Samstag, 5. April 1924 U4- Jahrgang Erstes Blatt GietzenerAMiger General-Anzeiger für Oberhessen vrr«s m» Verl«,- vrLHI'Iche Univerfitäts-Viich. nnv Steinöruderei R. Sange in Siehen. Schriftleitun, und Seschästrftelle: $»a!!trahe 7 Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bü zum Nachmittag vorh« ohne jedeDerbindlichkeit Preis für V mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlid)8, auswärts 10 (Bolbpfennig; für Reklame-Anzeigen d 70mm Brett« 35 Goldpfennig, Platzvorfchrifl 20u/„ Auf. schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: t)r. Friedr.Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumfchein; für dev Anzeigenteil . Hans Deck, sämtlich in Gießen. Ur. 82 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFamiliend lötter Monalr-vezvorprelr: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Ferns prech^Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten Anzel-erSiehe». Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. Das „produktive" Ruhrpfand. Der Reichswirtschaftsministsr über Yoincares Iahlenkunstftücke. Berlin, 4. April. (WTB.s- Zum vierten Mule innerhalb der letzten beiden Qltcmte behandelte der französische Ministerpräs.dent vor der Kammer die von ihm errechneten Ergebnisse des produktiven Ruhrpfandes. Die Angaben Poincares haben den Berliner Vertreter des Hamburger Fcemdenblattes veranlaßt, den Reichs Wirtschaftsminister Hamm darüber zu befragen. Hamm führte etax> folgendes aus: Aus diesen auffälligen Wiederholungen ersieht man, roie sehr Poincarä mit allen Mitteln bemüht ist, die französischen Wähler von dem Erfolg seiner Ruhrpolitik zu überzeugen, der gegenüber dem Franken stürz eine so unwiderlegbare Sprache spricht, ein Sturz, dec nur durch das Eingreifen des englisch-amerikanischen Geldmarktes einige Zeit aufgehalten werden konnte. Poinccrre errechnet für 1923 das Ergebnis der Ruhrbesetzung mit rund 600 Millionen Franken gleich 100 bis 130 Millionen Goldmark, vergißt aber dabei zu berücksichtigen, daß der Mehrimport von englisch-amerikanischer Kohle die französische Zahlungsbilanz von 1923 gegenüber dem Vorjahre um rund 420 Millbonm Goldmark z u ihren Ungunst en belastet hat. Kleber das sicher ganz erhebliche Defizit der französisch- belgischen Regiebahnen schweigt er sich ebenfalls aus. Die Zahlen für 1924 sind noch Phantastischer. • Aus den Zufallsergebnissen eines Monats, die mit 12 multipliziert werden, wird ein Jahres- nettoergebnis von 3 Milliarden Franken und zugleich 600 Millionen Goldmark errechnet. Jedermaim weiß, daß die unerträglichen Lasten, die die französische Erpressung durch die Micum- Verträge auf die Rhein- und Ruhrbevölkeruug legt, wirtschaftlich längere Zeit nicht zu ertragen sind, daß sie vielmehr von der dortigen Wirtschaft nur kurze Zeit übernommen wurden, um den wirtschaftlichen Zusammenbruch bis zur endgültigen Reuregelung der Verhältnisse nach Möglichkeit abzuwenden. Mit der Produktivität haben diese Ergebnisse wirklich nichts zu tun. Die Multiplikation emes Monatsergebnisses mit 12 ist vollkommen willkürlich Gesetzt den Fall, was aber nach dem Gesagten als ausgeschlossen gelten muh, diese Rechnung wäre richtig, so sind doch von diesen 600 Millionen Goldmark nur 52 Prozent für Frankreich bestimmt. In diesem Zusammenhang fei darauf hingewiesen, daß die Sachlieferungen, die Deutschland trotz des Ruhreinbruchs an die anderen Mächte ausgesührt hat, allein 370 Millionen Gold:nark betrugen. Frankreich hätte damit unter den rigorosesten Maßnahmen (Beschlagnahmungen, Ausweisungen, Einkerkerungen) und unter Hrnwegset- zung über den Dertrag von Versailles und über privatrechtliche Bestimmungen, die sonst in der ganzen Welt geachtet werden, unters schwerster wirtschaftlicher Schädigung des deutschen Schuldners bestenfalls eine Summe erpreßt, die derjenigen gleichkommt, welch« Deutschland freiwillig an seine Gläubiger gezahlt hat. Poincare stellt dabei aber die erzwungenen Leistungen als für Deutschland leicht tragbar hin. Im übrigen fei, was das sachliche Ergebnis betrifft, nur an folgende Stimmen aus dem eigenen Lager Poincares erinnert, Stimmen, denen man eine antifranzösische Einstellung wahrlich nicht nachsagen kann. Zn erster Linie verweise ich auf die Untersuchungen des Ruhrergebnisses durch den Leiter des Solvah-Jnstituts, George Bar- n i ch, der durch die vielfachen Veröffentlichungen in der Reparationsfrage gezeigt hat, daß er wirklich keines deutschfreundlichen Standpunktes verdächtig ist. Er weist darauf hin, daß selbst wenn alles nach den Hoffnungen der Franzosen und Belgier ginge, und wenn sich die Reparationskommission über die Verteilung der aufgekommenen Summe zu ihren Gunsten ausspräche, was er selbst für unwahrscheinlich hält, Frankreich und Belgien die Ruhrbesetzung des Jahres 1923 gerade umsonst gehabt haben würden, während sie einen produktiven Erfolg nicht gehabt hätten. Bezüglich des Ergebnisses von 1924 charakterisiert er die bisher aufgestellten Zahlen richtig als reine Hypothesen und Hoffnungen. Er schätzt die Rettoeinnahmen für Frankreich und Belgien auf höchstens 206 Millionen Goldmark und hebt hervor, daß auf diese die Kosten für die Rheinarmee, die Annuität für die Besatzungskosten der amerikanischen Armee und die Kosten der Ruhrarmee und der Reparationskommission mit etwa 470 Millionen Goldmark anzurechnen sind, so daß sich für die Besatzungsmächte nur ein Minus- saldo ergäbe. Wer könnte noch glauben, ruft er am Schluß der Berechnung aus, daß unsere Politik des Jahres 1923 eine Politik wirklich produktiver Pfänder gewesen ist? Ec erinnert dann daran, wie die Meinung dec Welt sich gegen die Besatzungsmächte gewandt hat, welche Hemmn sse dir militärische Besetzung in das Wirtschaftsleben beider Lander gebracht hat, und wie insbesondere dec Waren - verkehr durch das besetzte Gebiet hindurch nach dem übrigen Deutschland vollkommen zum Erliegen gekommen ist. Insbesondere habe der Hafen von Antwerpen unter diesen Verkehrsschwierigteiten ernstlich gelitten. Dec Krieg habe den Franken auf Dollarwert von 10—12 Franken pro Dollar gebracht, die Ruhrbesehung aber habe ihn um das Doppelte verschlechtert. G.genübw diesen von ernster Sachlichkeit getragenen Bemerkungen Barnichs Hingen die Ausführungen b?s bisherigen belgischen Ministers des Aeußeren Jasper beinahe wie ein Optimismus. Das Ruhrunternehmen hat uns zwar nichts ein- gebracht, aber auch nichts gekostet, so beteuerte er am 21. Februar. Zn gleicher Rich- tu -g aehen die Berechnungen tn> Brwertung-rn des Ruh.abenteuers seitens brs französischen Abgeordneten Herriot. Rachbem er in seiner StammeneOe vom 11. Januar mit nüchternen Zahlen den finanziellen Mi>rsolg des Ruhr- abenteuers nachgewi^sen hat, indem er unter Zugrundelegung des Poincaröstzen Ergebnisses der Berechnungen darauf h.nwies, daß der 2sb- zug der Besetzuugstvsten für Ruhr und Rhin, der amerikanischen Annuität und der belgischen Priorität der Poincar^schen Summen in ein De- fizii für die französisä>en Finatrzen verwandle, erklärte er am 22. Februar im .Oeuvre": Wenn noch ein einziger Franzose übrig sei. der an die Theorie des probuttinen Pfands glaube, so könne er nur geisteskrank, und zwar gefährlich geisteskrank s. in Ich möchte sch i« >!lch Hinweise i auf ine Ausführungen, die in der gestrigen Kammersitzung der Abg. He.rwot zur Ruh polttik Poincares gemacht hat. Er erflärte nach den vorliegenden Berichten. ..die Zahlen, die gestern der Mi. isterpräsident verlesen hat. können mein Urteil nicht ändern. Ich frage, ob wir 1923 meh erhielten als 1922. Die Antwort ist nicht zweifelhaft." ...... —I Kulturblockade. Was fein denkender Mensch für möglich geholten hat, ist Tatsache geworden. Wre schon gemeldet, haben Reichspräsident und das Reichskabinett dem gänzlich unverständlichen Antrag des Finanzministeriums stattgegeben, wonach der Reiseverkehr Deutscher ins Ausland durch Erhebung einer Ausreisegebühr von 500 Eoldmark auf ein Mindestmaß ein gedämmt werden soll. Das .Berliner Tageblatt", mit dem wir sonst selten einig gehen, schreibt zu dieser ebenso kurzsichtigen und verfehlten wie ungerechten Maßnahme mit vollem Recht: .Wen würde diese Ausreisegebühr treffen ? Wem vor allem würde dadurch ein Aufenthalt au her halb Deutschlands unmöglich gemacht werden? Richt den Reichen, denen es nicht schwersallen wird, zu ihren sonstigen Luxusausgaben auch noch diesen Betrag auszubringen. Wohl aber alle denjenigen, welche, wie die Lehrer, Angestellten oder Beamten, nach Jahren der Entbehrung wieder einmal im Llusland reisen wollen, um ihren geistigen Horizont zu erweitern, um Studien zu treiben oder um Erholung fern von den Sorgen des Alltags zu suchen. Dies« Abgabe wird also in erster Linie die freien Berufe und den Mittelstand in all seinen beruflichen Gliederungen treffen. Ihnen wirb es unmöglich gemacht, auch nur die kürzeste Reise ins Ausland zu unternehmen und für zwei oder drei Wochen einmal auch von den billigeren Lebensverhältnissen des Auslandes zu profitieren, nachdem, feit der ©tabilifierung der Mark, die Gehälter und Löhne jurüdgegangen und die Preise daheim über das Auslandsnioeau weit hinaas- §eschnellt sind. Gewiß mag im Augenblick das teifen ins Ausland überhand genommen haben. Aber das ist nicht zuletzt darauf zarückzaführen, daß fast das gesamte deutsche Volk beinahe ein Jahrzehnt hermetisch vo m Auslande ab» gesperrt gewesen ist. Zn demselben Augenblick, wo die Lebensverhältnisse und vor allem die Preise in den deutschen Kur- und Erholangs- Lrten wieder billiger werden, wird auch dieser Strom der Reisenden ins Ausland nachlassen. Einer solchen temporären Erscheinung soll man -nicht gleich mit drakonischen Mitteln entgegen- treten. Wir erheben unsererseits jedenfalls gegen diesen Finanzbureaukratismus, dec gerade die A e u r e i ch e n, die Prasser und die Luxusreifenden nicht trifft, die sich im Auslande unangenehm bemerkbar machen, den schärfsten Protest. Dabei wollen wir es nicht einmal untersuchen inwieweit diese beabsichtigte Maßnahme aus den Eisenbahnverkehr ungünstig einuoirten wird Der Personenverkehr, der- ohnehin schon stark zurückgegangen ist. wird sich weiter vermiildem. Die Fahrplänr werden umgestoßen werden müssen und Deutschland verhängt über sich selbst eine Kulturblockade." In dec Verordnung des Reichspräsiden en über ;bie Ausrtzjsegebühren heißt es u. a.: Don der Ausreisegebühr sind befreit: 1. Kranke, die durch eine amlsärztliche Bescheinigung nachweifen, daß sie nach der Art ihrer Erkrankung nur an einem Platze außerhalb Deutschlands Heilung oder Besserung erwarten können. 2. Erholungsbedürftige Kinder unter 14 Jahren, sofern es sich um Reisegruppen handelt, die mindestens fünf Kinder unter 14 Jahren umfassen. Die Befreiung gilt auch für den Transportführer. 3 Auswanderer 4. Se'b- ständige Gewerbetreibende und deren Angestellte. sofern die Handelskammer schrif.lich erklärt, daß es sich um eine aus geschäftliche Gründen notwendige Reise handelt, ö. Arbeitnehmer, die sich vorübergehend ins Ausland begeben, um nachweislich dort ihrem Verdienst n ich ugehen. 6. Beamte, sofern die vorgesetzte Behörde bescheinigt. daß die Reife zur Erledigung vtn Drenst- geschäften im Ausland erforderlich ist: ferner Geistliche und Mitglieder religiöser Orden oder vrdensähnkicher Kongregationen, sofern die kirchlichen Aufsichtsbehörden oder geistlichen Oberen bescheinigen, daß die Reise ins Ausland im kirchlichen Interesse liegt 7. Vertreter inländischer Zeitungen oder Zeitschriften, sofern die Berufsvertretung bescheinigt, daß die Reise ins Ausland im journalistischen Interesse li g ; ferner Vertreter ausländischer Zeitungen oder Zei'schciften. die sich durch eine Bescheinigung der Presseab eilung des Auswärtigen Amtes als solche ausweisen. Der Reichsminister der Finanzen kann weitere Befreiungen zulassen. Sie Verordnung wird in der Hauptsache mit währungspolitischen Gesichtspunkten begründet. Rach den Feststellungen der deutschen Auslandsvertreter übersteigt die Zahl der Deutschen im Auslände weit die durchschnittliche Zahl der Reisenden vor dem Kriege, in schweizerischen Kurorten befanden sich im Januar 6000, in Italien zur Zeit etwa 70,000 Deutsche, da sich die Reisenden v'elfach scheuen, die Renten- m a r f in Deutschland durch Vermittlung der Finanzämter in ausländische Währung urnzu- tauschen, verkaufen sie im Ausland und zwar zu Kursen, die weit unter den normalen Werten liegen So wird aus Italien berichtet, daß dort die Aentenmark für 3 Lire verkauft wird, während der wahre Kurswert 5,6 bis 5,9 Lire ist. Da in (Italien ein Monatsverbrauch von etwa 35 Millionen Rentenmark in Frage kommen dürfte, besteht gr.-ße Gefahr, daß diese Unter- Wertung mit der Zeit eins Rückwirkung aus den Kurs der Rentenmark haben wird. Der Verkehr der Geschäftswelt mit dem Auslande svll durch die Verordnung nach Möglichkeit nicht erschwert werden. Den ©aifonarbet- tern, Artisten. Schauspielern Journalisten usw. sollen Reisen ins Ausland nicht unmöglich gemacht m?t?>en, b.-sonder: Ausnahmen sollen für frühere deutsche Gebiete getroffen werden, sowie für den Besuch von Verwandten im Auslände, die durch Todes- und schwere Krankheitsfälle notwendig werden. Die Finanzämter sind übrigens angewiesen, Personen, die trotz Zahlung der Gebühr von 500 Goldmark ins Ausl.md reiien, bsonders auf ihr wirkliches Einkommen t-in zu beobachten. Die Gr.-n Kontrolle soll nur bis zum 10. Apeil verschärft durchzesnchrt werken. Außerdem hofft die Rejierunz, die neuen Bestimmungen schm nach einigen Monaten wieder auf beben zu können. — Das muß c»uch von einer derart kurzsichtigen und in die persönliche Freiheit des Elnzelnen in unerträglichem Maße eingreifenden Maßnahme erwartet werden. Wenn man Befürchtungen für den Kursstand der Rentonmark hat — ax»3 sehr Wohl berechtigt sein kann — würde ein Ausfuhrverbot für Rentenmark, die ja ohnehin nicht für den Auslsnds- vcrkehr bestimmt ist, und ein ülmtauschzwang in ausländische Valute.Deim zuständigen Finanzamt dem gleichen Zweck gewiß besser gedient haben, als derart bureo-ukratische Mätzchen, die weite Kreise unseres bildungshungrigen Mittelstandes verärgern und bei Herrn RaM schmunzelndes Behagen auslosen werden. 2hm ist es nicht verwehrt, zehnmal mehr Rentenmark im Ausland auszugeben, wie dem Mann mit dem kleinen Portemonnaie. Neue Gcwaliateu an Rhein und Ruhr. Paris, 5. April. (WTB.) Wie das „Echo de Paris" mitteilt, sind gestern auf Anordnung von General Degoutte und des französischen Oberkcmmissars in der Rheinlandkommisiion in der französischen Besatzungszone, und zwar sowohl im Rheinland, als auch im Ruhrgebiet, 240 Haussuchungen vorgenommen tvorden, die zu 61 Verhaftungen geführt haben. Ramentlich in Essen und Gelsenkirchen seien sehr viele Papier beschlagnahmt worden. Die Rheinlandkommission berate zur Zeit im Einvernehmen mit den Be ehlshabern der drei Besatzungsarmeen über die etwaigen Vergeltungs- Maßnahmen. Die Sachverständigen nach getaner Arbeit. Paris, 5. April. (WB.) Der „Petit Pa- rifien“ teilt mit, daß der französische und englische Tert des Sachverständigenberichts gewisse ilngenaulgf eiten in der Uebcrfeiyung haben, so daß jetzt nicht mehr angenommen wird, daß das umfangreiche Schriftstück am Sonntag, sondern erst am Montag der Rcparationskommission übermittelt werden kann. General Dawes und Oven B o u n g hätten bereits ihre Plätze für die Heimreise itad) den Vereinigten Staaten am 22. April belegt. Inzwischen werde Dawes nach Reapel und Poung nach Spanien reifen. — Einern Berichterstatter des ..Petit Parisien" erflärte Mc. Ken na: „ilnfere Aufgabe ist beendet. Außer einigen noch zu erledigenden Paragraphen ist .l n s e r B e r i ch t f e r t i g. Er ist kurz, er enthält höchstens 20 Seiten." Auf die Frage, ob man das deutsche Kapital w eder nach Deutschla ib zurückführen könne, antwortete Mc. Kenna: „S.e fragen mich zu viel. Wir haben aufrichtig zu- fam men gearbeitet mit der allei itgcn Sorge und bem besten Wunsche, die Wahrheit zu suchen. Heute wie vor zwei Monaten habe ich immer nrch die Hoffnung, daß man zum wirtlichen Frieden gelangen wird und daß unsere Mühe und Arbeit nicht umsonst gewesen sein müsse." Abrüstung? Rach Beendigung des Ruhrkampfes hatten die alliierten Regierungen die Wiederaufnahme der Militärkcntrolle in bem alten Umfang verlangt. Zn einem zeitlich weit auseinanderliegen» ben Rctenwechsel zwischen Botschafterkonserenz unb Reichsregierung hatte man die beiderseitigen Auffassungen einander genähert, ohne aber bislang zu einer beide Teile befriedigenden Lösung gefemmen zu sein. Am 7. März hatte die Bot- chafterkonferenz einen Generalvergleich vorge- chlagen. Die Kontrollkommission sollte hiernach ihre Tätigkeit auf die nach Ansicht der Alliierten noch unerledigten „fünf Punkte" beschränken. CS inb dies einmal Reorganisation der Polizei, Ülmstelluntz der Waffen- unb Munitionsfabriken, Auslieferung des Restes des nicht zugelassenen Materials, schließlich Auslieferung der sich hierauf beziehenden Schriftstücke und Veröffentlichung Ausfuhrverbot von Kriegsmaterial, sowie über vcn gesetzlichen Bestimmungen über Ein» und Rekrutierung unb Organisation des deutschen Heeres. Erscheint die Durchführung dieser fünf Punkte der Kontrollkommission genügend fortgeschritten, so sollte nach bem Vorschlag ber Bctschafterkonferenz an bie Stelle ber sich zu einem ungeheuren Kontrollapparat ausgewachsenen Rolletschen Kommission ein sogen. (Garantie- kcmitee treten, das in einem noch späteren Stadium ber üleberaxlchung burch ein Organ des Völkerbundes erseht werden sollte. Auf diesen Vorschlag der Dotschafterkonfevenz ist am Dienstag die Antwort der Reichsregierung erfolgt Herrn Jules ßambon Frankreichs Vertreter in der Konferenz, ging das nicht schnell genug. Er hat sich bemüßigt gefühlt, in einem Prioctt- schreiben an ben Botschafter von Hoesch bie deutsche Antwort anzumahnen, durchaus überflüssigerweise, wenn man sich erinnert, daß derselbe Herr Cambon und Genossen sich volle acht Wochen Zeit nahmen, um die deutsche Januarnots einer Antwort zu würdigen. Die deuttche Rvte formuliert mit unleugbarem Geschick den deutschen Standpunkt Sie wah'ck die nationalen Belange, ohne in die Diskussion eine augenblicklich besonders unzweckmäßige Schärfe hineinzutvagen, stellt andererseits den in der alliierten Rote zum Ausdruck gebrachten Derständigungswlllen auch von deutscher Seite nrch einmal ausdrücklich heraus unb bringt schließlich greifbare Gegenvorschläge, an denen die alliierten Botschafter nicht ohne weiteres werben vorübergehen können. Die Rote vermeidet, sich in dem Widerlegen einzelner sehr anfechtbarer Punkte festzubeihen. Sie betont, bah sogar nach alliierter Rechtsauffassung von einer beliebigen Verlängerung ber Kontrolle keine Rede fein könne, bie Funktionen ber Kontrollkommission hätten in Wahrheit längst an den Völkerbund« übergehen müssen, ilnb dann weist sie mit aller wünschenswerten Deutlichkeit die Anmaßung einer einseitigen Entscheidung durch die Alliierten zurück. „Gegenüber einer Ration von Tradition und lebendigem Gefühl für nationale Würde kann auf die Dauer unmöglich alles auf die Formel Befehl und ilntertoeifung gestellt werden." Das ist eine erfreuliche Sprache, die man so manches Mal hat vermissen müssen, gewiß nicht zum Frommen deutscher Außenpolitik. Der deutsche Dor- schiag geht nun dahin, bas Kontrollorgan in Personalbestand unb Auf gaben kreis derart zu reduzieren, daß die QHilitärtontrolle in ihrer letzten Phase eine Atmosphäre ruhiger Verhandlung gewährleistet. Am zweckmäßigsten wäre es nach deutscher Ansicht, das Organ von vornherein dem Völkerbundsrat zu unterfiel (en, dem ja ohnehin der Versailler Vertrag bie Rachprüfung über die Durchführung ber Entwaffnung zuweise. Dem Völlerbund bringt damit bie Reichsregierung ein Maß von Vertrauen entgegen, das dieser bisher in keiner Weise gerechtfertigt hat. Sie kann dies nur im vollen Bewußtsein, die Entwaffnung nach ben Bestimmungen des Versailler Vertrages loyal durchgeführt unb vor nrch so böswilligen Augen ber Völkerbundsbeauftragten nichts zu verbergen zu haben. Der Völlerbund hat sich bislang in allen deuttchen Lebensfragen als gefügiges Werkzeug des französischen Imperialismus erwiesen, der erst vor wenigen Wochen wider besseres Wissen in den Angelegenheiten Danzigs und des Saarlandes gegen deutsche Znteressen im Sinne feiner fran- zrßschen Auftraggeber entschieden hat. Wenn sich Deutschland nun trotz aller bisherigen Enttäuschungen in der Entwaffnungsfrage dem Spruch des Döllcrbundes unterwirft, so werden die alliierten Botschafter es sich diesmal überlegen müssen, ob sie auch diesen deuttchen Vorschlag ablehnen wollen. Soll die QHllitänontrolle ferner keine bloße Demütigung des deutschen Volkes, keine reine Befriedigung französischer Rachgier und Machtgelüste sein, wollen die Alliierten nicht ihre eigenste Kreatur, den Völlerbund noch des letzten Machttchaiiens entkleiden, liegt ihnen wirklich nur an einer Durchführung des Versailler Vertrages und einer Befriedung Europas, bann werden sie an dem deutschen Vorschlag nicht vorbei kommen können. Zu besonderer Beachtung wird man den alliierten Staatsmännern den eindrucksvollen Schlußsatz der deutschen Rote empfehlen, in dem der Völkerbund aufgefordert wird, durch die Einleitung eines tatsächlichen und allgemeinen Abrüstungsaktes die breite Oeffentlichkeit davon zu überzeugen, daß die MilitärkontrollL nicht der dauernden Aufrechterhaltung des augenblicklichen Mißverhältnisses zwischen dem deutschen Rüstungsstande und demjenigen seiner Rachbarn, sondern der ehrlichen unb endgültigen Befriedung Europas dient. Erinnert man sich der letzten Verhandlungen in den Parlamenten von Paris und London, so muß man die Ueberzeu«, flung flctohmen. day dem DSNerbund noch viel zu tun übrig bleibt, ja, daß zu beiden Seiten des Kanals ganz entgegengesetzte Strömungen das Heft in Händen haben. Das gilt auch von dem britischen Labourkabinett, das Wohl bei jeder sich bietenden Gelegenheit seinen Abrüstungswillen kund tut, gleichzeitig aber dem Parlament ein ausgedehntes Rüstungsprogramm vorgelegt hat. Der Premier hat bei dieser Gelegenheit die prinzipielle Stellung seines Kabinetts zur Abrüstungsfrage folgendermaßen formuliert: .Es steht diesem Lande nur noch eine türze Spanne Zeit zur Verfügung, in dec es sich unbedingt darauf verlassen kann, daß es nicht von einem Kriege überrascht werden wird. Wir können die Spanne Zeit dazu benutzen, um uns ausschließlich auf unsere militärische Verteidigung zu stützen und damit jedes andere Land zu ermutigen, sich auf denselben Faktor zu verlassen Wir können aber auch ein oder zwei Jahre dieser Zeit dazu verwenden, um eine von Grund auf andere Politik zu verfolgen, neben der gleichzeitig die militärischen Einrichtungen auf den unbedingt erforderlichen Kern beschränkt w-r- den. Ein Kern, der tüchtig erhalten werden nutz, und der keinen Rost ansehen darf, der nicht von Faulheit oder Zersetzung befallen werden darf. Während dieser Zeit soll dieses Land dieselbe Energie und dieselbe Entschlusskraft zeigen in der Verfolgung anderer Methoden der nationalen 'Sicherung, wie da sind Liebereinkommen. guter Wille, Verständigung, Abrüstung und Schritte auf dem Wege zur Abrüstung. Die Regierung beabsichtigt, diese Politik zu verfolgen. Wenn sie fehlschlagen sollte, dann wird unser Volk leider gezwungen sein, auf andere Erwägungen zurückzugreifen. Ich glaube nicht, dah es einen Mann oder eine Frau in diesem Hause gibt, die es nicht lebhaft bedauern würde, wenn wir genötigt wären, auf diese andere Erwägungen zurück- zugreisen." DaS ist eine kluge, bei aller Mähtgung, doch durchaus eindeutige Sprache, die keinen Zweifel darüber läht, wie Macdonald die weltpolitische Lage ansieht und was er tun will, um England gegen den in absehbarer Zeit drohenden Feind sicherzustellen. Der Feind, den man meinte, ist natürlich Frankreich, und das Rüstungsprogramm, das das Unterhaus gegen die Stimmen der Liberalen billigte, richtet sich gegen Frankreich. Englands Flotten bau kommt nicht an den Amerikas oder Japans heran. Auch hier richcet die britische Admiralität bereits ihr Hauptaugenmerk auf den europäischen Gegner und hat die Hauptmacht der Flotte im Mittelländischen Meer konzentriert. Den größten Wert legt man in London aus den beschleunigten Ausbau der Luftflotte. Das Rüftungsprvgramm des Labourkabinetts aeht noch über das Baldwins hinaus und plant 700 Flugzeuge erster Linie und einen Personalbestand .von 40 000 Mann. Die vorgesehene Baufrist von 15 bis 20 Jahren soll verkürzt werden, sobald Maßnahmen anderer Mächte es notwendig cr- schemen lassen. Das erste sozialistische Kabinett (in England denkt also in der Abrüstungsfrage nicht minder realpolitisch und national als irgend «eines seiner konservativen oder lieberalen Vorgänger. Auch Poincar6 hat sich von seiner Kam- ,'mer vor der letzten Kabinettskrise ein Heeres- a^formprogramm bewilligen lassen, das ohne jede Rücksicht aus die Frankenbaisse oder das noi« Leidende Staatsbudget eine Armee von 32 Divisionen ausschließlich aller Arten von technischen Truppen vorfieht. Davon werden 6 Divisionen, «Iso ein Sechstel, im Rheinland garnisoniert, also «von Deutschland bezahlt, um im geeigneten Öhigen- blick über uns herzufallen. Oberst Fabry, der Jetzige Kriegsminister, teilte unter starker Belegung des Hauses mit, diese Grenzarmee habe Den Zweck, Frankreich in den Stand zu sehen, -jederzeit eine starke Schlachtfront auf dem rechnen Rheinufer herzustellen. Tine starke ßuftflotte ainl* der Bau von Geschützen mit 150 Kilometer SrtMtoeile vervollkommnen dieses anmutige Bild, -das^das pazifistische Frankreich, das Paradies des Friedens, dem staunenden Europa heute bietet. Pomcare hat sich in die rechte Positur gesetzt, um mit seinem britischen Kollegen das Problem der Sicherheit Frankreichs und der Befriedung Europas zu diskutieren. (Englanb und die Fortdauer der Besetzung. London, 4. April. (Wolff.) Der dlplema- tische Berichterstatter des „Daily Teleg-aph" /schreibt. Macdonald und feine Kolleger feien durch einige der Erklärungen Pvincares vom letzten Mittwoch verblüfft worden. Der fran- zöfifche Premierminister Hubs es zum letzten Male klargelegt, tast die mi li t ä rische Be s eh a n g des linken Rhrinufers ebenso wie die Ruhr beseh ung nicht zu Ende gehen werde, bis die letzte Gvldmark von Deutschland vjsWttssWMWn. Sin Roman aus dem 21. Jahrhundert von Hans Dominik. 5. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Die Insassen des Kreuzers hatten keine Zeit, sich weiter um die Lrürnmerstätte zu kümmern. Die Schar der Angreifer, die sie wie Hornissen umschwärmten, beanspruchte ihre volle Äufmerk- famfeit. Schon arbeiteten die Batterien des Kreuzers und feuerten aus allen Rohren. Aller Wahrscheinlich t it nach mußte das Kompagnieschiff mit den Gegnern schnell fertig werden. Seine gute Panzerung bot ihm gegenüber den ungepanzerten Angreifern einen wesentlichen Vorteil. D ef e schienen sich auch auf einen ernsten Kamps nicht ein- lassen zu wollen. Sie suchten die Entfernung zwischen sich und dein Kreuzer ständig zu vergrößern, wobei sie nach alter tatarischer Kampfes- weise abwechselnd nach rechts und links entflohen und fliehmd feuerten. Ihr Bestreben ging oahin, die nahe Grenze zu gewinnen. Sie hofften wohl, daß dec Kompagniekreuzer ihnen dorthin nicht folgen würde. Isenbrandt erkannte das Manöver. In forcierter Fahrt suchte er ihnen den Weg zu verlegen. Das Manöver, rücksichtslos ausgeführt, war für das Triebwerk der Motoren zu stark. Sine Welle brach. Es wäre an sich nicht schlimm gewesen, da der Kreuzer genügend Reserven hatte. Aber Splitter der böschenden Welle gerieten irr die Zentralst-euerung. Sie wurde ungangbar. ES gab ferne andere Möglichkeit, als an Franrrercy vezaylr jcl Es braüryr nicht erst darauf hingewiesen zu werden, daß diese Doktrin im Widerspruch zum Versailler Vertrag steht. Selbst wenn England und Amerika Frankreich „aud dem Ruhrgebiet heraus laufen würden", indem sie die französischen Kriegsschulden reichen und Frankreich direkt oder durch Deutsch-' land die Barzahlung vorstrecken, die Deutschland Frankreich schul.et, konnte Poincars immer noch die Aufrechterhaltung der sichtbaren Besetzung aus Gründen der Sicherheit beanspruchen, die im Vertrag gar nicht erwähnt wird. Die Stellung der britischen Regierung sei daher schwierig. Dieses hätte vvrausgeiehen werden tönnen, da sie einer Regelung nicht zustimmen konnte, die sich auf Bestimmungen gründet, die im Widerspruch zu den Friedensbedingungen stehen. Die Mieumverträge. Berlins. April. (WTD.) cher Reichs- kohlenrat und der Reichskohlenverband kamen einstimmig zu dem Ergebnis, daß die jetzigen Micum-Lasten untragbar sind, da sie die Dennögenssubstanz der Bergwerke in erschreckender Weise aufzehren und die Lebensbedingungen des Bergbaus und der Bergarbeiterschaft zerstören. Der Reichskoh- lrnrat und der Deichskohlenverband gaben der Erwartung Ausdruck, daß für die Regelung der Verhältnisse hn Ruhrbergbau nach dem 15. April eine Lösung gefunden werde, welche aus diesen unerträglichen Zuständen heran Sführt,bevor ein völliger Zusam- m e n b r u ch erfolgt. Das Pariser »Oeuvre" 'oefpricht die Micum- berträge. Wenn sie am 15. April nicht erneuert würden, so habe man allgemein gedacht, sei das nur ein halbes Hebel, da ja die Sachver- ständigon andere Losungen Vorschlägen würden. Pvincare sei nicht dieser Ansicht und habe deshalb den Minister Le Trocquer in das Ruhrgebiet gesandt, damit er dort „bie am 16. April zwecks Sicherung der Reparationslieferungen zu treffenden Maßnahmen" in Erwägung ziehe. Wenn man richtig begreifen wolle, so besage das, daß die Franzosen und Belgier sich mit Gewalt die Lieferung dessen verschaffen würden, was die Industriellen nicht gutwillig hergeben. Mehr wäre dann, allerdings nicht nötig, um die Arbeiten der beiden Sachverstand igenlorn tees zunichte zu machen. Gewisse deutsche Blätter kündigten darauf an, daß im Ruhrgebiet der Aus- bruch des Generalstreiks rnoa'ich fei, vielleicht sogar unmittelbar bevorstehe. Auf die Drohung antworte man mit einer Drohung. Tatsächlich seien es die geschworenen Gegner jeder Verständigung, die wieder die Oberhand gewännen. Gestern hätten gewisse französische Blätter keinen Hehl daraus gemocht, daß sie es bedauerten, wenn das System der Sachverständigen angenommen würde, das tn der gleichen Stunde auch die deutschen Extremisten verdammten. Die Agitatoren triumphieren bei dem Gedanken, daß vielleicht ein für allemal der /große Verständigungsgedarnke erstickt werden konnte. Die „Rheinische Arbeiterpartei" und Frankreich. Ludwigshafen, 4. April. Wolfs.) Auf der Gründertagung der rheinischen Arbeiterpartei in Speyer wurden eine Reihe Beschlüsse gefaßt, deren Durchführung große Geldmi t tel voraussetzt. Ihre Herkunft aus französischer Quelle erscheint bei der geringen Mit- aliederzahl der neuen Partei als fraglos. Aus dem Programm geht zweifellos he.vor. daß es sich hier um eine Rachfolgertn der separatistischen Bewegung handelt. Zum ersten Derhandlungstag waren 42. zum zweiten 80 Teilnehmer aus der Pfalz unt> Hessen erschienen, aber keine Dertte!er aus dem Rh Inland. Aus den Verhandlungen sind die Ausführungen eines gewissen Kunz bemalens wett, der sagte, der Blick des rheinischen Staates müsse stets nach Westen gerichtet fein. Wenn Preuß n eine Revancheidee nicht au/gebe, so müßten dte Rheinländer den Prügel auf den Buckel nehmen und gegen Preußen marschieren. Die Engländer aber wollten am Riederrhein und tn Hannover im Trüben fischen. Die Rentenmark. Berlin, 5. April. (Priv.-Tel.) Wie der »Berl. Lolalanz." erfährt, hat gestern abend der Derwaltungsrat der Rentenbank eine Sitzung abgehalten, an der auch Vertreter der Reichsregierung teilgenommen habsn. Gegenüber den von verschiedenen Seiten ausgestreuten Alarm- geruchten über Anterhohlungsversuche gegen die Rentenmark erklärte das Mitglied des ‘360001= mit größter Vorsicht den Boden aufzufuchrn und die Hemmungen in der Steuerung zu beseitigen. Mit einem Fluch gab Herr von Löwen den Befehl zur Landung. „Verfluchti Die Kerls haben Glück! Sie entwischen. Da ziehen sie ab. Sie entkommen über die Grenze!" Schwerfällig setzte der Kreuzer auf dem Boden auf, nicht weit von den Trümmern des zerstörten Häsens. Infolge der gelähmten Steuerfahigkeit mußte er auf dem schrägen Hange einer Mulde landen. Während Herr von Löwen sofort seine Techniker an die Reparatur setzte, verließen Isenbrandt und Lowdale das Schiff. Mil ihrn Gläsern verfolgten sie die am Südvsthorizont kaum noch sichtbaren Schiss. „Schade, Herr Isenbrandt, um die verpaßte Gelegenheit, den Burschen einmal eine gründliche Lektion au geben. Das scheint hier das Hauptnest der Luftüberfälle zu fein. Den Torpedo eine Minute früher aus dem Rohr, und die da hinten Jagen wahrscheinlich bei den andern da drüben unter den Trümmern der Halle. Ich will mir bas so geschickt gebaute Rest mal aus der Rahe besehen." Isenbrandt hatte nur mit halbem Ohr $u- gehört. Seine Gedanken folgten den flüchtigen Feinden in der Lust. Seine Augen hasteten an der Steuerbordbatterie des Kreuzers. Infolge der schrägen Sage des Schiffes zeigten auch bie Geschütze eine anormale Lieberhöhung. Es mußte möglich sein, in dieser Stellung eine ganz außer- gewöhnliche Schußweite zu erretdjen. Isenbrandt hatte seinen Entschluß gefaßt Ohne sich nach dem Abjutarrten umzusehen, der mngsrar» Der ■Jtentcnbant Htllger einem Vertreter des Blattes, daß von irgsrdwelchen Ma- növern gegen die Rentenmark nichts bekannt fei Die Möglichkeit einer Erschütterung ber Rentenmark vorn Ausland her bestehe nicht Die einzige Befürchtung, die man vielleicht hegen könne, liege in einer Hergabe zu großer K c edite, jedoch fei auch in dieser Beziehung die weitestgehende Vorsorge getroffen worden. Die Rentenmark müsse und werde stabil fein. Kleine politische Nachrichten. In einer vom Völkisch-Sozialen Block einberufenen Wählerversammlung im Frankfurter Hippodrom, tn der der frühere Reichstagsabgeordnete Wulle sprach, kam es zu Schlägereien zwischen Deutschvölkischen and Kommunisten, in deren Verlauf es einige Verletzte gab. Polizei säuberte schließlich den Saal und stellte die Ruhe wieder her. * Auf Anordnung des Oberreichsanwalts ist das Verfahren wegen Landesverrats gegen Dr. ^eigner eroffnet worden wegen feiner am 7. August im Leipziger Volkshause und am 18. Oktober im sächsischen Landtag gehaltenen Reden, in denen behauptet wurde, daß zwischen der Reichswehr und gewissen rechtsradikalen Ge- heimvrgamsationen enge Beziehungen beständen. ♦ Senatspräsident Sarwey beim Oberlandes» gericht Stuttgart wurde zum Präsidenten der Reich-sdifziplinarkammer in Stuttgart ernannt an Stelle des von feinem Amte entbundenen bisherigen Präsidenten Lanbgerlchts- beäfibenten' a. D. Dr. von Zorn. ♦ Der Weimarer Gemeinderat beschloß, die Vertrage über die Errichtung von Offiziers- und Llnteroffizierswohnungen für die Reichswehr zu genehmigen. Damit ist der erste Schritt für die Verwirklichung des Planes, Weimar zur st ä n- bigeit Garnisonsstadt zu machen, getan. * Der Prüfungsausschuß der jugoslawisch e n S k u p s ch t i n a hat die restlichen 26 Mandate der kroatischen Bauernpartei anerkannt. In parlamentarischen Kreisen herrscht die Ansicht vor, daß das Kabinett Paschitsch toirb vermutlich seine Demission geben, um dem Könige die Entscheidung zu überlassen, ob ein Arbeitskabinetr unter Iowanowis ch- oder Reuwahlen ausgeschrieben werden sollen. Die russisch-rumänischen Verband - l u n g e n in Wien über das Schicksal Bessarabiens wurden ergebnislos abgebrochen. Die rumänischen Parteiführer sprachen sich für Wiederaufnahme der Beziehungen zu Rußland aus unter der ausdrücklichen Bedingung der Anerkennung bet gegenwärtigen Grenzen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 5. April 1924. Der Fahrplan des Bahnhofs Gießen. Die Abfahrtszeiten. Richtung Frankfurt. D 3,23 Dm., Pz. W 4,05 Vm_, Pz. 6,42 Dm., D 7,17 Dm., D 8,05 Dm., Beschl. Pz. 8,45 Dm. Pz. W 9,55 Dm.. Pz. 12,32 Am.. D 1,00 Rm. Pz. 2,45 Rm, Beschl. Pz. 3,28 Rm (ab 5.4.), Vorzug Sa. 4,39 Rm, Pz. 5,32 Rm, Pz. 7,37 Rm., Beschl. Pz. 8.31 Rm, Eilgüterz. 8,50 Äm, D 9,42 Rm., D 9.49 Rm. D 10,01 Rm Richtung Kassel. D (Berlin) 12.09 Dm., Pz. W 5,27 Dm, Pz. (Marburg) 6,42 Dm, L) (Hamburg) 8,17 Dm, Pz. 8,22 Dm, Beschl. Pz. (Hamburg) 10,19 Dm., Pz. 12,32 Rm, Pz. 3,40 Rm, Pz. W 6,02 Rm., Pz. (Marburg) 7,00 Rm, D (Hamburg) 11,32 Rm. Richtung Dillenburg D (Köln) 3,18 Dm, Pz. W 5,14 Dm., Pz. (Köln) 6,30 Dm. Pz. W (Wetzlar)' 6,58 Dm., D (Holland) 8,4l Dm, D (Köln) 8,53 Dm, Pz. (Köln) 11,25 Dm. Beschl. Pz. bis Hagen 3,15 Rm. (ab 6. 4.), Pz. (Äötn) 3,48 Rm, Pz. (Betz- berf) 5,20 Rm, D (Köln) 6.42 Rm, Pz. (Bey- berf) 8,33 Rm, Pz. (Dillenburg) So. bis Haiger 10,14 Am Richtung Limburg Pz. So. 5,14 Dm W 5,37 Dm, Pz. 8,30 Dm.. Pz. 10,21 Dm, Pz. W 12,32 Rm, Pz. 1,46 Rm, Pz. 3,58 Rm, Pz. 6,15 .Rm, Beschs Pz. 9,20 Rm. Richtung Fulda. Güterzug W bis Alsfeld 3.34 Dm, Guterz. W bis Grünberg 6,52 Dm, Pz. 8,16 Dm., Pz. 12,33 Rrn., Güterz. W bis Alsfeld 2,43 Rm., Pz. W bis Burg Rieder-Gemünden 6.33 Rm.. Pz. 7.38 Rm »BZ r. ~*'Tai J. ■A1BB» ur» auf den zerschossenen Hafen zuschritt, eilte er in den Kreuzer zurück und stieg in bie Batterie. Der Batterieraum war verlassen. Reben den Geschützt standen die f(bußfertigen Patronen. Richt ohne Anstrengung schraubte Isenbrandt den Zünder einer Schrapnellpatrvne ab und entfernte die Ladung aus dem Geschoß. Dann griff er nach einer in der Rähe stehenden Wasserkanne und füllte das Hohlgeschoß mit dem Raß. Hetzt ließ er eine Zinntube hineinglerten und schraubte den Zunder wieder auf. Schnell war ein Geschütz mit der so veränderten Patrone geladen. Gin Druck auf den Feuerknopf. Krachend fuhr der Schuß aus dem Rohr. Leicht schwankte der Kreuzer unter dem Rückstoß hin und her. Während Has Echo des Schusses noch viel- töntg von den Bergwänden zurückgeworfen wurde, ertönte plötzlich tackendes Maschinengewehrfeuer von den Hafenruinen her. Der Kanonenschuß hatte die Besatzung des Kreuzers schon alarmiert. Sie sahen Isenbrandt neben bem Geschütz stehen unb glaubten zunächst, er hätte irach bem Flughafen geschossen. Das Maschinengewehrfeuer von dort ließ sie von neuem stutzen. Isenbrandt steckte die Llhr wieder ein, auf der er die Sekunden seines Schusses abgelesen hatte. Jetzt nahm er sein Glas, um den Ursprung des Maschinengewehrfeuers zu erspähen. Lind sah mit Schrecken, wie Averll Lowdale in weiten Sprüngen über die Sandfläche hin auf den Kreuzer zueilte Ihm galt zweifellos bas Feuer. „Verflucht! Sind doch noch einige Halunken bem Torpedo entgangen. Wir werben euch noch einmal ganz gründlich auSräuchern . . . 2D> . . . I Rm, Richtung Dillenburg Pz. 6,24 Dm, D 7,14 Vm, Pz. W 7,46 Dm, O r,59 Dm, Pz. 9,34 Vm, Pz. 12.25 Rm, Pz. 2,21 Rm. Pz. 5,15 Rrn., Beschl. Pz. 827 “ Pz. W 9,37 Rm, D 9,44 Rrn. D 3,13 Vm., Pz. 6,36 Vm., Pz. 7,44 Vm, Pz. W 9,31 Vm, Pz. 12,21 Rm, D 12,52 Rm. Beschl. Pz. (ab 6.4.) 3,20 Rm, Pz. 5,24 Rm. Pz. W 6,38 Rm, Pz. W 7,31 Rm, D (Holland 9,34 Rm. D (Köln) 9.53 Am. Pz. 10.38 Dm. Richtung Limburg. P-. 5,57 Dm. Pz. W 7,27 Dm, DeM. Pz. 8,35 Dm. Pz. 9,44 Dm., Pz. 2.13 Rm täglich außer Sa. 2,28 Äm. Pz. ^5,56 Rm. Pz. 8,23 Dm, Pz. 9,43 Am R Ichtung Fulda. Pz. 6.20 Dm. Pz. 7,58 Dm, Pz. 11,57 Dm. Pz. 7,34 Dm. Richtung Gelnhau sen. Pz. W 6,25 Dm. Pz. 7,26 Dm, Pz. 9,40 Dm. Drnz. W 1,20 Rm, Pz. Sv. 1,21 Rm, Pz. W 3.10 Rm. Pz. 7,5572 Rm. Pz. w 9.36 Am Richtung Lv l lar—Lvndor f—Grün berg Pz. 5,29 Dm, Pz. \V 7^6 Dm, Pz. 2,37 Am, Pz,. 6,32 Am Einttetende Aenderungen werben tn unseren Spalten mitgeteilt Richtung Gelnhausen. P-. W 5,34 Dm, Pz. 8,16 Dm, Pz. 1,35 Am. Pz. W 4,34 Am, Pz. 6,42 Arn., Pz. W (Hungen) 8,43 Am Richtung Lvllar--Lvndvrf--Grünberg. Pz. 6,13 Dm. Pz. 3,00 Am, Pz. (bis Londorf, an Werktagen bis Geilshausen) 6,50 Anr. Die Ankunftszeiten. Richtung Frankfurt D 3,10 Dm, Pz. W 6,25 Dm., Pz. 8,03 Dm. D 8,11 Dm. D 8,33 Dm, D 8,45 Dm. Beschl. PS- 10,13 Dm, Pz. 12,24 Am. Egz. W 2,03 Dm. Beschl. Pz. (ab 7. 4.) 3,07 Am. Pz. Sa. 3,24 Dm., Pz. 3,33 Am. Pz. W 5,41 Rm. D 6,34 Rrn. (ab 15. 4.) 5,46 Rrn., Pz. 6,54 Am, Pz. W 7,50 Dm, Beschl. Pz. 9,12 Arn., Pz. 9,50 Dm, D11L2 Dm, U 11,51 Rm Richtung Kassel. » » • ** Wichtig für die Geschäftswelt Das Polizeiamt weist darauf hin, daß auf Grund des § 105 b Abs. 2 der Aelchsgewerbeordnung am Sonntag, 6. Ap r i l, für alle Geschäftszweigt des Handelsgewerbes der Gewerbebetrieb in offenen 'Verkaufsstellen und die Beschäftigung vor Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern von 11 Llhi vormittags bis 6 Llhr nachmittags zugelassen ist. Am Pcilmsoimtag (Landes-Buß- und Bettagl bleiben die Geschäfte geschlossen. RDV. Dte Fahrpreisermäßigung für Iugenbfahrten. Die vielfach verbreitete Rachricht, baß die Reichsbahnverwaltung beabsichtige, die Fahrpreisermäßigungen für Schulfahrten. gemeinsame Ausflüge von Studierenden. Fahrt en zu Ferienkolonien umd solche im Dienste den VOr GeMhiFI und 3arvf VOr Spop» und Erholung öss beste Rad -Saft tn fester Form sind die»Sngitta-Vonvons" das vraklisme, kräftig wirkende» wohlschn,eckende a Hustenmittel. In allen Apotheken erhältl. Stets vorrätig: Engel-Apotheke, Gießen ufro. Sagittawerk G. m. b. H., München SW 2. Süßstoffs»! Rasch und prachtvoll werden Blufen, Waschkleider, Spitzen. Bändee, Sommer-Handschuhe, Florstrümpfe usw. ohne Kochen gefärbt nur mit den weltberühmten echten Heitmann's Dlusenfarben, Marke Fuchskopf tm Stern. 674c Heittuann'S Farbe spart den Färber. Georg Isenbrandt preßte die Lippen zusammen, Er sah Averil Lowdale zusammensucken unb fallen. Hastig eilte er nach unten. Aber alS er die Dordtür öffnete, kam ihm der Adjutant schon entgegen. Er preßte mit der Linken den rechten Arm fest an. Eine starke Blutfpur bezeichlvete seinen Weg Sein Gesicht war blaß. Keuchend stand er an der Treppe. Mit kräftigen Armen hvb ihn Isenbrandt Hinern. Während er bie Tür hinter ihm zuschlug, prasselten bie ersten Gewehrkugeln gegen den Schiffsrumpf. „Gott sei Dank, Herr Hauptmann! Ich fürchtete das Schlimmste, als ich Sie stürzen sah Die zertretene Viper sticht noch. . . Kommen Sie! Sie werden sofort verbunden werden. Hoffentlich ist die Verletzung nicht allzu schwer." Er geleitete Averil Lowdale zu -Herrn von Löwen, Ser bem Verwundeten feine Hilfe an gedeihen ließ und den Arm sorgfältig bandagierte. „Ich bin fein Doktor von Profession, Herr Hauptmam'," sagte er lachend, „aber ich Kran Ihnen doch mit _ einiger Sicherheit sagen, baß der Schuß ungefährlich ist Immerhin wirb er Sie für ein paar Monate dienstunfähig machen Vorerst legen Sie sich ruhig in meine Kabine. Mein Kollege In Wierny wirb bad Weitere über nehmen." Isenbrandt sah auf bie Llhr. »Ist ber Maschinenschaden noch nicht behoben?" „Sofort Herr Isenbrandt Es kann sich nur noch um Minuten handeln." „In zwei Minuten müssen wir fertig fein!" „Warum?" (Fortsetzung folgt) wahrere Ul/tUlllUi Ischias, »opsschmerzen 2607c 2647B 1924, 10 2602B Knüppel rcisig 161 219 97 126 74 Knüppel reisig stocke. Zusammenkunft: Alter Anneröder Weg, 2. Schneise. Dupont A-G. Frankfurt am Main Kaiserstraße67 Tel. Hansa6836u.4694 Wässerungen verschlossen zu halten. Gießen, den 4. April 1924. Ltadtbauamt Gießen. Brauba d). Die große Beliebtheit des Togal beruht auf den vielen ausgezeichneten Erfolgen, die zahlreiche Aerzte und Kliniken damit erzielten. Togal scheidet stark die Harnsäure aus, geht also direkt zur Wurzel des Uebels. Die Wirkung tritt unmittelbar ein, die Schmerzen werden behoben und auch Schlaflosigkeit wird erfolgreich mit Togal be- kämpt. In allen Apotheken. Best. 64,3°/e Acid. acet, salic., 0406% Chinin, 12,6% Lit, ad 100 Amyl. Reizbarkeit, besonders früh nach dem Auf st ehe n, Launenhaftigkeit, Der- sagen des Gedächtnisses, gelben Haut, flecken, Klopfen in den Adern, Gefühl von Taubheit in den Gliedern, Zit- tern der Hände und Knie bei Erre- gungen, blauen Ringen um den Augen, Ohrensausen, sonderbaren Gelüsten und Abneigungen, Schreckhaftigkeit, Neigung zu Trunksucht und anderen Ausschweifungen. Dem erfahrenen Arzte smd natürlich solche Erscheinungen nichtsReues, wenn einige darwn zu° sanrmentreffen. so weih er sofort, was sie zu bedeu- ten haben, und je erfahrener er ist, desto weniger wird er in die Gefahr kommen, mit ungenügend erprobten Mitteln Versuche anzustellen, sondern Bekanntmachung. In der Jeit vom 6. April bis 19. April 1924 werden die sämtlichen städt. Straßenkanäle gespült. Während dieser Zeit sind die Rückstauoerschlüsse an Grundstücksent- Uhr, einzureichen. Iuschlagsfrist 2 Wochen. Gießen, den 3. April 1924. Kreisbauverwaltung Gießen. Cellarius. Regierungsbaurat. 6 Zylinder erfolgreichster Wagen 1923 Brennholzversteigerungen Aus den Waldungen der Stadt Gießen, Bezirk des Försters Geisel, Gießen, sollen versteigert werden: a) Dienstag, den 8. April 1924, vormittags 91/* Uhr beginnend, Abt. 104 und 112a, 56 Rm. Kiefernscheiter WMW m MMMWlllvelten. Für die Kanalisation der Altenbusecker Straße und des Schützenweges zu Grotzen- Buseck sollen die Arbeiten und Lieferungen öffentlich vergeben werden. Zeichnungen, Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen können bei uns, Landgraf- Philipp-Platz Nr. 3, Zimmer 22, eingesehen werden. Angebote, deren Unterlagen daselbst käuflich, sind bis zum 15. d. M., vormittags danke ich Ihnen, dah ich überhaupt noch lebe, ich weih nicht, wie glücklich ich bin. ich werde Rervisan jedem Aervenleidenden empfehlen, bitte schicken Sie mir wieder.... Frau Kath. Helfenbein, Wwe. Die Nervosität ist ein sehr verbreitetes Hebel, mancher hat es. ohne zu wissen, was die Ursache der bedrohlichen Erscheinungen ist, die stch äußern in Kopfschmerzen. Gliederreihen, Zuckungen, Rück en schmerzen, Gesichtsschmerzen, Schmerzen in Hals, Armen und.Gelenken, Augenflimmern, Blut- Wallungen, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, schweren oder schrecklichen Träumen, Beklemmungen, Schwindelanfällen. Angstgefühlen, übermäßi- ger Empfindlichkeit gegen Geräusche, (Siebener Sladlthealer. Impekoven-Mathern: Iimggesellem- dämmerung. Es ist unverantwortlich von unserer Direktion, dah sie uns ditollen Schwank so lange vor» enthielt, zumal da die gestrige Erstaufführung unter Karl V o l ck s flotter und sorgfältiger Spielleitung zeigte, dah wir die rechten Leute fciben, um so ein Ding zu drehen. Die granttarlec Fabrikanten haben hier sogar etwas ausgeheckl, was nicht alle Tage vorkommt. Zwar, dah ein frischer, flotter Bursch unter dem zwölfjährigen segensreichen Regiment eine» uneigennützigen, auf- vpserungsvollen Hausdrachen zu einem griesgrämigen, verweichlichten alten Waschlappen wird und selbst nichts davon merkt, das ist auch in Gießen keine Seltenheit. Aber dah es einem resoluten jungen Frauenzimmer gelingt, seine alte Studentenliebe aus der Drachenhöhle herauszu-- holen und für sich zu gewinnen, wobei freilich der Drache auch noch eine gute Partie macht, das gehört nicht grade zu den Alltäglichkeiten. Den nötigen Glan in den Feldzug gegen die famose Pauline Kuhlih bringt der Herr Dr. Prvppen, Spezialist für vertrocknete Junggesellen und sich unentbehrlich dunkende Haushälterinnen. Der vielseitige Herr Juhnke mimte ihn mit viel Natürlichkeit, trockenem Witz und Temperament. Aus dem bedauernswerten Schäbedanz, der trotz allen eigenen Widerstrebens doch noch zum glücklichen Ehemann wird, machte Oskar F e i g e l, der sich in dieser Rolls nach langjähriger Tätigkeit vom Gießener Publikum verab- b) Donnerstag, den 10. April vormittags 9H, Uhr beginnend, Abt. 58, 30 Rm. Kiefernscheiter er wird sofort das Gute und Bewährte wählen. Dah Dr. med. Robert Hahns Nervrsan ein durchaus reelles unb unschädliches Mittel ist, geht aus der Tatsache hervor, dah es an jeden, des > es versuchen möchte, ganz kostenfrei zur Probe ab« gegeben wird. Dr. med. Robert Hahn & Co., m. b. H., Magdeburg D 266 stellt es jedem zu einem Versuche zur Verfügung. Es genügt, dah man unter Hinweis auf diesen Artikel um Gratisübersendung einer Probedose sowie des hoch, interessanten und lehrreichen Buches über »Nervenleiden und ihre Ursachen" bittet. Es ist aber zweckmähig, sofort zu schreiben, denn natürlich werden auf diese Mitteilung hin viele Hunderte solcher Grattsproben verlangt werden, und da ist es immer gut, wenn man mit unter den Ersten ist. 714st Bekanntmachung. Die Wahlen zum Reichstag betreffend. Die Wählerliste (Kartei) für die zu der Wahl zum Reichstag in der Stadt Gießen mit der Gemarkung Schiffenberg und Herrenwald stimmberechtigten Personen liegt vom Sonntag, den 6. April 1924 bis einschl. Sonntag, den 13. April 1924 und zwar an den Werktagen vormittags von 8—1 Uhr und nachmittags von 3 bis 6lUhr, an den beiden Sonntagen nur vormittags von 8—12 Uhr auf dem Stadt- haus — Bergstraße 20, Zimmer 14 — zu jedermanns Einsicht offen. Einsprüche gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Liste (Kartei) sind bis zum Ablauf der Auslegungssrist bei Meldung des Ausschluffes bei dem Oberbürgermeister (Wahlamt), — Stadthaus Berg- 'strahe 20, Zimmer 14 — schriftlich anzuzeigen oder zur Niederschrift zu geben. Soweit die Richtigkeit einer Behauptung nicht offenkundig ist. sind Deweismittel beizubringen. Wird ein Einspruch nicht sofort für begründet erachtet, fo entfcheidet über ihn der Kreisausschuß endgültig. Gießen, den 4. April 1924. 2645B Der Oberbürgermeister- 3. D.: Dr. Selb. — Lahntal- Führer und Wander- buch von Fr. Laupus. Verlag von Wilh Stoll- suh. Bonn. Einer der urdeutschesten Triebe ist in den letzten Hahren machtvoll wieder erwacht: Die Lust zum Wandern. Immer gröbere Scharen suchen engsten Anschluß an die Natur, eine neue wahrere Lebensform. Heimatkunde, Kenntnis von Land, Leuten und Gebräuchen: das Leben und Weben in der Natur werden so erlebte Anschauung. Eine wertvolle Hilfe leisten auf diesem Gebiete die trefflichen Führer und Wanderbucher, die im Verlage oon Wllh. Swllfuß in Dmn erschienen sind. Selbst dem Kundigen stellen sie in überraschender Weise vor Augen, wie schön unsere Heimat ist, und dah wir auf die Ferne verzichten können. Der vor kurzem erschienene Lahntalführer, mit drei guten Karten versehen, bringt in kurzer, aber ausreichender Einführung das Wesentlichste aus Beschaffenheit und Geschichte des Lahngebietes. Don allen wichtigeren Plätzen aus sind die schönsten Wanderungen mit peinlichster Sorgfalt beschrieben. Dieser mit prächtigen Federzeichnungen des Kunstmalers Rud. Fuchs in Obernhof a. d. Lahn versehene Führer stellt eine Heimatkunde dar, die, recht benutzt, Erlebnis wird und Segen spenden tonn. — Friedrich Rosenthal, Unsterblichkeit des Theaters. Versuch einer Kulturgeschichte der deutschen Bühne. Mit unbekannten Bildnissen von Goethe, Schreyvogel. 3m- mermcnvT. Laube, Dingelstedt. Herzog Georg v)n Meiningen, Otto Drahm und Paul Schient her. Preis geh. 6, geb. 8 Goldmark. Günther Lange, Münchmr Von Friedrich Rosenthal, dem bekannten Regisseur des Wiener Deutschen Volkstheaters erscheint hier ein neues Werk von erweiterten inneren und äuHeren Dimensionen, von breit gezogenen Horizmten und Ausblicken. An den erlauchtesten Beispielen bedeutsamer Vergangenheit, an ihren Genies und Marksteinen, an ihren Gestaltern, Beherrschern und Vollendern, an der Gemeinsamkeit aller Kunst arbeit und Entwicklung wird eine Gegenwart gezeigt und auf- gerichtet, die wie ein großes, verhülltes Fragezeichen auf dem Passionswege in dunkle deutsche Bekanntmachung. Versteigerung. Am Dienstag, den 8. April 1924, nachmittags 1 Uhr beginnend, werden im Hofe des Hauses Asterweg 25 verschiedene Möbel und sonstiger Hausrat aus Nachlaßsachen, darunter sehr gut erhaltene Möbel aus gutem Haushalt, sowie die im Jahre 1921 gefundenen und vom Polizeiamt überwiesenen Gegenstände meistbietend gegen Barzahlung versteigert Gießen, den 4. 2lprll 1924. 263213 Der Oberbürgermeister (Wohlfahrtsamt) Dr. Freh. Bauholzversteigerung im Licher Sladtwald. In den Distrikten Kreppeiwäldchen, Eisenkaute, Maurerkasparskopf u. Fichten- Kopf werden nach vorheriger Zusammenkunft am Pflanzgarten an der Hattenröder Straße am 'Donnerstag, den 10. d. M., vormittags 10 Uhr versteigert: Tichen-Stämme 1. Klaffe 2,46 Fstm. Fichten-Stämme 2. Kl 4,14 Fstm., 3. Kl. 6,14 Fstm., 4. Kl. 8,95 Fstm., 5s-Kl. 13,87 Fstm., bb-Kl. 274 Fstm. Sich, den 3. April 1924. Hessische Bürgermeisterei Lich. Völker. 2627D Summ für WM. Die Besitzer von Tauben werden aufgefordert, ihre Tauben während der Saatzeit vom 5 April bis 3. Mai 1924 einzuhalten, andernfalls die Taubenhalter zu gewärtigen haben, daß sie bestraft und die Tauben v-n dem Feldschutzpersonal abgeschvffen werden. Gießen, den 2. April 1924. 25963 Der Oberbürgermeister. I.D.: Dr. Rosenberg. Den Tod im Herzen! Es ist ein trostloses Gefühl, wenn man krank ist, schon alle möglichen Kuren durchgemacht hat und als einziges Ergebnis dieser Kuren die Wahrscheinlichkeit bleibt, dah es wohl keine Hilse mehr gibt. Diese traurige Gewißheit glaubte früher» auch bte Schreiberin des folgenden Briefes zu haben, und man kann ihre Freude begreifen, als sie einen Weg zur Genesung fand: Mar, 3. Apoll 1923. Meinen innigsten Dank, dah Sie mir Ihr Rervisan zu sandten. Ich will die Kur weiter sort- setzen, da ich jetzt die Wirkung von Nervisan spüre. Das Zittern im rechten Arm und Rücken hat nachgelassen. Auch die Herznerven sind schon viel ruhiger geworden, nächst meinem Gott schiftete, eine Dstliche Figur. Ohne jede Spur von Uebertrclbung stellte er einen Professor auf die Bretter, der sich seinen besten Lustspielrvllen würdig anreiht. Die Kuhlih gab Frau R a m m e l mit viel Verve und prächtigem Humor. Ein famoser Partner war ihr Herr Goll als vielseitiger Hutius Cäsar. Fräulein Koop war als Heiratskandidatin zu. stzmpathifch, als dah man ihr die Gelehrsamkeit ernstlich hätte glauben mögen. Carba Aarnegg und Herr Leut- heiser gaben das obligate dritte Paar. DaS Haus barst vor Lachen und Beifallsstürmen bei offener Szene. —e. aufzuheben, enksprichr. tte wn ja» ftänbiger Seite gemeldet wird, nicht den Tav- jachen. ES »st nur geplant, die Tarifbestimmung über diese Fahrpreisermäßigungen enger zu fassen, um Mlhbrauche abzustellen, die sich mit der Zeit emgeschlichen hatten. Mit ihrer De- fertifluufl wird den beteiligten Kreisen selbst am malten gebient sein. . •* SOjährigeS Handwerrerjubr- [du m. Eine seltene Jubelfeier begeht heute der Hchlossermeister Carl Wigandt dahier, Löber-- slrahe 5. Es find mit dem heutigen Tage fünfzig Hahre verflossen, seitdem Herr Wigandt in hiesiger Stadt als selbständiger Handwerksmeister das Gewerbe eines Bau° und Kunstschlossers ausübt. AuS lleinen Anfängen heraus hat er stch empovaearbettet und sich durch dte Güte der vrn ihm gelieferten Arbeiten ho!« Tlnertennung in Fachkreisen und bei den verschiedensten Behörden erworben. Besonders hervorgetan hat er sich durch vorzüglich ausgeführte Kunstschlvsser-- arbeiten an vielen öffentlichen Gebäuden hte- Vaer Stadt Noch heute ist der Jubilar, der stch 'loft seiner 74 Hahre einer seltenen geistigen und körperlichen Regsambett und Frische erfreut, vom frühen Morgen an in feinem Berufe eifrig tätig. Bornotizen. — Tageskalende r für Sam Stag: Li^igshöhe: 5 und 8 ilfcr Wvhltätigkeits-Deran- sialtung zum Besten der (Siebener Winternothilfe unb des .Bienenkorb". — Dauerfcher Gesangverein 7i/3 Uhr in der Aula (ZubilLumskonzert. — Oes- fentliehe Mieterversammlung: 8Vi Uhr im Kath. Vereinshaus. — V. s. D.: Außerordentliche Generalversammlung im Schipkapab- — Arlilleme- verein: Monatsverfannnlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Zwei Menschen". — Palast-Lichtspiele: .Nanuk, der Eskimo". — Astoria-Lrcht- spiele: .Die geheimnisvollen Vier". — Tages ka le n der für Sonntag: Stenvgraphengesellschast Gabelsberger: 9Vs llpr vormittags in der Stadtknabenschule Dereinswett- schreiben. — Oberhesftscher Kunstverein: II ü&r Eröffnung der W. Barthel-Gedächtnis-Ausstellung — Altertums-Museum (im Alten Schlob), Völkerkundenniseum (tm Neuen Schlob) 11 bis 1 Uhr. — Verein. Sozialdem. Partei: 3 Uhr auf der Liebigshöhe Wählerverfammlung — (Bauer» scher Gesangverein: 4 üfyr in der Aula Festkonzert. — Stadtthsater: 7 Uhr .Der Verschwender". - Kath Vereins Haus: 4 und 8 H$r Gastspiel der Zauberkünstler Marcowini und Lamari. — Lichtspielhäuser dasselbe Programm wie am Samstag. — Aus dem S t a d11 hea t erbu r ea u wird uns geschrieben: Ferdinand Raimunds volkstümlichstes Werk .Der Verschwender", das am Sonntag, neu einstudiert, unter der Spielleitung von Oskar Feigel in Szene geht, wird mit der Musik von Krentzer hier gegeben. Die Titelrolle spielt Herr L a m b e r 11 n; in weiteren Hauptrollen sind beschäftigt die Herren Goll, T e - l eky und Leut heiser, sowie die Damen Jüngling, Rubner und RammeL — Um vielfachen Wünschen Rechnung zu tragen, wird die Oper am kommenden Dienstag erst um 6Vs Ubr beginnen. — Der Ha ndwerferbund veranstaltet am DtenStag. 8. April, 8 Uhr, im Gecverbehuus einen Vortrag über dte neuen Qteuererfldrangen. Don sachkundiger Seite wird jede Aufklärung gegeben werden. (Siehe Anzeige.) — Freiwillige Feuerwehr. Montag, 14. April, orbentL ORitgtteberoertannntang. (Stehe Anzeige.) Landkreis Giefte«. Bg. G r. - B u s e ck, 5. April. Morgen findet unter der Leitung der Handarbeitslehrerin Schneider tm neuen Schulhaus eine Ausstellung sämtlicher in diesem Hahre gefertigten Handa rbei ten statt. Verbunden damit ist eine Ausstellung der tm verflossenen Schuljahr gelieferten Zeichnungen der Schüler und Schülerinnen aller Klassen. Die für den Abend in Drucks Saal vorgesehene Entlassungs'e er wird außer Gesang. Singspielen usw. auch das Theater» stückchen .Hänsel und Gretel" und .Der Kuhdieb" von Hans Sachs bringen. — Der D i l d s ch m u ck der diesjährigen Konfirmationsscheine wird unsere altertümliche Kirche nach einem Entwürfe des hiesigen, noch iugendlichen Einwohners K. Rühl darstellen. Kreis Alsfeld. • Alsfeld, 4. April. Die Schülerinnen der vberen Klassen unserer beiden Schulen und der (Tabletten) hervorragend bewährt bei 846ss Nervenichmcrzen, hexenschuh, Der Voranschlag der Gemeinde Hausen für 1924 liegt vom Samstag, den 5. L TL ab eine Woche auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters zur Einsicht offen, .^imoew düngen können während dieser Zeit schriftlich oder mündlich erhoben werden Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizuttagen haben. Hausen, den 4. April 1924. Bürgermeisterei Hausen. Haxpel. 2636D Fortbildungsschule haben aus geschenkten, abgelegten Sachen sür die Säuglingsfürsorge und die N o t h i l f e eine Menge dringend notwendiger Wäschestücke gefertigt. Sie haben an diesem LiebeSwerk, das von Frl. L o s e - kam angeregt und geleitet wurde, etwa sechs Wochen gearbeitet. In einer Ausstellung der artgefertigten Sachen sah man Hunderte von Hemdchen aus alten Hemden, Kissenbezügert u. dgl., Windeln aus Bettüchern und Bezügen: warme Jäckchen aus alten Herrenhemden, Unterhofen und Jacken: Unterröckchen aus Trikotwäsche. Puppen- rvckchen, Herrenhemden-Aermeln: Leibchen aus Flanell- und Dettkatunstücken: Häubchen, Russenkittelchen, Lätzchen aus alten Blusen, Schurzen, Stickereiresten utw. Außerdem wurden alle zerrissenen alten Hemdchen, Jäckchen, Lätzchen geflickt. gestopft und wieder wie neu hergerichtet. Die Sachen wurden der Säuglings-Fürsorgeschwester zur Verteilung übergeben. — Ein trauriger Wicht hat an der Kreisst raße Alsfeld— Drauerschwend an 22 Obstbä umchen die Kronen abgebrochen. Hoffentlich gelingt eS, den Kerl der verdienten strengen Strafe zuzu- führen. Kreis Lauterbach. * Laut e rba ch, 4. April. Am Montag, 7. April, wird der Betrieb auf der neuen Kraft- pv st linielllrich st ein—Lauterbach ausgenommen. Die Fahrten finden an jehem Werk' tag statt, Abfahrt in Ulrichstein 11,30 Uhr vorm., Ankunft in Lauterbach 1 Uhr mittags, Abfahrt in Lauterbach 6 Uhr, Ankunft in Ulrichstein 7,30 Uhr abends. Die Strecke ist 20 Kilometer lang, der Fahrpreis beträgt 10 Pf. je Kilometer. Hessen-Rassau. spd Fran ksu rt a. M, 4. April. Die diesjährige Frankfurter Frühjahrsmesse dürfte sich zu einem wirtschaftlichen Ereignis ersten Ranges ausgeslalten. Sämtliche Messegebäude sind biS ins entlegenste Winkelchen mit Ausstellungsständen beeyt. Diele hundert Anmeldungen müssen wegen Raummangels zurückgewiesen werden. Besonders grob ist der Andrang aus dem besetzten Gebiet. Die Zahl der an- gemeldeten Besucher übertrifft alle Erwartungen. Die Gasthäuser waren schon seit Wochen buchstäblich ausverkauft und müssen einen Teil ihrer Gäste in den Nachbarstädten, wie Bad Homburg, Nauheim usw. unterbringen. Auch die Privat- wohnungen sind vollständig vergriffen, so dah für mehrere tausend Besucher bis jetzt keine Unterkunft mehr gefunden werden konnte. Unter den Ausstellern befinden sich sehr viele Firmen, die zum erstenmal Frankfurt besuchen. Während der Messewoche wird auch der Besuch des Reichskanzlers, mehrerer Reichsministec und der Ministerpräsidenten der einzelnen Länder erwartet. Vermischtes. Hochwasser in der Neumark. Berlin, 5. April. (Priv.-Tel.) Nach einer Dlättermeldung aus Landsberg a. d. Warthe ist das Hochwasser der Warthe ständig im Striaen begriffen. Die Häuser auf dem Ze- chvwer Anger bei Landsberg sind nur in Kähnen erreichbar. Bei Nepritz bespült das Wasser den Bahndamm. 3n Weißenbrunn bei Schwerin und bei Martenwalde hat das Wasser zweiD Lmme durchbrachen. Küstriner Pteurieve sind zur Hilfeleistung eingetroffen. Dandttenstreiche in Oberschlesien. Hindenburg, 4. April. (WTB.) Vorgestern nacht drangen mehrere De wa f f n e t e in die Eisenbahnblockstelle Delbrückschächteund zwangen die Beamten, einen Leerzug halten zu lassen. Während der eine Beamte in Schach gehalten wurde, gingen die anderen zu dem haltenden Zuge. Nach 18 Minuten stellten dte Banditen das Signal aus Fahrt und verschwanden. Es wird vermutet, dah es sich um S ch m u g g l e r handelt. Wie erst gestern bekannt wird, sprang am 31. März abends ein Mann auf einen fahrenden Eisenbahnzug zwischen Kandrzin und Langenlieben, drang in den Packwagen ein und versuchte dort eine Geldsendung zu rauben. Der Postschaffner K o s l e r aus Bauer- wiy erhielt beim Kampf einen Schuh in die Mundgegend. Der Täter sprang aus dem Zug mrd entkam unerkannt. L ----------------- ””'_5 EtöTÜ Büchertisch. 78 „ „ stöcke. Zusammenkunft: Atter Anneröder Weg, 4. Schneise. Gießen, den 4. April 1924. 26466 Der Oberbürgermeister. I. V: Rosenberg. Drucksachen al ler Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die Brühl’sche Unlv.-Draekercl, R. Lange. ytramrt steht. Aber der GwigkeitSzug ethisch- kürrstlerischen Theaters, der aus aller feiner Flüchtigkeit und Tragik immer wieder helleuchtend auf ragt unb die bisherige Anschauung von der traurigen Dergänglichteit alles Dühnenlebcns siegreich überwindet, reiht dieses Buch unter die reinsten Bekenntnisse jenes Optimismus, der auch an Deutschlands geistigem Wiederaufbau nicht verzweifeln kann und will. AvechNche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Gietzen. Sonntag, den 6. April 1924. Zudika. Stadtkirche. 9*/a: Psr. Decker. Konfirmation der Kinder a. d. Markusgem. Feier des heilig. Abendmahls. 6: Pft. Mahr. FohanneSkiche. 91',: Psr- Ausfeld. Zugl. Militärgottesdienst. Beichte u. heil. Abendmahl f. d. Militärgem. 11'/.: Kinderkirche für d. Iohannesgem., Pft. Ausseld. 6: Pfarrass. Hertel. Mittwoch, d. 9. April. 6: 6. Passtonsandacht, Pft. Ausfeld. Kirchberg. 10, nachm. 1*/,: Dorstellung u. Prüfung der Konfirmanden. — Wieseck. 974; 11: Kinderkirche. I1/,: Vorstellung der Konfirmanden. Abds. 8: Gemeindeabend mit Lichtbildern. Katholisch« Gemeinden. Dietzen. Samstag, 5. April. 4 u. 7 Deichte. Von 3 bis 7 wird ein fremder Priester Deichte hören. Sonntag, den 6. April. Passtonsfonntag. Feier des ^Großen Gebetes". 67, Deichte, 7 Aussetzung, Beginn der Betstunden, Meffe, 8 Komm., 9 Messe m. Pred.» 11 Meffe m. Pred. Die letzte Betstunde ist um 5 Uhr, daraus feierlicher Schluh. — Drünberg. 9'/, Meffe m. Pr. Freikarten nach Amerika für Reisende nach Amerika werden in einer besonderen neu eingerichteten Ableitung der White Star Line, und Aiuertclin Line vamburu, Alster- dämm 39, bearbeitet. Diese Abteilung erteilt kostenlos jede gewünschte Auskunft über diese sog. Prevaid-Passagen und Über Seereisen im Allgemeinen. Wenn jemand Bekannte oder Verwandte in Amerika besuchen will, welche für ibn die Ueberfahrt bezablen, so kann er die genaue Adresse an die obengenannte Prevaid-Abtetlung einsenden und diese wird sich bemühen, Schiffö- karte und Eikenbahnfahrkarte bi» Aum Reiseziel au besorgen, ohne daß dem Betreffenden kosten dadurch erwachsen. Die American Line ist in Giesten, Bahnbosstraße öS durch Gebrüder Jullmann vertreten. 2615a unseren rtnähigung lsach verbreitete noaltung beeb- zen für Schul- i Studierenden, leim Dienste da, 'fr. 11,5? seit. ■Wx W ;®ryet9 W r,n chästrlvLll. oah aus Gründ xbetjtönung am Mschästszwch, wtrieb in offe- INtigung vor in von H Uh, * Melassen ist ' und Jettag', 2J5 ■'l I g. *• tvndServf nd Irholung rteRad tvoll >itzen, WK fc usv. ohne erühmim echim arte tri den Fdber. [efrer Fori» sind a-LonVonö",daZ fralifg wirkende rfenM 4 Huiten- afl-B Svotbeken eke-G-rftn ulw. üachen SW 2, ti teuren I Zucker. * & ** Die W P ^alS er die Deü rechte« M keucht Arms' raiuge» er dte v» ^'werden. lUu . 41 tc ie am Effektenmarkt ist auch im Produltenverkehr die hochgradige Geschäftsstille nach wie vor fas Kenn- zeigen der Lag«. Die Mühlen haben schwierigen Absatz. Die nordischen Mühlen, welche Auslands- Weizen verarbeiten, erhöhten wegen der Schwierigkeiten in der Beschaffung von Devisen ihre Forderungen In Mcchl. Intandsweizen ist bei geringer Rachfrage nur spärlich angeboten. 3n Roggen ist gegen den Wettbewerb der Reichs- Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Otto: bl das deutsche DankgewTrbe schon seit fahren sich mit dem Gedanken vertraut gemacht hat, das) im Augenblicke der Stabilisierung unserer Währung eine starke Ginschrän!ung der ye- fchastlichen Tätigkeit der Tanten und sogar eine direkte Verminderung der Betättgungsmögllch' leiten aas längere Sicht eintreten würde, i)l rs rrod> nicht nröglich gewesen, so starke Sicherungen gegen diese Krise za schiffen, wie man im_ Interesse der Gesamtwirtschaft vielleicht gewunschi hätte. Die Währungskrise, die dec jetzigen ®c- schäftsslille vvrauegnrg. war eben so schwer, dast sie es den Danken saft unmöglich machte, jene Massnahmen mit der nötigen Dcschlennigung durchzuführen, die notwendig waren, um die üln- krsten aal das erforderliche Minimum farabzu- drücken. Es kommt hinzu, das) die Zahl der selbständigen Bankunternehmungen in der Rachkriegszeit eine aufjergewöh liche Zunal)me erfahren hat, so das) jetzt auch in dieser Beziehung ein Abbau notwendig wird. .Freiwillig werden die mcistcn derartigen Institute, die ihre Entstehung in der Hauptsache der Inflation verdanken,, das Feld natürlich nicht räumen wollen. Infolgedessen vollzieht sich der Reinigungs- und Einschränkungsprozeh nur allmählich unter dem Druck der wirtschaftlichen Derhältniss«. In der letzten Woche tarnen aus verschiedenen Teilen Deutschlands Rachrichten über Iahlungsschw.erig-keiten kleinerer Dankunternehmungen. Hierbei handelte es sich grröhtenteils um Rachkriegsgründungen. Für die Börse bilden diese fortgesetzten Schwierigkeiten natürlich ein Moment der Beunimhigang. Das Effektengeschäft liegt ohnehin brach darnieder, und es bedarf nur verfaltnis-mästig geringfügiger Anlässe, um die Kurse noch weiter zu drücken. In den letzten Lagen war die Rervvsität der Börse im Hinblick auf die zu erwartende Derofsenllich- lung des Berichts der Sachverständigen besonders grob. Ob sich in naher Zukunft das Effektengeschäft etwas erholen wird, erscheint überhaupt sehr zweifelhaft, da der Erhobtngsprozes) in der . eigentlichen produktiven Wirtschaft außerordentlich langsam fvrtschreitet. Die Industrie ist noch immer starken Hemmungen ausgesetzt. Es sei nur auf die Micumverträge, auf den Mangel an Cinfuhrdevisen und die Stockungen im Exportgeschäft hingew-esen. Auch die französische Währungskrise zieht die gefaulte Weltwirtschaft in Mitleidenschaft. * Vom Arbeitsmarkt. Erst jetzt, nachdem die Ergebnisse der Ar- beitsmarktstatistil auch für die ersten beiden Monate des lausenden Jahres vollständig vorliegen, läftt sich ein einigermaßen zuverlässiges Bild von der Schwere der Arbeitsmarktkrise gewinnen, die im Anschluss an die Währungstatastrvphe Deutschland faimgesucht hat. Soweit von den Arbeitergewerkfchasten zuverlässige Statistiken vorliegen, d. h etwa für einen Kreis von mehr als 4 Millionen Arbeitern, ergibt sich für Rovember v. Is. eine Prczentziffer der Arbeitslosen von 23,4 v. H. Im Dezember stieg der Prozentsatz auf 28,2 v. H , um im Januar 1924 aus 26,5 und im Februar 1924 auf 25,1 v H. zurück- Kugehen. Hierbei ist zu berücksichtigen, das) in den ungünstigsten Monaten der schwersten Ärifen- jahre der Vorkriegszeit mir austerordentlich festen mehr als 5 v H der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter erwerbslos waren, und das) selbst im Hanuar 1919, d. h. im ersten Stadium der Demobilmachung, nur 6,6 Proz. Arbeitslose gezäh t wurden. Im Januar 1 92 3 stellte sich die Prozentzifser aus 4,2 v. H Die Zähl der Kurzarbeiter betrug im Durchschnitt von 29 Verbänden im Februar d. I. IZ.l v. H. gegen 23,4 v H im Dormonat. Die Statistik der unterstützten Erwerbslosen, die natürlich nicht die gesamte Arbeitslosigkeit in Ausdruck bringt, lässt die im taufenden Jahre eingetretene Abschwächung der Krise bereits necht deutlich erkennen Die niedrigste Erwerbslosenziffer. die D<.utsch'.and w h! jemals gehabt hat, war am 1. Oktober 1922 mit 16 678 zu verzeichnen. Don da ab zeigt »ich unter der Rückwirkung der Dorgänge an Rhein und Ruhr eine sprunghafte Steigerung und am 15. Januar 1 924 erreichte die Zahl der linterfiüblen Vollerwerbslosen mit 1537 494 ih en höchsten Stand. Dis zum 15. März d. H. ist diese Zifser auf 988 752 zurückgegangen. Roch nachhaltiger tritt die Besserung bei den unterstützten Kurzarbeitern des unbesetzten Gebietes in die Erscheinung: deren Zahl betrug am 1. April 1923 ungefähr 125 003, sie stieg b.s auf 1 816 979 am 15. Rovember 1923 und ging von da ab ziemlich scharf zurück, so das) am 15. März 1924 nur noch 90 133 Kurzarbeiter ilnterftÜbungen empfingen. Frankfurt a. M, 4 April. Es notierten für je 100 Kilo: Wetterauer Weizen 17,75 bis 18,25, Roggen 15,75 bis 16,25, Braugerste 20 bis 21, Hafer, inländ. 15 bis 15,50, Weizenmehl, südd. Spezial 0 27 bis 27,75, Roggenmehl 23 bis 23,75, Weizen- und Roggenkleie 9,75 bis 10,50, Mais, gelb 19,25 bis 20. (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Die Militärkontrolle. London, 4. April. (WTB) Der über die Ansichten innerhalb der Arbeiterpartei gut unterrichtete diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" schreibt, die vorherrschende Ansicht in ministeriellen Kreisen sei gestern gewesen da st die Antwort der deutschen Regierung auf die letzte Rote der Botfchafterkonferenz in der Frage der Wiederaufnahme der alliierten Kontrolle über die deutschen Rüstungen eine geeignete Grundlage für weitere Verhandlungen bieten könnte. Er hebt bD scnders die Geschicklichkeit und den Takt hervor, mit denen die Rote abgefastt sei, und sieht die deutsche Rote als deutlichen Versuch an, Zeit zu gewinnen, wahrscheinlich und nicht unnatürlicherweise wegen der bevorstehenden deutschen Wahlen. Der deutsche Beweisgrund sei zweifellos ingeniös und in gewissen Punkten rechtlich gut begründet Der Berichterstatter glaubt, hast der deutsche Appell an die Idee der allgemeinen Ab- rüstung, für die die britische Arbeiterpartei eintritt, notwendigerweise einen günstigen Eindruck auf die Minister machen müsse. SttnneS In Angora. Pari«, 4. April. (WTB.) Rach einer Havasmeldung aus Angora sind dort Vertreter von Hug ) StinneS angekommen, um der türkischen Regierung Vorschläge über die öffentlichen Arbeiten zu machen. Die Pest In Indien. London. 4. April. (WTB.) Reuter meld« aus Lahore: In Lahore, Multan und den umliegenden Ortschaften wütet die Pest. In Lahore sterben täglich durchschnittlich 30 Menschen. Die Schulen sind geschlossen. Die Hufpflege beim Fohlen. In 3 Reumanns „Allgem. Landwirtschaft!. Anzeiger" gibt Dr. W. Garfeld die nachstehenden beachtenswerten Ratschläge über die Hufpslege beim Fohlen: Mit Ausgang des Winters ist bie Zelt gekommen, in der die meisten Fohlen das Licht der Welt erblicken. Da must auf die so notwendige sachgemäß Hufpflege beim Fohlen hingewiesen werden. Die Hufpflege sollte schon in den ersten Lebenslagen beginnen. Wenn öaS Fohlen geboren ist, kann man sehr häufig auf der Sohle des Hufes eine dichte Lage einer hornartigen Masse entdecken: sie must sofort mittels scharfer Dürste ober eines Messers entfernt worden, so dast Sohle und Strahl deutlich zu Tage traten. Dann ist für eine reichliche, trockene und reine Einstreu zu sorgen, damit die Hu e trocken bleiben, toeil Rässe und besonders Jauche ihnen schadet: sie zersetzen das Horn des Hufes und schaffen weiche Hufe, in denen später die Rägel schlecht haften. Man wird sich überhaupt sehr für bte Säuberung des Hufes intereifieren and in der ersten Zeit mindestens jeden britten Tag Sohle. Strahl und Strahlfurchen mittels scharfer Dürste und Hufräumers säubern und Strahl und Sohle allenfalls mit Holzteer bestreichen müssen, um Fäulnispilze möglichst fernzuhalten. Später', wenn sich die Fohlen vorwiegend auf dem Hofe oder der Koppel tummeln, ist mindestens alle vier Wochen der Hus gründlich zu besichtigen, wofür man am vorteilhaftesten einen bestimmten Tag im Monat fest setzt. Sonst aber besteht die beste Hufpslcgc ohne Zweifel darin, dast man den jungen Tieren ausreichende Bewegung doaasten im Freien verschafft. Durch die Betvegung dehnt sich abwechselnd bei jedem Tritt die Hornkapsel des Hufes aus und zieht sich zusammen. Dadurch kreist das Blut ausreichend in den Weichterlen des Hufes, dadurch werden auch die Beine gerade gestellt und bekommen gut entwickelte Muskulatur. Wenn die Fohlen ben langen lieben Tag im Stall sich aufhalten dann nutzen sie natürlich die ständig wachsenden Tragränder des Hufes nicht genügend ab, sie müssen bann beschnitten werden. Weil aber die Hornwond vorn an den Zehen viel stärker als an den Seiten wächst, must sie auch hier stärker beschnitten werden, denn sonst entstehen bärentahige Deinstellungen. Sollten sich im Strahl Risse gebildet haben, so müssen sie mittels Hufmessers frei gelegt und mit Holzteer ausgefullt werden Etwaige faulige Stellen werden gleich- falls gründlich gereinigt und mit Teer behandelt. Das ist an jedem dritten Tage zu wiederholen, bis sich die Risse geschlossen haben und die Faulstellen trocken geworden sind. Es ist recht empfehlenswert, an dem betreffenden Wonatsdallim. an dem man die Fohleniüste sich nur langsam beleben zu wollen. Die Preise zeigen eine aufwärts strebende Tendenz. * Neckarsulmer Fahrzeugwerke A. G., R e ck a r s u l m. Die Generalversammlung genehmigte die Iahvesschluhrechnung und befchloh, den Reingewinn nach Abzug von einigen Rück- tellungen usw. in Höhe von 5,8^Bill. ohne Divi- denbenverteilung auf neue Rechnung vorzutragen. Weiter wurde beschlossen, das Geschäftsjahr auf bas Kalenderjahr zu verlegen. • D i e erste lOprozentige Gold- fchuldverschreibung toi Hypotheken» bauten. Die Deutsche Cent^al-Dv'.ewredit-Dec- einigung, zu der die Preußische Central-Boden- kredit-Alliengesellschast, Berlin, die Deutsche Grundiredit-Dank zu Gotha, Berlin, die Rheinisch-Westfalische Boden K edil-B m , Köln, die D au f_ to g Hanno» rsche Hypothekendank, Hannover, gehören, txroffen licht in unser.m heuti..en Anzeigenteil einen Hinweis auf die bis spätestens 12. April stattfindende Zeichnung auf ih c neuen wertbeständigen lOProzent Gold-Schuldverschreibungen, bereu Zulassung an ter Berliner Börse beantragt wird. Voranmeldungen werden zum Kurse von 95 Rentenmari für 100 Goldman en:g:gengawnimcn. (S. gestrige Anz.) • Südäfrikanische Aufträge für Krupp. Wie die Gesellschaft zur Wahrung deutscher Interessen im Auslände mitteilt, hat die Firma Krupp A. G. in Essen einen Auftrag auf Lieferung von 6000 Donnen Eisendahnschienen von der Südafrikanischen Regierung erholtm. An dem Auftrage ist nach den bestätigenden Meldungen noch ein anderes Werk im Ruhrgebiet untersucht, sich die Fohlen auch auf ebener Erd» am Strickhalster im langsamen Schrill vorführen zu lassen, um scharf die Bewegung der Deine und den Auftritt der Hufe zu beobachten. Der Huf soll bei seinem Auftreten mit seinem ganzen Tragrand zu gleicher Zeit auf dem Boden stehen. Wenn die eine Seite des Tragrandes den Boden eher als die andere Seite berührt, ist jene zu lang und must gekürzt werben. Sollte sich der Zefanteil trotz seines schnelleren Wachstums zu stark abnützen, was immerhin auf zu hartem Boden leicht möglich ist, dann legt man für wenige Wochen ein schwaches Zehen eisen an und lästt die Tiere auf weichem, aber nicht feuchtem Boden sich bewegen. Die Hornwand an den Zehen wird dann bald wieder nachgewachsen fein. Beobachtet man, dast der Huf zu eng wird, so frrge man für Aus tauf auf mehr feuchtem Boden. Flachhufe hingegen sind mehr trocken zu halten und allenfalls durch frühen Beschlag vor zu starker Seitenausdehnung zu bewahren. Ständige Ausmertfamteit verlangt der Strahl, in dem die Ratur ein natürliches, elastisches Polster für den Huf geschaffen hat, der auch ein besseres Hasten auf dem Boden gestattet und ein Ausgleiten verhindert. Richt blost können die Hufe schlecht aus gebildet, es können auch die Deinstellungen fehler- haft sein. So wird inan bei bodenenger Dein- flellung den inneren Tragrand und bei boden- Iftfoener Hofen ....... raniflfH/i. Api 5'7r bis 6, Brown Boveri 31/1, Grvwag 0,230 bis 0,250, Ludwigsburger Porzellan 23/4, Ufa 63/4, Hansa Lloyd 1,7, Unter- franken 0,650, Krügers hall 73/4. Am Montanmarkt blieb das Geschäft nach wie vor ouher- ordentlich gering. Von den führenden Aktien kamen mir Hapag Plus 2 zur ersten Rotiz. Ferner erhöhten ßuj’embuiger, Buderus den Kursstand. Lrmrahütie leicht erholt. Caro etwas reger umgesetzt. Bankaktien eröffneten zu behaupteten Kursen. Badische Dank angeboten. Norddeutscher Lloyd und Hapag zeigten leichte Befestigungen. Am Markt der chemischen Papiere eröffneten Scheideanstalt etwas besser. Die Werte des Anr- lin-Konzerns lagen entschieden freundlicher. Einige Kauflust zeigte sich für Chemische Mainz. Geringeren Kaufbedarf sah man in Elektropapierem A E. G, Lahmeyer, Licht und Kraft eröffneten eine Kleinigkeit höher. Don den Aktien von Metallwaren-' und M asch nenfabrilen waren Daimler gesucht, auch Karlsruher etwas höher. Zement Heidelberg besser, Phil. Holzmann recht lustlos. In Zuckeraktien war die Umfat)tätigfeit sehr mastig Frankenthaler Zuckerfabrik behauptet. Zellstoff Waldhvs abgeschwächt. Gut behauptet zeigten sich Iirag, Hoch u. Tief. Berliner Börse. Berlin, 4. April. (Wolff.) Wenn sich auch während des Börsenverlaufs in der bisherigen drückenden Geschäftsstille nichts geändert hat, ist die Grundstimmung doch wie schon gestern angefceutet, entschieden freundlicher geworden. Die Spekulation nahm zum Wochenschiust Deckungen vor, so Last sich der Kursstand Jür Dividendenpapiere aller Gattungen um 1 bis vereinzelt i 2 Dill. Proz. hob. Die Lage des Geldmarktes bleibt nach wie vor ziemlich angespannt, wenn auch die Rachfrage nicht mehr so dringlich wie in den letzten Tagen ist. Da sachliche Beziehungen und Anregungen von Bedeutung nicht vorlagen und die gelingen Ausführungen Poincarss in der Kammer nicht dazu angetan waren, irgendwelchen optimistischen Erwartungen für eine Erleichterung ter Lage Deutschlands Raum zu geben, verschwanden im Verlause die anfänglichen Ansätze zu einer leichten Geschästsbeledung, und der Kursstand erfuhr nur eine geringfügige Veränderung. Dies gilt für alle Marktgebiete. Am Devisenmarkt war die Rachfrage heute etwas grötzer Aenderungen von Bedeutung s.nd aber in den Zuteilungen und Votierungen nicht ein- I getreten. getreidestelle nicht anzukommen. Die Preise für Hafer find unverändert, ebenso für Gerste. Bei den übrigen Artikeln hat sich in der Preis- und Marktlage nichts verändert. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märt. 169 bis 175 (ruhig), fromm. 165 bis 16c (ruhig), Roggen, märt. 134 bis 140 (ruhig), westpr. 131 bis 132 (ruhig). Braugerste 170 bis 190 (ruhig), Futtergerste 155 bis 165 (ruhig), Hafer, märt. 124 bis 131 (ruhig), fromm. 120 bis 128 (ruhig), Raps 310 bis 315 (still), Leinsaat 410 bis 415 (still): für je 100 Kilo: Weizenmehl 25 bis 27 (unverändert), Roggenmehl 21 bis 23,25 (unverändert), Weizenkleie 10,50 bis 10,60 (stetig), Roggenkleie 8,60 bis 8,70 (stetig), Viktoriaerbsen 27 bis 28, kleine Erbsen 16 bis 17. Futtererbsen 13,50 bis 14, Peluschken 12,50 bis 14, Ackerbohnen 16 bis 18, Wicken 13 bis 14,50, Lupinen, blau 13 bis 14, oeiabella, alt 16 bis 17, neu 12,50 bis 15, Rapskuchen 11,50 bis 11,60, Leinkuchen 22,50 bis 23,50, Trockenschnihel 9,80 bis 9,60; für je 50 Kilo: Kartoffeln, weihe und rote 2 bis 2,10, gelbe 2,60, Weizen- und Roggenstroh, drahtgeb. 0,85 bis 1,10, Haferstroh, draht- gepreßt 0,75 bis 0,90, Häcksel 2,50 bis 2,90. Wiesenheu. gut, gesund und trocken 1,05 bis 1,20, handelsübliches Heu 1,15 bis 1,35, Kleeheu 1,80 • Ermäßigung der Dörfenumsatz- steuer. Mit Wirkung vom 7. April tritt gleichzeitig mit der Herabsetzung der Bankpro- isionm eine Ermähigung der Böesenumsatzstencr bei Aktien und Valuta-Obligationen in Kraft. Die Steuer beträgt künftig regelmastig 1,5 Proz. für Kundengefchäfte und 0,4 Proz. für Händler Geschäfte, bei Daluta-Obligatioiven der deutschm Länder und Gemeinden 1,2 Proz. für Kundengeschäfte und 0,2 Pvvz. für Händlergeschäf e Im Interesse der Kleinaktien wird abweichend von der bisherigen Regelung die Steuer bei Aktien nach einem Grundbetrage von 10 Goldmark berechnet. Diese Regelung ist entfalten in der Verordnung über die Umstellung der Wertrapiersteuer und der Dörfenumsahsteuer auf Gold vom 2 April 1924, abgedruckt m Rr. 80 des „Reichs- cmzeigerS" vom 3. Llpril 1924 Die Verordnung bringt crusterdem noch die Zusammenfassung der (8) Börsenumsatzsteuer-Vervrdnun;en. * Langsame Wiederaufnahme der Arbeit der Siegerländer Hütten- betriebe. Die Siegerländer Hütteubstriebe folgen nunmehr dem Beispiel der Charlollenhütt» und nehmen wenigstens teilweise die Arbeit wieder auf. Durch den Ausnahmetarif, der für die Siegerländer Eisenindustrie gilt, hofft man in kürzester Zeit die allgemeine Marktlage des dortigen Erz- grubenbeziiies bessern zu können. ♦ Auf steigende Konjunktur am deutsch-oberschlesischen Etlenmarkt. Die Rachsrage nach deutsch-oberschlesischem Roh- und Ferllgeisen ist reger geworden. Es konnten in der letzten Zeit verschiedene gröbere Reuauftrage herein genommen werden. Der Export scheint •) Dom AückzahlungSwert. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. TL (ftn BtMonen Mark ausaedrüikt VutnoS iotier 111 i*r;»f (s cfh Brte< X. AmO.-'Hott 155,61 106,39 1u5.6l 158,39 1 1 'prtz-?lntiv. 21.5 i 2,65 20 25 20,35 1 1 Chritziania 7.31 7,64 17,0'» '-7,34 1 1 .tzovrnhagen i9,13 69,7/ 69,-3 69,77 1 1 Ctortholm 110,7? 111,2! 110,92 111,41 1 1 .fjelfiiiflfer) ^tnlieit 10,57 18 85 10,53 18.9 > 10,57 18,45 10,63 18,55 2 1 2 1 i'onbott 18,055 18,145 18,055 16,115 1 1 i.ennork • 4,1 J 4,?i 4,-9 4,21 1 1 Paris . ednveh 25,1 i 25,23 24,19 24,11 1 1 <3,57 73,93 13.32 -3,68 1 1 Lpanien Wien in D - u4,85 65,1 i 65,05 6,08 65,34 1 1 Öeit-adgen. <:,03 6,12 6,12 2 2 12,71 12,79 12,71 12,79 1 1 Budapest. 6,38 6.42 6,02 voll voll Buen^AireS 1,375 1,385 1,$75 1385 1 1 Bulgarien Japan .. . 3M 1,795 Zs 3,31 1,805 00(1 1 60 1 iJiio oe Jan 6,435 t,4D> 0 485 5,63 0,49 > 5 5 Belgrad lützabon 6,63 5,67 6,67 voll GO 13,21 13,29 13,21 13,29 10 5 ÜP9n!f(!oin?tioinl Veg.BIasen-u.Nierenleid.,selbstStein« ßl QunuoIlH iwllli hilft best. Karlssprudel Bis Kirchen !4. Cord Rudolf Krehbieh! 018910 teföto gesiebt u. gewaschen. 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Palmen darf man erst verpflanzen, we,m die Sonne ihren höchsten Stand erreicht hat und die Zimmer- und Außentemperatur jene hohe, gleichmäßige Wärme aufweist, die zum An-- des Ge- nicht vor R. Fragekasten. Frage 11: Was muh im Gemüsegarten zuerst gesät werden? Antwort: Erbsen, Puffbohnen, Karotten. Spinat, Petersilie, Salat, Zwiebeln, Mohn. Frage 12: Soll man junge Obst bäume und Beerensträucher gleich nach dem Pflanzen beschneiden? Antwort: Rein. Der Baum oder Strauch muh im ersten Jahre soviel Blätter wie nur irgend möglich bilden. He mehr, umso kräftiger kommt der Saftstrom in Bewegung, die QleubiL» düng von Wurzeln wird angeregt, die Wunden oeryeuen und das durch das Verpflanzen gestört« Gleichgewicht wird wieder hergestellt. Wer seinen Bäumen oder Sträuchern die besten Augen, die stets am oberen Ende der Zweige fitzen, fortschneidet, macht sich eines schädlichen Eingriffes schuldig. Die Blätter sind die Lungen der Pflanze. Wenn aber der Baum oder Strauch im nächsten Jahre festgewurzelt ist, dann soll und muh geschnitten werden, und zwar so. dah von den langen Trieben, mit denen man den Setzling pflanzte, nur wenig Augen verbleiben, ganz ohne Rücksicht auf die Länge derselben. Und haben diese, ivas häufig der Fall sein wird, bereits Dlütenknospen angesetzt, dann muh um so rücksichtsloser zurückgeschnitten werden. Ein Obstbaum darf vor dem vierten Jahre nach der Pflanzung nicht tragen. Tut er es dennoch, so geschieht es auf Kosten der späteren Entwicklung. Rotebeet, Rettich usw. Auch Die ersten Früh- genrüsepf langen. tote Salat, Kohlrabi, auch früher Blumenkohl, Rosenkohl, Wirsing. Spitz» kvhl usw. werben gesetzt. Die Mistbeete find fleihig zu lüften bzw. absudecken, um die Pflanzen abzuhärten. Das Linkraut ist sorgfältig fernzuhalten. Frühkartofteln können gelegt, ebenso Schalotten. Schnittlauch und Meerrettich gepflanzt werden. Gurken- und Küicknskerne legt man in Töpfe, um dann Mitte Mai die jungen Pflanzen auszufetzen. Beim Spargel können fchon Ende des Monats die ersten Pfeifen gestochen werden: neue Beete sind anzulegen. Mit zunehmender Warme tritt auch das -Ungeziefer wieder auf. Will man seiner Herr werden, muh man schon von Anfang an auf seine Vernichtung und Bekämpfung Bedacht nehmen. *un sich bali> neue Blätter, Triebe und Blütenknospen zeigen werden. In gleicher Weise verfährt man mit den übrigen Beständen seines Zimmergartens. Hortensien werden an ihren Trieben nicht ein» gekürzt. Azaleen, Eamellien und Rhododendron läßt man erst blühen, eh? man sie umsetzt, und IM tt gegen hohe Zinsen von Geschäftsmann auf kurze Zeit zn leihen gesucht. Schr. Ang. ii. 018958 an den Gien. An Auf schuldenfreies Hans 2-300 Marl auf erste Hyvolhek zu leib n aeiucyt. Schrillt. Angebote unt. 018905 an den Gie'rener Aineiaev. Slaarsbeanuer sucht 200 Mar! gegen monail. Ruck' a hlnna, hohe Zinsen und Sicherheit. Schr. Anaed. mit 018920 a. d.GiedAuz. Umpflanzen der Topfgewächse. Don Mitte März an. wenn der neue Trieb sich zu regen beginnt, ist es Zeit zum Versetzet der Topfpflanzen. Diese Arbeit erfordert einige Dorbereitungen: Eine Anzahl sauberer Töpfe von verschiedener Gröhe, die, wenn sie schon im Gebrauch waren, vorher innen und auhen gewaschen sein müssen, ein Vorrat von Mistbeeterde, der man ein sechstel Sand beimengt und etwas künstlichen Dünger, am besten Ovis Guano, von dem man auf einen 12 Zentimeter weiten Topf Erde anderthalb Gramm (einen Fingerhut voll) rechnet. Dieser Volldünger ist in jeder Samenhandlung billig au haben. Schließlich braucht man noch ein spitzes Holz zum AuflocLern der verfilmten Wurzeln und eine Anzahl gewaschener Tops scher- bcn. Verwendet man Töpfe oder Scherben in unreinem Zustande, so läuft man Gefahr, Säurebakterien und Gier von Würmern in die frische Erde zu bekommen. Alsdann holt man zuerst die im Nebenzimmer oder Keller durchwinterten Fuchsien und Geranien hervor, entfernt alle abgestorbenen Teile und kuvll die noch gefunden, meist zu lang gewordenen Triebe soweit ein, daß, eine gefällige Form entsteht. Dann wird der Tvps- rand der zu versetzenden Pflanze verkehrt auf die LischLante aufgestoßen, so dah sie aus dem Topfe berauÄfällt und der Warzelballen in der Schartachberg M«rMrlzyu«w TDembreimeMt ScharIzuSWo A-6.0(n7 Qualitätserzeugnis der Mondamin Gesellschaft sucht 018918 .R.G. Vorderwagen D. N.P. D. Autogene Schweiheret 2648D HJllllllllllliiiiillllllllilllllllllllillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllininillllLE Wo Mm Ml! 2577D = V Einen Spengler- lehrling Wichtig für Gastwirte, Hotels, Konditoreien und die Landbevölkerung. Sie brauchen unseren Apparat, denn unser neuester Radio-Apparat bringt Ihnen Kundenzuwachs größeren Umsatz größte Verdienste größtes Vergnügen. Versäumen Sie daher nicht, uns zu besuchen. 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April, vormittags 10 Uhr, findet in der Wirtschaft Waldschmidt zu Erumbach, Post Rodheim a. d. Bieber die Nutzholzversteigerung aus dem Kirchen- und Pfarrwald statt. Es werden ausgeboten: Zirka 41 Fstm. Nadelholzstamme „ 23,98 „ Eichenstämme IV.U.V.K1. Arbeitsvergebung. Die öffentliche Derdinaung der folgenden Ausbauarbeiten: Erd-- und QHaurer-, Steinmetz-, Zimmer- und Treppen-, Schlosser-, Weihbnrder- Schreiner-. Glaser-, Slektr. Licht- und Blitzschutzarbeiten für den Anbau der Kirche zu Fauerbach, Kreis Büdingen findet am 16. April, vormittags 11 Uhr, im Geschäftszimmer des Hochbauamts Büdingen statt. Hierselbst sind die Deraebungsgrundlagen einzusehen und die Angebotsvordrucke zum Selbst- lostenpreis zu erhalten. Die Angebote sind verschlossen und mit dem jeweiligen Handwerkszweig sowie mit der Aufschrift „Kirchenanbau Fauerbach" versehen bis zu genanntem Termin portofrei bei dem Unterzeichneten einzureichen. Büdingen, den 2. 2lpril 1924. Der Aegierungsbauvat bei der Kreisbauverwaltung. Holzversteigerung. Freitag, den 11. April 1924, vormittags 9S/, Uhr beginnend, werden in der Hörleschen Wirtschaft in Merlau, Station Mücke, aus den Forstorlen ßinnes 3, 4, 7, 8, 9,10,11,12 und 13, Lehnheimer Kinnes 1, Flensunger Kops 1, Erlen und Alter Heeg-, wald der Försterei Lehnheim versteigert: 6 Rm. Fichtennutzknüppel, 3 Meter lang, ferner Brennholz: Scheiter, Rm.: 97 Buche, 10 Hainbuche, 12 Eiche, 94 Kiefer, rund, 68 Fichte, meist tnnö; Knüppel, Rm. -. 65 Buche, 5 Hainbuche, 65 Eiche, 67 Kiefer, 7 Erle, 27 Fichte; Knüppelreistg, Rm.: 49 Kiefer, 14 Erle, 13 Fichte, in Schichten; Reisig, Rm.: 308 Buche, meist Stamm, reisig, 194 Eiche, 4 Weide, 91 Fichte, n Schichten ; Stocke, Rm.: 56 Buche, 54 Eiche 29 Kiefer, 200 Fichte. Das rot unterstrichene Holz wird nicht versteigert. Auskunft erteilen: Herr Förster Edelmann zu Merlau und die unterzeichnete Stelle. 25880 Grünberg, am 1. April 1924. Hessische Oberförsterei Nieder-Ohmen. Dienstag, den 8. d. M., vormittags 10'/-i älhr, im Solmser Hof zu Laubach. 1. Aus Revier Ruppertsburg, Distr. Altengericht, Silbach, Hirsch* rot, Dolpertskopf, Scheiter Rm.: 62 Buche, 9 Eiche, Birke, 2 Linde; Knüppel Rm.: 225 Buche (teils Stammknüppel), 10 Esche, 60 Eiche, Brrke, 54 Elsbeere, Linde, Erle, Radel: Buche Rm.: 55 Stöcke, 58 Reiserknüppel, 40 Stamm- reifer (teils Erle), 960 Zopfrerser; 20 Stück Fichtenderbstangen = 1,50 Fstm. 1. Kl. 2. Aus Rev. Freienseen, Distr. Struth, Eichelgarten, Kreuzseenerberg: Scheiter Rm.: 25 Buche, 8 Eiche. 46 Radel; Knüppel Rm.: 111 Buche 2. Kl. (abständig), 15 Eiche, 32 Radel- und Weichholz; Stöcke Rm.: 93 Buche, 10 Radel, 113 Rm. Buchenrerserknüppel; 1225 Stück Bohnenstangen (geputzt). 3. Aus Rev. Obrrseen, Distr. Schömberg: Fichte Rm.: 4 Scheiter, 3 Knüppel, 36 Stöcke. 4. Rev. Jägerhaus, Drstr. Schiffenberg: Stammknüppel Rm.: 30 Buche, 40 Radel- und Werchhvlz 2. Kl. 5. Aus Rev. Gonterskirchen, Distr. Hölzchen, Dörnberg, Schrppmalsdrckung: Buche Arn.: 243 Scheiter, 143 Knüppel, 25 Stöcke. 26 Reiserknüppel, 400 Stammreiser (Schichthaufen), Kohlreiser des Reviers Freienseen flächenweise. sichten- Stammholz - verkauf. Die Gemeinde Engelrod verkauft an Fichten-Stammholz etwa 110 Fstm 3. bis 5b Kl. Das Holz ist entrindet, und ohne Rinde gemessen. Angebote bis zum 12. d. Mts. an die Bürgermeisterei. Zuschlag bleibt Vorbehalten. 2657V Engelrod, den 3. April 1924, Hessische Bürgermeisterei Greb. 65 Rm. Fichten-Rutzknüppel 3 Mir. lang 15 „ „ Rutzreifig 33 „ „ Ruhscheit 21 „ Kiefern-Rutzscheit. Zusammenkunft auf der Kreisstrahe Achtung! ~ SM m QeMfüMe Wohttütigkeitsveranstattung MMMM per Wagen Preis 50 Pfg. pro Person Abfahrt am Cafe tzettler und Stadttheater ab 4 Uhr nachm. alle 30 Min. bis 5'/, Uhr, ab 7 Uhr alle 20 Min. bis 9 Uhr. Ab 11 Uhr Rückfahrt. Frauen! Töchter! 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Die Unterrichtsleitung: GfiSChW. DltiCkfi staatl.gepr. Unterrichtsleiter. Ferner aus der Totalität: Zirka 46,11 Fstm Nadelholzstämme „ 54 Stangen I. Kl. Faselviehverkauf. Montag den 7. April nachmittags 2 Uhr wird ein gut genährter Eder im Submifi sionswege im Faselhof vergeben. Angebote sind pro Zentner in Goldmark bis nachmittags 2Uhr auf der Bürgermeisterei abzugeben, wo die Bedingungen bekannt gegeben werden. Grüningen, den 2. April 1924. Bürgermeisterei Grüningen. ______________Bingel.________2609 D Nutzholz-Verkaus. Donnerstag, den 10. April, vormittags 10 Llyr, wird im Martwald (Hessen) der Gemeinde Lützellinden nachstehendes Rutzholz versteigert: Holzversteigerung. Versteigert werden: Mittwoch, den 9. L M. aus dem Staatswalddistttkt Tannacker 7 a, vormittags 9 Uhr an der Kreuzung der Hügel- und Fagerschneise beginnend : Stämme: Fichte 5b Kl. 9 Stck. = 1,51 Fstm., Derbstangen: Fichte 1. Kl. 1036 Sick. — 88,01 Fstm., Rutzscheit: Fichte — 2 Rm. (3 Mir. lang), Rutz- tznüppel: Fichte — 62,8 Rm. (3 Mtr. lang), Rutzreifig: Fichte — 57 Rm., Scheiter: Fichte --- 1.1 Rm., Reisig. Fichte = 240 Rm., Stöcke: Fichte -- 40,2 Rm. Weitere Auskunft erteilt Herr Förster Seipp zu Forsthaus Hüttenberg. Gietzen, den 4. April 1924. Oberförster«! Schiff en berg: _________Schneider.______26580 8. 8. W., Bergmann, A EL S.. pp. MOTOREN Dreh ström 220 380 Volt pp. fabrikneu mit voller Garantie mit4O-5O°/o Rabatt, bis 30 P.S. am Lager. Carl Schunck. Meine Wäsche rein im No macht mit LUHNS, und ich hab’ Ruh. Berte.: Adolf Schmidt, Gietzen, Tel. 1086. Wohnungstausch tötete 4-Zimmerrvohnung Schiffenbergerweg 65 Suche 4—6-gimmerwohnung näher am Bahnhof gelegen. Zahle Umzug u. aus ein halbes Fahr die Miete. Schriftl. Ang. unter 018988D an den Dietz. Anz, erbeten. 2340h gesucht. gesucht. Wcidig. Goetbestrafie 80, e(9OT1 Ecke Gnauthstr. Ladenlokal in guter Derkehrslage für vornehmes Spezialgeschäft gegen höchste Goldmiete gesucht. 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Hprfl W Gletzemr Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhessen) Drittes Blatt 1856 & i 8 - kr 8 - g <3 .... 8 E o kk i Kommunistische Partei. 8 I k-r 3n ehren der Kreise ist daS Koeuz ebn|u- sehen, mit dem die Stimmabgabe für die b» treffende Partei gefeim^dd>iret wird. Die 6ttnm- zettel werden bei der kommenden Wahl nicht mehr auf ter Strafe ufa>. Der teilt, featbem liegen lediglich im Wahlraum auf. 2. Deutsche DolkSpartei. 5. Verein, fog.-dem. Partei Deutschlands. 1. Deutsche demokratische Partei. I kr Verlangt die guten CA1M0N Hanfa-Gummiabfatze 3. Deutschnationale DolkSpartei. spielen keine Rolle. Das Gefühl der fportliehen Dollwertigfeit eint. Man ist Kamerad. Turner» bruber, tuq, man ist sozial. Das tut uns ®eirt scheu not Ich Weitz kein anderes Gebiet, das geeignet märe, ja weitreichend deutsche Jugend alle« Klassen unter einer Fahne zu versammeln, al« den Sport. Daran ändern die tleinen Reibungen, tote der Streit der Turnerschaft mit den Sport verbänden, die Besonderheit Lvnfessiomckler und sozialistischer Turnvereine nichts. In dieser Sportarmee wird es eben verschiedene Regimenter geben. Aber sie alle fühlen sich doch bewuyt oder unbetoufe als Träger eines einzigen groben deutschen Gedankens. Kein politisches, kein künstlerisches, fein religiöses Ziel vermag dies zur Zeit. 'Darum sei dir Förderung der LeibeSübung allen Freunden des Volkes dringend anS Herz gelegt. Mit ihnen werden wir wieder zu höherer Weltgeltung uns emporarbeiten. Bähe vor: .Wenn Deutschland morgen von der Srbc vertilgt wird, fo gibt es übermorgen feinen Engländer auf der Welt der nicht reicher wäre Völker haben lange (Zahre um eine Stadt gekämpft weshalb sollten wir nicht um einen jährlichen Handel von zweihundert Millionen Psund Sterling Krieg führen? Wir können nt Ruhland und Frankreich sagen: Haltet eich schadlos tote ihr wollt, nehmt von Deutschland was euch gefaßt, ihr könnt es haben!" Vorturnern waren, wir ständen anders da aus der I Welt und würden trotzdem geistig In nichts zurück- flefen müssen. — Vielleicht ist eS gestattet, darauf hiiczuweisen, dah der englische Gentleman fein An- ! sehen auf der ganzen Welt auch seiner trainierten Körperlichkeit verdankt und dah der Sport für England eine gute, reklamestarke, ertragreiche Exportware gewesen ist. ileberall noch mehr als bei uns hat man einen Wertbegriff für körperliche Leistung, und auch die sportlichen Ergebnisse eines Volles dienen zu dessen allgemeiner Beurteilung. Gestehen wir es, dah die Sympathie, die ine Schweden auf der ganzen Welt genieben, mit auf die Rechnung ihrer Gestalt mit der gymnastik-geschulten HaUung zu setzen ist. Run darf man sich darüber nicht Im Zweifel fein, bab eine Besserung der Volksgesundheit und des körperlichen Auftretens durch Leibesübungen zu erreichen ist, wenn der Sport eine LebenSgewohnheit des ganzen Volke« wird, so etwa wie eS in Schweden, Rordamerika und England ist. Davon sind wir in Deutschland trotz der machtvollen Sntwicke- lang der Deutschen Turnerschaft und des aufblühenden Sports noch weit entfernt. Kaum zwei vom Hundert des Dolles betätigt sich nach zuverlässiger Berechnung regelmähig auf Cem Gebiete der Leibesübungen Rur Mitglied eine« Sportvereins zu fein und zuzusehrn, i • die anderen sich mühen, damit ist eS nämlich nicht getan. Gerade die Gebildeten des Volkes stehen abfeit«; keiner wird zwar laut den Rutzen bestreiten, aber bis zum Sich-selbst-Betätigen und Selbst-mit-Hel- fen, kommt es nicht. Man hat nämlich . . .feine Zeit. Zum Krank-sein und ©leif-fein mutz sich dann nachher leider die Zeit finden. Bi« die Turn- und Sportsache einen ausreichenden Prozentsatz des Volkes zur Selbstbetätigung mitreibt, das wird ohne staatliche Ginriffe noch sehr lange dauern, länger jedenfalls, als das Vordringen der Entartung, wie es die moderne Lebensweise ohne Gegengewicht einer straffen Jugenderziehung natur- notwendig mit sich bringen muh. Es ist daher dringendste Pflicht den Schulunterricht ohne Verzug auf die tägliche Turn stun de zu Der- mehren und den Spielnachmittag und Wandertag wirklich im Sommer und Winter durchzuführen Dann muh an allen Hochschulen die körperliche Schulung eine Verbindlichkeit darstellen, wie es in Amerika zum Segen des Volkes Der Fall ist. Natürlich gehören dazu UniversitätS-Sportplahe und Turnhallen im Rahmen der ilnlDerfliät«- Gebäude, nicht etwa weit braufen irgendwo. Ferner dürfen wir die von der Volksschule ins Leben tretende Jugend in ihren enttoicklungswichttgen Hahren höchster Wachstumsenergie nicht sich selbst überlasten; es sollte da wir in Frankreich, Belgien, Rubland, Ungarn eine Turn- und Sportpflicht eing.führt werden, die In freiester Form abgeleitet werden kann. Dann wird aus dieser Pflicht ein Recht und eine Freude der Jugend werden. Die Richtlinien der körperlichen Ausbildung sind in der Verschmelzung turnerischer und sportlicher ErztehungSgedanlen schon gefunden. Welche Sportverbände der Welt können wie die deutschen auf eine aus ihren privaten Kräften entstandene Bildungsanslalt mit Hochschulcharakter Hinweisen! Wo gibt es ein aus privaten Mitteln erbautes Stadion von Umfang und Vielseitigkeit des deutschen Grünewald bei Berlin! Der deutsche Ver- einSgeist hat hier Unübertroffenes geleistet und es wäre nur noch Aufgabe der Behörden, diese Arbeit tatkräftig »u fördern. AuS einer Verallgemeinerung der LeibeSübung versprechen wir uns auch soziale Verständigung. Wäre ein Fortschritt auf diesem Wege rein wirtschaftlich betrachtet nicht alle aufgewendeten Mittel wert! Der sportlich Tätige wird sich immer erdnäher fühlen als der rein theoretische Schwärmer. So wie der Bauer sich nicht leicht eine rem gedanklich erfabte Weisheit aufschwatzen labt, so hat auch der Sportsmann einen natürlichen Instinkt, der ifm vor Verstiegenheiten bewahrt. Körperliche Hebung beruhigt. 3m Wettkampf tritt der Mensch dem Menschen gegenüber, Stand und Geld lltärcrkademle wett hinter denen seiner Kameraden zurüdftanfen. Ter grobe Gegner des KorsM der Herzog von We11ington, zierte in der Scfele die letzte Bank, und von dem anderen UebenvinDec Napoleons, von Blücher, wissen wir, dah er es nie so weit gebracht hat, einen ovthograpHuchen Brief zu schreiben. Andere bedeutende Hrersuhrer, so die beiden Oberbefehlsfeber der febabhd^n Armee im amerikanischen Bürgerkrieg, General Grand und Stonewall Jackson, atttoldeüen sich als Knaben überaus langsam und kamen auf der Schule nicht fort. Tas gleiche gilt von dem groben Raturforscher Isaak R e toto n, ber auf der Schule schlecht wetterkcrm und die letzte Bank geradezu als den für ihn reservierte Platz betrachtete. Earlyle erzählt, dab in derselben Klasse des Edinburger Gymnasium« zwei Jungens sahen, von denen der eine die Zierde der Schule war und stets als Erster verseht wurde, der andere aber immer sitzen blieb und die Derzwriflung feiner Lehrer bildete. Der Musferschüler wurde ein einfacher Mr. John Hunter, vo-n dem die Geschichte nichts weiter zu berichten Weib; aus dem Dummkopf und Faulpelz wurde — der grobe Dichter Walter Scott. Carlyle fügt ine Bemerkung hinzu, dab ja auch unter ollen Pflanzen am raschesten und besten sich — der Kohl entwickelt. Don Darwin sagte sein Vater: „Der Dengel hat nichts anderes Im Kopf al« Schieben, Hunde und Ratten fangen. Gr wird noch einmal dfe Schande der ganzen Familie bilden," und dieser „ungeratene Sohn" wurde nicht nur zu einem der größten Gelehrten, fcxibecn auch zu Der Stimmzettel zur Reichs- tugswuhl. Bei der Reichstags Wahl am 4. Mai wird Mim ersten Male mit amtlichen Einheit« st immzetteln gewählt. Diese Art der Wahl ist u. a. in Amerika üblich und hat sich überall, schon au« Grimden der Sparsamkeit, sehr bewährt. Die Stimmzettel werden amtlich hergestellt und enthalten alle Wahlvor- schläge unter Angabe der Partei und Hinzufügung der Ramon je der ersten vier Bewerber. DieStimmabgabe erfolgt derart, dah der Wähler durch ein auf denStimm- zettel gefetzte« Kreuz oder auf andere Weise kenn tlich macht, welchem Kreis- wahlvorschlag er seine Stimme geben Dill. Sonstige Vermerke machen den Stimmzettel ungültig. Der Stimmzettel hätte, wenn 6 KreiSwahl- vvrschläge eingereicht werden, folgendes Aussehen: (Rachstehend alphabetisch geordnet, in Wirklich- feit aber nach dem zeitlichen Gingang der Kreis- wahlvorschläge bei dem Kreiswahlleiter geordnet., Don einer irischen Reise schreibt er Im Mai __.J: „Man merkt hier, bab die sogenannte Freiheit der englischen Bürger auf Uiitctbiüdung der Kolonien beruht. Man kann Irland als bic erste englische Kolonie ansehen. Die Mahrege- lung ist m allen Ecken und Enden sichtbar In feinem Lande habe ich soviel Gendarmen gesehen, und der preußische Gendarmenausdruck hat sich In dieser mit Karabiner, Bajonett und Handschellen bewaffneten Konstablerhorde zur höchsten Die stark „nationale" Veranlagung der englischen Gewerkschafter, deren nüchterne Gehirne weder durch Einbildungskraft der deutschen Sozialdemokraten noch durch den Flügelsch'.ag grob» mittiger Gedanken gehemmt werden, war den deutschen Arbeitern schon vor dem Krieg bekannt. Dab aus den internattonalen sozialdemokratischen Kongressen der allgemeine Pulsschlag langsamer «nd die Blutwärme geringer wurde, wenn englische Delegierte auf das Rednerpult traten, das Weib jeder der schon solchen Behandlungen der Vertreter de« internationalen Proletariats bei- gewchnt hat. Der geschichtliche Weg der Ratton hat den einzelnen Engländer, mag er Lord ober Pferdeknecht Kaufmann. Bergarbeiter, Gelehrter jeder Leichenschauer sein, zu einem persönlichen Selbstgefühl geführt, da« die Wurzeln der guten tote auch die letzten Wurzelfasern der schlechten, für jedes europäische Doll lebcnsgefährllchen Eigenschaften der englischen Ration birgt. 3n Der angesehenen Zeitschrift „Saturdah Mevtew" hat am 11. September 1897 ein Aus- fat) unter der äleberschrift: „England und Deutsch- l.Ianb" gestanden. Darin tarnen die unsterblichen fcaite der Herd Kes Kttegsseuer«. 11 nb dieses Kabinett hat auch em gutes Parlament, einewillige Volksvertretung, die bisher weniger am Kriege selbst und mehr an den Mängeln der Kriegführung Kttttk geübt hat." Aus Manchester schrieb Friedrich Engels fünfer dem 7. Oktober 1858 seinem „lieben Mohr", tote er Marx gern an redete, über eine Ge- werkschastsbewegung zünftlerischen Charakters wie sie auch heute noch unter der englischen Arbeiteraristokratie besteht, und setzte hinzu, „dah, das Englische Proletariat immer mehr Decbürgert. so t>ab diese bürgerlichste aller Rationen es schlieh- lich dahin bringen zu wollen scheint, eine bürger- Hcfe Aristokratie und ein bürgerliches Proletariat neben der Bourgeoisie zu besitzen." Und er schliefe sarkastisch: „Bei einer Ration, die Die naiue Welt ausbeutet, ist das allerdings gerechtfertigt." __________________________________ Deutschland — daS bücherreichste Land. Die „Internationale Stattsttk der Geistesarbeit hn Jahre 1922" bringt eine llebersicht über die Büchererzeugung von 1922 im Vergleich zu der von 1921 tn den wichtigsten Kulturländern. „Im allgemeinen zeigt das Hahr 1922 dieselben Merkmale tote 1921," hecht es da. „Die Geistesarbeiter schaffen unentwegt trotz der Umftänbe, Die Druck und Verkauf ihrer Werfe hemmen. Ramentlich bn Deutschland und der französische Schweiz ist die Rot der Schriftsteller grob, während es in Frankreich, Grobbritannien und den Vereinigten Staaten noch möglich ist, vom Ertrag seiner Feder zu leben." In den meisten Ländern ist eine Zunahme der Dücher- produktion 1922 gegen 1921 festzustellen. In Deutschland betrug sie 1607 Bücher, in Frankreich sogar 1749. Die Erzeugung in Großbritannien hat um 184 Einheiten abgenommen. Wie seit vielen Jahren, so steht auch 1922 Deutschland mit 35 859 Reuerscheinungen, weitaus an der Spitze; es folgen (Srobbritanntcn mit 10 842, Frankreich mit 9432, die Vereinigten Staaten mit 8638, Italien mit 6336, die Tschechoslowakei mtt 4563, die Riederlande mit 4003, Ungarn mit 3857, ©ärwanarf mit 3419. Auch wenn man annimmt, dab in Deutschland besonders genau gezählt wird, und berücksichtigt, bab die deutschen Zahlen den gesamten deutschen Sprachbereich und auch sämtliche Zeitschriften umfassen, so mub doch festgestellt werden, bab „Deutschland wahrscheinlich seit langen Jahren bas Land ist, das die meisten literarischen Werfe beroarbttogt“. einem vorbildlich edlen Menschm. der sein Ehren- grab In der Westminster Abtei wie wenige andere verdient hat. Tab Dichter sehr schlechte Schüler waren, ist auch ebne häufige Tatsache. Es sei nur an Heinrich von Kleist erinnert und an Gottfried Keller, der von bet Schule gejagt wurde und die Tragödie seiner Schulzeit im „Grünem Heinrich" so wundervoll dargestellt hat. Die Verzweiflung aller feiner Lehrer bildete auch Oliver G o l d s m i t h, der Schöpfer des unsterblichen „Vikars von Wakefield". In dem Sohn des edlen Geistlichen, dem kleinen Mose«, der lauter Dummheiten macht, hat sich der Dichter selbst geschildert. Der berühmte englisch? Maler W P. Frith erzählt in seiner Selbstbiograplsie. als er ein halbwüchsiger Junge war und in der Schule garnichl forttommen wollte, habe sein Vater einige seiner Zeichnungen einem bekannten Maler gezeigt, und dieser habe geraten, den Knaben Maler werden zu lassen. Viele Jahre später, als Frith schon berühmt war, begegnete er diesem Künstler und erinnerte ihn daran, dab er ihm eigentlich fein Glück verdanke. Der andere bat, ihm die Zeichnungen doch noch einmal zu zeigen. Er sah sie lange an und meinte dann „Wollen Sie mir wirklich einreden, bab ich diese Sachen schm einmal gesehen habe?" „Ja, gewih. -Und dab ich darauf riet, den Verfertiger dieser Zeich nungen Maler werden zu lassen?" „Ja, das taten Ste" Dann," sagte der alte Meister, „mub ich mich vor mtr selbst schämen, dah ich so dumm war. * Deutsche Arbeiter, hört! Don Anton Fendrich. Dor einigen Jahren hat mir eine Verwandte Den Friedrich Engels erzählt, wie ber Dre° bannte, wenn es ihn drüben auf der Insel nicht mehr litt, manchmal In Rächt und liebel her- Übergeh mmen sei, um im Hause des Bruders tn aller Heimlichkeit ein paar Tage verborgenen Heimatlebens zu genießen; und immer srr er ausgebrochen in Verwünschungen über die Dummheit der damaligen Regierung, die ihm nicht die Betätigung einer Gesinnung erlauote, deren unnötige Verbitterung durch die liberale Haltung Englands nur gefordert wurde. England hat sich diese Weitherzig kett gegen Marx, Engels Bernstein und Motteier, den Fürsten Kropotkin und die Tolstoraner leisten können, tocil alle Ar° beiter und alles Wirten der staatstreuen cme der revolutionären „foreigners“ — der Fremdlinge!— an der Geschlossenheit des natvonal-englischen De- w-ufeseins da« den englischen Gewerkschafter ebenso beseelt'tote den britischen Lord, machtlos zer° 6. Zentrumspartei Vollkommen beit entwickelt." Karl Marx schrieb an den Freund bei dec Erwähnung eines Artrtels über Indien, er habe darin die „Vernichtung der heimischen Industrie Indiens durch England als revolutionär bar» gestellt Das wird ihnen (den Engländern) sehr peinlich sein Uebrigärs war die Gesamtwirtschaft der Briten in Indien säuisch und ist es bis auf den heutigen Tag". Sehr schmerzhaft für den heimischen Bewunderer ber englischen Verfassung wird die Stelle von Marx und Engels fein: „Alle die Esel, während sie für Republik, und Kinkel sogar gelegentlich für rote Republik ächzten, krochen der englischen Konstitution servilsten« in dm Hintern ein Widerspruch, worauf sie sogar das unschuldige „Morning Ehronicle" als Mangel an Logik aufmerksam zu machen ger/hte." Unb bann der kostbare Sah von Friedrich Engel« au« qznem Brief ohne Monats- und Jahresangabe der aber geradezu für unsere Tage geschrieben scheint: -Diese Engländer sind innerhalb der demokrattschen Formen viel gewissenloser als wir redlichen, timiben Deutschen" Leibesübung und deutsche Zukunft. Don Staatssekretär z. D. Dr. Theodor Lewald, Präsident deS Deutschen RcichsauSschusseS für Leibesübungen. Die Letzten werden die Ersten.. Es hat einmal In einer hessischen Schule eine berühmte „letzte Cßanf' g^ebsn, dieschteHte Schüler drückten, die nachher sämtlich hochberuhmte Männer wurden. Darunter waren der grofe Ehemiker Justus von Liebig und kter bekannte Raturwisse^chastker- Karl Bogt. Tast die guten Schüler nicht immer die tüchtigen Menschen im Leben sind und bab sich auch hier das Bibelwort bewahrheitet, dah die Letzten die Ersten werdm, ist ja allgemein bekannt. Gar viele grotze Männer sind in ihrer Jugend Taugenichtse oder Traumer die sich für die Anforderungen d^ am wenigsten eignen; erst allmaferch ersaht ihre Begabung das für sie passende Gebiet unb entfaltet sich dann zu ungeahntem Höhenflug. ^n einer englischen Zeitschrift werben eine 9rt>f}- Anzahl von Beispielen solcher schlechter Schufer angeführt, die dann im Leben ihre so viel tuch- tigeren Schulkameraden wett hinter ^tch .zuxück" lassen Der Begründer des englischen Reiches in Indien Robert E1 ive bllbete die Verzweiflung feiner Lehrer. Jede Anstalt, die er besuchte. - und er versuchte auf vier Schulen sein Gluck — Wies ihn wegen seiner schlechten Leistungen fort. Schltetzlich schickte ihn sein Vater, well er mit dem .Dummkopf" nichts annulangen mutzte, nach In- &ten. und in diesem Milieu entfaltete nun der hinge Mann rasch sein Genie. Auch Relson, der Abgott der englischen Geschichte, galt auf der Schule für höchst unbegabt, und von R ap ol eo n tolrb berichtet, datz seine Leistungen auf der Mi- Zn all dem Ringen um die deutsche Zukunst wird von der gröberen Oeffen lich'eit ehre Bewegung übersehen, die nach zwei Richtungen hin unser neues Volksleben beeinflussen wirb: ich meine die aufblühende Turn- und Spor.bewegung AlS ihren Erfolg erwarten wir eine Erhöhung der Volksgesundheit unb eine Verminderung der Klassengegensätze. Gin Freiburger Hygieniler berichtete vor kurzem, dah er In jahrelanger Aussicht über die Mitglieder einer Schwlmm-Rennmann- schäft keine Grlälttingskiankheit beobachtet habe. Bier, der Berliner Chirurg, hält LeibeSübung In Licht und Luft als das wertvollste unb - billigste Mittel zur Verhütung der Lungenschwindsucht, ja er läht Leichterkrankte sogar Leibesübungen unter einem sachverständigen Lehrer treiben. Die Knochentuberkulose behandelt er mit der natür- . - . sichen Sonne. An unserer tm Jahre 1920 im Ber- „Das war vor 26 Jahren!" — wird unser silier Stadion gegründeten „Deutschen Hochschule Lllergerechtester Deutscher sagen. Gut! Aber Bre- für Leibesübungen" haben wir ganz wunderbare |btu« ein holländischer Gelehrter, fügt diesem Erfolge regelmässiger körperlicher Arbeit beob- 2lus'bruck einer offenen englischen Räuberseele achten Ginnen und zwar nicht nur aus körperlichem, Ifefot hinzu, datz nach seinem Urteil 99 Prozent sondern auch auf geiftlgcm Gebiet! Wer 'aller Engländer fo dächten. Der holländische Krollte denn daran zweifeln, dah der Mensch ein ,Schriftsteller Simons, der die englischen Der- unzertrennbareü Ganze sei und alle vernünftige 'Mitraffe aus jahrelanger eigener Erfahrung kennt -Zlrbeit des Körpers dem Geiste und umgekehrt vnd als Freund Englands bekannt ist, bestättgt alle Schulung des Geistes auch dem Körper zugute .das Urteil von Dredius mit den Worben, in Eng- komme, ilnfere Erfolge erstrecken sich nicht nur 'land kämpfe „nur eine kleine Gruppe von Wan- auf j>je kraftstrotzenden jungen Studenten, die sich nem und Frauen mutig für die Ideale die bei Hag Turn- und Sportlehrer-Studium zum Lebensallen wirklich neutralen Ach ung finden könne". fcruf erwählt haben, sondern auch auf die uns an» 99 Prozent aller Engländer! Wa« brauchen vertrauten Mädchen, besonders solche, die unmlt- tott mehr Zeugnis? Und wenn eS nicht nur 1, ielbar nach Derlasien des Lyzeums als „Vorstuden- sondern 10 ja wenn es selbst 20 Prozent sind, tInnen" eintraten und so die entwicklungswichtigen denen als auf richtigen Patrioten und anständigen ^ihre von 16 bis 19 nicht in der Lernschule korper- Menschm die Schamröte über die Schande ihres sich, verkümmerten, sondern in täglicher Gemein» Landes ins Gesicht steigt, was hilft uns das? schuft von körperlicher unb geistiger Arbeit frei Englands Krieg gegen Deutschland war fein Ka- entfaltet wurden. Schließlich bürfen wir geradezu binettskrieg sondern ein Volkskrieg. auf „Verjüngungskuren" Hinweisen. Ohne jede Dah es sv steht: Doll wider Doll! — das Transplantation, lediglich auf dem Wege klug versah im Kriege selbst ein Blatt wie die „Wiener teiltet Hebung haben wir in den verschiedenen «Arbeiterzeitung". Sie schrieb: Lehrgängen für Aerzte. Derwaltungsbeamte und Was aus dem Munde der englischen Mi- tn unserem eigenen wissenschaftlichen Lehrkörper irtfler schallt ist zäher Kriegswille unb feste vorgerückten Alters unerwartete Erneuerung der Zuversicht auf die Niederwerfung des Feindes, körperlichen Spannkraft zu verzeichnen. Man kann Irren wir nicht so ist das Kabinett Greys sich nur wundern, datz ein fo allgemeingültiges und - 1 * ~ billiges Gesundheitsmittel wie es die Leibesübungen sind, am besten in ihrer einfachsten Form, nicht mehr angewandt wird. Wenn es allein gelänge, die Zahl der Erkältungslrankheiten mit ihren Folgen in Deutschland zu vermindern, wie dies bei dem oben erwähnten Schwimmklub möglich war, welchen wirtschaftlichen Dorteil würde dies für unser Doll bedeuten! Wenn es gelänge, nur einige Tuberkulosefälle zu verhindern, bis in toietnel Glieder des Dolles würde der Segen bringen! Darüber hinaus, wieviel lebenstüchtiger unb ge- nuhfähiger, wieviel selbstzufriedener ist der körperlich Widerstandsfähige gegenüber dem Anfälligen! Der ganze Mensch wird ja vom Körpec- zustand aus beeinflußt. Wir merken das Immer erst, wenn es irgendwo hapert. Aber fein Zweifel, bab die Steigerung vorn Rur-eben-Gesunden bis zum Kraftvollen auch da« Gefühl der pec-sönlichen Dollwertigkeit erhöht. Wenn wir eine Ratton von SsMeilrt Seife sie kann niemals durch Parforce- mittel und Zauber-Chemikalien ersetzt werden, wenn es darauf ankommt, Ihren wertvollen Wäschebestand, die Gardinen usw. zu schonen und zu erhalten. SchneHwäsche und Schnellbleiche geht allemal auf Kosten der Gewebe, das ist wissenschaftlich erwiesen und auch ganz natürlich. Wenn dabei auf der einen Seite vielleicht etwas Kohlen und Zeit gespart werden, so geht andere-'-xits aber jedenfalls die gute Wäsche allzubald in die Brüche. 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Die Demokratie hat in fünf Jahren bewiesen, daß sie eS versteht, ein ganzes Volk mitsamt seinem Bauernstand an den Rand des Grabes zu bringen. 013977 Bauern, wählt nur die Liste des Hessischen Bauernbundes! r Sie weist nur bewahrte Bauernführer auf und beginnt mit den Namen Hensel-Fenchel! AV Bauern von Gießen und Wieset wählt als Vertrauensmann in Eurem Bezirk WWGMMMW. Ausstellung u. Lager aller Landmaschinen M« Rosenthal Liebigetraße 13 Fernsprecher 77 Alle Original Snck’schen Gerate und Freistelle tragen nebensteh. Schutt* markc, worauf man bei Ankauf achten wolle. 400c I Wrü kind billiger als Anstrich, dabei von weitaus gröherer Haltbarkeit und behaglicherer Wandwirkung Weilet UM 6ai»irin eilet toset W elwwen ferner habe ich infolge besonders günstigen Einkaufs einen großen Posten schöner moderner Muster weit unter Preis abzugeben 1256D W MMll SveMM fit rA>M. 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