Ur. 209 Erstes Blatt V4- Jahrgang Zrettag, 5. September 1924 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Drttd mtöütrfag: vrShl'Ich« Mntoerfttäts Bud). unö SteiHöruderei R. Lange in Sichen. Schriftleitung und Seschästsftelle: Schulstratz« 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlid)8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re» klame-Anzeigen o.TOmm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20% Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Will). Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFamilienblLtter Movats-vtzngrpreir: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch-Anschlüss«: für die Schriftleitung 112; für Verlag uud Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerSiehea. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. Die Sicherung des Weltfriedens. Macdonalds Rede vor der Dölkerbundskonferenz: Schiedsgericht und Abrüstung statt Garantiepakt. Der Premier für den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund. Genf, 4. Sept (Wolff.) Dor ‘Beginn der heutigen Sitzung der Dollerbundsversammlung. in der Macdvnald das Wort ergreift, wartete bereits eine große Menschenmenge vor dem Versamrn- lungSgebäude auf die Ankunft des englischen Mi- nifterptäfibenten. Dor dem Resormcrtimrsgebäude und an allen Türen wird HÄrte die Kontrolle strenger als sonst gehandhabt. Der grobe Sitzungssaal ist bis auf den allerletzten Platz beseht; noch nie war eine Sitzung so überfüllt tote die heutige. Zahlreiche Desucher mutzten sich mit Stehplätzen 'begnügen. Präsident Motta eröffnete die Dersammlung um 11 Uhr 10 Min., indem er mitteilt, dah die Debatte der Abrüstungsfrage gilt und dem ersten englischen Delegierten, Premierminister Macdvnald, das Wort erteilt Macdvnald im schlichten grauen Straßenan- zug, besteigt unter minutenlangem stürmischem Beifall die Rednertribüne. Die Delegierten erheben sich von ihren Sitzen. Harter feierlicher Stille und größter Aufmerksamkeit beginnt der Ministerpräsident, immer wieder von stürmischem Beifall unterbrochen, seine einst ündige Rede. Er spricht mit gröhter Lebhastigleit, manchmal mit beschwörender und eindringlicher Stimme, an den wichtigsten Stellen mit den Fäusten auf den Tisch schlagend, mit oft hinreißendem rednerischem Schwung, der spontanes Händeklatschen auslöst; ab und zu unmittelbar an die französische Delegation gewandt, die in gespanntester Aufmerksamkeit feinen Ausführungen folgt Macdvnald polemisierte in längeren Ausführungen gegen den Garantiepaktsentwurs des Völkerbundes, der nicht geeignet fei, den Frieden zu sichern. Man müsse sich darüber klar sein, was Sicherheit und was Aggression bedeute. Durch Verträge und Pakte, di« sich nur auf militärische Garantien stützten und das Prinzip der bewaffneten Macht aufrecht erhielten, fei der Friede nicht zu sichern. DieS werde vielmehr immer die ständige Gefahr neuer Kriege schäften. Der Friede sei nur zu sichern durch ein System von SchiedSverträ- gen. Er schlage daher vor, datz eine Kommission damit betraut werde, genaue Vorschläge darüber auszuarbeiteu. und zu prüfen, welche Kompetenzen und welche Instanzen das Schiedsgerichtsverfahren haben könne. Er wünsche, datz dabei besonders die fakultative Klausel der Satzung des Ständigen internationalen Gerichtshofes über die obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit aud gebaut werde. Die englische Regierung sei bereit, sich einem Schiedsgerichtssystem, das geeignet sei, den Frieden zu erhalten, anzuschließen. Gleichzeitig müsse die Frage der Entwaffnung ge[öft werden. Wenn die Kommission mit ihrer Arbeit fertig sei, sollte eine internationale Konferenz einberufen werden, deren Voraussetzung es sein muffe, datz sie in Europa stattfindet und datz alle Staaten an ihr teilnehmen. 3n feiner Kritik des Garantiepakts, vor allem der Definition der Begriffe „Sicherheit und Angriff", erklärte Macdvnald unter beträchtlicher Bewegung in der Versammlung, dah es sefw schwer sei, die Verantwortung festzu- fl eiten. Alle diejenigen, die die Geschichte studiert haben, kennen die Schwierigkeiten, die der Feststellung der Verantwortung eines Staates ent» gegenstehen, vor allem, was die letzten Ent- schließungen betrifft. 3n fünfzig Jahren werden die Geschichtsschreiber diese Frage lösen können, aber nicht die Politiker, die die K r i eg sj a hr e m i t e r l e b t hab en. Der Absatz über die Stelle, in der Macdonald den Beitritt Deutschlands in den Völkerbund anregt, hat folgenden Wortlaut: Deutschland kann nicht außerhalb des Völkerbundes bleiben. Wenn ich eine Formel gebrauchen kann, die man hoffentlich nicht mihverstehen wird, so mochte ich sagen, dah wir ihm nicht gestatten würden, drauhen zu bleiben. Es gibt nicht eine einzige Debatte und Beratung über Friedensbedingungen, über Sicherheit, Sicherung der Existenz der Keinen Rationalitäten, nicht eine einzige große Frage, über die wir diskutieren können, mit dem dr v henden teeren Stuhl in unserer Mitte. Auch kann Deutschland in seinem eigenen Interesse nicht fcmbleiben. Verhandlungen mit einem isolierten Berlin Eönnen nie wirksam sein. Die Londoner Konferenz hat neue Beziehungen zu Deutschland und den anderen europäischen Staaten geschaffen, und diese Beziehungen Eonnen jetzt sanktioniert und besiegest werden durch Deutschlands Erscheinen in dieser Versammlung. Der Völkerbund hat die ernste Aufgabe übernommen, wieder ein europäisches System zu schäften, und dieses System wird niemals bestehen. solange unsere früheren Feinde nicht aufgehört haben, unsere Feinde zu sein, statt diesem System unsere Mitarbeit zu widmen. Ich hoffe, dah dies sofort geschehen kann trotz der Schwierigkeiten und trotz der technischen Einzelheiten, die anscheinend noch bestehen. Lassen Sie uns eine neue Aera der Liga beginnen, wie ich hoffe, daß wir eine neue Aera in Europa beginnen werden. Es wäre mir sehr angenehm, QM3SZ es möglich wäre, während jeder der drei ober vier Wochen, die die Tagung dieser Versammlung dauern wird, diese Frage anzusch neiden, nicht mit dem Wunsch einer Hinaussch.edu ng, sondern mit dem Wunsch einer sofortigen und dauernden Regelung. Die markantesten Sähe dieser Ausführungen wurden von einem beträchtlichen Teil der Versammlung. vor allem von den nordischen Staaten mit lebhaftem Deif all angenommen. Macdvnald ging dann zu Rußland - über, über dessen Beziehungen zum Völkerbund er folgendes sagte: Die ruftische Regierung glaubt an Revolutionen und an die Auflösung des Asten als die wesentlichste Voraussetzung für die Schaffung von etwas Reuem. Unter diesen Hmftänben ist es begreiflich, daß der Völkerbund für sie wenig Anziehendes hat; denn wir sind für die Evolutionen. Auch Rußland hat sich verändert. Es schließt Verträge ab und arbeitet mit diplomatischen Methoden. Ich hoffe, dah das Abkommen der englischen Regierung mit der Sowjetregierung der erste Fingerzeig dafür ist, daß die russische Regierung geneigt ist, an einem System europäischer Zusammenarbeit mitzuwirkenI um durch ihre Teilnahme die Autorität und den Einfluß des Völlerbundes zu vermehren. Die weiteren Ausführungen Macd:nalds waren ausschließlich den englischen Vorschlägen für ein Schiedsverfahren und der Einberufung einer rntemationalen Konferenz gewidmet. Was wir brauchen, sagte der Premier, ist ein Schiedssystem, das vollständig eingerichtet ist, das vollständig funktioniert, mit einem Wächter, der den Horizont überwacht und der, wenn er eine Heine Wolle gewahr wftd, sofort Alarm schlägt und dafür Sorge tragen kann daß sofort Maßnahmen nicht militärischer Art, aber vernünftige Maßnahmen getroffen werden. Die Frage ist: Seid Ihr bereit, vor uns zu erscheinen und zu erklären, welches Eure Verpflichtungen sind und Eure Vorschläge, welche Abmachungen Ihr eingegangen seid, ob Ihr Furcht vor Licht habt und immer noch Kinder des Dunkels seid? Tas ist das Kriterium für die öffentliche Meinung. Bevor man das gewünschte Ziel erreicht, hat man eine äle Hergangs Periode zu durchschreiten und niemand kennt besser die Lasten dieser Heb-rgangsperiode als mein lieber Freund 5j e r r i o t und ich Wir hoben furchtbare Verantwortungen geerbt, die vielleicht zu schwer für unsere Schultern sind. Aber wir können immerhin vorwärts gehen. Wir sind, und das muß ich mit Vorsicht und ^Überlegung sagen, Anhänger des Schiedsverfahrens. Wir müssen mit mehr Erfolg als bisher die Gerichtshöfe, die an einem Schiedssystem arbeiten müssen, revidieren und vollständiger als es bis jetzt geschehen ist, die Gegenstände, die ihnen unterbreitet werden, kennen, erforschen und die Verpflichtungen der Staaten dem Schiedsverfahren gegenüber präzisieren. Ich möchte Vorschlägen, daß der Artikel in der Faftung des Internationalen Gerichtshofs über die fakultative Klausel (d. h. die fakultative Klausel über die Untertoer» fung unter den vbligatoris chen Schiedsspruch) Gegenstand der sorgfältigsten Hntersuchung einer von uns ernannten Kommission wird, um am Ende der Versammlung in präziserer Form als jetzt ausgestellt zu toerben. ist der Wunsch der britischen Regierung, Klauseln dieser Art zu unterzeichnen. Aber bevor sie einen zu großen Schritt vorwärts unternimmt, müssen die Klauseln in geeigneter Form auf gestellt werden. Ich habe hierüber einen Kollegen und auch die Regierungen der Dominions konsultiert. Die wesentlichste Voraussetzung der Sicherheit und des Friedens ist die Gerechtigkeit. Man muh der Gerechtigkeit das Wort erteilen vor der Leidenschaft. Das ist Schiedsverfahren! Macdvnald erklärte, daß parallel mit dem Problem des Schiedsverfahrens das Problem der Rüstungen laufe, und erklärte vor allem unter Bezugnahme auf gewifte Vorwürfe, die anläßlich der Flottenschau von Spithead erhoben wurden, dah England das Flottenabkommen von Washington unterzeichnet habe. Landabrüstungen seien aber schwerer zu verwirklichen als Seeabrüstungen, und eine internationale Konferenz, die nicht sorgfältig vorbereitet sei, die nicht über einen guten Mechanismus verfüge, wäre zu Miherfolgen verurteilt. Hier könne der Völkerbund helfen. Die Londoner Konferenz, fuhr Macdvnald wörtlich fort, Hot so dadurch den Weg gebahnt, der zur vernünftigen Methode der nationalen Politik zurückführt und sie trägt dazu bei, auszusprechen, wie unsere Arbeit durch ein Mitwirken Deutschlands im Völkerbünde erleichtert würde. Wenn wir ein Schiedsgerichtsverfahren mit einem Mandat und einer Satzung für den internationalen Gerichtshof aus arbeiten, und wenn gewisse Grohmächte dieser feierlichen Verpflichtung zustimmen, welch bedeutender Fortschritt wäre dann verwirklicht. Rehmen wir unseren Wut in die Hände, und wenn die kleinen und die groben Staaten damit einverstanden sind, eine Kommission zu bilden und ihr den Auftrag zu geben, ohne Hemmungen einen Bericht über diese Frage auszuarbeiten, so wäre der Erfolg gesichert. In einem Jahre könnte bann der Völkerbund eine Konferenz einberufen, die sorgfältig borbereitet wäre und die uns dem Endziel entgegenführen könnte. Hierfür wären aber zwei wichtige Bedingungen zu erfüllen, erstens, daß alle Rationen mitwirken und daß die Konferenz in Europa abgehalten werde, damit die Staatsmänner und Regierungsoberhäupter an ihr teilnehmen könnten, ohne sich zu sehr von ihren eigenen Landesgeschäften zu entfernen. Die Grundlage für diese Vorarbeiten sieht Macdvnald in dem Völkerbundspakt selbst, der zu einer Zeit geschaffen wurde, in der man noch nicht die Rachkriegsprobleme voraussah anb den man vielleicht nicht abändern, aber auf jeden Fall genau studieren und erforschen müsse. Wenn man ihn vertieft und auf die gegenwärtigen Umftänbe und Probleme an wendet, können wir uns seiner bedienen für eine Politik, die ans schließlich das gibt, was a>ir suchen: die Sicher- beit. Doe englische Regierung hält an dem Pakte fest. Sie wünscht nicht die Autorität des Völlerbundes zu verringern. Sie wünscht vielmehr seine Autorität, soweit es mit der Existenz inb dem Funktionieren des Völkerbundes zu verantworten ist. auszudehnen. Macdvnald schloß mit der Versicherung, dah bei einer derartigen Arbeit das nationale Interesse sich mit dem allgemeinen Interesse decke und warnt nochmals vor den trügerischen Sicherungen militärischer Art. Es gebe immer Verträge, es fehle niemals an militärischen Garantien, aber niemals finde man Sicherheit, denn immer gebe es Völker, die Kriege führten, oder die zum Kriege vorbereiteten. Den feinen Rationen mit beschränkten Interessen, den neugeborenen Ländern rufe ich zu: Ob es einen Vertrag gibt ober nicht, mit Patt ober ohne Patt, Ihr werdet immer zerschmettert werben. Eure Länder werden die ersten Opfer des nächsten Zusammenstoßes fein. Riemand wird ein einfacher Vertrag genügend Sicherheit geben. Ihr seid die Opfer einer beständigen und gefährliches Illusion. Gerade die Desensivabkvm- men zerstören den Frieden. Wenn der Völkerbund vorwärts schreiten will, so kann er es nur auf dem Wege des Schiedsgerichtsverfahrens und nur auf diesem Wege kann er seinen Einfluß in der Welt enbgültig sichern. Dann werden die Völler ihre Augen zu dem Döllerbunde erbeben, der über ihnen steht, nicht weil er bewaffnet ist, sondern weil er gerecht ist. Rur dann werden bi» Rationen in voller Sicher-» h»tt leben, denn niemand braucht mehr Furcht zu haben. Das sind bte Gesichtspunkte, von denen die augenblickliche Politik der englischen Regierung geleitet wird. Sie forbert den Vollerbund auf, sich ihm anzuschliehen. Das Echo der Rede. Die Rede Macdonalds über die Sicher hetts- frage machte auf die Völkerbunds Versammlung einen sichtlich tiefen Eindruck, wenn auch in Kommentaren in den Wandelgängen darauf hingewiesen wird, daß wirklich präzise Vorschläge noch fehlen. Die Absicht der englischen Regierung, die sich aus der Rede ergibt, wird folgendermaßen definiert: Anstatt des Garantiepaktentwurfes des Völkerbundes, der nur militärische Sicherheiten gegen an greifende Staaten ohne fofortige Abrüstung vorsieht, will Mac- donald durch eine internationale Konferenz, an der auch Amerika, Deutschland und Rußland teilnehmen sollen, das Abrüstungsprvblem zur Annahme bringen lasten. Parallel mit der Abrüstung soll ein a 11- gem eines Schiedsgerichtsverfahren an die Stelle der militärischen Sicherung des Garantiepattes gesetzt werden. Dabei solle der unveränderte Völkerbundspakt selbst die Grundlage bilden. Die Mitarbeit des Völkerbundes bestände dann darin, daß er sofort eine Kommission ernennt, die diese Fragen unter Berücksichtig un g des anderen bisher vvr- liegenben Materials zu festen Vorschlägen zusam- menf aßt, die dann der internationalen Abrüst ungs- konferenz, die in Europa stattfinden soll, unterbreitet werden. Das einzuschlagende Verfahren wäre so folgendes: Ernennung einer Kommission, die noch in dieser Tagung der Völkerbunds- Versammlung ihre Arbetten abschließt. Annahme der Vorschläge dieser Kommission durch die Völkerbundsversammlung, Prüfung dieser Vorschläge durch die einzelnenRegicrun- gen. Einberufung einer internationalen Konferenz spätestens in einem Jahre. Sehr lebhaft wurde begreftlicherweise auch der Sah in der Rede Macdonalds über Deutschlands Eintritt in den Völkerbund kommentiert, umsomehr als hier schon seit Beginn der Versammlung Gerüchte über Sonderverhandlungen in dieser Frage umgingen. Die Frage, die man sich allgemein stellt, ist bte, ob eine Fühlungnahme mit der deutschen Regierung den heutigen Darlegungen Macdonalds vor- ausgegangen ist. Fast sensationell totrtten bei einigen Delegierten Macdonalds Ausführungen über die Feststellung der Verantwortung eines an greifenden Staats, die man als eine höchst beachtenswerte K undgebu ng zur Schuldfrage bezeichnet und die bei verschißenen Delegationen bereits, eine große Aufregung hervor- riefen. Auch die »direkte Anrede an die neu- geschaffenen Staaten, die er vor wertlosen und trügerischen Verträgen warnte, fand stärkste Beachtung und wurde als eine deutliche Anspielung auf die Sonderverträge, die verschiedene kleinere und mittlere Mächte abgeschlossen haben, empfunden und aufs lebhafteste besprochen. Die Aussprache. In der Rachmittagssitzung der Völkerbunds- Versammlung nahmen alle Redner zu den von Macdonald aufgeworfenen Problemen Stellung. Der polnische Minister des Aeuhern S k r z y n s k i betonte in längeren Ausführungen dpi Friedenswillen des polnischen Volles und verteidigte nachdrücklich das System der Sonderverträge, das nicht aufgegeben werden könne, so lange die Solidarität der Völler nicht die nötigen Garantien biete. Diese Worte wurden von den Bänken der Kleinen Entente mit starkem Beifall unterstützt. Der holländische Minister des Aeußern Karnebeek schloß sich der Auffassung Macdonalds an. wonach der Dölkerbundspakt eine ausreichende Grundlage für ein Schiedsverfahren und die Regelung der Eicherheitsfrage bietet. Art. 12 enthüll ein vollständiges System der Sicherung des Friedens unter der Voraussetzung, daß man tatsächlich die Bestimmungen des Pattes innehäll. Der dorische Ministerprasi- bent Stauning, der sich nur heute und morgen hier aufhält, stimmt der Auftastung Macdonalds zu, dah olle Völler innerhalb des Vollerbundes zusammenwirken müssen zur Förderung des Systems der Schiedsgerichts borteit. C h a r 11 o n-Australien wies auf die dringende Rotwendigkett hin, daß die diesjährige Völkerbundsversammlung etwas Positives in der Abrüstungsfrage leisten müsse. Diese Aufgabe sei freilich sehr schwierig, solange sich eine große Anzahl von Staaten noch außerhalb des Völkerbundes befände Man könne sogar fragen, ob in dem jeh igen Zeitpunkt die Vereinigten Staaten, Deutschland, Rußland und die Türkei bereit wären, dem Völlerbutch beizutreten, selbst wenn sie eingeladen werden würden. Ich bin, so fügte der Redner hinzu, vollständig einverstanden mit dem Vorschlag, den Macdonald gemacht hat, an Deutschland im Lause der jetzigen Tagung eine Einladung ergehen zu lassen. Rachdein das Abkommen über die Reparationen abgeschlossen ist, glaube ich, daß Deutschland bereit sein wird, Mitglied des Völkerbuiches zu werden. Charlton billigte die von Macdonald angeregte Einberufung einer Weltkoyferenz über die Abrüstungsfrage, für welche der pshcho - logische Augenblick jetzt gekommen sei. Was Herriot sagen wird. Keine Einladung an Deutschland zum Eintritt i< den Völkerbund. Genf, 4. Sept. Heber die Rede, die morgen Herriot über das Problem der Sicherheit halten wird, erfährt man von gutunterrichteter Seite, daß der französische Ministerpräsident in keiner Weise gegen das Schiedsverfahren, das Macdonald vorschlägt, sich auszuspr«hen gebeult, sich aber auf den ©tartbbunft stellen dürfte, daß sich aus der Einrichtung des Schiedssystems eine große Reihe von Folgen ergebe die Macdonald nicht ins Auge gefaßt habe. Es dürfte sich habet um die Frage der Sanktionen im Falle eines Angriff skrieges bzw. der praktischen Durchführung eines Schiedsspruchs handeln. In unterrichteten Kreisen bemerft man dah Herriots Rede nicht im Gegensatz zur Rede Macdonalds stehen sondern ihre notwendige Ergänzung sein werde. Heber die Auffassung in französischen Kreisen zu der von Macdonald aufgeworfenen Frage des Eintritts von Deutschland in den Völkerbund verlautet, daß dis französische Delegation mit dem Grundsatz, daß der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund wünschenswert ist, sich einverstanden erklären werde, aber die Erklärung Macdonalds nicht doh n auslegt, dah der Dolterbund irgendwie Deutschland zum Eintritt auffordert ober ihm ein bevorzugtes Aufnahmeverfahren zuzubilligen ist. Der Eirttritt Deutschlands müsse sich auf Grund eines Au f nahmegef uches gemäß Art. 1 des Vollerbunds pattes vollziehen, in dem ©arantie über die Innehaltung der übernommenen internationalen Verpflichttr-gen gefordert wird. Genau wie bei anderen bisher eingetretenen Staaten müßte erst durch die Militär- tornnriffion festgestellt werden, ob Deutschland die durch den Vertrag geforderte Abrüstung vollzogen habe. Daß eine derartige Prozedur innerhalb der drei Wochen, wovon Macdonald sprach, b. h. also in dieser Völlerbundstagung oorge- nommen werben tonne, sei wenig wahrscheinlich qu. September Steuerfälligkeiten im io. im 76 yeil UVV ^U4UIUUUllVXL4.eyi.D LUIVUVI her. Die vierte macht die Sondermahnahmen rückgängig, die von der Kommission betreffs I jf! in zum An die £ °«106 unverzüglich in Kraft tritt, stellt die Freiheit des Automobilverkehrs wieder m a ch u n g und gründen machung einen „Verein Machen." Gießener Wochenmarktpreife am 4. September. (Händlerpreise.) Es kosteten das Pfund: Butter 210, Matte 35, Käse 40 bis 60, Wirsing 15, Weihkraut 15, Rotkraut 20, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10 bis 20, Römischkohl 8, Dohnen 20, älnter-Kohlrabi 8, Tomaten 25 bis 30, Zwiebeln 15, Meerrettich 100, Kürbis 8, Pilze 20, Kartoffeln 5, Falläpfel 5, Aepfel 12 bis 15, Dirnen 15, Preiselbeeren 80, Brombeeren 50, Zwetschen 20, Mirabellen 25, Reineklauden 30, Honig 30, Suppenhühner 90; das Stück: Eier 15, Blumenkohl 150 bis 200, Salat 5, Salatgurten 10 bis 50, Einmachgurken 4, Endivien 10 bis 30, Ober-Kohlrabi 10, Lauch 10, Sellerie 40 bis 50, junge Hahnen 100 Pf. Die Kämpfe in China. R e u h o r k. 4. Sept. (Wolff.) Aus Shanghai wird gemeldet, dah eine regelrechte Schlacht zwischen den Streitkräften Tschekiangs und K i a n g s u s am gestrigen Vormittag etwa 12 Meilen von Shanghai entfernt an der Eisenbahnlinie Shanghai—Ra nking begonnen hat. Sie Schlacht hat mit dem Angriff auf die auf 10 000 Mann geschätzten Truppen Kiangsus angefangen, die, nachdem sie Decstärkungen erhalten hätten, in der Richtung auf Ronkrng weit vorgedrungen seien. es macht wieder zuviel Rauch. ’-Ziun rann ne endlich die Erbsensuppe machen. Sie macht tüchtig Fett daran. Rachmittags muh sie Pflaumen einmachen. Inzwischen aber macht es sich bemerkbar, dah das Jüngste etwas in die Windeln gemacht hat. Run muh sie erst das Kind zurechtmachen. Dann muh sie aufpassen, dah die älteren ihre Schularbeiten machen. Sie haben auch wieder allzuviel Fehler gemacht und müssen alles noch einmal machen. Ich will nur darauf aufmerksam machen, was so eine Denk- und Sprachfaulheit alles anrichten kann. Wenn ich jetzt nicht Schluß m a ch e, macht der Herr Redakteur auch nicht mehr mit. I- An langen unsere Großn der SHtssayrtpatente für den Ayem- verkehr erlassen worden waren. Die fünfte hebt verschiedene Deröffentlichungen bezüglich des Umlaufes von Rotgeld in den besetzten Gebieten auf. Rückkehr des Oberpräsidenten Fuchs. Koblenz, 4. Sept. (WTD.) Der Oberpräsident der Rheinprovinz Dr. Fuchs, ist hierher zurückgekehrt, um seine Dienstgeschäfte wieder aufzunehmen. Er wurde von dem Oberkommissar Tirard zu einer Besprechung gebeten. ' Alsfi tztadtvero ktadtv. Fmu geführt unb i weibliche ' mmt eingrzvg Stadt nahrzu! zent davon si Aus aller Wett. Der Zeppelin fahrbereit. Der gestrige Probelauf der Motoren des für Amerika bestimmten Zeppelinkreuzers hat ergeben, daß sämtliche Maschinen störungslos arbeiten. Die große Fernfahrt des Luftschiffes nach Norddeutschland wird voraussichtlich am Montag angetreten werden. Beraubung einer Bahnkafse. In der Rächt von Mittwoch auf Donnerstag drangen nach Abfahrt des letzten Personenzuges drei Männer in das Stationszimmer Wansleben ein, bedrohten den diensttuenden Beamten und raubten den Inhalt der Fahrkart enkasse. Zweihundert Goldmark fielen den Räubern in die Hände. Sie drohten den Beamten, ihn zu erschießen, falls er innerhalb der nächsten zehn Minuten seinen Posten verlassen würde. Die Ermittlungsversuche blieben ergebnislos. Am Donnerstag früh fand man einen schwervercoundeten Monn, der angab, dah er von drei bewaffneten Männern überfallen und ausgeraubt worden sei. Man nimmt jedoch an, dah es einer der Räuber ist, der beim Streit umdie Deute verwundet würde. Banderolendiebstuhl. Schwelm, 4. Sept. (WTD.) Auf dem Zollamte in der Dahnhossttahr haben Einbrecher für 104000 Goldmark Ziga rettenbande- r o l e n gestohlen. Don den Tätern fehlt bisher jede Spur. Man nimmt an, dah es sich um eine Bande handelt, die im ßaufe des Iahres bereits in anderen Städten ähnliche Diebstähle ausgeführt hat. «Fried Hess. M“ 6 «teilt wird Friedber, b ach Mchai die technisch Städte durch meinsamem schrift heißt teiligung de dem EaÄvei ist nicht ati tende Werk versehen, ist Leistungsfäh Zügigkeit del schon der ili bargemci Abnehmer a des älmsatzes. 1 Woche Schonfrist. — Einkommensteuer - Vorauszahlung 1924 von Gewerbe und Bergbau auf Grund des August-älmsatzes. 1 Woche Schonfrist. — Körperschafts st euer- Dorauszahlung 1924 wie bisher. 1 Woche Schonfrist. 15. September: Lohnsteuer (1. September-Dekade). Keine Schonfrist. 25. September: L o h n st e u e r (2. September-Dekade). Keine Schonfrist. Landessteuern. 10. September: Vorauszahlung für staatliche Gewerbe st euer: 60 Prozent der Einkommen- bzw. Körperschaftssteuervorauszahlung (Schonfrist 7 Tage). — Vorauszahlung für städtische Gewerbe st euer : 70 Prozent der Vorauszahlungen für st a a t l. Gewerbesteuer (Schonfrist 7 Tage).—V orauszahlung für vorläufige Gewerbe st euer für Kreis: i/8 des staatlichen Steuersatzes (Schonfrist 7 Tage). — Vorauszahlung f ü r vorläufige Gewerbesteuer f ü r Provinz: Vic des staatlichen Steuersatzes (Schonfrist 7 Tage). Besonders bemerkt sei, dah im Monat September weder staatliche Grund-, noch staatliche Sondersteuer zu leisten ist. Kleine politische Nachrichten. Der Chef der Marineleitung, Admiral Behncke beabsichtigt Mitte September anschließend an die Herbstmanöver der Seestreitkräfte von feineijt Posten zurückzutreten. Zu seinem Rachfolger ist der bisherige Oberbefehlshaber der Seestreitkräfte Vizeadmiral Zenker bestimmt. * Der völkische Abg. Din ter hatte auf dem nationalsozialistischen Parteitag in Weimar die Mitgliederder Reichsregierung beschimpft und zu Gewalttaten gegen sie aufgefordert hat. Dem „B. T." zufolge hat die Reichsregierung die Prüfung des Materials abgeschlossen und die Akten dem Oberreichsanwalt übersandt. * Im Haag begannen Verhandlungen über die Flüssigmachung eines holländischen Lebensmittelkredites. Aus Stadt und Land. Gießen, den 5. Sept. 1924. Ich mache nicht mehr mit. Wo ich gehe und stehe, bei der Arbeit, im geselligen Kreise der Freurche, im trauten Glück der Häuslichkeit, bis in die wohlverdienten Träume des wohlverdienten Schlafes hinein verfolgt es mich, dieses „Mädchen für alles" in unserer schönen, klangvollen, reichen Sprache, dieses Verlegenheitswort — eigentlich ja Tätigkeitswort — „machen". Da ist nichts zu machen, und da kann man auch nichts gegen machen; oder macht mir jemand einen Vorschlag, wie man es machen könnte? Hört, wie es meinem Freunde, einem vielbeschäftigten^ Arzt, geht. Er will eine Serienreife machen. Vorher hat er aber noch viel Krankenbesuche zu machen. In aller Herrgottsfrühe macht er sich schon aus dem Bette, da macht die Klingel im Wartezimmer schon Lärm, die Patienten machen sich herbei. Sie machen lange Gesichter, wenn sie warten müssen. Der Arzt macht sich aber nichts daraus. Er macht rechtzeitig Schluh, um sich bald auf den Weg machen zu können. Auf der nassen Straße macht er sich aber die Schuhe schmutzig, darum macht er lange Schritte, älnterwegs sieht er die Leute auf den Feldern Kartoffeln a u s - machen. Sein Konkurrent, der „Raturheilkun- dige" Christian Vellchenblatt, macht sich aus dem Staube, weil er fürchtet, mit dem Staatsanwalt Bekanntschaft zu machen, wenn der Arzt eine Anzeige macht. Der macht aber kein Aufsehens davon, sondern macht, daß er nach Hause kommt. Dort macht er sein Mittagsschläfchen, macht sich dann mit den Postsachen zu schassen, macht sich Rotizen über die Praris. Es macht ihm Freude, daran zu denken, dah er heute abend noch einen gemütlichen Skat machen kann. Wie selten kommt es vor, dah er einen geruhsamen Spaziergang mit seiner Frau machen kann. Sie macht morgens gar nicht voran, wenn sie sich die Haare macht. Dann macht sie die Betten, macht das Zimmer in Ordnung, macht die Kinder für die Schule fertig, und dann macht sie schnell, dah sie das Mittagessen fertig mache. Da ist wieder einmal kein Holz klein gemacht, und sie kann 1 kein 5euer an machen. Endlich brennt es, aber spd. Fra Schlag 12 M die feit fafi zü festen unb i Mymm Schra kmtrviüerk fyai unb Mfthrn Auf den Gre Griesheim, hv Pahkrmtrvllc i auÄveife mehr wenige Winut Minuten. Aon Mittwochabend sich nach ihrer iß frei, noch t Taunus darf u Es genügt der jede deutsche < frühen Morge ungemein i Mittag nahez, Eem strömten Personen in d wandte unb sx nvisivn findet noch eine I®1 sind gem ae auf bfe A ten' um dann Su werden. K 01(01 eine nicht „ Hanau teoft6a6l, Wilhelm Ku: rannt. ( sanden anderer Übergeben wo. £nlSe rtzö Hoffentlich verfolgt dieses „m a ch e n" nun auch andere Leute, dann bin ich den Plagegeist vielleicht los. Sie können sich dann an mich heranmachen, dann treffen wir eine Ab -- gehöriger Auf- Schuh gegen das Lieber die Ernennung Gilberts zum ständigen Generalagenten erklärte Poung folgendes: Mit großer Befriedigung habe ich aus den Zeitungen die Wahl Gilberts zum ständigen Generalagenten erfahren. Wir könnten in den Vereinigten Staaten keinen besseren Mann finden, um diese schwere lastenreiche Aufgabe zu übernehmen. Seine Erfahrung, die Lin- Parteilichkeit seines Llrteils, sein klarer Sinn und sein ferner selbstloser Geist bürgen für die erfolgreiche Durchführung seines 2untes. Welkere Verkehrserleichterungen. Koblenz, 5. Sept. (Havas.) Im Einklang mit dem Schluhprotokoll der Londoner Konferenz und als Folge der ersten von der „Repko" gemachten Feststellung hat die Interalliierte Rheinlandkvmmiffion unter dem Vorsitz des französischen Oberkommissars T i - rard die foforttge Veröffentlichung von fünf Ordonnanzen beschlossen. Die erste verordnet die Aufhebung der Zollerhebung an der Ostgrenze der besetzten Gebiete vom 9. September ab. Die zweite stellt unverzüglich die Freiheit des Personenverkehrs zwischen dem besetzten und unbesetzten Gebiete wieder her. Die dritte, die ebenfalls das r m e t Ernbur Do uV-cha Zu diesem ^rt Ä'cU ZiMrangelege btn Landen- 0slM> Woche mederg slandenen ' Es wurde &1 schaden fei', genannte Aars zogen worden- " We rgibthilfsbedürftigenMit- bürgern Speisefreiplätze? Vom Arbeitsausschuß der Winternothilfe wird uns geschrieben: Nachdem die hiesige Volksküche geschlossen ist, würde es lebhaft zu begrüßen sein, wenn sich Familien bereit erklärten, an gewissen Tagen der Woche bedürftige Erwachsene oder Kinder mit in Kost zu nehmen. So vielfach verschlägt es in einer Haushaltung nichts, ob noch ein oder zwei Personen mehr am Essen teilneh- men. In der letzten Sitzung des Arbeitsausschusses der Winternothilfe wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, dah es gelingen möge, für den Ausfall der Volksküche hierdurch einen gewissen Ersatz zu schaffen. Die Winternothilfe, deren Geschäfte beim Wohlfahrtsamt, Gartenstraße 2, Obergeschoß, Zimmer Rr. 14, geführt werden, ist zur Verrnitt-- lung gern Bereit und würde Anmeldungen von Speisefreiplähen dankbar entgegennehmen. ** Der Männert urnverein wird das Ehrenmal für seine im Weltkriege gefallenen 48 Mitglieder am kommenden Sonntag, vormittags UV- Ahr, in feierlicher Weise enthüllen. Das Denkmal ist auf dem neuen Turn- und Spielplatz des Vereins am Schiffenberger Weg (am Klingelbach) errichtet worden. Mit dem Verein haben in hochherziger Weise hiesige Firmen und Privatpersonen opferfreudig dazu beigetragen, den gefallenen Helden ein würdiges Zeichen treuen und dankbaren Gedenkens zu schaffen. Das Ehrenmal soll aber nicht nur ein Ausdruck der nie verlöschenden Dankbarkeit gegenüber den teuren Toten sein, sondern es soll auch allezeit ernst mahnend zu den Herzen der Turner, insbesondere der Heranwachsenden Mannschaft sprechen, eö in opferbereiter Hingabe für das Vaterland immer denen gleich zu tun, die im Ringen für das Leben unseres Volkes „im Geistö Iahns treu bis zum Tod" waren. Von diesem Gedanken geleitet, hat der Verein das Denkmal gerade auf den Turnplatz gestellt, damit es dort mit seiner stummen und doch so beredten Sprache immer aufs neue den Helden- gefft verkünden soll, der besonders auch in der Turnerschaft einen fruchtbaren Boden für alle, Zeiten besitzen wird. Gärtnerische Anlagen sind in bester Weise um das Denkmal herum angelegt worden und versprechen für die Zukunft, wenn die angepflanzten Bäume kräftig emporgewachsen sein werden, einen würdigen Heldenhain. ** Eine Steuer - Protest Versammlung wird von drei großen Gießener WirtschastSverbänden im Anzeigenteil unseres heuttgen Blattes auf kommenden Sonntag- nacymittag in die Turnhalle am Oswaldsgar- ten einberufen. Man darf wohl als sicher annehmen, daß die Kundgebung in den weitesten Kreisen der Bürgerschaft großes Interesse finden wird Personalien. Ernannt wurden der emeritierte ordentliche Professor Dr Karl Kalbfleisch zu Gießen mit Wirkung vom 1. Oktober 1924 an zum ordentlichen Professor der klassischen Philologie an der Landesuniversität Gießen: der Lehrer Ludwig Mar steiler zu Watzenborn- Steinberg zum Lehrer an der Volksschule zu Wahlen, Kreis Alsfeld; der Lehrer Philipp Walther zu Fiischborn, Kreis Lauterbach. zum Lehrer an der Volksschule zu Villingen. Kreis Gießen; der Lehrer Otto Decker zu Villingen, Kreis Gießen, zum Lehrer an der Volksschule zu Oberau, Kreis Düdingen; der Lehrer Georg Walldorf zu Villingen, Kreis Gießen, zum Lehrer an der Volksschule zu Frischborn, Kreis Lauterbach; der Lehrer Wilhelm Volz zu Oberau, Kreis Büdingen, zum Leheer an der Volksschule zu Villingen, Kreis Gießen. RDV. Die steuerliche Belastung des Logierbetriebes. Richt mit Unrecht wird von dem reisenden Publikum über die Höhe der Logierpreise getlagt. Es ist aber ein Trugschluß, dafür die Logierwirte verantwortlich zu' machen und gegen sie den Vorwurf der lieber* teuerung zu erheben. Zum Beweis dafür teilt die „Reichszentrale für Deutsche Derkehrswerbung" eine den „Deutschen Hotelnachrichten" entnommene Logierpreisberechnung für Köln mit. Dar^ nach berechnet sich für ein Rachtlogis zum Preise von 6 Mk. in einem Hause mit 180 Betten und 60 Proz. Durchschnittsbesehung bei einem Anlagekapital von 1 900 000 Mk. die steuerliche Belastung für Rächt und Bett wie folgt: Städt. Herbergssteuer 30 Proz. — 1,80 Mk., staalliche Umsatzsteuer 10 Proz. von 6 unb 1,80 — 0,78 Mk., Einkommensteuer IV, Proz. von 6 Mk. — 0,08 Mark, Steuer vom Grundvermögen 0,21 Mk., Hauszinssteuer 0,46 Mk., Gewerbesteuer 0,10 Mk. Vermögenssteuer 0,31 Mk.; das sind zusammen 3,75 Mk. oder 48 Proz. Steuern für ein Bett und eine Rächt, die Gast unb Wirt auf eine Brutto- Logisrechnung von 7 80 Mk. zahlen. Weiterer Kommentar zur Aufklärung überflüssig. •* Flaschen, die Gift enthalten, können äußerlich nicht scharf genug gekennzeichnet werden. Wie die vielen Unglücksfälle infolge verwechselter oder unachtsam gehandhabter Giftflaschen beweisen, genügt das bekannte Etikett mit dem Totenkopf und den drei Kreuzen nicht, vor dem Inhalt der Flasche zurückzuschrecken. In denDereinigten Staaten hat man sich nun die Ausgabe gestellt, Behälter zu schaffen, die auf den ersten Blick ihre außergewöhnliche Bestimmung verraten und selbst im Dunkeln einen Mißgriff ausschließen. Die eine Flasche zeigt die gewöhnliche Form, ist aber ringsherum mit Stacheln und Knoten besetzt, so dah nur ein vorsichtiger Gebrauch und Anfassen möglich ist; ein rasches, gedankenloses Zugreifen würde sich schmerzhaft rächen. Eine zweite Flasche besitzt bei viereckiger, flacher Gestaltung einen seitwärts angebrachten, quer’ umbogenen Hals. Eine dritte tragt sogar zwei — verschieden lange — Hälse auf dem hohen Körper und die vierte endlich verzichtet vollständig auf die landläufige Flaschenfigur. Sie tritt als eine Art Gehäuse auf, das auf dem Kopf steht. Der Hals ist nur ganz kurz und erhält drei Stützen, so daß die oben eirunde Form eigentlich auf vier Füßen ruht. Es wird also nicht nur das Auge in den Wachtdienst gestellt, sondern auch der Tastsinn. Beiden vereint gelingt es schließlich, die Gefahren beim Umgehen mit flüssigen Giften herabzumindern, wenn nicht vollständig zu beseitigen. Bornotizen. — Lageskalender für Freitag. Gabelsb. Stenogr.-Ver. v. 1861 und Damenverein: 8V- Ahr im Kaufm. Vereinshaus Vereinsabend. — Hessische BUderbühne: Bergsportfilm „Der Berg des Schicksals". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Ich hatt' einen Kameraden". — Astoria-Lichtspiele: „Die Geschichte des Grauen Hauses" und „Die Vergeltung". — Rundfunkhaus, Löberstraße: Vortrag, dann Heiterer Abend. Landkreis Gießen, £ Wieseck, 5. Sept. Arn Dienstagabend machte die Gendarmerie in Gemeinschaft mit dem hiesigen Ortsdiener einen guten Fang, indem sie allem Anscheine nach einen „schweren" Iungenfe st nahmen. Gegen 11 älhr beobachteten Strahenpassanten einen jungen, gut angezogenen Menschen, wie er die gerade leere Wwisst ube des Gastwirts Wilhelm Dorfeld filig betrat, direkt auf die Kaffe zu ging, unb nach einem kühnen Griff in dieselbe, der, wie sich nachher herausstellte, mager ausgefallen war, das Weite suchen wollte. Rach der einstweiligen Festnahme wurde er von der inzwischen herbeigerufenen Gendarmerie und dem Ortsbiener einer näheren Betrachtung unterzogen, wobei sich herausstellte, daß er im Besitz einer Damenuhr unb eines Dolches war. Inzwischen ist fest- gestellt worden, dah der Inhaftierte, der aus Deckenbach stammt, die Damenuhr in Heuchelheim gestohlen hat. Weiter konnte ihm nachgewiesen werden, daß er am Montag in Gießen ein Fahrrad stahl und es in Wieseck für 10 Mark verkaufte, „weil er zwei habe". Zum Schluh steht er in dringendem Verdacht, sich auf allen Gebieten des Stehlens versucht zu haben. Denn bereits am Samstagmorgen gegen 4 älhr versuchte er einen Einbruchsdieb st a h l in einem Hause der Gießener Strahe, wo er von dem Hund und den Bewohnern verscheucht unb nun als der Täter wiedererkannt wurde. U Annerod, 4. Sept. Am nächsten Sonw tag, nachm. Vk älhr, ist in der geräumigen unb stimmungsvollen Kirche unserer Gemeinde das Gu sta v - Advlf- Fest des Gießener Zweigvereins. Die Festpredigt hält Pfarr- Assistent Lic. Euler von Bad Rauheim, den Rechenschaftsbericht gibt Pfarrer Becker von Gießen. Der neugeschaffene Pvsaunenchvr von Grohen-Buseck und der Schülerchor der 1. Schulklasse wirken mit. Gegen 4 älhr Beginnt im Saale von Gastwirt Engelhardt die Rachver- sammlung, in der Pfarrer Kalb Henn von Großcn-Buseck sprechen wird, der früher von Lampertheim aus in der evangelischen Gemeinde Viernheim tätig war. • Saubringen, 4. Sept. Am nächsten Sonntag nachmittag 3 älhr findet hier im Gasthaus von Ludwig Weimer ein V or trag der Landwirtschaftskammer über das Thema „Vermehrte Obsterzeugung durch sorgfältigste Sortenwahl unb sachgemäße Pflege der Bäume" statt. Vortragender ist Obstbauminspeltor Wiesner von Gießen. t Treis a. d. Lda., 3. Sevt. Der hiesige Männergefangverein„Liederkraii x“, Die Räumungssrage. Stresemanns außenpolitische Absichten (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 5. Sept. (Drahtmeldung.) Reichs- auhenminister Dr. Etresemann wird seinen Ar- laub aus die Zeit von 14 Tagen beschränken und dann nach Berlin zurückkehren, weil er der Meinung ist, dah die außenpolitischen Fragen seine längere Abwesenheit von Berlin nicht dulden. Dr. Etresemann nimmt an, dah nach der Beendigung seines Urlaubes die Koblenzer Verhandlungen der Reichsregierung und der deutschen Länder mit der Rheinlandkommission soweit vorgeschritten, wenn auch vielleicht nicht völlig abgeschlossen sein werden, dah ein Ueberblick über die erreichten Ergebnisse möglich ist. Don der Entwicklung dieser Verhandlungen werden die weiteren außenpolitischen Schritte der Reichsreglerung sehr wesentlich abhängen. Dr. Etresemann will sein gegebenes Versprechen, daß die Londoner Vereinbarungen nicht das Ende, sondern nur den Anfang einer aktiven Außenpolitik zur Befreiung der besetzten Gebiete darstellten, durchaus einlösen, und würde für den Fall, daß in Koblenz befriedigende Ergebnisse nicht erzielt würden, persönlich eingrer- f e n, um bei den beteiligten Regierungen im Sinne der deutschen Forderungen vorstellig zu werden. Ebenso dürfte sich nach Ablauf dieser Zett Herausstellen, ob die französische Regierung loyal den Sinn und Wortlaut ihrer Zusage in bezug auf die wirtschaftliche und militärische Räumung der Dortmunder Zone erfüllt hat. Dr. Etresemann hat, wie aus unterrichteten politischen Kreisen mitgeteilt wird, keinen Zweifel daran gelassen, dah er in jedem Fall, wo eine Verletzung dieser Zusagen vor. liegen würde, sofort die nachdrücklich st en Vorstellungen erheben würde. Er hält es jedoch nicht für angezeigt, bereits vorher auf das deutschnationale Drängen nach einem Abbruch der Verhandlungen einzugehen und sich dahin zu äußern, als seien die jetzt bekanntgegebenen Termine eine Verletzung der Vereinbarungen. Man rechnet in politischen Kreisen damit, dah bei Beginn der neuen Reichstagstagung eine Erklärung der Reichsregierung im Plenum über die schiebenden außenpolitischen Fragen erfolgen wird. Rötigenfalls soll bei besonderer Dringlichkeit der Auswärttge Ausschuß des Reichstages bereits früher einberufen werden. Owen Poung in Berlin. Die Ingangsetzung des Dawesplans. — Pünktlich- । leit auf Gegenseitigkeit. Berlin, 4. Sept. (WB.) Der amerikanisch: Agent für die Reparationen, Owen V»ung, ist heute abend gegen 6y2 Uhr mit den Herren Gu11, Mac F a d h e a n unb Rufus Dawes in dem Pariser Schnellzug auf dem Bahnhof Friedrichstraße eingetroffen. Im Auftrage des Reichsfinanzministers hatte sich Oberregierungsrat Dr. Meyer zum Empfang eingefunden; ferner war. u. a. der amerikanische Geschäftsträger Rvbbins erschienen. Rach seiner Ankunft im Hotel „Adlon" empfing Owen Boung die Vertreter der Presse zu einer kurzen Besprechung und gab ihnen folgende Erklärung ab: Es muß in der ganzen Welt, besonders in Deutschland, ein Gefühl der Erleichterung und Befriedigung auslösen, zu wissen, daß jetzt in Berlin einlätende Schritte unternommen werden, um das Londoner Abkommen über den Dawesplan in Wirksamkeit zm sehen. Ganz abgesehen von den Verdiensten •D&er Mängel des Planes selbst, über die zu sprechen man anderen überlassen muß, kann man sa- gpr, dah er bereits nicht nur die Grundlagen eines älebereinkommens zwischen den alliierten Regierungen, sondern auch eine Verständigung zwischen ihnen und Deutschland ermöglicht hat, eine wirkliche Verständigung vonGleichberech- tigten nach ausführlicher Aussprache und wich- ttgen Konzessionen. Ob Ker Plan so gut ist, wie seine begeisterten Befürworter glauben, oder so schlecht, wie seine schlimmsten Feinde sagen, ist nicht annähernd so wichtig wie die Frage, ob alle interessierten Länder gewillt sind, ihn in Wirksamkeit zu setzen. Wenn sie das sind, so wird der schlechteste Plan Erfolg Baben, wenn nicht, so wird der beste Plan fehlschlagen. Deutschland hat, ich freue mich, das sagen zu können, den erst en S chritt mit der Zahlung von 20 Millionen Goldmark an den Generalagenten getan. Das geschah mit einer Pünktlichkeit, die ein gutes Beispiel bildet. Ich bin sicher, die nächsten Schritte werden von den Alliierten mit der gleichen Pünktlichkeit ausgeführt. Richt der Plan, sondern der hinter ihm stehende Geist bezeichnet die erste Wendung zu einer Bessern Methode nach dem langen traurigen Weg, den Reichssteuern. September: äl m s a h st e u e r für August (Zahlung und Voranmeldung nur von Betrieben mit im Iahre 1922 mehr als l1/2 Millionen Mark älmsatz). Steuersatz 2V2 v- H- 6ur inner der Vertu ng von Qdrer ®t>erle- auch in diesem Sommer wieder der chiedene Preise, -um Teil in starken Kvnkurronzen mit Stadlvev- einen, errungen hat, kcrnm im nächsten 3ahre auf sein 5 Oi ät>rigeg Bestehen zurückblicken Auf Beschlust der gestrigen Hauptversammlung soll daS Jubiläum durch die Abhaltung eine» Sängerwettstreites am 27 3uni nächsten Jahres gefeiert werden. t ® rün b e rg, 4. Sept. Vorgestern fand im hiesigen Rathaus eine Versammlung des Bauernbundes statt. ES wurde beschlossen, gemeinschaftlich Saatfrucht zu bestellen. Die Anschaffung eines Trieur (Fruchtreinigungsmaschine) wurde in Aussicht genommen. Zu diesem Zweck soll wegen des Preises mit verschiedenen Firmen in Verbindung getreten werden, und sobald die Preise günstig sind, will man der Anschaffung nähertreten. Landwirt 3. Sehrt hat sich bereit erklärt, die Maschine unterzusteUen. Der gemeinschaftliche Bezug von Kleesamen soll bis zu einem günstigeren Zeitpunkt zurückgestellt werden. Am Schlust der Versammlung gab Rechtskonsulent 3 öckel - Grünberg einige Aufklärungen über Steuerangelegenheiten. — Gestern besichtigte eine Kommission, bestehend aus einem Vertreter der Norddeutschen HagelverficheimngSgesellschaft und den Landwirten Schutt- Lauter und 3 u n g - Ostheim, als Taxatoren, die durch das vor einer Woche niebergegangene Hagelwetter ent- st änderten Schäden in unserer Gemarkung. ES wurde bis zu 5 5 P rozen t Hagelschaden feslgestellt. Am stärksten ist das sogenannte Reustädter Feld in Mitleidenschaft gezogen worden. Kreis Friedberg. 'Friedberg, 3. Sept. Wie dem „Ober- hess. Anz." von gut unterrichteter Seite mitgeteilt wird, find < zwischen den Städten Friedberg, Dad-Rauheim und Butzbach Verhandlungen im Gange, die bezwecken, die technisch unzureichenden Gaswerke dieser Städte durch ein G r u p p e n g a S w e r k in gemeinsamem Eigentum zu ersetzen. 3n der Zuschrift heißt es am Schluß u. a.: „Eine Beteiligung der Me guin »Werke, die zudem Gaswerksanlagen als Spezialität bauen, ist nicht ausgeschlossen. Wird das zu errichtende Werk mit den modernsten Einrichtungen versehen, ist höchstmöglichste Rentabllität und Leistungsfähigkeit gesichert. Für die Großzügigkeit des geplanten Unternehmens spricht schon der Amstand, daß sich evtl, die Rach- bargemeinden der genannten Städte als Abnehmer anschliehen werden." Kreis Alsfeld. • Alsfeld, 3. Sept. 3n der gestrigen Stadtvervrdneten-Sitzung wurde die Stadtv. Frau Marie Weitzel in ihr Amt ein- geführt und verpflichtet. Damit ist das erste weibliche Mitglied in unser Stadtparla- ment eingezvgen. — Gegenwärtig sind in unserer Stadt nah Hu 5 0 Dv 11 e r we rb slv s e (90 Prozent davon sind verheiratet) vorhanden. Hefscn-Rafsau. fpd. Frankfurt a. M., 4. Sept. Mit dem- Schlag 12 11 br in der vergangenen Rächt fielen die fett fast zwei Jahren zwischen dem unbesetzten und dem besetzten Gebiet gezogenen Schranken vielerlei Art. Kein Soldat kontrollierte heute früh mehr die Pässe, die Autos und Radfahrer konnten ungehindert passieren. Auf den Grenzstationen der Eisenbahnen. in Griesheim, Höchst und in Goldstein findet keine Pastkontrolle und feine Revision der Personalausweise mehr statt. Die Züge halten nur noch wenige Minuten, statt der bisherigen 15 bis 20 Minuten. Vom Feldberg zogen sich bereits am Mittwochabend die Soldaten zurück und begaben sich nach ihrer Garnison Königstein. Der Feldberg ist frei, noch mehr, der bisher besetzte Teil des Taunus darf unbehindert wieder betreten werden. ES genügt der einfache Personalausweis, wie ihn jede deutsche Polizeibehörde auSstellt. Schon am frühen Morgen setzte an den Grenzstationen ein ungemein st arker Verkehr ein, der gegen Mittag nahezu gewaltige Formen annahm. Dor allem strömten aus dem unbesetzten Gebiet viele Personen in die nahen Grenzvrse, um hier Verwandte und Bekannte aukusuchen. Rur die Zollrevision findet noch statt, doch ist ihre Aufhebung nur noch eine Frage weniger Tage. An den Grenzen sind gewaltige Warenvorräte aufgestapell, die auf die Riederlegung der Zollschranken märten, um dann ihrem DestinrnrungSort zugeführt zu werden. Für manche Warengattung erwartet man eine nicht unerhebliche Senkung der Preise. Hanau, 4. Sept. (WTB.) Der am hiesigen Ostbahnhvf angestellte Eisenbahnwärter Wilhelm Kunze ist mit 2300 Mk. durchgebrannt. Es handelt sich nicht um Dienstgelder, sondern um eine Summe, die ihm von einem anderen Beamten zur Aufbewahrung übergeben worden war. Die Mitzernte in Hessen. Dom Landwirtschastsamt Lich erhalten wir heute einen neuen Bericht über den dortigen ErnteauSfall. 3n dieser Schilderung werden die am Mittwoch abgsbruef- ten Mitteilungen dieses Amtes auf Grand neuester anhellvoller Wettereinwiriungen in einschneidendster Weise richtigge stellt. Die Zuschrift lautet: Der Artikel in der Mittwvchnmnmer des „(Siebener Anzeiger" muh in der Landwirt» schall berechtigten Widerspruch Hervorrufen, da er inhaltlich den j etzigen Verhältnissen nicht mehr entspricht. Dnt Bericht wurde derenS am 26. August versaht. 3n der kurzen Zeitspanne bis zu seiner Veröffentlichung haben sich die Verhältnisse entschetdend geändert, so dah wir heute vor einem gän z- lich neuen Bild stehen. Die angeführten Druschergebnisse waren die ersten innerhalb des Bezirkes Lich und liehen auf eine gute Ernte schliehen, kötmen aber jetzt unter keinen Umständen mehr Anspruch aus Gültigkeit erheben. Meine schon damals geäußerten Befürchtungen find überraschend schnell zur Tatsache geworden. Gerade in diesen 8 Tagen sind auch die letzten berechtigten Hoffnungen zerstört worden. Konnte man damals nur prozentuale Schädigungen feststellen, so muh man heute stellenweise von gänzlicher Vernichtung sprechen. Am stärksten hat ohne Zweifel das Sommergetreide gelitten. Soweit es auf dem Boden liegen geblieben ist ist fast überall Fäulnis eingetreten, so dah sich vielfach ein Einfahren überhaupt nicht mehr lohnt. Alles, was auf Haufen sitzt, ist bei der Gerste in Keimung übergegangen, bei Hafer etwas weniger, je nach der Lage deS betreffenden Feldes. Soweit der Wind die Haufen nicht bestreichen konnte, sind auch diese in Fäulnis -übeggegangen. Bei Winte rg etreide stellt sich die Lage nicht viel besser, da hier allein bis 30 Prvz. und mehr ausgewiittert ist. Der Roggen konnte nur teilweise rechtzeitig eingebracht werden. Sonst aber hat auch bei ihm, wie bei dem Weizen, die Keimung begonnen. Bei den Kartoffeln hat die Fäule der Knollen in den letzten Tagen erhebliche Fortschritte gemacht. Die Krautfäule hat sich überall verbreitet und unterbindet das Wachstum, was den Ertrag erheblich schädigen wird. Die Wiesen der Wetter- und Horloffniederung stehen seit dem letzten Regenwetter größtenteils unter Wasser, so dah auch die Grummeternte aufs schwerste bedroht ist. Es ist eine undankbare Aufgabe, Angaben über den voraussichtlichen Ernteertrag zu machen; da unter den diesjährigen Witterungsvrrhält- nissen feststehende Tatsachen von heute in wenigen Tagen keine Gültigkeit mehr haben. Eins aber ist sicher, dah die hessische Landwirtschaft nur mit ernstester Sorge in die Zukunft schauen kann. Zwar lieft und hort man diesen Ausdruck in jeglichem Zusammenhang so oft, dah die wenigsten sich seiner vollen Bedeutung bewuht fmo. Die Rottage der Landwtrt- schast betrifft aber nicht nur den Bauer selbst, sondern zieht unfer ganzes Wirtschaftsleben und damit i eben einzelnen tn Mitleidenschaft. Hilfe tut not! Sie hat zu geschehen nicht nur durch Steuersttndang, sondern durch einen weitgeh enden Steuererlab, und es braucht Wohl kaum betont zu werden, dah eine Vorauszahlung auf die Umsatzsteuer ein Unbtng geworden ist. Dr. Günther. Vom Landwirtschaftsamt Lauterbach. Durch die dauernden ungünstigen Witterurtgs- verhältnisse wurde die Getreideernte des Kreises Lauterbach sehr stark verzögert. Da, bedingt durch die Höhenlage, wir schön sehr spät ernten, so steht die diesjährige Frucht fast noch vollständig drauhen. 3a sogar der Weizen und etwa ein Drittel bis ein Viertel der Gerste und des Hafers sind überhaupt noch nicht geschnitten. Der Roggen, der seit 3 Wochen auf Hchrfen sitzt, ist vollständig ausgewachsen. Rur in den wenigen Gemeinden des Switzerlandes ist derselbe größtenteils etngefobren, da hier der Sandboden und die tiefere Lage die Ernte gegenüber dem höheren Vogelsberg früher eintreten lasten. Da aber durch die starken Auswinterungsschäden schon die Hälfte der im Herbst 1923 mit Brotgetreide ausgestellten Fläche in diesem Frühjahr mit Sommerung bestellt werden muhte, sind durch die oben geschilderten Verhältnisse die Landwirte der ganzen Drotfrucht beraubt. Selbst wenn in den nächsten Tagen besseres Wetter ein treten sollte, so ist dieses Getreide doch nicht als Saatgut, der geringen Keimfähigkeit halber, zu verwenden, so dah Saatgut für diesen Herbst restlos bezogen werden muh. Auch ein grober Teil der im Bezirk nur wenig angetauten örDien fangt an auszuwacvien 2ne Kartoffeln sind von verschiedenen Pllzkrank- hellen (Kvauttäule, Sä^oarzbeinigkeit, Dlatt- dräune) befallen, so dah das Kraut abgestorben ist. Der Ertrag wird dadurch stark vermindert. Etwa ein Mertel des Bestandes ist von diesen Krankheiten befallen. Auch die Haltbarkeit und die Qualität der Änollcn wird durch den hohen Wassergehalt ungünftig beeinflußt werden. Die Rüben bleiben im Wachstum stecken. Dr. Lh. Große Strafkammer. * Gießen, 2. Sept. Der Holzhändler Aug. K. in Schl, hatte im Februar d. 3. in seiner Wohnung heftig mit seiner Frau gelärmt. Die Frau war in die Wohnung von Rachbant geflüchtet. Ein Menschenauflauf war auf der Straße entstanden. K. wollte nun, nachdem sich die Leute wieder verlaufen hatten, in das Rachbarhaus, um festzustellen, ob seine Frau sich dort aufhielt. Er ging eine steinerne Außentreppe hinauf. Oben auf der Plattform traten ihm die beiden Angeklagten Maurer Georg Heinrich Sch. und Arbeiter Georg Sch. entgegen, packten den K. und warfen ihn kurzerhand über daS Geländer hinunter tn den Hof. Dabei zersplitterte K.'s Unterschenkel, der nach einigen Tagen amputiert werden mußte. K. lag zunächst vor Schmerzen laut schreiend im vereisten Hof. Die beiden Angeklagten kamen herunter, versetzten ihm einige Ohrfeigen, um ihn zur Ruhe zu bringen und schleiften ihn, trotz seines 3ammerns, über die Straße in den Hausflur der K.'schen Wohnung, wo sie den Hilflosen bei 10 Grad Kälte etwa zwei Stunden liegen ließen. Das Schöffengericht hatte den Georg Heinr. Sch. wegen schwerer Körperverletzung, die den Verlust eines wichtigen Gliedes zur Folge hatte (§ 224 St. G. D.) zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Der andere Angeklagte Georg Sch. war in erster 3nstanz freigesprochen worden, weil man die Art seiner Beteiligung nicht für genügend geklärt hielt. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft wurde das freisprechende Urteil aufgehoben. Auch Georg Sch. wurde verurteilt und zwar zu 3 Monaten Gefängnis. Straferschwerend kamen bei Georg Heinr. Sch. dessen Vorstrafen wegen Körperverletzung, und bei beiden Angeklagten die außerordentliche Roheit ihres Vorgehens in Betracht. Schöffengericht. * Gieß en, 3. Sept. Der Schriftsteller Helmut Reuendorff aus Belzig hatte im 3ahre 1912 die Dürerschu le Hochwaldhauf en gegründet. Formell war seine Frau, eint geprüfte Lehrerin, die Leiterin der Schule: tatsächllch war Reuendorff, der zwar Philosophie studiert, aber kein Examen gemacht hatte, der Leiter. 3n der Schule, mit der em 3n tern at verbunden war, wurden junge Leute beiderlei Geschlechts unterrichtet. 3m Herbst 1920 tauchten in der älmgegenb von Hochwaldhaus en Gerüchte auf, daß Reuendorff zu einigen feiner Schülerinnen in unerlaubten Beziehungen stehe: man sprach von feinem „H a^r e m". Die Behörden erfuhren erst hiervon, als eine seiner Schülerinnen Selbstmord verübte und es im Anschluß daran zu einer Palastrevolution kam. Ein Strafverfahren wurde eingeleitet. R. war flüchtig, und es gelang erst nach Jahren, seinen Aufenthalt festzustellen. Er wurde in A r- gentinien verhaftet und dann auSgelie- fer t. Heute wurde gegen ihn wegen Sittlichkeitsverbrechens unter Ausschluß der Oesfentlichkert verhandelt. Rach umfangreicher Beweisaufnahme verurteilte das Gericht Reuendorff zu 6 3ahren Zuchthaus, abzüglich 1 3ahr älntersuchungs- haft, und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf 6 3ahre. Es hielt für nachgewiesen, dah er drei seiner minderjährt gen Schülerinnen zum intimen Verkehr systematisch verführt und diesen bann jahrelang mit ihnen gepflogen habe. Turnen, Sport und Spiel. Turnerbund Lahn-Dünsberg. Die andauernden Riederschläge der letzten Zeit und der fast ununterbrochen niederströmende Regen am Sonntag vermochten es nicht, die Turner des Lahn-Dünsberg-Turnerbun- d e s vom diesjährigen B e r g f e st , Has im Walde bei Albach (Kreis Gießen) stattfand, zurückzuhalten. Ungefähr 200 Wetturner traten zum Vierkampf im Stabhochsprung, Weitsprung, Hürdenlauf und Dreisprung an. Der Turnverein A l b a ch hatte das Fest gut vorbereitet. Es konnten dadurch, trotz der ungünstigen Witterung, die Hebungen gut durchgeführt und gute Leistungen erzielt werden. Die Leitung lag in den Händen des bewährten Bundesturnwarts Schmidt (Launsbach). Ein von dem Bunde neu geschaffener Wanderpreis, eine schöne Standarte, wurde in einer 4mal 100-Meter°Pendelstafette zum ersten Male ausgetragen. Sieger blieb der Turnverein Ruttershausen mit 49?/s Sekunden, zweiter war Turnverein Launsbach mit 502/& Sekunden. 'AIS ErgevntS Der Wertungen, vte m W- DünSberg-Turnerbundc nach den Deftllmnungen der Deutschen Turnerschaft erfolgen — diesmal mit Wertung von äleberpunkten — lärmen folgende Turner als die ersten Sieger bezeichnet werden . Altersstufe über 30 3a&re: 1. Sieg mit 69 Punkten Kari Kissel, WaldgirmeS. 2 mtt 68 P. Ludwig Halselbach. Robhemt und Wilh Schienbein, Hausen. 3. mit 63 P Will) Euler, Watzenborn 4. mit 61 P. Emil Michel, Erda. 5. mit 44 P. Wilh. Decker. Waldgirmes. Oberstufe (18 bis 30 3ahre): Ehren- preis mit 78 Punkten Wilh. Hofmann, Alten- Dufeck. 1. Sieg mit 78 P Georg Kaletfch Ruttershausen. 2. mit 75 P Ludwig Olemotz, Kesselbach. 3- mit 71 P. Paul Zöller, Hausen. 4. mit 70 P. Otto Sauer, Ruttershausen. 5. mit 69 P. Karl Henß, Großen-Duseck. 6. mit 66 P. Wilh. Heinb<Ä. Kesselbach 7. mit 64 P Wich. Zipfe, Watzenborn. 8. mtt 63 P Karl Buchner, Hausen 9. mtt 62 P. Wilh Pfeiffer, Großen-Duseck. 10. mit 61 P. August Schön, Ruttershausen, und Karl Rühl, Großen-Duseck. Mittelstufe (16—18 3ahre): 1. Sieg mit 91 Punkten: Reinhard Schieferstein, Launsbach. 2. mit 85 P. Karl Bechtold, Launsbach. 3. mit 80 Punften Fritz Geier, Ahbach. 4. mit 78 P. Kari Wehrum, Alliach. 5. mit 76 P. August Becker, Wicseck. 6. mit 72 P. Karl Pfeiffer, Großen-Bu- seck. 7. mit 71 P. Heinrich Henkel und Karl Reh. Bieber. 8. mit 69 P. Heinrich Hilberg, Albach. 9. mit 67 P. Otto Rickolei, Großen-Buseck unk Heinrich Habermehl, Leihgestern. 10. mit 65 P. Heinrich Klingelhöfer, Oppenrod. Unterstufe (unter 16 3ahren): 1. Sieg mit 92 Punkten: Friedrich Peppler, Dorlar. 2. mit 88 P. Rudolf Buß, Großen-Buseck. 3. mit 86 P. Horst Adler, Großen-Duseck. 4. mit 81 P. Heinrich Rühl, Großen-Duseck. 5. mit 78 P. Wich. Schneider, Großen-Duseck. 6. mit 75 P. Wich. Sarnes, Watzenborn. 7. mit 73 P. Karl Dort, Großen-Duseck. 8. mit 70 P. Karl Drück, Kinzenbach. 9. mit 69 P. Emil Decker, Ruttershausen. 10. mit 66 Punkten Ludwig Schornber, Reiskirchen. Y. Regatta in Gießen. Mitte September findet die 4. Herbstregatta des Lahn-Regatta-Verban- des in Gießen statt. Regattaplah: Bootshaus des Vereins Rudersport. Alle Lahnvereine mit 56 Booten und 280 Ruderern haben gemeldet, eine überaus große Zahl gegenüber der vorjährigen Regatta. Kunst und Wiffenschaft. Eine Karl-Haider-GedächtniSauSstellung in Mannheim. Die städtische Kun st Halle Mannheim (Leitung Dr. G. F. Harilaub) veranstaltet vom 21. September vis Anfang Rovember eine Ausstellung von Gemälden und Zeichnungen Karl Haiders (1846 bis 1912). Zum erstenmal ist hier aus Museums- und Privatbesih ein Hauptteil des Lebenswerks dieses bayerischen Malers, Gefährten von Leibi, Böcklin und Thoma, zusammengebracht, der auch innerhalb der impressionistischen Hochflut seinen eigenen Weg als Fortseher deutsche-romantischer Kunstüberlieferung gegangen ist. Es werden über 40 Gemälde aus allen Schaffens Perioden des Meisters, außerdem eine gröbere Ai^ahl repräsentativer Zeichnungen vorgeführi. Ein illustrierter Katalog enthält u. a. einen Aufsatz mtt Erinnerungen des Sohnes Ernst Haider. Buntes Allerlei. Das Adreßbuch auf dem Kleid. Die Mode von heute macht alles gleichförmig. Die Aristokratin trägt ein Kleid und Kostüm von demselben Schnitt wie ihr Dienstmädchen, und an der Toilette kann man den Stand der Trägerin nicht mehr erkennen. Run will sich aber jede Frau von der anderen unterscheiden, Und sie ist dabei auf einen höchst einfachen Einfall gekommen. Tausende von Damen tragen jetzt ihre 3nitialen auf die Taschen ihrer Bluse aufgestickt. Sollte sich diese Mode einbürgem, so würde sie die weitesten Möglichkeiten eröffnen. Die Dame konnte dann eine Art „Adreßbuch" auf ihrem Kleid tragen und würde damit der Herrenwelt sehr viel Kopfzerbrechen und so manche Enttäuschungen ersparen. Welche Erleichterung wäre es z. B. für den a»i der 3agd nach der reichen Erbin begriffenen 3unggefel[en, wenn Witwen ihr Bankguthaben in einer netten runden Zahl auf den Handschuhen tragen würden. Ein Blick auf die Toilette der Dame würde genügen, um sich über alles zu informieren. Der Kenner braucht nur auf die Bluse zu sehen, um den Ramen der jungen Dame zu erfahren — sie farm ja auch bald Straße und Hausnummer anbringen: er schielt nach ihren Füßen, wo er sofort erfährt, daß sie 21 Lenze zählt oder es wenigstens behauptet: die Hieroglyphen des Handschuhs verkünden ihm, daß sie ein Vermögen von mehreren hunderttausend Goldmark ihr Eigen nennt, und die Stickerei auf der Schulter enthält ihre Telephonnummer. Todesanzeige. Am Donnerstag vormittag 8 Uhr entschlief nach längerem Leiden meine liebe, unvergeßliche Gattin, unsere gute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwägerin Fn Marie Mariae laderibal geb. Miller im 76. Lebensjahr. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Heinrich Inderthal I. Annerod, den 5. September 1924. Die Beerdigung findet Sonntag, den 7. September, 023106 mittags 1 Uhr statt. Bäcker-, Metzgerwagen gebr., zu verkaufen. O. Faber, Fahr- zeugbau,Müblstr.22. 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Marodeur.................Franz Stephans Amtsdieher....................Fritz Ruß Schuster Faber................Paul Rehkopf Studenten, Bürger, französische Soldaten, Lützowsche Jäger usw. Die Außenaufnahmen für den 1. Akt sind in Heidelberg, für die anderen Akte in Dinkelsbühl in Bayern gemacht. Lieder und Gesänge aus jener großen Zeit umrahmen die Handlung und werden von nur erstklassigen Oosangskräften vorgetragen. Großes verstärktes Orchester. Wochentags 2 Aufführungen 4 Uhr und 8.15 Uhr Sonntags 3 Uhr ------ 5 Uhr ------- 8.15 Uhr Jugendliche haben Zutritt vor 6 Uhr abends zu ermäßigten Preisen. Börmer splieo grobe Auswahlin all. Dreit.u. Must.mi28,26,18,16,14,12, IU^ WM« schw.Baumwolle,100cm lang, f K 12 Paar I [eniscti nationale Volkspartei. Der Deutsche Iu- gendbund Bismarck u.dieDeutsch- nationale Studentengruppe haben unsere Mitglieder zu der am Samstag, dem 6.9.» 8Uhr abends, auf der Liebigshöhe statt- findenden Bannerweihe herzlichst eingeladen. Wir bitten, dieser Einladung zahlreich Folge zu leisten. Semmel bund, Doppelsohle, Hochferse Paar ImeWWse verstärkte Spitze und Ferse, mod.Farb.z.Aussuchen.Paar ImeWWle schwarz und farbig, verstärkte Spitze und Ferse. . . Paar MinWt schwarz und grau, verstärkte Spitze und Ferse . . Paar grammgestaltung im RonM 8.30 ühr: Heiterer Abend 9.80 Uhr: Presseberichte 10 Uhr: Tanzmusik SM« la Gummi und Leder, Paar Kunstseidene JomWlWosm inmodernenFarbenm.kleincn O k Fehlern........Paar sLßFH Astoria - Lichtspiele, Seltersweg Heute bis elnschL Sonntag: Die Geschichte des Grauen Hauses Kriminaldrama in 5 Akten. In der Geschichte des Grauen Hauses erzählt der alte Zuchthausgeistliche seinem Amtsbruder, der sein Nachfolger wird, einige merkwürdige Fälle aus seiner langen Erfahrung, Fälle, die Kunde geben von den Verirrungen der menschlichen Seele und welche dartun, welch unglückselige Verkettungen oft zu schweren Verbrechen führen. Aus seinenTagebuchaufzeichnungen erzählt der alte Geistliche die Geschichte des Barok Johnson, des Mörders ans Leidenschaft. Hauptrollen: Albert SteinrUck, Hanni Welse. — Ferner; Die Vergeltung Die Tragödie eines guten Menschen. 6 Akte. — In den Hauptrollen: Otto Gebühr, Charles Willy Kayser, Maja Sandra, Lia Eibensehats. Anfang 4 Uhr, 6 Uhr, 8.15 Uhr. Sonntags Anfang 3 Uhr. 6832c Samt für Kleider! die große Mode zu denkbar günstigsten Preisen MlllttWeMn Samstag, 13. Sept-, abends 8*/2 Ubr: Monatsversammlung im Vereiuslokal. Vereinsabzeichen undHafsia-Kalender sind eingetroffen und b.d.KameradenUerv- hardt, Betz u. Schweizer zu haben. Samstag. 6.Sevt., nachm. 3“ Uhr Abfahrt z. Reaimems- fest d.Feld.Art.-R.61 Darmstadt. 6838v Der Borstand. I Union W SMSlllg I Kneipe. Wen Sonnenfttdge 20 SonneoMt 9 We Wenmnrll 683311 Heute abend 8 Uhr: Htas, Nehme noch einige Mädchen an. Zu erfr. in d. Geschäftsst. d. Gietz. Anz. [023026 ITurnhalle am Oswaldsgarten I Samstag, 6. September, abends 8 Uhr Großes Vergnügen mit Tanz Allerlei Ueberraschungen, wie Schießbuden, Verlosungen usw. Grotzes Musik-Orchester Persönliche Bedienung des Jazz-Band durch Herrn Willy Seitz. 023116 Freunde und Gönner sind herzlich willkommen. M SeiWWWMM des S.I.S. 3h Amerika vorausdezahlie ÜberMtten (fogenannle $rq>aih=spafiageit) werden kostenlos durch uns bearbeitet. Geben Sie uns die Adreste von 03er- wandten oder Bekannten auf, die Ihnen die Kosten für die überfahrt zur Der« fügung stellen wollen, wir besorgen Ihnen dann kostenlos die Schiffskarte Vertretung deS Norddeutschen Llohd Bremen In Giehen: Theodor Loos, Kirchenplatz 13 Vom Morgen bisMiffemachf Liefet die FABIAN Ziganetfe demRau- chevdurch. ihre erie- fenenMifchungen einen fbrfdauernden. Cjenuss.denadurch fein anderes (qenuss- 1 ~ (jnifielenekhenkaim.- WM weiß, creme.....Paar Lichtspielhaus, Bahnhofstraße 34 Heute Premiere Das schönste und erhebendste Singspiel der Gegenwart Ich halt’ einen Kameraden 5 Akte aus der Zeit der Befreiungskriege Personen- Verzeichnis Hierdurch beehre ich mich dem geehrten Publikum von Gießen und Umgegend ergebenst bekanntzugeben, daß ich nunmehr nach erfolgter Renovierung meiner Geschäftslokalitäten Seltersweg 31 ein großzügiges Schuhgeschäft eröffnet habe. Ich führe alle Arten Schuhwaren vom einfachen Arbeits- bis zum elegantesten Straßen- und Gesellschaftsschuh in unerreicht großer Auswahl und hervorragendster Qualitätsbeschaffenheit Bis zur Fertigstellung meiner Schaufensterausstattung bitte ich ergebenst, die Besichtigung meiner Waren ohne jeden Kaufzwang im Laden vorzunehmen. Suche für die Kreise Giehen, Alsfeld und Scholten je einen IMW mittler. Bet zufriedenstellenden Leistungen wird Monatsgehalt und Provision vergütet. Auch intelligente Arbeitslose können Berücksichtigung finden. Schriftliche Angebote mit Beifügung des Rückportos unter 6839D an den Gieh. Anzeiger erbeten. | Vereine | Gesangverein Heiterkeit. Zur Neier des 46. Stiftungsfestes Kommers im Vereinslokal Samötag,6.Sept., abends 8 Uhr. Rege Beteiligung erwünscht. 023105 Der Vorstand. undDamenabteilung(E.V.) Samstag, 6. Sept., Stadt Lich: Beteinsdöenö. Beginn des Nede- schriftkurses Miti- woch, den 10. Sept., v. 7—8, anschliehend Praktiker v. 8-9 U. GIMWnger Samstag, 6. Sevt., abends 8'/« Ubr: Monatsversammlung i. Htrtol Köhler. Ruder-Mud hassialyobe.v. Samstag.« Sevt., abends 8 Uhr: Mitgliederversammlung im Bootsbaus. Erschein, unbed. erf. a: Efl CD —1 tn Nr. 209 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vderheffen) Zrettag, d. Septemder 1924 iedes COeilfrö imb jcbeä einzeln stehenden Haases. Mutter ausgehändigt, indem sie mir mitteilte ich ,eoe» .uro^i» u j_______ »o rm .. < , w^ri fm Xz>r Anhn piiwS rmmshntzn Mamies in Daris. darf wieder anzulassen. Ich habe den Eindruck, daß der Gedanke, SegelflugzeugemitHilssmotorinder breiten. Kommt es nun zur Auslieferung des Schutz oder, wenn Tillessen noch ergriffen wird, beider Attentäter? Die beiden Mörder haben, wenn man sie als politische Verbrecher betrachtet, ein Afhlrecht nach den in der ganzen Welt, auch in Ungarn, bestehenden Auslieferungsgesehen. Die Erzbergec-Mörder werden aber eines gemei- nenVerbrechens beschuldigt, das nur in gewisser Verbindung zu politischen Beweggründen Den längsten Vornamen der Welt hat wohl einer der pietistischen Offiziere Cromwells, Dare- bone geführt denn der Vorname dieses Mannes lautet m deutscher älebersehung: „Wenn Christus nicht gestorben wär, wärest du verdammtI Gegenüber diesen auffallend langen Harnen wirken die kurzen geographischen und Personennamen um so drastischer. Beim Maire von Gagnh im französischen Departement Seine-et°Qise erschien im Jahre 1890 ein Kaufmann, und meldete die Geburt eines Sohnes an. .Wie heißt die Mutter?' fragte der Maire. - .Rose D" antwortete der Kaufmann. - „D?" sorgte. der Maire. .Wie schreiben Sie den Hamen? MU 6. ey, ay, ar, oder aie?“ - Mit „D" allein." erwiderte der Kauf- mann und konnte den Maire erst durch Vor- Weisung der Papiere davon überzeugen, dah y?r Familienname seiner Frau tatsächlich nur mit einem Buchstaben geschrieben wurde. Dxe kürzeren geographischen Hamen bestehen ebenfalls nur aus einem Buchstaben. Das holländische V aA geographischer Begriff ist ja bekannt. B herht auch ein Dors im französischen Departement Somme, ebenso eine chinesische Stadt. A ist der Harne einer französischen Stadt und eines kleinen Dörfchens in Frankreich, eine ganze Hmestsch- Provinz begnügt sich mit dem Hamen 11. Glücklich aber der. welcher überhaupt einen Hamen besitzt, selbst wenn er nur aus einem Dachstaben besteht. Zu einem französischen Hechtsanwalt kam in den achtziger Iahren ein Mann und bat flehentlich, ihm zu Helsen. .Was fehlt Ihnen?" fiagte der Anwalt. .Ein Hamel Ich habe kernen Hamen. Ich habe meine Mutter früh verloren, und ebenso glaubte ich, dah mein Vater tot fei OfTä ich großjährig wurde, erhielt ich von meinem Reichstag und Londoner Abkommen. (gine Unterredung mit (Hcheimrat Kahl Einer der Führer der Heichstagsfraktivn ter Deutschen VvlkSpartei Geheim rat Professor Dr. Kohl gewährte unserem Berliner Vertreter eine Unterredung, in der er seine Ansicht über das Londoner Abkommen und seine Annahme durch den Heichstag in freimütiger Weise zum Ausdruck brachte. Hachdem sich die hochgehenden Wogen der Erregung über die folgenschweren Entscheidungen zu beruhigen beginnen u.id man an- fängt, nüchterner und sachlicher darüber zu denken, bedient das Urteil dieses ehrwürdigen ^j)grla- Meutariers und angesehenen Berliner Hochschullehrers besondere Beachtung Geheimrat Kahl ertlärte, cS bleibe bestehen, das) die aller- schwersten Bedenken gegen die Londoner Abmachungen geltend zu machen seien Im gegenwärtigen Augenblick und für dir alernächste Zukunft würden die Lasten, die dem deutschen Volke auf erlegt würden, noch nicht ’o stark fühlbar werden Wenn aber die Beschlüsse und Vereinbarungen erst einmal anfingen, ihre volle Wirkung auszuüben, dann würden die Lasten von einer Schwere sein, von der man sich zur Zeit noch keime rechte Vorstellung mache Trotzdem sei es eine vaterländisch unbedingt gebotene Pflicht gewesen, das Londoner Abkommen an- zunehmen; denn die Lasten, die dem deutschen Volke erwachsen wären, falls die Annahme des Sachverständigengutachtens gescheitert tpäre, würben noch unglei ch höher und drückender gewesen sein. Insbesondere sei jeder wahrhaft vaterländisch Denkende unteren Brüdern und Schwestern an Hhrin und Huhr gegenüber zur Annahme verpflichtet gewesen, und gegenüber bic* ser Pflicht hatten selbst ganz schwer Bedenken zurücktreten müssen. Außerdem würde sich bei Hichtannahme das Verhältnis Deutschlands zu allen europäischen jtulturftaarten und zu Amerika tn einer Weise verschlechtert haben, welche die Aussichten aus eine endliche Wiederherstellung friedlicher Bestehungen und ruhiger Verhältnisse vollständig vernichtet Hütte. Wir müssen daher an dem Glauben festhalten, den Heichsaustenminister Dr Stresemann in fetter letzten Heichs tags rede so sehr nachdrücklich zum Ausdruck gebracht habe, dah tie Londoner Konferenz nicht der Abschluh, sondern eben nur der Anfang einer Entwicklung sei, und dah unter dem Gewicht der weltgeschichtlichen Tatsachen in der praktischen Ausführung vieles hoffentlich leichter und erträglicher gestaltet werden Lonne, als eS gegenwärtig nach dem geschriebenen Buchstaben erscheine. , J Um auch den Deutschnationalen die Möglichkeit zu bieten, an diesen grvhen Zielen verantwortlich mitzuarbeiten, sei die Deutsche Volks Partei nach wie vor bereit, in eine Umbildung des Heichskabinetts zu willigen. Wie sich dies im einzelnen ausprägen werde, lasse sich zur Zeit noch nicht übersehen. Zu bei vor der Entscheidung viel erörterten Frage einer Heichstagsauflösung äußerte sich der erfahrene und in feinem Urteil abgeklärte Parlamentarier dahin, dah er a n s i ch eine Auslösung des Heichstages, der mtt seinem Ansehen und seiner Würde geradezu Schind luder gespielt habe, mit Freuden begrübt haben würde, um dem deutschen Volke Gelegenheit zu geben, sich neue und würdige Vertreter zu wählen. Er habe sich oft des Eindrucks nicht erwehren können, dast eine Heihe von Mitgliedern des Hau les nicht in den Heichstag gehöre. In welchem Zusammenhang Geheimrat Kahl im übrigen von dem Heichstag als einem .Irrenhaus" sprach, das zu sagen, verbietet die Höflichkeit. Auch für die Zukunft halte er ein ruhiges und gedeihliches Arbeiten des Heichstages nur für möglich, wenn alle Parteien zu den alten üblichen parlamentarischen Formen zurückkchrten und der Wille zur Verständigung und Zusammenarbeit dir Oberhand gewinne. Vereinfachung und Verbilligung der Staatsverwaltungen. Von Pvstrat C. De l iu s -Berlin. Der seit Iahren erhobene Huf nach Verbilligung und Vereinfachung in den staatlichen Verwaltungen, der dann durch die Holen der Heparationskommission stark unterstützt wurde, ist schließlich nicht unbeachtet geblieben. Seit reichlich einem Iahre hat man bei allen Verwaltungen mehr oder weniger die erforderlichen Maßnah- men eingeleitet und teilweise zur Durchführung gebracht. Ietzt ist ein gewisser Abschluß erzielt sei der Sohn eines vornehmen Mannes in Paris, dessen Hamen ich auch führte. Ich soll mich bei diesem CQlann, mit dem meine Mutter heimlich verheiratet gewesen sei, nach meiner Großjährig- feit melden, um Anspruch auf das Vermögen zr erheben. Als ich mich bei meinem angeblichen Vater meldete, wurde ich hart angelassen und schliehlich hinausgeworfen. Der Mann hat einen Prozeß, gegen mich angestrengt, den er gewonnen hat und durch den ich meinen Hamen verloren habe. Ich darf den Hamen, den ich bisher führte, auf den alle meine Ausweispapiere lauten, nicht weiter benutzen. Den Mädchennamen meiner früh verstorbenen Mutter kenne ich nicht. Ich bin Kellner farm aber keine Stellung bekommen, noeil ich keine gültigen Ausweis Papiere habe." Auch der Hechtsanwatt wußte nicht, wie er dem namenlosen Manne helfen sollte. Schließlich gab er ihm den Hat, in dem nächsten größeren Geschäft eine Spiegelscheibe einzuschlagen Man würde ihn wegen Sachbeschädigung verhaften und ihm den Pr^eß machen: da man aber gegen einen namenlosen Menschen nicht prozessieren könne toürbe aus diese Weise die Behörde gezwungen werden, dem Unglücklichen einen anderen Hamen zu geben. Das Kurioseste, was uns im praktischmi Leben bei Hamen immer wieder auf- ftößt ist das zufällige Zusammentressen von Hamen. Thüringische Blätter berichteten vor ewigen Iahren, daß in einem Dors des Merseburger Kreises der Pfarrer Petersilie, der erste Lehrer Zwiebel und der laxite Lehrer Knoblauch heiße. Das Dors wurde deshalb in der Hachbar- schaft mit dem Beinamen „Zu den drei Suppen- fräutern“ belegt. Generalfeldmarschall Gras von Blumenthal kam seinerzeit als Armee Inspektor nach Württemberg und besichtigte das Tübinger Namen. „David Kaphokohoakiniokewenoah ist zum Post- meister von Hawaii ernannt worden," so meldeten vor einer Heihe von Iahren die Zeitungen, und manchen Leser Überlies ein Gruseln, wenn er diesen Hamen gedruckt vor sich sah. In Wirklichkeit war das aber doch ein sehr harmloser Harne. Er zählte nur 23 Buchstaben und wir infolgedessen noch nicht halb so lang wie der längste Harne der Wett, der allerdings keine Person sondern ein Dvrf bezeichnet. Llanfair- pwllgwyngollgogerychwyrndrobwll - Liandisiliogo- gogoch Das Dorf, das dielen Hamen fuhrt liegt inber englischen Vrovmz Wales und her Han« bedeutet- ..Die Kirche der Heiligen Mana ui einer Vertiefung der weißen Haselnuß in der Hähe des reißenden Wirbelstroms und des heiligen Disilio in der ‘Habe der roten Höhle." Wie dieser Harne ausgesprochen wird, das wissen die Gotter und die Walliser allein. Für gewöhnlich und besonders im Postveriehr schreibt man von diesem Hamen nur die ersten Silben: Llaafair. Was will Dieses Dors mit dem langen ‘Hamen die Bezeichnung Drttntardhyrickbillichatan besagen. Es ist der Harne eines Dörfchens auf der Insel Mult tn der Landschaft Argtzleshire in Schottland. Die längsten Harnen, besonders von Persone-i, ftnbet man in Spanien, und uralt ist die Anekdote von dem Spanier, der nachts an das -e-or einer Herberge klopft. „Wer ist da?" fragt der Wirt, und der stolze Spanier nennt feinen Hamen, der aus 60 Silben besteht, woraus idm der Wirt erschreckt erwidert: „'Bebaute, für so viel Menschen habe ich keinen Platz!" Der spanische Grande führt in seinem Hamen die genaue Bezeichnung «jcht nur jedes Dorfes, das er besitzt, sondern auch Bataillon. Der Harne Mayer ist in Süddeutsch- land besonders in Württemberg, sehr häufig. Glas' Blumenthal trat vor das erste Glied und fragte den Flügelmann: „Wie heißen SieT Mayer." — „Zweiter Mann, wie heißen 0te™ — „Mayer!" — „Das ist zum Lachen!" sagte Blumenthal. „Vierter Mann, wie heißen Sie?" — Machenmayer. Exzellenz!" — Wohl übertrieben und zum besonderen Zweck zurechtgemacht ist die Anekdote die behauptet, daß im Staat Idaho in Nordamerika vor Gericht ein Fall abgeurteilt wurde bei dem der Angeklagte Hacker hieß. Er war beschuldigt, seine Frau mit der Axt in Stucke gehackt zu haben. Die Gesangenwärter, die den zum Tode Verurteilten bewachten, hießen Lock (Schloß) und Key (Schlüssel), der Sheriff, bex ben Verurteilten henkte, führte den Hamen Cord (ötrid). In England konnte es Vorkommen, daß alle bei einer Geiichtsverhaicklung beteiligten Leute der Hichter, der Schreiber, der Angeklagte, der Äesangenwärter und der Polizeibeamte den Hamen Harrison führen, denn dieser 2lame. ist eben in England sehr häufig, wenn auch nicht so häufig wie die Hamen Smith, Iones, Williams und Taylor. Die skandinavischen Hamen bieten eine ebenfo geringe Abwechslung zwischen Hansen und Petersen und der Verbindung der Hamen Hans und Peters, so dah man sich nicht zu wundern braucht, wenn man in einer tma derselben Gesellschaft Leute findet, die heißen: Hans Petersen. Peter Petersen, Peter Hans Petersen Hans Hansen, Hans Peter Hansen und Peter Hans Hans Petersen. Wir verfugen auch in Deutschland über solche Sainmelnmnen, und im Berliner Einwohnermeldeamt gab es früher ein eigenes „Schulzenzimmer" m dem einzig und allein die Bearbeitung der Vvw-m Schulz Schultz, Schulze und Schultze starttaw. worden. Da kann die Frage aiifgettrorfcn werden, ob die bisher aus diesem Gebieie geleistete Arbeit als zweckmäßig betoachiet werden tarn und ob weitere Maßnahmen erforderlich sind. Daß die ganze Verwaltung zu umständlich arbeitete und infolgedes'en zu viel Kräfte unproduktiv beschäftigte, war eine allgemein bekannte Tatsache. Lind weniger, um zu sparen, als die drückende Bureaukratie von unserem wirtschaftlichen Leben fevizuhatten, forderte man schon vor dem Kriege Heformen. Was bis jetzt geschehen ist, bleibt hinter den Erwartungen zurück. Eilte Unmenge Erbitterung, sozialen Elends und daraus entspringender Staartsf-eindschaft sind erzeugt worden. Das finanzielle Ergebnis ist vielfach sehr mager. Eine zielbewuht durchgeführte Hcfvrm der Verwaltungen hätte ganz von selbst 'jjerfonab' erspamisse in großem 2lusmaß mit sich gebracht. Die erstere Aufgabe wurde nur mangelba-ft in Angriff genommen, nachdem vorher ein v.elfach völlig systemloser und häufig jedes soziale» Empfindens mangelnder Personalabbau stattfand. Dieser scheint wenigstens bei den Heichsverwaltungen im allgemeinen als cckgeschlvssen zu gelten, während Länder und Gemeinden teilweise noch stark dabei sind Das Ergebnis für das Heich soll nicht unterschätzt werden. Hach dem Material, was kürzlich ton der Heichsfinanzverwattung dem Heichstage unterbreitet wurde, find von den 886 702 Beamten und Hngcftcilten, die am 1 Oktober 1923 im Heichsdienst l-echä-t gt waren, bis Ende Marz dieses Iahres 164 724 Personen abgebaut worden. Das entspricht einem Satze von rund 25 Prozent. Dabei ist selbstverständlich ter Abbau bei den Angestellten bedeutend heher als bei den eigentlichen Beamten. Bei diesen beträgt er 16,3, bei jenen 49,7 Prozent. Bon den zum gleichen Zeitpunkt vvrhcridenen 705 512 Arbeitern wurden 232 134, gleich 32,9 Prozent, abgebaut. Die geldlichen Ersparnisse fallen bei solchen Zahlen stark ins Gewicht. Sie betragen für die Beamten 105. für die Angestellten 50 und für die Arbeiter 278 Mill.onen jährlich. Insgesamt sollen 15,3 Proz. aller Persona l Ausgaben er Haart werden. Auf die Unzweckmäßigkeit und älngerech- tigkeit mancher Bestinrmungen der Abbauverordnung und ihrer Durchführung soll in diesem Zusammenhänge nicht eingegangen werden. Fest- zustellen ist aber, daß schon jetzt, namentlich bei den Berkehrsverwal tungen wieder Heueinstcllun- gert erfolgen müssen. Gegenüber dieser- mit viel Schneidigleit und oft brutaler Hücksichtskvsigkeit durchgeführten Ab- bauDerorbmmg, nehmen sich die übrigen Maßnahmen recht dürftig aus. Der große, belebende Zug fehlt. Wohl sind hie und da Vereinfachungen durchgeführt, aber das Liebel an der Wurzel zu packen, dazu fehlte es an Mut. Eine groh- ,-ügige Heform kann letzten Endes nur in dem weiteren Ausbau unseres Heiches zum Einheitsstaat und damit in der Vereinfachung der Gesetzgebung und Verwaltung liegen. Hier hat es aber den Anschein, als wenn nur Hückschrttte eintreten sollen. Bayern fordert seine Verkehrsund Finanzhoheit zurück, lind da der Appetit beim Essen kommt, will man sogar diplomatische Vertretungen einrichten und em eigenes bayrisches Heer aufstellen. Dah ein Volk, was so tief in Schulden steckt, überhaupt solche Ideen behandelt, zeugt, daß es kein Verständnis für die wirtschaftlichen und nationalen Gelange aufbringt. Aber auch in den eigentlichen Heichs- und Landesstellen ist noch viel zu vereinfachen. CS gibt in Heich und Ländern z. D. noch viel zu viel Minr- flerten. Grundsätzlich muß es mit der Politik der Konzessionen den Ländern gegenüber endlich einmal aufhören. Es läßt sich nicht finanziell und wirtschaftlich verantworten, daß beispielsweise aus rein partikularistischen Gründen so und so viele Direktionen von Eisenbahn und Post aufrechterhalten werden, die längst aus ersparnis- und betriebstechnischen Gründen hätten aufgelöst werden müssen Dasselbe ist bei der Finanzverwaltung der Fall. Einige Laichesfinai^ämter und eine große Anzahl Finanzämter könne n^hne weiteres aufgehoben werden. Bei den Staatsverwaltungen liegt es ebenso. Hoch immer ist der Streit nicht entschieden, ob die Oberpräsidien oder die Hegierungen aufgehoben werden sotten. Hier konnte schon längst etwas geschehen. Ebenso können die Organisationen der Iustiz zweckcnt- sp rechend gestattet und die Häufung der Instanzen abgcbaut werden. Eine Ausdehnung der Selbstverwaltung wird die staatlichen Stellen entlasten und auch bei den Gemeinden Ersparnisse zeitigen. Wenn man sich endlich entschlichen könnte, weniger Gesetze zu verabschi den. würden ebenfalls Verbilligungen und Vereinbarungen eintreten. Dor allem aber muh innerhalb der einzelnen Verwaltungen selbst durch eine einfache Gestaltung des Geschäftsganges und der (SinMmmung des Schreibwerkes dem lahmenden Burcaukratismus eiligen. Aus diesen Erwägungen hat man ia in diesem Iahre auch Segelflugzeuge mit Hilfsmotor zugelassen. Dabei mag folgender Gedankengang maßgebend gewesen sein: Mit Motor läßt sich überall starten, unabhängig vom Winde. Einmal in der Luft, und bei günstigem Winde segelt man ohne Motor. Kommt Windstille, hilft der Motor darüber weg. Dah diese Gedanken vorläufig nicht zu verwirklichen sind, hat der Wettbewerb erwiesen. Geflogen sind die Segelflugzeuge mit Leichtmotor. Gesegelt hat kein einziges von ihnen. Selbst wenn sie genau wie ein Segelflugzeug gebaut waren und alle Eigenschaften eines guten Segelflugzeugs besahen, da« Gewicht des eingebauten Motors mit Betriebsstoff läßt sich nicht eliminieren. Dieser Zuwachs an Flächenbelastung verringert die Segelfähigkeit derart, dah kein praftischer Versuch damit gemacht wurde. Dazu die Schwierigkeit, den während der Fahrt abgestellten Motor je nach De- steht. Eine solche 2lu8Lieferung«frage kann nur auf Grund der Gegenseitigkeit gelöst werden. Die ungarische Hcgierung hat im Iahre 1922 bei der deutschen Hcgierung um Auslieferung der Mörder des Grafen Tisza. Chermak und Lckai- Leitner ersucht. Die deutsche Hcgierung weigerte sich, weil die Ermordung des Grafen Tisza in engem Zusammenhang mit dem Dcisuch stand, die bestehende Staatsordnung umzustvßen, weil es sich also um einen rein politischen Mord bandelte. Im Falle der Erzbcrgec-Attentäter hat die ungarische Hcgierung sich bisher der Ansicht der deutschen Hcgierung, daß ein gemeiner Mord im Sinne des Auslielerungsrechts vorliege, nicht angeschlofsen und die Auslieserung von dem gegenseitigen Abkommen abhängig gemacht.~bafl künftig in jedem Falle, also auch im Falle politischer Straftaten, auszu liefern sei. Darauf ging man in Berlin nicht ein. Hierauf schlug Budapest vor, daß „die außerhalb eines offenen Kampfes bewirkte vorsätzliche Tötung unter allen Umständen dem Asylrecht entzogen werden sollte" ... Die Heichsoegierung zögerte bisher, auf diesen Vorschlag einzugehen, well sie bem kommenden deutschen AuslieferuagSgeseh nicht vorgreifen möchte. ('Der Entwurf diese- Gesetzes liegt unseres Wissens noch in Vorbereitung in den Ministerien.) Aber die Auffindung der Erzberger-Mörder macht es notwendig, daß die Entscheidung fällt und ein Abkommen mit bedingungen erfüllt. Große He-totb leistungen sind nach keiner Hichtung hm erzielt worden. Das mag verschiedene Gründe haben. Einmal ist ehre gewisse Stufe der Entwicklung des SegelslugS erreicht worden, über die es vorläufig nicht hlnausgeht. Es hat zu Leibe grgangen werden. Diese Arbeit ist der Sparkommissar mit seinem großen Stabe nicht befriedigend zu leisten hnftanbe Wenn auch zugegeben werden soll, dah vom Sparkommissar manche wertvolle Anregungen gekommen sind, so ist doch jetzt die Frage aufzuwerfen, ob dieser immerhin recht kostspielige Apparat nicht bc.Ib.gft verschwindet. Heformen müssen von den Verwaltungen selbst duvchgeführ! werden. Die Pvst- ixriDaltung ha' hier, unterstützt von ihrem Ber- einsachungsausschuß, anerkennenswerte Leistungen aufzuw.-iseir die selbstverständlich nicht als abgeschlossen betrachtet werden dürfen. Wie in ebem neuzeitlichen Privatbetriebe allen Errungen- chasten t>er Technik ständig Rechnung getragen wird, sv darf auch im öffentlichen 'betrieb; der Wille, zu vervollkommnen, nicht erlahmen Freilich ist dazu ein hochwertiges, zeitgemäß einge- telltes Beamtentum notwendig Bei aller Tüchtigkeit der deutschen Beamtenschaft, fehlt in gewissen leitenden Schichten das Verständnis für die Bedürfnisse der Wirtschaft und das Erkennen der Volksseele, deren Streben nicht nach Autokratie. sondern nach weitestgeheiDer wirtscha-ftlicher und persönlicher Freiheit geht. Hier bleibt ein gut Stück Erziehungsarbeit zu leisten. Die Erzberger-Mörder. Asylrccht ober Ausli-fcruug? . -geW5n- wkd. Man schreibt uns von unterrichteter Seite — ■ aus Kreisen der politischen Polizei: Es ist ein merkwürdiger Zufall, daß an dem Tage, da die •Ollllllf) fäf)rte, nämlich anv* 2^$Huguft, die beiden des Rhön-Wettbewerbs. Schulz and Tillessen hatten sich be- Der Hhon - Segelflug -Wettbe- kannttich nach dem Attentat in München auf- werb 1924 liegt hinter uns. 3m allgemeinen hat gehalten und beqaemten sich schließlich dazu, nach er nicht gehalten, was man sich von chm berät ngarn zu flüchten. Der deutsche Gesandte in sprachen. lv . n-'"' , .t Budapest Graf Welczel bekam Hnfang dieses In erster Linie tragt daran einen großen Teil Jahres Wind von dem Aufenthaltsort der beiden der Schuld das schlechte, ja meist mehr als schlechte und meldete es den deutschen 'Behörden. Sofort Wetter, das fast überall in Deutschland ganz richtete der Oberreichsanwatt auf Grund des außergewöhnlich war und sich auf der 950 Meter bestehenden Haftbefehls an das Berliner Aus- hohen Wasserkuppe erst recht von setner übelsten toärtige Amt das Ersuchen, bei der ungarischen Seite zeigte. Berüchtigt war das Hhonklima schon Polizei die Festnahme der Mörder zu beantragen, immer, dieses Iahr hat es sich selbst übertroffen. Das geschah auf diplomatischem Wege. Aber Aber trotzdem gab es während der vier Wochen nun wurde man in Budapest sehr schweigsam. Tage, an denen das Wetter durchaus annefjm- Monate vergingen. Erst Mitte des Monats bar, mitunter sogar wunderbar schon war, ohne August brachte das von dem ungarischen Ab- daß es in entsprechendem Maße ausgenutzt wor- qeerbneten Karl Hassay herausgegebene radikal- den wäre. Das ist Schuld der 8^ e g er. Von bürgerliche Budapester Blatt die Meldung, daß wenigen rühmlichen Ausnahmen abgesehen hatten die Erzbei-ger-Mörder Schulz und Tillessen sich auf die Fliegergruppen bedeutend mehr Tätigkeit cuttern Gute des rechtsradikalen Abgeord- wickeln können. Zu den fleißigsten gehören, wie neben Iulius Göm b ö s in Hagy Ttteny bei ich bereits mehrfach betonen konnte, unstreitig die Budapest befinden. Die Budapester Polizei s^ll D a r m st ä d t e r. Sie waren wirklich u n e r m u d- dies wohl gewußt haben macht; aber keine An- l i ch. In dieser Fliegergruppe wirkt aber auch emo Halten zur Verhaftung. Ein Ioumalist, der Be- etwa 12jährige Tradition. Immerhin haben ge- richterstatter des obengenannten Blattes, brachte räde unsere Iüngsten noch verhällnismäßig mehr die Sache ins Hollen. Er begab sich nach Hagy geflogen als die großen „Kanonen der letzten Teteny und stellte an Hand alter Photographien Iahre. Man hat sich mitunter nicht ganz des fest daß die beiden Schwaben" (Deutschen) die Eindrucks erwehren können, als ob diese nur dan» «juchten Attentäter sind. starteten, wenn sie einen der ausgeschriebenen Alles wettere ist aus den Telegrammen der Preise so gut wie in der Tasche zu haben alaub- letzten Woche der OeffentlichVeit bekanntgogeben | ten. Dann wurden fo gerade noch die Minoeft- worden. Tillessen, ber sich Schneider nannte, floh, Heinrich Schulz, der den Hamen Heinrich Förster angenommen hätte, wurde von der ungarischen Polizei festgenommen und von den schleunigst nach Budapest entsandten deutschen Kriminalbeamten im Helfern des Budapester Unter* ---—----- , suchunäsrichters entlarvt. Gras Welczek. der Ge- auch nicht den Anschein, als ub in absehbarer sandte verlangt« beim ungarischen Außen- Zett hierin eine Henbemmg zu erwarten wäre. Vor mnriftCT sogleich die Auslieferung des Hch. Schutt allem ist die Gebuiidenheit des Segelflugs an sowie die Inhaftnahme des flüchttgen „Heinrich Stellen mit Aufwind, wie die Wasserkuppe oder Schneider" alias Heinrich Tillessen und begab die Dünen an der Ostsee es sind, vorerst nicht zu sich sodann zur Bericksterstattung an die deutsche beseitigen. Aus diesmi Erwägungen bat man ja Hcgierung (übrigens auch in anderen diplomatt- 1 -- ........* nut AiTfa* sch^n Angelegenheiten) nach Berlin, wo er bereits ein getroffen ist. Der Stellvertreter des Ober- staätsanwatts in Budapest, Polanyi wurde von den Anträgen der deutschen Gesandtschaft verständigt und hat daraufhin^ was für das wettere Verfahren sehr wichttg ist, über Schutt die Aas- lieserungshaft verhängt and die Akten an den zuständigen Senat der Karie (des höchsten Gerichts) abgegeben. Der Senat hat innerhalb sechs Wochen über die Auslleserang zu beschließen und den Beschluß dem Iustizminister zu unter- ün H«Honen Prozent Sntum: bis 40, * Anzeiger".) Ir SPünkQDin9Noin! Geg.Leber-u.Magenleid.,selbst langj. Rlull&Ould । llulll! hilft best.Uarlssvrube! Sirkirchen 14 Banknoten. (Ohne Gewähr.) Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener . * Neue Girobest immungen der Rtzichsbank. Gestern sind folgende Aende- rungen in den Bestimmungen über den Giro- "rerkehr der Reichsbank in Kraft getreten: Alle 4JZ5, Becker-Vtotzl 2,23, Becker-Kkchfe 6^/z. '-Venz 4,75, Alfa 9, Krügershall 11,5, Brown Boveri 1.3, Hansabamk 0,3, Handelsbank 0,095. 3m weiteren Verlauf setzte sich das lebhafte Geschäft am Anleihemarkt fort. Auch für Dividctzdenpa- piere wurde die Stimmung etwas freundlicher, ohne daß sie ttirsrnäßig zum Ausdruck kam. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) Berliner Produktenbörse. Berlin, 4. Sept. Am Getveidemarkt hat sich das Geschäft von neuem beträchtlich ausgedehnt. Der Brtxirf für Futtermittel und Kar- toffelfabritation ist groß. Das Mehlgeschäft blieb lebhaft. Für die Steigerung des Bedarfs war offenbar der Eindruck maßgebend, den die gegenwärtige unbeständige Witterung in der Provinz gemacht hat. Es wurden notiert für je 1000 Kilö: Weizen, märt. 210 bis 215, Roggen, märt. 174 bis 179, Gerste, märt. 209 bis 235, neue 188 bis 197, Hafer, märt. 163 bis 172, Raps 325 big 340, Leinsaat 415 bis 425; für je 100 Kilo: Dtö- toriaerbsen 31 bis 33, kleine Erbsen 21 bis 25, Futtererbsen 17 bis 18, Peluschken 15 bis 16, Ackerbohnen 16 bis 17, Wicken 15 bis 18, Lupinen. blau 11,50 bis 12, gelb 18 bis 20, Sera- della, alt 12 bis 13, Rapskuchen 14 bis 14,20 Leinkuchen 23 bis 24, Trockenschnihel 12,40 bis 12,50, Tvrfrnelasse 8,50, Karwffelflbcken 19 50 bis 20. Berlin, 4. Sept. Das 3ntevesse der Börse am Aktiengeschäft hat auffallend rasch nachgelassen. Die Hoffnungen, die man hinsichtlich der Belebung der Eesamtkonjurcktur an die Annahme des Dawesberichts geknüpft hatte, verwirklichen sich nur schrittweise. Auch die Meldungen aus dem Auslände über die Kveditaussichlen der deutschen Wirtschaft lauten nicht besonders optimistisch. Mair muß offenbar damit rechnen, daß der Crholungsprozeh eine geraume Zeit dauern wird. Die Börse wendet sich deshalb erneut dem inländischen Anleihemarkt zu, da dort anscheinend doch leichtere Gewinne winken. Das Anleihegeschäft stand heute im Zeichen einer außerordentlich stürmischen Hausse. Der Markt bot ein Bild, wie man es seit den Zeiten der 3nflationshausse nicht mehr beobachtet hatte. Die hauptsächlich von der Spekulation bevorzugten Papiere erreichten Reokrdkurse. Schon in der ersten halben Stunde wurden beispielsweise gehandelt Kriegsanleihe 1295, Schutzgebiet 10, 23er Kriegsschätze 1000 Billionen Prozent. 3m Geldverksshr zeigte sich dagegen feine Aenderung. Das Devisengeschäft hat sich anscheinend mit großen Waren'Importen etwas belebt. Am Aktienmarkt standen Petroleum- werte im Vordergrund des 3nfecesses Die u n - notierten Werte lagen völlig still. Das Kirchliche Nachrichten. 3fr. Religionsgemeinde. Gottesd.i. d. Synagoge (Süd-Anl.). Samstag, den 6. Septbr. Borabd. 6.45^ morg. 8.30, abds. 7.05 u. 7.45. 3sr. ReligionSgesevschaft. Sabbatfeier, 6. Sept Freitag abd. 6.30, Samstag Dorrn. 8.00, nachm. 4.30. Sabbatausgang 7.45. — Wochengottesdienst: Morg- 6.15, abds. 6.00. KurSrttveau dürfte im allgemeinen eher sine leicht» Abschwächung erfahren. Die Kursschwanttmgsn waren auf den meisten Märkten nur gering. Märkte. Frankfurter Getreidebörse^ (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 4. Sept. Es wurden notiert: Weizen 23 bis 24, Ro^en, inl. 19„50 bis 20,50,\ Braugerste 23,25 bis 24,25, Hafer, inl. 21 bis 22, Mais, gelb 19,25 bis 19,75, Weizenmehl, inl., Spezial 0 34,75 bis 35,25/ Roggenmehl 28,50 bis 29, Weizenkleie 12 bis 12,25, Roggenkleie 11,75 bis 12. Tendenz: fest. Frankfurter Schlachtviehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger.") Frankfurt a. M., 4. Sept. Auftrieb: 92 Rinder, darunter 50 Ochsen, 1 Dulle, 32 Färsen und Kühe, 9 Fresser, 938 Kälber, 589 Schafe, 881 Schweine. Kälber: 'Feinste Maskkälber 65 bis 70, mittlere Mast- und beste Saugkälber 58 bis 64, geringere Mast- und gute Saugkälber 48 bis 57: Schafe: Masttammer und Masthimmel 41 bis 46, geringere 'Masthännnel und Schafe 34 bis 40, mäßig genährte Hämmel und Schafe (Märzschafe) 20 bis 28; Schweine: Dollfleischige von 80 bis 100 Kilo 72 bis -75<..unter 80 Kilo 60 bis 70, von 100 bis 120 Kilo 72 chis 75, von 120 bis 150 Kilo 72 bis 75, Fettschweine über 150 Kilo 72 bis 75. Marttverlauf: Gedrückter Handel. Bei Schweinen gesuchte Ware auch höher bezahlt. | Giroauftrage -/Dar- und Verrechnungsschecks, ileberwersungen) müssen auf mindestens 1 Mk. lauten, äleberweisungsanträge — im Platz- und auswärtigen Veriehr — bis zu 1000 Mk. müssen ausnahmslos bis 12 Ahr vormittags eingeliefert sein, wenn sie noch am gfeutRm Tage ausgeführt werden sollen. Werden nach 12 Ahr Sammel- überweisungen eingeliefert, bei welchen die durch einen Scheck gedeckten Sammelbogen Beträge unter 1000 Mk. enthalten, so werden sie sämtlich erst am nächsten Tage ausgeführt. Es empfiehlt sich also, die kleineren und größeren Posten stets zu trennen. Beträge über 1000 Mark werden bis 1 Ahr angenommen. Dorausüberweisungen (durch Eilbrief) müssen bis 12V* Ahr vormittags eingeliefert sein. Gebühr 1 Mk., außerdem Porto für den Eilbrief. Samstags und an Tagen vor Feiertagen werden Eilüberweisungen in der Regel nicht angenommen. Der Betrag der Einzelüber- weisung, bis zu welchem die roten Sammelbogen (bzw. für die Rentemnarkabteilung grüne) verwendet werden dürfen, beträgt 40 000 Mk. Für Beträge über 40 000 Mk. müssen gelbe Sammelbogen mit Durchschlag (bzw. für die Reitten- markabteilung grüne) oder rote Einzelbonds benutzt werden. Anträge auf Destättgung von Weißen Schecks werden nur bis 121/» Ahr angenommen und gegen Gebühr von 1 Mk. je Stück ausgeführt. Gebühr für den Widerruf einer Aeberweisung 1 Mk., außerdem werden die etwa entstehenden Porto- unt> Depeschen kosten erhoben. Samstags erfolgt der Schluß der Annahmezetten eine Stunde früher. * Sinnlose Stimmungsmache für Kriegsanleihe. An der Berliner Börse kursierte neuerdings das Gerücht, daß bei der Zeichnung auf die Reparationsanleihe Kriegsanleihe in Zahlung genommen werde. Daß derartige Versionen überhaupt kolportiert werden können, zeigt, zu welcher Verstiegenheit es die Hausse-Ss^kulation in heimischen Anleihen gebracht hat. Ansirm wird eben immer mehr Trumpf. * Konkursein Hessen. Hebet das Vermögen des Kaufmanns Hans Werner in Auerbach wurde das Konkursverfahren eröffnet. Forderungen sind bis zum 27. September beim Amtsgericht in Zwingenberg anzumelden. — Aeber das Vermögen der Bergwerks- und Baubedarfs-Gesellschaft m. b. H. in Gießen wurde das Konkursverfahren eröffnet. Forderkln- gen sind bis zum 19. September beim Amtsgericht in Gießen anzumelden. * Erweiterung der Stinnes- Gruppe. Wie die „Metallbörse" mitteilt, wird die Stinnes-Gruppe die Majorität der Aktien der unter Geschäftsaufsicht stehenden Weil u. Reinhardt Akt.-Ges. in Mannheim erwerben. Die Firma Weil u. Reinhardt Akt.-Ges. nimmt eine führende Stellung auf dem Gebiete des süddeutschen Eisen- und Metallhandels ein. * Die Kündigungen be i den Röchlingwerken. Die Röchlingschen Eisen- und Stahlwerke und das Edelstahlwerk Röchling in Völklingen begründen die Kündigung ihrer Belegschaft zum 15. September damit, daß sie in den vergangenen Monaten mit Verlusten gearbeitet haben, die bis jetzt auf 25 Millionen Franken angewachsen seien. An eine Wiederkehr geregelter Verhältnisse sei erft zu denken, wenn vor allem die Kohlenpreise abgebaut werden und die Leistungen der Arbeiter weiter steigen. Von der Kündigung werden 12 000 Arbeiter betroffen. • Kana da als Konkurrent Deutsch- lands für Maschinenlieferungen. Deutsche Fabriken erhielten kürzlich aus Jugoslawien Aufträge zur Lieferung landwirtschaftlicher Maschinen sowie für Maschinen der Holz- und Papierindustrie. Wie jetzt aus Belgrad gemeldet wird, erhielt 3ugosläwien von kanadischen Fabrikanten Angebote, die angeblich um 30 Prozent niedriger sind als die deutschen. Obgleich durch die Frachtsätze der Anterschied in den Angeboten stark vermindert wird, ist es doch zweifelhaft, ob Deutschland die Aufträge behält. * Polnisches Holz für England. 3m Lause des Monats September beginnen, wie aus Wilna gemeldet wird, die englischen Sägen in dem polnischen Arwald Bialowesch zu arbeiten. Die „Century Trust Cie." beabsichtigt, gemäß des mit der potnischen Regierung geschlossenen Vertrages jährlich eine Million Kubikmeter Holz auszuführen. Die Gesellschaft baut bereits eine Waldbahn und die Dureaugebäude. Anfang Ro- Dember soll der erste HolzttanSport nach England abgehen. Buchcrtisch. - Die Olhmpis chen Spiele 1924 in Wort Bild und Statisttk von Dr. Willy Meisl. Verlag Gerhard Stalling, Abt. Sportverlag. Oldenburg i. O. Preis 2.40 Mk. Das Buch bringt Ziffer. Schilderung und Bild oder, wenn man es anders fassen will, Statisttk, Epik, Lyrik. Das Ergebnis ist das allerfesselndste Sportdokument. Die subjettive Begeisterung des Berichterstatters über die phänomenalen Erlebnisse der „Olympiade" wird objektrv stets wieder aus- balanciert durch die sorgfältige Zahlenstatistik der Leistungen und durch das Bild der photographischen Kamera, so daß in dresem Buche nicht nur ein anregendes Feuilleton, sondern etne ernste Angelegenheit für jeden Sportfreund, ein wahres Sportdokunrent, vorliegt. — Die drei Kuckucks-Ahren. Roman von G. Mühl en-Schulte. Verlag Allste i n - Berlin. 3n Halbleinen geb. 4,50 Gm. Drei Ähren zeigen den mysteriösen Weg zu einer Sammlung wundervoller goldener Kunstschähe. Die erste nennt durch die Zahl ihrer Schläge eine Straße in Reuhork, in der das Haus ftept mit dem Aufbewahrungsort der zweiten. Diese aber weist nach einer dritten hin, und die hmwider rechnet die Schritte vor, die in' einem unterirdischen Gang zu schreiten sind, bis die verborgene Kammer sich öffnet. Die Suche nach dem Schah, dem Erbe eines Sonderlings, ist der Gegenstand von Mühlen-Schultes abenteuerreichem, in England und Amerika spielenden Blufftoman, in dem es eine dämonische Frau gibt, die Tochter eines Bäckermeisters aus Whitechapel, lauernde Giftschlangen und alle Ingredienzien der Kriminalgeschichte, und der doch dabei ein Genuß für den verwöhntesten Kenner ist. Denn diese fabelhaften Dinge trägt Mühlen-Schutte mit einem Geist vor, der an Oscar Wilde erinnert (nicht umsonst beginnt der Roman auf dem Landsitz eines Lords) und an die Komödien von Shaw, und mit einem Witz, der in allen Farben der Regenbogen- skala schillert. Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M, 4. Sept. Tendenz: Anleihen sehr fest, 3ndustriepapiere lustlos und schwächer. — Die Abwanderung aus den Aktienmärkten in den Anleihemarkt, die sich heute fortsehte, bewirkte erneut ein starkes Abbröckeln der Kurse für 3ndustriewerte. Dagegen wendet sich die Börsenspekulation mtt voller Kraft wieder dem Anleihemarkt zu, wo das lebhafte Kurstreiben eine Verstärkung erfahr. Durch den Zulauf, den dieses Gebiet von allen Seiten erhält — fast die Hälfte der gesamten Börsen- besucher beteiligt sich an dem Anleihegeschäft —, nehmen die Amsätze allmählich ungewöhnliche Formen an und die spekulative Bewegung steigert sich Don Tag zu Tag. Einen geringen Kursgewinn erzielten ferner Schutzgebiels- äNleihen, die auf 10.25 Bill. Proz. sprangen. Groß war das Geschäft ferner in hessischen und Württemberg;schen Anleihen, von denen letztere mit 35 Milliarden umgingen. Auch ausländische Renten lagen fest wirb lebhaft. Der Geldmarkt zeigte feine große Aendcrung auf. Monatsgeld hörte man vormittags mit l1/« Pvoz., Tagesgeld mit V* pro Mille. Am Devisenmarkt^ waren auch heute die drei europäischen Valuten wieder gedrückt. An den Aktienmärkten war die Haltung bei lustlosem Geschäft geteilt. Die Abgänge, die auch weiter vorhielten, nahmen heute nicht so starte Formen an, vereinzelt waren auch Kurserholungen za verzeichnen. Der Montamnarkt vertehrte nicht einheitlich; gebessert waren Deutsch-Luremburg plus 3, niedriger waren Buderus minus 0,6, Har- pener min. 3,75, Rhein. Braunkohle min. 1. Kaliwerte setzten die Aufwärtsbewegung fort; Aschersleben min 0,5, Westerregeln min. 1.25. Chemische Werte litten weiter unter Abgabeneigung und tendierten nach unten. Elektrowert: ziemlich gehalten. Bankwerte lagen ruhig: die Kursver- änderungen waren gering. SchissährtseEierr behielten ihre schwache Haltung bei. Die Tendenz der Maschinenaktten war weiter zum Rachgeben geneigt. Qlutoaftien nur gering verändert. Zucker- aCtien nachgebend. Der Kassamarkt der 3ndustriepapiere lag nicht einheitlich, die Rückgänge waren überwiegend. 3m freien Verkehr hielt die schwache Strömung an. Api *) Dom Rückzahlungswert. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In 93ta ■ bös jein- Halt beide Hat T* HÄ Tasche al mit dem in dieses ©naten/ mein Lebe haben ein Arne Hai I r W MM T. I M W Lk-^W^ M M * v ^J2588jw&,^z,; ■jM3| 9ttfo£ suchte Da^ .00, naim.4.30- esdienst: 2!org- • iDUtben Haf«. S 19,75: U5^ R 1«X) » märt. «3. neue 188 ^>s 325 biS 00 Kilo: M, 21 bis 25, n 15 bis 16, bis 18, Lu- bis 20, 6en. N bis 14jo W 12,40 bis Äkcken 19.50 'tele 1924 : ®r. DiH Abt Sport- U DaS Duch b oder, toem ' Epik, Lyrik, le Äpvrtdvku» drS Dericht- Erlebnisse der wieder aus- Zahlwstatislil ld der phi>c> an Buche nidjt «rn em ernste id, em wahres Pen. ).i.i.6W‘g . Dorabd. d.«, rett Boman ieÄütz 5111» ch. 450 Em. Tbeg Mi einer : DokstMye. r Schläge em jaus sicht mit in. Diese aber die hinviöer einem unter- die verborgene ch dem Tchatz, ct Gegenstand chem, in Eng« chsiroman, M ,t. die Tochter Opel, lauernde en der Krimi» ein Genuh sür rn diese f-M sie mit einem llierl lnicht um» Landsitz emti Shaw, und mt! ;r Regenbogoi' wiederholt-) ü Dlstlche 3» Kw"E rordnuwz*• -«dbr^-I af»”*“”: ysft? «*?’£* P" '* ’if-s««1-. Ir L. Times ®*fc ’tuW »Ä* Sl^ WN Mooren r-m ch de!> die -s de>" g«S (Nachdruck verboten.) 61. Fortsetzung. Der Alle auf Topper Vornan von HannS von Zobeltih. Und er beugte stich, druckte dem lieben Toren die Augen zu und kühle ihn auf die Stirn. Heber das junge Mut, über Kaspar von Zabeltitz, der da lag an der Felswand im stillen Frieden, während auf der Höhe der Schlachten- lärm mählich verhallte, leuchtete klar und strahlend die Morgensvnne. Die Mvrgensonne des 21. Juli, an dem sein König zum letzten Male Dataille schlug und seine Pveuhen zum Siege führte. Mwnen treffen patt na» Der MflkMQ «T vier Jahren: würdest du wieder den russisch» Stier an den Hörnern packen? Stand fo, ftrauerte und bemerkte den GveiS erst, atS der dicht txxr ihm war, mit dem gebeugten Nackten, bei Hui in der Hand, aus der Stirn den perlenden Schweiß und in dem viel faltigen (Gesichte den schmerzlichem Trotz. War keiner von den Dauern dvrt unten, sah der König gleich Trug sich tote ein Edelmann, wennschon der lange blaue Nock arg zerschlissen und die Kniestiesel voller Riester. Ungnädig waren Majestät, baß sie gestört wurden. Fragten barsch: .Wer ist 'St7* Macht der Greis feine schuldige Reverenz, nicht zu Diel, nicht zu wenig, steift den Racken, antwortet frank und frei: .Euer Mayestät untertänigster Diener, Hans Ehrenreich von Zabel tts auf 'Topper." Greift der König an seinen Hut: .Hab' Eure« Namens einen Pagen gehabt. Der fiel bei Dur- kerSdorf." „Euer Majestät zli, dienen. 3ft mein Enkelsohn Lewesen, der Kaspar." .Ein braver Bursch. Hatte alle Qimltfilatior zu einem honetten Offizier. Hab' ihn ungern ver> loten. Hebt wieder die Hand leicht an den Hut. Wendet den Kopf ein wenig nach rechts, denkt wohl: .Parbleu — wenn damals der Finck früher angepackt hätte, wär' am End' manches anders geworden.' Unbeweglich steht der Greis. Nur der Schweiß perlt noch stärker in der Mittagssonne. Fragt der König nach einer Weile: .WaS will Er noch?" (Fortsetzung folgt) wo er schier verzweifelnd auf Den vergeblichen Ansturm feiner Grenadiere in der unglückseligen Dataille, am 12. August Anno 1759. geschaut, von wo aus er die blutigen Attacken seiner Reiter observiert hatte. 3n tiefem Sinnen stand er. Gantz allein. Abseits hielt die Reisekutsche, zuruckgetvvten war die kleine Suite. Unten am Hang drängte sich in ehrfurchtsvollem Schweigen das von weit unb breit her zusammengeströmte Landvolk. Ihren großen König wollten sie sehen und sahen nun einen kleinen alten Mann, in schlichtem Feldrock, der da oben stand, auf den Krückstock gestützt der hinübersah zu den Sandbergen, die noch heut nach vier Jahren, die Linien zeigten, so die Russen ihnen mit Schanzen und Gräben auf gezwungen, der hinuntersah auf das Dorf, das noch heut, nach vier Jahren, in Schutt und Trümmern lag. Schritt aus den Reihen der Dauern und Knechte ein Greis heraus, hvchgewachsen und breitschulterig, aber den Nacken gebeugt von der Last des Alters und der Sorgen. Hatte Den Hut in der Hand, da st die Märzsvmre grell auf das weihe Haupt schien und den kleinen kargen grauen Zopfanscch. Klomm langsam und schwer durch den mabtenben märkischen Sand empor. Achtete nicht darauf, daß sie aus der Suite her ihm winkten und winkten. Grad' auf den König schritt er zu. Den Nacken gebeugt den Hut in der Hand, auf der hohen Stirn perlender Schweist. Im vielfältigen Gesicht aber stummen, schmerzlichen Trotz. Majestät hoben den Kommersen gar nicht gesehen, waren zu vertieft in die Erinnerungen, dachten wohl: wie würdest du heut die Dispv- ft Nun klangen endlich endlich, die Friedens- glvcken In dem aus tausendfachen Wurden blutenden Lande. Gegen eine Welt in Waffen hatte Friedrich gerungen, einer Welt rn Waffen hatte er widerstanden, er, der einzige, sieben schwere Jahre hindurch, bis die Feinde aus Ost, Süd, West und Nord müde wurden und Den vergeblichen Kampf aufgaben. Wieder und wieder hatten sie gejubelt und Viktoria geschossen, geglaubt und gemeint, den kleinen König von Preusten zum Marquis de Dvandenbvurg herak^edemütigt zu haben: immer wieder hatte er sich wie Phönix aus der Asche erhoben, war nun der Gröhe König. Frtdericus Magtrus, der über sie alle triumphierte. In fangen Zügen kehrten die Regimenter, festlich begrüßt m ihre Garnison zurück. Der König hatte erst Schlesien, den endlich gesicherten kostbaren Sieges preis, bereift, war nun auf der Fahrt nach seiner Hauptstadt, die sich sehnsuchtsvoll zum Empfange schmückte. lieber Frankfurt fuhr er. Machte auf dem Schlachtfelde von KuncrSdorf Halt, stand ?ben auf Der Höhe des MüUbergs, an selbiger Stelle. Dann kommt der Grolich. schreckensbleich auf seinem Rößlern. Hat's oben erfahren, so beiläufig: des Königs Page! Kniet nieder, schaut in das friedvolle Gesicht, blickt fragend zum Feldscher aus. Der zuckt die Achseln. Herzschuh — Ta regt sich der 3unter noch einmal, ganz leise, leise. Echägt die Augen auf. Ein Lächeln geht über das Angesicht. In die Sonne sieht er. Spricht leise, ganz leife. .Der König . . . nec soll cedit . . Fastt der Cajetan seine Hand, beide Hände: „Ich bin bei dir, mein Freund." Unb toieDer lächelt der Junker. Spricht leise, tzanz leise: „Ist gar nicht schwer. Grüh' mir Sie Lieben all. . ." schließt die Augen, öffnet sie wieder, nur ein wenig noch. . . „lieber Cajetan . . . daheim . . Mutter . . . Grvhvater ... ja . . . und Ruth . . . soll mir nit mehr böS sein . . Hält der Cajetan Grolich, RegimentKPoediger, beide Hände, fest, fest, in Den seinen. „Lah uns beten —" „Lieber Gott im Himmel,» nimm Du dieses junge Dlut gnädig auf in Dein himmlisches Reich. Wafche ab, Du teurer Gott, alle seine Sünden mit Dem Dlute Jesu Thrifti, und gib Du ihm in dieser Stunde zu wissen, daß er aus lauter Gnaden Dein liebe» Knü> sei. . . Christus ist mein Leben, und Sterben mein Gewinn . . . Wir haben einen Gott, Der da Hilst. . . Vater in Deine Hänü^ befehle ich seinen Geist . . . Amen" MA« rte ljlMl-MikslMWuiIm gemäß stattgefundenen Vorbesprechungen der unterzeichneten Wirtschaftsverbände Sonntag, den 7. September 1924, nachmittags 2 Uhr, in der Turnhalle am Oswaldsgarten zu Giehen. Redner: Stadtverordneter Haury aus Darmstadt und andere ßur Deckung der Unkosten werden 50 Pfennig erhoben. Kaufleute, Handwerker, Gewerbetreibende und Hausbesitzer, erscheint vollzählig! 3m Auftrag für: Handel Handwerk und Gewerbe Haus- und Grundbesitz Horn, Stadtv. l)r. Krausmüller. Launspach. 6819D Am 1. September haben wir uns in Jena vermählt Dr. med. Hermann Klaue und Frau Marianne geb. Winzer 6814V Eine gutgehende in gute Hände zu verkaufen. Zu er fr. in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anz. 023102 zu Dreschzwecken * zu leihen ob. zu kaufen uesucht. Schriftl- Angebote mitaußersternPreiS unter 6830D an den (Siebener Anzeiger erbeten. rMnWMMWR-eUMlW Wem ie Sans unb Wie Samstag, 6. Sept., abends 8 Uhr, im Iohannessaa^ Bibelbesprechung mit Kindern. Bundesdirektor Winkler aus Frankfurt an der Oder Sonntag, 7.Sept,abends8Uhr,in derIohanneskirche Vortrag des Bundesdirektors Winkler „Wö DeatfQM Ilnlekgmn, eine GntWiönng M im Bütt anf untere Sinöet.“ ßu beiden Veranstaltungen sind alle evangelische Glaubens« genossen herzlich eingeladen.mm* Ä 6püi Dampf-Lokomobile verreist Vertreter: Herr Dr. 8. Klein, Seltersweg 81’Ao „ Dr. W. Klein, Neuen Baue 29 „ Dr. MtyerhoII, A. d. Johanneskircheß „ 8an.-P.atDr.8chltephake.Go6thestr.44 (nach seiner Rückkehr) Dr. Geyer Int von Sams tag, den 8. September ab Das prachtvollste Schneeweiß teigt jede Wische, die mit Sil behandel! ist Cll Henkel'» beliebtes Bleich- und Waschmittel | L» ----------------.......- - als ZuMti lurSeiteniauge gebraucht,ersetzt die umständliche Res«ob|*tie. — OHNE CHLOR — Man verlange beim Einkauf von Rahma-buttergleich gratis die Kinderzeitung „Der kleine Coco Alte, sehr leistungsfähige Farbenfabrik für Erdfarben und chem. 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September 1924. ___________Hessisches Amtsgericht.___________ Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister Abt. B wurde heute bei der Firma Karl Kling & do., Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Gießen folgendes eingetragen: Der Geschäftsführer Hans Iampedri ist ausgeschieden und an seiner Stelle der Schreinermeister Karl Kling in Gießen zum Geschäftsführer bestellt worden. Desien Prokura ist erloschen. Gießen, den 28. August 1924. Hessisches Amtsgericht. 6840B Die befre SpaphiIfe im Haushalt Jn jeden Vepwendcingsapt wie befte Butter? Jmmep fpifch. Überall erhältlich. Preis pro % Pfund nur 50Pfg. Alleinherstetier Werner * Merit C. Seitz, Neuenweg 52 Mraiiti* liefert 5836c Nr. Ich Halbschuhe r über Elegante Abendschuhe 26. 3 bei 6.— Tribüne Eintrittspreise Mb. l.~ Mk. 3.— Startplatz 5825D Vertreter: Adolf Schmidt, Gießen, Telephon 1086. VON DR, Ä, FAN CK b v 30 Vf. 15 Vf. 10 Pf. 15 Pf 15 Pf 80 Pf die N Carl Haas jr. 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