llr. 28b Erstes Erscheint täglich, auher Somu and Feiertag,. Beilage«: VietzenerFamtlienblitter Heimat im Bild. Sonets-Bejegipteis: 2 (Bolbmark u. 20 Gold- Pfennig flr TrSgerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Lnichlüsfe: Schriftleitung 112, Verlag undVeschLstestelleSl. Anschrift für Drohtnach- richten: A«reiaerÄietze«. pot1*e«®*to: jranffirt a. ®. liest. Blatt 1?4. Jahrgang Donnerstag, g. Dezember 1921 GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen dnttk Mid Verlag: VrLhl'sche UniverfttäkL-vnch- und Steinörudcrci R. Lange in Siehrn. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchlllstraße 7. Lunatzme von . 4 für bie laqesnummet bi* zum NachmiNag vorher ohne jedeVerdindlichKeit. Preis für V mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Brette önlich8, auswärts 10 Voldpsennig; für Reklame-Anzeigen o 70mm Brette 35 Goldpsennig, Playvorschrift 20^, Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: l)r. Friede. Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein;fNr den Anzeigenteil: Hans Beür, sämtlich in Giehen. England im Orient. CBfrn unserem »k.-5^orrespvnbenten Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Jerusalem, Ende November. Die verschiedenen Methoden englischer Politik kann man nirgends besser studieren olS im neuen zionistischen Staat Palästina und in den Ländern unter arabischer Herrschaft ringsherum. In Palästina hat England durch allzu weit S Entgegenkommen sich zwischen -Wei Stühle gesetzt. War eS schon ein gewagtes Unternehmen, im alten Heiligen Lande ein neues füdifcheS Reich zu gründen, weil dort heutzutage die Juden gegenüber den Muselmanen eine verschwindend geringe Minderheit sind, dann beraubte man sich auch der wenigen Vorteile, die diese Gründung bot, durch die inkonsequente Haltung den Jaden g genüber. Sir Herbert S a m u e 1S — der britische Oberkommissar— bot. alS er 1920 nach dem von den Arabern veranstalteten Judenprvgrom sein Amt antrat, als Jude wohl die Garantie, dah er sein Amt aut Zufriedenheit dcS DolkcS führen würde, das den neuen Staat Palästina tragen sollte. Aber man hatte sich geirrt. Samuels wollte nicht in den Geruch kommen, alS Jude einseitig jüdische Jnteresscnpolitik zu treiben. So war er päpstlicher als der Papst, er war englischer, alS das England selbst wollte. Was immer an iln- i uhen in Palästina losbrach — die Juden bekamen die Schuld, und nur Juden wurden verurteilt. All die Versprechungen, die England in bezug auf Vorrechte und auf Landverteilung den einwandernden Juden gegeben hatte, machte Samuels zunichte, indem er tn übertriebener Objektivität die Araber bevorzugte. Ganze Klagelieder singt die jüdische Gemeinde, die sich jetzt, nach dem Versagen des englischen Beamten, seLbst zu einem staatsähnlichen Gemeinwesen zu» sannnengeschlossen hat. Nun ist eS so weit, dah Sir Herbert SamuelS tm Juni n. I. sein Amt niederlegt, unb dass al- Nachfolger wahrscheinlich ein Christ bestimmt wird Diese Bevorzugung der mohammedanischen Araber in Palästina konnte aber doch nicht die Vorurteile zerstreuen, die sich in der mohammedanischen Welt gegen das neue StaatSwesen von Englands Gnaden gebildet hatten England hatte ja die Lösung deS Problems Palästina Hand in Hand mit der für England günstigen Lösung des arabischen Problems versucht. Das Königreich H e d s ch a s mit den beiden heiligen Städten Mekka und Medina bedeutet für die mo- harnmedantfche Welt an gewichtigem Ansehen viel mehr alS Palästina für die christliche Welt. Die englische Politik hatte deshalb schon immer auf diese« Herz des JslarnS Ginfluh zu gewinnen versucht, und nichts kam den Engländern gelegener, als die Absage des Königs Hussein an den Sultan und den Kalifen in Konstanttnvpel, der im Verlause deS Weltkrieges gegen England den „Heiligen Krieg" erklärte. England hat Hussein bann weiter geschützt und — benutzt. Seine beiden Söhne bekamen je ein Königreich — TranSjordanien und Mesopotamien - und so war eS verständlich, dah Hussein seine Einwilligung zur Errichtung des jüdischen Staates in Palästina gab. DaS aber hat Hussein und seinem Ansehen bei den Moslims unendlich geschadet. Als dann im März d I. die türkische Angora-Regierung die Torheit beging, den schon abgesehten S u l - t a n in Konstantinopel auch noch seiner Würde als Kalis zu entkleiden und des Landes zu verweisen, da glaubte England die Stunde gekommen. sich in Hussein, der als Herr von Mekka und Medina den flohen Titel eines »Drohen Scheriss von Mekka" führte, einen ihm ergebenen Oberherrn des Islams zu schaffen. Es ist noch in aller Erinnerung, wie König Hussein in seinem Lande und in den Reichen seiner Söhne zum Kalifen ausgerufen wurde, und wie diese Anmahung von weilen Teilen der mohammedanischen IMt abgelehnt wurde. Nun beging Hussein selbst eine Torheit: Er rückte von England ab, weil er glaubte, sich so allgemeine Anerkennung zu verschaffen, und England unterstützte, um ihn wieder gefügig zu machen, die Wahabiten, die alten Feinde des Hedschas, des Landes am Roten Meer. Wieder kam es anders als England sich das dachte: Die Wahabiten überrannten Hussein und seine Söhne, sie besetzten Mekka und Medina, und nun bereiten sie die Einberufung einer islamitischen Weltkonferenz vor, die tm nächsten Jahre über das Schicksal der heiligen Städte — ohne englische Einfluhnahme — entscheiden soll. Auch die Nachrichten aus Aegypten, die hier einlaufen, find symptomatisch für die "Beurteilung der stets verschieden arbeitenden englischen Politik. Man weih hier genau, dah England im Land am N i l und am Suezkanal ganz anders vorgeht und vorgehen muh als in Syrien und Arabien. Der Suezkanal ist von so vitalem Interesse für England, dah dort ein Kompromih unmöglich ist. Im Sommer d. I. glaubte man hier im 3ori>anlanb, dah ein gütlicher Ausgleich der englischen Interessen mit denen Aegyptens und damit auch denen des Islams möglich wäre. Man verfolgte hier sehr aufmerksam die Reise des ägyptischen Ministerpräsidenten Zaglul Pascha nach Paris und vor allem Bonbon, wo er sich wohl sehr freundschaftlich mit Macdonald unterhalten haben muh. Aber Macdonald stürzte, das Mihtrauen aus beiden Seiten wuchs, und dann kam durch das Attentat auf den Siröar die Bombe jum Platzen. Wir haben nicht einen Augenblick daran gezweifelt, dah England mit Einsatz aller Machtmittel jeden ägyptischen Widzrstand.überrennen würde, und dah England die Schasse auf feinen Beamten benutzen würde, um die feit 1919 ungeklärt schwelende Frage des Sudans endlich zu regeln. Kein Engländer zweifelt daran, dah der Sudan historisch-politisch und wirtschaftlich zu Aegypten gehört, Hnb trotzdem ist die Frage einer gewissen Selbständigkeit für den Sudan jedem Engländer indiskutabel. Deshalb wird England auch jedes Mittel recht sein, diese an und für sich fo einfach liegende Frage von dem Völkerbund fernzuhalten. So sehr selbst die neue konservative englische Regierung zu Konzessionen an die Dominions und ihre Wünsche nach Mit- beteiligung an der Regierung sein mag, fo hoffnungsvoll nach Ansicht ruhig denkender Moslims die Frage der langsamen Emanzipation Indiens auch ist, so wenig denkbar ist es, bah England dem Lande, das an den Suezkanal grenzt, eine Selbständigkeit g-währt, die fremden, antienglischen Interessen Tür und Tor öffnen mühte. Diese Furcht vor der Politik der anderen ist es, die zumeist jeden gefunden Fortschritt verhindert. Die französische Herrschaft i n S y r i e n schafft den englischen Interessen dort einen unbequemen Nachbarn, b sonders weil diese französische Sch uh Herrschaft viel weniger aus wirtschaftlichen als aus politischen Gründen gestützt und erhalten wird. Als die Wahabiten soviel mehr fertig brachten, als England das lieb und wünschenswert war, da tauchte der begründete Verdacht auf, dah Frankreich dort s seine Hände im Spiel hatte. Mit Aegypten ist es ganz ähnlich. Zaglul Pascha war auffällig lange in Paris, und die ägyptische Kolonie an der Seine ist politisch bedeutsam. Zunächst einmal wird England also wenigstens in Aegypten seine Wünsche durch- seyen können, nicht zum wenigsten bank der Gunst des Attentats. Palästina aber, Syrien und Arabien werden der englischen j Politik noch manche Nuh zu knacken geben, weil ; man dort nichts mit Imperialismus, mit Schiffs- geschwabern, mit Flugzeugen und Kämmen allein ausrichten kann. In 21eggten kämpft man um bie Macht und um bie Herrschaft. Hier in Palästina unb hn Land der heiligen Städte kämpft man um das Herz des Islams. Unb bas ist nicht so leicht zu gewinnen, besonders wenn von brauten her immer neue verletzende An- stöhe erfolgen. Letzten Endes geht der Kampf gegen Aegypten auch gegen den Islam, ilnb die Kränkung Zagluls wird von allen anderen Mohammedanern als eigene Kränkung empfunden. Noch ist man weit davon entfernt, an eine bevorstehende Einigung der vielgespaltenen islamitischen Bewegung glauben zu können. Aber man arbeitet doch schon an ihr, und so wirb es nur einer gewissen Zeit und einiger gleichlaufenden Anslöhe von auhen bedürfen, um sie auch zu verwirklichen. Die für das nächste Jahr ein» berufene Weltkonferenz des Islams ist ganz sicher ein erster Schritt zu dieser kommenden Einigung aller Mohammedaner, die nach dem festen Glauben aller Moslims noch einmal Wirklichkeit werben wird. England in Aegypten. Eine politische Rede Cszamberlaitts. London, 4. Dez. (TU.) Der Staatssekretär des Auswärtigen, Chamberlain, hat während einer von den Nonconfirmes Unionist Leage gegebenen Frühstück eine politische Rede gehalten. Er führte u. a. aus, dah die Entsendung eines Ministers zur Teilnahme an der "Bölter» bifnbdtagung beweise, welche Bedeutung die britische Regierung dem Völkerbund beimesse. Der Vertreter fei von der Regierung ermächtigt, dem Völkerbunbsrat die ägyptische Frage vorzulegen und alle notwendigen Aufklärungen zu geben, obgleich der Völkerbund in dieser Sache eigentlich nicht zuständig sei. Chamberlain betonte, dah die Regierung durch die Lösung der ägyptischen Krise den Beweis ihrer Kraft und "Bcr-1 trauenswürdigkeit gerechtfertigt habe. Ihre Haltung entspreche den Ansichten aller Parteien. Das Vorgehen gegen Aegypten fei durch die Haltung der ägyptischen Regierung während der letzten Jahre zur unausbleiblichen Notwendigkeit geworden. Man könne nicht sagen, dah England die Ermordung des Sirdars als willkommenen Vorwand benutzt habe, um eine Reihe von Forderungen zu stellen. England hatte nicht die geringste 2lbsicht, die Unabhängigkeit der ägyptischen Regierung irgendwie anzutasren. Die friedfertige Haltung der neuen ägyptischen Regierung ermögliche die Wiederaufnahme der englisch-ägyptischen Verhältnisse, die bisher an den übertriebenen Forderungen Zaglul Paschas gescheitert seien. Die britische Regierung fei der Heberzeugung. dah mit der jetzigen ägyptischen Regierung der Abschluß eines Vertrages ermöglicht werde, durch den die englischen Interessen in Aegypten gewahrt bleiben, ohne daß die Selbständigkeit Aegyptens darunter zu leiden habe. Die Wahabiten in Mekka. Kairo, 4. Dez. (WTB. Funksvruch) Einer Blättermeldung zufolge ist der Sultan Ned- s ch e d mit einem Gefolge von 400 Personen und 1000 Mann bewaffneter Truppen in Mekka eingetroffen. Drei britische Flieger befinden sich auf dem Wege nach Jeddah, um in den Dienst des Königs Ali zu treten. Drei Flugzeuge find bereits in Mekka cingetroffen. Die Agenten des Königs AU in Europa und Aegypten suchen eifrigst Kriegsmaterial zu kaufen. Einige Tanks wurden nach Hedschas gesandt. Grobbritannien lehnt eS ab, die Ermächtigung für die Versendung von Maschinengewehren und anderem Material aus England zu gewähren. Chamberlains Pariser Reise. Parrs. 4. Dez. (WTB. Funkspruch.) Her- riot empfängt heute früh den englischen Botschafter Lord Crewe, um mit ihm die letzten Mabnahrnrn zum Empfang des englischen Auhen- ministers zu verabreden. Chamberlain wird heute abend 10 Uhr in Paris eintreffen. Seine Begegnung mit Herriot ist auf morgen Vormittag 11 Uhr festgesetzt. Chamberlain wird am Quai d'Orsay mit Herriot zu Mittag speisen. Am Nachmrttag wird er dem Präsidenten der Republik einen Besuch abstatten. Am Abend wird Chamberlain seine Reise nach Rom fortsehen. »Times" schreibt tn einem Leitartikel zur Reise Chcunber- tains. er werde ohne Zweifel, jedoch nur in der allgemeinsten Weise, die Hauptprobleme des Augenblicks mit Herriot erörtern. Drese hingen zum größten Teil mit der Frage der interalliierten Schulden und dem Genfer Protokoll zusammen. Es bestehe aber nicht der geringste Grund zu der Annahme, dah der Versuch gemacht würde, in so wichtigen F.agen Urbere nftimnung zu crz e(ai Oh e Zweifel würden in R v in von den führenden Mitgliedern des Völkerbundsrates die Gelegenheit zur Erörterung zahlreicher Fragen ergriffen werden. Chamberlain werde im Völkerbund ein gutes Werkzeug zur Regelung internationaler Fragen finden. England öffnet seine Archive. London, 3. Dez. (TU.) Das englische Auswärtige Amt will eine Sammlung von Dokumenten, welche die europäische Vorkriegslage beleuch- t«n. Herausgeber,. Als Herausgeber der Dokumente werden G. K. Go och und E. W. D. Temerlay bezeichnet. In einem Dries des Staatssekre'ärs des Auswärtigem an Watson teilt Chamberlain mit, d.ch später auch die Archive des Auswärtigem Amtes bis zum Jahre 1878 der Oefsentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen. G gemoärtig sind nur die Dokumente bis 1360 verfügbar. Diese Regelung wird in Kraft treten, sobald die Z u st i m m u n g der Dominions erteilt worden ist. Die britische Lustrüstung. London, 3. Dez. (WB.) Der Lustfahrt- miniffer Hoare erklärte in einem Interview über die Lustsohrtpolitik der Regierung, in einigen Jahren würden für die Landesverteidigung 52 Geschwader geb löst sein, von denen 18 Ende 1924 fertig feien.' Die Entwickelung des zivilen Luftverkehrs auf dem Kontinent durch die Rech'- fuftverkehrSgrsettschast mache befriedigende Fortschritte. Der Minister erklärte sich besonders interniert an ertem möglichen Mittelpunkt Europas. Das e England in grohem Mähe von Deutschland ab, was man als Tatsache hinnehmen müsse. Ds^ilb sei die Erneuerung der Generalzusicherung der meistbegünstigten Nation sehr zu begrühen. In dem gegenwärtigen Vertrag habe man sich gute Vorteile gesichert. Dies fei der Tatsache zu verdanken, dah die englischen Verhandlungsteilneh- mer an folgenden zwei Punkten fest gehalten hätten: 1. daran, dah England britische Anleihen und Kredite allen jenen vorenthÄten forme, die nicht gewillt wären, ein gültiges Abkommen über die Einfuhr englischer Güter zu treffen, und 2. an der Sicherheit des britischen 3 n h u - pricge|et)c«. Diese beiden Punkte seien im wesentlichen von Deutschland In einer Fvmni!i?'.-ung angenommen worden, die keine Auswezr lle'ie. gleichgültig, ob es sich um Wolle oder andere Textilien um Sportartikel. Motorräder usw bandele. England sicherte sich auherbem von Deutschland, was es vor dem Kriege nicht getan bat, die Freiheit deS Handelns bett, feiner kaufmännischen Unternehmun gen, wie der Schiffahrtsgesellschaften, Banken. Marine- unternebmungen. Deutschland wird nicht länger einen Unterschied machen können in Angelegen- (Jung gagjpxuo-iaQucajfcnfö-iijuDaj w deutsches Gebiet. Andererseits hat Deutschland von Grohbritannien die Zusicherung erhalten,, dah eine unterschiedliche Behandlung Deutscher als ehemalige feindliche Staats» angehörige nicht mehr gemacht werden wurde, ferner das Zugeständnis der Errichtung von Banken, die Möglichst' il, deutsche M a- tiefen und Stewards in der englischen Marine unterzubringen und ebenso Zugeständnisse in der Frage der nicht eisenhaltigen Metalle. Deutschland brachten diese Punkte sowohl moralisch wie auch materiell Vorteile. DerReparationsagent gegen die Ausfuhrabgabe. Berlin, 3. Dez. (Pr.-Tel.) Wie die „Dosf. Ztg." erfährt, vertritt der Generalagent für die Reparationszahlungen, Gilbert, die Auffassung, selbst wenn eS zwischen Deutschland und England oder Deutschland und Frankreich zu irgendwelchen Vereinbarungen über die 26proz. ReparaiivnSabgnbe kommen sollte, brauche er die Zahlungen auf die Recoveryabgabe n i ch t z u erseh e n und werde sie auch nicht ersehen. Das Festhalten dieses Standpunkte- betrachte Gilbert als den w i ch t i g st e n Punkt feine- augenblicklichen Programm- und er betonte, dah nur zweierlei eintreten könnte, folange er sich weigere, die Summe zu ersetzen, die die Entente mit Hilfe deS Recvderh ActS gefammelt habe: Entweder konnte Deutschland seine Warenausfuhr nicht mehraufrechterhaltea, waSdas Ende deS BaweSPlaneS bedeuten würde, oder di« Ententemächte mühten da- System der Sonderbelastung der deutschen Ausfuhr a u f g e b e n. Die deutsch-französischen Indu?1r!ev:rhandlungen. Paris, 3. Dez (WTB.) Heber die Verhandlungen, die zwischen den deutschen und französischen Sachverständigen der Schwerindustrie geführt und die gestern bis zum 16. Dezember vertagt wurden, berichtet H a v a S . day eS gewih scheine, dah die Besprechungen zwischen den französischen und deutschen Vertretern der Schwer- eisenindustrie eine neue Richtung genommen haben und dah eine Aufteilung der Märkte unter die verschiedenen Produzenten jetzt ins Auge gefaßt werde. Diese Frage gebe aber über den Rahmen der wirtschaftlichen Verhandlungen zwischm den beiden Ländern hinaus und es sei wahrscheinlich, dah, soweit endgültige Ergebnisse erzielt werden, die verschiedenen eifen- produzierenden Länder, wie England. Belgien, die Tschechoslowakei und Polen über den Gang der Hnterhandlungen unterrichtet und dahin sondiert werden sollen, ob sie sich an dieser neuen Organisation eventuell beteiligen würden. Der Beginn der deutsch-italienischen Handels- vertragsverhandlungen. Rom, 4. Dez. (TH.) Die deutsche Kommission für die dettsch-ttalienischen HandelS- vertragsverhandlungen ist gestern morgen t n Rom eingetroffen und hat im Edenhotel Wohnung genommen Heute vormittag 11 Hhr findet im Palast Ch gi die erste Sitzung statt. Da- ronNeurath. der deutsche BKjchafter in Rom, wird die Herren der Kommission Mussolini vorstellen. Die deutsche Handelsdelegation besteht aus den Herren Geheimrat Köpke, Schmidt und H 1 r i ch. Die neue italienische Heeres- ordnung. Rom. 4. Dez. (TH.) Nach der dem Senat vorgelegten neuen Heeresordnung seht sich das stehende italienische Heer aus 10 Armeekorps mit 30 Divisionen zusammen Die Führung haben folgende Offiziere mit Generalsrang: 2 Feldmarschälle, 6 Heerrsgeneräle, 7 Armeekorps kvmmandcrnten, 40 Divisivnsgeneräle und 104 Drigadegeneräle. General Cadorna ist als Armeekorpskommandant in den aktiven Dienst zurückberufen worden. Unruhen in Spanien. Paris, 3. Dez. (WB) Die „Information" veröffentlicht über Bord auf ei e Meldung aus <5an Sebastian, derzufvl^e in g'wi sen Ze tret von Sparien lokale Kundge^u gen fiatt- nfinden. die sich nicht nur geg n das D rek orium, sondern auch gegen bie Krone richten Es handele sich um vereinzelte Kundgebungen, ab r nach gewi len Gr-üchten beanruhiz e s e die fü~- renden Per önlik/k.tten des Direi:r ri ms — Fir Liefe Nayricht muh der „3nf:rmation bi: V r° enttoortung überlassen werden. — Das cbe -fte Kriegsgericht ha: brei Anarchisten aus Ve a zzum Tobe verurteilt, ein v.erter toucCe sreiaefv rochen. Worum es geht. Don Dr. Frhr. Hehl zu Herrnsheim. Der Wahlkampf geht seinem Ende entgegen, und das ist gut so. denn er nimmt allmählich Formen an. die bedenklich sind. Ein richtig geführter Wahlkampf Eonrrte eine politische Volkshoch- fchule ersten Ranges sein: unserem leider so unpolitischen Volke sehr zu gönnen! Es wäre dabei sehr zu begruben, wenn die Dinge von den verschiedensten Gesichtspunkten aus betrachtet würden. Leider wird aber aus politischen Gewinnrücksich- len mit Verdrehungen und irreführenden Schlag- Worten gearbeitet: der wünschenswerte Fortschritt in der politischen Bildung unseres Volkes unterbleibt. im Gegenteil, sein gesunder Instinkt wird ihm noch genommen. Der Deutschnationalen Partei wird nachgesagt, sie sei die Nachfolgerin ter ehemaligen Konservativen Partei. Nachdem die ftlnrichiigk.it dieser Behauptung oft genug nachgewiesen worden ist, Eontn man sich des Gedankens nicht erwehren, dah es sich hierbei darum handelt, dem süddeutschen Wähler eine Partei als Vachs lre in einer früher rein preubischen Partei verdächtig fru machen. Man spelül.ert auf die immer noch — heute Übrigens mit mehr Recht — vorhandene IReunrna, daß es da drüben im Preubischen weniger schon sei clls bei uns: Was kann also aus Preußen Gutes kommen? Mit den preubischen Konservativen gleichgestellt zu werden, ist sirr den historisch gebildeten Politiker im übrigen schmeichelhaft, wenn er bedenkt, datz Bismarck den Ausspruch getan hat: »Die Einigung Deutschlands ist eine konservative Tat!" Vimmt man dann noch Drockhaus' Kmver- sationslexikon und lieft nach, was „k)nservativ" heißt, so ftndet man: „tu politischer Beziehung die Bezeichnung für diejenige Partei.ichtung, deren Prinzip die Weiterbildung des Bestehen- den unter prinzipieller Fest Haltung des historisch Bewahrten ist". Konservativ ist also ein Schmuckwort für jede Partei. Auch trenn Stresemann in seiner Wormser Rede vom '20. Vovember sagt: „Hni> wenn jemand gerade im altkonservativon Sinn«, im Sinne von Bismarck, dem großen Lehrmeister aller Politik, an diese Fragen heran- tritt, dann soll er von diesem das eine gelernt haben, die Dinge real und wirklich anzusehen, wie sie sind, und sich nicht in Träumen be$ Illusion wiegen, so schon diese auch sein mögen!" Wird also vom Konservativismus der Deutsch- «rtionalen gesprochen, so können diese darauf Nur stolz sein. Aber irreführend und falsch ist es, zu behaupten, daß die Deutschnationale Partei eine Fortsetzung der Konservativen Partei sei. In der Deutschnationalen Partei fanden sich nach der Revolution zusammen: Die Konservative Partei, die Aeichspartei, zahlreiche Vationall-berale und die Christlich-Sozialen. Die Christlich-Sozialen hatten sich seinerzeit unter Stöcker von der Konservativen Partei getrennt, weil sie glaubten, im Rahmen dieser Partei ihre sozialen Ziele nicht verfolgen zu können. Heute sind die Führer, wie Behrens, D. Mumm, Rippe! und andere, in der obersten Leitung der Deutschnationalen Partei tätig. Wo sollen die zahlreichen Deutschnationalen Herkommen südlich der Mainlinie, wenn nicht aus dem ehemalig nationalliberalen Lager? Die die religiösen und sittlichen Mächte des Volkslebens betreffenden Richtlinien aus dem vorläufigen Programm der Deutschnationalen Partei des Jahres 1918 sind folgendermaßen bezeichnet: „£>k starke Lebenskraft des Christentums muh unserem Staats- und Volksleben erhalten blechen und es durchdringen!" Hier wird mehr gefordert ass in dem entsprechenden Grundsatz der Deutschen Dolkspartei, welcher lautet: „Die geschichtlich überkommene Verbindung von Staat und Kirche darf nicht aufgelöst werden." Die Deutschnationale Partei wird, wenn sie es mit ihrem Programmpunkt, daß das Christentum das Staatsleben durchdringen soll, ernst meint, dies nur mit überzeugten Christen vertreten wollen, also eine rein christliche Dolkspurt.i sein, so wie es das Zentrum ist, nur mit dem ftl.ft rschi.'de, daß di« Zentrums- Partei dabei das Christentum iir der lache tischen Ausprägung im Auge hat, und, trotz der Uebere «instimmung in di.sem wichtigen Punkte, wenig- stens in Hessen, Kampf gegen Rechts führ' und Schonung der Sozialdemokratie übt. Zu den Absurditäten des Wahlkampfes gehört es dann, daß die Sozialdemokratie bjre.i Vertre.ee im Pnrla^e.ck sich fast ausschließlich als Religionslose oder 5)iiib denten boze chnen, gerade der Deutschnationalen Partei D l.hrungen g.ben zu müs en glaubt, wie das Chr:stentum crnfi und richtig zu vectre en sei. Unsere politischen Derh ltnisse in Deutsch- fcwtb könnten dadurch gefördert werden, dah zunächst einmal völ ige Klarheit darüber Verb ei et wird, welche Parteien der Rechten, welche der Witte oder der Linken angehören. Wir erleben aber seit Bestehen der neuen Parteien immer wieder, vor allem natürlich in Wahlz ilen, daß sich Parteien zu gleicher Zeit Rech.sparei und Mittelpartei nennen lassen, oder von einem Teile ihrer Mitglieder als R.chts-, von einem anderen als Mrtttlpurt i bezeichnet werden, odee daßeire Partei, deren Linrörtcht^ng aus.er al en Zwe.fel steht, plötzlich als Mittelpartei behandelt werden möchte. Bei den diesmaligen Wahlen geht es doch um die Frage, welcher Kurs im Deutschen Reiche in den nächsten Jahren gesteuert werden soll. Die Engländer haben nach dem mißglückten Experiment der Arbeiterregierung für ihr Land mit erdrückender Mehrheit für einen Rechtskurs gestimmt und infolge ihres klaren Votums und der daraus folgenden Majorität in kürzester Frist ; eine aktionsfähige Regierung gebildet. Ob die „Politik der Mitte" in so gespannten und ent-N scheidenden Zeiten wie den unsrigen ein Segen sein kann, erscheint vor allem nach dem entsetzlichen Schauspiel, welches Reichstag und Regierungsbildung in der jüngsten Vergangenheit bot, zum mindesten zweifelhaft. Eine wahre Politik der Mitte, die keine Politik der Linken ist, kann nur gemacht werden bei einer starken Rechten. In den letzten Kämpfen um oie Regierungsbildung erklärte die Deutsche Volks- Partei, daß die Sozialdemokratie, da sie den Befähigungsnachweis nicht erbracht hcile. für sie bei einer Regierungsbill>ung nicht in Betracht komme. Leider liest man es jetzt wieder anders: Wir hören tn Wahlversammluugen von Kandidaten, d,e sich den Wählern empfehlen, nach außen hin sei die Einheitsfront erforderlich, nach innen müsse sich 1*ä Front von Fall zu Fall bilden. Daren aber liegt ein völliger Verzicht auf klare Entscheidung. Auf diese Welle werden ton von dem Unwesen dos Marxismus und den Re- pDlutimtoianncrn und ihrem Anhang nicht fvei. Ehe totr mapt diese Auseinandersetzung vurchge- führt haben, kommen wir nicht hoch. Das Dawesgutachten, die nicht erfolgte Räumung der Ruhr und die Anleihe als einen Erfolg zu buchen, ist für den Kenner der Verhältnisse nicht möglich. Von unserer Innen- p o i t i t gar nicht zu reden. Auch eine vernünftige Wirtschaftspolitik ist erst nach dieser Auseinandersetzung möglich. Erfreulicherweise sagen heute industrielle Führer unseres wirtschaftlichen Lebens mehr wie je, daß ausreichender Schuh der Landwirtschaft für unser gesamtes Wirtschaftsleben Vorbedingung ist. Der Innenmarkt wird für die nächste Zukunst von größtem Interesse für uns fein. Die Deutschnationale Partei in Hessen, deren jahrelange enge Verbindung mit dem Hessischen Bauernbunde sie in den Augen vieler zu einer rein agrarischen Partei gemacht hat, hat sich dabei an die Lehre Bismarcks gehalten, daß für Deutschland ausreichender Schuh der Landwirtschaft gleichbedeutend mit Erhaltung seiner nationalen Selbständigkeit ist. Eines der offiziellen Motive bei den geführten Verhandlung n über die Reg ie r un g s e r wei- terung im verflossenen Reichstage war der Gedanke, daß in der Deutschnationalen Partei unsere deutsche Landwirtschaft im weite tgehenden Umfange vertreten sei und dieser Der.ifsstand nicht ausgeschlossen werden dürfe. An d esen offizie lcn Gedank ngang bei dem Versuche einer Regie- rungsb ldung vor der R ichst gsauflösung wird hier nicht etwa seiner inne en B rehtig ng we^en erinnert, denn bei unserem he.ltir.en p Hamenta i- schen System gebot d e Rücksicht auf den Volks- Willen eine s lche Reg erungserwe terrmg. sondern um nachzuwe s m, daß kein Zweifel bestehet kann, dah die Deutschnationale Partei die unbestrittene Vertreterin dec Interessen dec Landwirtschaft ist. Diese agrarische Politik ist ebenso D i s - marcksche Politik, wie der Kampf gegen die Sozialdemokratie. Bismarck sagt: „Wer die Sozialdemokratie erkannt hat, der hat keine Möglichkeit mehr, mit ihr zusammen zu gehen." Unbedingter Kampf gegen die Irrlehre der Sozialdemokratie war auch die Politik der früheren hessischen rechtsnationallibevr.Lm Reichstagsabze- ordneten: den Großblock lehnten diese Politiker ab, sie würden heute auch di« große Koalition ablehnen. Die Deutschnatirnale Partei setzt also die Tradition einer Politik fort, die gerade i n Hessen prominent und wirksam vertreten war. Die Entstehungsgeschichte und de Kräfte, die heute in ihr wftcken. ermöglihen i >r. die große Linie unter prinzipieller Fesfta ung deZ hi i - risch Bewähren und Weit.rbildung des Bestehenden einzuhalten. Man mag mit Konjek.ural- politik Augenblickserfolge erzielen: dauernder Erfolg und bleibeirber Scgen Eönr.icn iyr nicht be- schieden fein. Wir halten es mit Ernst Moritz Arndt, der in einer Zeit, die gevafte so ernst und schwer war wie die unsrige, wenn auch in vielen wtücken ganz anders, gesungen hat: „Denn Treue steht zuerst, zuletzt Im Himmel und auf Erden: Wer ganz die Seele drein gesetzt, Dem soll die Krone werden. Drum mutig drein und nimmer bleich — Denn Gott ist allenthalben: Die Freiheit und das Himmelreich Gewinnen keine Halben." Der Zerfall der völkischen Bewegung. Die seit dem Aovernber vorigen Jahres anhaltenden Zwistigkeiten im völkischen Lager haben allmählich zu einer starken Schwächung der nationalsozialistischen Freiheitsbewegung geführt, so dah zahlreiche Mitglieder, darunter auch viele Abgeordnete dieser Partei, es vorzogen, der Hiilerpartei den Rücken zu kehren und bei anderen großen nationalen Parteien aufs neue Anschluß zu suchen. In den meisten Fällen ist ihnen das geglückt, häufig aber wollen die alten Parieren von den Ueberläufern nichts mehr wissen. Besonders heftig sind rn den letzten Monaten die Zersetzungserscheinungen in Bayern zutage getreten. Jetzt hat auch der völkische Landtagsabgeordnete P o e h n e r mit mehreren anderen Frak- tionsgenossen den Austritt aus der Partei und seinen Uebertritt zu den Deutschnationalen erflärt. Auch hier taucht die Unzufriedenheit mit der Führung und der Ziellosigkeit der Partei auf? di- selbst so hervorragenden Mitgliedern wie Poeh- ner den Glauben an die Zukunft der nationalsozialistischen Bewegung genommen hat. Hitler hält sich ebenfalls sehr stark zurück, auch er scheint allmählich die Zwecklosigkeit der ganzen Bewegung einzusehen. Es ist zu begrüßen, dah Vernunft und Einsicht im völkischen Lager Einkehr zu halten beginnen und die völkischen Kreise den Rückmarsch zu den großen Brille. Parteien antreten. Zu bedauern ist allerdings, daß der Klärungsprozeß so spät ein» setzt, denn dadurch entsteht die Gefahr, daß am 7. Dezember viele taisend Stimmen für die schon zerbröckelnde Rattonalsozialistisch: Freiheitspanei abgegeben werden und somit verloren gehen. Bemerkenswert ist die Begründung, die der Abg. P ö h n c r in einem Schreiben an die Leitung des Völkischen Blocks seinem Uebertritt gibt. Es heißt dann: Rach meiner Ansicht ist die Pflicht zur politischen Selb st Verantwortlichkeit Gewissenssache jedes Einzelnen und läßt sich unmöglich durch militärischen Gehorsam ersetzen, namentlich dann nicht, weirn man nach der bisherigen Tätigkeit der nationalsozialistischen Reichsführerfchaft Zweifel an deren politischer Führerqualität hat. Ich halte das Finanz- und Wirtschaftsprogramm Feders für utopisch. Es werden darin Anschauungen vertreten, die in ihrer Konsequenz letzten Ende zu einer Art Rationalmarxismus führen können Deutschland und Mexiko. Der Dank des Präsidenten Calles. Berlin. 3. Dez. (WB.) Der hiesige mexikoni che Gesandte überreichte heute Reichs- a u he n m i n i st e r D r. Streiemann folge, de Rote: CS ist mir eine angenehme PfliHi. mch folgenden Auftrag.s meiner Reglung zü enb lebigen. Dieselbe beet bei der in die,en Tagen erfolgten Rückkehr des ncucrttxjfylten Präsi - führlichen müntl chen Berichten über fei e 2u- ropareife einen lebhaften uns tiefen Eindruck von der so überaus ehrenvoll«, und herzlichen Auf. nayrne empfangen, die PrSftvenr eenes ton feiten der deutschen Regierung wie auch seitens des deutschen Dolles zuteil geworden ist. Sie erblickt darin zugleich eine Ehrung des ganzen mexikanischen Volkes, welches sich glücklich schätzt, mit der großen deutschen Ration in aufrichtiger Freundschaft verbunden zu sein. Die mexikanische Regierung legt größten Wert darauf, der deutschen Regierung als Vertreterin des deutschen V lk s Empfindungen wärm st er Dankoar- te i t zum Ausdruck zu bringen, die nicht nur sie selbst, sondern das ganze mexikanische Volk angesichts der zahlreichen Chrungei und Aus- merkfamkeiten beseelen, durch die ihr künftiger Präsident in Deutschland in so reichem Maße ausgezeichnet worden ist. Indem ich auf die,em Wege der Weisung meiner Regierung, ihren Dank zu übermitteln, Nachkomme, und daran die ergebene Dit.e schließe, denselben fe ner Exzellenz, dem Re ich s p r ä s i den t e n , gü. igst zur Ken t nis bringen zu wollen, habe ich die Eh.e, Ew. Exzellenz erneut meiner ausgezeichnetsten Hochachtung und persönlichen Wertschätzung zu versichern. Polnischs Verleumdungen. Berlin, 3. Dez. (TU.) Der polnische Kriegsminister. ©eneral Sikorski, nahm gestern im Landtage das Wort, um das Rachtrags- E> u ö g e t für das Heer zu rechts rügen. Einlei.'e rd bem.-rtte er, es sei heute angesichts der wachsen, en Friedensbewegung nicht leicht, Mehrausgaben für das Heer zu verte.digen. Doch wie könnte man abtüften, wenn der Rachbar vom Kopf bis zu den Füßen bewaffnet sei. Die Deutschen, die doch zu den entwaffneten Rationen gehörten, hätten in diesem Jahre Manöver abgehalten, wie sie die Welt nach dem Kriege nicht gesehen habe. dB etter habe Deutschland während der Beratungen in Genf in der Oiifee ein demonftra- tives Manöver seiner ganzen Flotte gemeinsam mit der bolschewistischen arrangiert. Gegenüber diesen phantastischen Behauptungen wrd von zuständiger Stelle f e st g e st e l l t. daß die fogenann en Manöver, die durch das Fehlen von Tanks und großem Kriegsmatertal auch dem ßaien den Stand der Abrüstung Deutschllrnds flar zeigte, in Hebungen kleinerer Verbände außerhalb der Truppenübungsplätze bestanden haben. Die Meldungen über russisch-deutsche Flottenmanöver, die von Po en aus in die Welt gesetzt wurden, kurz bevor der Kriegsminister Sikorsky sich in Pans die französische Unterstützung zum Ausbau Gd ngms als 11= Bootbasis und Flottenstützpunkt gesichert hat, sind bereits zu oft a l s Märchen gekennzeichnet worden, daß sie guten Glaubens schwerlich mehr vorgebracht werden könnten. Amerika und seine Gläubiger. Die Regelung der französischen Kriegsschulden. Paris, 4. Dez. (TU.) Eine halbamtliche Mitteilung der Ratnoagentur stellt gegenüber den Qllelbungcn aus amerikani cher Quelle ausdrücklich fest, dah die französische Regierung nicht in der Lage sei. den Verernagten Staaten einen Plan zur Regelung der franzö ischen Schulden zu unterbreiten, solange sie ftch kein Bild von der Auswirkung des Dawesgutachtens gemacht habe. Die Be prechungeii zur Regelung der Schulden hätten überbaupt raxf) nicht begannen und der Meinungs6Uig unterbunden sind. — Dutzendfahrfcheinheste aus der Eisenbahn? Der Deutsche AuSfchust für Dor- rntverkchi »fragen hat bei br Hauptverwaltung der Deuifchen Rcichsbuhn-G s llschaft die Einführung von Dutzendfahrfchünhesten für 12 Doppel- sahrten beantragt und diesen Wunsch damit begründet. dah Wochen- und Monatskarten nur von solchen Reisenden cw-genuht werden könnten, die In der Haupt- und Gefchafi-zentrale tätig feien; für die Mitglieder des Hausstandes indessen seien die Zeitkarten unrentabel infolge ihrer hohen Kosten und beschränkten Gültigkeitsdauer. Durch die AuSgabe von Dutzendfahrschci- nen würde ferner ein Anreiz geschaffen, den Dor» ortverkehr öfter in Anspruch zu nehmen, so dah die Fahrpreis-rinastigung durch starke Frequenz wieder au6g g ichen w ird:. Di Haurwettvaltung der Deuis«chen Aeichsbahn-iAesellschaft hat baldige Prüfung der Fr ge zugesichert. •• Aus dem Siebener StandeS- amt-register. G» verstorben in der Zeit vom 15 bis 30. Rovember: 17. Aura König, geb RofalSfy. 51 Jahre alt Hofmannstr 11. 18. Johanne- Schneider. Dapaarbeiter. 76 Jahre alt, Frankfurter Strafte 148 22 Katharine Fischer, geb Keil, 32 Jahre alt. Weferstratte 8. 24 Margarete PociS, geb. Fritsche, Witwe, 79 Jahre alt, Frankfurter ©trabe 7; Michel Anstett, Sifen» babnarbeiter, 33 Jahre alt, WUHelmstrahe 51; Helmut Wiener, 2 Wochen alt, Lahnstrabe 3. 27 Thristine Melchior geb. ©paar, 61 Jahre alt. ßicbigftrabc 64. 28 Johannes Opper, ohne Beruf, 69 Jahre alt, Licher ©trabe 74. 30. Emilie Schmidt, ohne Berus. 73 Jahre alt. Weserstr. 6 Der Klei st abend am D.enstag abend, veranstaltet von Slse ©peckhardt im ©ing- saal der Oberrsalschule. gab der le der ve bältnts- mäbig kleinen Zuhürerfchar ein lebendiges Bild Der Persönlchteit e.nes unterer tragifchsiei Dichter. Wit anerfennen»toerlem Mut stel.te bic Der- «nftnUertn in den Mittelpunkt des Abends dte , Pen tbesi leck«. die an das Derständnis de- Hörers fcchi hohe 2lnforberungen stellt, aber ande.er- 'seits sich zweisellos immer mehr alS daS Hervorragendste und Ebacakteristllchste von Kl ist» vollend ten Werken durchsetzen w rd. wüh.ead man sie früher ihrer gärenden Wildheit wegen allgemein verwarf. DaS Irre und Wirre des Kleistschen Leben- wurde von der QJeranftalterm in ihrer Einführung gut gestaltet, wie auch ihr Dortrag Kleistscher Gedichte — da» »Letzte Lied" schien allerdings nicht immer ganz richtig erlabt zu fein — und von ©zmen der »Penthesilea" die ungeheure Dynamik Ktelltscher Dlchtung glänzend Bum Ausdruck brachte. Qlar hätte man in Bez^g auf die Auswahl auS der.Penthesilea" gewünscht, bat) auch wenigstens ein Stück aus der Liebes- szene zwischen der Titelheldin und Achill gebracht worden wäre, die eine der schönsten L.ebess^enen bei" deutschen Dicht.mg überbauet darstellt. Man hätte dafür rubig einige der übrigen Beigaben deS Abend» fallen lasen können, obgleich die Kompof ttvnen von Walter Eschborn, sein Klavierspiel und der Gesang von Adolf Erl en- bach zweifellos an sich beachtliche Leistungen waren. — Alles in allem jedenfalls ein sehr erfreulicher Abend, der ein praktisches Beispiel dafür gab, bafi es durchaus möglich ist, auch unsere schwierigsten Dichtungen dem Dollsempfinden nahe zu bringen. -tj- Vornolizen. — TageSkalender für Donnerstag. Stndttheater. 61/4 Hbr: ..Liebfrauenmilch". — SPD. 8 15 11 br Liebigshohe: Dortrag über .Der grobdeutsche Gedanke". — Bund Haus und ©dyule, 8 Uhr Johannessaal: Familienabond. — Hess. Dilderbühne: Jackie Coogan. — D i e Demokratische Partei, so schreibt man uns, hält morgen Freitag, 5. Dez., abendS 8.15 Uhr. in der Turnhalle ihre letzte öffentliche Wählerversammlung ab. Es werden sprechen die Herren Professor Dr. Fritzsche, einer der besten Köpfe in der Demokratie, und der bekannte Schriftleiter der .Frankfurter Zeitung, Dr. Artur Feiler, Frankfurt. (Siehe Anzeige.) Landkreis Gictzen. y Aus dem Dekanat Gieben, 3.Dez. Der Bethel-Film, der in Gi.'ben drei Tage lang in sechs Dorführungen gezeigt wurde, hat seine Rundreise durch bic Landgemeinden deS Dekanates (Sieben ange treten. Er wird in Alten-Duseck, Beuern, Reiskirchen, Rödgen, Annerod. Klein-Linden. Leihgeste.n, Giosten- Linden. Allendvrf (Lahn), Laig-Göns, Wieseck, Treis a. d Lumda, Al^end^rf (Lumda). Daubrin- gen. Mainzlar. Lollar. Staufenberg vo. geführt werben. Der Besuch ist dringend zu empfeÄen •0- Groben- Linden. 3. Dez 5i Per fönen st andsaufnahme ergau für tmfc c Gemeinde ei :c ortSoorwe ende Deoölverung v>n 2344 Personen gegen 2211 im Oft bc - 19 9. An Geburten sind in diesem Jahre bis jetzt 53, an Sterbefällen 23 und an Trauungm 16 zu verzeichnen. Troy der Fülle ihrer Jahre erfreuen sich n.ch verhältrism t> g g iter. ja bester körp> r- licher und geistiger Rüstigteil u •'ete ältesten Gemeindeglieder Ludwig S um !i. tMai 1837). Ludwig Belten V. (F-bruar 1838), c»ls noch tätiger Fel geschworener der be 'e und Zuverlässigste Kenner un erer ©cmorhingsberbn It- n.s'e Katharine Luh !September 1S39), Eli aoethe Schneider (Januar 183?) und Geort Goldmann (Ok.ober 1840). Don gleicher Rüstig! it bnnht t uns ter CH onist Pfarrer Eh.ist an August Hoffmann in seinem Düu-lein zur Feier des h eigei Reformationsfestes im Lahre 1817: »5e b l b r bejahrteste Mann von Groseitlinden, ein Greis von 82 Jahren Raths)ch sie Jost Best, und seinem Alter nach bem vori -,en Cubclfe :e vor allem am nächsten, war frlft.g-n Sch Utes und laut ein stimmend in ben Ge ang an meiner Seite von A fatg bis zu ®n?e miigesrgm“ (in dem gemeinfanen Zug Lurd) die Strafk-t nach der Äirdy'c: Bezüglich brr Einwohnerzahl sch d:i derselbe Ehr n.ft- »Dor 200 Iah en (lolc) bei es sich die Zahl lämmtlichcr cr Li^woh er von Grote .Lnbcn beiläufig ani! 350, vor 100 Jah- ren (1717) auf 470, jetzt (1817) zählt Eros- nlinden 807 Seelen. Rach bi Jem Maas stabe fort re- schlossen kann die G.münbe b s z»m r.ächste.i Jubiläum (1917) wohl auf 1300 Seeten anwachscn." Bei der günstigen geogra>hi ct)en Lage der St ad t Grohen-Linden (seit 1616) an der groben Derkeyrsttra-x Me den-Frankfurt, die sie aönt cmceren Gemein E, ihres He maüaies «des ÄIre- bachtales) voraaShat, und durch bte inbuftr* lic Entwicklung auch m unterer Gemeinde ist öide Dovaus age weit übertroffen tccr ei. < Wieseck. 1. Dez Im gutbesetzten groben Saal von Braun DetanftnUeU gc icrn ebtna, 1 ach einer Aus ühcu?g am Ra Hm it lag für die Schul- ugenb, u.i'et Wa rtburgverein unter Mitwirkung das Frauenchors einen wohlg - Iimgenen Fa m i l lenaben d Dieser trug unter fernem bewährten Dirigenten, L«ch er ©toll, mehrere Lieder b.mmter Proben aus ben Schätzen t«S alten Dolksliedes. meisterhaft vor Den üb- riaen musikalischen Teil bestritt ein Orchester von ®(ebener Freunden. In einem unser Dolk an den allen Germanen meffenben Originalvortrag mit Gesang lArthur Prell), deck ernsten Zeitbilo „Daterlanbes Rot und Hoffen" (I. Fritze) und dem Dolksstück in 2 Akten .Moberne Räub r" (R. Genenncher) zeigte der Derein gute Gaen seiner Mitglieder auf dem Gebiet des Düh. en- fVieles unb der Deklamation. Entzückend war der mit lieblicher Anmut ausgeführte .Tanz der Rosenelfen' (S. D. Hosmann» Anfpraä-en hielten ein Mrtglied der (Siebener B. D. J.-Druppe und. in Dertretung des erkransten Ortsgetstl'chon. Pf-vrafistent Schulthels-d leben. D m Au - schub für tirchliche Jugnrbarb?it lp ah Kiv-.e - Vorsteher Oswald bvh rz genswe tc Wor.e A 1 der ©chunbkampfoffens.ve des Reichsverbarrb.s ter ev 3ungmänncrbu 2>: b.teiligtcn fitz di A >- wesenden u. a durch Annahme einer Smschl.e- bimg. die an bas Reichs Ministerium bes Innern in Berlin und in Abschrift an die Schunbkampf- stellc des Oslbundes ebenba geschickt wird. Sie ve langt angesichts des erneuten A nvach' ns der Schund- und Schmutz iicrutur die Schaffung e.nes Gesetzes zurDekämpfungdes Schmud- zes in Wort und Bild, sie bittet das Reichsministerium dringend, dafür besorgt zu sein, dah bet vor 3Va Jahren eingereichte Gese^entwurf alSbald dem neuen Reichstag vorgelegt wird. eu. Beuern. 3. Dez. Rachdem als erste die Demokratische Partei eine Wahlversammlung abgehalten hatte, in der Fortbildungsschullehrer H u f aus (Sieben über die notwendige Fortführung der Erfüllungspolitik und Erhaltung bet Republik sprach, hatte die Sozialdemokratische Partei für ihre gut besuchte Der- fammhmg Dr. Strecker zum Redner. Eine Diskussion fand nicht statt. 'Beuern, 2. Dez. In bet ©ntcraloer* fonrmliing des DolksbilbungsvereinS. über die wir am Di.mstag schm kurz b richt ten. wurde auch ein Arbeitsplan für ben k>mm.n en Winter auf gestellt und über bi? 2Irbc t in letz en Dereinsjahr b.richtet. Die Mi gl e. erzähl bett, gl gegenwärtig 250. Don Dorträgen des lehren Jahres seien besonders erwähnt: Assessor Bocher von der Grünberger lanbwirtschafllichen Wi itet» schule über „Kal kdüngung auf Wielen- und Ackerland", Herr Büttner V)N (Sieben über „Aberglauben. Hexerei und 3 au berwesen" Dr. Müller von Gieben über ^Funkwesen" (Radio), Lehrer Schmoll von Elpenrod über »Fremdenlegio n", DolkS- fchriftsteller Hch. (Hau m a n n von Ranz hausen über „Sang und Klang in Lieb und Leid" und andere mehr. Mehr als 30 Teil- rtebmer der Jugendabtellung beuchten unter Führung von Lehrer Rau die Edertallperre, Kassel und Wilhel!nShök)e. 3m komme B n Ja ;r wird die 3ugenbc»bteituig unter b r gleichen Führung nach Thüringen wandern. Der Errichtung einer Wanderersparkasse wurde zugestimmt, so dah jedem Reiset.ilnehmier jetzt schcnr (Setejenbeit ff'* geben ist, für die vorgesehene Wanderung ®.> sparnisse anzulegrn. Dom Kr i3amt (Sieben tourte ein ‘betrag v n 8 Mk. üb.rwi>sen zur Färderang der Dollsbibliolhek. Aus der Dereinska^se genehmigte die Gei.eralversammlung Wei cre 50 All. Kreis Ariedberq. 2$. Dad-Rauheim. 2. Dez. Die Wellen des Wahlkampfes schlagen schon irich mc r so hoch, wie in den ersten Wochen. Eine getobte Interesselosigkeit und Müd.gleit Hal in den breitesten Schichten der Bevölkerung Platz gegriffen. Die Versammlungen der letten Tage waren schwächer b.sucht, als die voraus^ g ;n^.- ne.i Derstmimlungen. von denen wir verichteteu Der Derlaus war ru'ng, zu nennenswerten Aussprachen tarn es nicht. In der Kommunistischen Partei sprach vor s.-hr f htoach bcsuchlcr Txrfammlunj der Ca.ü>tag&ibg. Dr Greiner, der vor allem die ablehnende Haltung seiner Partei zum Dawesgutachten zu rechtfertigen suchte. In der zweiten Wählrvers.-mmlung der Deutschnationalen Dolkspartei de- hondelte Dr. Lenz-Eiehen die wichtigsten Poll.iichcn Fragen, wäh.-en) Freiherr von Forst- nc r persönliche Erlebnisse und Eindrücke aus der Kriegs- und Rachkriegszeit schilderte. Don zwei öffentlichen Derfammlungen, die gestern abend flallfanben, war die des Zentrums noch am leidlichsten besucht, während die Rationalsozialistische Freiheitspartei für diese ihre zweite Dersammlung nur wenig Interesse fand. Das Zentrum httte Minister von Brentano als Redner g.wonnen. Der Redner der Rationaltezialist m war Haupt- mann Fleck. In den Orten der Umgebung b.gegncn d e Wechlv r ammlung-n rur rcrini e n Interesse. So war, wie wir erfahren, am Sonntag in dem groben Ort Schwalheim eine demokratische Dersammlung nur von 12 Personen besucht, ein kommunistischer Redner ,b:r gleichz llig in einen an"terei L ka'e sprach, hatte noch tre-iger Hörn? In dm La d- or'en sind vorwiegend der 'Baiembu b und dir S^zraldemokratie, daneben auch noch bi1 K mmu- nisten in gröberem Ma e durch Wahlversammlungen werben) tätig gnve ex Die a deren groben politischen Parteien sind bis jetzt auf d m Lande wen ger hnev rg t eten. S ellung zu bei bevorstehenden Wahlen nahm auch ei e rech! gut le u-tte Der'ammsung des Hausbesiyerver eins, in der Architekt Ric 0 laus - Gieben einen längeren Dort 101 über wichtige 2a 'erfragen hielt und die Hausbesitzer zum Dch'ub ermahnte, nur der Partei bte Stimme zu gebm. die für die freie Wirts chaf t eintre e An der A.s prache b teiligte sich auch der Dorfichende des Eieb ner £aifbe t'ertxTei s Laun 5 pach. — Es ist i em Dortrag S- und Mufjkoer- ein als ein grobes Derdienst anzurechnen, dah er wählend der Wintermonate für gite Un e - Haltung Sorge trägt und damit nicht nur der Einto hner'chaft. knbern auch den noch anwe erden Kur rasten Etu iden toirfliber E Hou g und wahrer Erbauung bietet. So hat der Deröln in drei Kammermusikveranstaltungen, bte als Morgenfeiern im Kurhaufe stattsanden, die sämtlichen Beethovenschen Sonaten zur Ausführung gebracht: die letzte zog am Sonntag eine anseyMtMe öemvmPc an.Nein Andacht ben groben Werken des Meisters lauschte. Die Feier err ichte ch en Höhepunki mit der Kracher- 6onate. Die aus:uhreicden Kunstl r. Kon-errmei- fler Otto Drumm unb ÄaxlLnci ler R 0 lenst 0 ck Dom Landeslheaterorchester in Darmstadt, führten in Vollendeter Wei e in das Reich Beet- H.DenS. Der da.kbare Be.sall. den sie ernteten, trat wohlverdient Die Kammermusikaul ührun- gen waren ein Ereignis im mullkaliscchen 2t.cn unserer Stabt. Die nächste Beranslaltung des DortrazS- unb Mu^ikvereios i t ein D 0 rtrag , der sicherlich auch einen reichen Kunitga ub bieten wird. Prof. Paul © ch u b r i n g-HMrnvver wird in einem Lichtb.ldervortraz über .Die FreSken Michelangelos in der Sixtinischen Kap eite zu Rom "sprechen. — Zugunsten eines zu errichten- Kriegerdenkmals für die im W ltkrioge gefallenen ©ohne un erer Stadt veranstaltete die Bereinigung ehemaliger 116er einen Unterhaltungäabcnb Gin schö es Programm b t beite Unterhaltung D r Ge'an^verem .Fr hinn" unter ßeiai ig von Lehrer W. Bechtolshei- mcr erfreute mit einer Reihe trefflicher Chö c, von denen .Der FremderÜL^ionär' von Marx und .Den Gcfall nrn" von F. Wendel von t es- ergreifender Wirkung toanen. Diel Ank ang fanden bte von Mitgliedern der Itereinigung. gut cinfhibiertcn Tboterstückchen .Die Schwiege - mutter im Scl-ilderhaus' und »Herr Leh er. ich muh mal raus!" Der D rsitzenbe der Der^-in.gung ©tubienrat Dr Ä n i e r i e m .hielt eine gebamen» reiche Ansprache. Für ben Dcnkmalfonds wird ein schöner Grundstock gelegt worden lein, denn die Turnhalle war bis zum letzten Platz gefüllt und eine Tombola brachte anschnliche Erträge ein. Krcis Schotten. § Ulrichstein. 2. Dez. Gestern wellte eine Kommission von hier, bestehend aus Bürgermeister, Pfarrer, Dertvetern von OrtS- und Kirchenvorstand, in Frankfurt a. QH.; das dortige Diakonissenhaus beicht ein Geläute genau in der Tonlage wie cs bte Gemeinde jetzt an- schafsen will. Durch besonderes GntgegorkommLn wurde das Geläute vorgeführt und befriedigte sehr, so dah jetzt in dieser Sache weitere Schritte unternommen werden können. Kreis Alsfeld. >4 Alsfeld, 3 Dez. Stadtvorstands- sihung. Mitteilungen: Der Dorschende gab bekannt, dah am Donnerstag, 4. Dezember, in Treysa eine Besprechung der zuständigen Bürgermeister-i tt. decDe lehrsorganisationen und der Landrate von Ziegenhein, Kirchhain mit ben Oberpostdirektionen Kassel und Darmstadt wegen Errichtung von Postkraftwagenlinien stattsinde. Zur Erörterung statrden dre Linien Alsfeld—Reu stabt undTrehsa — Alsfeld DcvS Kreisaml AIs,eld und die Stadt Alsfelb seien zu der Besprechung eingeladen. — Ein Gesuch der Hugo Stinnes-Riebeck- Oelhandelsgesellschaft wegen Errichtung emer Strahentankstelle für Benzin wurde für ben Platz Ecke Mamzer Tor und Schnepfenharn gegen Zahlung einer noch zu vereinbarenden Platzinjete genehmigt. — Derschtedenc Mtetverträge für Bewohner in städtischen Häusern wurden genehmigt — Eine Reklamation der Holzfirma Geb r. Wallach wegen Heranziehung zu den Stradmbaukosten für die Erbauung der Hochstrahe wurde zur nochmaligen Prüfung, insbesondere nach der rechtliche Seite, an die Bau ko mm iss ion zu rückverwiesen. — Verschiedene Kreditüberschreitungen für die Herstellung unb Anlagen an dem neu geschaffenen Sistetch wurden genehmigt. Aus Antrag des Bigevrdneten D 0 g e l e y erhält ber Teich den 07 am en „Svlenteich" mit Rücksicht darauf, dah er in der Olähe der städttschen Anlage „In den Erlen" liegt. — Ein Gesuch um Schadensersatz von Kartoffeln durch etn- gebrirngeneg Wasser im Keller eines Bewohners der Fuldergasse wird der allgemeinen Konsequenzen wegen abaelehnt. — Die Reuregelung der Dienstraution des Stadtrechners findet ihre Erledigung dahin, dah man sich mit einer Sicherang^übereignung seiner Mobiliareinrichtung im Werte von 2000— 3000 Mk. begnügt. Rach ben beseitigen gesetzlichen Obestun- nrangen muh eine Kaution gestellt werden. — E r- bauung einerHalleaus dem Fe st platz. Zu den eingereichten Bauplänen hat das Hochbauamt Alsfeld verschiedene Abänderungsvorschläge gemacht, die der Daukommission brachtl'.ch erschienen. Demzufolge bJchloh man nachträglich, noch ein Podium in die Halle einzubauen, bas zur Dorführung von lebenden Mldern ufto. dienen und auch als Tanzboden OZerwendung finden kann. Mit ben Arbeiten für die Erbauung der Halle ist begonnen worden. Dabei teilte der Dorsihende verschiedene ^Submifswnsblüten" mit, d e bei der Feststellung der Angebot? für die Erd- unb 'Betonarbeiten vorgekonnnen feien, die Angebote seien von 10 000 bis 21 000 Mk auseinandergegangen. Die Ausführung der Erd- und Obelonarbeiten wurde der Gesellschaft für Beton- und Eisenbetonbau in Giehen übertragen. — Dersch ebene Rechnungen wurden ohne Debatte genehmrgt. — In ntchtöffentticher S huttg wurde ein Aus- htlsSsicherheitswächter angenommen. Äreis Wetzlar. eu. Wetzlar, Heute fand in Göts Garten die Dekorierungsfeier deS D. H. C. Wetzlar statt. Der Dorsihende, D. H. C.-Bruder Eiden konnte nicht nur die zahlreichen hiesigen Gäste begruben, sondern auch solche der Rachbarztoeigvereine von Butzbach, Hüttenberg, Puseckertal, Cumbatal und vom Taunusllub BraunselS. Die bolbene D. H C.-R adel hatten sich 6 Mitglieder durch ihre eifrige Beteiligung an den Dereinswanderungen erworben: diese Auszeichnung erhielten die D. H. C.- Schwestern und -Brüder in besonders feierlicher Weise überreicht. Ein auserlesenes Programm sorgte für eine gute Unterhaltung. Hervorzuheben sind die DortragSstücke (Lustspielouvertüre, .Unter dem Lindenbaum. Potpourri aus der Oper .Dec Troubadour") der Wetzlarer Mandollnen- oercinigung unter ber Leitung von H. Ziegler. b e 2tezitatio en Dr. Wamsers - B.hbach und Dorträge des D. H. C.-Dichters Gg. H e h- Leihgestern aus feinen Dichtungen. Eine flott» gefp lke Cbereite .Liebe diplom ttien", erntete starken Dttf-ell und machte den Spielern. Mitgliedern des D H. C. Wetzlar unter ber Leitung von D H. C -Bruder H edd erick). alle Ehre. Ein Heiner Ball beschloss die toürbtg verlaufene Feier. Hcsscn-Rassau. K. Frankfurt a. M.. 1. Dez. Die hiesige Ortskrankenkasse zählt 176003 Mitglieder, von denen ungefähr 3,6 Prozent die ftän- biae Krankenziffer bilden. Diese 6300 Personen bedeuten für die Kasse eine sehr starke Belastung, da sich der Ätxmtenftonb des vorigen 3atref z. D. auf 3000 Personen hiall Infolge des doppelten KvantensdmdeS sind dte Ausgaben für Krankengeld, ärztliche Plleac und Arzneünittel so hoch, dah die Kaffe in den letzten Monaten erhebliche Beträge aus ihren Reserven entnehmen muhte. An eine Herabsetzung der Beiträge, dte augenbttckllch 7 Prozent bt* Arbeitsverbienstes betragen, ist daher nicht zu denken, da schon so das Defizit eine» Monat» über 1 00 000 Mark hinausgeht. Die Kaste führt ihre schlechte Lage aus die all* gemeine wirtschaftliche Lage xuruef. da immer noch sehr viel Kurzarbeit herrscht) besonders sei bic DersicherungSgrenze bet einem monatlichen Einkommen von 200 Mark zu niedrig bemessen, da jetzt wieder viele Angestellte durch neue Gehaltserhöhungen ausscheiben Zunächst toerben daher bte DeitragSleistungen der freiwilligen Mitglieder, die 14 Prozent des Gesamlbestandes auSmachen. erhöbt werben da diese einen verhältni-mästig (ehr niedrigen Beitrag zahlen. Dabei ist statistisch nachgewiesen, dah besonders die weibllchen freiroilhgen Mit glieder dte Kasse viel stärker belasten, al» die Pflichtmitglieder. Don Wichtigkeit ist besonders die Tatsache, dah am 1. Dezember eine neue Derordnung ber Reichs reg.erung in Kraft tritt, wonach in Zukunft keine Erwerpslosenbeiträge zu zahlen sind für die Hausangestellten, die in bic häusliche Gemeinschaft des ArbettaederS auf genommen sind. Der Ornat des allchristlichsn Kaisers. Dortvag Professor D r Delbrücks im Ober» hrsfischen GeschichtSverein. Herr Professor Tr. Delbrück wies zu Beginn feines Dortrages über den Ornat de» alt- christlichen Kaisers darauf hin. bah im Gegensatz zu früher bte byzantinische Kunst, die durch Jahrhunderte als starr unb üb rlHeben nur 1 ,4er dem Gefichiswuckel von Dorurie.len lnaten stammen muh. das andere ein tounbenr Cer Türki en» köpf aus Florenz, der Aua»istuS darstellt. Dem Dortrage dankt reicher Beifall. Dr. Waldrach t. GkschSfttichcr. — Weihnachtssorgen und Weihnachtsfreuden. Zu den Weihnachtssorgen gehört die Frage, wie man bei ben teuren Dutter- vreisen Kuchen unb Weihnachtsgebäck Herstellen soll. ES bietet sich hier aber ein vorzüglicher Ausweg durch Derwerrdunq der neuen Feinkost» morgarnc ».Schwan im B'auband", welche llch gerade für Backzwecke befonber» eignet. Kuchen und sonstige Weihnachtsbäckereien geraten mit ihr ebenso gut wie mit Butter. 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Die Aussehen erregende Wendung in den Ermittlungen, die gestern morgen gerüchtweise verlautete und in den Mittagsstunden des gestrigen Tages durch daS Talgeständnis dahin zur Gewißheit wurde, daß Direktor Angerstein selbst der achtfache Mörder ist. veranlaßte un4, ein Mitglied unserer Redaktion gestern nachmittag nach Haiger zu entsenden, um dort durch eingehende Informationen an mastgebender Stelle und Erkundigungen bei angesehenen Bürgern unseren Lesern einen zuverlässigen Bericht Über da» grauenhafte Geschehen zu verschaff. Schon bei der Einfahrt in den Bahnhof Hai - fltr sieht man auf der dem Bahnhof gegenüberliegenden sanft ansteigenden Höh« die Stätte der furchtbaren Tat liegen ES ist ein zweistöckiges, in nettem Land- hauSstil gebautes Wohnhaus auS grauem Sandllein mit freundlich leuchtenden grünen Fensterläden und Dorgarten. Die Parterreräume dienen Bureau^wecken, das Obergeschoß und die Man- sarderrzimmer enthalten die Wohnungsräume des Direktors. Das an und für sich nett wirkende Bild des Hauses wird allerdings jetzt durch den nahezu ganz abgebrannten Dachstuhl stark beeinträchtigt. Die Lage des Hauses ist keineswegs so einsam, wie man sie sich nach den bisherigen Berichten vorstellen muhte. Etwa 200 Meter schrägüber des Hauses liegt daS Bahnhofsgebäude, in dem der Bahnhofsvorsteher wohnt und weitere Beamte stündig Dienst tun, etwa 150 Meter seitlich auf gleicher Höhe, nur durch eine Wiese getrennt, liegt daS Wohnhaus des Direktors Müller, und an dem Hause der Tat vorbei wickelt sich um die Zeit des Geschehens immer noch der Eisenbahnbetrieb ab Schon diese Tatsachen wollten den kritischen Betrachtern der Dinge, den berufenen Beanrten, von vornherein nicht übereinst Immen mit der von Angerstein behaupteten, sonst aber von niemand bemerkten Anwesenheit einer Räuberbande. Der Hergang der Dinge am Montagabend nxtr wie folgt: Gegen 6 Uhr hörten di« im Stationsgebäude diensttuenden Bahn beamten undEin- wohner des Müllerschen Hauses von der Wie,« zwischen dem Angerstciuschm und dem Müllerschen Grundstück her laute Hilferufe. Als man schleunigst an Ort und Stelle erschien, fand man Anger- stein mit Stichwunden am Boden liegend vor. Er lief den Helfern zu, er müsse sterben, ste sollten ihn liegen lassen, aber seiner Frau im Hause bei- ftehen, denn im Haufe seien 20 Einbrecher. Während einige Leute — die Zahl der Heyer hatte sich schnell vermehrt — den Verletzten in das Müllersche Haus trugen, eilten andere dem Anger- steinschen Hause zu. aus dessen Dachstuhl gerade die Flammen herauSloderten und in dessen anderen Zimmern auch die Gardinen au brennen anfingen. Die Helfer drangen schnell In das HauS ein, In dem von Einbrechern keine Spur zu sehen war, dagegen aber die acht Leichen gefunden wurden. Die in den Zimmern brennenden Gardinen wurden heruntergerissen und die Flammen erstickt, den Dachstuhlbrand löschte die mittlerweile herbeigeeilte Feuerwehr Zur Freimachung des Weges für die Feuerwehr wurden die Leichen unter der Aussicht der Polizei und Gendarmerie auS dem Hause geschafft Angerstein selbst war zunächst vernehmungsunfähig. Roch am Abend trafen der Untersuchungsrichter auS Dillenburg und etwas später auch der Dertreter der Staatsanwaltschaft inLimburg am Tatort ein. Veranlaßt durch Angcr- sreins Ausruf von den 20 Einbrechern hatte man sofort die Gendarmerie- und Polizeibehörden und die Eisenbahnstationen in weitem Umkreis zur Dersolgung und Festnahme der Täter alarmiert. Die Ermittlungen begannen alsbald mit aller Tatkraft. Am Dienstag in den frühesten Morgenstunden trafen der bekannte Frankfurter Gcrichtschemiler Dr. Popp und Frankfurter Kriminalbeamte ein. Bei den Ermittlungen knüpfte man u. a. an mancherlei Anhaltspunkte an, die schon vom ersten Augenblick des behördlichen Erscheinens ab höchst merkwürdig erschienen waren: so z. B. daß die Leichen schon starr waren, daß der sehr scharfe Wachhund, ein Deutscher Schäferhund, erstochen dalag, ohne daß irgend jemand von einem Wüten des Hundes, das unbekannten Personen gegenüber doch zweifellos eingetreten wäre, etwas gehört hatte: das Tier mußte es also nur mit einem ihm vertrauten Menschen zu tun gehabt haben. Weiter wurde von manchen als auffällig angesehen, daß Angerstein selbst am Montagvormittag die Backwaren und die Milch durch das Fenster hindurch abgenommen hatte. Gravierend war ferner eine Feststellung Dr. Popps auS dem Inhalt einer mit blutigem Waschwasser gefüllten Waschschüssel und an dem zum Händetrocknen benutzten Handtuch. Rach dieser Feststellung ergab sich für den Fachmann der einwandfreie Schluß, daß keine Bande, sondern nur ein einziger Täter in Betracht kommen konnte. Weitere Feststellungen machten die Annahme einer Bandentat noch stärker hinfällig und führten dann immer mehv auf Anger st ein felbst als Täter hin; so z^D. Fingerabdrücke an den Mordwaften, einem Beil und einem kurzen Infanterie-Seitengewehr, wie es im Kriege vielfach getragen wurde. Bereits am Dienstagnachmittag stand für Eingeweihte die Mordschuld Angersteins fest, aber noch leugnete er alles ab. Erst am gestrigen Mittwoch leugnete er alles ab. Erst am gestrigen Mittwoch- mlttag gelang es, daS Mordgeständnis Angersteins zu erhalten. Sein Geständnis ist voll- st ä n d i g , und er liegt nun im Haigerer Krankenhaus als Polizeigefangener in Haft. Der Verbrecher hat feine best ialische Tat bereits in de r Rächt zum Montag begonnen und dann im Laufe des Montagvormittag feine Opfer anscheinend nacheinander umgebracht. Am Montagabend beim Fund der Leichen war beim auch schon, wie oben bemerkt, bei allen die Totenstarre eingetreten, fo daß allein schon hierdurch die von Angerstein aufgestellte Behauptung eines eben erst erfolgten Aeverfalls und Mordes hinfällig geworden war. Die Opfer dieser bestialischen Tat sind: Frau A n g e r st e i n, geb. Barth au» Wetzlar, deren Mutter Frau Witwe Barth und deren 18jährige Tochter, bis vor kurzem in Wetzlar wohnhaft, daS Dienstmädchen Minna Stoll" auS Haiger, der Dureaubecwtte Diethardt auS Riederfcheld, der jung verheiratet war und mit feiner Frau ein drei Wochen altes Kind zurückläßt, der 17 Jahre alte Bureau- beamte Heinrich Kiel aus Haiger,der Arbeiter Alex Geiß aus Haiger und der Gartner Rudolf Darr aus.Dillenburg, beide in der Mitte der zwanziger Jahre. Wie man aus nichtamtlichen Aeuhcrungen entnehmen farm, hat der Verbrecher in der Rächt zum Montag seine Frau und seine Schwiegermutter und am Morgen das Dienstmädchen in einem Mansardenzimmer umgebracht. Hierauf hat er offenbar nacheinander die eben zum Dienst eingetretenen Bureaubeamten ermordet, denn beide hatten noch ihre ileber« zieher an. Seine junge Schwägerin, die nach einem Sonntagsausflug bei Bekannten in der Stadt geschlafen hatte, hat der Anmensch am Vormittag sofort beim Betreten des Hauses nicdergemacht. Dann schlug er noch die beiden Arbeiter nieder, die er unter einem Vorwand ins Haus gelockt haben soll. Rach den Verbrechen, zu denen er daS Dril und daS Mester benutzte, hat er die Opfer mit Benzol begossen, ebenso die Zimmer und deren Einrichtung, um dann am Abend durch die Brandstiftung seine Scheußlichkeit zu verdecken. Daß die Angestellten und Arbeiter mittags daheim nicht vermißt wurden, soll darauf zurückz führen sein, daß sie öfter mal plötzlich zum Hauptwerk in Wissen fahren mußten bzw. während der Mittagspause an der Arbeitsstelle verblieben. Der Mörder steht in der Mitte der dreißiger Jahre, er ist aus Dillenburg gebürtig und vor etwa 3 Jahren von Dillenburg nach Haiger gekommen. Um das volle Gelingen seines scheußlichen, nach den Er- mittelungsergcbnicken offenbar ganz planmäßig und raffiniert ausgeklügelten Vorhab ns slcher- zustellen, soll er sogar d.e Wasserleitung bet feinem Hause unterbrochen haben, damit die Löschung des F.uerS erschwert, wenn nicht gar unmöglich werden sollt«: fest steht schon, daß er sich an der Leitung zu schaffen gemacht hatte. Offenbar um sich ein Alibi zu verschaffen, hat er sich am späten Rachmittag in die Stadt begeben und dort Einkäufe gemacht, was man von ihm bisher nie beobachtet hatte: bei seiner Rückkehr begann er dann sein Gaukelspiel. Ueber seine Motive zu dem scheußlichen Verbrechen kann die Behörde bis zur Stunde noch keine Auskunft geben. Richt etwa zur Entschuldigung des Mörders, sondern nur als Tatsachenregistrierunz sei hier bemertt, daß seine F.au schon seit mehreren Jahren magenleidend und infolgedessen körpe (ich sehr zusammengefallen war und daß dieser Lei- denSzustand der Frau dem Täter s hr zu Herzen gegangen fein soll: selbstredend könnte auch dadurch in gar keiner Weise die Beurteilung der Tat gemildert werden. In der Einwohnerschaft war Angerstein beliebt und allgemein geach et, sein Leumund soll auch als Kaufmann untadelig gewesen sein. Roble Pastionen und der Alkohol sollen bei ihm nie Vorgelegen haben, nach dieser Richtung hin rühmt man sogar seine Bescheidenste ck und Enthaltsamkeit. Allerdings habe er um sein Wohnhaus herum mehrfach Land gekauft, aber das habe wohl kaum für ihn zu einer finanziellen Ueberanspannung geführt. Reben seiner Solidität im allgemeinen wird seine Frömmigkeit als Mitglied einer Sette besonders hervorgehoben. Ob etwa Geisteskrankheit vorliegt, hat natürlich der Arzt zu entscheiden, bisher aber und auch jetzt noch macht der Mörder auf den Laien nicht den Eindruck eines Geisteskranken. Wo also die Beweggründe zu dem abscheulichen Verbrechen zu suchen sind, kann der nicht in der behördlichen Untersuchung Stehende heute noch nicht erkennen. Hoffentlich wird man in die 2age verseht, auch darüber der Oeffemlichkeit bald Aufllärung geben zu tonnen. Die Verletzungen deS Mörders rühren von ihm selbst her. Gr hat sich einen Stich von unten her In den linken Unterarm und einen Stich in den Leib versetzt, der den Magen troff und dadurch sehr gefährlich wurde. Die sofortige Operation am Montag abend im Haigerer Krankenhause beseitigte die akute Gefahr, und jetzt befindet sich der Mörder den Verhältnissen entsprechend wohlauf. Ob er mit dem Bauchstich Selbstmord verüben, oder nur „mimen" wollte und das Letztere zu derb ausgefallen ist, ist natürlich in der Bürgerschaft nicht bekannt. Erwähnt sei in diesem Zusammenhang noch, daß Angerstein seine Geschäftspost vom Samstag noch nicht erledigt hatte und daß der Geldschrank nach der Tal unberührt vorgefunden wwurde. Di« Erregung in der Bürgerschaft Haiger» war namentlich am Montag abend und in der Rächt zum Dienstag sehr groß, woran nicht allein die furchtbare Tat. sondern auch daS Gefühl größter öffentlicher Unsicherhett infolge der Räubeibandeiigelchichte des ruchlosen Veib.^cherS schuld war. Viel« Leute Haigers haben in der Rächt zum Dienstag nicht gewagt, zu 'Bett zu gehen. Im Laute des Shenäkig» und auch gestern wurde wenigstens das Vertrauen in die DertehrS- sicherheit wieder heogestellt $umal dann noch bekannt wurde, daß man «s hier mit einem gemeinen Schwindel des abscheulichen MörderS zu tun gehabt hatte. Trotzdem zittern die Wogen der Erregung ganz besonders in Haiger noch nach, die aber nun ausschließlich der bodenlosen Schurkerei dieses bisher so sehr geachteten Menscher gelten: überall in den Straßen standen gestern nachmittag Gruppen, die da» schreckliche E via» nis eingehend besprachen. Der starke Polizei- schuh, der seit Montag abend in Gestalt verschiedener Schupoiormationen und zahlreicher Kriminalbeamten aus den großen Städten nach Hui- ger verlegt worden war, wurde nun weitgehend abgebaut. Hoffentlich findet die bestialische Tat dieses wüsten Verbrechers die gerechte Sühne! * Ueberfübrung des Mörders nach Gießen. Im Laufe der Rächt zu heute ist der Mordet mittels des Gießener Sanitälsautos von Haiger nach Gießen in die Klinik überführt worden. Wir hatten Gelegenheit, eine i der Begleiter des Transports, der sich mit dem Verbrecher unterhalten hat, über se ne Gind ucke von dem Menschen zu hören. Der Herr berichte'e rms, daß Angerstein auf die verschiedensten stets ganz klare und wohldurchdachte Antworten gegeben hat. Sogar auf Gesprächsgeb ete, die ganz abseits von der Tat liegen, z D. auf Angelegenheiten des Obst- und Gartenbaues, vermochte er in diesen Stunden seinen Gedinkengang umzuschalten und babn 'Antworten, ja sogac galc Ratschläge zu geben, die an Schärfe der Logik und Klarheit des Ausdrucks nicht das geringste Alt wünschen übrig lassen. Aus die F.age, uxivum er denn eigentlich d e f irchtbare Tat begangen habe, antwortete er, der leidende Zustand seiner F.au habe ihn so schwer angegriffen, und da habe er sie von ihrem Leiden erlösen wollen. Aus den Vorhalt, daß aber doch die anderen Ermordeten damit nichts zu tun hatten, sagte er. diese seien „auch böse Menschen" gewesen, d.e feinq Frau geärgert hätten, das Dienstmädchen habe immer alles anbrennen lassen. Der Gesamte.ndruck, ten die Begleitmannschaft bekam, wird babin^u» sammengefaßt, daß man es h er mit einem außerordentlich raffinierten Menschen zu tun hat, der sich seines Tuns genau bewußt ist und dessen Geistesfunktionen nicht die Anormalität zeigen, die er sich wohl beilegen möchte. Kirche und Schule. △ ReiSkirchen, 2. Dez. Feierstunden seltener Art durften gestern abend untere Gemeinde und di« zahlreich herbeigeströmten Gäste aus den umliegenden Orten erleben durch Vorführung deS Bethels ilms, der um 5 Uhr für die Jugend und um 8 llhr für Erwachsene in unserer Kirche gezeigt wurde. Mit anbächttgcm Staunen sahen die Zuschauer in technisch wie szenisch gleich vorzüglichen beweglichen Lichtbildern die gctoaltigen Anstalten, die der Glaube und die Lieve eines Mannes, das Vaters CB.'td- schwingh ins Geb.-n gerufen haben. Tief ergriffen waren sie von dem Jammer und dem Elend, das sich in diesen Anstalten jufammenbringt, und mit Bewunderung sahen f e, wie chrt lliche Siebe sich der Armen In rührender Treue und Barmherzigkeit annimmt und auch noch in das ermte Leden der so ganz mübf?l gen und beladenen Menschenkinder Sonnenschein zu bringen vermag. Durch Ansprachen und Gesänge wurden die einzelnen Akte w.rkungsvoll umrahmt. Die Kirche. b;e an diesem Abend zum erstenmal im Schein des elektrischen Lichtes erstrahlte (hoffentlich bekommen wir nun bald auch endgültig die so nötige Kirchenbeleuchtung und -Heizung), war za beiden Der» anstattungen überfüllt. Dem Beiheler L.eles' werk konnten an Elntrtttsg.llern und Kollekte insgesamt 235 Mark zu gewiesen werden. Die rote Kaschgar. Roman von Fedvr von Zobeltitz. 9. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Hellmut hob die Hände. „Ich bitte dich, Schwester — keine Erregung," sagte er „ilnb wozu zweckloses Grübeln ub:r geschehene Dinge? 6ie lenkte ein und wurde ruhiger. „Es ist nicht zwecklos. Hellmut. Es ist ein Suchen nach Klarheit de« Em. findens Was du da vorchm I äußertest: über Gerts Schöntuerei mit g-bgeu- lieber Selbstlosigkeit — ich glaube, das trifft auch in diesem Falle zu. Dazu kommt seine Erob-° rungssucht und vielleicht noch ctnxiS: das allzu : leichte Spiel, das er mit mir hatte. Ich gab mich so, tote ich bin. Ich hatte den Menschen lieb und oerb-vrg es nicht. Ach ja, es mag mancherlei zusainmengefl ff en sein was ihn veranlaßte. mit mir zu brechen. Wohl auch meine Armut. Gewiß, auch Frei)e ist arm wie ein Kirchenmäuschen. Aber wollt« er sie denn heiraten? Rein — er wußte schon damals, daß ihre Mutter das nie zugeben würde. Sie war ihm im Augenblick nur Mittel zum Zweck. Er wollte mich loswerden — und da kam ihm die Tvazik ihres Schickals grade zurecht, um ich ihr als tröstender Apostel zu nähern. Es war ein grausames Spiel — und das frerge/fe ich ihm nie!" Sie setzte sich wieder. .Sorge dich nicht. tellmut,“ sagte sie in gleichmäßig klingendem entfall .daß mich wieder die Rerven fortieißen könnten.' Es kommt ja zuweilen — wie ein We.ter- fdjfag wie ein Aufruhr in der Ratur — aber es ist vorüber . . Die Lösung ergab sich von felbit. Es war em langsames Absädelln. Er ver.mch- ILssigte mich. War er in Groh-Ponar, so lieh et kaum noch etwas von sich hören, schließlich schrieb er auch nicht mehr. Sein letzter Brief war die Antwort auf meinen Wunsch nach E.ft° schcidung Eine sehr luftige Antwort, ein spa ig:r Brief voll netter Wendung m, aphori tt ch, s ch- findig gewollt gei treich und desba.b lävpt'ch. Hit der Schluhkadenz: der Flirt mit mir fei d ch zu reizend gewesen, um ihn durch eine Hella $u verbürgerlichen. DaZ war das Ende m iner j ersten und letzten Leidenschaft. Vergißt man so ' VfcafcT 1 .Du kamst darüber fort," entgegnete Hellmut, .das ist wichtiger als das Vergessen." .Gewiß," gab sie zu, .ich komme über das Herzeleid fort. Ich bin ja kein Schwächling. Man geht nicht mehr in ein Kloster, wenn man sich lebendig begraben will. Ich hatte mein Stifts- anrecht auf Wesenburg. Ein Jahr lang na m ich den Kampf mit meinen Rachteulen auf. Kein Vergnügen bei der ewigen Rör eisucht der allen Jungfrau. Aber ich siegte. Als ich herkam. bitte der Administrator, der vorige, die Macht in den Händen, stähl wie ein Rabe und 1 gte der Domina gefälschte Quittungen vor. Ich kam laE> hinter seine Schliche und lieferte ihn dem Staatsanwalt aus. Meine Huchlwoiberchen waren schließlich doch froh, daß ich mich der Geschichte cmrehmen wollte — aber als der Konvent zusammentrat. gab es vierer Zwi tracht uite. d n Parteien. Die Taten vom Stamme M'yding waren natürlich für mich, die Hora chen cr lirten, ich sei noch zu jung, um mit der Würde der Reise das Stift zu vertreten. Run griff ter Onkel in Groh-Prnar, immer gefällig, ein. Er schlug vor. die beiden Tanten Amanda das ist die mit dem Stock chnupfen, und Gundesch n. dos ist die Lahme, zu stellvertretenden Aeb.issin:en ernennen zu lassen, und darauf biß ihr Ehrgnz an. Sie dürfen nun das Stiftstreu-i auf der Herzseite tragen, ab:r weiter tun sie nichts." Die Arbeit bleibt dir,' schallet« Hell mut ein. 'Bleibt mir. und es ist mir aui) lieb so. EZ ist eine gewaltige Arbeitslast, es ght alles durch meine Hände. Aber es ist ci.re gesunde Askese und eine vornehm? Tugendübung. Ich bin hier die Herrin. Ich brachte auch Leben tn die Bude ich habe meine Lemuren aufgekratzt, ‘»»im letzten großen Manöv r wimmelte es an Schloß von Offizieren — die Wesenaurg steht jetzt im Mittelpunkt der Geftlligke.t, wir geben Diners wir geben Gartens.ste. wir hatten auch einmal'den Rrgmten hier, es ist ein tergnug es Kloster qetocraen. und selbst m inei ältesten Rönnen fährt Lebenslust tn das Geb in, toe.in hie Sporen der Dr.mnschweiger Huterei durch die Zimmer flirren und die Defraaren einen Kranz um 'ie bilden. Allerdings, den Romilcin zuliebe kommt man wohl taunt auf die Wesen- burg. Aber ich frabe einen vorzüglichen Koch. und im Stifiskeller lagern noch Weine, von denen Onkel Hora meint, sie verdienten besungen zu werden . . . Doch nun dein Auftrag, Hellmut. Wir follen bei der Hochzeit Gerts zugegen^ lern'?“ „Man bittet darum. Es ist fonjl niemand geladen. Es wär' auch umnöglich. Die Trauung findet vermutlich am Krankenbett Thedas statt." Alexe lächelt bitter, kein Lächeln der A gen, es war nur ein rissiges Zucken um die Winkel des Wundes. „Oft es nicht ekelhaft?" fragte sie. Hellmut hob die Schultern. „Ein kluger Hantel, nichts weiter." Die Aebtifin senkte den Kopf. Ihr Mienenspiel tourte starrer, tie Brauen fliegen zu .nunter, ein sinnendes Fältchen grub sich in die schöne Wölbung der Stirn. „lllnd gleich nach der Trauung,“ sagte sie und wiederholte: „Richt wahr, gleich nach der Stauung tr.tt Gert seine Reife nach Ehina an?" „Ja. Lexe. Flitterwochen gibt es in dieser merkwürdigen Ehr nicht!" „Wie lange bleibt er in Peking?“ .Ich weiß es nicht, aber sicher zwei Jahre oder länger. Möglich auch, daß der Tod seiner Frau ihn früher zurtickrufll“ „Armes Weib! Wclhe Komödie! Aber wenn sie nun nicht stirbt, Hellmut? ..." Ein lauernder Blick, voll bezähmter Dämonie, tair aus der Tiefe ihrer Augen den Bruder . . . „Ich befragte den Stiftsarzt, den alten Wagner, er hat Theda auch einmal behandelt. Der lag e, es lei eines jener Grenzleiden, gegen de die Wissenschaft fast machtlos fei. Ein Zurückbleiben der Entwicklung aus rätselhaften lllr'achen. Thrda ist heute noch Kind. Rur die Staut selbst kann da helfen. Sagt Wagner. 11 nb auch noch an.er Gefahren, wenn die Qiatur zu sturmi ch ch: Recht verlangt. Ich weiß nicht, ob du mich oerttef/L Gleichgültig! Jedenfalls spricht nichts gegen de Möglichkeit einer Genesung Thedas. Und dann ..." Sie unterbrach *ich und stimmte den Ton ab. „Sfaft du dch in Groß-Ponar schon einleben können? "fragte sie. .Ich bin erst zu kurze Zeit drüben,“ entgegnete Hellmut. „Es ist da viel zu tun, doch ich schaff' es Es ist ganz ähnlich wie hier, es ist I arg gewüstet worden. Vorläuf g habe ich mich im alten Inspettorhause eingerichtet und führe da meine eigene Wirtschaft. Ein paar Möbel habe ich mir aus dem Zusammenbruch retten können —“ „Auch deine berühmte MarkeTchammlung?" „Auch die. Die Gluubig.r vertannt^n ihren Wert. Aber ich war schon nahe daran, sie frei« händig zu verkaufen." „Hellmut, das hattest du kaum überlebt!“ „Schwer genug wäre es mir geworde.,. Doch da finb noch allerhand Läppertchllden . . . Karmst du mir ein paar Kröten leihen, Alexe?“ „Versteht sich," entgeg etc sie im> feite sich an ihren Schreibtisch, um eine Antoc-i u g aus u« füllen. Dabei sprach sie toeirtr: „Dei e Sammlung hat hohen Wert. Verkaufe sie nicht. Du hängst an der Spielerei. Sie ist dein Sorgenbrecher.“ „WenigsteTTs eine Adsenku-g von der Tagesarbeit. Auch nicht nur Spielerei . . .“ Er nahm die Anweisung und küßte Alexe die Hand . . . „Tauseird Dank, Schwesterherz. Ich zahl dir die Summe in Raten zurück." „Es eilt nicht . . .“ Sie stand ein paar Schritte halb'eitwarts vor ihm. In ihcem Dttck log aufmerksame Beobac^ung. Sie must rie ihn. Durch die Fenster fielen schon Dämm rtch .tten des Abends. Run erhob er sich, und sie schien zufrieden. Er war gut gewachsen, eine Reuer- figur, und hielt sich im Ba m seiner selbst. Das schmale Gesicht nicht bedeutsam, doch aon vornehmer Prägung. Die Augen sehr hübsch, von dem Dunkelgrau der Meydti gs, das sich g tegent- lich aufhellen und auch fast schwarz werden konnte. Aber die Züge ein wenig ernt Sei, gleichsam matt geworden unter einer La t Leiner und großer Sorgen. „Höre, Hell.“ sagte ste, „du mußt einen dicken Schlußstrich unter alles Gewesene ziehen. Du hast wacker genug gekämpft, um uns den letzten nicht gerabe üppigen Rest des alten Farnllien- besitzes zu erhalten. Daß du unterlagst, war nicht deine Schuld.“ „Ich war immer ein Pechvogel," klagte er. (Fortsetzung folgt) Die Jagd im Dezemoer. Don Edmund Scharein. Der Dezember i^t hinsichtlich der Auswahl beS zu erlegendm W ldes eiie: de-? Hauvt'agd- Monate des ganzen Jagdjahres. Die Ausübung der Jagd unö die Strecke i|t gerade in die.e.n Monat außer von der Größe des W ldbestandes, den jagdlichen Fähigkeiten des Weidmanns und Umftänben, die außerhalb menschlicher Berechnung liegen vornehmlich, vom Wetter abhängig. Denn wer die Aatur Jahr für Jahr aufmerksam beobachtet — eine solche Beobachtung muh wohl bei jedem älteren Jäger vorausgesetzt werden —, weih, dah gerade der De enbec einer der unwirtlichsten Monate ist. Der schöne Herbst ist hin, der Vorwinter, fast immer rauh und unbeständig, hat mit L türmen. Regen und Schneefällen seinen Einzug gehalten. Die kurzen, dunkeln Tage sche nen dazu angetan, die Racktheit der Aalur zu verhüllen. Don der hohen Jagd sind sowohl bei Rot- wie bet Damwild die Hirsche und das weibliche Rot- und Damwild frei. Ab.r die Jagd auf den edlen Rothirsch, dm König des Waldes, hat nicht mehr den Reiz, den die Birsch auf den Feisthirsch und den schreienden Hirsch zurBrunsl- ze.t ausübt. Der Höhepunkt der Jagd auf den Rothirsch ist längst überschritten. Auch der Dam- h i r s ch. der erst seit kurzem die zweite Hälf e der Brunst hinter sich hat, kann den Jäger jetzt nicht mehr fesseln, zumal er auch äuherlich durch die Brunst verloren hat. Die Jagd auf weibliches Rot - und Damwild sollte sich aber lediglich auf den aus jagdlichen Gründen notwendigen Ab- schuh beschränken. Hier müssen die Zahl (Relativ-) und die körperlichen Gigeftchaflen der in einem Revier vorkommenden Tieie den Ausschlag für den Umfang des Abschusses geben. Keineswegs darf dieser planlos erfolgen oder von dem Bestreben, recht viel Wildbret zu ernten, diktiert werden. Gm tüchtiger, erfahrener Hochwildjäger muh wissen, auf welche Stücke der Abschuh sich zu erstrecken hat. Der R e h b o ck in seiner grauen, unscheinbaren Winterdecke hat abgewor-fen, und allein dadurch (durch den Verlust seines Gehörns) jeglichen Reiz für den weidgerechten Jäger verlo en. Unb das weibliche Reh wild (von den Rehkälbern ganz zu schweigen), sollte Heuer ganz geschont werden: Zu viele Wunden hat dem Rehw.ld der letzte Winter geschlagen, und nur durch sorgsamste Hege wird es bei dieser Wildart in manchen Revieren möglich sein, einen noch einigermaßen guten Rehstand zu erhalten. Wo Unverstand und Leichtsinn ihr Spiel t eiben, da ist an ein Wiederhochkomnren der Rehstände nicht zu denken. Es hätte daher in der ganzen Jägerwelt berechtigte Freude erregt, wenn zum Schutze unserer elenden, geschun^e e i un) durch den left.n Winter hart müg-nommenen Rehjagden ein V e r- b o t des Abschusses von Ricken auf mindestens ein-' Jahr erfolgt wäre. Das Schwarzwild, dieser rührige Bewohner des deutschen Waldes, hat in diesem Monat seine Minnezeit. Wenn man bedenkt, dah alles rauh und derb ist bei diesem wehrhaften Wild, so kgnn es nicht weiter wundernehmen, dah die Rauschzeit in den wüsten Dezember fällt. Schön sehen die Schwarzkittel jetzt nicht aus: in der 'mastreichen Herbstzeit machten sie sich anders! Sowohl der Keiler als die Dache haben an Ansehen eingebüßt. Aber wrr je einen Keiler oder gar ein Hauptschwein zu dieser Zeit in freier r. Wildbahn gesehen, weih, dah das lange Gebräche .und die gefürchteten Gewehre, die Zeichen der y Wehrhaft gkeit noch mehr als sonst unsere De- . wunderung herausfordern. Die Riederjagd steht im Zeichen der Hasenjagd. Auf Anstand und Such» w.rd dem armen Lampe zu Le be gegangen, mehr als der Erhaltung und wetteren Fortentwicklung dieser Wildart zuträglich ist: denn auch die Hasenbestände haben in den meisten Gegenden im letzten Winter arg gelitten, und die ungünstige Witterung d:s Frühjahres und des Frühsomme.s hat die Fortentwicklung der Junghafen z. T. sehr beeinträchtigt. Daher gilt es auch bei der Jagd auf Mümmelm nm w.-isr Mäh g ing za üben und nicht auf alles Dampf zu machen, was sich an Hasen in den einzelnen Revieren zeigt. Denn die Folgen derart ger Witterungsunb.lden werden so rasch nicht überwunden. Ganz so schlimm wie bei den Rehen steht es jedoch um Mümmelmann nicht, da er ja bckanntlich unter nur einigermaßen günstigen Bedingungen sich rasch vermehrt. Vor allem sollte von jungen schiehwütigen Jägern nicht zu viel auf dem Anstand geknallt werden, wie denn überhaupt der Ansitz streng genommen nur älteren, erfahrenen Jägm. die genau wis'ea, wie weit sie beim Abschuh zu gehen haben, zukommt. Eines stol-en Wildes sei hier nch Erwähnung getan, des Fasans, des Edelfasans, ber zur hohen Jagd gerechnet wird. Der Abschuh der Fasanen — er sollte sich fast ausschlieÄich auf Hähne erstrecken! — ist ein jagdlicher Genuß, namentlich wenn er während der Treibjagd aus- geübt wird, an der nur gute Schützen (F sanen- schühen!) teilnehmen. Aber wohlgemerlt: Schieß- fertiglcit ist erforderlich. Man muß. sich eben diesem F derwild gegenüber „eingeschossen" haben. Manchen Jäger und sonst guten Fl g chützen sah ich zerknirscht, wenn der beschos,ene Hahn In seinem glänzenden Gefieder trotz zweimaligen Knallens unvrsehrt abstrich oder im beflen Falle einige Federn des gleisenden Spiels zurück- lieh. Vorhalten je nach Gewehr und Mimition, ist das erste Erfordernis, und berücksichtigen, dah der Fasan steigt, ist das zweite Erfordernis. Zum Schluh sei noch mit ein paar Worten des Raubzeuges gedacht. Reineke trägt bereits feinen kostbaren WinteBalg. Dieser möge aber nicht zu gar zu starken Rachstellen reizen. Auch das Raubzeug ist, wenn es nicht überhand nimmt, von Ruhen; puch ihm gegenüber beim Abschuh Mäßigung! Wirtschaft. Der Arbeitsmarkt im Oktober. Die bereits im Vormonat beobachtete günstigere Entwicklung hat während des Oktober nach den statistischen Erhebungen des Deichs- Arbeitsblattes im allgemeinen a n g e h a l t e n: die in der Jahreszeit begründeten Einwirkungen brachten allerdings eine gewisse Abschwächung mit sich. Die Zahl der Beschäftigten hat sich in ziemlich gleichmäßiger Weise weiter gehoben. Rach der Zunahme der Anmeldung bei den Krankenkassen ist eine Steigerung der Arbeitnehmer um 134 715 oder Um 1,1 Prozent zu verzeichnen (im Vormonat 1,5 Prozent). Sie Zahl der Ar-( beitsgesuche hat bei den Arbeitsnachweisen abgenommen, und zwar um 66 171 oder 4,4 Prozent. Auch die Arbeitszeitverkürzungen haben mit der Meßziffer 355 708 um 12,2 Prozent abgenommen. In der Erwerbslosenfürsorge ist eine Besserung in der zweiten Oktoberhälfte um 7,7 Prozent, in der ersten Rovemberhälfte um nur 2,2 Prozent zu verzeichnen. Bisher hatte sich die Landwirtschaft noch aufnahmefähig erwiesen, jedoch beginnt jetzt die Abstoßung der Arbeitskräfte mit ziemlicher Schnelligkeit. Leider entwickelt sich die Lage im Bergbau in der bisher ungünstigen Richtung weiter. Die stille Zeit bei den Jnnungskassen deutet auf die Stillegung des Baugewerbes. Die übrige Industrie und der Handel der Städte weist eine Aufwärtsbewegung im beschleunigterem Maße auf. Unter diesen sind es vor allem die Betriebe der Metallvcra beitungs-, der Maschinen- und Elektrizitätsinduikrie, die erhöhte Zahlen melden. Die chemische Industrie stellt weibliche Kräfte ein, ebenso die Holzindustrie. 2m Bekleidungsgewerbe gingen die Mehreinstellungen etwas zurück. Die Rahrungs- und Genußmittelindustrie weist zum großen Teil wegen der Zucker- kampagne außerordentlich starke Aufnahmefähigkeit auf; die Zunahme beträgt in dieser Gruppe 46,7 Prozent. Die Zahl der Arbeitsuchenden nahm zu im Verkehrsgewerbe, bei den kaufmännischen Angestellten und auch im Rahrungs- und Genüße mittelgewerbe. * * Frankfurter Maschinenbau A. G. vorm. Pokorny & Wittekind, Frankfurt a. M. Die G.-V. genehmigte die Gold- b i l a n z und die Umstellung von 63 Mill, auf 6,6 Mill. Rm. Stammattien und 390 000 Rm. Dorz'.'gsaktten. G gen die Derwe tung der Dorzugsakt en wurde mit 1710 Stimmen Protest zu Protokoll gegeben. Reu in den Aufsichtsrat wurde gewählt Generaldirektor Dr. Dögler. * Deutsche Effekten» und Wechselbank, Frankfurt. Das Akt.enkapital wird von 150 M ll. Mk. auf 7,5 Mlll. Rm. umgestellt werden, unter B ldung einer Rücklage von 1 Mill. Rm. Die Lage sei befriedigend. 11 HugoStinnes-Riebeck-Montan- unb Oe l werke A. - G., Halle a S. In der heutigen außerordentlichen Generalversammlung führte Tr. Edmund Stinnes zu der Zusammenlegung des Aktienkapitals von 100 auf 40 Mill. Mk. etwa folgendes aus: Bei den Riebeckschen Montanwerken haben die Kalkulationen die Hoffnung ergeben, in ca. zwei bis drei Jahren monatlich 350 bis 400 000 Mark Reinüberschuß im Hinblick auf die vielseitigen Kohlen- und Oelinteressen erzielen zu können. In Anbetracht der Geldverteuerung überhaupt bedarf es einer Verzinsung von 8 Prvz., um den Pari-Kursstand zu erreichen; eine Verzinsung von 10 Proz. ist nötig, um einen Kurs von 130 bis 140 Proz. zu halten, der andererseits auch nötig ist, um genügend kreditwürdig zu sein und Aktien» Emissionen zu placieren. Die beantragte Umstellung von 10:4 dürfte diesen Anforderungen genügen. Bei der Frage, warum ein Unternehmen wie Riebeck so scharf zusammen l e g t, ist daran zu denken, daß bei der letzten Kapitalserhöhung den Aktionären ein Dezugsrecht von einer jungen auf zwei alte Aktien gewährt wurde, wobei die Aktionäre kaum etwas gezahlt haben und dem Werk nodj weniger zu- geslossen ist. Rimmt man diese letzte Erhöhung aus, so handelt es sich um eine Zusammenlegung von 66 auf 40, also im Verhältnis von 10:6. Ferner ist zu berücksichtigen, daß die Steuern von heute rund achtmal so hoch sind, als im Frieden, daß die Obligationen-D.lastung rund 20 Proz. beträgt, daß ferner der Absatz in allen Produkten im In- und Auslande wesentlich schlechter geworden ist: weiter sei auf die teueren Zinssätze hingewiefen. Bei der Verschiebung der Verhältnisse im deutschen Real- besih hat dieser nichts gewonnen; das Betriebskapital ist überall mehr oder weniger aufgezehrt worden. Die deutsche Wirtschaft kann die übernommenen Verpflichtungen nur erfüllen, indem sie entsprechend mehr produziert als konsumiert, da wir weder Auslandsbesitz- Einnahmen erwarten dürfen, noch wie Frankreich mit Renten rechnen können. Unsere Zukunft liegt allein auf dem Wege derLeistungs- und Produktionssteigerung. Die a. o. Generalversammlung genehmigte daraus die Regularien und die beantragte Aktirnzusammen- tegung. Die beantragte Kapitalserhöhung um 10 auf 50 Mill. Gm. wurde angenommen. Sie soll vornehmlich zur Abgeltung einer Forde- rung der Firma Hugo Stinnes an die Gesellschaft im Betrage von 5,5 Mill. Gm. benutzt werden. Die regieren ben 4,5 Mitt. Gm. bleiben zur Verfügung der Gesellschaft. Gegen sämtliche Punkte der Tagesordnung wurde von zwei Aktionären, und zwar den Herren Kronenberg und Dr. Drehme, mit zusammen 256 Stimmen Protest zu Protokoll gegeben. Wie die Verwaltung mit teilt, hat sich der Absatz bei der Gesellschaft lebhafter gestaltet. Berliner Börse. Berlin, 3. Dez. Sowohl die börsentechnische wie auch die allgemeine Lage der Bör e gab einer Abschwächung Raum. Die starken ©teige» Anleihen, die auf Dollar lauten. bisher fn „Mark für eine Gold- wurden, in „Reichsmark für 100 mark umgestellt sind, in Goldm-ark"; Anleihen, die mark" notiert Godmart"; 4. für die in Prozenten; Zur Rotiz: Die Berliner Werlpchrier» börse notiert nach folgenden Grundsätzen: 1. für Aktien und Antelle, a) d^e noch nicht 2. für festverzinsliche' Werte, a) soweit sie nach der bisherigen Rof.erungsart über 15 Milliarden Prozent notierten, in „Reichsmark für 100 Papiermark", b) soweit sie b i s 15 Milliarden Prozent nach der bishungen Rotierungsart notiert sind, in „Reichsmack für eine Million Papier» mark", c) 8—15 Prozent Reichsschatz anweis ungen „K" von 1924 in „Reichsmark für eine Milliarde Papiermark"; 3. für die festverzinslichen wertbeständigen rungen auf einzelnen Effektenmärkten, namentlich am Montanmarkt, verursachten naturgemäß Gewinifticherungen, und die Spekulation ist daher gestern bereits zu starken 2tbgaben geschritten, während ihr heute das Publikum folgte. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Holland und namentlich bei den dortigen Danken lassen Befürchtungen auf eine Rückwirkung im Berliner Effektenverkehr zu. Inwieweit Holland sich tatsächlich an den Käufen vor allem am Montanmarkt beteiligt hat, läßt sich noch nicht klar übersehen. Schließlich ist es eine alte Erfahrung, daß alle Ereignisse, über deren Ausgang man mit Bestimmtheck noch nichts sagen kann, eine gewisse Unsicherheit auslösen. Am Rentenmarkt ist das Geschäft sehr gering. Die Kurse waren gegenüber der gestrigen B rse weiter abgeschwächt. Aus den Aktfenmärk- t e n hielten sich die Abschwächungen in engen Grenzen. Der Geld- und Devisenmarkt zeigte keine neimenS teerten Veränderungen. Börsenkurse. auf Goldmark umgestellt sind, in „Reichsmark für 100 Papiermark", b) die bereis auf Gold- Reichsmark für ICO 5. für die nach Sachwert vrrzinsl'chen P^and- briefe und Schuldverschreibungen, die bisher In Billionen notiert wurden, in „Reichsmark". Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M, 3. Dez. Die leichte Erholung, die an der Rachbörse heute sich durch. u° setzen vermochte, konnte an der Abendbörse festeren Fuß fassen. Das Geschäft tarn wieder recht in Fluß, so daß die Umsätze wieder einen größeren Umfang annehmen konnten. Die Erholungen waren zwar nicht sehr erh blich, doch war die De- feftigung allgemein. Am günstigsten schnitt der Montanmarkt ab, wo Gewinne von 2 Billionen Prozent zu verzeichnen waren. Für chemische Werte war die Rachfrage wieder etwas lebhafter, die Kurse konnten einen Tell ihrer heutigen Einbußen wieder äusholen. Der Elektromarkt tag ruhig, aber befestigt. Am Bankenmarkt, der im allgemeinen nur geringe Veränderungen auf wies, setzten Diskont.kommanoit erneut mit ei ec stärkeren Aufwärtsveteegung ein. Schi'sahrisakuen leicht gebessert. Am Rlarkte der heimischen A.i- leihen hielten sich die Umsätze weiter in beschei- ssrankknrt i M Bert'n Schlutz» Kur» Schlich». Abend- bö,se Schtuh. ftu e Sdluftfu Mittag. fcAri« 2. 1>. 3 i. . 11. i 12, 6ah. Deutsche ReichSanletd» d,79 0,.7 0 79 0,-6) <•/« Deutsche Steichsanlethr — 4,97 i 0, 60 9'/,*/° Deutsche Neichsanleibe 3% Deutsche Retchs.mlcibe Deutsche Sparpraunenanleih« — •• 0,4g 0.91 w — 1,45 1,37 — — 0,5 C.45 1.1 » Sara ............. —T 11.62 11,20 Deutsch Luxemburg...... Geilenkirchener Bergwerke. . — 7,7 77 74.02 77,93 72,50 75.10 harpencr Bergbau...... fialnoerft Aschersleben. . . . — 101, 5 1u0 100 1l 14,7 14. 3 Kaitwerk Westcregela..... — 17.? IC 40 17,2 i Ünurabütte......... . 6,6 6 62 6.40 £ berbedarf ......... 3 12,40 Phonii Bergbau ....... Sibeiniiabl........... _ 48 49 75 43,26 47,30 41,59 Sitibeif Montan...... . — 40,50 41 39,50 DelluS Bergbau. ....... — 3 Hamburg-Amerlka Pakei. . . Siorddeutscher Llovd..... 3,6 ,.r 25,5 3,50 26,26 3,5 Cberamische Werke fll6tn . — Zementwerk Heidelbere .. — 1 - Pbilivv Holzmann...... — 5 4,8 Angl0'Tont -Äuano ..... — — 12,10 10,7 > Badische Anilin........ 25,76 25,123 25,-0 24,62 Chemische Mayer Alavin . . 20 Goldschmidt......... 1 .7 19, tO 19 GrieS eimer Electron .... 23,65 23,2 j 23 25 13,10 Höchster Aardwerke...... Holzverkobluug . . ...... 2 ,6 23,5 23,57 22,75 7 8 7.7 — — AilltgrrSwerke ....... 16,25 — 16 15,75 Echeideanstalt......... 19 5 19 W — «llg. Elektri-iiSttckSefellschaft 9.9 9.85 10 9,75 1G.8 Bergmann .......... — 17,25 17,62 Mainkraftwerke ........ 10,2 — Schubert........... 54 w 54,60 51 25 Siemens i HalSk« ...... 6i,^0 62.6 Adterwerke Kteyer ...... 2,4 2,60 2,5 2,4 •— 3.1 2,8 wieguin............. — ** 03 8,75 Frankfurter Plrmattrmi . . . — *■ — Konservenfabrik Braun . . W- * 0,85 MetallgelellSchaft $r«ntfert. Schuhfabrik He«, . . . . . , ** 15,26 E» •* «— 1,6 1.6 * 3 Sichel. . ......... ZeNsiofi TaiVhof....... ** W» 29 2,76 — 10,20 9,90 Zuckersabrik Frankenthal . . Zuckersabrik Wnutiäufel . 3.40 3 80 3.3U — — Das reine KoRosfeEb zum Kochen., Braten und Alle C<1.10\ volle $ ^stel Wh Kirchliche Nachrichten. Isr. Religivnsgemeinde. Gottesd.i. d. Synagoge (Sudan!.). Samstag, den 6. Dezember. Dorabd. 4.30, morg. 9.00, abds. 4.35 u. 5.15. Isr. Religionsgefellschaft. Sabbatfeier, 6.DezLr.! Freitag abd. 4 00, Sanislag vorm. 8.30, nachm. ' 3.30, Sabbatausgang5.15, Wochengottesdienst morg. 7.00, abends 4.00. ' jo lau jp! Wekfä WlügU, J’MUlh "«heile । ■S18 ^jeio: Denen Grenzen. Deutsche Anleihen: Kriegsanleitzs 775, Z'/sprozentige Preuß. Konsols 1225, 4^prv- zentige Hamburger 210. Ausländische Renten: Anatolier I 6,5. Montanteerte: BuderuS 15.25, Deutsch-Luxemburg 73,75, Gelscnk.rchen 77, Har- pener 101,50 vis 101,35, Ma.inesmann 51,50 bis 52.50. Mansfeld 3,8, Caro 11,50, Phönix 48, Rheinische Braunkohlen 36,4 bis '37, Stinnes- Riebeck 40,50, Dellus 3, Laurahütte 6,6, Kaki Aschersleben 14, Westeregeln 17,25. Chem. Werte: Badische Anilin 25,125, Chemische Griesheim 23,25. Scheideanstalt 19. Elbers.ld r Farben 23 50, Th Gridichistidt 19,75, H chster Farbwerke 23 50, Holzverkohlung 7,75. El kirowerte: AEG 9.75 bis 9,85, Bergmann 17,25, Licht und Kraft 7.8, Reiniger 2,25. Bankaktien: Adea 2,6 bis 3,1, Bayerische Hypotheken- und Wechselbant 2,6, Kommerzbanl 5,95, Darmstädter Q3a.it 11,8, Deutsche Bank 11,9, Deutsche ©ffvftenbanE 4,2, Diskonto Kvmmaadit 16,35 bis 16,50, Dresdner Dank 8,1, Metallbank 15,9, Mitteldeutsche Kreditbank 19 Oe eire.chllche Kreditattien 10,55, Rrichsbank 61,25. Tvansportteerie: Hapag 25. Rordd. Lloyd 3,65, Baltimore 53,8. 6onftige 3rtt>uftnetoerte: Kleyer 2 6, Dyckerhofs unb Wckmraim 4.15, Bing- toerte 3,5, Spinnerei Hammerien 18,4, Junghans 11,5, Lechteerke 18, M^tallgeseft chast 15,25, Ri>«i- nisches Metall 9, Pokorny & Wittekind 6,35, Chemische Mainz 9,50, Badischer Zucker 3,3 Fvankenthalzucker 3,8, Heilbronnzucker 3,15, Off* steinzucker 3,25, Stuttgartzucker 3,2. Die Llbend* börse schloß lebhaft unb in fester Halmng. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. On Villionen Mart au-gednilkt. önenoi-fltrtl. London. Wett« hort, Japan, Rio dr (Tondro för Hnt Einbeit. Wien and öutxujcft für ICO 000 ein betten, alles übrige für 100 Liu Helmick Hi, Hi’ h den tilee aber nur mit Werner Breuer Kaffee»! Snrroaat, der schmeckt mir dann viel besser, und du ersparst bis zur Hälfie Kaffee o er Kaffee-Ersatz- Werner Bre.er Ist der feil 124 Jahren bewährte, hochwertlae Zusatz »um Kaffee, Malz-, Kornkaffee ob. sonstigen Kaffee- Ersätzen. Er beemtrach tat den reinen Kaffee- Gesch nack In keiner Weise, Ist billig, ergiebig,i und verleiht dem Kaffee-Getränkschöne, dunkle Jarbe unö kräftigen, aromatischen Geschmacks^ Erbältltch in den Kolonial waren geschoßen. 9014DW Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M, 3. Dez. Es wurden notiert: Weizen 20,50 bis 22,50, Roggen, Inland. 20,50 bis 21.50, Sommergerste für Bvauzwecke 24 bis 26, Hafer, inländ. 17,50 bis 21,50, Mais, gelb 21, Weizenmehl, inländ., Spezial 0, 35 bis 38,15, Roggenmehl 31 bis 34, Weizenkleie 13, Roggenkleie 12. Tendenz: Ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 3. Dez. Der Produktenmarkt zeigt einen noch sehr stillen Verkehr, und die Preise schwächten sich infolge neuerlichen Rückgangs im Ausland Wecker ab. Auch Mehl sehr ruhig. Mai- Weizen 225,53, Mai-Roggen 243, Hafer per Mai behauptet, 204. Es notierten pro 1000 Kilo:. Weizen, mark. 213 bis 218, Roggen, mark. 202 bis 206, Gerste, mark. 220 bis 246, neue 188 bis 200, Hafer mark. 163 bis 173, pomm. 153 bis 164, Mais (1000 Bln.) 204 bis 207, Raps 400, Leinsaat 410—420; pro 100 Kilo: Weizenmehl 29 bis 32, Roggenmehl 28 bis 31, Wrizenklrie 13 80 bis 14, Roggenklsie 12 bis 12,20, Diktoriaerbfen 30 bis 32, kleine Erbsen 22 bis 23,50, Futtererbsen 19 bis 20, Peluschken 16 bis 17, Acker- ; bohnen 20 bis 21, Wickm 17 bis 18, Lupinen, blau 12 bis 13,50. gelb 15 53 bis 16 50, Serradelle, alt 11 bis 12,50, neu 16 bis 17,50, Rapstuchen 16 bis 16,50, Leinkuchen 25,50, Trockenschnihel 8,90 bis 9,20, Torfmelasse 8,50 bis 8,80, Kartoffelflocken 18,30 bis 19 Mk. Telegraphische Auszahlung. 2. Dezbr. 3 Dez^r. Revart. vnnlich» Rotieruna Junta o: Jiotur \ i , töfit) | Brief Äelo | ßr-el o 3. fimn.« Stott lou.29 16^.71 169, 9 170,01 voll Voll Brll..?>ntw 21 12 21,18 21,0? 21.13 voll voll Thristtania. 12,12 62^ i 62^12 62,28 voll voll Kopenhagen 73,51 73,69 73,71 79,69 voll voll Stockholm . 112,36 1L,14 112,86 113,14 voll voll Helsingfort. Italien. . . London. . . 10,54 18.28 10, 8 1t,30 10,54 18,26 10, 8 16,2b L 0(1 voll voll voll 19,486 19,536 19,-21 19,569 voll voll Neupork . . 4,195 4,203 4,116 4,20 voll voll Paris.... 13,07 $3,13 »3,05 ■->,11 voll voll Schweiz . . 61,U0 61,2 j 61,10 61,10 voll voll Sval^ien . Wien in D-. 07,53 1.7.67 67,63 57,77 voll voll Ctft. abgest 5,91 k,93 8,9' 5,93 voll voll Prag 12,68 1k,62 12,61 12,65 voll voll Budapest. ■ Bucn -Sire- 8,66 6,b8 5,67 8,69 1,60. voll voll 1,595 1,-99 1,-98 voll voll Bulaarien 8,055 3,165 8,055 8,16 voll voll Japan . . Bio de stau 1, 18 1 >22 1,608 1^'2 voll Wil (i,4d4 C, 8 6,484 l,-8ö ■•uu voll Bel,rad . - 6,105 6,125 6.125 6,14 QU voll Lissabon . '8.48 18,^2 16,73 18,. 7 Du voll ® a n I n d t e H 3. Dezbr. Kel> | Brie' Nepart "k. Amerikanische Roten . 4,'8 4,»« roll Belgische Roten . . 6 . • « • • 21,0. 21,1 roll Dänische Roten . » . . 13,47 3,83 voll i, voll Englische Roten. . . . 19,48 19.58 ^ranzüsische Holländische N ote« . « 13,02 23.14 Noten . . 169,28 .70.12 voll italienische Noten . . 18,22 18,32 voll Norwegische Noten . . 61.34 t2,2u voll Deuisch-Oesterr., & ioo Krone» 5,81 5,915 voll Rumänische Noten . 2, 7 2,09 113,2 61,2= voll Schwedische Noten . 112,0 80,85 L7.5I voll voll Spanisch« Noten . . 67,79 voll Tschechoslowakische Note« . • 12, 7 12,63 voll Ungarische Noten • • • 8,63 6,65 voll Großer Weihnachts-Verkauf Beachten Sie unsere billigen Preise und bekannt guten Qualitäten Baumwollwaren Kleiderstoffe 4.50 2.25 3.50 5.75 8.75 12^ 22-3> 22-3, tOhm 5.95 1.85 0.95 0.95 5.90 Mk. 7.80 Wti, prima Perkai Mk. 1.28 sehr preiswert 1.25 Herren-Oberhemden m. i Kra- i 0.85 8.50 Mk. 14.66 o«h, Mako-Zephir Herren-Hüte verschied. Formen 1.50 L50 6.50 . . Mk. und Farben . . 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W ipr. 774 96681 geheim Banke irektor von jeher auszeichnet. 1306 alagen ■Anzüge Geschichtlicher von üblen- Abschrift Qtorixmct), den 15. 3itli 1904 führung der pvlnifchen Kampfzölle mit gleichen Maßnahmen zu beantworten, wenn Polen eS nicht vorziehen sollte, auf die Basis. di4 das bis zum 15. 3uli 1925 laufende Genfer Abkommen Vorsicht, zurückzukehren. Frankfurter Opernhaus. ES ist ein schöner Brauch der Bühnen, in Weihnachtszeit des jugendlichen Publikums ikerel Ware zum Der russische-japanische Krieg. Graf Witte beim Fürsten Bülow. — Aus der neuen Büchertisch. „Hat. von Island". [essen Me tefiwegft ■echer ww« $n Reichsbmzler ®mf von Bülow, zur Zeit tn Oloröttneb, an Kaiser Wilhelm II. ourbt die Firma ihel 'gessen, und fti MA sänttliche Darsteller wiederholt vor Hang. Roman von Victor Hugo: deutsch öueftor Dr. A Sleumer. (Franz Borgmeyer in Hillesheim.) Preis gebunden 4 Ulcirf. Farbenprächtig ersteht hier ein spannendes, a&rrteuw- liches Stück aus der dänischen Geschichte deS 17. Jahrhunderts, noch voll mittelalterlicher Grausamkeiten. Der Hauptträger her Handlung ist in der unmenschlichen Gestalt des Mordbrenners Han von Island verKrpert, während das tragische Schicksal des Kanzlers Peter Schumacher und seiner Tochter den Hintergrund des historischen Geschehens bildet Dieses wenig bekannt gewordene Werk des großen Franzosen ist ein überaus wertvoller kulturgeschichtlicher Roman, den man auch der Heranwachsenden Zagend gern bn die Hand geben wird. 1313 — Briefe eines Dankdirekto rs an seinen Sohn Bon ZlrgentariuS Reue Folge: Die Kreditbank (2 Bände). Bank Berlag, Derlln W 57. Die Sammlung von Briesen, üt denen der alte Bankdirektor seinen Sohn und zugleich den Leser nach und nach durch alle vollswirtschaftlichen Gebiet - führt, ist mit der Zeit zu einem festen und wertvollen Bestandteil, der ölvnomischen Literatur geworden. Die neuesten beiden Bändchen beleuchten die Rolle, die das Bankwesen in der Wirtschaft spielt, in durchaus neuartiger Weise beleuchtet Wie die Dank unter bestimmten Doraussetzungen „rächendes Geld" an sich zieht, um es tn „tätiges Geld" umzuwandeln wie sie dadurch die Struktur des Erwerbslebens und das ganze soziale Gesicht des Zeitalters verwandelt, wie sie aber ihrerseits wieder abhängig von der Verfassung des Wirtschaftslebens ist zugleich Subjekt unb Objekt derselben: und wie ihre Politik beschaffen fein mühte, damit die Wirtschaft die Dienste de. Danken nicht mit zu groben Rachteilen ei kaufen muh: das alles wird in diesen beiden Bänden über die Kreditbank mit der Gedankenstärke ausgemalt, de den alten würden wir wieder zu dem Verhältnis gelangen, wie es von dem Anfang des vorigen Jahrhunderts bis zum Ende der 70er Jahre zum Segen beider Dynastien und Völker bestanden habe. „31 faul revenir crux iemps de Ricolas I et d Alexandre II et Dublier des mal entert buS de la fin du fidele dernier." 3ch vermied es, Witte gegenüber in dieser Richtung konkrete Wünsche zu äuhern oder Vorschläge hinzuwerfen, teils, weil er trotz seiner nahen Beziehungen zu Lamsdarff zu politischen Verhandlungen nicht autorisiert ist, teils und vor allem, weil der psychologische Augenblick hierfür noch nicht gekommen ist. Beiläufig lieh Witte die Bemerkung fallen: „Unser Verhältnis zu Frankreich hat sich schon verändert und wird sich cttlmählich noch mehr verändern." Als er mir die durch den Angriff der Japaner auf Port Arthur in Sankt Petersburg hervorgerufene Aufregung schilderte, erzählte Witte, einige Grohfürsten hätten damals dem Zaren vorgeschlagen, gegen Indien Vorzüge Heu Witte bezeichnete diesen Vorschlag als dem Zaren vorgeschla gehen. Witte bezeichi . _ fsfie furieufe“ wie er überhaupt immer betonte, daß Ruh land es vermeiden müsse, Sna- fonb oder Amerika zu reizen. Gr ist sehr fried- Äaifer AikolauS erzählte, war besonders vertraulich, mit der Ditte um ganz diskrete Behandlung. Die russischen Monarchen, sührte Ditte aus, hätten entweder „une ambitton d'Emvereur" oder „une ambtiton personelle". Kaiser Alexander III. hätte die erstgenannte Art von Ehrgeiz besessen. Bei Kaiser RikolauS überwiege, das persönliche Moment. Gr wolle persönlich gut abschneiden, persönlich dirigieren. Gr fürchte nichts mehr, als dah es den Anschein haben könnte, als ob er sich von feinen Ministern beeinflussen liehe Um diesem Verdacht zu entgehen, suche er sich hinter dem Rücken seiner Minister Rachrichten zu verschaffen und Ratschläge zu holen.. . . Kaiser Nikolaus fei ein durch und durch ehrenhafter und im besten Sinne edler Charakter. Als Privatmann von tadelloser „pro- bitö" verabscheue er Unredlichkeit und Unwahrhaftigkeit, wie sie unter den russischen Beamten leider häufig anzutreffen wären. Da er aber die Welt und die Menschen nicht kenne, durchschaue er nicht die kleinen Künste, mit denen man ihn ost täusche. Von Ratnr bescheiden, seien unter dem Sinfluh der unumschränkten Macht- füäc eines russischen Autokraten doch nach und nach in ihm eine starke Hinneigung zu absoluter Selbstherrlichkeit und der Glaube entstanden, dah feine Allmacht keine Grenze habe. Er habe sich wirklich eingebildet, wenn er den Krieg nicht wqlle, werde cs auch nicht z>«nn Kriege kommen Uebev das Verhältnis des Zaren zu Euerer Majestät sagte Witte mir wörtlich „Das Verhältnis war von fetten des Zaren während Zähren kein gutes. Die U eberleg e n he it Ihres Kaisers drückte den Zaren und machte ihn eifersüchtig. Gr wurde auch von verschiedenen Seiten gegen Ihren Kaiser gehetzt. Er war rnihtrauisch gegen Ihren Kaiser und sehen. Das war „sanS Phrase" Zar fei ,,changeant" man dürfe ihn nie auS den Augen verlieren noch aus den Händen lassen Der Einfluß der Kaiserin-Mutter auf den Zaren sei lange nicht so grob als derjenige der regierenden Kaiserin, aber immerhin auch nicht gering 3m Gegensatz zur regierenden Kaiserin sei die Kaiserin Maria Feodorowna nicht nut in der Petersburger Gesellschaft, sondern im ganzen Volke populär. Gegenüber Euerer Majestät sei bei der Kaiserin-Mutter eine vollständige Wandlung eingetreten. Früher deutsch ei ndlich wäre die Ka.serin-Mutter jetzt eine Verehrerin und Bewunderen Euerer Mcqestät. Die freundschaftlichen Beziehungen Euerer Majestät zum Könige von Dänemark hätten dazu wesentlich bei getragen ... Der der Kaiserin-Mutter scheint Witte gut an geschrieben zu sein, schon weil er das Vertrauen Kaiser Alexanders 111. gen oh. Heber sein Verhältnis zum Zaren äuberte Witte, der Zar hätte ihm üoelgenommen. dah er der Zapanpolitik scharfe Opposition gemacht hatte. Die Umgebung des Ka sers Nikolaus habe Seiner Majestät gesagt, Witte fei ein Freund der Japaner, Juden und Finnen. Mit solchen am russischen Hof oft angewandten Mitteln habe man ihn gestürzt. Er sei beim Zaren aber nie so sehr in Ungnade gewesen, wie man im Auslande angenommen habe. Der Zar hätte ihm bei feiner Enthebung vom Finanzministerium „ein Vermögen geschenkt" und ihm auch sonst groha Liebenswürdigkeiten erwiesen Seit dem Frühjahr habe er mehrere längere Unterredungen mit dein Zaren gehabt. Er wisse wohl, bah seine etwas brühte Art und Manier, die Dinge immer beim Rainen zu nennen, dem Wesen deS Zaren nicht sympathisch sei. Der Zar sei aber weit davon entfernt, ihn ganz zum alten Eisen geworfen zu haben.... Die Frömmigkeit der Kaiserin habe bis zu einem gewissen Grade auch den Zaren angeftccft. Allerdings, fügte Witte hinzu, sei es bequemer, den Mangel an Kriegsbereitschaft im fernen Osten und die diplomatischen wie die militärischen Mißerfolge gegenüber Japan auf die Fü- gung des lieben Gottes zurückzuführen als auf die eigenen Fehler." ... Witte wiederholte immer wieder, das; ein intime« Verhältnis zwischenDeutsch- lanb und Ru bland, und namentlich zwischen den beiden gröfften Monarchen der Welt, die einzig richtige Politik für betde Länder feu Wenn btibc Teile in den jetzigen Dahnen blieben, in der Ungcbuntr-nbeit des Aufenthalts an der Küste allmählich sehr offenherzig geworden. Ueber bk Lage auf dem Kriegsschauplatz tagte mir Witte, Kuropatkin hätte in einem vor feiner Abreise gehaltenen Kriegsrat gesagt, ec würde mit den 3ajxnrcrn fertig werden, wenn tixm ihm hierfür anderthalb Jahre Zeit liehe, eimc Arme« von 400 000 Mann guter Truppen zur Verfügung stelle und er von dieser Armee 40000 Mann an Toten und Verwundeten opfern t-üife. Unter Bezugnahme aus diese seine damalige Oiflärung habe Kuropatkin jetzt ihm CÜMtt?) ce- schrieben, bisher wären nur 3000 Russen außer cht gesetzt, er hab? also noch ..marge“ für 2? 000. Kinopatkin ist überzeugt, dah, wenn Ruß- kxtö durchhalt, er die Japaner schließlich schlagen ' trxti>. Dfttte teilt diese Zuversicht. ES ist begreiflich, dost Witte in dem Augen» ’ blick, wo er mit mir über einen Handelsvertrag unterhandelt, der für die wirtschaftliche Zukunft 1 kwider Länder von eänschneidender Bedeutung ist, . unb von befen Destimnru > ei das mateiielle ; Wohl und Wehe von Millionen abhängt, sich bin Anschein gibt, als wenn uXis Anfehm Ruh- landS nach nutzen auch durch noch gröbere Rb?der- Lagen im sernen Osten nicht ernstlich erschüttert werden könnte Er macht aber lein Hebl daraus, bvh die Folgen dieses Krieges für die innere I ros fische Entwicklung die ernstesten sein könnten. I Gegenwärtig mache man in Rußland eine falsche und dumme innere Politik, gegenüber Juden und Finnländern, Katholiken unb Armeniern, Studenten und Presse würde in einer Weise vorgsgangen. die auf die Länge | «cht durchführbar sei. Es würde reaktionärer- negiert wie unter Kaiser Alerander 111, beinahe fo reaktionär w^e unter Kaiser RikolauS I. Das heuttge Rußland sei aber nicht mehr das Ruh- •) .Die Grohe Politik der Europäischen Kabinette 1871—1914." Sammlung der Diplomatischen Akten des Auswär ig n 2 nit s 3m Auf r g: dcS Auswärtigen Amtes h r u. gegeben von 3o- hmnes Lep'ins, Albrecht Me.^eln. ohn Bartstcl. y, Friedrich Therme. 4 Re h : „D:e Isolierung ter Mittelmächte.' 'Erste Abteilung Baird 19 H s 21. 3m Verlage der Deutschen Te lagsge ett chaft für Politik unb Gechiche in De.dir W 8. llch ... weil er offenbar davon durchdrungen ist, dah Rußland auswärtige Abenteuer, wie weitere Gebietsvergröherungen, vermeiden und für lange Jahre sich inneren Reformen und der wirtschaftlichen Erschließung seiner inneren Hilfs- quellen widmen müsse. Als einen Hauptgrund für einen Wunsch nach guten Beziehungen zu Deutschland bezeichnete er, dah es dann möglich sein werde, mit der Methode fortgesetzter Rüstungen zu brechen, die aus dem durch die Reibungen der 80er Jahre hervor gegangenen Mih- tmuen entstanden sei. (gez.) Bülow. unlustig, ihn zu sehen. Das war „sans Phrase von seiner Thronbesteigung bis zur Begegnung in Danzig der wirkliche Seelenzustand des Kaisers RikolauS. Seitdem ist em grober Umschwung eingetreten, der sich mehr und mehr akzentuiert. Danzig verlief gut, Reval noch besser, Wolfsgarten vorzüglich Seit dem Ausbruch des Krieges weitz Kaiser Rikvlaus, woran er mit Ihrem Kaiser ist. Jetzt ist er voll Vertrauen zu Ihrem Kaiser und, mehr als das, er hat Ihren Kai ser wirklich gern. Bei der Ratur des Zaren kommt alles daraus an, wie er persönlich empfindet." Don Ihrer Majestät der regierenden Kaiserin Alexandra Feodorowna sagte mir Witte, sie sei „une äme Slevee", aber eigensinnig und borniert Sie habe stch einem spezifisch orthodoxen Mystizismus in die Arme geworfen. Warum? Der Uebertritt zu einer anderen Konfession fei ihr sehr hart geworden, *** J -Lager Ew. Karfettichoir and Königlich«! Majestät habe ich atierunlertänigft cemdvet, datz Witte tner programmäßig ctng.’troffcn ist. Auch nutzer- f>Xb unserer handelspolitischen Konferenzen bin ich viel mit ihm zusammen. Er itzt meist mit uns Ein hftÄl«enter Mann von weitem Horizont, ist er durch doeS ungenierte Zusammensein gerade well sie eine hohe und stolze Seele habe. Jahrelang hätte sie unter dem Gedanken gelitten. man forme den Ucbertritt auf äuhere Gründe zurückiühven. Aus solchen inneren Seelen- kämpsen sei der Gedanke heroorgegangen. durch ein Sichversenken in die mystischen Setten der orthodoxen Kirche die Rechtfertigung vor sich selbst und damit den inneren Seelenfrieden zu gewinnen Auf diesem Boden wäre der Kultus oes heiligen Serap hin entstanden, dessen Existenz die meisten gebildeten Russen kaum geahnt hätten und um den sich die Hofleute nicht gekümmert hätten, bis die Kaiserin ihn in Mode gebracht Hove. Der Spiritist Philipe hätte die tiefe Sehnsucht der Kaserin nach einem männlichen Erben benutz:, um sie mit seinen Gaukeleien in seine Retze zu locken. Der Einsluh der Kaiserin auf ihren Gemahl sei sehr grob, aus dem einfachen Grunde, weil der Zar immer mit ihr zusammen und noch immer sehr in sie verliebt sei. Auf die Kaiferin hätten nur ihre hessischen Verwandten. und insbesondere ihr Bruder, der Grotz- herzog. Einfluß. Wer des Ka sers sicher sein wolle, müsse den Großherzog in sein Spiel bringen. D.eser Puntt sei sehr wichtig, denn der Aklensammlung des Mit ®riMibri<5 des Auswärtigen Amte« unb der D u scheu Verlag e e.l- schast für Polltil unj G.'ch.chte urfng n wir aus der in Kürze et; cheine den neuen Bänderet he des groben ieut|d>en amtlichen Aktenwerke s ei e Folge von zu Kapiteln »uxmuneng. ftel.ie t des n e S wichtigen Dokumen en ter deutschen Außenpolittk aus te.i Jahren 1902—1 01 zum Abdruck. D. Red. Dos Jahr 1904 bedeutet für die Geschichte Europas M der Welt einen Wendepunkt von 'unvergleichlicher Bedeutung Wähxnd sich im Apttl dieses entscheidungsvollen Zrhres die Dest- iniÄdjtc Frankreich und (SrraLurb in der Entente jcardiaie zu einem festen Block zularnmenschlos e t, brachte im fernen Osten der Verlauf des russisch- jakanischen Krieges eine neue Weltmacht, Japan. empor und schuf für das unterließen e Ru bland die Voraus etzungrn cirer voll < en R«ortenttcrung feiner 3ttn:n- und Antzenpolitik. 5>k russischen Ried-^rttigen wirk en bei test europäischen Mächten völlig i b.rvo chettd: b^srnderS Deut schland dessen immilf teer Herrscher in bem Krieg doch so etwas wie jite kulturile und rd giöfe Auseinander e?ar g zwischen Weiher und gelber Rasse, zwischen Ehri entam und Dud>his- <>ms, zwischen abendländi.cher Kultur und morg.m- ländischer Doebarei erMid:e. glaubte noch bis Ni den Entscheidungen von Mulden undTschulina an eine Wendung eS Krieg- glucks und tat jeden- lalls alleS, um Ru bland den Rücken frei* zt, halten und jede moralische Erleichterung zuteil werden zu lassen. 3n Rutzland selbst war man mit unbegreiflicher Gedankenlosigkell unb beispiellosem Leichtsinn in den Krieg hineingegan-e i: kaum jemand hatte sich die Konsequenzn fcTbft eines erfolgreichen Kampfes klavge...ach: Zu den wenigen kdtsichtigen gehörte icr k g äl;ii e Fttaanzmin'- Iter Witte, der mit sch<».!.in Blick die innere und äuhere Lage seines Vaterlandes erkannte. 3m Sommer 1904 besuchte er voinehmttch zum Zweck des Abschlrrsses eineS deutsch-russischen Handelsvertrages den Reichskanzler in Rorderney, wo Graf Bülow feinen EtnnmcnirGaub verübte. 3.i te.i Gesprächen der dsiden Sto^ttsmärnner tom* e bi? ganze Weltlage erörtert unb Witte schilderte mit groher Offenheit die rnffischen Zustände Zim Folgenden bringen wir auS dem demnächst erlche.nmden 19. Mrude i?er gr)s)er A.ten- 11 Publikation des Auswärt g?n Am er*) den Be- I richt zum Vorabdruck, den Gras Dillow seinem Eine polnische Illoyalität. Zu dem großen Komplex der Handelsvertragsverhandlungen gehören auch die vor einigen Tagen stattgefundenen Dorbesprechungen zwischen deutschen und polnischen Bevollmächtigten über den Abschluheines kurzfristigenDer- träges, der beiden Staaten das Meistbe - günstigungsrecht zusichern sollte. Die Warschauer Regierung erklärte sich auch hiermit einverstanden, der genaue Termin für die Eröffnung der eigentlichen Vertragsverhandlungen sollte noch festgesetzt werden. 3n der Zwischenzett hat sich die Warschauer Regierung aber veranlaht gesehen, ähnlich wie die Regierungen Frankreichs und Belgiens, ihre Position bei den kommenden Auseinandersetzungen zu verbessern. Sie hat für die Waren solcher Staaten, mit denen ein besonderes Abkommen nicht besteht — gemeint sind also deutsche Waren — Maximalzölle in Höhe vonlOOProzent ein- gesührt. Die Herren in Warschau scheinen sich von der Absicht leiten zu lassen, diese Waximal- zölle bei den Verhandlungen über den Handelsvertrag in die Wagschale werfen und von Deutschland gegen Aushebung der Zölle Zugeständnisse erpressen zu wollen. 3n Berliner amtlichen Kreisen hat aber das illoyale Verhalten der polnllchen Regierung außerordentlich verstimmend gewirkt und man erwägt bereits, ob es unter solchen Umftänben überhaupt noch zweckmäßig erscheint, die Besprechungen mit Polen aufzunehmen. Auf deutscher Seite ist man sich aber schon jetzt darüber einig, die 6inv Psd.^ WM, sssti I WM Auswärtigen Amts. land vor 70 Zähren, auch abgesehen davon, dah dc»S nikolattische System schließlich bn Krimkriege zusammengebrochen wäre Die Unzufriedenheit in Ruh land sei zur Zeit sehr groß. Don einer Revolution im westeuropäischen Sinne sei allerdings nicht die Rede, eine solche sei in Ruh land ntxb für lange Zett hinaus völlig ausgeschlossen. Es könne aber wieder zu Attentaten kommen wie Ende der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts, wo jede Woche aus einen M nlster oder- Generalgvuverneur und schließlich auch aus den Zaren gescholsen worden wäre. Solche Attentate würden d.-moralisierend wirken. Gs sei die* Att schwacher Eharaktere, von einem Extrem zum onbern, also z. D. von einer ganz retrograben und absolutistischen RegierungSweise zu übertriebenen liberalen Konzessionen überzugehen Jetzt könne der Unzufriedenheit in Rußland die Spitze abgcBrochen werden, wenn gegenüber den nichtrussischen Rationalitäten und Religionsgemeinschaften mehr Duldung geübt, die gebildete Jugend weniger brutalisiert, der Presse einige FreiAit gewährt und in der inneren Verwaltung an die Stelle weitgehendstec barcau- klettischer Bevormundung eine wenn auch bescheidene Selbstverwaltung gesetzt würde. Wenn ober unter dem terrorisierenden Einfluß von Attentaten die oberste Stelle auf den Gedanken fallen sollte, Rußland eine Konstitution zu geben, ce serait la fin de la Russe. Rußland vertrage keine Verfassung im europäischen Sinne. Eine Derfassung mit konstitutionellen Garantien, Parlament und allgemeinen Wahlen würde zur Anarchie führen und Rußland ausein- andersprengen . Was mir Witte über Seme Majestät den zu gedenken. Das Frankfurter Opernlxtus bat ein stimmungsvolles Märchen von Zosef GareiS herausgebrach: ..Das Daldmännlein oder Fritz unb LieselchenS Weih- nachtserlebniss e", zu dem Kapellmeister Bruno Hartl eine leichte, bem ytinhergemüt an- gepatzte. melodienrriche Musik geschrieben bat. 3ofef GareiS besint da? richtige SinftellungSver- mögen zu Kinderherze,r $r zaubert ein Stück Kinderland mit olle:; Märch?r.reqtiititen 'ii^> wirklicher Methnachlsstirnmung auf die Bühne. Da ist das Waldmännlein, welches die verirrten Holzschniherkinder und ihren Freund, den Gesellen Fipsel iSchramm spiell sich mit diesem Fipsel wieder aufs neue in sämtliche Älnber- Herzens, zum Osterhasen, durch sein Kristallveich und wieder glücklich am W ihnachtstag beim zu den Eltern führt. Das ist alles so einfach und natüclich. ohne jede unnötige Symbolisierung, daß jedes Kind ohne viel zu fragen, der Äanölung folgen kann. Wie lustig ist es beim Osterhasen, wenn er Fipsel das Eierlegen lehrt, später mit feiner ganzen Familie nach den Klängen des Radio Walzer tanzt. 3m Reich: des Waldmänn* leins kommen die Augen auf ihre Kosten. Da tanzen die Kristalle. Edelsteine Korallen. Perlen und erst die Goldkönigin! Davon wird wohl n>xh wochenlang geredet werden Ettttach und ansprechend, ganz im Sinne de§ Dichters, ist die Musil m. 286 Drittes öiatt I ■■Mnv. ’Binz Bnmo Hartls, von wohltuender Zurückhaltung. Enthusiastischer Beifall rief Gareis. Hartl und den Vor- fö^r^li^^en Herrn über sei e ilntervebungen mit rvsftschen Minister erfMttc'e: sl jBafesa Deutsche Dcmokratisehe Partei Deutsche Volkspartei Gießen Gehe zier Saal. Der Vorstand. Der Vorstand. 9664c 9666c Freie Aussprache! Der Dorstand. Teilzahlung. 011816 Professor I. Luley-Darmstadt Fichten- veckreiser bat abzugeben Eduard Rieger (Gärtnerei Marburger Str. 84 Wicsccker A.'ea 1!» Telephon 7*(i 1,512D Bll M 6sbp irgendeine Kohlensorte für Euren Winterbedarf, bevor Ihr Euch von uns fachmännisch beraten laßt. Jetzt ist es noch Zeil um viel Geld und Verdruß zu sparen. Wir liefern alle Kohlen- und Kokssorten sowie Briketts in nur besten Qualitäten und gewähren bequeme kitstte Msimlßl teBen Unser Wahlbureau befindet sich am Wahltage Gießen, Ostanlage 291 Telephon Rlr. 678 Dorthin bitten wir die Namen der Wähler und Wählerinnen mitzuteilen, die infolge Alter, Krankheit oder sonstiger Gebrechen zum Wahllokal gefahren werden müssen. MMWWMM»8Wgb keWM mserevmklsteoM toi WM. WökMkg' SelieislW Speise- Kartoffeln solange Borrat Ztr. Mk. 2.80 Lebensmittelhaus Weisel Marktstr. 14. 011820 M womit füllt die Demokratische Partei ihre KH UH E * Wahlversammlungen, da ihr ja doch die eig- • nen Anhänger immer zahlreicher weglausen? PEDDIGROHR-MÖBEL in allen Preislagen Polstermöbelhaus A. Wehrheim Gießen, Löberstr. 17 ____9660a An die Mitglieder und Freunde des Hessischen Landjugendbundes! Die Deutschnationale Volkspartei hat Eueren Vorsitzenden, den Bürgermeister Georg Vissel-Griedel, an Zweiter Stelle auf die Kandidatenliste für den Hessischen Landtag gesetzt. Darum ist es Pflicht eines jeden Landjugendbündlers, nur für den deutschnationalen Wahlvor- schlag Nr. 2 bei der Land- und Neichstagswah! einzutreten. Wählt einmütig diesen Wahlvorschlag, der beginnt mit dem Namen• 9678h vrLerdinandwerner, Butzbach. Erklärung! 9673D Ich erkläre, daß mein Name zu Unrecht unter das Flugblatt des Landesverbandes Hessen des Hypothekenglaubiger- und Sparerfchutzverbandes, das in diesen Tagen verbreitet und in dem die Stimmabgabe für die deutschnationalen Wahlvorschläge empfohlen wurde, gesetzt worden ist. Mit aller Entschiedenheit erhebe ich Einspruch dagegen, daß mein Name zu politischer Agita- tation benutzt wird. Mein Amt als Schriftführer im Landesverband Hessen des Hypothekengläubiger- und Sparerschutzverbandes habe ich mit dem heutigen Tage niedergelegt. Darmstadt, den 2. Dezember 1924. AlRMiMÄWW! „Warum schon wieder wählen? Ich wähle gar nicht, der ganze Parlamentarismus ist mir zuwider." Die so sprechen, haben nicht ganz unrecht. Aber, warum müssen wir schon wieder wählen? Weil der Ausgang der Wahl vom 4. Mai 1924 nicht den Wünschen der Demokraten und Sozialdemokraten entsprach. In allen anderen Ländern wird die größte Partei mit der Regierungsbildung betraut. In dem „demokratischen" Deutschland aber hintertrieb die Linke jede Beteiligung der Deutschnationalen an der Regierung. Darum mutz wieder gewählt werden. Wer die sechs Jahre Republik mit ihrer fortgesetzten Unruhe, mit ihrer Unsicherheit und mit den andauernden Regierungskrisen nicht vergessen hat, wer wieder Ruhe und Ordnung im Lande haben will und sich zurücksehnt nach einer Staatsautorität, die getragen ist von Erfurcht, Liebe und Achtung, der kann am 7. Dezember nicht zu Hause bleiben, der wählt für Reichstag und Landtag ^M",deutMnational! Samstag, den 6. Dezember, abends 87t Uhr in der Turnhalle am Oswaldsgarten öffentliche ®OiletoerlömoiliiM. Redner: Landtagsabgeordnete RI. Birnbaum, Stellen Relcbsmlnister a. B. Br. Bester, Reichsta$* Alle Wähler und Wählerinnen find hierzu eingeladen. Freitag, den 5. Dezember, abends 87. Uhr, sprechen in der Turnhalle in öffentlicher Wählerversammlnng die Herren Professor vr.Zritzsche, Siehe» und Schriftleiter der „Frankfurter Zeitung" vr. Artur Zeller, Zrantsurt j Der Saal ist gut geheizt. - Freier Eintritt! Arbeiter und Arbeiterfrauen! Die wirffchaftllch schwächsten Teile unseres Volkes werden und wurden am schwersten von den Folgen der Revolution und der folgenden Mißwirtschaft getroffen. Wucher- und Schiebertum haben in dieser Zeit ihre größten Trmmphe gefeiert. Das ist das Ergebnis derjenigen Bewegung, die Euch Friede, Freiheit und Brot ver- sprach! / Die wirtschaftlich schwächsten Teile unseres Volkes, vor allem die Arbeitnehmerschaft mit der Familie, haben das allergrößte Interesse an dem deutschen Wiederaufbau. Ordnung der inneren Verhältnisse, ehrliche Währung, ehrliche Arbeit, sicheres Brot, das braucht Ihr! Für eine bessere Entwicklung und Gesundung unserer ganzen Zustände ist der Anfang gemacht worden durch die Deutsche Volkspartei und den Führer Dr. Stresemann. Nicht die Internationale, nicht der Klassenkampf, nicht die marxistischen Irrlehren sind die Rettung Deutschlands, nicht sie öffnen den Weg zur Freiheit, sondern nur der Gedanke der Dolksgemein- schäft, der ehrlich vertreten wird durch die 9452c Deutsche Volkspartei! Deshalb: Auf zur Wahl für die Liste 5 Klein&Co.G.m.b.H. Kohlen-GroB- und Kleinhandlung Lager ii. Bureau WalMr.48 TElephon75P Drucksachen aller Art ÄBÄÄ die vrühl'sche Univerfitätr Druckerei, H. Lange, Siehen, Schulftr. 7. 1 ^4*» M den zu 99 Prozent sozialdemokratischen Anhängern des 1 MH TTlOr I Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, um damit zu bekunden, v V daß sie nur ein Anhängsel der Sozialdemokratie ist und aus eigener Kraft nichts mehr vermag Darum wählt alle am 7. Dezember Deutsche Volkspartei!