Nr. ist Erscheint täglich, anher Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFamilienblätter Monats Bezugspreis: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Ansthrift für Drahtnachrichten: AnzeigerSiehev. povscheckkonto: Krantfutt a. M. n«S6. Erster Blatt Jahrgang Donnerstag, 5. Juni 1924 Brod und Verla-- vrühl',ch« U«iverßiäts-Vuch- litt» Steinfrrnderei B. Lauge in Metzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite crllich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re- Klame-Anzeigen v.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20'7„ Auf- schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr.Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschcin; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Giehen. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Im Dunstkreis der Attentate. On dem Attentatsprozeh Thormann- Grandel wegen MordplaneS an General v. S e e ck t hielt der Generalstaatsanwalt schon am vergangenen Dienstag eine Art Borplai- doher. Er verlangte, daß das Gericht sich nicht auf die engbegrenzten Schuldfragen beschränke, sondern sämtlichen anderen Spuren nachgehe, die sich gezeigt haben. Der ganze Prozeh sei eigentlich weniger politisch als kulturhistorischer und sittengeschichtlicher Art. Es erfasse einen ein Grauen, wenn man sieht, wie manche Kreise vorgehen. ES sei beinahe wie im 30jäh- rigen Krieg. Da zogen auch Soldaten im Lande herum, requirierten und mordeten. And zwar werden heute nicht nur solche Raub- und Mordpläne geschmiedet, sondern es kommt zu einer Tat nach der andern. Die jüngste Tat: Der Wiener Mordversuch an Bundeskanzler Seipel. Soweit der Berliner Staatsanwalt. Unterdessen hat sich die Budapester Polizei mit aufsehenerregenden Mitteilungen gemeldet. Darnach gehöre der Wiener Attentäter Iaworek, der die Schüsse auf Seipel abgab, zu derselben Anarchistengruppe, in deren Aufttag der kürzlich verhaftete Sztaron den Reichsderweser Horthh ermorden wollte. Die Budapester Polizei habe seinerzeit auf Grund der Aussagen Sztarons eine Reihe von europäischen Regierungen darauf aufmerksam gemacht, dah die Bande Sztarons Attentate auf Staatsoberhäupter beabsichtige Der ungarische Anarchist Arpad Pal sei nach Paris gereist, um Millerand und Poincare zu ermorden. Ebenso seien Anarchisten nach Berlin, London und Rom entsandt, um Mordaufttäge zu vollstrecken. Das alles wird jetzt erst bekannt und der interrationalen Polizei bleibt der Borwurf nicht erspart, den der Borsitzende im Seeckt-Prvzeh gegenüber dem Bertteter des Reichskommissariats für die öffentliche Ordnung erhob, nämlich dah immer nur Rachrichten gesammelt und Akten ausgetauscht werden, dah aber nicht rasch und schlagkräftig gehandelt wird, um die .anarchistischen" Verbrechen zu verhindern. Ans will bedünken, daß das Wort „Anar- chistenkomplott" für die Attentats-Organisationen nur ein Verlegenheitsausdruck ist. Man.kennt den politischen Sumpf, aus dem die Mordpläne wie giftige Blasen aufsteigen, nicht, oder man will ihn nicht immer kennen. And so hilft man sich neuerdings mit dem aus alten Dienstschubladen hervorgeholten Begriff: Anarchismus. And den radikalen Parteien, sowohl dem Kommunismus als auch der gefährlichen Erscheinung, die man Rechtsbolschewismus nennt, ist solche Abzweigung hochwillkommen. Denn wenn zwischen den politischen Argrund und die Mordtaten eine polizeiliche Rebelwand gelegt wird und die Attentäter als wilde Anarchisten bezeichnet werden, ist die jeweilige Partei, aus der der Wind weht, entlastet. Zum Beispiel könnte man folgende Fälle kommunistischer Treibereien der letzten Zeit einfach als Anarchismus erklären: Am 17. Februar erscheint in Berlin das bekannte Mitglied der Moskauer Tscheka, Peters, und erschieht den abttünnigen deutschen Kommunisten Rauch in dessen Wohnung. Am 18. April wird in Mecklenburg der Arbeiter Ionas vonMoskauer Agenten ermordet, weil er vom Kommunismus abgefallen war. Am 25. April wird in Stuttgart eine Tscheka der deutschen kommunistischen Partei, eine Filiale der Dsershinskischen Terrororganisation, entdeckt, die sich die Beseitigung von Mitgliedern der deutschen Regierung, in erster Linie des Generals v. Seeckt(!) zum Ziele gesetzt hat. Das wäre also „Anarchismus" von links. Auf rechts wollen wir noch nicht exemplifizieren. Vielleicht bringt der Seeckt- prozeh Aufhellungen. Man darf sich durch das neue Schlagwort Anarchismus den Blick für gewisse Zusammenhänge nicht trüben lassen. 2n der Arteilsbegründung des letzten Harden- prozesses gegen Ankermann heiht es treffend: „Die politische Atmosphäre muh gereinigt werden, damit Dolch und Mordwerkzeuge aufhören, politische Kampfmittel zu sein." Reinigung der politischen Atmosphäre heiht aber: Kampf gegen die unheilvolle Entwicklung des Radikalismus im Parteiwesen. Berlin. 4. Juni. (Priv.-Tel.) Präsident Wallraf eröffnet die Sitzung und läßt ein Schreiben verlesen, in dem dec am Dienstag ausgeschlossene Kommunist R e m m e l e von neuem Widerspruch gegen seinen Ausschluß erhebt. Remmele versucht nachzuweifen, dah. ein sachlicher Ausschließungsgrund nicht vorlag und dah der Präsident auch die formellen Vorschriften der Geschäftsordnung verletzt habe. Rach der Geschäftsordnung entscheidet der Reichstag über einen solchen Einspruch ohne Besprechung Die Kommunisten beantragen namentliche Abstimmung. Zur Anterstützung dieses Antrages erheben sich die 44 kommunistischen Abgeordneten, während 50 Abgeordnete zur Anterstützung erforderlich wären. 3n einfacher Abstimmung wird der Antrag gegen die Kommunisten a b g e l e h n t (Schmährufe bei den Kommunisten.) Abg. S ch o l e m (Komm.) protestiert dagegen dah eine ganze Hundertschaft Schupo kriegs- mähig bewaffnet im Reichstagsgebäude untergebracht sei (Beifall rechts), offenbar um nach dem Rezept Oldenburg-Za'nuschau die Opposition aus dem Reichstag zu verjagen. Mit der Schupo ist ein ganzes Heer von Spitze l n in den Reichstag eingezogen, darunter viele Galgengesich^r. (Stürmisches minutenlanges Gelächter bei der Mehrheit; viele Abgeordnete dec Rechten weisen mit Fingern auf den Redner.) Der Reichstag, dieses Schandparlament, wird durch die polizeiliche Besetzung noch werter geschändet. (Beifall bei den Kommunisten, Gelächter rechts.) Präsident Wallraf ruft den Abgeordneten Scholem wegen des Ausdrucks „Schandparlament" zur Ordnung. Dann wird in die Tagesordnung eingetreten, auf der als einziger Punkt die ... . - — ständigung von allen beteiligten Regierungen angenommen und durch- gcführt wird, werden wir wieder auf eine v e c - stehl, daß auch die Gegenseite das Gutachten als ein unteilbares Ganzes annimmt und wenn Gewißheit dafür gegeben ist, daß die Gegenseite gleichfalls alle die Maßnahmen trifft, die in dem Gutachten als notwendig bezeichnet sind, um die deutsche Leistungsfähigkeit wie- derherzustellen. Die Aufklärung des Mahlsdorfer Tchülermordes. Berlin, 4. Juni. (WB.) Der wegen der Tötung des Schülers Bayer verhaftete L i e - bcd i-it nunmehr ein umfassendes Ge- t ä n d n i s abgelegt. Rach seiner Schilderung handelt es sich um einen Anfall. Bei dem Abendspaziergang habe ihm Bayer seinen Trom- melrevolv^r gezeigt und sich gerühmt, dah er nrt verbundenen Augen ein vo her vi- iert^ Ziel treffen könne. Am die Richtigkeit >er Behauptung zu erproben, habe er (Liebeck) ernem Kameraden die Augen verbunden. Der Schuß versag te jedoch, worauf Bayer ihm den Revolver gab mit der Bille, nach der Ar fache des Versagens zu sehen Als er den Revolver entgegennahm, habe er plötzlich einen lestlgen Krampf im linken Dein verspürt und ich, ohne den Revolver aus der Hand zu las en, niedergebeugt. Dadurch sei der Revolv r losgegangen. Der Schuß habe Bayer sofort getötet. Am jeden Verdacht von sich abzulenken, schrieb Liebeck dann den Zettel, den er Bayer anheftete, nm einen Mord von kommuni st jfcherSeitevor zutäuschen. Rach den bisherigen Ermittlungen der Polizei scheint dieses Geständnis auf Wahrheit zu beruhen. Kommunistische Lärmszenen in Weimar und Schwerin. Weimar, 4. Juni. (WTB.) In der Sitzung des Thüringer Landtages kam es bei der Abstimmung über den Antrag des Abg. Hermann (ASPD.), der die Anwesenheit der abwesenden Mitglieder der Regierung fordert, zu L ä r m s z e n e n. hervorgerufen durch die Anterbrechungen und Schimpfworte der Kommunisten. Die Sitzung wurde von dem amtierenden Vi-epräsidenten geschlossen. Hierauf trat der Aeltestenrat zusammen zur Stellungnahme zu den Vorgängen. Rach den beispiellosen Be- s ch i mch f u n g e n verschiedener Regierung^mit- glieder durch die Kommunisten hielt es der Das Kabinett Marx vor dem Reichstag. Die Regierungserklärung. - Beratungen der Parteien. - Die Ausnahme in der Presse Fortsetzung der Beratung über die Haftentlassungsanträge steht. Abg. Ko en en (Komm.) beschuldigt die Sozialdenwkraten der besonders eifrigen Beteiligung an der Kommunistenhehe, die sich nur auf Spitz^material stütze. Der große Kommunisten- Prozeß sei von Emminger slngeleitet worden, der Reichstag kapituliere vor dieser Emmingerei trotz des Rücktritts Emmingers von der Regierung. Von der jetzigen kapitalistischen Republik haben die Arbeiter nichts zu erwarten. (Beifall bei den Kommunisten und Rationalsozialisten.) Wir lehnen den individuellen Terror ab und rufen das M assenproletariat zur Massenaktion aus. Abg. Henning (Rationalsozialist) polemisiert gegen die Angriffe der Kommunisten und Sozialdemokraten. Recht müsse Recht bleiben Aber wer ihn selbst 1918 getrieben habe, soll mit dem Wort Verrat recht vorsichtig umgehen. (Stürmische Anterbrechung links, Zustimmung rechts.) Wir haben keinen Hochverrat begangen; was wir tun, tün wir aus Vaterlandsliebe. Fraglich bleibt, ob das System, das wir seit 1918 haben und in dem der Kuhhandel des Zentrums mit den Roten die Hauptrolle spielt, ein Beweis von Vaterlandsliebe ist (Protest des Zentrums, namentlich erregte Zwischenrufe des Abg. Fehrenbach.) Für solch ein Verhalten haben wir Deutschvölkischen nur Verachtung. Die Linke spielt sich immer noch als Arbeitervertretung auf. Das trifft aber nicht zu. Wir vertreten den nationalen deutschen Arbeiter. Abg. Thälmann (Komm.) erklärt, es wäre ein Frevel, wenn die Kommunisten auf den bewaffneten Aufstand verzichten wollten. (Lebhaftes Hört! Hört!). Jedes Gewehr in der Hand eines Arbeiters bedeute einen weiteren Schritt zur Freiheit. (Erneutes Hörti Hört!) Die KommunlstischePactei lasse sich durch keineDerbote erschüttern. Der Redner teilt mit. daß die Kommunisten. die in der Stadtverordnetenversammlung in Hindenburg in Oberschlesien die Mehrheit hätten, bereits beauftragt wären, die Stadt umzutaufen und Leningrad zu nennen. Das sei ein revolutionäres Fanal. (Händeklatschen bei den Kommunisten.) Abg. Dr. Kahl (D. Vpt.) übt schärfste Kritik an der Brand- und Revolutionsrede des Vorredners und erweckt dadurch die tosenden Widersprüche der Kommunisten. Alle, die diese Rede gehört haben, müssen für die Ausschuhbeschlüsse timmen. Da sich verschiedentlich Meinungsver- Die ungeheuren Opfer für das deutsche Volk sind nur tragbar, wenn allen Deutschen die Möglichkeit gegeben wird, in ihrer Heimat sich ungestörter Arbeit hinzugeben; daß den vielen Tausenden Vertriebener und ihrer Heimat Beraubter die Freiheit und Heimat wiedergegeben wird, ist ein unerläßliches Ziel, von dem die Reichsregierung nicht abgehen kann. Wenn so das Gutachten im Geiste ehrlicher Verständigung von allen schiedenheiten zwischen den in unmittelbarer Rach- bacschaft sitzenden Deutschen Volksparteilern und den Rationalsozialisten gezeigt haben,erklärte der Redner, die Rachbarschaft der Völkischen sei zwar unangenehm genug, aber sie müsse ertragen werden. (Heiterkeit.) Das völkische Programm. das hier entwickelt worden fei, sei schon mehr kommuni st isch. (Heiterkeit.) Abg. D i t t m a n n (Soz.) teilt mit, dah seine Fraktion trotz der kommunistischen Reden für die Freilassung der kommunistischen Abgeordneten stimmen werde. Damit schließt die Aussprache. Es folgen per- sönliche Bemerkungen, bei denen es wiederum zu stürmischen Szenen kommt, wobei die kommunistische und die nationalsozialistische Gruppe sich einander anschreien. Der Reichstag beschließt darauf gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Kommunisten. die Freilassung der kommunistischen Abgeordneten Lindau und Pfeiffer abzulehnen. Der Präsident beraumt auf 5 Ahr eine neue Sitzung an mit der Tagesordnung: Entgegennahme einer Erklärung der Reichsregierung. Haus und Tribünen sind start beseht. Auch die Diplomatenloge weist nur wenige Lücken auf. Reichskanzler Dr. Marx: Meine Damen und Herren! Ich habe die Ehre, dem neugewählten Reichstag die Reichsregierung vor- zustellen. Der Herr Reichspräsident hat alle Mitglieder der bisherigen Reichsregierung in ihren Aemtern bestätigt. Die Schwierigkeiten der Kabinettsbildung hatten ihren tiefsten Grund in der ernsten und bedrängten außenpolitischen Lage des Reiches. Rach den vergeblichen Bemühungen Deutschluiids, zu einem wahren Frieden zu gelangen, wird der Meinungsstreit über den einzuschlagenden Weg heftiger ausgetragen, als die Einmütigkeit über das Ziel der De- fKiung Deutschlands es rechtfertigt. Seit Jahren steht die deutsche Politik unter dem Druck der außenpolitischen Verhältnisse, zumal jetzt, da das Gutachten de rSachvec ständigen die beherrschende Frage der großen internationalen Politik ist. Für Deutschland ist es die Lebensfrage. Die Lage unserer Wirtschaft ist trostlos, wenn nicht gar verzweifelt. 3n allerkürzester Frist muß eine Entspannung der Geldknappheit erfolgen, wenn nicht unsere ganze Wirtschaft erliegen soll. Einen Ausweg aus der wirtschaftlichen Krise sah die Reichsregierung in dem Gutachten namhafter ausländi cher Sachverständiger. Sie hat deshalb am 17. April der Reparationslommission geantwortet, daß sie in dem Gutachten eine praktische Grundlage für die schnelle Lösung des Reparationsproblems erblickt und dah sie deshalb bereit sei. ihre M i t- arbeit an den Plänen der Sachverständigen zuzusichern. Die jetzige Reichsregierung wird die bereits im Gange befindlich n und durch die Reichsrcgie- rung nicht verzögerten Vorarbeiten zur Durchführung des Gutachtens fortsrtzen. Aufgabe des Organisationskomitees für die Goldnotenbank. die Reichsbank und die Industrieobligationen wird es sein, die in dem Gutachten noch vorhandenen Lücken auszufüllen und Anklarheiten sowie textliche Widersprüche aufzullären. Die Befugnisse der Kommissare müssen völlig klar- gestellt und abgegrenzt und die Zweifel hinsichtlich derdeutschenMehrheitindem Verwaltungsrat der Reichsbahn beseitigt werden. Danach wird die Reichsregierung die Gesetzentwürfe über diese Materie den gesetzgebenden Körperschaften vorlegen. Ferner muh die Frage der Zölle und der Verbrauchsabgaben mit der Gegenseite eröriert werden und die Tätigkeit der Agenten für die Reparationszahlungen noch in einzelnen Fragen geregelt werden. Das Gutachten kann nach Ansich der Sachverständigen nur als Ganzes angenommen oder verworfen werden. Die Reichsregierung wird die Vorarbeiten befchleunigcn und sie in die Wirklichkeit umsehen. Sie hofft dabei auf die schnelle Mitarbeit des Reichstags. Die von unserer Serie zu erlassenden Gesetzentwürfe und Anordnungen werden erst in Kraft treten, toern klar und eindeutig fest- tvagliche Grundlage mit unseren Repa- rationsgläubigern kommen. Es ist nur folgerichtig und unerläßlich, daß dann die vertragliche Basis überall wieder hergestellt wird, sowohl bezüglich des auf Grund des Versailler Vertrages besetzten linksrheinischen Gebietes als auch bezüglich der über diesen Vertrag hinaus besetzen Gebiete. Das wird in sich schließen, daß im ali- besetzten Gebiet das Rheinlandabkommen wieder hergestellt und loyal gehandhabt wird, und daß die darüber hinaus besetzten Gebie e geräumt werden. Die Sachverständigen ha en selbst klar darauf hingewiesen, daß die Über ih.e Zuständigkeit hinausgehenden pv l i t i f chen Fragen zwischen der Reichsregierung und den alliierten Regierungen unmittelbar g er ege lt werden müßten. Vor diesen lebenswichtigen, für die Einheit des Reiches wie für die deutsche Wirtschaft bedeutsamen Fragen der Außenpolitik müssen alle innerpolitischen Fragen vorerst zu- rüdtreten. Deshalb unterlassen wir es jetzt, auf Fragen der inneren Politik einzugehen. Erst nach einer Klärung und Bereinigung unserer außenpolitischen Schwierigkeiten kann der Wiederaufbau im Innern auf staatlichem, wirtschaftlichem und sozialpolitischem Gebiete in Angriff genommen werden. Die Reichsregierung wird ihre ganze Kraft an die Arbeit sehen, die zur schnellen Durchführung des Sachverständigengutachtens erforderlich ist, und stets ihr Augenmerk darauf richten, dah die sich daraus für das ganze Volk ergebenden schweren Lasten nach Maßgabe der Tragfähigkeit gerecht verteilt werden. Angesichts der verzweifelten wirtschaftlichen Rotlage, in der sich die deutsche Wirtschaft zur Zeit befindet, beschwört die Reichsregierung den Reichstag und das ganze deutsche Volk, die langsam einsehende Gesundung Deutschlands durch Uneinigkeit nicht wieder zu zerstören. Wenn Deutschland ein zweites Mal so dicht an den Abgrund kommen sollte, wie im Rovember v. I., dann wird niemand mehr Hilfe bringen können. In den kommenden Wochen wird es sich darum handeln, den eingeleiteten Gesundungsprozeß durchzuführen, um die deutsche Wirtschaft zu retten. Wir dürfen nicht die schwere geschichtliche Schuld auf uns laden, des Deutschen Reiches Anter- gang verschuldet zu haben, weil wir im entscheidenden Augenblick nicht nationale Disziplin zu wahren wußten. Das Ausland muß sehen, dah das deutsche Volk geschlossen den sich ihm bietenden Weg in die Freiheit gehen wird, und dah es zu ehrlicher Verständigung bereit ist. Rur dann wird sich im deutschen Volke der durch zahlreiche Kränkungen und Demütigungen erschütterte Glaube zu einem wahren und daueim- den Frieden wieder festigen. Es geht um deutsche Brüder, um deutsches Land, eS geht um Deutschlands Rettung m letzter höchster Rot. Das Rheinland und unsere bedrängten Lands- leute an der Ruhr sehen erwartungsvoll auf Sie und verlangen von Ihnen, dah Sie ihm schnelle Rettung und Hilfe bringen. Die Rede des Reichskanzlers wurde im wesentlichen vom Hause ruhig entgegengenommen. Die Kommunisten machten zi.var hin und wieder Störungsversuche durch Zurufe, Aeltestenrat für angezeigt, zunächst eine gewisse Beruhigung eintreten zu lassen. Infolgedessen wurde die vorgesehene Anterbrechung der Sitzungsperiode durch das Pfingstfest bereits heute vorgenommen. In der Vollsitzung deS Mecklenburgischen Landtages kam es vor der Reuwahl des ersten Vorsitzenden, für den die Deutschnationalen als stärkste Fraktion den Abg. Metterhausen vorschlugen, zu wüsten Lärmszenen und einer Prügelei zwischen dem sozialdemokratischen Führer Moltmann und dem Kommunisten Wenzel. Als dieser die Sozialdemokraten von der Rednertribüne in maßloser Weise angriff, sprang Moltmann auf den Kommunisten zu und schlug auf ihn. Es entwickelte sich eine Schlägerei zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten, die nur mit Mühe beendigt werden konnte. Anter großer Erregung und ungeheurem Lärm wurde die Sitzung schließlich unterbrochen. 'bnc aber bur^juurtnqen, Ais bann Der Reichskanzler von der Notwendigkeit der Räumung des über den Versailler Vertrag hinaus be.ehten Gebietes sprach, tourte ihm bei den bürgerlichen Parteien lebhafter Beifall gezollt. Auch sein Appell an die Einigkeit fand Zustimmung Am Schluß der Rede ertönte in der Mitte Beifall die Rechte schtoieg und die äußerste Linke forterts aufs neue die Amnestie. Präsident Wallraf schlagt vor, die Besprechung der Regierungserklärung auf Donnerstag zu vertagen und seht den Beginn ter Sitzung auf 10 -Uhr vormittags fest. Ferner wird der Rotetat für 1924 auf die Tagesordnung gesetzt. Ein kommunistischer Antrag die Frage der Bergarbeiter ebenfalls auf die Tagesordnung zu sehen, findet nicht die erforderliche Unterstützung. Parteien und Regierungserklärung. Berlin, 5. Juni. (Durch Radio.) Nach der gestrigen Plenarsitzung des Reichstags traten die einzelnen Fraktionen zusammen und bereiteten die Erklärungen vor, die sie heute durch ihre Vertreter abgeben werden. Die Mittelparteien wollen laut „Tageblatt die Frage, in welcher Formulierung eine Billigung der Regierungserklärung beantragt werden soll, von dem Verlauf der Debatte abhängig machen. Nach der volksparteilichen „Zeit" wird sich das Dilligungs- votum der Mittelparteien nur auf das Sachverständigengutachten beziehen und darauf Hinweisen, daß es im Interesse der Wirtschaft und der besetzten Gebiete dr'ngend nötig sei, das Gutachten so schnell wie möglich Lurchzuführen. Für dieses Votum würden die Deutsche Volkspartei, das Zentrum, die Demokraten sowie die Sozialdemokraten, wahrscheinlich auch die Daherische Dolkspar- tei und die Wirtschaftspartei stimmen, so daß sich eine ansehnliche Mehrheit für die Billigung des Regierungsprogramms ergeben dürfte. Der „Lokalanzeiger" verzeichnet das Gerüchte, daß sowohl bei den Kommunisten als auch bei den Nationalsozialisten die Absicht bestehen soll, ein Positives Vertrauensvotum für die Regierung einzubringen, um eine k l a r e Abstimmung über die Gesamtpolitik der Regierung zu erzwingen Selbstverständlich würden die Antragsteller selbst gegen ein solches Vertrauensvotum stimmen. Die Regierungserklärung findet die uneingeschränkte Zustimmung ter Presse der Mittelparteien und der Sozialdemokratie. 3n Bausch und Bogen ab gelehnt wird die Erklärung auch nicht von ter deutsch- nationalen „Deutschen Tageszeitung" die nur in einzelnen Punkten Kritik an den Ausführungen des Reichskanzlers übt. Vor allem wendet sich das Blatt gegen die uneingeschränkte Annahme . des Sachverständigengutachtens, das wegen seiner Mängel, insbesondere hinsichtlich der von Deutschland geforderten unerfüllbaren Leistungen, nur zur Grundlage von Verh andlungen hätte gemacht werden müssen. Die Erfüllung des unveränderten Gutachtens führe das deutsche Volk nicht auf den Weg der Freiheit, sondern auf den Weg der Sklaverei. Auch vermißt das Blatt in ter Erklärung ein offenes Wort über die S ch u ld- l ü g e. — Die „Germania" betont, daß die Politik ter Reichsregierung von nüchternen Tatsachen ausgehe, die unbequemer feien als billige Agitationsphrafen. Immer wieder müsse betont werden .daß ter Krieg für |ür uns verloren ist, und daß daraus unvermeidbare Konsequenzen zu ziehen sind. Die ^Zcntrumspartei unterstreicht des Kanzlers Aus- ^sührungen Wort für Wort. Die Zwangsläufigkeit ter Ereignisse wird, wie wir hoffen, auch die --Gegner dec heutigen Regierungspolitik davon 7 überzeugen, daß es keinen anderen Weg zur Befreiung Deutschlands gibt als den, den die Regierung mit Entschlossenheit geht. — Das „B. T." erklärt, daß die Rede des Kanzlers mit ihrer klaren Offenheit und ihrer weisen Beschränkung auf die Forderung des Tages nämlich die Annahme des Gutachtens der Sachverständigen, nicht ungünstigen Aussichten biete. — Der „Vorwärts" schreibt: Die Sozialdemokratie hat xn Wahrung der Interessen der Arbeiter die Annahme des Sachverständigengutachtens gefordert und wird im Interesse der Arbeiter ihre Energie auf diesen einen Punkt konzentrieren, ohne nach rechts oder links zu sehen. — Auch die „Deutsche Allgemeine Zeitung" erklärt die Die Vantiger. Roman von Hermann Stegemann. 20 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Als der Baumeister einige Tage später auf Egg eintraf, um bei dem Dortreiben des großen Stollens im schwimmenden Gebirge zugegen zu sein, sprach niemand von dem ^terhältnis, das von dem Kampf um den Wolfenberg in den Hintergrund gedrängt worden war. Der Baumeister achtete nicht darauf, daß Agnes ihm fremder gegenübertrat. Sie war von einer inneren Anruhe erfüllt, die ihre Anteilnahme an den Ereignissen lähmte und ihr den Schlaf stahl. Der Vater erschien ihr gealtert, sein Auge stärker gefaltet, der Schädel schärfer umrissen, aber sie wußte nicht, ob es Täuschung nxir, denn das Erinnerungsbild hatte gelitten, seit Giovanni Pomettas jugendliche Erscheinung ihren sinnlichen Reiz auf sie ausübte. Aber eines Abends, als der Vater müde zu- lammengefunten am offenen Fenster sah und auf das sahlbeglänzte Gewirr ter Maschinen, ter Gleise und ter Tunnelzimmerung hinunterblickte, dockte sie ein wildes Verlangen, die Arme um ihn zu schlingen und sich fest an ihn zu drücken. Ein unendliches Bedürfnis, wieder ganz xn ihm Und für ihn zu leben, brach aus ihr hervor und zwang sie zum Gehorsam. Er fühlte, wie ihre Hände über seine Schultern strichen, fühlte, wie ihre Wange an seiner von hartem Puls erschütterten Schläfe Rast suchte und zog sie zu sich herab. „Hast du mir etwas zu sagen. Ens? Wir Md so wenig mehr beisammen." Stellungnahme Der Aegierungsernarung -um Da- tvcsbcrichl für grundsätzlich richtig. Die deutsche Wirtschaftslage sei unbestreitbar trostlos. Eine Besserung sei von der Regelung der Reparationsfragen abhängig. Die Löhne der Eisenbahnarbeiter. Berlin, 4. Juni. (WB.) Die Arbeiter- schast der Reichsbahn ist durch ihre Groborganisationen an das Reichsverkehrsministerium mit ter Forderung auf eine allgemeine ErHotz u n g der Löhne herangetreten. Nach sorgfältiger Prüfung, in welchem CBer-IjäKniffe die Löhne der Reichsbahnarbeiter zu den in ter vergleichbaren Privatindustrie gezahlten Löhnen stehen, ist das Reichsverkehrsministerium zu dem Ergebnis gekommen, daß von rund 400 000 Arbeitern etwa zwei Drittel im Vergleich mit den Bezügen der Privatarbeiter keineswegs ungünstiger gestellt sind und auch mit den Bergarbeitern annähernd gleich liegen, daß dagegen für das letzte Drittel durch Erhöhung der bestehenden Ortszuschläge ein Ausgleich noch zu schassen sei. Obwohl hiernach die Grundlage für eine allgemeine Lohnerhöhung kaum vorlag, wurde doch eine solche in mäßigem Amfange angeboten und die Bereitwilligkeit zu einer stärkeren Steigerung der Handwerkerlöhne ausgesprochen. Dieses Entgegenkommen erschien denGewerkschafts- bertretern nicht als ausreichend und auch die eindrucksvolle Darlegung ter zwingenden allgemeinen Wirtschaftlichen Notwendigkeiten durch Mitglieder ter Reichsregierung, die unter dem Vorsitz des Reichskanzlers heute nachmittag den Gewerkschaftsvertretern einen Empfang gewährte, vermochten deren Auffassung nicht zu ändern. Die Verhandlungen sind danach leider ohne Ergeb- n i s geblieben. Der Reichsverkehrsminister wtrd sich nun genötigt sehen, die als notwendig anerkannten Lohnverbesserungen von sich aus anzuordnen. Die neue französische Kammer. Paris, 4. Juni. (WTB.) Die Kammer hat in ihrer heutigen Nachmittagssihung dte Wahl des Präsidenten der Kammer und kurz darauf die Wahl von 4 Vizepräsidenten, 3 Quästoren und 8 Sekretären vorgenommen. Nach einer vorläufigen Feststellung, die aber vielleicht durch die Auszählung der Urnen noch eine Berichtigung erfahren wird, erlangten der Abg. Pain» l e v 6 296, der Kriegsminister Maginot 209 Stimmen. 27 Stimmen der Kommunisten wurden auf den Namen des Abg. Marty, des ehemaligen Verurteilten der Schwarze Meerflotte, abgegeben. Die Kammerfihung wird nach einstündiger Anterbrechung um 6,35 Uljr wieder ausgenommen. Nach Verkündigung der Ergebnisse der Wahlen erklärt der Altersvorsihende P i n a r d das Bureau ter Kammer für konstituiert und fordert den Vorsitzenden auf, seinen Sitz einAt- nehmen. Abgeordneter Painleve ergreift darauf das Wort zu feiner Antrittsrede. Es hieße sich täuschen, wenn man die Wahlen für das Ergebnis des Ausdrucks ter Unzufriedenheit hielte, sie seien vielmehr eine Kundgebung des Vertrauens in die Zukunft der Demokratie und eine unermeßliche Friedenshosfnung. Eine unermüdliche und sinnlose ausländische Propaganda, ter von französischer Seite mitunter ihre Ausgabe erleichtert worden sei durch die Exzesse und die Intrigen unvorsichtiger Minderheiten, habe dem Märchen von Einern imperialistischen und militärischen Frankreich Glauben verschafft. Heute gebe es in ter Welt niemanden, ter, wenn er loyal sei, nicht erkenne, daß das französische Volk trotz seiner Leiten und seiner Verluste keinen anderen Ehrgeiz, als einen gerechten Frieden habe. Gerecht für alle Völler. Die schwerste Beleidigung, die man Frankreich zufügen könne, sei die, es für fähig zu halten, nach Überstandenen Gefahren die Gruiäsähe zu verleugnen, in ter.en Namen die Nationen ihm zu Hilfe gekommen seien. Wir finden uns als Sieger nicht mit einer Welt ab, in ter die Gewalt noch Herr und Meister fein soll wie zu ter Zeit, wo wir als Besiegte sie verfluchten. Mit allen Kriegsteilnehmern und allen Verstümmelten, mit allen, die den Krieg mitgemacht haben und die traurigen Spuren hiervon noch bewahren, haben wir Vertrauen in die Zukunft des Völkerbunds, nicht in die Dismarcksche Formel, an der totr so oft Kritik geübt haben. Wir wollen die Macht in den Dienst des Rechts stellen. Es hantelt fidji nicht darum, den Illusionen oder Atopien die ge- Seine Stimme klang weicher als sonst. Sie schüttelte stumm den Kopf und begrub das Gesicht an seiner Schulter. Da hielt er sie fest und blickte über sie hinweg ins Tal. Alle Bogenlampen brannten, Materialzüge liefen, Wasserlachen blinkten im zwit- tevnten Licht. Er war nicht bei ihr in seinen Gedanken. Die Frage, die er an sie gestellt hatte, klang nicht in ihm nach. Plötzlich hörte er sie flüstern: «Hast du Sorgen, Vater?" „Sorgen! Ich!" antwortete er schroff und stolz, aber sein Arm umklammerte sie feer. Sie lieh ihm Zeit, vergaß sich selbst über dem Schlage des erregten Herzens, an dem sie ruhte, und vergaß auch daß er sie gefragt hatte, ob sie ihm etwas zu sagen hätte. Eine Weile war Schweigen zwischen ihnen, bann begann er zu sprechen. „Sorgen! Ich hasse das Wort. Ein Knörzer und ein Krämer, die haben Sorgen. Ich steck nur bis an den Hals drin in meinen Unter* nehmungen, weiter nichts. Dis an den Hals, verstehst du, Ens? Kann die Arme nicht rühren. Die Banken werten harthörig, und alles steigt im Preis. Die Arbeiter fordern Lohnerhöhung, drohen mit Streik, und ich bin gerate mitten drin, gleich weit von Anfang und Ende, mitten drin. Wie die da unten im Berg. Da ist der Druck am stärksten. Weiter nichts!" Da fühlte Agnes Dantiger sich dem Dater inniger verbunden als je und-blickte mit ihm zusammen, Wange an Wange, auf das nächtliche Bild, sah die Lampen brennen, die Lokomotiven feurige Rauchsträhnen inS Dunkel werfen, hörte rechten Foroerungen Frankreichs zu opfern. Es gibt keine Gerechtigkeit ohne eine Reparation der Angerechtigkeiten. Wir leugnen nicht, da«ß re = vanchedürstigeMächte unser aites Europa beunruhigen. Wenn sich jenseits unserer Grenzen imperialistische Parteien bilden sollten, die unser menschliches Streben als ®ina>irtung ihrer Drohungen auslegen wollten. so wäre das ein bedauerlicher Irrtum den sie selbst und die Nation die sie getäuscht hätten, zuerst zum Opfer falten würden. Aber wir wissen auch, daß zugleich mit bieten böswilligen Agitationen mensch- licheie Bestrebungen auf den Frieden und auf di» Freiheit gerichtet sind, und es wäre ein Derbrechen, sie zu ersticken unter dem Dorwand, daß sie noch zu schwach sind, anstatt sie bei ihrer Entwicklung zu unterstützen, bis sie genügend Kraft erlangt haben, um den Sieg davonzutragen. Die Regierungsbildung. Paris, 5. Ium. (Durch Radio.) Am 10Ahr 30 Mm. vormittags wird der Präsident der Republik den neu gewählten Kammerpräsidenten P a i n l e v 6 empfangen, der ihm bei dieser Gelegenheit feine Wahl mitteilen wird, Millerand wird den Besuch des neuen Kammerpräsidenten sofort erwidern. Nach dem „Matm" wird bei dieser Gelegenheit eine Aussprache über die politische Lage erfolgen, und wohl erst am Nachmittag wird Millerand der Tradition gemäß den Präsidenten des Senats empfangen. Es ist sehr wahrscheinlich!, daß die beiden Präsidenten den Abgeordneten Herriot für ben möglichen Ministerpräsidenten bezeichnen und gleichzeitig auf die Entschließung des Kartells der Linken Hinweisen werten. Man nimmt allgemein an, daß Herriot dem Ruf ms Elhsee folgen und dem Präsidenten der Republik Erklärungen abgeben wird, über die er sich mit seinen politischen Freunden verständigt habe. Die Bedingungen, die er an die Annahme der Kabinettsbildung knüpfen werde, würden sicher von Millerand nicht a n g en om men werden. Don diesem Augenblicke an werde Millerand seine Konsultation ausdehnen und er werte logischer weise dazu kommen, einem Politiker die Bildung des Kabinetts zu übertragen, der die konstit utionelle Frage vor das Parlament bringen werde. Der Name Francois M a r« s a l wird genannt. Dann wird man in die parlamentarische Debatte eintreten. Regierungskrise in Danzig. Danzig, 4. Juni. (WTB.) Der stellvertretende Präsident des Senats, Dr. Ziehrn, verlas im Dolkstag eine Erklärung, worin unter Hinweis auf die Ablehnung einiger C t a t s p v st e n durch den Dolkstag mitgeteilt wird, daß die parlamentarischen Senatoren bereit find, aus der Regierung auszuscheiden und ihre Aemter unverzüglich niederzulegen, sobald die Wahl anderer Senatoren gesichert ist. Es sei nunmehr Sache der Fraktion der Bereinigten Sozialdemokratie als der stärksten Oppositionspartei, die nötigen Schritte zur Neubildung der Regierung zu unternehmen. Dieser Erklärung wurde von allen parlamentarischen Senatoren zugestimmt. Aus Stadt und Land. Gießen, den 5. Juni 1924. 50 Jahre Kriegerverein Gießen. 1923, das Jahr der traurigen Geldentwertung, war für den Kriegerverein Gießen das schlechteste Dereinsjahr seit seinem nunmehr 50jährigen Bestehen. Jegliche äußere Dereinstätigkeit wurde durch die Inflation und durch andere Derhältnisse gehemmt. Trotzdem hat der Verein mit Anter- stühung feiner zu Opfern bereiten Mitglieder seiner Hauptaufgabe auch im Jahre 1923 nachgehen können; er hat im Stillen manchen bedürftigen Kameraden oder Kriegshinterbliebenen finanziell oder in anderer Weise gern unterstützt. Es wurden u. a. im Januar 1923 an Kriegerwitwen 8675 Mari, im April und Mai 57 000 Mari und im September weitere 57 000 000 Mk. verteilt. Im Ganzen sind 57 272 675 Papiermark für Anterstühungen in 1923 ausgegeben worden, ungeachtet, daß das gesamte Barvermögen des Vereins durch die Geldentwertung selbst auf ganze 5 Mark zusammengeschrumpft ist. Vorstand und Mitglieder zeigen sich dadurch nicht entmutigt, baß nach 50jähriger umsichtiger und gewissenhafter Verwaltung ter Verein durch die Verhältnisse quasi ebenfalls verarmt ist. Mit militärischer Disziplin ist der neue Aufbau begonnen worden, und wenn nun am 5. und 6. Juli auf "der Licbigs- höhe das 50jährige Stiftungsfest gebührend gefeiert wird, bann werden hoffentlich auch die Vereinsstnanzen wieder besser sein. Gleise und Krane kreischen und lebte mit dem aDumeister in seinem Werk. -Sie sind in acht Tagen in trockenem Gestein," sagte sie ruhig und bestimmt. „Weißt du das von Lenz oder- von Pometta?" fragte er, mit einem Versuch, zu scherzen. „Sie sind beite dein," stieß sie leise hervor. Er nickte mit dem schweren Haupte. „Hast recht, Ens, ter Lenz als mein Sohn und weil er treu ist und der untere aus Leidenschaft." Ihr Nacken straffte sich. Sie richtete sich auf und suchte das Gesicht zu erkennen. „Wie meinst du das? Aus Leidenschaft?" „Er ist Ingenieur aus Leidenschaft." Sie preßte die Lippen und schwieg, aber sie glaubte zu wissen, daß Giovanni Pomettas Leidenschaft von anderen Triebkräften genährt wurde, und fand plötzlich ein Vergnügen daran, diese Leidenschaft zu schüren und dem Werke teS Vaters dienstbar zu machen. Ta Jagte ter Baumeister, intern er aufftanb unb die Hand zum Fenster hinausreckte: » Ja, so ist's. In acht Tagen im Hartgestein, eine feste Decke über dem Kopf und wir beginnen ten Jrunnel auszumauern, ehe es wintert, dann bin ich zugleich durch und über den Berg!" And er lachte sein altes befreiendes Lachen daß der Schall seines Mundes sich laut unb rraftboll in das Stampfen der Maschinen und das Brausen ter Arbeit mischte. • r Stollen durch das lockere, schwammige Gestein getrieben war unb die ersten Eisenblenden hinter der Zimmerung sahen, ohne daß ein schwerer Wassereinbruch erfolgt wäre, herrschte frohe Bewegung auf Schloß Egg. Der 5triegert>etein Gießen, oer rmi alten trt Frage kommenden Vereinen unserer Stadt (Mi- tätet3, Turn-, Gesang-, Sport-, Bildungs- usw. Vereinen) gute Verbindung gepflegt hat und hier, wie auswärts in bestem Ansehen steht, hat an allen größeren festlichen und gemeinnützigen Veranstaltungen, an allen vaterländischen Ereignissen usw., die seit 1874 flattfanten, teilgenommen. Seine Gründer — von denselben sind heute noch am Leben unb gehören bem Verein an: Instituts- diener Balser, Geh. Kommerzienrat Emme- l i u s und Postsekretär i. R. Meyer — unb alle späteren Vorstände haben bis zum heutigen Tag die enge Parteipolitik vom Verein ferngebalten. Ser Verein hat darum in den 50 Jahren keinen nennenswerten Rückschlag an Mitgliedern zu verzeichnen. Zahlreiche treue und bewährte Kameraden sind aus dem Weltkrieg nicht zurückgekehrt, das waren die größten Derluste. Jetzt zählt ter Verein 17 Ehrenmitglieder, 356 ordentlich? unb 8 außerordentliche Mitglieder, sowie 36 Kriegerwitwen, im ganzen 417 Mitglieder. In der vor kurzem stattgehabten Hauptversammlung wurde u. a. auch beschlossen, daß der Verein seine ver« storbenen Mitglieder wieder — wie es feit ter Dereinsgründung bis vor zwei Jahren, also 48 Jahre lang, üblich war — mit Musik zur letzten Ruhestätte geleitet. Das 50jährige Stiftungsfest soll in der Hauptsache durch einen großen Kommers mit Festspiel, durch Kirchgang, durch Schmückung ter Kriegergräber und durch eine vielseitige Familienfeier begangen werten. Gichener WochenniarkAreife am 5. Juli 1924 (Händler-Preise). Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt. Butter Pfd. 2 Mk., Matte Pfd. 40 Pf., Käse 65 Ps., Eier Stück 12 Pf., Wirsing Pfd. 70 brs 80 Pf., gelbe Rüben 50 Pf., Spinat Pfd. 50 Pf., Spargel Pfd. 0.90 bis 1.20 Mk., Blumenkohl Stück 1.00 bis 1.50 Mk., Salat Stück 25 bis 30 Pf., Salatgurken Stück 1.00 bis 2.50 Mk., Ober-Kohlrabi Stück 50 Pf., Tomaten Pfd. 2.20 Mk., Zwiebeln Pfd. 25 Pf., Lauch Stück 10 bis 20 Ps., Rettich Bund 60 bis 80 Pf., Radieschen Bund 20 Pf., Rhabarber Pfd. 25 Pf., Kartoffeln (neue) Pfd. 30 Pf., Kirschen Pfd. 80 Ps., Honig Pfd. 25 Pf. * " Zur Warnung für Auswande- r u n g s l u st i g e. Die vor einiger Zeit durch zahlreiche deutsche Zeitungen gegangen > Meldung, wonach 7000 Deutsche aus Baden, Württemberg und Frankfurt a. M. nach Paraguay aus- zulvandern beabsichtigen, wo s. Zt. angeblich sehr günstige Bedingungen für deutsche Einwanderer herrschen sollten, hat die deutsch? Gesandtschaft in Asuncion veranlaßt, telegraphisch dringend vor einer derartigen Massenauslvanderulig nach Paraguay zu warnen. Die Gesandtschaft teilt u.a. mit, daß jetzt lein günstiges Farmland zur Verfügung stehe und daß für die 'Aufnahme größerer Einwanderermengen in Paraguay nichts vorbereitet sei. ** Eine Pfingstfreizeit in ben lichten Duchenhallen und unter dem Waldkreuz ter Arnsburger Klosterruinen veranstaltet auch dieses- Jahr wieder die Oberhessische Volksmissron bn Anschluß an das bekannte Jcthresfest der Arnsburger evangelischen Erziehungsanstalten am Pfingstdienstag. Wer diese drei Tage stiller Sammlung und Vertiefung einmal miterlebt hat, wo man. gepflegt von treuen Diakon isseNhänten unb in ernster Aussprache über die tiefsten Fragen unb Nöte unseres Volkslebens einmal die Sorgen unb den Lärm des Alltags vergißt und Feierstllle atmet für Leib. Seele und Geist, der kommt immer wieder. Das schöne unb eigenartige ter Arnsburger Pfingstwoche (Mittwoch! bis Freitag) ist, daß aus allen Berufen und Ständen man dort zusammen kommt. Das Hauptthema: Glau- benshinternifse. Anmeldung zu Freiquartieren an Ob er Pfarrer Knodt .in Schlitz. ** Frühjahrsbezirkstag Gabelsbeiger Stenographen. Am Sonntag hielt der Bezirk Gießen Gabelsberger Sienographm feinen diesjährigen Frühjahrsbeziristag in Friedberg ab, ter sehr gut besucht war. 200 Stenographen stellten sich bem Wettschreibausschuß. Nicht nur das Wettschreiben selbst, sondern auch! die sonstigen Deranstaltungen nahmen besten Verlauf, so daß neben ernster Arbeit auch gemütliche Stunden beschert waren. Besondere Dankesworte wurden dem trefflichen Führer des Bezirks. Herrn Prok. K. H. Kuhl, staatl. gepr. Lehrer der Stenographie .zuteil, unter dessen geschickter Leitung ber Bezirk neuen Aufschwung genommen hat. Beim Wettschreiben errangen 165 Stenographien einen Preis. Mit Ehrenpreisen wurden u. a. ausgezeichnet: 240 Silben: Fidel Balken. Gesellschaft Gießen: 180 Silben: Ottilie Treser. Ges. Gießen, Melitta Eharak, Damenverein 1861 Gießen: 160 Silben: Johanna Flamme, Ges. Gießen, Adolf Kling. Vereinigung Wieseck: 140 Silben: Albrecht Osteiheld, Verein 1861 Gießen, Luise Rohrbach, Else Eberk, beide Damenverein 1861 Gießen: 120 Der Baumeister drückte seinem Sohne stumm die Hand und lobte. Pometta laut. Er bankte jedem auf seine Art. Am Abend sahen die Arbeiter am Fuß des Schlosses an langen Tischen unb tranken, unb im Speisesaal des Schlosses saßen die Ingenieure unb taten desgleichen. Da faßte Giovanni Pometta Mut unb trat zu Lorenz, um ihm zu sagen, daß er nun um die Hand seiner Schwester anhalten werde. „Bei ihr?" fragte Lenz mit leisem Spott. „Nein, bei ihrem Daker, das andere kommt von selbst," antwortete Pometta mit gemachtem Selbstvertrauen. „Ich habe nichts dagegen, das wissen Sie, aber ich kenne Agnes nicht unb weih nicht, wie sie sich dazu stellt." Lorenz Dantiger war ernst geworden, und der Tessiner begann unruhig zu werden, als er die Worte hörte. Aber er wollte sich nicht mehr schrecken lassen. Alles, was Absicht und ^erecte nung gewesen war, wurde von dem leidenschaftlichen Verlangen erstickt, das herbe, verschlossene Mädchen sein zu nennen, unb als er ten Miu-- meister um eine Anterredung bat, bebten feine Lippen vor verhaltener Erregung. „Eine Anterredung? Wollen Sie mich verlassen, Pometta?" fragte Dantiger lachend. „Nein, Herr Baumeister, ich will Sie nur um etwas bitten, das Ihnen sehr teuer ift" erwiderte Giovanni rasch gefaßt. Da blickte ihn der Baumeister mit zusammengezogenen Brauen forschend an. Pometta hielt dem harten Blick trotzig stand. Beide schwiegen. (Fortsetzung folgt) cttoon: Amu vommer, Ges. Greven, Start Hennings, Verein Laubach: 100 Silben: Gertrud Puppe, Ges. Gießen, Lucie Melcher, Käthe Ziegler, beide Damenverein 1861 Gießen, Käthe Altvater, Dora Nickel, beide Ges. Gießen: 80 Silben: Emilie Schweitzer Gertrud Reich, Minna ®ün» jkher, alle Ges. Gießen, Gretel Wabnih Damenverein 1861 Gießen, Hennann Krombach, Verein 1861 Gießen, Heinrich Wihner, Verein Großen- Linden, Minna Frutig, Ges. Gießen: 60 Silben: Emmy Moser Verein Schotten, Emilie Schäler, Erna Weigel' Else Fuchs, Mathilde Hamel, alle Ges. Gießen, Otto Avemamr, Karl Gatsert, beide Verein Lang-Göns. ** Z u Sommer - Abonnements- Konzerten lädt die Kapelle unseres Ba- taillons im heutigen Anzeigenteil ein. Die Konzerte sollen auf der Liebigshöhe stattfinden. Näheres in der Anzeige. »* 3. Brandenburger. Die Jubiläumsfeier in Frankfurt betrifft eine Anzeige in unserem heutigen Blatte. ** Eine Reisebekanntschaft mit üblen Folgen machte am Dienstag abend der 18 Jahre alte Arbeiter Wilh. Scharf aus Erfurt, der von Koblenz nach Erfurt reisen wollte. Er lernte im Zuge zwischen Limburg und Gießen den etwa 28 Jahre alten Schausteller Matthias D i cE kennen, der sich angeblich auf der Reise nach Kassel befand. Gegen 8l 2 Ähr hier angr- kommen, veranlaßte D. den Sch, seine Palete am Gepäckschalter aufzugeben, und darauf traten beide eine Alkoholtour an, bei der Bier und Wein genossen wurden. Gegen Mitternacht wurde der junge Sch. in bezechtem Zustande von einer Polizeipatrouille in der Rähe der Deterinärklinik nur noch mit Weste, Hemd und Stiefel bekleidet angetroffen. Er gab an, der D. habe ihm unerlaubte Zumutungen gestellt, Seien Erfüllung er abgelehnt habe, dann fei D. mit seinen Kleidern ausgerüctt. D. hatte sich inzwischen, wie die sofortigen polizeilichen Feststellungen ergaben, mit den Kleidern des Sch. zum Dah.chof begeben, dort die Pakete des Sch abgeholl und dann versucht, in einen leerstehenden Personenwagen am Bahnsteig zu klettern. Hierbei überraschte ihn ein Polizeibeamter, worauf D. in der Richtung nach Lollar flüchtete. Gegen Morgen fand er fich am dortigen Dahnhofsschalter ein und löste eine Karte nach Eschhofen,' da die Lollarer Eisenbahnbeamten mittlerweile aber von Gießen aus bengchrichtigt worden waren, nahmen sie den D. fest. Än einem günstigen Augenblick riß er jedoch auch hier wieder aus und flüchtete querfeldein, verfolgt von einem Wächter des Lollarer Bahnhofs. Auf der Flucht sprang D. mit Sack und Sack in die Lahn, die er durchschwamm: als er aber am jenseitigen Äser auftauchte, wurde er durch einen Warnungsschuh seines Verfolgers gestellt, dann erneut festgenommen, nach Lollar zurückgebracht und von dort nach Gießen der Polizei zugeführt. Hier hatte man den Sch einstweilen notdürftig mit Kleidern ausgestattet. Beide wurden der Staatsanwaltschaft vorgeführt, wo D. wegen seiner Gaunereien und der leichtsinnige Sch. wegen ber noch unaufgeklärten Vorgänge bei der Deterinärklinik — D. sagt irn belastenden Sinne gegen Sch aus — bis jetzt in Haft verblieben. Bornotizen. — TageskalenderfürDonnerstag. Kriegerverein: 8Ve Ähr im Postkeller Monatsversammlung. — Verein Rudersport 1913: 9 Ähr im Bootshaus Generalversammlung. — Haus und Schule: 8 Ähr Famittenabend im Johannes- saal. — Republikanischer Reichsbund: 8V2 Ähr im Gewerkschaftshaus Versammlung mit Vorträgen. — Rundfunkhaus Löberstraße: Nachmittags Änterhaltungsinusik, abends Romantischer Abend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Grell Giittly und Alfons Fix ferner „Gobseck". — Astoriu-Lichtspiele: „Sie Welt rn Flammen". — Die Deutsche Volkspartei veranstaltet ntorgen (Freitag) abend, SVi Ähr, im Gewerbehaus ehre Mitgliederversammlung, in der Pros. Schian einen Vortrag über die politische Lage halten wird. (Siehe Anzeige.) Landkreis Glotzen. * Grünberg, 3. Juni. 3m Rathaus versammelten sich Vertreter der Stadt, des Schulvorstandes und des Kreisschulamts zu einer Abschiedsfeier für Herrn Georg Sauber, Lehrer an der Volksschule und Vorsitzender des Schulvorstandes, und Frl. Johannette Balser, Hairdarbeits- lehrerin an der Volks- und Realschule. Beide traten am 1. April in den Ruhestand. Sie haben einen großen Teil ihres Lebens in treuer Pflichterfüllung der Erziehung der Grünberger Jugend gewidmet, Frl. Balser 41 Jahre, Herr Sauber fast 30 Jahre, seit Dezember 1894. Für das Kreisschulamt sprach Kreisschulcat Fischer- Gießen Worte der Anerkennung und des Dankes, für die Stadt Beigeordneter F u l d a t, für den Schulvorstand Pfarrer Schmidt und für das Sehrer- kollegium der Volksschule Sehrer Dender. Die Direktion der Realschule, deren Setter durch Krankheit am Erscheinen verhindert war, gedachte des guten Einvernehmens der beiden Schulen, die lange Zeit unter einem Dache in freundlichstem Einverständnis zusammen wirkten. 5 Göbelnrod, 4. Juni. Am 1. Juni trat Sehrer Born mann hier nach mehr als 43jäh- riger Wirksamkeit in den Ruhestand, fast 21 Zähre hat er in unserer Gemeinde als Sehrer und Erzieher der Jugend gewirkt. Am 2. Juni versammelte sich Gemeinöevorstand und Schulvorstand zu einer Abschiedsfeier im Schulhause. Kreisschulrat Fischer-Gießen sprach im Auftrag des Kreisschulamtes dem in Ruhestand tretenden Lehrer Dank und Anerkennung aus. Bürgermeister Weber brachte den Dank der Gemeinde zum Ausdruck und übergab als Ehrengeschenk der' Gemeinde einen Ruhesesfel Pfarrer Döll-Wirberg sprach für den Kirchenvorstand und als Religionslehrer zu dem scheidenden Lehrer Worte des Dankes. Herr D. dankte für die ihm erwiesene Anerkennung und Wünsche. Hierauf stellte der Kreisfchulrat noch den neuen Lehrer Herrn Schulverwalter Weicker vor und erbat von der Gemeinde freundlichste Auftmhme für ihn. ri. Obrrbessrngen 4. Juni. Endlich ist auch in unserem Ort das Ehrendenkmal für öie Gefallenen ferttggestellt. Die Eincorr- hung soll am Nachmittag des ersten Pfingsttages stattslnden. y. Hungen, 4. Juni. Der Oberhessische Missionsverein für Basel wird am 16. d. M. seine diesjährige Jahresversammlung dahier abhalten. Im Mittelpunkt wird ein Vortrag des bekannten Missions- inspektvrS v. W ü r z-Basel stehen: „Änser Platz in der Weltmission." Am Tage vorher feiert der Verein sein Missionsfest in Münze n b e r g (Burg), wobei eine Anzahl Missionare sprechen werden. Die Posaunenchöre der Ämgegend werden dabei mitwirken. Kreis Scholten. * Schotten, 4. Juni. 3m Rathaus fand gestern in der Angelegenheit der Krieger- ehrunginderKirche eine Besprechung statt, zu der die Mitglieder des Gemeinderats, des Kirchenvorstandes und der Vereine erschienen waren. 3n die Gedenktafel werden die Namen der 74 Gefallenen aus der Stadt und der 26 aus dem Kirchspiel, also insgesamt 100 Namen, eingemeißelt werden. Zur Deckung der Kosten soll am 10. August eine größere musikalische Veranstaltung abgehallen werden. Die Enthüllung des Denkmals am 17. August ist als kirchliche Veranstaltung geplant. Turnen, Sport und Spiet Leichtathletikerfolge deS Gießener Sportclubs von 1900. Zu den Nationalen Wettkämpfen des Sp. V. N i e d e r - L a h n st e i n hatte die Leichtathletik- Abteilung des G. S. C. v. 1900 als Vertreter den Mehrkämpfer Becker (früher S. C. Charlotten- bürg) entfanbt. Decker, der zum ersten Mal für die Farben des G. S. C. v. 1900 startete, behauptete sich bei der starken Konkurrenz aus Dingen, Mainz, Koblenz, Bonn usw. überraschend gut und konnte 5 Plätze belegen Er gewann den Diskuswurf mit der guten Leistung von 36,10 Meter und wurde auch mit 5,95 Meter im Wett- sprung Erster. 3m Hochsprung mußte er sich mit 1,70 Meter durch Losentscheid mit dem zweiten Platz begnügen. Das Kugelstoßen sah ihn mit 10,17 Meter ebenfalls an zweiter Stelle. Auch im Dreikampf konnte er sich einen 3. Platz sichern. Die Borussia Fulda hatte aus Anlaß ihrer Fahnenweihe die 4xl0v»Meter-Staffel des G. S. C. v. 1900 eingeladen. Die Aussichten für die Gießener' waren nicht gerade rosig. Sie muhten mit Ersah für ihren besten Sprinter und Schlußmann R. Fischer antreten, der infolge Muskelzerrung noch einige Wochen aussehen muß. Trotz alledem lieferte die Mannschaft: Sang lot), Wallen fels, Kreuter, Dachmann ihren Gegnern in der blendenden Zeit von 45,4 Sek. einen harten Kamps. Erster wurde der Gastgeber, 2 Meter zurück Hessen-Preußen-Cassel, 1 weiteren Meter zurück die 1900er. Die 2. und ein Teil der 3. Rennmannschaft weilte in Frvhnhau f en (Dillkreis), wo sie auf unerwartet starke Konkurrenz — besonders aus dem Siegerland — stteß. Seipp gewann den Hochsprung mit 1,53 Meter und wurde mit 5,90 Meter im Weitsprung Dritter. Für die im Mittelpunkt der Veranstaltung stehende große Staffel „Quer durch Frohnhausen" hatte der G. S. C. v. 1900 eine Mannschaft gestellt, die sich durchweg aus jungen Leuten zusammensetzte und nach scharfem Kampfe auf der ganzen Strecke (800 Meter, 400, 300, 200 und 100 Meter) nur 5 Meter hinter dem Sieger D. f. D. Weidenau zurückblieb. Den 3. und 4. Platz belegte S T Leun und der D.s.R. Butzbach. ------------- y Vermischtes. Wie wird der Sommer? Nach dem anhaltend kalten Winter und dem kühlen veränderlichen Frühjahr ist unsere Sehnsucht nach warmem, gleichmäßig schönem Wetter in diesem Sommer besonders groß. Haben wir doch auch bereits an den beiden vorhergehenden Sommern keine rechte Freude gehabt. Aber die Aussichten für gutes Sommerwetter sind nicht sehr groß, wie ein Meteorologe in „Reclams Äniversum" ausführt. Der alte Glauben, daß einem Jtrengen Winter ein heißer Sommer folgt, ist von der Wissenschaft als irrig nachgewiesen worden. Zudem haben wir dies Jahr eigentlich keinen sehr strengen Winter gehabt, wenn auch 3 Monate hindurch Frostwetter herrschte. Auf mäßig kalte Winter folgt jedoch mit hoher Wahr- scheinlichkett ein kühler Sommer, wie dies aus einem mehr als 100jährigen Deobachtungsmaterial für Berlin und Wien nachgewiesen worden ist. Dürfen wir uns so von der Wärme nicht sehr viel versprechen, so ist auch für gleichbleibendes llares Wetter wenig Hoffnung vorhanden. Die Menge der Niederschläge ist während des Winters und Frühlings in diesem Jahr in weiten Teilen Mitteleuropas erheblich hinter dem normalen Maß zurückgeblieben. Solchen ungewöhnlichen Trockenheitszetten folgt aber fast immer ein Ausgleich, und wir haben daher nach dieser langen Periode zu geringer Niederschläge mit einem regenreichen Sommer zu rechnen. Nun sind regenreiche Sommer meist kühl, weil sie Westwetter mit bedecktem Himmel und ozeanischen, d. h. im Sommer kühlen Winden zur Voraussetzung haben. Allerdings gibt es auch regenreiche Sommer, die warm sind, wie z. D. der Sommer 1920. Solche ©ornmcrtoitterung hat aber die Eigentümlichkeit, sehr zeitig einzusehen, so daß schon im Frühjahr hohe Temperaturen und zahlreiche Gewitter mit Regengüssen auftreten. Die sehr spät auftretende Wärme in diesem Sommer läßt erkennen, daß unser Sommer nicht zu der Klasse der regenreichen und warmen gehören wird. Die Lewitterreichen Sonnner gehören fast stets der Zeit um daS Sonnenfleckenmaxb m u m an, während wir uns gegenwärtig einem Minimum nähern. Die etwa lljährrigen Sonnen- fleckenperioden scheinen überhaupt eine große Bedeutung für die Witterung der gemäßigten Zonen zu haben, indem sich das Witterungsbild eines Jahres innerhalb ungefähr 10—lljähiäger Perioden in großen Zügen wiederholt. Man kann nachweisen, daß nach 10 ober 11 Jahren fast immer ein gleichartiger Sommer auf tritt. So folgte auf den kühlen Sommer 1899 nach 11 Jahren der kühle Sommer 1909, auf diesen 10 Jahre später der gleichartige Sommer 1919. Auf den warmen Sommer 1901 folgte nach einem Jahrzehnt der heiße Sommer 1911 und nach weiteren 10 Jahren der noch heißere 1921. Auf den sehr kühlen Sommer 1902 folgte nach 11 Jahren der gleichfalls sehr kühle Sommer 1913, und wenn sich diese Erscheinung nach abermals 11 Jahren wiederholt, so steht uns ein kalter, sehr regnerischer Sommer bevor. Freilich schwankt die Periodizität zwischen 10 und 11 Jahren, und so könnte sich immerhin auch der warme Sommer 1914 wiederholen. 3n dieser Möglichkeit liegt eine gewisse Hoffnung dafür, daß der Sommer 1924 doch noch besser wird, als man befürchten muß. Auch ist dem lallen Winter 1916/17 ein warmer und sehr schöner Sommer gefolgt. So ist noch nicht jede Aussicht auf gutes Wetter verloren, wenn wir auch freilich mit großer Wahrscheinlichkeit mit einem kühlen Sommer rechnen müssen. 3n diesem Falle bleibt uns nur der eine Trost, daß der Sommer 1925 mit großer Wahrscheinlichkeit warm und heiter sein wird. Büchertisch. — Clara Ratzka: D i e VenuS vor? Syrakus (Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart). Äm die Statue der Venus Anadyvmene hat die bekannte Erzählerin eine reizend anmutige Handlung geschrieben, voll sonnigen Humors und stiller Heiterkeit, die sich eng hineinschmiegt in die herrliche sizilianische Landschaft. Ein junger slzillscher Bildhauer, entzückt von dem Torso der Venus, sucht ein Modell, das göttliche Bild zu vollenden und findet es in der schönen Principessa di San Cataldo. Eine romantische Entführung läßt den begeisterten Künstler zu feinem Modell kommen; es gelingt ihm, die Venus zu vollenden, die gute Freunde in seiner Abwesenheit an einen römischen Schieber verkaufen. 3m Garten des reichen Protzen erkennt die elegante Welt bald das Vorbild für den Denuskopß ein Skandalprozeß bringt den Sizilianer hinter Schloß und Riegel, aber hohe Gönner schaffen ihm in einem Kloster ein Gefängnis, das bald das Ziel der eblen Römerinnen wird. UZms UmwegeL/) Unentbehrlich für Kraft» und Radfahrer, Wanderer u. Reine- verkehr. 50 Karten, fünffarbig, Maß st ab 1:300000, pro Karte _ 65 Pfennig. WümeiO ) Stiaßenkaröex£ f so zuverlässig wie Continental-Reffen' ^.1 äs Erhältlich im Buch» und Schreibwarenhandel, ferner in jeder Auto- und Fahrradhandlung. Herausgeber: Continental» Caoutchouc- und Gutta-Percha-Co^ Hannover. Heute vormittag wurde unsere gute Mutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau LuiseGerthWwe. geb. Ulm im fast vollendeten 83. Lebensjahr abgerufen. Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, Betzdorf a.d.S., Oberhausen, Wetzlar, 4. Juni 1924. Die Beerdigung findet Freitag, den 6. Juni er., nachmittags IVa Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Bekanntmachung. Beim Stadtbauamt liegen die Der- bingungsunterlagen zur Vergebung von Glaser-, Schreiner-, Schlosser- und Anschläge-, sowie Verputz- und Anstreicherarbeilen für die Fachwerks- wohngebäude an der Kaiserallee offen. Derdingungstermin: Freitag, den 13. Juni 1924, vormittags 10 Uhr. Näheres siehe Aushängekasten. Gießen, den 4. Juni 1924. [4672B ______Stadtbauamt. Braubach. Bekanntmachung Der Voranschlag der Gemeinde Nödgen für 1924 Nj. liegt vom Freitag, dem 6. bis einschl. Donnerstag, dem 12. ds. Mts. auf unserem Amtszimmer zur Einsichtnahme offen. Innerhalb dieser Frist können bei uns Einwendungen hiergegen schriftlich oder mündlich zu Protokoll vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker herangezogen werden. Rödgen, den 4. Juni 1924. Bürgermeisterei Rödgen. Kraushaar. 4680V Arbeitsvergebung. Die bei Erweiterung der Hautklinik vorkommenden Arbeiten des inneren Ausbaues, nämlich: Weißbinderarbeit 4 Lose Glaserarbeit 3 „ Schlosserarbeit 2 „ Schreinerarbeit 3 „ sollen unter Hinweis auf den Ministerial- erlaß vom 16. Juni 1893 und dessen Er- gänzungsbestimmungen zur Ausführung vergeben werden. Pläne und Beschreibungen liegen auf dem Amtszimmer der unterzeichneten Behörde während der Dienststunden offen. Angebotsvordrucke können, soweit der Vorrat reicht, gegen Erstattung der Unkosten von dort bezogen werden. Angebote sind verschloßen, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum 16. ds. Mts., vormittags 10 Uhr, dem Eröffnungstermin, bei dem Unterzeichneten einzureichen. Die Zuschlagsfrist beträgt 3Wochen, Gießen, den 4. Juni 1924. Hessisches Hochbauamt Gießen. Zweigbureau Hautklinik. I. A.: G e i b e l. 46596 Todes-Anzeige. Am 3. Juni entschlief an den Folgen eines Schlaganfalles mein guter Mann, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Hermann Becker im 56. Lebensjahre. Im Namen der Angehörigen: Johannette Becker geb. Loo«. Gießen, den 5. Juni 1924. Die Beerdigung findet Freitag, den ß. Juni, nachm. 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Beileidsbezeugungen dankend verbeten. . __________ . ____________ m,D Bekanntmachung. Mit Rücksicht auf die bei trockener Witterung bestehende Gefahr der Entstehung von Waldbränden mache ich darauf aufmerksam, daß jegliches Feueranzünden im Walde und in dessen Nähe, sowie das Wegwerfen von glimmenden Stteichhölzern, Zigarren-, Zigarettenresten usw. sehr gefährlich und ftreng verboten ist. Gießen, den 2. Juni 1924. [4673B Der Oberbürgermeister. J.D.: vr.Rosenberg. Bekanntmachung. Beim Stadtbauamt liegen Unterlagen zur Vergebung der Anfuhr von Rundholz aus dem Stadtwald nach dem städtischen Lager offen. Derdingungstermin: Mittwoch, den 11. Juni 1924, vormittags 10 Uhr. Näheres siehe Aushäugekasten. Gießen, den 4. Juni 1924. [4675B Stadtbauamt. Braubach. MWWlM Darmstadt - Giesten! Geboten in Darmstadt: Geraum. 2Ztm.- Wohnung m. Küche u. sonst. Zubeb., Gad u. eletlr. Licht, in best. Lage (Nbetnstraße). Gesucht in Gießen: Gleiche ob. größere Wohnung. Tausch müßte möglichst bald stattslnden können. Schriftl. Angeb. unt. 44981) an den Gießener Anzeiger erbeten. | Vermietungen | mLrt. Zimmer mit voller Pension an einen soliden Herrn per sofort zu vermieten (020743 SelterSweg 53. Mbl. Amme zu vermieten «otbt Schulstr. 11III. Mietgesuche Wer überläßt Meer an ruhige Familie in Gießen? Schriftl. Angebote unter 020736 an den Gieß. Anz. erbeten. Gut möbliertes Z!«»kl Mitte der Stadt ob. Nähe der Kliniken, parterre ob. 1. Stock, gesucht. Schriftliche Angeb. unter 020717 a. b. Gieß. Anz. ero. Frau Schnatterich Ausschneiden und auf bewahren I Ea folgt ein Preisausschreiben! 7. Fran Schnatterich ist In Du Vaterland Neustadt surückgekehrt und bewundert nach so langer Abwesenheit von neuem ihren von einer ersten Dekorationsfirma eingerichteten Musiksalon. Auch die Noten und den Flügel, auf dem schon Paganini seine berühmte Kreuzersonate gespielt haben soll, hat die Dekoratlonsfirma mitgeliefert Selbstverständlich hat sie eigentlich zwei Flügel, aber, so sagt sie zu ihrer Gesellschafterin, den aus echtem Palisadenholz behalten wir hier im Musiksalon, der ebenhölzerne paßt besser in meinen altdeutschen Jagdsalon unter den ausgestopften Aurorahahn, für den ich dem Dekorateur 200 Mark extra erlegt habe, der ist ebenfalls so schwarz. Ob wir nun den Pedanten zu dem Flügel danebenstehen haben oder in einem anderen Salon, das ist doch einerlei. Auch eine zweite Uhr Im Resonanzstile müssen wir noch besorgen, und bei dieser Gelegenheit will ich auch gleich wieder einige Packungen Sanitätsrat Dr. med Carape’s Kuklrol-Fuöbad mitbringen, denn immer so mit schweißigen Füßen herumlaufen, das ist mir nicht gegeben. Das Kuklrol-Fußbad verhütet Brennen, Anschwellen, Wundhufen und Schwitzen der Füße, reinigt sie besser als ein Seifenbad, verhütet auch, daß teure Strümpfe und Schuhe durch den Schweiß zerfres.en werden, kräftigt Nerven und Sehnen und ist besonders in der wannen Jahreszeit eine Wohltat für die Füße. Das ebenfalls millionenfach bewährte Kukirol-Hühneraugen-Pflaster beseitigt Hühneraugen und Warzen ohne Schneiden oder Aetzen, mithin ohne die Gefahr einer Blutvergiftung oder Entzündung. Ea erweicht" die Hühneraugen schon in einigen Stunden, stillt Infolgedessen die Schmerzen und In wenigen Tagen kann man sie einfach abnehinen. Kukirol-Hühneraugen-Pflaster und Kuklrol-Fußbad sind In allen größeren Apotheken und wirklichen Fachdrogerien vorrätig. (Kuklrol-Hühneraugen- Pilaster 75 Pfennig pro Schachtel, Kuklrol-Fußbad 50 Pfennig pro Packung.) Achten Sie aber rec.it genau auf die Schutzmarke .Hahn mit Fuß*. Manche Geschäfte, die nicht als Fachdrogerien anzusehen sind, verschaffen sich unsere gangbareq Fabrikate auf Schleichwegen und benutzen sie zur Anlockung der Käufer, denen sie dann unter allerlei unwahren Angaben andere Mittel aufzureden versuchen, die sie gern weghaben möchten. Meiden Sie solche unreellen Geschäfte ein für allemal, denn es gibt genug reelle. Selbstverständlich will der Verkäufer auch seine Ladenhüter endlich einmal loswerden, Sie aber haben das Recht, für Ihr gutes Geld das zu beanspruchen, was Sie haben wollen, und nicht, was Ihnen der Verkäufer aufreden will. Wichtig! Verlangen Sie die aufklärende und überars lehrreiche Broschüre .Die richtige Fußpflege*, die wir jedem Interessenten kostenlos und portofrei zusenden. Unsere, unter der Leitung eines alten, erfahrenen Arztes stehende Wissenschaftliche Abteilung erteilt gegen Einsendung von Rückporio kostenlos Rat und Auskunft über alle Fragen, die sich auf Fußpflege und Fußleiden beziehen. KuKlroI-FaBröt Groß-Salze bei Magdeburg. Bestimmt zu haben: Drogerie H. Noll, Neustadt 2tz, Drogerie Winterhoff, Kreueplat» 9/10. Juni Juni Juni Nur noch Nur noch Samstag Freitag Donnerstag Offenbacher Lederwarenvertrieb, Giessen Darum versäume niemand diese Gelegenheit 4690a I® llllllllllllllllllllllllllllllllllll Ausstattung preiswert die | Kaufgesuche | Ti [Wohnungstausch! 45778- MWW Stellenangebote empfehlen wir: 4687c F Ml u 4678D furt am Main. SchuhhausW. Herbert WkrUWe 8 Babnöofftr.26. Luvmigskr. 20. DaNkorftr. 24, Zmnkfurler Slc 89.J 4665a Alleinverkauf der bekannten Engelhardt’s Chasalla-Normalstiefel < Nur Kirchenplatz 8 I. Stock (kein Laden) Brtlhl'scheUnivcrfltäts- Druckerei, R. Lang e Saloiöl. 1.00 3n.Wlyitl.20 Seintt. Isselöl 8& •/.Vit. 1.20/6 ’/.Sit.65 Gießen, Marktplatz 2, neben der Engelapotheke Gegründet 1864 Rundfunk- Haus Löberstr. 12 Donnerstag, 6. S., nachm. 4—6 Uhr: ünlerhaitungsmusik. Abends 8 Uhr: Stunde der Frankfurter Zeitung. Abends 8.30 Uhr: Romantischer Abend r”|6. VI. 7* „Uhr I lRM_r-Tinm I Uhr Berat. [«„v □ In I. Kglg. Seh. North British and Mercantile Insurance Co.Ltd. Gegründet 1809. Gesamtgarantiemittel über $ 25000000.— Tüchtige Hauptvertreter für Feuerversicherung bei hohen Provisionen für den Bezirk Gießen gesucht. North British and DIeroanlile Insurance Co. Ltd. Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Feuerbachstr. 33. Für Ausflüge: 9lrnOeer-5iroD %'2.40'U'1.30« Zilisnensssl >/. 8i. 80^ >/, R. 50^ Ga«öaMV85^ EöMerlüse 3TiT‘ Psd. l.kM emmentßiet®? 1.10 fleifatöinen?7Z1S45^ Ich empfehle noch: Haferlschuhe und Tourenstiefel Turn- und Tennisschuhe, Sandalen Rennschuhe, Fußballstiefel Weiße Leinenartikel in allen Größen Passende Strümpfe und Socken Badeschuhe Baufachmann 1. Architekt mit erstkl. Beziehungen, guter Kalku- lator und Organisator, Kaufmann, Spezialist in Industriebauten, firm in allen Branchen, 30 Jahre alt, Weltmann, moralisch qualifiziert, sucht anderweitige Position, welche einer vollwertigen I. Kraft reiche BetätigungSmöglichkeit mit mitleilendem Einfluß auf Jahre hinaus bietet. Für untergeordnete Posten besteht kein Interesse. Schriftliche Angebote unt. Nr. 4670V a. o. Gieß. Anzeig. erbet. Ihren Pfingstbedarf in Schühwaren Suche sür sofortISMoSeiiaSerAr od. später in jungen I Uefeft in jeder gewünschten Suche für Gießen und Umgebung für meine beiden Spezialartikel perlmutterknöpse und Haarnetze einen bei der Kurzwaren-, Grossisten-, Warenhaus- Kundschaft und evtl, bei der Blusen-, Hemden-, Schürzen- u. Trikotagen-Fabrikation gut eingeführten Provifionr-Vertteter unter günstigen Bedingungen. Theodor Oppermann Hannoversches Perlmutterknopf, und Haarneh-Haus Hannover, Artilleriestrahe 28. 4601ss Für Bowle»: 22er Göenroöenetai.135.« Prima WliBeinwOS^ Vorzüglicher Rotwein: WnlstgU... 1.35» Roufiillon .1.90« einschl. Glas und Steuer. Kalifornische Früchte: M0illIS./.D°,-3.00« Vsllslüie Dole 2.25* WlikoseiiD°,-r.^ Für ein hiesiges Werk wird zum baldigen Eintritt ein tüchtiger, gewandter Ausläufer der auch Rad fahren kann und aus Gießen gebürtig sein soll, gesucht. Ausführliche schriftliche Angebote unter Angabe des Alters unter 4593V an den Gießener Anzeiger. w 4h Geni.3l«lklP,d.48^ WmnelilM^ M«eUl0M.lL Feinstes amerikanisches MgzllgsuielilPd?^ Roflnen 23^, SiiIlWiiieli/.P,d.22^ MinUn,/.Pid. 20;, SÜHNlllZ ^P,d. 68^ lofelmorgarlne eo5, Qualitäts-Margarine moennsectra^f 70^ feinste Delikateß-Marg. lHoenn5t5olöyf.84^ Alle anderen Backartitel zu billigsten Preisen Alte Schweiz. Vers.-Gesellschaft (Unfall, Haft, E. D. Kasko-Vers.) sucht für den Platz Gießen und Umgegend geeignete tüchtige Persönlichkeit als WM gegen zeitgemäße Vergütung. Offerten unter F. T. 10818 an Ala-Haasenstein & Vogler, Frank- W»Wl«ll. Geboten: 8 Zimmer, Küche, Glasveranda, Balkon, Badezimmer, reichlich Zubehör, elektr. ^tcht, Gas, in feinster, freier Lage. Gesucht: 5—6 Zimmer, Balkon, Badezimmer, elektr. Vicht u. Gas tn schöner Vage. Sehr. Angeb. unter 020725n d.Gieß.Anz. sollten Sie da decken, wo Sie die Gewißheit haben, reell bedient zu werden und wirkliche Qualitätsware zu billigsten Preisen bekommen. Die von mir geführten Fabrikate sind bekannt erstklassig Für die Küche der Speiseanstalt eines hiesigen Werkes wird eine jüngere oder ältere Frau als Hilfsköchin zum baldigen Eintritt gesucht. Ausführliche schriftliche Angebote unter Angabe des Alters unt. 4594V a. d. Gießener Anzeiger. Günstige; Möbel-Angebot 2 Büfetts, echt Eiche Kleiderfchränke mit und ohne Schubkasten Küchen-Tinrichtung, Natur-Kiefern Auch Teilzahlung! h. Müller, wieseck (Biebener Str. 101. 48S8D M» mit od. ohne Garten zu kaufen gesucht Schristl. Angebote mit Pretsangabe unter 02073« an den Gießener Anzeiger. Gebrauchtes Damenrad zu kaufen gesucht. Räh.ind.Gescbästsst. des Gieß. Anz. 020731 WWtlWM mi^Kochgelegenheit von Ehepaar vom 1. Juli bis Ende Oktober gesucht in nur gutem Hause. Schriftliche Angebote unter 4676D an den Gießener 2lnzeiger erbeten. Wir suchen bei den Gießereien gut ein- geführren Herrn als W-Btttttttt zum Vertrieb von Kuvolofen-Anlageu nebst Zubehör. Angebot an 4664D Ar-cliibttke G.m.b.H., LbtiMalde Mel täglich frisch gestochen empfiehlt unbekannt. Güte billigst W. Hantel Neuen Baue 7. 0801,0 Ljlephon 612 Deutsche Volkspartei Freitag. 6. Juni, 8'/« Ubr «7ov Gewerbehaus Mitgliederversammlung« 1. Geschäftliches, 2. Vortrag d. Herrn Prof. Schi an über die politische Vage. Der Vorsitzende. 10 Prozent Rabatt auf sämtliche Artikel im Mei und »Uli für landw. Arbeiten nimmt an 4617V Moetiuallting __AWA_ Simcrl. HiiMcn im Aller von 16 bis 18 Jahren für tagsüber in kleinenHaus- halt gesucht. Zu erfragen in der Geschäftsstelle d. Gieß. Anzeigers. |02i>726 tail-s Seide im 2SMD Modehaus Salomon Gießen, Sehnlstr. Illlllllllllllllllllllllllllllllllll Haushalt 020739 MllkWS WW für tagsüber ob. für ganz. Zu meld, bei im A. ößdmann, Wäschegcschäst Scltcrswcg 8ll/10- 3üng. otöciitl. MW fürkl.Haushaltper sofort gesucht, o*»™ Dlüiiiußr. 41 o. (Stellengesuche) jung. Bnnthromtet ledig, 21 Jahre alt, z. Z. auf Großbank in Frankfurt a. M. tätig, wünscht in Gießen ob. Umgcg. tu Industrie- oder kansmänn.Betrieb überzugehen. Schr. Angeb u. 020715 an den Gieß. Anz. erb. Perfekte talypislin m. guten Zeugnissen sucht baldigst Stellung. Sprachkenntnisse vorhanden. Schrift!. Angeb. nn'er 020714 a. d. Gieß. Anz. erb. SLF-Wee 3 auö eigener Großrösterei, vorzügliche, von Kennern bevorzugte Mischungen l i^K4.00,3.20^ ausgiebige, reinschmeck. 1 Qualität, anSge- *) cn a wogen . . Pfund fc-UUM SLMWs A Mischung auS rein schm. Bohnenkaffee und feinst. Geireidckast'ees, besterEr- satz für rein. Bohnenkaffee niitlö'/o I fflaffee- 72-S> mit 25°/o ÄH* mit 10% J 32^ SLFTee auSgiebig, aromatisch Psd. 6«00j^ und 4,60^ Kondensierte, gezuckerte BOlteillil Dose 48^ Kondensierte, ungezuck. Bolimild) Dose 48^ Kondensierte, gezuckerte Ulaaettnil® ®ofe30^ ■ ur. IN Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Donnerstag, 5. Mi (924 Unsere Fortbildungsschule und ihr Ausbau. Don Fr. Oft. • I Der alte 3munter unseres Volkes ist seine innere Zerklüftung. Früher waren es die Stämme, die sich immer wieder feindlich gegenüberstanden. Heute sind es die Klassen und Schichten des Volkes. Früher waren es die Schlagbäume an den zahllosen Landesgrenzen, die das Volk zerspalteten, heute sind es die Schlagworte der Parteien. Und es ist leider wahr: Der Klassenhast und Klassenkampf ist nie erbitterter gewesen, als jetzt nach dem verlorenen Kriege. So zerklüftet unser Volk durch das Parteiwesen auch sein mag, darüber müssen sich alle Kreise einig fern, daß die Zukunftsfrage des deutschen Volkes, seine leibliche und geistige Wiedergesundung, und damit auch der Wiederaufbau, eine Erziehungsfrage ist. Der Wiederaufbau muh mit dem Fundament beginnen. Alles andere ist Stückarbeit. Das Fundament aber ist die Jugenderziehung: denn unsere Jugend ist der Träger der Zukunft unseres Vaterlandes. Sie wird diese Zukunft gestalten, und sie wird das in dem Sinne tun, der dem Geist der Erziehung entspricht, die wir ihr angedeihen lassen. Die Aufgabe, Menschen zu erziehen, Persönlichkeiten zu bilden, fällt einmal der Volksschule, in höherem Maste aber der Fortbildungsschule zu. Für die weitaus überwiegende Mehrzahl unserer Volksgenossen bildet nach der Volksschule die Fortbildungsschule die ausschliestliche Bildungsstätte. 93 vom 100 unserer Arbeiter, Dauern, Kleinhandwerker, Kaufleute, unteren Beamten und nicht zu vergessen die Hausfrauen, erhalten in ihr die geistige Ausrüstung, die sie £u Persönlichkeiten machen und zur Ausübung ihres Lebensberufes befähigen sollen. Für die Erhaltung und Stärkung unserer Volkskraft und die gedeihliche Entwicklung unseres Staatskörpers fällt darum die Arbeit der Fortbildungsschule mindestens ebenso schwer ins Gewicht, wie die Tätigkeit, die unsere höheren Schulen für die Heranbildung unserer führenden Stände entfalten. Der Bedeutung der Fortbildungsschule als der Schule der Maste müssen die Ziele entsprechen, die sie sich für ihre Arbeit steckt. Vicht im Sinne einer.Herunterdrückung und Beschränkung auf das Mast des Allerunentbehrlichsten, wie es so manchmal verlangt wird. Im Gegenteil, sie kann sich ihrer Vatur nach nicht damit begnügen, nur Wiederholungsschule zu sein, sondern sie soll Bildungsgüter höherer Art vermitteln, die den Schüler als bleibender Besitz und geistiges Kapital durchs Leben begleiten. Das Kind des Volkes (Junge und Mädchen) nach Geist und Charakter, in Wissen, Wollen und Können so zu gestalten, Last es erwachsen den Platz, auf den es als Mensch und Bürger gestellt wird, auch ausfüllt, das ist die eigentliche Aufgabe, deren Verwirklichung ihre Arbeit. So klar dieses Ziel ist, so unklar war man sich lange über die nach ihm einzuschlagenden Wege. Man hat der Fortbildungsschule die Aufgabe zugewiesen, den llnterrichts- stost der Volksschule noch einmal, nur gegebenenfalls etwas gründlicher durchzuarbeiten. Dementsprechend war der ülnterrichtsbetrieb nach Inhalt und Form, nach Stimmung und Ton dem der Volksschule gleich. Bald fragte man sich, ob denn die im Durchschnitt recht kümmerlichen Ergebnisse eines dreijährigen llnterrichts die gemachten Anstrengungen und gebrachten Opfer auch nur annähernd lohnten. Ünd man merkte, als blohe Wiederholungsschule verrichtet sie eine undankbare Arbeit. Die Fortbildungsschule hat es eben nicht mehr mit Schulkindern zu tun, sondern mit jungen Menschen, die in den Anfängen ihres Lebensberufes stehen. Diese Tatsache muh die Eigenart der Schule bestimmen, wenn sie wirklich leistungsfähig sein will. Ihre eigene Lebenskraft hängt davon ab, wie sie ihre Arbeit in Beziehung zu dem Lebensberufe ihres Schülerkreises seht. Schon psychologische Gründe legen diesen Gedanken nahe. Der Blick des der Schulstube entwachsenen Knaben oder Mädchens ist nicht hinterwärts, sondern vorwärts gerichtet. Die Weisheit des Katheders ist ihnen ein überwundenerStand- punkt, wie gering auch die Portion sein mag, die sie davon mitgenommen haben. Die „Wirklich- f eit en des Lebens" bilden statt dessen die Atmosphäre, die sie umgibt: der Beruf, der sie von morgens bis abends in Anspruch nimmt, füllt den Kreis ihrer Gedanken. Soll darum ein Unterricht sie innerlich erfassen, muh er sie an der Stelle packen, die den Mittelpunkt ihres 3nter» esses bildet. — Diesen, subjektiven Erwägungen treten schwerwiegende Gründe objektiver Vatur an die Seite, um den Charakter des Unterrichts in der Fortbildungsschule zu bestimmen. Die Leistungsfähigkeit der Hunderttausende, die alljährlich aus der Volksschule in die Erwerbswelt treten, hängt nicht zum geringsten Teil von dem Mähe ab, in dem die allgemeine Bildung, die Wasser- und Wärmespeicher für Windkraftanlagen. Von Dr. Bruno Thierbach. An der Vervollkommnung Eer Windkraftan- Sagen wird mit großem Eifer und auch mit einigem Erfolg gearbeitet, seitdem man erkannt hat, welche Bedeutung die Ausnutzung einer überall kostenlos und cibgabef.ei zur Verfügung stehenden Detriebskraft gerade heute für das deutsche Wirtschaftsleben hat. Kann man doch damit rechnen, daß, in Deutschland die Windkraftanlagen durchs schnittlich etwa viertausend Stunden iin Jahr betrieben werden können: das bedeutet, daß man mit einer für eine mittlere Leistung von fünf Kilowatt gebauten Anlage an günstig gelegenen Stollen etwa zwanzigtausend Kilowattstunden im Jahre erzeugen kann. Zwanzigtausend Kilowattstunden, von 1 einer elektrischen ileberlandzentvale bezogen, erfordern aber bei einem Kraftstrompreise von dreißig Pfennig für eine Kilowattstunde eine Iahresausgabe von sechstausend Mark. Diese Berechnung gilt aber leider nur für den Fall, daß es gelingt, die erzeugbaren zwanzigtausend Kilowattstunden auch doll zu verwerten. Infolge der starlen Unregelmäßigkeit der Windkraft ist dies aber kaum je möglich: nur bei Windanlagen zur Wasserfordeeung ist es annähernd erreichbar, da sich die Leistung der- Pumpen den schrvankenden Antriebskraft und den wechselnden Ämdrehungsgeschwindig'e'.ten der Windräder verhältnismäßig ent anpaßt. Es liegt daher der Ge- ihnen zuteil geworden ist, nun ihre besondere Berufsarbeit durchdringt. Dildungsstand und Arbeitsgualität stehen in enger Verbindung. An der Tüchtigkeit der Arbeitsleistung ist aber nicht bloß der, der sie vollbringt, interessiert, sie ist eine Angelegenheit von allgemeiner, nationaler Bedeutung. And das um so mehp, je großer wieder der Anteil Deutschlands an der Weltproduktion, je stärker fein zur Zeit ziemlich ganz ausgeschalteter Wettbewerb auf dem Weltmarkt werden soll. Um so weniger kann es dem bloßen Zufall überlassen bleiben, ob und wie weit sich bei unserer werktätigen Bevölkerung die genossene Schulbildung in berufliche Tüchtigkeit umsetzt. Die Verschmelzung von Bildung und Arbeit ist eben nicht ein natürlicher, mechanischer Prozeß, sie vollzieht sich verläßlich nur dann, wenn sie das Ergebnis bewußter erzieherischer Einwirkung ist. Diesen gesunden Gedanken, dem die kaufmännischen und die gewerblichen ülnterrichtsanstalten sowie die Mädchensortbildungsschulen ihr Dasein verdanken, hat nun auch die allgemeine Fortbildungsschule ausgenommen. Sie streift jetzt endlich den Charakter einer Wiederholungsschule ab und erfüllt sich mit einer auf die Gegenwartsverhältnisse der Schüler bezüglichen Tendenz. Aus einer allgemein bildenden wandelt sie sich in eine beruflich gerichtete und gegliederte Bildungsstätte um. 2nd heute stehen wir vor der Erscheinung, daß beide Anstalten, die gewerbliche, wie die allgemeine Fortbildungsschule, am selben Punkte angelangt sind, obwohl sie die Weiterbildung der aus der Vollsschule entlassenen Jugend am entgegengesetzten Ende in Angriff genommen haben. Die richtige Stellung der Fortbildungsschule befindet sich also in der Mitte zwischen allgemeiner Bildungsanstalt und Fachschule. Weder das eine noch das andere soll sie sein, und doch von beiden etwas an sich tragen. Sie kann es nicht von sich weifen, den Schatz von Kenntnissen, die der Knabe aus der Volksschule mitgebracht hat, zu hüten und zu mehren, aber sie muß es auf einem anderen Wege tun, als er dort begangen worden ist. Sie hat ihren Schüler als das zu nehmen, was er ist, als angehenden Handwerker, Bauer oder Industriearbeiter, und auf diesen Gesichtspunkt muß sie ihre ganze Tätigkeit einstellen. Trotzdem ist sie etwas anderes als eine Lehrlingsschule, und ihre Arbeit etwas Höheres, Geistigeres, allgemeiner Bildendes als etwa eine theoretische Anleitung in den Handgriffen des Berufs. Durch ihre Tätigkeit soll es gerade verhütet werden, „daß der Mensch im Lehrling und der Staatsbürger im Arbeiter untergehe". „Menschenbildung in Berufsbildung zu kleiden, Berufsbildung mit Menschenbildung zu durchdringen", dieses Zweifache ist es, worin die Fortbildungsschule das Ziel ihrer Arbeit zu sehen hat. Dieses Ziel sucht man, theoretisch genommen, dadurch zu erreichen, daß man dem Unterricht die Berufsarbeit des Schülers zur Unterlage gibt und sie für ihn aus einer mechanischen, gleichgültigen äußeren Hantierung zum lebendigen Mittelpunkt seiner Persönlichkeit macht. Man sucht denkende Praktiker aus den Schülern der Fortbildungsschule zu machen. Die beste und wirksamste Art, die berufliche Tätigkeit der Schüler mit dem Unterricht in Verbindung zu bringen, wird also darin bestehen, daß man ihren Beruf selbst zum Gegenstand des Unterrichts macht. Und zwar soll er dessen Mittelpunkt bilden, der seine Vadien in alle übrigen Lehrgegenstände sendet und ihnen den Stoff liefert, den sie nun wieder von ihren besonderen Gesichtspunkten aus behandeln. Das bedeutet die Forderung der Berufs- oder Gewerbekunde als des Zentrums unb Konzentrationspunktes des Unterrichts in der Forllüldungsschule. Die Gewerbekunde besteht wieder aus zwei verschiedenen Einzelgebieten. Auf dem einen bildet die Tätigkeit des Gewerbetreibenden, auf dem anderen seine Person den Gegenstand, auf den sich der Unterricht bezieht. Dort wird der Verlauf des Produktionsprozesses in seinen einzelnen Phasen verfolgt, hier Der Entwicklungsgang des Erwerbstätigen an dem Auge des Schülers vorübergeführt. Das Stadtparlament über den Haushaltsvoranschlag für 1924. Gießen, 4. Juni 1924. Unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Keller unD in Anwe.enh.it des Bürgermeisters K r e n 11 e n, der Beigeordneten Dr. S e i b, Dr. Frey Iustrzrat Dr. Rosenberg und von 32 Mitgliedern le: Hauses nafy.n die Stadtver- ordnetente.sammlung heute in etwa dreistündiger Generaldebatte zum Haushalts-Voranschlag für 1924 Stellung. Die Aussprache stand durchweg auf guter Höhe, die verschiedentlich erwar.eten Reden zum F.nster huraus ante.blieb en, kurz gesagt, es wurde sehr beachtenswerte sachliche Arbeit geleistet, die den Beratungen des F.nanzausschus es förderlich sein wird. Man kann mit den Verlauf der Aussprache durchaus zufrieden fein. Als erster Redner, entsprechend der Frak- tionsstärke, sprach der Führer der Deutschen D o 1 k s p a r t e i. Er dankte zunächst den Oberbürgermeister für die sehr au Schluß .eiche Vorarbeit zur Haushaltsberatung, wie sie in der Doranschlagsrede enthalten fei, unterstrich dann die oberbürgermersterlichen Bedenken hinsichtlich der staatlichen Eingriffe in die (Steuergebiete der Gemeinden, z. D. bei der Gewerbesteuer, und rückte in den Vordergrund daß de. Uebemaßme von Gemeindelasten auf Den Staat doch auch wieder große Belastungen der Gemeinden durch das Reich und den Staat mit Aufgabe i, die diese zu erfüllen hätten gegenüberstehen. Der Redner begrüßte den festen Willen der Stadtverwallung zur Sparsamkeit und wünschte, daß diese Tugend auch anderswo z. D. vom Staate, streng geübt werde. Hierauf nahm er zu dem Inhalt des Haushaltsplanes selbst Steilung. Er trat für die baldmöglichste Verwirklichung des Krematorium- baues ein, dem man schon aus Rücksicht auf die Frage der Geländebeschaffung zu Friedhofszwecken nähertreten müsse, und regte an, evtl, ein Zusammengehen der Stadt mit den Interessenten der Feuerbestattung zwecks gemeinsamer Erbauung und gemeinsamen Betriebs herbeizufüh- ren. Eine befürwortende Stellungnahme gab er zur Frage der Wiederaufnahme des (Straßen- Bahnbetriebs zu erkennen, die man nicht mehr so weit hinausschieben dürfe. Die Zeit, in der durch die sommerlichen Veranstaltungen aller Art auch Einnahmen für den Straßenbahnbetrieb zu erwarten seien, müsse ausgenuht werden, und zu diesem Zwecke sei es vielleicht ratsam, in Zukunft größere öffentliche Veranstaltungen auf den Trieb zu verlegen, um dabei auch gleichzeitig die städtischen Liegenschaften dort oben (Liebigshöhe, Phi- losohhenwatd) zu fordern. In finanzieller ijin- sicht unterstrich der Redner die Ansicht, die wir in unserer Vr. 124 vertreten haben. In der Aufwertungsfrage steht der Redner auf dem Standpunkt, daß die Stadt hier als leitenden Gesichtspunkt ihrer Politik die Wiedergewinnung des vollen Dertcaue is der Sparer una sonstigen Geldgeber betrachten müsse. Den Anleihegläubigern der Stadt müsse so weit wie nur irjenö möglich entgege igefommen werden, hier dürfe man keine fallche Sparsamkeit treiben, Die sich sonst später rächm werde. Sodann ging der Redner eine ganze Reihe von Etattiteln durch, bei denen nach seiner Ansicht die Einnahmen zu meD-ig, die Ausgaben etwas zu hoch ange eßt seien Das Ergebnis dieser Bet.achting wir Die Schlußfolgerung, daß aus Dm verschiedensten Titeln mehr lieber- schasse herauskommen Dürften, so Daß man Die Steuerschraube wohl etwas weniger hart anza- ziehen brauche. Im Interesse des schwer kämpfenden Gewerbes sei diese Sachlage zu begrüßen. Zur Finanzierung Der Verwaltung sei aber zu prüfen ob man gewisse Steuerbeträge nicht halb hereinrelommen könne. Der Vertreter der sozialdemokratischen Fraktion beschäftigte sich zunächst mit dem allgemeinen Teil der Voranschlags re ?e des Oberbürgermeisters In verschiedenen Punk en übte er Kritik an Den dort kunDgewordenen Ansichten, in manchen anderen Punkten gab er beachtenswerte gute Ratschläge. Er betonte weiter, daß es ihm völlig fern gelegen habe, durch seine Aeußerung in Der vorigen Sitzung („Provokation des Hauses") den Oberbürgermeister o ec de Stadtverwallung verletzen zu wollen. Bei der Besprechung des Etats brachte Der Redner pb ich- falls zum Ausdruck, daß man aus manchen Titeln zweifellvs höhere Einnahmen erwarten kann. Er vermißte auch Mittel für Den Tau eines Krematoriums, für die Vorbereitung eines neuen Volks« schulbaues zwecks Beseitigung der Baracken und sonstiger Schwierigkeiten: für die Instandsetzung der (Straßen sollten größere Auswendungen gemacht werden. Die Fremdensteuer solle man beseitigen, denn ihr Aufkommen von nur 10 000 Mark sei zu gering im Verhältnis zu den Rach- teUen, die sie zeitige. Eventl. könne auch die Getränkesteuer fallen. Für die Mietzinssteuer' werde er nicht stimmen, wenn aus ihr nicht viel höhere Beträge, als jetzt vorgesehen, für den Reu bau von Wohnungen verwendet würden. Die Wohlfahrtspflege müsse bis zu einem bestimm en Teil produktiv gestaltet werden, wie in Mainz. Zum Schluß regte der Redner an, die Stadtverordnetenversammlung möge in einer einmütigen Entschließung Der Reichsregierung erklären, daß die jetzige Regelung Der Deamtenbesv'dung unsozial und ungerecht sei und schleunigst geändert werden müsse. Das Zentrum ließ durch seinen Vertreter erklären, daß eine Vereinfachung und Ersparnis unbedingt notwendig fei, weil der Bürger Die Steuerlasten nicht mehr tragen könne. Tatkräftig« Förderung des Schulwesens sei nötig, heute werde schon viel mehr an Zuschuß für die höheren Schulen geleistet, als für die Volksschule. Viel wichtiger als der Krematoriumbau sei die Schaffung von gesunden Wohnungen. Die Straßenbahn solle bald wieder in Betrieb gesetzt werden, dadurch werde sich die ohnehin vorgesehene Ausgabe nicht wesentlich erhöhen. Im Hinblick auf die Tatsac^, daß die veranschlagten Einnahmen zweifellos an= sehmlich hoher sein werden, solle man nicht zu viel neue Steuern bewilligen Die Kommunisten ließen eine kurze Erklärung verlesen, in Der zum Ausdruck gebracht wurde, Daß mehr Zuschüsse vom Reich verlangt werden müßten, daß die Straßenbahn wieder fahren solle, für die Wohlfahrtspflege mehr unb für die Volksküche überhaupt Mittel vorzusehen seien. Die Miets- und die Gewerbesteuer wurde abgelehnt, dagegen die Desteuerurrg derjenigen verlangt, „die während und nach dem Kriege ungeheure Gewinne gemacht haben“. Der Sprecher der Demokraten begrüßte die Sparsamkeit der Verwaltung und erklärte, seine Fraktion trete mit Vertrauen dem Voranschlag bei, womit natürlich nicht gesagt fein solle, daß jie ihn vom ersten bis zum letzten Satz unterschreibe. Zur Straßenbahnfrage wünschte der Redner eine Aufklärung über Die in Anscch gebrachten Ruhelöhne: was habe man Darunter zu verstehen?: im übrigen meinte er, es sei richtig, Daß die Verwaltung mit der Inbetriebnahme noch warte, denn Der Mittelstand, Der die Bahn doch hauptsächlrch benutzt habe, sei heute kaum mehr so zahlungskräftig daß er Straßenbahn fahre. Der zufriedenstellenden Losung der Aufwertungsfrage sagte er seine Unterstützung zu. Die Frage des Äremi- torium-Barres dürfe nicht mehr ruhen, die Demokraten würden ihre ünterftüßung geben, aber die Mittel könne man erst bewilligen, wenn die Sache zur Entscheidung stehe. Die Frage der Volksküche müsse weiterhin beachtet werden, es sei untragbar. Daß die Mittel für diese Einrichtung in der Hauptsache aus privater Hand kämen. Dem Derkehrs- verein und dem Verschönerungsverein stellte er anheim, sich zwecks Unterstützung ihrer Bestrebungen doch an die (Stat t zu wenien . Zur Wohnungszwangswirtschaft, die er als eines Der umstrittensten und verhängnisvollsten Kapitel bezeichnete, bemerkte er, mit deren Aufhebung als Ziel könne man einverstanden fein, das Tempo dürfe aber nicht schneller sein als Die Fortschritte in Der Entspannung auf Dem Wohnungsmarkt. (In unserem Artikel in Rr. 126 hatten wir deutlich zu erkennen gegeben, daß auch unsere Stellungnahme Dem Ziel galt unD daß wir bis zu dessen Erreichung selbstverständlich eine gewisse Uebergangszeit mit Der weiteren Bindung der Wohnungswirtschaft für notwendig halten D. Red.) Der Redner trat wei- ter Dafür ein, daß man bat Hausbesitzer von der Einziehung von Steuern und Abgaben, die von Den Mietern zu bezahlen seien, befreien solle. Denn diese Steuereinzieherrolle belaste das Verhältnis zwischen Den Hausbesitzern unD Den Mietern nur noch mehr. Der Aufhebung Der Fremdensteuer stimmte er zu, denn hier stehe der Ertrag in feinem Verhältnis zu den Erheb unasar beiten. Mit einem Protest des Hauses gegen die neue Regelung der Deamtenbesoldung erklärte Der Redner sich einverstanden. i Damit war die RÄmerliste erschöpft. Oberbürgermeister Keller erklärte, die Verwaltung werde zu den vielfachen Wünschen und Anregungen nun Stellung nehmen. Der Haushalts-Voranschlag wurde Dem Finanzausschuß überwiesen. Der mit der Durchberatung alsbald beginnen soll. Dazu soll auch ein Vertreter Der Kommunisten. Deren Stärke im Hause bekanntlich nicht zur F.aktionsbildung ausrercht, mit hinzugezogen werden, Damit sie Gelegenheit haben, positiv mitzuarbeiten. »WtoroiwiiM erreichen Sie durch rechtzeitige Anwendung mit dein bewährten unschädlichen [B9O4ss Dr. Weinreichs Mottenäther Erhältlich in Apotheken und Drogerien. Ansklärende Schriften durchPbarmakonA.-lü. Frankfurt a.M. Ein Stuck ante alte Zeit im besten Sinne des Wones ist der Kaffee-Onkel, den mein so srenndlich und vertrant überall siehi. wo Pfeiffer & DllterS Kaffee-Essenz zu haben ist. Ein Stück gute alle Zett bringt Pfeiffer L Dtllers Kaffee-Essenz in den Haushalt zurück, wo man noch guten kräftigen Kaffee trank. Die echie Pfeiffer & Silier hat bekanntlich die gute Eigenschaft, daß sie Kaffeebohnen, Korn, Gerste oder Malz ganz überraschend ergiebig macht und dabei zugleich den Geschmack nicht minder überraschend feiner und angenehmer. Man mag feinen Kaffee mehr, der nicht mit Pfeiffer L Dillers Kaffee- Essenz gekocht ist, wenn man die erste Tasse damit erprobt hat. [3153D ÜMnlfQpin VNoinl Geg.Leber-u.Magenleid.,selbst langj. nl dlmöüW! \m! hilft best. Karlsfpruöcl viskirchen \4 danke nahe.die Windkraft zürn Wasserheben zu benutzen, dieses Wasser in einem Hochbehälter aufzuspeichern und die Kraft des fallenden Wassers alsdann in Wasserturbinen zur Arbeitsleistung, vor allem zur elektrischen Licht- und Kiafterzeugung zu verwenden. Diese Anlagen sind Dann von den Schwankungen dec Windkraft völlig unabhängig und können mit den üblichen bewährten Maschinen ausgerüstet werden. Wo Wind, Wasser, Höhenunterschiede und billiges Gelände zur Anlage kleiner Stauweiher ^vrAnden sind, wird sich ein solches Wrw^- Wasser-Kraftwerk als recht wirtschaftlich erweisen. Diese vier Vorbedingungen sind aber an Den deutschen Steilküsten, z. B. auf Rügen oder im Eamlande, auch an allen Seen im Hügelgelände, beispielsweise in Masuren, vorhanden, und diese Zeilen mögen die Anregung geben, solchen Entwürfen, die bisher noch nicht in die Wirklichkeit umgeseht worden sind, ernstlich näher zu treten. Es wird sich empfehlen, zunächst solche Orte zu wählen, die aus irgendeinem Grunde keinen Anschluß an eine elektrische lieber land- zentrale erhalten können. Die herrliche Insel Hiddensee, deren Badeorte noch immer das elektrische Licht entbehren, wäre ein solcher Platz. Die neuzeitliche Technik hat aber noch eine weitere Speichermöglichkeit für die Windkvaft geschaffen, die an jedem beliebigen Orte, an dem die Windverhältnisse nur einigermaßen günstig sind, angetocnDet werden kann, nämlich Die Wind- kraft-Elektrowärmespeicherung''). Die Elektrowärmewirtschaft hat mit dem nun endlich mit Energie in Angriff genommenen Ausbau der deutschen Wasserkräfte eine so große Bedeutung erlangt, unb die für sie in Betracht kommenDen .Einrichtungen und Geräte sind in den letzten Jahren so vervollkommnet worden, daß man mit Fug und Recht behaupten kann, Die Elektrotechnik schicke sich heute an, eine weitere die dritte Stufe ihrer Entwicklung zu betreten; neben Der Licht- unD Kvafterzcugung auch einen großen Teil des Wärmebedarfs zu decken. Roch wichtiger aber, als für Die Wasserkräfte, verspricht Die Elektrowärmewirtschaft für Die Verbreitung Der Windkraftanlagen zu werden: Denn in Den neuzeitlichen Clektro-Warmwasser- und Dampfspeichern, Die ohne jeden besonderen Heizkörper arbeiten — Das Wasser selbst bildet Den elektrischen Widerstand, in Dem Der elektrische Strom in Wärme umgeseht wird — ist es möglich jede Windminute voll auszunutzen und als Elektrowärme zu speichern. Die Dann zu beliebiger Zeit verwertet werden kann. Richtet sich Der Besitzer eines von Den Leitungen des lleberlandwerkes schwer erreichbaren Gehöftes oder Landhauses für seine elektrische Lichterzeugung eine kleine Windkraftanlage ein, so wird er mit einer solchen für eine Leistung von einer Kilowattstunde gut auskommen, Da er, um gleichmäßiges Licht zu haben und auch bei Windstille mcht im Dunkeln zu bleiben, eine' kleine Sammlerbatterie aufstellen muß. Bei viertausend brauchbaren Windstunden im Jahre würde dieses kleine Wrndkraftelektrizitätswerk viertausend Kilowattstunden jährlich leisten können. Zur Beleuchtung allein würde ein solches Besitztum sicherlich nicht mehr als vierhundert Kilowattstunden brauchen. Die Anlage wird also nur mit einem Zehntel ihrer tatsächlichen Leistungsfähigkeit ausgenutzt: Dreitausendsechshundert Kilowattstunden gehen verloren. Die'e, in Elrk- trowärmespeichem aufgefangen, würden aber nicht nur ausreichen, um den gesamten Wärmebedarf Der Küche sicher zu Decken, sondern cs würden noch zweitausendeinhundert Kilowattstunden im Jahre übrig bleiben, Da Der Küchenbedarf einer fünfköpfigen Familie nach Den eingehende i Unter- suchungen von Professor Dr. Dettmar in Hannover nur .fünfzehnhundert Kilowattstunden im Jahre beträgt Die übrigen zwertausend.inhunDert Kilowattstunden können zum Betriebe von zahlreichen Elektrowärmegeräten und Kleinmotoren, wie Bügeleisen, Föhn, Brennschere, Kocher zum Rachwärmen des aufgespeicherten Warmwassers, Rähmaschinenantrieb, Staubsauger, Dlitzbohrer, Geschirrspüler und vieler anderer Geräte verwendet werden, durch deren Anwendung gerade das Leben auf dem Lande so wesentlich an Annehmlichkeit und Gemütlichkeit gewinnt, und das alles, oßny Daß hierdurch auch nur die geringste Erhöhung Der Betriebskosten der für die Beleuchtung angeschasften Windkraftanlage entstehen. ’) Rahe re Ausfühi-uraen über die Wind- kraftwärme hat Der Verfasser in Der Zeitschrift „Die Technik" am 4. April 1920 veröffentlicht. Svirderabdrucke stellt er auf Anfrage — zu richten nach Sellin, Rügen, gern zur Verfügung. Wirtschaft. • 71 eue Kredite für die Landwirt- schaft. Die ReichSbant hat aus Veranlassung dec Reichsregierung der Landwirtschaft zur Behebung der Auswinterungsschäden einen Kredit von,£0 Millionen zur Verfügung gestellt. Die Bewahrung dieses Kredites erfolgt auf Anweisung des Reichsernährungsministers, an den etwaige Anträge umgehend zu richten sind. Im Anträge muh angegeben werden, wie stark die Auswinterung in dem betreffenden Bezirk und welcher Betrag zur Behebung dieser Schäden not- wendig erscheint. * Roggen rentenmark- A.-G., Berlin. In der Frage der ZinSaufwertung für die Roggenrentenbriefe hat das Kammergcricht in Berlin am 2. Juni die in der Presse bereits erwähnte Entscheidung des Berliner Landgerichts II aufgehoben und zugunsten der Roggenrentenbank A.-G. dahin erkannt, dah die tx>n der Rvggen- rentenbank vorgenvmmene Zinsberechnung gerechtfertigt ist. * Deutsche Bank. Der Aufsichtsrat genehmigte in seiner gestrigen Sitzung den Abschluß zum 31. Dezember 1923. Die Bilanz schließt mit 349 839 403 Mk. Der im Gewinn- und Verlust- Konto als rechnungsmäßiger äckeberschuh auf den Ertragskonten ausgewiesene Betrag von 24 466 208 Dill.-Mk. gleicht die Erfordernisse für Unkosten und 'Abschreibungen aus. Vorschläge hinsichtlich einer Gewinn- und Dividendenverteilung kommen nicht in Frage. ’ Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hütten°.-G. zu Bochum. Die G.-V. vom 3. Juni genehmigte die Bilanz und beschloß, den sich auf etwa 5 Billionen Papiermart belaufenden Reingewinn auf neue Rechnung vorzutragen. Aufsichtsrat und Vorstand wurden entlastet. Aus dem Vorstand trat Dr. Ing. et Dr. phil. he. Albert Vogler in Dortmund aus und wurde in den Aufsichtsrat gewählt. Ferner treten neu in den Aufsichäsrat ein: Dr. Edmund Stirmes, Berlin, Hugo Stinnes, Hamburg, Generaldirektor Flick, Berlin. Vertreten waren 73 874 Aktien und 130 Millionen Vorzugsaktien. • Gelsenkirchener D e r g wer ks-A.-- G. Die G.-V. am 3. Juni genehmigte die Regularien und beschloß, den Verlust von rund 837 Milliarden auf neue Rechnung vorzutragen. Von der Verteilung einer Dividende an den Aufsichtsrat wird abgesehen. Die Werke hatten unter der Auhrbesehung stark zu leiden. Anstelle des verstorbenen Geheimrats Kirdorf wurde Major a. D. Gustab ^stner-Kirdorf und anstelle von Hugo Stinnes seine beiden Söhne Hugo und Edmund Stinnes neu in den Aufsichtsrat gewählt. Ferner tritt in den Aufsichtsrat Generaldirektor Flick- Charlottenhütte ein. * Felten und Guilleaume Carl- Werk A.-G., Köln-Mülheim. In der Auf- sichtsratssitzung wurde beschlossen, den Saldo d?s Jahresabschlusses ins neue Jahr zu übernehmen. Rach der Einstellung des passiven Widerstandes ist es der Gesellschaft gelungen, aus dem Inland, aber auch in genügender Weise aus dem Auslande Aufträge zu übernehmen. Der Beschäftigungsgrad des Werkes ist daher zur Zeit bei befriedigender geldlicher Lage ein günstiger. * Maß nahmen gegen die Industriekrise in Ost-Oberschlesien. Auf die vom Berg- und Hüttenmännischen Verein in Katto- Witz an die polnische Regierung gerichtete Denkschrift, betreffend Maßnahmen zur Behebung des Zusammenbruches der vst--oberschlesischen Industrie ist die Antüwrt eingegangen, die Forderung einer bOprozentigen LochnHerabsetzung werde sich nicht erfüllen lassen, 'jxr Lohnabbau könne nur nach und nach vorgenommen werden, auch sei eine weitere Arbeitszeitverlängerung ins Aage gefaßt. Im übrigen werde der polnische Staat nichts unversucht lassen, der ost-oberschlesischen Industrie zu helfen, damit sie auf dem Weltmarkt wieder konkurrenzfähig werde. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) In Billionen Prozent Frankfurt a. M. Berlin Schluß- Kur» Schlich, Kur» Schluß- Kur» Schlutz. Kur, Datum: 3. 6. | 4. 6. 3. 6. 4.6. 5% Deutsche Retchsanleihe . 0,068 0,0675 0,0.95 0,068 4% Deutsche Reichsanlcihe . 0,400 0 37- 0,385 0,370 3'/»% Deutsche Reichganleibe 0,180 0,170 0,195 0,185 3% Deutsche ReichSanlcibc - Deutsche Svarprämienanleihe 4% Preußische KonsolS . . - 0,710 0,630 0,650 0,690 0,190 0,190 0,200 0,170 4° o Hessen........... — * — 3‘/«% Hessen.......... — — — 3% Helfen........... •— —■> —- — Deutsche Wertb. Dollar-Anl. 4,2 4,2 4,2 4,2 dto-Toll.-Schay-Anwetsung.^ 74,40 74,10 74,4 74,1 4% Zolltiirkcn ...... 4 3,87 3,75 3,9 5% Goldmexikaner ...... —- 37 36 — Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank. 3.75 2? 4 4 4 Darmst. und Naltonalbank • 6,63 6,25 6,63 7,37 6,2 Deutsche Bank......... 7,6 7 7,1 Deutsche Bcreinsbank .... 0,490 0,450 — Disconto Commandtt .... 8,37 7,8 7 8,13 7,5 Metallbank........... 13 12,8 — —• Mitteldeutsche Lrcditbank. . Ocsteireichliche Kreditanstalt. Westbank............ 1,6 0,410 0,340 1,4 0,4 0,325 1,4 0,4 0,975 1,4 0,4 0,55 Bochumer Guß........ — -- 45,5 45,75 Buderus............ 9,75 9,25 9,3 9 Earo.............. Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . 12,75 44,75 48,25 11,75 43,75 46 12,2 44,13 47,37 'N 46,1 Harvener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben.... 54 8 62 7 64,5 7,1 N Kaliwerk Westeregeln..... 12,37 12,1 12 4J5 Lanrahütte........... 5,87 6.4 6,3 Lbcrbedarf........... 11,25 10,25 11,6 10,76 Phönix Bergbau ...... 25 23,25 24,1 23,25 Rycinstahl........... 21,75 20 21 19,6 Riebeck Montan........ 35,1 35 36,5 35 Tellus Bergbau........ 1,4 1,25 — Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llotid..... 21,9 4,75 21,6 4,65 20,75 4,65 21 4,7 Chcramische Merke Albin .. — — — — Zementwerk Heidelberg . . . 81 2,45 8 — — Philipp Holzmann...... 2,8 2,8 2,3 Anglo-Cont.-Guano..... 11,2 10 11 10 Badische Anilin........ 13,5 13,25 18,25 18,2 Chemische Malier Alapin. . . 1,1 — — — Goldschmidt.......... 9,25 9,25 9,5 9°25 Griesheimer Electron .... 10 9,2 9,5 Höchster Farbwerke...... 10 9,87 9,9 9,87 Holzverkohlung........ 6,4 6,6 RütgerSwerke......... 10,37 10,40 10,18 10 Schcideanstalt......... 13,4 12,6 — — Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft 7,85 7,7 7,5 7,6 Bergmann........... 11 10,25 10,9 10 Mainkraftwerke........ 4,5 4,76 w — Schuckert ............ 32,5 29 30,25 29 Siemens «t Halske...... 39 39,L 87,5 Adlcrwcrke Kleyer ...... 1,4 1,4 1,4 1,3 Daimler Motoren....... 2,1 2,1 2 2 Hcvligenstaedt......... 2 1,8 18,25 — ■» Meguin............. 14 — — frankfurter Armaturen ... Konservenfabrik Braun . . . 0,5 0,5 — ■ — —— — *• — Metallgesellschaft Frankfurt. Pkt. Union A.-G....... 13,75 1 13,25 1 1 1,1 Schuhfabrik Herz ....... 2,1 2,1 2,2 2,1 Sichel.............. 4,9 4,6 — *• Zellstoff Waldhof....... 6,3 6 6,6 6,4 Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel ... Ä 32 2,4s 8,37 — •) Dom Rückzahlung?'/. Berliner Börse. Berlin, 4. Juni. Die Losung der Regierungskrise wirkte in politischer Hinsicht beruhigend, vermochte aber einen scharf hervvrtreten- den Einfluß auf die Börse nicht auszuüben. Rach wie vor ist das Gefühl der Llnsicherheit vorherrschend, da man neue Zahlungsschwierigkeiten befürchtet, infolge der fett langem andauernden mißlichen Wirtschaftslage. Daher machte sich allgemeine Zurückhaltung und sehr geringe Geschäftstätigkeit bemerkbar. Die Kursbewegung ist ungleichmäßig, vorwiegend aber nach unten gerichtet. Die Veränderungen gegen gestern sind aber im allgemeinen unbedeutend. Von Montan- werten verloren Kattowitzer und Köln-Reuessener P/s Billionen Prozent. Vereinzelt kleine Erholungen auf Grund von Deckungen der Baissespekulation, so stellten sich Berliner und Karlsruher Industrie l7/8 Billionen Prozent hoher. Einen empfindlichen Rückgang erfuhr nach anfänglicher Festigkeit Rorddeutsche Wolle, die gegen den ersten Kurs ca. 21/2 Billionen Prozent einbühten. Das Geschäft schleppte sich während des ganzen Verlaufes trage hin, ohne daß sich ein Ansatz zu einer entschiedenen Besserung bemerkbar machte. Die Devisenkurse wurden zum Teil in Einklang mit der Festigkeit der Mark im Auslande um eine Kleinigkeit niedriger notiert. Der Bedarf fand volle Befriedigung. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (9n Billionen Mark auSaedrückt. BuenoS-AireS, London, Neu« York, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Einheiten, alle« übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) 3. Juni 4 Juni Restart. 3. |4. Amtliche Geld liotierunn Brief Amtliche Geld ioticcmi Brief Amst.-Rott. Brss.'Antw. Lhristianta. Kopenhagen Stockholm. Helsiugfors. Italien. .. London... Ncuvork . . Pari« ... Schwel» . Spanten . . Wien in D.» Ccft. abgest. Prag . . .. Budapest. . Buen^AireS Bulgarien. Japan .. . Rio de Jan. Belgrad . . Lissabon . 157,61 18,55 56,36 70,67 110,72 10,42 'W 4,13 21,45 73,62 56,76 6,89 12,245 4.59 1,355 2,99 1,665 0,415 5,09 11,97 157,39 16,65 66,64 70,93 111,28 10,48 18,225 16,70 4,21 21,55 73,98 67,04 Ä s 0.425 5,11 12,03 Dankn 156,51 18,75 56,36 70,57 110,72 10,42 18,175 18,08 4,19 21,55 73,57 66,61 5,89 12,215 4.59 1,345 2,99 1,665 0,415 6,04 11,97 oten. 157,29 18,65 56,64 70,93 111,28 10,48 18,275 18,70 4,2. 21,65 73,93 66,89 5,91 12,805 Z c&5 12,03 voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll Ö0(ti voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll (Ohne Gewähr.) Berlin, 4. Juni Geld 73,32 21,50 70,22 "10,42 165,71 6,85 4,19 18,01 18,10 18,58 4,09 12,19 56,11 1,72 66,36 Schweizer Noten.......... Französische Noten........ Dänische Noten.......... Schwedische Noten........ Holländische Noten........ Deutsch-Oesterreich, ä 100 Kronen Amerikanische Noten....... Englische Noten.......... Otaliemschc Noten......... elgische Noten.......... Ungarische Noten......... Tschechoslowakische Noten..... Norwegische Noten........ Rumänische Noten......... Spanische Noten........ . Brief 73,68 21,60 70,58 110,98 166,49 6,87 4,21 18,11 18,20 18,68 4,11 12,25 56,39 1,74 66,64 Revark. % voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll Frankfurter Dorfe. Frankfurt a. M., 4. Juni. Tendenz: Schwach. — Die heutige Börse eröffnete zunächst sehr schwankend, denn zu Beginn lag sogar etwas Rachfrage fror, sv dah die Kurse alle ein wenig über den gestrigen Rvtierungen lagen. Aber bald kam infolge weiterer Glattstellungen fror den Feiertagen neues Material heraus, das ganz plötzlich auf die Kurse-drückte. Die Wiederbestätigung des alten Kabinetts wird sehr verschieden beurteilt, und obwohl man zugibt, daß, nachdem die Deutschnationalen hartnäckig geblieben sind, ein anderer Hlusweg nicht hätte gefunden werden können, ist man mit dem Ausgang der Stofe nicht zufrieden. Man erwartet eine baldige neue Kabinettskrise, wenn nicht sogar eine Auflösung des Reichstages. Das ganze wirtschaftliche Leben drängt nach einer raschen Entscheidung in der Reparationsfrage, und die Meinung an der Börse geht dahin, daß, toemi diese rasche Lösung durch Den derzeitigen Reichstag nicht ducchgefuhrt werden könnte, fron neuem an den Wilern des Dolles appelliert werden müßte. In dem ganzen Börsengeschäft kommt die älnlust zu Tage, die man empfindet bei der Gestaltung der politischen Ereignisse. Man ist resigniert und ungeduldig über die Zeit, die mit der Parteipolitik verschwendet wird, während auf der anderen Seite das Volksvermögen dahinschwindet. Von dieser Stimmung beeinflußt, wurden schließlich die Rotierungen wieder ettvas niedriger festgesetzt. Api 3l/a. Decker- Stahl 3, Decker-Kohle 5l/s, Growag 0,140, Krügershall 3Vg. -üfa 41/4. Auf dem Devisenmarkt hält das große Angebot weiter an. Die Mark ist jetzt im Auslande vollkommen paritätisch zu den Rotierungen der ausländischen Devisen in Derlin. Der Franc konnte sich im Laufe des heutigen Vormittages ettvas erholen. Gr notierte gegen London 83,5. Berliner Produktenbörse. Berlin, 4. Juni. (Wolff.) Am Produktenmarkt hat die Abneigung gegen eine lebhaftere Geschäftstätigkeit noch zugenommen. Das schlechte Mehlgeschäft hält die Mühlen von Käufen ab. Weizen war aus Sachsen angeboten, ohne, trotz ermäßigter Preise, Käufer zu finden. Auch Roggen litt unter überwiegendem Angebot.' Die Mattigkeit des Weltmarktes drückt allenthalben. DaS Geschäft in Malzgerste ist durch den Drauerstceik ins Stocken geraten. Hafer war bei ruhigem Geschäft weiter schwach. Für Futterstoffe zeigte sich bei matter Tendenz kein Interesse. Es wurden notiert für je 1000 Kilo: Weizen märt. 149 bis 152 (matt), mitteldeutsch 147 bis 151 (matt), Rog-' gen märt 128 bis 134 (matter), Braugerste 154 bis 159 (matter), Futtergerste 140 150 (matter), Hafer märt. 126 bis 133 (ruhig), westpreuh. 118 bis 121 (ruhig), Raps 260 (still): für je 100 Kilo: Weizenmehl 21,50 bis 24 (flau), Roggenmehl 19 bis 22,50 (matter), Weizenkleie 9 bis 9,20 (still), Roggenkleie 8,4 bis 8,5 (still), Rapskuchen 9,20 bis 9,80, Leinkuchen 18. Trvckenschnitzel 7. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 4.Juni. Es notierten je 100 Kg. Weizen, Wetterau 16,25 bis 16.50, Roggen 14,75 bis 15, Sommergerste für Brauzwecke 16,50 bis 16,75, Hafer, inländ. 14,75 bis 15,25, Weizenmehl, südd. Spezial 0 26,25 bis 28. Roggenmehl 22,25 bis 23, Weizen- und Roaoen- kleie 8,80 bis 9.50 Mk. Aus deiM Amtsverkünviquugsblatt, ” Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 37 vom 3. Juni enthält: Festsetzung der Junimiete. — Beschädigung der Reichs-Telegraphen- anlagen. — Aufbewahrung giftiger Flüssigkeiten. — Instandhaltung und Reinigung der Schulgebäude. — Jugendtag. — Feldbereinigung Allen- dorf a. d. dLa. — Aufhebung einer Straßensperre. — Dienstnachrichten. (In einem Teil der Auflage toiederholt.) Die KriegSfchuldfrage. London, 4. Juni. (WD.) Eine Röuter- Agentur-Meldung aus Washington besagt daß der SenatSausschuß für auswärtige Angelegenheiten mit 8 gegen 6 (Stimmen eine Entschließung abgelehn t fjat, die die Untersuchung der deutschen Kriegsschuld forderte. schwache 'Suppen und alle Fleischgerichte erhalten augenblicklich BÜSSING M OTO R - LAST WAG E N OMNIBUSSE, RAUPENSCHLEPPER Alle Ersatzteile sofort ab Lager Fernen Generalvertretung der 4666D Wer sich überzeugen will, kann Freitag, den 6. Juni, von 3 Uhr ab eine Tasse frisch gebrauten umsonst probieren :: Alle übrigen Kolonialwaren u. Lebensmittel zu billigsten Preisen in nur bester Qualität empfehle meinen allbekannten ff. Bohnenkaffee, Pfd. 4 Mk. Für die Feiertage i Wetzsteingasse 15CarlBorgerFernruf Nr, 1274 Lieferung frei Haus Stmonsbrot Pumpernickel Grahambrot stets frisch „«D Reformhaus 3m EdjiitiUfrn empfiehlt sich 0,0:76 WIPPERMANN-—KETTEN GUMMI zu besonders vorteilhaften Preisen Zweigniederlassung Gießen: ROBERT ZEITZ Telephon 1194. Frau NsnQk,Neustadt 1, 3. Siock (HauS Frensdorf). RMMenallerAtt I efert in jeder gewünschten viüfjtattung preiswert di« Brsshl'scheUniverfiräts, Drucker-I. 3L Lange. ZUBAN Unsere Konsum-Nacken (Emm ,Jif,runö 2 Pf. 3ubanHr.2 3 Pf eine gut abgerundete. IHlfcbung Suban ftr.6 4Pfc für Len oerrvötmterr, starken Xauaier Huperrn 5 Pf eigenartige ausgesprochen würzige Sorte». Hile Sorten rein Orient n GZUB&N-MUNCHEN OWßtx fuPöeuifcbe Reform - Korsetts Mstialler in reicher Auswahl. Reformhaus KreurvlatzS. “*°D r •*0'1 '•*. MW MW WH SM Verkäufe gewährleisten Ihnen gutsitzende Schuhe Solche erhalten Sie Frankfurter Straße Gießen Ecke Friedrichstr. Neueste Modelle! Hochmoderne Formen 1 Erstklassige Qualität 1 4366a Reise ohne Bargeld Klein.Linden, Juni 1924 120713 mit dem Reisekreditbrief Bezirkssparkasse Gießen 4680D Für die anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten, sowie für die Ehrung durch den Gesangverein Eintracht danken herzlichst Karl Keil Wilhelmine Keil geb. Link ttapeKlete zu verknusen VÄ72e Marktplatz 21 Verlobungs-Anzeigen die für die Pfingftnummer des Gießener Anzeigers bestimmt sind, bitten wir recht frühzeitig, spätestens bis Freitag nachmittag in unserer Geschäftsstelle aufgeben zu wollen. Verlag des Gießener Anzeigers Allein-Verkauf der „S-H“ - Marke der Schuhfabrik „HERZ“ Akt.-Ges Frankfurt a. M. Bekanntmachung 3n unser Handelsregister Abt. A wurde am 24. Mai 1924 bei der Firma Kohlen- und Handels-Kontor der Gewerkschaft Sophia Gießen folgendes eingetragen: Die Firma ist erloschen. Gießen, den 3. Juni 1924. Hessisches Amtsgericht. 4651B Art.-Reg. Generalfeldzeugmeister (Brandenburgisches) Nr. 3 s Jubiläums vom 7.-9. Juni in Frankfurt am Main Abfahrt der Teilnehmer aus Gießen u. Umgegend: Sonnabend, den 7. Juni, nachmittags 3.28 Ubr Eilzua ab Gießen. Abholen der Festkarle im Empsangsbureau im Hauptbahnhof Frankfurt.4654D OrtSvruvve Gießen. Leere Sista abzugeben. 010783 Moritz Köhler Gießen, Neustadt 79. Ich habe etwa 6 bis 9Zentner erstklassig. Wiesenhen zu verkauf. [020712 Karl Zimmermann in Lollar, W Siegt»!« zu verkaufen [O3o7i8 Kaiserallee 33. Zu verkaufen: 1 schw. Tuchhose. 3 Fantasiewesten, 1 Smoking für mlttL Figur, neue br. D.- Halbaohnhe,9?r. 40/41 n. 38/39, 3 Paar Kinderschuhe, Nr. 20, alles fast neu. 020691 Crednerstr. 18 1. Sommeranzua mittl. Größe, Neber Lieber, Zylinder zu verkaufen. ^Näheres in der«9eschäftSstelle des Gieß. Anz. ««« I Paar neue weiße Halbschnbe Gr. 36 und weiße Kinderschuhe zu verkaufen KrofdorIerStr.26 III Ljartoffeln abzugeben. [020716 Jullmann Westanlage 19. Kaufgesuche [ Einfamilienhaus 4—5Zimmer,zu kauf, gesucht. SchrifUtche 9lnneboic mit Preis unter 020708 an die Geschäftsstelle des G i eßenerAnzeigerö. Zu kaufen gesucht: 4 eiserne rril-pp- ftWe.tk!. Lisch und 1 Schreibmaschine gut erhallen (Adler bevorzugt). Näh.in d. Geschäftsstelle deS Gieß. Anz. (020724 im Schuhhaus Carl Waldschmidt ÄWüÄws wünscht sich mit 10-150000.» an Handels- oder Fabrikations-Unternehmen tätig zu beteiligen. Vertrauliche An- gebote unter 46851) an den Gieß. Anz. erb. Wir gestatten uns, hiermit vorzusteilen Den liebenswürdigen Tyrannen der unwahrscheinlich kleinen Insel Minorca Ramon XXII. (Harry Liedtke) letzter Erbe einer sehr kleinen Krone und einer sehr respektablen Staatsschuld. Einen äußerst gesprächigen und gewitzigen Herrn Philipp Collin alias Prof. Pelotard (Alfred Abel), der weder seinem Beruf noch seinem Namen — aber einem guten Kognak treu bleibt. Die reizendste Blüte aus dem Kranz des russischen Adels Großfürstin Olga (Mady Christians) eine Frau mit viel Mut und Verstand. Einen Finanzmann und angehenden Parlamentarier N. Isaaks (Jul. Falkenstein) (Jugendtorheiten, an denen er heute noch zu knacken hat, dürfen ihm von vornherein unsere Sympathien sichern.) Leider bleiben auch ein paar verdrießliche Bekanntschaften nicht erspart: Der Gefährliche: Der Unheimliche: (G. A. Koch) (Max Schreck) Der Bucklige: (Hans Hermann) Der Ehrgeizige: (Walter Rilla) Diese vorgenannten' Herrschaften sind die Träger der Hauptrollen in dem neuen Abenteuerfilm DieFinanzendesGroBherzogs nach dem gleichnamigen Roman von Frank Heller. Ab Samstag in unserem Theater. Palast-Lichtspiele ■ Lindenplatz 4652c Sommer-Abognements - Konzerte IM Die Kapelle des I. (Hess.) Batls. 15. Inf.-Rgts. erlaubt sich zu einem Zyklus von 8 Abonnements-Konzerten einzuladen. Die Konzerte finden auf der Liebigshöhe statt. Dieselben werden mit Militärmusik, bei ungünstiger Witterung mit Streichmusik im Saale ausgeführt, wozu ein musik- und kunstliebendes Publikum höfl. eingeladen wird. Der Abonnementspreis beträgt: 4 Personen Mk. 12, 3 Personen Mk. 10, 1 Person Mk. 5, Kassen preis Mk. 1. Die Konzerte finden möglichst Donnerstags statt, das erste am 12. Juni. Anfang abends 8 Uhr. Abonnements im Vorverkauf sind bei Herrn Challier, Neuen weg, auf der Liebigshöhe, sowie an der Abendkasse zu haben. Löb er, Obermusikmeister. .J__________________________________________________ 4669D Der verehrten Einwohnerschaft von Dietzen und Umgegend zur gefl. Kenntnis, daß ich, um meiner werten Kundschaft bei der unge- heuren Geldknappheit den Einkauf zu erleichtern, vom 5. bis 14. Juni ZU bedeutend herabgesetzten Preisen verkaufe. Auf sämtliche Str i dito ar en gewähre ich 10 Prozent Rabatt. Kammgarn.............Lot von S Pfg. an Rohe, gewaschene Schafwolle sowie Strick- lumpen werden gegen Ware in Zahlung.genommen. Gleichzeitig empf. ich mich zur Anfertigung sämtlicher Strickwaren, wie Jacken, Sportwesten, Uberblusen, Anzüge, Sweater, Strümpfe usw. Strümpfe, von den dicksten bis zu den allerfeinsten, werden mit Wolle oder Baumwolle angestrickt. MM- STEINMETZ Spezial-Geschäft für Woll- und Baumwollwaren - Maschinen-Strickerei Bietzen, Walltorftr. 46. (020710 Bahnhofstraße Lichtspielhaus Bahnhofstraße Heute persönliches Auftreten fTritilv die entzückende Tanzkünstlerin vom Frankfurter Opern- VJiCu VIIIUly haus, Fantasie-, Spitzen- und orientalische Tänze, und Alfons Fix der vornehm dezente Gesangshumorist. Ferner: Gobseck Dramat. hlmspiel nach dem gleichnamigen berühmten Roman v. Honort de Balzac. Hauptrollen: OTTO GEBÜHR, ERNST HOFMANN, EVI EVA, LISSI LIND HERRMANN PICHA, HENRY BENDER. Anfang 4 Uhr. Letzte Vorstellung 8.15 Uhr. Anfang 4 Uhr. Seltersweg Astoria-Lichtspiele Seltersweg Bis einschließlich Sonntag, den 1. Feiertag: Die Welt in Flammen Zwei Teile. I. Teik Haß und Liebe 6 Akte. Dazu: Faschingsrausch Schauspiel in 5 Akten und einem Vorspiel. 4688c Bevor Sie Schuhe kaufen Schuhhaus Meyer Gießen, Bahnhofstraße 30 neben Schade & Füllgrabe 020734 am Felsenkeller. Frau Frosch, Tel. 1051 Thor«« morden. 0.80 0.25 1.20 niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiu Mk. Herren-Socken Herren-Socken Herren-Socken Herren-Socken gemeldet! grau Paar ferae Paar Mk. Krawatten Sportkragen Herren-Socken bunt haspiert, Paar weiß.inallenGrößen zugeben. Mühlstrahe 2. £eopolö mager Kleider FroU6 Seldenband Verschiedenes Klnd.-S6ckchen ^»Dlatzß. Glefin, SMnenstnße M 4657a ? und 4563f Resi vormals Molz L Forbach, Gießen, Kreuzplatz 6 verstärkte Spitze u. Ferse, Paar Mk. bunt, in Färb. sort. Doppelsohle, Hoch- 80 cm breit, weiß, per Meter . . . Mk. '/, Pfund. . Korinthen la Vj Pfund. . 1 Kakao la Pfund.... Tee oeuge er nichts i iu_ etilärei in all. modernen Farben. . . Mk. Schrift!. Angebote nur von Selbstgeb. unter 4668 D an den (Siebener Anzeiger. 100 ein breit, in allen modernen Farben, Meter prima Qualität Meter Mk. PianWn) frei für die P fingst- feiertage. [020719 Hochwald Alicestrahe 10. Kunstseide, beige und braun Paar.......Mk. bunt,inFarben sort. Paar.......Mk. Erhältlich in allen durch Plakate kenntlich gemachten Verkaufsstellen tungM |Dkn Dorsihcnl ofö Sie t nicht die Seidenflor m. klein. Fehlern, Paar Mk. In vielen Farben per Meter Mark 0.90, 0.75 verstärkte Spitzeu. Ferse . . Paar Mk. (bitt, Pfund 4.00 Kaffee, gebr. Psd 4 00,3.40,2.60 Apfelweini.Qualit. wie Weitzwein, per Lt.......0.70 1922er Rotwein per Lt tose 1.80 bunt kariert, die Mode. . . Paar Mk. 600 Ltr. haltend, ab- in allen modernen Farben.....Mk. ton 400001 Paragrap das Crbie ein anbei bieten ni< die Ansich prvzeh, uri die beiden den Gene hätten die neben. ' der bekam in der Dei früher ein Deutschlani Angeklagte Zeugen v.: sie über i Dillensübi Zeugen tna waren Sj Spitzeln gel lichen und gesunder C digt nicht, heutige A sollte nicht Barmer Spitzen in großer Auswahl ß JA M.0.20.0.19,0.16, |H 0.15, 0.14, 0.12, WaGw Rheinsalkik ul A«lc,ln. 4.50, 3.50, 2.50 2.10, 1.70, 1.10. spruches w jlagten Th verwerflich die beiden werden, ü redungt § 49a des^ mit dem - berühmte M3, als über die p tachlanes s oniige tw ächtete i dem sentltch Rehböcke kauft Diesenbach, Neustadt 15 Bei Televhon-Anrus 9ö6 Abholung. [e Darbe «Wh! "?ndig?A, 5l® PMtk Freitag und Samstag oao™ 4W.WMWM1M Mtz vlilllll NMMHM sowie prima NillogslW 50 Bf. 3o ieöet Mszeil roarme Wurst Zritz Keßler, Neuenweg. Angekla^ Genera Freispruch grüntnflifl HtaatSanv strasbai Morde Smstlichd beten nid beten, als toirkon Damanstriimple DamenstrBmpfe Oamcnstriimptc Oameaslriimpfe DamenstrQmpte ^„«r.hwnrzhelcrn ä nn schwarz und grau. StP schwarz und beige, flj schwarz Doppel- A Afffc schwarz u.b an an en A sohle, Hochferse, 1 181 prima beidentior, 1 fll Paar....., . Mk. 8« IV Paar Mk. 8» I V Wegen Auszstzr des Lagers werden nachstehende Artikel zu enorm billigen Preisen, um schnell z-riinmew abgegeben: SnOudsuhren. darunter berrlichcö Aaadstiick, VkKr, loldien- Bhrra.Uhtlelten, Holliers, ffleöalllons. firaoatten-naöeln. Brillen. äroldet, 3lgareitenelül8. jMietltöde, Ifittmomeler. schwervcr ilberte Aipata-Silber - veftecke. Reparaturen werden, wie bekannt, gut u. billig ausgefllhrt. Ubrmachcrei KOCH Baticmlltzen Badoeohuhi n uiw. Drogen Win*erhoff überzeugen Sie sich bei mir von meiner Billigkeit für beste Qualitäts- Schuhwaren. Ich führe alles, vom kräftigsten Arbeitsschuh bis zum elegantesten Straßenschuh, Hausschuhe, Sandalen usw., braune und weiße Schuhe für Kinder, Damen und Herren in größter Auswahl Ser < mann und General v. hat in tvc 2,1 Deutsche Schäferhunde gew. 19. 4. 24, la Srammb. Eltern im Zuchtb. eingetragen und sehr wachsam, gibt ab 4M!D Nenenhagen Schotten. Einmalige ' '' Aniohallnng, 4 •leie MeT^ . , flobrenohelortlg . <, f. jed.Spannung < < . verwendbar, < < > kein Slromver- - ’ ‘brenehCy.^ a.W '' BltthL-Verlrieh ' < .Slea.Ktrchenvl.lS. 9ur die Reise! Mey’s Kragen mit feinem Wäschestoff Leichte« Durchziehen det Selbstbinder« bei den Sorten Standard, Gloria X FOr die warme Jahreexelt, da beeondere niedrig: I nternati onal Amsterdam 1 Dutzend In Schachtel M 1,50—1.80 |e nach Form 16. Juni Beginn neuer Abendkurse Heb. Kalbileisch Ludwig str. 71. Tel. 1685. 4flaic Deutscher Zagdhund braun, kurzhaarig, 4 Jahre alt, preiswert zu verkaufen. Heinrich Jakob 020688 Nnbeidcn. yiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Molkereibutter Gut geschonte lei- und f- Ms i