Mittwoch, Mi 1924 Ür«(f vnd Verlag: vrühl'sche Univerfitüts-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Ziehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: SchuMatze 7. 1 zu leugnen? Die Arbeiter in Oesterreich haben sich auch damit abgefunden, daß Seipel von Hause aus Monarchist war. Denn er hat durch seine staatsmännische Anpassungsfähigkeit bewiesen, daß er es nicht zum «Schaden der weiteren «Entwicklung der Dinge ist. Er ging vom letzten kaiserlichen Kabinett L a r m a s ch s, dessen Minister er war, ohne Scheu zur Republik Aber durchdrungen von der Ueberzeugung, daß ^nan'seinen politischen Zielen am besten dient, wenn man nicht zürnend und tatenlos abseits bleibt, sondern sich unter die neuen Manner gesellt. Vieles, was man innerlich ablehnt, kann dabei verhindert oder abgeschwächt werden. Prälat Seipel hatte ja schon drei Jahre lang vor seiner Kanzlerschaft die Zügel der Regierung heimlich in der Hand. Er lieh mit den Sozialdemokraten regieren, mit den Groh- deutschen und auch schon, ganz wie im alten Oesterreich, mit den Beamten. Der stolze Priester, mit dem scharf geschnittenen, etwas asketischen Profil älter aussehend als seine 48 Jahre rechtfertigen, war stets der eifrigste Parlamentarier, hielt mit allen Fraktionen Fühlung und leitete die Beratungen seiner Partei, der Christlichsvzialen, die er wieder zur zahlenstärksten im Parlament machte. Er lenkte mit leichtem Wink die jeweiligen Minister. Bier «Kabinette regierten sozusagen unter ihm, ehe er selbst ans Ruder ging. Sein Organ, die „Reichspvst", hat verschiedentlich mit Stolz vermerkt, dah seit 300 Jahren, seit dem berühmten Kardinal K l e s e l, dem unter Kaiser Matthias allmächtig gewordenen Sohne eines Wiener Bäckers, kein Priester mehr in Oesterreich Kanzler war. Ganz unsichtbar oder doch nur wenig sichtbar segnete bisher die römische Kurie Seipels Glück. Sein geistlicher Beruf brachte ihm vollkommene Unabhängigkeit von den Sorgen, die sonst den Menschen bedrücken. Nichts zog ihn von der Erfüllung seiner Pflicht ab. Keinerlei Cinfluh, welcher Art immer, störte ihn in seiner rastlosen Arbeit. Sein ernstes Wesen verband sich im Laufe der politischen Arbeit mit großer Geschmeidigkeit. Die Kirche war ja immer eine ausgezeichnete Schule für die Diplomatie. Die drei bedeutendsten Staatsmänner, die z. B. Frankreich kannte, Richelieu, Mazarin und Tallehrand, deut hielt eine vom Hans stehend an gehörte Rede, in der er namens des Haases den tiefen 2lbsch"u über das Verbrechen sowie dem aufrichtigen, herzlichen Mitgefühl Ausdruck verlieh, welches das ganze Volk ohne Unterschied des Standes o'.nd der Parteimeinung dem selbstlosen er- folgre rchen Staatsmann zuwende. ONzekanzlerDr. Frank gab dann eme Darstellung des Anschlages, wobei er u. a. ftst- stellti^, dah greifbare Anhaltspunkte dafür, daß der Attentäter Jaworek Mitschuldige oder Mitwisser gehabt habe, durch die bisherigen Erhebungen nicht gefunden werden konnten. Der Vize- kanzler erinnerte an die wichtigen, der Entscheidung harrenden politischen Aufgaben, insbesondere an die Verhandlungen, die Anfang der nächsten Wrx he vor dem Völkerbundsrat in Genf beginnen werden und fügte hinzu, die Regierung, die in einer so wichtigen Etappe ihrer Politik ihrem Führer nicht entbehren könne, fei sich der Schwierigkeiten ihrer Aufgabe voll bewußi. Die Bundesregierung betrachte es nach wie vor als ihrre Pflicht, die bisherige Sanierungs- p o ^l i t i k f o r t z u s e h e n. Don dem eingeschlage- nen Weg dürfe nicht ein Schritt breit abgewickien werden. Dr. Frank richtete alsdann einen Apvell an glle Parteien des Parlaments zur Mitarbeit. Der Präsident schloß hierauf die Sitzung. «Berlin, 4. Juni. (Durch Radio.) Amtlich Der Reichspräsident hat denbis- herigen Reichskanzler Marx in die- em Amte, und auf Vorschlag des Reichskanzlers auch die bisherigen Reichs- Minister in ihren Aemtern neu bestä- Ingenieur Rauch wegen Verrats von Mord» Plänen am 7. Januar ermordet worden. Weitere Mordpläne, auch gegen den würtem- bergischen Minister Volz, waren vorbereitet und sind durch die Verhaftung der Tscheka vereitelt worden. (Zurufe und Lärm.) Die Tscheka verfügt über Waffen, Dumdumgeschosse und Eholera- und Typhusbazilben. (Pfuirufe.) Die verhafteten Abgeordneten P.feiffer, Schlecht und Lindau gehören der Zentrale an und sie müssen nach den Untersuchungen dies Reichsanwalts von diesem Plan wissen. Der Antrag, die verhafteten Kommt nisten m Freiheit zu setzen, sei abgelehnt wordc« obwohl vcn den Kommunisten bestritten wird, daß die drei Verhafteten etwas von den Plänen wüßten. Cs fehle nach Llnsicht der Kommunisten jeder Beweis dafür, daß sie oder die Zentral; von dem Plane Kenntnis gehabt hätten. Abg. K o en en (Komm.) bezeichnet den Aus- schußantr-ag als einen Teil der Kommunistenhehe, ine jetzt üblich sei. Das Material des Reichs- anwalis sei in der Hauptsache Spihelmate- rral. (Widerspruch rechts.) Während der Rede des Abg. Koenen kommt es zu einem lebhaften ZwischenfaLls Präsident Wallraf fordert den kommunistischen Abg. Remmele auf, sich za sehen Ter Abg. Remmele schlägt erregt auf den Tisch and ruft: Llnethört! Das ist ja mein Platz! (Lärmende Zurufe kommen von rechts and lenks.) Präsident Wallraf ruft den Abg. Rem» mele zur Ordnung mit der Begründung, Remmele 'habe wiederholt die Ordnung gestört. Dre Komwmnisten rufen dem Präsidenten zu: Sie 'haben die Ordnung gestört! Der Abg. Remmele schlägt wieder auf den Tisch und rast laut: Unerhört! Der Präfident fordert Remmele darauf nochmals auf, fe inen Platz einzun eh men und verfügt dann schließliche unter allgemeinem Lärm den AusschlußdesAbg. Remmele und hebt inzwischen die Sitzung auf. Während der kurzen Panse rufen die Kommunisten Remmele za: 2tunaiime von für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm «Breite cr"ich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re« Klame-An?,eigen v 70n ni Breite 35 Goldpfennig, Plahvorschrist 20" „ Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Will) Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein; für den Anzeigenteil . Hans Beck, sämtlich in Gießen. suchungshaft. w . Abg. Löbe (Soz.) erstattet den Ausschuhbericht. Zu den Ausschußverhandlungen war auch Reichsanwalt Naumann aus Leipzig zugezogen der die Aufrechterhaltung der Unter- suchungshaft für notwendig erklärte, weil Fluchtverdacht dringender Tatverdacht und Verdunkelungsgefahr vorliege. Die drei Verhafteten seien Mitglieder der Zentrale der KPD. gewesen. Diese Zentrale habe aber feit dem Herbst 1923 nachweislich planmäßig den bewaffneten Aus stand vorbereitet. 3n großen Mengen seien Waffen beschafft worden. 3n Berlin habe man bei einem Kommunisten allein 1100 neue Pistolen und acht Zentner Munition beschlagnahmt. Sn Württemberg wurden von den Kommunisten Handgranaten fabrikmäßig hergestellt. (Gelächter bei den Kommunisten ) äleber 10 000 Handgranaten wurden dort beschlagnahmt. Ein Mitglied der K. P. D. trug die Bezeichnung „Wumbo" (Waffen- und Munitions- beschaffungsorganisation). Die kommunistischen Organisationen sind von der Zentrale militärisch organisiert worden. Die Mitglieder wurden von der Zenttale beauftragt, Zersetzung in die Reihen der Schupo und Reichswehr zu tragen. 3n mehreren Organisationen haben Reichswehr- angehörige Waffen und Munition auf Anstiftung der KPD. gestohlen und an die Kommunisten verkauft. 3n Potsdam wurde ein Attentatsplan von einem Kommunisten verraten. Der Verräter wurde von einer kommunistischen Mordkommission erschossen. Die Täter haben gestanden, dah sie nach dem Schuh riefen: Du 2lasl Von der Zentrale sind Anweisungen ausgegeben worden zurBildungvonSp ren g° und Entgleisungskolonnen, die Eifenbahnzüge durch Sprengstoff vernichten oder zur Entgleisung bringen sollten. 3n einer beschlagnahmten Anweisung wird gesagt, Attentate auf führende Kapitalisten seien durchaus geboten. 3n Berlin find die Mitglieder einer Tschekagruppe verhaftet worden. Diese Tscheka hatte genaue Mordpläne aufgestellt, die teilweise auch ausgeführt worden sind. (Hört, hört.) Die Ermordung des Generals v. Seeckt war vorbereitet, unterblieb aber, weil der Verrat des Planes befürchtet wurde. Ferner ist der 1 i g t. Die Mitglieder des Reichskabinetts traten noch gestein abend zu einer Besprechung zusammen, die der Formulierung der Regierungserklärung galt. Die Blätter rechnen damit, daß die Regiert ng heute nachmittag 5 Ahr mit dieser Erklärung vor den Reichstag treten kann. An die vom Reichskanzler abgegebene Regierungserklärung werde sich eine Debatte anMiehen, in der die drei Regie rungsp ar leien en; gemeinsame kurze Erklärung abgeben dürften. Wie auS parlamentarischen Kreisen verlautet, sind die Verhandlungen zur Schaffung eines großen Bürgerblocks schließlich fruchtlos geblieben, weil die Deutschnationalen es für untragbar erklärten, wen« sie nicht nach ihrer Frak- tionsstärke bei der Besetzung der Ministerposten berücksichtigt würden und wenn nicht zugleich Sicherungen für die entsprechende Umstellung der Koalition in Preußen gegeben würden. Schließlich kamen die Demokraten und das Zentrum überein, daß ein weiteres Verhandeln mit den Deutschnatioualen als a u s s i ch t s l o s erscheinen müsse. Die Fraktion der Deutschen D o l k s p a r t e i entschied sich ebenfalls in diesem Sinne und entschloß sich, mit Rücksicht auf die durch die polittsche und wirtschaftliche Lage gebotene Dringlichkeit, die bisherige Koalition wieder mitzmnachen. Die Bayerische DolkSpartei wird sich an der Regierungsbildung auf der Grundlage der kleinen Koalition nicht beteiligen. Eine Erklärung der Deutschnationalen. Berlin, 4. Juni. (Durch Radio.) Sn einer in später Nachtstunde veröffentlichten Erklärung nimmt die deutschnationale Frattion zum Scheitern der gestrigen Verhandlungen Stellung. Es wird darin betont, dah die Fraktion alles ver- sucht habe, um durch weitestes Entgegenkommen eine dem Wahlergebnis einigermaßen entsprechende Umbildung der Regierungsverhältnisse zu ermöglichen. Sie habe ein Kompromiß im Wege einer Einigung über den weiter einzuschlagenden Kurs gesucht. Selbstverständlich sei dabei eine Aenderung des bisherigen Kabinetts nicht zu umgehen gewesen. Nach dem Scheitern der Bemühungen habe die Deutschnationale Volkspartei ihre volle Handlungsfreiheit wieder und sie sei entschlossen. von dieser Gebrauch zu machen. Ein Warnungsrus! Berlin, 3. Juni. (Wolff.) Der Oberpräft- dent der Rheinprovinz, Reichsminister a. D. Fuchs, richtete nachstehendes Telegramm an den Reichspräsidenten: „Millionen Deutsche können zur Zeit angesichts der furchtbaren Geldnot nicht leben und nicht sterben; lediglich die Hoffnung auf baldigste Lösung des Reparationsproblems hält den gänzlichen Zusammenfall der Wirtschaft auf. Mit sehnsüchtigem Vertrauen erwartet die Bevölkerung des besetzten Gebietes das umgehende Zustandekommen einer Regierung, die auf der Grundlage des Pro- fiugen die Soutane. Seipel hat sich auch eine imposante internationale Stellung zu erringen gewußt. Ein österreichischer Finanzmann, der vor kurzem aus Amerika gurückkehrte, berichtet uns, wie erstaunt er war, zu entdecken, dah al!4 maßgebenden Persönlichkeiten drüben, ob sie nun Bankiers, Industrielle oder Politiker waren, den Namen Seipel kannten und ihn mit der größten Achtung nannten. Das Attentat gegen Bundeskanzler Dr. Seipel. M.130 Erscheint täglich, außer Bonn» und Feiertag«, mit d. Sarnstagsbeilaye: GießenerFamilienb lütter monat$«Be$u$$preis: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r ns p r e ch-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeigerGiedev. Postscheckkonto: ßranttntt a. M. 11686. tionen eintreten, die Genesung zu erhoffen sei, doch sei die Krise noch nicht überwunden. Bisher konnte eine R ö n t g e n u n t ersuch u n g der Brust nicht vorgenommen werden, weil eine derartige Untersuchung mit einem Lagewechsel verbunden wäre, der man letzt den Patienten wegen der Gefahr und inneren Blutung nicht unterziehen will. Das Revolverprojektil befindet sich entweder im Lungengewebe oder, was wahrscheinlicher ist, an der Ru ck- feite des Brustkorbes entweder in dem Wirbelkörper oder in der Rippe. An eine Op e- ration ist vorläufig nicht zu denken. Eine ernste Komplikation bildet hauptsächlich der 1m- stand, daß der Bundeskanzler feit Jahren in mäßigem Grade zuckerkrank ist. Eine zweite gefahrvolle Komplikation ist die Blutanfamm- lung im rechten Brustfellraum, lieber das Befinden Dr. Seipels wurde um 7i/2 Uhr folgendes Bulletin ausgegeben: Wundverhältniffe andauernd günstig, keine Zunahme des Blutergusses. Temperatur 37,1, Puls 100, Respiration 28, Nahrungsaufnahme befriedigend. Der Patient ist nach gut verbrachter Nacht frisch. Der Täter Jaworek wurde wieder einem Verhör unterzogen. Nach den Blättern ist er hinterhältig und spielt Komödie. Wenn er sich in Widersprüche ver- Seipel. Seipel, „dem die Arbeiter ihr Elend verdanken!", so schrieb der Attentäter Jawv- rek in seinem letzten Brief. Nichts ist falscher und verwerflicher, als dieser Gedanken- gang eines Irregeleiteten. Bundeskanzler Dr. Seipel, der allerdings nicht als Schmeichler der Menge emporgekommen ist, der alle demagogischen Künste vermied und tue scheute, die Wahrheit, und sei sie noch so unangenehm, zu sagen, hat sich durch ftme politische Führertätigkeit nicht nur beim Bur- aertum, sondern auch bei der Arbeitermasse eine unerhörte Popularität erworben. Der Prälat Ignaz Seipel, Pronotar des Pcchstes, Wiener Universitätsprvfessor der Moraltheologie, der überragende Kopf der katholischen Partei, wurde vor genau zwei Jahren, Anfang Juni 1922, als Nachfolger Schobers zum Bundeskanzler gewählt. Jede Bischofsmütze wäre ihm leicht erreichbar gewesen. Er setzte aber seinen Ehrgeiz in die Rettung Oesterreichs. Es war zur Zeit der gefährlichsten Katasttvphenatmosphäre, der Staatskarren von den Sozialisten vollständig verfahren. Seipel leitete die große Sanierungsaktion ein. Er hielt den Sturz der österreichischen Währung auf und bewahrte das Land vor dem endgültigen Zusammenbruch. Welcher denkende Arbeiter könnte das Du blmbftJ Bei Wiedereröffnung der Sitzung erklärt Präsident Wallraf: Sch sehe, daß der Abg. Rsinmele den Saal nicht verlassen hat. 3ch stelle fest, daß er sich wiederholt weigerte, den Anweisungen des Präsidenten zu folge», und daß dadurch sein Ausschluß von zwanzig Sitzungen eingetreten ist. 3ch bätte den Aeltestenausschuß, sofort zusam- mensutreten (Der Abg. Thälmann ruft: Und den unfähigen Präsidenten abzusetzenI) und hebe die heutige Sitzung auf. Der Aeltestenrat des Reichstags ist sofort nach der Plenarsitzung zur Besprechung des Zwischenfalles in der Sitzung zusammengetce- ten. Die. kommunistischen Vertreter nahmen das Verhalten des Abg. Remmele in Schuh. Der Ael- testenauGschuß billigte aber das Verfahren des Präsideiicken Wallraf, besonders mit Rücfticht auf die grolxn Beschimpfungen, die dem Präsidenten aus den kommunistischen Reihen zugerufen wurden. Die nächste Sitzung wurde auf Mittwoch vormittag 11 Uhr festgesetzt. Die Kampfpläne der Kommunisten. Breslau, 3. Juni. (WB.) Hier wurde ein von aiustvärts gekommener militärischerLei- t e r de r K. P. D. für Schlesien ve r h a f t e t, der die militärische Organisation der Partei durchführen und den bewaffneten ilmstürz vorbereiten, sollte. Sn seinem Geheimbureau wurde umfangreiches Material beschlagnahmt. Der Fest- genomimme lebte unter falschem Namen und mit falschem Papieren als Handelsagent. Es hat sich herausgestellt, dah er wegen Hochverrats vorn Oberreichsanwalt steckbrieflich gesucht wird. Ein zweiter kommunistischer- Führer der sich ebenfalls längere Zeit hier verborgen hielt, versuchte bei der Festnahme zu entfliehen. Sem Fluchtversuch wurde jedoch vereitelt.___________ wickelt was öfter geschieht, tauscht er Ohnmachtsanfälle vor, trotzdem die Aerzte ihn für vollkommen vernehmungsfähig erklärt haben. Neue positive Ergebnisse haben sich bisher nicht ergeben, doch erscheint sein Aufenthalt in Graz, wohin er am Samstag, nachdem et Geld bei der Bezirkskrankenkasse m Baden abgehoben hatte, gefahren war. verdächtig. Heber Mitschuldige oder Mitwisser des Anschlags hat Jaworek bisher nichts gestände n. 3n W i e n e r - N e u st a d t ist man bemüht, jenen Eisenbahner zu ermitteln, von dsn Jaworek seiner Angabe nach erfahren haben will, daß der Bundeskanzler zur Rückfahrt nach Wen den Plattensee-Expreß benutzen we de. Man nimmt an, dah Jaworek schon in Wiener-Neustadt das Attentat versuchen wollte, dah er aber dott die richtige Gelegenheit nicht gefunden hat und deshalb in dem Zuge, in dem der Bundeskanzler nach Wien reifte, mitfuhr. Der Nationalrat hielt heute mittag eine außerordentliche Sitzung ab die sich zu einer feierlichen eindrucksvollen Kundgebung der ganzen Volksvertretung gegen den auf den Bundeskanzler verübte^ Aiischlag gestaltete Der Saal und die Galerie waren voll beseht. Der deutsche Gesandte Dr. P f e i f f e r befand sich in der Diplomatenloge. Der P r a s i - Die Lösung der Regierungskrise. 5cheitern der Verhandlungen mit den Deutschnationalen. - Rückkehr 3ur Klemen Koalition - Das zweite Kabinett Marx. grammes der Parteien der Mitte die bevorstehenden, für Deutschlands Zukunft entscheidenden Verhandlungen führen soll. Die Bevölkerung des Rheinlandes würde es unverständlich sinken, wenn parteipolitische Erwägungen die Lös ng der entsetzlichen Krise auch nur um einen weiteren Tag verschieben würden. Zustände wie im Jahre 1923 würden die Rheinlande nicht nochmal siegreich überwinden. Die Erbitterung ist um so größer, weil man auf der anderen Seite ein merkliches Einlenken sieht, das man nicht durch parteipolitische Halsstarrigkeit von Volksvertretern, die Rheinlands Bedeutung und Not offenbar nicht richtig würdigen, zerschlagen wissen möchte. Als Leiter der bedrängten Rheinprovinz mit sieben Millionen Menschen erhebe ich warnend und beschwörend in letzter Stunde meine Stimme. Wir haben bisher alle Leiden fürs Vaterland gerne ertragen, aber man soll mit unserer Liebe zum Vaterland keine Experimente machen." gez.: Fuchs Oberpräsident der Rheinprovinz. Der Ausfchlutz des ersten Kommunisten im Reichstag. ‘Berit n, 3 Juni. (Priv.-Tel.)Auf der Tagesordnung steht der Antrag auf Aufhebung der gegen die kommunistischen Abgg. Pfeiffer, Schlecht und Lindau verhängten Unter- Erstes Blatt (74- Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Wien, 3. Juni. (WTB.) Die Aerzte, „ Lenen jetzt auch der Vorstand der zweiten medizinischen Klinik Prof. Ofner zugezogen worden ist, gewannen auf Grund einer gestern spät abends erfolgten Untersuchung des Bundeskanz- "ws den Eindruck, dah. falls keine Komplika- mgtn M MU iftia enntfl- Äepftl ten i Ufr fflna: fttl i iifatriß n en stastben. ll I I £ -ßflÖP' !,l0. HfBÜl «ÄS? «5g Ä Men fe*“ töev inen x- 8 Uhr Solo Die Konstituierung des bayerischen Landtags. München. 3. Juni. (WB.) Bei ftati besetztem .&auie und überfüllten Tribüne» hat der neugewählte bayrische Landtag seine erste Sitzung abgel-altem Die Plätze der Minister waren leer. Znm Präsidenten wurde der Präsident des früheren Landtags, Abg. Königbauer, mit 95 von 125 abgegebenen Stimmen wiederge- wählt. König bauer übernahm das Präsidium und erklärte, daß er Kundgebungen im Hause unter allen LImsländen unterdrücken werde. Zum ersten Vizepräsidenten wird in der Stichwahl der völkische Abg. Dr. D ö r f - ler mit 48 Stimmen.gewählt; auf den früheren Vizepräsidenten, den sozialistischen Abg. Auer, entfielen 44 Stimmen. Als zweiter Vizepräsident wird auf Vorschlag des Völkischen Blocks der Abg. P r i eger (Deukschnat.) gewählt. Nachdem Präsident Königbauer das Rücklritts- schreiben der bayerischen Regierung bekanntge- geben hat, fordert Abg. Dr. Luttmann (Völk. Block) erneut Verhandlung des Antrags auf Entlassung des Abg. Atz ne r aus dec Schutzhaft in Landsberg. Der Redner wird von den Kommunisten mit lärmenden Zwischenrufen un.er- b rochen, als er fest stellte, daß Kommunisten, die sich schwerer Straftaten schuldig gemacht hätten, freigelassen worden seien. Weiter verlangte der völkische Redner die sofortige Verhandlung der Anträge auf Einstellung des Disziplinarverfahrens gegen Dr. Roth, den Nürnberger Haupt- lehcer Streicher, sowie auf Freilassung aller im Hitlerprvzeh Verurteilten. Diese Aenderung der Tagesordnung findet im Hause nicht die vorgeschriebene Llntecstützung. Die Anträge gehen an den zuständigen Ausschuß. Die neue württembergische Regierung. Stuttgart, 3. Juni. (WTD.) 3m Landtag wurde der Führer der Dürgerpartei Bazille mit 44 von 77 Stimmen zum Staatspräsidenten gewählt. Der neue Staatspräsident Bazille übernahm das ülnterrichtsminr- fterium sowie das Arbeits- und das Ernährungs- Ministerium und gleichzeitig als Finanzminister den Abg. Dr. M e h l i n g e r von der Bürger- Partei, als Innenminister den bisherigen Innenminister Bolz (Zentrum) und als Iustizminister den bisherigen Iustizminister D e h e r l e. Staatspräsident Bazille gab eine Regierungserklärung ab, in der er sagte, die württenrbergifche Regierung betrachte es als ihre Pflicht sich dafür einzusetzen, daß das deutsche Volk das ihm bisher vorenlhaltene Selb st bestimmungsrecht erhält und dieSchuldfrageamKriege einem internationalen Gerichtshof anvertraut wird. Die Regierungserklärung betont ferner die Notwendigkeit der Erhaltung der Verfassung und Sicherheit des Lan.es gegen gewaltsame Abänderungsversuche. Der Kreditnot mühte abgeholfen und die Bestimmungen der 3. Steuernotverordnung müßten abgeändert werden. Gesetzgebung und Verwaltung seien zu vereinfachen. Die Regierung hofft, die Grundlagen unserer Kultur zu erhalten. Nur ein einiges Volk könne der Not der Zeit ohne gefährliche Erschütterungen widerstehen. Deutsche Kommunisten vor dem französischen Kriegsgericht. Mainz, 3. Juni. (Priv.-Tel.) Im Konzert- Haus Liedertafel begann heute vormittag vor dem Kriegsgericht am Hauptquartier der Rh.in- armee der große Prozeß gegen 57 Kommunion, die wegen antimilitaristischer Propaganda, verbotenen Waffenbesitz s. Verbreitung von antimilitärischen Flugblättern. Venut- zung falscher Ausweispapiere uw angcklagt ind. Die Angeklagten stammen meistens aus Mainz. Wiesbaden, Griesheim a. M, Köln und dem Ruhrgebiet. Zum großen Teil handelt es sich dabei um jugendliche Bergarbeiter. Verteidigt werden die Angeklagten vv^ fünf französischen ^und zwei deutschen Rechksauwältcn. Dor der JBcrlefung der Anklageschrift protestierten die -^Rechtsanwälte gegen die Zustärld gleit des Ge- ^richts. Dieses erklärte sich nach kurzer Beratung doch für zuständig. Hievauf verliehen sämtliche Anwälteunter Protest denSaal. Die Verhandlung Mußte infolgedrs en ausgesetzt und bis zwei ülhr nachmittags vertagt werden. Der Kamps um Millerand. Paris, 4. Juni. (Durch Radio.) Dir -Petit Parisien" stellt ziffernmäßig dar, wie die Kammer und der Senat sich zur Frage der De- mrssion Millerands stellen Danach stimmen für dir Demission: die Sozialisten, die sozialistischen Republikaner, die sozialistisch Radikalen und einige Mitglieder der radikalen Linken. T'O.s sind nach der ain Sonntag in der fraktionellen Besprechung festgestellten Gesamtheit 307 Abgeordnet r. Gr- Die Santiger. Roman von Hermann Stegemann. 19 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) „Es ist gut, Capo, oben ist alles in Ordnung," erwiderte Lorenz. Pvmetta nickte dem Manne, seinem tüchtigsten Mineuy, verlegen zu und verbarg unwillkürlich den weihglitzernden Strauh. Als er Ens die Blumen überreichte, war seine Befangenheit geschwunden. Er sah ihre Augen ousleuchten und den Schein eines Lächelns über ihr Gesicht ziehen. Eine Dlutwelle särbte die blassen Wangen und verlor sich unter dein durchsichtigen Tüll, der den Ansatz ihrer Brust verhüllte. Die Tafel stand unter den Linden im Frauengärtlein, wo früher die Schlohfrau ihre Heilkräuter gezogen hatte. Es roch immer noch nach verwilderter römischer Kamille, Salbei und Thymian, und das Hunderiguldenkraut wucherte im Schatten des Mauerrings. Das Essen verlief rasch und ein wenig lustlos. Aumüller, der Obe: Ingenieur, sehnte sich nrch einem Glas Bier und nippte nur an dem herben Seewekn, der aus des Baumeisters Keller stammte, Lorenz war zerstreut und Pvonne hatte Mühe, das Gespräch zu fristen, denn Ens und Pvmetta warfen kaum ein Wort in die ülnterhaltung. Erst gegen Ende, als Lorenz sich aufraffte unb eine Flasche Rhnnwein kreisen lieh, wurde die Gesellschaft lebhafter und fröhlicher. Daan gingen Lenz und Aumüller ins Haus, um sich zu ihren Karten zu sehen, während Pvmetta mit vcn Damen aus dem Kcautgärtlein in den Daum- g e n die Demission stimmen die demokratische Linke die Linksrepublikaner und ine republikanische demokratische Union. Im ganzen etwa 180 Mgeordnete. Im Senat handelt es sich um vier Gruppen: die demokratische Linke mit 165 Mitgliedern, die republikanische Union mit 99, die republikanische Linke mit 32 und die Rechte mit 10 Senatoren. 6 Senators sind bei keiner Fraktion eingeschrieben, auch sind zwei Sitze vakant. Die stärkste Gruppe, die demokratische Linke, hat sich gestern mit 122 gegen 5 Stimmen dec Resolution des Kartells dec Linken angeschlossen. Dagegen hat die r e p u bl i k a n i s ch e Union, der Porncarä angehört, und die republikanische Linke einstimmig gegen eine Beeinträchtigung dec Dauer des Mandats gestimmt, das die Nationalversammlung dem Präsidenten der Republik erteilt "hat. Es dürften also 122 Senatoren gegen Millerand stimmen und 123 für ihn. Die „Liberte" glaubt, auf Grund von Mitteilungen von zuverlässiger Seite erklären zu können, daß Präsident M i l l e r a n d immer noch entschlossen sei, seinen Rücktritt zu verweigern, solange er nicht durch ein Mißtrauensvotum von Kammer und Senat moralisch dazu gezwungen werde. Den Freunden des Präsidenten scheine jedoch sicher zu sein, daß es in der Kammer sogar den Sozialisten schwer fallen werde, eine Mehrheit zugunsten einer Resolution, in der das Staatsoberhaupt abberufen und die eine Verletzung der republikanischen Verfassung bar» stellen würde, in einer öffentlichen Sitzung zu vereinigen. Die Abstimmung in der interfraktionellen Sitzung des Linksblocks am Sonntag hätte nach Ansicht der Parteigänger Millerands weit weniger Stimmen vereinigt, als behauptet werde. Was den Senat anbelange, der als Hüter der Verfassung gelten könne, so würde er den gleichen Gewährsleuten zufolge eine sichere Mehrheit bringen, wenn auch nicht für Millerand, so doch für die Treue zur Verfassung, was im vorliegenden Falle auf dasselbe hinaus- laufe. Die Gegner Millerands in der Kammer seien also noch nicht Herren des Elysees, wie sie zu glauben schienen. Das künftige Kabinett Herriot. Paris, 4. Juni. (Durch Radio.) Wie das „Journal" berichtet, ist in den Wandelgängen der Kammer gestern als mögliche Mi- nisterliste, falls Herriot die Bildung des Kabinetts übernehme, die folgende verbreitet worden: Ministerpräsident und Aeußeres: Herriot. Justiz: Senator Dinccnt Martin. Finanzen: Senator Paul Doumer. Inneres: Senator Ehactemps. Krieg: General Mollet. Marine: Abgeordneter M i l h a u d. Handel: Senator Elementes. Oeffentlichr Arbeiten: der rechtsstehende Sozialist D r u n e t. Arbeitsminister: Justin ©obart Die „Ere noudelle" und die „Oevre" veröffentlichen bereits heftige Arttkel gegen Doumer und wenden sich dagegen, dah Dou- mer, der in einer wichtigen Periode als Finanzminister versagt habe, npn- mehr ein neues Portefeuille übergeben werden soll. Ausstand in Albanien. 2t om, 3. Juni. (Priv.-Tel.) Malissoren haben am Sonntag unter Führung zweier Abgeordneter S k u t a r i angegriffen und nach erbittertem Kampf genommen. Die Regierungsbeamten sind nach Süd- slawien geflüchtet. Die albanische Regierung von Tirana hat den auf Tirana im Dorrnarfch begriffenen Aufständischen Truppen entgegengeschickt die aber nur 4000 Mann betragen sollen gegen 12 000 Rebellen. Aus Valona werden ebenfalls blutige Kämpfe der Nationalisten gegen die Regierungspartei gemeldet. Infolge des Vormarlches der Rebellen auf die Hauptstadt hat die albanische Nationalversammlung die Demission des Kabinetts angenommen und Brioni mit der Bildung der neuen Regierung beauftragt, dem die 53 anwesenden Abgeordneten der 103 Mitglieder zählenden Nationalversammlung einstimmig ihr Vertrauen bekundeten. Brioni verpflichtete sich, mit den me i» ternben Truppen Frieden zr schließen und die Grenzfrage mit Südslawien rasch zu regeln. 3n Sühflawien macht sich angesichts dieser Meldungen über die Fortschritte dec aufständigarten hinüberging, in dem uralte Obstbäume ihre dichten Krönen über die Mauern hoben und rotfceeriger Holunder dicht umherstand. Der Blick fing sich in dem Schattendunkel des Gartens und die Sonne streute zitternde Kringeln auf die vxihen Frauenkleider. Pvmetta war heiß und unruhig geworden. Auf einmal merkte er, daß er mit Ens allein war. Vvonne war nicht mehr da. Sie hatte sie allein gelassen. Er warf einen überraschten Blick auf Ens, um zu erkunden, ob sie Vvonnens Zurückbleiben bemerkt oder gewünscht hake, aber er konnte die Zeichen ihrer Züge nicht leien. Ens lehnte am niedrigen, weit ausschvingen- den Stamm eines wilden Apfelbaumes, dec dicht mit kleinen, gelben Aepfeln behängt war, und schaute über die zufammengelegten Arme, das Kinn auf die gefalteten Hände gestützt, in die zerfließende Ferne. Dec Wind war eingefchlafen. Die Grillen zirpten, aas dem Tal klang das Stimmengewirr der Arbeiter. Zuweilen trug der Luftzug verlorene Musik oder den Schrei eines Automobils ans Eggstetten herüber. Pvmetta stand dicht neben Agnes. Sie fühlte seine Nähe. Sie wußte, dah erste suchte, gab sich gar nicht Rechenschaft darüber, dah man sie allein gelassen hatte, spürte aber, dah er unruhiger war als sie und horte seinen raschen Atem gehen. Ein Gefühl der llebcrlegen- heil war in ihr, aber ein seltsames Flimmern ihrer Hautnerven jagte ihr kleine Schauer über den Leib, die sie bisher noch nicht gekannt hatte. Llnwillkürlich löste sie die Verschlingung ihrer Finger. Sie lieh nur die Linke unter ihrem Kinn ruhen und legte die Rechte nelen sich auf die raube, kühle Rinde deS Baumes. schen Bewegung in Albanien und der Ankündigung eines angeblich bevorstehenden Wechsels desRegierungssYstems inRumänien starke Beunruhigung geltend. Die vppvsitt mellen Führer Da v i do w i t s ch und K o r o s che tz richteten an den zur Zeit zum Sommeraufenthalt in Veldes weilenden König das telegraphische Ersuchen, das Parlament ehestens zu einer außerordentlichen Session einzubecusen, damit eine aus der Majorität gebildete Regierung die zur Sicherung der vitalen Interessen des Staates erforderliche Dlaßnahmen treffen könne. Die Außenpolitik der Schweiz. Bern 3. Juni. (Wolff.) 3m Nationalrat führte anläßlich der Erstattung des Geschäftsberichtes Bundeska nzler Motta aus, daß die Schaffung von Gesandtschaften in H o ll and und in den noidischen Staaten der während des Krieges erhobenen Forderung eines engeren Zusammenschlusses der Nationen entspräche und im 3nteresse aller Länder liege. Mll allen Ländern, ausgenommen Ru ßl and, unterhalte die Schweiz ausgezeichnete Beziehungen. Die einmütige Billigung der Haltung des Bundesrates in dec Frage der Genfer Zone sei sehr er-freulich. Der Redner hofft, daß in dieser Frage eine annehmbare Lösung gefunden weroen könne. Motta erklärte sich dann als Anhänger des Mits prechercechts des Volkes in auswärtigen Angelegenheiten. Der Zwischenfall an der italienisch-schweizer Grenze, der aufgeklärt fei, habe die Beziehungen zu Italien nicht beeinträchtigt. Auf Grund der Londoner Verhandlungen sei die Schweiz berechtigt, Truppen des Völkerbundes den Durchzug durch die Schweiz zu verweigern, und wenn die Neutralität der Schweiz irgendwie berührt würde, müsse diese Ablehnung unbedingt erfolgen. Dec Redner will diese Frage später eingehend erörtern. Auf eine Interpellation des f vzialistt- schen Abgeordneten Graber wegen der Gründung italienischer Fascistengcuppen m der Schweiz antwortet Motta, er müsse es ablehnen, über die inneren Verhältnisse Italiens und des Fasctsmus zu diskutieren. Die beiderseitigen Verhandlungen hätten den aufrichtigen Wunsch nach Aufrechterhaltung dec herzlichen Beziehungen ergeben. Solange die Fascistengruppen in der Schweiz sich nicht in andere Verhältnisse ein» mischten müsse man sie gewähren lassen. Die Erhaltung der 3talianitäi des Tessins liege ebensosehr im 3ntereffe der Schweiz wie in dem Italiens Kleine politische Nachrichten. Der neugewählte Reichstagspräsident Wallraf besuchte gestern den Reichspräsidenten, der außerdem das neue Präsidium des Reichstages, bestehend aus dem Präsidenten Wallraf und den Vizepräsidenten Dnttmann, Dell und Riesser, empfing. Im sächsischen Haushaltsausschuh wurde die Errichtung einer sächsischen Gesandtschaft in München beschlossen. * Das Oberste Landesgericht in München hat auf Beschwerde der Staatsanwaltschaft die B e» Währungsfrist des wegen Beihilfe zum Hochverrat zu einer Festungshaft von 1 Jahr 3 Monaten verurteilten Leutnant a. D. Heines, des Führers der nationalsozialistischen Rohbachgruppe, aufgehoben. Heines wurde in Haft genommen und in Landsberg eingeliefert. Wie Die Korrespondenz Hoffmann zu der Angelegenheit von unterrichteter Stelle erfährt, hat die Staatsanwaltschaft gegen eine Reihe weiterer Urteile, in denen Bewährungsfrist gewährt wurde, Beschwerde eingelegt. In mehreren Fällen wurde diesen Beschwerden stattgegeben. In einer Anzahl anderer Fälle wurde die Beschwerde der Staatsanwaltschaft abgelehnt. * In der Nacht vom Sonntag zum Montag wurde von unbekannten Tätern ein Drahtseil, das die 300 Meter langen Masten der Funken- station Königswusterhausen verbindet, durchschnitten. Die Kriminalpolizei ist mit der Ermittlung darüber beschäftigt, ob es sich nur um einen einfachen Metalldiebstahl oder um einen Sabotageversuch aus politischen Gründen handelt. * Die Vereinigung Kyffhäuserverband der Vereine deutscher Studenten ist von dec Desatzungsbehörde a u s g e l ö st worden, da sie eine Gefahr für die Sicherheit der Desatzungstruppen und die öffentliche Ordnung darstelle. So standen sie lange und wechselten kein Wort. Giovanni sah die Hand vor sich fest um den Stamm greifen. Das Muskelspiel lief den nackten Arm heraus und verlor sich in der sanften Schwellung des Oberarmes unter dem Tüll. Aber er verfolgte es, bis es am Kleidausschnitt in der stärkeren Aundung der Drust wieder sichtbar wurde. Er wollte sprechen, doch die Worte verloren Sinn und Zvxck, ehe sie über seine Lippen traten. Sv blieb er aus heftiger innerer Erregung stumm. Auch Agnes schwieg. Aber- eine große Erwartung lief durch ihr Blut und lieh ihre Gedanken nicht mehr zur Ruhe kommen. Lind doch sagte sie sich immer wieder: Jetzt ist et bei mir, jetzt vergißt er alles über mir, jetzt fjab’ ich Gewalt über ihn, jetzt gehört er mir. ilnb dann in wachsender', leidenschaftlich schwellender Erwartung die lauernde Frage: Wann beginnt er zu sprechen? Was wird er mir sagen? .Aber zugleich mit diesem grausamen Warten und Lauem lebte Gegensätzliches in ihr, weiches, hingehendes Verlangen, das sein erstes Liebeswört im voraus kostete und sich nach dem Aufgehen in der ersten .Umarmung sehnte. 2hc Gesicht war starr und blaß, eine Falte stand zwischen ihren Brauen, ein leidenschaftlicher Zug vertiefte die Winkel ihres Mundes. Da neigte Giovanni Pvmetta sich plötzlich langsam, wie von fremder Gewalt vornüberge- buckt, auf die Hand, die vor ihm auf dem Baum- ftainm lag, und druckte die Lippen auf ihre kühle, flimmernde Haut. Cs war kein Kuß, war ein Daran haften mit geschlossenem Mund. Liebe, De- mut, Keckheit und knabenhafte Scheu tagen in biefer stummen, zärtlichen Gebärde verstrickt. Aus Stabt unö Land. Gießen, den 4. Juni 1924. I/.II. VvnderLandes-Universi- tat Gießen. Der Oberarzt unserer Universitäts-Frauenklinik, Professor Dr. WilliSie- g e I, hat einen Ruf als Direktor der neuernd)* teten Hebammen-Lehranstalt und LandeS- Frauenklinik der Provinz Ostpreußen zu Insterburg erhalten und angenommen. ** Mißliche Zustände am Geldern» zahlungsschalter des Stadlpostamts werden in Zuschriften an uns aus den verschiedensten Dücgeckreisen gerügt. Die Beschwerden richten sich gegen die Art, wie an diesem Schalter nachmittags dec Dienst eingeteilt ist. Wer in vorgerückter Nachmittagsstunde eine Geldeinzahlung vornehmen will, kann sich da auf eine Wartezeit gefaßt machen, die oft mit einer halbem Stunde kurz bemessen ist, meist aber erheblich länger dauert. Dieser Uebelstand wird allgemein darauf zurückgeführt, daß von den drei Schaltern nur einer geöffnet ist, auch in der Hauptverkehrszeit. wo die Geschäftswelt ihre Einzahlungen erledigt und natürlich auch manche Privateinzahlungen vorgenommen werden sollen. Die Beschwerdeführer meinen, der Stein des Anstoßes könne doch glatt beseitigt werden wenn die Postverwaltung wenigstens in der Zeit des Haupt- andcangs alle drei Schalter, zum mindesten aber zwei öffnen würde. Wir finden dieses Verlangen nicht unbescheiden und meinen mit den Einsendern, daß es ohne besondere SchwieciglLjten erfüllt werden könnte, denn für den Geschäftsmann wie auch für jeden anderen Mitbürger gilt heute mehr denn je das Wort, daß Zeit Geld ist. •* Völligen Geschäftsschluh am Pfingst sarnstag kündigen die hiesigen Geldinstitute im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes an. < Von der Strecke Burg-Nieder» ® emün be n—Alsseld. Der Güterzug 8909 hat von Durg-Nieder°Gemünden bis Alsfeld Personenbeförderung erhalten; Burg-Nieder-Gemünden ab 6,25 älhr nachm., Alsfeld an 7,44 Llhr. ** Der Goldregen blüht! Man warne die Kinder, die gern die giftigen gelben Blüten in den Mund nehmen! fpd. Ein böser Präge fehler. Del der Prägung der neuen Dreimarkstücke in der toürt- tembergischen Münzwerkstätte hat sich ein außerordentlich peinlicher Prägefehler herausgestellt. Bei den rings um den Rand sich hinziehenden Worten „Einigkeit und Recht und Freiheit" hat sich das erste „und" etwas verschoben. So kommt es, daß man auf einem Teil des neuen Geldes die Worte zu lesen bekommt: „Einigkeit älnrecht und Freiheit", oder, wenn die überdruckten Münzstellen ganz unleserlich sind: „Einigkeit unecht und Freiheit". Da die Werkstätten den Fehler nicht bemerkten, sind diese Stücke, die die Münzsammler naturgemäß ganz besonders interessieren, bereits zur Ausgabe gelangt In Frankfurt tauchte vor allem das Dreimarkstück mit der letzteren Inschrift auf. Sammler boten für das Stück bereits 100 Goldmark. ** 3m Kunstwissenschaftlichen Institut der Universität wird diesen/ Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 4 biss 7 älhr die Ausstellung zur EntwicklungS-»! geschichte der Lithographie gezeigt. Es handelt sich um eine kleine Anzahl ausgewählter Stücke, die in erster Linie Lehrzwecken dienen, aber darüber hinaus auch dem Kunstfreund und Sammler Anregung bieten. Die Blätter toerben durch Führungen erläutert. (Siehe Anzeigenteil.) ** Dec Ober hessische Kun st verein hält, tote bereits angezeigt, Freitag, 6. Juni, nachm. 6 Uhr, feine diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung im Stadthause, Zimmer Nc. 6, ab. Die derzeitige Ausstellung graphischer Werke der Karlsruher Künstlerschaft bleibt noch während der beiden Psingstfeiertage geöffnet. Hiernach findet wieder ein Wechsel statt, bezüglich dessen weitere Bekanntmachung erfolgt. ’-lr; immun, — Ta g eskalender für Mittwoch Wartburg-Verein: 8 älhr im Iohannessaal Konzertabend. — Kath. Pfarrkirche: 8 älhr Vortrag des Iesuitenpaters Erich Przywara über „Der Gei stdes Katholizismus". — D. H. V.: 8^/2 älhr im Kaufm. Vereinshaus Monatsversammlung.— (Siebener Schwimmverein: 8V2 älhr bei Boller Monatsversammlung. — Rundfunkhaus: 4 bis 6 älhc älnterhaltungsmusik, IV2 älhr Vortrag, 8V2 älhr Trio-Abend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Zwei Menschen." Landkreis Gicfren. w. L i ch, 3. Juni. Samstag konzertierten In der hiesigen Kirche vier Hanauer Künstler. Die ii—iiiw y ni« —........ »iiiim Ein rasender Schauer stob unter der Berührung seiner Lippen den nackten Ann hinauf und überflutete ihren ganzen Leib, aber sie rührte kein Glied, starrte mit schwarzgewordenen, erweiterten Augen in die Ferne und fühlte, dah ihr alle Gedanken entglitten. Seine Hände umfaßten vorsichtig tastend den Ast, auf dem die Mädchenhand lastete. So stand er, ohne die Lippen von ihrem Ruheort zu lösen. Da stieß Ens einen leisen Seufzer aus und hob den Kopf. Ein zärtliches Licht trat in ihre Augen. Sie wandte sich halb nach ihm um, blickte versonnen, mit einem undeutbaren Lächeln auf ihn nieder, lieh die Rechte unter seinen heißer werdenden Lippen ruhen und strich ihm mit der Linken vorsichtig über das dichte Haar. Gleich darauf fühlte er, daß ihre Glieder sich strafften. Ec reckte sich, wollte sprechen, wollte sie umfangen, spürte, daß ihm jetzt die Worte, der Witte und dec Mut gehorchten und daß der Wunsch, sie zu besitzen, zum rüch'ichtslofen Begehren wurde, aber da war's zu spät. Sie hatte sich zurückgeworfen, sammelte die Glieder zur Abwehr und schritt, lief hastig an ihm vorbei dem S-chloh zu. Er atmete noch den Dust ihres Haares und den Wohlgeruch, der in ihren Kleidern nistete, als ihre Gestalt, von tausend Sonnenfringeln überspcüht, längst am Ausgang des Baumgartens verschwunden war. Dieser stummen Erllärung folgte keine Aussprache. Pometta wich Bantigers vorsichtigen Fragen aus und stürzte sich Äpfüber in die Arbeit, Ens begegnete Vvonnens neckenden Anspielun en mit beherrschtem Gesicht, und zog sich ganz 'in sich zurück. (Fortsetzruig fol-u/ 4650a m I H ir Wittioo-. ihanneSfaal Äon* 8 Uhr Dortrag Tara über.Der ^edammhmg.- Uhr bei Boiler bhinfbauS: 4 bd Uhr Dorirag, spielhaus, 2ah^ - Kunstveretn Jreiiafl, 6. O^ni, : oröAilliche Mülle, Zimmer Ur. 6, Mhilcher Derk üb! noch vähread nti Hiernach fin« Lglich dessen Id* . .’S. 'N1924, i>n. sjlft unb men. w am @tlx »dtp Mii. ^rtzr ne ßu-,k ^«enöera. erfüllt Ui ^" ®,e 9^ beute mehr J i|t» 'I^lud am M®en Geld- ^9en Tiai. IAs^ieberi r.%^9 8939 '^er-GrvM, “ an V*A Uhr. blüht! Mn lte g'ftiM mV men! icbler. Zri der 7*® der toilrt. L itch ein außer, a herauSgestült. hmziehenden mb Freiheit" hat ihvben. 6o kommt >es neuen Selbes Einigkeit Unrecht rrrdruckten Mnz, nigkeit unecht unb btt Fehler nicht - ,b>e Münzsamm« ^niereslimn, b> Frankfurt tauchte : der letzteren In. das 6tüd bereits fichaftlichen tat wird diesen reitag Dm 4 bis EnttvickümgA. ii-jt SshMdelt l cuiSgewählker t zwecken dienen, em Kunstfreund ten. Die Dlättn erlautett. 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Kreis Büdingen. )( O r t e n b e r g, 3. Juni. Gestern fand unter Leitung des Regierungsrats Dr. Andres die Abstimmung über die Feldbereini- g u n g in hiesiger Gemarkung statt. Die Versammlung verlief aus mancherlei Gründen teil» weise sehr stürmisch. Fast alle Anwesenden stimmten gegen die Feldbereinigung, da die Kosten zur Zeit nicht getragen werden können. Die Versammlung hätte zunächst gern einmal vor der Abstimmung einen aufklärenden Vortrag über die Durchführung der Feldbereinigung in un- unserer bergigen Gemarkung mit ihren vielen Hohlwegen, Gärten und Obstbaumstücken gehört. Ob Me gesetzlich nötige Zahl von Stimmen für eine Geldbereinigung aufgebracht ist, steht noch nicht fest. * 2lidda, 3. Juni. Am Montag nachmittag erschoß sich in nächster Rähe der Stadt ein seit über Jahresfrist aus dem besetzten Gebiet a u s - gewiesener Lokomotivführer, der in Ridda Dienst tat. Da ein spezieller Grund zu der Tat nicht vorlag, kann man nur annehmen, daß der Druck der allgemeinen Verhältnisse, unter dem der Verstorbene besonders schwer litt, ihn aus dem seelischen Gleichgewicht gebracht und ihn zu dem unglücklichen Entschluß veranlaßt hat. Starkenburg und Nheinhessen. Mainz, 3. Juni. (WTB.) Laut „Mainzer Anzeiger" brach gestern nacht gegen 11 »/a Büchertisch. , ~ Grundrißderallge meinen CD i r t- stund e 1. Teil. Einführung in bas - Alsleben der Gegenwart. Don Dr. Hein- r 1 v- DrZ)- Hon-Prof, an der Uni» ixrfilat Frankfurt a. M. (Vaud 13 der Hamburger Kaufmannsbücher.) Preis 5 Gm. 1924. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg 36 - Hier wird dr tn Mainz-Kostheim auf dem Anwesen der Firma Georg Hartmann-Scholl- maher, Sägewerk und Möbelfabrik,Grvh- feuer aus. Bei den reichen Borräten an brennbaren Stoffen nahm der Brand rasch gewaltige Dimensionen an. Dem Feuer fiel fast das ganze Holzmaterial, das Wohnhaus, das Kesselhaus, die Stallung und mehrere Schuppen zum Opfer. Das Feuer währte bis 2 Uhr. Aeber die Entstehungsursache ist noch nichts bekannt. • Worms, 2. Juni. Unter dem Titel ?? ® ® 9 3 Sr? J1 u n 9" erscheint hier leit Ende Mar ein Kopfblatt der in Mainz erscheinenden deutschnationalen „Mainzer Taaes- dettung“. a Hessen-Nassau. ][ Marburg, 3. Juni. Gestern beging der rm Alter von 75 Jahren stehende Pfarrer der katholischen Gemeinde, Herr Geistl. Rat, Dechant Dr. Konrad Weber, sein fünfzigstesPrie- st e r j u b i l ä u m. Der Jubilar, der vom Bischof von Fulda zum Ehrendomherr ernannt wurde etfreutc sich auch sonst zahlreicher Glückwünsche und Ehrungen. Bereits am Samstag veranstaltete der Gesellenverein eine Festvorstellung. Gestern fr-uh wurde er in feierlichem Zuge vom Pfarrhaus abgeholt und nach der Kirche geleitet, wo ein Festgottesdienst stattfand. Die Predigt hielt Studiendirektor Dr. W e b e r aus Amöneburg. Abends schloß sich in den Stadlsälen eine F>ier an bei der Landgerichtsrat Ruhl die Ansprache hielt und zahlreiche Vertreter der Behörden, Vereine und kath. Studenten ihre Glückwünsche darbrachten. Der Jubilar ist seit 42 Jahren in Marburg. (j Massen-Schühverkauf Emanue! & Co., Gießen Seltersweg 31 Verkauf an jedermann! Durchgehend geöffnet von 8 bis 6 Uhr! Seltersweg 31 Es ist eine Notwendigkeit jede Spargelegenheit zu benutzen. Wir bieten eine solche Ktassen-Schuhverkauf Emanuel L Co., Gießen Gi oßter Schuhverkauf in Gießen Keine Schaufenster! Seltersweg 31, gegenüber Nowack in außergewöhnlich großem Umfang da wir unsere Verkaufspreise rücksichtslos unter den Einkaufspreis gesetzt haben. Sie erwerben sich heute ifSerresTsSiofet RindbOX iviachay, einwandfreies Fabrikat...... Schnallen- und Spangenstiefel n Rindbox für ältere Herren.............. y Chevreau-Rahmenstiefel, LackkaPPe ......13.— Rindbox™ u. 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Juni 1924 zu Büdingen statt Mitteldeutsche Creditbank Filiale Gießen entgegengebrachte aufrichtige Teilnahme an- läßlich des Verlustes unseres unvergeßlichen eg Gatten, Vaters, Sohnes, Schwiegervaters, Großvaters, Schwagers und Onkels U Handels- und Gewerbebank e. G. m.b. H., Gießen Commerz- und Privat-Bank A.-G. Filiale Gießen Direction der Disconto-Gesellschaft Zweigstelle Gießen Unser aussergewöhnlich billiges Pfingst-Angebot Für die liebevolle Teilnahme sprechen wir dem Herrn Pfarrer, allen Freunden und Bekannten unseren herzlichsten Dank aus. 020684 Dietieftrauernden Hinterbliebenen. Voranschläge Kostenlos. 4649V Danksagung. Für die uns in so überreichem Maße Herrn Ferdinand Baer sagen wir herzlichen Dank. Die Hinterbliebenen. I. d. N.: Frau Tilly Baer geb. Rothschild. iiiHWIeol Tägl. frisch eintreff. Spargel Kopfsalat Gurken Neue Kartoffeln Apfelsinen Zitronen 020706 Saat-Niemand Mäusburg 17, Telephon 1486. 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Der überseeische Nachrichtendienst meldet: In dem kleinen Inselreiche Minorca, dem idyllischen Sitz eines ebenso kleinen aber charmanten Großherzogs Namens Ramon XXII. herrscht heillose Ver- wirrung! Die Welt durchschwirren die seltsamsten ßTl Gerüchte. Man spricht, daß der Großherzog j j I geflohen ist, anderen Meldungen | 1 j VJ ^z^ nach soll er gefangen, t ^z*^ Ein Los Heu und Grummet (630 qm), am Fürstenbrunnen, abzugeben. Schrtfil. Angeb. unter 020707 an den Gieh. Anz. Handwagen 8 bis 10 Ztr. Trägst preiswert zu verk. Gnanthatn 1 1L pie ___— gehängt gZ O TL V* sein. Besondere Beach- hing dürfte aber den Berichten tl (L* des bekannten Schweden Frank Heller | [r zuteil werden, nach denen Ramon nicht nur sich > ^^z*^ und seine Finanzen, sondern obendrein eine gewisse junge Dame — von altem russischen Adel — für die er sich scheinbar Kr. (50 ZWerter Blatt LMencron. Don Paul Wittkv. 3n diesen Lagen wäre Detlev v. ßilienccon 80 Hahre alt geworden. Das hat das Schicksal nicht gewollt. Dein, so abgeschmackt war es nicht, den gleichsam immer „unter Goldregen and Syringen" mit lieben kleinen Mädels durchs Leben handelnden weißhaarig und weltmüde und knie- schlackelnd werden zu lassen Darum holte ihn knapp jenseits der Höhe des Lebens der Tod, mit dem er nicht nur im 70/71er Feldzug so manche nahe Berührung gehabt, manches ergriffene und ergreifende Gespräch geführt hat. Darum ließ er ihn leben im Gedächtnis der Dachwelt nicht als einen lleberalterten, sondern als den bis zu seinem letzten Atemzuge prachtvoll jungfrischen Vollblutdichter als den allzeit abenteuernden, junggemuten Jäger, der eine von seiner Ration lange noch nicht genügend eingeheimste Deute Hinterließ, als den herrlichen „Heideprrnzen drr -Poesie", wie ihn Karl Henckell so hübsch genannt hat. Man erinnert sich seines Gedichtes an diesen auf dem jenseitigen Ufer sozialer Weltanschauung postierten Bruder im Apoll. (5hm träumt, sie beide stünden im Kampf sich gegenüber. Der ein; ficht für die Freiheit, der andere für fernen König. Mir prallten vor und trafen uns ins Herz. Als unser Blut nun rann in eins zusammen. Verlöhten wollenhoch zwei Dichterflammen, Mr prallten vor und trafen uns ins Herz. Doch eh das letzte Leben uns zerfloß Eh wir für immer voneinander schieden, Verzweigten unsere Hände sich zum Frieden, Eh noch das letzte Leben uns zerfloß Schafft Devisen aus deut- • sch em Grund und Boden. Don Oefrm Dmierat Dr. Franz Schiftan, M d.L. Beeid. lanötn. Sachvecst. am Kammergericht. Die Möglichkeit, künstlichen Dünger durch Hergabe von Wechseln zu erwerben, ist im wohlverstandenen Interesse des Einzelnen und der Allgemeinheit von der Landwirtschaft vielfach benutzt worden. Jetzt rerlautet ab:r aus dec Reichs- banf, daß die im Frühjahr gegebenen Wechsel im H.nbst unter al.en Umständen zurückgezahlt weiden müßten. Die rigorose Durchführung dieses Vorhabens würde die landwirtschaftlichen Er- rragsverhältnisse jn ihrem Lebensnerv treffen: denn die Ertragsmöglichleiten haben sich seit dem Frühjahr katastrophal verschlechtet: widrige Witter nngsverhältniffe, Unterbewertung der ländlichen Erzeugung, Teuerung der Bedarfsmittel der Landwirtschaft, harter Steuerdruck, K editverenge- iirng und nicht zuletzt ungeheuerlich» Kreditteuerung wirken, die Produktion hemmend, zusammen. Dir K r e ü i t v e r t e u e r u ng ist ja eine Folge der allgemeinen Verarmung: denn Geld ist eine Ware, die abhängig ist von Angebot und Rachftage. Die Folgen des Versailler Diktats «inö besonders des Rühreinbruchs wirken sich jetzt in der Praxis aus. Auch in dem Sachverständigen- Gutachten sehe ich für meine Person in bezug auf die Erleichterung des landwirtschaftlichen Kredites keine r Lichtblick. Die Schaffung der R e n t e n m a r k wurde ermöglicht burct). die Mobilisierung von 4 Pro^nt des Goldwertes des deutschen Grund und Bodens. An diesem Vorgang ist die Landwirtschaft tn ho- Hem Maße beteiligt. Die Landwirtschaft hat also ein Recht, au fordern, daß aus den von ihr anteilsmäßig durch Belastung ihres Grundeigentums geschaffenen Zahlungsmitteln ihr Kredit in für die Wirtschaft annähernd notwendiger Menge ämd zu einem tragbaren Zinsfuß zur Der- jfügung gestellt wird. Es ist volkswirtschaftlich klar, daiß ein Zinssatz nur dann tragbar ist, wenn er p einer Relation zum W i r t s ch a f t s p r o z e h einschließlich-, alle: auf ihm ruhenden Lasten steht, (Oft der Zinssatz zu hoch, wie es seit Monaten: «und täglich noch steigend der Fall ist, verringert sich zwangsläufig die Produktion der notwendigen Rährungsmillel im Inland. Diese Verringerung der deutschen Produktion geschieht aber zum geschäftlichen Segen des konsumierenden Auslandes, von dem wir dann Rahcungs- mittel gegen ter : Devisen kaufen müssen. Ich vertrc.e den Standpunkt: „Schafft Devisen aus deutsche Erde!" und zwar durch Pro- duktionsge Haltung, was natürlich mit Planwirtschaft und Zwangswirtschaft nicht das geringste zu tun hat. Rach den Mitteilungen, die die Rentenbank durch Geheimrat Kistler auf der Bremer Tagung gemacht hat, sind der Landwirtschaft 840 Millionen Rentenmari Kredit zur Verfügung gestellt worden. Davon hat die P reußenkasse 340 Millionen erhalten, 300 Millionen sind als Einzel- und Kollektiv--Kredite gegeben worden . ad 200 Millionen haben land- wirtschaftliche Industrie und der landwirtschaftliche Handel erhalten. Eingefchlofsen in diesen Kredit ist auch der an die Retchsge° treibe st elle. deren Leben hoffentlich bald abgelaufen ist, zumal auch überdies die Verwahrung des von ihr übernommenen Korngutes zu Beanstandungen Anlaß gibt. Ter Kredit von 840 Millionen an die Landwirtschaft ist viel zu gering, um die Betriebe überhaupt aufrechtzuerhalten. Der private Kredit bedingt heute soviel Zinsen. daß das dargeliehene Kapital sich in einem Hahr fast verdoppelt. Heutzutage wird natürlich jeder vernünftige Wirtschaftler nur Kredit in Anspruch, nMnen, um seinen Betrieb notdürftig in Gang zu halten. Wer Kredit zu Luxuszwecken in Anspruch nimmt, tst ein Schädling an der Allgemeinheit. An der Schaffung des notwendlgen Kredites für die Landwirtschaft zu einem erträglichen Zinsfuß 'fjat dir Dolksgesamtheit ein Lebens- interesse: denn es ist heute schon mit an Gewiß- hert grenzender Wahrscheinlichkeit festzustellen daß die E r n t e m i n d e r u n g im 3apre 1924 erheblich fern wird, nicht nur wegen der ungünstigen Witterung, sondern weil die Landwirtschaft in diesem Hahre schon nicht mehr in der Lage war, dem Boden zu geben, was er brauchte. Den Ausfall dieser landwirtschaftlichen Produktion bezahlt die Allgemeinheit. Aus Währungsgründen kann der Staat die Kreditdecke nicht verlängern. Gr muß aber mit den einzelnen Kreditsuchenden unmittelbar in Verbindung treten, wenn es auch für seine Zwischeninstanzen unbequem ist. Der Kreditzwischen- handel, vielfach die modernste Art von Wucher, muß nach Möglichkeit ausgeschaltet werden. Es muh aber auch als selbstverständlich angesehen werden, daß die Reichsbank und die Rentenbank die einmal hergegebenen Kredite in den Wirtschaften beläßt und daß eine Prolongation von Fall zu Fall stattfindet. Wie kommen wir aber' weiter? Mit Roggenrentenkrediten, ein Hilfsmittel der Inflationszeit, geht es heute bekanntlich nicht mehr. Dec vom Reichsernährungsminister Graf K a n i h empfvhlene Warrant-Verkehr, das ist Lombardierung von Lagerscheinen, wird von den Warengenossenschaften und Idem Handel immer schon geübt. Die Verpfändung dec an und für sich sehr schwer zu schätzenden Ernte auf dem Halm birgt Höchste Gefahr. Ich sehe ein Abhilfemittel in der Schaffung einer privatwirtschaftlichen Reichs - Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) NMWsch, 4. Ant 1924 Neue Stätte für Körperkultur in Gießen. Vom Verein für Bewegungsspiele wird uns geschrieben: Heder Mensch hat die Pflicht, so schön zu sein, wie er tannl Schönheit ist Gesundheit, Kraft und Gewandtheit. A:uß.re El gam ist nur eine Hülle, nicht die wahre Schönheit. Schön sind die Hellen uno Schlanken, voll von fröhlichem Lebenstrotz, d e Glieder und Brust von Kraft gespannt, von Weller und Evnne die glatte Haut gebräuntI Diesem Licht- freund wesensfremd ist der schwatzende Chor dec Halben, der Dicken und Satten. Herrliche Leuchtkraft der Gesundheit ist mehr wert, als die Kaufkraft des Geldes. Surdn (Gymnastik). Durch Kündigung seines bisherige n Sportplatzes auf dem Trieb ist der V e r e i n fürBe -- wegungsspiele vor die Rotwendigkit gestellt, sich eine neue Anlage zu schaff.n Die Stadt Gießen hat ihm zu diesem Zweck in ent- Fegenkommender Weise ein Stück Waldge - ände hinter dem Schützen haus zur Verfügung gestellt. In Erkenntnis der Bedeutung deS Sports für Volk und Vaterland und in der Liebe zur Sache hat der Verein es unternommen, an den Auf- und Ausbau dieses Geländes zu einer Sportplatzanlage zu gehen, die allein schon ihrer ßage wegen als ideal bezeichnet weiden kann. Hier sei die Gelegenheit zu dem Versuch ergriffen, das Interesse der Allgemeinheit auch auf den Sport und sein Ziel zu lenken. Daß die organisatorisch zusammengefahte Betreibung der Leibcsübung einen der wichtigsten Faktoren des Wiederaufstiegs Deutschlands bedeutet, ist außer' von ihren Anhängern selbst nur von wenigen erkannt. Der Spvrtgedanke ist, besonders auch in Gießen, zu wenig beachtet, und seine fruchtbare Arbeit sehr wenig oder gar nicht gewürdigt worden. Sv viele suchen das persönliche oder vaterländische Heil Deutschlands in der Erreichung ihres politischen Ziels. In all den unzählig vielen Reden all der unzählig vielen Parteien hat man aber bis heute noch kaum ein Wort davon vernommen, daß die eine oder die andere Partei die Interessen des Sports zu den ihrigen machen und den Gedanken des Sports und seine berechtigten Wünsche an maßgebender Stelle vertreten will. Alle haben sie bis heute scheinbar nicht erkannt, daß das physische Moment in diesem Gesundungsprvzeh unseres Volkes die größte Rolle spielt. Wollen wir aus der politischen S.llnkatmvsphäce, aus dem moralischen Sumpf und dem physischen Mas enelend» h.raus, dann muß dem Körper des einzcln.n Ind.v diums das zugesährt werden, was ihm durch verk hrte Erziehung, Wohnungselend und Uebecarbütunq vorenthallen wird Wir haben allen Grund jedes erreichbare und geeignete Mittel zu ergreisen. um die Folgen der engllichen Hungerblockade und des Versailler Vertrags im Keime zu e - sticken. Man schreibt und redet so viel über das Sinken des geistigen Riveaus dec Schulkinder über sittlichen Zerfall der Jugend und über moralische Korruption unter den Erwachsenen. Hier ist ein praktischer Wegweiser zur Teseung. Wir brauchen m e h r S 0 n n e für die gcbleichte Haut mehr sauerstoffreiche Luft für die gedrückte Lung^' mehr Licht für die matten Augen und mchr Bewegung für die erschlafften, blutleeren Muskcln- kurzum, wir brauchen mehr Ratur für die der Ratur entfremdeten Körper Der Gesundung des Geistes muß die Gesundung des Körpers Vvrangehm. Eine Disharm nie zwischen die en beiden wird immer von Schaden sein. „Rur in einem gesunden Körper ruht ein gesunder Geist." Das Volk der' Denier ist zum Volk der Laboranten geworden. Wir laborieren schon 6 Hahre an unserm Llnglück und kommen nicht zur erlösenden Tat. Weniger die Odyssee mit bebrlllten Augen gelesen, aber mehr spartanische Leibesübung mit deutschen Muskeln getrieben. Weniger in muffiger Wvhnungshöhle gesessen und trübe Betrachtungen angestellt, aber auf den Sportplatz und sich in der Allmacht Ratur die Lunge geweitet und das Gemüt erleichtert. Weniger in rauchigem Lokal bei Karte oder Billard, Politik ober Fachsimpelei den innern Menschen verblöden lassen, aber in friedlichen Wettkämpfen und Spielen die Herzklappen gekräftigt und die Muskeln gestrafft, dann wird auch der Horizont größer. Die äußere Erscheinung darf noch so chick und smart sein, das Mart in den Knochen und der Soft im Rerv, gepaart mit klarer Denk- traft, sind es, die ausschlaggebend sind im gegenwärtigen und bevorstehenden Daseinskampf Deutschlands, ganz gleich, ob dieser Kampf sich auf wirtschaftlichem oder militärischem Gebiet abwickelt. Lind deshalb nochmals, wir brauchen Luft, Licht, Sonne und Dewegungs- Möglichkeit. Der Verein für Bewegungsspiele bittet alle, je nach Möglichkeit und Mittel, bei der Errichtung der erwähnten Stätte für Körperkultur, die nach vorstehender Skizze im Dau begriffen ist, mitzuhelfen. Sie wird für jeden, der sich ernsthaft um die Erreichung des gemeinsamen Zieles bemüht, zugängig sein! agrar bank. Sie ist organisatorisch und wirt- schaftlich durch Zusammenfassung aller landwirtschaftlich interefsierten Organisationen des wirtschaftlichen Lebens möglich: Aufgabe dieser Bank würde werden, Hypotheken-, Inventar-, Waren-, Meliorationskredite heranzuziehen und zu verteilen. Ein solches Unternehmen ist nach, meiner Meinung durchaus geeignet, das Vertrauen der ausländischen Kreditgeber — denn auf diese kommt es ja heute leider vor allem an — zu schaffen. Ausländischer Hhpothekarkrodit würde zu erreichen fein, wenn das Reich auf die Eintragung von Vorhypotheken verzichtet. Es macht den Eindruck, als ob die Privatwirtschaft dem Ausland ein besserer Garant erscheint als die Staatswirtschaft. Ein weiterer Weg, um der dringenden Kce- oitnot zu steuern, geh! über die große Zahl voa Versicherungsgesellschaften: Feuer- Lebens-, Haftpflicht-, llnfallre.sicherungen und selbstverständlich auch der Reichsversicherungsan' stall für Angestellte. Rachdem jetzt wieder Gold markversicherungen abgeschlossen werden, die deutsche Währung stabilisiert ist, werdeir diese Versicherungen für Hypothetenhergabe Gelder sreibe- ko mm en. Die Gelder müssen g'eichmäßin -"en ländlichen und städtischen Grundbesitz in Hypotheken» form zugeführt werven. Es i|t zu wun^e.i, oaß das Acichsaufsichtsamt für Prioatversicherungen sich dieser Llmlage besonders zuwendet. Hedrr Duloaukcatismus bei der Begebung dieser Hy- pothcken ist zu vernreiden: denn es handelt sich hier um Hilfe in höchste Rot Auch den landwilllschafllichen Pächtern ist ihre schwere Lage zu erleichtern. Ihr gesamtes Inventar ist überwiegend dem Verpächter verhaftet. Es ist nach meiner Meinung an der Zeit, em M 0 b i l i a r - P f a n d r e ch't zu schassen, wie es heute schon tn der Schweiz besteht. Dieses Pfandrecht müßte den gesetzlichen Pfandrecht des Verpächters vocangehen, aber zum Schuhe bei Verpächters mit der Maßgabe, daß eine Höchstgrenze der Belastung vorgeschrieben wird. Die Grundlage der Existenzmöglichkeit jedes Deutschen £ann aber nur gewährleistet werden in der Schaffung von Devisen aus deutschem Grund und Boden. Wirtschaft. Zur Laqe des Kapitalmarktes. 2n den letzten Tagen hat sich auf dem Ra* — in der Hauptsache allerdings nur für Dörsengeld — eine gewisse Erleichterung her- ausgestellt. Diese ist daraus zurück uführen, daß viele Devisen, Dollarschatzanwll.ungen, Gvldan- leihen usw. zum Verkauf gelangten und daß infolgedessen dem Geldmarkt nicht unerhebl che Kapitalien zuströmten. Auch d.e Erh.chmg der Repartierungssätze am Devisenmarkt hat zur Erleichterung beigetragen, da bisher die 'Levi enanmel- dungen in vollem Umfange gedeckt fein mußten: das dafür benötigte Kapital ist aber jetzt frei geworden, weil die Zuteilung jetzt schnell in vollem ilmfange erfolgt. Ferner hat die Ausdehnung der Steuereingänge durch Kommunal- un) Re chs- stellung zur Entspannung geführt. Dec Streik im Ruhrbergbau, dec die Auszahlung der recht beträchtlichen Lvhngelder in Wegfall kommen ließ, hat auch erleichternd gewirkt. Schließlich hat dazu noch beigetragen die Herabsetzung der Mindestbeträge auf Reichsbankgirokonto von 1C00 Mk. auf 100 Mk., die allein schätzungsweise 35—40 Goldmillionen frei gemacht hat. Bei Prüfung aller dieser Momente findet man jedoch daß sie hauptsächlich mir börsentechnischer Art sind, die zum guten Teil schon bald in Wegfall kommen werden. Im Grunde genommen hat sich an der deutschen Kapitalnot nichts geändert. Sie wird zum mindesten nicht leichter werden, da die Reichsbank mit ihrer Politik der Kreüitverkürzung unbedingt fortfahren muß. Auch an eine „kleine Inflation" zur Behebung der Kapitalnot ist nach bestimmten amtlichen Erklärungen nicht zu denken; außerdem ist in beinahe alle Kreise die Erkenntnis ge- drungen, daß eine neue Inflation zur Bekämpfung der Rachwirkungen der alten Inflation das ungeeignetste Mittel dirstellt. Schon 'V ist bet Geldmittelumlauf mit 3,7 G-oldmilkiarden gegen- über 5,6 Goldmilliarden in der Vorkriegszeit reichlich hvch, da außer den deutschen Zahlungsmitteln noch diele Devisen im Inland umlaufen und da der Rückgang der Produktion und die Verringerung des deutschen Reichsgebietes eine Einschränkung gegenüber, dem Vorkriegsstand um rund 40 Prozent als gerechtfertigt erscheinen läßt. Wenn trotz dieser hohen Ziffer die Geld- und Kapitalnvt in Deutschland so hoch ist, dann rührt diese Erscheinung nur daher, daß der Handel einen viel zu großen llmfang angenommen hat und dadurch viel Geld festhält, und daß viele Bargeld besitzen — um nicht in Verlegenheit im Falle der Richtrückzahlung ausgeliehener Telräge zu kommen — ihre Kapitalien festlegen lassen. Die hauptsächlichste Eicklärungsursache für die Kapitalnot liegt aber darin, daß bis vor kurzem noch das Bestreben vorherrschte, verkaufte Sub- ianz möglichst sofort wieder in neuen Waren oder in sonstigen „Sachwerten" anzulegen. Durch diese Geldanlagepolitik muhte ein Mangel an Kapital, namentlich an Betriebskapital, entstehen Wir haben jetzt einen lleberfluß an immobilen Prvduktionsanlagen, die vielfach infolge ihrer großen Ausdehnung niemals produktiv werden arbeiten können, aber einen bedenklichen Mangel an flüssigem Kapital. Prozeß der Bildung von Betriebskapital wird sich in der nächsten Zukunft so abspielen müssen, daß neue Sachwerte sz. B. Waren» und Fabrikneuanlagen nur noch in dem geringftnötigen -ScftcfÄee/tQB t Da haben wir den ganzen Drauf- und Dran- Detlev und zugleich den ritterlichen Foeiherrn ohne Furcht und Tadel, der in einer Zeit der Demokratie seinem König die Treue bis zum Tode 'fwlt. aber im politischen Gegner den Menschen achtet, den Gharakter und den Eigenwert. In einem Briefe schreibt er einmal: „Ob Katholik, ob Protestant, ob Jude — wenn man nur so lebt' wie das Gewissen vorfchreibt! Was soll demx dieser entsetzliche Religionsstreit--1 Schon daß unsere kleine Erde, dieses Pünktchen im Weltall, der bevorzugte Stern fern soll — ach, es ist alles anders!" Alle Spaltung, alle Abtrünmgkeit innerhalb des Volksganzen war ihm Irrweg, Irrglaube. Die Hauptsache war ihm: wahres Menschentum Edelmenschentum, innerer Adel. Den alten Kaiser verehrte er mit Inbrunst und immer war er geneigt, Großes zu bewundern. Edelmann, Eigen'herr, Mäzen hätte er fein mögen — and fühlte sich doch umengt, nicht nur weil er fein Lebtag „fa Göld" hatte, sondern auch, weil rings sich spießige Tugendsäure breitete und weil man ju seiner Zeit hohle lächerliche Göhenanbetung, trieb, bombastischem Schein huldigte unö mit unbegründetem Hubel umtanzte. Aus dieser Enge, diesen protzig aufgeputzten Alltäglichkeiten freien ihn seine Hymnen auf die llngebunden- heiten des Lebens fälschte er für die Offfentlich-- keit sein Konterfei um zu einem seinen Trieben! untertanen, oberflächlichen „Bruder Lüderlich". llnd war doch im Grunde wie die schönsten Gedichte seiner gequälten Seele und dir Briefe, die sie erböh.en, zeigen von schamhafter Zartheit des Gefühls. In einem feiner Briese häßt es: „Glückliche Gesichter, glückliche Menschen macken: und nicht immer fragen: ist er auch meiner Hilfe würdig? Wäre ich denn einer Hilfe würdig im umgekehrten Falle?" Lind in einem anderen: „Rützen — soll eigentlich unser Ziel fein und man kann das glaube ich, auch, im Soldatenstande — aber je mehr ich darüber nachdenke, desto düsterer und verwirrter werden meine Gedanken". Soldat. Offensivmensch ist er bis zu seinem letzten Atemzuge geblieben. Wie Kleist sank auch diesem Sänger tränend die Leier aus den Händen, ehe dec große Krieg kam, dem er Hahczehnte lang seine Arane entgegengestreckt (jat. „Meinem Vater lande, wenn es unter tausend Wunden stöhnen würde wie ein gebunden Tier, durch kühne Wagnisse Stützen zu geben, der Wunsch hat mich nie verlassen!", schreibt er einmal. Da er einmal, „unter einer Buche" ruhend, über Gott und Welt Und Leben und Tvd sinnt, kommt er zu dev Einsicht: Haß aber, Reid und Mißgunst Sind unausrottbare Raubtiere! Und bis ans Ende der Dinge Wird unter uns Menschen auf Erden Das Kriegsbeil Richt vergraben werden. Das humane Getue aller Freunde eines ewigen Friedens findet er absurd. Im Kriegshandwerk sieht er en.e notwendige Tugend des wahren Bürgers und DvUsgenvssen. Keineswegs ist er indes blind für die Sch ecken und Abicheulich- feitert des Krieges, für Brutalitäten, Verwilderungen und Zerstörungen in dessen Gefolge. Im Gegenteil! SchmerKcrstickten Herzerrs und fruchten 2ü»4Ls malt er in Gedichten wie in den „Kriegs- { Novellen" den Krieg in seiner ganzen verderbenbringenden Widera-ärtigkeit, die uns in rasende Verzweiflung wirft. Doch nichts weniger war Liliencron als sich zergrübelnder Trübsalbläser. Seit im Hahre 1884 des 40jährigen erstes schmales Lyrikbändchen unter dem wunderlichen Titel „Adjutantencittc und andere Gedichte" erschienen waren, dichtete es in ihm aus dem Leben aus der Ratur heraus, v e r - dichteten sich in ihm Leben unö Ratur zu Gedichten. die noch heute taufrisch, sonnig und blutvoll sind wie an ihrem ersten Tag. llnd es war ihm, dem noch heute zu llnrecht viel Derlästecten, Das edelste Wort. Selbstzucht: -Und um das gewaltige Wort Stick' ich den Stachelll:anz: Tod aller Weichlichkeit. Ueber mich aber komme die Kraft GotteS , Den ich suche, Seit ich denken kann. Die Kraft Gottes, die der Mensch Liliencron vergeblich suchte ward toirlfam in seiner Dichtung, lodert leuchtend aus feinen Liedern. »Daß du gesegnet seist, mein Vaterland! Wie bin ich stolz, ein Deutscher zu sein!" So nef ec einst. O txrh die Zeit bald komme, da wir Datschen wieder allesamt den gleichen inbrünstigen Ausruf auf den Lippen und in den Herzen haben könneni f Lehrauss Bin an c Reparal billig ai Qeöffne An den Tanz-1 Wolfstra 4,13 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt M. a. Sommersprossen Haltung des Weltmarktes schreckte die Käufer für Getreide und Futterartikel weiter ab. Das über- 4 6,63 7,37 8,13 22,50 4,9 2,2 14,5 2,3 11 13,25 9,5 9,5 9,9 10,13 1 2,2 6,5 8,37 7,5 10,9 30,25 39,6 20,75 4,65 9,76 12,76 44,75 48,25 54 8 12,37 5,87 11,25 25 21,75 35,1 2,1 2 14 0,5 13,76 1 2,1 4,9 6, 2,66 2,4 48,5 10,5 13 45,5 48,1 57 8 12,6 6,13 12,75 26 22,25 -6,5 Banknoten. (Ohne Gewähr.) 7 e 0,600 8,65 13 1,5 0,4125 0,350 JUL 11,2 13,5 1.1 9,25 10 10 6,4 10/7 13,4 7,85 11 4,5 32,5 0,4 0,975 45,5 9,5 12,2 44,13 47.37 64,5 7,1 12 5.3 11,6 24,1 21 35,5 10,1 13,75 46,75 48 57 8 14 5,5 12,25 26,4 24,25 36,5 1,3 22,75 4,9 3.75 6,63 7,6 0,490 8,37 13 1,5 0,410 0,340 14,13 1.4 9,8 10,30 10,4 6,6 11.5 13,1 7,75 11,5 4,2 34,5 42 1,45 2,6 2 14,6 0,5 12,5 1 2,1 6,1 6,5 3,9 2,5 ... ?rf 7,4 7,4 7,9 8,6 1,65 0,425 Jetzt fjt es Zeit, Sommersprossen, Ctberfkde, oefbt Flecke tm Gesicht und an den Händen zu betätigen durch Bleichen mii Morokrem und Morvseife. Unschädlich und seit Jahren bewährt. Mit genauer An- Weisung in allen Llilorodonl-BertaufssteUen zu hoben. Märkte. Berliner Produktenbörse. Berlin, 3. Juni. (Wolff.) Die matte frankfurter Armaturen ... Konservenfabrik Braun . . . Metallaesellschaft Frankfurt. Bet. Union Schuhfabrik Herz . Eichel.............. Zellstoff Waldbof Zuckerfabrik Frankenthal . . 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Elektrijitätr-Gesellschaft Bergmann........... Mainkraftwerke Stuckert............ Siemens . Budapest. . 12,33 4,61 12,245 4,59 12,305 4,61 voll voll voll voll Buen.-Aire4 1565 3,01 1,875 1,355 1,36. S.01 voll voll Bulgarien. 2,59 1,665 2,99 voll «oll Japan .. . 1,665 1,67. voll voll SKio v« Ian. 0,415 0,425 1,115 1,425 voll voll Belgrad . 6,09 5,11 12.03 5.09 6,11 voll voll Lissabon - 11,97 11,97 12,03 voll voll Berlin. 3. Juni Geld Brief Schweizer Noten.......... 7 ,17 7 ,55 Französische Noten ....... Dänische Noten .......... 21,35 70,22 21.45 70 58 Schwedische Noten ........ 110’ 7 110*8 Äniinnhiimr’ Noten........ 165,86 156*64 Dcutsch-Ocsterrcich, ä 100 Kronen 6'83 5*87 Ameriianische Noten....... 4,13 4 21 Englische Noten.......... Italienische Noten......... 18,0 18,10 18*13 93^frtifffi#* tl?at(*n .......... 18,5 llnnnHfrfir ......... 4 01 Tlschechnslownlische Noten..... 12,12 Norwegische Noten........ 56*96 56^24 VRiitnniiifffiP Mußten. ........ 1,87 Spanische Noten........ • 66.56 66*.84 A furöasechte PÄCKCHEN 8 PFCi. F)» Oetlff-r'«; 2uta‘«n; 25° ß ungesalzene Butter jjr. kjetKer s oanaione.- Mjrgorinet 250 B zucket, 125 g pPeizentnehL 125 ß Dr. Oetker’s Gustin, 44iicr, 1 Teelöffel voll von Dr. Oetker". Vanillin• Zucket, 1 Messerspitze voll von Dr. Oetker’» Backpulver „Backln“. etwa» erwärmt und schaumig gerührt. Dann gibt man Zucker und Vanillin »Zucker hinzu. Hierauf ein Ei und etwas von der Mehlmischung. Ist dieses gut verrührte wieder ein Ei und etwas von der Mehlmischung, bis die Eier und das Mehl verJ braucht sind. Die Masse wird in eine mit Butter ausgestrichene Form gegeben un/, Flasch. LOO-* mit Steuer und Glas. Nur kurzes persönliches Gastspiel. Ferner: Gobseck Dramatisches Filmspiel in 6 Akten nach der gleichnamigen Novelle von Honord de Balzac. Hauptrollen: Otto Gebühr, Ernst Hofmann, Evi Eva, Lissi Lind, Hermann Picha, Henry Bender. Frau Ormed. Marx Westanlage 1 Zigarrenhaus Herbert, Gießen Kfläushurg 1 Knorrs Hundekuchen per Ztr. Mk. 19.—, 1 Pfund 20 Pf. Knorrs Welpenfutter 10 Pfund Mk. 2.10, 1 Pfund 22 Pf. Knorr’sGefliigelbackfutter 10 Pfund Mk. 2.10, 1 Pfund 22 Pf. la. Hirse, geschält 1 Pfund 20 Pfennig Hirse, ungeschält 1 Pfund 15 Pfennig Meerzwiebeln bestes und sicherstes Mittel zum Vertilgen von Ratten und Mäusen, unschädlich für Menschen und Haustiere 1 Pfund 50 Pfennig Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Alleinvertretung für die Kreise Gießen .0 und Wetzlar: / Fritz A. Nennstiel X„, Fachgeschäft für den gesamten Bureaubedarf ---- Reparaturen — werden am Platze schnellstens durch fachmännisch geschultes Personal ausgeführt 4178D Kunslseide in allen Ifcttten Neu eingetroffen: Braune Damen-, Herr.-u. 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Eintritt 20 Pfennig. ^äusburg Diamant 23 „ Tabake in großer Auswahl, Vs Paket von 40 Pf, Zigaretten von 11/2 Pf. an sowie alle führenden Marken Heute letzter Tag: Der wundervolle Roman von Richard Voß Zwei Menschen In der Hauptrolle der neue Filmstern: Gräfin Agnes Esterhazy Herrliche Aufnahmen aus den Dolomiten. Dazu: Passaoierverkelir mH Zeppelin-Riesenwasserllugzeunen Ab morgen Donnerstag: Das persönliche Doppelgastspiel des Künstlerpaares Grete Drittln Alfons Fix Onppelfalz-Ziepel hervorragende Qualität prompt lieferbar. C.Rübsamen.zernspr.ltzgy Tiersckau io Breitete! (Kreis Biedenkopf). Am Dienstag, dem 10. Juni (3. Pfingst. feiertag) findet in Breidenbach eine Tierschau , verbunden mit Zuchtvieh, Versteigerung statt. Jur Ausstellung gelangen: Rindvieh, Schweine, Schafe, Ziegen ».Geflügel Die Eröffnung der Schau erfolgt um 9 Uhr vormittags. Don 9 Uhr ab beginnt das Preisrichten Die prämiierten Tiere werden um 117, Uhr vorgeführt. 3m Anschluß daran von 12—1 Uhr ist Versteigerung und Verkauf von Zuchtvieh. Während des Preisrichtens findet Konzert auf dem Ausstellungsplatze statt. Sämtliche Züchter, 3nteressenten und Freunde der Tierzucht sind zu der Veranstaltung freundlichst eingeladen. 4gleD Der Ausstellungsausschutz, hans-paasche-ham Otto Jakobi 020698 nur Mchelwlatz 10 nur SWenolah io Tornister neu mit TMiemen Brotbeutel (neu, MrikanW Rcin-Alnmininm-Wmiteennsriisiiiüg Hordentöpfe (2 Men,3 (tojj.) Normale Fußbekleidung Korbwaren, Korbmöbel ^beackten Sie unser r?entter^: Bekanntmachung. Der von dem Gemeinderat durchberatene Voranschlag der Gemeinde Klein-Linden ür Rj. 1924 liegt vom 5. Juni 1924 ab eine Woche lang auf unserem Bureau zur Einsicht der Interessenten offen. Einwendungen dagegen können schriftlich oder mündlich während dieser Zeit vorgebracht werden. Zu der beschlossenen Umlage haben auch die Ausmärker beizuttagen. Klein-Linden, den 2. Juni 1924. Hessische Bürgermeisterei. Rosinen,,, $funb. Sultaninen Korinlta Mandeln n,unb Zucker Wft.... Zucker leln Zocker Kaiser Auszui-Melil 5-Pfnnd-Beutel. . Biund . . Margarine lifunb. Margarheöi. Knknslßft ^M»nd- Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Lollar für das Rj. 1924 liegt vom 6. Juni 1924 ab eine Woche lang auf dem Amtszimmer der unterzeichneten Bürgermeisterei offen Während dieser Zeit können Einwendungen dagegen schriftlich oder zu Protokoll vorgebracht werden. (Es ist die Erhebung einer Umlage vorgesehen, zu der auch die Ausmärker beizuttagen haben. Lollar, den 3. Juni 1924. 4634D Bürgermeisterei; Schmidt. Bekanntmachung. Der durchberatene Voranschlag der Ge. meinde Rüddingshaufen für Rj. 1924 liegt vom 4.-10. lfd. Mts. zur Einsicht der In- tereffenten auf unserem Bureau offen. Es ist die Erhebung einer Umlage befchloffen, zu der auch die Ausmärker beizuttagen haben. Rüddingshaufen, den 2. Juni 1924. Bürgermeisterei Rüddingshaufen. Müßig. 4603V prima Ware Serie 112,00 Serie II 13,50 mit 2 Kragen Krogee alle Formen CUPREX uimuuiuuiiuuiiuiiiiiiimi Größe 36 4.90, bequeme Form Zwischensohle Wir bitten um Besichtigung unserer Fenster. Vorteile für Wiederverkäufer! Gießen, Bahnhofstraße 58 Fulda, Marktstraße 17 4614a Pfingsten 1924 onfnmoeiein Wo oid M 4613 D SM« FiirPflngsten empfehlen wir 4610c 4610' '/.Lit. Vorzüglicher Bowlen-Wein usw. usw. vayvvoM 26, CuOmlgftL 20, Valllorm. 24. Zconksutter Str 8g. 4606a Bahnhofstraße 14 Größtes Spezialgeschäft für moderne, solide Korbmöbel, Korbwaren und Bast-Teppiche Unsere verehr!. Mitglieder sollten, bevor sie ihren Bedarf decken, im eigenen Geschäft Umschau halten! 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