die Regierung ve handelt, und damals waren die Besprechungen auch ein gut Stück vorwärts gekommen, bis sie in der Atmosphäre des allgemeinen Mißtrauens erstickten. Damals hat niemand daran gedacht, auch die S o - zialdemok raten «.an den Tisch zu bitten, denn damals waren beim Zentrum und bei den Demokraten die Erinnerung an die unerfre ttiche.i Erfahrungen des Kabinetts Stresemann noch zu statt, als daß irgend jemand Reigung zu einer Wiederholung gehabt hätte. Jetzt dagegen machen dieselben Parteien, die vor einem hallen Jahr mit den Deutschnationalen ballieren wollten, der Deutschen Volkspattei einen Vorwurf darüber, wenn sie den Faden wieder anknüpft. Inzwischen hat sich doch mancherlei geändett: damals waren die Deutschnationalen ausgesprochen Oppositionspartei, wir hatten einen Wahlkampf hinter uns, der an erbitterter Schärfe von deutschnationaler Seite aus nicht git übertroffen werden konnte, seitdem haben die Deutschnationalen außenpolitisch dem Kabinett manchen Dienst geleistet, haben sich durchaus loyal verhalten und durch ihre Absttmm ing dem Dawes- Gutachten zur Annahme verholfen. Sie sind also heute gerade vom demokratischen Standpunkt ais eigentlich regierungsfähiger a l s i m Mai. Traurig genug, daß man das noch besonders betonen muß. Jetzt heißt es für alle, Farbe bekennen. Wollen Zentrum und Demokraten von einer Arbeitsgemeinschaft mit den Deutsch- nationalen nichts wissen, dann sind sie darüber unterrichtet, daß im selben Augenblick dieDe ttsche Dollspattei „ihre Handlungsfreiheit zuiück- getoinnt“, eine Drohung, die nicht gut mißverstanden werden kann. Die Stellungnahme derDeutschenDolkspartei Derlin, 5. Oft. (Telunion.) In der Pressekonferenz der Deutschen Volkspartei wurde von maßgebender Seite folgende Erklärung über die Stellungnahme der Deutschen Volkspartei zu der durch die gestrige Erklärung der sozialdemokratischen und deutschnatiokalen Fraktionsführer entstandene Lage abgegeben: Die Deutsche Dolkspar- tei hat ihre Zustimmung zu Verhandlungen des Kanzlers mit der Deutschnationalen Dollspartei und der Sozialdemokratie über eine Erweiterung der Reichsregle r un g nur unter der Voraussetzung erteilt, daß die notwendige programmatische und parteitaklische Klärung unverzüglich erfolgt. Der bisherige Gang der Verhandlungen läßt befürchten, daß diese Voraussetzung nicht erfüllt wird. Der Versuch einer Ipealkonstruktion darf nicht die realpolitisch mögliche Regierungserweiterung gefährden. Das angekündigte Frage- und Antwortspiel der Fraktionen untereinander und mit dem Kanzler muß so rasch wie mötzlich ein Ende haben. Das Kabinett darf sich seiner Handlungsfreiheit nicht entäußern. Die Vertreter der Deutschen. Volkspartei haben den Vorschlag gemacht, mit den Fraktionsvertretern auf Grund eines R e- gierungsprogrammszu verhandeln. Rot- wendig ist dessen unverzügliche Feststellung und das Ersuchen an die Fraktionen, ohne Rückhalt zu erklären, ob sie auf dieser Grundlage bereit sind, mitzuarbeiten und mit welchen Fraktionen sie Zusammenwirken wollen. Scheitert der Versuch der Bildung einer Regierung von den Deutschnationalen bie^ zur Sozialdemokratie, so muh alsbald über die Hinzuziehung nur der Deutschnationalen Volkspartei verhandelt werden. Auch wir sind der Auffassung, der ersten Fälligkeit der Wechsel zurück- z u z a h l e n. Diesem imstande werden das Reichsbcmkdirektvrium und die Preußische Staatsbank dadurch Rechnung tragen, daß Kreditnehmern, die durch erhebliche Ernteverluste in Abzahlungsschwierigkeiten gerieten, auf Antrag einer Verlängerung des Erntebergungskredites in einer den wirtschaftlichen Verhältnissen des Einzelfalls angemessenen Weise gewährt wttd. Die Frage der Bewährungsfrist für Hitler. < München, 6. Oft. (TU.) Wie verlautet, bestätigt der Straffenat des bayerischen Obersten Landesgerichts, daß Hitler, K r i e b e l und Dr. Weber, die beiden letzteren unter direkter Füh- lungnahme vorn „Frvntbann" und seinen Zielen Kenntnis hatten. Eine ausschlaggebende Wirkung auf die Bewährungsfrist erhalte diese Rach- richt nur dann, wenn der Frontbann" als eine Fortseyung der verbotenen Karnpf- orsanisarionLU angesehen werde. Es sei baff bie bisherige Stellungnahme noch ber Grgän» zung unb Klärung bebarf. Wir hoffen, daß die Deutschnationale Vollspartel in der Lage ist, ihre Mitwirkung an dem Regierungsprogramm in loyaler Durchführung der außen» und innerpvlitischcn Notwendigkeiten zuzusagen. Erfüllt sich diese Erwartung, so darf ihre Hinzuziehung nicht an prinzipiellen Einwänden der Parteien der Mitte scheitern. Angesichts der Haltung eines Teiles der Presse ber Zenttumspartei und der deutsch-demokratischen Partei wird man erwarten dürfen, daß die Sitzungen dieser beiden Fraktionen die notwendige Klärung bringen. Auf Grund der nach den Maiwahlen zwischen den Fraktionen und zuletzt vom Reichskanzler geführten DerhandluAgen über die Regierungsbildung mit der Deutschen Voll spartet und nach den (der D.R.D.P.) im August vom Zentrum gemachten Zusagen dürfen totr be- stimmt annehmen, daß die beiden Parteien sich einer Regierungserwei teru ng nach rechts gegenüber nicht grundsätzlich ablehnend verhalten werden. Sollte dies dennoch der Fall fein, so würde sich die Deutsche Volkspattei ihre Handlungsfreiheit Vorbehalten. Don unterrichteter Seite erfahren wir noch, daß die Deutsche Volkspartei dem Reichskanzler Dr. Marx mitteilen wird, für den Fall, daß di« Hinzuziehung der Deutschnationalen in die Reichs- regietung nicht gelingt, die Deutsche Volkspartei aus der Regierungskoalition ausscheiden müsse. In den parlamentarischen Kveiet htt man den Eindruck, daß das Zentrum zur Berurei- bung einer erirsten Regierungskrise un er bestimnv ten Voraussetzungen bereit lei t wird, die Erweiterung der Regllrungskvalition nah rechts mit- zumachen. Allerdings würde das Zentrum ba.auf bestehen, daß auch die Demokraten Weier- Hin im Reichskabinett vertreten sind, da sonst die Gsfahr eines älebergewichtes der Deutschno'v u>- len gegeben sei. Wahrscheinlich wird die Deutiche VvlApartei bemüht sein, die en Wünschen deS Zenttums «ntgegenzukonniien, zumal sie selbst tn stärkstem Maße daran interessiert ist, raß der gegenwättige außenpolittsche Kur-s fortgesetzt wird. Um die geschlossene Front der Regieru g.Parteien wieder henzuftellen, haben die Führer der Deutschen Volkspartei das Zentrum eing la cn in einen gegenseitiger Mei un'saus u ch übe die Grundige ter R gieru gsettorieru g einzutte e i. Falls die Dmtfche Volkspartei mit e n Zent um zu einer Verständigung gelan en soll e, w. den die gcmcinfamen Beratungen zwi chei alle- d ei R.g erungspattrien, also euch ui er Hinzuzi.h ng der Demokraten, wieder ausgenommen werden können. Die Deutsche Volkspattei hat auch nach her anderen Seite hin ihre Vermittlungstätigkcit fortgesetzt. Sie hat den Deutschnationalen dringend nahe gelegt, nach ihrer Fraklionssihung am Dienstag eine ftare und unzweideutige Erklärung über ihre Stellungnahme zu der Außenpolitik, insbesondere zu den Londoner Abmachungen und zum Völkerbundsproblem abzugeben. Die volkspatteilichen Führer haben die Deutschnationalen wissen lassen, daß nach der ablehnenden Stellungnahme gegenüber der Mitarbeit der Sozialdemokratie die Situation lediglich durch befriedigende Erklärungen der deutschnalionalen Partei zu retten sein wird, da sonst die Gefahr einer Reichstagsauflofung nicht mehr zu vermeiden wäre. Auf diese scheinen Sozialisten, Demokraten und linker Zentrumsflügel mit Macht hinzuarbeiten, während die Aeichsregierung offenbar eine derart'ge Lösung zur Zeil noch nicht ins Auge gefaßt hat. Der Reichskanzler würde vermutlich nur dann zu diesem äuferften Mittel greifen, wenn alle anderen Wege verbaut sind. Augenblicklich ist aber die Lage durchaus noch nicht so hoffnungslos, daß eine derartige Lösung akut erscheinen könnte. Vielmehr besteht der Gesamteindruck, daß bei einem gegenseitigen Entgegenkommen die Umbil- dung beä Reichskabinetts gesichert werden kann. daher mit der Möglichkeit zu rechnen, daß die Entscheidung in dem Falle Weber und Kriebel von der Entscheidung des Staatsgerichts- Hofes in Leipzig abhängen und bis dahin ausgesetzt werde. Ob dies auch für Hitler gelte hänge von dem Ergebnis der Aftenprüsung durch den Senat des Obersten Landesgerichts ab, die noch einige Zett in Anspruch nehmen werde. ' Macdonald vor der Entscheidung London, 5. Oft. (TA.) Der Minister des Innern Henderson, der gestern von Genf zurückgekehrt ist, begab sich vom Bahnhof direkt in das Hauptquartier der Arbeiterpartei. Ben Spoor, der erste Einpeitscher der Negierung, reiste nach Chequers, um mit Macdonald zu verhandeln. Man erwartet, daß Macdonald heute nach London zurückkehren werde, um in einer Vollsitzung des Kabinetts am Montag eine Entscheidung herbeizuführen, welche Haltung die Regierung in der Krise an» nehmen soll. Polen und Rußland. Polnische Annäherungsversuche ans Kosten Deutschlands. (Eigener Informationsdienst.) i Berlin. 6. Ott. (Drahtmeldung.) Die polnische Regierung bermht die Zwistigkeiten, bve fich wegen der zahlreichen russischen Dan- denein fälle in Polen ergeben haben, zu ferner diplomatischen Fühlungnahme mit der Sow- .)etregieuinß, die einerseits da^v. dienen soll, an [her polnischen Ostgrenze lmedei. erträgliche Zu- ^ände herzu stellen, aus der anderen Seite aber *^r*> Annäherung zwischen Polen und *3 u f? f r i bc :i -u>»bren. die auf Kosten Amerika und der Völkerbund. Die republikanische Presse gegen Amerikas Eintritt. , Reuhork. 5. Ott. (VLB.) Die Beschlüsse 'des Völkerbundes in Genf ertoeden in den Bereinigten Staaten allgemeines Interesse ■uni) werden in der gesamten Presse redaktionell besprochen. „Rew Bork World" spricht begeistert ;t»n dem Fortschritt, den die Sache des Friedens gemacht habe. Die „Rew York Limes" erklärt es fiir lächerlich und unwürdig, daß der Friedens- gekumke, der aus Amerika stamme, jetzt verwirklicht werde, während die Regierung der DeIeinigten Staaten kühl abseits stehe. Rach der Präsidentenwahl müsse dieser Zustand geändert werden. Das Reuhorker „Journal of Sommerer" hält eine längere Ignorierung des Völkerbundes nicht mehr möglich. Einmal müsse die Vogelstrauhpolltik gegenüber dem Völlerbunde aufgegeben werden. Der Eintritt der Vereinigten Staaten sei vielleicht nicht nötig, wahrscheinlich würde ihre Mitarbeit apf bestimmten Gebieten genügen. Ganz ablehnend urteilen die r e p u b l i - kanischenDlätter. Die „Chicago Daily Tribüne" warnt unter der Heberschrift „Der Völker- bund gegen Amerika" vor dem Eintritt in den Völkerbund, wo Fremde über amerikanische Lebensfragen entscheiden würden. Die „Washington Post" betont, es sei unmöglich, einer fremden Organisation Befugnisse über amerikanische Belange zu übertragen. Das stehe in Widerspruch mit der Verfassung. Die „Rew Port Tribüne" bezeichnet das Genfer Protokoll als eine Drohung gegen Amerika. ^Philadelphia Public Ledger" ist empört, daß der Völkerbund sich amnahe, über das amerikanische Einwanderungsgeseh und andere für Amerika vitale Fragen zu entscheiden. Das Blatt bezeichnet die von dem französischen Wortführer ausgesprochene Hoffnung, daß Amerika am Völkerbund als Mitglied teilpehmen werde, als eine Frechheit. Auch Prä s ident Cvvlidge hat in einer Denkmals rede in Washington zur Dölkerkmds- svage Stellung genommen. Er erklärte, in den auswärtigen Beziehungen müsse der Friedensgedanke zur Geltung gebracht werden. Er wies ruf das Verlangen Lbnerikas hin, Mitglied des Deltgerichtshofes zu werden und die Abrüstung weiterzufördern, erklärte jedoch, daß Amerika nicht beabsichtige, eine andere Macht oder eine Gruppe von Mächten mit der Vollmacht ruszustatten, für Amerika Entschlüsse zu fassen. — Davis, der demokratische Präsidentschaftskandidat, verpflichtete sich dagegen, falls er zum Präsidenten gewählt weiden würde, die Vereinigten Staaten offiziell aus jeder Abrüstungskonferenz bertruten gu lassen. Er wünsche ferner, die Vereinigten Staaten als Mitglied des Völkerbundes zu sehen. König Husseins Ende. Englands Orientsorgen sind um eine neue vermehrt worden: der Aufruhr der Waha- b i t e n in Arabien hat zu einem Erfolge geführt, König Hussein vom Hedschas hat seine Hauptstadt fluchtartig verlassen muffen, in Mekka aber, wo er vor den heranrückenden WaHabiten Schuh zu finden glaubte, unter dem Druck der Bevölkerung seine Abdankung vollzogen. Da es sich bei dem Ausstand der Wahabiten gegen König Hussein in der Hauptsache um eine reit3 giöse Angelegenheit handelt, und die Wahabiten eine mohammedanische Sette, die über ganz Arabien verstreut ist, in König Hussein ihr religiöses Oberhaupt nicht anerkennen wollten, dürfte diese Bewegung nicht allein auf Hedschas beschränkt bleiben, sondern sich auch auf die übrigen Kleinstaaten, die England in Arabien ge- schafsen und unter seine Kontrolle gebracht hat, aus dehn en. Daß dadurch die Situation Englands aus 6er arabischen Halbinsel und angesichts des Sttxi- tes mit Angora um Mossul und ter Aus- ernandersetzungen mit Kairo toer.en des Sudans in allerstärkste Mitleidenschaft gezogen rom), liegt aus der Hand, zumal die religiösen Kämpfe sehr leicht einen antienglischen Chart er annehmen tönnten. Immerhin, auch be: Fünrer der Wahabiten, Iben Saud, war während des Weltkrieges ein Parteigänger der Engländer, dürfte also auch in Zukunft englischen Ernslüffen sehr leicht zugänglich sein, zumal dse Engländer es in Arabien bisher -so gehalten haben,der eingeborenen Bevölkerung wei estgehende Selbständigkeit zu gewähren. Dennoch ist die Abdankung des von der englischen Tte-jienmg eingesetzten König Husseins, d.e nicht freiwillig, sondern unter dem Zwang der Aufständischen er- | folgte, ein schwerer Schlag für Großbritannien. Die britisch-ägyptischen Verhandlungen. London, 5. Ott. (WTB.) Reuter erfährt aus ägyptischer Quelle, daß Mac- donald die Zurückziehung der britischen Truppen aus Aegypten wegen des Schutzes des Suez-Kanals adle h n t e. Zaghlul Pascha habe dann vorgeschlagen, diesen Schutz dem Völkerbund zu übertragen, was aber Macdonald abge- lehnt habe , der seinerseits ein englischägyptisches Bündnis vorschlug. Zaghlul Pascha nahm das an, erttärte aber, em solches Bündnis sei unmöglich, solange bri- E tische Truppen in Aegypten ständen. Deutschlands zu erfolgen hätte. Polen glaubt den gegenwärtigen Augenblick benutzen zu müssen, in dem sich bei der Sowjetregierung wegen der Dölkerbundfrage eine gewisse Mißstimmung gegen Deutschland herausgebildet hat, um seinerseits eine Annäherung mit Rußland zu vollziehen und Deutschland aus der Rolle des begünstigten Freundes in Moskau zu verdrängen. In Polen ist man besorgt, auf Frankreich nicht mehr in jedem Falle sicher zählen zu können. Man will sich daher gegenüber Rußland zu Zugeständnissen bequemen, die Polen noch vor kurzer Zeit mit Entrüstung von sich gewiesen hätte. Die Kämpfe in Georgien. Paris, 5. Ott. (£it) Die georgische Legatton veröffentlicht ein Kommunique, daß die Kampftätigkeit im Kaukasus wieder zugenommen habe. Zusammenstöße zwischen den Aufständischen und den Sowjettruppen nehmen immer mehr die Form eines regelrechten Krieges an. Die Georgier Haden wleder die Offensive ergriffen, so daß die Sowjettruppen sich zurückziehest mußten, nachdem der Kampf lange unentschieden hin und her gewogt hatte. Sie liehen zahlreiche Tote und Verwundete auf dem Schlachtfelde zurück. Außerdem wurden 500 Gefangene gemacht. Es gelang den Aufständischen, in die Stadt Ozourzunthi einzudringen, wo sie die Gefangenen befreiten. Aus Papieren, die bei gefangenen Sowjetsoldaten vorgefunden wurden, geht hervor, daß die Moskauet Tscheka Befehl erteilt hat, die Namen der in Georgien erschossenen Personen nicht mitzuteilen. Ein Mörder Mateottis in MarseiUe verhaftet. Paris, 5. Ott. (Tel.-Hn.) Schon vor einigen Monaten batte der italienische Generalkonsul in Marseille der Polizeibehörde mitgeteilt, daß eener der Mörder des sozialistischen Abgeordneten Mate- otti, namens Panzeri, sich mit einem Mitschuldigen nach Marseille geflüchtet habe. Trotz aller Nachforschungen konnte er aber noch nicht gefunden werden, aber sein Komplize, Augusto M a l g r i a, 38 Iahve alt, wurde in Marseille verhaftet zusammen mit seiner Geliebten Antonella D e s e r i a. Ein Freund von ihm, namens S a n g e r i, konnte sich durch die Flucht d e r D e r- Haftung entziehen. Man glaubt, daß er sich nach Paris begeben hat. Malagria gab in seinem Verhör zu, daß er der Direktor des Faszistendienstes in Rom war. Gr lebte in Marseille unter dem falschen Namen George Lobert. Er erttärte. den Zufluchtsort seines Freundes zu kennen, lehnte aber jede Angabe darüber ab. Er wurde bis zur Erledigung des Auslieferungsverfahrens in Haft genommen, feine Geliebte aber auf freien Fuß gesetzt. Malagria ist ein intimer Freund der beiden Hauptschuldigen Rossi und Domini. Der Kampf Tschang Tso Lins gegen die Pekinger Regierung. London, 6. Ott. (TA.) Die Lage inChma ist nach wie vor ungeklärt. Die Kämpfe haben nachgelassen. Es macht sogar den Eindruck, als seien sie vollständig eingestellt. Tschang Tso Lin, der Kriegsherr der mandschurischen Truppen, hat, wie englische Blätter melden, dem diplomatischen Korps in Peking telegraphisch ange- droht, er werde die ma n d schurischenWeg- Solleinnahmen m H Beschl ag belegen, bis die Pekinger (Regierung 4 Millionen Mexikanische Dollars Schahanweifungen ausgegeben hätte. Als Sicherheit für diese Schatzanweisungen dient angeblich die Pfundsiche- rung für den deutschen Anteil an der Boxer- entschädigung. Zur Sicherheit des Zinsendienstes ist hje 3. und 4. innere Anleihe verwertet worden, wovon die 3. gegenwärtig vollständig und die 4.-beinahe amortisiert ist. Die Regierung beabsichtigt deshalb, eine neue Anleihe auf Grund derselben Sicherung auszugeben. Tschang Tso Lin ist nur der Meinung, daß die diplomatischen Vertreter in Peking teilweise für die Verwendung der Zolleinnahme verantwortlich sind, da in dem Abkommen zwischen China unb den auswärtigen Gesandten im Iahre 1912 die chinesische Regierung nur den Heber» schuh der Einnahmen aus der Wegzollverwil- tung nach Abzug der auswärtigen Zinsverpflichtung erhält. Es bandelt sich offenbar in diesem Falle um Einnahmen, die aus den Heberschüssen stammen, und die der Gerichtsbarkeit des diplomatischen Korps in Peking unterstehen. Aus aller Wett. Vor der Ausreise des Z. R. III. Paris, 6. Ott. (T.H.) Der Reuhorker Herald erfährt aus Washington, daß der Kapitän George W. Steel, der sich zur Zeit in Friedrichshafen befindet, zum Kommandanten der Luftschiff st ation Lakehurst ernannt wurde. Kapitän Steel wird außerdem zum K a p i- t ä n d e s Z. III ernannt werden. Iakob- Klein, der zur Zeit an der Spitze von Lakehurst steht ist zum ersten Offizier der Station und des Luftschiffes auserschen. Nach den letzten Meldungen, die das Washingtoner Marinedepartement ausgegeben hat, totrb Z. R. III am Mittwoch seinen Flug an treten. * • Der britische Luftschiff sachver-- ständige, Parlamentsmitglied Bulneh, ist nach Friedrichshafen geflogen, um den Z. R. III vor seiner Abfahrt nach Amerika zu besichtigen. Der Berliner- Berichterstatter des Observer schreibt, wenig Schiffe hätten je ihren Hafen mit so vielen Hoffnungen verlassen, wie dieser Luftriese, dessen letzter Anblick einen epoche - machenden Zeitpunkt in der Geschichte eines langsamen aber sicheren Schrittes Deutschlands in Der Richtung auf seinen Wiederaufbau bedeute. Der Berliner Weltfriedenskongreß. Evnntagvormittag fand in dem mit Lorb.er und Blumen geschmückten Plenar Sitzungssaal? de-; Reichstage bi: feierliche Eröffnungssitzung des 23. Weltfriedenskongresses statt. Ee ator La Fontaine-Belgien bezeichnete die Tats che, iah die diesjährige Tagung in Berlin flatifrnbe, tiüs ein Zeichen der Ermuttgung unt> Hoffnung. Gegenwärtig bewege ein unendlich starker Wunsch nach Beruhigung, Verständigung und Stieben die Welt. Die Aufgabe des Kongreffes sei zp prüfen, ob die von den Diplomaten in Genf ausgeac- beiteten Vorschläge, die diesen Zielen dienen sollen, wirklich geeignet seien, zukünftige Kriege zu verhindern. Die versprochene teiltoeife Abrüstung sei nur ein bescheidener erster Schritt und müsse von der wirtschaftlichen Abrüstung begleitet sein, denn die Zollschranken bildeten eine beständige .Ursache von Konflikten. Eine e i n-- heitliche Zollunion der Welt müfe angeregt werden. Es gelte ferner die Er.iehung der Massen und die Führer zrt beeinif.u sen, damit der Friedensgedanke die Oberhand behalte. Sodann begrüßte der Vorsitzende den anwesenden Frithjof Raufen. Die Versammelten erhoben sich ihm zu Ehren von den Plätzen. Nansen dankte für den herzlichen Empfang. Schwer sei die Zeit der letzten Iahte für Deutschlands Bewohnet gewesen, vielleicht noch schwerer als für die anderen Länder. Ietzt sehe man jedoch die Morgendämmerung. Er glaube, daß die Sonne auch wieder einmal über dem Abendlande empor- fteigen werde. Der frühere Reichstagspräsident L o e b e gedachte der verstorbenen Vorkämpfer der Friedensidee. Die Veteranen her Friedensbewegung könnten jetzt mit Stolz erkennen, daß ihre Saat aufgehe. , Die Düsseldorfer Dilderdiebe in Amsterdam verhaftet. Die beiden Diebe, die vor einigen Tagen in dem Düsseldorfer Kunstpalast mehrere wertvolle Gemälde aus dem Rahmen schnitten, sind in einem Amsterdamer Hotel ermittelt worden. Sie leugneten zwar den Diebstahl, wurden aber von zwei Museumswärtern, die mtt deutschen Kriminalbeamten nach Amsterdam gefahren waren, als die beiden der Tat verdächtigen Besucher des Museums toi ober» erkanpt. Gegen beide wurde ein Ausliefe- rungsverfahren eingeleitet. 3n 17 Tagen 21 Straßendahnzusammenstöhe in Berlin. Nach einer von bet Montagspost veröffentlichten Statistik haben sich btt der Berliner Straßenbahn in der Zeit vom 16. Sept, bis 4. Oktober, also in 17 Tagen, 21 Zusammenstöße ereignet, bei denen 77 Personen verletzt wurden. Dootsunglück auf der Anterelbe. Auf der Hntevelbe stieß bet Ochs enwär- der das Segelboot eines Hamburger Kaufmanns mit einem Schleppdampfer zusammen und kenterte. Alle drei Insassen fielen ins Waffer. Es gelang nur, den 12jährigeu Sohn des Kauf- mannS zu retten, während dieser und seine Frau den Tod in den Wellen fanden. Kampf mit Wilderern. In dem Forst von H oh e nbä r n ekp w btt Grimmen (Pymmern) kam es zu einem Zusammen stoß zwischen Forst beamten und Wilderern, wobei der Arbeiten Lüssow durch einen Schuß so schwer verletzt wurde, daß er bald nach seiner Einlieferung in die Greifswalder Klinik starb. Der zweite Wilderer wurde if e ft g e n d m m e n. Der Alkoholschmuggel im Reuhorker Hafen. In den Neuyorker Hafen wurde ein e n g- lischerDampfer eingeschleppt, dessen Besatzung, 28 Mann und zwei Frauen unter bewaffneter Bedeckung stand. Es wird behauptet,' daß das Schiff Alkohol im Wert von einer halben Million Dollar an Bord hatte. Die Pohibittons- behörden glauben einem riesigen englisch--ame-> kanischen Alkoh.lschmuggtt-Hnternchmen, da-S mit einem Kapital von 10 Millionen Dollar arbeite, auf Die Spur gekommen zu sein. Die Schäden des Erzerumer Erdbebens. Rach einer Havasmeldung aus Konstantinopel sind im Bezirk Erzerum während des letzten Erdbebens 200 Personen getötet worden. Ferner sind 500 Stück Vieh umgefommen. 3872 Wohnungen wurden vollständig zerstört 2500 beschädigt. Aus Stadt und Land. Gießen, den 6. Ott. 1924. Unsitten im Radfahrverkehr. Von einem „soliden" Radfahrer geht uns die nachstehende Zuschrift zu, in der dem Publikum in der Gesamtheit einiges zum Nachdenken gesagt wird. In der Donnerstag-Nummer des „Gießener Anzeiger" verlangt ein Einsender „. . . seitens der Polizeiverwaltung durchgreifende Maßnahmen zur Regelung des Derkchrs mit Fahrrädern . . .. damit diese (die Radfahrer) wissen, wie sie sich den Fußgängern gegenüber verhalten sollen." Ohne hier den Hnfitten und Roheiten einzelner Radfahrer das Wort veben zu wollen und ohne irgendwie von dem dargestellten Falle auszugehen, möchte doch einer von „d e n Radfahrern", die ja in ihrer Gesamtheit von dem Einsender der Gefährdung der öffentlichen Eicherhttt bezichtigt werden, einiges vom Radfahrerstandpunkte" aus hinzuzufügen. „Lieber Fußgänger," so möchte er vor allem rufen, „sei du bitte auch nur ein ganz klein wenig rücksichtsvoll und, — wenn das zu viel verlangt ist, — ein wenig vorsichtig. Stolziere nicht über den Fahrdamm als Hans-guck-in-die-Luft und postiere dich nicht gerade (womöglich mit einigen Freunden eifrig ins Gespräch vertieft) an Stellen mit lebhaftem Verkehr. Tue bitte nicht so, als fei der Fahrdamm nur für dich da und du „allein auf weiter Flur". Ziehe vielmehr dann und wann einmal in wohlwollende Betrachtung, daß die Straße auch anderen dient, daß es Autos und — es ist Tatsache — Radfahrer gibt, die sie gelegentlich auch mal benützen möchten. Horch auch ein wenig auf deren Klingelzeichen: laß' den armen Radfahrer sich nicht die Hände wund llingeln (und.dir die Ohren taub) und behandle ihn nicht ganz „als Luft". Andernfalls tonnte es dir Vorkommen, daß du plötzlich unltebfam überrascht wirst: denn nicht jeder Radfahrer ist so geschickt, sein Fahrzeug dahin zu lenken, wo du ihm gerade nicht hmebrrermst — ober vorher abzusteigen. Dazu gehört oft viel, sehr viel Geschick. Affv bitte, lieber Fußgänger — jedem das Seine. Der Radfahrer soll in der notwendige!: vorsichtigen Weise fahren und fahren können. Du aber mach' bitte, wenn du auf dem Fahr dämm ICytß'iteft, die Augen etwas weiter auf als gewöhnlich und fei ebenfalls ein wenig rücksichts- roll. Wir soliden Radfahrer nehmen ja als unverbesserliche Optimisten an, daß du. lieber Fußgänger, auch unseren Wünschen etwas entgegenkommen wirst, und daß wir nicht die hoh^ Polizei anzurufen brauchen, d^mit sie dich lebie. "wie du dich auf der Fahrslr.rhe einem Rad fahre, gegenüber zu verhalten hast". Einer von „den Radfahrern". £ 1 Obstpreise in Stadt mib Laad. Die Landwirtschaftskammer für Hessen bittet uns um die Ausnahme der nachstehenden Mitteilung: Eine außergewöhnlich reiche Obsternte in Pfirsichen liegt hinter uns. Wochenlang erhielt der Landwirt für mittlere Ware 4 bis 8 All pro Zentner. Wie waren hingegen die Preise au> öen Märkten und in den Ladengeschäften? Heberaus reich ist die derzeitige Ernte in Virn e n. Feine Herbstbirnen, wie Gellerts Butterbirne, Amanlis usw. kann man draußen auf dem Lande überall zu 3 bis 5 Mark per Zentner kaufen: und der Preis in den Städtt-i = 15 bis 20 Mark. Für Tomaten erhält be Anbauer draußen auf dem Lande durchschnitt lich 4 bis 8 Mark per Zentner — der Preis in den Städten — 15 bis 25 Mark. Heberall begegnen wir einer ganz ur gesunden Spannung zwischen Erzen ger- und Kleinverkaufspreis, die er? mit sich bringt, daß der obst hungrige Städte.- von diesem Obstsegen nicht viel hat, weil das Obst ihm allzusehr durch Handelsaufschläge verteuert wird. Die Steuern und Frachten machen einen kleinen Teil Mehraufschlag gegen früher nötig, aber keine 100 bis 300 Proz. Ändererseits verfaulen unendliche Mengen Obst draußen auf dem Lande, weil der Zentnerpreis von 4 bis 7 Mark dem Handelsmann oder Aufkäufer einfach zu hoch erscheint. Die Löhne auf dem Lande sind aber nicht derart gesunken, um für 3 bis 5 Mark per Zentner gepflücktes, besseres Obst liefern zu können. Es ist ein Iammer, wenn man den Gottessegen draußen sieht und die Mengen betrachtet, welche infolge der hohen Preise in so spärlichem Hmfange in her Stadt konsumiert werden können. Hierin müßte unbedingt Abhilfe geschaffen werden. Wettervoraussage, für Dienstag. Hnbeständig, zeittveise aufllärend, südliche bis westliche Winde mit Regenfällen, wenig veränderte Temperaturen. Hnser Bezirk steht unter der Einwirkung der südöstlichen Ausläufer eines mit seinem Kern über Schottland liegenden Fallgebiets, das fetf gestern besonders auf seiner Ostseite an Raum gewonnen hat. * ** Für Iäger. Das Hessische Ministerium des Innern hat besttmmt: Die Schuß- zeit für weibliches Wild wird im laufenden Iahr auf die Zeit vom 1. bis 30. September beschränkt. Die Hegezeit für männliches Reh- weld beginnt in diesem Iahr mit dem 1. Dezember. ** Die Amnestie nach dem Londoner Abkommen. Die von dem französischen Militärgericht in Abwesenheit verurteilten Personen, die die Amnestie des Londoner Abkommens für sich beanspruchen, können sich schriftlich an die deutsche Abordnung in Koblenz^Castor, Pfaffenstraße 26, wenden. In der Eingabe ist die Hrsache der Bestrafung, das in Frage kommende Militärgericht und der Tag des Hrteils anzugeben. Die deutsche Abordnung wird dem Antragsteller über die Stellungnahme der französischen Militärbehörde Nachricht zukommen lassen. Personen, die das besetzte Gebiet verlassen haben, weil sie bei den genannten Behörden im Verdacht einer strafbaren Handlung stehen und im ungewissen sind, ob ein Strafverfahren der Besatzung gegen sie schwebt, oder ob sie sich im Falle der Rückkehr eines solchen aussehen, können gleichfalls die Vermittlung der Abordnung beanspruchen. Der gleiche Weg steht natürlich auch Personen offen, die sich in gleicher Hngewißheit befinden, jedoch im besetzten Gebiet verblieben sind. Kr. Konzert des Potsdamer Madrigalchors. Auf einer Ferienfahrt durch Dill- und Lahntal besuchte uns am Freitag der Potsdamer Madrigalchor unter Leitung von Karl Landgrebe: frische, fröhliche Zungen mit Hellen, gut geschulten Stimmen. Es war eine Freude, zu beobachten, mit welcher Aufmerksamkeit sie dem Laktstvck folgten, wie unbefangen und sicher sie ihre Töne setzten, und wie sie im Zusammenklang der Stimmen es auch an dynamischer Wirkung nicht fehlen liehen. Angenehm berührte, daß nirgends bloßer Drill hervortrat, was auch durch die Wahl der Vortrags- stücke, die über das geistige Können und seelische Empfinden der jugendlichen Sänger nirgends hin- ausgingen, erleichtert wurde. Kräftig unterstützt wurden Sopran und Alt durch einige Tenor- und Baßstimmen, die nur in wenigen Fällen etwas unvermittelt hervordrängten. Die Vortragsfolge war mit Geschmack gewählt. Fein und zart emang das „Ave verum", von einigen der musikalischen Leutchen auf ihren Instrumenten begleitet. Als besonders wirkungsvoll empfanden die Hörer den schönen Mendelssohn schen Psalm, den ernsten Ehor des Berliner Domchordirigenten Albert Becker, auch die von 0N e n d e i s s o h n so lieblich vertonte „Nachtigall" Goethes. Ob nicht Sachs-W a g n e r s Wittenberg.sch? Nachtigall an das Intonationsvermögen der Keiner Sänger etwas zu hohe Anforderungen stellte, mag unerörtert bleiben. Herr Landgrebe trug zum Erfolg des Abends nicht wenig bei durch den gelungenen Vortrag einiger Klavierstücke von B r n h m s, Schumann-Liszt und Chopin. Die Zuhörerschaft, die, zuiyal angesichts des wohltätigen Zwecks, noch zahlreicher hätte fein dürfen, erwärmte sich erst allmählich, spendete dann aber reichen, bei den netten musikalischen Späßen, mü denen der Abend beschlossen wurde, sogar stürmischen Beifall. Staat und Notargebühren. Heber den Anteil des Staates an den Gebühren der Notare hat das Hessische > bcm I »spiele >1 Rr.- 7752V gesucht. Gießen (Dammstraße 22), 6. Oktober 1924. 024012 A.-G., Herborn 7065V Qjeßen, den 6. Oktober 1924. 024016 1 7746D 023988 geiucht. Brieftasche «Bleiröhrem kaust treten 024013 an den Gibst. Anz ^gebme"nc, »7 Neustadt 24 ■yiiiiiiiiiiiiifiiiiuiiiiD an den Gien. Spengler d. jnliaüotenr Eeödlng Heinrich Sinin Svenglermeiiter, Grabenstrave 9. In tiefem Schmerz: Familie Hans Rinsland. verbunden mit Abendnnterbaltuna und Ball. Wünsche wegen Einladungen feilens der Kameraden sind bis spätestens Mill- niocb, den 15. Okrob. in die bei Kamerad Arnold ansliegende Liste einzutragen. Der Vorstand. juprun^ ocv „ # i e D e r m a u s ‘ beginnt bereits um 61 2 Ahr. woraus besonders hingewiesen sei. 3n dieser Vorstellung wirken unter den Solisten vier Gäste vom Frankfurter Opernhaus mit: Fräulein Friedrich als Rosalinde, Herr Rol- ler als Alfred, Herr von Schenck als Drfäng- nisdirektor Frank und Herr Dauermann als Fatt«. in Giesten zu kau feu geiuckt. SckT der Erfahrung im spachteln und Lackieren Kleiner Werkzeugmaschinen hat, sofort gesucht. Am Samstagabend 73/4 Uhr entschlief sanft nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe, gute Frau, die treusorgende Mutter jhrer Kinder, unsere liebe Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante v Die Beerdigung findet Dienstag, den 7. Oktober 1924, nachmittags 21/, Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. 024011 Z. Barna» Zigarrenkistenfabrik Schillerstrave 18. Geübte Bmiieriimen / Stoewer- 1 Schreibmaschinen Fran» Vogl & Co. Gießen, Ooethcstr. 32 Tel. 261 ’ Günstige Preise Teilzahlungen Ollllllllllllllllllllllllllllllllll SiaOerftönlein Kindergärtnerin bevorzugt, zu zwei Bindern von 3 und 4 Fahren gesucht. Schrisil. Angebote mit Zeugnissen und Angabe d. Eintritts- termins unter 7744V urJubang-fundcu. Abzubolen J740D Geschäftseröffnung. Meiner werten Kundschaft sowie einem geschätzten Publikum von Gießen tu Umgebung zur Kenntnisnahme, daß ich nach vollendeter Renovierung sowie Erweiterung meiner Verkaufs- u. Lagerräume ab heute mein Geschäft wieder eröffnet habe. Indem ich bitte, das < mir seither entgegengebrachte Vertrauen auch ferner bewahren zu wollen, bitte ich um geneigten Zuspruch und sichere bei billigsten Preisen fachmännische und prompte Bedienung zu. Hochachtungs voll Ernst Rau, Möbelhandlung Walltorstraße 37 - Telephon 958 Gießen, den 6. Oktober 1924. rtum Der uaitt) neue Bestimmungen genossen, die vom 1. Oktober ab Geltung haben Die Bekanntmachung ist in der gestrigen „Darmstädter Zeitung" enthalten. LKD. Erleichterung bei der Zahlung der Rentenbankzinsen. Wie die Landtvirtschaftskammer für Hesse., mitteilt, sollen nach einem telegraphischen Erlaß des Reichs- stnanzministers die in den Rotgrbie en gewähr en steuerlichen Erleichterungen für die Landwirtschaft auch auf die am 1. Oktober 1924 lälligm, mit siebentägiger Echvnfrist bis zum 3. ds Mts. >u zahlenden Rentenbankzins en ausgedehnt werden. Der Präsident des Landes finanza ml es Darmstadt wird noch bckanntgeben, was als Rvt- gebiet zu gelten hat. Die Landwirtschaftskammer wird sich beim Landesfinanznrnt dafür einsetzen, daß auch denjenigen Landwirten wegen nicht rechtzeitiger Entrichtung d.r Rentenbankzinsen keine Rachteile durch Verzugszuschläge eMstehcn, deren Betrieb nicht als zum Rotgebiet gehörig bezeichnet werben wird. ** Oeffentliche Dücherhalle 3m September wurden 1368 Bände ausgelichen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 855. Zuschriften 103, Äugendschriften.98. Literafurgcich'chts 10, Gedichte und Dramen 11. Länder- und Böller» künde 60, Kulturgeschichte 25, Geschichte und Biographien 71, Kunstgeschichte 10, Raturwissenschaft und Technologie 66. Heer- und Seewesen 3. Haus-- und Landwirtschaft 13. Gesund-hZtsl^hr.' 5, Religion und PH losaphie 23, Staalswislensch-ift 10, Sprachwissrnschaf 11, Fr m:sprt»chl ches 14 Bände. Rach auswärts tarnen 13 Bände. ** Arts dem Siebener Stan besam t s r e g i st e r. Es verslarben in der Zeit vom 16. bis 30. September: 16. Bruno Walter Ernst Schneider. 9 Monate alt, Schlostgasfe 5. 17. Wilhelmine Gern mecker, ohne Beruf, 22 Jahre alt, Schiffenberger Weg 16. 22. Friedrich Münzinger. Kliniks-Obergärtner, 59 Jahre alt, Frankfurter (Strafte 109. 23. Berta Decker, ohne Beruf, 57 Jahre alt, Ludwigstrafte 20. 25. Katharine Weftbecher. geb. Volk, 55 Jahre alt. Hillebrand- ftraftc 2. Maria Magdalena Schuldt, geb. Ströhm, 36 3ahre alt, Mühlstraße 29. 27. Katharina Kolb, geb. Detter. 43 3ahre alt, Sicher Strafte 35. Ernst Falkenheiner, Schreiner, 61 00X0X3X00000X03 M IBitififiaitea 2 Eckioins 1 groß. rund. Tisch $2 größere Cefcn 1 Grammophon zu ücrfniifcn 023989 Neustadt 58. im Alter von 37 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Arthur Appel. Gießen (Frankfurter Str.89), 6. Oktober 1924. Beerdigung Dienstag, 7. Okt., 2Ührnachm. MUAMinlir Tamstag, 18. Qktobcr 1024, abends 8 • Ubr beginnend, tu der Turnhalle des Turnvereins von 1846 |stellengesuche] Erfahr, abschlust- u. bilanzsicherer »MM übernimmt in seiner freien Zeit das GkStzem Sanni oder 2 leere MM möglichst im Zentrum der Stadt, io> fort zu mieten gesucht. L-chrtsll. 'Angebote unter 12 904 an den Gies;. Anz. Beitragen von Geschäftsbüchern auch das Einrichien der dovvelien oder LHigrc alt, Waiiiorstrai-e td k». »liiaoelhe Magel, geb. Ortmüller, 48 Jahre alt, Löwen- gasso 13. 29. Ernst Sommer, Lokomotivführer, 43 Jahre alt, Lerhgesterner Weg 5. 30. Greta Rachtigall, geb. Graulich, 29 Jahre alt, Steinst raste 63. Rudolf Goller, Feldwebel a. D., 27 Jahre alt, Kaiserallee 116. ** Tie Ortsgruppe Gieften bei Bundes Haus und Schule hielt am Stm- nerslagabend im Johannessaal ihre Mvnatsver- sammlung ab Der Saal war dicht beseht Ein Streichquartett leitete den Abend stimmungsvoll ein. Als Redner war LandgerichtsdirA o Dr. Bähr aus Kassel gewonnen Als Gat konnte man Metropolitan $ rauttoein aus Marburg aer Doppelten uuci etnsachen Buchführung. Schrifll- An-1 geböte unter 023995 a. d. Gies;. Anz. erb. Gerichtssaal. Franlfurt a. M., 4 Olt. (Don unserem ,S-Mitarbeiter.) Eine Tragödie, die schon in den Tagen des Rüctrnarscl>es der deutschen Truppen ihren Anfang nahm, tarn,am Freitag und Samstag vor dem Frankfurter Schwurgericht zur Verhandlung. Damals war der Reserveleut- nant Walter Richers aus Frankfurt bei einem Landwirt in llntersranken in Quartier ge- lommen und hatte mit der jungen Tochter des Hauses ein Verhältnis begonnen, das sich auch sortsehte, da der Kaufmann Richers als Geschäftsreisender häufig nach Anterfranken kam. Das Verhältnis blieb nicht ohne Folgen, aber Richers, der das touftte, schickte trotzdem seine Verlobungsanzeige, mit einer Frankfurter Lehrer i n an die Eltern des Mädchens. Es kam zu erregten Aussprachen und schließlich wurde die werdende Mutter in Richers Haus nach Frankfurt genommen, wo sie bald als Dienstbote behandelt wurde und viel zu leiden hatte, wenn sie ihr Schicksal auch mit großer äußere. Geduld trug. Das Mädchen wurde von I dem früheren Geliebten nicht bei der Polizei, wohl Bornotizen. Tageskajender für Montag. Oeffentliche Versammlung für KaufmannSge-- hilfen 8 Ahr im Kaufm. Vereinshaus. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Scheine des Todes". Hessische Bilderbühne: „Raskolnikow". Astoria-Lichtspiele: „Das Geheimnis des Renngrafen". — Aus dem S1 a dt t heat erbu r ea u wird uys geschrreben: In der morgigen Eröffnungsvorstellung (Ibsens „Rordische Heerfahrt") sind in Hauptrollen beschäftigt die Herren Schubert. Rorsvlk, Juhnke and Baum und die Damen S t u r m > e l s und Dach seid. Die Spielleitung liegt in den Händen des Herrn Telektz. — Die Mittwoch-Aus- aber bei der Kran teil la gemeldet, und die X’.e klage nimmt an, daß R. die polizeiliche Ann«ldung aus denselben Gründen unterlief', die ihn bclvogcn, die Mutter in der Klinik in Dieben unter falschem Ramen anzumelden Al: hieQHuttcr mit dem Reugedorenen nach Frankfurt kam. nahm ihr R. am Bahnhof das Kind ab, um es ..ngeo* lich in eine Pslegeanstalt zu bringen. Doch iml er das Kind wenige Stunden später im Walde erdrückt und in den Main gerne vt en. Die Derhandlung. die 'wegen Mordes geführt wurde, nahm teilweise einen sehr dramatischen Verlauf, da sich sowohl der Angeklagte, wie auch die als Zeugin vernommene Mutter des getöteten Kindes inzwischen anbiriDcilig verheiratet haben. Die Verhandlung enthüllte noch cinmal_ die Leiden der unehelichen Mutter in krasser Schärfe, während andererseits dem Angeklagten von ver- schiedenen Zeugen ein gutes Zeugnis ausgestellt wurde. Am heutigen Samstag begannen die Plädoyers. Der Staatsanwalt zog der Schluß, daß die Tat mit Vorsatz und ilcbcrlcgung ausgesührt sei und verlangte die Todesstrafe. Sollten die Geschworenen zu der Auffassung kommen, daß Totschlag vorliege, dann beantrage er zwölf Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust Der Verteidiger schilderte die schwierige Lage, in der sich der Angeklagle befunden habe, der dem Zuge seines Herzens folgte und die arme Lehrerin heiratete, während die LandwnU'i achter vermögend gewesen sei .Die Hauptschuld trügen die Elstern des Mädchens, die ihr Kind zu dem Angeklagten geschickt hätten. Das Gericht verurteilte den AngeNagten zu fünf Jahren Zuchthaus. I-- Kirchlich? Nachrichten. Jsr.ReltgionSgemeinde. Gotlesd. i.d.Synagoge (Süd-Anlä. Mitwoch, 8. Oltbr. Versöhnungü- f e st. Vorabd. 6.00, Predigt 6.30, morg. 7.45. Pred. und Seelenfeier 11.30, Schluß-Predigt 4.-15, Festes- ausgang:' 6.30. - Während der Predigt ist der Eintritt nicht gestattet. Isr.Rrligionsgesellschaft. Dienstag, morg.5.00, nachm. 2.30. Mittwoch, 8. Oktbr. Versöhnung s- fest. Vorabd. 6.00, Predigt, morg. 6.00, Festes- ausgang 6.30. - Wochengottesdienst morg. 6.30, abds. 5.30. begrüßen. Der Redner sprach über „Wege ^ur Freud. . In h rnorvollem Vortrag b-z.ichneie er zunächst unser Heim und die Ratur als Freuden- quellen, indem er durch Beispiele heiterer Art seine Aufsiidrangen illustrierte. Ernstere ©timt mang crto'dten sodann seine weiteren Dnrlegun- agen, in bencii er die Freuden schilderte, die aus der Freundschaft bzw. Kameradschaft und d stellvertretenden Leiden entspringen Bei ‘ aus seinen Kriegserlebnissen boten hierbei beweiskräftige Belege Den H hepunkt seine; V r° tiags bildete der Schluft, in welchem er mit Rach- druck auf den Weg zur höchst m Freute hinwies, aus den Weg zu Jesus Ehristus, un'erm Erlöser. Ein gemeinsamer Gesang beschloß den Abend. öütgetiläje MWW«AW unter Garantie für gute Ausführung: Schlafzimmer, echt Eiche 180er Spiegelschrank, III teilig Waschkommode mit weißem Marmor,Sptegelaufsatz 2 Nachtschränke mit Marmor 2 Bettstellen einschließlich 2 Nahmen, 2 Schoner, 2 II Heilige Kapokmatratzen 1 Handtuchhalter, 2 Stühle. Speisezimmer, echt Eiche moderne niedere oder hohe Formen Büfett, Kredenz, Auszugttsch, 6 Stühle. Küche, naturlasiert mit Linoleum, Büfett, Anrichte, Tisch, 2 Stühlen für nur Mark1500.— Besichtigung ohne Kaufzwang. Einzelmöbel sehr billig. MeAllS Z.Mkllli,MA.WM Sieben, Bahnhofstraße 29 [7749a Mittwoch, den 8. Oktober Feiertags halber geschloffen. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen, besonders dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte, den Herren Vorgesetzten und Kollegen für die Beihilfe, den Schwestern für die liebevolle Pflege, sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Adolf Nachtigall Familie K. Graulich. Junger sucht Stellung in Gießen oder Uuv liegend. Schriftliche Angeb. unter 024000 an den Gieß. Anz. Junger verbeir. Mann incht Arbeit fegt- Art. Zu erfr. In d. Geschäfts, deö Giest. Anz. [024014 Gesucht wird für bald fiir 17jäbriges Mädchen stelle in fleinem ßnusDalt wo Waich- u. Putzfrau vorhanden. Gest. Offert, unter Nr. 8012 an Herfo, Plockstr. 5. 17712h WANDERER und B M W starke 2-Znl.'Maschi- nen, mit Dreigang- Getriebe u. Slupvlfl. sind lieferbar. 7 ,3D F. Schilling Gießen. Das Eisenbahnunglück bei Mainz. Mainz, 4. Oft. (TU.) Wie von amtlicher,Stelle mitgeteilt wird, beträgt die Zahl der Todesopfer 13, die der Schwerverletzten 9. Der Materialschaden ist bedeutend. Der Gepäckwagen und die vier letzten Wagen des Baseler v-Zuges sind ernstlich beschä- digt, ebenso die Lokomotive des Personenzuges. Altes Blei Drucksachen alterArt sÄÄti kässsä = ^chulstr. 7ü ........ । w“*^*’*^ Samstag, 2 Uhr nachm., entschlief nach . kurzem, schwerem Leiden unser lieber Sohn Fritz im 2. Lebensjahre. M» (nute Luise u. and. Sorten) 10 4-sund Mk. 1.50 zu verk.^V Bleichstraße 20 I. | Kaufgesuche Billa Jüngere WWW (keine Anfängerin) mit guter Schulbildung sofort gesucht. Lchrisil. Angebote mit Bild unter 024015 an den Gießener Anzeiger erbeten. Verkäufe s 1 Mimier UunQ.SWlunl 3 junge letfel billigst in gute Hände ab^ugeben. Schrift!. Angebote unter 023993 an den Meß. Anz. erbeten. Möbl. zim«er < mit Klavier z. ; ernt. Blcichstraßc 33 p. |~Mietgesuche~~] »l73MMk Nähe (Säte Auiend von iungeni -\H-rru gesucht. 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Eisler, Hamburg 3. 7747sl Leibwäsche: Damentaghemd guter Stoff mit Hohlsaumgarnierung, Mk. 1.45 Damentaghemd mit guter Stickerei......Mk. 2.35 Damentaghemd mit a zuerst vermutlich einige Schlappen erleiden werde ja Chamberlain wünschte, daß sich auch der Oran j e - Frei staa t am Kriege beteiligen möge, damit man gleich beiden Burenstaaten den Untergang bereiten könne Wie bekannt, ist der Wunsch in Erfüllung gegangen. Daß Deutsckland feine mo all che Verpflicht Hing den hartköpfige 1 Türen gegenüber hatte und bei Ausbruch des Krieges (11. Oktober) in feiner Zurückhaltung beharrte, ist nach dem vorhergegangenen verständlich Der Kaiser verstand die Gefüble der Ration vollsändg lind wu-llchte ge- kegenllich. daß „die Engländer ordentlich in die Patsche täm-:n“, aber auf die prak.llche Pvttttk hatten solche Stimmungen keinen Einfluß. ~er Besuch des Kaisers in London (Vovember 1:99) bezeugte öffentlich t- deutsche V e u t ra li° tätspolitik zur großen EenuMunz dr offiziellen Kreise in England, ne curch die Königin. den Pri.r-en von Wales und mebrerji Ministern in öffentlichen und pr-vatea Aeaße- rungen ihren Dank aussprachen. Die, Beendigung der Samvasr.-ge war ein weit wes Symptom ocr guten deutsch-englischen Beziehungen Aber ein plötzlicher Uebergriff von cnglijcper Seite stellte alles wieder in Frage: Den t s che Handelsschiffe wurden auf ihrer Fahrt nach der Delagoabai und anderen südafrikanischen oaa- sen von englischen Kriegsschiffen wegen Berdoch.S bei- Kr iegstontrebande angehalt en und^>um Teil ihrer Ladung beraubt (En?e Dezor. 1899 Ans. Januar 1900). Daß die deutsche öffentliche Meinung hierüber in die lebendigste Bewegung geriet und darin angesichts der strengen Veutralität eine doppelte Beleidigung fab. ijt leicht verständlich: eine Interrellat 0 r rm Reichstag wurde eingebracht, und es war vorauSzusehen. daß dabei nicht nur gegen die englii<$c Regierung, sondern auch gegen die dmrtsche. die: solche Rechts- und Ehrverletzungen dulde, die bittersten Worte fallen würden. Auch in dieser heiklen An llfchen Politik. Gerade' in Gewerkschafts- I geschichtliche Bedeutung dieser ersten Arbeitskreisen macht sich, im Llltterschiede zu dem gemeinschaft aber keineswegs gering einzuunabhängigen Flügel der Arbeiterpartei, neuer- schätzen. Ohne sie wären aller Erfahrung nach dingS eine Strömung zugunsten der Einführung in den Tagen, da alles zusammenzubrcchen drohte, von Schutzzöllen bemerkbar. Den unmittelbaren sicher auch die letzten Grundlagen unseres toirt» Anlaß hafür aab die Agllatton gegen die nach- schaftlichen und sozialen Lebens für immer zer- ^^S^irt^unt^füblem I teiligen Wirckungen deS Dawes-DerichteS. Repa- schlagen, ein ^uaufbau zur völligen Unmöglich. ver oxarjer je7 . v, I —m<>r f *kh r f u n g der leit gemacht worden. Zugleich aber haben die ReparationS- | fünf Jahre versuchter Arbeitsgemeinschaft unwiderleglich bargetan, daß wirkliche Gemeinschaftsarbeit nur auf der Grundlage weitgehender __o- --- Gesinnungsübereinstimmung möglich ist. Den Vot- präsidenten empfangen werden. Er wird ihnen Wendigkeiten der Gegenwart kann nicht damit ge- ein DeruhigungSpülverchen verabreichen und sie bient sein, daß man etwa den Versuch macht, nach Hause schicken. Damit ist aber nichts Ent- die alte Form mit neuem Inhalt zu füllen, scheidendes gewonnen. Veden den Reparatio.iS- Die neue Arbeitsgemeinschaft wird nicht auf den ---- — • - -----j „^hasten Zwang des Paktierens innerlich wider- 1 strebender Elemente, sondern nur auf Gemeinsam- gemeinen tyer oeuricye o\ovieii'uevaL| iuui, uiu> feit der Gesinnung gegründet werden können, die Möglichkeit deutscher KohlenauSfuhr nach Die GesirnungSgemeinschaft aber wird sich — Italien und anderen Ländern bedeutet eine wei- urd daS ist ihr Prüfstein — notlvendig au8= tcre Gefahr für den englischen Kohlenbergbau, wirken müssen im ArbeitSleben des Alltags, in D^ser ist mit sehr hohen Lohnen und einer weitgehender Milderung deS vorhandenen Spansieb en stündig en Arbeitszeit eben nicht wett- nungszustandeS. bewerbsfähig. Der Sirenengesang wegen Bei- WaS die primäre Voraussetzung der Gebehaltung deS Achtstundentages in Deutschland smnungSgemeinschaft angeht, so hat Bro st jüngst hat einen sehr realen, handelspolitischen Hinter- jm „Deutschen" in programmatischer Prägung qrund Der englische Arbeiter möchte die an- auSgeführt. zu welchem Grade der lieberem- genehmen Arbeitsbedingungen, die der Ruhr- stimmung sie führen müsse, um tragsahige Grund- lampf mit sich brachte, irgendwie verewigt läge einer neuen Arbeitsgemeinschaft 4a werden, sehen Je weniger Deutschland leistet, um so „Ziel unserer Sehnsucht ist der unabhängige besser deutsche Dolksstaat, befreit von dem Zwang, AuS- Hinter diesen Meinungsverschiedenheiten beutungSobjekt internationalen Kapitals zu fein; liegen tiefere Probleme. Vämlich baS Problem getragen von dem Bewußtsein nationaler Derber industriellen Reorganisation bundenheit. Die Staatsgewalt soll weder im Englands Hierzulande hat man in dem Gefühl. Dienste einer Partei, noch in dem eines Wirt- ber erste Sieger im Wellkriege gewesen zu fein, schastszweigeS stehen. In diesem Staat ist bie eine Unsumme von Unterlassungssünden begangen. Wirtschaft ein unentbehrlicher Teil, aber nicht Während in Deutschland bie Kriegserschöpfung der Staat selbst. Wie alle anderen Stände hat allgemach überwunden wird, die Freude an der sich in ihm auch die Wirtschaft dem ® CTnein- Arbeit langsam zurücllehrt, hat man in England wohl unterzuordnen. In dieser Wirtschaft ist der die guten Tage noch nicht überwunden. Im ge- Arbeitnehmer mehr als nur ProduktionSfaktor, wissen Sinne feiert man noch den Sieg. Im mehr als vertretbare Ware Arbeitskraft. Unter I^hre 1918 legte man sich auf die Bärenhaut — Anerkennung der Notwendigkeit und Zweck- bie Engländer sind ein germanisches Volk — und mäßigkeit privater WirtschaftSsvrmen muß der । betrachtete sich im Spiegel der Selbstzufrieden- Mensch im Arbeitnehmer mehr alS bisher in Deit"* während der weltpolitische Spaßmacher die Erscheinung treten können, muh seine Gleich- Lloyd George für Abwechselung und Weih- berechtigung praktisch verwirklicht werden. Die Lrauch sorgte. Gestaltung der Arbeitsbedingungen hat stets und Die Gefahr besteht, daß sich der neuerbingS grunbsätzlich Sache deS Vertrages zu sein. So- ' * ------- weit sich daS mit staatlicher Orbnung und mit dem grundsätzlich zu respettierenben Primat beS Staates vor jeglichem Cinzelinteresse vereinbaren läßt, sollen die Träger der Wirtschaft — Arbeitgeber und Arbeitnehmer - in Gleichberechtigung ihre Angelegenheiten selbständig und unter eigener gelegenhell hat bie deutsche Regierung stets I von Wales und die in der Erinnerung an die foanzusische Sprunabe- I z. D. hegten keinen reitschaft ihre Befvnne.check und Verjöhnlich- Lvyalllät. feit gewahr). obgleich in jüngster Zell do 1 einer Auf biefer Cinic Seite die es besser wissen loirnx, das Gegenteil I rung bis zum Schluß behauptet werden ist Fihr 'x> Eckardstein, so leichter wurde, als Rußland and Frankoe ch eine der unerfreulichsten er Meinungen des Heu- I ihre Anschläge nicht wird rholte.u Vur e nma( ugen Deut .ands, bet in bet lytischen Ze. der rvch wurde das Auswärtige Am: vor eine groß: c deutschen Botschaft angeh rt- und nah Ho: seldts Entscheidung gestellt, als Präiideitt K >; u . r Anweisung .1 die Verhandlungen mit oali.'r-urt) durch seine Rundreise in Europa fü c e und Chamb.rlain zum Teil g-e-führt HZ hat in Intciventivn zu wirken suchte und bc. dem gr ß feinen kürzlich erschienenen „©r.imeru.igen" be- ten Teil des deutschen Volkes begeisterten B p hauptet, die deutsche Regierung sei mit Der groß- fall sand. Aber bie Regieruirg war stark . cn.i j, len Brutalität und Ungerechtigkeit auf ge. roten, I denr populären And ring.n zu wieder :e en un) unb nur mühsam habe seine geschickte _■ ehand- allmähllch fand sic. ba sie bei dieser Gelegenheit [ung Lord Salisburys einen Zusammenst ver° zum ersten Male auf Frankreichs Haltung i n mieden Indessen, die gleichzeitigen Dokumeille I Jahre 1896 hin wies, in der offentlicheit Meinung sprechen eine andere Sprache. Die deu.schc Verständnis für die Unvermeidlichk.it de; ruhigen Regierung konnte gellend machen, bah daZ eng» Zusehens im Südafrikanischen Kriege, '.isctze Borgehen mit dem internationalen R.echt _----- _ in Widerspruch stehe, da eS nicht swtthaft sei, xiufIIJU51VL I -ttk neutrale Schiffe auf der Fahrt nach neutralen , V Don der alten zur neuen Häson anzuhällen. aber felbit m b;eem ..jgen= Bon unserem ständigen Londoner Berichterstatter. " _ ö ^achdruL aud, mi. Queirenangabe. mboUn!) Ardettsgemernschoft. fen, ihm goldene Brücken für den unvermei^l chen v. Kr. London, Ende Septbr. 1924. Man schreibt uns: Es ist ofsensichtlich. die Rückzug zu bauen: bie Regierung war bereit die Die Zell der Tag- und Vachtgleiche hat in großen Hoffnungen, bie auf die Aibritsgemein- grundsähliche Rechtsfrage ruhen zu lassen, wenn ßnqUinb Politisch unbeftänbigeS Wötter gebracht schäft der Arbeitgeber und Arbeitnehmer vom nur England sogleich bie Sch-sfe frei gebe und Q30V tranigen Dagen fand die erste Kabinettsihung Jahre 1918 gesetzt warben, haben sich nur zuin den Schiffsgesellschaften Er, atz für den burch „^ch nicht ganz vollständig versammelten geringsten Teile erfüllt Die tonalen Gegensätze das Festhalten entstandenen Schaden leiste 2er ^inettS unter dem Vorsitz des soeben von Prallen in verheerenden Kampfe 1 auseinan^r. Zwischenfall nahm schärfere Formen an da de vielfach unterbrochenem Urlaub za rückgekehrten '0 tzellig und unvermittelt, als bestünde ein Ge- englische Regierung die deutsche Beschwerde nicht Ministerpräsidenten Macbon ald statt. Es ist meinschaftsoigan und ein Bewußt fein der Der- sogleich beantwortete: von Hatzfeldt wiederholt n,^t mehr ganz der alte Macdonalb. der jetzt bundenheit überhaupt nicht mehr. Unb doch kann gedrängt, suchte Salisbury jede Verantw'rtung tvieder nach London kam. Sein MichaeliSzeugms kein Zwllfcl sein: In begrenztem Kreise wenig- abzulehnen und die Beschlagnahme auf den Ueber- ift ^cht so gut wie seine Ium-Zensur. Viel stens ist noch immer in beiden Lagern bie Übereifer einiger Marineoffiziere zurückzullchren. aber Nasser ist in feinen Wein geflossen, aber der zeugung wach, daß in ernstem Suchen nach neuen eine Freilassung wollte er nicht anordaen. eh- Wei„ ift nach Meinung urteilsfähiger Krittler Wegen eine dauernd tragsahige Grundlage der er nicht genauere Vachrichten erhallen habe Ueber immcv noch ganz trinkbar. Immerhin. baS Gemeinschaftsarbeit von Arbeitgebern unb Av- zwei Buchen zögerte sich so bie Angelegenheit erfreulich angenehme Wetter ist vorbei. Liberale belluehmern unbedingt gefunden werden muß. hin, un& natürlich wuchs in Deutschland bie Er- ^nb Konservative begreifen, daß eS Zell wird, Inmitten der politifchen Erregung der letzten regung. Wenn die Interpellation im ReichS ag ettoaS zu tun. Zeit leider nicht genügend beachtet, wird seit i vor dem Eintreffen einer besrieoigenden Aniwort Liberalen schon sehr lange Zeit zwei Monaten eine grundsätzliche Aussprache gc- I auS London verhandelt wurde, waren die heftig- Arbeiterregierung mit recht gemischten Ge- führt, die nicht nur rein wirtschaftlich, sondern sten Szenen unb Beschlüsse zu befurchten, die das füß[on lachten, ist bekannt. Sie mußten schon auch staats- unb volkspolitisch hohe 'Bebeutting Verhältnis zu England dauernd trüben, wohl im faum paß Macdonalb zu regieren gewinnen kann. Veranlaßt durch einen inhaltlich gar einen Bruch herbeiführen tonnten. Unter beaonnen harte, bemerken, daß die politische Rech- als Anklage gegen die Arbeitnehmer verbände Einsetzung seines ganzen persönlichen Ernftosfes n » bic Dov Einsetzung deS ArbeitskabinettS wirkenden Aufsatz beS Vorsitzenden der Dereini- hat dtShalb Graf Bülow die Reichstagsdebatte ^ngesteltt hatten nicht richtig war. Sir waren gung der deutschen Arbeitgeberverbände, Herrn verschieben lassen, um Salisbury eine neue Frist n p* Zünglein an der Wage. IedeSmal, von Borsig. hat zwischm, diesem und den zur Antwort zu verschaffen, gleichzeitig aber rarte^ n>enn sie den Arbeitern eine Lektion erteilen! christlich-nationalen Gewerkschaf IS Ührern Ste- gorisch die Befriedigung der deutschen An prüche tool(ten wurden sie von den Konservativen daran, gerwald (Vorsitzender des Deutschen Gewerk- geferbert. Eckarbstein. der heute die Hanb'.ungr- Wichtiger aber ist noch eine anders schaftSbundeS) unb Brost (D. H. V.) eine öffent- weise der deutschen Regierung mit den gröbsten (z^^ung Die letzte konservative Regierung liche Aussprache slattgesunden, in der die Voraus- Schimpfworten belegt, hat selbst bie Berhand- muri)€ ^er Freihandelsparole ge- seyungen und Vloglichkeiten einer fruchtbaren, lungen mit Sallsbury geführt und volle Geiug- ^ürzt Baldwin, der verflossene Mimsterpräsi- praktisch wirksamen Arbeilsgemeinschast erörtert tuung nach Berlin berich.et, er habe ..felbstver- ' ^atte üor f^st einem Jahre bekanntlich wurden. Vachdeni die öffentliche Erörterung nun- ständlich unter Wahrung der Form eine sehr -^^^Men mit der übel berüchtigten Schutzzoll- mehr einen gewissen Abschluß erreicht bat und deutliche Sprache geführt". Die Rechtslage war verunstaltet und war dabei hereingefallen, beide Parteien ihre Bereitwilligkeit zu mund- so klar, daß SaliSbury nach Einziehung weiterer 6ie Schuhzollfrage schien erledigt. Heute ist ein an- lieber Weiterführung der Aussprache erklärt Ha- Erkundigung versprach, jede legitime Genug- trennbarer Umschwung eingetreten. Selbst ben, erscheint es unS an der Zeit, eine Bilanz tuung geben und künftighin ähnliche Vorfälle [fetale Führer müssen sich wohl oder übel mit zu ziehen. vermeiden zu wollen. Damit konnte die deut- r=tage veS Schutzzolles befassen. Denn die Die von Hugo StinneS und Karl Leg,en fche Regierung zufrieden sein. Es war die hiochste verbündete Arbeiterpcnttei wird rebellisch. Die 1918 gegründete Arbeitsgemeinschaft mußte ichei- Zeit, denn zwei Tage später sand die AuS- schützten Industrien befinden sich in besserer tern, weil sie nicht getragen wurde von einer spräche im Reichstage statt (19. Januar Qage als die ungeschützten, die Agitation äleberernstirnmung der Gesinnung, von der aus 1900): Mit dieser englischen Erklärung in der ^g en den DaweS-Dericht wird von fruchtbare Gemeinschaftsarbeit allein möglich ist. Hand, tonnte Bülow Den drohenden Sturm be- mächtigen Gruppen mit schu tzz 0 l In e r is chen Ueberzeugte ausgeprägte Wirlschaftsindividuali- schwören. Auch in England hatte man ein Gefühl Argumenten geführt und man spricht sogar sten sahen auf einer Dank mit ebenso entschiedenen öcr Erleichterung Salisbury und andere Mini- h^v^n, daß die Arbeiter bei den in nicht allzu Wortführern der Lehre von der Vollsozialisierung. ster sprachen dem Botschafter vertraulich lebhaftes fernet* ßufunft erwarteten Veuwahlen unter Am- Man konnte wohl in den Anfängen unter dem Dank auS, daß Deutschland „in dieser bedauerlichen stunden mit einem Schutzzollprogramm Zwange der äußeren Verhältnisse in dieser und Angelegenheit der englischen Regierung so weit- troc vie Wähler treten würden, well das eine jener Einzelfrage von Fall zu Fall zu einem gehendes ©ntgegentommen gezeigt" habe 25fung dec Arbeitslosigkeit wahrscheinlich machen Kompromiß gelangen: jede Frage aber, die Auch durch diese übte Erfahrung, die ihre könnte. irgendwie Grundsätzliches auch nur flreifte,, »etgte Gedü^auf eine so barte Probe stellte, lieh sich Vach wie vor bleibt die ArbeitSlosig - sofort die Nässenden Gegensätze. D,e ursprünglich ScbeutfdM» Regierung nicht aus ihrer Balm feit von well über einer Million Industrie- hochgespannten Erwartungen wurden schnell zu werfen obaLeid) gerade in diesen Tagen eine große arbeitern baS beherrschende Problem der eng- müder Resignattvn gedampft Deswegen ist die Versuchungan sie herantrat. Der Zweibund < in r r f A .1 f t ä » I n»f*;A<-rirfw> h.Mor prffen Arbeit«, regte eine Intervention im Südafrikanischen Kriege an. Gleich beim Beginne des Krieges such'e der französische Botschafter den Kaller persönlich zu irgendeinem antienglischen Schritt zu aetoinnen, aber treu j\uuivl ‘“v«-— 1 -----o- «... ss&ses I erklärte der Botschafter Osten-Sacken dem Kaiser und dem Grasen Bülow, werde die Erwürgung der Buren nicht dulden, und eine In- ben Griechen. Portugiesen und Dänen raten, gegen die englische Flotte vorzugehen". und Bülow forderte vor jeder sachlichen Antwort Auskunft wie Frankreich zu der Frage stehe, , woraus der Botschafter verstummte. Aber 1 der Angriff trar rock nicht abgeschlagen, älm Deutschland der Einmischung geneigt zu machen, sprach sich in Paris Selcaffe mit großer Schärfe gegen England auS. und von Petersburg auS suchte man aus demselben Grunde auf alle Meise Zwietracht zwischen England und Deutschland zu säen. Als man das Eisen heiß genug glaubte, trat der russische Botschafter, mit fcem offiziellen Antrag an die deutsche Regierung heran sämtliche europäische Mächte zu einem freundschaftlichen Druck" auf England zu vereinigen (3. März 1900). Mit Schm.icheleien suchte man den Kaiser für diese Ausgabe zu gewinnen, und der Zar legte besonders dar. daß es sich hier gar nicht um eine politische, sondern um eine humanitäre Frage, die Rettung des tapferen tkinen BurSnvolkeS, Hand e Trotz dieser Verhülluna erkannte man in Berlin sogleich Gl es ein« sch- te Dl Jtt gr W W tot au| gel zu toC lioi big liK der »4 ft letz Aa tig, bün »sc SM; ttnb »fc h UKt dal KL Prä Des Kr ze lei nt bü bei ste rei Ä an D re Ich El Kai DI El Ei ab gei so feite geschleudert urti> oas rechte Hinterrad M» trümmert, Der Beifahrer erlitt einen «Beinbruch. Sonst sind -Unfälle' nicht zu. verzeichnen gewesen. Das Rennen verlief pwgrammäyig und1 war gegen 2 Hfjr 30 Minuten zu Ende. Die Resultate iöeä Rennens find folgende: Motorräder Ätaffe I. Kategorie A, Erster: Adolf Mahr- Frankfurt a. M. auf Cvckerell, Zweiter: G. K l e h e r - Frankfurt a. M. auf Cockerell, Kategorie B, Erster: Josef Klein- Foantfurt ä. M. auf Allvight, Zweiter: Michael Link-Frankfurt a. M. auf D. K. W„ Dritter: Franz Ducker- Oberursel auf F. D. C„ Klasse II, Kategorie A, Erster: Willi Stork- Darmstadt auf Horex, Zweiter: Wünsche-Frankfurt a. M. auf 5)0re?, Kategorie B, Erster: PH. Karrer- Fowckfurt a. M. auf Horex, Zweiter: Waller G ö 11 i n g - Oberursel auf Horex, Dritter: Paal Koch-Frankfurt a. M. auf Horex, Vierter: Rückert auf Ariel. Klasse III, Kategorie A, Erster: Georg May- Wiesbaden auf F. R., Zweiter: Fritz S eickel-Offenbach auf Rudge, Kategorie B, Erster: Josef Klein- Frankfurt a. M. auf Allright, Zweller: D. Geyll-Köln auf Sunbeam, Dritter: Hrch. Görich - Offenbach auf Rew Imperial. Klasse IV, Kategorie A, Erster: Wilh. v. Eckartsberg - Frankfurt a. M. auf Sunbean: Zweiter: Fritz Kappel-Darmstadt auf K. M. CB.-; Dritter: Philipp Kellner- Frankfurt a. M. auf Norton. Kategorie B, Erster: F. K. Mettenheimer- Königstein auf Sunbean (Herr Mettenheimer hat mit 6.09.— die schnellste Zeit aller Motorräder gefahren): Zweiter: Fritz Kleemann-Homburg auf Horex: Dritter: Theo S ch w a r tz - Coblenz auf Sarolea: Vierter: Fritz Vurucker -Mainz auf Ariel. Klasse V, Kategorie A, Erster: G. Decker auf Indian: Zweiter: Herm. W e i ch e l t - Coblenz auf Henderson 4 Ehl. Kategorie B, Erster: Martin Debewiak- Berlin auf B-Rad. Klasse Via, Erster: Heinz Kruck - Frankfurt a. M. auf Sarolea: Zweiter: Ernst Hoffmann-Offenbach auf Engl. Triumph. Klasse VIb, Erster: Ludwig Schweitzer -Coblenz auf Harley Davidson. Tourenwagen: Klasse I, Erster: Paul Schäfer- Wiesbaden auf Amilcar. Zweiter: Theo Osterkam p-Kiel auf Pluto. Klasse II, Kategorie A, Erster: Max Link- Frankfurt a. M. auf N.S.äk., Kategorie B, Erster: C. C. Baumeister-Stuttgart auf Wanderer, Zweiter: F. K. Mettenheimer - Königstein auf Rabag, Dritter: Aug. Eisenhauer-Stuttgart auf Salmson. Klasse III, Kategorie A, Erster: Hans Schaede-Saalfeld auf Leh, Zweiter: Ludwig Fischer- Offenburg auf Bugatti, Kategorie B, Erster: Josef v. Gans-Schmölz b. Garnrisch auf Chiribiri, Zweiter: Jakob Brendel - Frankfurt a. M. auf Adler, Dritter: Arthur Schiel-Arnstadt auf Leh. Klasse IV Kategorie A, Erster Ludwig Fischer- Offenburg auf Bugatti, Zweiter: Carl Wucher- Frankfurt a. M. auf R.S.-U., Kategorie B, Erster: Fritz Kleemann- Homburg auf «Bugatti, Zweiter: Fritz Feldmann- Hamm auf Dürkopp, Dritter: Kaeppel-Dresden auf Hansa. Klasse V, Kategorie A, Erster: Albert Adler- Frankfurt a. M. auf Benz, Zweiter: Hans Stern - Engelhardt - Fvanffurt a. M. auf Lancia, Dritter: Juttas K a u f - mann-Frankfurt a. M. auf Steiger, Kategorie B, Erster: Georg Huth- Chemnitz auf Presto. Klasse VI, Kategorie A, Erster: Hans Ludwig- Oberursel auf Opel, Zweiter: Franz Wierrchs- Koblenz auf Oakland, Dritter: Wilh. «Wendel- Fvankfurt a. M. auf R. S. H., Kategorie B, Erster: Daniel Maier- DurMieden auf Steiger. Klasse VII, Kategorie A, Erster: Lothar Freh- Frankfurt a. M. auf Marmon, Kategorie B, Erster: Karl 3rton» Frankfurt a. M. auf Adler, Zweiter: Karl 3 o e r n s - Rüsselsheim auf Opel. Rennwagen: Klasse I, Kategorie A, Erster: Wilh. Wendel- Frankfurt a. M. auf R. S. il„ Kategorie B, Erster: 3ng. Dirk- Mannheim auf Rabag (Herr Dirk hat mit 5,562/5 Minuten ötc beste Zeit des Tages für alle Fahrzeuge gefahren). Zweiter: Emil Volz-Frankfurt a. M. auf Adler. Klasse II, Kategorie A, Erster: Willi Cleer- Frankfurt a. M. auf Stoewer. Wagen mit Compressor-Motoren: Erster: Adolf Rosenberger-Pforzheim auf Mercedes, Zweiter: Buchholz auf Mercedes. Turnfest in Lollar. * Lollar, 5. Okt. Von schönem Wetter begünsttgt, hielt der Turnverein auf dem schön gelegenen, rundum von Wald begrenzten Sportplatz fein diesjähriges A b t u r n e n mit gleichzeitiger Ginwerhung des vor kurzem erachteten Gerätehauses ab, wobei sich 15 aktive Turner, 14 Zöglinge in zwei Stufen und 27 Schüler in zwei Riegen beteiligten. Vormittags begann der volkstümliche «Wettkampf (Fünfkampf) der aktiven Turner und Zöglinge, der gegen Mittag beendet war. Darauf folgten noch Sonderaustragungen von Höchstleistungen. Gegen 2 -Uhr nachmittags marschierte der Verein, bestehend aus Turnern, Zöglingen, Schülern und Turnen, Sport und Spiel. Feldbergrennen des Allgem. Deutschen Automobilklubs. Frankfurt a. M., 6. Oft. (WB.) Zu dem heute stattgehabten Feldbergrennen des A. D. A. C., zu dem trotz des kurzen Termins zahlreiche Meldungen vorgelegen hatten, waren mit wenigen Ausnahmen fast alle gemeldeten Maschinen am Start erschienen. Trotz des anfangs trüben und regnerischen Wetters säumten zahlreiche Zuschailer die 8 Klm. lange Rennstrecke. Der erste Start der Motorräder erfolgte um 8 Uhr 45 Minuten, ihm folgten in kleinen Abständen die übrigen Maschinen unb anschließend daran die Wagen. Leider ereignete sich gegen Schluß des Rennens ein Unfall. Der Wagen des Herrn Hensel- Frankfurt geriet einige hundert Meter nach dem Start mit der rechten Seite in einen Graben, wurde dadurch auf die andere Straßen- fektionskrankheiten verringern. Das K r v Pf- Pro b l e m wurde von W e g e l i n - 'Bern, Kraus-Berlin, v. Eiselsberg -Wien, behandelt. Die Ursache des Kropfes ist nach wie vor in Dunkel gehüllt. Der Iodgehalt des Körpers und des Blutes spielt dabei jedenfalls eine Rolle. 3ede Vergrößerung der Schilddrüse besitzt eine ausgleichende Bedeutung. Jod ist ein gutes, aber sehr gefährliches Mittel. Insbesondere kann es aus einem Lande, in dem der gewöhnliche endemische Kropf herrscht, ein solches machen, in dem die Uebcrfunktion der Schilddrüse, die Base- dowsche Krankheit, überwiegt. Die Röntgenbestrahlung wirkt auf Kropf und Schilddrüse entschieden rückbildend. Dorno-Davos sprach über „Die physikalischen Grundlagen der Sonnen- und Himmelsstrich' hing und ihre Anwendung in der Therapie", Kestne r-Hamburg über „Die Wirkung des Klimas auf 'den gesunden und kranken Menschen", He l l Pa ch-Karlsruhe über „Dir kosmischen Einflüsse im Seelenleben". Ueber „Die Behandlung der Spätsyphilis und Metasyphilis" referierten Nonn e -Hamburg und Kyrle-Wien. Es gibt Fälle, die ohne andere Erscheinungen nur eine Positive Wassermannsch? Reaktion aufweisen, die auf stärkste Kuren nicht verschwindet. Solche Patienten darf man nicht mit unnützer Behandlung quälen. Die moderne FieberleHandlung der Paralyse, namentlich durch Malariaüberimpfung, ist ein gewaltiger Fortschritt in der Behandlung die' ser Krankheit, die bisher als unheilbar galt. An die Innsbrucker Tagung schlossen sich noch Exkursionen nach verschiedenen Orten, auf 'Einladung der Ctschländer Aerzte auch nach Drixen, Bozen-Gries und Meran an. Die nächste Versammlung soll 1926 in Süffel» dvrf stattfinden. Ueber die „Erdbebenkatastrophe in 3apan am 1. September 1923" berichtete Thoms- Berlin, der zufällig kurz nach dem Erdbeben dort eintraf. Durch das Erdbeben wurden rund 100 000 Menschen getötet, 43 000 Personen sind vermißt, 350 000 Häuser wurden zerstört. Die* Frage, wie man in Japan jetzt bauen soll, ist noch nicht dauernd gellärt. Knoll -Prag sprach über „Dlütenökologie unb Sinnesphhsrolvgie der Insekten", Porsch-Wien über die „Aufgaben der Vogelblumenforschung auf Grund des neuesten Tatbestaiches. Unter Dogelblumen versteht man Blumen, für deren Bestäubung nicht Wind oder Insekten, sondern Vögel in Betracht kommen. Solche Blumen fhrden sich nur in den Tropen und Subtropen. Die Vögel sind Kolibris, Honigsrester, Pinselzungenpapageien, Drillenvögel, Zuckervögel. Das grobe Interesse, das heute den Ergebnissen der Atom- und Molekularforschung entgegengebracht wird, ging aus der Ueberfüllung hervor, die die Dorttäge über dieses Gebiet begleitete. Es sprachen Sommerfeld-München über die „Grundlagen der Quantentheorie und des Dohrsschen Atommodells", Kramers- Kopenhagen über „Die chemischen Eigenschaften der Atome nach der Bohrschen Theorie", Kratzer- Münster über „Mvlekulareigenschaften und Dan- denspettren", Warburg - Berlin über „die Quantenregeln in der Photochemie". Franck- Göttingen über „Atom- und Molekülstöße und ihre chemische Bedeutung". In humorvoll-anschaulichem Vortrag sprach Penk-Berlin über „Das Antlitz der Alpen". Hartmann -Heidenheim hielt in der Sektion für Innere Medizin einen Vortrag über „Inhalation von Säuredämpfen". Bei Versuchen in Schulen ließ sich dadurch das Auftreten von 3n- flachen Bienenstöcken und sinnreicher Numerierung aller Bienen mit Farben, die jede einzelne im Stock verfolgen labt, wurde daS möglich. Die heimkehrendr Biene, die eine Honigstelle gefunden hat, vollführt an verschiedenen Zellen des Stockes, in denen sich Bienen befinden, einen aufgeregten Rundtanz. Damit teilt sie den Bienen mit, daß es draußen Nahrung gibt. Die Dienen folgen der Melderin, die wieder wegfliegt, nicht einfach nach, sondern sie suchen den Umkreis selbst ab. Der Blüten- ober Honigduft, der der Melderin anhaftet, gibt einen Hinweis, um was für Blüten es jich handelt. So kommen an die Stelle, an der ursprünglich eine Biene war, bald Hunderte und Tausende: denn jede heimkehrende Diene vollführt im Stock den gleichen Tanz. Versiegt aber die Nahrungsquelle, so tanzen die heim- kehrenden Bienen nid>t mehr: dadurch werden keine weiteren Bienen zum Mitkommen mehr auf» gefordert so daß eine Selbstregelung je nach der (Srglebigteit der Nahrungsquelle ein tritt. Am Hinterleib besitzen die Dienen ein ausstülp bares Duftorgan. An der reichlich fließenden Nahrungsquelle wird es ausgestülpt. Die anderen Dienen sind für diesen Duft sehr empfindlich und folgen lhm nach. Zur Ernährung brauchen die Dienen auch Pvllenstaub. Die Pollensammlerinnen, die hrimkehren und etwas gefunden haben, tanzen anders als die Honigsammlerinnen. Dabei bient der Duft des Dlütenstanbes als Führer zu den gleichen Dlütenarten, also Glockenblumenstaub zu den Glockenblumen, Rofenstaub zu Rosen usw. Ein am Schlub vorgeführter Film lieb den aufgeregten Tanz der mit Farbflecken gekennzeichneten Dienen im Stock deutlich erkennen. Ihre „Sprache", ihre Mittel zur Verständigung wurden damit der beifallsfreudigen Versammlung einwandfrei vorgefüh-rt. I führung der geplanten Arbeiten zwrscyen Oberbaurat Derck und den Handwerkern erzielt wer- ; den konnte, hielt es die Versammlung, um sich für die Zukunft zu sichern, doch für nötig, beim Landtag Einspruch gegen die Erweiterungen des seitherigen Regiebetriebs, wie dies z. B. die Erbauung uni) Errichtung der neuen Schreinerwerkstätte mit silch bringen würde, zu erheben, da bei der Bahn und anderen staatlichen Unternehmungen der sich vielfach als unrentabel erwiesene Eigenbetrieb eher auch abgebaut als ausgebaut würde. Wie aus einem vorliegenden «Schreiben der hessischen Handwerkstammer hervorgeht, hat auch diese in der Angelegenheit dem Achrits- und Wirtschaftsmrnisterrum eingehenden Bericht erstattet und dieses ersucht, bei der Fvrst- itnb Kameralver Wallung gegen die Errichtung derartiger Werkstätten mit allem Nachdrua Stellung zu nehmen. Die Angelegenheit wird den Landtag noch beschäfttgen. r Friedberg, 4. Ott. Kreisdirektor Gebhardt hast gestern sein hiesiges Amt angetreten. — Dem Gemeinde verband für den Kraftwagenbetrieb Wetterau in Nieder-Florstadt ist, laut „Oberhefs. Anz.", unter dem Vorbehalt j(derzeitigen Widerrufs die Erlaubnis erteilt worden, zwischen Ober - Fl or- stadt und Friedberg Personen und Sachen mit Kraftfahrzeugen gegen Entgelt zu befördern. sf. Friedberg, 4. Ott. Der Wetterauer Verband der Grundstückverpächter hielt heute nachmtttag im «Deutschen Hause seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende, Altbürgermeister Maul- Ossenheim, begrüßte die sehr zahlreich erschienenen Mitglieder, besonders den Kammer- bireftor von Löw zu Lich, Kammett>irettor Dr. Engeivach von Assenheim, Lehrer Werner von H^)dernheim vom Verband der «Verpächter von Groß-Frankfurt, Oberinspektor Ihne von Frankfurt a. M. «Bauinspektor Bickert aas «Bad-Nauheim hielt einen Vortrag über das neue Pachtschuhgesetz i_tnb über die neuen Verträge: an der Diskussion beteiligten srch «Altbürgermeisler U Ilm an n aus Nieder-Erlenbach, Kammerdirektor von Löw, Metzger, «Butzbach, Werner Heddernheim und Ihne, Frankfurt a. M. Eine Resolution betr. bte Pachtpreise wurde einstrmmig angenoiw» men, ebenlo wurde der seitherige Vorstand (Vorsitzender Altbürgermeister Maul- Oss enherm, Schriftführer Bauinspektor Dickert, Bad-Nau- Heim, Rechner' Reallehrer Kreutzer, Friedberg) einsttmmig wiedergewählt. Der «Beitrag für das kommende Jahr wurde auf 10 Pf. für den Morgen festgesetzt. Kreis Büdingen. )( Aus dem Niddertal, 5. Okt. Die schönen Tage der vorigen Woche sind der Grummeternte außerordentlich zugute gekommen. Soweit die Wiesen nicht überschwemmt traten, oder das Grummet nicht durch, die vergangene Regenwoche gelitten hatte, ist die Grummeternte zufriedenstellend ausgefallen. Die Kartoffelernte hat begonnen. lieber» all zeigen sich die verderblichen «Wirkungen des nassen Sommers: die ferneren gelben Sorten haben sehr stark gelitten, stellenweise lohnt es sich nicht, einzelne Aecker auszumachen, dagegen haben die roten Sorten durchweg die Nässe besser überstanden und liefern befriedigende Erträge. Leider sind diese Sorten nicht mehr so (viel «an- gebaut worden. Wie traurig die Lage diesmal ist, geht aus der einen Tatsache hervor, daß viele Landwirte auf die Kartof fel- und Frucht- bzw. MehlbelieferungendurchdieGe- nossenschaften aus 1 anderen Gegenden, in denen die Ernte besser ausgefallen ist, angewiesen sind. Zur Zeit sind die gröberen Ob st Versteigerungen im Gang. 3m allgemeinen werden hohe Preise erzielt. Aus der Provinz. Landkreis Gietzen. £ Wieseck, 6. Oft. «Welch große Ausgaben, vm< denen man früher nichts wußte, von einer Gemeinde heute aufzubringen stnd, beweisen fol» genbe Zahlen: Durch die Beendigung von Feld- berernigungsarbeiten, wobei eine Anzahl Erwerbs- lofer Verdienstmöglichkeit fanden, stieg die Zahl Ski; männ lichen unterstützungsberechtigten Ar» beitslosen gegenüber dem Vormonat von 60 Pis 72. Sttchtag ist der 1. Oktober. Da die hei- m-ffche Tabakinbustrie einen stärkeren Beichäf» Ogungsgrad meldet (einige kleinere Betriebe, die «anz geschlossen hatten, haben ihre Tätigkeit wieder auf genommen), fiel die Zahl der weiblichen älnterstühungsberechtigten von 74 auf 57. Die Zahl der unterstützungsberechttgten Zu - Ischlagsernpfänger flieg wieder von 94 auf 104, da die neu hinzugekommenen männlichen Erwerbslosen zumeist Familienväter sind. Am vorigen Derichtstag muß'en insgesamt 228 Personen durch die Erwerbslofcnfürsorge unterstützt werden, während es am 1. Oktober d. 3s. 233 Personen waren. 3m Monat September mußten 18 Klein- rentner und 51 Sozialrentner durch die soziale Fürsorge unterstützt werden. tz Göbelnrod, 5. Oft. Ein lang erstrebtes Ziel ist mit großen finanziellen Opfern der Gemeinde erreicht: ab heute Montag halten wieder einige Züge auf unserer Station. Die Gemeinde muh dafür pro Zug und Tag 1 Mark bezahlen, das bedeutet eine Belastung, die auf die Dauer von ihr nicht getragen werden kann. Dieser Tage las man zwar aus Lauter bach, dab dort nun nur noch h? Mk. pro Zug und Tag bezahlt werden mub, hoffentlich ermäbigt man auch bei uns die Gebühren. Es halten zunächst die beiden Arbeiterzüge morgens nach Sieben und abends zurück und der 1-llhr-Zug von Sieben; Sonntags der Zug 7.23 nach Sieben und um 1 llhr zurück. MM M 1 >r von >"« yr N ö turnen N-J ßch ni $ort? lind d Svtn«' bcrc Darbv Aus ginger drei ' * 'M (Obe FrM Itnfl 2, Ar AM 71 P ynb rä t( Such her« 2,21 150 W 3. H stuf 1Z0 1.® 3. 5 w ten MU in ‘ Hw 1F ®i uni t?1/ Oü 36, M A gesetzt ftrto, von denen indes zu hoffen steht, daß sie im Verlaufe fünf tiger Entwicklung beträchtlicher Ausweitung fähig sein werden. Auch werben, selbst wenn diese -Hebereinftimnumg erfüllt ist, noch manche Klippe und viele Schwierigketten zu umstellern sein, ehe eine neue Arbeitsgemeinschaft als fest und dauerhaft, gegründet gelten kann. Auch die zurückliegenden Jahre der Enttäuschung und des Mißerfolges sind — offen oder uneingestanden — eine „Vorbelastung" künftiger Zusammenarbeit, die nicht gering geschäht werben darf. Es erscheint notwendig, auf diese Dinge deutlich hinzuweisen, um sich freihalten, zu Ebmren von unangebrachtem Optimismus ebensowohl wie auch von einem Pessimismus, der überhaupt keine Hoffnung mehr sieht. «Wenn irgend etwas einen hoffnungsvollen Ausblick gibt, so ist es dies: Dab bie Aussprache v. Borsig-Stegerwall^Drvst den Arbeitsgemein- schaftsgedanken stark und lebenskräftig bejaht, sich aber frei hält von jeder Illusion, die der rauhen Wirklichkeit nicht standhalten würde. Auf beiden Seiten ist man sich der Schwierigkeiten praktischer Zusammenarbeit und ihrer unerläßlichen NvtwenÄgkeit gleich stark bewußt. «Während von Dorsig an die Möglichkeit denkt, unter den auf nationalem Boden stehenden deutschen Beamten, Angestellten und Arbeitern eine gemeinsame Basis zu finden, die die Möglichkeit einer nationalen Arbetts- und Volksgemeinschaft schafft, ist Stegerwalds Vorschlag bestimmter auf das im Augenblick praktisch Erreichbare gerichtet. Sein Besuch geht dahin, zunächst zwischen den Arbeitgeberverbänden uni> den christlich-nationalen Gewerkschaften, oder wenn dieser Weg sich nicht als gangbar erweisen sollte, zwischen hervorragenden Führern der Wirtschaft und einer Reihe deutscher Arbeitnehmerführer eine gewisse gedankliche Xlebereinflimmung über den deutschen Wirt- .fchaftsausbau in Verbindung mit dem Staatsaufbau herbeizuführen, und so neben die ständig wechselnden politischen Koalitionen eine Semeinschaftsarbeit der Wirtschaft zu stellen, die sich auch prattisch in einer billigen Verständigung Über Lagesfragen auszuwirken hätte. Die Hoffnung dürfte verfrüht erscheinen, daß sogleich als reife Frucht dieser Aussprache eine neue Arbeitsgemeinschaft mit starker Seltung ins deutsche Staatsleben eintritt. Arbeitsgemeinschaft ist nicht Tatsache, die durch einen Akt jederzeit geschaffen werden kann, sondern Aufgabe und Ziel, das erarbeitet werden muß. Arbeitsgemeinschaft ist Vorstufe und Voraussetzung für das Wachsen deutscher Volksgemeinschaft, von der in noch höherem Stabe gilt, daß sie nicht Tatsache, sondern Aufgabe und mit heiligem Emst zu erstrebendes Ziel ist. Die Hoffnung aber bleibt, daß in der mit Ernst und Würde geführten Aussprache der Keinr beschlossen liegt, aus dem eine nationale Arbeitsgemeinschaft der Wirtschaft als Vorstufe deutscher Volksgemeinschaft erwachsen Im. Sv bescheiden der Anfang ist und so viele Wunsche I noch unbefriedigt bleiben, wir freuen uns doch | des Erreichten und hoffen auf mehr. Kreis Friedberg. 4 Bad-Rau heim, 4. Oft. Auf Anregung des Handwerkerbundes sand hier unter dem «Vorsitz von Stadtv. I. B. Hofmann eine gut besuchte Hand Werker Versammlung statt, auf deren Tagesordnung als einziger wichtiger Punkt „Stellungnahme zur Regierungsvorlage betr. Bauausführung und In standfetzung der technischen Anlagen in Dad-Nauheim«' stand. «Die Einberufung der «Versammluirg war erfolgt auf Grund von Gerüchten, wonach die in der Regierungsvorlage vorgesehenen Arbeiten in Gejamt- höhe von 391500 Ma r k vom Staate in eigener Regie ausgeführt werden sollten, wie das ähnlich im vergangenen Jahre bei den Neubauten am staatlichen «Werke in Wölfersheim geschehen ist. Der «Deriammlung tvohnte Landtags» abg. Füller - Friedberg, ein Führer des Handwerks, bei. Seitens des Staates war Oberbaurat Derck anwesend, dem die technischen «betriebe in «Wölfersheim und Bad-Naicheim. unterstehen. In einem von gründlicher Sachkenntnis getragenen Referat nahm Landtagsabg. Füller Stellung zur geplanten Ausführung der Regierungsvorlage. Der Redner, der neun «Wochen ununterbrochen als Zimmermeister in Wölfersheim gearbeitet hat, hatte Gelegenheit, die Regicarbeiten am dortigen Lraftwert eingehend zu beobachten. Er konnte auf eine ganze Reihe von Mängeln Hinweisen die sich dabei ergaben. «WaL die Ausführung der Einfriedigungsarbeiten, der Gruird- avbeiten und der Bedachung anbetreffe, um Beispiele anzuführen, hätten sich Zustände eingestellt. die jeder Beschreibung spotten. Alles in allem sei in Wölfersheim dttrtt unproduktiv gearbeitet worden, die Privatwirtschaft hätte nach Füllers «Bevechreung mindestens um die Hälfte billiger arbeiten können als der Staat mit feiner eigenen Regie Auf Grund seiner Feststellungen brachte Redner einen diesbezüglichen Antrag beim Landtag ein, der fordert, datz die «Legiebettiebe int allgemeinen staatlichen Interesse und im Interesse des sehr gefährdeten Handwerker-standes nicht weiter ausgebaut werden sollen. Der Finanzausschuß habe die Regierungsvorlage zwar genehmigt, damit aber noch nicht die Art der Abführung. Er könne es daher nicht verstehen, wie. bereits Arbeiten Vergeben werden konnten (wie Lieferung von Maschinen für die geplante Schoeinerwerk- ftätte), bevor das Plenum des Landtags sich überhaupt mit der Regierungsvorlage techäftigt rmd diese im einzelnen bewilligt habe. Unter den 14 Punkten der Regierung svorläge stößt auf den schärfsten Widerstand des Redners und des gesamten Handwerkerstandes vor allem dir g. plan e Erbauung einer staatlichen Schveinerwerkstatte auf dem Goldstein, wofür die Vorlage 30 000 Mark vorsieht und weitere 30 000 «Mare für die Einrichtung der Wettkstätte. Es wird betont, daß ein Gebäude von 30 «Meter Länge, ausgestattet mit den verschiedensten neuzeitlichen Maschinen, im landläufigen Sinne nicht mehr als Reparatur» werlstätte anzusprechen. :ei, sondern als Fabrik bezeichnet werden müsse Für die laufenden Reparaturen in den technischen 'Betrieben des Ba es sei die jetzt schon bestehende Schreinerwerkstätte, die acht Arbeiter besch.iftige, vollkommen ausreichend, zumal sie auch in jeder «Beziehung besser eingerichtet sei als der «Betrieb ttgendeines hiesigen Privatunternehmens. Die neue Werkstücke sei eine Gefahr für das Haudwerk, sie würde, wenn vielleicht eben die Absicht auch noch nicht direkt bestände, in absehbarer Zeit doch auch die Ausführung größerer Arbeiten und «Neueinrichtungen übernehmen und damit das heimische Schrcinerhandw.rk vom «Wettbewerb ausschlietzen. Auch zu den anderen Pirnkteir der Regierungsvorlage nahm der Redner S-tellung im Sinne der Handwerker. Obeibaurat Berck erläuterte darauf cbenfalls ausführlich die einzelnen Punkte der Vorlage. Er gab die in Wölfersheim in Erscheinung getretenen Mängel teilweise zu und begründete den bereits getätigten Ankauf der Maschinen damit, daß er diese durch schnelles Zugreifen um 15 Prozent billiger erstanden hätte als .beute. Bei wer «Besprechung der einzelnen Punkte ergab sich, daß eine Reihe von Arbeiten nach wie vor durch das Fachbauamt Friedberg auf dem öffentlichen Submifsionswege vergeben werden, daß ferner andere Ausführungen dem hiesigen Harrdwerk übertragen werden sollen, während der Rest der geplanten Arbeiten ganz oder teilweise von der «Bade- und Kurverwaltung in eigener Regie übernommen wird. Oberbaurat Berck gab die Versicherung, daß er dem Handwerk nicht feindlich g?genüber;tef>e, im Gegenteil ihm alle Arbeiten, die es bisher ausgeführt habe, auch in Zukunft überlasse, dagegen in eigener Regie nur die dringendsten Ausbesserungen vornehme. Trotzdem in den meisten Punkten der Regierungsvorlage eine Einigung über die AusDie 3nnsbroder NatmsorschewersÄMMiMg. Don Dr. W. S ch w e i s h e i m e r. Die 88. «Versammlung deutscher Naturforscher md Aerzte, der größte deutsche wissenschaftliche Kongreß, hat diesmal in Innsbruck stattgefunden. 8s sollte damit betont werden, daß die deutsche Wissenschaft eine Gemeinsamkeit bildet und vor den Landesgrenzen nicht Haltmacht. Eine ausgezeichnete Organisation ermöglichte die Hinterbringung von 6000 Teilnehmern. Insgesamt wurden rund 800 Vorträge gehalten. Schon einmal, im Jahre 1869, hatte die «Raturforscherversamm- lung in Innsbruck getagt. Damals sprachen Robert Mayer und Helmholtz. In der ersten allgemeinen Sitzung sprach Hoche, Freiburg, über das Leib-Seele-Problem, bedauerlicherweise in viel zu kurzer und rn einer von einem nicht zeitgemäßen «Materialrsmus ausgehenden Werse. Um so wertvoller war der folgend?«Vortrag G r u h l e s , Heidelberg, über „Konstitution und Charakter", der als Gegenstück und Fortsetzung gewissermaßen der Vererbungsvorttäge der letzten Leipziger «Naturforscherversammlang Auswege aus manchem Engpaß der modernen Dererbungswissenschaft wies. Ein Dortrag von Dörr, «Basel, behandelte das Thema der „Idiosynkrasie". Heß, Zürich, und Ayler, Berlin, referierten über Themen der Arbeitsphysiologie. Besonderen Eindruck machte ein Vortrag von t> Frisch, Breslau, über die „Sprache der Dienen". Frisch konnte in langjährigen «Bemühungen feststellen, wie die Bienen einander das Vorhandensein von Futter Mitteilen. Mit zu werden. er will darüber erst noch eingehende Forschungen (In einem Teil der Auflage wiederholt.) worden ist. Die VnanVooir.9 Voin! ®e9 Leber-u.Magenleid.,selbstlangj. inilXIO! l'lulll! hilft best. Korlsfprnbcl Virkirchen I4 I OttSeti C&ummetftu&enten. Mmw-ch, 8.: mütterlichen wollen nun auf diese Millionären hängig. Die Derchandlungen würden mit größter Beschleunigung zu Ende geführt werden, und er nehme mit Bestimmtheit an, daß Mitte nächster Woche die formal eAnterzeichnung de r An lei he voll-ogen würde. Dieiinterzeichnung würde von allen Seiten mit gleicher Emsigkeit und mit größtem Interesse vorbereitet und auf allen Seiten sei man bestrebt, im Geiste loyaler Mithilfe zu dem erstrebten Ziele zu kommen. ES ergeben sich vielleicht noch Schwierig- leiten rein formaler Art, da naturgemäß der Wunsch vorhanden ist, alle zentraleuropäischen Qänber an der Anleihe zu beteiligen. Aach den AuSsührungen des Reichsbankpräsi- denten wurde die Aenderting der Reichsbank- Schuldbekenntnis des Versailler Vertrages lst für die Feststellung der geschichtlichen Wahrheit ohne jede Bedeutung. Hiermit schloß der engere Teil des Historikertag es. faßungen und des Reichsbanlgesehes, sowie die Kapitalszusammenlegung en bloc angenommen. Ebenso erklärte sich die Generalversammlung damit einverstanden, daß der Zentralausschuh in der derzeitigen Zusammensetzung vorläufig bis zum Inkrafttreten des neuen Reichsbankgesehes bestehen bleiben solle. In seinen Schluhausführungen machte der Reichsbankpräsident noch die Mitteilung, dah der derzeitige Goldbestand der Reichsbank auf 578 Millionen G o l d m a r k gestiegen sei. Buntes Allerlei. Aus der Geschichte der Lotterien. Die nächste Ziehung in der Preußischen Landeslotterie, im Ottober, ist eine Jubiläums- ziehung, nämlich die 250. Aus diesem Grunde w-ird eine kurze Geschichte über die Lotterien nicht ebne Interesse sein. Die Heimat unserer Lotterien weist auf Italien hin. Die erste Lotterie wurde im Jahre 1530 in Flores eingerichtet. Andere italienische Städte scheinen mit der Einrichtung von Lotterien bald nachgefolgt zu sein. Außerdem wurde im Laufe deS 16. Jahrhunderts das Lotteriespiel noch in Holland eingeführt. In Deutschland entstand die erste derartige Einrichtung im Jahre 1610 in Hamburg. Man hatte dabei einen ganz eigenartigen Beweggrund — aus ben Heberschüsscn der Hamburger Lotterie sollte nämlich ein Zuchthaus erbaut werden. Weiter wurden Lotterien eingesührt im Jahre 1694 in England und 1699 in Nürnberg. Die Einrichtung der preußischen Lotterie entfällt auf das Jahr 1703, im 18. Jahrhundert folgten dann mit der Errichtung von Lotterien weiter Hannover, Hessen, Mecklenburg-Schwerin und Frankfurt a. M. Die Preußische Lotterie wurde zunächst und bis zum Jahre 1767 als ein privates Unternehmen mit behördlicher Konzession betrieben. Im Jahre 1767 trat an Stelle der privaten Lotterie das Lot- teriemonvpol des Staates. Dieses Monopol war aber wiederum bis zum Jahre 1793 verpachtet. Erst im Jahre 1794 übernahm der preußische Staat selbst den Betrieb. In den folgenden Iahr- I zehnten wurden dann mit der Lotterie in Preu- ßcn mancherlei Versuche vorgenommen bis im Jahre 1832 die Klassenlotterie geschaffen wurde, wie sie jetzt noch besteht. ^^Di^AMführung des Dawesplanes^sei^ab- hängig von der A n l e i h e, und tn c _ Krenx-Erog Angnxl Noll, P. J. Köhx, Drog. öeorfl Wallenfels, Prag. 0. WtntorhoH. 4146c Rachkommen Webbers bisher nicht berauSfinv« kvrrrien. Der Schuhputzer, der eifrig zuhörte, er- innerte sich daran, daß feine Mutter ib Uhr: Sechs Personen suchen einen Autor. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Dienstag, 7. Okt.: Tiefland. Mittwoch 8.: Tosca. Donnerstag, 9.: Figaros Hochzeit. Freitag, 10.: Madame Butterfly. Samstag 11.: Lvhengrin. Sonntag, 12.: Der Rosenkavalier. — Schauspielhaus. Dienstag, 7. Büchertisch. Reue Musik -Zeitung (Verlag von Earl Grüninger Rachs. Ernst Klett, Stuttgart). Aus der Sülle des Materiales der uns vorliegenden Hefte 9—12 des 45. Jahrgangs dieser altbewährten und geistig so jungen Zeitschrift sei hervorgehoben ein Aussatz Hernrieds „Bayreuth 'inb wir", in dem vor einer zu engen Begrenzung Bayreuths gewarnt wird: ein Aussay mit beachtlichen Gedanken über „Musikalisch: Volkserzic-hung". In Surnenrtnen voraus Dte Bu dem S-Röchling- Kapelle (Wetzlar), mit ningenbem Spiel nach bem nahegelegenen Sportplatz, wo der Gerätewett- 'kamps der attiven Turner, Zöglinge und Schüler, sowie ein volkstümlicher Dreikampf der letzteren stattfand. Die Masienfreiübungen, ausgeführt van insgesamt ca. 60 Turnern und Turnerinnen, sowie das Keulenschwingen der Damen fielen zur vollsten Zufriedenheit des Publik ams aus. Das gesamte Turnen, insbesondere das Schau- tumen der aktiven Riege an Pferd, Darren und Reck, zeigten das hohe Interesse an der edlen Tumsache. Der 1. Vorsitzeiche, Bürgermeister Schmidt, verstand es, mit einigen kerntgen Worten den Zweck der Turnsache hnvvrzuheben, und richtete ermunternde Worte an Turner inb Turnerinnen. Zum Schluß dankte er der Sänge r= Vereinigung Lollar für die gesanglichen Darbietungen zur Verschönerung des Rachmiktags. Aus dem volkstümlichen Wettkampfe gingen nachstehende Turner und Schüler als die drei ersten Sieger hervor: Aktiv: 1. Preis Richard Wisse mann mit 95 Punkten, 2 Karl 2Igel, 93 P., 3. Otto Dietz, 88 P. Zöglinge (Oberstufe): 1. Ernst Jung, 81 P, 2. Wilh. Frank 80 P., 3 Wilh Frank II., 74 P. Zöglinge (H n t erst uf e): 1. Otto Wolf, 71 P., 2. Rudolf Groß, 66 P., 3. Otto Müller und H. Römer, 55 P Schüler: 1. Hemrich Klein, 71 P., 2. Artur Löhr, 68 P 3. Karl Schwarz und Waldemar Groth«, 60 P. Aus den Gerätewettkämpfen gingen nachstehende Turner und Schüler als die 3 ersten Sieger hervor: Aktiv: 1. Albert Drescher, 161 P.. 2. Argust Deußing, 157 P., 3 Adolf Hasselbach, 150 P Zöglinge (Oberstufe): 1. Wilh. Frank, 155 P., 2. Heinrich Hasselbach, 148 P., 3. Karl Schäfer, 141 P. Zöglinge (Unter, stufe): 1. W. Dierau, 176 P., 2. O. Mutter, 170 P., 3. H Hofmann, 164 P. Schüler: 1 Erich Seipp, 179 P., 2. Artur Löhr, 176 P., 3. Heinrich Klein, 172 P. — Ferner wurden folgende Höchstleistungen trotz der ichlech- ten BvdenverhäItniffe infolge der längeren Regen- veriode erzielt: In Stabhoch: Wilhelm E>off- mann 3, Karl Agel 2,90, Otto Dietz 2,70 Meter: in Freihoch ohne Brett: Richard Wissemann 1,65, Hans Hase 1,50, Otto Dietz und Otto Schmidt 145 Meter, in Freiweit ohne Brett: Richard Wissemann 6,30 Karl Rohrbach 6,10, Otto Dreh und Wilh Hofmann 6 Meter: in Kugelstoßen <7l/2 Kg.): Karl Agel 10,85, Otto Dietz 1015, Otto Schmidt 9,90 Meter: Speerwurf: Otto Dreh 36 30 Wilh. Hoffmann 32,30, Karl 2lgel 30 (Bieter; Schleuderballwurf: Otto Dietz 44, Karl Agel 43,40, Rich. Wisiemann 37,70 Meter. Gine Jugendherberge im Sennelager. Dem Verband« Deutscher Jugendherbergen ist es gelungen, für die erholungsbedürftige Jugend eine Hnterkunftsstätte von größerem Ausmaß zu schaffen. Es handelt sich um ein in sich geschlossenes DarackenlagerdesSenneübungs- Platzes. Es können sofort Lehrer mit ganzen Klasien und andere Führer mit ihren Wandergruppen dort für längere Zeit Aufnahme finden. Meldungen sind an die Geschäftsstelle Münster, Warendorfer Straße 105, zu richten. Bettwäsche wird auf Wunsch geliefert. Die Unterkunft kann auf Selbstverpflegung gestellt werden, da Kochgelegenheit und Holz vorhanden ist, kann aber auch zu billigsten Preisen tn der dortigen Kantine mit vollständiger Beköstigung verbunden werden. Wirtschaft. Generalversammlung der Reichsbant. Berlin. 4. Okt. Heute mittag fand eine a o. G.-V. b«r 2Ln~ fetldeigncr der Reichsbank statt. Reichsbank- Präsident Dr. Schacht führte aus, daß alle Beschlüsse, die heute gefaßt wurden, erst in Kraft treten, sobald die Anleihe unterzeichnet werden würde. Die heutige a. v. G.-D. sei einberufen worden, um über die Reuord- nung der Statuten der Reichsbank und bie Annahme des Reichsbankgesetze s zu beschließen. Diese Beschlüsie bedeuteten seit Bestehen der Reichsbank, also seit etwa fünfzig Jahren das wichtigste Ereignis. Die grundlegende 2lenderung des Reichsbaickgesetzes wäre auf rein außenpolitische Umstände zurückzuführen, an der Wiege dieses Gesetzes hätten nicht, wie sonst, Dein volkswirtschaftliche Gesichtspunkte den Ausschlag gegeben. Bei den ersten Beratungen im Experten-Komitee waren alle Plane und Dor- (aaen weit entfernt von den jetzigen Grundlagen, auf denen sich das Reichsbankgefel auffaue. 3m Experten-Komitee habe man zunächst ausländischen Einflüssen einen großen Raum gewähren wollen, aber nunmehr sei man von diesem Gedanken abgekommen und an ausländischem Einfluß sei nur Jo viel übrig geblieben, daß die Interessen des Auslandes an Zahlungen nicht willkürlich verletzt werden tonnen. «ach wie vor liege der ganze außerordentlich wich- tiae Kreis der Währungspolitik in den Händen des alten Direktoriums. ®er wirtschc-ftLpoliA-h-schalt des "«mR-ichs. bankgesetzes schließe sich dem alten Ae'Asba"'' S a Die Grundsätze für eine Golddeckung Shrncn sogar über die bisherigen Grenzen HAaus, durchziehe das gesamte neue Reichsbank- gesetz eine solide Politik. , , Die Umstellung des Reichsbank- Kapitals erfolgt von 180 Millionen W^r- mark auf 90 Millionen Goldmark, und zwar so, M) Tür zwei alte QIntcifc ein neuer Sintert auä- gegeben wird. Das nunmehr vorhandene Grur^° Wtal von 90 Millionen Mark wird um 210 Millionen Goldmark auf insgesamt 300 M11 l^onen Gvldmark erhöht. Die neuen Wtt^t werden den bisherigen Inhabern der Anteile der Gold- diskontbanl im Umtausche zu part angÄboten. ^er Luch den alten Anteilseignern der Reichsbank werden B^ugsrechte eingeräumt zu einem noch sen * Die Handels- und Gewerbebank eG mbH. Gießen hielt am Freitag abend im Saale des Hotels Schütz bei reger Beteiligung ihre 65 ordentliche Generalversammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Kommerzienrat Roll, wies in feinen einleitenden Worten kurz auf die Bedeutung der von der Verwaltung gemachten Vorschläge für die Weiterentwicklung des Instituts hin. Direktor Arnold erstattete als- | dann den Geschäftsbericht für 1923, schilderte kurz die Folgeerscheinungen des Währungsverfalls, ohne jedrnh auf Einzelheiten der Papiermarkbilanz näher einzugehen, da eine Würdigung der Ziffern heute kaum mxch möglich ist. Es genügt, festzuhalten, daß sich der Hmsah des Jahres 1923 auf über li/zi Trillionen belief. Das Hauptinteresse galt der Goldina rkeröffnungsbilanz per 1. Januar 1924, die. wie bei allen Instituten, deren Vermögen in den Inflationsjahren in der Hauptsache aus Geldforderungen bestand, einen starken Substanzverlust aufweist. Von der Verteilung einer Dividende wird daher Abstand genommen. Das verbliebene Vermögen der Bank beläuft sich auf ca. 104 000 Goldmark. In der Frage der Auswertung wurde beschlossen, aus Erttägnissen der kommenden Jahre einen Aufwertungsfonds zu bilden. Die Verwaltung hofft, auf diesem Weg ihren Mitgliedern bis zum Jahre 1932 mindestens die Aufwertungsquote zufuhren zu können, die den Einlegern der öffentlichen Sparkassen durchschnittttch zuteil werden wird. Zum gleichen Zweck wurde ferner die Erhebung einer geringfügigen monatlichen Aufwertungsumlage von den jetocillgen Schuldnern der Dank beschlossen. Die im Frühjahr durchgeführte Umstellung der Geschäftsanteile und Haftsummen auf Gvldmark hat sich als nicht ausreichend erwiesen. Von der Verwaltung wird die Erhöhung des Geschäftsanteils auf 500 Gvldmark und die Zulassung von vier Geschäftsanteilen für ...... —, ..... jedes Mitglied, sowie die Festsetzung der Hast- allerdings der große Forscher noch nicht nehmen, summe auf 1000 Gvldmark vorgeschlagen. Bei " ‘ -«■ —«—-* --—®r*«-—• 1700 Mitgliedern würden sich alsdann allein Die Haftsummen auf 1,7 Millionen Gvldmark erhöhen Es sicht von dieser Maßnahme eine wesentliche Kräftigung der Kreditbasis der Bank zu erwarten. Der Vorschlag auf Umstellung wurde einstimmig gutgeheißen, die definitive Befchlutz- faffung bleibt jedoch nach den Statut«! einer weiteren Generalversammlung Vorbehalten. Sämtliche übrigen Vorschläge der Verwaltung wurden einstimmig genehmigt, ebenso wurden die statutengemäß ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrats wiedergewählt. Die Entwicklung der Bank im Geschäftsjahr 1924 war bisher eine erfreuliche, die ilmfäße zeigen von Mvnat zu Monat eine erhebliche Zunahme. Direktor Mattern referierte zum Schluß kurz über feine wesentlichsten Eindrücke auf dem kürzlich stattgefundenen deutschen Genossenschaftstag in Hannover speziell über einige Einzelheiten der Kapitalbeschaffung und der Aufwertungsfrage. * Konkurse. Heber das Vermögen des Buchhändlers K r e i s ch e r in Mainz wurde das Konkursverfahren eröffnet. Forderungen sind bis zum 31 Oktober beim Amtsgericht Mainz anzumelden. — Heber das Vermögen der Firma Adolf Lächler, Dureaubedarf. G. m. b. H. zu Darmstadt, ist ebenfalls das Konkursverfahren eröffnet worden. Forderungen sind bis zum 5 Rovernber beim Amtsgericht I in Darmstadt Versammlung der deutschen Historiker. Frankfurt a. M., 4. Okt. (TH.) Der dritte Tag wurde gestern mit einem Dorttag Professor Steinackers- Innsbruck über ,3en- tralismus und Partikalarismus" cmgeteüet. Es folgte alsdann ein Vortrag Professor Has- hagens „Zur Geschichte der Menschenrechte. Als letzter Redner sprach Professor Dr. K autzsch- Franffurt a. M. „Heber die mittelrheinischen Dorne von Speyei-, Rlainz und Worms im Spiegel der deutschen Geschichte". Am Rachmittag hielt Professor Dr. Bittner einen Dort vag über „Das Schicksal der österreichischen Archive nach dem Zusammenbruch Oesterreich-HngarnS. Professor K ü n tz e l dankte dem Redner für sewe erfolreichen Bemühungen um die Erhaltung der österreichischen Archive bei den F.iedensverHandlungen. Der Redner wandte sich ferner gegen die Bestrebungen, das Archiv des ^ichS- kammergerichts in Wetzlar nach Potsdam zu überführen, und trat dafür em, daß es in Frankfurt aufbewahrt wird Eine entsprechende Gnffchließung nahm der Historiver- tag an. Geheimrat Professor E. Brandenburg-Leipzig sprach fobann Wer Die Hr» sechen des Weltkrieges". Im Anschluß daran wurde von der Versammlung folgende Reso^- tion einstimmig angenommen: Der deutsche Histvrikertag erklärt, die Frage nach der schuldhasten Verantwortlichkeit einzelner Volker Lander Parteien oder Personen für den Weltkrieg Tann die Wissenschaft nur nach Oeffmrng bet Archive der am Krieg beteiligten Machte durch gründliche und methodische Quellenforsch ing ent- । scheiden Die Beantwortung dieser Frage durch ein Aktenstück voy Diplomaten eines Siegeltaates i ist eine H n ge Heuerl ichke i t, die vordem In aller Weltgeschichte noch niemals gewagt " > erzwungene Hnterschrist unter das is des Versailler Vertrages (8231) Heft 12 weist Ion Leifs die Rotwendigkeit einer engeren Verbindung von Künstler imd Kritiker in sehr einleuchtender Weise nach Heft 11 ist als Bruckner-Sonderheft (mit reichem Bilderfchmuck) erschienen : es vereinigt die Rainen der bedeutendsten Bruckner-Forscher und besten Bruckner-Kenner in iic.) — Das Buch der American Drinks. Don Rich Andeck. (Hugo Steinitz, Derlag, Berlin W. 35 Preis 1 Mk.) — Rund 325 vorzügliche, vielfach noch ganz unbekannte Rezepte zur Bereitung der beliebtesten Mixed-DrinkS. Bei einigermaßen aufmerksamer Behandlung bet Ingredienzien wird man sich und seinen Freunden manch' köstliche Stunde bereiten. Das Buch ist sowohl für den Mixer wie auch für den Privat« gebrauch gleich wertvoll. — Hans Ruider, Bismarck und die öffentliche Meinung in Bayern 1862 bis 1866. Mit einem Titelbild: Lenbach, Bismarck. (Deutsche Geschichtsbilcherei. herausgegeben von M. Doeberl und Gg. ßeibinger, Band I) München 1924, Hugo Schmidt Derlag. Geheftet 4 Mk. in Halbleinen 5 Mk. Mit dieser „Deut- I fchen 'Gcschichtsbücherei" soll ein Rahmen ge- fchasfen werden, in welchem wertvolle Unter- suchungen wichtiger Fragen der Staats- and Kulturgefchichte Aisnahme finden. Gründlichkeit der Forschung soll sich mit ansprechender Darstellung vereinigen. Die Ramen der Herausgeber Geheimrat Prof. Dr. Michael Doeberl und Pros.' Dr. Georg Leidinger, Direktor der Sdaats- biblioißef in München, bürgen an sich für die wissenschaftlichen Leistungen, die in dieser wertvollen Bücherei Aufnahme finden. Als erster Band liegt vor: Bismarck und die öffentliche Meinung tn Bayern 1862 bis 1866. Das Buch führt uns hinein in eine Zeit der tiefsten Erregung des deutschen Volles, in die Jahre unmittelbar I vor dem Deutschen Kriege, als die deutsche Frage das ganze politische Leben erfüllte, „die deutsche Seele nach ihrem Körper rang". Die politischen Parteien Bayerns jener Jahre, ihre Führer, ihre Presse werden in ihrem Wollen und Wirken dargestellt, die politischen Ereignisse mit Bismarck als ihrem Mittelpunkt nach den neuesten Forschungen beleuchtet mb dann die Stimmen der Vollsmeinung hierzu gehört. Die Wege der öffentlichen Meinung in Bayern erweisen sich als Irrwege unter dem Schuhe eines starken Königtums hat die politische Größe Bismarcks auch dort sich auSwttken können. anzumelden. . e „ • O f f en b acher Gummiwerke K. Stveckicht A.-G., Offenbach. Die außer- ordentliche Generalversammlung beschloß die Liquidation. , _ * Aus dem Konzern der Ludwig- Ganz- A. G. in Mainz. Die der Ludwig- Ganz-A. G. nahestehende Kontinentale Dank- und Handels-A. G. in Mainz hat eine Generalversammlung einberufen, der der Antrag der Verwaltung auf Auflösung der Gesellschaft vorgelegt wird. Es ist kein Geheimnis, daß die Geschäfte der Bank nach der Entwicklung, die ziemlich bald nach ihrer Gründung im Jahre 1920 eintrat, ungünstig liegen und wenig Aussicht für die Aktto- näre bieten. * Durchführung der Kündigungen b e i D e u t s ch - L u x. Die Deutsch-Luxemburgische Dergwerks-A.-G. hat die in Aussicht genommenen Kündigungen von 4200 Mann ausgesprochen. Die Gekündigten sollen zum 15. Oktober entlassen werden. Mussolini ein Habsburger? 1 „Da gann m'r eener sagen, was ’r will, Drinz — II. hört s'ch doch ganz anners an, wie Ebert oder wie se sonst Heeßen", horte ich vorf einiger Zeit einmal eine Dame aus . Sachsen fagen, und zu diesem Gedankengang mag jetzt auch Mussolini gekommen fein. Schon vor vielen« Ma- naten hat dieser nämlich einen „berühmten" italienischen Heraldiker damit beauftragt, einen Stammbaum der Mussolinis airfzustellen. Der Heraldiker hat sich sofort mit allem Eifer ins Geschirr gelegt, um diesem hohen Auftrag nach- zukommen. Rach den genauen Feststellungen, die der berühmte Heraldiker gemacht hat, brauchen wir uns nicht mehr zu wundern, daß Mussolini zu einer so hoh en Stellung gekonimen ist, im Gegenteil, das Anrecht darauf wurde ihm gewissermaßen schon in die Wiege gelegt. Der findige Forscher hat nämlich ermittelt, daß die Mussolinis ein ganz uraltes italienisches Geschlecht sind und daß schon vor mehr als 900 Jahren ein Mussolini DogevonDene dig war. „Hebrigens", so sagt der berühmteHerakdikch? weiter, „sprechen auch noch andere Gründe dafür, daß die Mussolinis mit den Habsburgern verwandt sind." Auf fernen Eid kanndies 7085V - Al Ihre Garderobe (Herren-, Damen- u. Kinder- M A Kleider), Decken, woll. und seid. Vorhänge, n nmiaOn MO Gardinen, Federn, Handschuhe etc. etc. P ill lliO! mti Die meisten Gegenstände lassen sich durch U Ul UlUU UlU chemisches Reinigen oder Farben MM. km Laden: Marktplatz 18. Seltsame zlitterwochen. Vornan t>or. Am)ld Fredericks. 12. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Wie lange war Ihr Mick v-on ihm abge- wandl - solange Sie träumten?“ „Etwa eine Minute." „Nicht länger?“ x „Qle in." „Wie können Sie die Zeit so genau bestimmen?" «Ich bin sicher, bah es nicht länger war." „Um wieviel Uhr kehrten Sie nach Hause zurück?" „Etwa - etwa um ein Uhr, denke ich." Das Mädchen wandte sich, wi» um eine Bestä- tigung ihrer Anttvort zu erhalten, Frau Staple- ton zu „Es war ein Viertel nach ein Uhr," sagte Frau Stapleton bestimmt. „Es ji?l mir ke anders auf, da cs später als gewöhnlich war. Mary sollte Jack nicht später als um ein Uhr zum Essen zurückbringen." Duvall schrieb Zahlen aus ein Matt Papier: „Sie geben d.e Zeit, als der Knabe verschwand, auf halb zwölf Uhr an. Wie Sie sagen, suchen Sie ihn eine Stunde lang. Somit war es halb ein Uhr." Er sah forschend das Mädchen an. „Sie lamm um Viertel nach eins heim. DaZ heißt, Sie brauchten dreidiertel Stunden zur Rückfahrt." Er wandte sich an Frau Stapleton. „Ditte, lassen Sie Francois, den Chauffeur kommen." Frau Stapleton klingelte und befahl dem Diener, der erschien, den Wagenführer hereinzuschicken. Mary Lanohan sah Duvall währenddem mit nervösem Argwohn an. „Wir müssen länger nach iy-m gesucht haben, als ich dachte," sagte sie endlich. Duvall erwiderte nichts, er wartete auf den Chauffeur. Dieser erschien, ein kleiner, stark gebauter Mann, mit langen, kräftigen Armen und fruntlem Gesicht — offenbar ein Südsvanzose. Sein Aussehen war behäbg und unscheinbar, sein Benehmen das des wohlerzogenen Dieners. Duvall sprach ihn überraschend an. „Wie lange würden Sie brauchen, um von dem Pia. im Bois, an dem Jack geraubt wurde, hierher zu fahren?" Der Mann antwortete, ohne zu überlegen. „Zehn Minuten," sagte er ruhig. „Wieviel Uhr war es, als dies Mädchen", der Detektiv deutete auf die 'Wärterin, „Sie rief, nachdem sie entdeckt hatte, daß das Kind verschwunden war?" „Das kann ich nicht sagen." „Haben Sie keine Ahnung?" „Es muh um zwölf Uhr herum gewesen sein. Wir suchten den Knaben bis gegen eins, dann fuhren wir heim." „Die Wärterin sagt, es war haöb zwölf." Der Mann zuckte die Achseln. „Es mag sein. Ich achtete nicht darauf." „Was taten Sie gerade?" „Ich war eingenkft.“ Stapleton fuhr auf. „Eingenickt?" fragte er zornig. Der Mann nickte. „Es war ein heißer Tag. Ich hatte nichts zu tun. Zuerst las ich die Zeitung. Ich muh auf meinem öit) eingenickt sein, bis die Wärterin rief und der Knabe fort war." Duvall runzelte die Stirn. „Also können Sie nicht sagen, ob sonst irgend jemand in der Nähe Der Wärterin und des Kindes war, als es geraubt wurde?" „Nein, Herr Stapleton, das form ich nicht sagen." „Gut denn." Der Detektiv wandte sich an Stapleton. „Lassen Sie uns jetzt zu dem Ort fahren, wo sich all dies ereignete!“ Der Bankier erteilte dein Mann einen Befehl und dieser verlieh das Zimmer. Dann stellte er dem Mädchen weitere Fragen. „Letzte Woche wurden Sie eines schönen Tages plötzlich krank. Erzählen Sie uns, wie es zuging." Das Mädchen sah auf. „Es war sehr sonderbar,' sagte sie. „Ich ging spazieren. In einem Cafe der Rue St. Hoirore tränt ich eine Tasse Schokolade." „Allein?" fragte der Detektiv scharf. Das Mädchen errötete und stammelte. „Nein, ich — ich war mit einem Freund." „Mit wem?" „Einem — einem Herrn, den ich kenne." Sie sah ängstlich auf Stapleton. „Ich — ich würde seinen Namen lieber nicht nennen." „War es Alphonse Valentin?" fragte Duvall überraschend. Das Mädchen errötete noch mehr. „Ja," antwortete es kaum hörbar. Der Bankier sah sie erstaunt an und schrie: „Alphonse Valentin! Der Bursche, den ich letztes Jahr wegen seiner Unehrlichkeit fort jagte? Herr Duvall, das ist Ihr Nkainn!" „Nein, nein," rief die Wärterin erregt. „Er weih nichts von der Geschichte, rein nichts." „Das müssen wir erst noch sehen," bemerkte Duvall. „Wo trafen Sie diesen Valentin?" „In dem (Safe in der Rue St. Honvre." Hatten Sie ihn frort schon öfter getroffen ?- Ja." „Was taten Sie, als Sie das Cafe verliehen?' „Wir spazierten in die Champs Elysees und sahen plaudsrnd auf einer Bank. Plötzlich fühlte ich mich sehr unwohl. Valentin rief einen Wagen und schickte mich heim." „Bitte geben Sie mir die Adresse dieses Cafes!" Das Mädchen gab sie an. Als Duvall sie in sein Notizbuch eintrug, meldete der Diener, dah das Auto vorgefahren sei. Die Gesellschaft, bestehend aus Stapleton, Duvall und Mary Lanahan stieg fünfzehn Minuten später an dem Platze im Bois de Boa- lvgne aus, wo der Kindesraub stattgefunden hatte. Francois hatte Befehl, feinen Wage r genau dahin zu stellen, wo er damals gestanden - so genau er es noch wußte. Mary Lanahan führte die anderen auf den Platz, wo sie gesessen war. Es war allen sofort klar, dah si: i)i? Entfernungen in ihrer Erzählung geringer abgeschatzt hatte, als sie es tatsächlich waren, ^s war ganz unmöglich, dah das Kind von dem 'Punkte, den sie bezeichnete, zu den Bäumen geschleppt worden war, ohne dah hierzu beträchtlich large Zeit dur Verfügung stand — wenigstens fänf Minuten. Es war einfach ein Wahn, anzun-hmen. daß das Mädchen ihren Kopf nur einen Augenblick weg- gewandt hatte und dann, als si? um sich sah, das Verschwinden des Knaben cntCelte - jedoch beharrte sie bei nochmaliger Erzählung ihrer Geschichte mit so starrköpfiger Hartnäckiak it darauf, dah diese nur auf ihrem festen Glauben, sie erzähle die Wahrheit, beruhen zu können schien. (Fortsetzung folgt.) Und das Schweinchen wird immer dicker / Die Feinkostmargarine „Schwan im Blaaband“ mass doch wohl etwas ganz Besonderes sein! 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