Dienstag, 4. März 1924 i?4. Jahrgang Erstes Blatt Dnnadme von Snzelgin für di« Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Dreiie örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Ne- Klame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfennig, Plotzvorfchrift 20" „ Auf- chlag. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton: )r.Friedr.Wilh Lange; ür den übrigen Teil: Ernst Blumschein;fürden Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gieren. M.54 Erscheint tägttch, außer Bonn; und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GiehenerFamilienblälter wonalr.veznorvreir: 2 G^ldmark u. 20 Gold- imig für Trägerlohn, oi * jei Nichterscheinen v?" -r izelnen Nummern ir*t höherer Gewalt, ftcca prech-Anschlüsse: fr Vie Schristleitung 112t für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten. SnzeigerSiebe«. Postscheckkonto: Krankfurt a. M. H6S6. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen trtftftmbDtTlefl: vrvhl'lche Unioerfitäts-Budi« und Steinisntdcrei U. Eanie In Gietz-n. Schristleilnn, und 6efd)5ftsftele: SchnMntzi 7. Der Hitlerprozeß. München, 3. März. (WTB.) In der heu- ttgenDvcmittagssitzung teilt (Zustizvat Kohl zunächst die Vorschriften der alten königlich baheri- scheu Armee über den Wassengeb rauch mit. SVnnach sei in erster Linie von der blanken Waffe Gebrauch zu machen, und erst, wenn sich diese als unzulänglich erweise, zur Schuhwaffe überzugehen. Diese Vorschrift sei im vorliegenden Falle nicht angewandt worden. Man müsse gewußt haben, dah der Zug keinen Angriff beabsichtigte. und es fei kein Zweifel, dah das Blut- vergießen am Odeon platz auf die Herren Kahr, Lossow und Seiher falle. Er sei der Ansicht, dah die Staatsanwaltschaft die sofortige Verhaftung der Herren veranlassen müsse. Darauf wird in die Vernehmung des Angeklagten Leutnants der Infanterie Robert Wagner eingetreten. Ende September wurde er in die Infanterieschule nach München kommandiert. Die Reichswehr habe eine nationale Erhebung von Bayern aus immer erwartet, und darum sehe man im Rorden auf die bayerische Reichswehr immer mit einem gewissen Rewe. Eie schien uns getragen zu sein von der nationalen und monarchistischen Idee. Don irgendeiner Deemflussung der Schüler -er Infanterieschule im Sinne der völkischen Bewegung oder gar im Sinne einer Gehvr- samsverwrlgerung den Vorgesetzten gegenüber sei keine Rede gewesen. Anfangs Rovernber war dann die Infanterieschule unruhig geworden, weil auf die Tat Lossows nichts erfolgte. L)ssow beauftragte dann Leopold, uns einen schriftlichen Befehl vorzulegen, wonach der Sag der Wiedereinführung einer schwarz-weiß-roten Kokarde bevorstünde. Der Ange klagte Betont, daß Lossow diesen Befehl hinter dem Rücken des Kornman- d e a r s der Kriegsschule, General Tischvwitz, gegeben habe. In der Parade am 4. Rovernber, die vor dem Armeemuseum abgehalten wurde, erblickten wir nur die letzte Heerschau des Generals Lossow vor der Tat. Der Staatsanwalt beantragt nunmehr Au s- schloß der Oeffen tlichkeit für die wri- teren Ausführungen, da diese mit der Reichswehr zusammen hingen. Das Gericht schließt sich dem Antrag an. Rach Wiederherstellung der Oeffent- lichkeit erklärt Wagner, die Lieberzeugung gewonnen zu haben, daß Kahr und Lossow hinter der Sache ständen. Er wollte auch keine Aende- rung der D rsaFung, sondern nur die Entfernung mißliebiger Personen. Weiter gibt der Angeklagte zu, den Zug durch die Stadt mit ungeladenem Gewehr mitgemacht zu haben. Es war unbedingt Die Auffassung seiner Anhänger, Daß Kahr und Lossow mitmachen würden. Auf eine Frage der Verteidiger erklärt dann Wagner zusarnmenfassend, d.nß die StammoFiziere der Infanterieschule bei dem Marsche nach dem Dürgwbräukeller mit ganzem Herzen bei der Sache waren. Irgend ein 'Befehl zum Abrücken oder dizubleiben fei von einem Vorgesetzten nicht gegeben worden In der Aachmittagssitzung begrüßte Iusttz- rat Kohl die Mitteilung des Staatsanwalts, wegen des eingeleiteten Strafverfahrens über die Vorgänge am Odeonsplah und drückte die Hoffnung aus, daß dasselbe schnellstens zu Ende geführt wird und daß es, wenn notig, -ur Verhaftung der Herren Kahr, Lossow, Seißer und Godin führen werde. Des weiteren beantragte Justiz rat Kohl die Vernehmung sämtlicher Mitglieder des Mini- fteriums Knilling einschließlich des ehemaligen Landwirtschaftsministers W u z l h o s e r. des Geheimrats Dr. Held und des Forstrats Escher ich. r ,r Der Vorsitzende verliest sodann ein Schreiben des Offiziers der Landespolizri von Haunschilü, in welchem dieser feststellt, daß von dem Panzer- Qutv der Landespvlizei am 9. Rovernber nicht ein Schuß abgegeben wurde. Die hieraus erfolgte Vernehmung des Stiefsohns des Generals Ludendorff, Oberleutnant a. D. P e r n e t, war in zwei Minuten erledigt. An der Versammlung des 8. Rovernber nahm er teil, ohne zu wissen, daß dabei etwas unter- ntmmen werden solle. Von den Ereignissen im Dürgerbräukeller fei er völlig überrascht wurden. Er habe dann mit Scheubner-Richt-er auf dessen Aufforderung feinen Stiefvater, General Ludendvrf f geholt und auf Befehl Hitlers auch die Quittungen zur Reguifition der 14 630 Billionen bei Parcus unterschnebon. Er, Pernet, habe sich- gedacht, daß die Sach tegaf fei. Oberamlmann Dr. Frick wird hierauf als letzter Angeklagter vernommen. Er gccht bei seinen Ausführungen davon aus, daß er sich nie in seinem Lebe r von marxistischen, pazifisti ch.m od r demokraiisbs i Gedanken habe leiten lassan. Er sei von P 5 h n e r Mitte Mai zum Leiter der politischen Abteilung der Polizeidirektivn e uanint worden, trobei er insbesondere dicz Reichswehr, d e Polizel- wehr und Einwohnwwehr Fe inen gemixt habe. Im Jahre 1920 s ci er auch Kahr besonders nahe getreten. Schwer enttäuscht habe ihn Dr. Kahr in der Einwohnerwehr frage. Eine wertere Enttäuschung sei dann bar kläglich? Abgang Kahrs tm S.'pt.mber 1921 ge.vese^r. Für Pöhner fei es nach dies' n Vorg.'in7en unmöglich re'-ceen, weiterhin die Leitung der Poli-.eidirektMN innezuhaben. E..de 1921 habe F ick dann um anderweitige Verwendung e.ete.t. „Wir erkarmtm," so erklärte Prittf, „daß die natio- nals ozial istis che Bewegung ge-Agret war, Der britisch-französische Briefwechsel. Die Stellungnahme der Presse in Paris und London. London, 3. März. (Wolsf.) Die Presse beurteilt den gestern veröffentlichten Schriftwechsel zwischen Macdonald und Poincare, der im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses steht, wohlwollend, iebody mit einer gewissen Zurückhaltung. Einige Blätter- heben hervor, daß Pvincarös Darstellung der französischen Politik anfechtbar ist. Der diplomatische Berichterstatter des konservativen „Daily Telegraph" schreibt: Der Standpunkt Poincares bleibe im wesentlichen der bisherige. Wenn Poincare behaupte, Frankreich habe nie den Rhein als Grenze betrachtet, so fei man geneigt, ihn auf den mit dem zaristischen Rußland 1916 abgeschlossenen Eeheimvertrag zu tertoeifen. Was die Friedenskonferenz von 1919 und die darauffolgenden Ereignisse betreffe, so fei zu unterscheiden zwischen der tatsächlichen Annexion durch Frankreich und der Schaffung neutraler Pufferstaaten auf Dem linken Dyemufer unter französischem Schutz. Die Hauptstelle in Poincares Schreiben fei jedoch die, in der er mit der gewohnten Entschiedenheit erklärt, das Druckmittel der Ruhrbesetzung werde aufhören an dem Tage, an dem Deutsch- land feine Schulden bezahle. Die Besetzung des Rheinlandes werde ein Ende nehmen, wenn die im Vertrag niedergelegten Bedingungen erfüllt und die Sicherheit verbürgt sei. Die für die Räumung des Rheinlandes festgesetzte 15jährige Periode habe demnach sagt der Berichterstatter, noch nicht zu laufen begonnen, selbst wenn dem so wäre, würde Frankreich nach der französischen Auslegung des Friedens- vertrages es nicht räumen, ehe nicht die G a ra n° tien für seine Sicherheit, die nicht notwendigerweise im Vertrage enthalten seien, erzielt seien. Die liberal^ „Daily Re ws" sagen: Es sei flater denn je geworden, daß die Frage der Sicherheit der spring-ende Punkt bei den kommenden Verhandlungen sein werde. — Der konservative „Daily Expreß" schreibt, Poin- care werde es möglicherweise schwierig finden, vielleicht sogar unmöglich, sich aus dem Ruhrgebiet zurüchuziehcn. Vielleicht werde ein anderer tun, waS Poin- care nicht tun könne, um Frankreich aus dem politischen und fman?hllen Sumpf, in den es geraten fei, herauszuziehen. Inzwischen fei nun eine große Veränderung in England eingetreten, die die Beziehungen zu Frankreich tief berühre. Da 1 dwin habe in seinen Erörterungen mit Poincars an einer fast verhängnisvollen Schwäche gelitten, da ein wichtiger Teil seiner Anhänger den französischen Standpunkt gegen seinen eigenen unterstützte. Macdonald dagegen habe seine eigene Partei, die liberale Partei und einen wachsenden Teil der konservativen Partei hinter sich. Er,vertrete die vorwiegende Mehrheit seiner L a n d s 1 e u t e. Er fei stark, wo sein Vorgänger schwach gewesen fei. — Lloyd Georges Sprachrohr, der „Daily Chronicse", erlTärt, der Schriftwechsel gebe AuLsich en auf ®rge'ni,fe. Poincares Antwort fei taktvoll und vielleicht dis versöhnlichste Dokument, dessen man sich von ihm erinnern könne. Das Blatt weist aber gegenüber der Behauptung Poincares, daß er keine Annexionen beabsichtige, auf die französischen Versuche zur Schaffung der „Rheinlandrepublik' und der „Autonomen Pfalz" unter der französischen Regierung und der Kontrolle gedungener Deutscher hin. — Die frankophilen Hetzblätter „Daily Mail und „Morning Post" sind von dem Schrift« wechsel sehr befriedigt. Das erstere Blatt bringt die üblichen Ausfälle gegen das „unversöhnliche militaristische Deutschland', das zweite betont, daß der Schriftwechsel kein Zeichen irgendeines Wunsches auf feiten Macdonalds offenbare, den Versailler Vertrag zu revidieren oder irgendeines Argwohns auf feiten Poincares, daß er dem b ririschen Premierminister i. gwidwelcho derartigen unstaatsrnännischcn Vorschläge zutraue. — Die "Time s" schreibt, während Macdonald sein Verfahren, eine „Atmosphäre des Vertrauens" in Frankreich zu schaffen, verfolge, habe der Rücktritt des belgischen Kabinetts einen neuen gefährlicheren Faktor in die europäische politische Lage gebracht. Belgien könne von neuem feine Unabhängigkeit geltend machen, und indem es dies tue, dem notleidenden Europa einen besonderen Dienst leisten. Auch in Paris wird der Briefwechsel der beiden Premierminister lebhaft kommentiert. Das „Journal des Debats" schreibt: Macdonald sage mit Recht, die Sicherheitsfrage sei kein rein französisches, sondern ein europäisches Problem. Aber davon fei niemand fester überzeugt als die Franzosen. Leider bitten die Engländer die in diesem Sommer von Frankreich getroffenen Maßnahmen als strafbare Handlungen betrachtet, als ob sie gerade die Interessen in Frage stellten, die sie zu beschützen hätten. Sie hätten sich — das fei ein seltsames Phänomen — ebenso erregt wie die Deutschen. Man könne London vielleicht beweisen, daß das französische Volk und die französische Regierung keinerlei kontinentale Suprematie anstrebe und daß sie glücklich wäre, wenn mgung der Landesbehörden bemerkte Kahr, er habe schon einen Funkspruch an alle Behörden des Landes erfassen. Hinsichtlich der Nation an die Bevölkerung erklärte Kah^ das habe bereits Hitler übernommen. Rach dem Ein- treffen in der Polizeidirektion seien verschiedene Rachiichten aus dem Lande gekommen, die ihn, Frick, stutzig machten Ein Versuch, mit Lossow und Seißer in Verbindung zu kommen, sei mißlungen. Er habe dann ersucht, die inzwischen gemeldeten Zerstörungen in der „Münchener Post" sofort cinzustellen. Rach 3 älhr morgens sei er zu einer Besprechung zu Oberst Danzer gebe‘en worden, der ihn im Ramen der verfassungsmäßigen Regierung für verhaftet erklärt habe. Rach Erklärung des Obersten Danzer habe Kultusminister Dr. Ma 11 die verfassungsmäßige Regierung bar- geftellt. Aus verschiedene Fragen von feiten deH Vorsitzenden versichert Frick, keine Kenntnis davon gehabt zu haben, daß er Polizeipräsident werden sollte. Auch das Stichwort „Glücklich entbunden" sei nicht an ihn gekommen. Weiter führte der Angeklagte aus, daß er erst am 20. Dezember erfahren habe, was er begangen haben soll. ES fei zwecklos gewesen, mit einer Hundertschaft ci zugr isen, da diese viel zu schwach war. Frick bebivLet, von den ganzen Vorgängen Kenntnis gehabt zu haben. Er bemerkte, daß er das Ab- rircken der Infanterieschule vor dem Regierungsgebäude veranlaßt habe. Hätte Kahr in der Besprechung um 12 älhr nur eine Andeutung gemacht, dann wäre das älnglück vom 9. Ro- vernber an diesem Zeitpunkt noch zu verhindern gewesen. Er habe sich jedenfalls Feine älnter- lassungssünde zuschulden kommen,lassen. — Die Vernehmung der Angeklagten ist damit beendet. Cin neues Kabinett Theunis? B r ü s s e l. 3. März. (Havas). Der K 5n i g hat heute bormittag den jurücEgetretenen Minister- Präsidenten Theunis empfangen. In politischen Kreisen wird allgemein angenommen, daß der König aufs neue in Theunis gedrungen fei, me Reu bildung des Kabinetts zu übernehmen. Falls Theunis angesichts der auf allen Seiten herrschenden älnsicherlieit nachgivt, wird er voraussichtlich eine Art Geschäfts ml nist e r i u m mit einer beschränkten Zahl von Portefeuilles bilden. Dieses Kabinett würde es sich zur Aufgabe machen, das Budget zur Annahme zu bringen, die Fincmzen zu sanieren und die Reparationssrage zu regeln Die belgische Krise. Der zurücktretende belgische Ministerpräsidenl Theunis soll, als er nach Ablehnung des belgisch-französischen Handelsvertrages die Kammer verließ, geäußert haben: In Berlin wird man jetzt illuminieren! In Berlin hat man keine Lampions angezüntet. Im Gegenteil, man hatte ja gerade den Keinen Verdruß über Ramsay Macdonald, der über die Rede seines Innenministers Henderson die Revision des Versailler Vertrages desavouierte. Aber eine gewisse Genugtuung empfindet man in ganz Deutschland doch, wenn die Pariser Presse den belgischen Kabinettsturz als ein älnglück für Frankreich bezeichnet. Denn das ist er auf jeden Fall. Was wcllte Frankreich mit dem Wirtschaftsabkommen, das die belgische Kammer mit 95 gegen 79 Stimmen abgelehnt hat? Es wollte seine belgischen Freunde für den wirtschaftlichen Rückschlag entschädigen, den diese durch das Fiasko der Rich.besetzung erlitten haben Belgiens wirtschaftlicher Aufstieg nach dem Kriege — im Gegensatz zu Frankreich — war eine allgemein anerkannte Tatsache. Wenn auch die Brüsseler Staatsmänner unter der Last der finanziellen Sorgen seufzen (32 Milliarden Franken Staatsschulden stehen heute den 5 Milliarden vor dem Kriege gegenüber), so besitzt Belgien doch in seinen Kolonien, vor allem im Kongo, reiche Hilfsquellen, die ihm die Abtragung seiner Schulden wesentlich erleichtern. falls die Prioritätsrechte an der Reparation infolge des Moratoriums, das Deutschland er- b~lt, vorläufig in den Kamin geschrieben fein sollten, älnd vor allem: Das belgische Volk hat mit ganzer Kraft d^n Wiederaufbau des Staates in die Hand genommen. Die belgische Arbeiterschaft gibt gewissen anderen Ländern ein leuchtendes Beispiel von Fleiß und Einsicht in wirtschaftliche Notwendigkeiten. Alles ging gut, da kam Poincaräs Ruhraktivn, und Belgien mußte mit in diesen neuen Krieg ziehen. Rur eine der traurigen Folgen dieses Wahnsinns: Der belgische Exporthandel über Antwerpen, der für das Land eine überragende Rolle fhiett ging infolge der Ruhrbesetzung von Monat zu Monat stärker zurück. In Paris wollte man den Belgiern diesen Rachteil ausreden. „Wir wollen euch davor behüten, von deutschen Waren übersch'wemmt zu werden," wurde die Parole. Um ' dies zu erreichen, offerierte Poineare eine enge Zo11union, die den Belgiern in Wahrheit nur neue Rachteile, die meisten Vorteile abev der französischen Wirtschift bringen sollte. Aber die Volksvertreter in Brüssel rochen den Braten Zwar war die Opposition in der belgischen Kammer zum ®ntgeg-nfommen bereit. Man wollte dic Einfuhr französischer Weine und Seiden freigeben und auch sonst den Franzosen Vorzugstarife einrätimen. Aber zu einer vollständigen Ocffnung der Grenzen woll.e sich weder die belgische Sozialdemokratie noch die 13 Abgeordnete starke Gruppe der flämischen Katholiken verstehen. So fehlten schließlich der Regiermng im entscheidenden Llugenblick neun Stimmen zur Mehrheit. Theunis, der den Franzosen mit den belgischen Liberalen und den nationalistischen Fvanzöslingen zusammen so tapfer die Stange gehalten hat, muhte gehen. Wer wird sein Rachfolger? Die einen sagen: Ja spar, der bisherige 2luhenminister. Er gilt als Vertreter der englandfreundlichen Richtung In Belgien. Er ist der Vater des belgisch-englischen Dündnllses, das den Franzosen von jeher ein Dom im Auge war. Ihm sagt ja auch jetzt die Pariser Presse nach daß er das unpopuläre Wirtschaftsabkommen mit Frankreich benutzt habe, um der von Theunis vertretenen Frankreich- freundlichen Richtung einen entscheidenden Schlag zu versehen. Iasvar war eS ja auch der in den lebten Jahren seinen Standpunkt in der Ruhr- und Repavationsfrage nicht unwesentlich geändert und sich aus einem erbitterten Gegner Deutschlands zu einem eiwaS einsichtigeren Politiker der Entente entwickelt hatte. Wenn aber Iaspar Außenminister bleibt? Für diesen Fall werden zwei andere Kandidaten genannt. Entweder van der Velde, der Sozialist oder Franz van Gauwelaert. der Führer der flämischen Katholiken. Das wären allo die Häupter der Opposition, die den französisch-belgischen Wirtschaftsvertrag zu Fall gebracht hat. Aber dies«: Opposition die sich aus den Flügelparteien der Kammer zusannnensetzt, ist nicht imstande, von stch aus ein Mehrheitskabinett zu bilden. Die Losung der Krise bringen — ähnlich wie in Deutschland — wahrscheinlich erst Reuwahlen. Die Neichstagskrise. Berlin, 3. März. (Priv.-Tel.) Heute nachmittag empfing der R e i ch s k a n z l e r die Führer der sozialdemokralischen Partei. Herrn. Müller und Breit scheid, um mit ihnen über die parlamentarische Lage, insbesondere über die Frage der Reichstac^auflösung zu sprechen. Durch die Besprechung ist irgendeine Veränderung nicht eingetreten. Die Besprechung zwischen dem Reichskanzler und den sozialdemokra ischen Führern wird auch nicht weiterg^ührt werden. Von beiden Seiten ist der bekannte sich entgegenstehende Standpunkt festgehalten worden. Dagegen wird der Reichskanzler feine Besprechungen mit den Mrt- telparteien fortsetzen. Die Großdresdener Sozialdemokratie nahm eine Entschließung an, welche Sie Politik der sozialdemokratische i Reichstagsfraktion I tadelt. Zum Spitzenkandidaten für die Reichstag Zwahl für Ostfachfep wurde der frühere Kultus- I Minister Fleißner gewählt. Ferner wurden Rüglands neue Währung. Moskau, 3. März. (Rufs. Telegr.°Agtt.) Die neuen Silbermünzen, die wertbeständigen Staatskassenfcheure unb die Preissenkungen werden von allen Schichten der Bevölkerung freudig begrübt. Die Regierung konzentriert auf die »Durchführung der Finanzrefvrm ihre ganze Energie. Sie hält diese Reform nicht für ehre lediglich technische und finanzielle Aufgabe, sondern für etne Aufgabe von polittscher Bedeutung. Die mit der Finanzreform verbundenen Maßnahmen werden mit besonderer Schnelligkeit und Entschlossenheit durchgeführt Heute wurden in diesem Zusammenhang vier Beiordnungen erlassen. Die erste Verordnung orbnct die Llnrstrllmrg aller Verträge, Tarife usw. f auf Gsldvaluta ner, Spöhrer- Darmstadt, schenk e dem Kreisd'rttn Gießen eine prachtvolle Tischstandarte in den Farben des Regiments und mit dessen Ramenszug. Den Abschluß des Festes bildete eine zu Herzen gehende Gedenkfeier zu Ehren ber Gefallener. Anschließend fand eine Sammlung für den Gedenkstein statt, der in der Garnison Darmstadt errichtet werden soll * S^rnpfBen. — Tageskalenber für Dienstag: Stadttheater: 7 Ahr „Katja, die Tänzerin". — Familienabenb der Lukasg?meinde: 8 älhr im Lukassaale Vorttag von Geh. Oberkonsistorialrat und Filigranarbeiten herstellten, bie in ber Hauptstraße von China down in den Basaren verkauft wurden. Aber diese solide Teestube war nur ber Vorhang vor schlimmeren Dingen. Die gelben unb wtthen Gäste Tschung Fus konsumierten nicht nur den buftigon Trank ber Pekkoblüle. Sie huldigten auch, dem Genüsse des Opiums. Diesem Zweck, dienten die hinteren Räume des Tee Hauses. (Sine kaum sichtbare Tür an der Wand der Teestube. . .- Ein (langer, winkliger Gang . . . Ein Vorhang . . . Roch einmal ein Stück Gang . . . Ein zweiter Vorhang, unb man war in dem Raum, in welchem Tschung Fu fernen Gästen, aber nrr wohlci 'g führten und unr ex,ingt zude lässigen Gästen, das verbotene Rarkotikum verabreichte. Ein großer, nur durch künstliche Beleuchtung erhellter Raum. An den Wänden kleine, durch Vorhänge vcr'chlleßba'.e Rischen. 3m Raume selbst noch zahle.ich jc-e niedrigen, weichgep)lster° tert Lager, auf denen bie Op'rumraucher den Genuß ihres Rausches mit gelösten Gliedern auskosten konnten. 3n den Vorhängen, im H)lztoerk der Wände, ja im ganzen Raume haftete unvertilgbar der süßliche, für den Angewohnten widerliche Dust des kalten Oprmnrauches. Es war um die dritte Rachmittagssttinde. Schon hatte das Likal Tschung Fus reichlichen Zuspruch gehabt. Alle Rischen des hinte-en Raumes waren be'egt, alle Polster und Kissen im Raume selbst besetzt. Gelbe unb auch einzelne Weiße la-en h er. Die meisten bereits im tiefen Rausch. Rur einige wenige noch fähig, die Pfeife zum Mund zu führen ... die letzten Züge zu hm, bie sie in das Land glücklicher Träum» brtit- Petersen „Die Pflege des religiösen unb kirchlichen Lebens". — Ast s dem Stabttheaterbureau wirb uns geschrieben: Um aus dem Heilern Gebiete etwas Ansprechendes zu bringen, hat die Direktion aus der Fülle ber meist allzusehr auf sog großstädtischen Geschmack eingestellten Reuheiten den sattrischen Schwank von Karl Strecker ^D as Krokodil" gewählt. Das lustige Werk hat bereits in einer Anzahl von Städten großen Heiterkeitserfolg erzielt, der ihm auch hier bei ber außerordentlich sorgfältigen Verteilung unter OEar Feigels Spielleitung beschieden fein dürfte. — Die Vortrags-Vereinigung wird morgen. Mittwoch, einen Lichtbildervortrag veranstalten. Zahlreiche Austiahrnen aus dem an Ra- turschönheiten reichen Rothenburg, das man mit Recht die „Vergißmeinnichtstadt" nennt wird ber Rebner im Laufe seines Vortrages zeigen können. (Siehe heutige Anzeige.) — Ober hessische Gesellschaft für Äatur- und Heilkunde. Rächsten Donnerstag abend Vorträge von Prof. Cermak und Prof. Erhard. (Siehe Anzeige.) — T. V. 1 84 6. Rächsten Donnerstag abend Vorttag in ber Turnhalle. (Siehe Anzeige.) — D. H. D. Morgen abend Monatsversamm- Tung. (Siehe Anzeige.) — Radklub Germania. Morge»-abend auherord. Generalversammlung. (Siehe Anzeige. Landkreis Gietzen. h. Lollar, 3. März. Die Einführung der z e h n st ü n d i g e A r b e i t s z e i t rst feit der vorigen Woche auf ber hiesigen Buberusschen Main-Weser Hütte ohne Schwierigkeit und reibungslos burchgeführt worden. Leider findet bis jetzt nur eine beschränkte Zahl Arbeiter auf dem Werke Beschäftigung, unb die Arbeitslosigkeit bringt dauernd vielen Familien Sorgen. h. Daubringen, 2. Mär-z. Die m ber hiesigen Kleinkinderschule statt gehabte Generalversammlung des Vereins Kinderfreund ergab nach dem Jahresberichte die erfreuliche Tatsache, daß das gemeinnützige Werk (Erhaltung ber Anstatt) dank ber verständnisvollen Unterstützung ber Mitglieder, der Gemeinde unb mancher Gönner (Firma Scheidhauer u. Gießing, Mainzlar, Reichsdirektion Frankfurt a. M. Staat, Auslandshilfe) als gesichert gelten kann. Der seitherige Dorstand wurde emftimmig wiederge- wählt. Leider ist das durch amerikanische Freunde im vorigen Jahr dem Verein zugewendäe Kapital infolge der Inflation wertlos geworden Bürgermeister Preis dankte zum Schiuß im Ramen ber Gemeinde dem Vorstände für seine Geschäftsführung und insbesondere dem Rechner Wilhelm A l ba ch für seine Mühewaltung. f. Altenborf a. d. Lda., 3 März. Gestern abend hiett Heinz Wendel im Auftrage ber LigazumSchuheber deutschen Kultur in gutbesuchter Versammlung einen Vorttag übet das Thema »Auf dem Wege zum nächsten Krieg?" Der Redner, dessen Ausführungen mit Z.ateresse verfolgt wurden, zeigte, daß die Wahrscheinlichkeit eines künftigen Krieges zwischen Frantteich unb England sehr groß ist unb betonte, daß dann das Schicksal des Ruhrgebietes endgültig besiegelt werde. Die Möglichkeit, bei diesem Konflikt auch ein Wort mttreben zu können, biete sich für uns nur bann, wenn bas deutsche Volk im Innern endlich zur Einigkeit gelange unb das Q^terland über die Partei- unb Standesinteresien sk. Reis kirchen, 3. März. Gestern fand im Gundrumschen Saale dahier eine Volks- kundgebung für die deutsche Pfalz unb das deu tsche R Hein land statt. Ansprachen unb Vorträge wiesen auf bie Bedeutung des Tages hin. Dazwischen wechselten Darbietungen einer Musikkapelle, des Gesangvereins unb einer Schulklasse. Btt ber heute erfolgten Gelbsammlung kamen nahezu 200 Goldmart zusammen. * Göbelnrod, 2. März. In dem Bericht über bie Fahnenweihe des Gesangvereins Eintracht (im „Gieß. Anz." vom Samstag) muß ber Rame des Gründers richtig heißen: Lehrer Koch-Rödgen, ferner ber des jetzigen Dirigenten Moebus (nicht Meber)- Reiskirchen. ri Lich, 3. März. Aus ber zur Zeit benutzten Abteilung unseres Friedhofs ist bald kein Platz mehr. Deshalb sollen im Frühjahr bie nordwestlich von der Friedhofskapelle liegenden ältesten Kindergräber zur Benutzung für Reihengräber hergerichtet werden. — Die Drennholzversteigerungen in den hiesigen, weit ausgedehnten Waldungen ziehen stets viele Kauflustige von auswärts, besonders aus ber holzarmen Wetterauorten zwischen hier und Butzbach, an. Die ftarfe Nachfrage nach Holz bewirkt hohe Preise. Da eine Zuweisung von Holz an die hiesigen Einwohner diesmal nicht beabsichtigt ist, soll am nächsten Freitag durch eine nur für Licher bestimmte Holzversteigerung der Bevöllerung Gelegenheit gegeben werden, sich mit dem nötigen Brennstoff zu versorgen. — Durch eine reiche Sendung von Dollars unb gen sollten. Tschung Fu war zufrieden. Jede hier gerauchte Pfeife brachte ihm ein blankes Goldstück bon den bewährten alten Gästen . . . diel größere Beträge von denen, bie zum ersten Male kamen, die erst ebn geführt wurden ober sich selbst einfuhren wollten. Hetzt begleitete der Wirt bienemb und kriechend Collin Cameron und dessen Begleiter, cht gelbschwarzes Halbblut, in den Raum. „Es tut mir sehr leid, Mr. Cameron . . 4 alle Kojen sind besetzt . . .“ C-vllin Cameron blieb zögernd mitten im Baume stehen. Ein halbnnterdrückter Fluch kam über seine Lipden. Sein Blick glitt über die Gäste, die hier als die willenlosen Sklaven einer Droge und einer Leidenschaft auf den Kissen lagen. «... Verdammtes Pack! . . . Versoffenes Lumpengesindel . . .“ Er machte eine Bewegung, als ob er den nächsten mit einem Fußtritt von seinem Lager hinabschleudern wollte. Der Wirt deutete einladend auf einen unbesetzten Tisch in ber Mitte des Raumes. Collin Cameron fragte: „Wer ist h'er?" „Rur alte Bekannte! Sichere Leute . . . Sie schlafen alle. Sind im siebenten Paradiese. Man formte sie chrnausttagen, ohne daß fix? es merken." Roch einmal ein kurzes ileberleqen. Dann ließ sich Collin Cameron an dem Mittel tisch nieder und lud seinen Begleiter durch eins Handbe- toegung ein, das gleiche zu tun. Der Wirt brachte ihnen selbst ban frischen See. Dann zog er sich scheu zurück. (Fortsetzung folgt) ßeben«mttteln vvn der lutherischen Kirche von Nordamerika konnte hier einer Reihe von notleidenden Einzelpersonen und Familien eine Freude gemacht werden. • O der- Bessingen, 3. März. 3n dem Dafaltbruch der Detonbaugesell- schaftGiehenzu Ober-Bessingen, in dem ungefähr 70 Arbeiter beschäftigt sind, wurde mit dem heutigen Lage der Betrieb wieder ausgenommen. Wenn auch der Arbeiterschaft er- vffnel wurde, daß der Auftragsbestand einstweilen nur ganz unzureichend ist, um eine durchgehende Desc^fkigung zu gewährleisten, so ist es doch im Snteresse der hiesigen Arbeiterschaft zu begrüben, dah nach der langen Winterpause nunmehr mit der Arbeit wieder begonnen wird. Dem Vernehmen nach soll auch in dem Basaltbruch der Detonbaugesellschaft Gießen in Ettingshaufe n in den nächsten Tagen die Wiederaufnahme des Betriebes erfolgen. :/: LItphe, 3. März. Gestern abend veranstaltete der hiesige Gesangverein „Loreley" einen Llnierhaltungsabend. 3m Mittelpunkt stand die Aufführung zweier Theaterstücke, die beide recht auf die Zeitverhältnisse eingestellt waren. Das erste war ein Fremdenlegionärs- schickfal, das letztere, ein Singspiel, verherrlichte die stärkende Einigkeit, die gerade heute so nottut. Der Abend darf in allen Teilen als wohl gelungen bezeichnet werden. =.= Wahenbvr n-S teinberg, 3. Mgrz. Gestern hielt der hiesige Kirchenchor seinen ersten LInterhaltungsabend im Saale „■3ur Krone" ab. Es wechselten Chvrgesänge mit Klavier- und Waldhornvorträgen. Man war dem Chor für feine Darbietmrgen recht dankbar. Kreis Friedberg. vch Butzbach 3. März. Während schon am Samstag Schülerinnen der Real- und der Stadtschule im Rahmen des Pfalz- und Rheintages Haussammlungen Vornahmen, die ein recht befriedigendes Resultat erzielten, fand am Sonntag nachmittag eine Kundgebung in der Turnhalle statt. Dr. Wämser trug einen erhebenden Prolog vor, der die Treue zum deutschen Rhein versicherte und Fräulein D ü r ck hob dies nochmals in einer Dichtung hervor. Die Ansprache des aus Mainz unter groben Schwierigkeiten seinerzeit geflüchteten Herrn M a l ch u s, der die ungeheuren Leiden der Rheinländer in ergreifender Weise schilderte war von prächtigen Gesängen des Real- und Stadtschülerchors und Dichtungen in Pfä^er Mundart, ernster und heiterer Art, die Studiendirektor B i n z e l und Schülerinnen und Schüler der Realschule in schöner Weife vortrugen, umrahmt. Zu einer STktschliebung, die den Rhein-, Ruhr- und Pfalz- bewehnern unser« unwandelbare Liebe und Treue versicherte, gaben allen Anwesenden zugleich mit dem Gesang des Deutschlandliedes, auch mit der Schluststrophe: „Deutschland, Deutschland über alles und hn Unglück nun erst recht!" ihre begeisterte Zustimmung. Am Abend fand dann die gröbere Veranstaltung statt. 3n einer prächtigen Dichtung, die Hofrat S t e i n g oe t ter - Dietzen zum Verfasser hat, legte Dr. Wämser unser Treug löbrris zur Pfalz, zum deutschen Rhein ab. Herr Malchus hielt für den verhinderten Oberbürgermeister von Recklinghausen die Ansprache. Die Rede war von erhebenden Chören unserer beiden Männerchöre »Eintracht" und „Orpheus", sowie humorvollen Dichtungen in Pfälzer Mundart umrahmt. Auch jetzt wieder wurde kmrch eine Gntschliehung unsere unverbrüchliche Treue zum deutschen Rhein und seinen wackeren Anwohnern gelobt. Wettervoraussage Zeitweise aufklävend, etwas kälter, meist trocken. Vermischtes. Der Winter im hohen Schwarzwald. Freiburg t Dr., 3. März. (WTB.) Die vergangenen zwei Tage, insbesondere der Samstag, haben auf dem Hochschwarzwald buherordentlich starke Schneefälle gebracht, die insbesondere auf der Hollentalbahn Freiburg—Donaueschingen derart stark waren, datz ein mit drei Lokomotiven gefahrener Per- svnenzug am Samstag im Schnee stecken blieb und erst nach stundenlanger Arbeit von mehreren Hundert Bewohnern der benachbarten Orte frei gemacht werden konnte. Die Fahrgäste verschiedener Züge mutzten in den Wartesälen der einzelnen Stationen unfreiwilligen Rachtaufenthalt nehmen. Wo liegt El Dorado? Das Dorado oder, wie wir unter Wiederholung des spanischen Artikels fälschlich sagen, das El Dorado, ist für uns sprichwörtlich geworden mit einem Land von märchenhaftem Reichtum. Hat es aber je ein solches Reich gegeben und woher kommt der Rame? Ein Sprachgelehrter, der dieser Frage nachgegangen ist, kommt za dem merkwürdigen Ergebnis, datz El Dorado nicht der Rame einer Stadt oder eines Landes, sondern arfprünglich der Beiname eines Menschen war. 3m Ze trauer Der Gntveckrngten. atr man zuerst die amerikanischen Goldländer kennen lernte, tauchte die Kunde vvn „Goldstädten" allenthalben auf, und man möchte glauben, die Spanier oder Portugiesen hätten einer Stadt den Ramen El Dorado gegeben, sowie sie die Hauptstädte der neuen Länder Buenos Aires, Santiago, Los Angeles usw. nannten. Ein solcher Rame für eine Stadt ist aber nirgends überliefert. Der einzige Hinweis auf die Bezeichnung findet sich in der Geschichte des Leutnants des grotzen Pizarro O r e I l a n a. Dieser glaubte, ein Goldland zwischen dem Orinoeo und dem Amazonenstrvm, entdeckt zu haben, aber seine Hoffnungen erwiesen sich als falsch, und in der Wut über diesen Fehlschlag seiner Pläne rächte er sich an dem Herrscher des Landes, indem er seinen Körper mit Oel einfetten und dann in Goldstaub rollen lieh. Der also mihhandelte König wurde dann von den Eroberern zum Spott El Dorado, der vergoldete Mann, genannt. Ob die Geschichte, die Orellana erzählt, wahr ist oder nicht, bleibt zweifelhaft, jedenfalls blieb von diesem Abenteuer die Bezeichnung Gl Dorado übrig, die dann sehr-im Gegensatz zu dem eigentlichen Anlah auf Gvldländer angewendet wurde. Büchertisch. 3m Verlag Spaeth u. Linde, Berlin C 2 sind erschienen „Die S teue r n wtVerordnungen" vom 7. und 19. Dezember 1923 mit umfassender Einführung von Rechtsanwalt Dr. Koppe-Berlin. Der Zweck der Steuernotver- vrdnungen besteht in der Rotwendigkeit, dem Reiche schnellstens greifbare Mittel zu schaffen, um die Währungsreform zu stützen, um das zu erreichen, war zweierlei nötig: wertbeständige Steuern und vereinfachtes Verfahren. 3n allgemeinverständlicher Weise führt das Buch in diese Gesehesmaterie ein und macht sich durch die übersichtliche und klare Anordnung des Stoffes für den Steuerpflichtigen unentbehrlich. — „Die Lage im Orient" behandelt der ausgezeichnete Kenner der Verhältnisse Mb recht Wirth in der soeben erschienenen Rr. 4120 der Leipziger „3 llustrierten Zeitung" (3- 3. Weber). Aus dem übrigen 3nhalt des Heftes ist besonders erwähnenswert ein Aufsatz über die Zweite Deutsche jagdausstelümg in Berlin, sowie ein Artikel über die Goethe-Ausstellung in Kopenhagen. Die merkwürdige Erscheinung des „Albinismus", des Mangels an Farbstoff in der Haut von Tieren und Menschen behandelt Dr. Johannes Dergner. An Reproduktionen von Kunstblättern stehen an erster Stelle Tunr vmxrtren vvn Paur Herrmann, Darunter eine ganzseitig reproduzierte Radierung „Maria della Salute in Ven^ig" Aus dem vor kurzem mit grvtzem Erfolg in Berlin aufgeführten Ribelun- gen film bringt das Heft sechs charakteristische Ml- der. Eine ganz besondere Gabe bietet die Zeitung ihren Lesern mit der Rotenbeilage „Pompeja (QIntiEe Idylle)" des beliebten Komponisten Walwr Riemann. Eingesandt. (Für Form und 3nhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Eine Ditte an die Stadtverwaltung. 3n einem jamervollen Zustande befinden sich die Bürgersteige im Schiffenberger Weg. Ist es der Stadtverwaltung nicht möglich, dieses Liebel zu beseittgen, wo eben noch genügend Arbeitskräfte zur Verfügung stehen? Die Bürger, welche die letzten Häuser bewohnen, versinken im Schlamme, besonders in der Dunkelheit. Ebenso ist es mit der Stratzenbeleuchtung, wo Abhilfe geschaffen werden muh. Die Deleuch- tungsernrichtung ist vorhanden, aber sie funktio- niert nichL. 3 Sind Sie erkältet? Bei Schnupfen, Halsentzündungen, Grippe, Rheuma, Neuralgie, Zahn- und Ohrenschmerzen lat Palatol ges. geschützt von unvergleichlicher Wirkung. Husten Sie? Bei allen Bronchial-und Lungenleiden wirkt Tnssiflorin ges. geschützt sofort beruhigend und schleim verflüssigend. Tussiflorin ist von angenehmem Wohlgeschmack und wird insbesondere auch von Kindern sehr gerne genommen. Hunderte von Ärztlichen und anderen Gutachten! Palatol und Tussiflorin sind in Apotheken und Drogerien erhältlich. 1367c Pascoe A.-G. chem.-pharm. Produkte, Gießen A 1. 1542c k RflAGGSS großer Origänalfflasche gefüllt wird; denn in diesen Flaschen darf gesetzlich nichts anderes als B0AGGIs Würze feilgehalten werden« ■ Junges gebildetes Ehepaar mit 1 Kind sucht gegen Mitverpslegung einer alleinstehenden Person ZlmeodekMM.MM. 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U1*L> Germania Radklnb Mittwoch, K.MSrz, abends 8 Ubr pünktlich ovtzerorvl.G!?neral- oersanlllllann. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung wird das Erscheinen eines jeden aktiven und passiven Mitgliedes zur Pflicht gemacht. °l7a“ Der Vorstand. D.Ö. Mitt- woch, LMärz im Kausm. Vereins bans, 8'/, Uhr: inonais nerfommlo'ig, l')22v Dar Vorstand. Heute und moroe« erhalle frische u. gewucherte Seefische zubilligstenPreifen. Mgliil Hieb Marktplatz 17. Telephon 1002. Stadttheater Mittwoch, K.März, von 7 bis 9‘/t Ubr: 18.HlittW0Mö.-BrfL Sos Sroloöll. Satirischer Schwank in 3 Akten von starl Strecker. T.V. 1846 Gießen Donnerstag. den 6. HL, abends 8'/. Uhr in derTurnhalle Vortrag über erste Hilfeleistung bei U«- gliikkSiäUen. Zahlreiche Beteiligung erwünscht. ,Mvv Der Vorstand, KMC* Der heutigen Stadtanflaoe liegt ein Prospekt ^Ullsteins Blatt der HanSkra»- bei. ibigo fflwi - Wie em Funksnruch Radio verbreitet sich die Nachricht von meinen enorm beigen Preisen 95 Pfennig Kleiderschotten. 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Dielleicht sind es die vielen Schlitten, oder sind es nicht doch die Geigen von Meister Klotz, die ihm das Lied der Linsterblich keit gesungen haben, und die in den vielen kleinen Werkstätten der weidberühmten Geigenmacher, an den Tischen, wo nach alten Modellen aus Ur* grvhvaterszeit mit stiller Andacht gesägt, geleimt, gearbeitet wird, weiterklingen? Entzückende Schilder hängen an der Giebelseite dec Gasthöfe von anno dazumal — und alles sieht so traut unb freundlich aus und ladet zu wohligem Ausruhen. Auf den Gipfeln ist jetzt der letzte Strahl erloschen — in schweren, schwarzen Umrissen beben die Berge sich ab, in allen Häusern aber erwachen die Lichter — viele goldene Sterne, vom hochgewölbten Himmel leuchten in den frommen Ort. Die letzten Winterspvrtgäste sind längst heimgegangen, der strahlende Wintertag hat sich schlafen gelegt, und über dem verschneiten Mittenwald senkt sich der tiefe Friede der Rachr. III. Abendscha 11en über Mittenwald. Man darf Garmisch-Partenkirchen nicht ver° taffen, ohne vorher mit der elektrischen Bahn das nahe und so malerische Mittenwald besucht zu haben. So ganz verschieden ist es von den Zwillingsorten, ursprünglicher, unberührter, den höchsten Alpgipfeln noch viel näher geruckt, buchstäblich hineingezwängt zwischen die kerzengrade aufsteigen.e Wand des Karwcndelgebirges und das zweizackige Wettersteinmassiv. Das ist am späten Rachmittag in dem kleinen Barockdorf, hart an der österreichischen Grenze ein Zauber, wie das Leben ihn nur in seinen Feierstunden schenkt. Die Dämmerung wirft ihre ersten blauen Schatten in das enge Dal; sie klettern an den weihen Hängen hoch und legen sich unhörbar leise um die Schultern ter weihen Riesen, deren Scheitel noch ganz im goldenen Licht der Sonne daden. Der Ort ist ganz in Tiroler Barock gehalten, die Häuser bunt bemalt, oft bis in den Giebel mit Bildern aus dec heiligen Schrift bedeckt, dramatische Szenen aus dem alten Testament, Heilige in wallenden Gewändern, zwischen den niedrigen, oft wie die Torbogen gewölbten Fenstern die Mutter Gottes, die ihr Knäblein hält — alles so fromm und rein, als könne kein böser Gedanke durch die alten Mauern dring n. Es ist auch wirklich, als habe hier das Schlagwerk der Zeit auf ein Weilchen ausgeruht, als sei alles noch genau so wie damals, als Meister Klotz, dessen Bronzedenkmal auf dem Marktplatz steht, hier feine ersten Geigen schuf und Goethe, vom Walchensee kommend, in einem der alten trauten Häuser übernachtete. Sicher hat sich seither kaum viel veräirdert. Oie Isar, die waren die Schwarzhemden in der Stadt. Ganze < Schiffsladungen von ihnen kamen hinüber. Mit ! reichlichem (Selbe versehen, nisteten sie sich in die Hafenviertel ein und begannen langsam, aber icher ihr unheimliches Werk. Früher hätte sich das wohl sehr märchenhaft angehört. Heute muhten wir im Rheinland den gleichen Vorgang erleben, als dort in unseren sauberen Städten das Separatistengesindel wie aus der Hölle gespien, plötzlich auftauchte. Ein zugkräftiger Kriegsgrund mußte ge- unden werden, nachdem man in kleinem Dor- gepläntel die Fühler vorgestreckt hatte. Er war gor bald gegeben. Räch lens wurde in einsamer Gasse ein Faszist erschlagen, wie die 3taltener be- b weiteren Schaden anzurichten. Zanella wehrte sich gut und beherrschte die Lage. Das Spiel schien übel auszugehen. Da kam die Wendung? Ein „zufällig" aus der Reede siezendes italienisches Kanonenboot wurde getürmt, die Besatzung weigerte sich, auf ihre Brüder zu sch.eßen und ergab sich, ein ..zufällig" anwesender ehemaliger österr.ichischer A ti.lerieofsiz e übe am die De- dierumg der Gelchütze Aus enr Entfernung von nicht mchr als ,003011 t rn wurde der Reg erungs- sitz mit einigen Volltreffern der 7,5=3e.Uimeter= Geschütze belegt. Die weiße Fahne ging hoch Zanella mußte LIrfehde schwöen und ging mit seinem Senat, der ihm in altrömischer Art Gefolgschaft leistete, n ach Portofe in die Verbannung. Da dieser Ort in Serbien liegt, bekam das Ganze noch einen besonderen diplvmatifchen Reiz. Der italienische Legat, Signor Castelli, war an diesem Tage in Rom zu einer wichtigen Mi nister- besprechung. Die Haltung des um Hilfe ange- rufentm italienischen Militärs war streng neutral. Welchem Rheinländer fielen da nicht genugsam schmerzliche Vergleiche und Parallelen ein! Eigentlich war damit der Freistaat zu Ende, ober er lebte, wie das öfters vorkommen soll, juristisch noch weiter. 3m Oktober 1922 kmn es noch zu einem Zusatzabkommen von St. Margherita, itz dem verwaltungstechnische „ und Grenz fragen einer paritätischen Kommission über- wiesen wurden. Die Fiumanec nannten sie respekt- Ivs die .paralytische Kommission". Lind das war sie letzten Endes auch, da sie bei dem absichtlichen Fernbliben des Serben an chronischer Deschluh- unfähigkeit krankte. Was nun folgte, war eine Ochlokratie von reinstem Wasser. 2lls ob alle Dämonen der Hölle losgelasfen wären, tobten die Zanellistenbe leger durch die Straßon der Stadt. Es gab keine Verwaltung, sie war restlos verbannt (bei uns heißt es ausgewiefen), die Polizei wurde in wohlwollender Weise durch Carabinieri ausgeübt, die erst bann einzuspringen pflegten, wann der Verprügelte in den letzten Zügen lag. Es gab feine Justiz, sie sah in Posto- Re. Es gab aber einen herrlichen Ersatz für alles, und das war das Faszio, das Dereins- lokal der Schwarzhemden, auf der Piazza Dante. Dort wurden die unglücklichen Opfer hingeschleppt, deren Vrebrechen hauptsächlich darin bestand, Anhänger der heimatlichen Zanellapartei zu fein. Beliebt war es, sie zu scheren und ihnen mit Oelfarbe die grün-weiß-rote i Farben aufs Haupt zu malen und sie somit wenigstens äußerlich in , glühende italienische Patrioten zu verwandeln. Auch die Fiumaner HundefLnger sah man einst derartig angestrichen in feinem Kasten eiigesperrt vurch die Straßen fahren, sehr zum Gaudium aller — Hunde. Weit beliebter noch aber war das Oeltrinken. Auf hohem Balkon«, umbraust von dem ä basso Zanella-Geschrei dec freudig er reiten Menge, wurde dem Llnglücklichen ein halber Liter Rizimrsöh eingeflöht, worauf dann ein feierliches Geleit im offenen Wagen auf dem Corso statt - fand. Wer möchte die Wirksamkeit dieses bisher unbekannten politischen Kampfmittels bezweifeln? Das Ende einesFreistaats Von Karl Ohle, Prenzlau. Der Freistaat Fiume hat aufgehört zu (eben — sofern man sein Dasein überhaupt ein Leben nennen konnte. Mit dem Abschluh des serbisch-ttalienischen Freundschaftsvertrages ist der Vorhang über, eine der größten Komödien der Dachkriegszeit gefallen, und die Zuschauer verlassen nachdenklich das Haus. Manche vielleicht lächeln über die grotesken Szenen, die sie gesehen hatten und manche erschüttert über die menschliche Grausamkeit und Tücke, die sie als versteckten Kem buntschillernder Bilder ahnten. ' • Erinnern wir uns, wie es bei Rach rufen Üblich ist, kurz des Lebenslaufs des Verstorbenen. Geboren in Paris im Jahre des Versailler Friedens, umschlang ihn schon in der Wiege das zänkische Geschrei feiner Paten, wobei der engere Familienzwist der italienischen Verwandten, S 0 n- n in o und Orlando, Aufsehen erregte. Dann mußte der Serbe die Stadt räumen. Er hinterließ außer heute im Kurswerte schwindelnd hochstehenden Aufdruckmar'en nur ungünstige Erinnerungen. Sie hätten nie die Raben gestohlen und die Strahen unter Feuer gehalten, um die Schiffe tm Hafen ungestört ausplündern zu können — so sagen die Bürger. Der Freistaat sollte die ersten sewständigen Schritte wagen. Allein ein ungebetener Vormund in Gestatt des Freischärlers D'Annunzio machte diesen Verswchen ein jähes Ende. Vom Dezember 1919 ab begann ein Schreckensregiment in des Wortes wahrster Bedeutung. Mißhandlungen der dalmatinischen Kaufmannschaft, Blockierung des Hafens, den bald als Piratennest verschrien, kein Dampfer mehr anlief, wilde (Ausschreitungen der Soldateska, pathetische Ansprachen in kitschigem Cäsarenstil rissen den „Freistaat" in einen Trubel völliger politischer und wirtschaftlicher Llnordnung. D'Annunzio muhte weichen. Die unter ferner Tyrannis verschleierten Annexionsversuche 3ta- liens, die heftigen Vorstellungen Jugoslawiens, der Rachdruck der englischen Stimme bewogen im Februar 1920 den Obersten Rat zum Einschreiten. Der Erfolg war der Novembervertrag von Rapallo (1920). Die gequälte Stadt atmete auf, als die Bedrücker auf ihren Schiffen heimwärts fuhren. D'Annunzio sprach damals das bedeutende 'Dort, dah er es für die tiefste Schmach feines Lebens hielte, 3 teil teuer zu fein. Eine pompöse Geste, die selbst feinen ergebenen Landsleuten zu stark war. Heute erinnern an ihn nur noch Briefmarken mit feinem schönen Kopfe und der frechen Aufschrift: .,Hic maiebimus optimr" (Hier werden wir am besten bleiben), Gipsfigurrn in allen Größen, weiß oder mit bronzenem Anstrich, und Postkarten, die ihn in seinen edelsten Posen zeigen, bald als Danditengeneral in vollem Kriegsschmuck, bald vor den Gräbern der beim Putsche gefallenen Legionäre kniend mit aufge= druckten Versen von ihm usw. Prosaischer, aber eindrucksvoller sind feine sonstigen Spuren, die sich kurz darin zusammenfassein lassen, was mir gegenüber ein hochangesehener Fiumaner Kaufmann äußerte: „®r hat unsere Stadt ruiniert“. Daß dies Wort bitter wahr ist, beweisen die Eck- taden in der Hauptstraße mit der Aufschrift „zu vermieten" und der fast leere Hafen. Lind das in einer der blühendsten Hafenstädte der ehemaligen österreichischen Monarchie I Run sollte die einzige Freizeit dieses absonderlichen Staates kommen. Dec umsichtige und realdenkende Dalmatiner Z a ne Ha übernahm die Regierung. Mit starker Hand griff er zu, ordnete die Verwaltung und schuf sich was das wichtigste war, unter manchen diplomatischen Fährlichkeiten eine zuverlässige bewaffnete Polizei. Mit Staunen sah Station den Freistaat sich rnt- wickeln, sah, wie dieser Homunculus danach strebte, ein ordentlicher Mann zu werden. Man beschloß, ihn zerschellen zu lassen und ihn in feine Elemente aufzulösen. Die Art aber, wie man vorging, hat etwas Satanisches an sich und macht den 3talie- nem als Schüler Machiavellis alle Ehre. Gin lebensfähiger Freistaat Fiume war ein Stachel im Fleische 3taliens, das unablässig danach strebt, durch Belebung von Triest und Venedig die Adria zu. einem italienischen Gewässer, dem „nostvo mare" zu machen. Heute ist das erwiesen, damals gab es noch Ungläubige. Wie ging man vor? Ein erneuter Handstreich durch D'Annunzio oder irgend einen anderen Abenteurer war nicht möglich. Dazu waren die Großmächte zu mißtrauisch und die Haltung der Serben, zu gefährlich geworden. Es mußte unauffälliger und politisch unfaßbarer gemacht werden. Lind wie man sich nun mit dem aufkeimenden Faszis- mus verband, liest sich wie etn Kapitel aus der Dorgiazeit. Die Bevölkerung gegen die Zanrlla- regterung aufzuhetzen, war aussichtslos. Die Dalmatiner wie Kroaten hassen die 3taliener mit zäher 3nbrunft. Der italienische Pöbel in der Hafenstadt war zu gering, um eine nennenswerte Macht darzustellen. Man muhte ihn also auf - füllen. Ein grandioser Gedanke! Plötzlich frischen Kabeljau garmachen und 750 Gramm Kartoffeln mit der Schale kochen, woraus man den Fisch aus Haut und Gräten löst und die Kartoffeln abschält und in Scheiben schneidet. Man fettet eine Backform gut ein, füllt die Hälfte der Kartofselschttben, die man mit kleingeriebener Zwiebel mischt, sowie mit etwas Salz und Pfeffer durchmischt, in die Form und gibt darauf abwechselnd Sauerkraut und Fischstückchen hinein, worauf man die zweite Hälfte dec Kartosfel- fchnben den Abschluh bilden läßt. Obenauf legt man kleine Margarineflöckchen und streut Semmel- Erumen darüber, nachdem man ein Glas Apfelwein mit 15 Gramm Mondamin und ein Eigelb gut verrührt und über die Speise gegoffen hat. Sie muß im Ofen eme halbe Stunde baden, man serviert sie in der Form. Falsche Setzeier. Man nehme 1 Tasse Mehl, 1 Ei und so viel Milch, dah es ein dünner Pfannkuchenteig wird; dann gebe man in eine Setzeierpfanne Fett, lasse es hnh werden, bringe in jede Vertiefung einen Eh löffel voll Teig, decke die Pfanne zu und backe den Teig bei gutem Feuer auf einer Seite. Run wende man die Küchlein um, welche dann innen hohl sein müssen und auf beiden Seiten schön braun sein sollen. Da die Küchlein sehr schnell zusammenfallen, ist es gut, dieselbe in eine dazu passende Suppe (z. D. aus Kalbsknochen oder Helle Drennsuppe) zu geben. Als Beilage zu Gemüse, z. B. auf eine Schüssel Spinat gelegt, schmecken sie gleichfalls vorzüglich; ebenso farm man sie, mit Marmelade gefüllt oder in Fruchtsauce, als Mehlspeise verwenden. Apfelsinenmarmelade sollten die Hausmütter nicht herbe und mit bitterem Nachgeschmack bereiten, unsere Kinder mögen sie dann nicht und manchem erwachsenen Familienmitglied besagt sie auf die Dauer auch nicht. 3ch möchte deshalb nachstehend eine Vorschrift für Apfelsinenmarmelade geben, die einen feinen und lieblichen Geschmack hat. Man muh zu Marmelade ganz sühe und feinschalige Früchte nehmen, von denen man die Schale ganz dünn abschälen muß, worauf man auch die an den Früchten hastende weihe Haut aufs sorgfältigste entfernt. Die Schalen kocht man auf, gießt das Wasser ab, legt sie dann in kaltes Wasser über Nacht, läßt sie abtropfen und hackt sie gröblich, während man die Apfelsinen in Scheiben schneidet und dabei die Kerne entfernt. Die Fruchtscheiben und die gehackten Schalen muß man zur Hälfte mit Wasser bedecken und so lange kochwi, bis sich alles durch ein feines Haarsieb streichen läßt. Auf den Drei von einem Dutzend Apfelsinen rechnet man 1 Kilogramm Zucker, den man in Wasser taucht und kocht, bis er breit vom Schaumlöffel läuft, erst dann gibt man das flüssige Fruchtmus hinein und kocht es unter ständigem Rühren etwa eine Viertelstunde. Diese köstliche Apfelsinenmarme« lade wird in Reine Steingutkruken und Gläser getan, sie hat sich jahrelang bei mir unverändert Winlerbilder aus Oberbayern. Don Fritz Bergmann. II. Schneekönigs Eispalast. Der eisgraue Schneekönig, an dessen lang- wallendem Bart die Jahrtausende wie schwere Llhrpendel hängen, hat unweit des heiteren Par- tenkirchens in den finsteren Felsenklüften der Partnachklamm seine Behausung aufgeschlagen. Ein sorgsam gebahnter Weg führt in die Stille der tief verschneiten Berghänge, an denen wie schwankende Nester kleine Hütten und Heuschober hängen. Alles vermummt und nach oben abgerundet wie Katzenbuckel in der Sonne. Zur Rechten und Linken der ausgestochene Schnee — weih und ebenmäßig, wie ausgeschätteter Würfelzucker für die Mahlzeit eines Riesen. Alles ist totenstill. Nur die Partnach zwängt sich tosend aus der engen Schlucht. Schwarz gähnt im Felsen der Eingang in die Klamm. Der Steg folgt an der linken Felswand dem brausenden Wasser, hart über dem Abgrund, von dem nur vereiste Schollen oder ein Drahtseil den Wanderer trennen. Dort unten zischt und brodelt es in nie ruhendem Groll über schwere, wie von kämpfenden Llrmenschen hingeschleuderte Blöcke und durch Blitz und Sturm gefällte Bäume. Aus vielen Seiten türmen in schwindelnder Höhe die zerllüfteten Felsmassen sich auf, über die gerade noch ein schmaler Fetzen Himmelsbläue strahlt. 3m Sommer stürzt hier in unzähligen Fällen das Wasser herunter. Je,t hat das Donnern von den Mauern des Eispalastes aufgehört. Mit eisernem Griff hält cfe allmächä.,e Hand des wchneekönigs die herabtosenden Fälle Was ist das beste Frühstück für die Kinder? Schon bald nach dem Frühstück fangen unsere Kleinsten an zu betteln: „Mutter mich hungert", und die Schulkinder können es kaum erwarten, bis es läutet und das 10-Llhrbrot an die Reihe kommt. Das hält wieder nicht lange nach, und in den letzten Stunden sind viele schon nicht mehr so aufnahmefähig wie sie nach genügendem Frühstück sein müßten. Da waren unsere Vorfahren viel klüger. Durchs ganze Mittelalten und noch tief ins 19. Jahrhundert herein gab es morgens eine dicke Brenn- oder Hafersuppe; das hielt vor. Gesalzene Suppen munden den Kindern aber nicht so wie fuße. 3n allen englisch sprechenden Ländern gibt es darum in jedem Hause für groß und klein am Morgen Porridge. Das ist ein wohlschmeckender süßer Haferbrei. Die Zubereitung ist einfach genug. 25 Gramm Haferflocken (ein gehäufter Eßlöffel) am besten in der Kaffeemühle gemahlen und über Nacht in Vi Liter lÄcht gesalzenem Wasser eingeweicht, werden nach stetem LImrühren auf nicht zu starkem Feuer zu einem steifen Brei gekocht. Das dauert auf kleiner Gasflamme höchstens 10 Minuten. Erst auf dem Teller wird Milch und Zucker, noch besser Honig, daran gerührt. Hafer in dieser Form zubereitet ist anderen; Hülsenfrüchten, namenllich wegen des hohen Eiweiß- und Fettgehaltes, vorzu ziehen. Dabei kommt ein solcher Brei so billig, daß man den Kindern gerne noch Malztaffee und bestrichenes Brot geben kann. Für die Küche. Gedünsteter Fisch in der Form, ein appetttliches Sonntagsgericht. Etwa IV2 Kilo frischen vorgerichteten Schellfisch löst man aus Haut und Gräten, zerteilt das Fleisch in ziemlich große, gleichmäßige Schnitten, die man vor dem Einschichten in die Form mit etwas erwärmtem Salz einreibt. Außerdem bereitet man auf bekannte Weise kleine Semmelklößchen und stellt den Inhalt einer kleinen Dose.Drechspargel und ebensoviel eingemachte Pilze, die feinsche big geschnitten werden, bereit. Eine helfe Mehlschwitze wird mit aufgelöster Trockenmilch Brühwürfelbrühe, dem Spargel- und dem Pilzwasser zu einer gut gebundenen Tunte gekocht, die man mit Pfeffer und Muskat, sowie etwas gehackter Petersilie würzt, auch wenn man will, noch mit einem Eigelb abzieht. Eine Backform wird gut eingefetfet und schichtweise mit Fischstücken, Klößchen, Spargelstücken und Pilz^cheiben gefüllt, wobei man über jede Schicht etwas von der Tunke füllt. Aus di> Oberfläche streut man eine Schicht mit geriebenem Käse vermischte Semmel- kvumen, fegt Eki :e Fettflöckchen dazwischen und bäckt die Fischspeife 30 Minuten im heißen Ofen. Sie wird in der Form zu Tisch gegeben, Salz- kartoffeln reicht man daneben. gif dj. auflauf mit Sauerkraut. 750 Gramm ©auerfraut kocht man mit einigen Apfel- fcheiben, etwas Zw.ebel, Schmalz, einigen Kümmelkörnern und wenig Wasser etwa 15 Minuten an und stellt es dann drei Stunden in die Kochkiste. Inzwischen muh man 500 Gramm Eine Fiumaner Spezialität kann es übrigens nicht sein, denn den Altmeister Mussolini konnte man damals in jedem politischen Witzblatt mit einer Flasche olio di ricino bewaffnet sehen. Man mag darüber lachen. Aber wenn man bedenkt, daß der Fluch der Lächerlichkeit die hvchangesehensten Kaufleute der Stadt traf, mit denen der Pöbel ungestraft feine Possen treiben konnte, so wird einem die furchtbare Wirkung klar. Handel und Wandel stockte, der anständige Kaufmann zog sich zurück. Ohnmacht bemächtigte sich des ganzen Lebens. Der Freistaat lag in der Agonie. Ende November 1922 faß Mussolini fest im Sattel. Er verbot jeden weiteren faszisti- schen Llnfug und drohte sogar mit Waffengewalt. Nur durch den Fas-ismus selbst konnte der Faszis- mus beiirgt werden! Der Freistaat ist tot! Italien hat ihn annektiert. DAmunzio wurde zum Grafen von Fiume gekürt. Wird die Stadt als italienischer Hafen wieder auf leben? Die Antwort muß man verneinen, wenn man die ist rische Küste, jetzt Prvvinzia Giulia, gesehen hat. Der Italiener will die andere Sette der Adria t 01 rn a ch e n, um das ersterbende Venedig konkurrenzlos wieder auferstehen zu lassen. Daher Kahlschlag soweit das Lluge reicht. Die herrlichen Buchenwälder am Monte Maggiore werden abgeholzt. An den hervorragenden Kunststraßen, dte unter der österreichischen Verwaltung gebaut wurden und die in ihrer technischen Anlage unerreicht dastehen, wird nichts ausgebofsert. Abbazia, einst der vornehmste Badeort, zerfällt. tm Wohlgeschmack gehalten, wirb immer gern ge- Kt und den herben, bitteren Orangenmarme- vorgezogen. Kaff ee nach arabischer Art. Die Art, tote derselbe in Beinen, in der Heimat des Mokka- Laftces, 3übereilet wird, dürfte toohl die beste sein. 3n b* Liter kochendes Wasser gibt man mindestens 3—4 Stück Zucker (je nach Geschmack), ba^a drei Kaffeelössel voll feinst gemahlenen Kaffee, läßt den Kaffee bei gelindem Feuer aufwallen, stellt ihn dann sogleich 1/4—1/2 Qlthuite zur Seite, gibt ihn dann wieder ans Feuer, läßt ihn wieder aufwallen, stellt ihn dann wieder V4—V2 Minute zur Seite, bann wird er zum dritten Male an das Feuer gestellt, vom Feuer weggenommen und sofort ohne Durchseihen Heist in die Tasse gegossen. Das Kaffeepuloer senkt sich in einigen Minuten von selbst. Wenn der Kaffee auf obige Art richtig zubereitet und von annähernd guter Qualität ist Sienado, Guatemala, Costarica, Mokka, Hon- ras, Salvador usw.), so wird man beobachten, Last auf der Oberfläche des Kaffees in der Lasse eine förmliche Oelschicht schwimmt, die am Rande der Lasse haften bleibt. Diese Oelschicht stellt die eigentliche Quintessenz der Grundsubstanz des Kaffees dar und wird „Kaffeol" genannt, welch letzteres als hauptsächlich wirksamer Bestandteil Les Kaffees gilt und eine sehr wohltätige Wirkung auf den Organismus ohne jebe schädliche Rebenwirkung aus übt. Leider macht der Deutsche bei der Kaffeezubereitung den Fehler, datz er das Kaffeol nicht herauskocht, sondern mit dem Satz in den Ausguß schüttet. Selbsthilfe im Haushalt. Teppichpflege. Die Teppiche werden am besten gereinigt, wenn man in einen Kübel voll Wasser ein Viertel Liter Salmiak und etwas Terpentingeist schüttet, eine Dürste in die Flüssigkeit taucht und den vorher gut geklopften und gebürsteten Teppich damit reinigt; man reibt dann erst mit einem feuchten und darauf mit einem reinen, trockenen Tuch nach und läßt den Teppich solange glatt ausgebreitet liegen, bis er trocken ist; man kann ihn auch glatt auf eine Stange hängen. Plüschüberzüge können sehr vorsichtig mit Terpentingeist gereinigt werden; eine Probe an einer wenig sichtbaren Stelle ist jedoch vorher unbedingt nötig. Ein Lappen oder Schwamm wird mit Terpentingeist befeuchtet, gut ausgedrückt und der Plüsch damit abgerieben; es wird mit einem weichen, trockenen Tuch nachgerieben. EntfernungvonTintewf lecken aus Fußboden. Mit verdünnter Salzsäure kann man jede Art von Tintenflecken, selbst die ältesten, aus den Fuhböden entfernen. Mair betupft die Flecken mit etwas verdünnter Salzsäure und läßt die Salzsäure bann einige Zeit auf den Fußboden einwirken. Alsdann wird unter stetem Zugiehen von Wasser der Fleck einige Male ausgewaschen. Die zunächst hellere Steile bekommt nach einiger Zeit ihre ursprüngliche Farbe wieder. Der vielseitige Essig. Der Essig im Haushalt ist nicht nur unentbehrlich für ditz Bereitung vieler Speisen, auch ein Reinigungsmittel ersten Ranges ist er. Er nimmt Rauchflecke und Schmutz von Wänden und Holzwerk, entfernt Fliegenflecke von Glas und Rahmen, Kalkflecke von den Fensterscheiben. Kochend, weicht er die hart gewordene Farbe in Pinseln auf. Auch als Mittel gegen rauhe und aufgesprungene Hände ist er anzuwenden. k. Brandflecken, die durch zu heißes Bügeln entstanden, ohne daß die Fasern zerstört sind, bestreicht man mit in Wasser aufgelöstem Borax und bügelt bann die Stelle trocken. Oder man bestreiche den Fleck mit einem Brei aus Sonerbe,, Zucker, ©tärle, Gummi unb Wasser und lasse ihn' trockn cn. Seide plätten. Man nehme ein beileibe nicht zu heißes Eisen unb lege zwischen ben SeidenPvff und das Plätteisen ein weißes Blatt Papier. Die Seide wird glänzend, wenn man sie »wische* zwei Bogen Papier legt unb während des Plättens langsam durchzieht. Turnen. Sport und Spiel. * Dillardsport. Man berichtet und: Angeregt durch, das Billard-Wettspiel des Dann- flädter Billardmeisters Handle wurde am Freitag abend im (Safe Amend der „Erste Gießener Dillardklub" gegründet. Als Klublvkal wurde das Eafe Amend gewählt, welches durch einen Erweiterungsbau einen separaten Dillard- saal erhalten wird, in dem zwei große Wettspielbretter und vier Rormalbretter, sowie Queues usw. zur Aufstellung kommen. Rund um ben Saal wird eine erhöhte Sitzgelegenheit gebaut, so daß die Dillardspieler durch die Zuschauer nicht gestört werden. Der Klub, der bereits 40 Mitglieder zählt, wird der Spielstärke nad), in Klassen eingeteilt. Die besten Spieler sollen im Laufe des Jahres gegen die Spieler des Hessischen Bistard-Verbandes in Mainz, Darmstadt, Worms und Offenbach im Wettspiel antreten. Die Eröffnung des neuen Bistardsaales ist für Anfang April zu erwarten. Gerichrssaal. Prag, 3. Marz. (Wolff.) Sn dem Brünner Prozeß g-gcn ben neunzehnjährigen Dauprakti- kanten Johann Vesely, der im Rovember 1923 den Infanteriekapitän Hanika auf Anstisten von dessen Gattin, der 24jährigen Hilde Hanika und ihrer Mutter, der ehemaligen Hebamme Franziska Charvat, hinterrücks erschossen hat, ist heute das Urteil gefällt worden. Es erhielten: Johann Vesely wegen des Mordes an Kapitän Hanika drei Jahre Kerker in Berücksichtigung seines jugendlichen Alters, die Franziska Charvat zwanzig Jahre schweren Kerker. Die <5rau des (jrmorbctcn, Hildegard Hanika, ist zum Tobe durch den Strang verurteilt worrden. Wirtschaft. Grpßhandelspreisilidcx im Februar. Da jm allgemeinen die Großhandelspreise bereits im Januar sich den stabilen Wahrungs- Verhältnissen angepaßt hatten, hat die Groß- handelsziffer der ^.Industrie- unö H.m>elszei- tung" im Februar nur eine unwesentliche Aenäe- rung erfahren. Von 133,65 fiel die Indexziffer auf 133,22. Während für die Gruppe Kohle und Eisen die Veränderung mit 0,3 Prvz. Zunahme fast kaum ins Gewicht fällt, zeigt die Gruppe Häute unb Felle eine starke Erhöhung um 10,7 Prvz., die auf die großen Preiserhöhungen gegen Ende des Moirats auf den verschiedenen ^äuteauttionen zurückzuführen ist. Die übrigen Gruppen weisen mehr oder teeriger starke Schwankungen auf. Für die Gruppe Textilien ergibt sich im Monatsdurchschnitt eine Senkung von 1,2 Proz.; hier liegen Die Preissenkungen im Zusammenhang mit der Weltmarktprersbe- toegung vorwiegend in der zweiten Hälfte des Monats. In der Gruppe Getreide, Mehl und Fleisch, Fisch fanben in der zweiten Hälfte teS Februar weitere Erhöhungen statt, nach.em der Anfang des Monats noch niedergehende Ziffern aufgetoiejea hatte. In der letzten Februar Woche hat die Groß-- handelindexzisfer der „Industrie- und Handels- zeitung" eine Senkung von 0,4 Proz. von 134,49 auf 133,90 erfahren. Da in der gleichen Zeit der Außenwert der Qltarf unverändert blieb, deckten sich die prozentualen Bewegungen der Goldmark- und Papiermarkziffern auch in dieser Woche. Die stärkste'Veränderung weist auch hier die Gruppe Felle und Häute mit minus 6,8 Prvz. auf. ♦ * Reue Anleihe des Kreises Hanau-Gelnhausen. Der Kreistag des Kreises Hanau hat beschlossen, eine Anleihe bis zu 60 000 Goldmark zur Gewährung von kurzfristigen Darlehen zwecks Belebung der Daulust aufzunehmen. * Frankfurter Dorfe. Frankfurt a M, 3 März Tenden,;: Gut b *bnietet — Auf den meisten Marktaebiet en war tm aUgmrhrcin ttwy "eS freundlichen Grund- tv^es F in stärkere° Geschäft au verzeichnen. Eine Ausnahme davon macht m einige Sveüalwerie. S) waren vorbörslich Elektrisch? Hochbahn Berlin mit 53 gefront. Ferner fanden auch Frankfurter Qn'gmn. Versicherungs-A.°G toieser renere Beachtung. Der Freiverkehr zeigte eine behauptete Tendenz. Etwas recc wurden Kroichgauer gesucht, 600 bis 625. Sonst ist von diesem Markt nichts besonderes zu berich'en. Man nannte Gro- wag 38' bis ^00. Benz 6303, Hansa Lloyd 2200, Uta !0 "0\ Elektro ilnterfranfm 1025 Ludwigsburger Porzellan 5000, Chemi ch.e Remy 1000, W vnker 1600, Meyer Teriil 950, Krrigershall 13 000, Decker Stahl 11070 Decker Kohle 11 225. Don ben sonstigen Marktgebieten ist zu berichten, daß Mvntanaktien zu Beginn gut behauptete Tendenz aufteferen. Einiges Geschäft entwickelte sich in Daimler, Kleyer leicht befestigt. Von Ma- scknnenaktien waren Krauß Lokomotiven begehrt, ohne eine besondere Kursbewegung zu verzeichnen. Julius Sichel anziehend. Eine Befestigung zeigten Chemische Griesheim und Badische Anilin. Scheideanstalt, RütgerÄverke schwächten sich etwas ab. A. E. G. zoaen mäßig an. Felten u. Guilleaume lebhafter. Behauptet waren Bankaktien. Metallbank 1 Billion höher. Norddeutscher Lloyd und Hapag erzielten leichte Kurserhöhungen. Kalipapiere, Zuckerwerte blieben ohne wesentliche Veränderungen. In Zellstoff Aschaffenburg still, Walbhof plus 1,4 Prozent. Der Rentemnarkt, soweit die deutschen Anleihen in Frage kommen, lag still, dprozentige Reichsanleihe stellten sich anfänglich auf 113 Milliarden. Hypothekenpfandbriefe durchschnittlich mit 3 Billionen gehandelt. Fester lagen Dauaktien. Berliner Börse. Berlin, 3. März. Im Mittelpunkt der Er- örterungen an der heutigen Börse stand der Briefwechsel zwischen Macdonald und Pvimcars. Die Ausführungen des ersteren werden sehr günstig aufgenemmen^ während Poincares Antwort zwar immerhin trotz allen Parenthesen als ein kleiner Fortschritt bezeichnet wird, im übrigen aber, da er immer noch an vielen längst als unmöglich erkannten Ideen und Behauptungen festhält, auf ziemlich- Zurückhaltung stößt. Ein anderesThema, das die Börse augenblicklich lebhaft beschäftigt, ist die Kreditnot der Industrie, die eine wirksame Konkurrenz mit dem Auslande nahe>u unmöglich macht und die die endgültige Wiedergesundung der deutschen Wirtschaft treUer hinan. schiebt. Viel verspricht sich die Börse von der Goldnotenbank, aber einstweilen ist man sich über diese noch ziemlich im Unflaten. So kann trotz mancher günstiger Momente eine wirksame Belebung des Effektengeschäftes nicht eintieten. Das Publikum, das Ende der Woche bereits einige Reigung zeigte, seine Gelder, wenn auch in gewissen Grenzen, der Börse zur Verfügung zu stellen, wird durch die enorme Dör e rumfatzsteuer immer wieder abgeschreckt. Immer mehr drängt man deshalb an Börsen kreisen auf eine Reduktion der für die Inflationszeit bestimmten S euern, deren Hohe das Geschäft lahmlegt, der Börse und damit der Wirtschaft brachliegende und nötig gebrauchte Kapitalien entzieht, die Eristenz vieler Bankinstitute gefährdet, das Le eaishaltungsNiveau der großen Schicht der Dankangeste'.lten herabmindert und teilwrise Entlassungen beringt, und schließlich dem Fis tu § durch die vollständige Versumpfung des Geschäftes fühlbare ®innabmeau8fälle verursacht. Trotzdem am Samstag sich einige Ansätze zur Geschäftsbelebung zeigten, war heute die Haltung des Effektenmarktes durchaus uneinheitlich und größere Veränderungen kaum zu verzeichnen. Am Devisenmarkt hielten sich die Anforderuirgen in den üblichen Grenzen. Am Mvntanmartte gewannen: Essener Steinkohle 3l/2 und Harpener ca 2 Proz^ während Katto- wrtzer 3 Proz. einbüßten. Kaliwerte waren bei der ersten Rotierung wegen mangelnden Geschäftes ausgesetzt, mit Ausnahme von Deutschen Kali, die ca. 21/, Prwz. einbüßten. Am chemischen Markte waren die Veränderungen geringfügig: eine Ausnahme machten aber Oberkoks mit einer Steigerung von 2‘/< Proz. Fast gänzlich unverändert, mit einigen Schwankungen nach unten, lag der Markt der Elektrowerte. Maschinenfabriken wiesen ebenfalls keine nennenswerten Veränderungen auf. Otavi und Deutsche Erdöl waren ausgesetzt, während Apis um ca. 1 Proz. anzogen. Deutsche Renten waren ebenfalls nicht ganz einheitsich doch überwogen hier, wenn auch nur um ein weniges, die Abschwächungen. De- merkeirswert ist ferner noch ein Zurückgehen der Kurse für Schutzgebietsanleihen. Elektrische Hochbahn waren auch heute wiederum stark begehrt und zogen von 51 auf 535/8 an. Bankaktien waren wenig verändert. Don den Kolonialwerten tetrien Diamond eine ziemlich beträchtliche Kurssteig, runj von 20 auf 22'/- auf, auf Gerüchte von einer bevoriieixnden günstigen Diridendenvertestung hin. Wie teir hören, sind diese Gerüchte jedoch keiiresfalls zutreffend, da sich die Geselllchast über die Dividendenverteilung noch nicht schlüssig geworden ist. ftranffurta M Berlin ) 92V2 Prozent des "Rückzahlungswertes. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) Zellstoff Waldhof..... Zuckerfabrik Frankenthal Zuckerfabrik Waghäusel PA Deutsche RelchSanleihr <*lo Deiitschr Rctch-anlrlhe 8‘Va Deutsche Reich anleibr 3*A Deutsche RcichSinleibe Druilchr Svarpräintenanlethe 1*1, Preußische fionfol» . . i • flll 8 Schluß.! Schluß Rji s 29. 2. 3.3. 29. 2. 112 114 113 110 625 540 525 525 360 370 362 1000 1025 — 1100 190 16 180 180 460 450 450 450 — — — — 600 — 410 — — — 4.2 4,2 4,2 4,2 4,2 * •) 11,65 11,38 11,75 10,5 — —- — 52 54,5 52,6 53 7,7 6.2 8,37 7,75 *4,13 14,75 14,4 15 • 4,1 1 ,4 14,5 14,75 1,55 1,5 — — 17,75 18,1 18 18,3 22 V8 0,^5 3 0,6875 3,25 e,«5Q 3,18 0,650 1 1 1,4 1,3 — 76.5 67 22.75 23,4 7 3,5 22,65 34,75 34,5 35,5 34,75 59,4 59 60 57 65,73 68,75 67 65,87 13,5 85 83,8 84.87 22,5 11.5 2d.5 21.5 33 3 ,5 33 32,5 22,25 22,25 22, "8 1,4 33 3> 33,5 32,6 42.5 42,5 <2.5 45 43 42 43,4 42,8 — 64 64 3,8 3,8 —■ w 39,75 40,5 40,25 40,5 8,75 8,66 9 8,8 3,2 3,5 — — 17,8 18 _ _ 4.3 4,25 4,4 4,5 40 40 41 39,5 22,25 22,5 22 21,75 ö,2 19,25 2,8 19 193 18,87 18,4 18,2 18,5 18,5 18,3 17,8 17,6 17,9 14,75 14,4 21.1 20,1 21,5 21.7 27,9 26,5 —M - — 13,38 13,65 13,3 13,38 20,75 20,65 20,75 20,5 4,7 4,5 . — — 50 48 50,5 50 —- 46 51,5 49,5 3,6 3,6 3,9 3,6 4,6 5,2 5, $8 K,1 6,8 24,25 5,3 23 23 22 2 2 2,4 2,2 — 24,75 22,5 — — 3,1 3,25 3,25 3.3 6,75 6,8 5,9 5.8 10,67 '1 — 14,2 15 13,5 14,87 <5 5,6 5,25 ß 6,6 5,9 — — Devisenmartt Berlin—Frankfurt a. M. (In Billionen Mark ausgedrückt. Buenos-Aires, London, Reuyork, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100 000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. »Ohne C.währ.) 1 - Äär; 3 Mär» Amtliche DioHeruna Amtliche Wotlcnirt» Geld | Brief Geld Briet Plmfl.-'Hott Brss-Ninw. Gbrifflnnkt. Kovonbagen etorfbotm . HrlsiugforS. Italien - ■ London . . Wcutiort . . VartS .. . echweiz • ■ Spanten . . Wien in D-» Ceit-abgeft Praa - . Budapest. Buen^AirrS Butaarieu Japan - . 'Jiw de Jan. Belgrad tinübDn 156,61 15.16 65,88 66,37 109,72 10,57 1815 18,055 4,19 17,66 72,62 63,07 6,28 12,21 Cfi 3,39 1,o95 0,195 6,58 '4,46 157,39 15,24 66,14 66,63 110,28 10,63 18,25 18,145 4,21 17,74 73,18 53,33 6,32 12,29 7,,8 1/45 4,41 1,905 0.505 6,62 14,54 156,61 15.36 56,11 66.37 109,72 10,57 18.16 18,055 4,19 17,68 72,82 52,67 6,28 12,21 7,48 1,435 3/9 1,685 0,495 6,68 14 46 157,39 15,44 66,39 66,63 110,23 10,63 18,25 18,145 4,21 17,74 73,18 52.93 6/2 12/9 7,52 1,445 3,41 1,905 0/05 ■6, 2 '4.54 Devisen-Zuteilungen. Holland 2. Brüssel 3, Dorwegen 3, Dänemark 3, Schweden 3, Rvt en-Zuteilungen: Amerika 1, reine Stücke 2, (Belgien 2, Dänische 1, England 1, kleine Stücke 1, Finnland 25, Frankreich 1, Holland 1, Italien 40, Vorweg en 5, Oesterreich 2, Kroaen- Stücke 2, Rumänien —, kleine Stücke —, Schweden 2, Schweiz 1, Spanien 5, Tschechen I, fieineJStücfe 5 Prozent, Angarn voll, Hugoslawion voll, (Sofia voll. Märkte. Berliner Produktenbörse. D e r 11 n, 3. März. Die Tendenz tm Getreide» geschäft war nicht viel verändert. Für Weizen waren die älmsähe gering, die Mühlen bekundeten bei ungünstigem Mehlgeschäft keine Kauflust. Schlesien bietet weniger als bisher. Für Roggen waren die Forderungen eher etwas fester, sie waren hier ober meist nicht durchzusehen. Hafer war behauptet. Es besteht für die Küste und für den Konsum etwas Frage. Gerste war sehr ruhig. Die Verbraucher halten zurück, so daß der Absatz schwieriger geworden ist. Von Polen bleibt Angebot im Markt. Frühmarkt: Hafer 135 bis 140, Sommergerste 190, Roggenkleie 12 bis 75, Weizenkleie 92. Man notierte für Getreide und Oeh- saaten per 1000 Kg. (sonst per 100 Kg.) ab Station: Weizen (märkischer) 162 bis 167, Roggen, (märkischer) 130 bis 137, Braugerste 175 bis 185, Futtergerste 150 bis 155, Hafer (märkischer) 112 bis 122, Hafer (pommerscher) 113 bis 122, Weizenmehl 24.50 bis 26.75, Roggenmehl 21 bis 23.25, Weizenkleje 9 bis 9.20, Roggenkleie 7.20 bls 7.30, Raps 295, Leinsaat 400 bis 410, Erbsen (Viktoria) 27 bis 28, kleine Speiseerbsen 17 bis 18, Futter- erb-seN 12 bis 13, Peluschken 11.75 bis 12.50, Ackerbohnen 13 bis 15, Wicken 14 bis 15, Lupmen (blaue) 13 bis 14.50, Lupinen (gelbe) 16 bis 16.90, Sera del la 14 bis 15, Rapskuchen 10.90 bis 11, Leinkuchen 21 bis 22, Trocken schnitzel 8.30 bis 8.40, vollwertige Zuckerschnihel 16 bis 22, Torfmelasse 8.70 bis 8.80. Kartoffelflocken 17.25 bis 17.50. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 3. März. Bei bescheidenen Ülmsätzen sind die Preise am heutigen Getreidemarkt gegen ihre letzten Dotierungen wenig verändert. Weizen und Roggen lagen ruhig, man bemerkte eher etwas 2Ingebot als Rachfragr. Gerste und Hafer sind zu ermäßigten Prsisew unterzubringen. Futtermittel lagen ziemlich fest. Das Mehlgeschäft liegt ruhiger. Es notierten für je 100 Kilo: Wetterauer Weizen 18,75 bis 19, Roggen 16,75 bis 17, Sommergerste für Drcrw° zwecke 21 bis 22, Hafer, inländ. 15,50 bis 16, Weizenmehl, südd. Spezial 0 28,25 bis 28,75, Roggenmehl 24,50 bis 25,25, Weizen- und Rvg- genkleie 8,75 bis 9,75, Speiseerbsen 25 brs 35, Mais, La Plata 19,25 bis 19,75, Heu, südd., gut 7,50 bis 8,25, Weizen- und Roggenstroh 4,50 bis 5, Treber, getrocknet 15,25 bis 15,75. Tendenz: Stetig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. fpd. Frankfurt a. M, 3. März. Austrieb: 296 Ochsen, 807 Färsen und Kühe, 245 Kälber, 142 Schafe und 1718 Schweine. Es wurden bezahlt für einen Zentner Lebendgewicht (in Goldmark): Ochsen vollst, ausgewachsene 45 bis 52, junge fleischige unb ältere ausgemästete 38 bis 44, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 30—35, Dullen vollst, ausgewachsene 1 35—40, vollst, jüngere 30—35, Färsen und Kühe: vollst. Färsen 42—48, Dollfl. Kühe 38 bis 45, wenig gut entwickelte Färsen 30—40, ältere aus gemästete und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 32—37, mäßig genährte Kühe und Färsen 28—34, gering genährte Kühe und Färsen 10—18, Kälber: feinste Rütstkälber 60—65, mittlere Ware 50—58, geringere 45—50, Schaf e: Mastlämmer und ÜNasthammel 45—50, geringere 35—40, Schweine unter 80 Kilo 55—72, von 80-100 Kilo 75—78, über 100 Kilo 76—78. Der Markt verlief ruhig. Dei Schweinen verblieb Lieberstand. Frankfurter Pferdemarkt. fpd. Frankfurt a. M., 3. März. Der vom Landwirtschaftlichen Verein veranstaltete Pferde- marft war heute mit etwa 700 bis 800 Pferden beschickt. Unter diesen befanden sich auch zahlreiche Ausländer, vor allem Holländer. Allgemein wurde bemerkt, daß sich das Pferdemateriat merklich, verbessert hat. Die Preise zogen gegen den letzten Markt leicht an. Bezahlt wurde für ein Paar bester Arbeitspferde 3800 bis 4400 Goldmark, für ein mittleres Tier (Stück) 900 bis 1400 Goldmark. Der Besuch war gut. Land- trirte waren besonders viel anwesend, doch ge- tr-iimt es den Anschein, als ob sich das Geschäft immer mehr zwischen den Händlern selbst vollzieht, die in großer Zahl aus Thüringen, Sachsen, Hannover, den Rheinlanden und vor allem aus Süddeutschland erschienen traten. Größere Transporte Pferde tpurben nach, Sachsen und Thüringen verladen. HelslngforS 5, Italien 3. London 2, Reuyoik 2, Paris 2, Schtvej^ 2, Spanien 3, Wien 50, Prag 2, Budapest voll, Duemrs- Aires 3. Sofia voll, Iw pan 3, Rio 5, Belg.ad voll, Lissabon 10 Prozent. Da nf n oten. (Ohne Gewähr.) Berlin, 3. März Geld Brief spchwetzrr Moten ........ 72,82 73,18 KranjSsilche Moten ........ 1' ,65 17,74 Dänilche Äoten .......... 66,33 66,67 kibwedilchc Moten ........ 109,72 110,23 bvlländischc Noten........ 153,61 157,-9 $>ri!t(d).Ctfterrcid), i 100 Kronen 6,28 6,32 Am^rUantsche Molen....... 4,19 4,21 knglilchr Noten.......... 18,05 18,15 fit lientsche Noten ....... Nelgilche Noten - ......... 19,65 13,'. 5 15,35 15,44 Unaariiche Noten......... 4,21 4,26 Tlchechosloivakilche Noten. . . ° - 12,21 12,>9 Nocivegitchk Noten • ..... 56, >1 56,39 Numänilch« Noten. ...... 2,35 2,-8 bvoniich» Note« - - - - 52, 7 52,93 Ä&auä&cüti. § s f L— ec < 5 £ wohlbekannt ___ ___ \0Das (Dreiec£, 5 ist irt den, "KFeiserv Reiskirchen, den 4. März 1924. 017841 Otto Pense. 153OD iiiimiüiiiiiiiimiiiiiiiimiiiiiummiumHiiiniiilllUllUlJL Oroßen-Linden. 017819 neuester Bauart MorgenMiLLwoch.S.März . 1.00., hekM-WUe . \ 0.71L, ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Ersatzteillager Reparaturen Friseur 1S0SQ 2,70 1,53 1,73 11,19 31,91 80,98 10,16 3,13 3 3 1 13 54 310 283 663 >an = 1 Für die überaus große Teilnahme, sowie für die Kranzspenden und für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers am Grabe sagen wir im Namen aller Trauernden unseren herzlichsten Dank. L. Enders II. und Familie. ,,Säkönigin“ Drillmaschinen == 9,58 Fstm. Kiefern-Stämme 3,45 Fstm., 4. Kl. 6 = 2,84 Fstm., Für die Hilfeleistung bei dem Brand meiner Fabrik in Reiskirchen sage ich allen Beteiligten meinen Herzlichsten Dank! Gg. Hch. Schirmer Terppnt/n 'Schuhputz. macht wasserdicht CNem. Werke Luberyneki 4 Co. A.-6. ßwflMJcMefltwe, Eine gute Gesundheit ist das beste, was wir besitzen, trockene warme Füße sind Haupt - Erfordernis. 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Kl. 1,23 Fstm. Verdruss Schafff off derfangeJki, Der Kaffee aus.lQuiefa"nie / "Quiefa = Köstliche Mischungen mit Bohnenkaffee. Sei getreu bis an den Tod, [o wto ich d r die Sro^e des ewigen L bens geben. Off. Ioh. 2, lu) M Am Sonntag morgen früh 3 Uhr W ist unser liebes,iangjähriqcsMitglied W und unser aller treuer Freund E Artur lisch nach langem, schweren Leiden sanft entschlafen. M wartburg-vereln-Gietzeir. :'Gießen, den 3. März 1924. tkj Die Beerdigung findet am Mittwoch, fS* 5. März, nachm. IV, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. iri0 W Wirbitten umzahlreicheBeteiligung. Herren- und Speise-Zimmer Schlafzimmer, Küchen in jed.Holzart u.feinster Ausführung Wilhelm Grandhomme Schotten (Ober-Hessen) WcrüstiNte für Innenausbau Verlangen Sie kostenlos Offerte Solide Arbeit Mastige Preise wzv Holzversteigerung. Versteigert werden Montag, den 10. d. Mts., aus dem Distrikt Schlemperwald 20a, b und c u. a., des Grüninger-Dorf. Giller Markwaldes: a) Nutzholz. Stämme (Schnittholz): Kiefer II. Kl. 1 St. = 0,50 Fstm., Fichte IL Kl. I St. -- 0,88 Fstm.: (Bauholz) Kiefer NI. Kl. 7 St. = 3,99 Fstm., Kiefer IV. Kl. 14 St. — 5,12 Fstm , Kiefer V. Kl. 15 St = 4,94 Fstm., Fichte III. ÄL 5 St. --- 5,73 Fstm., Fichte IV. Kl. 7 St. = 5,67 Fstm., Fichte Va-Kl. 17 St. = 9,41 Fstm., Fichte Va-Kl. 10 St. = 2,58 Fstm.: Derbstanyen: Fichte 1. Kl. 10 St. — 0,97 Fstm.: Nutzscheiter: Kiefer 17,2 Rm. (3 Meter lang). b) Brennholz. Scheiter: Buche I. Kl. 10,2 Nm., II KI. 0,6 Rm., Eiche 3 Rm., Kiefer 116 Rm., Fichte II. Kl. 4,8 Rm.: knüppel: Buche 23,5 Rm., Eiche I. Kl. 3,7 Rm., II. Kl. 4,6 Rm, Erle II. Kl 6,3 Rm., Aspe 2 Rm., Kiefer 62,8 Rm., Fichte II. Kl. 7 Rm.; Ustreisig: Buche 13 Rm., Hainbuche 5 Nm., Eiche 2 Rm., Erle 2 Rm., Kiefer 150 Rm., Fichte 32 Rm ; Stammreisig: Buch- 64 Rm., Fichte 65 Rm.; Stöcke: Buche 5 Rm., Kiefer 30,3 Rm., Fichte I. Kl. 2 Nm., Fichte II. Kl. 6,8 Rm. Vorgezeigt wird nur das Holz im Distrikt Schlemperwald. Beginn der Versteigerung vormittags 93/< Uhr im Distrikt Schlemperwald. Nähere Auskunft erteilt Herr Forstwart Schäfer, Dors-Gill. Gießen, den 3. Marz 1924. 1529V Der Markvorstand. Schneider, Forstrat, Vorsitzender. — 1,84 Fstm. Fichten-Stämme 1,21 Fstm., 5a Kl 12 = 7,71 Fstm , 5b Kl. 34 = 8,37 Fstm. Fichten-Derbstangen 143 = 6,97 Fstm. Eichen-Derbstangen 7 ----- 0,44 Fstm. Buchen-Derbstangen 8 = 0,31 Fstm. 20 Nm. Bnchen-Scheit, 120 Rm. Buchen-, Eichen- und Kiefern-Knüppel, 130 Rm. Buchen-, Eichen-, Kiefern- und Fichten-Reisig, 32 Rm. Eichen-, Kiefern- I und Fichten-Stöcke. 1533V I Roth, Markvorsteher. Nicht Ä Tage sondern Ä4. Zahle ich den |T & T A höchst.Preisf. Fraimihull Gg. Wahl SWMS.K. Wltan e. k. seelMs o. L GlklieSMr in alattgeköpiten Fischen. im Ausschnitt flossen-u. tiemenfreie Stücke empfiehlt C. 6. Kleinheno Babnbosttrake 59 Telephon 66. nna Restaurant MJM6 Zum Postkeller moryen Mittwoch 5. März Neustadt SS. 4 017M8 4> Die General-Agentur: Eduard Becker. We i Drucksachen allerArt liefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die BrflIlPiche Univ.-Drnekcrel, R. Lange. suppe morgens MeWeisch mit Kraut Vrennholzversteigerung. Aus den Waldungen der Stadt Güsten, Bezirk des Försters Brück, Rödgen, sollen am Freitag, den 7. März 1924. vormittags 9 .. Uhr beginnend aus den Abteilungen 28a, 31, 40a, 41a u. 42a versteigert werden: 8 Rm. Eiche-, Kiefer- u. Fichtescheiter 130,6 Rm. Eiche-, Kiefer- u Ficht- knuppel 422 Rm. Eiche-, Kiefer- u. Fichtereisig 27,2 Rm. Eiche-, Kiefer- U. Fichtestöcke. Zusammenkunft:Griinbergerflr.,7.Schneise. Anschließend hieran findet Versteige- rung des im yh lvsophenwald angefallenen Brennholzes (Buche» u Giche- knüppel und Buche- und Eichereisig usw.) statt. Die Abfuhrscheine für dieses Holz können noch am gleichen Tag im Stadthaus Bergstraste, Zimmer 18, in Empfang genommen werden. 1524B Näheres siehe Anschlagstafeln. Gießen, den 3. März 1924. Der Oberbürgermeister: S.V.: Dr. Rosenberg. Holzversteigernng Freitag, bett 7. März, vormittags 10 Uhr, im 'MarkVald Bettenhausen. Zusammenkunft: Waldecke der Straße Bettenhausen - Muschenheim. Eichen-Stämme 3. Kl. 1 — 1,66 Fstm., 4. Kl. 15 ---8,58 Fstm., 5. Kl. 20 - 7,59 Fstm., MMMW BnBöa®/Oeffen,fltnöf!&üönSof SthlEiftrei, Holtererei 56jneioereiu.$[lfer?i QInfertigung von SflrtilieHgen, MMliwyrrn 5d)o en Z!.?!reM!!!e!!. Samlnei! önnöüefleiöüügen forole fämt- umenfflflrniotntBeilen Infolge guter maschineller Einrichtung und großer Materialvorräte billigste, beste und schnellste Ausführung und Lieferung Mesterverliiuser erlr. Botingsprelfe! 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März, abends 8Vi Uhr in der Neuen Aula 1806 Lichtbilder-Dortrag WMlW.tz.AM desSmv MWtzler ö.Mm. Eintrittskarten in der Musikalienhandlg. Ehallier, num. für Mitglieder gegen Ausweis zu 0.40 Mk., für Nichtmitglieder zu 1 Mk. und 0.80 Mk. Studentenkarten zu 0.40 Mk. b. d. Hausverwalter d. Universität. Mehl-Säcke Kauft zu den höchsten Preisen und werden auf Wunsch abgeholt. m. CH. Mühlstein, Gießen Diezstrahe 4. 10,6c Mnerslsg, den 8. Ulfltj 1924 nöenös 8‘/4 Mr MM im großen Hörsaal der Universität Kundgebung der freunde der humanistischen Gymnasium; ZU den neuen Zchulresormplanen Es gilt ein Bekenntnis für die hu. monistische Bildung abzulegen und vor den Gefahren zu warnen, von denen alle höheren Schulen gleicherweise bedroht sind. Insbesondere sind alle Eltern und Erzieher gebeten, die Kundgebung durch zahlreiches Erscheinen eindrucks- voll zu gestalten. 1512D Jur Deckung der Kosten werden am Eingang 20 Pfennig erhoben. a Rin o n i um s )l0n(?n 'Bahnhofstrasse 65ß • f U Lieh (Oberhessen) Gegründet 1. Q 7 Q r Gießener Konzertverein Sonntag, den 9. März 1924, vormittags 11 Uhr, Aula Orchesterkonzert des staatl. Kurorchesters Bad-Nauheim Leitung: Musikdirektor Julius Schröder- C . U^-4 Ouvertüre im italienischen Stil (C-Dur) oCnUDeri Tragische Symphonie (Nr. 4) C-Moll. RflolliAvQn Ouvertüre zu „Fidelio" (E-Dur) Deetnoven Achte Symphonie (F-Dur). Eintrittskarten: Mk. 2.50, 2.00, 1.50 bei Emst Challier und an der Kasse. Die Abonnementskarten sind bis spätestens Donnerstag zu ermäßigtem Preis (Mk. 2.00, 1.60, 1.20) abzuholen. Studentenkarten Mk. L— beim Hausverwalter der Universität. . 14OTv Cafe Astorla Heute vornehmer Geseilschaftsabend 1540v Aktien g \ Hansa- •irm« lasseai-Schuhverkauf Emanuel & Co., Gießen Seltersweg 31 Geöffnet bis 6 Uhr abends! Verkauf an Jedermann! Seltersweg 31 Massen-Schuhverkauf Emanuel & Co., Gießen Seltersweg 31, gegenüber Nowack Größter Schuhverkauf in Gießen Bleiche Verkaufsstellen: Frankfurt am Main, Gewerkschaftshaus; Wiesbaden, Schiitzenhofstralle 3; Darmstadt, Ludwigsplatz 2 von Mk. 6.00 an von Mk. 8.00 an Arbeitsschuhe.......... Feinste Rahmenware-Herrenstiefel Handelsschule J. Kunzeimann Gießen, Bleichstr. 5 ^Prospekt frei.. Schöne Damenstiefel (meistens Rahmenware) schicke Formen zu Mk. 4.50,6.00,6.50 und 8.50 Da diese Schuhe sicherlich wieder ebenso rasch vergriffen sein werden wie diejenigen im vorigen Angebot; so ist es geboten, sich mit dem Einkauf zu beeilen. Mikroskopen. W Gäste willkommen. Hl zirka 25% des gesamt. 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