o’-hSjjiL tot ,a9* ter mu, ftfö; in Reichs- als /ALT Oberhessen iro befindet inhofstraße, inrichHahn srat a. D. 6664D mber ge- i herab- Sondff- ägen “ mm Ä IdanlagelB Hinterhaus he Weißwaren ie,B'vollvarcn 66121 M tr,J»Ä »H»« ifadck «Srofl^N r 2 2 2 4 4 4 i4 ■6 16 6en< her trage5 bet 6767c beidtt^rZx 0.88 1.11 1.42 1.76 1-9? 2.32 2.55 2.79 3,23 Nr. 208 Erstes Blatt N4- Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: Brühl'fche Univerfitätr-Vuch- und Steinöruderei B. Lange tu Sieben. $d)riftieitung und Geschäftsstelle: Zchulftraße 7. Garantiepakt oder Schiedsgericht? Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örllichS, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfenniq Platzvorschrift 20*/o Aus. schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Will). Lange • für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: HansDeck, sämtlich in Gießen. Donnerstag, 4. September 1924 Herriot empfing in seinem Hotel mehrere Journalisten, pflieö er erklärte, er habe den ameritani» Erleichterungen im Verkehr mit dem besetzten Gebiet. ~~ Paris. 4. Sept. (WTB.) Wie Havas aus Düsseldorf meldet, hat General De -- goutte in der Absicht, seinen Wunsch zu zeigen, daß die wirtschaftliche Einheit Deutschlands so frühzeitig wie möglich und auch in so weitem Umfang als möglich wiederhergestellt wird, am 3. September einen Erlaß veröffentlicht, durch den der Autoverkehr vollkommen freigegeben und das Ge- leitscheinshstem für Personen, die sich aus dem unbesetzten in das besetzte Gebiet begeben, beseitigt wird. Der zweite Abschnitt beginnt am 22. September. An diesem Tage tritt die deutsche Gesetzgebung im besetzten Gebiet wieder in Kraft. Die interalliierten Zolltarife werden aufgehoben. Die Bestimmungen über den Transit verkehr durch das besetzte Gebiet treten außer Kraft, so daß mit diesem Tage die deutsche Zollfreiheil wieder vollständig hergestellt ist. Der leitende Zoll ausschuh für Ein- und Ausfuhrbewilligung und die M i c u m werden weiterhin in iXm ihnen unterstellten Bezirken die Dewllligungen für das besetzte Gebiet erteilen. Jedoch sind für die Erteilung der Bewilligung und die Zahlung der Gebühren die deutschen Gesetze mahgebend. Das Ende der Ucbergangd- Periode ist der 22. September 1924, an dem das interalliierte Zollregime vollständig aufgehoben wird. Es ist natürlich, dah das Inkrafttreten dieser Mahnahmen abhängig ist von der Verwirklichung und der Aufrechterhaltung der im ßow- doner Protokoll festgesetzten Bedingungen. Schließ« lich ist noch zu bemerken, dah die für das Inkrafttreten dieser Bestimmungen angegebenen Daten abgeändert werden können, wenigsteni in bezug auf den zweiten Zeitabschnitt. Beseitigung der französischen. Kulturpropagnnda im Ruhrgebiet. Düsseldorf. 4. Sept. (WTD.) Der „Nachrichten -Dienst", h.rausgcgeben durch den französischen Pressedienst irt Düsseldorf, stellt mit der heutigen Nummer sein Erscheinen ein. Gleichzeitig gibt der französische Pressedienst bekannt, daß die f r an - zösischen Lesesäle in Düsseldorf, Essen. Dortmund, Witten und Recklinghausen ab 4. September endgültig geschlossen werden. . Das Problem der Genfer Dölkerbundskonserenz. — Die ersten Besprechungen zwischen Macdonald und Herriot. schen Vorschlag über ein Sicherheitsabkommen geprüft und mit dem amerikanischen Delegierten besprochen und er hvfse, die Verhandlungen mit ihnen fortsetzen zu können. Nähere Angaben könne er nicht machen, denn Frankreich, das den Frieden und die Verständigung wolle, habe alles Interesse daran, vorsichtig vorzugehen. lieber seine Rede am kommenden Freitag in der Völkerbundsversammlung machte Herriot folgende Angaben: Ich werde die allgemeinen Gedanken der französischen Delegation Vorträgen, und die Delegation, die nach meiner Abreise Hier bleibt und deren Bedeutung und Zusammensetzung Sie kennen, wird die Fragen dann weiter bearbeiten. An Frankreich liegt es, mit gutem Willen und im Geiste der Verhöhnung seininLondon begonnenes Werk fortzusetzen, das ist eine Aufgabe, die viel Arbeit, viel Heberlegung und im Interesse des Friedens viel Sammlung und Ruhe erfordert. Auf die Frage deutscher Pressevertreter, ob Herriot Deutschlands Eintritt in den Völkerbund im Interesse Frankreichs für wünschenswert halte, erklärte der französische Ministerpräsident, diese Frage sei verfrüht und er wünsche, vorsichtig zu sein. Eine solche Frage konnte man eher am Ende der Konferenz beantworten. Auch seien in Deutschland Kundgebungen erfolgt, die ihm kein Vergnügen bereiten. Die mit großer Zurückhaltung abgegebene Erklärung des Ministerpräsidenten, der den meisten Fragen vorsichtig a u s w i ch, bat1 im allgemeinen den Eindruck hinterlassen, dah ein Ergebnis der englisch-französischen Besprechungen, wie auch der ameribcmi'che.r Einwendungen auf Regelung der Sicherheitsfragen bis heute nicht vorliegt und auch in den Reden der beiden Ministerpräsidenten vom Donnerstag und Freitag kaum endgültig zum Ausdruck kommen dürste, so dah noch bis zur Abreise der Ministerpräsidenten über die Richtlinien für die Weiterarbeit in Genf verhandelt werden dürfte Don Interesse war auch eine beiläufige Bemerkung Herriots, wonach von i talieni s cher Setze keine Schwierigkeiten zu erwarten sind. Auch der englische Ministerpräsident Macdonald empfing heute abend zwischen 10 und 11 Uhr die Pressevertreter aller Länder, die gegenwärtig in Genf weilen. Die zwanglosen Mitteilungen und Qlnttoorten auf die ihm gefielt en Fragen bewegten sich in folgender Richtung: Das Problem der Sicherheit ist ein äußerst schwieriges Problem und bevor man irgendwelche Verpflichtungen in dieser Frage einreht, muh man genau prüfen, was unter Sicherheit zu verstehen ist und es müsse die Frage auf ihre wahre D i m e n s i v n' tm Jntereste des Friedens zurück- gesührt werden. Der Völkerbund, der die gröh'e Friedenshoffnung vor allem der kleinen Staaten fei, dürfe nicht gefährlichen Prüfungen ausgesetzt werden, denn, wenn er zusammenbräche, würden wir vor einer neuen Kriegsgefahr stehen. Macdonald erblickt das W.sen der Friedensgarantie im Ausbau des Schiedsverfahrens, wobei es Sache der Juristen sei, das Verfahren und die Instanz festzusiel len. Die Menschheit werde sich an den Gedanken gewöhnen müssen, ihre Streitfälle dem Schiedsverfahren zu unterbreiten, das die einzige Sicherheit für die Aufr«hterhaltung des Friedens sei. lieber seine eigenen Vorschläge verweigerte er die Auskunft mit dem Hinweis auf seine morgige Rede, ging aber wiederholt auf den Gedanken einer internationalen Ab- rüstungskonferenz ein unter Beteiligung Amerikas. Auf die Frage, wie er die Lage auffaffe, die dadurch entstanden sei, daß ein großer Teil Europas bereits entwaftnet sei, erklärte er, daß diese in den Friedensverträgen fest- gesetzten Entwaffnungen ausdkLcklich im Hinblick auf die allgemeine Entwaffnung gedacht waren und daß England alle Bestimmungen der Friedensverträge, und nicht nur diese oder jene Bestimmungen zu achten und durchzuführen gedenke. Ebenso fei die Aeberweifung der militärischen Kontrolle an den Völkerbund im Friedensvertrag von Versailles festgesetzt worden. Rach seiner Ansicht über den Beitritt zum Döllerbund beftagt, erklärte er, er hoste auf den deutschen Beitritt wie auf den Rußlands. Die Deutschnationalen nach der Schlacht. Eine Unterredung mit einemFührer der deutschnatioualen Reichstagsfraktion. Alle Behauptungen und Gerüchte, die als Folge der geteiltenHaltung der deutsch nationalen Reichstagsfraktion bei der Abstimmung zu den Londoner Vereinbarungen von einer Spaltung der Partei sprechen, gehen von falschen Voraussetzungen aus und werden binnen kurzem widerlegt sein. Wer die Entwicklung der Dinge innerhalb der Fraktton kennt, wjrd den Gedanken an eine Spaltung der Deulschnationalen Volkspartei als völlig unbegründet von sich weisen. Alle verantwortungsbewußten Mitglieder der Partei werden gerade jetzt an der Geschlossenheit der Partei festhalten, weil von ihr ganz wesentlich abhängt, daß die Partei nunmehr auf dem Wege, den sie beschritten hat, in der äußeren und inneren Politik die Ziele erreicht^ welche sie sich gesteckt bat. Diese Ziele kann sie nur erreichen, toenn sie in der Reichsregierung ihren Einfluß mit dem.nötigen Nachdruck zur Geltung bringen kann. Das kann aber nur geschehen, wenn sie als große Partei einig und geschlossen dasteht. Nach den Be- sprechungen, die stattgefunden haben, ist anzuneh« men, daß dieser Einfluß der Deutschnationalen Dollspartei im Reichskabinett in kurzer Frist in die Erscheinung tritt. Ich persönlich stehe nach wie vor auf dem Standpunkt, daß weder Industrie, noch Handel, noch irgendwelche beteiligten Kreise die Lasten, die uns das Sachverständigen-Gutachten auferlegt, auf die Dauer tragen können. Aber die deutschnationale Reichstagsfraktion gibt sich der Hoffnung hin, daß es gerade ihrem Einfluß im Reichs- kab inett gelingen wird, bald eine Nachprüfung der deutschen Leistungsfähigkeit gegenüber den Lasten des Sachverständigengut« achtens und des Versailler Vertrags überhaupt zu erreichen. Es ist möglich dah durch die Annahme des Sachverständigengutachtens und die in Aussicht gestellte Anleihe die Not der deutschen Wirtschaft im gegenwärtigen Augenblick um etwas gemildert wird. Aber schon dabri bleibt von vornherein fraglich, ob, unter welchen Umständen und in welchem Umfange die Anleihe für die deutsche Wirtschaft nutzbar gemacht werden kann. Namentüch ist es außerdem zweifelhaft, wieviel von der Anleihe tatsächlich unserer Wirtschaft zugute kommt, da dec Betrag der Anleihe zu einem großen Teile dazu verwendet werden muh. um die uns für das erste Jahr auferlegten 2te- parationszahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Wenn sich die außen- und innerpolitischeo Verhältnisse überhaupt günstig entwickeln sollen, ist die Annahme der Zollvorlage unbedingt erforderlich, und es ist daher bedauerlich, dah es durch die Deschluhunfähigkeit des Reichstages am Sonnabend unmöglich geworden ist, diese Vorlage schon jetzt vor dem Wiederzusammentritt des Reichstages in einem Ausschuh gründlich durch-^beraten, so dah sie hätte rasch verabschiedet werden können. Es wird nunmehr nicht zu umgehen sein, dah der Reichstag nicht, wie vorgesehen war, erst Mttte Oktober, sondern schon Ende September wieder zusammengerusev wird, um die Vorlage rm Ausschuß beraten jj können, zumal ihre baldige ßrlebigung schon deshalb dringend erforderlich ist, weil vorher Han- delsvertragsverHandlungen mit Frankreich und Belgien überhaupt nicht geführt werden können. Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFamilienb lätter Monats-Vezugrpreir: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: rlnzeigerSiehen. Postscheckkonto: frraitffurt a. M. 11686. Der Generalagent. Paris, 3. Sept. (WTD.) Aach einer amtlichen Mitteilung hat die Reparationskommission den amerikanischen Zinanzanwalt Gilbert zum endgültigen Generalagenten für die deutschen Zahlungen ernannt. Gilbert hat sich bereit erklärt, bas Amt zu übernehmen. Der Generalagent wird sich erst im nächsten Monat nach Europa begeben und fein Amt erst im Dezember endgültig übernehmen, nachdem er genügend mit seinem Vorgänger Young Fühlung genommen hat. Die Arbeit des Generalagenten. Eine Unterredung mit Owen 2)ouiig. Paris, 3. Sept. (WTD.) Der „Excel- fior“ veröffentlicht eine Unterredung mit dem vorläufigen Generalagenten für die deutschen Zahlungen, Owen V v u n g, der u. a. erklärte: „Ich habe auf allen Seiten Vertrauen gefunden sowohl bei den Führern der alliierten Regierungen, als auch bei der deutschen Regierung. Ich reise heute abend nach Berlin und bleibe dort während der Aebergangs- zeit der Durchführung des Dawes-Planes. Diese Aebergangszeit wird meiner Ansicht nach nicht länger als f ü n f W o ch e n dauern. Dann kehre ich nach Paris zurück, um dort mit den nach dem Dawes-Plan vorgesehenen Kommissaren mich zu besprechen, und in enger Zusammenarbeit mit der Reparationskommission werden wir dann ein gemeinschaftliches Arbeitsprogramm für die Durchführung des Planes aufsetzen. Ich habe den Deutschen in keiner Weise ein Hehl daraus gemacht, daß es meine feste Absicht ist — was im übrigen mit dem Geist und mit dem Buchstaben des Dawes-Planes, den die Deutschen aus freien Stücken angenommen haben, in Einklang steht — sie bis zur äußersten Grenze ihrer Leistungsfähigkeit zahlen zu lassen. Dagegen habe ich ihnen aber auch versichert, daß ich mich nichtsdestoweniger energisch dem widersetzen werde, daß dieser kritische Punkt überschritten wird. And ich werde mein Wort halten! Die Koblenzer Konferenz Freigabe von Wohnungen. — Abbau der interalliierten Behörden. Koblenz, 3. Sept. (WTB.) In den gestrigen Verhandlungen zwischen den Vertretern der Reichsregierung, besonders des Ministeriums für die besetzten Gebiete, sowie den Regierungen der besetzten Länder von Preußen, Bayern, Hessen, Baden, Oldenburg und der Rheinlandkommission teilte Oberkommissar Tirard mit, daß die Rheinlandkommission in den nächsten Tagen die Verkehrsbeschränkungen zwischen dem unbesetzten und dem besetzten Gebiet beseitigen würde. In der Stadt Koblenz sind in der letzten Zeit 3 0 0 Wohnungen von den F aa- zosen freigegeben worden, wettere werden folgen, da nunmehr die Besatzung diese Wohnungen selbst bezahlen muh. Auch über den Abbau der alliierten Behörden wird verhandelt, die feit dem Ruhreinbruch ihre Tätigkeit in dem all- und neubesehten Gebiet entfaltet haben, ebenso über eine Aeberlettung dieser Stellen auf die deutschen Behörden. Für die Verhandlungen der einzelnen Fragen finb Unterausschüsse gebildet worden, die tagsüber mit den verschiedenen Behörden, abends in geschlossener Sitzung verhandeln. Die deutschen Regierungsoertreter rechnen mit einem längeren Aufenthalt, da die Verhandlungen voraussichtlich lange anbauem werden. Dem Vernehmen nach sind sie von dem Deainn d»- Verhandlungen durchaus befriedigt. Heber den Abbau des interalliierten Zollregimes werden jetzt bereits in der Öffentlichkeit folgende Einzelheiten bekannt: Die Umarbeitung des Zollwesens wird in zwei Zeitabschnitten erfolgen. Der erste Zeitabschnitt beginnt am 10. September, an welchem Tage die Erhebung von Zollgebühren bei der öffentlichen Zollgrenze eingestellt wird. Das Regime der Zu- und Ablaufsbewilligungen hört mit diesem Tage auf. An der östlichst Zollgrenze werden nur noch an den Hauptbahnhöfen Zollposten beibehalten, solange die für das besetzte Gebiet gellenden Zolltarife nicht dieselben sind, wie für das übrige Deutschland, d. h. also bis zum 22. September. Den Kaufleuten im unbesetzten Gebiet, welche durch das besetzte Gebiet hindurch Waren ins Ausland ausführen, wird empfohlen, diese beim Passieren der östlichen Grenze quittieren zu lassen, damtt diese ausgeführten Waren beim Uebergang über die äußere Landesgrenze nicht verwechselt werden mit Waren, die aus dem besetzten Gebiet flammen. Waren aus dem besetzten Gebiet unterliegen nämlich noch bis zum 22. September den alliierten Vorschriften über den Außenhandel. Die letzten drei Tage der laufenden Woche werden in der Völkerbundsversammlung einen Zusammenprall internationaler Gegensätze bringen, wie er noch auf einer Konferenz sich ereignete. Schöne Reden und Höflichkeitsbezeigungen dürfen darüber nicht Hinwegtäuschen. Das Ringen -wischen zwei völkerrechtlichen Weltanschauungen spitzt sich zu einem ganz persönlichen Duell zwischen Herriot und Macdonald als den Matadoren der beiden Hauptententemächte zu. Frankreichs Feldgeschrei heißt Garantiepakt «Pakt der gegenseitigen Anterstühungs. Englands Losung lautet: Schiedsgericht (mit dem Ausblick auf Abrüstung). Welche Auffassung wird siegen? Als Macdonald von London abfuhr, richtete er an die versammelten Journalisten die Pilatusfrage: Was ist Sicherheit? „Die Sicherheit eines Volkes wird ittcht immer nur von außen bedroht. Ich kenne Völler, deren Sicherheit viel eher durch ihre innere Politik bedroht wird als von bösen Nachbarn." And dann: „Papierene Garantien sind keine Sicherheit: sie führen dazu, dah die Völker innerhalb zehn Jahren wieder bis an die Zähne bewaffnet sind und daß sie dies für das einzige Mittel halten, den Frieden zu wahren." Nach Macdonalds Ansicht ist ein Doranschreiten auf dem Wege der Schiedsgerichtsbarkeit die einzig mögliche Methode, um vorwärts in der FriÄ>ens- bewegung zu kommen. Eine gänzliche oder teilweise Abrüstung denkt sich Macdonald nur als Ergebnis späterer Weltkonferenzen. Damit (ft das englische Programm deutlich Umrissen, und es ist schwer zu finden, woher Macdonald noch die „besondere Heberraschung" hernehmen will, von der man im Zuhörer raum des Reformcttrons- saales munlfelt. Die Frage ist, ob Macdonald mit seiner strengen Able hnun g des Garan- tiepaktgedankens der französischen Diplom a t ie gewachsen i st. Englische Blät° ter, die gewohnt sind, ihrer Regierung stets die Wahrheit zu sagen, wie z. B. der „Manchester ©uarbtan“, behaupten, die französische Startmannschaft sei diesmal in weit besserer Form als die Engländer. Herriot sei jq nur der Steuermann. Die starken Ruderer seien Driand, einer der gerissensten Staatsmänner Europas, dann Bourgeois, der erfahrenste Parlamentarier des Völkerbundes, und Paul Bvncour, ein Meister in der Kunst der ikberrebung. An diese reihe sichLoucheurals Vertreter des neuen verdiensthungrigen Frankreichs, und im Hintergründe dieser Delegation ständen die großen Debattenkünstler © ar rau t und de Iouvenel (von diesem •flammt ja der Entwurf des Garantiepakts). Kurz und gut, gegen eine solche Truppe, die die Auslese der französischen Diplomatie darstelle, könne die britische nicht auftommen. Man wird ja sehen. Unterdessen haben die Amerikaner, die zwar am Völkerbund nicht beteiligt sind, aber wie in London die Fäden des Marionettenspiels in der Hand zu hallen scheinen, die Zwischenlösung des Generals Dl iß in die Debatte geworfen. Sie wurde am 29. August dem Völkerbundsrate über- reicht. Tasker H. Dlih ist der Vertreter der Vereinigten Staaten im Obersten Kriegsrat der Alliierten. Seine Mitautoren: Professor James T. Shotwell und D. Hunter Miller, der Rechtsberater der amerikanischen Friedens dele- gation. Diese drei nichtamtlichen Diplomaten nennen ihren Entwurf echt amerikanisch und rabifal: „Das Verbrechen des Angriffskrieges". Alle Angriffshand- lungen, auch wenn sie nicht zum Kriegszustand führen, ebenso die Vorbereitung zu solchen An- grifsShandlungen werden verboten. Der Internationale Gerichtshof entscheidet auf Anzeige, ob Angriff vorliegt i^no verfügt auch sofort verhütende Maßnahmen Die Strafen: Acht und Bann, Vkvckade, keine Anleihe, kein Kriegsmaterial, kein Rechtsschutz. Unb: Sanktionen! Das Wort Hingt wohl ganz besonders bedenklich in deutschen Ohren. Aber es ist zu beachten, daß die Ameri- Liner in letzter Stunde ihren Vorschlag in diesem Punkte geändert haben. Nach Art. 8 Abs. 1 sollten die Sanktionen nicht nur den angreifenden Staat, sondern auch dessen Angehörige (national) treffen. In der neuen Fassung werden im Angriffsfalle nur die wirtschaftlichen und rechtlichen Beziehungen zu dem betreffenden Staate abgebrochen. Aber wo ist da die Grenze der Einwirkung. Die Amerikaner werden sich darüber noch deutlicher äußern müssen. Die Genfer Verhandlungen. Die Aussprache über den Ratsbericht wurde heute nachmittag beendet. Der geringe Anteil an der Eröffnung der Aussprache erklärt sich begreiflicherweise damit, daß die meisten Delegierten zunächst die großen Reden von Macdonald und Herriot am Donnerstag über die Sicher- heitsftage abwarten wollen, bevor sie das Wort ergreifen. So bildeten auch heute bereits, trotzdem sie das Wort nicht ergriffen, die beiden Ministerpräsidenten den Hauptanziehungspunkt. iSine Anzayl D€ut)d)nattontftcheu Ae Aussteller techen und zu k und uni) E 3o geb. Gl L 6c 69* W’ ^Äramnn 4 Mb Geisse öl« 1. 3' der,^ Jahre kant, 3 $0i Pseudo nl '..icfinarkel di- »“*J a Sfe 8-S-S tat seinen M Beispiel in®1 Greifen aflfeüifl Leuischen Doch' SS len in W G vier berühmten Kif der Wart " Bleib Hahn! Eine Wmyung em Eisenbahnen d sein. Alljährli sich eigenmächt Hinwegsetzen, in Mise herausr Irüllcur kommt Mgenklasse gi in eine höhere immer wieder mach! werden, sich zieht Sie Fahrpreises der in der höheren 1 bestens aber k bann zu zahle nicht in Dewe " Kein l Alljährlich ere Anzahl Krank führen, veil a Wasser oder schädlich ist es, obst iKirschm, doch auch tiefer ‘Zeaiefatf. ackcht, also als den. heiher Kaf ungekochtes ®a' gefährlich und Ic oder durch Der lieben) Magen- Tode führen, w Gießt X die A «es (Bitf, " l •,k ul tooin 1832ss I MAGGI5 Würze Vertreter MMmil UMMkK Der Vorstand. (BOID ;en. fürDonnerstag. zsportsilm ,&r Lug lhaus Dahichofstkvhe: unlhaus Aberstrihel esellige Musil. M.0.08 „ 0.12 „ 0.04 „ 0.06 ,, 0.06 assage. ördliche Winde, M 'erschlüge. iseln und den Äord- Druck festgesetzt, bet '• das Vordringen nach doch Hal sich im 6ü- iach Dorden hin er- h unsere Wetterlage Gießen u.Umg. Da die Mängel und Beschwerden -es Gießener Marktes beigelegt sind, wird der Markt am 9. September wieder befahren. M.0.25 0.40 „ 0.04 .. 0.03 „ 0.24 „ 0.03 ,, 0.20 in der Stadt oder näheren Umgebung von pensioniertem Beamten zu kaufen gesucht. Bedingung: Freiwerden der Wohnung biS svätestenS Ende November d. I. Kleiner Hoiraum, Garten und kleines Nebengebäude für Holz und Gerätschaften | erwünscht. Anzahlung: 4000 Mark, 2000 Mk. bei Ankauf, 2000 Mk. gleich nach Einzug. Gefällige Offerten mit genauer Auskunft unter F. S. III postlagernd an Postamt Steinberg bei Gietzen. [6787D die ausgiebigste deshalb die billigste! brach« ff* j« 51.6^: Herbstes ÄLZ ft ^nem Tau. rw^>ude am n un ewigen QBiiu Leben, S Saht es M Ä1 he alle $ Llatur jerflören Sonn- am Wn wird wie ein ""de uch Tag neues uur zeugen wird, bu bist ja nur ein * frer ßo&nfleuet gezahlt werden. ienit2;6e der burch ch j&t* idert vor, ’jLcn und k iBb« g -eins, ’^naten. Jn nächste",L Rolwes .chelvurde^ eins ar‘i "=ugcfti^ UsS?» KW $$•> «'M stteaitnrdo'.Lch^ Länder Nuri Mk. 55 Pfg. j kostet eih selbstgebackener Käsekuchen veS Sparkoffenbezirks zur Verteilung gebracht treiben. Dem hiesigen Kranken ha u s wurden tx>rbef>ö£Hi der Zustimmung der ©enzixiItx'T- famndung 2 Ztr. Erbsen 2 Ztr. Weizen und 2 Ztr. Korn bewilligt, Der Klei nfxnbcr- schule sollen 50 Ztr. Briketts angeschafft werden. Für daS Milchfrü'hstück der Stadtschule sollen 200 Goldmark gegeben werden. Kreis Büdingen. 9 Nidda. 2. Sept. Zum diesjährigen Herbstrnarkt waren aufgerrieben: Grohvieh (Dullen, Kühe und Kalbinnen) 56 Stück, Schweine und Ziegen 569 Stück. Der Markt lieh in allen Teilen die Geldknappheit deutlich hervortreten. Wo die Preise nicht sehr niedrig angesetzt wurden, blieb Heberfl? 74, Kulwr^lchichie 13. Geschichte und Biographien 89, .Kunstgeschichte 5, Raturwissenschoft und Technologie 54, Heer- und Seewesten 2. Hau»- und Landwir^hast 6, Gesundheitslehre 3. Re- tiaion und Philosophie 5, Elaalswissenschaft 6, Sprachwissenschaft 7. Fremdsprachliches 11 Bände. Vach auswärts tarnen 10 Bände •• Aus dem Gietzener StandeS- amtSregister. Es ver starben in der Zett vom 15. bis 30. August: 18. August: Eduard Aellies, ohne Beruf, 68 3ahre alt, Kaiserallee 30. 21 August: 3ohannes Winnecker, Müller, 68 3ahre alt, Schützeustrahe 2. 22 August: Elisabeth Delloft, geb. ©röninger, 58 3ahre alt, Mittelweg 5. 23. August: Ludwig Wolft, Kaufmann, 69 3ahre alt, Schiffenoerger Weg 21. 24 August: Hermann Kaiser, Schlosser, 36 3ahre alt, Ost- an läge 31. 29. August: Susanne Amalie Walther, geb Bramm, 47 3ahre alt, Höfmannstrahe 6. Elisabeth Geissel, geb. Sann, 58 3ahre alt, An ter Hardt 1. 30. August: Karl Dauster, Sabri- Tant, 53 3ahre alt, Alicest ratze 23 Wolfgang Pfeuster, 3 Monate alt, Walltvrstratze 33. •• Frankiert mit Wohlfahrts- bricfma rleu. Bekanntlich gibt die Reichspostverwaltung seit einiger Zeit vollgültige Wohl- 'ah riÄbricf matten im Werte von 5, 10, 20 und 50 Pfennig heraus, die zugunsten der Deutschen Rothilse für den Viersachen Betrag verlaust werden. Verschiedene grofte Firmen verwenden die Marken bei ihrem Schriftwechsel. So hat z. B. die auch sonst als wohltätig bekannte Tlllien- Desellschaft Linke-Hofmann-Lauchhammer ihre lärnllichen Werke angewiesen, einen erheblichen Teil ihres Briefmarkenbedarfs in den Wohl- fahrisbriefmarken ter Deutschen Rothilfe za decken. Der Verband Berliner Metallindustrieller hat seinen Mitgliedern die Derwendung der WohlsahrtSbriesmarken empfohlen. Wenn dieses Beispiel in 3ndustrie-, Handels- inb Privat- kreisen allseitig Rachahmung fände, würden der Deutschen Rothilfe erhebliche Mtttel zuflietzen und gleichzeitig den zahlreichen Sammlern unter den Empfängern Freude gemacht werden da die Marken in seht guter Ausführung Abbildungen der vier berühmten Schwindscheu Hl.-Elisabeth-Bilder a.uf der Wartburg aufweisen. " Bleibt ehrlich auf der Eisenhahn! Eine Warnung vor der rechtswidrigen Benutzung einer höheren Wagenklasse auf den Eisenbahnen dürfte zur Zeit wieder am Platze sein. Alljährlich werden Tausende ertappt, die sich eigenmächtig über die geltenden Vorschriften Hinwegsetzen, in der Annahme, sich auf irgendeine Weise herausreden zu können, wenn der Kontrolleur kommt. Die Tleberfüllung der bezahlten Wagenklasie gibt keinem das Recht, eigenmächtig in eine höhere Wagenklasse einzusteigen. Es mutz immer wieder auf die Folgen aufmerksam gemacht werden, die ein derartiges Verhalten nach sich zieht. Dre Strafe beträgt das Doppelte des Fahrpreises der ganzen Strecke, die man unbefugt tu ter höheren Wagenklasse zurückgelegt hat, mindestens aber 6 Mark. Dieser Betrag ist auch dann zu zahlen, wenn der Zug sich noch gar nicht in Bewegung gefetzt hat. , •• Kein Wasser, kein Dter auf Obst. Alljährlich ereignen sich zur Obstzeit eine ganze Anzahl Krankheitsfälle, die mdunter zum Tote «führen, well auf reichlichen Genuh von Früchten Wasser' oder Bier getrunken wurde. Besonders schädlich ist es, Flüsfigketten auf genossenes Steinobst (Kirschen, Pflaumen usw.) zu sich zu nehmen, doch auch Birneu — seftener Aepfel — finb in dieser Beziehung nicht unbedenklich, wenn sie nicht gekocht also als Kompott 'oder Mus verzehrt werten Heitzer Kaffee ober Tee schabet weniger als ungekochtes Wasser. Bier aber ist ganz besonders gefährlich unb kann zu den schwersten (ruhrartigen, ober burch Verstopfung unb Blähungen gefährlichen) Magen- unb Darmerkrankungen ober zum Tote führen, wenn ter vorherige Obstgenutz sehr reichlich war. Schwächliche Raturen erkranken schon heftig, wenn sie auf wenige Dirnen ein Paar , Schlücke Bier zu sich nehmen! Rie barf auf Früchte irgendwelcher Art Bier getarnten werten. Bei einer Schülerwanterung in München in diesem Frühjahr wetteten zwei junge Leute, wer es fertig bringe, zwanzig Bananen zu essen unb zwei Liter Dier zu tanken. Die Folge war natürlich, bah Lie beeten erkrankten: bei eine von ihnen starb alsbald unter den qualvollsten Schmerzen. RTV. Reues Reisebureau in Frank- Reisedamen für vornehme Reisetätlnkeit, auch für Umgebung, ioiort gesucht. Hohes Gin» kommen. Borzustellen Freitag it Samstag , 5. unb fl 9. ,i öon 9—3 Uhr, Hotel Schütz, Gietzen- V781A Basel u. Co., Bad-Homburg d. d. H. ter Fliegerei wieder einen frischen 3mpuls ge- ggeben. Rlan trage sich mit dem Gedanke,c, zwei Anstalten in ter Rhön und in R v s i 11 e n zu errichten, die den Gedanken des Segelflugs praktisch und wirtschafllich Pflogen sollten. Der hellste Stern ater am dunklen Himmel ter deutschen Luftschiffahrt sei die Wissenfchaft, die bi? höchste Anerkennung verdiene, weil dies: uiteigonnützig nach folgendem Oetker-Rezept; Zutaten zum Teig: 65^g Margarine ä Pfd. 0.60........ 50 g Zucker ä Pfd. 0.40......... 150 g Weizenmehl........... 2 Teelöffel voll von Dr. Oetker’s „Backin“ . . Zutaten zum Belag: 200 g Quark.............. >/. Liter saurer Rahm........... 5Ö g Zucker .......'..... 1 Teelöffel voll von Dr. Oetker’s Vanillin-Zucker 2 Eier ä 12 Pfg............. 1 Eßlöffel voll Dr. Oetker’s Gustin oder feinstes Stärkemehl........ - - - 80 g Korinthen ä Pfd. 1.20......... 3um sofortigen Eintritt suche ich einige tüchtige branchekundige Verkäuferinnen sowie zwei Lehrmädchen Persönl.Dorstellung mit Zeugnissen. 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F. von dem Ableben ihres lieben Ehrenmitglieds Karl Dauster ■ • ■ Bekanntmachung. Viehmarkt in Gießen. Der nächste DiehmarKt findet am 9. und 10. September 1924 statt, und zwar Dienstag, den 9. Sept.: Rindviehmarkt, Mittwoch, den 10. Sept.: Schweine- und |Stellenangebote| Verfnndstelle vergebe und) jeb Ort. Rückporto. P.Holfter, Breslau V. 498. h70,A Pianos • Harmoniums • Langjährige Garantie. 5 Günstigste Zahlungsbedingungen. AUGUST FÖRSTER Gießet!, Bahnhofstrasse65B und Lieh (Oberhessen) Gegründet 1876. SucheStellungslose zumBertrieb v. Heft- vflastern in Taschen: 100 Sick Mk. 1.40frei Nachnabme.P.Solttor Breslau H 498. CG71A Nachruf. Am Samstag, dem 30. August, verschied plötzlich und unerwartet durch Schlaganfall unser Chef Herr Karl Dauster und wurde so seinem schaffensreichen Leben ein zu frühes Ziel gesetzt Wir werden sein * Andenken in Ehren halten. Die Betriebsleitung und Belegschaft des Basaltwerks Lollar. 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Wer diesen Kampf eiirmal mit sich selbst gekämpft hat, weih, wieviel schwerer er ist und wie stärker er dte Seele belastet als der offene Meinungsstreit mit anderen. Schließlich aber standen in den entscheidenden Tagen alle Mitglieder der Fraktton der Deutschen Volkspartei treu und einig zusammen in der Auffassung, daß man zwar manches, was man erreichen wollte, in London nicht durch- gesetzt bat, daß aber das Erreichte immerhin einen, wenn auch nicht gerade übermäßig festen Doden abgebe, auf dem man die nächsten Jahre weiter bauen könne. Cs kam hinzu die ilebertegung, daß ein Versuch, in erneuten Verhandlungen mit unseren Kriegsgegnern mehr zu erreichen, mindestens zeitlich eine starke Verschiebung der Entscheidung bedeutet hätte, dazu aber auch keine starke Aussicht auf sachliche Erfolge bot. Die deutsche Wirschaft und die Rücksichten auf die besetzten Gebiete aber ließen eine baldige Entscheidung dringend notwendig erscheinen. Es ist bereits darauf hingewiesen worden, daß die Fraktion der Deutschen Volkspartei in dieser Frage einig und geschlossen zusammenstand. Es verdient auch hervorgehoben zu werden, daß diese Einigkeit ohne jebe Einwirkung von außen sich vollzog, so daß z. D. eine in den kritischen Tagen stattgefundene Sitzung des Parteivorstandes nach toertigen Minuten schon geschlossen werden konnte. Was haben wir nun durch die Londoner Vereinbarungen und die diese bestätigenden Beschlüsse des Reichstags erreicht? Zunächst die Freilassung der in französischen Gefängnissen sitzenden Gefangenen, die Rückkehr der Vertriebenen, ihre Wiedereinsetzung in Haus und Hof und in ihien Beruf, dazu die Befreiung von den wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen, wie sie insbesondere im Ruhrgebiet von den alliierten Mächten über die dortige Industrie verhängt worden waren, die DeseitigungderZollschranken, die das besetzte Gebiet vom übrigen Deutschland trennten und schwere wirtschaftliche und politische Gefahren mit sich brachten, weiterhin die demnächsttge Rückgabe der im besetzten Gebiet beschlagnahmten deutschen Eisenbahnen an die große, demnächstige Reichseisenbahngesellschaft und dadurch die betriebliche Wiedervereinigung aller auf deutschem Gebiet liegenden Eisenbahnstrecken, mit der Rebenwirkung, daß die an diesen Dahnen beschäftigten französischen und belgischen Gieyener Anzeiger (General-Anzeiger flr Vverheffen) Eisenbahner beseitigt werden und daß an ihrer Stelle demnächst wieder unfere deutschen Cisenbahnbeamten den Dienst übernehmen, crti>üd) die sofortigeRäumung der in Baden besetzten Gebiete, die Räumung des Landkreises Dortmund, und der seit 11. Januar vorigen Jahres angeblich aus zöllnerischen Rücksichten besetzten, sogenannten Flaschenhälse, endlich aber das Versprechen, daß auch das Ruhrgebiet mit den Städten Düsseldorf und Duisburg-Ruhrort bis längstens zum 15. August nächsten Jahres geräumt fein werden. Das Letztere ist uns allerdings nur von Frankreich und Belgien versprochen, das dahingehende Versprechen ist von England ausdrücklich sanltioniert worden. Wir wollen heute nicht daran zweifeln, daß die beteiligten Regierungen ihr Versprechen tatsächlich halten werden, wird in einer Weise umgestaltet, die wenigstens theoretisch einen starken ausländischen Einfluh möglich macht. Die deutsche Wirtschaft wird zu weiteren Sachleistungen über die im Versailler Vertrag uns aufcrlcgtcn Verpflichtungen hinaus verpflichtet, und endlich hat das Deutsche Reich selbst auch eine gewaltige unmittelbare Leistung für die Zukunft auf seine Schultern nehmen nrüssen. Wägt man Vorteile und Rachteile objektiv gegeneinander ab, so wird man nicht übersehen dürfen, daß die hau pt sä ch listen Vorteile teils augenblicklich, teils bald wirkend sind, während die Rachteile, die Verpflichtungen, die wxr übernommen haben, ein ganzes Menschenalter auf uns ruhen werden. So liegt wahrhaftig für niemanden ein Anlaß vor, über Erfolge zu triumphieren, und es ist erfreulich, daß sich solche Gefühle weder bei der Bilderwettbewerb -es GießenerAnzeigers für die besten Lichtbilder aus ganz Oberhessen, sowie aus den Gießen benachbarten preußischen Gebietsteilen. Oie Aufnahmen sollen möglichst bildartig sein. folgende Aufnahmen kommen in Betracht: Von interessanten Lauten in Städten und Dörfern, von Häusergruppen, von schönen Straßenansichten, von Häusern, Kirchen und Denkmälern mit schönen Baumgruppen, von Burgen und Schlössern, von malerischen, charakteristischen Landschaften, von besonders prägnanten, typischen Persönlichkeiten. Oie Bewertung wird durch ein Preisrichterkollegium erfolgen, dessen Zusammen« sehung noch bekanntgegeben wird. Der erste Vveis beträgt .... 100 Golbruavk Dev zweite Peers beträgt ... SC Gowmavk Der dvttte Preis beträgt ... 60 Goldnravk Der vierte Preis beträgt ... 40 Goldruavk Der fünfte Preis beträgt ... 30 Goldruavk Der sechste Preis beträgt ... 20 Goldruavk 4 Preise, ie............ 10 Goldruavk 50 TvostrrvMe, ie........ 5 Goldmavk Außerdem bebalten wir uns vor, weitere geeignete Pbotosvavbiett zu erwerben. Oie mit Preisen bedachten und kä'uftich erworbenen Lichtbilder gehen in das ausschließliche Benuhungs- und Verlagsrecht des Gießener Anzeigers über. Zeder Bewerber kann eine unbeschränkte Zahl von Photographien einreichen. Oie unaufgezogenen Lichtbilder können auch von früheren Aufnahmen stammen, dürfen aber nicht irgendwie öffentlich benutzt sein. Oie Einsendungen sind mit Kennwort und mit der Bemerkung „Bilderwettbewerb des Gießener Anzeigers" versehen an die Redaktion des Gießener Anzeigers zu richten. Kennwort und genaue Angaben über den Gegenstand des Lichtbildes (Ort, Haus, Straße, Schloß, 5iume usw.) sind auf dessen Zftücffcfte anzugeben. Oie genaue Anschrift des Einsenders ist in geschlossenem Briefe beizufügen, dessen Umschlag das Kennwort trägt. Dev äußerste Gktüesevrmgstevmlu ist der 15. Sevt. d. Ls. Oie Preiszuteilung wird im Gießener Anzeiger veröffentlicht. Oie Rücksendung der nicht preisgekrönten und nicht käuftich erworbenen Lichtbilder findet nach Schluß der Ankäufe staft. Verlag und Redaktion des Gießener Anzeigers. vermögen aber gerade in biefer Frage in den Londoner Abmachungen keinen besonderen Erfolg zu sehen, solange nicht die Räumung tatsächlich vollzogen ist. Der Kaufpreis, den wir für all das vorstehend Aufgeführte zahlen müssen, ist außerordentlich hoch. Unfere Eisenbahnen müssen wir aus der Verwaltung des Reiches in die Verwaltung einer Gesellschaft legen, die, mag man ihre Organisation auch noch so optimistisch beurteilen, nur noch teilweise deutsch ist und deren rein deutschen Charakter wir nur nach und nach und mit schweren finanziellen Opfern wieder zurückgewinnen können. Dazu ist diese Eisenbahn zugunsten der Alliierten mit einer gewaltigen Schuldsumme belastet, die herauszuwirtschaften viel Mühe und manchen Verzicht bedeuten wird. Die deutsche 3 n b u ft r i e hat eine Last von 5 Milliarden Mark auf ihre Schultern nehmen müssen. Die Reichsbank Regierung, noch in unserer Fraktion nach dem Zustandekommen der Gesetze ausgelöst haben. Wenn wir auf etwas stolz sein dürfen, so ist es darauf, daß die schwere Arbeit, auch die Zustimmung der Deutschnationalen insbesondere zu dem Zweidrittelmehrheit notwendig machenden Eisenbahngeseh zu gewinnen, im wesentlichen von unserer Fraktion geleistet worden ist, und daß die Anträge, die den Deutschnationalen die Drücke zur Zustimmung zu jenem Gesetz schlugen, insbesondere auch in der Schuld- frage, die Ramen Dr. Zapf, Dr. Decker (Hessen) und Dr. Curttus von der Deutschen Volkspartei trugen, llnb wenn die Regierung in diesen Verhandlungen im Reichstag einen Erfolg für sich sieht, so darf auch hier im 3ntereffe der parteipolitischen Wahrheit festgestellt werden, daß das günstige Endergebnis durch eine außerordentlich geschickte, weil sehr maßvolle Rede des Anton Bruckner. (Zum 100. Geburtstag, 4. September 1924.) Don Dr. Anton Mayer. Anton Druckner nimmt unter den großen Komponisten eine Sonderstellung ein, weil er plötzlich ohne daß etwas von seinem Schaffen in die ' weitere Oefsentlichkeit gedrungen wäre, als vollendeter Musiker dastand: seine Entwicklung war unbekannt, und erweckt doch infolge der Eigentümlichkeit seiner Werke bas höchste 3ntereffe. ~ , Sein Großvater und sein Vater waren Lehrer in dem kleinen oberösterreichischen Ort Ans- selben gewesen: dort wurde Anton Druckner am 4. September 1824 geboren. Als er zwölf Jähre alt war, starb fein Vater, und der 3unge mußte, so gut es gehen wollte, des Verstorbenen Platz in der Dorfschule und in der Kirche, an der Orgel, ausfütlen. Auch als Meßner fungierte er in diesem altmodisch-vormärzlichen Oesterreich. 3m St. Florianstift erhielt er bis zu feinem 16. Lebensjahre Musikunterricht, wurde dann zur Vorbereitung auf den Lehrerberuf nach Linz geschickt und bekam im 3ahre 1841 die Schulgehilfenstelle in Winderhag. Er mußte sich vor seinen Vorgesetzten ducken, den geistlichen Herren die Hand küssen, und manche seiner späteren Eigentümlichkci'.en erklärt sich vielleicht aus den demütigen Jahren jener Zeit, bet beneru wir an manche klägliche Lehrergestelt aus Dickens Romanen zu denken versucht sind. 1845 besserte sich seine Lage, als er die Lehrerstelle in St. Florian erhielt und nun vor allem Gelegenheit fand, sich auf der prachtvollen Stistsorgel zu dem Meister des Spieles auszubilden, als der er in kurzer Zeit die Menschen in Erstaunen» sehen sollte. Schon nach wmigen Fahren wurde ex stellvertretender Stiftsorganist, und im 3ahre 1856 gewann er den Wettbewerb zu Linz um die Stelle des Domorganisten. Der Bischof von Linz. Rudi gier, ermöglichte ihm ein mehrjähriges Studium in Wien, wo er im 3ahre 1861 die Reifeprüfung im kontrapunktischen Spiele fo verblüffend bestand, daß seine Examinatoren meinten daß eigentlich er sie hätte prüfen müssen, älnb nun erst, als Mann von beinahe 40 Fahren, wagt er sich an größere und in die Weite wirkende Kompositionen, nachdem er sich durch das unaufhörliche 3mprovisieren und Selbstschaffen beim kirchlichen und privaten Orgelspiel einen musikalischen Schatz aufgespcichert hatte, der nun der Bearbeitung harrte. Bis jetzt hatte er auf seine Gemeinde und auf seine Schule gewirkt; in den letzten Fahren war sein Rame in Oesterreich als Organist bekannt geworden: nun drängte es ihn danach, den fertig geprägten Reichtum seiner Musikerseele' weiten Kreisen mitzuteilen, da er sicher toar, kein Stückwerk zu geben, sondern vollendete Kunst mitzuteilen. 1864 wurde seine D-Moll-Messe in Linz, 1865 seine erste Symphonie in S-Moll aufgeführt — und natürlich erlitt er einen Mißerfolg, der ihn, den Gereiften, um so schmerzlicher treffen mußte. Er hatte die Tannhäuser-Partitur kennen gelernt, und sich bedingungslos auf Wagners Seite gestellt, ein Wagnis, das er im damaligen Wien als der Hochburg der Wagnergegnerschaft, schwer zu büßen hatte. Denn der maßlos überschätzte Krittler Eduard Hans lick, einer der peinlichsten mufiüilischen Schwäher, der von Mozart genau so wenig verstand wie von dem verhaßten Wagner oder dem geliebten Brahms, herrschte damals bedingungslos und stürzte sich wutentbrannt auf den kühnen Schöpfer von Symphonien, die allerdings die gewohnten Gleise häufig verließen. Aber auch die Wagnerianer blieben dem Symphoniker gegenüber als geschworene Bannerträger dramatischer Musik mißtrauisch, so daß er za seiner größten Verzweiflung rttrgends festen Fuß als Komponist fassen konnte. Als Theoretiker, Lehrer und Orgelspieler fand er wohl Anerkennung: 1868 wurde er Hoforganist, 1869 konzertierte er in Frankreich, 1871 in London, und wurde zur grüßtest Wut seines bitteren Feindes Hanslick 1875 zum Lektor an die Wiener Universität berufen. Trotz aller hämischen, ja gemeinen Angriffe durch die Wiener Kritik — die sich durch ihre Stellungnahme gegen Wagner, Bruckner und Hugo Wolff für alle Zeiten blamiert hat — schuf Bruckner in aller Stille toetier, bis auch ihm allmählich wachsendes Verständnis die Wege ebnen sollte. Am 11. Februar 1883 wurde seins 'siebente Symphonie zum ersten Male tn der Wiener Philharmonie aufgeführt. Es ist jene Symphonie, deren Adagio den erschütterndsten Gesang auf das Leben eines Helden darstellt, der durch den zwei Tage später erfolgenden Tod Richard Wagners eine besondere Bedeutung in den Augen der Wagner-Verehrer erhielt. Dec akademische Wiener Wagner-Verein nahm sich Bruckners nun mit allen Mitteln an — vielleicht in mancher Hinsicht für den Geschmack Bruckners sogar etwas zu viel —, und propagierte seine Werke hauptsächlich, bei dem immer noch bestehenden Widerstreben der Wiener Kritik, in Deutsch- land, wo sich in Levi und Rikisch Dingenten fanden die sich in seine Dienste stellten. Mahler und Äkotte schlossen sich ihnen an, so daß Deutschland den Ruhm für sich in Anspruch nehmen kann, endgülttg Dahn für den größten Symphoniker der modernen Musik gebrochen zu haben, bis endlich auch den Wienern seine Größe aufging. 1891 wurde ihm die Doktorwürde und ein Fahresgehalt verliehen, das den Greis tn die ßage setzte, unabhängig vorn Stundengeben in 4- September (924 Außenministers ötrcfcmannn am letzten Tag der Verhandlungen vorbereitet wurde. 3m übrigen aber muh man sich heute darüber klar sein, daß die augenblicklichen Vorteile, insbesondere im besetzten Gebiet, die Anerkennung aller Vernünftigen finden werden, daß aber leider im unbesetzten Deutschland und vielleicht in einigen 3ah- ten auch im besetzten Gebiet diese Vorteile wieder vergessen sein werden, und daß man dann wegen der schweren dauernden Lasten vielleicht Steine auf diejenigen werfen wird, die den Gesehen zur Annahme verhalfen. Das soll uns aber nicht abhalten, mit Genug» tuung auf den Abschluß dieser Verhandlungen zurückzublicken. Richt als ob wir uns ettoa ter Vorgänge in der deutschnationalen Fraktion, die der Endentscheidung vorausgingen, und die zweifellos der deutschnationalen Parteileitung viel Sorgen gemacht und ihr noch manche Sorgen bringen werden, freuten: wir sollten und müssen im Gegenteil anerkennen, daß auch dort die große Mehrheit der Reichstagsabgeordneten in fd)tocrem Ringen sich bemüht hat, den rechten Weg zu finden. Wohl aber freuen wir uns darüber, daß die Annahme der Gesetze unter Mitwirkung der Deutschnationalen und ohne Reichstagsauflösung den Weg zur gemeinsamen bürgerlichen Arbeit gebahnt, ja uns auf diesem Wege schon ein gutes Stück vorwärts gebracht hat. Die Reichstagsauflösung unter der Parole „für oder gegen London" hätte sämtliche bürgerliche Parteien in gemeinsamer Front mit den Sozialdemokraten gegen die Deutschnationalen aufmarschieren lassen. Der schmale Spalt zwischen den Deutschnationalen und den Mittelparteien insbesondere würde damit zur breiten Kluft auf gerissen worden sein, über die so rasch nicht hätte wieder eine Drücke geschlagen werden können. Die bevorstehenden preußischen Landtagswahlen hätten sicherlich dann unter der gleich falschen Frontstellung geführt werden müssen, wie denn überhaupt die ganze politische Entwicklung der nächsten 3ahre erneut in das Zeichen der großen Koalition mit den Sozialdemokraten getreten wäre. Was das politisch und was es vor allem toirt« schasllich bedeutet hätte, ist jedem Kundigen klar, und insbesondere die wirtschaftlichen Kreise, wie sie im Reichsverband der deutschen 3ndustrie zusammengefaßt sind, zeigten für diese innerpolitischen Folgen einer Ablehnung der Dawes» gesehe volles Verständnis, als ich in einer der letzten Sitzungen jenes Verbandes auf sie hin- wies. An einer solchen Entwicklung hätten neben den Sozialdemokraten nur gewisse Kreise der Demokratie und des Zentrums eine reine Freude gehabt. Was heute bürgerlich denkt, wird es deshalb begrüßen, daß der Reichstagsausgang allen diesen Hoffnungen der Linken ein Ende gemacht hat. Daß die Deutschnationalen so spät in unsere Front einschwenkten, mag taktisch und parteipolitisch ein Fehler gewesen sein. Daß sie es überhaupt noch taten, ist ein Verdienst, und daß sie damit auch eine Verantwortung für die Ausführung der Gesehe übernommen haben und deshalb auch in verantwortlichen R eg ierungs stellen bei dieser Ausführung mitarbeiten müssen, ist im Fnteresse unserer gesamten inner- wie außenpolitischen Entwicklung außerordentlich zu begrüßen. Ob freillch dem Reichstag unter dieser, an sich notwendigen Entwicklung ein langes Leben beschieden sein wird, ist eine Frage für sich Die Sozialdemokratie, die am letzten Samstag die Beratung des Zvllgesetzes durch ihre Obstruktion verhindert hat, obgleich diese Verhandlung der deutschen Regierung das nötige Rüstzeug für die demnächstigen Wirtschaftsver- haiü)lungen mit Frankreich und anderen Staaten geben sollte, hat damit deutlich gezeigt, wessen sie aus parteipolitischen Gründen fähig ist, und daß ihr dabei die Fnteressen der deutschen Wirtschaft, des deutschen Volkes im allgemeinen und der deutschen Arbeiterschaft im besonderen völlig gleichgültig sind. Es wird notwendig sein, daß sich gegenüber solchen Obstruktivnsversuchen der Linken alle bürgerlichen Parteien zu gemeinsamer Abwehr zulammenschließen. Die Aussichten für die Reichstagstätigkeit im nächsten Winter sind somit auf Kampf gestimmt. Das soll uns aber' nicht abhalten, mit Genugtuung auj die Arbeit der letzten Wochen, und mit Dank für diejenigen, die sie geleistet haben, zurückzublicken. Tleftle's Rindettnetjl, das gib Seinem Rind, ßafl du es liebl gesicherten Verhältnissen leben zu fönnen. Aber nicht mehr lange sollte er sich des spät errungenen Ruhmes freuen; die Wassersucht quälte ihn, bis er am 11. Oktober 1896 die Augen schloß. Er wurde seinem Wunsche entsprechend unter der Orgel der Stiftskirche zu St. Florran beigeseht, deren gewaltige Klänge zuerst feiner Meisterschaft sich gefügt hatten. Die Hauptkerle fernes Werkes bilden dre neun Symphonien und drei Messen: ihnen schließen sich eine Anzahl von Werken für Chor und Orgel an. Der Dogen seiner Kompositronen ist wert- gespannt — so weit, daß ihm häufig Unübersichtlichkeit und Unklarheit zum Vorwurf gemacht worden ist. Es lebt in feinen Kompositionen etwas von dem Geist hochgewölbter sük^eutscher Darockkirchen, deren einheitlicher Daugedanke dem ungeübten Auge hinter der quellenden Phantasie schmückenden Beiwerkes verschwinden mag. während der Verständnisvolle gerade den ungeheuren und schwungvollen, feierlich erhabenen Ernst der T-urchführung bewundert. Und wie sich im Dekorativen jener Kunst ebenso anmutige und zarte, wie heitere und lichte Elemente finden, stellt auch das Werk Druckners nicht etwa einseitig nur die großartige Seite der musischen Kunst dar; wie bei Schubert finden wir Anklänge an ferne österreichische Hermat in fublumerten Ländlerwersen, oder einer gewissen gewollten Derbhert des Tons, die neben der Weltabgewandtheit feiner Konzeption auch das 3rdische zu fernem Rechte kommen lassen. Er ist lange Zeit einer der großen Unverstandenen gewesen, dem Erfolg erst beschieden wurde, als seine Zeit abgelaufen war. DerRach- toelt bleibt nichts, als seinem Genius die so schmerzlich entbehrte Anerkennung durch liebevolle Veftenkung in sein Schassen darzubringen. Frankfurt a. M. Berlin nn Simonen Prozent Datum: Fuchs, 1 inung von Dozent Dr. jur. et Müller. Eine Heuchelheim, Gießen, 1. 1. WKW«» 6766c WdWlO 1 Anzeiger«) ■\ •’a Heuchel- £ Fron- ZV,92, Banknoten. (Ohne Gewähr.) Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Dr. rer. pol. Richard Kerschagl, Wien. III. Literatur. IV. Zeitschriften des In- und Auslandes. V. Eingesandte Schriften. 220 Seiten im Abonns- ment 1 Gm, im Einzelverkauf 9 Gm. Verlag der H. Lauppschen Buchhandlung, Tübingen. 4. Minna Sack, Heuchelheim, 5. Eva Marburg. A Einzelkämpfe für Aktive: Speerwerfen: 1. Iah. Kraft, Hausen 31,91, 2. Otto Klinkel, Lollar 3. Aug. Rell, Wetzlar 27,48 Meter. Berlin, 3. Sept. Die Börse eröffnete heute bei ruhigem Geschäft. Die Blicke der Spekulation sind in stärkstem Maße auf die Vorgänge in der Wirtschaft gerichtet. 3m Vordergrund des Interesses steht natürlich die Frage der ausländischen Kredite. Man darf wohl die Erwartungen in dieser Beziehung nicht allzu hoch spannen. Wo Aussichten auf neue Kredite bestehrn. kommen hie Verhandlungen nur langsam vorwärts, 1. Laims- werden. — Zuteyt wurde gegen einen jungen Menschen aus einem Rachbardorfe wegen mehrerer D i e b st ä h l e verhandelt, deren er vollkommen geständig ist. Rach dem Sachverständigen- Gutachten ist er erblich stark belastet und Psychopath, jedoch immerhin noch für sein Tun verantwortlich. Er wurde in eine Gefängnisstrafe verurteilt, die als durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erklärt wurde. Er wird als Für- socgezögling voraussichtlich demnächst einer Erziehungsanstalt überwiesen werden. Landessest des Evang. Bundes in Hessen. Zu seinem diesjährigen Landesfeste ruft der Evangelische Bund als Anwalt dec deutsch-evangelischen Interessen seine Getreuen aus Hessen nach unserer oberhessischen Stadt Büdingen. Cs wird eine bedeutungsvolle, inhaltreiche MassenkundWbung werden, die evangelische Glaubensgenossen aus dem ganzen Hessenlande vom 6. bis 8. September in den Mauern Büdingens vereint. Der Samstagabend ist Versammlungen mit ortsgeschichtlichen Vorträgen gewidmet. Am Sonntagvormittag werden von auswärtigen Pfarrern in 22 Orten der Umgebung Büdingens Festgottesdienste gehalten. Arn Rach- rnittag bringen Sonderzüge die Festteilnehmer von der Gederner und Riddaer Gegend nach Büdingen. Um 3 Uhr findet ein Festzug und danach eine Massenversammlung im Freien statt, deren Reden von Gesangsvorträgen und musikalischen Darbietungen der Posaunenchöre umrahmt sind. Abends sind in mehreren Sälen der Stadt Dsgrühungs- versammlungen. Auf den Montagvormittag ist die Abgeordneten- und Mitgliederversammlung gelegt, in deren Mittelpunkt ein Vortrag mit dem Thema: „Der Evangelische Bund — ein Volksbund aller Evangelischen«. Man verspricht sich von der Tagung eine allgemeine Beteiligung weiter Kreise Oberhessens, zumal die Ziele des Evangelischen Bundes in dem bewußt evangelisch denkenden Volksteil immer mehr Airerkennung finden. Hamme rwerfen (14Vr Pfd.): 1. Josef Binde, Alsfeld 20,50, 2. Ioh. Scheid, Fronhausen 16,50, 3. Wilh. Schwarz, Fronhausen 15,40 Meter. 100-Meter-Lauf: 1. Karl Römer, Launsbach 13, 2. Josef Binde, Alsfeld 13,1, 3. Rud. Pfaff, Launsbach 13,4 Sek. 400-Meter-Lauf: 1. Georg Lehrmund, Leun 1 Min. 3 3 Sek. 2. Otto Mandler, Heuchelheim 1 Min. 4,3 Sek. 3. Wrlh. Hebel, Gießen 1 Min. 6 Sek. Diskuswerfen: 1. Robert Mandler, Heuchelheim 24,55, 2. Josef Binde, Alsfeld 24,10, 3. Otto Mandler, Heuchelheim 22,95 Meter Steinstohen (15 Kg.): 1. Wilh. Schwarz, Annerod 6 40, 2. K. Klürgelhöfer, Marburg 6,25, 3. Josef Binde, Alsfeld 6,10 Meter. Dreisprung: 1. Karl Martin:, Großen- Lindcm 10 90, 2. Th. Weintraub, Marburg arrd Georg Lehrmund, Leun 10,50 Meter. 5-0 00-Meter-Lauf: 1. Otto Rüspeler, Gießen 19 Min. 27 3 Sek. 2. Rudolf Schmidt, Großen-Linden 19 Min. 58 Sek. 3. Hernrich Stem, Beuern 20 Min. 12 Sek. Jugendliche: Speerwerfen: 1. Philipp Decker, Fron- hausen 29, 2. Karl Schmidt, Fronhausen 27, 3. Otto wchleenbecker, Heuchelheim 24,90 Meter. Dreisprung: 1. Alfred Schleenbecker, Heuchelheim 10,10, 2. Gustav Lust, Gleiberg 10, 3. Albert Laucht, Gleiberg 9,40 Meter. 1 00-Meter- Lauf: 1. Gustav Lust, Gleiberg 13,1 Sek., 2. Heinrich Preiß, Daubrmgen 14,1, 3. Albert Laucht, Gleiberg 14,2 Sek. 400-Meter-Lauf: 1. Artur Kröck, Heuchelheim 1 Min 11,1 Sek., 2. Karl Schmidt, Fronhausen 1 Min. 13 Sek., 3. Johann Rupp, Fronhausen 1 Min. 18 Sek. 1 500-Meter- Lauf: 1. AlfredSchleen- becker, Heuchelheim 5 Min. 14,4 Sek., 2. Otto Bach, Heuchelheim 5 Min. 15 Sek., 33 Paul Stein- müller, Kinzenbach 5 Min. 24 Sek. Mannschaftskämpfe (Aktive): Der gewaltige Berg- und Sportfilm MMeÄM Kinder unter 14 Jahren erhalten bis 6 Uhr abends Preisermäßigung Gießener Jugendgericht. Gießen, 29. Aug. 1924. Ms Jugendschöffen waren tätig: Elektrotechniker Baumann und Schriftsetzer Braun. — Ein hiesiges Laufmädchen hat sich des fortgesetzten Diebstahls bei seinem Arbeitgeber schuldig gemacht. Das Urteil lautete, dem Strafantrage entsprechend, auf zwei Wochen Gefäng- nis unter Strafaussetzung. Die vorläufige Fürsorgeerziehung ist bereits angeordnet worden. — Ein jugendlicher Grenadier des hiesigen Regiments wurde wegen Fahnenflucht, Kameradendiebstahls und Sachbeschädigung in eine mehrmonatige Gefängnisstrafe verurteilt; gleichzeitig wurde auf Dienstentlassung erkannt. — Auf Veranlassung eines älteren Dienstknechts stieg ein Junge über einen Gartenzaun und entwendete aus einem Gartenhäuschen Bekleidungsgegenstände, die er dem Dienstknecht behändigte. Urteil: eine Woche Gefängnis, Strafaussetzung und Anordnung von Erziehungsmahregeln. Der Dienstknecht wurde von dem Einzelrichter in eine Gefängnisslras - von drei Wochen verurteilt, und zwar to-\:cn vbterei. Der Anstiftung zum Diebstahl romu«. er nicht einwandfrei überführt J-* «Mj, Hm |»Sjw» DtfKrn A>rwvarprämienanlethe Preußische KonsolS . . . 4°/e Hessen ...... Hesse« ....... 8°/o Hessen........... Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto- Doll.-Schatz-Amvetsug.') 4% Bontflrtm. ....... 6% Goldmexikaner Berliner Handelsgesellschaft. 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Soweit durch Generalversammlungsbeschluß der einzelnen Gesellschaften die Kapitalumstellung in der Weise erfolgt, daß eine einfache Herabstempelung der Aktienbeträge vorgenommen wird, werden die unterzeichneten Banken von einer besonderen vorherigen Benachrichtigung der Kundschaft in jedem einzelnen Falle Abstand nehmen und die für Rechnung der Kundschaft im Depot ruhenden Aktien unter Berechnung einer angemessenen Entschädigung für die mit der Abstempelung verbundenen Unkosten ohne weiteres abstempeln. Von der vollzogenen Abstempelung wird der Kundschaft unter Aufgabe der Gebühren Mitteilung gemacht. Soweit die Umstellung der Aktienbeträge nicht ausschließlich durch Abstempelung erfolgt, bitten wir die Kundschaft, uns rechtzeitig ihre Aufträge, insbesondere hinsichtlich des An- und Verkaufes von Spitzen, zu erteilen. Diejenigen Kunden, die ihre Aktien selbst in Verwahrung haben, werden gebeten, sich mit ihrer Bank umgehend in Verbindung zu setzen und unter Vorlage der Aktien eine Abstempelung zu erwirken. Handels- und Gewerbebank e. G. m. b. H. Gießen. Hennes Gießen Bahnhofstraße 60, 15jähr. Bestehen. 15.Okt.Besim ---------- neuer Kurse i.a. Handelsfächern u. Sprachen Prospekt frei. Anmeldung täglich. Genf. 1 heutig SitzE eine lmqsgebaAm -nMmsidAev und an allen strenger Äs M soal P brs c tote he heÄigc mit Stehplatz« Präses»- um 11 Uhr 10 -gehotteter 3 ersten englisch Nacdvnold McdlMld zog, besteigt 1 Beifall die & heben sich M Stille und gn Wnisterprösite Beifall imtcrbr spricht mit grö bescherender u wichtigsten schlagend, mit Schwung, ter 1 ab und zu um fische Telex sMnlester Auf folgt. Mactenakd Pot gen gegen den lerbundes, -er 1 sichern. Man m Sicherheit tmb 1 Verträge imb P Qautttioi ftifyiti adtn Wafy auft ff Sie« werte viedr neuer Kriege sch sichern durch ein gen. 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