Nr. 28? Erstes Blatt Mettag, s. Vezemder 192$ Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Drurf und Verlag: vrühl'sche Unlversitätr-Vnch: und 51eindruckerel K Lange in Gietzen. 5chriftleitnng und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. A„ah»e von sLr die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedrVerdindlicykriL. Preis für | mm hühe für Anzeigen von 27 mm Preiie orthd)8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re» Klame-Anzeigen o 70mm Breite 35 (Bolbpfennig, Platzvorschrift 20° .Auf' fchlaa - BeranlworUick für vohlih u. Feuilleton: Dr. jlriebr. Wilh. Lange für btn übrigen Teil' Ernst Blumschein: für dcn Anzeigenteil: Hans ‘Bed«, sämtlich in Giesten. Erschein: täglich, auher Soniu und F«ierlag». Beilagen: GiebenerFarmstenblütter Heimat im Bild. «•netsiBeiuciprefs: 2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Irägerloh«, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, fternfpre ch.Anschlüsfe: öchriftleilung 112, Derlag undDeschäftsstelle 5t. Anschrift für Drahtnach- richten AnzeiaerOiehe«. poSschecklsnto: granttnrt a. Dl. 11686. Das Ziel. Don Rechtsanwalt Eduard S in gelbet), M.d.L. DaS bauliche Volk hat lange keinen Wahlkampf mehr von solcher Heftigkeit und Leidens schaftltchleit erlebt tote ben diesmaligen. Die Zahl der ‘Bebntr, Flugblätter und Plakate ist Legion. Sin ganzer liebel von Schlagworten senkt sich über die Äöbfe der Wähler herab. Soll eine freiheitliche demokratische Versas- fung, ble den Staatsbürger zum absoluten Herrn der politischen Entwicklung macht, einen Sinn haben, dann setzt sie eine politische Reife des Wähler« voraus, welche ihn in den Stand fetzt, einen weifen und besonnenen Gebrauch von seinen Rechten zu machen. Dann muh er verstehen, hinter der Oberfläche deS TageS und der Schlagworte die tyfen politischen Probleme zu erfassen, die im Grunde die bewegenden Kräfte der Politik sind. Für unS Deutsche steht fest, daß wir als machtlose Ration Inmitten eines Ringes toaffen- ftarrender Völker auswärtige Politik mit kluger, nüchterner, auf jede Illusion verzichtender Erfassung deS Augenblicks treiben müssen. „Rationale Realpolitik", das Schlagwort, mit dem bk Deutsche Dolkspartei in den Kampf geht, bedeutet zweierlei: Einmal die Ab- grenzuna gegen eine nationalistische Gefühlspolitik, welche die Realitäten der unbestreitbar feststehenden Tatsachen verpißt, sodann aber ebenso die Abgrenzung gegen eine pazifistisch international schwärmende Politik, welche die schwachen Kräfte deS deutschen Volkes im Rachjagen hinter Ideen und Hoffnungen von Menschheitsverbrüde- rung sich verzehren läßt. Hätte die deutschnationale Partei es rechtzeitig verstanden, ihre Anhänger aus der Atmosphäre des berauschenden Schlagwortes heraus in die kühle Luft besonnener verantwortungs- bereiter Erwägung zu führen, daim wären bent Volle manche schweren Kämpfe und der deutsch- nationalen Partei verhängnisvolle innere Krisen erspart geblieben. Hätten unsere Demokraten und Sozialdemokraten endlich einmal etwas auS der Geschichte gelernt, dann hätten sie hinter dem Rücken unserer Vertreter in London eine geschlossene nationak Tat gebildet, um die unverzichtbaren Ehrenforderungen durchzusehen, nicht aber aus Angst vor dem Stirnrunzeln auswärtiger Vertreter lieber zunächst einmal auf die Geltendmachung unserer Forderungen verzichtet. Verantwortungsloser, oberflächlicher, pazifistischer Sinn, dem entweder sein Schwärmen alles oder aber bk Rücksicht auf parteipolitische Vorteile mehr alS nationale Interessen bedeutet, will das deutsche Voll besinnungslos und in übereiltem Tempo in den Völkerbund führen. DaS ist derselbe Geist, der die Ersül- lungspolitik' der ul ,-;um Verlassen des Botschaftsgebäudes zu bewegen. V n mastgebender Seite wird diese Darsllllu g bestritten und entschieden in Abrede gestellt. Der „Motin" will wis en, dah Mi glieder der Pariser Freimaurerloge Sadoul Obdach g währt hätten. Die Regierung wird, wenn iie den Angriffen der Oppo ition die Spitze o5brei>en will, den Rach weis erbringen müllen, dast zwischen Herriot und der i-uttischen Botschaft wegen der Verhaftung Sadruls keineVer Handlung, en gepflogen tourben. Herriots Kabinett ist gefährdet, weil es den Schein gegen sich hat. Die kommunistischen Manifestatioimn am Tage der Ueberführung Iaures, die von einem kommunistischen Abgeordneten gestern herauf- beschwvrenen Zwischenfälle vor der Kammer- kommission und schliestttch der Full Sadoul werden auch von den gemäßigten Blättern als ein Anzeichen der fortschreitenden Verbreitung des Bolschewismus in Frankreich ausgelegt. „Journal des Debüts" meint, das Kabinett Herriot müsse entschieden f ü r oder gegen d i e Revolutionäre Stellung nehmen, und da Herriot nicht der Mann sei, dec sich zu einem Entschluß in der einen oder anderen Richtung aufraffen kann, würde er am besten tun, sich einen ehrenvollen Aück - tritt zu sichern. KrassinsAnkunftinParis Der Empfang durch die Äomiunniftfn. Paris, 5. Dez. (TU.) Der russische Botschafter Krassin ist gestern vormittag um 11 Uhr auf dem Pariser Rordbahn- hof angel o turnen. Zu feinem Empfang auf dem Daynhos waren ein Beamter des Quai d'Orsay und der Vorsitzende des Komitees für russische Angelegenheiten, d e Monzie, er- sch.enen. Vor dem Bahnhöfe hatten sich über taufend Kommunisten eingefunden, die Krassin mit den Rufen: „Es lebe Rußland! Hoch Sadoul!" begrüßten. Zwei Mädchen, die rote Häubchen trugm, boten dem Dolschafter einen roten Dlumcnstraust. Der Botfchafter wandte sichtlich verlogen das Ge'icht zur Seite. Die Demonstranten fang.-n die Internationale. Das Auto Krassins wurde von einer grasten Menschenmenge umringt und konnte sich nur langsam fort- bewegen. Vor dem Bureau der komm mystischen Partei hielt der Zug. Am Fenster erschien der junge Abgeordnete Doriot und richtete Dr- grüstungsworte an den Botschas^r, in denen er Frankre.ch eine äh.lliche Revolution vvraussag'e, wie die, die die Gröste Rutzlands geschaffen habe. Auch auf die Verhaftung des Abg. Sadoul sp.elte der Redner an. Plötzlich griff die Polizei ein. Die Kommunisten stieben auseinander und Krassin erreichte in schneller Fahrt das Botschaftsgebäude. Krassins Iiele. Poris, 4. Dez. (WB.) Kratt in hat einem HovaSvortreter gegenüber f Ige -be Erklärungen abg.geben: Ich bin glücklich, als erster B:t- schofter der Sowjetrepublik nach Paris zu kommen und darüber, dast d.e franv^i che Regierung eS für opportun gehalten bat. uic normalen Beziehungen mit RustIand wieder auf- zunehmen, die ich für die einzige ©ainblage halle, auf der man in nützlicher Weise beide Länder trennende Fragen und wechselseitige Forderungen besprechen kann. Unser erstes Ziel ist die Wieder- oufnahme normaler Beziehungen zwischen den beiden Ländern und die Vorbereitung von Besprechungen über alle interessierenden Fragen. Ein weiteres Ziel ist die Wiederherstellung der wirtschaftlichen Beziehungen und der kommerziellen und finanziellen Transaktion zwischen Fro-ndreich und Ruhland beizutreten. Man kann natürlich nicht ernstlich an eine Reoo- gamifation des Handeln zwilchen dm beiden Ländent vor Wiederaufnahme normaler Beziehungen zwischen den beiden Regierurrgen denken. U der Vct ler öotojetregkrung untergeschobene Absicht, in.Frankreich eine Anleihe aufzuneh nen, erklärt Krassin, davon töime im Augenblick nicht die Rede sein. Der Abschlutz von allgemeineren Ab- fomnicn zwischen den beiden Ländern und die Frage von Kredit und Anleihen dürfe erst nach einer Prüstmg dieses Problems ins Auge gefastt werden. Krassin schloß, .er bleibe weiter Volkskommissar für den Auhenhcmdel, und habe in dieser Eigenschaft sich drei Tage lang in Derlin aufgehalten, um die verschiedenen sowjetistischen Handelsvertreter in Deutschland und Mnteleuropa zu empfangen. len, zur Dorantwvrtung. Gewitz darf und soll die deutsche Arbeiterschaft niemals dauernd von der QKitleitung im 6‘aate ausgeschaltet, sein, genau so wenig aber irgend eine andere starke und wichtige Schicht unseres deutschen Dolles. Un- demokratisch im äußersten Sinn aber ist es, sich mit allen Mitteln einer geriebenen Parteitaktik dagegen zu sträuben, aus dem Wahlergebnis auch dann die Folgerungen zu ziehen, wenn es einem einmal nicht pastt. Es ist unwahr und beschämend zugleich, wenn sich d.e demokratisch-sozialistischen Parteien für die Degrstad ing der Ablehnung der deutschnationalen Mitarbeit auf französische Gefühls Vorlegungen berufen Unwahr ist es. weil genau dieselben törichten Behaup nagen in Deutschland aufgestellt wurden, als es sich um die Mitarbeit der Deutschen Dolkspartei und d e Führung der auswärtigen Politik durch Stresemann handelte. der übrigcms als Außenminister besser als demokratische Parteiagitatoren zu übergehen vermag, auf welche Weise er seine auswärtige Politik am besten stützen kann. Beschämend um deswillen, well es also immer noch deutsche Parteien gibt, die sich im inner politis chen Kampfe ihre Bundesgenos e n r n de m se Iben F r a n k- rerch suchen, dessen mihhandeltes Opfer das nredergebrochene deutsche Volk ist. Es gibt keinen anderen Weg zur Durchsetzung jener nationalen Realpolitik nach innen und nutzen, als die Heranziehung der Deutsch nationalen zur Verantwortung, nachdem jene bereit sind, sich vorbehaltlos der Führung der auswärtigen Politik durch den Außenminister Stresemann und auch der Fchrung durch den Reichskanzler Dr. Marx unterz o dnen. Der Linksblock, den das Reichsbanner Schwnrz°Rot°Gold erkämpfen will, bedeutet unweigerlich Zurücksinken in die Seiten einer autzmpolitisch absolut ertraglosen .'e.st'r enden Tat gleit und einer innenpolillsch von sozialistischem Dellte einseitig bestimmten Win chafts- pol tik. Der Mittelstand würde endgültig das Opfer einer solchen Entwicklung, das Dirt- sch-.ftsleben würde weiter vecckümmern. statt sich zu beleben, die Gefahren der Auflösung und des Auseinanderfallens der Kräfte würden wieder ins Riesengrohe wachsen. In Hessen handelt eä sich eben gerade darum, den überwiegenden sozialistischen und demokratischen Einfluß, dep das hessische Volk 6 Iahre zum Rachteil seiner Staatsfinanzen hat spüren müssen, zu schwächen. Ramentlich darf es nicht länger angehen, dah in der Finanzpolitik, in der Personalpolitik, in der Erziehungspolitik, also fast in allen wichtigsten und entscheidenden Fragen der Landespol tik überhaupt, die parteipolillschen Interessen der von den hessischen Wählern auf das deutlichste abgell htten kleinsten Partei, der demokratischen Partei, sich einseitig zum Schaden aller auf dem Boden einer positiven bewuht nationalen und bewußt christlich erzieherischen Weltanschauung st henden Kräf e auswirken können. Der Linksblock im Reiche und der Linksblock in Hessen, b.'ibei b deutet eine weitere Zerklüftung und Verschärfung der le denschafk- lichen Gegensätze in unserem Volke. Wer die Einheit unseres deutschen Dolles in einer wirklichen Staatsgesinnung, die nicht m nutzeren Formen, sondern im Geiste der Hingabe an den Ctaatsgadanken als solchen besteht, wirklich will, wer unserem Volke sein einziges moral.sches Machtmittel, die Einheit nationalen Empfindens, scharfen will, der kann sich am 7. Dezember wed?r im Reich noch im Land anders entscheiden als für den Oe&anten der nationalen Realpolitik. Am 7. Januar wahrscheinlich erste Neichstagssitzung. Berlin, 4. DJ. ITU.) Der am 7. Dezember zu wählende neue Reichstag wird vor Weihnachten nicht mehr zusammentreten. Die enbgütiigen amtlichen Wahlresultate aus den einzelnen Wahlkreisen müssen bis zum 13. Dez. vorliegen. An die Feststellung der in den WaHill- "rm und in den Wahlkreis verbänden gewählten 2/ 3 r-öncten fchlieht sich die Ausrechnung ber Reichsliste. Da zahlreiche Abgeordnete, die auf der Reichsliste stehen, auch in Wahlkreisen oder in Wahllreisverbänden gewählt werden, aaruh erst ihre Entscheiduarg eingeholt werd.", welches Mandat sie annehmen wollen. Der Reichstag könnte also frühestens am 22. oder 23 Dezember zusammentreten. Da dieser Zeitpuntt praktisch nicht in Frage kommt, ebenso nicht die Zeit zwischen Weihnachten und Reujahr, wird der neue Reichstag voraussichtlich zur konstituierenden Sitzung erst am Mittwoch, dem 7. Januar, aukuranentreten- Die deutsch-italienische Wirtschaftskonferenz. Die (Eröffnungsrede Vrnssolinis. Rom, 4. ®ca. (Wolff) Heute morgen sand im Palazzo Ehigi in Oegenmart Mussolinis, des deutschen Botschafters Baron Reu- rath und sämtlicher Mi glieder beider Delegationen die Eröffnung sfi Yung der l ali - ni ch-deut.chcn Vir sch f skonkrenz statt. Dius o lini hielt eine Rede, in der er u. a. auSsüi-rle: Die Konferenz hat hinsichtlich der Bezieh.ingen zwischen Italien und Deullchand eine grotK "Bedeutung. Da.ik dem guten Wlllen beider Regi - rungen, durch den einige der grofjten Hinderni V' bereits beiseite geräumt wurden, weist der Handelsverkehr zwischen den b.iden Ländern schon eine beträchtliche Wiederbelebung auf und liefert dadurch von n uem den Beweis, dast den Interessen beider Länd.r c.tge Handelsbeziehungen entsprecl-en. Trrtzd.m würde der italien^ich-deutsche Ha d.lsverleh besonders nach dem 10. 3anuar 1925 ir.cht die Entwicklung e'reichen können. Deixm er fähig ist. trenn nicht in gemeinsamer Arbeit di e u ne r 1 ä h - lichen Bedingungen dcull.ch fefig-.ftclU werden, die zur Regelung ferner Entfaltung nötig sind. Aufgabe der italienischen Delegation ist es, die Abänderung der Zollbest i in mu n- g e n von 1904 zu fordern, die sich infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs Itallens als unhaltbar erweisen, und auf das aufmerksamste die Forderungen zu prüfen, die dll> deutsche Delegation als den wirtschaftlichen Dedürfniffen des Reichs entsprechend unterb.eiten wird Der gute Wille und die erprobte Sachkenntnis der beiden Delegationen werden es auch dieSmal ermöglichen, einen Ausgleich der Interessen zu finden und alle Bedingungen zu sichern, mittels deren die deutsche und die italienische Ausfuhr ihren früheren Umfang erreichen föronen. Ich gebe dem Wunsch Ausdruck, dah ihre Arbeiten bald zu einem günstigen A^chluh gelangen mögen, denn die alte Wahrheit, dah gute politische Beziehungen gute wirtschaf11 i che Beziehungen vorauSsehen, gilt besonders von unteren beiden Ländern, die durch zahlreiche toirt- schaflliche Rot Wendigkeiten zu einer Steigerung der gegenseitigen Handelsbeziehungen gedrängt werden. Ihr Werk ist also dazu bestimmt, einen beträchtlichen Einflutz auf bk gesamten Beziehungen zwischen ben beiden Ländern auszuüben. Minister Hamm zu den Verhandlungen mit Italien. Berlin, 4. Dez. (Wolfs.) In einer Unterredung mit dem Berliner Berichterstatter des ..Corriere della Sera" kennzeichnete der R e ich s- wirtschaftsminister die Aufgabe, welche die deutsche und die italienische Regierung bei den bevorstehenden Handelsvertragsverhandlungen zu lösen haben werden, folgendermahen: Schaffung einer vertraglichen Grundlage für die Regelung der gegenseitigen toirtN schaftlichen Beziehungen, die es beiden Völkern ermöglicht, unter Wahrung der beiderseitigen wirtschaftlichen Interessen den Austausch der Güter zu steigern und dadurch die seit Kriegsende in erfreulicher Weise wieder ange- knüpften zahlreichen Fäden und Verbindungen zu stärken und fester zu gestalten. Der Minister erklärte: Die deutsche Regierung ist bereit, die Einfuhrverbote, die sie bereits in letzter Zeit erheblich verringert hat, im wechselseitigen Verkehr ganz abzubauen, borausgeseht, dah die italienische Regierung sich zu dem gleichen Schritt entschließt und auch sonst von jeder verschiedenen Behandlung der deutschen Waren Abstand nimmt, der Erzeugnisse anderer Lander nickt unterworfen sind. Der Minister betonte, datz das Schreckgespenst des angeblichen deutschen wirtschaftlichen Imperialismus in Wahrheit gar nicht besteht und datz niemand in Deutschland jemals an eine wirtschaftliche Unterdrückung der italienischen Industrie dachte. Die deutsche Ausfuhr nach Italien ist nicht nur durch die Höhe der deutschen Produktionskosten, sondern auch durch die hohen Zollschranken gehemmt, die Italien mit seinem Zolltarif vom 1. Iuli 1921 errichtet hat. Wenn Deutschland erst im Besitz des neuen Zolltarifs ist, werden abermalige Verhandlungen nicht zu umgehen sein Ich glaube aber, dah wir schon jetzt ein sehr erhebliches Stück Vorarbeit für die endgültige Gestaltung unserer Handelsbeziehungen werden leisten können. Der europäische Stahltrust. P a r i S, 4. Dez. (D. D.-K^) Ueber die Verhandlungen. die zwischen den beutschsn und den französischen Sachverständigen der Schwerindustrie geführt, und die gestern bis zum 16. Dezember vertagt wurden, berichtet Havas, es scheine gewiß, datz die Besprechungen zwischen den deutschen und den französischen Vertr-t m der schweren Eisenindustrie eine neue Richtung genommen haben, und datz eine Aufteilung der Märkte unter die Produzenten England, Belgien, die Tschechoslowakll unb Prien ins Auge gesaht werde. Diese Frage gehe aber über den Rahmen der wirtschaf lichen Verhandlurg.n zwischen den beiden Ländern hinaus und es sei wahrscheinlich, dah, sobald ein endgültiges Ergebnis erreicht sei, die verschiedenen eis-nprvdu- zierenden Länder über ben Gang der Verhandlungen unterrichtet unö befragt werden sollen, ob sie sich an einer Zollorganisation evtll beteiligen würden. Chamberlain in Paris. Die Besprechungen mit Herriot. Paris. 5. Dez. (WTB Funkspruch.) Der britiiche Etaatssetretär des Aeußem Austen Chamberlain tij.| Keslern in Paris eingetrosfen. Sein erster Besuch wird nach dem »Petit Parisien" Heute vorm.ttag dem Präsidenten derRe - ch u b l i k gelten. 3m Anschluß, daran fmdel um 11 Uhr die Begegnung mit Herriot statt, zu der kein -Zeuge zugezogen toirb. Es wird nicht einmal der Dolmetscher der -Unterhaltung beiwohnen. da Chamberlain französisch beherrscht. 3n der Hauptsache werden nur wichtige Probleme und Fragen des nahen Ostens zur Sprache gebracht. Um 1 Uhr wrrd Hernot am Quai d'Orsay zu Ehren Chamberlains ein Essen geben, zu dem u. a. auch die beiden Direktoren am Quai d'Orsay. Laroche und Seydoux, ferner Vertreter der Kammer und des Senatsausschusses für auswärt ge Angelegenheiten geladen sind. 3m Laufe des Rachmittags dürfte eine neue Aussprache stattfinden, an der sich wahrscheinlich beide Botschafter sowie die Direktoren Larrvche und Seydox beteiligen würden. Chamberlain wird um 5 Uhr nachmittags n ach R o m Weiterreisen. 3n Wochenfrist wird nach der „Mornrng Post" eine neue Begeg nun g mit Herriot erfolgen. Chamberlain erklärte gestern abend Vertretern der Presse u. a.: „Ich glaube, dah die gegenwärtige Gelegenheit, mit dem Ministerpräsidenten Herriot zu sprechen, dazu beitragen wird, die ausgezeichneten Beziehungen zu bestätigen, die zwischen den beiden Nationen bestehen und die beiden Regierungen aufrechtzuerhalten sich bemühen Deutsche Stahlwerke in Südafrika. London. 5. Dez. (WB. Funkspruch.) Daily Mail" berichtet aus Kapstadt, es verlautet, dre Regierung verhandle mit deutschen Stahl- erzeugern über die Errichtung von Stahlwerken in Südafrika in ziemlich großem Umfange. Die Hauptschwier-ykeiten einer Verwirklichung dieses Planes feien, wie angenommen wird, in den deutschen Verbuchen zu sehen, sehr weitgehend Konzessionen vvn der Regierung zu erhalten. Die britisches Stahlsabrikanten seien zu dem Schlüsse gekommen, daß die Zeit für die Schaffung einer Industrie, die sich leibst erhalten könnte, noch nicht reif sei. Japan gegen eine weitere Abrüstung zur See. Reuhori, 5. Dez. (Kabeldienst der TU) 3n Washingtoner politischen Kreisen finden die aus Japan kommenden Rachrichten stacke Beachtung, nach denen 3apan auf keinen Fall gewillt ist, sich an einer weiteren Beschränkung der Flottenstätte durch eine neue Abrüstun^- konferenz zu be^-ligen. Die scheinbar von nrah- gebender japanischer Seite stammenden Rachrichten gegen eine neue Abrüstung werden von der japanischen Presse eingehend erörtert. Es wird behauptet, die geographische und strategische Lage 3apans gestatteten keine weitere Flottenab- rüstung. Abbau der interalliierten werden. England und der Völkerbund. Chamberlains verbittet sich jede Einmischung in die aegyptische Frage. Gens 4. Dez. (WB.) Der Generalsekretär des Völkerbundes hat vom britischen Außenministe- 'rtumrium eine Rote erhalten, in der die britische Regierung hinsichtlich der Völkerbundsresolution vom 2. Oktober 1924, wonach das Protokoll über die friedliche Beilegung internationaler Streit- Ä für die Mitgliedsstaaten, die nicht unter- rt hatten, sowie für alle übrigen Staaten zur Unterzeichnung aufgelegt werden soll:e, bemerkt, dah nach dem Wortlaut dieser Resolution die Möglichkeit gegeben sei, das Protokoll auch der ägyptischen Regierung vorzule- gen. Die britische Regierung erinnere daran, daß das britische Protektorat über Aegypten auf Grund der am 28. Februar 1922 abgegebenen Erklärung auf gehört habe, in der sich u. a. folgende Worte sünoen: „Die Wohlfahrt und 3ntegrität Aegyptens find f ü r das Leben und die Sicherheit des britischen Reiches unerläßliche Bedingungen. Großbritannien wird daher die zwisch^l dem britischen Reich undAegyp- ten bestehende nDeziehungen aufrecht zu erhalten suchen. Die britische Regierung wird nicht dulden, dah eine andere Macht sie in Frage zieht oder zum Gegenstand von Erörterungen macht. Geleitet von diesem Grundsatz, würde die britische Regierung jeglichen von einer anderen Macht unternommenen Versuch, sich in die ägyptischen An- celegenbeiten einzumischen, als eine unfreundliche Handlungsweise betrachten müssen. Die britische Regierung würde daher nicht dulden können, daß das Protokoll, wenn es von Aegypten unterzeichnet werde, der ägyptischen Regierung die Möglichkeit gebe, eine Intervention des Völkerbundes nachzusuchen, die durch die obenerwähnte Erklärung ausschließlich dem Gutdünken der' britischen Regierung anheimgestellt ist." der britischen Regierung anheimgestellt ist." Auf Wunsch der britischen Regierung ist diese vom 19. Rovember datierte Rote den Staaten, die das Protokoll unterzeichnet haben, zugestellt worden. Aegyptische Verschwörung gegen das englischeKabinett? London. 5. Dez. (TU.) Laut „Daily Mail" 'hat der britische Oberkommandierende für Aegypten, Lord Allenby, dem britischen Kabin-tt davon Mitteilung gemacht, daß ägyptisch Rationalisten den Entschluß faßten, her* vorragende Mitglieder des Kabinetts zu erytvrden. Die Verschwörer gehören anscheinend den Wast an und halten sich unter den ägyptischen Studenten in London auf. Der 3nnenminister Sir 3ohn Hicks hat daraufhin sofort veranlaßt, daß seine Kollegen Dag unb Rächt von bewaffneten Geheimpolizisten umgeben sind. Dor der Auflösung des aegypti chen Parlaments. Paris, 5. Dez. ($11.) Der „Matin" meldet aus Kairo, daß das ägyptische Parlament am 9. Dezember aufgelöst werden wird. Die Reuwahlen würden in 2 Monaten stattsinden. Wenn daS neue Parlament dem Kabinett sein Cßertvauen Vorbehalten sollte, sv würde es sich gleichfalls auslolen Unter den ägypli chen Eisenbahnern ist eine Streikbewegung im Gange. Die englische Regierunq gegen die lästigen Ausländer. London, «*. R-v. (TU.) Der Staatssekretär des 3nnern Str William 3ohnson H i ck s will in der nächsten Zeit einen Feldzug gegen die lästigen Ausländer beginnen. Die sozialistische Regierung habe, sagt „Gvening Rews", die schwarze Liste der lästigen Ausländer stack au- sammengestrichen. Diele Hunderte von Agenten und Revolutionären seien infolgedessen gelandet, die sich die grundsätzlich zugestandene zweimonatige Aufenthaltsbewilli- mmg zunutze machten. Man erwartet eine durchgreifende R e i n igu n gSa kt i vn und große Deportation der ungeladenen Gäste. Glei«üeittg verlautet, daß sich der Staatssekretär des 3rmern mit der Gröhe des Stabes der russischen Delegation beschäftigen wird. Richt weniger als 7Z0 Personen lind bei der irussischen Delegation und ihren UnterabtciUin- aen beschäftigt, die sich alle b e s o n d e r e r D o c rechte erfreuen. Schließlich soll auch die Besatzung der russischen Schiffe näher in Augenschein genommen werden, da es sich hierbei, tote „Gvening RewS" sagt, ausnahmslos um Kommunisten handle. Kontrollkommission. Be r l i n, 5 De;. (TU.) Aul G-und der bisherigen Ergebnisse d r Genevalinspckt.vn hak«n, wie die „Reue Tägliche Rundschau" hort, die alliierten Regierungen beschlossen, die Zahl der Offiziere der Ueberwachungs ommis'ion um fast die Hälfte zu vermindern. Die Kom- m ff atm, die derzeit noch einen Stand von rund 180 Offizieren ausweist, soll bis Ende d. Mts. auf 100 Offiziere hevuntevgesetzt werden. Eine weitere Ve^m nd.mng ist >üc 3anuar in Aussicht genommen, die wohl als Vorläufer des gänzlichen Abbaus anMs.hen ist. Am Mittwoch trafen zwei englische Offiziere der int walliierten Kontrollkommisnon hier ein und begaben sich nach einem Gehöft im Kreise Neidenbürg. Auf eine Anzeige hin suchte die Kommission in einer alten Scheune mehrere Stunden lang nach Waffen, fand aber nichts weiter als eine verrostete Konservenbüchse und meh.-ere Draht stücke. Die Scheune wurde darauf von der Kommission versiegelt. Am Donners ag erfolgte ein Besuch der Al len st einer Schutzpolizei. Diele find berufen . , . Berlin. 4. Dez. (Derl. Tagebl.) Die Reichstagswahlliste verzeichnet in ihrer Gesamtheit nicht weniger als 4638 Kandidaten, und zwar 4249 in ben Kreiswahlvorschlägen und 389 Kandidaten in den Reichswahlvorschlägen. Die Kandidatenliste für die preußischen Landlagswahlen enhält die Rainen von 2631 bzw. 256 Kandidaten. Dre Wahl- Vorschläge für die Reichstagswahlen enthal.en nicht weniger als 5 1 Verschiedene Partei- bezeichnungen unb bietet das alte Bild vvn Deutschlands innerer Zerrissenheit. auf Krie ) Steuerub rwetsung an die Zusammen ten für Ausgak 15.8 Pc bezöge 1925 ein Mehr von 156 640 855 Rm. Dabei ist zu berücksichtigen, daß im Hinblick ehmer 1206 420 226 Der Neichshaushalt1925. Ein Ucbrrbkick über den Entwurf des Reichshaushaitplanes 1925 geht uns im folgenden Bericht vvn bestunterrichteter Seite zu: Der ordentliche Haushalt schließt in Einnahme unb Ausgabe mit 5514662699 Rm. ob. Die Einnahmen setzen sich zusammen: a) aus den Etträgnssen der Besitz- und Berk hrssteuern mit 4 144 000 000 Rm.. b) Zölle und Verbrauchsabgaben 1 099 700 000 Rm.. c) Derwaltungsein- nahmen bei den verschiedenen Reichsbehorden 125 129 366 Rm.. zusammen 5 368 829 366 Rm. 0 000 Rm. ---- 3 n. — 100 Proz. die im Gange befindliche Steuerreform eine Schätzung der Steuern und Verbrauchsabgaben, die den Hauptteil der Reichseinnahmen ausmachen und dem Reichshaushalt erst das Gepräge geben, zur Zeit der Haushaltsaufstellung nicht möglich war. Ebenso mußte von einer Veranschlagung der Steuerüberweisungen an die Länder, d e im Haus- Versorgung Rm = 23, • Länder 1 86 5 175 331 009 2 Prvz. c) Allgemeine Ausgaben und für Sachzwecke 815 754 557 Rm. = d) Ruhegehälter und Hinter bl iebenew- Verwallung und H^r emschl. der hast den hauptsächlichsten Ausgabeposten darstellen. abgesehen werden. Aus d efen Gründen sind sowohl für die Eimrahmen an Steuern wie für die Steuerüberweisungen die Ansätze des Haushalts für 1924 mit 5243,7 Millionen Reichsmark an Ausgaben (s. unten) angesetzt. An fortdauernden Ausgaben des ordent-- tichen Haushalts sind angesetzt 5 337 Ml 699 Rm. Darunter sind 161 760 690 Rm. Zuschuß zur Deckung der Ausgaben des ordentl. Haushalts der Kriegsrasten (^genannte innere Kriegslasten) enthalten, so daß die reinen fortdauernden Ausgaben betragen 5 175 331 009 Rm. Gegenüber den für 1924 in Betracht kommenden 4 931 463 169 Rm. ergibt sich ein Mehr von 243 867 840 Rm. Die Ausgabeseite des Haushalts steht unter der Einwirkung des Sachverständigengutachtens. Sie Lasten, die dieses Gutachten dem Reiche für die nächsten 3ahre auferlegt, sind für 1925 mit 1 095 416 666 Rm. angesetzt. Der Gesamtbetrag der reinen fortdauernden Ausgaben mit 5 175 331 009 Rm. verteilt sich auf die persönlichen und sachlichen Zwecke wie folgt: a) Persons chc Bezüge dec Beamten, Angestellten und Arbeiter 862 274 593 Rm — 16,6 Prozent, b) Sachliche Verwaltungsausgaben 429 231 633 Dazu tritt als Folge der Durchführung des Sachverständigen - Gutachtens ein Posten (herrührend aus der Verwertung von Vorzugsatt, en der Deutschen Reich Sb chngesell- schaft) von 145833333 Rm., zus. 5 514 6j2 199 Rm. Gegenüber der für das Vorjahr veranschlag- Einnahme von 5 358 021 844 Rm. ergibt sich 2068,7 MMvnen = 39.97 Prvz. entfallen somit auf die BesoldungS- usw. Bezüge, Ruhe- gehätter usw. und die Dersorgungsnebuhrnisse der Kriegsteilnehmer und ihrer Hinterbstedenen. ------- ----«------- Der Prozeh gegen den Massenmörder Haarmann. Die Vernehmung des Angeklagten. Hannover, 4. Dez. (SU.) Dor dem Schwurgericht Hannover begann h?ut« vormittag der Prozeß gegen den Maisteamorder Haarmann unb dessen Helfershelfer Grans, über besten Vorgeschichte wir an anderer Stelle des heutigen Blattes berichten. Den Vorsitz führt Landgerichts- birettor Deck mann. Die Anklage wird durch den Staatsanwalt Dr. Wilde und Staatsan- waltschaftsrat Dr. Wagenschljtter ver.re- ten. 3n einem Qlebenraum des Sitzungssaales befinden sich außer den Kleidungsstücken der 27 Opfer das Feldbett aus der Wohnung Haarmanns, fein Tot.chläger, eine Fleisch-Hackmaschine und eine blutbefleckte Diele. Don der Polizei waren umfangreiche Vorsichtsmaßregeln getroffen. De onders während der Ueberführung der beiden Angeklagten vom Gerichtsgesängnis nach dem Schwurgerichtssaal ii d die zu passierenden Straßenzüge geräumt und vollständig abgesperrt. 3n |einer Vernehmung gab Haar- mann zunächst Aufschlüsse über seine Familienverhültnisse und Schulzeit. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er tm Militärlazarett im Zusammenhang mit einem Unfall beim Turnen wegen epileptischen 3er« seins b. handelt worden sei, sagte Haarmann: Ach, das ist ja Unsinnl Ich bin ganz vernünftig. Kopfschmerz kam von dem Unfall Wester wurde festgststelst, daß Haarmann wegen S.ttlichteitsv.rgehens an Kindern aus der Unter» Offiziersschule ausgeschlossen wurde. Auch 1897 wurde Haarmann in H ldeäheim wegen des gleichen Verve hens gerichtlich belangt und auf feinen Geisteszustand untersucht, wobei die Geisteskrankheit aus angeborenem Schwachsinn festgestellt wurde. Der Angeklagte, bec sich später wieder als Soldat gut bewahrt hatte, wurde drnnn wiederholt und zuletzt 1922 auf seinen G.^eszustand untersucht. 3m westeren Verlauf der Vernehmung schilderte Haarmann sein schlechtes Verhältnis zu seinem Vater und schloß mit folgenden Worten: „3ch will geköpft werden, bann bin ich die Qual los. Aber das letzte Wort toirb ein Fluch auf meinen Vater sein." Haarmann gab Aufschlüsse über seine Beschäftigung. R.ichiem sein Konfervengeschäst zugrunde gegangen toar, wurde er in eine Bäckerei eingestellt, wo er Diebstähle beging. Charakteristisch ist, daß Haarmann gegen jede Vermutung, feinen Geisteszustand für irgendeine seiner Taten verantwortlich zu machen, wiederholt energisch protestiert. 1918 war Haarmann wegen Unsittlichkeit gegenüber einem 13jährigen Knaben ins Zuchthaus gekommen. Rach seiner Entlassung befaßte er sich mit Hamsterei. Der Angeklagte bestreitet, Menschenfleisch verkauft zu haben: er bleibt dabei, daß er alles Fleisch von dem noch nicht aufge- fundenen Schlächter Karl bezogen hat. Den Mord an Friedel Rothe im Jahre 1918 gibt er zu. (Str fdgt auch, daß bei der Haussuchung damals dessen Kopf, der hinter dem Ofen eingewickelt versteckt war, nicht gefunden wurde, und er dann wieder freigelassen wurde, weil ihm nichts Strafbares- nachgewiesen werden konnte. Für die weitere Vernehmung über den Fall Rothe wurde die Seffent- lichkeit ausgeschlossen. Rach der Wiederaufnahme der öffentlichen Verhandlung erzählte Haarmann, wie er Grans kennen lernte. Danach habe Grans sich ihm aufgedrängt. Gr habe ihn, weil er über Hunger klagte, in seiner Wohnung aufgenommen. Grans aber, der weiter mit Haarmann zusammenlebte, wußte letzteren stets für sichauszunühen. So muhte auch Haarmann betteln, während Grans das Gelb verjubelte. Haarmann mußte sogar wegen Bettelei einmal sitzen. Auch Wäschedieb stähle führten sie gemeinsam aus. Inzwischen hatte Grans in Haarmanns Wohnung De kchr mit einem Mädchen gehabt und zur Beschaffung von Geld die Möbel seines Freundes verkauft. Schließlich habe aber Grans wieder 20 000 Mark gebracht, mit denen er sich wieder neu einrichten konnte. Haarmann gibt vier bis fünf Morde in dieser Wohnung zu, verneint aber die Frage des Vorsitzenden, ob Grans von den Morden gewußt habe. GranS habe ihm nur jung« Leute, besonders in guten Kleidern, zugeführt. Dann erzählte er, wie er von Kriminalbeamten aufgefvrdert wurde, wegen seiner Beziehungen zur Verbrecherwelt der Polizei Winke zu geben, und wie er dann das Detektivinstitut Lasso gegründet habe. Haarmann gibt weiter an, das Grans einmal eine in dem Derschlag seiner Wohnung versteckte Leiche gesehen und ihn ein andermal dabei betroffen habe, wie er die Leiche Hannappels gerade zerteilte. Haarmann gibt die Zahl feiner Opfer mit 14 an, meint jedoch, es konntenauch mehr gewesen sein. Er bestreitet aber entschieden den Verkauf oder den Genuß des Fleisches seiner Opfer. Er beschreibt genau, wie er die Leichen zerteilte, wozu er zwei Tage gebraucht habe. Er bestreitet, daß die in der Leine gefundenen Schädel von seinen Opfern stammen. Haarmann erklärt, daß er niemals einen Amtlichen P okizeiauSweis beseffen habe. Hierauf beginnt die Vernehmung des Angeklagten Grans. Er hat die Realschule besucht, hakte verschiedene Stellungen inne, die er wiederhol wechf l e. Einmal wurde er wegen Portv- lassenbiebstahL enllass.n. G ans b st eilet gewußt zu haben, daß Haarmann junge Leute um» gebracht und dah er jemals eine Leiche bei Haarmann gesehen habe. Er bestreitet sogar, Haarmann die jungen Leute zugeführt zu haben. Um 4 Uhr wurde die Verhandlung auf Freitag vertagt. Aus aller Welt. Bootsunglttck auf der Ostsee. Königsberg, 4. Dez. (TU.) 3n der Rächt zum Donnerstag überraschte ein böiger Rordwest- sturm a ch t Fischerboote vor Starlau auf See. Dier Boote konnten das Land glücklich erreichen. Zwei Boote schlugen kurz vor der Küste um. Die aus sieben Monn bestehenden Besatzungen konnten nicht mehr geret* t e t werden. Ein anderes Doot konnte aus der Kurischen Rehrung in der Rahe von Rositten geborgen werden, jedoch nur mit zwei Mann der Bejahung. Zwei andere Leute sind von der schweren See über Bord gespült worden. Gin Doot wird noch vermißt. Rur die Segel dieses! Dootes wurden an Land gespült. Dom Doote cLbjt und den vier Insassen ist bis heute keine Spur zu finden gewesen, so daß mit einer ®e- amtzahl von 13 Toten gerechnet werden muh- Alle Ertrunkenen sind verheiratet. Eine Gesundbeterin bor Gericht. Dte Leiterin der Lübecker Gemeinde der chnst- lichen W.ssenschakt, F.au Koch-Gedecke, stand vor einem Lübecker Gericht unter der Anttage, den Tod eines 14jährigen Knaben verursacht zu haben. Dem Knaben waren beim Ueberllettern eines Zaunes Holzsplitter in de fr-U nIer- leib gedrungen. Die Eltern des verunglückten Kindes schickten daraus zu Frau Koch, welche erklärte, daß sie den Knaben gesund beten werde. Da sich dessen Zustand aber immer mehr verschlimmerte, lieh-m die Leute 12 Stunden nach dem Unfall endlich einen Arzt holen, der eine be - ginnende Dauchfellentzündung feststellte, die zum Tode des Knaben führte. 5>ic Aerzte erklärten, daß bei einer sofortigen Operation der Junge hätte gerettet werden können. Die Angekl^rgte wurde zu einem Jahre Gefängnis und 50 Ml. Geldstrafe verurteilt. Aus Stabt und Land. Gießen, den 5. Dezember 1924. Zur Wahl. In den beiden neuesten Amtsverkündigungs- 6lottern werden dre Wahlvorschläae zur hessischen Landtagswahl u n o zur Retchstagswahl zur össentlichen Kenntnis gebracht. Für die Landtagswahl haben die Wahlberechtigten folgende Dorfchlagslisten zur Entscheidung: 1. Sozialdemokratische Partei,2.Deutich- nationale (Hessische) Dolkspartei, 3. Zentrum, 4. Kommlmisten, 5. Deutsche Dolkspartei, 6. Rationalsozial, stische Freiheitsbewegung, 7. Deutsche Demokrattsche Partei, 9. Wirtschaftspartei des deutschen Mittelstandes, 10. Hessischer Bauernbund und rheinheffische Landliste, 11. Bereinigte schaffende hessische Landwirte. Ein Wahloorschlag 8 besteht nicht. Für die Re i chs t aas wa hl werden den Wählern folgende Wahttwrschläge präsenttert: 1. Sozialdemokratische Partei, 2. Deutschnattvnale Dolkspattei, 3 Deutsche Zentrumspartei, 4. Kommunisten, 5. Deutsche Dolkspartei, 6. Rational- sozialistische 5ieifze.tvb to.gung, 7. Deutsche Demokratische Partei, 9. Wirtschaftspartei des deutschen Mittelstandes, 10. Hessischer Bauernbund und rheinhessische Landliste, 13. Haeuherbund, 14. Frei- wiltschaftsbund (Freiland—Freigeld). 15.U.S.P.D Die Stimmzettel unterfcheiden sich auffallend voneinander, um Verwechslungen bei dem Wähler zu vermeiden und um das Zahlgeschüft bei der Ermittlung des Wahlergebnisses zu eckeichtern. Die Stimmzettel werden nur im Wahllokal am Dorstandstisch ausgegeben. Der Wähler hat in der Wahlzelle oder an dem mit einer Vorrichtung gegen Sicht geschützten Aeberttisch tn dem vorgedruckten Kreis auf dem Stimmzettel durch ein Kreuz zu kennzeichnen, welchem Kveiswahlvoo» schlag er feit« Stimme geben will. Hat er am Vorstandstifch zwei Zettel erhalten, ist er also Reichs tagSwähler und Landtagswähler, so muß er beide Stimmzettel mit einem Kreuz in dem Kreis des von ihm gewählten Wahlvvrfchlags versehen. Ein Sttrnmzettel ohne solche Kennzeichnung bedeutet keine Stimmabgabe, z ä h l t a I f o nicht. Beide Sttrnmzettel steckt der Wähler in den amtlichen Wahlumschlag, der ihm gleichzettig am Dorstandstisch übergeben worden ist, und überreicht alLdann den Wahlumschlag dem Wahlvorsteher, der ihn in die Wahlurne legt. Die Wahl beginnt um 9 Uhr vormittags und endet um 6 Uhr nachmittags. In A.ibeträcht der ganz besonderen Bedeutung dieser Walken muß jeder Wähler und jede Wählerin vom Stimmrecht Gebrauch machen. Wahlrecht bedeutet diesmal mehr denn je Wahlpflicht! Bornotizen. — TageSkalender für Freitag. Stadttheater: 7l/s Uhr „Der Meisterborer". — Deutsche Demokratische Partei: 81/* Uhr Turnhalle Wählerversammlung. — Deutscher Frauew- bunb für alkoholfreie Kultur: 8 Uhr Gewerbeschule Dersammlung. — Lichtspielhaus Bahnhof« straße: „Das schone Mädel". Wettervoraussage. Meist bedeckt, Temperaturen wenig verändert, geringe Riede^chlage. * •• GrgänzungSwahlen zur Han- delskammer Gießen. Bei den am 2 und 3. d. Mts. stattgehabten Haiidelslammerwahlen wurden im Wahlbezirk Gießen-Stadt Dank- birettor Ludwig Grießbauer, F ibrUbireftor Friedrich May und Kaufmann Rudolf R o - w a ck, im Wahlbezirk Gießen-Laird Kaufmann Wilhelm L. Rühl in Grvßen-Buseck wiedergewählt. Im Wahlbezirk Alsfeld wurde der Kaufmann Otto L e i d n e r - Alsfeld neu- gewählt. im Wahlbezirk Lauterbach der Fibrikrnt Wilhelm Wenzel- Lauterbach wiedergewählt. ** Veränderungen im Gießener Polizeidienst. Auf Grund des GeletzeS über die Altersgrenze der Staatsbeamten tritt der Polizeilommissar Ludwig Kimmel zu Gießen am 1. Januar 1925 in Öen Ruhestand. Mit Wirkung vom gleichen Tage ab wurde der Polizei-- oberwachtmeistec WUHelm Schmidt zu Gießen zum Pol^eikommissar ernannt — Ernannt wurde der Polizeiwachtmeister auf Probe Wilhelm H o h-> meier aus Gießen zum Polizeiwachtmeister mit Wirkung vom 1. Dezember ab. Falsche Rentenbankscheine. Seit einiger Zeit werden in der Rheinprovinz und in Süddeutschland, insbesondere auch in Baden, Rachbildungen von Rentenbankscheinen zu zehn Rentenmark in den Verkehr gebracht, bei denen das Wasserzeichen durch Aufdruck nachgeahmt worden ist. An Stelle des Stoffauflaufs ist der rechte Teil der Vorderseite mit einem hellgrüsy gefärbten Klebemittel übertüncht, worauf die Fasern eingestreut sind. Bei den echten Scheinen sind die Fasern im Papier eingebettet. Der Untergrund der Falschscheine zeigt ein verschwommenes, unflateS Bild, die Beschriftung weicht an lle “e au« b*_ glitten q7, 2kain, L ,k*Ng ^er muh, l<6t ^N. tt AnNa» 11*’Unier % 'Ä -7« «d> Äubea nach «reinebe. ä 'S' W. Dl, 32 9*”' Ernten. ^®efänfl. !and. über 1924. Ttünbigung«. »Ufle zar und zur hen Äatntnii MdkDahl- >en fr 6«. ttri,2.Deutich, 3. Zentrum, xrrtei, 6. 2a° 8. Z. Deutsche sLParlei bcs r Dauernbund :reinigte Ichas. ahlvvrschlag 8 werden den präsentiert. lltschnoltoluL irtcl 4. Kom- 6. Lai iviul- uffche SHn> be« deutschem ernbund unt mnb, 14. Frei- ».1S.LS.P.D sich auffallend ei km Mhlo Mst bei der ju e^eichtern. Wahllokal am väbter hat in ?r Lorr/chtung in dem Dor tte( durch dn ArdSwahlvor» I er am len, ist er am oöhler, so muh Koeuz in km DchlovMagS lche Kemzelch- ui6H«|f» Dahier In kn ddVtiiam ist, unb ubc demMhlvor- tronntttogi r Dahier und chtGebrauch zmol mehr denn Ml »v7c,f. chauSDaM" tflff ter*50' lt Freitag. !eislerbv<- 81/, Är TM , *ut 1 8 2 un» s-s K? - ^a^i*ekr | > ö?ncr I ,m ® Ü'C- d-s^Ä der mel tzii, Dir- ^|ter . auä % zth" Mfbei5t5 - -b^ 'nachg^C it Mud n (j (ft bc> fi« i i-K?s i Ssr- i Bed^ttbentn ÖteHm vvn der der echten vchetne ab. Das Publikum wirb vor der Annahme dieser Schrine gewarnt und gebeten, beim Vorkommen solcher .Blüten" sogleich die nächste Pollzcldlenst- stelle zu benachrichlrgen. • OrtDcilcrung des Ao st verkehre „ach Ungarn. Dom 1. Dezember an ist der Postanwe.sungSverkehr mit A:rgarn wieder aus- «nommen worden. Weistdetrag für Postanweisungen nach Ungarn 10 Million n Kr.nen Dom gleichen Tage an sind Im Verkehr mit Ungarn auch wieder Nachnahmen auf Postpaketen und Postfrachtstücken sowie Debührenvuel zu Werl- käslchen, Postpaketen und Postfrachtstücken zu- aelassen. Landkreis Wietzen. • Klein-Linden. 5. Dez. Don Pfarrer QI der mann wrrrden zwei Ocmeinbc- 2 bende veranstaltet, bet denen Lichtbilder, bte daS Leden Luthers und daS Leben der Mutier behandelten, gezeigt wurden. Verschönt wurden die Delanstaltungen durch Aarmonium«'Bortvdge der Schwester Frieda Rösch und Deklamationen des O berr eaks chü l e rs Mornewcg U. Lollar. 4. Dez. Sehr starken Besuch hatte eine gestern abend stattgefundene sozialdemokratische Wahlversammlung in der „Linde". 2llS Redner war Staatspräsident Ulrich erschienen. 3n dem sehr ruhigen, sachlichen Dort rag beschäftigte er sich hauptsächlich mit den Deutschnationalen, deren seitheriges Verhalten. besonders bei bcm DaweS-Gutachten. von ihm in mitunter recht ironischen Worten besprochen wurde. Sine Aussprache kam trotz der zahlreich erschienenen öcgner nicht zustande. Rach einer kurzen Pause sprach noch der Stadtverordnete WooSdorf, Diehen. Beiden Rednern wurde stürmischer Deisall gezollt. • LangSdors. 4. Dez. Am Sonntag fand hier eine Wählerverfammlung dex s o - zialdemokratischen Partei statt Land- tagSabgevrdneter 2 u f legte in sachlicher Art die Ziele seiner Partei bar. Am Montag sprach Lehrer RtngShausen in über dreistündiger Rede für die Ratio nalsozialisttsche Freiheitspartei. Seine Ausführungen blieben nicht ohne Widerspruch Ärcie Frtcvbcrg. Ss. Friedberg, 4. Dez. In einer zahlreich besuchten Dersammlung früherer An- gehöriger der Hessischen Feldartil- kerie-Regimen ter R r. 25 und 61 wurde einstimmig beschlossen, sich der in Hessen g-grün- beten Bereinigung anzuschllehen. Es wurde jedoch der Wunsch geäufxrt. bah sich die Vereinigung nicht nur auf bte Regimenter 25 und 61 beschränken solle, sonbern alle ehemaligen Feld- und Fuyartilleristen darin Ausnahme finden könnten. Zum Vorsitzenden der Krcis- gruppe wurde der Leiter der Versammlung. Major Hertel .gewählt, zum Rechner Äauf- mann Fourier, zum Schriftführer Ober wacht- meister Gerbo ' he. — In dieser Woche finden jeden Abend Versammlungen bet politischen Parteien zur Wahlbewegung statt, welche bis jetzt alle einen ruhigen Verlauf genommen haben. Am Sonntag sollte für die Sozialdemokratie Professor v. Aster, Diesten sprechen, da der Redner aber nicht erschienen war. sprach an seiner Stelle Frau Vloos Am Montag tagten die Kommunisten, am Dienstag die Deutsche Dolkspartei. Letztere Versammlung war bis jetzt die am stärksten besuchte, die Redner deS Abends, Reichsminister a. D. D> Becker und Oberstudiendirektor Keller, Bübingen, vvn denen ersterer hauptsächlich über die Äeichspolitik, letzterer auch über hessische Politik sprachen, sanden lebhaften Beifall. Weitere Versammlungen find noch ausgeschrieben vom Zentrum (Redner Prof Dr. 2 e n 6 a r b t und Dr. Stohr). von den Demokraten (Redner Dr. Büchner und Frau Spielmann) und von der Wirtschaftspartei (Redner Dr. Westler). Kreis Schotten. -i- Schotten, 4. Dez. Die beiden Wahl» Versammlung"«, die der deutschnationale Kandidat Prof. Dr Werner am Montagabend in Riddct, am Dienstagab.-nd in der hiesigen Turnhalle abhielt, waren überaus stark besucht, zum grohen Teil von politischen Gegnern. Obwohl der Redner in beiden Versammlungen ruh ge Sachlichkeit seinen Auss brungcm zugr inde legte, sorgten gereizte Zwi chei'.rufe. Johlen, Pie fen und Lannen drfür, bau d e Versammlungen der Würde entbehrten, auf die s e Anspruch erheben dürsten. In R dda. wo sich die Lärmszenen in besonders hählicher Weise wedeo- hvlten, trat selbst der sozialdemvkratifche Diskussionsredner für Einhaltung der Ruhe und Der- me.dung jeglicher lär>nenden K m^geb >ngen e n. ■+■ Rainrod. 4. Dez. Uns.-ro se ther verwaiste 1. Lehrerstelle ist am 1. Dezember durch Lehrer Le h rner zu Dusenborn w.eder besetzt worden. D. -ser bat auch bereits den Organistenden st und die Geltung des Mänaergesangveleins übernommen. I Ober-LaiS. 4. Dez. Die wiederholten Hochwasserschäden, die unsere (Sc'.narfang In den letzten beiden Jahren erlitten hat, haben nunmehr dazu geführt, dc»st zwischen den beteiligten Gemeinden Ober-Lais. Fauerbach und Schwickartshausen eine Einigung über die Regulierung und Vertiefung des Lais bachbe 11 e s zustande gekommen ift Die Absteckung des neuen BachlaufeS ist bereits erfolgt. Hält die günstige Witterung an, so sollen die Arbeiten noch kräftig gefördert werden. Auch tm txmatyrorTen TkaSdütten will man, tr-te man hort, demnächst Arbeiten zur Vermeidung künftiger Hochwassers chäbm durchführen. Starkenburg'und Rheinhessen. ' Darmstadt. 4. Dez. (Eigener Bericht.) Die Ausstellung der .Kü n st ler Hilfe" ist im LandeSamt für das Bildungswesen eröffnet worden. — Ende dieser Woche tagt die 3urt) des Hessischen Künstlerkartells, die Werke für eine Ausstellung, die für Stuttgart bestimmt ist, auSsucht. — Im nördlichen Stadtteil wurde von Dieben bei einem Einbruch eine Gröbere Menge wertvollen Tafel- ilberS erbeutet — Bei einer Treibjagd wurde in der Rähe von Ober-Hambach im Kreise DenSheim eine schon stark in Verwesung übergegangene weidl ich« Leiche auf gefunden. Die Umstände des Fundes ergaben, bafj Selbstmord vorliegt ES handelt sich um die Frgu eines Zollbeamten auS Gebweiler, der aus dem besetzten Gebiet ausgewiesot war. Die unglückliche Frau Hal aus Kummer über die AuS Weisung anfangs September die Tat begangen. — Der Polizeiassistent RotHfuh in Bavenhausen erhält seit Wochen anonyme Schmähbriefe, mehrfach ist er auch abends tätlich angegriffen worden, einmal wurde sogar auf ihn geschossen. Er hat jetzt eine Belohnung von 200 Mark für die Ermittlung der Täter ausgesetzt — Dor einigen Wochen starb die 18jährige Tochter des früheren Beigeordneten Peter Wunder- Diernheim an einer Entzündung, die auf einen Abtreibungsversuch zurückzuführen war. 3m Zusammenhang mit dieser Angelegenheit wurden der verhei rate te 3 3 j ä b r i g e Polizeiwachtmeister Heinrich Seibert in Diernheim. sowie bte ‘mutter des MadchenS Der haftet. Darmstadt, 4 Dez (WTD.) Heute nachmittag ereignete sich in dem zur Zeit von den Franzosen besetzten GrieSheimer Lager ein schwerer Unglücksfall. Sin Schlosser von Griesheim hob eine Handgranate auf, die alsbald explodierte, dem Bedauernswerten die Finger bet beiden Hände wegtih und den ganzen Leib aufschliyte. Der Schwerverletzte wurde mit dem Auw ins Krankenhaus gebracht. Sein Ableben steht bevor. Hessen-Nassau. K. Frankfurt a M.. 4. Dez. Die Einführung des Zehnpfennigtarifs bei der St rahenbahn, über bte schon lange verhandelt wurde, ist jetzt endgültig vom Magistrat beschlossen worden. Die Strecke bis 1,5 Km wird in Zukunft 10 Pf. kosten, bi« 3 Km. 15 Pf., bis 6 Km. 20 Pf. und über 6 Km 25 Pf. Bei gleich- bleibendem Verkehr ergibt sich daraus ein Dar» aueian von in» Ifftn lunen Mark säbrkVch. kwch wird nach der Ormäbigimg mit einen Anziehen des Verkehrs *u rechnen jein. — Für die Einrichtung der städtischen Auto- bu-gesellschaft hat ble Stadt einen Kredit von 750000 Mark aut Verfügung gestellt, barem der etrabenbabn erhoben wird. — Dem früheren Oberbürgermeister Voigt hat der Magistrat das e r st e S , emplar der neuen silbernen Plakette der Stadl Frankfurt überreichen lasten. — Zur Erwerbung des AfrikaInstituts von Leo Srobenia» ist eine besondere Kommission vom Magistrat eingesetzt worden. — Der ,'frankfurter Lehrerverein wendet sich mit der dringenden Ditte an die Ellernbeiräte, für die Renovierung der Volksschule einzutreten, da einzelne Räume seit 15 bis 20 Jahren nicht hergerlchlet feien und dem Lharaktcr einer würdigen Stätte zur Erziehung der Jugend nicht mehr entsprechen. Bei der letzten Ausstellung der K unst messe im Romer meldete sich auch ein alter Veteran, Der beim Sturz auf d i e Spicherer Höhen schwer verwundet wurde und durch Krieg und Inflation in schwere Bedrängnis geraten war. Die Stadt Saarbrücken Hal jetzt dem allen Kämpfer für die Teilnahme an ihrer Befreiung einen E v rens old auSgeseljt, bei für die Gesinnung der Volksgenossen im Saargebiet kenn- zeichrrend ift. — Bei dem groben Industrie hausneu bau in der Taunusstraste stürzte ein Fa hrstuhl in die Tiefe. Fünf Personen wurden verletzt, ein Arbeiter ist inzwischen seinen Verletzungen erlegen. Jur Bluttat in Haiger. Unterschlagungen Angersteins. Köln, 4. Dez. (WTD) In der heutigen Versammlung der Vereinigten Stahlwerke Dan der Zypen und Wissener Eisenhütte A-G. tu Köln-Deutz gedachte der Vorsitzende mit Bedauern der Bluttat In Haiger. Angerstein. bei- nicht Direktor, sondern nur Buchhalter be8 der Gesellschaft feit 1918 gehörenden Kalkwerkes Haiger ist, habe sich biS vor drei Wochen nichts zuschulden kommen lassen. Erst seit dieser Zeit (jabc non Unterschlagungen von insgesamt nicht mehr als 4100 Mark feftge- stellt. Qlngerftein hat ein Monatsgehalt von 390 Mark neben freier Wohnung, Licht, Brand und Gartenbenutzung bezogen. Er besäst etwas Vermögen und lebte im übrigen sehr bescheiden Dor einigen Jahren kaufte er drei, vor zwei Wochen weitere Grundstücke, für deren Bezahlung er vermutlich Unterschlagunaen gemacht hat. Der Gärtner und der Maurer, die ebenfalls ein Opfer der Bluttat wurden, waren von Angerfteln privatim zu Ai-beiten bestellt. Ein außergewöhnliches Zijj / tfn» für Geschenke Angebot in Cz// sehr geeignet Parfümerie«, Toilette Artikel, Sci«> seifen, Haarschmuck, Hanrnctzc, Kam me, Zöpfe, Puppenperücke«, Haar- kette«, XlkolunebMrte. TiSChdCCkCfl Kochelleinen, grau, bunt bestickt, Größe 130/150 .....Mk. 10.00, 7,50 Kaffeedecken bunte, durchgewebte la Qualitäten, Größe 130/160 .... Mk. 11.50, 8,50 Tischdecken gepreßter Plüsch, beste Qualitäten, Oröße 125/150 . ... Mk. 35.00, 30.00 Tischdecken schwerer Qobelin, durchgewebt, Größe 150/180 . . . . . Mk. 37.50, 27.50 Künstlerdecken bunt bedruckt, moderne Muster, Große 130/160 . . . Mk. 17.50, 13,50 Chaiselonguedecken durchgewebt, schwere Qualitäten.....Mk. 40.00, 30,00 Chaiselonguedecken Mohair-Plüsch, in allen modernen Farben . . Mk. 75.00, 55.00 Chaiselonguedecken Gobelin, durchgewirkte Qualitäten . ... Mk. 50.00, 45.00 Modehaus SALOMON, Gießen Cafe Astoria Samstag, d. 6. Dezember, 8 Uhr Darmstädter Haue Heute Freitag 9712* Gut erhaltener Puppenwagen mit Matratze, saft noch neuer glneet-5i6fHiiften zu verkaufen 0“** Itrkiriir Str. 74 p. Itoneraüllonslager Me, welle nnö SlemMelllen zu verkamen [M83D Lchul'trakc 7. eeeeeeeeeeee Georg Wahl Friseur Neustadt 33 Neustadt 33 Käse billig. Deetiob-Helllnder, o. v-Pfd.«Lalli 6.85 Bm. Bolsietier Tifelklie (rote Rinde) per 9 Psd.-Pakei 8.M Qm. Deutecher Eltmer, vrima Qualität, per tt-Psd-Paket 6.86 Qm. Alle Lorten sind vorzüglich im Schnitt und liseichrnack. Äersand frei Hauv gegen Nachnahme. Otto Damke, **81 Käsesrosthdlg., Hamburg 21. Größere Zigarrensabrik Mitteldeutschlands sucht für halb ober später einen mit ber Fabrikation in jeder Hinsicht vollkommen vertrauten Herrn zur teilimg der FaMäo unb Kontrolle ber Filialfabriken. Ausführliche schriftliche Angebote mit Zeugnisabschriften unb Lichtbilb erbeten unter 97050 an den (BU- fjener Anzeiger. Nikolaus- Gesellschafts-Abend Mitwirkende Mitglieder d. Stadttheaters: Rita Andre Mauf Nelsen Kurt Joachim Baum Felix Norfolk Kurt Richter Tischbestellungen können nicht angen. werden y|IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIinillllllllllllllllllllllllllllllllllllllin|ll,il||l|lllllllg | Stimmung Stimmung j | Metzelsuppe | Restaurant „Zum A'dres" Sonnenstraße Samstag, den 6. Dezember 1924 eretklass. Konzert des beliebten Orchesters = „Die Radio-Giris“ Dir. M. Fürcht = Spez.-MAuerhahnH-Ausschank • la Küche | Kunst oii855 Humor g siiaiHmfliiHuiimiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiimminiiiMinmiiiminiiiiiiiiiimniiiiiiiiiin Metxeleuppe Q71RD ! VMW -WWßs - WeW diiihihiiiiiihinbiiiiiiuiiiiiiniiiiihiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiriimriirTniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii (Eine Sehenswürbigkeit ersten Ranges ist bie Gießener Geichäfts-Ausstellung im Kathol. Vereinshaus. Heute Freitag, letzter Ausstellungstag. Don 9 Uhr norm, bis 5 Uhr nachm. freier Eintritt. 5-Uhr-Tee, ab 8 Uhr Gesellschafts-Abend mit reichhaltigem künstlerischen Programm. onR7s NÄHMASCHINEN das schönste und praktischste Weihnachtsgeschenk kaufen Sie am vorteilhaftesten bei Hans Assmann, Neustadt 20 Erleichterte Zahlungsbeding. Reparaturen aller Systeme prompt und billigst I N. B. Meiner verehrten Kundschaft zur gefl. Kenntnisnahme, daß sich meine Motor- und Fahrradreparaturwerkstatt nicht mehr Sonnenstraße 5, sondern bei meinem Ladengeschäft in der Neustadt befindet. 9701D Möbel,Teppiche n Vorteilhafte Preise-]: TammSaUA 160230 cm Teppiche, Mk.«.- 14.50, 19.—, p.Pfd. Schreibtische, Bücherschränke, Büfetts 95.-, 130.— 150.— | Reelle Bedienung | [ Teilzah ung gestattet | iü. Mk. 75.—, 95 — Möbelhaus J. Jttmann Inhaberi A. Brumlik GieBen, Bahnhofstraße 29. 9730a Bettvorlagen Brücken Mk. 1.70, 3.50, 6.—, 10.— Mk. 16.50, 28.—, 40.— Chaiselonguedecken mit Fransen Mk. 11.—, 15 —, 20.—> 25 —, 35.— Dötion bestehend aus: Holzbettstelle, Patentmatratze, CQ__ öullull Schoner, 3 teil. Matratze.....nur Mk. 00. Schlafzimmer, Herrenzimmer, Speisezimmer Mk. 250.—bis 1800.—, 450.— bis 1800.—, 3 J0.- bis 1500.- in besten Ausführungen und Hölzern. 240/340 cm 19fr290 em Mk. 78.— Mk. 40.— Stores, Feile, Steppdecken, Betten, Federn Mk. 3.90 8.50 14.50, 19.—, 28.—, 3.-^4.50 25.— 35. stj Kaiser s Kaffees mr. 4.80, w, 4.-, seo, 3.20,2.80 dasselbe Weihnachts - Sander - Angebot! . . Paar 95» 75» bunt, Doppelsohle, Hochferse, z. Auss. . Paar Paar 95» 0723a udwig Feige GIESSEN 20 Sonnenstraße 20 9 Sonnenstraße 9 9715c zugeben. rieh, Ann.-Exp., Berlin W 8. 9724V Schuhhaus Süss 9726a Mittif Zirka 50 Ztr. trockne- Kliülirimhähiie Weizen- lange z. Änmachen, llllö -Wkiblheil ""dHa,erstroh m ttetnen .« »«taufen — »Ä ÄZ gesucht. 011845 Wicscck, Gieftener Wolkengasse 17. Tie Itl Lichtspielhaus Bahnhofstraße SW 9716 ü trag. 9725c im BereinSlvkal abzugeben. Nur Herren mit la Referenzen wollen sich melden unter Z 835 an Jünger & Died- Beachten Sie unsere Auslagen, darunter die 2 Spezialfenster 75» 285 desN ouf eiim auf Sie Heils bet Tu und Weinhandlung sucht für Gießen und Umgebung bei der einschlägigen Kundschaft langjährig eingeführten fuq vo des & Die L Lussrr M SS D.Hausschuhe SÄS 2.95 £).- Umschlagschuhe q D.-Umschlagschuhe“"U<^ * 7k D.-Schnallenstiefel4 dr und Fleck.............. Siu> jetzt vie Doppelsohle, Hochferse, zum Aussuchen, Paar Damenstrümpfe schwarz und farbig, Doppelsohle, Hochferse, zum Aussuchen, Paar Herren-Socken grau gestrickt, feste Qualität Herren-Socken Damenstrümpfe schwarz, Kaschmirwolle Kinderstrümpfe Haack Bnckenerweg 3. Y Für N J den Alltag \ wie zum Feste: smülmmn 5t? Wen i.SkiMWenvolksbav Dienst. 5—7Ubr und Donnerst. 4—6 Uhr unentgeltl. laut 93er* Der akad. AuSfchuh für Leibesübungen. Vertreter« Paar 48^ Herren-Socken grau, starke Baumwollqualität. . . Herren-Socken Seidenflor bardt. Schiffenberg. Weg 41. 011860 zusein, W ei D°n 3tf. Ä kitteo SamStag, 6. Dez., abends 81/* Uhr: Ltammtislh i b. Kamerad Caner. die dl« frtnuium 3n bei diesm nächste sie di delltj Lk Kaiser s Tee: mr. e.-, 5.20,4.40 Stenograph. - Gesellschaft Gabelsberger undDamenabtei;ong(E.V.) SamStag, 6.» 8 U., „Siadt L'icb": Mdnsiräenö. 81 b- u. 9ienbesteüun- gen auf Zeitschriften für 1925 werden bis 25. Dezbr. an Fri. Treier, Roonstr. 30, erbeten. x «uv bem au* di Mtch-4 s«-t,u lich der Äe die Psi Dahle: machen Endes und ge Mann dazu, I und d Politik anderer gegeben aber er tischen den bür tigten ? sie in gang b D Mnsn 15.12. i'4 bei. 9693c Lumm mltSrao« 1. Stock, f. Etagen- geschäft ober dergl. geeignet, in Mitte der Stadt zu verm. Schleenbeckcr, uw» Moltkeftr.9. Qoietgesuche | Selbständ. Kaufmann iDaiiermieters . sucht gut möbl. Wohn- und Schlafzimmer mit Televbonbe- nutznng. BalmhoiS» nähe bevorzugt, >ed. nicht Bedingung. Schristl. Angebote mit PreiSang. unter 011858 a.b. Gieh.Anz. Bäckergeselle der auch Konditorei versteht, [011854 sofort gesucht. H. Weimar, Frankfurter Str. 41. Tüchtige Verkäuferin NN Bedienen und Umgang mit der LUindschaft durchaus perfekt, ver sofort für besseres Detail- gekchäst gesucht. Schr. Ang. u. 9709D a. d. Gteh. Anz. erd. Gebildete junge Same ver sofort gesucht. Stenogr, Schreib- ma'chine, Sllaotcr- spiel erwünscht. Schristl. Angebote mit Gehaltsansvr. linier 011839 an den Gieft. Anz. erbeten - Kaufmann sucht Stellung. Schrifil. Angebote unter 011821 an den Gieft. Anz. erbeten. 19- und Lvjäbriae ael. Schlosser und ^tfeudreber suchen Arbeit gleich welcher Art. [,„„, 9leucn Baue 5. Fräulein Kaisers Kakao, Schokolade, Pralinen, Bonbons, ff. Backwaren usw., Konfitüren Konserven, Hülsenfrüchte, Teigwaren, Dörrobst usw. Alles in bester Qualität zu den billigsten Tagespreisen! 851 (jbeim Einkauf von V2 Pfd. Kaffee oder */4 Pfd. Tee ein tieft des Romans: ,tDllS hohe Lied der Minne Ist ohne Gleichen I Für die Armen, für die Reichen: & Kaisers las 24 itfest nn,elpfennig en, len, ibei )hn. n Trinkaus rbröeübeüitoT orfstreu »b Mull m blülalt ad r und oagaon- ! ab D«l Tüder Kahl NitbtN. WD Elsah- ithringer. liat-versamm nm 6. Az-, ii Hirtil KIHtr. ei Emgeaeii e der von den iedrrn gehifif eaenNnde i. b. nQdjiBötxlofot rech. üb. d.Nv b. Weihnacht . Vortrag de? mlbkiiden?^ r llffi ML 6. Ttj-, W ?¥< ttbr. amtiabEootr. mntag, den Dezember: .b.-Ain»enba-v- iibcra-^'®? ,-MtzardLld. Zahnbrücke. ' Aß gtifr *;K W* mMIhN. 'L!K? --L. •SKmW* VtziSS Rfiitr7. rhnunO' .S-S'K Ä B-H nr. 287 Swettes Blatt Wahlpflicht - grauenpflicht. ES ist nur zu verständlich, daß die Fr-auen nach der ReichsllrgsauflösUTrg seufzten: Ach — schon Lieder wählen! Sie stehen der Parteipolitik, die diese- 6re.gnt8 nötig mahle, verständnislos gegenüber. S.e sehen und spüve.i nur die De« unruh gung, die der Wahlkampf übrrall verursacht. und können «richt begreifen, daß die angeblich so klugen und im Gegensatz zu ihnen so "politisch" denkenden Männer die en Zustand, der Wichtige staatsbürgerliche Arbeit zum Stillstand verurteilt, die Köpfe und Gemüter erhitzt und letzten Ende» auch wieder große materielle Opfer fordert, nicht haben tx*miet':en können. Eine nähe- liegende Schlußfolgerung läßt darum viele Frauen erklären: Ich wähle nicht — es ist ja immer dasselbe . Da gibt man seine Stimme ab und glaubt mit seiner Emschei u g etwas zum W h des DaderbmdeS beigetragen zu haben. Hof t. iah daS Parlament zu fruchtbarer Arb it kommt und auf einmal ist alles wie vorher Zank und Streit auf der ganzen Linie, Neuwahlen und dasselbe Spiel. Ich bin eS müde . . GineS nun muh man diesen Frauen auch jetzt wieder sagen, daS ihnen die außer ordentliche Tragweite ihrer staatsbürgerlichen Pflicht klar macht, ein Argument. daS sie auS aller Mh- stimmung und Wahlmüdigkeit heoausrrißen m h: In den Händen de r Frauen liegt auch dieSmal die Entscheidung über d i e nächste Zukunft des Daierlan des, da sie d ie überwiegende Mehrheit der deut sch«n Devö lkeru ng au Smachenl Ih e y^wnäbiflc isteberlegenheit g bl ihnen eine gviaxz besondere Verantwortung der sie sih u der kernen llnrständen entziehen dürfen. Hut die unselige timene Zerrissenheit des dculschm Dolkr^ auch dieSmal die. man möchte sogen. KalostrothT der Neuwahlen heran fbeschwvren. io ist eS gerade die Pflicht Ler Fvaum, ihr durch eine eindeutige Wahl en t s cheidung für lange Zeit ein Ende zu machen. Die bürgerlichen Frauen sind eS. die letzten EndeS diese Entsite, die die Wirtschaft neu beleben. Des weiteren beschäftigte sich der Redner mit dem beantrag len Zolltarif. dem ein Industriezoll zum Nachteil breiter Volksschichten gefolgt wäre. Die Lage dec Kriegshinterbliebenen müste verbessert werden. Die erforderlichen Mittel mußten durch eine progressive Einkommen- und Erbschaftssteuer. also durch tz^sihsteuern aufgebracht werden. Neben der Reichstags Wahl müsse in Hellen zum Landtag gewählt tt-erben. Die Behauptung, die gegenwärtige Regierung fei teurer als die frühere, beantwortete der Redner mit dem Hinweis darauf, daß die frühere Regierung 1 75 000 Mark, bk gegenwärtige 253 OCK) Mark kostete. Die Behauptung, in den einzelnen Ministerien seien mv(x Beamte als früher, treffe zum Teil zu. dafür sei aber auch die Arbeit eine größere geworden. Er erinnerte daran, daß die persönlichen Schullasten und die Polizeilasten jetzt vom Staate getragen würden Dies bedinge natürlich mehl' Arbeit. Die staatlichen Grundsteuern seien nach dem Besitz gestaffelt, dies auch für die Gemeinden durchzuführen, sei an dem Widerstand der bürgerlichen Parteien gescheitert Seine Partei flehe auf dem Boden der Republik als der einzig möglichen Staatsform. Durch jahrelange Entwicklung hindurch müsse die soziale Republik geschaffen werden. Stürmischer Beifall folgte den Ausführungen der beiden Redner Sine eiaentliche Diskussion fand nicht statt: ein junger Mann, der sich ebenfalls als Oesterreicher auSgab. stellte einige Anfragen an General Äötner, die Antwort siel wenig angenehm für ben Fragesteller aus. Mit einem auf die Republik schloß der Vorsitzende Ottilie die ruhig verlaufene Versammlung. Wirtschaft. Englische Kredite für die deutsche Wirtschaft. Eine englische Gruppe hat, wie die .TlmeS" berichten, eine Anleihe für d i e oberschlesischen KokSwerke übernommen Im Betrage von 400 000 Pfund für die Dauer von 20 Jahren zu 7,5 Proz. lieber den Diskontsatz bei der Ausgabe der Anleihe wird nicht- berichtet. Die Anleihegeber haben eine Gewinnbeteiligung erhalten. Nach zehn Jahren ist die Anleihe rückzahlbar unter Bedingungen, die die Interessen der Anleihebegeber berücksichtigen. Ein Privattele- gtamm aus den Vereinigten Staaten berichtet, daß im Verlaufe der letzten Wochen Anleihen oder Vorschüsse von feiten der amerikanischen Finanzwelt so wohl an die Städte Berlin und Köln als auch an daS Kali- syndikat und die Badische Anilin- und Sodafabrik, den Ruhrkohlenbergbau und eine Baumwollspinnereigruppc gegeben worden sind. Die Belebung der deutschen Kohlenproduktion wird in England lebhaft besprochen, weil die englische Kohlenindustrie nach wie vor unter der allgemeinen Geschäftsstille leidet. Insbesondere liegt der englische Koh - lenausfuhrhanbel darnieder. Gerade deshalb ist der Verlust des deutschen Marktes von großer Bedeutung. Deutschland hat vor dem Kriege große Mengen englischer Kohle eingeführt, während Deutschland gegenwärtig nur wenig englische Kohle braucht und sogar in größerem Umfange eigene Kohle exportiert. Die Ausfuhr von Reparationskohle nach Italien ist sehr erheblich, aber gleichzeitig richtet sich der deutsche Unternehmergeist auf andere Gebiete, unb zwar hauptsächlich auf Südamerika Sogar tn Port Said ist deutsche Kohle anzutreffen, und man spricht von deutschen Kohlenverschifsun- gen bis nach Colombo (Ceylon). • ' Die Gesellschaft« st euer bei der Aufstellung von Goldbilanzen. Der Reichssinanzininister hat unter dem 1 Dezember eine Verordnung erlassen, die die De'eUschafts- fteuer bei der Aufstellung der Goldbilanzen behandelt. Der Erlaß ist auf Grund deS 8 20 der Verordnung über Goldbilanzen vom 28. Dezember 1923 herausgegeben worden unb tritt in dem ersten Teil mit Wirkung vorn 1. Januar 1924, im andern Teil mit dem auf ihre Ver- öfsentl chung im Reichsgesetzblatt felgenden Tage in Straft. Eine Erstattung von Steuern, die im Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser Verordnung bereits erhoben sind, findet auf Grund dec rück- willenden Vorschriften dieser Verordnung nur statt, wenn der Antrag biS zum 1. Februar 1925 gestellt wirb. Q Rhein-Main-Donau A. G Die vor wenig n Tagm stattgehabte General erfamm(i.ng der Rh.'in-Main-Donau A. G. hat sich wie wir hören, m.t der Erhöhung des Stamm:tt enkap talS um 12 Millionen Gm. einverstanden erklärt Die Kapitalserhohung soll bis zum 31. März 1925 durchgeführt und auf Reich und Länder wie folgt verteilt werden: Reich 6.211 Millionen Mk., Bayern 3,589 Mlll. Mk., Preuß.m 2- M.ll. Mk, Baden 80 000 Mk.» Thüringen 60 000 Mk , Hessen 60 000 Mk. • Schaafhausenscher Bankverein A.-G Köln Die Generalversammlung de chi ß am 2. Dezember, das Attienkavital von bisher 100 000 000 Mk. auf 25 000 000 Gm. festzufetzen und einen Reservefonds von 8 000 000 Gm. zu bilden. • Disconto-Gesellschaft in Berlin. Kapitalumstellung im Derhä lt- n i s von 6*/8:l. Unter Berücksichtigung der .Kapitalerhöhungen während der Kr.egr- und Inein System der Prvfitwirtschaft oder der Wirtschaft der Rentabilität, eS solle aber an ihre Stelle die Bedarfswirtschaft gesetzt werden Danz besonders scharf sei der Kamps gegen daS internationale Börsenkapital zu fuhren. Der Redner streifte dann die Aufwertungssroge. Vom Reichsfinanzminister müßten solche W ge eingeschlagen werden, die unter allen Umständen eine angemessene Aufwertung möglich machen. Die kleinen Sparer und Rentner, die ihr ganze- Vermögen verloren haben, müßten bis zu 100 Prozent aufgetoertcl werden, die größeren Zeichner mit entsprechenden Abstrichen. Nachdem der Redner sich zur Iudenfrage geäußert hatte, betonte er, eines der höchsten Ziele des völkischen Staates sei die Altersversorgung. Jeder, der den Nachweis erbringe, daß er sein Leben lang seine Pflicht im Dienste der Vollsgemeinschatt getan, ganz gleich, welchen Standes er auch sei, müsse ausreichend versorgt werden. Wenn man alle versorgen wollte, die bas 60. Lebensjahr überschritten haben, so würde dieser Bettag noch nicht einmal soviel auSmachen, wie die Aufwertung der Kriegsanleihen. Zu der Flaggenfrage äußerte der Redner, seine Freunde seien der Auffassung, daß das deutsche Doll zur Zeit unter den Farben Schwarz-Weiß-Rot nicht zu einigen sei, das solle ganz offen ausgesprochen werden: aber denjenigen Dollsgcnossen. die sich zu Schwarz-Rot-Gold bekennen, solle gesagt sein, daß das deutsche Voll in seiner Gesamtheit auch hierauf nicht zu einigen sei. Die Nativnalsoziali- Jtische Bewegung nehme den Standpunkt ein, baß ie Schwarz-Weiß-Rot wähle, da unter diesen Farben die Truppen in ben Kampf gezogen seien und gekämpft haben Diesen Farben sei noch bas Hakenkreuz, als das Zeichen altgermanischen Volkstums und altgermanifcher Weisheit, hinzugefügt worden. Der Redner berührte dann die Frauenfrage. Die politische Hoffnung auf die Frau bedeute immer die Dankervtterklärung des Mannes. Sie sei außerdem auch ein Zeichen des Volksverfalls, wie die Geschichte immer bewiesen habe. Die deutsche Frau solle gewiß an dem Aufstieg des Vaterlandes mitarbeitcn, aber darüber dürfe das nickt vergessen werden, was uns die Frau lieb und wert macht: als Hausfrau und Mutter der Kinder. Weiter äußerte sich der Redner über die Ablehnung des Dawes- gutachtenS. Es dürfe nicht dahin kommen, daß die Völker mit Verachtung auf Deutschlaich sehen. Wohl seien wir wehrloS, aber noch nicht in allen Teilen ehrlos. Dem Redner wurde mit stürmischem Beifall gedankt. Hierauf sprach der bisherige Landtagsabg. Landwirt Hauck. Er ging sehr ausfühlich auf die ,.verderblichen Machenschaften des internationalen Bank- und Dörsen-Kapitals" ein und wandte sich vor allem gegen die Anleihe-Politik im Reich und in den Ländern. Das schaffende Volk habe sein gesamtes Vermögen zu Gunsten der internationalen Ausbeuter verloren. Der Redner erntete ebenfalls reichen Beifall. Die sich anschließende Diskussion war oft sehr stürmisch und lieh die Sachlichkeit entschieden zu kurz kommen. DeulschnaHonale Dolksparlei. Am Mittwoch fand tn der Turnhalle eine gut besuchte Wählerversanrmllrvg der Deutsch- nationalen DolksPa rtei statt. Als erste Rednerin sprach F au Stadtv. He raeus - Offenbach über die tiefen sittlichen Schäden, die am Mark unseres Volkes zehren. Her fei brin- gcnbft Abh fie nötig Die Ehescheidungen dürften nicht erleichtert we den, eher fc.cn sie zu erschweren. Die uneheliche Mutterschaft bei Beamtinnen fei Grund, sie aus ihrem Amte zu entfernen. Das gelte besonders für Lehrerinnen, die als Vorbild zu wirken hätten. Weiter sprach sich die Rednerin ganz entschieden gegen eine Erleichterung der 88 218 unb 219 StGB. aus. Gine Aufh bung würde die ganze Zukunft unseres Volles untergraben. Es muffe ganz besonders auch Kampf gegen die verderblichen, die Sittlichkeit stark gefährdenden Auswüchse in Theater, Kino, Tanz und Mode geführt werden, ebenso gegen die Schundliteratur. Die Rednerin hob hervor, daß gegen alle d.ese Schäden die Fcauen einmütig — ohne Rücksicht auf die Parteien — Vorgehen müßten. Re.cher Beifall belohnte diese Ausführungen. Da der Parteivorfihende Dr. Winkler (Berlin) durch einen Autounfall Verletzungen erlitten hatte und deshalb nicht erscheinen konnte, sprach an seiner Stelle Schriftsteller Tauber (Berlin). Der Redner sprach zunächst über die Zlaggen- frage. Echwarzrotgold werde jetzt als das Ideal bezeichnet, das könne niemals eine Fahne sein^ sondern immer nur ein Symbol. Die Demokraten, die sich heute so sehr für Schwarzrotgold ein- setzten, hätten bei der entscheidenden Abstimmung eine recht merkwürdige Rolle gespielt, nämlich ein Drittel hätte für Schwarzrotgold, ein Drittel für Schwarzweihrot gestimmt, und ein Drittel hätte den Saal verlassen. Der Redner sprach weiter über die Haltung seiner Partei. Eine gute Opposition fei unbedingt notwendig, und deshalb fei nur der Tod sühnen kann, das gehl Kanbaules erst nach der folgenschweren Tat in furchtbarer Deutlichkeit ein. Rur der Gatte darf sein Weib von Angesicha zu Angesicht schauen, so muß Kanbaules sterben, damit Rhodvpe, die Witwe, dem Manne, der sie schaute, die Hand zum neuen Shebunde reichen kann. Nur dieser Weg öffnet sich für die entwrihte Königin. Mit erschütternder Folgerichtigkeit beschreitet sie ihn, die Entsühnung zu gewinnen. Das Zepter der Sitte wird in ihrer Hand zum blutigen Schwert. Ader neben dem Mörder ihres Gatten zu leben vermag sie nicht, sie gibt sich den TrH am Altar der Hestia, der strengen Hüterin fraulicher Ehre, dem zweiten ©emabl Krone und Reich als Morgengabe zu- rücllastend. Diese Grundzügc deS Dramas hatte Adolf Teleky in der Mit twvchaufführung klar heraus- gcpellt. Die vornehme, innerlich feine Art, wie Earl Juhnke den Kandaules interpretierte, war ein wesentliches Moment für das Gelingen eines großen Gesamteindruckes. Der Gyges Kurt Joachim Baums litt unter gewissen Heber- fteigetungen, die durch momentane Mängel 6er Atemtechnik noch unterstrichen wurden. Gerade ein so feuriges Temperament, wie wir es bei Herrn Daum schätzen, bedarf eines festen Zügels, soll es nicht überschäumend verpuffen. Die einzig schönen lyrischen Stimmungen kamen in der Szene mit Lesbia gut heraus und wären aud) später tm vierten Akt mit ein ganz wenig mehr Mäßigung zu erreichen gewesen. Frau Eturmsels bringt zur idealen Verkörperung Hebbclscher Frauengestalten die Fähigkeit zur starken Verinnerlichung mit Schon ihre Klara war das Weib schlechthin, kein sozialer Typ. und ihre Rhodope war auch ganz auf das schlicht weibliche eingestellt, als Hüterin höchsten Frauen- gutes, nicht als dräuende Königin, durchzittert von dem bleichen Hauch mythisch-mystischen Zaubers. Die Damen Bachfeld und Rohr und die Herren Schubert unb Hoffmann gliederten sich dem Ganzen gut ein. Karl Löfflers Bühnenbilder betonten in ihren schlichten strengen Linien wirkungsvoll das Lieberzeitliche des Stückes. -e Die Trauerfeier für Pueeini. Tie Totenfeier für Puccini imMarländcc Dom wurde vom Eczb schof Kardinal Tosi selbst geleitet Seit der Leichenfeier für Manzoni ge chah das zum erstenmal. Der Dom war m.t den Ornaten geschmückt, die der Kurie anläßlich dec Beerdigung des Königs Viktor Emanuel li. geschenkt wurden. Nach der Trauermusck der Domkapelle wurde bas Scala-Orchester unter Le.tung Toscaninis und unter Mitwirkung hervorragender Sänger dch Trauersinfonie aus Puccinis „Elgar" gespielt. An der Totenwache haben sich in der letzten Nacht hervorragende Künstler unb Schriftsteller abgelöst, während unausgesetzt Leute aller Klassen nach der Kirche pilgerten, wo der Sarg auf gebahrt war. Dri dec De.s.tzungsfrier ließ sich die Regierung durch den ilrdevrkbt&miniftcr vertreten. Auch der Senat entsandte einen Vertreter Puccini wurden die einem Senatoren gebüh e tben militärischen Ehren erwiesen. Die Scala und fast alle Mailänder Theater bleiben -um Zeichen der Trauer geschlossen. Aus der ganzen Weli erhall die F m'lie ununterbrochen i&eiicib^be e gangen. Die Florentiner Professoren, die bi her Puccini behandelten, äußern ihren Unwillen über die Behandlung in Brüssel. So erttärt der bekannte Professor Pellizzari, daß er vor Monatsfrist Puccini eine äußerliche Radium- tur anriet, da er bei der hoch,rodigen Diabetes des Maestro die UnrnöglichLeit des auch nur geringsten operativen Engrifts erkannte Ebenso äußern sich die übrigen Aerche, welche meinen lei lediglich äußerer Bestrahlung hatte das Leben PuccmiS wenigstens um einige Jahre verlängert werden können. Puccini war sich seines gefährlichen Zustandes wohl bewußt. Er sagte zu der Sch westec emes Abends: „Ich weiß, daß mein Krebs leiden unerbittlich ist." Auf die beschwichtigenden Einwände der Schwerer antwortete er. „GlauUi Sie, ich wäre nicht überzeugt? Ich ziehe den Tod diesem Höllen leben vor. Sie können sich nicht verstellen, wie furchtbar es für einen Künstler ist. wenn er nicht genügend gesund ist, um arbeiten zu können. Ein Künstler leibet mehr als andere Menschen. Ich habe noch so v ele Din^e zu vollenden, und bin trostlos, daß ich es nidjt tun kann. Ich hadr meine Manuskripte mitgenommen. kann mich aber nicht mit ihnen beschäftigen. Dies ist eine große für mich". KranV Qoin?'^oinl Dea.Blafen'U.Nierenieid.,selbst5tein, ulullaOulü, ilullll beft. KarlsjpruvetBiskirchen41 Konsumverem Gieaen und Umgegend EG.m.b.H. Abteilung: Dam en Strümpfe in wunderschöner Aufmachung / eCM Mak°> 1°- Qualität, mit Doppelsohle und Hochferse 1.80 2.00, 2.75, 2.40 . . Mk. Mk. 6.00, 5.00, 4.50, 4.20, in Schwarz und allen modernen Farben Nur erstklassige Fabrikate, solide gute Qualitäten 9604 D •' 3n eine Vev» » - Drucksachen allerArt Uef'-rt fn jeder gewQnschten Ausstattung stilrein und preiswert die örflhl’eehe Unlv.-Drutkerti, R. Lange. öftentlichen, die auf die allgemeine europäische Lage Bezug Haden, aus der der Krieg entstanden ist, schreibt „Daily Mail", es sei zu hoffen, daß leine wesentlichenBorbehalle gemacht werden, die geringsten Argwohn aufkommen bassen, das) es irgend etwas zu vecheimliclen gäbe. Es werde für die Herausgeber notwendig sein, alle Dokumente zu verofsentlich.-n, wenn die Veröffentlichung allen verständlich ui d rnieressant fein fc n. Andererseits muffe auf alle Dokumente formell hingewieseu werden. Es bestehe kein Grund, wesl>>lb diese nicht jedem Publizisten verfügbar sein scllcn, der der Ansicht ist, daß er mehr von der Wahrheit entdecken könne, wenn er sich tiefer in daZ Material versenke. »Daily R e w s" erklärt, Großbritannien habe von einer älntersuchung vor dem Tribunal der Weltmeinung nichts zu befurch'en. „Westminster Gazette" betont, daß wahrscheinlich noch ein Jahr vergehen werde, bevor die Veröffentlichung erfolgen könnte (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Die britischen Dokumente. Lo n d o n, 4. Dez. (WB Funkspruch.) dem Beschluß der britischen Regierung, . Sammlung von amtlichen Dokummien zu 1 MM ~ 7 MM Zur Rotiz: Die Berliner Wertpapierbörse notiert noch folgenden Grundsätzen: 1. für Aktien und Ante.be, a) Die noch nicht aus Goldmark umgestellt ftnb, in „Reichsmark für 100 Papiermark", b) die bereits auf Gokd- mark umgestellt sind, in „Reichsmark für 100 Goldmark"; 2. für festverzinsliche Werte, a) soweit sie nach der bisherigen Roterungsart über 15 Milliarden Prozent notierten, in „Reichsmark für 100 Papiermark", b) soweit sie biS 15 Milliarden Prozent nach der bisherigen Rotierungsart notiert sind, in „Reichsmark für eine Million Papter- morf", c) 8—15 Prozent Reichsschayanweisungen »Ä" von 1924 in „Reichsmark für eine Milliarde Papiermark"; Strümpfe wollgewebt StrÜmpj C Seidenimitation, Doppelsohle, verstärkte Hochferse, Mk. Strümpfe feinster Seidenflor . . Frdr. Teipeh Gießen Hauptgeschäft Markt 16 Zweiggeschäfte: Bahnhofstr. 45, HiHebrandstr. 2 Spezialhaus für Unterzeuge, Strumpfwaren, Handschuhe Wäsche, Wollwaren Eingesandt- (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Qlrtiiel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Hundesteuer für daS Jahr 1925. Da uns nur noch wenige Wochen von dem Beginn deS neuen Jahres trennen, ist es für jeden Hundebesiyer in Gießen besonders wichtig, jetzt schon zu willen, wie hoch sich die Hundesteuer für das Jahr 1925 belaufen wird. Verschiedene Städte haben bereits ihre Einwohner von der Höhe des in Frage kommenden Betrages unterrichtet, und ich glaube, man würde jedem hiesigen Hundebesitzer' entgegen kommen, wenn auch die Gießener slädtiichc Behörde in den allernächsten Tagen diesen Steuersatz bekanntgibt. Es ist dann jedem Hundebesiyer Gelegenheit geboten, jetzt schon entsprechende Rücklagen zu machen, um f. Zt. seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukvmmen. Erfreullch wäre es, wenn die städtische Behörde die Hundebesiyer mit einem weniger hohen Steuersatz als für das Jahr 1924 überraschen würde. Im nahen Sich z. B. kostet ein Hund 10 Mk. Steuer pro Jahr. Ein Hundeliebhaber. 24, Th. Goldschmidt 19,50, Höchster Farbwerte 23,9 bis 24, Holzverkohlung Z,75, Rütgerswerke 16,35. Elektrowerte: AEG. 10, Licht und Kraft 7,7. Transportwerte: Hapag 25.25, Schantung- bahn 2,50. Sonstige Industricpapiere: Kleyer 2.7, Aschaffenburger Zellstoff 27 bis 27,50, Zement Heidelberg 24, Dyckerhoff 4.25, Spinnerei Ham- merfen 19,7, Hanf Füssen 16,95, Lechwerke 18,15, Gebe. Iunghans 11,50, Julius Sichel 2,7, Rcckar- toerte Stammaktien 7, Frankcnthalzucker 3.9, Off- steinzucker 3,25. Börsenkurse. (Ohne Gsvähr.) StrÜiTlpfC Ersat*'für Seids> Sokl€ unei Hochferse 4 fach ^verstärkt ß ßQ stlationszert ist das IbttsteSungSveichältnis bei Der Disconto-Gesellschaft, die nunmehr als letzte der Berliner Großbanken ihre Gvldmarkeröffnungs- bilanz veröffentlicht, von allen diesen Banken das günft jflfte. Die Goldmarkeröffnungsbilanz ergibt ein Reinvennögen von 136 Mill. Gm., so daß bei der Umstellung des Papiermarkkapitals un Verhältnis von 62/3:1 sich 100 Mill. Gm. Kapital und 36 Mill. Gm. Rücklagen ergeben. Von diesen Rücklagen erhält die gesetzliche Rücklage 34 Mill. Gm..und der Wohlfahrts^ stand für Angestellte 2 Mill. Gm. Die Umstellung erfolgt in der Weise, daß jeder Kommanditanteil über 600 Mk. auf 50 Gm. abgestempelt wird und Daneben ein neuer Kommanditanteil von 40 Gm. gewährt wird, jeder Kommanditanteil über 1200 Mk. wird huf 180 und jeder über 1000 Mk. auf 150 Gm. abgestempelt. • Phönix A.-G. für Bergbau und Hü11enbetrieb, Düsseldorf. Der Aufsichtsrat Der Phönix A.-G. wird sich in einer demnächst ein^u berufen Den Sitzung mit der Frage der älrnstettung des Aktien^pitals beschäftigen. Die Angelegenheit steht in englem Zusammenhänge mit der weiteren Behandlung der im vor. Jahre aufgenommenen 303 Millionen Mk. neuer Aktien, die von einer holländi chen Gruppe gegen die Her gäbe eures ausländischen Kredites übernommen wurden. Die Einziehung dieser 330 Mill. Mart Aktien soll unter gleichzeitiger Ablösung des bereits in Anspruch genommenen Te les des Kredites erfolgen. Damit wäre auch eine Aenie- rung in der Leitung des Llntemehmens. das heu e von ausländischen Kreisen beeinflußt wird, wieder möglich. • Kommerz- und Privatbank A-G., Hamburg -Derlin. Um Geltung des Aktienkapitals im Verhältnis vom 162/3:1. Der Auf ichtsrat schlägt vor, das Ak ien- kapital von 700 Mill. Pm. Stammaktien auf 42 Mill. Gm., also im Verhältnis von 162/3:1, zu- fammenzulegen. Die im Jahre 1922 ausgcge e en 100 Mill. Mk. Vorzugsaktien werden im E'.n- verständnis mit den Besitzern erng-z gen, so diß also in Zukunft nur noch ein einhei lich.^s Ak im- Lapital besteht. Die älmstellung soll in der Weise erfolgen, daß die Aktien im Rennwerte von 1000 bzw. 10 000 Pm. auf Den Renn bet rag von 60 bzw. 600 Gm. zurückgeführt werden. Für Die Aktien über bisher 300 Mk. Rennwert wird ein Anteilschein über 18 Gm. gewährt. Um diese letzteren Aktien, von denen etwa noch 500 000 Pm. nominal im Umlauf sind, aus den Verkehr zu ziehen, hÄ sich eine Gruppe bereit erklärt, für drei Anteilscheine über je 18 Gm. eine Aktie über 60 Gm. zu gewähren. Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M. 4. Dez. Während die heutige Rachdörse in schwacher u id lustloser Haltung verkehrte, konnte sich an Der Abendhorse wieder eine freundlichere Stimmung durchsetzen. Das Geschäft nahm einen lebhaften und regen Verlauf und auf neue Käufe dec Spekulation kam es toieberum zu Kurssteigerungen, Die sich aber im allgemeinen in bescheidenen Grenzen belegten. Auch am Anleihemarkt war man zuversichtlicher gestimmt, obwohl die Kursveränderungen gering blieben. Im Vordergründe standen wieder Mon- tantocrtc. Die Kursbesserungen, die hier etrr= traten, gingen über 0,5 Prozent zumeist nicht hinaus. Etwas reget umgefetzt wurden chemische Papiere bei leichten Kurssteigerungen. Der Elektromarkt lag still. Auch am Bonkenmarkt konnte sich nennenswertes Geschäft nicht entwickeln. Die Börse schloß ruhig in fester Haltung. Deutsche Anleihen: Sfrroaeniige Kriegsanlei^ 0,82, SyL-Drodentigc Preußische Konsols 1,275, Zprozentige do. 1,1, 4'/^prozentige Hamburger 0,21. Bankaktien: Draubank 21, Berliner Han- delig f lllchaft 130, Commerchank 61, Darmstädter Bank 11.8, Deut che Bank 11,9, Diskonto kommend t 16 50. Dresdner Bank 8 4, Mitteldeutsche Kreditbank 1,85, Oesteireichüche Kredi aktien 10,50. Mont nwerte: Buderus 15,75 b s 15 6, Deutsch- Luxemburg 74,50, Harpener 102,50, Mansfelder 3,85, Phönix 49,1 bis 49.50, Stinnes-Riebeck 41, Dellus 3, L^urahütte 6,50, Kali Aicierrle en 14 25, Westeregeln 17,50. EHeini',che Aktie i: Da- dische Anilin 25,7, Griesheim 23,3 bis 23,4, Scheideanstalt 19, Elberfelder Farben 23,75 bis Merke beim Einkauf zur Weihnachtsbäckerei alle Baekzntaten in nur prima Ware zum billigsten Tagespreis bei Emil Fischbach, Giessen . _ , Edeka-Mitglied 9f188c jetzt Xeuvurep 18, früher Seltersweg 24. Bestellungen frei Haus. Fernsprecher 1667. Beamter in sicherer Stellung sncht 300 Mark zu leihen. Hoher MonalSzins. Rückzahlung 3—4 Monate. Schriftliche Angebote unter 011856 an Den Gi Heuer Anzeiger. Passende WellmehteMe Feuerfeste Koch- u. Schmortöpfe Hochfeine Kaffee-Service Preiswerte warme Hausschuhe 3. für Dte ^rverUM«ichen wertveflanvtgen Anleihen, Die bisher in „Mark für eine Goldmark" notiert wurden, in „Reichsmark für 100 Godmark": 4. für die Anleihen, die auf Dollar tauten, tn Prozenten; 5. für die nach Sachwert verzinslichen Pfandbriefe und Schuldverschreibungen, die bisher in Billionen notiert wurden, in „Reichsmark". Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In BtNionen Mart aae^cbrilcfi 8neuo«-Btre8, London, Neu» hort, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien nutz vudapest für 100000 ®nbetten. aBt* übrtfle für 100 finbelttn.) Telegraphische Auszahlung. (Ohne ®emj')r.) kärver 54—70, mittzieve ’JlBajfr und beste kälber 55—63, geringere Mast» und gute kälber 48—54, geringe Saugkälber Schafe: Mastlärnmer und Ma^.Hammel 35—40. geringere Masthämmtt und Schafe 2?—34, mäßig genährte Hümmel und Schafe (Merzschafe) 22 bis 25. Schweine: vollf.eischige von 80 bti 100 Kilo 72—75, unter 80 Kilo 65—72, tx>n 100 bis 120 Kilo 74—76, von 120 bis 150 Kilo 74—76, unreine Sauen und geschnittene Eber 60—70. Marktverlauf: Ruhiger Handel. Schweine nicht ganz ausverkauft. Berliner Produktenbörse. Berlin, 4. Dez. Der Produktenmarkt zeigte heute eine Befestigung, wurde zum Schluß aber wieder schwächer. Die Umsätze blieben weiterhin klein. Der M-chlabsatz stockte noch immer. Ebenso sind die Auslundsmärkte zurückhaltend. Gs notierten pro 1000 Kilo: Weizen, märt 214 bis 219, Roggen, märk 204 bis 208, Gerste, märt. 200 bis 246, neue 188 bis 200, Hafer, märt. 163 bis 174, fromm. 113 bis 165, Mais (1000 Bln.) 302 bis 306, Raps 395, Leinsaat 400 bis 410; pro 100 Kilo: Weizenmehl 29 bis 32, Roggenmehl 28 b s 31, W.izenk.eie 13.83 bis 14, Roggen- fleve 12 bis 12,20, Dittoriaerbsen 30 bis 32, kleine Erbsen 22 bis 23, F itteverbfen 19 bis 20, Ackerbohnen 20 bis 21, Wicken 17 bis 18, Lupinen, blau 12 bis 13 50, gelb 15.50 bis 16, Serradelle, alt 11 bis 12, neu 15 bis 17, Rapskuchen 16.20 bis 16,50, Leinkuchen 25, Trvcken- schnitzel 8,80 bis 9,20, Torf m-lasse 8,50 bis 8,80, Kartoffelflocken 18,20 bis 18,50 Mk. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Berlin 4. Dez. Es zeigt sich immer Der, daß die Kursrückgänge in den letzten Tagen im wesentlichen auf einen Vorstoß Der Baisse-Partei unter Ausnutzung bv'sm- technischer Momente und von Gerüchten zurückzu- siihren sind. Auch die Gerüchte über Exekutions- Verkäufe "Der Seehandlung, Die den Tatsachen nicht entsprechen, g höre i her er Die im D r- hältnis mäßige Verkauf Stätigkeit durste die Baisse-Partei davon überzeugt Huben, daß ihr Vorstoß keine Resonanz findet. Die Börse schritt bereits wieder zu Deckungen, so daß die Stimmung heute wesenllich freundlicher war. 2luch die günstige älmstellung Der Diskonto-Cesellschaft trug hierzu bei Die Diskonto-Antelle waren te- reits vorbörslich lebhaft gesucht, der Kurs stellte sich auf 16 5. Die Bewegung in Schanlung, dis zum Schlüsse der gestrigen Börse einfeyle und eine relativ geringe Ku rSer Höhung zur Folge hatte, scheint bereits ihr Ende gefunden zu Haven. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 4. Dez. Es wurden notiert: Weizen 20,50 vis 22 50, Roggen, hxIänD. 20,50 bis 21.50, Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 26, Hafer, inländ. 17,50 bis 21,50, Mais, gelb 21 Weizenmehl, inländ., Spezial 0, 35 bis 38,15, Roggenmehl 31 bis 34 Weizenkleie 13, Roggenkleie 12. Tendenz: Ruyig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger*.) Frankfurt a. M., 4. Dez. Auftrieb: 6 Rinder, 6 Färsen und Kühe, 914 Kälb r, 1448 Schafe, 661 Schweine. Es wurden bezahlt pro Zentner Lebendgewicht: Kälber: feinste Mcrst- om Frankfurt-r. M Berk'n Schluh fiurs Schluhk. Abenv- börse- Schluß« ftur» Schlutz». Mltlag» börs« Tnhmt: 3. 1?. ». >2. >. 11. 4 12. 6% Demlche MettiXanftile <•/• Deutsche RetchSanleiye . Ü,.7j 0,82 0,7 81 0,d — 0 .00 0,950 1'///. Drutscbk 9idd)sanltftx $*/n Deutsch? ReichSanlethe . Deutsche Sparprämienan leihe — 0.91 0,95 1,37 0,45 1,40 0 5 <*/» Preuhische Äonfoli . . . WW — 1,05 1,05 le e frtffril ......... —— 1,30 1.13 81 /,•/, Aeftett ........ . 1,19 1,16 1.2 3% Hessen........... 1,16 94 75 Deutsche Werl-. Dollar-Anl. — 91’25 d»o Doll.Hchatz-Anweis«-. •• 68 jÜ 88.50 4»/, Montflrttn......... — 9,25 ,295 W. Aoldmettkan« ..... — 38,5 88,25 Berliner HandelSaesrllschatt Lommer,- und Privat-Bauk 6,95 130 6.1 131,50 6 130,13 6 Ta Hilft und Naltonalvaok . 11 8 11,6 11,80 11,9 Deupchc Bank........ 11.3 11.3 11,75 11,8 Deutsche BerelnSbant .... -- —» — DtSconto Lommandit . . . 16.6 16,50 15,75 16,40 M-raildank........... 16,3 Mtrirldeulfche Treditbank . . 1,9 1.8 1,9 1,9 Oesteireichische tfrebtlanflatt 10,55 10,50 10,50 10,25 Beftbau!............ f. 0 3 0,123 Lochumer ®n€ ....... — 67,4 69,5 ynöeri# ........... i6,ei 11,3 15,75 1 1 > 15,71 11,20 74 tarn ............. 11,20 72,50 Deutsch.Luxemburg...... 71,7. 74, f- Melsenktrchener Bergwerke. . 77 -— 75 10 77 parpCiier Bergbau...... 01,.5 1i 10?, 5 14 25 .00 102,3 14,25 Flallwerke Aschersleben. . . . •4. 5 Kaliwerk Westeregeln..... 17,21 17,5 17.2 i 17,75 Laurahütle........ . . Oberbedorf........... Phönir Bergbau ....... 6,6 6,50 k> 40 0 60 — 1 10 12 48 49,50 4/30 49,1 Rhetustahl...... . . . . 40,60 3 41,50 39,50 42,60 40,9 DelluS Bergbau........ ’s Hamburg-Amerika Pake«. . . 23 25,25 25,25 24,76 ItorddeuNcher Llovd ... 3,65 8,5 3,50 Lyeramlsch!- Werke Albin . •— - Zementwerk Heidelberg . . — 2« - — Philipp Hvljinonn . ., ... - 4,8 4,8 »nglo-Tonk-Guano .... Badische Anilin....... — — 10,75 11,5 26,125 25,70 24,62 25,13 Lbeinifche Mayer Slapin . . .MolbldmUbt......... V.7S 19.5 19 19.1 GricS etmer Electron .... 23,25 23 3,10 22,60 höchster Farbwerke...... 2d,5 :-4 22,75 23,50 öoltvertohlung . ., . . , 7,75 771 — — AiütgerSivcrke ......... bcheidranstalt......... — 16,45 16,75 16 19 19 —- Mn ElektrijilälS^esellschast 9 85 10 9,71 9,9 Beraniann ..... . . . , Malnkrastwerk . . , . , . 17,25 16.8 17,75 —- — Lchuckert ............ — _ 51 25 53,75 6 ‘ Siemens Jt HalSke...... — 62,5 Adlerwerke Kleyer ...... 2,60 2,7 2,4 2.8 Daimler Motoren. ...... ■w -.8 3 heyligrnftaedt Meguin.......... — — 8,75 0,75 Frankfurter «rmatmen , , _ _ Konservenfabrik Brann . . — — 0,85 0,9 M"allgesell'chaft Frankfm». Pe» Union A ..... , 16,26 ** 1,6 ’,6 vchu^abrtk Hrr?..... «• 2,70 2,76 9,90 28 2,7- 9,6 Zerstoss WaiShof....... __- Zuckerfabrik Frankenthok . . Zuckerfabrik wagdäufel . . 3 80 3.30 3,90 3. Dez-ir. 4 Dez -r. Repart. Biiuiich, 'JioiUrum ■Jinitli »: Jion.r , • • Geld Wer ivelo 3r-.f *4. 4 Nmn.-Ron 1u9, 9 17-,01 Iuj.83 170,61 vollsvoll Urst.-Vlntw 21,0? 62,12 21,13 20 97 21,03 voll voll Thristianta 62,28 (2, 2 62,6 00(1 voll Kopcnbagen 73,71 73,69 14,01 74,19 voll voll Etockbolm . Helsiiigsor». 112,86 113,14 113,06 11 ,34 von voll 16,54 18,25 19, 21 10, 8 10, .4 10, 8 roll voll Italien. . . London. . . Jtt 18,22 1b,26 19,61 voll voll voll voll Neuyork . . 4,115 4,20 4,195 4,2C i voll voll Pari- . . . . »J.OÖ e.,ii 23.08 13,14 Doll voll bchwest . . 81,10 01,10 81,18 £1,38 vou voll Spanien . Wien In D-. 07.63 *7.77 07.9 J 08,07 voll voll !?est. obgest Prag 8.9- 11,61 Ä 6.925 12,63 voll voll voll voll Budapest. . Vuen.-Sire- 8,67 1,138 $ 5,67 1,638 B,b9 1,612 voll voll voll voll Bulnarten 3,055 ?,I65 8,065 2,17j voll voll kkavan . . . Wo de Jan Belgrad . - 1,608 1,6'2 1,508 I.ei voll voll C.484 6,125 1,^88 Ä7 •ffl t,-8 t,18 von Oll voll voll L'ssadon . - 18,73 18.73 18,7. 6.11 voll FffTiw. 4. Dezbr. (VfP) I Brlr' Nevack °l. amerikanische 97»tat . „ . , . 4,'8 4,7 v belgische Noten ....... Dänische Noten ....... 20,9' 13,31 21,62 4,1'j roll voll Englische Noten. ....... 19,43 • 19.58 voll Framökische Noten ...... <3,0 73.15 doll Holländische Noten...... 1G9.56 170. 9 voll Atalienische Noten ...... Norwcaische Noten...... 13,1. 62,3 18,27 12,71 voll voll Deuisch-Oesterr a ioo Krone« b,8,2 6,915 boll NuniänIIche Noten ...... 2, 6 2.08 voll Schwedische Noten ...... 112,82 51, 16 57,76 12,60 113, 8 voll Schweizer Noten..... , 61,4-; t8,01 12,60 voll Evanische Noten....... voll Tschechoslowakische Noten . . voll Ungarische Noiea • . ... 5,62 6,b4 voll WUlVWMWUM sehen demoMsche Wahlsiege ans!! I. Stadtverordnetenwahl in Oldenburg am 13 Sitze Deutsche Dolkspartei Demokratische Partei 7 Deutschnationale sogar bei geringerer Wahlbeteiligung am 23. II eDnra wählt Ceatsche Voikspartel!= Liste 5! 9696c VW ös ß Bet Wtz onh ZDSbSD bet Wölil uch nachts Stimmzetteln in die | Liste 1 dann hast du richtig gewählt! Der Saal ist gut geheizt. - Freier Eintritt! 9«77e Freie Aussprache! Der Vorstand MäuSburg 17. Drucksachen allerArt eder »ewtinichten Ausstattung stilrein and die Brühl'icht Uelv. Druckerei. R. Lange. VW Sie viel 6tlö Dammstr. 31 I. MM Sehreib- Der Vorstand. Gehe zter Saal. 9664c ■lllllllllffilllllllllllllM sich 9454c I t Der Vorstand. 966^c Rat.31 N frei. Efien- mflbellabr. Sill L Tb. 23 11.24 5335 3258 3078 Fortführung der Sozialpolitik, Hilfe für die Bedürf, tigen, gerechte Steuern, gesunde Rechtspflege, Förde» rung des Heimstätten» und Siedlungswesens, Frieden im Innern und nach aufcen, Dölkeroersöhnung und Befreiung Deutschlands: Oießai, Ooethestr. 32 Tel 264 . \ Eigene SpcrlaJ- / X werks tüte / - Z l e 2 t ■ s - 2 23.11.1924: 4. 5. 24 4779 3609 5006 11. Unser Wahibureau befindet am Wahltage Ruhe Sicherheit feste Währung wirtschaft!. Wiederaufbau Ordnung in den Finanzen das ist das Ergebnis der Arbeit der D.D.P., die von ihr, allen Hinderniflen und Anfeindungen zum Trotz, g e l e i ft e t wurde. Die Befreiung der Dortmunder Bezirks, die heimtehr der vertriebenen, ötC der Eingekerkerten, der Eintritt unserer Volker in den kreis der Srohmächte, sind weitere Etappen auf diesem Wege der Deutschen Volkspartei-Polittk! Ehre und Freiheit der Nation Metzen, Ostanlage 291 Telephon Nr.678 Dorthin bitten wir die Namen der Wähler und Wählerinnen mitzuteilen, die infolge Aller, Krankheit oder sonstiger Gebrechen zum Wahllokal gefahren werden müsien. l’m ©flljlfage a&?nö5 Q3a 8 Hör ab MeyWMselevlilkeNMellü Befloat .Meinung' SelleiMg am Horizont" „Der Silberstreifen Heber dieses Wort der Ministers Stresemann spotteten alle Ignoranten, als er s im Zrühsahr anssprach. — heute ist alle Welt fich darüber einig, daß Vr. 5tresemann und die Deutsche Volkspartei uns zu einer Politik innerer Zestigung und üutzenpolittscher Entspannung geführt haben. — Vas kann aber nur der Anfang fein, wie der Außenminister im Reichstage ausführte. Wer den weiteren Ausbau und Aufbau will, folgt auf dem bewährten Wege und wählt die Deutsche Dolf spartet! (Dao Wr WiroW! Gehe am 7. Dezember zur Wahl, mache dein Kreuz auf beiden Slaulete t ßstmonlBUfi werd, fadiflcmäh u. vrei-wert ge- stimmt u. repar. fi.Wensx (BleBcn.PlotfltrJl Ankaai flbr.Rlap. u. Harmonium». Achten- Deckreiser hat abzugeben Eduard Rieger Gärtneret Marburger Str. 84 Wielecker Weg 19 Telephon 7b6. deutsche Volkspartei Gießen üeröienen? dann versäumen Tie nicht, mein gut assortiertes Lager In li WogorWtn neu sowie getragen, ohne Laus- zwang ah besichtigen. Neue elegante Herren Anzüge Hif. 23.—,28.—,35.—bi»55.— sBnrtchen-Änziige L aü. PreiSIag. (Gummimäntel, ttliter und Echlüvier enorm billig tteldgr.Tuchjovv. o Mk 12.—an Windjacke» von Mk. 10.— an Manirdelterboien.lang und für* von Ott 13 — an Feldgraue Xuthboieu, lang und tuta, von Mk. 8.— an Lvortdoien in allen Farben, per Stück Mk. 8.— Schwarze Holen für Kellner und Musiker, sehr gute Qualität Schwarze Hosen f. Eisenbahner, per Stück Mk. 10 — Gestresste Hosen in verschiedenen warben von Mk. 7.— an Linder- und blaue Arbeiter Änzüge, iebr preiswert Jünglingotbolen v. ML 4.— an Normalbemden mit Brusteinsav sowie Arbeiterhemden sehr billig (ßetrae. Paletots v. Mk.10.—an (Setrag. Anzüge o. ML 14.— an tteilroeife nach Mahl Getragene Kostüme, einzelne Röcke und Blnien spottbillig. BV* Ein Lersuch lohnt! “tB Herrengarderodeharis L.Rosenzweig Giehen, SelterSw.58,1 Treppe Eingang Ecke LolkSbad. Sein Laden 0U 947 Sein Laden AM Sonntag geöffnet von 11—5 Uhr ununterbrochen. ist das Ziel. Arbeit und Brot für alle Stände ist der Weg. — „Durch Opfer und Arbeit zur Freiheit" (Stresemann). Wer folgt mit? lBlelröbrew kaust ” «"<,'1,7"''' BrühIIchkDmckk«i eu,D Schuliw. 7/Ä iRinff hfl lIlKi Lebensmittelteuerung,volksentrechtung, WlU|l Uli nationale Hetze und Volksverdummung: roiiöle OedWcmi oiei toüünö! betten, dir. an Uri». Deutsche Volkspartei Gießen. Samstag, den 6. Dezember, abends 87< Uhr in der Turnhalle am Oswaldsgarten öffentliche VMclmsiimlW. Redner: Landtagsabgeordnete Frl. Birnbaum, Gießen Reichsminister a. D. Br. Becker, neicustagsaug. Alle Wähler und Wählerinnen sind hierzu eingeladen. Deutsche Demokratische Partei Freitag, den 5. Dezember, abends 81/* Uhr, sprechen in der Turnhalle in öffentlicher Wählerversammlung die Herren Professor vr.Zritzsche, Gießen und Schriftleiter der „Frankfurter Zeitung" vr. Artur geller, Zranlfurt VW öd öie AM öes WWWs, Steuerflucht der Reichen, volksfeindliche Politik im Innern und schwankende Außenpolitik: ta M Mime URWlri! VW ÖD kÖWllÖWD, SW M WWW! Demokratischer Riesensieg nach unten in Anhalt 19.1.19 VW ÖD MMMWllklM, schäft, sinnlos wechselnde Parolen oder blödes Toben und Radau auch im neuen Reichstage: 11660 NM lOÄOOiiiM! 7 „ Innsrinoe In leb Oeinnebalt. Sämtliche Wölb’, Silber-u Alpaka waren, Vettecke, Reparaturen, Umarbeitungen. G. Gnmbleln BruchstraKe ton — Kein Laben. — •>ür heu DII0U15 Walnüsse Haselnüsse Erdnüsse Aepfel Birnen Apfelsinen Trauben Soat-BlanoDö FiGlileo-8la«tt alter unb neuer KällnnL auch Dald- bertänbe, von grobem Oabrifbetrieb gesucht. Wir zahlen stets die höchsten Marktpreise. Vermittlern angein. Provision. Sch tftL Angebote um. Oi 1858 an benBteh.Anz.erb. - r 3 S C 3 - s 9 Die Leistung macht’s, nicht das Geschrei 54777 24712 27013 10250 6188 13970 2L6.L4 Landtag 6.1.20 Reichstag 4.5.24 Reichstag 6.1 20 Landtag 9.11.94 Landtag National- veri. Massen-Auswahl praktischer und beliebter Weihnachts-Geschenke in allen Abteilungen Güte ist selbstverständlich, die billigen Preise erst beweisen die Leistungsfähigkeit Damen-Taschentuch, Batist, Hohlsaum.... 144 Damen-Taschentuch, ia Batist, Hohlsaum.. 184 Damen-Taschentuch, Hohlsaum, gest. Ecke. 254 Kinder -Taschentuch, kariert, farbig.. ....174 Herren -Taschentuch, gute Qualität.. ....404 Dames- nd Kinder- Wäsche Büstenhalter, Batist... Leibhalter, grau Dren . Hüftformer, weiß Dren Korsett, grau Drell Strumpfbandgürtel .. Mk. 1.85 ....--------Mk. 2.10 ..... Mk. 2.45 ----- -------Mk. 3.50 ............Mk. 1.95 Damen-Eemd Damen-Hemd Dam.-Beinkleid gute Qual., Trägerform, mit Spitze Schulterschluß mit guter Stickerei solide Qualität, mit Feston Stück Mk. 155 Stück Mk. 255 Stück Mk. 255 Damen-Hemd Dam.-Beinkleid Daman-Mtail Trägerform mit Schlupfform, mit mit Hohlsaum und Stickerei-Einsatz Stickerei Stickerei Stück Mk. 255 Stück Mk. 155 Stück Mk. 555 6i 5 teilig 4.95 4.25 4.25 1.45 Gamitor „Juno1 Hemd und Beinkleid mit eleg. Hohlsaumborde, moderne Form, zus. Mk. Nachthemd Prinzeßrock Juno Untertaille Hädcbea-Bemdsn Beinkleider Nacbtbemden von 9d 4 an von $gß Mk. 1 an von 420 Mk. *X___ an Nachtkittel SE 2Z2 an Weiße tohent-Wäsche für Damen und Kinder Damen-Nachlhemd mit hübscher Spitze Stück Mk. 455 Damen-Jacke aus gutem UroieA mit Feston Stück Mk. 455 UntertaHle mit Stickerei-Einsatz und Träger Stück Mk. 155 Damen-Jacke gute Qualität mit Feston Stück Mk. 315 Prinzessröcke mitHohlsaumborde Stick-Einsatz Stück Mk.e.56,3®B Untertaille mit Hohlsaum und Spitze Stück Mk. 255 Knaben-Hemden von Mk. 122 an Knaben-Nachthemden von Mk. 325 an Leinenwarea Weißwaren Frottierwäsche Bettuch-Cretonne 150/180 cm breit, gute Qualität Mtr.Mk. 2.90,2,76. 255 Bettncb-Halbleinen 150 cm, gute Qualität Meter Mk. 3.99, 255 Halbleinen 80 cm breit, für Kissenbezüge, Flachsgarn Meter Mk. 8.49, 2^ Haustuch 150 cm breit, gebleicht, für Bettücher Meter Mk. 3.75, 2f5 BettaGh-Halblainen 160cm breit, gute Quak, besonders vorteilhaft Meter Mk. 8.49, 355 Weiss Bett-Satin 130 cm breit, extra billig Mtr.Mk.8.79,8.49, 255 Erprobte Qualitäten Mentuehe Cretonne, RenforcA Makotuche Meter Pf. 78, 88, 96 Pf, Mk. L18,1.88, L85, L49. L53, 1.68 WeiBer Bett-Damast 130 cm breit, in reicher Auswahl Mtr.Mk. 8.86,8.76,2^5 Bettach-flalbleineo Marke „Freuenganet" IßOcmbr., Rasenbleiche Meter Mk. 455 Biber-Bettücher farbig, gute Qualität in großer Auswahl Stück Mk. 455 Brokat-Damast 130 cm, wundervolle Muster Meter Mk. 355 Bettuch-Biber 150 cm, weiß, gute Qualität Meter Mk. 3.48, 255 Me Biber-Bettöcher volle Größe, gute Köper-Ware Stück Mk. 512 Unsere gesetzlich geschützten Spezialmarken, Halb- u. Reinleinen „Fraiiengunst“ sind unvergleichlich in Qualität, unerreicht an Preiswürdigkeit Tischwäsche Mitteldecken, Läufer, Servier - Tischdecken, Waschtisch-Garnituren, Nachttischdecken, Ueberhandtücher Bettwäsche Kiictawöscho Massen-Auswahl in Kaffeedecken, Druckdecken, Teegedecken mit Servietten Tischtücher Tafeltücher Servietten Teegedecke well unter Preis Kissenbezüge gut Quak, leinene u. Stickerei-Eins. St. Mk. 4.28, 355 Koltertücher 150,250 cm prima Qualität Stück Mk. 852 Fertige Damast- mi Satin-Bettbezüge gute Qualität St Mk. 9.41, 855 Kissenbezüge guter Cretonne, Hohlsaum und bestickt Stück Mk. ÄXH Paradekissen Stickerei-Eins. u. Stickerei-Volant Stück Mk. 1155 Koltertücher 150/250 cm, prima Qual., mit Feston- Stück Mk. 1Ö52 Fertige Bettücher 150/225 cm prima gebk Haustuch e 7R Stück Mk. öZz In guten Qualitäten Kissenbezlige glatt und gebogt E Stück Mk. ■ 2.2S, 2.70, 2.95, 3.20 Fertige Bettücher 160/240 cm solid. Halbleinen Stück Mk. 755 Küeben-Handtnch grau Drell solide Qualität Meter 55 4 Weiß Genlenkera 46 cm breit besonders billig Meter 75 4 Wischtücher i. enorm. Auswahl gute Qualität St 71, 69, 45 4 Köchen-Handtocb solide Qualität kariert Meter 39 4 KOchen-Haodlücher Reinleinen, abgepaßt ges. tl geb. 46100 cm IRA Stück Mk. IZZ Drell-Handtücher weiß abgepaßt 48/100 cm Stück Mk. 115 Gläsertücher Halb- und Reinleinen Stück 96, 75 4 Unterkleider g Trikot-Einsalzhemien, ftB0 g mit Zephh"- u. Piqu6- = Einsatz. . . von Mk. feäo =j Herren-Jacken o. Basen 025 g wollgem.. . von Mk. Man vWsn-ÄdliOmn H— 1 Kunstseide, von Mk. &an Untertaillen 4£2 g in alt Größen v. Mk. I an D Damen- u. Kinder- Hemdhosen 022 g in all. Größen v. Mk. & an = Herkules-Wäsche Oberhemd C2® la Perkai Mk. U Oberhemd ft50 weiß, mit Piqu6- x— Einsatz Mk. U Nachthemd 155 prima Qualität Mk. 8 Stehkragen A „ la Mako, Sfach, alle Ur Höhen UU 5 Stehumlegkragen 4*5 erstkl. Qualität Mk. I Extra billige Schürzen Jumper-Schürze 4™»= Jumper-Schürze gest. Kiamosen . Mk. I EE modern geblümt, Mk. Weiße 1 Wiener Servierschürze D Servierschürze Jumperform, 1~ = weiß, Volant, Stickeroiemsatz . Mk. I = Stickereieinsatz, Mk. Teeschürzen g Kleiderschürzen mit gutem Stickerei- 1— = mit halb. Aermel, ge- eInsatz Mk. I = streifteSiamoeen.Mk. |50 a|60 HM Flanell-Unterröcke ausgebogt farbig Mk. 2.75 weiß Mk. 3.60 । Damen-Strümpfe g g Mako-Finisch = Doppelsohle, Hoch- "IXL = = ferse ..: IU^ = g Weit unter Preis nr g = ein Extra-Sortiment UU^ = g Seidengriff besond. 410 g — Gelegenheit.... Mk. I = = Echt Mako verstärktest» = D ohne Naht Mk. I D 1 Prima Seidenflor 475 1 = a. Kunsts. Mk. 1.95,3,96, I = Damen-Handschuhe Trikot nr Lederimitation . . . UU4 Trikot 410 gerauht Mk. I Trikot 450 mit Futter .... Mk. ■ Gestrickt noo reine Wolle . . . Mk. 4 Herr.-Handschuhe 435 Trikot Mk. I Sinder-Ba artölre Trikot? c 4 u. Wolle, gestr., von I Uan Damen-Glac^v.Mk. 3^ 9699c Frank & Baer, Frankfurt a. M Zell 118/122 Ununterbrochen von 8'/- bis 8X- Uhr geöffnet Zeil 118/122 Hr. 28Z Drittes ölatt Glehener Anzeiger (vencral'Anzetger für Vberhe^en) Bei den Mormonen. Aus den 6rmnerungen eines Heirngskehrton. Don Dr. Friedrich A Whnefen. MS ich die Mormonen-Hauptstndt Sait Bäte City vor längeren Jahren besuchte, fiel Mir die Sauberkeit und Heuhett der Stabt be- Ionders angenehm auf. Sie gehört heute noch zu den schönsten kleineren Staalshauplstäbten der ^Bereinigten Staaten. Die breiten Strafen find von Alleen schöner Bäume eingefäumt, die streng quadratisch ausgelegten Häuseruevierle lengli'ch BtockS) oft so lang, daß man die Straßenbahn benutzen muh. um zwei oder drei Blocks weiter au gelangen Sin wahrer Prachtbau von toctßcm Marmor, ragt derMorrnonentempelin den blauen Himmel hinein. Leider dürfen rhir gewöhnliche Sterbliche und selbst Mormonen der niederen ®rabe nur von außen anstaunen: denn nur der Mormone höheren Ranges darf das Heiligtum betreten. In dem, wie der Dollsrnund mit Recht oder Unrecht behauptet, die substantiellen Freuden des Mormonentums in allen Ecken und Enden bildlich zum Ausdruck kommen. Während nur wenige m die Geheimnisse des Temwels embnngen dürfen, steht der Besuch deS .XanemaTel»" jedem frei. Dieses Tabernakel ist ein umfangreicher ovaler Bau, äußerlich und innerlich von grosser Ginfachheit. Gr dient für GebetSversammlungen und sonstige Zusammenkünfte der Gemeinde. Das grobe Gcwäude hat eine geradezu fabelhafte Akustik. Ich stand auf einer Valerie und erblickte unten auf der anderen Seite zwei Herneir, die miteinander sprachen. Erschreckt drehte ich mich um, denn ich hörte und verstand jedes Wort des Gesprächs an der Wand — hinter meinem Rücken. Als bei einer späteren Chorprobe die Orgel gefbtelt wurde, entging mir auch nicht das leiseste Pianiffimo des prachtvollen Instruments. Am nächsten Sonntag morgen wohnte ich einer Gebetsversammlung im Tabernakel bei, und eS fies mir der herrische Ton auf, in welchem die Aeltesten ihre Gemeinde anrebeten. 3a, dvc Mormoneickirche fordert bl.ndeö Gehorchen oder aber sie exkommuni.ziert das widerhaarige Mitglied einfach. Während der Handlung wurden Drotwürsel und Wasser in groben silbernen Dechern herumgereichl. der Wein und andere a^rhollsche Getränke sind auch in der Mormonen- c ver-pönt. Die ganze Affäre machte auf mich keinen sehr günstigen (Andruck. Gs schien, als ob die langatmigen Reden mehr für die einfachen Mormonen berechnet waren, die sich zu der Handlung in ganzen Scharen cingcfunben hatten und ihrer Meldung nach erst vor nicht allzu langen Zeit in ländlichen Distrikten Guropas „bekehrt" unb nach Utah hmübergebracht worden waren. lieber die Diele hen der Mormonen sind Bände geschrieben unb noch mehr Worte gemacht toorben. Tatsache ist jedenfalls, bah der Begründer der Sekte. Brlgham QJouitg, eine sehr grobe Familie von Gattinnen unb deren Rach- wuchs befab. Heute noch liegen in Salt Lake City in mehreren Schaufenstern böser Gentiles gar drollige Abbildungen der ehelichen Beziehungen des Propheten, die der Mormone in seinem eigenen Reich einfach unbeachtet lät Sie tun bet Herrschaft des Mormonentums im Staate Ul ab keinen Abbruch. Der Glaube der Mormonen bedingt die Polygamie auf Gr den. Denn die Männer, Frauen unb Kinder, bie uxr mit unfern sterblichen Augen wahrnehmen, sind nach ihrem Glauben nur ein kleiner Teil der Bewohner unseres Planeten Uns umschweben Millionen von uickörperiich.m Geistern. deren einziges Bestreben es ist, geboren zu werben. Sie treiben Mann unb Frau in bie Ehe hinein. Wehe den armen Geistern, denen es nicht gelingt, geboren zu werben, ehe ber täglich erwartete .Jüngste Tag" here.nbricht! Sin Leben tn tiefster Finsternis ist bi6 in alle Ewigkeit das Los dieser ©tieffinber des Herrn. Anders ber Geist, ber als Mensch hienieden seine Probefahrt bestehen bars, und der es sich währeno dieser Zeit angelegen sein läßt, möglichst viele gefangene Geisler freizusetzen, indem er ihnen einen fieifd>lid)cn Wohnort gibt und sich zu diesem Zwecke nicht mit einer, sondern mit mehreren Frauen vermählt Gr gehört nach seinem Tode nicht nur zu den in die himmlische., Heerscharen Berufenen, sondern auch zu den Auserwählten des Herrn. Und zwar fällt in dem Mormonenhimmel ber Körper nicht vom Geiste ab. Rein, in strahlender Schönheit, die Sinne erhöht, geschärft, stolzen Ganges, hocherhobenen Hauptes, von dessen Stirn ber Abglanz ewiger Seligkeit weithin leuchtet, wandelt er einher, m der M.tte feiner Frauen, seiner Rachkoinmen- schaft, bis sie auf Millionen unb Abermillivr.en herrlicher Kinder angewachien ist. Dann ist ber Augenblick ber höchsten Seligkeit des also gesegneten Balers gekommen. Zum Gotte verklärt, wandert er inmitten seiner Millionen von Aach- kommen auf den zahlreichen Planeten, die das Weltall durchlaufen, em her, um hier als Herr und König in alle Ewigkeiten uberirbische Herrlichkeit und Freuden zu genieben. Aber auch für die Gattinnen der Mormonen ist die Polygamie für deren Verklärung absolute Bedingung, und ihr höchster Ehrgeiz besieht darin, dereinst neben dem Geliebten als Königinnen auf dem ihm zugewieienen Sterne zu herrschen. 6ine phantastische Entwickln sigsthearie, die für das irdische und das himmlische Leben des Mormonen die Polygamie zur ersten Religions- bvktrin erhebt. Seit Brigham QJoung im 3ahre 1847 in Utah seine polygame Theokratie gründete, befinden sich die .Heiligen des jüngsten Tages" in fortwährendem Konflikt mit den Gesetzen der Dereinigten Staaten. Sporadische Versuche, gegen bie ehelich so vielseitigen Mitbürger von Utah vorzugchen, verl efen resullatlos. Arn Anfang ber achtziger 3ahre des vergangenen Iahrhun- berts raffte sich ber Kongreh zu einer Attacke gegen bie Mormonen auf, die sich zu einem zehnjährigen Kriege entwickelte. M-.m ging in ben Kamps mit bem festen Borsatz hinein, ent- weder bie Bielweibeiei ober aber bie ganze Mormonenkirche zu vernichten. Den „Heiligen" in Utah war aber bisher mit einem einfachen gesetzlichen Verfahren nicht beizukommen gewesen. Der Kongreh beschloh deshalb, mit ber Annahme bes „ Edmund-Law" prakt schere Wege einzuschlagen. Das b-fagte Gesetz erklärte nämüch schon äußere Anzeichen vielehelicher Beziehungen für strafbar. 3n jener Zeit wurde auf bie Polygamisten eine wahre Hetziagb ausgeführt. Aber noh immer war bie „Kirche" nicht willens, nachzugedm. Da bisinlorponerte sie der Kongreß im Jahre 1887 unb konfiszierte ihre sämtlich«, Immobilien, deren Wert sich schon bamals auf etliche Millionen belief. Der Fiühling des JahreS 1893 fand infolge solcher Maßregeln bie Jesus-Christus-Kirche ber Heiligen bes Jüngsten Tages zerschmettert unb demoralisiert am Boden liegen. Unter solchen Umständen sahen die Mormonen ein. dah bas Märtyrertum auch seine rmpraktische Seite habe. So erklärte benn zunächst im Oktober 1890 bet bamalige Mormonenpräsident Wllfvrd Woodruff bei Gelegenheit der regelmäßigen halbjährlichen Kirchenkonferenz. bah bie Mormonen gewillt seien, bie Dielehe aufzugeben. Das Manifest Woodruffs rief im ganzen Lande einen günstigen Eindruck hervor. Beweise der Vergebung, bes Wohlwollens, stellten sich sehr halb ein. Die Bunbesgerichte ignorierten ihre frühere Verfügung unb naturalisierten torcbei mormonische Einwanberer. Es bereitete bem bamaftgm Präsidenten der Bereinigten Staaten, Benjamin Harrison, besonderes Deo- gnügen, die ein gekerkert en Heiligen wieder auf freien Fuh zu setzen, indem er zu ihren Gunsten eine Amnestie ersieh. Wenige Monate später gab ihnen der Kongreh ihr bewegliches und unbewegliches Detmögen wieder zurück. Aber was die Kirche vor allem wünschte, war die Aufnahme Utahs in den Staatenbund ber grvhen norbamerikanischen Republik. F nfzlg Jahre lang hatte bie Mormonenkirche gelitten, weil Utah nur ein Territorium unb lein souveräner Staat war Solange biese Situation sort- bauertc, würbe das Land von Washington aus regiert Die rote Kaschgar. Roman von Fedor von Zvbeltih. 10. Fortsetzung. ch dabei vorläufig nur um eine mehr ober weniger lobenswerte Abficht. Tatsache ist jedenfalls, daß bie Herrschaften in Utah alle gegen ihre polygamen Tenbenzeu gerichte.en Angriffe einfach ignorieren, und daß es in den» Vereinigten Staaten wenigstens einen Staat gibt, in dem der Bundeskonstitution zuwider nicht das Volk, sondern eine Kirche regiert. Der Haarmann - Prozeß. Gestern Begann, wie schon gemeldet, in Hannover der Prozeß gegen ben Massenmörder Hcxrr- mann unb seinen Helfershelfer Grans. Angesichts ber Debeutung, die dieser Prozeß schon allein dadurch gewinnt, daß ein so vielfacher Mörder — die Anklage (egt Haarmamr 27 Morde zur Last — in Deutschland wenigslens noch nie vor den Richtern gestanden hat, erscheint es angebracht, sich noch einmal alle die Ereignisse, bie vor mehr als einem halben Jahr sich in Hannover abspielten unb die Bevölkerung in große Erregung versetzten, ins Gedächtnis zuruckzu rufen. Fritz Haarmann wurde am 25. Oft ober 1897 in Hannover geboren, wo er auch die Bürgerschule besuchte. Er war ein sehr schlechter Schüler unb tourbo bereits konfirmiert, als er erst die vierte Klasse erreicht hatte. Sein Vater war ursprünglich Lokomotivführer, nach seiner Heirat -- die sieben Jahre ältere Mutter hatte eine Zi- garrenfabrif — war er ohne eigentlichen Beruf unb soll viel getrunken haben. Der junge Haar- mann machte zum erstenmal im Alter von 18 Jahren Bekanntschaft mit bem Richter. Er war bes Sittlichkeitsverbrechens nach § 175 des StGB, angeklagt. Er wurde zur Untersuchung seines Geisteszustandes in eine Irrenanstalt gebracht und schließlich auf Grund be8 § 51 des StGB, freigelassen Aus der Anstalt entwich er, lebte kurze Zeit in der Schweiz, und wurde bann Soldat. Dor Ablauf seiner Dienstzeit entließ man ihn jedoch unter Zubilligung einer Rente wieder. Einen festen Berus hat Haarmann nie gehabt. In den Jahren 1905 bis 1913 bestrafte man ihn neunmal wegen Diebstahls, außerdem wogen Betrugs Versuchs, Körperverletzung unb Beleidigung. Eine längere Zuchthausstrafe war im Jahre 1918 beendet, in diese Zeit fallen wohl auch seine ersten Morde. Auch im Jahre 1918 bis zu seiner Verhaftung im Juni b. Is. beschäftigte er wiederholt die Polizei. So fand schon 1918 eine Untersuchung gegen ihn statt, weil zwei junge Leute verschwunden waren, die man zuletzt mit ihm gefeßen hatte. Man mußte ihn damals wegen Mangel an Beweisen f verlassen, heute hat Haarmann eingestanden, daß er einen der jungen Leute bestimmt umgebracht hat. So war er in ber Verbrecherwelt Hannovers eine beBamxte Erscheinung, unb auch jeder Polizei- in starker Wallung wehrender Gesinnung warf Hellmut ben Kopf zurück und ließ bie Peitsche über bas Dickfell bes Braunen pfeifen. Der Dvaune quiekte wie ein Jette weinendes Kind, quirlte mit bem Haarschwanz unb warf Erdbrocken hinter bie Hufe. Er fid, verängstigt durch den Hieb, in schaufelnden Galopp, unb Hellmut straffte bie Leinen nicht. Auch feine Gedanken galoppierten. in weite Fernen unb in ein DunQl hinein, so dunkel wie die tiefer über ben Herbstduft ber Felber sich breitende Rächt . . . Ebenso dunkel war es im Zimmer ber Aeb- tiff in geblieben. Alere hatte nicht bas elektrische Licht entzünbet, sie faß in dem Ehorstuhl auf dem erhöhten Erkerplatz und starrte durch die Fenster in bas draußen immer mehr sich verdichtende Schwarz, ©je gedachte vergangener Tage und fühlte in ihrem Herzen überwunden geglaubte Bitterkeit neu steigen Es war der alte Kampf, der icit Erschaffung der Welt das Wei ö beweg e, wenn dec Geliebte ihm untreu geworden wa : der alle Kampf zwischen der Liebe, Die nicht verjähren wollte, und einem sinnenden Haß. dec noch keine Triebtraft hatte. Es war auch ein Ausfragen ihrcs Herzens, ein Verhör ihrer selbst — es kam unwillkürlich, unb sie ärgerte sich über Zkb Rach^ prüstürbe, bas so zwecklos war. Sie war froh, daß bie Gedanken rillen, als das Dröhnen des großen Gongs im Treppenhause durch das Schloß klang. Es war das Zeichen für die hochwc-rdigen Damen, daß in einer halben Stunde das Abendessen auf getragen werde. Da hatte man noch 3eit sich umzukleiden. und heute waren ein paar Beamte zu Tifch geloben: der Rendant, bec Oberin pekwr, der Forstmeister, auch der Bürgermeister von unten und einige andere. Die Aebtif in h ell darauf, die Beamte.rschaft bei Gelegenheit im Schloß zu bewirten und ihrer Huld zu versrcherm. Sie erhob sich, ein Dehnen verjagte die Glreb- müdigkeit, sie ftieg aus dem Erker, drehte die Beleuchtung an und n.ngclte ihrer Zofe. Bor bem großen, aus Holz erbauten Bet- haute der Brüdergemeinde zu Kapptet ch verteilten sich die Andächtigen, kehrten zurück zu ihren Gewerken, gingen wieder an ihre Feldarbeit oder suchten die Chorhäuser auf, um die Kirchenklei- grtttag, 5. vezemder 1924 beamte bannte Haarmann. Der Potizei leistete er verschiedentlich Dtenste dadurch, daß er ihr Rachcichten aus der Verbrecherwelt ,tu trug. Es muß aber ausdrücklich festgestellt werden, baß bie Polizei ihn nicht als Spitzel gebraucht hat, und daß er nie einen Ausweis ber befaß. 3m Mai b. 3S wurden in der Leine Leichen» teile gefunden, drei Tage später schon inicbcr, ebenso im Juni, so bah man auf Verbrechen schließen mußte. Unter den Verdächtigen befand sich auch Haarmann. Am 1. Juli gelang durch Zufall die Ucberjübrung. Die Mutter eines seiner Opfer erkannte luimlid) bei dem So Im seiner früheren Wirtin ehren Rock ihves vermißten Sohnes Damit war HaarmnnnS Schuld erwiesen, unb schon in ben nächsten Tagen formten ihm weitere Morde nach^ewieten werden, bti b.em bie Zahl die schreckliche Höhe non 27 erreichte Ob sie damit erschöpft ist. wird sich nie feststellen lassen, da Haarmaim selber sie nicht genau femit Die hannoversche Bevölkerung geriet damals tn große Erregung, war es doch auch sehr ausfällig, baß eine derartige Anzahl Morde, bie zum Teil Jahre zurücklagen, aus geführt ux*rben fonaten. ohne baß bie Polizei ober auch bie Mitbewohnei' irgenb etwas davon bemerft hatten. Das ist em- durch die Wohngelegenheit Ha manns zu erklären, sodann muß aber auch sest- qestellt werben, daß er außerordentlich raffiniert und vvrfichtig & u Werke gegangen ist. Wie er die jungen Leute umgebracht bot, ist noch nicht geklärt, die Aussage Haarmanns zu diesem Punkt ist außerordentlich zweifelhaft. Er behauptet nämlich, daß er sie In der Erregung erwürgt oder ihnen die Kehle burchgebissen habe, ober baß sie erstickt feien Diese Aussage erscheint jeboch lmglaubwürdig, benn es ist kaum anzunebmen, daß er seine Opfer alle ohne Gegenuvhr ermorden sonnte. Ec will durch biete Darstellung wahrscheinlitz erreichen, daß er sie ohne Vorsatz unb Lieberlegung um» gebracht hat, damit ber Tatbestand des Mordes nicht gegeben ist Auf der anderen Seite schildert er sehr eingehend, wie er seine Opfer dann zerstückelt ba' Bekanntlich wurde Haarmaim Mitte August für mehrere Wochen nach Göttingen zur Llmerfuchung feines Geisieszustainbes geschickt. Das von Geheimrat Prof. Di'. Schulze erstattete Gutachten geht aber dahin, bah Haarmann nicht für den Schutz des § 51 des StGB in Frag« kommt, sondern daß er fürfeineTotenvoll verantwortlich ist. Richt recht geklärt if< einstweilen auch die andere Frage, warum Haarmann gemordet hat. Gr lebte in sehr schlechten finanziellen Verhältnissen und verkaufte die Kleider der G» morbeten, um za Gelbe zu kommen. Aber daß die Rot allein das Moftv seiner Taten gewesen ist, erscheint nicht glaubwürdig. Diese Si-Kje gewinnt ein anderes Aussehen durch seinen Helfers- helsec und Freund Grans, der bekanntlich bei De ihilfe zum Morbe anaefk>gt ist GranS ist ein noch junger Mann, der Haarmann im Jahre 1919 kennen lernte und halb einen großen Einfluß auf ihn gewann. Haarmorün hat ihn außerorbentlich belastet unb behauptet, daß Grans ihm wiederholt junge Leute zu geführt habe, Deren Zeug er gerne haben wollte H rarmann hat bisse Leute oft toteber fortgeschickt, sie auch tagelang bei sich behalten, bis Grans bann energisch darauf gedrungen habe, in ben Besitz ber Kleiber zu kommen. Erst bann habe er sie ermordet. Haarmann gibt damit selber etwas zu, was er vorher stets geleugnet hat. nämlich baß er zum mindesten in diesen Fällen mit aller Lieberlegung zu Werke gegangen ist. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die Frage nach Mord in einer ganzen Reihe von Fällen zweifellos bejaht weiden muß und daß damit Die Menschheit von dieser Bestie bald befreit werden wird. Ans dem -lmtsverkündiftungsblatt. • Das Amtsverkündigungsblatt Ur. 8 3 enthält: Landtagswahl 1924 Heuorb* nung des Vermessungswesens. — Ausbau der Hartigstraße in Hungen. — Feldtreceinigung Stangenrod. — Djenstnachrichten. • Das Amtsverkündigungsblati Hr. 84 bringt die Wahlvorschläge zur ReichS- tagswahl am 7. Dezember zur öfseMlichen Kenntnis. düng mit bem Werktagsanzug zu vertauschen. Zumal bie Frauen unb Mädchen beeilten sich, meist zu zweien oder in Gruppen, nach Hause zu tommen. Ein Wegstück, bie breite Dorfstraße hinab, hielten sie zusammen, . bann floß alles auseinander, und man fah an den Bändern und Schleifen ihrer hübfchcn, eng um den Kopf sich schließenden Häubchen, wohin fie sich wenden mußten: die mit den weißen Schleifen zum Chor- Haufe der Witwen, bie mit ben blauen Schleifen zu dem der verehelichten Geschwister, die mit ben roten Bändern zum Heim der lebigen Schwestern. Es gab freilich im Herrnhuterdorfe auch noch Privathäu^er, einstöckig wie die übrigm, doch bei aller Prunklofigkeit einen verfeinerten Geschmack nicht entbehrend, und einer Meter kleinen, auf der Berglehne gelegenen Villen wandte Schwester Frcyr sich zu, ben schmalen Mädchenkcpf geneigt, noch ganz erfüllt von den legendarisch an klingenden Erfahrungen und Abenteuern Im Lande der Käftern, von denen Bruder Dcrotheus Fiedler im Bethause erzählt hatte. Lind da sie an die eigentümlich bezwingende Erscherrung dieses Mannes dachte, fach sie iha auf einmal dicht an ihrer Seite, den breitgekcempten Filzhut in der Hand, un dhörte ihn mit ferner klangschönen Stimme fragen: „Darf ich Sie begleiten, Schwester Freye? Lind würden Sie mir wohl eine kurze Linterredung vergönnen? In Gegenwart Ihrer Frau Mutter oder auch allein, ganz nach Ihrem Wunsche." Röte strich über Ihre Wangen, sie wußte, was ber Bruder wollte, und kannte auch schon ihre Antwort, aber sie durfte ihm die Ditte nicht versagen „Die Mutter hat heute ihren schlechten Sag. Bruder Dorotheus,' ecw.derie sie „'le hat wenig geschlafen, und ich hörte im Hebens immer, wie fie im Halbtraum phantasiene — es sind immer bie alten traurigen Geschichten, die fre rn der Erinnerung plagen. Wir wollen sie nicht behelligen. Aber ich stehe Ihnen trotzdem gern zur Verfügung — wir können im Ga tcnhaus mit» einander sprechen, wenn es Ihnen recht ist." Mir ist alles recht.' entgegnete der Missionar "„ich bin schon glücklich über Ihre Bereitwilligkeit, mich anhören zu wollen." (Fortsetzung folgte Gegründet 1859 1 1 6 8 8 § 8 Q Qpil| II E" Kreuz platz Fernsprecher 774 w L™ I I* Kd &■ &■ F* Ecke Seltersweg Fachgeschäft für Trikotagen, Strumpf- und Wollwaren, Handschuhe, Herren-, Damen- und Kinderwäsche Bekannte Qualitätswaren Große Auswahl Billige Preise 9702a Vie Stellung -er Kentnerbundes zurReichstagzwahl! Der Retter in der Rot. illlllliiliWililllilllllilllWWIlllllllihiWllllliillWlinilllllllllllllllW Aus dem Sumpf der Inflation hat uns der Deutschnationale Helfferich mit seiner Rentenmark herausgerissen. Sozialdemokraten und Demokraten waren zu dieser Großtat unfähig! Der „Rentner", das Organ des Rentnerbundes, schreibt in Nr. 11 folgendes: gnr Wahl zu gehen, ist für jeden Deutschen und insbesondere auch für jeden Rentner, erste staatsbürgerliche Pflicht. Wir lehnen es grundsätzlich ab, eine Sonderpartei zu bilden. Wir erachten es vielmehr als die wirksamste Wahrnehmung der Interessen unserer Mitglieder, wenn wir bei den großen, bestehenden politischen Parteien Anschluß nehmen. Im letzten Reichstag und seinen Vorgängern haben vornehmlich die Deutschnationale Volkspartei, die Deutsche Volkspartei, das Zentrum und die Bayrische Volkspartei sich für unsere Belange eingesetzt. Alle diese Parteien haben auch jetzt wieder die Hebung der Rentnernot auf ihr Programm gesetzt und zum Teil Vertreter des Rentnerbundes und Angehörige des Rentnerstandes in ihre Wahlvorschläge ausgenommen. Wir empfehlen daher unfern Mitgliedern, in erster Reihe nur den Vertretern dieser Partei ihre Stimme zu geben und besonders den Kandidaten, deren wohlwollende Gesinnung für unsere Sache erprobt ist. Es ist unrichtig, daß der Rentnerbund sich für eine einzige Partei festgelegt hat. Vielmehr stellt er seinen Mitgliedern die Wahl der obenangeführten Parteien frei. Darum, Kleinrentner, wählt am 7. Dezember die 9717c Liste Nr. 5 der Deutschen Volkspartei. Landtagsliste Reichstagsliste der National-sozialistischen Freiheitsbewegung und des Völkisch-sozialen Blocks: Hauk, PH., Landwirt, Schaafheim. Scheer, Fr., Schlosser, Lauterbach. r. Ringshausen, Fr., Lehrer, Offenbach. - Scheid, Emil, Kaufmann, Eckartshausen. Höhn, CH., Angestellter, Dleichenbach. Keilmann, Ludw., Ingenieur, Bürstadt. Seitz, Jos., Ders.-Anw., Bad-Nauheim. Willenbücher, Herrn, Drogist, Beerfelden. Stahl, Aug., abgeb Eisenbahning., Gießen. Decker, Georg, Eis.-Obersekr., Bad-Nauheim. 9698D Fleck, Hauptmann a. D., Mtona. Hauk, Ph., Landwirt, Schaafheim. Scheer, Fr., Schlaffer, Lauterbach. Ringshausen, Fr., Lehrer, Offenbach. Höhn, Th., Angestellter, Dleichenbach. Scheid, Emil, Kaufmann, Eckartshausen. Keilmann, Ludw., Ingenieur, Bürstadt. Seitz, Jos., Ders.-Anw., Bad-Nauheim. Willenbücher, Herrn., Drogist, Beerfelden. Stahl, Hugo, abgeb. Eisenbahning., Gießen. WWIM VW IIIMI! Der amtliche Stimmzettel für die Reichstagswahl sieht so aus: Reichstagswahl 1. Sozialdemokratische Partei Deutschlands 2. Deutschnationale Volkspariei 1. Dr. Ferdinand Werner, Butzbach 2. OberlandeSgerichtspr. Or. Georg Best, Darmstadt 3. Deutsche Ientrumspartei usw. Der amtliche Stimmzettel für die Landtagswahl lautet: Landtagswahl Sozialdemokratische Partei 2. Deutschnationale (Hessische) Volkspartei 1. Dr. Ferd. Werner> Butzbach 2. Georg Bissel, Griedel 3. Zentrum usw. Frohsinn fiter wird da» Kreuz gemacht Bekanntmachung. Unterzeichnetes Amt befindet sich nunmehr in dem Gebäude Wilhelmstrahe 63. Gießen, den 4. Dezember 1924. ...... MMWWNil «leien-». SamStag, den 6. Dezember findet Einweihung unseres neuen Vereinslokales, Restauration Kremer, Marburger Str., stau, wozu unsere Mitglieder freundlichst etngeladen werden. Anfang H Uhr. 011852 Der Vorstand. Har tartmli. Die Abonnenten werden gebeten, die dem Abonnement beigefügten Gutscheine für das am 15. Dezember 1924 in der Stadtkirche stattfindende I. Kirchenkonzert BeiMMn in allen Größen und Preislagen eingetroffen. Verkauf nur Selterstor, gegenüber von Cafe Heitler. 011871 Frau Frosch. ßf nff ift ,°ft fcbon in 14 Tag. durch von d liebel befreien, (»eben (Sie kein Geld für wert!.Kurse aus, sond. verlang. Sie sof kostenlos inein Büchlein. V. Warnecke, Hannover, Schließfach 163. Muts Brückner: Te Deum Reger: 100. Psalm WNe bis spätestens Dienstag, den 9. Dezember ohne Zuschlag umzutauschen. Samstag, den 6. Dez., abends 8 Uhr, i. Kaufm. Vereinshaus: MlMkl- MM ß des Herrn L<. Gravellus über „feine ßrieimlfie im fzmenw. Teilnahme d. Familienangehörigen erbet MMWzMM Mitglied der Edeka niMc Sämtliche Artikel für die SeUsWAm! in nur ersten Qualitäten Bestellungen frei HauS. Telephon 119 Deutscher, vergiß das nicht!! Wähle für Reichstag und Landtag den Deilftiitiiiilri WIMM — Nr. 2-- an an Kleider für große Damen an von an an von Mk. Blusen Samtflanell, viele Farben . . . von Mk. Blusen Flanell, Kasackeform von Mk. an Röcke reine Wolle, kariert u. gestreift, von Mk. Marktplatz 9695a £-1 i Kleider a. Eolienne, auch f. gr. starke Dam., v. Mk. 3922 Kostüme reine Wolle, mit Tressenbesatz, v. Mk. 2022 Röcke lang und weit geschnitten . . . Röcke reine Wolle, schwarz und blau, Röcke reine Wolle, mit Falten . . . . Kostüme Gabardine, auf Seidenserge, Blusen Baumwollflanell, viele Farben, von Mk. von Mk. von Mk. 5 f —an 922an — an 50 — an Blusen Seidenstoff und Trikotseide . . von Mk. Blusen Vollvoile, weiß und farbig . . von Mk. von Mk. 3922an K Mäntel Velours de laine, mit Bibrettkrag., von Mk. 4522an rc*nc Wolle, in vielen Farben, für 1X1 CI Li CI kleine Damengrößen.........von I Kleider Gabardine, f. gr. Figur, viele Färb., v. Mk. 3022an Kldder LUS Trikotseide, viele Farben, von Mk. 922 an jt—an 8~ an Kinder-Kleider und -Mäntel in allen Größen und Preislagen Mäntel Velours de laine, schöne Farben, von Für den Weihnachts - Einkauf biete ich an zu billigsten Preisen Mäntel in reinwollenen Flauschstoffen, von Mk. 14—an 'n Tuch, schwarz, blau, braun, grün, auch für OQ50 IVldlllCl große starke Damen ..........von Mk. — an Q90 -an Q50 □—an Kleider, Seiden-, Blusenstoffe,Kleidersamte in reichhaltiger Auswahl und großen Farbensortimenten ------- zu auffallend billigen Preisen!----- An den 3 letzten Sonntagen vor Weihnachten ist mein Geschäft von 1 bis 6 Uhr geöffnet! J. Pfeffer, Gießen