Nr. 106 Erscheint täglich, äuget Bonn, und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: VietzenerFamilienblätter Monatr-Vezuorpreir: 2 Doldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern Infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richtewAnzeigerGieheu. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. T Erstes Blatt U4. Jahrgang Dienstag, b. Mai 1924 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichbett. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichö, auswärts 10 Eoldpsennig; für Ne- blame-Anzcigen u 70mm Breite 35 Goldpsennig, Plotzvorschrist 20°/n Auf. ch!ag. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton )r. Friedr. Wilh Gange; ür den übrigen Teil Ernst Blumschein; für der Anzeigenteil: HansDeck sämtlich in (Biegen. vni» vn» Verlag! vrLHI'sche Unlversilöts-Vuch- und Steinöniderci H. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Seschäfirltelle: Schnllttatze 7. ....... ■ —ru ..........nr, , M , i < Der deutsch-russische Zwischenfall. Die Vorgänge in der russischen Handelsvertretung. - Russischer Protest. - Deutsche Klarstellungen. Berlin, 5. Mai. (Wolff.) Dir Berliner rassische Botschaft hat im Auswärtigen Amt toegen der bereits gemeldeten Vorfälle in der rassischen Handelsvertretung eine Deschwerdeno e überreicht. Die Rote gibt zunächst eine Darstellung der Ceeignisse in der Handeisv.rtretung am Eams- lag vormittag. Kurz nach 10 Uhr sei der Gehilfe des Hausverwalters der Handelsvertretung Fomin zwei bewaffneten Personen begegn«!, die mit vorgehaltenem Revolver die Treppe hinauf» gingen. Fomin habe die beiden ersucht, ihm in Las Arbeitszimmer des Geschäftsführers der Handelsvertretung zu folgen. Dort sei festgestellt worden, daß es Polizeibeamte seien. Es sei ihnen erklärt worden, daß sie unrechtmäßig das Ex» territoialgebäude der Handelsvertretung betreten hätten. Der Aufforderung, sich zu entfernen, seien die beiden Beamten unverzüglich nachgekommen. Zwang sei nicht ange» wendet worden. Der Botschafter K r e st i n s k i sei alsbald von dem Geschäftsführer der Handelsvertretung über den Vorfall orientiert werden. Die Aote betont, daß für die russische Botschaft über die Gesetzwidrigkeit deS Vorgehens Ser Polizei- beamten kein Zweifel bestehen könne, und führt darüber li. a. aus: „Gemäß dem Wortlaut und dem Gesetz des Abkommens vom 6. Mai 1921 sowie des Rapollo» Vertrages stellt die Handelsvertretung einen un» trennkEs seien Schubladen und Schreibtische aufgeb.ocher worden, obwohl keine Aussicht bestanden habe, den entwichenen Gefangenen in den Schubladen zu finden, so daß die Durchuchung offenbar einen anderen Zweck verfolgt habe. Selbst die Arbeitsräume des Herrn Stomvniakoff, de: Mt° glied des diplomatischen Korps und Seiler der Handelsvertretung sei, seien gewaltsam geöfsnet worden. Dem Mitglied des Rates der Handelsvertretung F r i e d r i ch s v h n , der der Botschaft zugeteilt und im Besitze eines diplomatischen Aus° we ses sei, sei nach grober Bch.ndlung durch die P l Lei der diplomatische Ausweis abgenommen worden. Andere Mitglieds des diplomatischen Korps feien ebenfalls mißhandelt worden, eine An- Lahl Angestellter der HÄNbrlStzertretuna, darunter der GeschlflSsührer Postnikokf, s:i verhaftet und einige von ihnen in Handschellen nachdem Polizeipräsidium gebracht worden. Die Polizei habe das Gebäude der Hcmdelsrer- Irekung erst um 4,20 Uh- nack-mittags geräumt. Die Äote schließt folgcnLermah.n: „Tie Polizeibeamten haben sich geweigert, ihren Ramen anzugebet und dadurch die A.if- zeichnung Der angef.ch.cen und ähnlicher Fille von grober Verletzung der ünantaft« b a l. k e l t der Person relrächtlich erschwert. Leverts jetzt verfüge ich über eine ganze Anzahl von Tatsachen, hinsichtlich der absolut unzulässigen Handlung der Polizei einschließlich tätlicher Mißhandlungen von Angestellten. Die oben angefüh.ten Fälle dürften jedoch genügen, um Ihnen, Herr Rerchsminister, eine umsa,sende Vorstellung über die Trugmefte der Vorkommnisse zu geben tue sich gestern in den Räumlichkeiten der Handelsvertleiung ereignet haben. Ich behalte mir das Recht meine? Regi r in; vor, diejenigen Konsequenzen aus der Tatsache der ihr zugefügten schweren Beleidigungen zu ziehen, die sie für notwendig erachten wird. Schon letzt aber sehe ich mich veranla gt, im Anschluß an man« mündlichen Vorstellungen vom gestrigen Tage den entschiedensten Protest zu erheben gegen die stattgrfundene Haussuchung der Handelsvertretung gegen die eklatante Verletzung der diplomatischen Unantastbarkeit der Herren Stomoniakofi, Star- koff, Turosf, Friedrichsöhn, Fischmann, Fr. Bro- dowsli und anderer, ge^e i die gesetzwidrige Verhaftung einer Anzahl von Anges:ellten der Handelsvertretung, deren sofortige Frei- l a s s u n g ich selbstverständlich erwarte, und gegen sämtliche während der Durchsuchung vorgekommenen rechtswidrigen Handlungen." Der Botschafter Krestinski übersandte dem Ministerium des Aeuhern dann noch folgende Rote: Herr Reichsminister! Heute nacht habe ich die Verbalnote des Auswärtigen Amts vom 3. Mai Rr. 2840 erhalten, welche bereits in den heutigen Morgenzeitungen veröffentlicht worden ist. Der Inhalt dieser Rote hat mich in so hohem Grade überrascht, daß ich mich genötigt sehe, Ihnen, Herr Reichsminister, persönlich darauf zu erwidern. Der Hauptinhalt der Rote stellt die Wiedergabe der Aussagen der beiden Stuttgarter Polizeibeamten Grüner und K a ß n e r dar. Ihr Bericht ist außerordentlich unglaubhaft. Es ist sehr schwer verständlich, in welcher Weise die Polizeibeamten, die den Verhafteten von Stuttgart nach Stargard begleiteten und gezwungen waren, sich in Erwartung ihres Zuges einige Stunden in Berlin aufzuhalten, in Kaffeehäusern und Restaurants umhergehen, anstatt sich mit ihm aufs P o l i z e i a m t zu begeben. Es ist nicht weniger sonderbar, wie sie auf dem Wege vom Anhalter zum Stettiner Bahnhof in die Lindenstraße gelangen konnten. Schließlich bleibt es völlig unaufgeklärt, wie sie vor dem großen Geschäftshause, das durch Schilder als Handelsvertretung der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken gekennzeichnet ist, dem Verhafteten glauben konnten, daß sie in diesem Hause eine Erfrischung zu sich nehmen konnten! Läßt man di« Glaubhaftigkeit dieses Teiles des Berichts der Polizeibeamten außer Frage, so haben sie in ihren Handlungen so viel Fahrlässigkeit an den Tag gelegt, daß sie selbstwrr- stündlich das Disziplinär- oder sogar ein Gerichtsverfahren erwarten müßten. Bei diesen untergeordneten Beamten muhte in diesem Fülle das natürliche Bestreben entstehen, ihre Schuld zu vermindern, indem sie die Dinge so darzustellen versuchen, als ob sie nur infolge der ihnen gegenüber angewandtien Gewalt den Gefangenen hätten entweichen lassen. Jedoch Hingt die Darlegung der Stuttgarter Beamten, wie sie sich vor dem Gebäude der Handelsvertretung nebst ihrem Gefangenen unverhofft einfanden, so rätselhaft, daß sich unwillkürlich Mutmaßungen über anderweitige mir unbekannte Beweggründe aufdrängen, die die Schälte der beiden Beamten in unsere Räume gelenkt haben. Der letzte Tell des Berichts über die Vorkommnisse in dem Gebäude selbst ist absolut jeder Glaubhaftigkeit bar. Gleichartig kann die sachliche Wahrha tigfeit des Berichtes, der mir gestern vom Geschäftsfüh.-er der Handelsvertretung, Ingenieur P o st n i k o f f, erstattet wurde, und dessen Inhalt ich Ihnen mitgeteilt habe, Feneni Zw i el unterliegen. Auf der Treppe eines mehrstöckigen Hauses, das einige Hundert Zimmer zählt, lausen zwei unbekannte Zivilpersonen mit den Revolvern in den Händen herum. Der ihnen zufälllg begegnende Gehilfe des Hausverwalters, Herr Fomin, hält sie an und fordert sie auf, mit ihm zu seinem Vorgesetzten, dem Geschäftsführer Postnikoff mitzukommen. Der Angestellte hat damit nur seine Pflicht getan und jeder gewi senhafte Hausverwalter hätte unter gleichen Umständen, gleichviel, ob in einem deutschen oder ausländischen Hause, genau in der gleichen W.ise Vorgehen müssem Poltnikoff stellt durch Befragen fest, daß die beiden ihm vorgeführten Personen Polizei- beamte find und ersucht sie gemäß seinen. Dienstvorschriften, wonach er daS Hans der Handelsvertretung als exterritoriales Gebiet zu behandeln hat, das HanS zu verlassen, das sie auch ohne Widerspruch tun. Und im Angesicht dieser meiner Schilderung und gegenüber der zweifellosen llnglaubwürdigkeit der Aussagen der Polizeibeamten. nimmt das Auswärtige^ Amt in feiner Verbalnote de völlig g un'lo'ei und unglaubhaften Behauptungen der persönlich interessierten Beamten auf Treu und Gl utbe.i h n 1 Was das Vorgehen der Berit n e r P o l i z e i betraft, welch- in die Handelsvertretung eingedrungen unb dort eine brutale Haussuchung vorgenommen hat, so behauptet die Verbalnote des Auswärtigen Amtes in vollem Widerspruch zu Ihren Erklärungen, Herr Reichs- minifler, und In gänzlicher Mißachtung der mit der Union der ö. S. A. bestehenden Verträge, daß die Handelsvertretung keine Exterritorialität genieße, mit der zu mindest sonderbaren Begründung, daß sie nicht im eigenen, sondern in einem Miet hause untergebracht ist, und als Schilutzfolgerung aus dieser Behauptung recht.ertigt di- Verbalnote des Auswärtigen Am.es alle widerrechtlichen Handlungen der Polizei. Endlich auf meinen gestern mündlich er- h.denen Protest gegen die unerhört schroffe Verletzung der Rechte unserer Vertretung und auf die dadurch meiner Regierung zug. fügte schwere Beleidigung hin, hält es das Auswärtige Amt unter Bezugnahme auf meine Vorstellungen hin für möglich, Verwahrung einzulegen gegen das pflichttreue Verhallen der Angestellten der Handelsvertretung, ja es erachtet er für möglich, deren gesetzwidrige Verhaftung und den Versuch ihrer gerichtlichen Verfolgung zu rechtfertigen. Angesichts des oben Dargelegten sehe ich mich gezwungen, vom Auswärtigen Amt die eingelegte Verwahrung zurückzuziehen. Ich ergreife Verwahrung zurückzuweisen. Ich ergreife Ausdruck meiner ausgezeichneten Hochachtung zu übermitteln. Berlin, den 5. Mai 1924. gez. R. Krestinski. Reichsautzenminiftcr Dr. Stresemann hat die Rote des Botschafters Krestinski wie folgt beantwortet: „Herr Botschafter! Ich muß zunächst feststellen, daß für das Auswärtige Amt keinerlei (Veranlassung bestand, in die amt» licken Aussagen der beiden deutschen Kriminalbeamten, obwohl sie untergeordnete Dienststellen entnehmen, irgendwelche Zweifel Au setzen; ohne die Möglichkeit von Irrtümern In ben Aussagen derartiger Organe von vornherein ausschließen zu wollen, hätte ich jedenfalls erwarten dürfen, daß den Ihnen vom Auswärtigen Amt mitgeteilten Aussagen nicht lediglich a 11 g e » m e ine Hinweise auf ihre Unwahrscheinlichkeit, sondern die Angabe konkreter und tatsächlicher Umstände entgegengesetzt wurde. Derartige tatsächliche Umstände, welche die Aussagen der beiden ortsunkundigen Kriminalbeamten über die Art und Weise, wie sie in das Gebäude der Handelsvertretung gelangt sind, als unglaubwürdig erscheinen lassen konnten, vermag ich Ihrer Rote nicht zu entnehmen. Angesichts dieser Tatsache kann ich nicht umhin, mein Befremden darüber zum Ausdruck zu bringen, daß Sie es für richtig halten, mir nicht verständliche Vermutungen über anderweitige Motive für das Erscheinen der beiden Beamten in den Räumen der Handelsvertretung anzudeuten. Ich muß die Unterstellung, daß die Beamten aus persönlichem Interesse von der Wahrheit abgewichen waren, umso energischer zurüclwei- sen, als solches persönliches Interesse zum min- deften im gleichen Umfangs bei den auf russischer Seite beteiligten Persönlichkeiten vorliegt, die doch sehr wohl durch den Wunsch geleitet sein könnten, der Verantwortung für die Befreiung eines wegen Hochverrats in Haft befindlichen Kommunisten zu entgehen. Wie die von Ihnen weiterhin berührte Fraoe der Exterritorialität der Handelsre.trc- tung anlangt, so mochte ich feststelleiu daß die Meinungsverschiedenheit darüber, daß die völkerrechtliche Stellung der Handelsvertretung wrder durch allgemeines Völkerrecht noch durch die zwischen den beiden Ländern bestehenden Verträge festgelegt ist, bisher zwischen den Ve.tretern der beiden Regierungen nicht obgewaltei hat. Ter Standpunkt des Auswärtigen Amtes in dieser Frage ist zuletzt noch in der Verbalnote vom 21. März niedergelegt worden. Die Botschaft hat den Ausführungen dieser Verbalnote nicht wider- sprachen. Ich mochte bemerken, daß das Auswärtige Amt bei der Vertretung dieses Standpunktes auf die Frage, ob die russischen Außen- . Handelsorgane sich durch Miete oder anderweitig die Verfügung über die von ihnen benötigten Räumlichkeiten verschaffen, kein Gewicht gelegt hat. Bei dieser Rechtslage muß ich den Vorwurf der Mißachtung bestehender Verträge und der Rechtswidrigkeit der Bei Haftung ein g.-r nicht exterritorialer Mitarbeiter der Handelsvertretung als unbegründet zurückweisen. Allerdings ist es stets der Wunsche des Auswärtigen Amts gewesen, in der Praxis die Tätigkeit der Handelsvertretung durch 'we tgeh ade Verschonung mit Maßnahmen der vcllziehenden Behörden zu erleichtern. Dieser Wunsch lag auch meinen Erklärungm zugrunde und hat mich veranlaßt, für die alsbaldige Einstellung der am 3. Mai au3 Anlaß des Entweichens des verhafteten Kommunisten Dozon- h..rdt eingeleiteten Maßnahmen Sorge zu tragen. gez. Dr. Stresemann. * Von den in der rusiischen Handelsvertretung polizeilich feffgeiwmnrnen Personen sind heute 7 der Festgenommenen dem zuständigen Richter vorgeführt w rden. Gegen 5 v)n ihren hat der Richter Haftbefehl erlassen. Zwei andere Personen sind aus der Haft entlasten worden. Der neue Reichstag. Berlin, 6. Mai. (WDB.) Zur Stund« liegt folgendes vorläufiges amtliches Wahlergcd- nis vor: Verein. Sozialdemokrat. Partei 99 Abg. (173) Zentrum 62 „ (68) Deutsche Volkspartei 45 „ (66) Deutschnatioualc Volkspartei 99 „ (67) Tcutschdcmokratischc Partei 24 , (39) Bayerische Volkspartei 15 , (20) Kommunistische Partei 61 „ (15) Mittelstand u. Bayr. Bauerndd. 10 „ (4) Deutschhaunov rauer 5 „ (2) DcntichvölkischeFreiheitspartci32 „ (3) Landbuud 9 „ (—) Deutsch'Soziale Partei 4 „ (—) Zusammen 465 Adgeordn. Die Blätter nehmen an, daß das endgültige amtliche Wahlergebnis erst in etwa 12 Tagen zu erwarten sein wird. Dann werden zunächst die Abgeordneten znr Bildung von Fraktionen zusammentreten. Der Zu- sammentritt des Reichstags dürste kaum vor dem 20. Mai ftattsindcn. Schließt sich der Landbund, der mit seinen neun Abgeordneten keine eigene Fraktion bilden kann, der Deutsch- nationalen Volkspartei an, so dürfte diese als stärkste Fraktion den R e i ch s t a g s p r ä s i d e n- tcn stellen. Die gestern als endgültig mitgeteilte« Ergebnis seimhes fischen Wahlkreis haben noch nicht ganz unwesentliche Derände- rungen gebracht, so daß sich folgendes Bild ergibt: Sozialdemokraten 180 357 (179 800), Deutsche Vollspartei 66 766 (94 755), Kommunisten 56 913 (3014), Demokraten 45 723 (63 873), Deutschnationale 37 574 (83 224), Zentrum 95 104 (95 536), Dölk.-soz. Block 17 894, Hess. Bauernbund 86 857. Bei der Dergleichsetzung mit den in Klammern gesetzten Ergebnissen der ReichStagswahl 1920 ist natürlich zu beachten, daß damals der Hess. Bauernbund und die Deutschnationale VolkSparter eme gemeinsame Liste aufgestellt hatten. Es stehen also den 83 224 Stimmen von 1920 insgesamt 124 431 Stimmen gegenüber. Don hessischen Kandidaten werden dem neuen Reichstag wiederum angehören: Deichsmmister a. D. Dr. Decker (D.D.-P.), 2lbg. Dorsch (Dbd.), Staatspräsident A l r i ch (Soz.), Reichsminister cl D. Dr. David (Soz.), durch Listenverbindung mit Hrssen-Rassau Pfarrer Korell (Dem.) und Dr. Quessel (Soz.). Reu gewählt ist Dr. DockiuS (Zentr.) für den aussch-eidendea Minister von Brentano. Auch der deutschnationale Spitzenkandidat Professor Dr. Werner wird voraussichtlich gewählt fein, da er neben der Wahl- kreisstelle auch noch auf der Reichswahlliste an 6. Stelle steht und hier vermutlich dadurch höher rückt, daß eine Reihe seiner Vordermänner, wie z. B. Großadmiral von TirPitz in München, in ihren Wahlkreisen gewählt wurden. Chequers. Tie Konferenz der belgisHen Minister TheS- nis und Hymans mit Ramfay Macdonald in C h e q u e r s bei London ist von den amllichen englischen Stellen als diplomatisches Gehllmnis bchrnd:lt worden. Zugegen waren bei der Besprechung nur der Schatzkanzler Snvwden und ein Vertreter des britischen Aahenamts. Da aber solche Geh imd'plomatie heutzutage, zumal ku ch eine Arbeiterregierung, nicht mehr gut aufrechtzuerhalten ist, bringt die englische Presse alles Wesentliche darüber. Darnach sind die Belgier natürlich nicht nach London gereift, um Höflichkeitsbesuche zu machen oder akademische Unterhaltungen zu führen. Sie sind auch nicht g.kommen, um den belgischen Gesichtspunkt bezüglich der besten Mittel zur Durchführung des Dawts- planes klarzuslellen, sondern vielmehr um den französischen Standpunkt in lieber tnftim» mung mit den gegensätzlichen enzlischm Anllchten zu bringen. Die Belgier erschienen also zwar als selbständige Unterhändler, im Grunde aber doch als Beauftragte Poincarss, mit dem sie in ebenfalls „geheimen" Besprechungen ton- feriert hatten. In den französisch-belgi:ch?n Verhandlungen hatte Pvincars die Beibehaltung des Cisenbahnregimes in Rhtinland und Westfalen gefordert und Vorbehalte bezüglich der Micum- terträge gemacht. Er begründete seine Eisen- bahnforderung mit der Rvtwendigkllt, d c Scher- beit Belgiens und Frankreichs sowie die Sicherheit der Besatzungstr-uppen zu gewährleisten. Es ist nun schw.r zu glauben, daß die Belgier angesichts der ftcmzösischen IlnerbittliHkeit die Pariser Verhandlungen abgebrochen Haden, um sich ganz in die Arme der englischen Polllit zu Werfen. Vielmehr dürste der btiaifd» Dermitt- mngSvorfchLag tm besten Einvernehmen mit PoincarS zustande gekommen fein. Der Dorschlag beilangt, kurz gesagt, das) dem Inter- alliierten Ausschuß zur Lleberwachung der deutschen Reichsbahn die TefugniS übertragen werde, über die Verkehrs technische Sicherheit der Desahungstruppen zu wachen. Das klingt sehr entgegenkommend, und die belgischen Mi- nister sollen versichert Haden, sie seien der Heber» aeagung, daß der Vorschlag PvincarSs Vorbehalte hinsichtlich der Anwendung des Dawes- planes und des Austausches der allgemeinen Sicherheiten gegen Aufgabe der Ruhrbesetzung hinfällig machen werde. Um nicht die Absicht dieser Maklertätigkeit merken zu lassen und dadurch zu verstimmen, brachten die Velgier noch weiteren Unterhaltungs- stvfs nach Chequers mit. So den Plan eines großzügigen wirtschaftlichen Wiederaufbaus Deutschlands, ausgestattet mit Vorschlägen Theu- nis', die für England außerordentlich schmeichel- fcaft gewesen sein sollen. Man sprach auch über die vorgesehene Anleihe für Deutschland und über die Mitwirkung der Vereinigten Staaten bei dem Wiederaufbau Europas. Aber die Engländer denken bei solchen Unterhandlungen viel Ku nüchtern und sachlich, um nicht zu merken, worauf es einzig und allein anfam: auf die Ruhr- Räumung und den Wider st and Poin- carSs gegen diese unbedingte Forderung des Sachverständigen-Gutachtens. Den belgischen Ministern wurde also bedeutet, daß für die englische Regierung nur solche Konzessionen an Belgien und Frankreich in Betracht kommen, die den geschlossenen und einheitlichen Charakter des Dawesplanes nicht beeinträchtigen. Mit anderen Worten: Macdonald und seine Berater blieben fest. Der belgische Vermittlungsvor schlag, der nichts anderes war, als ein französischer Versuchsballon, ist in Chequers abgewiesen worden. Sehr wahrscheinlich hat Sir Ramsay Mac- do'nald bei dieser Gelegenheit den Belgiern einmal gründlich die Wahrheit über Poincar^s Sa- botagepolitit gesagt. Der englische Premier hatte eine Woche vorher in Windsor mit dem amerikanischen Botschafter über die Mitwirkung der Vereinigten Staaten an der europäischen Reparation gesprochen, also über das Thema, bas auch die Belgier in Chequers anschnitten. Und was erzählte Macdonald? Der „Daily Telegraph" hat es ausgeplaudert: Bevor die amerikanische Bankwelt unter Fühlung Morgans an ihre Aktion zur Stützung des Frankenkurses im März heranging, wurden PoincarH, mehrere Mitglieder seines Kabinetts, Tarthou und tine Anzahl nicht im Kabinett vertretener Poiteiführer gefragt, ob sie bereit seien, die Beschlüsse der Sachverständigen Mizunehmen. S.e antworteten alle vorbehaltlos mit Ja! Dann erst gab Morgan das Geld und die Washingtoner Regierung ihre Zustimmung. Was sagt man am Quai d'Orsay in Paris zu dieser vortrefflichen Enthüllung? Run hat Herr Poincars wieder das Wort und er wird mit feinen wahren Absichten nicht länger Hinterm Berge halten dürfen, Belgiens Dermittlungsakrtion. London, 6. Mai. (WTB.) Zum Besuch der belgischen Minister in ChecquerS schreibt der „Manchester Guardian'", Belgien sei an .Frankreich durch seinen B e r t r a g, an die anderen drei Mächte durch seine Interessen gebunden. Es wünsche die letzteren zu wahren, ohne den ersteren aufzugeben. So stehe es in jedemLagermiteinem Fuß und könne nur Erfolg haben, wenn es beide Parteien zusammenbekomme. Dies sei der Zweck der augenblicklichen Bemühungen der belgischen Minister. Der Eifer, mit dem Belgien den Dawesbericht angenommen hätte, sei ein unmißverständliches Zeichen dafür, daß Frankreich nicht länger auf die bedmaungslose Unterstützung seines belgischen Alliierten rech - nen könne. Der Dawesbericht bilde einen Sammelpunkt für alle die Kräfte in Europa, die füx eine Politik der Mäßigung eintreten. Mit ihrer Unterstützung sei Belgien zum ersten Malerin der Lage, einen wirklich unabhängigen Einfluß auf den Gang der Ereignisse auszuüben. Die englische Presse zum Wahlergebnis. London, 5. Mai. (WB.) Die Abendpresse Beurteilt das Ergebnis der deutschen Reichstagswahlen hauptsächlich vom Standpunkte ihrer Auswirkung auf die Frage der Annahme des Sachverständigenberichts durch Deutschland. Als Hauptmerkmal der Wahlen bezeichnen die Blätter den Erfolg der Deutschnationalen. Viel beachtet wird auch die große Zunahme der kommunistischen Stimmen, sowie die Tatsache, daß der Erfolg der äußersten DNpnr MWWsWib Ein Roman aus dem 21. Jahrhundert von Hans Dominik. 83. Fortsetzung. (Aachdruck verboten.) Eine allgemeine Weltkonsevenz würde über die schwierige Frage entfche den muffen, wie und wo diese so scharf in den Gang der Rotur eingreifenden Mittel arbeiten durften. Bisher war jedoch von einer Einberufung einer solchen Konferenz nichts bekannt. Bereits regten sich Stimmen, die Europa beschuldigten, das Mittel für sich allein und zur Verfechtung imperialistischer Ideen behalten zu wollen. Rur das war bekannt geworden, dah die Analysen und die genauen Beschreibungen der Verfahren an wohlgesicheiten und versteckten Orten aufbewahrt seien. Und auch dies war nur geschehen, um der Welt das Zwecklose eines etwaigen Attentates auf den Erfinder klarzumachen. Am Dismarckdamm in Berlin stand Wellington Fox vor dem Palast der E. S. C. und wartete auf Georg Isenbrandt. Die Herbst sonne stand schon tief und vergoldete das rote Laub der 6trabenbäume, als der Erwartete endlich aus dem Gebäude trat. »Das hat ja lange gedauert, Georgi" »Oh, entschuldige, Fox. Aber die Sitzung war von großer Wichtigkeit." »Schadet auch nicht viel! Es fiel mir, während ich hier wartete, so mancherlei von bem ein. was sich ereignet hat, seitdem ich das letztemal hier stand. Ein schicksalsveicher Sommer! Und vieles von dem, was geschah, seitdem wir uns trennten» -Kelten ihren Erwartungen nicht entspricht. »Evening Standard" schreibt, bei der Bildung der neuen Regierung würden die Deutschnationalen der entscheidende Faktor fein. Dagegen fei die Stellungnahme des neuen Reichstags zu dem Sachverständigenplan unsicher. »Star" häll eine Kvalitionsmehrheit zugunsten des Sachverständigenplanes für gewiß. — »Manchester Guardian" schreibt, glücklicherweise könne kaum ein Zpeisel darüber herrschen, daß aufjeben Fall eineMehrheit für die Annahme des Berichtes vorhanden sein werde. Zum ersten Male seit dem Kriege würden Deuschland Bedingungen zur freien Wahl vorgelegt. Deutschland sei nicht verpflichtet, sie anzunehmen. Wenn es sie aber annehme, so müsse diese Entscheidung von der unbedingten Entschlossenheit getragen werden, feinen Anteil daran durchzuführen. Der Eindruck in Paris. Paris, 6. Mai. (WTB.) Zum Ergebnis der Reichstagswahlen schreibt der »Mattn«: Die Hoffnung, die man hatte, Deutschland werde sich in loyaler Auslegung des Versailler Vertrages zu einer Demokratie entwickeln, war durch die Wahlen von 1920 bereits stark erschüttert worden. Die vorgestrige Abstimmung hat dies vollständig bestätigt. Die Anhänger der Gewalt im Innern und der Abenteurer nach außerhalb haben triumphiert, sowohl auf der äußersten Linken wie bei den Bürgerlichen. Man wird uns vielleicht sagen, man müsse sorgsam unte^cheiden und darauf Hinweisen, dah Abgeordnete wie H e r g t sich für die Annahme des Sachverst ändigenberichts ausgesprochen hätten, während die Arier und die Altdeutschen von der äußersten Rechte davon nichts wissen wollten. Das sind nur Avancen, die im großen Ganzen keine große Bedeutung haben. Alle beiden, und man könne hinzufügen auch ein Teil der Volk spartet, habe sich während der Wahlkampagne gegen den Versailler Friedensoertrag ausgesprochen. Jedoch kann man nach dem ersten Eindruck bis zum Tragischen gehen. Eine Tatsache wird aber die Meinung der öffentlichen Welt in Staunen setzen, das ist, daß inhenProvinzen, die Frankreich beseht hat, die Anhänger der Revanche nicht den Erfolg gehabt haben, den sie erhofft hatten. Das »Petit Journal" schreibt: Die Sieger des Tages sind die Seutf^nationalen und die Kommun ist em Welches auch die Lösung für die Blldung eines Kabinetts sein mag, so werden die extremen Parteien den Satt angeben und besonders die Kommunistische fpartei, die je nachdem sie sich auf die eine ober andere Seite schlägt, die Rechte ober bi; Linke matt setzen kann. So ist also ber Sachverständigenplan dem Wohlwollen von Moskau ausgesetzt. Auch die »Jour- nee industrielle" weist in ihrer Betrachtung auf die Dedeu tung des Reparations- pro blemes hin und fragt, ob das Ergebnis der Wahl es schwieriger gemacht habe. Das Blatt der französischen Schwerindustrie schreibt: Wir glauben das nicht, weil die Annahme oder Ablehnung Deutschlands in dieser Frage nicht von politischen, juristt- schen oder sentimentalen Erwägungen abhängt, sondern von einer Ausbilanzierung der Rotwendigke i t en und der Chancen und endlich, weil in Deutschland w'.e in anderen Ländern nur die Rationalisten es siird, die ber öffentlichen Meinung gewisse Konzessionen oder Verzichte nationaler Art annehmbar machen kann. Wenn es wahr ist, daß Deutschland sich der demokratischen Etikette bedient, um seine Gläubiger milde zu stimmen, bann kann man, ohne Paradox zu fein, sagen, daß an einem Tage, an dem es diese Etikette verletzt, es ber Ansicht ist, das die Illusionen der Gläubiger verschwanden sind. — Die »Liberty" schreibt, aus den bis jetzt bekannten Ergebnissen lasse sich erkennen, baß die republikanische Idee in Deutschland keine sehr tiefen Wurzeln habe. Die Völkischen hätten nicht dik von ihnen erhoffte Stimmenzahl erhalten. Es feien die politisch klügeren Deutschnationalen, die auf der Rechten die Oberhand behalten batten. Für Europa und für Frankreich liege darin kein Vorteil. Diejenigen Deutschen, die systematisch auf die Wiedererhebung ihres Landes hinarbeiteten, und die es verstanden, wenn nötig, nachzugeben, feien bei weitem gefährlicher als die Ueberfpannten. Rücktritt des bayrischen Kabinetts. München, 5. Mai. (WB.) Der bayrische Mi» ' nisterpräsident von Knilling hat an den Präsidenten des Bayrischen Landtages Königsbauer folgendes Schreiben gerichtet: Sehr geehrter Herr Präsident! Rach § 58 der bayrischen Verfassung i wird das Gesamtministerium durch den Landtag bestellt. Der Landtag, aus dessen Bestellung das gegenwärtige Ministerium hervorgegangen ist, ist aufgelöst und an seine Stelle tritt nunmehr nach Vollzug der Reuwnhlen in ganz Baiern der künftige Landtag.' Zn älebereinftimmang mit den .übrigen RegierlmgSmttgliedern ertiare ich deshalb immens des GesamtministeriumS feinen Rücktritt. Die Mitglieder des bisherigen Kabinetts werden entsprechend der verfassungsmäßigen Verpflichtung die Geschäfte bis zur Bildung eines neuen Ministeriums wekterführen. Mit der Der ich.rang Ziehung sogar ein Vorteil. Man ließ deswegen davon ab, ihm wegen gewisser Konspirall-onen den Prozeß zu machen. Ich habe mich auf Helens Bitten in diesem Sinne sehr bemüht . . ." »Lind da du, alter Freund," vollendete Georg Isenbrandt lachend, »neuerdings einiges in den Staaten zu bedeuten hast, ist dir das natürlich glänzend gelungen.“ »Spotte nur, alter Junge!" lachte Fox. »An ber Wiege von August Wilhelm Fuchs in Berlin an der Panke wurde allerdings nicht gelungen, was aus Archibald Wellington mal werden könnte. Mein teuerer Schwiegerpapa bedauert täglich, daß ich nicht in den Staaten geboren bin. Sonst wäre mir nach feiner Meinung bei Präsidentenfluhl sicher. Heber meine Absichten für bie Zukunft wußte er bisher noch nichts Gewisses. Erst jetzt, nachdem ich mit mir klar bin, will ich ihm damit kommen. Erst mußte, ich sicher fein, baß meine Pläne deine Unterstützung finden." »Die hast bu, Foz." (Fortsetzung folgt.) bleibt noch zu erzählen . . . Wird, wenn ich es an meinem Stoff messe, lange Abende am Kamin der Frau Maria füllen. Ich denke, wir gehen den Weg zu deiner Wohnung an diesem schönen Herbsttag zu Fuß." Sie bogen von bem hohen Damm zu bem tiefergelegenen Havrlufer ab. das mit einem Kranze stattlicher Landhäuser besäumt war. Wellington Fox begann, während sie langsam der sinkenden Sonne nachschritten: »Denk btt nur, vorhin erhielt ich die Rach- richt aus Amerika, daß es dort immer noch unter der Asche glimmt In den Südstaaten gibt es immer wieder Zusammenstöße zwischen Schwarzen unb Weißen. Der Widerstreit scheint nicht zur Ruhe kommen zu wollen." »Wttb nie zur Ruhe kommen!" warf Isen- branbt ein. »Die Kluft zwischen den Rassen ist zu tief. Keine Drucke führt darüber. Es handelt sich um ein kategorisches Entweder — Oder. Einer muß weichen!" »Du hast recht, Georg. Aber das ist leichter gesagt als getan. Man kann doch nicht die sämtlichen schwarzen Bürger ber Union auf Schiffe verfrachten und nach ihrer Heimctt Afrika zurück- schicken." „Ratürlich nicht! Aber man muh die Bestrebungen unterstützen, bie schon lang? unter den Schwarzen der Union im Schwange sind. Was man vor 150 Jahren im kleinen in Ciberiz» machte, muß man im großen Stil wiederholen. Die schwarze Intelligenz muh dabei den Anfang machen. Sie findet in der neuen alten Heimat ein unendlich viel reicheres Betätigungsfeld. Ich bin auch fest überzeugt, daß bet bem immer stärker werdenden Rassenbewußtsein und Sttlz J.lllllllllullllll MNfflWWMWWKWMMWMMW Mai 1924 Gießen (Ttoonftr. 82) Erlangen STO3D Braune Damen-Halbschuhe, bestes QQQ Fabrikat, modern..............Q Rahmen-Chevreaux-Damenstiefel 4!j50 Lackkappe, gute Qualitäten, 12.75 IU Prima Boxkalf-Herren-Halbschuhe 4 EOQ Beste Verarbeitung h’spitz u. rund IU 3694D Günther-Wilhelm HüHMifliminiiiiiinnrnrii WWMMM MWMMIIH1 3696D Bcdcvteiid.MliriiarinksabnkMittkÜStiiAIaiids sucht für 3650A Band II 4 Cl«.,'-Her!inä®'ea(tb 15a. 2670sa ■■ if piAnos=ijARmoniums J...JIII . H & Flügel Ä1AUGUST FÖRSTER iniiiiijiiiiuiiiiiiiiiuiii des uns Xp698a ■am» T«ttrer Wteoerhetrntt Ubr, werden in d.Tnrn bolle,St'iustr. (am Qswaldsgartcu) versteigert: 2 Sofas mit je 2 Scffcl, 1 Bücherschrank. 1 Regulator, Kommoden, Sllcibcvidiränfe, Berti kowsKüchen- it. and. Schränke, Tische, Stiiblen, Betten (komvl.) u. sonst. Möbel. sowie: Bettzeug, Terken, Tiicher, Borbäng.Porticr., Spiegel, Nipv- u. Anistcllsgch., Porzellan und sonst. Kiichcngcschirr u. vcrsch. Andere, sodann: Holt, tXob- lcn, Kartoffeln, auhcrdem: > Sdiä- serbnnd m.7Jnng. tu. Stammbaum'). Besichtigttug von 11 Ubr ab. Versteigerung bestimmt. ST8sD L. Aitlsoff, Gerichtstarator und Auktionator. Wer nimmt 1 Jahr altes Kind (Junge! in liebevolle Mge? ©dir. Angebote unt- 019840n d. Gieh.Anz- Wer nimmt 2Monat alten jungen in ante Pflege? Schriftl. Angebote mit Preis unt. 019845 an den Giehener Anzeiger erbeten. Die Beleidigung gegen gron Ärütner in der Siedlung Licherstroßenehme ich mit Bedauern zuruch. otnssi Wilhclm Bltütt Nieder-Scheldten. E. Brill.- MW verloren! Geg. Belohn, abzug. Moltkeitr. 2HI. Ruadlonk- haus Löberftraste 12. 8.30 bis 11 Uhr: iililaliee. Inen und HarmoD.-KoDzerl anlchliehend enol.Slationnn 3651a W- tecliiile. Das nette Semester beginnt Montag, den 12. Mai. 'Arbeitsplan in den durch Aushang bezeichneten Ge- schatten und aus der Geschäftsstelle der Bolksbochsdntle (Löberstrahe 26 II) kostenlos. [3672v iillwocli 7. Mal abends 81/» Uhr, im Kausm.Berein^haus IGo^atsversamtaluna 3W?V Der Vorstand. Bürger- ™ Gesellschaft. Mittwoch, 7. Mai, SV, Ubr. im Katholische» Vcreiusbausc: Wiederbegirrn d. Damenstttgstundt Vortrag Pros.Mnckermanu Neue Aula Dienstag, den6. Mai Vererbung u. Menschenlos. nrv Dor heutigen (sicsamtaitstage liegt ein msr Prospekt der ßixnta Ptsialozzlbuch- W iiandlnna Hdaka &Co.. Kalle e.d.8., bei, Dinr Settenho Beuern Dirllar ] Hungen Inheide Kesselba Älein»2i Langd Lang-Gt fiangibo Lauter Leihgestet LichniilH Colnh Wühk Lindenstt Lollar. Londorf Lumda Mainzlar Münster Wuschenh W Hitbet-I Honnent Kaubrini Sberstad Ärnsl glting^1 Sarbenle Seilshau Sieben Göbelnrc Groben.- Srohen.1 Grünber Ä'lendot Sendor Lllerlsb^ Ölnneroö DellerSh (Lellersv Obbornh Ober-D« Ober-Hr Oöenha'. Appe Lppenroi Quecföor; Aabettsh Singi Äelnharv Aeistirche Todheim Graß Rödgen . Röthges, Wdings Rullersha Kirchbr Laasen mi bach.T und L Liangenro Liausenbe Friede! Lieinbach birinheiir vlockhaus Trais.Hc Treis a.: Trohe. Me. Dilli'ngeti Dahenbc m Steink Deickarts Deitershc Dieseck Die gg th ■ ?«»!t «I gÄ S' R & M toiiii« m. 106 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (Eeneral-Anzetger für Dberheffen) Dienstag, 6. Mat 1924 Die Reichstagswahl 1924 im Kreise Gießen. Bei den alten Parteien in Vergleich gestellt zur Reichstagswahl 1920. Sozialdemokrat. Deutsche Deutsche Bund Deutschn.Volksp. u. völkisch-vaterländischer Block uern- cheinh. schäft ozialer ck £ did 5 5 ö. 6 4 5 ’s Ungültige Stimmen Ort: Partei Dolkspartei Kommunisten Demokratische Partei Haeutzer- Hess. Da bundu.R Dauern s io F? Mit blefen i zu oergle Hess. Vol Hess- Da Zentrum U. ö. P. II D Bund d. Q ZZ D Insgesai abgegebi 6. 6. 20 4.5.24 6.6. 20 4.5.24 6.6.20 4.5.24 6.6. 20 | 4.5.24 4.5. 24 4.5. 24 4.5.24 4.5.24, 6.6.20 6.6.20 4.5. 24 6.6.20 1 4.5.24 4.5.24 4.5.24 4.5. 24 Albach .... 13 84 5 3 2 _ 3 _ 2 102 102 46 196 Alendorf a. d.L. . 66 141 8 17 — 65 17 11 — 63 111 2 168 _ _ 173 4 1 415 Allendorfa. d. Lda. 155 139 57 60 — 15 12 24 1 49 283 5 312 _ 1 40 6 1 1 588 Allertshausen . . 56 49 5 — — 6 5 1 _ 7 48 1 49 _ 2 7 3 117 Alten-Buseck . . 250 284 14 10 — 61 16 11 — 39 231 4 247 _ 107 3 1 644 Annerod .... 157 146 7 13 — 8 19 7 — 9 136 3 144 _ — 21 1 323 Bellersheim . . 99 76 13 7 — 1 19 13 — 7 195 5 144 _ _ 8 1 2 3 310 Beltershain . . Bersrod mit 49 29 35 12 — — 2 3 — 5 64 1 45 — — • 12 — 3 120 Winnerod . . 75 80 30 4 — 3 — 3 T- 29 117 3 97 5 2 15 4 245 Dettenhausen . . 15 9 4 3 — 1 2 — 60 102 2 160 17 2 _ 1 181 Beuern .... 162 152 23 12 — 35 32 29 — 28 255 11 279 _ 1 30 3 — 1 527 Birklar .... 101 105 — 3 — — 12 18 — 12 89 18 101 8 5 31 5 255 Burkhardsfelden . 83 81 48 14 — 6 2 1 — 21 134 1 149 28 1 1 264 Climbach . . > 26 19 6 1 — 5 1 1 — 18 58 74 _ _ 15 2 _ 104 Daubringen . . 176 180 4 46 — 84 142 51 1 26 35 6 83 _ 56 4 5 2 1 443 Dorf-Gill . . . Eberstadt mit 17 2 12 3 — — 9 2 — 48 180 — 172 — — 7 1 1 1 2 240 - Arnsburg . . 53 36 24 10 — — 11 3 1 33 181 7 190 1 7 _ 15 287 Ettingshausen . . 43 35 3 7 — 3 1 3 — 28 173 13 230 _ 9 6 1 271 Garbenteich . . . 135 292 9 15 — 24 12 27 11 118 3 113 1 _ 151 17 _ _ 510 Geilshausen . . 79 21 50 15 — — 10 11 — 6 115 1 102 _ 2 171 Gießen .... 2789 3522 4950 3792 34 1271 2263 1585 11 2909 36 1016 1840 767 772 3076 81 227 177 10 15473 6 Göbelnrod - . . 8 9 2 2 — 3 5 3 — — 96 2 103 13 6 2 123 Grotzen-Buseck. - 269 369 44 23 — 27 99 91 1 67 407 13 439 2 2 109 6 _ 1 3 1010 — Grotzen-Linden 409 543 119 105 — 60 50 55 — 323 20 17 291 2 2 297 21 17 5 1168 _ Grünberg . . - 231 105 314 178 — 25 153 34 — 89 237 260 262 14 27 71 12 21 20 1 1009 Grüningen . ° . 95 57 2 1 — 41 13 6 1 36 136 3 206 41 2 1 284 Harbach .... 26 12 2 1 — 13 1 — — 67 61 10 138 — _ 9 _ 12 176 Hattenrod . . . 37 46 2 4 — 2 4 3 — 16 112 7 138 _ _ 14 _ _ -_ 190 _ Hausen .... 106 117 19 7 — 51 10 7 1 6 54 4 52 — 1 71 5 _ _ _ 253 — Heuchelheim . . 522 584 65 73 — 211 96 107 — 32 232 13 260 5 6 360 17 — 3 5 1300 1 Holzheim . . . 166 148 30 4 — 1 22 14 1 192 281 5 420 3 9 3 — 652 Hungen .... 251 234 203 172 2 17 198 128 — 120 141 15 157 10 21 24 3 6 10 _ 874 Inheiden . . . 106 105 9 3 -- — 18 15 — 8 89 2 71 2 12 2 1 3 228 — Kesselbach . . . 129 30 19 13 — 4 35 36 — 23 36 3 32 2 — 5 _ 1 1 147 _ Klein-Linden = . 327 353 73 97 — 64 103 72 — 183 98 i 37 233 4 6 150 5 2 4 16 937 — Langd .... 79 75 13 4 — 1 4 — — 16 205 j 3 197 1 2 2 2 309 Lang-Göns . . . 344 253 53 36 — 37 15 23 — 286 215 19 484 3 6 62 5 2 6 3 895 Langsdorf . . . 65 50 31 29 3 5 96 58 — 38 270 4 226 1 13 1 1 1 463 Lauter .... 62 17 14 3 — 7 — 2 — / 11 108 25 118 3 1 9 2 1 179 Leihgestern . . . Lieh mit HofAlbach 233 222 35 25 — 73 25 15 — 138 155 6 266 5 4 214 17 — 4 667 Colnhausenund Mühlsachsen . 280 375 263 200 _ 45 269 127 _ 125 185 61 197 11 29 166 10 8 7 3 1181 Lindenstruth . - 33 78 3 5 — 4 5 1 — 4 60 — 61 33 152 Lollar..... 480 536 82 116 2 49 208 105 — 64 100 12 114 4 8 144 4 49 3 6 1052 — Londorf .... 234 111 45 45 — 10 57 51 — 60 94 9 68 8 3 14 3 4 13 26 — Lumda .... 79 62 3 12 — — - 6 1 2 1 85 1 93 — 7 6 — Mainzlar . . . 119 94 4 15 — 6 16 12 — 9 144 11 152 8 ■ 2 1 296 Münster .... Mufchenheim mit 28 23 12 5 — 5 5 — — 13 52 8 51 — 10 — — 1 1 104 Hof-Güll . . 58 82 23 12 — 6 11 7 — 27 160 4 147 04» 43 1 MM 299 _ Rieder-Bessingen. 23 24 8 16 17 3 2 — 11 73 4 67 1 27 2 2 152 Ronnenroth . . 49 18 10 3 — — 13 8 1 1 102 2 96 2 8 145 _ Obbornhofen . . 170 171 3 8 —» 5 4 5 — 3 137 1 108 5 1 _ 2 333 _ Ober-Dessingen . 39 23 5 5 — — 15 4 — 8 106 6 121 1 _ 3 156 _ Ober-Hörgern . . Odenhaufen mit 13 6 5 — — — 4 — — 88 107 10 206 — — — — — 1 212 — Appenborn. . 48 28 23 11 — 3 5 1 — 19 53 6 58 — 2 2 4 127 Oppenrod . . . 12 13 2 1 — 3 2 — 5 82 1 87 — 10 — — 107 Queckborn . . . Rabertshausen mit 63 54 5 4 — 1 — 3 — 12 185 5 152 — 1 4 1 1 1 1 271 Ringelshausen 12 5 3 6 — — 3 — 6 50 1 58 — —CT —- —— _ ■ 71 — Reinhardshain 25 8 7 7 — — 7 — — 4 88 3 111 2 1 1 —V — — — 112 Reiskirchen . . . Rodheim mit Hof 122 163 19 26 — 13 20 28 — 21 127 2 154 53 1 2 — — 383 - Grah .... 64 51 7 — — — — 3 — 30 96 6 105 — 4 — — — — 186 — Rödgen .... 139 137 8 16 — 30 18 7 — 8 105 — 100 — — 70 1 3 1 3 311 — Röthges .... 51 35 6 5 — 1 3 2 _ 5 63 3 43 —- ■ 4 — 2 —- 118 Rüddingshausen . Ruttershausen mit 142 176 9 8 — 2 10 8 — 8 126 7 115 — 1 46 6 — 1 343 — Kirchberg . . Saasen mit Bolln- 86 64 11 12 — 23 9 6 — 4 93 1 87 — — 32 3 1 2 1 212 bach, Veitsberg und Wirberg . 85 71 37 4 6 4 6 _ '17 82 8 69 10 _ 195 ötangenrod . . - Staufenberg mit 59 51 3 4 — 1 — 2 — 5 75 3 81 — — 2 — — 3 — 144 — Ftnedelhausen . 222 230 25 21 — 5 10 22 42 77 — 121 — 2 14 1 — 1 2 403 Steinbach . . . 119 138 22 17 — 8 9 1 — 15 242 4 223 — — 65 1 — — 20 448 Eteinheim . . . 52 79 3 1 — 3 9 8 _ 11 124 10 101 — 26 1 — — 2 239 — Stockhausen. . 12 11 — 4 — — 1 — — — 55 — 43 — _ — — —- — 1 71 — Trais-Horloff . . 132 141 5 10 — — 8 24 — 6 51 — 58 _ — 27 1 1 — 1 235 — Treis a. d. Lda. . 243 235 14 9 — 3 28 48 1 69 183 3 279 3 — 39 2 19 1 3 576 — Trohe..... 16 37 9 5 35 5 — 7 8 5 18 4 6 61 3 7 — 2 120 — Utphe..... 87 98 9 2 — 3 9 6 4 4 127 1 89 2 1 2 —- — — 1 247 — Dillingen . . . Watzenborn mit 199 196 20 12 — 4 9 5 3 13 243 2 244 — — 17 — 1 4 1 484 — Steinberg . . 424 494 23 21 1 40 26 29 — 227 119 4 295 — — 205 23 4 1 3 975 1 Weickartshain . . 66 17 3 10 — — 1 — 10 109 1 63 — — 1 — — 148 — Weitershain . . 48 16 6 3 — — 9 8 — 5 201 3 153 — — 3 — — — — 236 — Wieseck .... 689 772 57 103 — 458 42 63 — 57 143 17 133 6 2 723 29 6 6 3 1667 12876 13734 7158 5591 42 3020 4385 3092 29 6085 10028 1770 13435 868 920 7219 326 399 309 194 45 658 16 Wirtschaft. Die Lage der rheinisch-westfälischen Großindustrie. Seit Anfang April ist auf dem Eisen- markt eine stärkere Zurückhaltung zu verpachten. Zunächst führte man sie auf Die Verhandlungen um die Erneuerung der Micum- Verträge zurück, da diese erÜärlichertveise Unsicherheit auf dem Markte erzeugten. Letzt, nachdem die neuen Micumverträge 14 Tage in Gültigkeit sind, läßt sich jedvch erkennen, Latz der Umschwung auf dem Cisenmarkt sich nicht behoben hat, sondern sogar noch schärfer in Erscheinung getreten ist. Er rührt in der Hauptsache her aus dem starken Kapital- und Geldmangel sowohl der Merke, als auch der Ziscn- verbraucher. Die Lage kennzeichnet sich schon ta- tmrch, datz die Merke, die bis vor kurzem noch neue Abschlüsse kaum tätigten bzw. zum minde» besten sich außerordentlich lange Lieferfristen aus- bedungen, in der Entgegennahme den Austrügen viel williger geworden send. Mährend vor Pinym noch Termine von 2*/,—3 Monaten keine Seltenheit waren, kann man je^t in Einzelfällen bereits wieder Fristen von 1 Monat hör n; Liefertmm2 von 6—8 Mochen bilden zur Zeit die Regel. Schon aus dieser Entwicklung lätzt sich schlichen, datz die Nachfrage sich nicht unerheblich verringert haben muh, eine Beobachtung, die sich ganz allgemein machen lätzt. So gehen z. V. vom Baubedarf, der sonst um diese Jahreszeit stets crh-.b- liche Aufträge vergab, jetzt nur relativ geringfügige Bestellungen ein. Auch die Konstruktions- Werkstätten, die sonst zu den grötzten Kunden der Eisenwerke gehörten, halten mit ihren Bestellungen sehr zurück, da sie nur zirka 20—23 Proz. ihrer eigentlichen Prvduktivnsfähigkcit ausnutei können. Der Handel, der bis vor kurzem erhebliche Aufträge erteilt hatte, hat neue Aufträge letzthin kaum herausgehen lassen; er ist vielmehr sogar bestrebt, die Spezifikation bereits erteilter Aufträge herauszuzieyen, oder diese sogar zu annullieren; besonders der illegitime Handel, der im Ruhrbezirk in den letzten Jahren leider eine bedeutende Rolle gespielt hat, macht auf diesem Eebitzte große Schwierigkeiten, da ec in grobe Geldverlegenheit geraten ist, die ihn teilweise sogar schon zu ziemlich wahllosen Preisangeboten gezwungen haben. Auch die Eisenindustrie selbst, die in normalen Zeiten für Aeubauten grobe Mengen Eisen verbrauchte, kommt als Eigenkonsument kaum in Betracht, da die eigene Bautätigkeit auf ein Mindestmatz beschränkt worden ist. Die Konjunktur könnte höchstens wieder in Fl h kommen, wenn die Merke günstigere Zahlungsbedingungen gewähren könnten. Daran ist aber wegen der starken eigenen Geldverlegenh.it der Eisenindustrie fürs erste nicht zu denken. Treten infolge einer Entspannung auf dem Kapital- und Geldmarkt nicht bald Mcglichkciten leichterer Geldbeschaffung ein, so ist in absehbarer Zeit für die Eisenindustrie mit Zeiten scharfer Depression, die unter älmständen ziemlich scharfe Formen annehmen könnte, zu rechnen. Auf Kohlenmarkt ist die Lage 'unverändert.' Die Förderung geht glatt ab. Das deutsche Auslamdgeschäft hat sich sehr erheblich gebessert; es ist gelungen, die englische Kohle an vielen Stellen wieder zu verdrängen. Leider sind jedoch die erzielten Preise so ungünstig, datz das Au s la ndg e schä f t immer m H- zu einem Verlustgeschäft wird. Erhebliche Schwierigkeiten machen zur Zeit die Arbeitsverhältnisse; es ist sogar zu Teilstreiks schon in mehreren Fällen gekommen; ein allgemeiner Streik liegt ebenfalls im Bereich der Äiöglichkeit. Die kommende Entschsiduntz ist deshalb so außerordentlich wichtig, weil sie für die gesamte deutsche Wirtschaft Don ausschlaggebender Bedeutung ist. » * Deutsche Golddiskontbank. 3n der Wochenübersicht der Deutschen Golddiskontbank vom 30. April werden unter den Aktiven als Goldbestand 9000 Pfund, Roten ausländischer Danken 5505, täglich fällige Forderungen int Auslande 5 644 307, Wechsel und Schecks 585189. noch nicht eingezahltes Aktienkapital 3 806 000 ausgewiesen. Unter den Passiven figurieren Grundkapital mit 10 Millionen, täglich fällige Verbind! chkeiten 33 657, sonstige Passiven 13344. Mle Ziffernangaben verstehen ch in Pfund * An der Frankfurter Börse zugelassen. Der Frankfurter Börsenvorstand teilt mit: Mit Wirkung vom 6. Mai 1924 werden Kaliwerke Salzdetfurth-Akt ien und Rombacher Hüttenwerke-Aktien zur Rotierung mit veränderlichen Kursen zugelassen. Mindestbetrag je 3000 Md IOC» 00 Börsenkurse. •) Dom Rückzahlungswert. Frankfurter Dorfe. Frankfurt a. M., 5. Mai. Tendenz: Fest. — Obwohl zu Beginn des Verkehrs sich das Geschäft noch in sehr engen G.eizrn bei eher etw2s abgcschwächtem Kurse bewegte, infolge deZ inner noch s^chr gespannten Verhältnisses auf d^m Geld« markte, machte sich nach und nach eine ständige Belebung aus allen Gebieten demerkbar. Die Anregung dazu bot die Hoffnung, dah nach dem vorliegenden Ergebnis der Reichstagswahlen eine In Billionen Prozent Frankfurt a. M Berlin Schlusj Rurs Schlmi- Schlust. flu-» | Schlust. | fliiM Datum: 2. 5. 5. 6. 2. 5. | 5-5. VI» Deutsche MetchSonleltz* . 47« Deutsche Retchüanlelhe . 0,081 0,092 0,082 0,093 0.470 0.480 0.4S0 >'/,*/» Deutsche Rttchsanleihr y/n Deutsche Retch«ameibt . Deutsche Svarprmnienanleibi 0,240 0,260 0,249 G, 75 0,910 0,-35 0,925 0,125 0,925 0,115 0,950 0,125 <•/« Preußische KcnsolS . . . 0,250 0,220 0,245 0,275 Hessen ........... — — — —• UrkSul”.......... — — — — VI« Hessen........... —— _ — Denftchc SBcrffr. Dollar-Ank. 4,2 4,2 4,2 4,2 dto.Doll.-Schatz-An Weisung. •) 80,1 79,80 80,1 79,60 »1« Mofltflrfen......... 6*/e »oldmerikauer..... 4,75 4,63 47 «,? 4,6 verttner Handel«oelellschaft 27 29.“ 30 30,25 Gommerz- und Prlvat-Bank. 3,87 4,38 4,5 4,5 Zarmft. und Naltoiialbaak 7.5 7,65 7,63 7,8 Keullchc Dank-........ 9.5 9.25 9,25 9,2 Deutsche Berelnsbonk . . 0,675 06/5 — — DiSconto Commandit .... 9,4 5 9 9,3 9,2 Dletnllbank......... , 14,9 14,25 — —W Mitteldeutsche Tredltbank 1,9 1,9 2 2,1 Oesteirelchische Ereditausialt 0,3875 0,3/75 0,375 0,380 Weslbcmk.......... 0,430 0,460 0,675 0,630 vochumer Out . . « . , , 44 39 43,8 43,87 Bubtrul ............ 11,75 12 12,25 '2,5 Caro ........... . Deutsch.Luremburg...... ®tlftn!ird)entr Bergwert» . 17 15,75 15,65 17,25 35,75 44 36,9 43 36,5 43 36,5 43,5 Horpener Bergbau ...... 61,5 65,5 51 53,76 Kaliwerke AfchrrSleben. . . . 10 10,87 11 10,75 Kaliwerk Westeregelu...... 15,5 16 15,75 15,5 Laurahükte....... .,. . 10.37 10 10,25 Obtrbebarf........... Phönix Bergbau . ...... 13.63 14,75 14 75 15,25 23,7» 25,5 24 25,58 Äbtinftabl ........ pkbttf ‘l'Zonian....... 25,5 26,5 26,75 26,8 36 38,5 37 TtlluS Bergbau........ 2,1 1,8 — Hamburg.«merika Paitt. . . 21,75 21,5 21,9 21.83 «orbdeulschrr Llovd ..... 5,4 6,1 6,25 6,3 Clieramische Werke Albin .. — Zemeniwerk Heidelberg . .. 9,75 G,75 _ Philipp Hotimaun ...... 2,3 3,1 2,6 3,25 Nnalo-Cont^snano..... 21 _ 0,25 21,5 Badische Anilin........ 14,63 15,25 14,63 15,5 Chemische Mayer Alapin. . . — Goldschmidt.......... (Srteßbtimcr Electron .... 10,25 111,13 '0,5 11,2 11,5 11,75 11,13 11,75 Höchster Farbwerke...... Holjvcrkoylung....... 11,25 12,25 11,5 12 l.i 7,5 Kiiilgcrs werke......... 10,25 13,38 10,25 14 €cf)cit>eaufiaü......... 14,1 14,1 - eng. ®fffrtiüat4-<8efeaMaft Brrgnmnn........... 8,8 9 8.9 8,25 11,75 12 11,9 12 Mainkralkwerke ........ 4.75 4,75 Hchuckert............ 28,5 30 29,25 28,38 Siemens Oll voll Bel^raa 13,28 6,32 18.14 5,3)5 5,345 voll voll Uinäuon 13,03 13,0t» 14,14 üoll voll 2. Mai Meld «Priel Re van- »/, ÄÄTvrtyr Moern.......... 74.81 28,"V 75 11 2 hrönirifllch, »lote« ........ Dänische Violen ........ 23,22 Poll 7’,2? 71, 8 1 lintett ...... . 111,12 157,6-1 5,14 111, 8 k8,40 5,16 4 1 voll Holländische Diäten ........ WemlL-Oesterreich, i 100 »tonen 4,13 18,4 "> 19,33 22,84 4,69 4,21 18,5 19,15 22,96 4,6 englische 'Koten . . ......... Hlr. ftrni (• 9HUR. ....... 1 30 15 voll ÜrljiHrh/ Sint^n . . ........ llnoorifche Noten......... 7Ich, itrallaraakilche OlntMl. .... 12,47 68,1'. 2.C4 19 ; Voll 15 voll porwenische Noten ...... iiuiiiäntsch«. Noten. ........ 68,4 2,06 ^vantlche Noten- ....... • -8,35 58,65 10 Berliner Börse. Berlin, 5. Mai. (Wolff.) Die Börse zeigte zu Beginn einen ziemltch.m Grad von Unlust, weil von Geldtündigirngen der Seehandlung die Rede war und das bisherige Ergebnis der Reichstagswahlen als nicht günstig für die Bildung einer regierungsfähigen Mehrheit angesehen wurve. Die Käufer zögerten daher, and mäßiges Angebot bewirkte auf allen Gebieten eine Abschwächung, die für schwere Montanpapiere wie Essener Steinkohlen und Klöcknerwerke Verluste um 3 bis 4 Billionen Prozent bedeutete, während von Maschinenfabrikuktien Berlin - Karlsruher Industrie um 5,5 Billionen Prozent und Löwe um 2.75 Billionen Prozent niedriger einsetzten. Bemerkenswert matt waren türkische Werte veranschlagt. Bald stellte sich aber ein entschiedener Tendenz Umschwung ein, da weitere Meldungen über die Reichstagswahlen die bisherigen Auffassungen änderten und man zu der Ansicht gelangte, daß eine regierungsfähige Mehrheit aus den Mittelparteien währscheinlicy, und damit eine ruhige politische und wirtschaftliche Entwicklung gewährleistet sei. Auch fanden Gerüchte Beachtung, denen zufolge eine Besserung der Verhältnisse am Geldmarkt in Aussicht stehe. Es stellten sich wieder Käufer ein, und bei teilweise angeregterem Geschäft wurden anfängliche Verluste wieder eingeholt. Verschiedentlich stiegen.die Kurse noch darüber hinaus. Großes Aufsehen erregte die unvermittelt einsehende Steigerung der Löwe- Aktien. die nach dem Anfangskurse von 48,75 einen Kurs von 60 Billionen Prozent erreichten. Deutsche Anleihen besserten fid), ansehnlich. Am Devisenmarkt waren die Anforderungen weniger umfangreich. Brüssel konnte voll zugeteilt werden. Märkte. Berliner Produktenbörse. Berlin, 5. Mai. Der Produktenmarkt litt unter der Teilnahmslosigkeit der Besucher. Das Intereifr wurde meist durch die Meldungen über das Ergebnis der Aeichstagswcrhlen in Anspruch genommen. Roggen war wenig angeboten, während für inländische Mühlen etwas Ware verlangt wurde. Auch Weizen wurde wenig um» gese.t. Das Mchlgeschäft ist allgemein schwierig und unlohnend und dies ist hauptsächlich der Grund für die Geschäftsslille. Hafer war vereinzelt gefragt, die Preise blieben aber ungefähr behauptet. Gerste und Futterartikel änderten sich bei dem stillen Verkehr im Preisstande nicht. Es notierten für je 1030 Kilo: Weizen, märk. 170 bis 174 (ruhig), Roggen, märk. 128 bis 134 (ruhig), Braugerste 170 vis 183 (ruhig), Futter- gersle 155 bis 163 (ruhiz), Hafer, märk. 125 bis 132 (ruhig): für je 100 Kilo: Weizenmehl 24 bis 26 (ruh gs. Roggenmehl 19,75 bis 22 (ruhig). Weizen- kleie 1020 (still), Roggenkleie 9,10 (still): für je 50 Kilo: Raps 310 (still), Leinsaat 410 (still), Viktorraerbsen 25 bis 27, kleine Erbsen 14 bis 15, Futtererbsen 12 bis 13, Peluschken 11 bis 12, Ackerbohnen 14 bis 16, Wicken 12 bis 13, Sera- della, alt 15,50, neu 12 bis 13,50, Rapskuchen 11. Leinkuchen 21, Trockenschnitzel 10,50 Mark. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 5. Mai. Das Geschäft war heute etwas lebhafter, besonders für Weizen und Futterartikel. Dir Preisgestaltung ist ober vollkommen die gleiche. Veränderungen sind so gut wie gar nicht zu verzeichnen: eher bestand zu den seitherigen Rotierungen Abgabeneigung. Es notierten für je 100 Kilo: Wetterauer Weizen 17 85 bis 18,15, Roggen 15,75 bis 15,90, Braugerste 19 bis 19 50, Hafer, inländ. 14,90 bis 15,20, Weizenmehl, südd. Spezial 0 27 bis 28,25, Aoggen- mehl 22,75 bis 23,25, Weizen- und Roggenkleie 9,25 bis 10 Mark. Frankfurter Schlachtviehmarkt. fpd. Frankfurt a. M., 5. Mai. Auftrieb: 245 Ochsen, 74 Dullen, 894 Färsen und Kühe, 2 Fresser, 378 Kälber, 14 Schafe, 1672 Schweine. Cs wurden bezahlt für einen Zentner Lebendgewicht: Ochsen: vvllfleischige 50—58, junge fleischige 42—48, mäßig genähcte junge und gut genährte ältere 34—40, D u llen: vollst, ausgewachsene 38—44, vollst. jüngere 34—38, Färsen und Kühe: vollfl. ausgemästete Färsen 50—57, vollst, ausgemästete Kühe 42—43, wenig gut entwickelte Färsen 35—41, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 35—41. mäßig genährte Kühe und Färsen 25— 35, gering genährte Kühr und Färsen 10—20, Kälber: feinster Qualität 55—62, mittlerer Qualität 48—54, geringerer Qualität 30—38, Schweine, unter 80 Kilo 55—63, von 80-100- Kilo 66—68, über icOKcko 66—68. DerMarktverla uf war ruhig. Büchcrtisch. — Eine ausgezeichnete Biographie Caesar s des Politikers und Staatsmanns legt Matthias G e l z e r, der Historiker der äiniversität Frankfurt, vor. (Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart.) Das Buch will dem weiten Kreis der Gebildeten eine lebendige Anschauung vom gesamten pol.tischen Lebenswerk eines der anerkannt groben Staatsmänner der Vergangenheit vermitteln, damit dem politischen Verständnis dienen, das ja herauswächst xum guten Teil aus den Erfahrungen der Geschichte. In einem sachlichen, scharf akzentuierten Stil entledigt sich fter--Verfasser seiner Aufgabe, vermeidet mit großem Geschick, durch zu große Breite langweilig zu werden, sondern g bt ein prägnantes Bild der Persönlichkeit Caesars, seines Werkes und seiner Zeit. Jeder historisch Interessierte wird gern zu dem mit der ausgezeichneten Wiedergabe einer prächtigen Caesarbüste geschmückten Buch greifen. — John Hagenbeck und Victor Ottmomv. Südasiatische Fahrten und Abenteuer. Mit 31 Bildtafeln. Verlag Deutsche Duchwerkslälten-Dresden. Dieses Buch verdanken wir der Zusammenarbeit des bekannten Tierhändlers Hagenbeck und des Weltreisendea Olt» mann. Sin 27jähriges deutsches ileberfeekfcen wird hier in zwanglosen Erzählungen dem Leser vor Augen geführt. Willig folgen wir den Erinnerungen und Aufzeichnungen ter beiden Autoren und lassen uns geleiten durch die Dschungeln und Steppen Vorderindiens vom äussersten Süden hinauf zum Hochtal von Kaschmir und durch die gigantische Hvchgebirgswelt des Himalaya bis zum Mount Everest. Weiter geht die Reise nach Holland isch-Jndien, nach Sumatra, an die Tabakküste von D6li zum Dattakerland. Eine Reise nach Siam bildet den Schlutz des hochinteressanten. auch verwöhnten Reiseliteratur- Zennern manches neue bietenden Wertes. | 27710 Die feine Zigarette | Schloß Amerongen l Großformat Stück 5 Pfg. H Rihofa - Zigarettenfabrik • Frankfurt/M. 8 H/UR4JJS-PRIVAT Die edle Cigareile Dhb ibwebrscblaeM am Naroszsee im Osten durch Herrn Oberstltn. von Hagen aus Darmstadt darauf Vorführung von aus den Wsi te lchMtzmü fr. 115 durch Herrn Postsekretar Hentz aus Darmstadt Samstag, den 10. Mai, abends 874 Uhr, in der Aula der Universität. Platze zu 1 Mk. und 50 Pfennig an der Kaste. Hierzu ist jedermann und sämtliche Militärvereine höflichst eingeladen. Der Vorstand der kameradschaftlichen Vereinigung ehemaliger Leibgardiften. 3571 v Sängerkranz Gießen Mittwoch, 14. Mai 1924, abends 8 Uhr, Universitätsaula mit einer öffentlichen Hauptprobe Dienstag, 13. Mai, abends 8 Uhr: Die Schöpfung Oratorium für Soli, Chor und Orchester von JOSEPH HAYÖN Mitwirkende: ADELE METZ (Sopran) aus Frankfurt HANS HOEFFLIN (Tenor) v. Landestheater Darmstadt Kammersänger ERNST EVERTS aus Köln — Der gern ischte Chor des Sängerkranz, verstärkt durch Mitgl. des gern. Chors Butzbach — Die verstärkte Kapelle der Reichswehr. Leitung: Albert Kasten. Eintrittskarten: Mk. 4.— und 3. — von Freitag, 9. Mai, ab, für Mitglieder bis zu zwei Karten zu ermäßigten Preisen (Mk. 3.- und 2.-) 2 Tage vorher Hauptprobekarten Mk. 1.50, Studenten und Schüler Mk. 1.— bei Ernst Challier und abends an der Kasse. ^eorgSchepeler' Frankfurt Sw Originalpackung im Verkauf bei Geschw.AItenpohl,Seltersweg63 Maria Huntemann, „ 53 H. Simon, Walltorstraße 39 03 ^dLunaenleiden^N^ heilbar? verlangen Sie kosten!. San.-Rat Dr. Weise's ausführl. Druckschrift hierüber. Dr. fiuqo Taro G. m. b. ft.. Berlin-Steqlitz 65.[3435ss l ! । Llotitsplelhaiis Heute: „llif MHI“ Sittenbild In 6 Akten nach dem Roman von W. Kullkowaky. Ferner: Menschen, die ihr Glück verspielen IEin spannend. Schicksal in 6 Akten. Antana 4 Uhr, letzte Vorst. 8.10 Uhr. Palast-Llchtsplele Heute bis Donnerstag nnr 3 Tage tiäMateri Tragödie In 7 Akten nach dein Roman v. C. C. Franzos. Hauptrollen: Leontine Kühn berg, Paul Otto, Ernst Deutsch, Dazu: Ein erstklassiges Beiprogramm. Ab Freitag das große deutsche Kunstwerk: Helena L Teil: Der Raub der Helena. Alte bekannte billige Bezugsquelle in allen Sorten Schuhwaren nur gute Qualitäten ! Schuhhaus M.Müller r Wolkengasse 23 gegr. 1898 1 3677D rrrttsttnrnrrnrn::::::::::»::;:;::::::;:::::::::;::::::'''' !- ..s,. Generalversammlung des Spar- Md ÄWtzmeins „Rabem" zu Lsndirs findet Sonntag, den 18. ds. Mts., nachmittags 2 Uhr, im Schulhause dahier statt, wozu alle Mitglieder des Vereins ein- geladen werden. Tagesordnung: 1. Rechnungsablage für 1923 und Bilanz per 31. Dezember 1923 2. Bericht des Aussichtsrats (§ 63 des Stat ts), Gold-Bilanz per 2. Januar 1924. 3. Beschlußfassung und Genehmigung der Bilanzen. 4. Beschlußfassung und Genehmigung des Reingewinns. 5. Beschlußfassung über die Entlastung des Vorstandes. 6. Festsetzung der Geschäftsanteile und Haftsumme in Goldmark. 7. Statutenänderung §§ 46, 49, 51. 8. Festsetzung der Kreditgrenzen 8 36, Ziffer 9a, b. 9. Wahl von 2 Aussichtsratsmitgliedern. 10. Verschiedenes. Die Rechnung liegt vom 8. Mai ab 8 Tage lang zur Ein» sicht der Genoffen im Geschäftszimmer offen. Londorf, den 5. Mai 1924. 3676D Hasfelbach, Vorsitzender. Bauer Gießen Moltkestr. 821