Erstes Blatt U4- Jahrgang Montag. 5. Mai 1924 Vrvck md Verlag- vrühl'Iche llnivers!ISt5°vvch- und Lteindruckerei R. Lange in Sietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7. Das Ergebnis der Reichstagswahlen Wahlresultate aus 22 Wahlkreisen 919 446), 9175, Dem. selbst und für unsere 5007, Q3ÖLL 1122, Hess. der Technik bringen kann. Für das Handwerk 18 423, Häuher 185, Deutschnatl. 5578, Zentrum 43 319, A.S.P. 1144, Dtsch W. P. 344, Völk. 1464, Geuhen 1332, Hess. W. Vd. 218, Hess. Bauernbund 13 608. Sozialdemokraten 4 120 700, (1920: 6104 398), Zentrum 2 235 350 (3 845 001), Deutsche DolkSparte! 2 047 200 (3 1997, Deutzen 5998, Hess. W. Bd. Dauernbd. 27 261. Rheinhessen: Soz. 45 947, D. Vp. 21 767, Komm. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichZ, auswärts 10 Goldpsennig; für Reklame-Anzeigen d 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20U/O2luf. schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Will). Lange; für den übrigen Teil: ErnstDlumschein.-fürden Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Bietzen. Pfalz. Ludwigshafen: Demokr. 3413, Kommunisten 10 673, Sozialdem. 11835, Zentrum 8171, Verein, nat. Rechte (Dtsche. Volkspartei und Deutschnat.) 5009, Dayr. Vp. 1262, Völkischer Block 1827, Wahlbeteiligung 78 Prozent. Landau: Demokr. 698, Kommunisten 252 Sozialdem. 777, Zentrum 572, Verein, natl. Recht» 1752, Vayr. Vp. 1114. Speyer: Demokr. 705, Kommunisten 2803, Sozialdem. 2480, Zentrum 1724, Verein, natl.* Rechte, 2742, Völl. Block 877 . Frankenthal: Demokr. 1061, Kommunisten 2272, Sozialdem. 3839, Zentrum 1470, Der« einigte natl. Rechte 1677. Reu stadt a. H.: Demokr. 1160, Komm. 1334 Svz. 2147, Zentr. 460, Deutschnatl. 2111, Dayr V.-P. 1598, Völk.-soz. 336. Ein deutsch-russischer Zwischenfall Berlin 3. Mai. (WTD.) Am Samstag nachmittag hat die Berliner politische Polizei in einem Teil der Räume der Handelsvertretung derSowjetrepubliken in der Linden strahe eine Durchsuchung vorgenommen. Der- anlal.ung hierzu bildete folgender Vorfall: Der vom Staatsgerichtshof der Republik gesuchte Kommunist Bozen Hardt, der ein Angestellter der vorgenannten russischen Handelsvertretung ist, war in Württemberg festgenommen worden und sollte gemäß den Weisungen des ülntersuchungsrichters von Württemberg nach Pommern verbracht werden. Beim Durch- transport durch Berlin veranlaßte ter fest-» genommene Doze '.Hardt die ihn begleitenden beiten württembeigischea Polizeibeamten, das Gebäude der Handelsce.tretung in der Lindenstratze aufzusuchen, indem er den ortsunkundigen würt- tembergischen Beamten vorspiegelte, daß sich in diesem Gebäude ein C a f 6 befinde, in welchem eme kleine Erfrischung eingenommen werden sollte. । Nach Eintritt in daS Gebäude befreite sich Dozenhardt unter Beihilfe mehrerer Angestellter der Handelsvertretung; die württem- bergischen Beamten selbst wurden von Angestellten der Handelsvertretung einige Zeit festgehalten; erst nach energischsten Vorstellungen war es den Beamten möglich, die Freiheit wiederzugewiuuen. Die nach diesem Vorfall von der Berliner politisch n Polizei vorgenommeae Durchsuchung führte zur F e st n a h m e von fünf Ange e lten der rusft- sch n Handclsvertte'.ung. dir sich demnächst wegen Beihilfe zur Gesangenenb.'freiung, Freiheitsberaubung und Nötigung vor Gericht zu v.cantworten pabm werden, außerdem von drei weiteren An- aestellten der' Handelsvertretung wegen Wider- Nr. 105 Erscheint täglich, anher Sonn» und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GietzenerFamilienblütler MonatS'vezuorpreir: 2 Goldmark u. 20 Gold- pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsfe: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGiehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. * Darmstadt Stadt: Soz. 13266, D.V.P. 13127, Komm. 2988, Demokr. 3622, Deutschnatl. 5529, Zentrum 3052, 11. S. P. 168, Deutsche Wert- schaftsbund 619, Völk.-soz. Dl. 4190, Geusen 2487, Hess. Wirtschaftsbd. 25, Hess. Dauernbund 146, Häuher 36. Mainz Stadt: Soz. 18054, (1920: 16 414), D. V. P. 4419 (5554), Komm. 4053, Demokr. 3363 (7276), Deutschnatl. 2511 (2832), Zentr. 13 090 (13 528), 11SP. 424 (7417), Dtsch. Wbd. 62, Völk.- soz. Dl. 463, Geihen 467, Häuher 55. Offenbach. Soz. 12732, DVP. 4128, Komm. 8496, Dem. 2872, Häuher 83. Deutschnat. 3072, Zentr. 5046, 11SP. 326, D. Wirt. P. 1756, Völi.-Soz. 1715, Geuhen 616, Hess. W. Dd. 99, Hess. Dbd. 47. | Worms: Svz. 6424, DVP. 7305, Komm. 1997, Dem. 1471, Häuher 25, Deutschnatl. 578, Zentr. 2504, HSP. 120, D. Wirt. P. 23, Völk.-soz. 206, Geuhen 273, Hess. Wbd. 5, Hess. Dauernbd. 13. Hessen-Nassau. Dos Ergebnis im Wahlkreis Hessen- Nassau ergibt vorläufig folgendes Bild: D. Dolksp. 192 000 (1920: 183 511), Dem. 98 000 (116 084), Völk. 59 600, Deutschnatl. 187 000 (177 273), A.S.P. 93 000 (139 321), Komm. 58 400 P(16 524), Soz. 222 000 (310 735), Zentr. 178 000 (192 808). Kreis Wetzlar: D. Vp. 5918, Völl. 1484, Dtschntl. 2746, Dein. 470, Komm. 1598, Soz. 9984. Kreis Marburg (außer Stadt): Dem. 470, D. Vp. 865, Deutschnatl. 2746, Deutsch-svz. 638, Zentr. 5008, Nat. Freiheitspart. 621. Marburg (Stadt). Nat. Freiheitsp. 8, Häuherbd. 3, Dem 964, ASP. 53, Soz. 888, Wirtsch. P. 632, Ztr. 676, D. Vp. 1686, Pölk. Soz. 17 494, Häuher 389, Deutschnatl. 17 059, Zentr. 42 537, A.S.P. 1686, Dtsch. W. P. ---- ---- Dl. 1983, Dn. 3434, Komm. 680. Es fehlen noch einige Bezirke. Marburg (Kreis). Nat. Freiheitsp. 395. Häuherbd. 16, Dem 1302, ASP. 225, Soz. 2505, Wirtsch. P. 121, Ztr. 694, D. Vp. 1612, Völk. soz. Dl. 1791, Dn. 6640, Komm 1743. Kirchhain, 5 Mandate. Nation. Freih.-P. 521, Häuherbd. 7, D. 470, ASP. 68, S 1488, Wirts. P. 91, Z 5008, VP. 865, Völk.-soz. Block 3638, Dn. 2746, Komm. 293. H ö ch st a. M.: D. Vp. 1630, Deutschnatl. 577. Völk. 199, Zentr. 3350, Soz. 3553, Dem 1177, Komm. 2605. Hanau-Stadt: Deutschnatl. 2523, D. Vp, 2923, Völl. 1913. Zentr. 1988, Dem 1928, Sog. 3351. Frankfurt: Svz. 66105, Stornm. 27325, A.S.P. 3528, Zentr. 29 147, Dem. 24 476, D. Vp. 23 899, Deutschnatl. 38 951, Völl. 15 410, Häuher 256, Dtsch W. P. 994. Bayern. Zn Mün chen ist das Gesamtergebnis der abgegebenen Stimmen 287 491, davon erhielt Dn. 35 079, DVP. 3055, Völl. Dl. 81 380, Zentr. 3729. Dayr. VP. 58 730, Soz. 47 268, Komm. 43 232, Demokr. (D Dl.) 7737, Freie Wirtsch.-Bund 282, Häuherbund 328, Bahr. Bauernbund 636, Bund für das Gast wirtsgewerbr 534, ASP. 1375. Republik. 423, Dayr. Mittelstandsbund Südgau 1548. Aschaffenburg: DVP. 209, Dtsch.--natl. 1247, Dem. 866, Zentr. 1447, Soz. 7827, Komm 1715, Völk. 1562, Dayr. Vp. 13 416. Lands hut: Soz. 1093, Komm 1052, Bahr. Vp. 4607, Dtschnatl. 479, Völk. 3302. Passau: Völl. 1355, Dayr. Vp. 3469, Soz 729, Komm 740, Dem 167, Zentr. 597. Nürnberg. Soz. 69211, Ztr. 3700, D. Vp. 913, Dn. 14 900, Dem 7343, Dayr. Vp. 12 919, Komm. 26 919, Dayr. Bauernb. 13 030, ASP. 310, Völk. 59 958. sichenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Die Bedeutung des deutschen Handwerks für die Volksgemeinschaft. Von Dr. M e u s ch, Generalsekretär des Deutschen Handwerks- und Gewerbetammertages. Stürme sind über die deutsche Wirtschaft hinweggegangen, wie sie in solchem Umfange wohl kaum eine andere zu bestehen hatte. Nun scheint auch diese Krisis ihren Höhepunkt überwunden zu haben, und man kann daran denken, das Trümmerfeld auszuräumen und an den Wiederaufbau zu gehen. Dei dieser Sichtung wird man finden, dah auch das deutsche Handwerk zusammen mit dem übrigen gewerblichen Mittelstände in dem Kampfe um seine Existenz besonders schwer gelitten hat. Es wird angestrengtester Arbeit bedürfen, um die Wirtschaftlichkeit des Handwerks zu bessern und seine Leistungsfähigkeit zu heben. Die Kräfte, die zu einem solchen Wiederausbau nötig sind, sind glücklicherweise im Handwerk in ausreichendem Mähe vorhanden. Nichts beweist mehr die volkswirtschaftliche Notwendigkeit des Handwerks und die in ihm vorhandene Lebenskraft, als dah es die schwere Prüfung der Inflationszeit bestanden hat und bereits mit neuer Zähigkeit an der Konsolidierung seiner Verhältnisse arbeitet. Die Geringschätzung des Handwerks als einer absterbenden Drtriebsform muh der Ueber^eu- §ung weichen, dah das Handwerk ein selbständiger Berufsstand ist, aus dem unserem wirtschaftlichen Leben immer neue Energie zuflieht. Der in der Meisterlehre durchgebildete Geselle mit seinem vielseitigen fachlichen Können und seiner Materialkenntnis ist der gesuchte gelernte Arbeiter für den Grohbetrieb, ist der gesuchte Werkmeister. Das Handwerk vermittelt nicht allein technische Fertigkeiten, sondern bildet den Geist und stellt die Verbindung von Geist und fachlichem Können zu einer Einheit her, die allein einen Fortschritt Derrtschnatlonale DolkSpartei 3 968 300 (4 249 100), Demokraten 1 280 700 (2 333 741), Bayerische Dolkspartel 881300 (1 557 712), Kommunisten 2 970 300 (589 454), Völkischer Block 149 700, Hannoveraner 125 000, Bayerischer Dauernbund 595 000 (307 396). Um 6 Ahr lagen auS 22 Wahlkreisen die vorläufigen Resultate vor. Demnach sind insgesamt 244 Kandidaten als gewählt zu betrachten. Sie verteilen sich folgendermaßen: Sozialdemokraten 38. Demokraten 12, Zentrum 39, Deutsche DolkSpartei 25, Deutschnatioaale DolkSpartei 42; Außerdem entfallen auf den DoMsch-fo- zialen freien Block in Ostpreußen 1, auf den Landbund in Thüringen 1 Sitz, auf den Döl- kifch-soz. Block in TWringen 1 Sitz. Das Ergebnis in Hessen. Darmstadt, 5. Mai. (WTD.) Amtliches Gesamtergebnis von Hessen. Soz. 171132, D. D.-P. 64 986, Komm. 54 926, Dem. 44 240, Häusser-Dund 624, Dn. 36 281, Zentr. 93 707, A. S. P. 3655, Wirtschaftspartei 7057, Völk. Dund 17 989, Wirtscch-Dund 4925, Dauernbund 81823. Bestimmt gewählt sind: Staatspräsident A l r i ch und Reichsminister Dr. Davi d (Soz.), Dr. Decker (D. D.-P.), Dr. B r o ck i u s (Z.) und Dorsch (Dauernbund). Voraussichtlich wird noch ein 3. Sozialdemokrat, Dr. Quesse l, in Frage kommen. I stau des gegen die Staatsgewalt und Paßverge- hms. Dozenhardt selbst wurde nicht mehr in dem Gebäude der Handelsvertretung angetrofien. Wegen die'es Verhaltens der Angestellten der Handelsvertretung hat das Auswärtige Amt bei der Berliner russischen Botschaft eine Verbalnote überreicht, in der es u. a. heißt: Das Auswärtig; Amt b:eh.t sich, der bevollmächtigten Vertretung (Botschaft) der Anion dec Sozialistische Sowjetrepubliken unter Bezugnahme auf den heutigen Vorfall in dem Gebäude der hiesigen Handelsvertretung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken anbei eine Aufzeichnung zur übersenden, die auf der amtlichen Vernehmung der beiden beteilig en deut chen Kriminalbeamten beruht. Nach dieser Aufzeichnung steht fest, dah I Angehörige der Handelsvertretung die Flucht des deutschen Gefangenen ermöglichten, indem sie die begleitenden Kriminalbeamten an der Verfolgung gewaltsam verhinderten; es steht weiter fest, dah Angehörige der Handelsvertretung die beiden Kriminalbeamten widerrechtlich in dem Gebäude eine Zeitlang festhielten und zu bestimmten Handlungen nötigten. Dieses Verhalten von Angehörigen der Handelsvertretung gab der hiesigen Polizeibehörde Anlah, das Gebäude der Handelsvertretung m i t Polizeikräften z u um st eilen und eine Durchsuchung des Gebäudes nach dem ent« wichenen Gefangenen vorzunehmen und fünf Angehörige der Handelsvertretung, die sich an den Mahnahmen gegen die Kriminalbeamte beteiligten, in Haft zu nehmen. Ferner sind bei der Durchsuchung zwei weitere Angehörige der Handelsvertretung wegen Wider st andes gegen die Staatsgewalt sowie der Angehörige der Handelsvertretung Ionas Poh wegen des bei dieser Gelegenheit festgestellten P a h v e r - gehens verhaftet. Hinsichtlich dieses Vorgehens Der Polizeibehörde beehrt sich das Auswärtige Amt auf die Tatsache hinzuweisen dah den von der Handelsvertretung gemieteten Gebäuden nicht etwa besondere Vorrechte zustehen, wie sie die Gebäude der hier beglaubigten Missionen genießen. Das Auswärtige Amt muh gegen das Verhalten der Angehörigen der Handelsvertretung, daS einen groben Ver stoh gegen öle deutschen Gesetze darstellt, nachdrücklich Verwahrung einlegcn. Es wird Sache der deutschen Strafverfolgungsbehörden sein, die Verantwortlichkeit der Beteiligten nach Maßgabe der deutschen Gesetze sestzustellen. Volksgemeinschaft liegen in dieser Verbindung grobe kulturelle Werte. Nur derjenige, welcher seine Arbeit mit dem Geiste durchdringt, kann Werte schaffen, die auch einen Ginfluh auf die Umgebung ausstrahlen. Wie der Umgang mit gebildeten Menschen unbemerkt erziehend einwirkt, so auch Handwerkserzeugnisse, in denen sich die Persönlichkeit des Meisters' wiederspiegelt. Was tonnen dem Menschen die Serienwaren einer mechanischen Industriealisierung, die bestenfalls durch eine glänzende Fassade Den Mangel ihres inneren Wertes mühsam zu verdecken suchen, für Gemütswerte schaffen, da er die gleichen Formen an tausend und abertausend Stellen wieder antrifft in der gleichen Anpersönlichkeit. Wie anders wirkt der gut handwerkerliche Hausrat, aus dem die Liebe des Schaffenden und zugleich eine persönliche Note des Besitzenden spricht. Zwar war auch die Kunst des Handwerks in den ersten Jahrzehnten der Industrialisierung verflacht, well sowohl das Publikum geblendet war bqji den technischen Errungenschaften, als auch dem Handwerkk die Pflege seiner Kunst erschwert wurde durch den Wettkampf ums Dasein. Aber in diesem Kampfe besann sich auch das Handwerk auf seine Tradition und bemüht sich wieder, das zu werden, was es war, der Verfertiger künstlerischer IndiviDualitätsprodukte. Neben diese kulturelle Bedeutung stellt sich gleichwertig die sittliche. Selbständig zu werden ist immer noch der innerste Trieb aller Menschen. Selbständigsein erfordert aber immer das Einsetzen der ganzen Persönlichkeit und des Besitzes. Die Erhaltung der Selbständigkeit verlangt vom Handwerker einen steten Kampf mit dem tag» licken Leben und oft die Zurücksetzung persönlicher Wünsche, verlangt Verzicht auf mancherlei Bequemlichkeiten und Genüsse, wobei man durchaus nicht an leibliche Genüsse zu denken braucht. Wie wenige Handwerker können sich einen Theater- oder Konzertbesuch gönnen, wie selten finden sie Zeit, ein gutes Buch zu lesen! Diesen Kamps kämpft aber mit ihm zumeist seine ganze Familie, die Frau, die Kinder. Die Kinder, die einer solchen Gemeinschaft entsprießen, werden schon früh mit dem sittlichen Ernst des Lebens Dertraut Sie lernen schon beizeiten, dah ein Aufstieg nur möglich ist bei ernster Arbeit und ehrlichem Streben. Die enge Arbeitsgemeinschaft zwischen Meister, Gesellen und Lehrlingen kann die sozialen Gegensätze, die in den industriellen Großbetrieben offenbar sind, ausgleichen. Der Geselle sieht, dah der Ausstieg nicht mühelos gewonnen wird, dah der Meister ringen muh, um den Betrieb durch die Fährnisse des wirtschaftlichen Lebens hindurchzubringen. Der Geselle lernt dabei die Bedingtheit kennen, unter der sich die wirtschaftliche Betätigung seines Betriebes abspielt. Er wird deshalb ein besseres Verständnis für die gegenseitige Verknüpfung der Vollsgemeinschaft erwerben können als Der Industriearbeiter. Auf Der anderen Seite ist das Handwerk noch immer Die Tür, durch die der Aufstieg der unteren Schichten des Volkes zu eigenem Besitz und zur Selbständigkeit möglich ist. 3m Hand- trerk ist Die Grenze, an der Der Besitz und die QIrbeit zusammenstoßen und die der Arbeitswille immer noch überschreiten kann. Groh ist Der Prozentsatz Derjenigen im selbständigen Hand- Dert die caiä kleinsten Anfängen ihren Besitz aufgebaut. Groh aber auch Die Anzahl industrieller Betriebe, Die ihre Keimzelle in einem kleinen Handwerksbetriebe hatten. So sorgt das Hand- teerk dafür, dah immer neue Säfte in die Spitzen plerer weitverzweigten Wirtschaft dringen । Die Berlin. 5. Mai. kW TD.) Die Wahlen verliefen im ganzen Reich, soweit bisher bekamttgeworden, ruhig und unter ziemlicher Deteiligung. Eine genaue Aebersicht über das Ergebnis ist zur Stunde noch nicht ersichtlich, da noch nicht auS allen Wahlkreisen die Ergebnisse vorliegen. Soweit wir zur Stunde erfahren konnten, erhielten bisher können, und daß Derjenige, Der ein Handwerk erlernt, nicht hoffnungslos Der immerwährenden wirtschaftlichen Abhängigkeit preisgegeben ist. An dieser kulturellen, sittlichen und sozialen Bedeutung des Handwerks vvrüberzugehen, hiebe ungeheure Werte ungenutzt lassen. Dah sich das Handwerk selbst seiner Pflichten bewußt ist, dafür zeugen die Bestrebungen, Die es aufwendet, um Anerkennung als besonderer Derussstand in Der Oeffentlichkkeit zu finden. Die Einrichtung Der Handwerkskammern durch die Novelle zur Gewerbeordnung von 1897 brachte diese Anerkennung. Am jedoch seine Aufgaben ganz erfüllen zu können, bedarf es Der Zusammenfassung aller Kräfte unD die soll ihm ein neues Derufsgeseh mit der Pflichtzugehörigkeit aller Handwerker zu ihrem Fachverbande bringen. Kein Rückfall in zünftlerische Ideen, wie die Gegner so gern behaupten, sondern nur ein Zusammenfassen aller Kräfte zur Erziehung des Gesamtstandes in kultureller, sittlicher und wirtschaftlicher Beziehung zum Zwecke der Arbeitsleistung für Die Volksgemeinschaft. Es hat sich im HanDwerk die Erkenntnis Dahn gebrochen, dah höchste Werte nur geschaffen werden können, wenn wieder handwerkerliche Tradition entsteht, wenn wieder eine allumfassende Organisation Der NährboDen wird, auf Dem das junge Geschlecht gehegt unD gepflegt wirD. Nicht wie früher auf Die Hilfe Des Staates in wirtschaftlicher Beziehung zielt Das Deutsche Handwerk, sondern es strebt nach Dem Zusammenschluß, innerhalb dessen es seine beruflichen Belange in freier Selbstverwaltung regeln kann. Bewußt schließt sich Dabei das selbständige Handwerk nicht vom unselbständigen ab, sondern fein Streben geht dahin, durch die Berufsstandsgemeinschaft wenigstens in seinen Reihen Die großen Gegensätze zu überbrücken, durch die das deutsche Volk zerrissen ist und die dem Volkskörper schon so viele Wunden schlugen. Daß das Handwerk bestrebt ist, wirtschaftliche Rückständigkeit zu überwinden, beweisen seine wirtschafllichen Organisationen, Die Die Vielheit Handwerker! cher Einzelbetriebe schützend umfassen beim geschäftlichen Einkauf der Rohmaterialien und die ihm die Aebernahme großer Aufträge ermöglichen. Ein Forschungsinstilut für rationelle Betriebsführung im Handwerk ist bemüht. Die rationellsten Betriebsmittel für das Handwerk zu ermitteln und auf eine rentablere Gestaltung der Betriebe einzuwirken. Gin Forschungsinstitut für I Handwerkswirtschaft arbeitet Daran, einwandfreie I wirtschaftswissenschaftliche Darstellungen Der ein- Don den abgegebenen tSimmen entfallen auf Oberhessen: Svz. 36 036, D. Vp. 12 389, Komm. 9106, Dem. 0527, Häuher 146, Deutschnatl. 13 644, Zentrum 7751, A.S P. 823, Dtsch W. P. 1666, Voll. 49 6, Geuhen 1486, Heft. W. Bd. 3565, Hess. Bauernbund 40 954. Starkenburg: Soz. 88 949, D. Vp. 30 830, Komm. 36 085, Dem. zelnen Handwerkkszweige und des Gesamthand- I Werks abzufassen, um die oft verkehrte Einstellung Der Wirtschaftswissenschaft zu diesen Problemen zu berichtigen. So sehen wir ein stark pulsierenDes Leben im deutschen Handwerk. Nicht Bevorzugung oder Sondervorteile verlangt es für sich, nur Anerkennung seiner Existenzberechtigung und seiner wertvollen Funktionen im Organismus des gesamten Staates. Diese Anerkennung muß es finden, soll nicht Der Volks körper Schaden leiDea $abeo. @efamteDgt6raS: Soz. 142 783 (2 Mandate), Z. 325 886 (5 Mmibate, barcunter Fehrenbach W'rrth). DVP. 74 725 (1 Mandat Dr. Äurtiuä), Deutschntt. 75 000 (1 Ollonbat ( ), Dem. 73 965 |(1 Mandat Munster aD. Dietr ich), Kornnr. 95 327 1(1 Mandat), älSP. 6218, Deutzen 698, Hautzer- &mb 799, Wtrtschaftl. Vereinig. 71 416 (1 Maud.). Republik. 1431, Dölk.-soz. 46 903, Wirtschistspart. 21 444. « Karlsruhe. Soz. 13 077 (17 360), Zentr. 14 247 (12 971), Dem. 5715 (12 751), Komm. 6099 (628), LlSP. 427 (13 828), D. Vp. 13 935 (6458). Dntl. 8476 (11665), Völk. 4664(—), W irisch. Vg. 3647 (—), Geusen 597 (—). Heidelberg-Stadt: Deutsche Dp. 4267, -Dem. 4428, Zentr. 5235, Soz. 5420, Komm. 3624, Deutschnatl. 3380, Volk. 3817, Bad. Landbd. 1116. Heidelberg-Land. Dtsch. Dolksp. 1795, (Sem. 2536, Zentr. 5388, Soz. 5648, Komm. 2808. Deutschnatl. 2002, Völk. 1394, Bad. Landbd. 1783. Mannheim-Stadt: Soz. 23193, Zentr. 14 566, Dem. 7796, 5ti>mm. 19 587, L1.S.P. 1033, D. Vp. 13 291, Deutschnatl. 43k9 Völk 4683. Mannheim-Land:,D. Vp. 2054, Deutsch' matt 1578, Völl. 1725, Zentr. 7442, Deni. 1645, *€05. 5904, Komm. 5910, Dad. Landbd. 1787. Freiburg - Stadt: Deu.schnall. 4475, Deutsche Vp. 4772. Zentr. 15 008, Dem. 3678, Soz. 6233, Komm. 4250. Konstanz: Soz. 1714, Dem. 1792, Komm. 1341, Deutschnatl. 1026, D. Dp. 934. Württemberg. Stuttgart. Soz. 31 952, Ztr. 4018, D. Kreis Büdingen. Es erhielten Stimmen: Sozialdem. 4447, Dtsch. Volksp. 1278, Kommunisten 1350, Deutsche Demokr. Part. 1056, Häutzerbund 15, Deutschnatl. Volksp. und volk.-vaterl. Block 1550, Zentrüm 262, älSP. 95, Deutsche Wirtschaftsp. 51, Döllisch-sozialer Dloa 686, Bund der Geusen 26, Hess. Wirtschaftsbund 837, Hess. Bauernbund und Rheinhess. Bauernschaft 6646. KreiS Schotte». Es erhielten Stimmen: Sozialdem. 2466., Dtsch. Dollsp. 703, Kommunisten 229, Demokraten 738, Häutzerbund 8, Dtschnatl. Volksp. '69, Zentrum 63, älnabh. 47, Dtsch. Wirtschaftsp. 37, Vvlk.-svz. Block 219, Geusen 55, Hess. Wirtschaftebund 180, Hess. Bauernbund 6373. Kreis Alsfeld. Es erhielten Stimmen: Sozialdem. 2581, Dtsch Volksp. 936, Kommunisten 306, Demokraten 748, Häutzerbund 11, Dtsch Volksp. 1629, Zentrum 897, älnabhäng. 58, Dtsch Wirtschaftsp. 122, Dölk-soz. Block 22, Bund der Geusen 263, Hest. Wirisch-Bd. 885, Hess. Bauernbund 6807. Kreis Lauterbach. Es erhielten Stimmen: Soz. 2085, D. Dp. 1001, Komm. 396, Dem. 499, Häutzerbund 10, Dnatl. Vp. 1079, Zentr. 694, Unabhängige 53, Dtsch. Wirtschaftsp. 56, Völk. ver. Block 509, Bund der Geusen 454, Hess. WirtschaftSb. 1142, Hess. Bauernbund 4785. Aus Stadt und Land. Gletzen, den 5. Mai 1924. Aufhebung der Wuchergerichte. Durch die Verordnung vom 20. März 1924 Ist die Wuchergerichtsverorduung vom 13. Juli 1923 mit Wirkung vom 1. April L I. außer Kraft gesetzt worden. Das materielle Preistreiberei-Strafrecht bleibt dagegen auch weiterhin unverändert In Geltung. Straftaten, für deren Aburteilung bisher die Wuchergerichte zuständig waren, gehören mit Ausnahme der besonders schweren Fälle, die mit Zuchthaus bis zu 15 Jahren bedroht und künftig Schwurgerichtssachen sind, im allgemeinen zur ZuständiMit der Amtsgerichte. Einen Ersatz für das beschleunigte Verfo-hven vor dem Wuchergericht bietet das Verfahren nach § 212 StPO. (n. F.)_ Danach kann vor dem Amtsrichter ober dem Schöffengericht ohne schriftlich erhobene Anklage und ohne eine Entscheidung über die Eröffnung des Hauptverfahrens zur Hcmptver- Handlung geschritten werden, wenn der Beschuldigte enttoeber sich freiwillig stellt, oder infolge einer vorläufigen Festnahme dem Gerichte vorgeführt, oder mir wegen llebertvetung verfolgt Wie man im Altertum wählte. Der Wahlkampf ist diesmal besonders heft'g gewesen, und die Parteien haben auf alle Weise versucht, die Wähler zu beeinflussen. Aber man tenn mit dem allen Ben Akiba sagen: »Alles ist schon dagewesen," denn auch im Altertum gab es heftige Wahlkämpfe, die in derselben Weise wie heute und nicht selten auch bei Wahlversammlungen mit Schlägereien ausgefochten wurden. Von schwulstigen Wahlreden bet Kandidaten, bei denen die ungeheuerlichsten Versprechungen gemacht wurden, erzählt unS schon Aristvpk^rnes aus dem alten Athen. Farbige Maueranschläge in den verschiedensten Formaten verkündeten die Hamen und das Programm der einzelnen Bewerber. Man schrieb die Wahlaufrufe vielfach auf Holztäfelchen, die an Pfählen befestigt und fyerumgetragen wurden. Natürlich 1 l wurde der Gegner nicht geschont, und es wurden , 'ihm die schwersten Beleidigungen und Derleum- ' dunyen an den Kopf geworfen, lieber die alt- römischen Wahlsitten sind wir durch die Aus- jgrabungen in Pompeji genau unterrichtet, da dir ''temrpa irische Stadt grade während der 'Wahlzeii 1 durch ter. Desuvausbruch verschüttet toutbe. Dii , Wählreklame war in Pompeji gesetzlich geregelt die Bewerber muhten ihren Rainen mit roten u.rd blauen Buchstaben auf die Teile der geweih en Mauern schreiben, die zu diesem Zwecke vvrbe halten waren. In der Wahlerregung aber würben diese Flachen meist überschritten, und ma t .schmuggelte auch rn andere Rubriken der öffeni- üchen Mitteilung, die sich an den Mauern bestanden, Wahlnachrichten ein. Selbst die Tempel der Götter und die Grabmäler der Toten wurden nicht geschont, denn wir finden auch an ihnen Wahlaufrufe und Wah'p.ogramnre. Die üblichste Form des Wahlplakats war die, daß der Rome des Bewerbers mit einer dicken Schmeichelei versehen wurde. Da heißt es z. B: »Vicrta, ein ausgezeichneter Mann" oder »Prvclinius, ein makelloser Charakter" oder »Photinrus, ein wackerer Bursche"! Diel Wirkung versprach man sich wohl auch von Mitteilungen wie den folgenden: »Dorbeigehmdrr, stimme Du heute für Pro- clinius, und er wird morgen für Dich stimmen" oder »Wir wollen Viate als Aedilen". Me alten Römer kannten auch bereits die Sitte der sog. Sandwich-Männer, indem sie auf großen Tafeln, die auf den Straßen herumgetragen wurden, die Feste und Vergünstigungen betemntmachten, de sie dem Volk im Falle ihrer Wahl zuteil werden lassen wollten. $ Ein Besuch iu der Villa Böikliu. Aus Florenz wird uns geschrieben: Wen der Wanderstab nach Florenz führt, der versäume ja nicht über so vielen Denftnälern aus ^alt-italischer Frühe", wie Grich Schmidt sagte, di« Schritte dem geweihten Otte zuKulenken, an dem unser Arnold Döcklin sich den hrrbstlichen Ruhesitz gründete. Die Trambahn führt aus dcm Arnolal empor zu den sonnigen Hohen von Fiesole, wo einst Radagais sein Germanentum strei -bar hütete und später toskanische Müsterschaft ihre fromme Versenkung farbentief gestallete. 11ns aber treibt deutsche Sehnsucht an den Mu ensitz des großen, wortkargen Landsmannes dessen »Schweigen im Walde" Üefstes Ichttun künstlerisch erschürfte. Rach langem Fragen und Irren stchen wir vor einer braunen Gartenpforte, an der wir die verwitterte Inschrift buchstabieren: Villa Dvecklrn. Ein freunblicher, jüngerer Herr ladet zum Ein» treten. Er ist Friedrich August Mainzhelmer, der jetzt in l^cklins Atelier arbeitet. Prächtige Landschaften und Porträts brachten ihm den Villa Romana-Preis. Die Villa Böcklin gehört jetzt dem Bankhaus Arnhold. Unser freundlicher Fahrer zeigt uns den Garten und pflückt^nns Blumen, die wir za weihenden Andenken hüten. Silberpappeln, vom Meister selbst gepflanzt, blühen am Wege. Wer kennt sie nicht auf Böcklins Bildern! Hier die Originale. Gr liebte sie ausnehmend. Andächttg betreten wir das Atelier. Es ist pietätvoll bewahrt. Alle Stühle, der Tisch, Pinsel und Tuben deS großen Arnold sind zur Stelle. Chiantiflaschen erinnern an frohe Stunden mit deutschen Künstlern un> F eairden die dort eben gastliche Aufnahme fanden A s Vildschmack sicht man nur steife Rokokoporträts als Andenken adliger erster Besitzet der Billa. Auf Earlo Böckckn kommt das Gespräch. Den Freund veiteidigt Mainzheüner mit Wärme. Es ist alles Gerede. ®r hat niemals Skizzen des Vaters aufgebessert und fälschend für Originale ausgegeben Es war nichts als böswillige Legende. Carlo, in benachbarter Villa wrchnend, damals leider abwesend, ist ter denkbar ehrlichstes reinste Mensch. Dem FveundeszeugniS schenken wir vollen Glauben. Unser Führer zeigt noch^dle neuen, aber renaissancehast stilechten Anbauten im Park, dir dies Idyll köstlich ergänzen. Vieles noch plaudern die Penaten und genii loci in Haus und Hain, und beim Abschied von dem liebenswürdigen Württemberger, der auch in eigenes irrttiX Bon tigern äBgeSix^tec Versehren |aQ tn Zukurrft überall da Gebrrruch gemacht werden, wo der Kampf gegen die Prerstreibsrel, so namentlich bei Preistreiberei, die auf Märkten begangen wird, eine besonders schnelle Durchführung des Strafverfahrens im öffentlichen Interesse erheischt. Die schleunige Er- ledigungllürd dadurch erleichtert, dah das Gericht in der Verhandlung erster Instanz den Umfang der Beweisaufnahme nach stetem Ermessen bestimmen Bann, ohne durch die Anträge der Pav feien gebunden zu sein. * ADV. Neuregelung des dahnamt« l i ch e n Rollfuhrdienstes. Das Verhältnis zwischen der Eisenbahn und den bahnamtlichen Rollfuhrunternehmern ist für den ganzen Bereich ter Reichsbahnverwaltung einheitlich durch neue Dcstirnmungen geregelt worden, die im iiau’fc des Monats in Kraft treten. Besonders wichtrx für die Derkehrtreibenden ist ba6ei die Aende« vung, dah für die Anfuhr der Gütet z g > Dahn künftig lxthramtliche Rollfuhtunterneh- mer nicht mehr bestellt werden. Die nur für dü Abfuhr feifeUten loahnarnttichen Apllfuh.unter' nehmer gelten daher bei der Anfuhr und Auflieferung der abgehrnden Güter nicht mehr a'S Leute der Eisenbahn im Sinne des § 5 EDO., sondern als Beaufttagte des Absenders. Für Schäden bei der Anfuhr h.rftet hiernach nicht die Eifenbahn, sondern der Unternehmet nach der Vestimmungen des Handels-Gcs.tzruches Über ten Landfrachtverirag. Die QlufiteUung aUgemcbier Defördetungsbedlnaungerr b.eibt den Untemetj- mern überlassen. Die für die Abfahr Bestellten bahnamtlcchen Rollfuhrunternehmer sind verpflichtet, auf Oteriangen der Absender Stückgüter zur Dahn zu bringen, die Aufträge zur Abhvteng innerhalb der von der Eisenbahn festgesetzter Frist auszuführen und nicht höhere als die vor. der Eifenbahn dafür feftgefe^trn Gebühren zu erheben. Die bisher für die Anfuhr geltenden weiteren Bestimmungen (z. B. über die Einrichtung besonderer Stellen zur Entgegennahme von Aufträgen zur Abholung, über die Anmeldeterien, die Ausstellung der Begleitpapiere, die Verpflichtung zur Auskunft über die zweckmäßig ten Auflieferungszeiten, die Vevauslagang und Einziehung der Freibettäge, die Besetzrärrbnig dec Hafte ng für die Anfuhr) sind weggefallen. Da die Unternehmer bei der Anfuhr der Gütet Ihrer Eigenschaft als bahnamtlicher Rvllsuhrunterneh- mer enttleidet sind, sind die von ihnen auf die Empfänger nachgenvmmenen Rollgelder künftig nachnahmegebührenpslichilg. Zu- bemerken ist autzerdem noch, datz der neue Rollgebührentarif bei der Mehrzahl der Reichsbahn- direktiviren 'insofern eine Aenderung erfah.en Hal, als für Sendungen bis 200 Kg. eine Staffelung von 25 zu 25 Kg. und für Sendungen über 200 Kilogramin eine solche von 50 zu 50 Kg. ein- gesichrt worden Ist. ** Die Einreise deutscher Reichs» angehöriger tn die Schweiz. Die im November 1923 verfügten besonderen Erschwerungen sut die Einreise in die Schweiz auS Dent ch- band sind aufgehoben. Einreisevisa zum Kur-, Besuchs- und Ferienaufenthalt werden gleich wie Dauervisä wieder anstandslos erteilt Um bat besonderen Bedürfnissen im Verkehr Deutschland- Italien und umgekehrt durch die Schweiz zu dienen, Ist das Goppel-Ginreifevisum für solche Reisenden geschaffen, die von Deutschland oder Italien aus die Schweiz zweimal duvch- fahoen und auf der einen ober apf beiden Durchreisen einen Aufenthalt nehmen wollen. Cs berechtigt zu einet Einreise aus Deutschland (Italien) und einer aus Italien (Deutschland). Die Gebühr ist wie für das einfache Einreisevisum Euf 8 Schweizerfranken festgesetzt Die Konsulate in Italien können deutschen Kurgästen das einfache Einreisevisum in die Schweiz ebenfalls erteilen. DaS Transitvisum, das gebührenfrei erteilt wird, berechtigt ausschließlich zur C^rchreise durch die Schweiz ohne Aufenthalt ** Aus dem Gietzenet StandeS- amtSregifter. Es verstacben in der Zeit vom 16. bis 29. April: 16. April Gertrud Hedwig Weygandt, 1 Monat alt Neuenweg 22; 17. AprU Maigot Kornmann, 1 Monat alt, Wolfstratze 11, Gustav Wilhrlm Kuhn, 4 Jahre alt, Nahrangsberg 12, Elli Möller, 1 Jahr alt Am Riegri- Pßrd 56; 18. April Berta Schmidt, 10 Monat alt Licvengasse 21, Karl Schäfer, Duteaugehilfe, 32 Jahre alt, In den Eichgärten 31, Elise Schaf«, geb. Decker, Witwe, 78 Töahre alt Licher Str. 35; 20. April Heinrich Rühl, ohne Beruf, 62 Jahre alt Hammstratze 20; 21. April Johannes Koch. Arbeiter, 62 Jahre alb Bahnhofstraße 5, Karl Wetzel, 4 Monate all, Neuenweg 31, Marie Orte müllet. 1 Jahr alt Löwengasse 13; 23. April Gisela Herbert, 8 Monate alt, Lindeagasse 18; 25. April Margarete Leinbach, ohne Beruf. 18 Jahre alt, Wollengasse 7; 27. April Hermann Eise, Schneidermeister, 54 Jähre alt, Gr. Stein» weg 10 ; 28. April Margarete Wysk, geb. «Mattern. 60 Jahre alt, Gnauthstratze 1; 29. April Minna prächtiges Schaffen dankenswerten Einblick gewährte, srnd wir in freudig gehobener Stimmung. Gin Blick noch von der Fiesoler Höhe auf des Arno zackiges Silberband und das domgetrvnte Florenz in der Tiefe, und wir treten den Heimweg an. # Vine Faksimile-Ausgabe der Ma»esseschea Haudschrift. Die berühmte in Heidelberg aufbewahrt« Aederhandschrift von 856 Pergamentseiten zu der bet Züricher Ratsherr Rüdiger Manesfe den Grund gelegt haben soll, bilde: die Haupt prelle für unsere Kenntnis deZ deutschen Minnesangs. Aber die Forschung konnte diese an Reichhaltigkeit und Fülle unvergleichliche Quelle bisher noch nicht ganz aus schöpfen, weil die Handschrift nur in Heidelberg einzusehen und daher nur wenigen zugänglich war. Nunmehr wird int Insel-Verlag eine vollkommen getreue Faksimile-Ausgabe et- sch men, die einen vollen Ersah des Originals und damit die Möglichkeit ständiger Einsicht und Erforschung btetet. Die kostbare Handschrift, die Lieder von 140 deutschen Minnesängern in rund 7000 Strophen enthält, ist herrlich ausgemalt Auf 138 Pergamentseiten sind die Dildnisse der meisten Dichter dargestellt, die in ihren frischen Farben mit aufgelegtem Gold und Silber heute wie einst den Betrachter entzücken. Das überaus wichtige Denkmal der deutschen Literatur und Kunstgeschichte wird dadurch wei eren Kreisen zugänglich gemacht, wenn auch frellich dec Sub- sktipttonsptelS von 500 Goldmatk für jede der sechs Lieferungen nut großen Bibliotheken nab reichen Sammlern di« An schäfturA gestattet. x- Zur Abonnentenwerbung in Kreisen der Architekten, Bau- Seschäften, Maurermeister wird bal- igst rede-und verhandlungsgeübte g Kraft von angesehener, eingelührter 5 Baufachzeitschrift gesucht. Sofortiger Verdienst. Offerten an: ,,De»tsehe Baehltte**, Hannover. 6. dfr eichS. Ae im vcritch- t cid) ID« 1® iKR zu bi» um für W -rach« Älrch- Ss tc- b (3t» bk Wat bttiubite düs ein' 'alle en* ifrei e- mchrrÄ «bei* ieitooa H-dmg 1. April irchr 11. ihrungs« Siegel- smx dt M L 3dM Str. 35; 2 Oobtr "15 aiur u-d «Ar« b kr° huvaM -u der reife * iÄerno4 r sgabe^ e»t M * i in rund Ktf r* tunnnntg. dal des KTztconte im b» «Ält, ‘*5 N Ä *utb»< iui ;mei> « bü linier. Auf. * L's . Är bir i)ter kr den mtiiigt M- Mter Pfilch ® M X>UlAg ikbte- «VS» 6Uc» at>* ichimm > Aus. taet, »QM* ktzich- ’U Li Die r ihrer tcrnch. Ns die Mg so tt» M- Mn- «tt, ric Ort» I. April ,afie 18; 2ewf. Hermann r 6tcm* Mliem, il Ma- Kreis Schotten. □ Laubach, 3. Mai. Zu 'Beginn deS «■eucn Schuljahres wurden 17 neue Schüler in das hiesige Prorealghmnasium und Realschule ausgenommen- Der Gesamt» bestand der Schüler dieser Lehranstalt beträgt nunmehr 81. Infolge des Deamtenabbaues wurde das Lehrerpersonal um eine Lehrkraft gekürzt, indem Pros. Schnellbächer von hier nach Densheim versetzt wurde. In die unterste Klasse der hiesigen Stadtschule wurden nur zwölf Kinder (8 Knaben und 4 Mädchen) eingeschult. 3m letzten Jahre wurden nur 9 Kinder (5 Knaben und 4 Mädchen) ausgenommen. Es ist dies eine ungewöhnlich niedrige Ziffer, da sonst in der -Kegel 30 bis 40 Abcschühen eintraten. Wir haben hierin eine Folgeerscheinung des Weltkrieges zu erblicken, da in jenen Jahren zwei Drittel der jungen Familienväter im Felde standen. Im kommenden Jahre wird die Zahl der Mcschüyen wieder niedrig werden und erst im Jahre 1926 die normale Höhe erreichen. — In verflossener Woche wurde hier eine Bereinigung: Kirchliche Kreis »Wohls ah rts pflege von Geistlichen der beiden Dekanate Grünberg rmd Schotten begründet. An der Spitze dieser Vereinigung, welche alle Vereine dieser Art, den hessischen Erziehungsverein usw., zu einheitlicher Tätigkeit zusammenfassen will, steht Dekan Röschen- Freienseen, der Begründer des Hess. Erziehungsvereins, der schon Hunderte von entgleisten jungen Leuten wieder zu nützlichen Gliedern der menschlichen Gesellschaft gemacht hat. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M, 3. Mai. Richt weniger als 5908mal — das ist täglich fast 200mal — wurde im Monat Mai die Schutzpolizei in Anspruch genommen, und zwar wegen Lleber- tretungen 2439mal und wegen Verbrechen und Vergehen 1112m•«* Zu melden von 5—bUhrb.Göthe, Restaurant Voller, Bahnhosstr. 53/55. Commerz- und Privat-Bank A.-G. Filiale Gießen X Die billigste rZ Brennstoffbezugsquelle Dienstmädchen. Suche per sofort tüchtiges, kräftiges Mädchen tagsüber für Küche und HauS. 3645V FritiM Seipel, Markt 16. Suche sofort ML« Breis Nebensache. Off. unter Nr 1359 an Herfo, Block- Gut möbl. Zimmer zu mieten gesucht. Schriftl. Angebote unter 019764 an den Gieff. Anz. erbeten. Suche s. ein berufS- tätiges Fräulein zum 10. Mat 1 möbl. Simmer. Schrtfil Angeb unt. 019795 a. d.Gieff.Anz. mm mit guter Schulbildung und leichter Auffassungsgabe in die Lehre gesucht. Vorzustellen von 1-3 Ubr 3668V Schuhhan» JMenmeier Sonnenstraffe 20. 2 Zimmer, wenn mögl.auch mitKüche, gesucht. C. Geismar, 019808 Uhrmacher. 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Für Hafer stellt der Konsum zu niedrigen Geboten einige Ansprüche. 3m Westen ist der Plata-Hafer so wesentlich billiger als Inlandsmaterial, daft er dort vorgezogen wird. Mehl andauernd still und lustlos. Beim Weizenmehl erschwerten fortgesetzt die Auslandsvfferien den Verkauf heimischer Marken. Man notierte für Getreide und Oelsaaten per 1000 Kg., sonst per 100 Kg., ab Station: Weizen, märt, 170 bis 174, Roggen, märt., 128 bis 134, Sommergerste, märt, 170 bis 188, Futtergerste 150 bis 160, Hafer, märt., 125 bis 132, Weizenmehl 24 bis 26, Roggenmehl 19.75 bis 22, Weizenkleie 10.20, Roggenkleie, frei Berlin, 9, Raps 310, Leinsaat 410, Viktoria-Erbsen 25 bis 27, Kl. Speiseerbsen 14 bis 15, Futtererbsen 12 bis 13, Peluschken 11 bis 12, Ackerbohnen 14 bis 16, Wicken 12 bis 13, Lupinen, blaue, 12 bis 12.50, Lupinen, Büchertisch. — 3n kanadi scher Wi ldnis, Trapperund Farmerleben von Max Otto. Mit Ka- pitelleisten und 2 farbigen Tafeln von Karl Wagner, 62 Bildern nach Raturaufnahmen auf 32 Tafeln und einer Karte. Vierte Auslage. Verlag von Paul Pareh in Berlin SW. 11, Heidemannstr. 10 u. 11. In mehrfarbigem Ganzleinenband, Preis 12 Gmk. Herr Otto, von Beruf Forstmann, hat jahrelang als Trapper wie ein zweiter Lederstrumpf unter den Indianern Kanadas weit ab von jeder Zivilisation gelebt. Seine Schilderung der kanadischen Wildnis und ihrer Bewohner ist ungemein fesielnd. Ein Freund der Matur mit feinem Sinn für alles Leben und Weben in ihr, ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn and ein echt deutscher Mann läßt in diesem stattlichen Buche seine Erinnerungen aufsteigen. Der unermeßliche kanadische Wald, die nordische Wildnis in Eis unb Schnee haben den Verfasser gepackt unb lassen ihn nimmer los. So ist das Buch mit dem Herzen geschrieben und läftt den Leser miterleben, wie sich deutsche Tatkraft und Kühnheit durchsetzt gegenüber gigantischer Einsamkeit der Natur und ihrer Gefahren. Warm tritt der Verfasser für sein Deutschtum ein, auch in der schweren Zeit, die für die Ausländsdeutschen wähnend des Weltkrieges angebrochen war. So übt das Buch eine beseelte Werbekvaft aus für das Deutschtum im Ausland unb verdient die weiteste Verbreitung. — Joseph von Eichendorff Gedichte.' Ausgewählt unb erngeleitet von Dr. Hilda Schulhoff. Mit vier Bildern. Strecker & Schröder, Stuttgart. Halbleinen 3, Halbleder 5,50 Mark. - In Eichendorsis Lyrik mit ihren groben einfachen Themen liegt jene Menschlichkeit, die Kunstwerke Generationen immer wieder verständlich macht. Sie ergreift und fesselt heute noch wie vor hundert Jahren mit ihrer frischen Natürlichkeit und ungekünstelten Romantik jeden, der sich ihr hingibt und sie lebt auch noch dank rhrer Sangbarkeit in den weitesten Kreisen des deutschen Volkes. Das vorliegende Bändchen bringt eine glückliche Auswahl, die alles wertvolle enthält und es in ebenso zuverlässiger wie schöner Form darbietet. Ausstattung und Einband sind wie bei allen Bändchen der rasch fortschreitenden! Sammlung „Klassische Lyrik', mustergültig in jeder Hinsicht. — Die soeben erschienene Dummer 4128 der Leipziger „Illustrierten Zeitung„ (Verlag I. I. Weber) bietet wiederum eine Fülle von schönen Kunstblättern. So einen japanischen Holzschnitt von Kikugawa Ieizan, ein Friihlings- fefi in Voshiwara darstell.nd. Fünf Reprodukckonen von Gemälden Fritz Scherers zeigen die Eigenart dieses monumentalen Landschafters. Friedrich Kross hat dazu einen orientierenden Artikel geschrieben. Eine ganze Anzahl Reproduktionen von Landschaftsbildem, „Motiv aus Eichstädt" von Gilbert von Canal und „An der Wörnitz" von' Charles H. Palmis sind hübsche Bilder aus alten teilräumten Städten in Bayern, während die Lithographie von Reinhold Koch-Zeuthen „Blick auf Berlin vom neuen Rathausturm" ein gutes Beispiel davon ist, wie man auch einem etwas nüchternen Gegenstand künstlerische Reize abge- winnen kann. Drei farbig reproduzierte Gemälde zeigen charakteristische Landschaften von ober- rtatienifchen Seen, wohin die Reiselust jetzt so viele lockt. Ein Landschaftsbild aus den Bergen ist auch die Zeichnung „Vom Dau des neuen Derghauses auf dem Iungfraujoch" von Rudolf Lipus. Der autzerordentliche Erfolg des Dibe- nahegestand^rl n>u mepe vier anoere Do gibt er ferne persönlichen Stimmungen, keine Bro- graphre. keine wissenschaftliche Betrachtung des Lebenswerks Klingers, sondern eine subjektive Darlegung dessen, was er über den Künstler imb fein Werk zu sagen weist. Reiche Aufschlüsie enthalt das Buch, farbig und interessant geschildert von einem Künstler, der tiefes Verständnis für das Werk des Toten bei seiner Niederschrift Mitschwingen lieft. anleihen waren mit 85 gesucht. Ferner Home man folgende Kurse: Berliner Hochbahn 40, AEG. 9—9Vs. Darmstadter Bank 8. Eine gewisie Verstimmung riefen die aus Königsberg gemeldeten Insolvenzen zweier Danken hervor. Am Geldmärkte war tol. Geld mit 1 pro Mille reichlich angeboten. Die Lage des Devisenmarktes ist im allgemeinen unverändert, das engt Pfund wurde mit 67,9 franz. Franken gehandelt. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mar! aoSgedrückt. BuenoS-AireS, London, Neu« York, Japan, Rio d« Janeiro für eine Einheit. Wien und Budapest für 100000 Einheiten, olles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Gin schwere- Autounglück bei Offenbach. Zwei Tote. O f f e n b a ch, 3. Mai. (WTD.) Gestern nach- mittag gegen 3 Llhr ereignete sich auf der Dabenhausener Chaussee, die von 2ü»to- f5 10 10 Bulgarien. ,8,11 3,09 voll voll Japan -. . NwdeJnn. Belgrad . . 1,685 1,675 voll voll 0,475 6,28 0,473 5,28 0,485 6,32 voll voll voll voll Lula von . . 13,06 13,14 13,03 13,14 voll voll Berlin, r. Mat <3(0) Brief Repart. °/a 74,81 75,19 2 28,43 28,57 voll 71,22 71,58 1 111,12 111,68 4 157,60 168,40 1 5,98 6,02 voll 4,19 4,21 1 18,45 18,55 1 18,85 18,95 30 22,84 22,96 15 4,79 4,8' voll 12,47 12,53 Voll 58,15 68,4 15 2,09 2,11 voll 58,35 68,65 10 Nr. 105 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Montag, 5. Mai 1924 K3280BJ 87. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) tMT von und noch Nachdem die Diirge in Asien geordnet, _____ IsenBrandt nach Berlin zurückberufen worden und vieTMrSrsMW-W Ein Roman aus dem 21. Jahrhundert von Hans Dominik. Aus unserem Leserkreis wird uns eine der bedeutendsten deutschen Wochenzeitschriften Südafrikas, der in Pretoria erscheinende „De u t sch - Af r r ka n e r" zugesandt, dem wir einen 2lrtifel Friedrich Carl vom Drucks entnehmen. Die interessanten Darlegungen zeigen, unter welchen weltpolitischen Gesichtspunkten Deutsche im Ausland die augenblickliche Mächtekonstellatvon betrachten und welche ausschlaggebende Rolle sie Deutschland auch nach seiner Niederlage zumessen. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Dienstag, 6.: Tosco. Mittwoch, 7.: Die Jüdin. Donnerstag, 8.: Die Zauberflote. -Freitag, 9.: Amelia, oder: Ein Maskenball- Samstag, 10.: Carmen. Sonntag, 11.: Siegfried. — Schauspielhaus. Dienstag, 6.: Palme, oder Der Gekränkte. Mittwoch, 7.: Wilhelm Dell. Donnerstag, 8.: Wilhelm Dell. Freitag. 9-: Russisches Ballett-Gastspiel von Claudia Ijsatschenko mit ihrer Tanzgruppe. Samstag, 10.: Macbeth. Sonntag, 11.: Wilhelm Teil. in das Direktorium der E. S. C. eingetveten. Nach jenen sensationellen und politisch so einschneidenden Vorgängen war er von den Berichterstattern der großen internationalen Presse bestürmt worden, die ihn, den neuen St. Georg, den Drachen- toter, wie ihn der Dolksmund nannte, interviewen wollten. Doch kein Wort war über seine Lippen gekommen. Auch jetzt, nachdem bereits mehrere Monate vergangen waren, verlautete nichts Näheres über seine wunderbaren Entdeckungen, liebereinstimmend hatten sich natüackich die gelehrten Köpfe jeder Art dahin geäußert, daß diese Entdeckungen in ihrer Anwendung einen völligen Wandel der Weltwirtschaft zur Folge haben mühten. In ununterbrochenen Artikeln beschäftigte sich die Presse der ganzen Erde damit und erschöpfte sich in Vermutungen, ob und wann diese Erfindungen zur allgemeinen Kenntnis und Anwendung kommen würden. ' aUmsetzung folgt.) I Der aml.rikanische Senator Doräh hat am 7. Januar den Staatssekretär Mellone über die Höhe der französischen Schulden gegenüber den Vereinigten Staaten befragt und folgende Antwort ethalten: Die Gesamtschald beträgt 2 997 800 000 Dollars. Zurückgezahlt wurden 64 212 568 D)l- lars. Verbleiben als Schulden 2 933 265 231 Dollars. Rückständige Zinsen 779 621 604 Dollars. Darauf abgezählt 129 570 376 Dollars. Verbleiben noch Zinsschuldei 650 051228 Dollars. Zwischen 1929 und 1930 hat ferner Frankreich für die Schiffsmater«alien 407 341 145 Dollars zu be- zähl.n. Die Gesamtschutd beläuft sich demnach auf 3 990 657 605 Dollars. Staatssekretär Mellone erinnerte sodann an die gescheuerten Verhandlungen wegen der Rückzahlung der Schulden, öie mit dem französischen Delegierten Parmentiers geführt wurden, u.id schloß, daß die amerikanische Schuldenkonsolida- tions-Kommission ihre Anstrengungen fortsetzen wolle, um die Rückzahlung der genannten Beträge zu erzielen. Amerika will seine Anstrengungen „fort- fetzen"! Es will aber nichts Entscheidendes tun, trotzdem die Vereinigten Staaten — wie wohl jedermann kbar jst — es in der Hand hätten, Frankreich zu zwingen. Warum tut es nichts in &er Richtung? Um daS verstehen zu können, muß man seinen Blick auf die Ereignisse wenden, die als beabsichtigte und unbeabsichtigte Folgen des hinter uns liegen- , den Weltkrieges die Geschicke fast aller Völker und Staaten der Welt ntehr oder weniger stark gewandelt haben. Eben darum trägt dieser gewaltigste Krieg, den die Weltgeschichte bisher kannte, mit Recht den Namen des Weltkrieges. Die stärkste Weltmacht vor dem Kriege war England. die stärkste Macht war es auch innerhalb der angelsächsischen Welt. Zwei Widersacher be- dröhten seine Weltmachtstellung: Deutschland und Amerika. Don diesen Rivalen erschien England das Deutsche Reich als der schwächere Gegner, weshalb es seine Erledigung durch die 1904 begonnene Einkreisung vorbereitete. Helfer fand es in Frankreich, Rußland und Italien sowie in denjenigen Dallanstaaten, die ein Interesse an der Zertrümmerung Oesterreichs hatten. Cs zeigte sich nämlich immer deutlicher, daß Deutschland nicht ohne gleichzeitige Zertrümmerung Oesterreichs besiegt werden konnte. Und ohne diese Möglichkeit wäre der Feindbund kaum auf Rußland, Italien und Serbien auszudehnen gewesen. Oesterreich war gegen das Deutsche Reich nicht als Bundesgenosse zu gewinnen, neutral aber - durfte es unter kernen Umständen bleiben, weil sonst die von Anfang an beschlossene Blockade Deutschlands unmöglich gewesen, der Feindbund also überhaupt nicht zustande zu bringen gewesen wäre. Amerikas war man von vornherein sicher aus Gründen wirtschaftlichen Wettbewerbs. Es wird sich aber noch zeigen, daß auch ein wichtiger, rnachtpclitischer Grund die Haltung Amerikas gegen Deutschland von Anfang an beeinflußt f>at. Cer Weltkrieg endete zwar mit der gewollten Zertrümmerung Oesterreichs, und auch Deutschland erlitt die beabsichtigte Niederlage, doch nahmen Anfang und Ausgang des Krieges einen gatiz anderen Verlauf, als der Feindbund angenommen hatte. Cs zeigte sich nämlich, daß I man trotz aller nur möglichen Sicherungs-Berech- tzung wozu, Pa?" „ihn die Erfindungen Georg Isenbrandts auch für das neue Afrika herzugeben, ihre Wirkungen dort zu nutzen ..." „Ach, Pa! Davon später! Was schreibt er von Florence?" „Nichts Gutes, Helen, für den, der zwischen ten Zellen zu lesen versteht. Ihr Zustand hat sich anscheinend in keiner Weise gebessert. Die ©IC 2Bo!tDDlttikh<> PftM I zugunsten Englands tn den Krieg eingreifen ' । würktt, wenn ein Sieg Deutschlands, also eine Niederlage der Entente, zu gewärtigen sein würde. Dis dahin aber sollte England wirtschaftlich finanziell und militärisch so geschwächt sein, daß es seine Vormachtstellung in der angelsächsischen Welt an Amerika würde abtreten müssen, was be- einer Stelle aus nach einem festen Plan Willen gearbeitet wird. Afri> wird gar lange warten müssen." * * * dem Laien zunächst offensichtlichen Vorteile. Ein Kollegium von europäischen Gelehrten hat sich bereits an diese Riesenarbeit gemacht. Schon bei der Besprechung der Vorfragen ist man sich schlüssig geworden, daß an eine allgemeine Freigabe der Erfindung auch nur für Europa vorläufig nicht zu denken ist. Nur dann kann es Lücken, die Naturgesetze so zu meistsrn, daß nur Nutzen und kein Schaden entsteht, wenn diese Forschungen abgeschlossen find und dann