Erster Blatt K4- Jahrgang Montag, 4- August 1924 SWnerNmeiger General-Anzeiger für Gberhefsen vnttk «Ad Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steinöruderei R. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagevnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeDerbindlichKeit. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichb, auswärts 10 Goldpfennig: für Reklame-Anzeigen v.70mm Breite 35 Goldpfennig Platzvorschrift 20°,„Anschlag. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton Dr. Friedr. Wilh. Lange; ür den übrigen Teil Ernst Blumschein; sürden Anzeigenteil . Hans Beck, sämtlich in Gießen. Nr. W Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: G ießenerFamilienb lätter Monats vezngrpreir: 2 Goldmark u. 20 Gold« Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F er nsp rech-Anschlüsse: für die Lchriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehr«. Postscheckkonto: Sronfftirt a. M. 11686. Der Beginn derBerhandlungen mit Deutschland An bem Sag«, an dem vor 10 Jahren die KriogSerllär-ung Englands an Deutschland er» erfolgte, begeben sich die Vertreter des Deutschen Reiches nach London, um mit den Delegier- ten unserer Kriegsgegner, wie der derzeitige britische Ministerpräsident in feinem Einladungsschreiben erklärt, die besten Methoden für die Inkraftsetzung des DaweSberichts zu erörtern. Man kann alsv — vhne ein Aebermaß ton Phantasie aufzuwenden — von dem Beginne der endlichen Friedens Verhandlungen sprechen Denn was als solche in den 5l/2 Jahren seit Beendigung des großen Krieges der Welt und uns dar- S-stellt wurde, waren Zerrbilder und be- uhte Täuschungsversuche. ilnb wie sehr auch die Beratung des Sachverständigenberichtes in den vergangenen 20 Tagen Gefahr lief, in das Fahrwasser der zahllosen vvrhergegangenen Konfe- ferenzen zu geraten, hat ihr Verlauf bewiesen. Er hat mit einer vorläufigen Einigung der Vertreter der Alliierten auf die Berichte der drei eingesetzten Ausschüsse geendet Die Ernigungsfvrmel. die nicht alle strittigen Punkte umfaßt, ist amtlich m>ch nicht bekanntgegeben worden. Was zur Kenntnis der Oefsentlichkeit kam, erscheint — wie wir am Samstag berichten konnten — der deutschen Regierung als Grundlage zu Verhandlungen geeignet. And was strittig ist, wie die Frage der Beibehaltung französisch-belgischer Eisenbahner, wird sie ebenso ablehnen, wie sie in bezug auf die wirtschaftliche Räumuung des Ruhrgebiets frühere Termine und in bezug auf die Frage der Sachlieferungen und der Darüberweisungen Wiederherstellung der Frankreich zuliebe abgeünderten klaren Bestimmungen des Dawesberichts fordern wird. Der Reichsauhen- -mallster Stresemann hat diese Haltung und Stellungnahme der Reichsregierung noch einmal tn seinem Organ, der „Zeit", unterstreichen lassen. Die größten Schwierigkeiten wird die deutsche Delegation bei der außerhalb der eigentlichen Konferenz erfolgenden Besprechung der Frage der militärischen Räumung des Ruhrgebiets und der Räumung der vertragswidrig besetzten deutschen Gebietsteile haben. Ihre Haltung gegenüber dem Kuhhandel, den Franzosen und Belgier in öiefer Frage sichtbar einleiten wollen, ist bedingt durch Wirtschafilichr, moralische und juristisch« Gründ«. Die deutschen Staatsmänner vertreten hier nicht nur die Interessen der Ration, sie kämpfen nicht nur für den deutschen Ehrenstandpunkt, sondern auch für die Interessen der Anlllhezeichner und jene am«- rikanisch->englischen Kreise, die so laut erklärt haben, daß ohne völlige Abkehr von den Methoden Poincares auch die Besprechungen der Londoner Konferenz problematisch und wertlos sind. Richt nur das deutsche Volr muh deshalb erwarten, daß seine Vertreter von ihrem in einer Kabinettssihung am Samstag nochmals festgelegten Standpunkt nicht abweichen. So tritt die Macdonald-Konferenz in ihr entscheidendes Stadium. Richt an Deutschland wird es lieget, ob diese Entscheidung den Beginn der Maßnahmen darstellt, die Europa endlich den Frieden und zwar einen annehmbaren Frieden geben wird. Sondern Frankreich, dessen Vertreter auch in London wieder sinnloseste Prestige- Politik zu treiben versuchen, trägt die Derantwor- tung und hält den Schlüssel zu dem Tore des Friedens in seiner Hand. Macdonalds Einladung. Berlin. 2. Aug. (WTD.) Amtlich. Die Einladung der de itfchen Regierung zur Teilnahme an der Londoner Konferenz ist heute eingegangen. Sie ist von dem britischen Herrn Ministerpräsidenten dem deutschen Botschafter in London am Rachmittag übermittelst worden und telegraphisch am Abend in Berlin eingetroffen. Das Schreiben des britischen Herrn Ministerpräsidenten lautet in de ltscher Aeber- setzung wie folgt: „Als Präsident der jetzt in London versammelten interalliierten Konferenz habe ich die Ehre, Eure Exzellenz za ersuchen, der deutschen Regierung eine Einlad rng zu übermitteln, Vertreter zu ernennen, u m mit de r Konferenz die besten Methoden für die Inkraftsetzung des Dawesberichts vom 9. April 1924 zu erörtern, den die alliierten Regierungen ihrerseits als ganzes angenommen haben und der von der deutschen Regierung in ihrem Schreiben an die Reparationskommission vom 16. April angenommen worden ist. i Ich wäre dankbar, wenn Eure Exzellenz mir sobald als möglich die Ramen der deutschen Vertreter und den Zeitpunkt ihrer Ankunft mitteilen würden, di«, wie ich hoffe, nicht später als Montag, den 4. August, erfolgen wird. gez.: Macdonald." Die deutsche Regierung hat die Einladung angenommen. Di« deutsche Delegation wird heute vormittag von Berlin abreisen. Die deutsche Delegation. Berlin, 2. Aug. (Wolff.) Die deutsche Delegation für die Londoner Konferenz seht sich wie folgt zusammen: Reichskanzler Dr. Marx, Reichsminister des Aeußern Dr. Stresemann, Reichsfinanzminister Dr. Luther, Generalkommissar der Delegation: Ministerialdirektor von Schu bes „Wir treten zum Beten" wurden die Fahnen hochgezvgen. Die Ehrenkvmpagnie marschierte dann unter den Klängen des Deutschlandliedes ab, in das die Versammelten kräftig einsttmmten. Rur langsam leerte sich der weite Platz von der Menschenmenge. — Die jüdische Gemeinde hatte auf dem Friedhof in Weihensee eine besondere Gedenkfeier veranstaltet. In allen Berliner Kirchen wurden feierliche Gottesdienste abgehalten. Während der zwei Minuten ruhte der gesamte öffentliche Verkehr, so daß der heutige Sonntag als ein Volks geben klag bezeichnet werden darf, wie er noch niemals gefeiert worden ist. Kundgebung der Regierung. Dec ReichspräsidentunddieReichs- reglerung haben folgende Kundgebung erlassen: In tiefem Ernst gedenkt Deutschland heute des großen Krieges und seiner unendlichen Opfer. Es gedenkt vor allem der gefallenen Brüder und ihrer Hinterbliebenen, es gedenkt der großen Zahl der Kriegsbeschädigten, die noch immer unter den Folgen des Krieges leiden. Beispiellos haben die Kämpfer an der Front gelitten, un- vergefsen sind die Opfer und harten Entbehrungen, die in der ausgehungerten Heimat zu ertragen waren. 1 Das deutsche Volk hat in diesem Kriege kein anderes Ziel erstrebt, als die deutsche Freiheit und Unversehrtheit des Vaterlandes. So trat es vor 10 Jahren in unvergeßlicher Einigkeit und Stärke unter die Waffen; dafür gaben die Gefallenen ihr Leben. Aber sie liehen uns, den Lebenden, ein Vermächtnis: die Forderung, in ihrem Geiste, dem Geiste der Einigkeit und Vaterlandsliebe, den Willen zur Freiheit Deutsch!ands als oberstes Gesetz zu bewahren. Wenn totr heute auf die Gräber unserer Helden einen ehrenden Schmuck von Blumen legen, urtb wenn heute für eine kurze Spanne Zeit des Tages Lärm verstummt, und jede Bewegung ruht, so verbindet sich ein großes, unerschüttertes Volk mit dem Geiste seiner Gefallenen. Aus der Trauer heraus soll uns neue Kraft und ernster Zukunft s w i l l e entstehen, und so sollen die Fahnen, die wir am Morgen zum Zeichen der Trauer auf Halbmast setzten, als ein Zeichen des Glaubens an unser Vaterland, am Mittag wieder zur Höhe emporsteigen. Die im gewaltigen Ringen unseres Volkes Gebliebenen sind nicht vergessen. Ueberall im deutschen Lande hat der pietätvolle Sinn Iber Bevölkerung zahlreiche Ehrenstätten und Ehrenzeichen den Gefallenen errichtet, die ihr durch die Gemeinschaft i der Heimat, durch Berus und Kameradschaft besonders nahe standen. Noch aber fehlt das Ehrenmal, welches das ganze deutsche Volk gemeinsam allen Gebliebenen schuldet. Deshalb rufen wir am heutigen Tage unsere Volksgenossen zur Sammlung für ein solches Denkmal auf, das in schlichter, würdiger Form aus freiwilligen Beiträgen geschaffen werden soll. Dieses Ehrenzeichen der Trauer um das Vergangene soll zugleich die Lebenskraft und den Freiheitswillen des deutschen Volkes verkörpern. Der Reichspräsident. Die Reichsregierung. gez. Ebert. gez. Marx. Kommunistische Gassenjungenpolitik. Parole: Skandal als Gefallenenehrung Berlin, 3. Aug. (WTB.) Die Kommunisten veranstalteten heute vormittag um 11 Uhr Versammlungen in Groß-Berlin, in denen die Parole ausgegeben wurde, die Gedenkfeier auf dem Königsplah zu stören. Diejenigen, die versuchten, die Ruhe zu stören, wurden von der Schutzpolizei überall sofort dingfest gemacht. 40 Personen wurden dem Polizeipräsidium zugeführt. Schlägereien in Dresden. Dresden, 3. Aug. Während im Vereinshaus eine große Gedächtnisfeier des Bürgcrblvcks ftattfanb, an der auch die Kriegervereine und die gesamte Studentenschaft tn Trauerwichs teil- nahm, sammelten sich im Innern der Stadt auf dem Altmarkt gegen 12 Uhr Tausende von Menschen an. .In dem Augenblick der allgemeinen Gedächtnis stille bewegte sich ein nach Hunderten zählender Kommunistenzug, der Schilder mit der Inschrift „Rie wieder Krieg!" mit sich führte, unter Absingung der Internats onale rings um den Marktplatz. Von der Menge wurde daraufhin das Deutschland- lied angestimmt. Die Schilder der Kommunisten wurden niedergerissen. Hierbei kam es an verschiedenen Stellen zu Schlägereien. Schließlich räumte ein starkes Aufgebot der Schutzpolizei die Straße. Eine Reihe Verhaftungen wurde vvrgenommen. drücklichen Erklärungen der sran- zösischenRegierung zur Zeit der Ruhr- aftion die militärische Besetzung nlu'r als Schutz für die eingesetzten wirt- schaftlichenKontrollvrgane bestimmt war. In demselben Augenblick, wo diese Wirtschaftsorgane ihre Tättgkeit beendet haben und ihre Mission als erledigt gilt, fällt auch die Voraussetzung für ihren mllitärischen Schutz und damit auch die Auftechterhaltung der militärischen Besetzung fort. Hinzu kommt noch die Tatsache, daß die Kosten der Desatzungstruppen nach deutscher Auffassung nicht in den Bereich der deutschen Zahlungen eingestellt werden können. Das ungehemmte wirtschaftliche und fiskalische Leben der besetzten Gebiete würde sich nur dann in vollem Umfange wieder Herstellen lassen, wenn die militärische Besatzung rückgängig gemacht wird. WaS den f anzösisch-belgischen RäumungSplan anbetrifft, so enthält er nach Auffassung der deutschen Regierung solche Bedingungen, die ausschließlich finanzieller Natur sind und den Gegenstand eines gegenseitigen Uebereinkommens bllden können. Die an sich verständlichen Forderungen Frankreichs und Belgiens auf möglichst rasche Flüssigmachung der deutschen Obligationen können jedoch nicht mit der Frage der mili- tärischenRäumungverbunden werden. Die deutsche Regierung muß daher darauf bestehen, daß ihrem Standpunkt in vollem Umfange Rechnung getragen wird. Wenn die Frage der militärischen Räumung nicht in einem für Deutschland annehmbaren Sinne geregelt wird, so würde dadurch eine ernste Gefahr entstehen, weil dann die deutsche Delegation nicht in der Lage sein | würde, das Londoner Protokoll zu I unterzeichnen. 4 V Bornotizen. — Ta geskalender für Montag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Peter der Große". — Aus dem Stadttheaterbureau toirb uns geschrieben: Wir möchten nicht verfehlen, noch einmal darauf aufmerksam zu machen, daß die Vorstellung „Der Ehestreik" am Mittwoch, 6. August, erst um 8 Uhr beginnt. Es ist also jedermann möglich, dieses mit so köstlichem Humor erfüllte Dolksstück zu sehen. Wettervoraussage Wechselnd bewölkt, Winde aus westlicher Richtung, etwas kühler, langsam nachlassende Regenfälle. Das gestern westlich von Irland erkennbare Tiefdruckgebiet ist rasch nach der mittleren Nordsee vorgedrungen. Morgen werden wir allmählich auf seine Rückseite kommen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 4. 2Iug. 1924. * Der nationale Trauer tag um unsere Opfer des Weltkrieges wurde gestern in unserer Stabt in schlichter, würdiger Weise begangen. In den Kirchen, die bis auf bas allerletzte Plätzchen beseht waren, fanben Gedächtnisfeiern statt, bei denen die Geistlichen in packenden Worten zu ihren Gemeinden sprachen. Die Straßen der Stadt zeigten viele Flaggen, die nach Ablauf der vorgesehenen Trauerzeit von Halbmast hochgezogen wurden; entsprechend der Anordnung der Regierung hatten die staatlichen und sonstigen öffentlichen Gebäude in den neuen Reichsfarben Sch warz-Rot-G old geflaggt, die man außerdem nur noch an wenigen Privo! Häusern bemerkte; die alten Reichsfarben Schwarz-Weiß- Rot und die hessischen Landesfarben waren allenthalben sehr stark zu sehen. Die der Trauer um die deutschen Kriegsopfer geweihten zwei Minuten des Schweigens und der Verkehrsruhe, die durch Glockengeläute eingeleitet wurden, fanden nach unseren Beobachtungen im großen und ganzen Beachtung. bedauerlicherweise war aber auch verschiedentlich das Gegenteil zu bemerken, sogar bei der Straßenbahn, von der ein Wagen gerade um 12 Uhr und die folgenden Minuten durch die Reuen Baue und die Schul- strahe gefahren wurde, anstatt ihn die zwei Minuten lang einfach da anzuhalten, wo er sich gerade befand; inmitten der Ruhe wirkte diese Oberflächlichkeit besonders unangenehm. Zu den Friedhöfen sah man am Rachmittag viele Mitbürger wandern, die dort einen stillen Gruß den schlafenden Helden und hen vielen Opfern der englischen Hungerblockade widmen wollten. ** Ein Kuratorium für die öffentliche höhere Handelsschule ist, wie uns mitgeteilt wird, jetzt gegründet morben. Es setzt sich in erster Linie aus Vertretern der die Schule unterstützenden Behörden und Verbände zusammen. Dadurch ist neben der staatlichen Aufsicht, die durch die direkte Unterstellung der Schule unter das Landesamt für das Bildungswesen ohne weiteres stattfindet, auch genügender Einfluß der kaufmännischen Verbände und Verwaltungsbehörden am Orte auf Verwaltung und Organisation der Schule auf satzungsmäßiger Grundlage gesichert. Dem Kuratorium gehören an der Vorstand der Handelskammer, deren Präsident Kommerzienrat Schirmer den Vorsitz führt, und die Herren Erle und Säubert für den Kaufmännischen Verein, letzterer zugleich als Vertreter der Elternschaft, Kuhl für die Angestelltenschaft, Karl Rohr fen. für den Detall- listenverein, Prof. Dr. Alles für das Stadtschulamt, Beigeordneter Dr. Seid für die Stadtverwaltung und Dr. Feld als Letter der Schule. Bei der Lösung der den Ausbau des hiesigen kaufmännischen Dildungswesens betreffenden Fragen wird das neue Kuratorium entscheidend mitzuwirken haben. ** Warnung vor Steuerzuwiderhandlungen. Zu wiederholten Malen ist es bongeEommcn, daß in Grundstückskaufver- trägen ein geringerer als der tatsächlich vereinbarte Kaufpreis angegeben war. Es kann dahingestellt bleiben, ob in solchen Fällen das ganze Kaufgeschäft nichtig ist ober die Parteien gezwungen finb, den wahren Kaufpreis zu versteuern. Jedenfalls haben, worauf es hier allein ankommt, die Parteien sich einer Steuerzuwiderhandlung schuldig gemacht. Wenn Behörden und Beamten von foldjen Steuerzuwiderhandlungen dienstlich Kenntnis erhalten, so sind sie nach § 192 der Reichsabgabenverordnung verpflichtet, den Finanzämtern Mitteilung zu machen. Dies gilt auch für andere Steuerzuwiderhandlungen. Da diese Anzeige in den obigen Fällen zu wellen unterblieben ist, so weist der Iustizminister in einer Verfügung vom 11. Juli 1924 die Justizbehörden auf sorgfältige Beachtung der Vorschrift hin. Die Kaus- kontrahenten tun daher gut, wenn sie sich vor groben Rechtsnachteilen und schweren Unannehmlichkeiten schützen wollen, sowohl den Behörden wie den Rotaren stets den tatsächlich vereinbarten Kaufpreis bei Grundstücksverträgen wahrheitsgemäß anzugeben. ** Falsche Rentenmarkskheine. In der letzten Zeit sind in der Rheinprovinä, Hessen-Nassau, Hessen-Darmstadt, Bayern, Baden und der Pfalz Nachbildungen von. s Rentenbankscheinen zu 10 Rentenmark aufgetaucht. Das Wasserzeichen ist durch Aufdruck auf der Rückseite, bei einigen Scheinen auch auf der Vorderseite, nachgeqhmt. Anstelle bed StvffauflaufS ist der rechte Teil der Vorderseite mit einem hellgrau gefärbten Klebemittel übertüncht worden, worauf die Fasern eingestreut sind. Bei den echten Scheinen sind die Fasern im Papier eingebettet. Der Untergrund zeigt ein verschwommenes, unklares Bild. Die Beschriftung weicht an verschiedenen Stellen von dem der echten Scheine ab. ** KriegsbeschädlgteaufberGisen- bahn können auf Grund eines Ausweises der Kriegsbeschäbigtenfürsorgestellen (weißes Papier mit rotem Rand) in Eil- und Schnellzügen (bei letzteren gegen tarifmäßigen Zuschlag) mit gewöhnlichen Fahrkarten 4. Klasse in der 3. Klasse befördert werden. Die Art der Verletzung ober des Gesundheitszustandes des Kriegsbeschädigten muß jedoch ein Sitzen während 1 der Reise bedingen. Bei Personenzügen kann auf , alle Fahrtausweise 4. Klasse die 3. Klasse benutzt werden. M. l8l Montag, August 1924 Kunst und Wissenschaft. »Schule der Weisheit", Darmstadt. Lande wie zur See sicterzustellen und mit Oefter- reich-Ungarn einen gemeinschaftlichen Oberbefehl zu vereinbaren. Die Darlegungen des Generals der Srtf. a. D. von Kuhl sind, als ein von be- Del unseren Gegnern war es in dieser Hinsicht nicht besser bestellt. Niemand hatte an Größte Vorsicht war daher auf deutscher Seite mrtig, als im Juli 1914 Meldungen über russische Krtegsv-orbereltungcn eingingen. Tatsächlich hat die russische „Kriegsvorbereitungsperiode" bereits am 26. Huli in vollem Umfang begonnen. Während der Verhandlungen zwischen Wien, <ßeter6= bürg. London und Berlin konnte Rußland einen gefährlichen Vorsprung gewinnen. Der Chef deutschen General st abes trug eine schwere Verantwortung, wenn hie deutsche Mobilmachung verspätet angeordnet wurde. Diese Besorgnis prägt sich lebhaft in der Beurteilung der Lage aus, die er am 29. Juli dem R e i chs kanz - ler utermitiette Cs heißt darin: „Unter fortwährenden Versicherungen, daß Rußland noch nicht mobil mache, sondern nur für alle Fälle Vorbe- reittingen treffe, daß es bisher keine Reservisten einberufen habe, macht es sich soweit kriegsbereit daß es, wenn es die Mobilmachung wirklich ausspricht, in wenigen Tagen zum Vormarsch fertiq fern kann." a Wirtschaft. Die Höhe der Güterfrachten. Die Reichsbahn hat dein Rückgang der Preise nach Stabilifiei-ung der Mark im letzten Fr-uhiahr durch zweimalige Herabsetzung der G u t e r f r a ch t e n Rechnung getragen, womit sie die Frachtsätze im ganzen um 17,2 Proz. senkte, öic ist aber mit dieser Herabsetzung nicht entfernt dem Preisrückgang für ihre Ma- te nahen, wie Kohle, Eisen, Metalle, Baustoffe Oele usw. gefolgt, deren Durchschnitt nach den letzten Veröffentlichungen des Statistischen Amtes nur noch 38,5 über Friedenspreis stand, wäh- rend die Durchschnittsfrachtsähe der Reichsbahn noch immer 65 Proz. über Friedenshöhe und bei manchen Gütern, für welche früher Ausnahmetarife bestanden, noch 100 und 200 Proz darüber liegen. Im einzelnen ist das Mißverhältnis noch stör» ker. Die Preise für Eisen und Eisenerzeugniss« hegen seit längerer Zeit unter den Gestehungs- kosten. Im Verhältnis zuin Friedenspreis zahlt die Eisenbahn für Schienen nur noch 10 Proz. mehr als damals: Radreifen und Radsätze sind sogar 20 Proz. billiger als im Frieden Dagegen überschreiten die Tarife für Erze Schrott Roheisen Halbzeug und für Brennstoffe den Fiie-' dcnsstand noch mit 50—80 Proz. und bei Fertigerzeugnissen mit 80—150 Proz. Erze kosten nicht viel inehr als im Frieden, die Erzfrachter aber liegen 60—70 Proz. über dem Friedens- sah: der Koks kostet 60 Proz., die F^cht.für ihn aber 90 Proz. mehr als im Kriege. Ueberall.stößt man auf eine Tarifpolitck. die, statt den volkswirtschaftlich so notwendigen Preisabbau zu fördern, in wesentlichem und ganz Unverhältnis- mäßigem Umfange ve rteuernd auf den Preisstand rinwirkt. ner urch Frauen. Zentvalheizanlagen in den Un= Orgien für die Erwärmung. Das Licht strömte aus großen Lichthöfen in die Säle. Überall leuchtete kostbarster Schmuck von den Wanden. Der ganze Glanz des römischen Badelebens war so auf deutschen Boden übertragen, und es war damit eine Ueberlieferung geschaffen, die rn den rheinischen Bädern auch weiter gepflegt worden ist. ' * Lj*/® r e ”■ politischen und militärischen Ge- srchtsMnkte, die dabei in Frage kamen, sind vor dem Kriege immer wieder im deutschen Genera l- stabe auf das srwgsaltjgste erwogen worden. Das Ergebnis aller Erwägungen war aber stets, daß dielee Durchmarsch unvermeidlich sei, auf ,englischen Regierung einen fui das Volk verständlichen Grund zum Eingreifen in den Krieg zu geben. Die belgische Frage kann hier nicht weiter erörtert werden. Gegenüber der «-radezu verheerenden Wirkung der feindlichen Prvt>uganda. die sich aus Anlaß der Verletzung der belgischen Reutralilät in der ganzen Welt gegen Deutschland entwickelt Hut, sei nur an die Acußerung erinnert, die der belgische K r i eg s m i n i st e r de Dr v c q u e v j l l e kn l z vor dem Weltkriege, am 7. Mai 1914, gegenüber öem deutschen Militärattache, Major von Klüber gemacht hat: „Wenn ich der Generalstabschef von Deutschland oder auch von Frankreich wäre und das strategische Interesse, das Wohl meines Vaterlandes erforderte es, so würde ich keinen Moment zögern, neutrales Gebiet zu betreten und mir den Durchmarsch z u ^zwingen. Das ist so selbstverständlich, daß ich mich gegebenenfalls mir über das Gegenteil wundern würde." Eine ähnliche militärpolitische Lage hat sich einmal für Frankreich im Jahre 1840 ereignet. Damals hatte Frankreich d:e Absicht, Oesterreich in seinen italienischen Besitzungen anzugreisen und erwog zu diesem Zwecke den Durchmarsch durch Piemont. Der französische Ministerpräsident I Thiers suchte daher den König von Sardinien zum Anschluß zu bewegen, äußerle aber zum sardinischen Gesandten, wenn dies nicht gelänge, so müßte man eben durchmarschieren und die zerbrochenen Töpfe bezahlen. „Es wäre ja kindisch, die Länder, die Heerstraßen sind, zu respektieren." ausschlaggebende Bedeutung die tatsächliche Anordnung der a l l g e m e i n e n r u s s i - schen Mobilmachung am 30. Juli 1914 haben muhte, springt hiernach in die Augen. Am 26. hatte wie erwähnt, die offizielle russische Kriegsvorbereitungsperiode begonnen, am 30. war bereits der Befehl zur Aufstellung des Grenzschutzes ergangen. Erst am 31. Juli folgte Deutschland mit der Anordnung des „Zustandes drohender Kriegsgefahr" nach, und erst dem werden sie mit Staub und Ruh angefüllt, soll "an nicht mit Ltaubtoeteln ober trockenen Lappen vornehmen beirrt dadurch wird der Staub nur zwischen die -ßlatter hinemgerieben. Man nehme das Buch fn eine Hand und schlage die Einbanddecken leicht gegenemarcher oder man kann auch zwei Bücher nehmen und sie behutsam durch Zusammenschlaaen Staub heraus. Büch r mit Ornamenten auf dem Einband oder mit Gold- schnitt teerten am testen gesäubert indem man Mit einem leicht angefeuchteten Lapven darüber Hinfahrt. Man soll aber mit dem Lappen nur ‘ Ech einer Seite reiten und bei jeder Bewegung Lappens verwenden. Rasse Lappen werd^ nicht selten häßliche Flocken hinter- luNen. Dem Bücherfreund gibt es einen Stich ins Cr ^Eht, Wie viele Leute im Freien mVrR(^UC^eilt umgehn. Sie legen die Bücher auf- gefchlagen aufs Gras und wundern sich bann, wenn f0 Heilsam ist wie tert ^^.s^bern sie häßlich beschädigt. Wer seine im Freien nur mit einer Buchhülle benutzen, die man sich selbst leicht an- ferttgen tont. Fettflecke auf den Seiten ober auf ten fömbanten werden am besten mit Petroleum entfernt, das man mit einer klei- «uftragt. Das darf man natürlich nicht in ter Rahe von Feuer tun, da diese Stoffe bekanntlich leicht entzündlich sind. Die Fettflecken tonnen auch dadurch fortgebracht werden, das man sie Mit etwas Alkohol befeuchtet und dann durch mi Stückchen reines Weihes Löschpapier aufsaugen wyt. Ledereinbände werden am ivenigsten beschädigt, wenn man sie mit einer Bürste behandelt, teie man sie auch bei Lackschuhen benutzt. letztere Ort besitzt heute die testerhaltene Ruine aus ter Romerzeit im rechtsrheinischen Germanien. Bindonissa hatte sein Bad an den Heilquellen von Baden in ter Schweiz. Auch andere römische Ansiedlungen waren mit prächtigen Dä- dem ausgestattet, s. z. D. das alte Rida, das an ter Ridda zwischen den heutigen Orten Heddern- heim und Prauenheim bei Frankfurt a. M. lag. Die Lrndvlllen. die sich höhere römische Offiziere uiid Beamte m Germanien erbauten, waren stets mit Badeeinrichtungen versehen. r»-t^rte Bücherfreund, ter zu jedem Dante seiner Bücherei eine enge persönliche Beziehung besitzt, empfintet jede Grausamkeit, die Büchern angetan wird, wie einen ihm zugefügten Schmerz. Auch Bücher bedürfen sorg- sälttger und liebevoller Pflege, wenn sie sich gut halten und stets ihr schmuckes Aussehen bewahren sollen. Sv ist z. B. die Temperatur, in der sich die Bucher befinden, für ihre Gebensdauer von Wichtigkeit. Ein trockener, kühler Raum ist für sie am besten. Große Hitze ist schädlich, feuchte Kälte macht sie unansehnlich, und auch feuchte Hitze übt allmählich eine beeinträchtigende Wirkung aus. Die Aufbewahrung von Bibliotheken in feuchten ober heißen Räumen hat diel zu der Zerstörung tot barer Schätze beigetragen. Man soll die Bucher nie äu nahe an den Ofen oder direkt an oder unter die Fenster legen. Die Räte und bte Sonnenstrahlen lassen die Kirbe ter Einbände rasch auSblrichen, und außer- rufender Seite stammender Beitrag zur Kriegsschuldfrage, in diesen Wochen von besonderer Bedeutung General von Kuhl gehört zu den Sachverständigen des Paria- iventarischen Untersuchngsauusschusses im Reichstage; sein großes Gutachten über bte Frage der militärischen Verantwortlichkeit beim Zusammenbruche 1918 wird grtnächst, im Rahmen der Publikationen i Untersuchungsausschusses, bei ter utschen Derlagsgesellschaft für Politik g> Geschichte in Berlin erscheinen. Die c vorliegenden Darlegungen veröfteni- en wir mit Erlaubnis der „Zentralstelle Nir Erforschung ter Kriegsursachen" aus tem Archivmaterial dieses Instituts. Die nachstehenden Ausführungen sollen die militärpolitische Gesamtlage ter Mittelmächte in ter Zeit unmittelbar vor Ausbruch tes Weltkrieges in kurzer Zusammenfassung beleuchten und ttarfegen, in welcher Zwangslage sich Deutschland tm Jahre 1914 befand. Schon im Jahre 1908 forderte ter französische General Prudhomme in der „ France mili- $u,n Kriege gegen Deutschland auf. „Rie- mdlS,“ so rief er aus, „ wird sich eine bessere Gelegenheit bieten, unseren Platz in ter Welt wieder- zugewvnnen, dank dem doppelten, unerwarteten Beistand von Rußland und England, das danach strebt, Deutschlands Kriegsflotte und Seehantel äu vernichten." Kürzer und klarer, als hier durch . ten französischen General geschehen, läßt sich die militärpolitische europäische Gage in den letzten Jahren vor dem Kriege nicht bezeichnen Während Deutschland im Sommer 1914 sich auf die Seite Oesterreich-Ungarns stellte, war es durch feine zentrale Gage selbst aufs äußerste gefährdet. Das hatte Gloyd George auch anerkannt, als er am 1. Januar 1914 im „Daily Chrvnicle" schrieb, dah die deutsche Armee eine Gebensbedingung nicht nur für den Bestand tes Deutschen Reiches, sondern auch für die Daseinsmöglichkeit ter deutschen Ration fei, da Deutschland von anderen Völkern umgeben sei, die ihm alle an Stärke fast gleichkämen . .. Die vvrstehenten Betrachtungen haben ergeben, dah die militärpolitische Gage ter Mittelmächte zu Beginn tes Weltkrieges äußerst schwierig war. Was Conrad Bon Höhendorf stets befürchtet hatte, war evngetreten: ter Ring der uns feindlich gesinnten Mächte hatte sich um uns geschlossen. Die militärische Rvtlage zwang uns die Reutralität Belgiens zu verletzen. Die belgische Armee tvat auf Seite unserer Gegner, und Engend fand ten äußeren Gruitt) zum Eingreifen. Rußland hatte in seinen kriegerischen Vorbereitungen bereits einen gewissen Vorsprung erlangt st> daß sich Conrad von Höhendorfs Hoffnung,' dem noch nicht versammelten Gegner durch die eigene Offensive zuvorzukommen, nicht erfüllte. Die Unklarheit ter Lage und die trügerische Hoffnung. den Krieg örtlich auf Serbien beschränken M können, verleitete zudem ten Chef tes österreichisch-ungarischen Generalstabes, fast mit ter Hälfte des Heeres zunächst gegen Serbien aufzumarschieren. Ein schwerer Sch'aa für die Mittelmächte war die frühzeitige Erklärung der Reutralität Italiens, die es Frankreich ermöglichte seine Alpenarmee sofort zur Verwendung gegen Deutschland hevanzuziehsn. Dah inner politisch die wirtschaftliche und industrielle Umstellung tes Landes für einen Well- friog _pon, Jotoem Ausmaß und solcher Dauer nicht hinreichend vorbereitet war, farm ten Mittel- Don General der Infanterie a. D. von Kuhl. Ehemals Chef des Generalstabes der Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht von Bayern. ' 1 185 Konkurse im Juli. Die Anzahl ter neu eröffneten Konkurse hat im 3Ui eine bi£terno$ ntot dagewesene Zunahme erfahren. fnrd 1185 Konkurse eröffnet worden, gegen .. , 595 im Juni und 17 im Juli v. Is. In der Stet- ra t gerung kommt außer ter Krisis auch der Abbau 19. Graf ter Geschäftsaufticht" zum Ausdruck; ein großer I Teil der schwebenden Aufsichten hat seinen Zweck Dieser gefährdeten Lage trugen die Rüstungen Der Mittelmächte keineswegs ausreichend Rechnung. Die deutschen Heeresver- ftärfungen von 1912 und 1913 genügten nicht. Im Jahre 1913 wurden noch 38000 vollständig wehrfähige Leute nicht eingestellt. Die Fnedensstärke tes deutschen Heeres betrug im Sommer 1914: 761000 Mann einschließlich Offiziere. Die österreichisch-ungarische Wehrmacht war erheblich zurückgeblieben, ihre Friedensstärke betrug im Sommer 1914 nur 478 000 Mann. Die französische, . nr ---------- Friedensstärke von 880 000 Mann überstieg die' anJ wurde bie Mobilmachung angeord- deutsche somtt ganz erheblich, und die russische war ilitärischen Standpunkt aus hat mit rund 11/2 Millionen sogar doppelt so groß tf zweifellos zu lange gezögert. Dem entsprach die Kriegsstärke. Sie betrug an -Runen konnten schon sehr früh die Ottensive Feld- und Reservetruppen (ohne Ersatz-, Land- ergrelfen, früher als auf deutscher Seite und bewehr-, Landsturm- und Territorialtruppen) 1914 Inders in ten österreichischen Berechnungen, an- tn Deutschland etwas über 2 Millionen, tn Oester- toDdxm b>ar. Ein größerer Vorsprung reich-Ungarn etwa 1 400 000, in Frankreich etwas Assen hätte die Ausführung tes zwischen mer als in Deutschland, in Rußland fast SV» des deutschen und tes österreichisch- Millionen. Rechnet man auf ter feindlichen Seite ungarischen Generalstabes terrinbarten Opera- uoch Serbien, England und Belgien hinzu so iumsplanes gefährden können. ergibt sich eine erdrückende Ueberlegenheit über r , Die Grundzüge dieses Aufmar- die Mittelmächte, auch wenn man zu letzteren die und Operativnsplanes g hen auf Türkei und Bulgarien hinzuzählt. Grafen Schliessen zurück. Der Plan Die Denkschriften des General- M allgemein bekannt so daß von einer weiteren st abes aus den letzten Jahren vor dem Kriege abgefeten werden kann, geben ein klares Bild von ter Auffassung, die ter fr^attc flc^ G«ieralstab sich von ter militärpolitischen Gage f^nen mit gebildet hatte, und von ten Schlüssen, die er dar- -> „ 1^, streitkra sten z u nächst t m Westen aus zog. Sie beweisen zugleich, wie ferne es dem AE einen entschei- ©enciatf ab war sich darüber reicher nach dem russischen Kriegsschauplatz zu Gaae bePcteate^^J geförtem. Wie recht Moltke in seinen Erwäguw nSfioe * n9I?r ? E mog- gen hatte, ist nach dem Kriege durch die Der- d^r Operationen öffentlichungen tes russischen Aeneralquartiermei- k sich gegenüber sters Danilow bestätigt worden. Daraus geht J?1 „inneren Linie, hervor, daß die Russen für den unwahrsctein- t€n zugleich offensiv zu axrten, lichen Fall eines deutschen Aufmarsches aeaen muhte danach.streben, Osten beschlossen hatten, in das Innereres$Gan- Z>er etncn Seite eine tes auszuweichen. Die deutsche Offensive wäre Entscheidung herbeizufuhren, um sich dann nach zu einem Guftstoß geworden. Währenddessen wäre ± Mlt MrauS, aber mit «k« b^Mich-n s uzchtiges war, zu verhindern, daß zu Beginn Offensive gegen ten Rhein zu rechnen gewesen. hUn ®??ner tn ^cn. Mobil- Don größter Deteutung für die militärpoli- machungsvorbereitungen einen Dor- fische Gage Deufichlands zu Beginn des Kri-Ü^r fprung gewannen Die Bedeutung die für uns | und von einer weit darüber hinaus reicheichen w Mobilmachung haben muhte, tritt | Tragweite war ter Entschlich der deufichen Kriegs hervor. / I lritung, durch Belgien hindurch zu mar- nicht erfüllt, vkÄMehr nachträglich zum Rontttr« geführt. (3m Frieden, also tm gröberen Deutschland, betrug die Anzahl der Konkurse tm Monat 600 bis 800. Die jetzigen Konkursziffern stellen also einen Rekord dar.) Das Dundesfest der Deutschen Radfahrer. fpd. Frankfurt a. M., 3. Aug. 3n feierlicher Wei.se wurde Samstag vormittag tm Kaisersaal das Dundesbanner der Deutschen Radfahrer von den Leipziger Radlern der Stadt Frankfurt zur treuen Obhut übergeben. Stadtrat Dr. Schmu de übernahm das Kurinod und erinnerte in seiner Ansprache an die grobe Vergangenheit des Kaisersaales und warnte tm Anblick der gewaltigen Erinnerungen, die gerade an dieser Stätte ausströmen, vor allen Absplit- rerungstendenzen, dem alten Hebel der Deutschen, Mahnworte, die dann in noch schärferer Weise der Bundespräsident, Dr. Dievens - Köln, mannhaft unterstrich. Der gewaltige Kuppelbau der Festhalle sah dann abends eine nach vielen Tausenden zählende Festgemeinde zu einem glanzvollen Empfang s- a E t vereinigt. 3m Mittelpunkt der grvhartigen gesellschaftlichen Veranstaltung stand die Aufsüh- rung eines Festspiels von Fritz Odemcrr, das den S'.egeszug des Fahrrades verherrlicht und dank einer ausgezeichneten Regie brausendem Beifall errang und die Darsteller immer und immer wieder zu Wiederholungen der markantesten Stellen zwcnrg. Auf dem weiten Festhallengelände, auf dem eine Dudenstadt ihre luftigen Zelte aufgebaut hat, herrschte schon Samstag abend ein überaus reges Treiben, ein Volksfest tm besten Sinne des Wortes. Das Hauptinteresse der Bevölkerung wendete /ich am Sonntag dem groben F e st z u g e zu. Schon die Frühzuge führten tausende von Gästen aus allen Teilen der weitesten Umgebung in die Stadt. Stundenlang vor Beginn des Festzuges hatte bereits eine ungeheuere Menschenmenge die Feststrahen umsäuntt. Ganz besonders „Helle" hatten schon morgens um 6 Uhr Mauern, Bäume unD Zäune mit Beschlag belegt und harrten mit rührender Geduld stundenlang aus. Um 10 Uhr wurde der Strabonbahnverkehr eingestellt. Wohin man schaute, wogte ein wahres Menschenmeer, tn zehn bis fünfzehnfachen Mauern standen Menschen, Menschen, Menschen in drangvoll fürchterlicher Enge. Die Zahl der Zuschauer dürfte mit einer halben Million nicht zu gering eingeschäht sein. Wenige Minuten nach II Uhr setzte sich von der Obermainbrücke in Sachsenhausen der Festzug 'm Bewegung. Was er bot, ist in knappem Rahmen nicht zu schildern: Von den Griechen über- die Römer, die alten Deutschen, friderizianische Soldaten bis zum Feldlager unserer Feldgrauen des Weltkrieges zog die Geschichte vorüber. 3n mehr als 200 Gruppen radelten die deutschen Rad- fahrerveretne, eine Gruppe prunkvoller geschmückt als die andere, stürnrisch begrühte man die Straß- Burger Stammesbrüder, herzlich willkommen hieß man die Freunde aus dem besetzten Gebiet. Dann marschierten die Franffurter Vereine auf, die Frankfurter 3nm>ngen mit ihren historischen Wahr- und Wehrzeichen, mit ihren köstlichen Humor ausströmenden Gruppen. Auf gewaltigen, von je sechs reichaufgezäumten Rossen gezogenen Wagen rollten die meisterlich dargestellten Be- russgruppenbilder vorüber. Die Entwicklung des Rades von der Dreisine, dem Hochrad bis zu dem nwdernsten Strahenrenner zeigte in neckischer Weise eine grobe Gruppe. Stramm zogen Tau- sönde von Frankfurter Turnern, Turnerinnen, Sehwimmern. Ruderern uftr. vor den Menschen- mpuern vorüber. Es folgten die Schützen, die Attegervereine, die einstigen Angehörigen der Marine. Prunkwagen zeigten den Hochstand der heimischen 3ndustrie, des Franffurter Handels. So rollte rund zwei Stunden hindurch ein sinnverwirrendes unvergehliches Bild vor den Augen dahin als ein Symbol der unverwüstlichen und nicht zerstörbaren Lebenskraft des deutschen Volkes, das seine Glieder trotz tiefer wirtschaftlicher Rot und politischer Zerrissenheit in groben Stunden zu einen weih. -Und eine solche Stünde darf man den Festzug der Deutschen Radfahrer ^2 Frankfurt nennen. Kein Mihton trübte das erhebende Geschehnis, das bedeutendste, das Frankfurt seit dem Weltkrieg in seinen Mauern sah. Ein frohes Volksfest sammelte dann ungezählte Menschenmassen auf dem Fest Hallengelände und hielt sie beisammen in edelster Harmonie. Unfälle ernsterer Art ereigneten sich nicht. Die Fest- leittmg hatte für einen mustergültigen Sanitätsdienst gesorgt, der allerdings oft eingreifen muhte, und bei der guten Haltung der Hundtzrttausende brauchte auch die Polizei nirgends in Aktion zu treten. Rur die Taschendiebe haben reiche Deute gemacht. I Aus aller Welt. Schwerer Wirbelsturm am Niederrhein. Uerdingen, 3. Aug. (WTB.) Gestern nachmitbag suchte ein Wirbelsturm den südlichen StÄNteil herm. Dächer wurden abgerissen und teilweise bis an das andere Rheinuser geschleudert. Auch zahlreiche Fensterscheiben und Schaufenster wurden zertrümmert. Selbst Schiffe auf dem Rhein wurden in Mitleidenschaft gezogen und vom Orkan ans Ufer gesetzt. Auf der Uerdingen gegenüberliegenden Seite wurden das Strandbad und das Fährhaus stark mitgenommen und teilweise zertrümmert. Menschenleben sind, soweit bis jetzt festgestellt, nicht zu beklagen. Erbärmliche Friedhofsschänder. Hagen, 2. Aug. (WB.) Die polizeilichen Ermittlungen über- die Verwü st ungen des jüdischen Friedhofes in Eilpe haben ergeben, dah entgegen der ursprünglichen Annahme politische Motive nicht in Betracht zu kommen scheinen, dah die Täter vielmehr auf Raub aus- gegangan sind. Die Verbrecher, vier junge Leute im Alter von 14, 17, 23 und 26 Jahren und ein junges Mädchen, erbrachen nachts die Grab- kapelle unb eine Familiengruft, weil sie dort Gold, Silber unb andere Wertgegenstände vermuteten und haben anscheinend aus Wut fast sämtliche Grabdenkmäler, etwa 50 an der Zahl, umgestürzt. Hm den Verdacht von sich abzulenken, bemalten sie einen Grabstein mit einem Hakenkreuz. Die Empörung unter der Hagener Bevölkerung über das Verbrechen ist groß. Ein Schandbubenstretch. Berlin, 2. Aug. (Wolff.) Das Denkmal zur Erinnerung an die Gefallenen des ehemaligen Franzerregiments, das kürzlich tm Där- waldpark enthüllt worden ist, wurde heute morgen von noch nicht ermittelten Tätern mit roter Farbe beschmiert. Straßenraub und Mordbrennerei in Berlin. Berlin, 2. Aug. (Wolff.) Heute vormittag wurde Frau Margarete G r ü h ke aus der Dorn- Holmerstrahe, die mit Wechselgeld von der Bank kam, an der Ecke Rosmarin- und Friedrichstraße voN dem Molkereibesiher Hans Schenk aus Zing- ahmen, Kreis Riarienwerder in Westpreuhen, a n - gefallen und ihrer Aktentasche beraubt. Während der Verfolgung durch Passanten und Polizeibeamte gab Schenk einen Schuh ab, der aber fehlging und lediglich eine Schaufensterscheibe zertrümmerte. Schließlich konnte der Straßenränder durch Polizeibeamte festgenommen werden. Heute vormittag wurde in Berlin-Lichtenberg die 43 Jahre alte Haushälterin Luise Bleul in ihrer Wohnung von unbekannten Tätern, während sie am Schreibtisch sah, überfallen und durch einen Schlag mit einem harten Gegenstand auf den Kops besinnungslos zu Boden gestreckt. Der Verbrecher holte dann aus dem Rebenzimmer das Bettzeug der Frau, wickelte die Be- täubte hinetn, übergoh das Bettzeug dann mit Petroleum und z«ündete es an. Dann raubte er etwa 1000 Mk. an barem Gelde und flüchtete. Als die von den Hausbewohnern alarmierte Feuerwehr eintraf, stand das Zimmer bereits in Hellen Flammen. Die Frau wurde mit schweren Brandwunden in lebensgefährlichem Zustande nach dem Krankenhaus gebracht. Räuberischer Aeberfall auf ein Auto. Breslau, 2. Aug (WB.) Wie die Breslauer Abendblätter melden, wurde in ber Rühe von Ohlau gestern abend ein mit vier Per tonen besetztes Auto, nachdem es p-urch quer* über den Weg gelegte Baumstämme aufgehalten war, von zwei maskierten Männern mit Schußwaffen überfallen und dabei Der Gastwirt Ternkab aus Rtsderherms>orf durch - inen Bauchschuh getötet und Der Getr itefaufm.inn Dreh ler aus Reisse so schwer verletzt, daß er in der Rächt verstorben ist. Die Verbrecher entflohen, als die Schüsse von den 3nsafsen des Autos erwidert wurden. Große Oellager in Deutschland. Die Oelfunde, die im März dieses Jahres bei Celle gemacht wurden, haben zunächst zu phantastischen Hoffnungen Anlaß gegeben, die sich dann nicht bewahrheiteten. Es ist aber durchaus mig- lich, dah man noch aus große Oelvorkommen tn Nord-Deutschland stößt, denn unsere Oelindastrie ist nod) sehr jung und tiefere Bohrungen haben noch kaum stattgefunden. Das betont G. H. Küp- pers-Sonnenberg in einem Aufsatz der Frankfurter „Umschau", in dem er sich mit der Geologie der Lüneburger Heide beschäftigt. Oel findet sich in der Heide an drei Stellen: 3m Hauptprodukttonsgebiet Wietze-Steinsörde, wo bereits an die 1COO Arbeiter beschäftigt werden, in dem Fundgcbiet Hänigsen-Obershagen und dem sich südlich anschließenden Gebiet von Oelheim. Auffällig ist, daß diese drei Gebiete in der Fluchtlinie der Aller liegen und das Oel sich immer mit Salz vergesellschaftet findet. Zunächst ging die deutsche Oel- förderung von der einfachen Nutzung des zutage Der Alie auf Topper. Roman von Hanns von Zobeltih. 33. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Dazwischen spricht er mit seiner matten Stimme. Will dies wissen und jenes. Und nun kann sie antworten, Auskunft geben. Wie sie leben in Magdeburg? Wie sie gereift ist? Was sie Reues vom König weiß . . . von unserem großen König? Und vom Prinzen Heinrich. Und warum wohl der General Schmettau Dresden so schnöd' übergeben hat? „Bist nun ausgewärmt, mein Mädchen?" „0a . . . Christtan . . „So komm doch, zieh dir einen Stuhl ’txul 3ch . . . ich . . ." „3ch komm schon . . . Christian . . .“ „Gib mir dein liebes Händchen. Ach, dah du da bist, Lotteken —‘ Er hüstelte und spricht. „3a, die Blessur. Und der Schäfer. Und Beate . . . toenn die nicht gewesen mit ihrer Fürsorge und Pflege, Tag und Nacht, nimmer müde, und die Hände so sanft . . ." „0a, Beate . . ." sagt sie plötzlich dazwischen. die hat mir der liebe Gott vom Himmel geschickt." Gern möcht' sie etwas erwidern, etwas Herbes, Scharfes. Hat es schon auf der Zunge, zwingt's doch herunter. Wozu noch? Darauf wird er stille. 3st wohl sehr müde und matt. Scheu schaut sie um nach ihm: der Zlopf liegt wieder auf dem braunen Leder, ist nun ganz grau, bis auf zwei rote Fleckeir auf Wangen. Die Lider sind tief über die Augen gesunken. Zum Erschrecken, zum Hammern! Der arme Christel . . . gewißlich kommt der nimmer mehr ganz hoch. Und wenn doch: ein Krüppel bleibt er sein Leben lang! Gin ebender Krüppel! Znvalid! Run regt er sich wieder, hustet, hat sein kleines, karges Lächeln. „Zeho mein' ich, könnt' ich mein Trärcklein kriegen . . ." „3d) ruf' die Beate." „Rein, nein, mein Lotteken. Da drüben steht's ja, auf dem Tisch." „3ch weih nicht Bescheid damit. 3ch ruf dir Beate . . „Richt doch. 3ch wart' lieber, es hat schon noch .Zeit." „Ist doch besser, ich ruf' Beate. . ." Richt anders ist's ihr, als ob sie selber fiebere. Ob es wohl so etwas gibt, daß solche Maladie ansteckt? Ollanchmal hat sie rote Kreise »o: den Augen, und in den Ohren summt es. Lange tarnt sie's sicher nicht mehr aushalten hier. 3mmer die schwache Stimme hören. 3mmer dies elende Gesicht sehen — „Mein Lotteken, ich möcht' dich fragen . . „Was denn, Christian?" „Du ... du bleibst doch jetzo bei dem Herrn Vater — auf Leichholz?" „Bester, wo denfft du hin? Die Königin gibt nicht solange Dispens. War schon so schwer genug. Drei, vier Tage, länger nicht." Leise, schmerzlich stöhnt er. „Ach, du geliebted Mädchen ..." „Zetzt mußt du aber die Medizin nehmen. Ich ruf' dir Beate." Clun widersvricht er nicht mehr. Schlägt nur die schmerzensreichen Augen groß zu ihr auf, hat getretenen GrdpechS aus. Daneben wurde schon frühzeitig geschürft und gebohrt. Doch beschränkte man sich bis in Die letzte Zeit auf die aller- jüngsten geologischen Schichten, denn die Geologen maßen den deutschen Oelvorkommen keine sonderliche Bedeutung äj, und die deutsche Förderung betrug nur 2 Proz. der Welfförderung. Die neuesten glücklichen Bohrverfuche haben nun den Beweis erbracht, daß sich Oel in Deutschland auch in größerer Tiefe findet, während man kaum unter 200 Meter herabgegangen war. wurde die letzte Bohrung bis auf 750 jOHeter geteuft. Man ist bei uns vorläufig nur auf sekundäre Oelschichten gestoßen, während die primären^ Oellager, in denen sich erfahrungsgemäß die größten Vorräte finden, bis heute noch nicht ungefähren sind. Man beschränkte sich auf Flach- boyrungen, während die Stammlager nur durch Tiefbohrung erreichbar find. Der Verfasser spricht daher die Vermutung aus, „dah sich unter der ganzen Oberfläche der norddeutschen Tiefebene ausgedehnte Lager von Bodenschätzen finden, wenn auch in erhMicher Tiefe". Hatte Enoch Arden recht? Hatte Enoch Arden, der Held des berühmten Epos von Tennyson recht, als er, da er nach vielen Jahren heimkehrte und seine Frau mit einem anderen verheiratet fand, wortlos verschwand, um das Glück seiner Frau nicht zu stören? Diese Frage beschäftigt die Gemüter rn England aus einem aktuellen Anlaß. Eine ganz ähnliche Geschichte ist nämlich jetzt tn Wirklichkeit geschehen, und in feinem Urteilsspruch hat der Richter auf das Vorbild Enoch Ardens hinge- wiesen. Ein Mann namens Boyd heiratete im Hahte 1881 ein junges Mädchen und verschwand spurlos nach dreijähriger Ehe. Die zunächst untröstliche Witwe verheiratete sich dann sieben Zähre später mit einem gewissen Atkinsvn, da bdbe glaubten, daß Boyd tot sei. Rach mehr als 40 Zähren ist nun Der erste Gatte der Frau Atkinson zurückgekehrt und hat seine früheren Anrechte auf ihre Hand geltend gemacht. Es kam zu einer Klage, bei Der die Ungültigkeit der zweiten Che festgestellt werden sollte. Der Richter Dike sprach auch die Angültigkeit der Ehe zwischen Atkinson und feiner Frau Zsabelle aus, erklärte aber, dah er diesen Spruch, zu dem ihn das Recht zwinge, bedauere. „3ch beklage es," sagte er, „dah Boyd nach einer Abwesenheit von mehr als 40 Zähren den Frieden dieser glücklichen Ehe störte. 3ch wünschte, er hätte Den Heldenmut Enoch Ardens gehabt und wäre für seine Frau „tot" geblieben." Diese Meinungsäußerung des Richters hat manchen Widerspruch gefunden, denn nicht alle sind der Ansicht, daß Enoch Arden richtig handelte. Eisend ahn reklame. Die Reklame auf der Eisenbahn, die seit einigen Zähren auch bei uns eingeführt ist, hat »sich in Amerika, ihrem Geburtsland, von Zahr zu Zahr mehr ausgewachsen. Große Firmen erwerben eigene Waggons als Personen- oder Gepäckwagen, die Anpreisungen ihrer Erzeugnisse an den Außen- und 3nnenwänden in Bild und Schrift zur Schau tragen, und die Unternehmer wetteifern miteinander in der bequemen Ausstattung dieser rollenden Wohnungen. Solche Wagen müssen entweder an sich schon, d. h. In der Bauart, als Neuheit auf dem Gebiet des DeföiMrungsmaterials, Staunen und Bewunderung erregen oder sie tragen auf breiten Bildflächen, auf federn Gebrauchsgegenftand die verblüffendsten Hinweise auf das, was dem tauf- BNchertisch. — Pflicht, Ehre, Vaterlandl Deuffche Lieder, herausgegeben vom Deutschorden, Darmstadt, 1 Gm. Die vorliegende Sammlung deutscher Lieder enthält bekannte ältere und — er- klärlicherweffe — weniger bekannte neuere Lieder, Die geeignet sind, den vaterländischen Gedanken zu pflegen und hochzuhalten. 3n richtiger Erkenntnis, daß in diesen Zeiten auch der Frohsinn nicht untergehen Darf, sind auch heitere Lieder mit auf genommen, fo daß eine Sammlung entstanden ist, die allen Bedürfnissen gerecht wird, Die überall da auftauchen, wo deutsche Männer und Frauen oder deutsche Zugend zusammenkommen. — Europäische Gesprä che. Dem Geheimnis, das um Die Urheberschaft und Entstehung Der Krüger-Depesche lagert, geht mit neuem Akten material im neuesten Heft der „Europäischen Gespräche" (Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart, Einzelheft 1,20 Mk., jährlich 6 Hefte 7,20 Mk.) Friedrich Thimme auf Den von fo vielen Seiten bewußt oder unbewußt getrübten Grund. Was von deutscher Seite zur Klarstellung Der Umstände vor, bei und unmittelbar nach Absendung Der Depesche getan werden tonnte, hier ist cs getan. — Don Dem Krüger-Telegramm in Die heutigen Erörterungen über „Sicherheiten" und zur Frage, wie Diele Sicherheiten geschaffen werden können, führt Der zweite Beitrag des Heftes: eine Erörterung Der faktischen unD praktischen Möglichkeit und Der Ratttcytett oer upei Diploinach" Durch Den amerikanischen Historiker Zarnes T. Shotwell, den Herausgeber der auch für Deutschland in Angriff genommenen, von der Carnegie-Stiftung veranstalteten Wirtschafts- unD Sozialgeschichte Des Weltkrieges. Die Besprechungen behandeln unter vielem den vierten Band Der Conradschen Erinnerungen über Den Kriegsausbruch, Leben anD Briefe des kanadischen Premiers Sir Wilfried Courier, Die Reden Des Generals Sir Zan Hamilton vor englischen Kriegsteilnehmerverbänden, die Der Gesinnung und den Meinungen Der Veteranen des Weltkrieges einen Ausdruck verleiht, Der auch in Deutschland vielfach geteilt werden Dürfte. — Adolf Koelsch: Der Mann im Mond (Verlag Grethlein & Co., Leipzig und Zürich). 3m Mittelpunkt Der Geschichte steht Pracht, Der fieberhafte und fonberbare Staatsanwalt von Beruf, aber darin ein echtes Kind unserer Zeit, daß ihn das Leben bedrückt und schließlich zum Wiederkäuer macht, zunächst nur zum Wiederkäuer im geistigen, dann aber auch tm körperlich-faktischen Sinn. Er flieht aus seinem Beruf, obschon er ihn einst selbst freiwillig gewählt hat, und zieht sich in Die Einsamkeit zurück, um sich Der Natur in Die Arme zu werfen unD durch eine gewaltige Willensanstrengung von feinen menschenunmöglichen Seiten zu heilen. Dort trifft er die liebliche Hegele und erhält durch ein Wunder das Herz seines ersten Lebens zurück. Wir erleben das Erwachen Der Natur, das WieDeraufblühen Prachtö, das Liebesspiel Der beiden Menschenkinder, alles in einer Reinheit, Zartheit und Poesie, die wie eine Märchenwelt anmutet, und zuletzt Prachts Wiederannäherung an die Menschenwelt, von der er früher geflohen ist. — Dr. Le opoldSchmidt: Beethoven, Werke und Leben (stattlicher Halblederbank^ Einband von Prof. Edmund Schäfer. Volksverband der Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag, Der» lin). — Das Weick gründet sich auf Denglückltch gelungenen Versuch, das Bild des Menschen Beethoven aus seiner Musik erstehen zu lassem Hierdurch ist eine große Beethoven-Biographie geschaffen, Die allzeit eine einzigartige Stelle tii Der gewaltigen Beethoven-Literatur einnehmert toirD. Wenn auch Die Beethoven-- Forschung nach menschlicher Voraussicht an ihrem Ziele angetanat ist, so schreitet doch Die Beethovenanalyse rüfttg weiter. Die Beziehungen Des Meisters zur my sikalffchen Vergangenheit und Zukunft, seine Stellung zu Der Kulturepoche, in Der er gewirkt, bte Entstehung und Der innere Zusammenhang setnej Werke, seine Formen, seine Ausdruckssprache. — das alles wird noch auf lange Gegenstand nun> nigfacher Untersuchungen bleiben. Beethoven lst' ein Besitz der künstlerisch orientierten Menschheit, dessen sich jeder in seiner Weise erfreut zu dem jeDer persönlich Stellung nimmt. So wiry Dieses neue Werk, das in so neuer Form sich mit Beethovens musikalischen und menschliche« Erscheinungen beschäftigt, viele Freunde gewinnen. Die Ausstattung Des Buches zeigt die ganafl Sorgfalt sauberer Arbeit, die man von Der Bücherei Des Volksverbandes Der Bücherfreunde gewöhnt ist. — Walter von Molo: Der Roma» 'meines Volkes. Erster Teil: FrldericuS; Zweiter Teil: Luise: Dritter Teil: Dos DoTL Endgültige Ausgabe in einem Band. Umf