Erstes Blatt Mittwoch, 5. März 192$ 174. Jahrgang Jahre nach dem gelungenen Raub. noch. Hartnäckiger fast noch als fein französischer Lehrer weigert sich der polnische Schüler auch heute noch, in dem zu Frieden und nachbarlicher Ver- ständigung bereiten Deutschland etwas anderes als einen Feind zu sehen. Er darf sich dann freilich auch nicht wundern, wenn ihm Gleiches mit Gleichem vergolten wird. m. 55 Erscheint täglich, anher Lonn- und Feiertag», mit d. Samstagsbeilage: BlehenerFamilienblätter Monatr.r«;vcrpreir: 2 Goldmork u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten. UnzeigkrGietze». Postscheckkonto: Kranksurt a. M. 11686. Das Ende des Kalifats. Die Verbannung des Hauses Osman. — Deutschland und die türkische Republik. Frankreich und England. 2 o n b o n, 4- März. (WTD.) Rcuter berichtet, die allgemeine Ansicht in verantwortlichen Lon-. teuer Kreisen fei, daß die englisch-französischen Beziehungen durch den neuen Briesaustausch zwischen Macdonald und Poincars in ein neues Stadium gebracht worden seien. Es verlaute, daß diese Mftteilungen durch keine besonderen Ereignisse hervorgerufen seren und nur bie Fortsetzung der freundschaftlichen Roten bedeuteten, die ausgetauscht werden, seit Macdonald seinen Dosten übernommen habe; ihr Zweck >ei zweifellos gewesen, einen gewissen Argwohn und einige Zweifel zu beseitigen, die auf beidm Seiten teÄ Kanals in der letzten Zeit entstanden find. Es handle sich, was England angrhe, um die Vermutung annexionisttscher Ideale Frankreichs und, was Frankreich betreffe, um die Ungewißheit über die Haltung der britischen ..Arbeiterregierung" gerenüber Frankreich und ihre Stellungnahme zur Reparattonsfrage rm allgemeinen. In diesen Punkten werde die Offenheit ficherdie gewünschte Wirkung haben Das beabsichtigte Ente ziel des Meinungsaustausches sei voraussichtlich eine Zusammenkunft zwischen dem brrtr- schen und dem französischen Premierminister. Jede endgültige Zusammenkunft aber werde, w e man annehme, weit größere Aussichten auf erfolg haben, wenn eine gründliche Klä rung der Atmosphäre vorausgegangen sei. Im übrigen sei jedoch alles Gerede über eine derartige Konferenz verfrüht, bevor die Sachverständigen- b e richte eingegangen und erwogen worden feien. -sU Labourblatt »Daily Heralv crweUert die Anteutung in dem Drie,eMactenalds ü^ durch die im Leitartikel gegebene Erklärung, oatz einem Ministerpvsten in der neuen Regierung zufrieden gegeben." Man rechnete damals m der internationalen Diplomatie mit der Möglichkeit, daß E n g l a n d das Recht der türkischen Ratto- nalversammlung zur Wahl des religiösen Chefs der Mohammedaner bestreiten und die Gelegen- heit benutzen werde, um das Kalifat für den Kon g des Hedschas zu beanspruchen. Aber nichts dergleichen geschah. Umso unerklärlicher erscheint der Schritt, den die politi'chen Machthaber von A.dgora nun beschlossen haben. Dadurch nimmt das wenig freute volle Dasein des letzten Kalifen Abdul Mrdschrd abermals eine tragische Wendung. Der Prinz, ein Sohn des 18Z6 verstorbenen Sultans Abdul A z i s hat viele Jahre seines Lebe nsin der ©in» samkcit seines Palastgesängnis.es am Bosporus zugebracht. Auch er war ein Opfer Abdul Hamids, der sich dadurch vor dem Stui^ zu schützen suchte, daß er alle möglichen Anwärter auf den Thron hinter die eisernen Gitter eines vergoldeten Käfigs setzte. In jener Gefangenschaft bildete sich Abdul Medschid tteit über den Dilettantismus hinaus -um Maler und Komponisten aus, eignete sich die deutsch? Sprache an und sammelte eine stattliche Bibliothek /deutscher Literatur. Sein einziger Sohn Omar Faruk hat während des Krieges die militärische Ausbildung in Berlin genossen und beherrscht die deutsch? Sprache wie die Muttersprache. Mit einem Töchterchen abgebildet, ging Abdul Med- schids Photographie vor einiger Zeit durch die illustrierte Presse. Der deutsch-türkische Vertrag. Berlin, 4. März. (WTB.) Die Verhandlungen des deutschen Gesandten in Bukarest, Dr. F r e y t a g. der von der deutschen Regierung zu Verhandlungen mit der türkischen Regierung über den Abschluß eines Freundschaftsvertrages zwischen Deutschland und der Türkei nach Angora entsandt worden war, sind, wie schon kurz gemeldet, zu einem erfolgreichen Abschluß gelangt. Am 3. März wurde der Vertrag gezeichnet. Er lehnt sich in der Form eng an den türkisch-ungarischen Vertrag an und umfaßt wie dieser nur wenige Artikel. In der Einleitung wird zunächst festgestellt, daß zwischen Deutschland und der Türkei und ihren Bürgern Friede und Freundschaft herrschen. In den übrigen Artikeln wird die Wiederaufnahme der diplomatischen und konsularischen Beziehungen gemäß den Gepflogenheiten des internationalen Rechts angekündigt und ferner der Abschluß von Verträgen über die Regelung der Konsularverhälmisse und der Handelsbeziehungen sowie die Gewährung von Rechtshilfe in Aussicht gestellt. Fünfzehn Tage nach dem Austausch der Ratifikationsurkunden, welcher in Konstantinopel erfolgen soll, wird der Vertrag in Kraft treten. Annahme von Anzeigen für die lagtsnummtr bis zum Nachmittag vorher ohne jedeNerbindlichkeit. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Drelle örtlid)8, auswärts 10 Goldpfennig; für Ne- Klame-Anzeigen v 70mm Dreile 35 Goldpfennig, Pwtzvorfchrift 20°/„ Auf- chlag. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton: R.Friedr.Wilh Lange; ür den übrigen Teil: Ernst Dlumfchein;für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Pari«. 4. März. (Priv.-Tel.) Aus Konstantinopel wird gemeldet, daß die Verbannung aus der Türkei ten Kalifen und feine Familie, sowie 32 Prinzen und ?? Prinzessinnen betrifft Die Rativnalversammlung will dem Kalifen eine Summe von 100 000 türk. Pfunden und den Prinzen zusammen 200 000 türk. Pfund zubilligen. Es ist ihnen aber untersagt, ihre Depots bei den Danken abzuheben. Iedvch würde ihnen die Regierung die Ruhniehung aus den persönlich mitgenommenen Sachen und Edelsteinen zugestehen und ihnen innerhalb eines Jahves den Erlös aus den Immobilien nach Bezahlung der Steuern zuführen. Rach einer Havas-Meldung aus Konstantinopel ist der Kalif heute nach der Schweiz a b g e r e i st. Trotz der politischen Aufregungen, die diese Woche ter deutschen Ocffenllichfeit bringt, darf em Ereignis nicht übersehen werden, das aus der einstmals verbünte.en Türkei gemeldet wird: Die Rationalversammlung von Angora hat das Kalifatabgeschafft ! Der Kalif Abdul Med° schid und sämtliche Mitglieder der Familie Osman sind für alle Zeiten aus der Türkei verbannt. Ihr Vermögen wird beschlagnahmt. Damit trennt sich die Republik Türkei, die schon längst ihren poli Ischen Schwerpunkt von Konstantinopel nach ter östlichen Bergstadt Angora verlegt hat, mit einem neuen scharfen Linksruck von ihrer patriarchalischen Dergangenheit. Es sind erst ein Jahr und vier Monate her, da beschloß — am 1. Rovember 1922 — das Parlament in Angora nach einer Rede des neuen Staatspräsidenten Mastapha Kemal Pascha (angeblich einstimmig) das Ende des Osmanischen Kaisertums und seine Ersetzung durch die „Regierung der großen Rationalversammlung der Türkei". Das Gesetz über den Regierungswechsel lautete In seinem Artikel 2: „Das Kalifenamt wird auch fernerhin durch die Familie Osman ausgeübt werden, aber die Rationalversammlung wird einen Prinzen wählen, ter durch seine tüchtigen Eigenschaften, fein Talent und sein Verhalten dieser Wahl würdig ist." ilnf> so geschah es. Gewählt wurde Prinz Abdul M e d s ch i d. Er ist nicht etwa der älteste Sohn des letzten Sultans, des flüchtig gegangenen Mohamed VI., sondern ter Familienälteste der Dynastie. Diese Erbfolge ist nebenbei gesagt im Koran festgelegt, und man nahm bei ter Einrichtung des ges gefonterten Kalifats offenbar aus religiösen Gründen darauf Rücksicht. Äußerten hatte sich Abdul Medschid, der heute im 56. Lebensjahre steht, als ein sehr gebildeter Herr mit weitreichenden internationalen Beziehungen erwiesen, dessen Beweglichkeit und Energie von dem sonst oft so passiven Durchschnittstürken vorteilhaft abstach. Als man ihn mit dem Mantel des Propheten, nicht mit dem Schwerte gürtete, das als Zeichen der weltlichen Macht gilt, erklärte der neue Kalif: „Ich bin ein türkischer Patriot, und als solcher ist es meine Pflicht, jede Stellung anzunehmen, in der ich tem Glück des türkischen Volkes dienen körmte. Wenn ich nicht zum Kalifen erwählt worden wäre, so hätte ich mich auch mit Das feindselige Polen. In seiner letzten großen Reichstagsrede hat Minister Dr. Stresemann auch der deutsch-polnischen Beziehungen gedacht. Er hat dabei bewußt die freundschaftliche Form der letzten Verhandlungen mit England über die Herabsetzung der Reparationsabgabe dem wenig loyalen Verhalten der polnischen Regierung wegen der noch immer schwebenden deutsch-polnischen Verhandlungen über die Minderheitenfrage gegenübergestellt. In weiten Kreisen Polens, so erklärte Dr. Stresemann, herrsche noch immer eine feindliche Stimmung gegenüber Deutschland. Der deutsche Außenminister hat den wahren Sachverhalt richtig erkannt. Polen benimmt sich noch immer als Feind Deutschlands, als erbitterter Gegner und Verfolge? des Deutschtums. Es führt offiziell einen Verfolgungskampf, dessen Hauptschwere die unglücklichen Deutschen in Polen trifft. Dafür nur wieder einmal einige Beispiele. Das Verfahren zur „Säuberung" der Industrie Ost-Oberschlesiens von deutschen Ingenieuren und Bergbeamten, das bisher durch Hetze in der Presse und durch Winke und Anregungen bei den Werksverwaltungen betrieben wurde, ist kürzlich vom polnischen Ministerium in aller Form übernommen und verschärft worden. Der Industrie- und Handelsminister Kiedron hat an den durch Anstellung des bisherigen Deuthener polnischen Vizekonsuls Dombrowski als Geschäftsführer und anderer polnischer Beamter schon halb polonisierten Berg- und Hüttenmännischen Verein in Kattowitz ein Schreiben gerichtet, in dem gefordert wird, die oberschlesische Industrie möge endlich damit beginnen, polnische Fachleute in ihren Betrieben anzustellen. Der Minister weist in seinem Brief auf das „gewisse Wohlwollen" hin, mit dem die polnischen Behörden die Industrie behandelt hätten und erklärt, dah sie bisher nichts getan habe, dieses Wohlwollen zu verdienen. Vermutlich rechnet der Herr Minister zu den Aeußerungen dieses behördlichen Wohlwollens auch die Tatsache, dah den noch in deutschen Händen befindlichen Betrieben die Kredite der Landesdarlehnskasse gesperrt werden und dah solche Werke, die nicht Halb- vder Ganz-Polen in die leitenden Stellungen berufen, auf alle mögliche Weise schikaniert werden. Außerordentlich bezeichnend für die ausgesprochen deutschfeindlich eingestellte Politik Polens ist auch ein vor einigen Tagen tim Sejm eingebrachter Dringlichkeitsantrag der „Defreiungspartei", der auf nichts weniger als die vollständige Vernichtung des Deutsch- tums in Polen ausgeht. Der Antrag verlangt die Enteignung der 'Landwirtschafts- und Industriegüter, wenn die Eigentümer als Personen deutscher Herkunft irgend einmal von der preußischen Regierung Unterstützung erhalten hätten. Da hier im Osten das oftmals geschehen ist, keineswegs aus aermanisatorischen 'Gründen, sondern zur Besserung der allgemeinen Wirtschaftslage, so würden etwa 25 000 deutsche Familien mit ihrem Personal, etwa 100- bis 200 000 Personen davon betroffen werden. Dieser unerhörte Anttag wurde von allen polnischen Parteien mit geringfügigen Einschränkungen angenommen! In erster Linie richtet sich die polnische EntdeutschungSpolitik natürlich gegen die deutschen Schulen. Die Fälle von Auflösungen ganzer deutscher Schulen oder Schulklassen gehen in die Hunderte, und wenn man jetzt weniger von solchen Auflösungen hört, so kommt das einfach daher, weil es in Polen kaum noch deutsche Schulen gibt. Immerhin mußte sich die deutsche Sejmfraktion erst vor einigen Tagen wieder in einer Interpellation darüber beschweren, daß im Kreise Schwetz elf evangelische Kinder seit einem Jahre keinen Religionsunterricht erhalten und als untätige Zuhörer während des katholischen Unterrichts dabeisitzen. Diese evangel.schen Kinder sind natürlich Deutsche; wären sie Polen evangelischer Religion, dann würde man sie selbstverständlich nicht ohne Religionsunterricht lassen. , Diese drei Beispiele mögen genügen. Mit einem Fanatismus sondergleichen führt Polen, das offizielle und das nichtoffizielle, seit Jahren einen Vernichtungskrieg gegen alles Deutsche. Als undankbarster aller Sukzessar- ftaaten des Weltkrieges — denn ohne die beut* schen Siege über Rußland wäre Polen noch heute zaristische Provinz — hat der kaum neugeschaffene polnische Staat nichts Eiligeres zu tun gehabt, als sich auf Kosten desjenigen Volkes, das ihn von der Knute der Kosacken befreite, zu bereichern. Mit einer Unverschämtheit ohnegleichen hat der polnische Größenwahn rein deutsches Land gestohlen, hat polnischer Uebermut dies gestohlene Land ziel- hewußt entdeutscht und tut dies heute, vier Der Hitlerprozeß. München, 4. März. (WTB.) Bei Gröss- nung der heutigen Sitzung wurden zunächst bin Zeugen aufgerufen, soweit sie Offiziere ter ehemaligen Infanterieschule waren, an ihrer Spitze Oberst Leupold. Bevor der Vorsiheirte bie Vernehmung der Zeugen beginnt, protestiert Rechtsantvalt Roder, der Verteibiger Hitlers, im Ramen der Gesamtverteidigung dagegen, dah in diesem Prozeß In außerordentlicher Weise Zeugenbeeinflussungen nach verschiedener Richtung vvrgenommen worden sind. Auf der einen Seite sei das Wort geknebelt worden, und auf ter anderen Seite wurde positiv die Unwahrheit in das Volk getragen durch amtliche -falsche Darstellungen Über den Prozeß. Insbesondere habe General v. Lossow sogenannte amtliche Darstellunaen über den Prozeß in etwa 400 Exemplaren herstellen und an die höheren Offiziere versenden lassen. Auch in einem „Wechblauen Büchlein" sei auf den Prozeß eingewrrkt worden, und zwar könnten hier nur Seiher oder seine Hintermänner in Frage kommen. In dieser Schrift ist jede gegenteilige Acuherung Hitlers über die Vorgänge unterteudt worden. Wäre die Schrift nicht von der Gegenseite versaht worden, so hätte man sie fchml längst beschlagnahmt. Aber nicht nur die Zeugen seien beeinflußt worden, sondern die beteiligten Herren Kahr, Lossow und Seiher Hütten ihre Aussagen vor dem Ermittlungsrichter offenbar gemeinsam gemacht, statt einzeln vernommen zu werden. Jeder der Genannten habe so, ehe er seine Aussagen machte, die Aussagen der anderen Beteiligten studieren und sich dann darauf einsteNen können. In vielen Dingen bestehe in den Aussagen ter drei Herren eine wörtliche Uebereinstimmung, wenn sie auch falsch und unwahr seien. In geheimer Sitzung wurden tetniuf die elf Zeugen aus der Infanterieschule vernommen. Zu Beginn ter Rachmittagsfitzung wurde alS erster Zeuge Obervegierungsrat Tenner, ter Stellvertreter des Münchenerr Polizeipräsidenten, aufgerufert, der u. a. erklärt, dah Frick durchaus rechts eingestellt war und mit den führenden Persönlichkeiten ter teutschvölkifchen Bewegung Dez lehmigen unterhalten habe. Er habe niemals den Eindruck gehabt, daß sich Frick einer Bewegung anschlirhen würde, die auf einen gewaltsamen Sturz ter Verfassung hinarberte. Er habe auch keine Anhaltspunkte dafür, dah Frick Kenntnis davon hatte, daß für den 8. Rovember ein Putsch beabsichtigt war. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob Frick verpflichtet getteen wäre, ihn zu verständigen, bejahte ter Zeuge. Er seh? in ter Tatsache, dah Frick ihn nicht verständigt habe, aber terchaus keii en Beweis dafür, dah er ihn nicht habe verständigen wollen. — Ter nächste Zeuge Regierungsrat Dern- reuther von ter Polizeid-irektion bemerkt, er sei im Bürgerbräukeller unmittelbar nach ter Verhaftung der Minister sestge:vommen worden. Wenn ct.i Polizeibeamter eia? b-zrartig? Meldung bekomme, bann sei es seines Erachtens seine Pflicht, alles i n D e r e i ts cha s t KU feten. Er hätte in diesem Falle die grüne Poli ei alarmiert, aber zunächst nicht eingesetzt. Ob Frick von den Vorgängen Kenntnis hatte, könne er nicht ohne weiteres sagen. Auf die Frage des Iustizrats Kehl, ob die Staatsanwaltschaft bei der Polizev direktion den Aufenthalt ErhardtS hätte erfahren können, antwortet ter Zeuge verneinend. Er wisse, dah Schreiben aus ter Zeit von Mitte Dezember existierten, die auf umsturz- ähnliche Ding? abzielten. Auf die Frage H 11« lers, warum das General st aatskvmmis» s a r i a t gegründet wurde, erwidert Cßemreutter, daß es wegen einer Befürchtung gebildet wurde, daß bereits hn September von rechts ein Umsturz erfolgen solle. Der nächste Zeuge Regie- rungsvat Werberger von ter Polizeiterektion bestätigte die Frage des Staatsanwalts, daß in ter Rächt vom 8. zum 9. Rovember Frick die Beamten entlassen habe, wozu er berechtigt ge- wesen sei. — Hierauf wurde Regierungsvat Ba l ß vernommen, ter der Ansicht ist, daß Frick f e in e Freude über die Amtsantragung als Letter des Polizeipräsidiums auSgedrückt habe. Mick habe sich weder am Abend noch m den frühen Morgenstunden als Polizeiprasrtent gefühlt und sich als solcher anreten taffen. Auf Fragen von verschiedenen Derteidgem äußerte stch ter Zeuge zusammenfassend dahin, er halte es für verdienstvoll, daß Oberamtmann Frick nicht den stellvertretenden Polizeipräsidenten zuerst verständigte, sondern den diensthabenden Po- lizeioffizier im Polizeipräsidium. Böhner ober Frick Über trugen mir die Geltung tet LÄbteilung 6, die ich auch ohne Auftrag übev? nommen hätte Während Pöhner und tfrkf bei Kahr waren, hatte ich einen Anruf von der Polizcidirektion Rürnberg. Ich habe tem dortigen Kollegen die ganze Siche erzählt. Er sagte darauf: Das ist aber sonderbar, weil unsere Reichswehr nach München in Marsch gesetzt wird. Ich habe dann das Generalstaatskommissa» riat angerufen und die Sache dem Major D ö h- l e r mitgeteilt Döhler gab mir eine ausweichende Antwort und meinte: Das ist von Passau. Ich habe auch Pöhner und Frick davon berftän- blgt Erst Im Zusammenhang mit der ergebnislosen Suche nach Lossow und Seiher habe ich gesagt: Mir kommt die Geschichte sonde'chatt vor. Pöhner sagte hierauf: WaS haben Sie fast sicher zu den französischen Bedingungen bie Streichung der Schuld an England gehören werbe, axrS ter „Daily He alb" für ak-eptabel erklärt, wenn bie Lösung im üb rügen befrrie'Digenb sei. Es sei ein genügend gutes Geschäft, wenn England dadurch die Wiedergesunbung Europas erkaufen könne. Der „Daily Heralte fügt hinzu, die Garantie, welche Frankreich gegen cinv'N Angriff Deutschlands rerlange, fei dagegen ein viel schvieric.erer Gegenstand, welcher sorgfältiger Ueherlcgung bedürfe. Dieser lakonische Schlußsatz spiegstt die gemischten Gefühle wichtiger ßabourt reife über Macdonalds Umfall in der Sicherheitsfrage wider, welcher selbst dir intimsten Mitarte'ter völlig überrasche. Don anderer Seite wird hierzu erklärt, daß weder ter Premierminister persönlich noch vollends das Kabinett sich bisher irgendwelche konkrete Vorstellungen über die Art ter Lösung des Problems £er Sicherheit gemacht hätten, vielmehr sei altes in ter Schwebe und müsse offen bleiben, solange das Ergebnis ter Expertenkommission nicht eine neue Grundlage für eine Lösung ter gesamten miteinander verknipsten Probleme geschaffen habe. Iedvch sei bekannt, welch fundamentale Bedeutung der Völkerbund für die englische Politik einnehme, was auch für die Frage ter Sicherheit wichtig sei. Schließlich wird betont, dah ter Begriff ,.Re u t ra l i s ie -- r u n g" in diesem Zusammenhang auf englischer Seite überhaupt nicht politisch, sondern stets militärisch gemeint sei. Für die Labour- Rcgierung komme keinesfalls in Betracht, Deutschland irgendwelche Lösung aufzuzwingen, sondern alles, was fortan geschieht, müsse auf gegenseitiger freier De rei n ba r ang beruhen. In Anbetracht ter auch diesseits des Kanals verursachten Beunruhigung infolge Mac- borualte unverhoffter und mindestens mihver» ständlicher Redewendung des genannten Briefes ist diese Interpretation sicherlich von bete at entern Wert and ein Protest offensichtlich nicht nutzlos Andererseits bleibt abzuwarten, in welchem Maße die englisch? Politik künftig den Völker- Hund mit tem Problem ter Sicherheit zu belasten geneigt sein wird. SietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VrvS vild Verlag: VrLhl'sche Univerfflals-Vuch- und Steindruckerei R. tanze in Gietzrn. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. (für Zweyel? Kahr hat doch |tln®ort ge- a^ben. Bei den Plünderungen der „Münchener Post" und den Ruhestörungen im Davariaviertel haben wir wiederholt Schutzmannschaft und Lan- deSpolizei eingesetzt. Pöhner sprach auf mein Ersuchen mit Hitler, der erklärte, er verurteile diese Dinge, er werde sofort Abhilfe schaffen. GS wurde bann auch gesprochen von der jGnthaftung der in Schutzhaft Genommenen, namentlich des Polizeipräsidenten Mantel und des Regierungsrates Bernreuther. Die 'Herren Haden erklärt, es müsse hier sofort etwas geschehen, sie hatten aber zunächst viel andere, Arbeit. Gegen 8 Ahr fuhr ich nach Hause, wurde aber sofort von Kommissar Hermann angerufen, vd man eine Proklamation Ka hrs an- schlagen dürfe. Als Herrn«nn auf meine Frage erklärte, die Anterschrift Kahrs sei in la teini-i scheu Buchstaben geschrieben, mahnte ich zur Dorsicht, da ich Wichte, dah Kahr in deutschen Buchstaben M schreiben pflegt und verwies Hermann an Pöhner. Wenige Minuten darauf teilte mir Hermann mit, Pöhner habe gesagt, bie Proklamation müsse zunächst unterbleiben. Auf Ersuchen Pöhners ging ich bann wieder zur Po- kizeidirektion zurück. Hier wurde mir mitgeteilt, bah Pöhner und Frick verhaftet seien, was mich tief erschütterte. 3d) war zunächst zu weiteres Arbeit unfähig. Staatsanwalt Ehart: Wie hat die Erklärung gelautet, die Hitler im Bürgerbräu abgab? Doch !wohl so ■ Die Leitung der Politik der provisorischen Rationairsgierung übernehme ich? — Zeuge: 3ch soeih, daß Hitler davon gesprochen hat, was er für eine politische Funktion ausüben wolle, wie, war mir nicht girrt Har, weil ich mich fragte: Will Hitler Reichskanzler werden oder was sonst? Man hat ja in den vaterländischen Kreisen immer davon gesprochen, es wär« gut, wenn Kahr den Hitlerals 5* rommler annehmen würde. 3ch habe gerächt, er werde eben die Werbetrommel rühren. Hierzu erklärt Hitler-: 3ch habe schon erklärt, dah ich eine Bescheidenheit in emer Seit, fvo ein Bremenser Hotelier deutscher Reichspräsident werden kann, für ganz verfehlt halte. 3ch habe CTfiart: Die Leitung hn politischen Kampf übernehme ich. i '3m übrigen hat Lossow selbst erklärt, dah mir bei der Bildung der neuen provisorischen Regierung das Amt des Propagandachrfs übertragen worden wäre. 3ch habe keinen Grund, persönlich bescheidener zu sein als meinetwegen ein Herr v. Losspw. Das lehne ich prinzipiell ab. Die Abrechnung mi tden Rovernberverbrechern, habe ich erklärt, übernehme ich: und das wird auch mein Reservatvecht sein, wenn nicht setzt, so doch zu einer kommenden Zeit, Herr Staatsanwalt! — Auf eine Anfrage der Verteidigung bemerkt der Zeuge: Wenn ich weih dah Kahr, Lossow und Seiher mittun, dann treffe ich keine Mahregel. Wen soll ich denn da schützen? ‘ Rechtsanwalt Kohl. Wäre es dem Stactts- rrnwalt ^icht möglich gewesen, Ehrhardts Adresse auf der Polizeibirektlon zu erfahren? — Zeuge: 3ch weih, nicht, wo Ehrhardt ist und wo er wohnt. — Rechtsanwalt Kohl: 3m Ringhotel, im 4. Stock. — 3ch weih es persönlich nicht. Wenn aber der Staatsanwalt gefragt hätte, dann hätte man wie in anderen Fällen nachforschen müssen, wo er wohnt. — Rechtsanwalt Kohl: 3st 3hnen bekannt, batz feit Beginn der Verhandlungen Kapitän Ehrhardt zu Schiff nach Frankreich ist? — Zeuge: Rein, das ist mir nicht bekannt. Eine Frage des Rechtsanwalts Luetgebrune, ob es zur Vermeidung eines Blutbades notwendig gewesen wäre, dah Kahr Komödie gespielt hätte, verneint der Zeug? und fahrt fort: Als Hitler Here in stürmte, war Lähmen und Entsetzen über der Versammlung gelegen, «denn dann, nachdem die Sache aufgeklärt war, Aahr erklärt hätte: 3ch tue nicht mit, dann hätte inan ihn möglicherweise wie die anderen Minister abgeführt, aber passiert wäre ihm nichts. Rechtsanwalt Holl: 3ft 3hnen bekamt, vor welcher Stelle ans der Vollzug der HasLbesehle gegen Ehrhardt, Roßbach und Heist inhibier- werden ist, vom GeneralstLatskommissariat, vom Ministerium rder von beiden zusammen? — Zeuge: 3ch möchte darüber die Auskunft ve rwe ige rn. Zeuge Hoffmann, früher Polizeiwacht- meifter. jetzt kaufmännischer Vertreter, soll Auskunft Über das Stichwort „® lüdltd) entbun- d e n„“ geben, unter dem Kriebel durch einen „Meldekops Hofsmann" die ganzen 'Verschworenen von dem Gelingen des Putsches verständigte. Der Zeuge erklärt, er sei privat am 8. Rovember im Löwenbräukeller bei der Veranstaltung der .ReichSslagge" gewesen: irgendeinen Auftrag habe er nicht gehabt Die Dekonntgabr der DvrgSagr hn Bürger- braukeller sei mit Jubel ausgenommen wsrderu Auf die direkte Frage des Dorsihendm, ob er der aus Kriebels Avtizblvck bezeichnete „Olt eldecopf Hoffmann" sei, erklärte der Zeuge, er sei Chff Der Aachrichtenstelle Hitlers gewesen. Dieser habe ihm die pvlittsche Rachrichtenstelle gegeben, er habe sie unentgeltlich geführt. Der Vorsitzende weist den Zeugen darauf hin, dah tatsächlich eine Mtttelsperson im Löwenbräukeller zur Empfangnahme eines Telephonats aus dem Bürgerbräukeller gesessen ist und er verweist ferner auf die Bebeuttmg der Worte „Glücklich entbunden!". — Zeuge Hoffmann: Wenn es in der Bezeichnung heißt „Glücklich entbunden!", muh kfy doch nicht die Hebamme vom Ganzen gewesen sein. (Allgemeine Heiterkeit.) — Der Vorsitzende hält dem Zeugen noch einmal die Verdachtsmomente vor. — Angeklagter Oberleutnant Kriebel erklärt: Dieser Herr ist nicht der „Meldekopf Hoffmann". Zeuge Kriminalkommissar Werner bekundet: 3d), fast am 8. Rovember abends in der Versammlung im Bürgerbräukeller in der Rahe des Hauptmanns Röhm. Lieber die Meldung von dec Regierungsbildung im DürgewbräukellCT war sowohl Röhm wie sein Stab überrascht. Röhm schüttelte den Kops und sprach davon, man solle sich nochmals telephonisch erkundigen. Der Zeuge erzählt noch u. a., dast Hitler feinere Posten anjeflrebt, sondern lediglich Propaganda für die nationale Regieamg habe machen wollen. Hitler habe nach dem nationalsozialistischen Lieber- fall auf die israelitische Speiseanstalt den be- tcefsenden Gruppenführer, einen jungen Krirgs- leutnant, gerufen und ihn gefragt, und als der Leutnant «cklärt habe, er habe bei dem Lledersall sein Parteizeichea abgelegt, habe Hitler gesagt: Damit haben Sie bekannt, dast Sie sich nicht zur Partei rechneten, als Sie das machen. Sie smd nNt 3hrer Mannschaft aus der Partei ausgeschlossen und ich werde Sorge tragen, datz Sie bei feiner nationalen Partei mehr unter- kcnwnen. Zu einem Ausflug habe Hitler das nötige. Taschengeld sich von Hauptmann Göhring geben lassen müf .ett. Das Gerücht beschliesst während der Vernehmung der Zeugen Str aber und Huber den Ausschluß der OeffentiidjMt Frankreichs Repressalien in der Pfalz. Pirmasens, 4. März. (WTB.) Pvli- zeikommissar Roth, PvlizcikomnrffsacWalter, Feuerwehrkvmmcmdeur Müller, AmtSgerichtSrat Müller, die beiden Verleger der „Pirmasenser Zeitung", Gebrüder Deil, und der Schmiedemeister Zapf sind gestern früh nach dem AmtSgerichtSgefäng- nis nach Mainz abtransportiert worden, um wegen ihrer energischen Beteiligung an der gewaltsamen Bertreibung der Separatisten vvreinKriegSgerichtge- st e l l t zu werden. Lrvy des Speyerer Abkommens vom 16. Februar 1924, das beiderseitige Represfalien ausschlvst, scheint sich doch das Llngeheuerliche zu bewahrheiten, daß ehrenhafte deutsche Bürger wegen ihrer deutschen Gesinnung von einem Kriegsgericht verurteilt werden sollen, während heute noch separatistische Verbrecher unter dem Schutze der Franzosen frei in Pirmasens herumlaufen und die Bevölkerung weiterhin drangsalieren können. — Wegen Paßvergehens wird noch eine Reihe Persönlichkeiten des rechtsrheinischen Gebietes im Speyerer Gefängnis fest gehalten. Am die Bevölkerung vor weiterem Schaden zu bewahren, wird nochmals darauf hingewiesen, sich bei dec Einreise in das von den Franzosen besetzte Gebiet unbedingt das erforderliche Visum zu verschaffen. Die Niederlage der mexikanische» Rebellen. Paris, 5. DNrz. (WB.) Rach Rachrichten aus dem Hauptquartier der Regierungstruppen von Mexiko haben die Rebellen jetzt ganz Mexiko geräumt. Emer von den Rebellen- führern Hobe erklärt, der Aufstand sei gescheitert. Der Kriegsminister hat eine Erklärung veröffentlicht, aus d -T hecvvrgeht, dah der Widerstand der Rebellen auch in der Petroleumgegend nördlich von Veracruz sein Ende gefunden hat. — Die mexikanische Gesandtschaft in Berlin veröffentlicht hierzu folgende Mitteilung: Jalapa wurde von den Regierungstruppen beseht, die auf diese Weise den ganzen Staat Veracruz beherrschen. Der Präsident ernannte den bisherigen Llnterstaatssekretär Aarpn Saenz zum Staatssekretär des Aeuhern. Der amerikanische Petroleumfkandal. Paris, 4. März. (WTB.) Rach einer Meldung der „Chicago Tribüne" aus Washington sollen die Enthüllungen über die Beteiligung deA Ein Roman auS dem 21. Jahrhundert von HanS Dominik. 38. Fortsetzung. (Buchdruck verboten.) Collin Corner m sch'vieg. Mit verächtlichem Lächeln beobachtete er einen der Raucher, der es noch einmal versuchte, die Pfeife an die Lippen zu fertigen. Die Kräfte des Mannes reichten nicht mehr aus. Seine Äugen, groh und glasig, starrten empfindungslos in den Raum. Hetzt liest er die Pfeife fallen und sank der Länge nach auf den Divan zurück. Die Augen schlossen sich, und ein glückliches Lächeln nistete sich in den ausgemer- gelf.cn Zügen des Rauchers ein. Collin Larner?n wartete geduldig, bis auch dieser letzte Raucher sicher in dem Hafen der Bewußtlosigkeit gelandet war. Dann eröffnete er die Anterhaltung. „Was ReueS?" .Rein, Mr. Cameron. Sie haben die letzten Artikel in meinem Blatt gelesen. Waren sie nicht mitT* „Sie traten gut Aber von nun ab muh ein anderer Ton angeschlagen werden." .Roch schärfer? Vergessen Sie nicht, dah mein Blatt schon jetzt in Gefahr stand, unterdrückt zu werden." „Die Wahl 3ofua Bordens ist verschoben k" „Verschoben! Warum? . . . Sin böses Zeichen , . . Vertat?" „Eö farm nicht anders sein." Ein schwerer Fluch kam aus dem Munde baß anderen. Danach feine Frag:: „WaS nun?" ,Das frage ich Sie." „Dann muh eben alles andere auch verschoben werden." „Mrsgeschlvssenk" Der andere pfiff leife durch die Zähne und kniff die schmalen Schlitzaugen noch enger zusammen. Prüfend blickte er in das Gesicht Collin Camerons, in dem sich starke Erregung malte. »3hre Wort« sind dunkel, Mr. Eameroir. Das eine fällt mit dem anderen." „Rein! DaS darf es nicht!" „Ah! . . . Weht der Wind daher? . . . Aber unsere Führer werden nicht mittnachen." „Dann werden andere die Führer sein! . . . Einer davon Sie!" Der andere sank in seinen Sessel zurück. Die kleine Figur verschwand fast in den Polstern, während er die Hand an die Stirn legte. „Es wird nicht gehen, Mr. Lameton. Die Massen werden uns nicht folgen." „Zugegeben! Die graste Masse der Schwarzen nicht . . . das heistt nicht sogleich . . . Aber sind Sie sich der Hafenarbeiter sicher? . . . Auf alle Fälle?" Ein übles Grinsen lieh die Züge des schwarz- gelben Halbblutes noch abst astender als gewohn- üch erscheinen. „Mit genügend ... so etwas . . seine Hande macht n die Bewegung des Geldzählens, „und dem nötigen WhiSky ... 3a!“ „Wie stehts mit den Mortoirwrrken?" „Das kann ich nicht sagen. Aber ... der Führer ... ist empfängliche für . . Wieder vvllführten die Finger des Sprechenden die Bewegung des Geldzählens. Geneoallmwalts Daugherty an dem Petrv- leumfEanbal von Dome sensationellerer Art sein, als alles, was bisher über die AngelCTenheib veröffentlicht wurde. Eine Gruppe von Potttikern, genannt die Bande von Ohio, habe den Präsidenten H a r d i n g umgeben und aus seinem politischen Eblsluh Kapital geschlagen. Hundert- tausende von Dollars hätte diese Bande erworben durch die Vermittlung erträglicher Posten, durch die Erzielung von Freisprüchen vor den Gerichten und durch Deckung der Machenschaften der Alkoholschmuggler. Kleine politische Nachrichten. Die drei deutschvölkischen Reichstagsabgeordneten v. Graefe, Wulle und Henning haben d?m volksparteilichen Abgeordneten Dr. Cremer ihre Kartellträger gesandt und ihn a u f Pistolen bis zur Kampfunfähigkeit gefordert, weil Cremer Graese während der letzten Reichstagsdebatte das Wort „Hochverräter" Mgerufen hatte. Wie das „Dsrl. Tageblatt" hört, wird Cremer zu Beginn der Mitt- wochsitzung des Reichstages dem Hause davon Mitteilung machen. * Die die „Vosfische Zeitung" meldet, erklärte der fünfte Zivilsenat des Reichsgerichts die De- ftimrnimgcn der dritten Steuernotver- orbnung, welche die Auswertung betreffen, für rechtsgültig. Derselbe Senat hatte am 23. Rovember 1923 das bekannte .Urteil gefällt, durch dos die ganz« Aufwertumgsbewegung tn Fluh gekommen ist. * 3n Paris ist das Pfund Sterling DienSkog abend auf 106,30 gegen 103,50 am Vortage und der D v l l a r auf 24,80 gegen 24,04 am Vortage gestiegen. Die Lage in Spanisch-Marokko ist angesichts des feindlichen Druckes von gewissem Ernst. 3n bestimmten Abschnitten haben die Spanier Teiloffensiven vorgenommen. 3ndessen ist das Oberlömmissariat der Ansicht, dast es notwendig ist, sofort eine Brigade einzuschiffen. Zwei weitere Brigaden sollen folgen. Dause den letzten Kampfe hatten die Spanier 5 Tote pnd 22 Verwundete. Aus Stadt und Land. Gießen, den 5. März 1924. GrwerbslosensKrsorqe, Streik und Aussperrung. WTB. 3n der Verordnung über die ® r» werbslosenfürsorge vom 1. Rovember 1921 heistt es, die Erwerbslosigkeit sei nicht als Kriegsfolge -anzusehen, toc-.u sie durch Au s- ftanb ober Aussperrung überwiegend verursacht ist. Frühestens vier Wochen nach Ab- schlustl des Ausstandes ober der Aussperrung können Me Gemeinden den Arbeitnehmern beim Dorliegen her allgemeinen Voraussetzungen Gr- wer^ösenunterstützung gewähre«. 3n der Praxis sind Zweifel bar über entstände«, ob in eine Prüfung darüber einzatreten ist, ob das von Arbeitgeber- oder Arbeitnehmerseite angewandte Kampfmittel zu Recht verwendet ist. 3m Einvernehmen mit dem Reichsarbeitsminister entschied jetzt der preustische Minister für Dolkswohl- sahrt dahin, dast eine derartige Rachprüfung nicht ftattzufinden hat. Zu prüfen ist lediglich, ob Erwerbslosigkeit überwiegend durch Ausstand ober durch Aussperrung verursacht worden ist. * Neue Versichernnqspflichtqreuze in der Krankenversicherung. Durch eine VerOrdirung des Reichsarbeitsministers vom 28. Februar wurde die Ver» sicherungspflichtgrenze in der Kran- kenversicherungab3. März aus 2400 Goldmark jährlich festgesetzt. Die 2!ieldefrift für die Reuvei sicherten erstreckt sich bis zum 15. März. Durch die gleiche Derord'.rung ist die Höchst- e in kommens grenze Mr den Beitritt zur freiwilligen Krankenversicherung auf 1800 Gvldmatck heraufgesetzt. » Gießener Wochenmarktpreise am 4. März 1924 (Händlerpreise). Es kosteten: Butter Pfd. 2 Mk., Käse 10 Stück 55 bis 60 Pf., Eier Stück 14 Pf., Wirsing Pfd. 35 Pf.. Weihkraut Pfd. 25 Pf., Rotkraut Pfd. 40 Pf., Gelbe Düben Pfd. 25 Pf., Blumenkohl Stück 1.20 bis 2 Mk., Endivien Psd. 1.50 Mk., Anter-Kohlrabi Pfd. 8 Pf., Grünkohl Pfd. 30 Pf., Rosenkohl Pfd. 1.03 bis 1.20 Mk., Tomaten Pfd. 1.50 Mk., Zwiebeln Pfd. 25 Pf., Meerrettich Pfd. 1.00 Mk., Sellerie Stück 0.60 bis 1.00 Mk., Aepfel Pfd. 25 Pf. „3ch werde mit ihm reden. Wie steht's mit der schwarzen Universität? 3hve Organtfation ist die beste. 3hr Beispiel würde grobe Wirkung haben." „Die jungen Hitzköpfe mühten sich bei zweckmäßiger D Handlung wohl geboauchen lasse« . . . Ein geschickt inszenierter Streit mit Len weihen Studenten . . . Gut auSgewalzt und kräfttg breit» getreten . . . Alles im richtigen Moment . . . Das dürfte genügen.“ „All right! Die Arbeit tn Frisko lege ich in 3hre Hände." Der anbzre schwieg. Aber seine Augen blin- zellen begehrlich nach der Stalle, an der sich Collin Camerons Brusttaschi^ befand, und feine Mienen sprachen eine beredte Sprache. Collin Ccrmevrn rist ein Scheckbuch heraus und reichte eS seinem Gegenüber. „Wie hoch?" „3n jeder Hohe!" D .s ©rtif nauf b*tt Zügen des anderen verbreitert« sich. Seine Finger umfiammerten das Buch, und firn Ru war es verschwunden. „3ch fahre Heute nacht nach Louisiana, um dort w eiterzuarbeiten. Meine Adresse kennen Sie." Ein Ricken idcs anderen. Roch einmal lieh Collin Cameron leinen Mick auf den Raum und feine ttumteuer vSnfaf,‘ert gleiten. Dann schritt er mit seinem Partner dem Ausgang zu. 3hre Schritte verklangen auf dem Flur. Plötzlich blieb Collin Tameosn fielen und schlich leise wieder dem eben verlas'enen Gemache zu. Mit unLndlichr Vorsicht schob er den Vorhang um wenige Millimeter ^ur Seite, dah sein Auge eben -den Raum überbltdän konnte. Alles war noch genau fo, wie er eS verlassen hatte. Als " Die (Siebener Sammlung für Pfalz und Rhein. Bei der Geldfammlung, die anlastlich des Gietzener Pfalz- und Rheintagä von 136 Schulkindern in allen Stadtteilen vor- genommen wurde, tarnen insgesamt 4402,84 Mk. ein. Davon sind 4000 Mk. an die Zentralsammel- stelle in Berlin abgeführt worden, 156,45 Mk waren für die Deckung der Unkosten notwendig, der Restbetrag besteht aus geringwertigem, ungültigem oder falschem Geld. Man will versuchen, diesen Rest auf dem Wege von freiwilligen Sttf° tungen aufzubringen, er soll bann einer hiesigen Wohlfahrtsstelle zugeführt werden. Alleir Helfern bei dem edlen Hilfswerk ist der öffentliche Dank gewib- ** Die Wählerlisten für die LandwirtschaftSkammerw ahle n liegen vom 6. bis 8. os. Mts. in der Stadt Gießen offen. Siehe heutige Bekanntmachung. ** Jacki e C oo gan, der erst 9 Zähre alte amerikanische Filmschauspieler, der den Kino- freunden schon so manche Probe seines bewan- dernswerien Talents gegeben hat, bereitet den Besuchern das Lichtspielhauses, Dahnhof- (trabe, in dem bis morgen abend laufenden Film „Zirkuskind" wieder einmal,einige Stunden besten Genusses. Wie bisher immer, ffv mub man auch hier wieder über dieses „Wunderkind" staunen, das sich mit seiner glänzenden Schauspielkunst, seiner drolligen Erscheinung, dem Liebreiz seines Mienenspiels und seiner Frische ht kurzer Zett zu einem der gesuchtesten „Stars" der amerikanischen Filmkunst aufgeschwungen hat. Der spannende Film stellt den lleinen Kerl in den Mittelpunkt der Handlung und bietet ihm dadurch eine Fülle von Gelegen H ei en zur vollen Entfaltung seiner vortrefflichen Darstellungskunst. 3n allen Situationen stellt ber famose Knirps voll und ganz seinen „Mann", und er läht es begreiflich erschei neu, bab dieser Film in Berlin und in anderen Grvbstädten sich wochenlang auf dem Spielplan halten konnte. Auch hier Ii>at der Film bei den bisherigen Vorführungen verdientermaben sehr guten Anklang gefunden, ilebrigenß ist er auch für Kinder gestattet, denen man Gelegenheit geben sollte, sich den niedlichen Dengel mal anza- sehen. Das Deiprogramm ist geeignet, auch das grübt« Hetterkeitsbedürfnis zu befriedigen. BornoNzen. — Tageskalender für Mittwoch Stadttheater: 7 Uhr „Das Krokodil". — Dov- tvags-Dereinigung: 81/* Uhr in ber Reuen Aula Lichtbildervvrtvag über Rothenburg o. b. Tauber. — Germania Radllub 8 Uhr au beroch. Hauptversammlung. — D. H. D. 8^/z Uhr im Kaufm. Vereinshaus Monats Versammlung. — Lichtspielhaus Dahnhofstraste: „Zackie Coogan". — Palast- Lichtspiele: „Fremdenlegionär Kirlch". — Konzertverein. Man schreibt uns. Der Spielplan des Morgenkonzerts am 9. März bringt in der ersten Hälfte zwei selten zu Gehör gebva-chte Werke von Schubert. Di« Ouvertüre im italienischen Stil ist leichte Ware, hingeworfen als Einfall genialer Laune, um zu zeigen, bab die flüssige Art ber 3taliener, besonders Rossinis, auch dem Deutschen erreichbar sei. Erheblich schwerer wiegt die Sinfonie in C-Moll, die Schubert selbst nach Vollendung ber Partitur als „Tragische Sinfonie" bezeichnet hat. Sie ist neben ihren berrühmten Schwestern in C-Dur und bl-Moll leider vernachlässigt worden, enthält aber überraschende Schönheiten und zeigt den Roman- tifer Schubert in dem Farbenreichtum, der seine Eigenart gegenüber Haydn und Mozart, abei auch Deethoven beleuchtet, dessen C-Moll« Sinfonie ihm übrigens Leitstern war. Der grobe Meister selbst kommt tn dem Konzert zunächst mit der vierten der Ouvertüren zu Fidelio (E«5>ur op. 72b) zu Wort. Es ist bekannt, bab Beethoven, als er dies Musikstück (1814) schrieb, seiner Oper bereits innerlich fern stand. Wirklich kann man es kaum noch als Einführung in die Oper bezeichnen ; es ist ein völlig selbständig empfundenes Orchesterwerk voller Geist und Leben. Mit der achten Sinfonie (b-Dur op. 93) schliefst ba£ Konzert: sie ist unseren Musikfreunden so bekannt, bab die freudige Erwartung, sie endlich einmal wieder zu hören, allein genügen wirb, sie alle hevbeizulocken. — Aus dem Stabttheaterburear wirb uns geschrieben: „Erfreullcherweise zeigt sich für das Gastspiel des Großrussischen Dalalaika- Orchesters am Donnerstag (morgen) lebhaftes 3nteress«. Dies ist um so mehr zu begrüben, ba die Vorführungen bei den beiden lehtjährigeq Gastspielen autzerordentlichen Beifall gefunden haben." — Die Gietzener freiwillige und die Gatlfche freiwillige Feuerwehr halten morgen, Donnerstag, abend 8 Ahr btt Gewerbehaus, Kirchstratze, eine gemeinschaftliche Monatsversammlung ab, in der u. a. auch ein Bericht über den Deurschen Reichsfeuerwehrta^. in München zum Vortrag kommt (Siebe Anzeiae.) — Ein Lilipuianer-G ast spie, wird in unserem heutigen Anzeigenteil für kommenden Sonntag und Montag angekündigt. er sich umdrehte, stand ber gelbe Wirt katzen- buckelnd vor ihm. „Alles in Ordnung, Mr. Cameron. Die Tote-, aus dem Kirchhof haben keine tauberen Ohren als meine Gäste." Während Collin Cameron dem Ausgang zu- sch-itt, kehrte der Wirt in das Gemach zurück Sein Auge 'blieb cm e'.nem Weißen hängen, der rn tiefem Schlaf ‘der Wand zuxekehrt dalag. „Du Sohn eines Schakals! . . . Deinethalben hat Tschung Fu eine böse Stunde gehabt. Du bist ja keiner von meinen Stammgästen ... für die ich mich verbürgt habe... Du sollst es mir bezahlen." Anbörbar schlich *er auf seinen Filzsohlen auf den Schläfer zu. Prüfend glitten seine Händc über die Kleidung des Dalie^endün und tasteten nach der Gegend der Dtteftasche. Von ein an Faustschlage getroffen, flog er bis tn die Mitte des Raumes zurück. „Du Sohn eirocr gelben Hündin, bezahlt bist du schon im voraus!" Es war Wellington Fvx, der bei diesen Worten rwn dem Diwan aussprang. Doch bevor der BerrHterstatter der Chikago-Preß den Ausgang err iHen konnte, hatte sich der Wirt schon wieder ausgerafft. Ein Tisch flog Wellington Fox empfindlich gegen das Schieirbe'rn. Schon war derWirt draufjen und ließ einen gellenden Pfiff ertönen. Wellington Fvx stürmte ihm nah. Aber eS war nicht der Ga:rg nach der vorderen Teestube, sondern ein anderer, ein viel längerer und winkliger Gang, m den er geriet und durch den er bis auf den Hof gelangte. Hier sah er sich plötzlich von allen Seiten -umringt (Fortsetzung folgt) 4 1559D Gewandter .................... . .....................- — Gewandter _ _ ——— , KiBIieiWklS« MM MU WE (A M» M WM /gw sofort oder zum 1. April gesucht TOS! iviOTorrauwS ?««>!»»« Meile taolplio Vlktorf 017867 kaufen. 6.m.ti.il., Man Asterweg SO Telephon 1646 ä-ÄS ■ wohin.i Nutzhoizversiergerung i-. 393 210 HO 10 9 3 1,3 üon Rnufin. a- mieten tief. Sckr.Ana- unter 1560D o. d.Gieh Anz. SWWMMlll WW W AMZMl MMM Hafer HaferKleie la Pferdehäcksel Trockenfchnitzel Kleie auf Lager Fülle wertvo— „ mrd Beweisführungen, die geradezu goldene gelangt ist. Ein.» erfreuliche er eigener Gedanken LKALDÄGN» Wtzkl VON Cflflöe Wünscht sich bei einer kleinen Familie au vermieten Sckrifki. Angeb. unter 017888 a- d. Gieh. Anz. erb. 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Kaufliebhaber wollen Gebote bis zum 15. März 1924 an den Forstgartenverwalter Dörmer abgeben, bei dem die Verkaufs- bcdingungen eingesehen werden können Giehen, den 4. März 1924. 1551D Die Direktion. Dr. Borgmann. Mittwoch E. - : bleuen Aula I v.d. Tauber, ervrd. Haupl' « im Kauft. - Licht,piel. ?:"** schreibt tmf. AMktes junges WM 26 9t« von auhcrfc, kinderlieb, sucht pass. WirkunaS- frelS in Haush., wo Hilfe tiorb, b. »tarn.- Anfcbl. a. 1. 4. Erf. im Hansd., Kochen,Gar- tcnu.@eßüflCiA«fott). Nähen, Handarb. u. etro. ff tonten öRege. Schrift!. Angebote unter 1580D an den Giest. Anz erbeten. v -* * & b , . um W bewt an WJL ernt* -Zs Mr — Fritz Rogelh, Harmonielehre, Verlag von Carl Habel, Berlin 1910. Das ausgezeichnete, Richard Strauß gewidmete Lehrbuch, welches mir — der Seltsamkeit halber sei es doch erwähnt —, obwohl es schon im Jahre 1910 erschienen ist, erst Ende 1923 zur Besprechung zuging, ist lediglich für den Unter» richt ttnb die Zw«ke des praktischen Musikers bestimmt, ist aber darüber hinaus, wenn auch jedwede wissenschaftliche Polemik absichtlich ausgeschaltet wird, als ein starkes Bekenntnis zur Lehre vom dualen Harmoniesystem zu bewerten, das durch Arthur von Oettingens und vor allem durch Hugo Niemanns Forschungen heute endgültig zum Sien nrianat ist Eine erfreuliche Ä LZ Sy*, S suchen •s-ü 6tabt ty. s*Ä < 6l* torfig mani> eineS selbst schöpferisch veranlagten Lehrers wird das Buch — natürliche Begabung des Schülers vorausgesetzt — reichen Segen stiften. Die glänzende äuhere Ausstattung macht dem Derlag alle Ehre. D. H. R. — Die Rentenbankverordnung, insbesondere die Belastung von Grundbesitz^ Handel und Industrie. Don Dr. Grler und Rechtsanwalt Dr. Koppe. (Preis 3,80 GoldmarL — Industrieverlag Spaeth & Linde Berlin C 2.) Gegenwärtig gehen den Betrieben in Handel unO Industrie sowie dem Grundbesitz und der Landwirtschaft Festsehungsbescheide der Finanzämter zu in denen die Verpflichtungen auf Grund der Rentenbankverordnung festgestellt werden. Der Steuerpflichtige wird eS begrüben, dah ihm im vorliegenden Buche ein zuverlässiger Berater geboten wird, der ihn über alle ihm zustehenden Rechtsbehelfen belehrt sowie ihm für die gesamte Materie klare Aufschlüsse und praktische Ratschläge erteilt. TücbtiaeS ZimemWen gefudtr. 017869 Hotel Kühne. LchcstliW'ö' KM für tagsüber gesucht. KaiicraUcc 9 p. Gerichlssaal. Berlin, 4. März. Die beiden Boxer Hoffmann urid Schulz, die den Berliner Makler Friedmann ermordet und beraubt hatten, sind wegen Totschl-ags zu je 15 Jahren, Zuchthaus verurteilt worden. Gückertifck. i Rm. Fichten-Nutzreistg I „ Eichen-Nutzscheit । „ Nutzknüppel ! „ Fichien-Nutzfcheit „ „ Nutzknüppel Zusammenkunft Distrikt Mühlberg. Leihgestern, den 3. März 1924. Bürgermeisterei.1555V Lehrling möglichst mit höherer Schulbildung, zu Ostern gesucht. Schrtstliche Bewerbungen an NHJfeMUWflNL Llchei: Stratze 13. ""v Haus mit etwas Garten im Sittichen Stadtteil von Seibstkönfer au laufen gesucht. Schriitl. Angeb. uni. 017889 a d.Gien.TlnA. {Verschiedenes | Hypothek 4—5000 Mk. auf schönes 3X4 ZimmerhanS mit Obstgarten an erster Stelle gegen höbe Zinsen gesucht. Sckr. Angebote unt. 017880 an d. Giev. Anzeiger. hoizVersteigemng. Versteigert werden: Freitag, den 14. März 1924 aus dem Domanialwald. distrikt Klosterwiese 44o der Forstwartei Baumgarten: Nutzholz: Stämme Fichte 4. Kl. 20 St. = 20,38 Fstm., Fichte 5a Kl. 66 St. = 43,10 Fstm., Fichte 5" KI 4025t. - 128,14 Fstm, ‘Dcrbftangen Fichte 1. Kl. 36 St = 5,04 Fstm., ferner Brennholz: Schotter F-'chte 2. Kl 21,1 Nm, Reisig Fichte 389 Nm., Stöcke 77 Rm. F chte. Beginn vormittags 9 Uhr im Distnkt Klosterwiese, an der Kreisstrahe Gietzen- Hausen. Nähere Auskunft erteilt Herr Förster Menges zu Forsthaus Baumgarten. Giehen, den 4. März 1924. 1569V Obersorsterei Schiffenberg. Schneider. Forstrat. Nach unseren Erfahrungen und eingehenden Versuchen haben wir die Ueberzeugung gewonnen, daß das 4-Takt-Motorrad inbezug auf Dauerhaftigkeit, sparsamen Betriebsstoffverbrauch, Schnelligkeit und Anpassungsfähigkeit im Gelände, dem 2-Takt-Motorrad weit überlegen ist. Beweis dafür ist, daß unsere beiden ältesten und erfahrensten Motorradfirmen, Wanderer und N.S.U , sowie die berühmtesten englischen Firmen ausschließlich nur 4-Takt-Räder bauen, welche allerdings relativ hoch im Preise sind. Um auch dem weniger Bemittelten die Anschaffung einer genügend starken, auch zu Soziusfahrten geeigneten Qualitätsmaschine zu ermöglichen, haben wir den Generalvertrieb einer hochleistungsfähigen Präzisions-Getriebe-Maschine 2*/4 P. S. Viertakt mit 2 Gangen, J eerlauf, Handkuppelung, Kickstarter usw., übernommen, welche wir zu Mk. 860.- per btuck oei günstigen Zahlungsbedingungen anbieten. Besichtigung ohne Kaufzwang steht Interessenten jederzeit frei bei „A.K.V.“ Alle. Kraftfahrzeug-Vertrieb Nutzholzversieigerung Dienstag, den 11. März 1924, vorm. O Uhr, werden in dem Henkelrnannfchen Saale zu Storndorf aus den Distrikten Stollberg, Benderal, Fehdenberg, Köpfet, Hopfengarten, Gründel der Försterei Storn- darf versteigert: Stämme: Kiefer 2. Kl. 1 — 1,06 Fstm., .3. Kl. 9 -- 7,70 Fstm., 4. Kl. 79 = 49,89 Fstm., 5. Kl 97 — 45,12 Fstm., Fichte 3. Kl. 21 = 30,50 Fstm., 4. Kl. 27 = 22,88 Fstm., 5a Kl. 53 = 29,30 Fstm., 5b Kl. 230 -= 44,93 Fstm., Lärche 4. ßL 1 = 0,62 Fstm., 5. Kl. 1 ---- 0,54 Fstm - Derbstangcn: Esche 1. m. 7 - 0,46 Fstm., 2 Kl. 3 - 0,07 Fstm., Fichten 1. Kl. 779 — 68,56 Fstm., 2 Kl. 443 = 17^8 Fstm. - Nutzknüppel: Fichte 18 Rm, 2 bis 2,5 m lang. - Nutzkniippel- reifUj: Fichte 96 Nm in 25 Schichten. Nummerverzeichnisse über das Stammholz 2. bis 4. Kl. einschließlich können vom 8. März von uns gegen Entrichtung von 1 Goldmark bezogen werden. Auskunft durch Herrn Förster Blum und die unterzeichnet« Stelle. Wir bitten das Holz ein- m'iencn. Beanstandungen wegen der Be- 'chaffenheit des Holzes nach der Versteige- rti«g bleiben unberücksichtigt 1564D Storndorf, den 3. März 1924. Hessische Oberförsterei Storndorf. hessischen Fmcmzmtnifterium Einspruch zu erheben xmb Milderung zu beantragen. Gleichzeitig sollen die beirachbarte-a Gewerbevereine imb der Bezirk zum Anschluh an dieses Vorgehen auf- gesordert werden. Da Rechtsmittel gegen die Veranlagung vorläufig nicht gegeben sind, wurde den Sterrerpflichtiaen empfohlen, bis zur _ endgültigen Klärung beim Finanzamt um vorläufige Sttrndung nachzusuchen. Kreis Schotletu ' Schotten, 4. März. Der tm vorigen Jahre erlahmte Obft^ und Gartenbau-' verein wird jetzt, nach der Wvrderkehr günstigerer WirtschaftSverhältnisse, seine Tätigkeit wieder aufnehmen. Storkcnbura und Rheinheffen. Mainz. 4. März. (Wolff.) In der ver- g.ingenen Aacht hat 7ich auf der Strecke Mainz« Alzey bei Kleinwinterheim ein Eifenbahn- u n glück ereignet. Aach bis jetzt vorliegenden Aachrichten tourben zwei Personen getötet and sechs schwer verletzt. Don den Verletzten sollen sich noch einige in Lebensgefahr befinden. Das ilnglücf wird auf falsche Weichenstellung zurückgeführt. Mit den Llufräumungs- arbeiten ist noch in der Dacht begonnen worden, so das; der Verkehr heute früh wieder ausgenommen werden konnte. Hesfen-Naffa«. * Marburg. 4. März. Die Sammlung für die Pfalz-, Rhein- und Ruhr-Rotleidenden, die am 24. Februar hier vorgenom-- nten wurde, hat den 'Betrag von 1424,34 Mark ergeben. Frankfurt a. M, 4. März. (Wolff.) Die Messe- und Ausstellungsgesellschaft Frankfurt CL M. schreibt zur Erlangung von Vorentwürfen für den weiteren Ausbau des Fest- Ha ll e n gelän des zu Frankfurt a. M. einen Ideenwettbewero aus, an dem sich alle deutschen, gegenwärtia im Gebiet deS Deutschen Reichs ansässigen 2lrchitekten beteil gen können. An Preisen sind ausgesetzt ein erster Preis von 4000 Mark, ein zweiter Preis von 3000 Mark FellinaSba«fen42. Einfamilienhaus in schöner fr. Vage, mit beschlagnahmfr. 6-Aimm.-Wobn., gr. (harten a. verkaufen. Schrift!. Angebote unter 017853 an den Gtetz. Anz. erbeten. LändlreiS Wetzen. * Drohen-Lin den, 4. März. Aist Samstag feierte der Turnverein Grohen-Lin- ben tn seiner vollbesetzten Turnhalle seinen all- fahrigen Unterhaltungsabend. Rach der Begru- Vungsansprache des 1. Vorsitzenden zeigten sich die Turnerinnen und Turner in einem stimmungsvollen Gruppenbild, begleitet von einem kurzen Prolog Hieraus folgten turnerische und theatralische Aufführungen in reicker Mwechslung. Den Glanzpunkt des Abends bildeten die turnerischen Darbietungen; besonders das von einigen Turnern der 1 Riege aufgeführte komische Turnen am Reck zeigte hervorragende Leistungen. Der Abend zeugte von echtem turnerischen Vereinsgeist, den auch der 2. Gauvorsitzende. Schnei de r - Butzbach, in einer kernigen Ansprache besonders hervorhob. / • Garbenteich 4. März. Am Samstag feierte der Gesangverein ^Viktoria" im Saalbau zum grünen Daum unter Leitung seines bewahrten Dirigenten bad 45jährige Stiftungsfest. Das sorgfältig zusammengestellte Programm ^oickelte sich in allen seinen Teilen flott ab. Gelegentlich dieser Feier wurden drei weitere Chr_n° Mitglieder ernannt Sämtliche Darbietungen fanden ungeteilten Beifall. In jeder Hinsicht kann der Verein den Abend als neuen Erfolg buchen. * Grünberg, 4. MärK. Die auf gestern rachmittag vom Ortsgewerbeverein bi den Hessichen Hof einberufene öffentliche Protest- Versammlung gegen die auhervrdent- liche Staatssteuer a uf die Gewerbebetriebe war stark besticht Die Aussprache war lebhaft. Als Haup'einwand gegen die anher- gewöhnlich hohe Steuer wurde vorgebracht, däh sie auf Grund eines Betriebsvermögens berechnet ist, da- für die meiflcn Gewerbebetriebe n'.cht inehr vorhanden sei: auf Grund des Betriebsvermögens nach dem Stande vom 31. Dezember 1922. Ein Ausschuf; (Rechtsanwalt Lind, Fabrikant H. Schmidt III., Architekt Jager-Queck- bom) soll schnellstens die Handwerkskammer schriftlich auffordern, gegen Grundlage und Höhe der für viele Betriebe untragbaren Steuer beim tiratita aus guter Familie per bald ges. ,.„v Offenbacher Ledcrwaren- Bertricb, Kircbenplotz 8 l. Snubere u. ehrliche Lausfrau ob. Mädchen ncsuch'. Wo? sagt die G^schäflsü. d. Gief?. An». 15810 {8teHenge8uchef Bllllnzsikderer WM sticht sich per 1. Avril ob. spiner au verändern. 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Mai: Beginn des neuen Schuljahres, relbf. ned Jahres- Kers». Höhere Heo- delsfeeh klasse. Anmelds- täglich. Ausf. Prosp. frei. Nachlah- Yerstelgerunz am DonncrStan, dem <>. d. MtS., nachm.2ttbr.Wetz ktcinttr.Nr. 40u. a 1 Lch eibtifch. ein fflcidcrschrank. 1 Kommode, eine Koniole. 1 Rächt schränkchen. ein komvl. Bett, ein ttüchenkchrank, 1 Tisch. 1 «lasberd 1 Nobricssel, Stiibi". Spiegel, 1 Teppich. 1 Bade- einriebhiuo, 5Nei der u. v. a. 1563D Bersteiaernns be stimmt. 8. Althoff GerichtStarator u. Nnktionator. Billige we<* tetie in bekannter Glste treffen täglich ein, au herbem Freitag wiedereineSenbung Rheinsalm Hamburger Zischhanötung A. Koch Aachf. Schulstr.l-).Tel.l61L Bekanntmachung. Die Stadtwahlkommisfion hat in ihrer Sitzung vom 26. v. Mts., festgestellt, daß nach Artikel 57 o der Stäbteorbnung an Stelle bes ausgeschiebenen Stadtverordneten Albert Bierau, Former Friedrich Fritz, der dem gleichen Wahlvorschlag Kennwort .Kommunistische Partei Deutschlands und Freie Arbeiter- u.Angestellten.Dcreinigung" angehört, in bieStadtverorbneten-Dersamm. fang ein tritt. Das Protokoll, nebst den zugehörigen Schriftstücken bes Wahloerfahrens, liegt vom 6. März an 3 Tage lang während den Pienstftunden auf dem Stadthause Derw ltraße 20 - Zimmer Rr. 12 - zur Einsicht offen. Einwendungen gegen die Feststellung, io rote gegen den hierdurch bestimmten Stadtverordneten, können innerhalb dieser Frist bei Meidung des Ausschfaffes, von den Stimmberechtigten schriftlich oder zu Protokoll erhoben werden. Giehen, den 4. März 1924. Der Oberbürgermeister [1558B sStadtwahlkommissar). I. D.: Kling spar. Bekanntmachung die Offenlegung der Wählerlisten für die Wahl zur Laudwirtschaftslammer betreffend. (§ 3 der Wahlordnnngf. Während der Zeit vom 6. März 1924 bis einschl. 8. März 1924, vormittags von 8-1 Uhr und am 6 u. 7. März 1924 nachmittags von 3-67, Uhr liegt die Liste, der in der Gemeinde Giehen zur Wahl der Mitglieder der Landwirtschaftskammer und deren Vertrauensmännerwahl wahlberechtigten Verbandsangehörigen, die zugleich die Angaben über die Wählbarkeit der Verbandsangehörigen enthält, in dem Stadthaus Bergfttahe 20 - Zimmer Nr. 12 - -tu jedermanns Einsicht offen Innerhalb dieser Frist können Einwendungen gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Liste schriftlich oder zu Protokoll der Bürger- meisterei erhoben werden. 15758 Giehen, den 4. März 1924. Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Selb. Einige gut erhalt, kl. Fässer abAtifl. Näh. Herfo. Plockitr 5. 1506h Beicher ah verlaufen IMID Wolkengafse27H. I LMt-Anziig mittl. Gröhe, kaum getragen, av verkauf. Wo?f"gtd.Gefchgf!S- stelle deS Gteh Anz. ~Kauftje8uch6 | Reparatur Wanderer totaoeo Krallräder Fahrräder Frilz Schilling Gießen Frkll. 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Äenommletie dresdener ZigülkkkeiiWllk Margrit Heil Karl Büchsenschütz Verlobte IThSÄk^Der heutigen Auflage liegt i Prospekt der „Berkans bcffii Braunkohlen G. m. v. Cassel- L Danksagung. Für die große Anteilnahme bei dem Verluste unserer beiden Kinder sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Familie Hermann Walldorf. Gießen, den 4. März 1924. fleh. Kalbfleisch l,lebier*tr. 71. Tel. 1685. [1562c Oamentaschen, Brleflaschan, Geldtaschen sowie Reisekoffer und Reisetaschen in jeder Ausführung in nur la Qualitäten zu billigsten Preisen Todesanzeige. Gestern Nachmittag gegen 4 Uhr ist meine liebe Frau, unsere gute, treusorgende Mutter und Großmutter Frau Elisabeth Bellof im Alter von 66 Jahren sanft entschlafen. Wilhelm Bellof, Wiesenmeister Margarete Stamm geb. Bellof Minna Ploch geb. Bellof Ernst Stamm, Bauinspektor Ernst Ploch, Lehrer und 2 Enkelkinder. Gießen (Wolfstraße 15), Bonn und Lollar. Die Beerdigung findet statt Freitag, den 7. März, nachm. 2 Uhr, Bücklinge 5-Pfund-Kiste Mk. 1.25 lose Pfund 28 Psg. Heringe große Norweger, Stück 6 Psg. orima Holländer, „ 10 „ Deutsche Aettherinac 3 Stück 25 Psg. ff. MlltjkS, 3 Ltülk 50 Psg. Wie ich in die Legion kam. II. Teil: In der Legion und die Fflucht daraus. Beide Teile zusammen in einer Vorstellung. Anfang 6 Uhr und 8.10 Uhr. «ÄkkSM Babnbosstr. 27 Feruspr.1631 Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß es Gott dem Allmächtigen.gefallen hat, unser herzensgutes, innigstgeliebtes Söhnchen und Brüderchen Werner im Alter von 3V2 Monat zu sich in die Ewigkeit zu rufen. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Schmidt IV. und Angehörige. Lang-Göns, den 5. März 1924. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 6. März, nach- Vertreter für Giehen und daS südliche Hessen bis Frankfurt lohne dlesess. Cfferten unter Ausgabe von Referenzen erbeten unter D.C. 626 an Rudolf Mossc, DrcSdcn Bekanntmachung. Auf die Bekanntmachung an den Anschlagstafeln bett, die Aenderung des Ortsstatuts für das Gewerbe- und Kaufmannsgericht wird verwiesen. 1525B Gießen, den 29. Februar 1924. Der Oberbürgermeister. 3. D.: Dr. Frey. AiMNWMWkkW. Montag, den 10. d. Mts. kommt folgendes Stammholz in dem Gemeindewald Obbornhofen zur Versteigerung: 35 Fstm. Eichenstämme 4., 5. und 6. Kl. 50 „ Fichtenstämme 3., 4., 5a« u. 5b-Kl. 2 Duchenstämme 2. und 3. Kl., zusammen 3,78 Fstm. haltend. Zusammenkunft Waldeingang. Obbornhofen, den 3. März 1924. Hessische Bürgermeisterei Obbornhofen. Die verehrlichen Mitglieder unserer Bank werden zu der am Mittwoch, den 19. Marz 1924, 8 Uhr abends, im Hotel Schütz stattfindenden außerordentlichen General - Versammlung eingeladen. Tagesordnung: 1. Satzungsänderungen (Neufestsetzung der Geschäftsanteile § 48, Iah! der Anteile § 50, Haftsumme § 51 der Satzungen). 2. Verrechnung der alten Geschäftsguthaben und Festsetzung des Eintrittsgeldes. Gießen, den 5. März 1924. Der Vorsitzende des Auffichtsrats Adolf Noll. 1579D M«e MMMMe Pfund 30 Pfg. Aktenmappen (Vollrindleder) Mk. auszunützen Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Aennchen Groth Otto Weitz Turnhalle Sonntag, den 9. und Montag, den 10. März, abends 8 Uhr Gastspiel der weltberühmten Liliputaner WIWL'ÄL^W lllllllllll Rentner Neureich-Boller und seine Zwangsmittel! Grober HeitcrkeitS Erfolg Sonntag nachmittag 4 Uhr Sneewittchen und die 7 Zwerge! Mit wirklichen Zwergen Montag nachmittag 4'/, Ubr Der Froschkönig! und vieles andere mehr Vorverkaufs-Karten: Zigarren-Handlung H- P- Petersen. Marktplatz 15. Nachmittags Sveirsitz 2 M., 1. Plan 80 Pf., 2. Platz 50 Pf. (Nachm. nur an der Kasse.) Sversitz 2 M., 1. Platz 150 M., 2. Plaü 1 SL, Erwachsene 50 Pf. mehr. Nur wirklich unbemittelte Waisen und Kinder nicht Zahlung fähiger Ettern haben mit schriftlicher Empfehlung der Herren Lehrer oder deo Gcmeinde- vorttehers treten Einlaü. Zur Ab ud- vorsrelluna haben schulpflichtige feinen Zutritt. 017873 Sur noch heute n. morgen: Jackie Coegan der Liebling aller Gießener in seinem besten Film Clrcis-Klid Täglich nachm. 4, 6 end 8.15 Uhr. Schüler vor 6 Uhr Kaatplafe 50 Pf«. Sichern Sie sich rechtxeltlg Flitze. Verstärkt. Künsllerörcliester Keine erhöhten Elotrittsprelse AlleVerganstlgano. aatgehoben nächst H 88i ny Porten iB Oas alle Gesetz Rödgen Schotten „ , Rttgt. Cunnersdorf b. Leipzig Habitzheim i. Odenwald i.ob-rh-tz°a----------- tnMzck Schel!!isch.,nr Tld. 55Pi. Kabeljau o. K.Ptd.25 Ptg. Bralschelllische,, 20 „ Rotbarsch Pli 25 „ Grüne Beringe „ 15 „ RollmopsUtr.-D.330 n B.smarckherioge 4-ltr.-Dose 330 n Beringe, marinierte 4-ltr.-Oose 330 n Bückinge Pli 30 „ Orangen, das feinste lOStöck 75,IQ0,l20Pt Kokos eit PIJ. 58 Pfg. Gemüsenudeln „24 „ Seile, Doppelslck.20 „ Kaffee,gehr. Pli M „ C.F.F.U.F.G.F. Donnerstag. 6. Mürz, GöenOs S Uhr. t. d. Gewerbeschule Kirchürahe Monatsversammlung Bericht über den Deuifchen Reichs- fenerwehrtaa in München und Ml teilungen. [155^ Die Kommaud Stadtthe? Donnerstag. 6?t von 7—0'/. X Einmaliges (r Intel öes Gl Mststen Palast Stlstelters mit Ballett-GW Sonntag, den 9. März, nachmittags 3 Uhr WIWWIlW im Katholischen Vereinshaus. Walther, Büdingen: ikmd M töliins in to«60tl*n-6.enia- MtMW iitl i* Set. Citiffla Stele »fütflioe. 3nt Deffuno Oet Untoften 50 Ufg. »l. Hesi. Arbeitsgemeinschaft für Siedlungswesen. Bund deutscher Bodenresormer. Obst- und Gartenbau-Verein. \ Former ® für Metallgießerei gesucht ■ • Off.unt.Nr.3031 a.Herso, Plockstr.5 » 2________________!S65h_________ S^^OOGOGGGOHOGHOOOO^Gch^A ßicfientr ffiflöf.« $mh 1885 r.$. Donnerstag, de« O.März. 8'/j abends Unterlialttings-Avenv im Pereinslokal „Hessischer Hof"'. Wegen gleichzetiiaet Regelung ein. wicht. Bundesangeleaenh. haben fnnitl. akliven Mitgl. au erscheinen. is7iv Der Vorstand. EM-lothringer Jahr.-Hauptversaraml Donnersfoa.e.ö.m. abs.S'/.llflUBrlum. Reichelsheim (Wetterau) Schotten März 1924 •I I M W W MW WH U SMÖI . ■ N . ■' < f Se M MW 1'3 i ya | । [iw 111 MM» t'Jilll'l'J... jlTlill»Willi ' Kirchlich« vienflnachrichten. 3m 22. Februar wurden dem Pfarrverwolter Ernst Briegleb yx Dobenha u fen II unb dem Pfarrverivoller Karl Rhein furth zu Lehrbach die evangelische Pfarrstelle daselbst über- ivage». vermilehtes. ein Panama in Prag. Berlin, 4. März. Rach einer Meldung der .Dost. Zig." aus P r a g besagt ein Polizriterrch«, dah wegen Bestechung von Referenten im Heeresnriuister-ium bet Denzinlieferungen ISPecsonen verhaftet worden sind, darunter der Direktor der Raphtha-Gesellschaft, Dono n i, und der Ministerialrat S v a l e k. Die bisherige Untersuchung hat ergeben, daß im Kriegs- mtirifleiium zwischen der Ableitung, die die Ben- ziulieferungen zu besorgen halte, und der Finanz- imd Kommerzabkrilung. sowie der sogenannten Wirtschaftskommission eniKorruptionSring bestand. Die verhaf.eten Leiter der genannten Abteilungen haben bereits gestanden, insgesamt 15 0 OOOKronenalsDestechungSgelder erhalten zu haben . Gin Vertrieb falscher 100-VMonen-Scheine aus gedeckt. Berlin, 4. März. 3n Fürstenwalde bei Berlin wurde ein Vertrieb falscher 100- Dillionen-Scheine ausgedectt. Bier Personen, die noch Falschgeld im Besitz hatten, wurden verhaftet. Die Herkunft der falschen Geldscheine ist noch nicht festgestellt worden. Erdbeben in Eoftariea. London, 5. März. (W.B.) Reuter meldet aus San Juan del Sur, in Ricaragua: Rach einem Telegramm aus St. Jose in Costa- r i c a zerstörte ein Erdbeben zahlreiche Häuser. Auch eine Anzahl Menschen ist ums Leben gekommen. Die Verbindung mit den Rachbarstädten ist unterbrochen. 50 000 Kilometer In einer Jacht. Ein englischer Aristokrat Ernest Guinneh, der zweite Sohu des Lord Jveagh, hat mit seiner« Frau und seinen Kindern eine Reise rund um die Welt in seiner 600-Tonnen-Motor-Jacht .Fan- tdme“ unternommen, auf der er 10 Wpnatq unterwegs war. Die „Fantome" verlieh Southampton am 23. März 1923 und trat ihre eigentliche Weltreise von Gibraltar aus an, wohin sie jetzt zurückgekehrt ist. Die Jacht kreuzte den Atlantische Ozean und fuhr durch den Panama- Kanal. Auf den Fidchi-Jnseln wurden die Reisenden von den Eingeborenen fesllich empfangen und muhten einem großen „ Kava-Trinkgelage" beiwohnen. Bon Fidchi wollte Guinneh nach Yokohama fahren, aber am 1. September fing die Jacht, als sie vor einem Taifun floh, drahtlose Dachrichten über das japanische Erdbeben auf, so dah sie lieber die japanische Küste mied. Weihnachten verbrachte man in Ceylon. Dann ging die Fahrt weiter und ist jetzt beendet worden. 3m ganzen hat die .Fantome" mehr als 50 000 Kilometer zurückgelegt. Die größte Grotte Europas. Die größte Grotte, die es in Europa gibt, ist die St. PieterSberg-Grvtte bei Maastricht in Holland, die hart an der belgischen Grenze liegt. Die Grotte .enthält mehr als 300 Gängen man braucht einige Stunden, um sie xu durchlaufen, und sie weist vielerlei Merkwürdigkeiten auf. Die natürlichen Wunder werden raxt) vermehrt durch die auf Stein gemalten Kunstwerke, die der bekannte holländische Maler Ko- ninox an Ort und Stelle geschaffen hat. Reben diesen Wandbildern sind Skulpturen vvrsintflut- Ucher Tiere in der Höhle aufgestellt, die einen phantastischen und großartigen Eindruck Hervorrufen. Eine weitere Eigentümlichkeit der Grotte ist die, daß hier ein Gemüsegarten angelegt worden ist, der allerlei Gemüsesvrten auswrist, die sonst nur im Treibhaus gedeihen. In der sehr tief gelegenen Grotte herrscht nämlich große Wärme. Während des Krieges wurde die Grotte von Schmugglern als Versteck benutzt. Wirtschaft. Vom Wcltqetreidemarkt. Die Preise am Berliner Produkten markt biteben in der vergangenen Woche im großen und ganzen wenig verändert. Dies trifft namentlich aus die Roggenpreise zu. Die Tendenz in Roggen neigt allerdings etwas nach oben, da einesteils die Landwirtschaft in der Herausgabe von neuem Material zurückhaltend war, während andernteils die bereits erwähnten russischen Aufkäufe sich wieder von neuem bemerkbar machten. Als Grund dieser Rückkäufe der russischen Regierung gibt man in Fachkreisen die Tatsache an, daß die russische Regierung ihren vertraglich in Deutschland verkauften Roggen nicht auf bringen konnte und so gezwungen wurde, den Rest in Deutschland wieder einzudecken. Während Roggen, wie gesagt, allgemein still war, war das Geschäft in Hafer ziemlich lebhaft und bte Preise steigend, wenn sich diese Steigerungen auch tn gewissen Grenzen hielten. Die Erhöhung den Haferpreise hängt mit der bereits erwähnten beschränkten Ausfuhrerlaubnis zusammen, von der sehr großer Gebrauch gemacht wird. Auch auS England macht sich neuerdlngS wieder lebhafter Begehr nach deutschem Hafer geltend. Gerste wurde in der abgelaufenen Woche ziemlich lebhaft gesucht und zu beträchllich höheren Pvrifen! bezahlt. Abnehmer waren zumeist Brauereien. Der Weizenmarkt lag bagegen recht ruhig, und hier machte sich die Zurückhaltung der 2anb- wirte besonders geltend. Kredite, die der Landwirtschaft seit einiger Zeit wieder in etwas größerem Umfange zur Verfügung gestellt wurden. ernGgllchten ihr, die Ware längere öett zurUckxu- halten, zumal die Preise in Larchwirtskretfen immer noch als unbefriedigend bezeichnet werden. Vom Aus lande ist von Interesse die Steigerung deS Einsuhcbedarses Frankreichs im letzten Jahre. Die Statistik, die nunmehr erschienen ist, weist für 1923 eine Weizeneinfuhr von 1,4 Millionen Tonnen auf gegen nur 0,7 im Jahre 1922. Auch im Jahre 1921 war die Einfuhr mit 1,1 Millionen geringer. Der Rvggenimport betrug im Jahre 1923 37000 Tonnen gegen 400 Tonnen im Vorjahr, im Jahre 1921 allerdings war die Einfuhr von Roggen, eine etwas größere und belief sich auf 42 000 Tonnen. DaS die Derfchiffung an Weizen und Weizenprodukten in der abgelaufenen Woche aus Rordamerika nach Europa betrifft, so hat sich die Menge mit 385 000 Quarters gegen 506 000 Quarters in dec vorletzten Woche etwas verringert, war aber immerhin noch beträchtlich größer als im Dorjahre in der gleichen Periode, wo sich die Einfuhr Europas aus den Bereinigten Staaten auf nur 362 belief. Bon Argentinien wurden 566 000 Quarters gegen 649 000 importiert. Die Gesamteinfuhr Europas belief sich in der abgelausenen Derichts- woche auf 1305000 Quarters gegen 1 315 000 Quarters tn der Dorwoche und 1 150 000 Quarters in der gleichen Zeit im Jahre 1922. H W. Die Reichsbank in der dritte« F^bruarwoche. Der Ausweis der Reichsbank vom 23. Februar zeigt einen Rückgang des Dank- nvtenumlaufs um 17,3 auf 536,7 Trillionen Mark. Die fremden Gelder erhöhten sich wieder beträchtlich, und zwar die Papiermark- guthaben um 48,3 auf 400,6 Trillionen Mark, die Rentenmarkguthaben um 38 auf 382,9 Millionen Rentenmark. 3m ganzen stiegen also die Einlagen um 86,3 auf 783,5 Trillionen Black. Zur Berstärkung ihrer Mittel für Rentenmarkausleihungen nahm die ReichIbank ein weiteres Darlehen bei der Rentenbank von 50 Millionen Rentenmark tn Anspruch: diese Darlehen erreichten damit den Betrag von 400 Millionen Rentenmark. 3m Wechseldiskoutgeschäft lieh die Reichs» banf 80,5 Millionen Ren en mark an die private Wirtschaft neu aus und vermehrte ihren Porte- feuillobestand an Renten markwech sein und -schecks auf 598 Millionen Rentenmark, während andererseits die auf Reuten mark lautenden Lombardforderungen um 13 auf 182,8 Millionen Rentenmark abnahmen. Die Pa- piermarkkredite fliegen gleichzeitig im Wechselverkehr um 25,4 auf 469,6, im Lombardverkehr um 1,5 auf 133 Trillionen Mark. Insgesamt ergab sich für die zinstragende ■Anlage eine Zunahme um 94,4 (gegen 122,7 in der Dorwoche) auf 1383,5 Trillionen Mark. Die erwähnten Rentenmarkgeschäfte führten, zusammen mit einer Uerbernah-ne von Rentenmark aus dem Verkehr, zu einer Vermehrung des Bestandes de rReichsbankanRenten- bankscheineri um 12,2 auf 172,5 Millionen Rentenmark. Der Goldbestand verminderte sich infolge Verkaufs von Gold um 2L auf 464,9 Millionen Gvldmark. Die Abnahme betraf den in den Kassen der Dank ruberiten Teil des Goldvor- iats, das Golddepot im Auslande veränderte sich nicht. Der Weltschiffbau im Jahre 1923. Rach einer Ueberslcht über bau Schi sfbau der Welt im Jahre 1923 von Lloyds Register steht Großbritannien mit 645651 Tonnen w.itcrhrn an der Spitze des Weltbaues. An zweiter Stelle kommt Deutschland mit 358 273 Tonnen. Es folgen die Vereinigten Staaten mit 172 817, Frankreich mit 96 644, Iapan mit 72 475, 3 t a 11 e n mtl 66 523 und Holland mit 65 632 Tonnen. Gegen 1922 ft ib 824 003 Tonnen aus der ganzen Well weniger gebaut worden. England hat 385000 Tonnen, Deutschland 217 000 Tonnen toenLer gebaut. Im Jahre 1919 wurde ein Rekord von 7,145000 Tonnen in der ganzen Welt zu Wasser gelassen. Im Hinblick auf Deutschland ist zu beachten, daß die starke Bautätigkeit lediglich die Lücke aus- zufüllen beginnt, die durch die Ablieferungen für den Versailler Vertrag pitftanten ist. e * Keine Inflation dnrch neuen Roten druck. Es mehren sich die Gerüchte, vor allem aus der Provinz, daß die Aotenpreste weiterliefe unb sich so im Stillen eine neue Inflation anbahne. Wie dazu von zuständiger Seite mitgeteilt wird, werden neue Roten nur zum Umtausch gegen alte, abgegriffene gedruckt. Dah vom Reich eine Jnslatiouspolitik getrieben wird, die von dies« Seite die Währung irgendwie gefährden könne, wird als gänzlich ausgeschlossen bezeichnet. • Arbeitsgemeinschaft deutscher Privat - Feuerversicher ungsgeselisch a f t e n. Eine Anzahl Feuerversicherungsgesell- fchaften haben am 19. Februar d. IS. eine Ar- beitsgoimi rschaft füi deutschrPrivat-Feuerversiche- rungs-Gesellschafien gegründet, die den Zweck Hal, gemeinsam mit dem Verband deutscher Privat- Feuerverstcherungs-Gesellschas en die allgemeinen Interessen des privaten Feuerversicherungs-Gewerbes zu vertreten. Wettbewerbsfragen stnd hierbei ausgeschlossen. Die Geschäftsführung der Arbeitsgemeinschaft und ihre Vertretung nach außen lieg' beim Verband deutscher Privatverstche- rungSgesellschaf ten. » Fettausfu-rverbot tn Belgien. Die Ausfuhr von Speisefetten, auch von Butter und Kunstbutter, aus Belgien ist bis auf weiteres untersagt. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 4. März. Tendenz: Schwächer — Tie Börse eröffnete bet anhaltend ruhigem Geschäft in wenig verändert« Stimmung Ta Der Geldmarkt etwas angespannt ist, was vielfach auf die starken Steueranforderungen zurückgeführt wird, so war die Spekulation wied« sehr zurückhaltend. Am OHon ianaftienmatft blieben heute wiederum die Umsätze gering, und die Kursbewegungen nahmen kein besonderes Ausmaß an. Mannesmann, Laurcchutte, auch Har» S gedrückter. In ter chemllch-en Gruppe waren nwerte abgeschwächt. Dcheideanstalt, Holzverkohlung nachgebend, Rhenania besser. Elektrizitätswerte zeigten sich ziemlich mit behauptet. Autowerte ruhiger. Cßlinper, Krauß Lokomotiven schrvächer. Etwas Interesse bestand für Karlsruher. Ebenso bemerfte man Käufer für Ludwig Gans, welche vorbörsllch rege begehrt waren. Rorddeutsch r Lloyd und Hapag gut preishaltend. Am Dankakii-nmarkt herrschte im allgemeinen rubigeS Geschäft Am Rentenmarkt fanden 5proz. ReirK.rrl nhe zu 108 Milliarden Aufnahme. Ausländische Renten bl'ebon vernachlässigt. Im freien Verkehr hielt die Geschaftsstille an. Es wurden genannt Decker Stahl 11 000, Becker Kohle 11 225, Api 7775, Growag 412,5. Union-Sprit Kehl 1050 bis 1075, Krügershall 12 225. Hansa Lloyd 2200, Benz 6000. Drown Bvveri 2775, Ufa 10 500, Che- mi che Remy 1000, Ludwigsburger Porzellan 4500. Zu etwas regeren Umsätzen kam es in 3'/»Proz. Prcuß. Konsvls, vorbörslich mit 0 370 bis 0,380 gehandelt. Gummi Stoeckicht 1 Billion. Berliner Börse. Berlin, 4 März. Auch an Ser heutigen Börse waren irgendwelche größeren Derände- rungen kaum zu verzeichnen. Die Leipziger Messe, über die man sich jetzt an der Börse ein Urteil zu machen beginnt, bietet rin äußerst günstiges Bild, und man erwartet, dah die Messe zahlreiche Aufträge auch aus dem Auslande für die deutsche Industrie mit sich bringen wird. Allerdings macht die notige Kreditbeschaffung große Schwierigkeiten, und im Zusammenhang hiermit wurde die Reise Schachts nach Paris lebhaft besprochen. Man gibt sich der Hoffnung hm, dah nun allmählich eine Klärung in der Frage der Gold» notcnbank und auch in den übrigen Fragen, bte von den Sachverständigen bearbeitet wurden, rin- tritt. Die Frage der Rrichstagswahl wird an der Börse auch besprochen, doch legt man augenblicklich einer eventuellen Auflösung deS Reichstages in wirtschaftlicher Beziehung nicht allzu viel Gewicht bei. Das Riveau des Effektenmarktes war recht wenig verändert und die Kurse zumeist abbrvckclstd. Arn Devisenmarkt hofft man, teß die Gründung ter Goldnotenbank und die damit wahrscheinlich erfolgende Aufhebung'ter Devisenzwangswirtschaft eine günstige Wandlung schaffen wird. Der französische Franc, der wieder nach kurzer Unterbrechung ziemlich stark nach unten tendierte, lag auch im heutigen Usancenhandri an der Berliner Börse erheblich abgeschwächt. Am deutlichsten war die rückgängige Tendenz am Montanmarkt, die meisten Werte mußten sich hier einen Abschlag gefallen lasfen. Größere Derluste erlitten u. a. Bochumer Guß minus 4. Essener Steinkohle minus l'/z. Harpener IV*. Hösch minus 5. Köln-Reucssen minus 2, Stolberger Zink minuS 2 Pvoz. Eine Ausnahme machten Deutsch Lux mit einem Kursgewinn von etwa 4 Proz. Der Kalimarkt lag ruhig und die Kurse nur leicht nach unten verändert. Kali Aschersleben minus 1 Prozent. Auch ter Markt der chemischen Werte lag durchaus ruhig und die meisten Kurse waren rückgängig. So verloren beispielsweise Oberkoks l'/2, Rhenania V2, Anglo Guanon 11/2 Proz., Elektrizitätswerke waren wenig verändert, dasselbe trifft auf den Markt ter flDaggonaktienj zu. Von Maschinenwerten, verloren Augsburg- Rürnberg 1, Berlin-Karlsruher l*/4, Ludwig Loewe 1 und Orenstein & Koppel 8/t Proz. Schifsahrtsaktien lagen ebenfalls schwächer. Stettiner Vulkan minuS 2'/i Proz. Deutsche Renten ebenso wie ausländische Renten wenig beachtet, die Kurse eher schwächer. Aach elektrische Hochbahn am Bahnaktienmarkt konnten ihre Höhe vom Vortage nicht bewahren, minus 1 Proz. Bankaktien wenig verändert. Berliner Hantelsanteile minus 2.5 Proz. Kolonialwerte durchweg rückgängig, nur Schntzgebietsanlrihen begehrt. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt reichlich« LrrdlraaKaU Westbauk........... vochumer 9q| ... ... thibmil............ tato ...... »Luxrmbnrq...... trchcner Bergwerk». . fcarpentr Bergbau...... tzaltwerke Nsch,r»leb«il. ». . flalhwrt Wefirregelu .... Laurahüne. ....... tberdedarf..... Phönis Bergbau ...... vibeinimht........... vtnbeck 'Montan ...... Lellu« Bergbau Hamburg «merita Pake«. . . »iorddeutschrr Llovd .... ffbrrflmifanrnvten. Berlin 4 Mär, \ Qttb Frankfurt n M | Berlin Sdiiub* öchiu,.. Lchluh.! Sck.uh» fiiire filtlS flu » ftiir« 3. 3. 4.3. 3. 3. 1 4. 3. 114 105 110 105 540 525 525 550 — 350 362 350 1025 1 1100 1023 16 162 180 191 450 460 480 460 — — — —■ LV0 — — — — — — 4.2 m 4,2 •a 4,2 4,2 *) 11,38 10,13 10,5 10,25 — — — 54,5 63,5 53 50 8,2 7 7,75 7 14,75 13,13 15 13,75 14,4 13,6 14,75 13,9 1,5 '/ «M ■■ 18,1 17,3 18,3 17,13 22 20 — • 3 2,8 3,18 2,87 0,6875 0,650 0,650 1 1 1,3 M — 60 67 23,4 21,5 22,55 21,5 84,5 30 34,75 32,1» 59 54 67 54 66,75 59 65,87 61 85 80 84.87 80,25 21.5 — 21,5 20,25 33.5 so 32,5 25 22,25 19,5 21,4 19,23 32 29 82.0 20 42.5 39.6 45 39,25 42 33,5 42,8 39 — — 64 64 3.8 3,8 •• * 40,5 33 40.6 88,25 8,55 8 8,8 6,75 8,5 8 — 18 16,6 —• 4,26 3,75 4,5 a» 40 36 99,5 88 12.5 20,25 21,75 20,5 2,8 3,1 — 19 1’.5 18,07 17.25 18,2 17,2 18,5 17,25 17,8 18,4 17,8 16,75 14,4 13 — «E 20,1 20 21,7 13,5 26,5 24,1 — 13,65 12,75 13,38 12,75 £0,65 19,5 20,5 20,75 4,5 4 9 — 48 49 50 47,25 46 49,6 49,5 40 3.6 3,3 3,0 3,1 5,2 4,8 5,1 4,h 5,3 5,6 23 22,25 22 — 2 1,8 — 2,2 2,2 e— 22,5 Lv — — 9,25 8 3.3 • 5,8 5,5 5,8 — h 10,75 — 15 14,25 14,87 14,25 6,6 5.2 9 5.8 6,6 — Berliner Produktenbörse. Berlin, 4. QHän. DaS Gesck>5ft eittirldelte sich heule schwer. Die Stimmung war ruhig. Unternehmungslust fehlte. Die Meldung, daß man in Rußland Exportbeschränkungen besonders für Roggen beabsichtigt, hat zunächst keinen Eindruck gentacht, da man die Tragweite nicht kennt. Jnlcmdsbrotgetrride war meist still. Für Roggen ist mir kleine Kaufneigung vorhanden. Gcrsde war ruhig. Die Käufer sind sichtlich zurück- hattenter geworden. Hafer hat schwache Senken* Die Ausfuhr scheint sich nicht Immer glatt zu vollziehen, was die Unternehmungslust zurück- haitcnter macht. Auch ter Konsum kauft mäßig. E- TTOtierten: Hafer 136 bis 140. Gerste 182 bis 188. Platamais 225 bis 230, Roggenlleie 74 bis 76. Rauhsulter: Roggen- und Weize.nstroh (drahtgo- preßt) 0.65 bis 0 80, Haferstroh (drahlgepr.) 0.50 bis 0.60. Gerstenstroh 0,45 bis 0,50. Langstvvh und Roggen- und Wc-izenstroh (bi-ndfatengepr.) je nach Fiachtlage. Häcksel 1 bis 1,15, Heu (handelsüblich) 0,90 bis 1,15, Heu, gutes 1,20 bis 1,30, Mielitzee Heu, lose —, Klee-Heu, lose 2 bis 2,30. An ter Mittagsbölse notierte man für ©etmte und Del- saaten per 1000 Kilo (sonst per 100 Kilo) ab Station: Weiz>n, märt 162 bis 167, Roggen, märt 130 bis 137, Braugerste 175 bis 185, Futtergerst« -150 bis 155, Hafer, märt 112 bis 122, poinrn. 113 bis 122, Weizenmehl 24,50 bis 26,75. Roggenmehl 21 bis 23,25, Weizenkleie 9 bis 9,20, Roggenllrie 7 bis 7,10. Raps 295, Leinsaat 400 bis 410. Diktoriaerbsen 27 bis 28, lleiue Sveiseerbsen 17 bis 18,50, Futtererbsen 12 bis 13, Peluschken 11 75 bis 12,50, Ackerbohnen 13,15, Wicken 14,50 bis 15,50, Lupinen, blau 13 bis 14,50, gelbe 16 biZ 16,50. Seradella 14 bis 15, Rapskuchen 10.80 bi- 11, Leinkuchen 22 bis 23, Trvckenschnitzri 8,10 bis 8.20, vvllw. Zuckerschnitzel 16 bis 22, Kartoffelflocken 17,25 bis 17,50. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 4. März. Es notierten für je 100 Kilo: Weizen, Wetterauer 18,75 bis 19, Roggen 16,75 bis 17, Sommergerste für Drau- zwccke 21 bis 22, Hafer, inlänö. 15,50 bis 16, Weizenmehl, südd. Spezial 0 28 25 bis 28,75, Roggenmehl 24,50 bis 25,25, Wei/en- und Roggenlleie 8,75 bis 9,75, Mais, La Plata 19,25 bis 19,75. Tendenz: Ruhig. 443 18 R reistq 71 Holz 8. r 1 ® bur zei< zu !tk rr m. 55 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Die neuen hefstfchen Stundentafeln. Eine Erwiderung und Berichtigung. । Don Dr. Georg Faber. 3n der kurzen Voranzeige der geplanten Sbm7>gebung gegen die neuen Stundentafeln bat «S der Herr Grasender für gut befunden, verschiedene Seitenhiebe auszuteilen. Der Verfasser geht zum Teil von falschen Voraussetzungen aus, die er aber als Tatsachen gibt. Ist ihm beim nicht bekannt, daß Annahmen und Behauptungen als solche sprachlich zu kennzeichnen sind und nicht als allgemein gültige Wahrheiten vorgetragen werden dürfen? Gr behauptet: 1. Ich habe die „Schulreform- plLne" offiziös erläutert und empfohlen: L metn Aufsatz sei rn der Absicht geschrieben, roorden. die neugeplanten Schularten gegen den Widerspruch, auf den sie gestoben wären, zu verteidigen: 3. das Sandesamt habe mit seiners »reuen Plänen die höheren Schulen Hessens über- nifcbt; 4. infolge des Widerstandes, auf den die neuen Schulpläne bei den beteiligten und sach- »/erständigen Kreisen des Landes, der Hochschulen. Lehrerkollegien und Fachpereinigungen gestoben seien, wären sie nachträglich rn der Oeffentlich- teil offiziös erläutert und empfohlen worden: 5. .ganz besonders den humanistischen Dildungs- anstaltcn" drohten schwere Gefahren. Auf diese Behauptungen erwidere ich folgendes: 1. Ich habe keinerlei Auftrag vom Landes- amt gehabt, die neuen Stundentafeln zu erläutern und zu empfehlen, weder ausdrücklich noch versteckt: einepersönliche Anfragebei mir hätte den Versasser über seinen Irrtum aufklären können. 2. Mein Aufsatz über die Deutsche Oberschule ist durchaus nicht in der Absicht geschrieben worden, die neugeplanten Schularten In der Oeffent- lichkeit zu verteidigen, weil sie bei den sachver^ ständigen Kreisen des Landes auf Widerstand gestoben seien. Der Aussatz ist geschrieben worden. weil die Schriftleitung des Diehener Anzeigers ohne mein Zutun an mich mit der Bitte herantrat, über diese neue Schule in der O cf f ent- lichkeit einiges Aufklärende zu sagen. Daß ich dabei die Gründe darlegen muhte, warum wir i>te Deutsche Oberschule und die Aus- bauschule brauchen, ist ganz selbstverständlich. 3. Unrichtig ist ferner, dah das Landesamt die höheren Schulen Hessens mit den neuen Plänen überrascht habe. Wäre das wirklich der Fall gewesen, dann wäre das tief beschämend für die Lehrerkreise der höheren SchulenHessens: denn, wie ich in meinem Aufsatz schon ausführte, die Bestrebungen sind ja nicht von gestern auf heute aufgetaucht, sondern sie sind zum Teil sehr alt. -Untere Fachzeitschriften beschäftigen sich seit Jahren mit der -Umformung unseres Schulwesens. Die Zahl der Sonderschriften darüber ist auherordentlich grob- Und sicher ist doch auch hem Herrn Ein- scmder bekannt, dab Hessen nicht als erster Staat, mit den neuen Stundentafeln ausgetreten ist. Warum sollten wir in Hessen nicht erwarten was andere Staaten schon durchgeführt hatten? Ich selbst habe seit Jahren auf diese neuen Pläne gewartet, und mit mir begrüben die meisten hessischen Schulmänner den Schritt der Regierung. •4. Aus dem ersten Sah der Voranzeige gewinnt der Leser ohne Zweifel die Ueberzeugung, dte neuen Pläne der Regierung seien von den beteiligten und sachverständigen Kreisen des Lan- dW. den Hochschulen, Lehrerkollegien und den ^rchvereinigungen durchweg abgelehnt wordsn: d. h., die wenigen, die ihnen zugestimmt Hütten, verstünden von der Sache nichts, seien Laien in dieser Frage. Ist item Verfasser nicht bekannt, wer die Pläne im Ministerium entworfen hat? Ist unsere Schulleitung wirklich so wenig sachverständig, dah sie Pläne vorlegt, die auf den vom Verfasser gekennzeichneten Widerstand stieben? Der Verfasser hätte die Pflicht gehabt, ehe er so allgemein von dem Widerstand spricht, sich davon zu überzeugen, inwieweit denn nun seine Annahme wirklich begründet war. Eine Anfrage bei dem Landesamt für das B i l du n g s w e s e n hätteihndarüberaufgeklärt, dabder Widerstand, von dem er spricht, überhaupt nicht vorhanden ist, sondern dah die Pläne im allgemeinen grundsätzlich die Zustimmung der beteiligten S chu l- und Fachkreise gefunden haben. 5. Ich kann mir denken, dah die Pläne in gewissen Kreisen in gewissem Sinne als gefahi> droheud für unser Mldungswesen aufgesabt werden. Ich kenne Im besonderen alle Bedenken, die gegen die Deutsche Oberschule und bte Aufbau- schule vorgebracht werden: aber ich teile sie nicht, sondern halte sie für vollkommen unbegründet. Also Ansicht gegen AnsichtI Ich bin niemand darum sevnd, wenn er meine Ansicht nicht teilt, und ich hätte erwartet, dab auch die Gegenseite so über die Sache dächte. Die kleine Voranzeige hat diesen Glauben zum Teil erschüttert. Ich bedauere es lebhaft, dah der Herr Einsender den sachlichen Boden verlassen hat, und möchte nur wünschen, dab derartige unsachliche Angriffe in Zukunft unterbleiben. Sachlich unrichtig ist auch die Angabe des Verfassers, dab gang besonders den Huma n i st i schen Di l du n g sa n st a l t e n schwere Gefahren drohten. Zum Beweise für meine Behauptung führe ich die alten und die neuen Stundentafeln nebeinanber an. Das jetzige Gymnasium hat folgende Stundenverteilung: VII V UV um oni; uh 011 Ul 01 lauf. Religion 2 2 2 2 2 2 2 2 2 18 Deutsch 4 4 3 2 2 3 3 3 3 27 Latein 9 9 8 7 7 7 7 7 7 68 Griechisch — — — 6 6 6 6 6 6 36 Französisch — — 5 3 3 3 3 3 3 23 Geschichte Geographie 2 3 2 2 }3 3 3 3 3 3 27 Mathemat. 3 4 4 4 4 4 4 4 4 35 Raturkunde 2 2 2 2 2 2 2 2 2 18 Zeichnen 2 2 2 1 1 — — — — 8 Schreiben 2 2 5 zusammen 27 28 30 30 | 30 | 30 30 30 30 |265 Der neue Entwurf für das altsprachliche Gymnasium sieht folgende Stundenverteilung vor: VI V IV um oni Ull oii | ui | oi |8uf. Religion 2 2 2 2 2 2 2 2 2 18 Deutsch 4 4 4 3 3 3 3 3 3 30 Philosophie — — — — — — — 1 u 1 2 60 Latein 9 8 7 6 6 6 6 6 Griechisch — — — 6 6 6 6 5 >5 134 Ql euere — «=• 4 3 3 2 2 2 2 18 Fremdspr. Geschichte Staatsbür- — — 2 2 2 2 2 2 2 14 gerkunde 1 1 1 1 4 Ädkunde Rechnen u. 2 2 2 1 1 1 1 1 1 12 Mathemat. Olatut- 4 4 4 3 3 4 4 4 4 34 Wissenschaft 2 2 2 2 2 2 2 2 2 18 Zeichnen 1 2 2 1 1 (2) (2) (2) (2) 7 Schreiben 2 2 4 Singen 2 2 1 1 1 1 1 I 1 11 zusammen 28 | 28 | 30 | 30 | 30 | 30 | 30 | 30 I 30 |266 (Die Spalte am weitesten rechts gibt an, wie viele Wochenstunden ein Fach an der gesamten Anstalt hat: die unterste Reihe zeigt die Wochenstundenzahl der einzelnen Klassen, und die senkrechten Spalten sagen uns, wie viel Wochrnstunden dem linksstehenden -Unterrichtsfach in einer Klaffe zugewiesen sind. Zu beachten ist, dab das Singen im ersten Plan gar nicht angeführt ist, woraus sich ergibt, dah der zweite Plan eine geringere Wochenstundenzahl hat als der erste.) Der Dergleich der beiden Stundentafeln zeigt, dab von einer wi rkli che n Gefahr für das Gymnasium wirklich nicht geredet werden kann. Das Latein ist im neuen Entwurf von der Quinta ab nur um 1 Wochenstunde gekürzt. Das Deutsche ist in der Ulli und Olli um 1 Stunde vermehrt: dab das notwendig ist, wird kaum ernstlich bestritten werden können. Im übrigen sind die seit Jahren erhobenen Forderungen nach Dermeh- rung der Stundenzahl für das Deut- sche leider nicht verwirklicht worden. Mit 30 Wochenstunden im Deutschen [gegenüber 114 in den fremden Sprachenf ist das Ziel des deutschen Unterrichts nicht zu erreichen. Hingegen wird der Unterricht im Latein bei der geplanten Stundenzahl nicht hinter dem seitherigen Ziel zurückbleiben, da ja die Schüler in allen Klassen ein Jahr älter sind als seither, so dab man also in anderer Weise arbeiten kann. Ich bin sogar überzeugt, dah eine weitere Kürzung des Lateinunterrichts um eine Wochenstunde keinen Unterschied bezüglich der Steiftungen zur Folge hätte. — Die Verminderung des Griechischen in der Prima um eine Wockenstunde ist nur scheinbar. da dafür eine Stunde Philosophie eingesetzt ist. die natürlich dem griechischen Unterricht zu- fällt. Wenn man die beiden Pläne vergleicht, wird einem vollkommen unverständlich, wie gejagt werden kann, ganz besonders den humanistischen Bildungsan st alten drohten schwere Gefahren, es sei beim, dab baä geplante altsprachliche Gymnasium neuen Stils (das sogenannte Reformgy m- na f l u m) olS das Ge,ahr bringende angesehen wird. Aber auch hier wird die wirkliche Sachlage übersehen. Das Refvrmgynrnasium bestand schon vor dem Krieg, zwar nicht in Hessen, aber doch selbst in Preußen: überdies wird das geplante altsprachliche Gymnasium neuen Stils in Hessen nicht auf Befehl von.oben eingeführt werden, sondern die beteiligten Streite [also oie Eltern, das Lehrerkollegium und die Gsmeindes werden darüber zu entscheiden haben, ob das seitherige altsprachliche Gymnasium in ein solches neuen S.ils umgewandelt werden soll. Auchdarüber hätte man sich beim Landesam t Auskunft holen können. Wenn das Gymnasium seine seitherige Stundenzahl in ben Fremdsprachen beibehallen will [Deutsch 2 7; Fremdsprachen 12 7!], wo doch gerade mit Rücksicht auf die Gesundheit unserer Kinder die Wochenstundenzahl an allen Schulen gekürzt werden soll, so erhebt sich die Fvage, welche Fächer denn nun in ihrer Stundenzahl vermindert werden sollen und können! Der Leser mag sich einmal daraufhin die beiden Stundentafeln ansehen. — Ich möchte hier nur darauf Hinweisen, dab die eine Wochenstunde ßatein weniger für unsere K n ter einen Gewinn insofern txrrjtellt, als sie tatsächlich eine Wochen- stunde weniger Unterricht haben. Sollten wirklich in der heutigen Zeit unsere Elternkreise dafürzu habensein,für unsere Kinder eine Wochen stunde Unterricht mehr a u fordern und z u erkämpfen? Denn darauf mübte doch wohl das Ganze hinauslausen. Ich habe wiederholt betont, öffentlich in den Sitzungen de r Gesellschaft für deutsche Bildung und auch in meinem Aufsatz über die Deutsche Oberschule, dab ich es für unbedingt notwendig halte, dah das altsprachliche Gymnasium als altsprachliches Gymnasium in seiner Eigenart erhalten bleibt. Das ist für mich vollkommen selbstverständlich. A u ch i ch b i n ein Freund des humanistischen Gymnasiums und halte es trotz seiner schweren Mängel, besonders bezüglich der Stellung, die das Deutsche darin einnimmt, für eine noch gute Schule. Aber ich bin der Ueberzeugung, dah für unsere Kinder je nach ih.er Begabung und ih en Reigungen verschiedene Anstalten gleichberechtigt nebeneinander bestehen müssen, die die Grundlagen unserer Bildung vermitteln u n d d i e in ihrer Vielgestaltigkeit dem vielgestaltigen Leben zum Teil wenigstens gerecht werden. In jahrzehnü langen Kämpfen Huben sich bereits zwei neue Anstalten durchgeseht, im härtesten Kampfe mit den Vertretern einet Bildung, die noch immer in gewissen Kreisen als d i e Bildung angesehen wird. Unsere sogenannten Realanstalten sind aber nicht mehr die Anstalten, die sie noch vor 30, 40 Jahren waren, s andern sie sind ebenfalls zu humanistifchen Bildungsan st alten geworden. Vielleicht ergibt sich die Gelegenheit, in einem weiteren Aufsatz über „hu ma n i st i sche Bi 1 du n gsa n st a 11 e n" diese Gedanken weiter auszufuhren und zu begründen. Gietzener Jugendgericht. * ® i e 6 c n, 29. Febr. In ter jüngsten Sitzung des Jugendgerichts waren als Jugendschöffen tätig: Frau Karoline Pfeiff und Karl Voigt, beide von Wieseck. Der 16jährige Hugo Sch dahier ist angeöagt, Anfangs Rovember zu Girsten aus dem Keller eines Hauses in der Schlohgasse Kartosseln mittete Einsteig.ns entwendet zu haben. Dem Mitbewohner des Hauses, Zeugen St, war von einem jugendlich n Qkfcutntei des Angeklagten rnitgr- trilt worden, dah bieder des öfteren Kartoffeln verkaufe, während doch in de'fen Familie Kartoffelmangel herrschte. Zeuge St., dem schon mehrfach Kartoffeln gestohlen worden waren und zwar aus feinem Keller, der unmittelbar neben dem der Clte-rn des 21ikcTagten liegt, überraschte den Angeklagt n auf fti.cher Tat. Der Angeklagte leugnet zwar, wird aber sowohl durch die beeidigte Aussage deZ Bestohlenen, als auch durch elnan im Keller des Letzteren vom Angeklagten zurückgelasfenen Tuchbe tel und einen Le e-- rianen überführt Es werden ihm wegen seiner | Skifahren und Gesundheit. Don Dr. W. Schweisheime r, München. Dicht alle Sportarten können rom gesundheit- lrchen Standpunkt aus gleich günstig bewertet werden. Dah der Skisport für den Gesunden in körperlicher Beziehung so besonders vorteilhaft ist, hängt in erster Linie mit der Umgebung zusammen, in der er sich abspielt. Die -staub- und keimfreie Luft in den schneebedeckten Bergen und Wäldern bedeutet eine Quelle der Gesundung für die» Atmungsorgane. Auch wenn im Dal Rebel und Feuchtigkeit die Luft erfüllt, kann der Skifahver leicht in Höhen gelangen, die frei von Rebel sind. Einmal in der Woche wenigstens die Shmge in reiner Luft baden, das bedeutet ein unersetzliches Kräftigungsmittel. Die Schneedecke begünstigt wirisamen Einfluh der Sonnenstrahlen. Es ist überflüssig, hier die theoretischen Grundlagen der günstigen Wirkung der Besonnung im einzelnen ,;ta «erörtern. Ob es tatsächlich gerade die vielgenan iten ultravioletten Strahlen sind, die in gröberer Höhe zu- besserer Wirksamkeit gelangen und deshalb im Gebirge stärkere Wirkung Hervorrufen, als in der Ebene, darüber sind die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen. Jedenfalls wird die Sonnen- wirkung durch Reflexion (Wiederstrahlung) von den Berghängen, den Schneefeldern bedeutend gesteigert: ihr Einfluß auf Haut und ganzen Körper gibt sich einerseits in rascherer Bräunung, andererseits in Anregung des ganzen Stoffwechsels zu erkennen. Aus nervöse und in der Tagesarbeit der Stadt nervös gewordene Raturen wirkt allein schon der Anblick sonniger Schneefelder vor blauem Himmel und schweifenden Kämmen erlösend und berubigenb. Hemmungen schwinden, Unlustgefühle enN'xüchen, befreitet Ueberblick ergibt sich dem in Unrast nervös gewordenen Städter. Gs ist kein Zufall, dah in allen Winterkurorten der Wintersport eine so bedeutende, von ärzllicher Seite warm unterstützte Rolle spielt Der Genesung- und Stärkungsuchende findet dort das, was für ihn geeignet ist. Für nervöse, neurasthenische Menschen, oie zur Kur ins toin ter liebe Gebirge geschickt werden, läht sich kaum etwas Besseres finden als gleichzeitige sportliche Betätigung: sie lenkt von dem bedrückenden Hinstarren auf guälende Beschwerden ab und gibt durch das Gefühl ständig wachsender Leistungsfähigkeit Mut und Vertrauen aujf die gefanbei Grundlage des eigenen Körpers. Der Mittelpu.ckt auch der skisporilichen Tätigkeit ist das Herz. Das Skifahren, das bei Touren an die Erreichung bestimmter Ziele gebunden ist, verleitet zu einer Heberanftrengung des Herzens, wenn nicht von vornherein bewuht auf die wirkliche Leistungsmöglichkrit Rücksicht genommen wird. In dieser Beziehung ähnelt H Skisport anderen Sportarten, die gleichfalls nicht in der Mitte abgebrochen werden können, sondern an ein Ziel gebunden sind, wie Berg- steigen und Klettern. Gleichmäßig und zielbewuht fortschreitende körperliche Hebung, die steigend nach gröberen Aufgaben strebt und Ueberanstrengung des Körpers meidet, bewirkt ganz von selbst zunehmende Kräftigung des Herzens. Etwas »Herzklopfen" ist bei körperlichen Anstrengungen noch nicht als krankhaft aufzufafsen. Rur wenn es sich stark geltend macht, so ist das — abgesehen von jenen Fällen, wo es Ausdruck einer Nervosität sein kann, — rin Zeichen für übermäßige Beanspruchung dns Herzens. Das Warnungszeichen ist zu beachten! Gin übermäßig in Anspruch genommenes Herz, dem nicht rechtzeitig Gelegenheit zum Ausruhen geboten wird, erteiltet eine Heber- dehnung seiner Wandungen. Solcher Schaden Tann sich wieder ausgleichen, bei fortgesetzter Ueberanstrengung aber auch für die Dauer sich festsehen. Vernünftige Steigerung der Anforderungen, keine schroffe Forcierung, rechtzeitige und ausgiebige Ruhepausen werden am ehesten vor solcher Herzschädigung betoaßren. Besonders wenig widerstandsfähig ist ein Herz, dessen Kraft durch Mihbrauch von Alkohol und Rikotin, durch gewisse Infektionskrankheiten herabgesetzt ist. Hier ist doppelte Vorsicht, bzw. Verzicht auf das Genuh- gift vonnöten. Die Temperaturunterschiede, denen der Skifahrer ausgesetzt ist, sind gewaltig. Bekanntlich wird es dem Skifahrer — infolge der angestrengten Muskeltätigkeit — ganz besonders heih, und wenig andere Sportarten können za so erheblichen Schweihverlusten führen wie gerade das in Schnee und Kälte vor sich gehende Skifahren. Diese beiden Tatsachen, die jedem Skifahrer geläufig sind, erscheinen vielen Richt- skifahrern geradezu unglaublich Kälte ist andererseits das Element des Skifahrers. So ist sach- gemäße Kleidung eine Rotwendigkeit für bas Behagen und Gesundbleiben des Sttfahrers, eine Kleidung, die wann ist, aber bequem urd ausreichend erleichtert werden kann, und die durch passende Ersatzstücke stets wieder in trockenen Zustand ergänzt werden farm. Geeignetes Schuhwerk verhütet am besten die Unannehmlichkeiten der Erfrierung der Führ. E.was DerbaniHeug, Salbe usw. sollte der Skifahrer immer mit sich führen. Die Zusammenstellung und Mitnahme einer kleinen Hilfsapotheke hat schon manchem Skifahrer die Sportfreude, die Gesundheit und selbst das Qeben gerettet. Ein methodisches Training ist nicht nur für die sportliche Leistungsfähigkeit und Leistung, son- Mittwoch, 5. Mrz 1924 Jugend und weil er bisher noch nicht bestraft ist n.i d.rndr Umstände zugebiliigt. StraferschwerenL tr.-urbe in Betracht gezogen, dah der Bestohlene ein minderbemittelter Mann ist, der eine große Familie zu ernähren hat. Das Urteil lautete auf vier Wochen Gefängnis unter Aussetzung der S r^fvo.lstrrckung bei vierjähriger Bewährungsfrist. Auherd.m wurden Er- zi hungsmaßrcg Li angeirrt)ner, de e r Auswahl der Bormundschaftsrichter treffen wird. G g n dr.i jugend.iche Angeklagte, gegen die die Zwa gs -rziehung angeardmet Worte t ist und grgon die be.e.ts öffentchhe Klage erhoben war, weil sie ein fremdes Bettuch zerschnitten haben, um sich daraus Fußlappen zu machen, beschließt das Gericht mit Zustimmung der «Staatjaitivalt- schäft auf Grund des § 32 Aösatz 2 des Zugend- gerichlsgcfttzes dte Einstellung des Verfahrens, da w.itere Mahnahmen nicht erforderlich erscheinen und es sich um eine geringfügige Sache hairdelt. Gießener Strafkammer. * Gießen, 29. Febr. Der Holzhäiirdler Ernst M. zu Rieder-Ohmen hatte zwei Holzlieferungs- Verträge nicht erfüllt. Er war deshalb wegen Betrugs bzw. Betrugsversuchs angellagt, zumal er in dem einen Fall nicht geliefert hatte, obwohl eine Anzahlung gezahlt tcorcen war. Das Gericht sprach ihn frei. Dem Angeklagten war ni-cht nachzuweisen, das) er bereits bei Bert rag s- abschluh eine betrügerische Absicht gehabt hat, ganz abgesehen davon, dah zweifelhaft ax>r, ob die Anzahlung nicht für eine andere Schuld des Käufers gutgeschrieben worden war. In einem dritten Fall wurde M. to'gen Unterschlagung zu zwei Monaten Gefängnis re.-urteilt Er hatte, wie das Gericht als erwiesen cmvnahm, H)lz bereits in das Eigentum einer anderen Firma übertragen und die es in fremdem Eigentum stehende Holz anberOteit verlauft. Der Arbeiter Karl Sch aus Lang-Gons war der Urkund mfälschung und des Betrugs angs- Hagt. Er gab zu, eine auf den Rainen einer anderen Person lautende Wochenkarte auf feinen Ramen umgeändert und mehrfach auf der Eisenbahn benutzt zu haben. Strafe: zwei Wochen Gefängnis. Mit Rücksicht auf die Jugend und dir seitherige Unbestrasthrit wurden dem An* grtlagten für die Tat. auf die an sich Zuchthaus steht, mildernde Umstände zu ebil.igt. Am 6. Culi kehrte der Landwirt K. zu Rieder- E'chbach von der Feldarbeit nach Hause zurück und stellte fest, dah man bei ihm eingebrochen war. Er vermihte eine Reihe von Goganständeir In der Scheun? fand er einige Säcke voll Fleischwaren, die die Diebe offen ichttch dort unter dem Heu verborgen hatten, um sie demnächst abzu- holen. K. legte sich rn der Rächt mit einem Bekannten auf die Lauer. Plötzlich bemerkte man Licht in der Scheune. Der eine, mit einem Revolver bewaffnete Zeuge, öffnete die Scheunentür. Dom Dieb wurde er mit mehreren Revolverschüssen empfangen, während seine eigene Waffe versagte. Der Dieb eilte durch den Hof, gab noch mehrere Schüsse auf feinen Verfolger ab. Es g?lang ihm, über das Hoftor zu entkommen, obgleich er von einem Rachbar unter Feuer genommen worden war. Ertannt. hatte man Den Täter nicht. Als Täter war wegen Diebstahls und Mordversuchs angeklagt der aus Polen stammende Arbeiter Benjamin F ro st. Er leugnete, an jenem Tag überhaupt in Rieder-Esch- la-ch gew sen zu fet i Gr war jedoch von einem Zaug.m in der Rahe des Tatortes bestimmt er* fannt worden. Auch stand fest, dah Frost früher schon öfters in die Hofreite gekommen und d,ri bekannt war. Gr war awch schon wegen eines ächellh ausgeführt~n Diebstahls verurteitt worden. Das Geri-ht hielt auf Grund der Beweisaufnahme den Angeklagten für überführt, an dem Diebstahl als Mittäter beteiligt gewe.en zu sein, ohne jedoch für festgestellt zu erach'.en, dah der Angellrgte der Täter getreten ist, der in der Rocht nach dem Diebstahl nochmals erschienen war, um das versteckte Fleisch zu holen. Deshalb wurde Frost wegen Mordversuchs freigesprochstr, jedoch wegen der Beteiligung an dem Diebstahl zu zwei Jahren Zuchthaus verurtei.t Auch wurde auf Zulässigkeit der Stellung unter Polizeiaufsicht erkannt. Kirche isnb Schule. X Die Dekanatskonferenz der Geistlichen des Dekanats (Sieben behandelte am Dienstag im Mankussaale unter Geltung ven Dekan Guhmann eine Reihe dienstlich, r Fragen. An dm Vortrag Les Pfarrassistsn- ten S p e r b°Lollar über „Chri'lentum und Pari- fismus" schloh sich eine lebhafte Aussprache an. dern vor allem für die Gesundheit des Sporttreibenden von gröhter Bedeutung. Vtenn man daran gehen würde, in umfassender Weise die etn- schlägigen Verhältnisse vergleichsweise bei den nämlichen Sportsleuten zu Beginn des jährlichen Trainings und am Ende des Winters zu untersuchen, so würden sich vermutlich wichtige Unterschiede im Verhalten der gesunden Rieren gegenüber den Anforderungen übermäßiger körperlicher Leistung-en ergeben. Verletzungen beim Ski laufen ereignen sich häufig, aber doch viel seltener zum Glück, als eigentlich Gelegenheit geboten wäre. Olaf die Frage der Skibindung, ein unerschöpflrches Thema des Meinungsaustausches, sei hier nicht eingegangen. Viele Skiläufer schwören darauf, nur der von ihnen be- nutzten Bindung es zu verdanken, wenn sie bei ungeschicktem Sturz vor größerem Unheil verschont blieben. Zerrungen, Verstarichungen und Verrenkungen im Fuß- und Kniegelenk, im Schulter- und Handgelenk sind oft zu beobachten. Das betreffende Glied muß nach Möglichkeit dann ruhiggestellt werden, unter Umständen unter Benützung einer Schiene, zu der sich der gepolsterte Skistock gut eignet Früher bedeutete der Winter eine dunlle Hahreszeit, die fern von Sonne und sommerlichen leuchtete Säle bannte. Rur Schlittschuhlaufen und Wanderungen in finstere Zimmer und künstlich er* Schlittenpartien öffneten das Fenster ins Freie. Das hat sich gründlich geänlvrt. feil das Sklfahren die winterliche Ratur in ihrer -Unberührtheit recht eigentlich erst erschlosserr hat. Aus volksgefund- heitlichen Gründen, nicht aus Vergnügimgssucht, ist nachd:ücklich eine Forderung zu stellen, die sich dieser Wandttlng der Ausfasflli'.g vorn Winter an- paßt: Ermäßigung der Fahr p v eise auf der Eisenbahn für alle Wintersportter,