Mittwoch, 3. Dezember 192$ )ayrgang Siatt vniS mt6 Deting: vrShl'lcht Universitälr-Vnch- »nd Skinöruderei R. fange in Sietzen. Schrifileiiunq und Scichäsisftelle' Schnlittatze 7. der kanische Verfass un s w vollem ümjo ige Tientsin abzeveist ist, stattfinden wird. Es wird die wichtigste Konferenz sein, die bisher zwischen den chinesischen Führern stattgefunden hat. Das deutsche Eigentum in Amerika. Ein Antrag ans Freigabe. R e u h o r k. 2. Dez. (D. T.) Das Mitglied des Repräsentantenhauses, Hawes (Demokrat), brachte eine Gesetzesvorlage ein, wodurch der Präsident ermächtigt werden soll, den Lrading wtth theenemy oct au her Kraft zu fetzen, auf Grund Paris, 3. Dez. (TU.) Die Besprechungen deutschen und der französischen Sachverständigen der Schwerindustrie habett einen befriedigenden Verlauf genommen, haben aber vorläufig noch nicht zu irgendwelchen fontreten Ergebnissen geführt. Die Sachverständigen haben gestern nachmittag ihren Dstegattonen über ihre Besprechungen berichtet. Die deutschen Sachverständigen der Schwerindustrie haben gestern Paris verlassen, um in Deutschland mit den Vertretern dec Schwerindustrie Rücksprache 6 0;- sss t R ti- 2 R o 2 = o- ?0 o'L r.£ Die Handelsvertragsverhandlungen. Der deutsch-englische Handelsvertrag wurde in London unterzeichnet mehr zu tun h.chen, die vielmehr u n m i 11 e l b a r von Regierung zu Rcg e una. und zwar nicht in Pfuu.ci, s ndern in Qxiorl gutge chri den we den soll, ohne Loß die Grsamthu e ver de itsch n -Zur p.»rattonsverpckichtungen dadurch vergrößeN wird. Vie pariser wirtschaftsverhan-lungen. Die Pläne der deutschen Schwerindustrie. London, 2. Dez. (TU.) Die Verhandlungen über den Handels- und Echisfahrtsvertrag zwischen Deutschland und Großbritannien wurden am 2. Dezember in London zu Ende geführt. Der Vertrag wurde um 3 Uhr nachmittags im Londoner Auswärtigen Amt unterzeichnet durch den deutschen Botschafter in London, S i h a m e r, und Ministerialdirektor vonSchubertsür Deutschland sowie von dem britischen Staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten, Chamberlain, und von dem britischen Botschafter in Berlln. Lord d'A b e r n o n, für Großbritannien. Der Te?t deS Vertrages wird in Deutschland und Englund am Freitag, 12. Dezember, veröffentlicht. Der Unterzeichnung wohnten Schatzkanzler Winston Churchill, Handelsminister Sir PH. Lloyd G r e a m e sowie eine Reihe von Sachverständigen bei. Rach der Unterzeichnung hielt Austen Chamberlain eine kurze Ansprache, in der er die Hoffnung auf eine glückliche Gestaltung der deutsch-englischen Beziehungen und seine Befriedigung über den Abschluß des Handelsvertrags aussprach. Er hob den guten Willen hervor, dec auf beiden Seiten herrschte, und dankte allen Beteiligten für ihre Mitarbeit. Darauf antwortete der deutsche Botschafter St Hamer. Die heutige Unterzeichnung, sagte er. bedeute den D e - ginn einer neuen Epoche. Der Vertragsabschluß sei geeignet, die Tätigkeit und den Wohlstand der beiden Doller zu fördern. ^°3L§ 3 »12 5 ;:p ?.C10' rs 5 r „o 5- "AZ »g5p5 dinvö wieder mit phantastischen ©cbanfcngdngen die Rede sei. Chinas Lage erinnere in vielem an die Knechtschaft Deutschlands. Aus der Mimik des Beamten aber war zu lesen, wenn England und Amerika auch China aud/künftig ein Aegypten za machen ge^ch- len so dürfe nichts weniger vevwunderuch fein, rtta' deS neuen China entschiedene ^orde- rung' ..China den Chinesen!" u.ad — „Asien den Asiaten!" zu überlassen. Chamberlain wird daran denken müssen. Die Konferenz von Tientsin. London, 2. Dez. (D. Z.) Rach Reutecmel- dungen aus Peking ha: dec MarschUld^Mand- fc&urei Tschang Tso Lin, dec sich bisher in «Befina aufhiett, die Stadt in Begleitung seines Stabes heute vormittag verlassen. Gleich- ^eitig wurden Züge bereit gestellt, um die Muk- to i d r.2 ' - n #0?"' Don ferne gesehen hat c8 den Anschein, als ob die Feindseligkeit zwischen Wu-Pei-Fu und Fengh, dem Verräter der gestürzten Pekinger 3enttnlregierung, der letzte glimmende Scheit persönlicher Zwietracht im chinesischen Trümmerhaufen sei. Wu-Pei-Fu niacht die Teilnahme an der Zusammenkunft von der Richtbe- teiltgung Fenghs an ihr abhängig, erklärt sich aber, wenn auch als letzter dec Kampfenden, bereit, mit Tuau-Chi-Iui, Tschang-Tso-Lin und Sun-Vat-Sen China eine neue republi - ' g zu geben und China lgebocenes geschlossenes Konventionssolltarif festzustellen, au' Grund dessen die zollfreie Einfuhr de» Sowiet^ getreides und anderer Lebensmittel nach Deutsch land sich vollziehen könnte. Die Sowjetunion sei gern bereit, mit Deutschland ein engeres Wirtschaftsabkom m e n zu schließen, wenn Deutschland dec Sowiei li.d st. .e s i n a n z l e l l e H l I e gewähren Itomte, wv.üc Deutschland russischerseils na uckich ent- sprechende Zugeständnisse erhalten würde. Sn folge der Mannigfaltigkeit dec in Aussicht genommenen Fragen sei der Zeitpunkt des Ad schlusses der Verhandlungen noch unbestimmt Vor Weihnachten würden sämtliche Fragen bc- , sprachen. Rach Wiederaufnahme dec Verband- (ungen werde mit dec Ausarbeitung dec Artikel deS Handelsvertrags begonnen, dessen Unterzeichnung Haniehki zuversichtlich entgegensieht. Guter Fortgang der deutsch-hclyis1 en Wirtsch^ftsverhandlungen. Berlin, 3.Dez. - (Tckl.) Halbamtlich. 3n den gemeinsamen Sitzungen der deutschen und der belgischen Delegation in den letzten beiden Wochen' wurden die beiderseitigen Z o l l w ü n - sche einer eingehenden Prüfung und Erörterung unterzogen. 3n einer Anzahl von Punkten konnte bereits eine wesentliche Annäherung der gegenfdt gen A fiaffungen h.-rb igechhi-t worren. Rachdem nunmehr d .s gesamte vorliegende Material besprochen worden ist, während beide Dele- .Kationen eine abschließende Stellungnahme ihrer Regierungen zu den Wünschen des andern Teiles herbeizufühven. Zu diesem Zweck hat sich die belgische Deputation nach Brüssel b'geben. Der Wiederzusammentritt der Delegationen wird Mitte Dezember erfolgen. Die italienische Industrie und der deutsche Handelsvertrag. Rom, 3 Dez. (TU.) Der Generalsekretär des italienischen Industriellen Verbandes, Olivetti, glaubt, sich in einem mit dem Vertreter des .Journals h'Italia" gewährten Interview p e s s i m i st i s ch über die Ausftchten der deuftch italienischen H mdelsvertvags-Derhani-lungenaussprechen zu müssen. Die de u t s che Industrie, so behauptet er, wipd binnen kurzem imstande fein, die Weltmärkte zu überschwemmen. Die italienische Industrie fei vielfach nach m der Entwicklung, so daß besondere Vorsicht bei Abschluß eines langjährigen Handelsvertrages notwendig sei. Di^s sei bavin zu. erblicken, daß Deutschland versuchen werde, die größten Vorteile mit den kleinsten Konzessionen zu erreichen. Die Frankenschuld der deutschen Städte. Intervention der schweizerischen Bankcnvereinignttq. Basel, 3. Dez (TU.) Die Stzweizer Dan- lierbereinigiiTig erklärte in der schwei^rischen Presse, daß sie nach Kräften für die Wahrung der vollkommen eindeutigen Frankenanfprüche der schweizert- schen Inhaber von Valutascheinen deutscher Städte cintrcten werde. Sie verfolge feit geraumer Zeit die Stellungnahme der deutschen Dehi>rdeu und Ger ch'.e zu den Ichweize- rischen Schuldens rdevungen. Die Inhaber von Valutascheinen sollen ihre Ans-iüche bei der schweizerischen Bankierv reinignnz in Basel bis zum 15. Dezember a-nmelden. Die Ansprüche der Besitzer voU Gutscheinen feien rechtlich einwandfrei begründet. Cs würde eine unerhörte RechtsbeuMng und eine schwere Verletzung von Treu und Glauben bedeuten, wenn die Valutaverbindlichkei-en der deu 'chen Städie von den zuständigen Behörden D.ut chüuids nicht -M — RR -1-1 “ Z • r- <9 ' <9rt "8- 66 rt K oL II Chinesische Inventur. AufväumungSnrbTiten auf den chinesischen echlachtseldem f nd soweit vorgeschritten, daß das provisorische Obmechiupt der chinesischen Republik Tuan-Chi-Iui mit Hllse der dem Kriegs ähren ungünstigen Witterung die Möglichkeit erhält, Inventur zu machen. Wenn die Reihe bet chinesischen Generale nicht über Rächt durch einen neuen Diadvchen vergrößert wird, und wenn General Fen gh die angekimdigte Amerika- Re.fe wirklich antritt, so erfolgt in den nächsten drei Monaten auch die so seh.ilichst erwartete innere Konsvlihleruiig Chinas. DaS sind gewiß keine tomvlizler-ten Dorausseh'angen, denn ebenso wie der ‘Bürgerfrieg diesmal sich an einem wnizigen Funßm entfachte, so ist die Amerita- fahct FenghS auSschlagg-.-bend dafür, ob Wu- Pei-Fu, der noch immer als Außenseiter betrachtet wird, an d?c Zusammenkunft der chinesischen Pcovinzvertretei teilnehmen wird. den Machten als neugeborenes geschlossenes Ganzes entgegenzustellen. Soloeit die innenpolitische Inventur ChinaS, die, wenn nichts iln- ecwartetes dazwischen kommt, in den nächsten drei Monaten, vom 24. Oktober an gerechnet, durch die Beschlüsse einer von der neuen Regierung In Aussicht gestellten chinesischen Qla» lionalversammling zu Ende geführt werden soll. Rach menschlicher Beurteilung dürste nach Ablauf der genannten Frist Ostasien in eine neue politische Phase treten. Frvtlich wollen die Großmächte g fragt fein. Auch ohne die chinesischen Eceignisie der letzten Zeit wäre Ostasien bald wieder zu einem Hauptstück des europäischen Katechismus geworden. Die starke außenf>olitische Hand Bald- tvinS, deren varhoevendes Zugreifen niit uns . auch die (Sbrnefcu soeben tn Aegypten beobachten, streckt sich nicht nur nach dem Euezkanal und dem Sudan aus, sondern Darüber hinaus bis nach Indien und Singapore, welch letztere Hafenstadt im Pazific den ne-.ien Flotte-rttihpunkt Englands zum Sch >,c sei er astatischen Dominions vnd Australiens gegen einige fernöstliche Ge,ahren -n(P' - R <0 er 6? 3 = V- v W y llt 9(P - 3(65 816 a abgeben soll. * Im Schein der sich in Ostasien andeutenden reuen Mächtegrupp ermig tritt die Sin g a - Pore- Frage Plast sche hervor, als eß ohne die russisch-japanisch-chin fische Verständig ng auf der Grundlage des Mottos „Asien den Asiaten!" sichtbar gewesen wäre Wir haben hi den letzten Wochen mehrfach, last not least an der Londoner Pressekampagne in chinesischen Dingen gesehen, wie groß Eaglinds und Amerikas Besorgnis um ihre gesährdete Vorb.ecischast in Oftafien ist. Japan trägt dm Dereinigtenf Staaten noch immer das Emwanderungsve.bot nach und die am?ritanische Ausfuhr nach China ist in diesem Jahre start ins Schwanken geraten. Die industrielle Entwicklung Asiens feit dem 5^rie?,c hat auch die englische Tectilaus« fuhr dorthin stark beeinträchtigt. Solche rnb ahn- liebe Gründe sind, wenngleich ‘ic leineswetv durch die fin?.n.;pvliti chen Qin imbig inge-i bc: pr:v so rischen Regierung in China oc.itirZt werden, für Chamberlain Anlaß, am kemmendm F eit g gelegentlich seiner Z us a r.:enlu r. \ t m ' i Herriot die Einbeziehung Frankreichs in die englisch-amerikanische Interessengemeinschaft im fernen Osten zu b sprechen. Die Lage ist mm doch so, daß das Ostasien-Problem in der europatt chen Politik seit der von Poincarä -ttngel-eiteten e geren französisch-japanischen Verständigung e ne 6 i t u a t i o n 3 d e r f cb i cd u n g cr> fährt, an der- sich offensichtlich auch Rußland beteiligt, di'ses zwar mit offenkundigen Dolsch:-- wisierungsabsicht m • , Da ist die Arus.-run.« eines Sohnes von Sun-Vat-Sen, dem Li bi ' l.nd Mo., r . bedeutungsvoll, nach der fein Vater, trotz a -cr radikalen Mahrahmeu, selbst den leisesten V-r- such, China zu bolschewisieren. aufs schärfste verurteilt. Dr. Sun-Pat-Sen stehe, ebenso wie die übrigen Gefährten im Kampf gegen das alte Peking auf dem Standpunkt, für China gelte zu- Eächst der Wahlspruch „China den Chine- enl". Erst wenn das erreicht fei, erst wenn ie Mächte den guten Willen f' 'i',l hätten. Hit China als einem gleichbececht'.g- . len Faktvr zu verhandeln, erst dann könne 4 vielleicht von entscheidenden maßgebenden außenpolitischen Bindungen die Rode f?in. Zieht man aber die Zugehöcigteit Ti'.an- L h i - 2 u i s zur japansceundliche.i chinesischen ' Ans-Partei und di: jüng'tenReden Luw-VatE^as In Japan in Betracht, id wird man geneigt sein, in der neuen chinesisch-javanischen Annäherung eine Art Bindung zu sehen, die Sun-Bat-Sen erst für die Zukunft voraussagen möchte. Diesä ; Erwägung führte vor einigen Tagen einer unserer i Berliner Mitarbeiter g.legenllich seines Gesprächs mit einem gut unterrichteten chinesischen Beamten ins Tressen, erhielt darauf aber die Antwort, erstens habe Sun-Jat-Sen in Japan persönliche Beziehungen und zwettens habe auch die Ai7fu°Par:ei siu' zu der Auffassung entwickelt, China dürfe seine eigenen Irtteressen nicht •tm jeden Preis einem astatischen Block tofecn, von dem in der deutschen Presse ncuer- Zu dem Abschluß des Handelsvertrages cr- sährt die „Telegraphen-Llnion" von gutunterrichteter Seite noch folgende Einzelheiten: Der Handels- und Schiffahrtsvertrag beruht auf her Grundlage der allgemeinen Meistbegünstigung. Er umfaßt alle Gebiete: Zölle, Schisfahrtsrechte sowie auch die gegenseitige Qlnerfennung der Konsulate und enthält einen besonderen Schiedsgerichtsparagraphen, der auf die Dauer von 5 Jahren abgeschlossen und daun mit einjähriger Frist kündbar ist. Der Vertrag bedarf der Ratifizierung durch die beiderseitigen Parlamente. Da nicht anzunehmen ist, daß bis zum Stichtage, dem 10. Januar 1925 (Ablauf der fünfjährigen Frist au6 dem Versailler Vertrag) in Deutschland und tn England die Ratifizierung durch die Parlamente möglich ist, muß für die Zeit nach dem 10. Iamiac 1925 mit einem Vertrags losen Zustand gerechnet werden. Ob für diese Zelt noch ein modus vivendi gefunden wird, steht dahin. In einem besonderen Protokoll ist noch festgestellt, daß bei künftigen Zoller- höhungen keiner der beiden Staaten seine Zölle so'zuspitzen soll, daß sie nur den Gcgcn- konlcahenten treffen könnten. Die deutsche Delegation hat London schon zum Teil gestern verlassen, zum Teil verläßt sie London heute früh. In englischen Kreisen herrscht über das Zustandekommen des Vertrages Befriedigung. Soweit die Abendpresse sich zu dem Abkommen äußert, drückt auch sie ihre Z u f rl c - he n bei t über das Zustandekommen des Vertrages aus. Man verspricht sich von dem 2lb° kommen Vorteile für die englische Industrie. Die Regelung der Ausfuhr- abgcrde in England. Berlin. 3. Dez. (Täl.) Amtlich Die : hund 2;. • engl sche Regierung haben gelegentlich der Handelsverträge.Verhandlungen in London vereinbart, daß die praktischen Möglichkeiten der Einführung einer anderweitigen Erhebungsmethode der 26- pro,ze::ttgen Reparationsabgabe, bei den Zahlungen durch die einzelnen Kaufleute nicht er- forderlich werden, von der deutschen Regierung mit dem Generalagenten und dem Trans- fera-.:sschuß erörtert werden. Wenn eine zufriedenstellende Lösung gesunden wird, wird die bcu/.V Ree-.rrung, geleitet von dem ernsten Wunsche, 5d" einer gegenseitigen Verständigung | kommen sich bemühen, zu einer Vereinbarung üb:-. C.2 derung dec jetzigen Erhebungs- ' .N < : . en. die die Einnahmen dec britt- scheu e.ung nicht vermnck>ern wird. Es kann mit dem Zusiandek.->mnren ri ier Vereinbarung gerechnet werden, dahingehend, daß Schikanen in der Erhebung ausgeschlossen sind und eine Schädigung d.S deuftchen Hondels vermieden wird. xLnttieh i soll der (Srpsrtcu: mit der 2!usfuh: bgad: nich s »ft » —- gunge n für bte Rückzahlung der Schulden ge» währen zu können, als England. Die fran- zösischen Iahlungen werden sich auf 80 Jahre erstrecken. Der Zinssatz für die ersten fünf Jahre beträgt 2—2Vs Prozent, für die folgenden Jahre wird er A—33/< Prozent betragen. Man glaubt, dah der Kongreß ein auf dieser Grundlage abge- schlos>senes Abkommen ratifizieren w^rd. Die deutsche Sprache im Elsaß. Eine Kammerrcde Herriots. Paris, 3. Dez. (TA.) In der französischen Kammer kam eS gestern nachmittag bei Erörterung des Budgets von Elsah-Lothringen zu einer interessanten Debatte über das Sprachten- problem. Als einer der ersten sprach Abgeoick»- ncter Peirvtes: Die meisten Elsässer, so erklärte er, beherrschen nicht die französische Sprache und obwohl die elsässische Jugend große Fortschritte In der Erlernung des Französischen mache, sei der Gebrauch des Deutschen bei Gerichtsverhandlungen, im Theater, in der Kirche auf der Kanzel und in der Presse unbedingt notwendig. Insbesondere müsse die deutsche Sprache vor dem Gericht mit Rücksicht aus die unbemittelten Klassen zugelassen werden, weil sonst geradezu drastische Justizirrtümer vorkommen tourten. Das Befremden einiger Pariser Blätter sei ganz unverständlich. Schiller, ter Ehrenbürger Frankreichs von 1793, habe ein Anrecht auf Rucks^cht. Sei es wirklich ein Verbrechen, wenn eine deutsche Truppe in Straßburg Vorstellungen gebe und sich deutsche Spvrt- verbände mit französischen Sportklubs in Paris im friedlichen Kampfe treffen? — Zu demselben Thema sprach dann Abgeordneter Müller: Tatsache fei, daß Elsaß an dem deutschen Dialekt fest halte. Man müsse sich das Wort Napoleons ins Gedächtnis rufen: „Laßt sie deutsch sprechen, wenn sie sich mir als Franzosen schlagen." (Lebhafter Beifall.) Es läge im Interesse sämtlicher Äonfeffionen, daß d i e Kinder deutsch lernen, um an dem religiösen Leben wirksam teilnehmen zu können. Ministerpräsident Herriot antwortete: Frankreich habe erlaubt, in den Schulen wöchentlich drei oder vier Stunden deutschen Anterricht erteilen zu lassen, da- -zu kämen drei oder vier Stunden Religionsunterricht, die ebenfalls in Deutsch gegeben werden können. Man könne also nicht behaupten, daß Frankreich den Versuch mache, die deutsch^ Sprache zu verbannen. Aber es sei nicht die Aufgabe Frankreichs, die deutsche Sprache in Elsaß-Lothringen zu fördern Die deutsche Sprache sei schon an und für sich durch die Gewohnheiten in den Familien und durch die vielen Jahre der Okkupation gefördert worden. Ausgabe der französischen Regierung sei es, alles Mög-i liche zu tun, um die Verbreitung der französischen Sprache zu erleichtern. Aus diesem Grunde wende man bei den kleinen Kindern die direkte Methode an, während man ;4>ei den älteren Kindern die i n d i r e k t e Methode Jantoente; also die Kinder von sechs bis acht Jahren lehre man in Französisch, um ihnen den Jn- . stinkt für das Französische beizubringen. Die fron» I zösische Regierung sei der Ansicht, daß man den mittleren Kräften, die in Elsah-Lothringen den Gebrauch ter deutschen Sprache anempfehlen, den t Gebrauch ter französischen geistigen Kräfte ent» -Legenstellen müsse. < ________ Der Nevaler Putsch. Am vergangenen Mittwoch ging in Reval der Riesenprozß gegen die e st ländischen Kommunistenorganisatio- nen zu Ende, bei dem allein 39 Angeklagte zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilt tourten. Der Hauptführer der Kommunisten, der Abgeordnete Jaan T o m p , war wegen seiner Hetzreden während der Verhandlurgen und wegen unerhörter Beleidigungen des Ge^chts bereits am 14. Rovember zum Tode verurteilt und am folgenden ^age trotz des Einspruchs des Sowjetbotschafters in Reval hingerichtet worden. Die Regierung war mit aller Strenge vorgegangen, um die ständige Amsturzgefcchr, die durch die „ unmittelbare Rähe Sowjetruhlands besonders bedrohlich ist, durch Festsetzung der Haupträdelsführer zu beseitigen. Der Prozeß und tee strengen Strafen haben offenbar die Veranlassung zu dem Kommu- ntstenputsch geführt, von tem Reval heim- gesucht tourte. Allem Anschein nach hat er sich auf tee Hauptstadt beschränkt. Meldungen aus ten Prvvinzstädten wissen nur von absoluter Ruhe zu melden. 51m so schlimmer tobte ter Aufstand in ter Hauptstadt, wo bei den Straßenkämpfen sowohl die Regierungstruppen wie die Aufständi- l'chen zahl eiche Drrl fte e litten. Den Regierungs- truppen scheint es nach schweren Kämpfen gelungen zu sein, ten Kommunisten die besetzten Gebaute zu entreißen ünd die Ruhr wieder herzustellen. Aus ten ginzen Vorgängen geht d.rs eine m t Cicherh it hervor, daß es ter estländischm Regerung bisher nicht gelungen toir, die bolschewistische Gefahr in ihrem Lande zu bannen In der Hauptsache ist biefe Tatsache darauf zurückzuführen, daß die Auslandspropaganda der Eowj treg'erung es her sehr le cht hat, die Kommunist n mit Kampfwerkte gen zu unterstütz n, zumal Sowj trußland den Gedanken an eine Zurückeroberung der Rand- staaten nk auf geben wird. Sofern die Randstaaten in ter Lage sind, diese Gefahr aufzuhalten, habe sie auch vorläufig Dasein sterechri- gung, da ein weiteres Vordringen des Dalsche- wismus nach Westen nur eine neue Beunruhigung Europas und namentlich Dra sch- lands bedeuten würden. Die Kommunisten- Prozesse, die in ter letzten Zeit in De ttsch.4 nd Die Gerichte beschäftigten, haben erwiesen, daß auch bei uns bi c kommunistische Gefahr keineswegs gebannt ist. da sie von Rußland aus immer wieder mit Geldmitteln genährt wird. Die esthnische Regierung protestiert in Moskau. Paris. 2 Detz. (TU.) „Information" erfährt aus Reval, daß die esthnische Regierung gestern efne energische Protestnot: rach Moskau geschickt hat. E,rhland verlangt die Einstel- lung der feindlichen Kundgebung , Die in Moskau, Petersburg und m and.r n StöD ten veranstaltet tourxm In der Ro' ctoicb f - igcftent, daß Beamte der Sowjetregie rungan ten Kundgebuit-iM teilnahmen und eine vretoi'mon gegen die „Weißen Banditen des esthnischen Kabinetts" zur Annahme gelangen liehen. Schwere (Gefängnisstrafen für deutsche Redakteure in Polen. Danzig, 2. Dez. (TA.) Der Herausgeber des „Pommereller Tageblattes" in Dirschau, Dr. Krull, ist von ter Strafkammer in Stargard in Pommerellen wegen Verächtlichmachung der Staatseinrichtungen, Verbreitung von Tatsachen und Verübung groben Unfuges zu einem Jahr Gefängnis rmb sechs Wochen Haft verurteilt Worten. Der R^atteur Kra- n o s ch k e erhielt drei Monate Gefängnis und vier Wochen Haft, und der Redakteur (Seger zwei Wochen Gefängnis. Dr. Krull tourte sofort in Haft behalten. Das ungeheuerliche Urteil geht über den Antrag des Staatsanwaltes hinaus, ter ein Jahr Festung und acht Monate Gefängnis beantragt hatte. Das Urteil läßt sich nur daraus erklären, daß der Vorsitzende des Gerichts, der Aus aller Wett. Das Verbrechen in Saiger. Die furchtbare Bluttat in Saiger beschäftigt die Oesfentlichkoit wach wie vor m hohem QltaDe. Gestern in den Mittagsstunden gi g uns die nachstehende Schilderung von Ei z lheiten über das grausige Verbrechen zu, die wir für einen Teil unserer fyaudgen Ausgabe wieberhoien: Das Verbrechen ereignete sich in der Villa des Direktors Fritz A n g e r ft e i n von dem Haigerer Zweigwerk des Wssener Stahlwerks van der Zuipen. Die 80 Jahre alte, krank im Bett liegende Mutter Angersteins, dessen 32 Jahre alte Frau, deren 18 ober 19 Jahre alte Schtoester, das noch auf ten Speicher geflüchtete Dienstmädchen, zwei Bureaubeamte, die sich gerate auf ten Heimweg begeben wollten, der aus Dälenburg stammende Gärtner und ein zu dessen ArbeitsHilfe bestimmter 28 Jahre alter Arbeiter wurden sämtlich durch Axthiebe getötet. Direktor A n g e r ft e i n , ter gegen V26 Ahr noch in der Die Beachtung der Anzeigen durch die Leser wird von manchen Großstadtblättern mit Preisausschreiben oder ähnlichen Mitteln zu erreichen versucht. Bei dem Gießener Anzeiger ist sie immer gesichert durch geschmackvolle und ausfällige Satzausführung, sowie durch wirksame Zusammenstellung der Anzeigenseiten. Voraussetzung ist die rechtzeitige Bestellung der Anzeigen, namentlich aber der größeren Geschästsempfehlungen. Für die Samstagsausgabe müssen größere Anzeigen am Donnerstag nachmittags aufgegeben sein, für die übrigen Ausgaben spätestens mittags am Tage vor Erscheinen. Dann wird die größte Beachtung erreicht im Gießener Anzeiger! Mitglied des polnischen Westmarkenvereins ist, mit aller Gewalt wie aus tem Verlauf ter Verhandlungen hervor ging, die Angeklagten für schuldig erklären wollte. Das Urteil im Freiburger llommumsterrprozch. Freiburg, 2. Dez. (TA.) Der Staats- gerichtshof zum Schuhe der Republik hat am Dienstag, nachmittags 3.30 Ahr, in dem Aoch- verratsprozeß gegen die Führer teS oberbadischen Aufwandes, der das Gericht nahezu drei Wochen beschäftigte, bas Arteil gefällt. Von insgesamt 37 Angeklagten wurden 19 zu s ch w e r e n Z u ch t- haus st rasen in einer Gesa nthöhe von 67 Jahren verurteilt. Davon erhielten die Hauptangeklagten Kaufmann Hans Steiner acht Jahre Zuchthaus und Edmund Rummele aus Zell im Wiesentale sieben Jahre Zuchthaus. Vier Angeklagte wurden freigespcochen. * Bei ter llrteiUtegrünbung hielt ter Gerichtshof folgenden Sachverhalt als erwiesen: Die K. P. D. erstrebte das Ziel, di: gegenwärtige Regierung mit Gewalt zu stürzen und eine Arbeiter- und Dauer nregierung nach tem Muster ter.russischm Sowjetregierung aufzurichten. In diesem Sinne betätigten sich im Herbst 1923 auch die oberbadischen Kommunisten, wobei sie die ursprünglich aus Lohnbewegungen entstandene Anruhe in Lörrach und Umgebung zu ihren Zwecken zu benutzen suchten. Bei diesen Anruhen war eine Reihe von Angeklagten beteiligt. 3m Zusammenhang mit den von den Kommunisten schon während ter Anruhen verfolgten Plänen sanden bann im Lause des Oktobers unter Leitung einiger Angeklagter in Reustadt im Schwarzwald, Brombach, Zell im Wiesental, Lörrach und Lörrach-Stetten Versammlungen statt, wobei von einigen der Angeklagten aufrührerische Reden gehalten wurden, und die nähere Ausführung ter geplanten Aktionen besprochen wurde. 3m Anschluß an diese Versammlungen fanden auf Anstiftung der als Führer hauptsächlich hrrvorgetretTiren Angeklagten Steiner und R ü m m e l e verschiedene schwere Einbruchsdieb stähle statt, wobei größere Mengen Sprengstoff erbeutet wurden, die bei der Anfertigung von Handgranaten Verwendung fanden. An diesen Verbrechen und Vergehen gegen dgs Sprengstoff- eesey war eine größere Anzahl der Angeklagten eteiligt. Alle diese Umtriebe wurden größtenteils inszeniert in Ae herein st immung mit den von verkomm uni st ischen Zentra le in Stuttgart gegebenen Anweisungen. Einen klaren Einblick gewährte in dieser Beziehung die bei einzelnen der Angeklagten, hauptsächlich bei tem Angeklagten Steiner gefan» denen Fra gebogen und sonstigen Schriftstücke. In den Dersarnmiungen wurde nicht nur von qctoaltfamem Umsturz gesprochen, sondern auch die E'mh.rltung eines (Stuttgarter Kampf- pla n. s von den Führern (Steiner, Rümmtte und Herbster» empfohlen. Aus allen diesen Grünten tarn das Gericht zu dem Schluß, daß alle An- gettagten mit wenigen Ausnahmen sich des Vergehens und Verbrechens des Hochverrats, gegen das Sprengst offg.-setz ur,b gegen das Repa- I blifschutzgesetz schuldig gemacht haben» Stadt mit Bekannten gesprochen hatte, wurde beim Betreten seines Grundstücks im Vorgarten von einem Mann gestellt, in die Hand und dann so heftig mit einem Seitengewehr in die Seite gestochen, daß die rechte Bauchseite aufgeschlitzt tourte. Er tourte Montagabend noch operiert. Die Verbrecher hatten zwei Faß Benzol m i t g e b r a ch t, womit sie das Haus von oben her begossen und bann anzünteten. Von den Bahnbeamten und den Rangier- lokomvt oen tourte, als man das Anheil bemerkte, sofort höchster Alarm gegeben, und von allen Ee ten eilten nun 'beherzte QUännec und die Feuer- toehr herbei. Der Brand konnte alsbald gelöscht werten, so daß nur ter Dachstuhl des Hauses ab- biannte. Das Diensttitädchen sand man e ft nach längerem Suchen auf tem Speicher als halbver- kohtte Leiche auf. Roch feine Klärung. Bis gestern abend waren die R a ch forsch u n g e n nach den Mördern ergebnislos geblieben. Allerdings hat die Polizei im Laufe des gestrigen Tages acht Verhaftungen vorgenommen, es ist aber noch nicht sestgeftellt, ob einer der Verhafteten mit dem Aeberfall in Zusammenhang zu bringen ist. Ein größeres Kommando SiegenerSchuhpolizei, sowie Kriminalpolizei, darunter auch solche aus Frankfurt am Main, ist zur Aufklärung des Verbrechens eingesetzt worden. Ein besonderes Mord- k 0 mm a n d 0 der Polizei ist tätig, das in der Rächt vom Montag auf Dienstag die Mordstätte und die Spuren schon mit 10 Polizeihunden abgesucht hat. Es ist bis jetzt sestgeftellt, daß es» sich nicht um einen Racheakt, sondern um einen» grohang elegten Raubzug zur Erbeutung der Lohngelder handelte, Idie Angecstein als Prokurist in feinem Hause aufbewahrte. Die Verbrecher haben an tem Tatort mehrere Mordinstrumente zurückgelassen. ein Beweis tetfür, mit welcher Eile sie die Flucht ergriffen haben. Es sind eine Axt, ein Deik, ein Jagdmesser mit HirschhorngM und außerdem ein Rucksack aufgefunden worden. Ferner sand man eine Kassette. Man nimmt an, daß sechs bis acht Personen an derTat beteiligt toa ren. Direktor Anger stein befintet sich auf dem Wege der Besserung. Wie man hört, sind schon Monate vorher Angriffe gegen die Familie Angerstein gerichtet worden, die sich am Ort großer Beliebtheit erfreute. Auch die Rächt vorher sind verdächtige Leute um das Haus herum bemerkt Worten. Marn hat ihnen aber weiter "eine Beachtung geschenkt. Man nimmt an, daß die Dante sich nach vollbrachter Tat wohl in die umliegenden Wälder zerstreut hat. Die Verbrecher haben das Telephon durchschnitten, um den Angegriffenen eine Verständigung mit der Stadt unmöglich zu machen, haben die Wasserleitung zerstört, damit ter nachher angelegte Brand nicht gelöscht- werten konnte, und einen Schäferhund umgebracht. Absturz in den bayrischen Bergen. 1 Garmisch-Partenkirchen, 2. Dez. (TA.) Die aus Magdeburg stammende 22jährige Grete Kruse stürzte bei einer Tour auf ten Höllentorkopf in eine Rille ab und wurde dann 300 Meter tief in die Rordwestschlucht des Höllenstein torkvpfes geschleudert. Die Leiche tourte vollständig zerschmettert geborgen. Aus Stadt und Land. Gießen, ten 3. Dezember 1924. Drc neuen Lohnfteucrmrlderungen. _ Durch die zweite Verordnung des Reichs- Präsidenten über wirtschas Ich notwendige 6teuer* Milderungen sind d e Bestimmungen über ten Steuerabzug vom Arbeitslohn mit Wirkung vom 1. Dez ember 1 92 4 ab in einigen wesentlichen Punkten geändert werden. Der steuerfreie Lohn betrag, der bisher 50 Mk. monatlich (12 Mk. wöchentlich usw.) betrug, ist auf 60 Mk. monatlich (15 Mk. wöchentlich, 2,50 Mk. täglich, 0.60 Mk. zweistündlich) erhöht worden. Reu ist die Bestimmung, daß Steuerabzugsbeträge von nicht mehr als 0,80 Mk. monatlich (0,20 Mk. wöchentlich) nicht erhoben werden. Diese Bestimmungen gelten für alle Lohnzahlungen, die für eine nach tem 30. November 1924 erfolgende Dienstleistung bewirkt werden. Beispiel: En verheirateter Ärbettnehrner mit zwei minderjährigen Kindern erhält für die Lohntooche vom 5. bis 11. Dezember am 12. Dezember 1924 einen Lohn von 42 Mk. ausgezahlt. Dann sind als Steuer einzubehalten: 7 v. H. (42-15) — 27 — 1,89 Mk., abgerundet 1,85 ML Würde ein solcher Steuerpflichtiger nur 17 ML Wochenlohn erhalten, so wären an sich einzuo behalten: 7. v. H. von 17—15, 2 — 0,14, abgerunte# 0,10 Mk; dieser Betrag bleibt unerhoben, da er 0,20 Mk. nicht übersteigt. * ** D i e Stimmbezirke und Wahllokale für die Wahlen am kommenden Sonntag werten im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes zur öffentlichen Kenntnis gebracht. ** Maul- und Klauenseuche. Don zuständiger Sette wird uns geschrieben: In letzter Zeit entstand das Gerücht, daß in Allen do rf a. d. Lahn die Maul« und Klauenseuche herrsche und verheimlicht werte. Es ist dadurch in den benachbarten Gemeinden eine lebhafte Beunruhigung entstanden. Amtliche Erhebungen, die inzwischen vvrgenommen tourten, haben bisher keinen Anhalt für die Richtigkeit des Gerüchtes ergeben. Es ist gesetzliche Pflicht jedes Tier- besihers, den Ausdruck der Seuche in seinem Viehbestand anzuzeigen, es ist aber auch Pflicht eines Jeden, der etwas davon erfährt, daß irgendwo eine Seuche herrscht und verheimlicht wird, dazu beizütregen, daß die Seuche festgestellt und bekämpft werten kann. *’ Oessentliche Bücherhalle. Im November wurden 1823 Bände ausg liehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1021, Zeitschriften 124, Jugendschriften 106, Literaturgeschichte 16, Gedichte und Dramen 42, Länderund Völkerkunde 111, Kulturgeschichte 40, Geschichte und Biographien 94, Kunstgeschichte 25, Naturwissenschaft und Technologie 119, Heer- und Seewesen 15,, Haus- und Landwirtschaft 24, Gesundheitslehre 13, Religion und Philosophie 39, Staatswissenschaft 7, Sprachwissenschaft 5, Fremdsprachliches 22 Bände. Nach auswärts kamen 13 Bände. " Fahrraddieb st ahl. Am SamStag wurde aus dem Hausgang einer hiesigen Wirtschaft ein Fahrrad, Marke Panther 99, Fabriknummer 466 743, entwendet. Vor Ankauf wird gewarnt. Sachdienliche Mitteiltmgen nimmt die Kriminalpolizei entgegen. K. WvhnungSverkäufe deS Frankfurter Wohnungsamtes. Aus Frankfurt am Main wird uns geschrieben: Das Frankfurter Wohnungsamt läßt sich in vielen Fallen für die Aebe rlas sung einer Wohnung eine Abfindungssumme zahlen, die mar.chmal recht hoch ist und die zur Neuerstellung von Wckhnungen für Unbemittelte verwandt wird. 3n einer Gerichtsverhandlung tourte , jetzt einmal näher auf diese Anterschiete der ileberlaffung von Wohnungen gegen Dringlichkeitsschern, oder (gegen Abfindungssumme eingegangpn. Ein Kriegsbeschädigter mit dem Dringlichkoitsschein büßte eine Wohnung vom Wohnuirgs^mt gekauft, hatte auch die Anzahlung geleistet, konnte ater den Rest nicht auf bringen, da das Wohnungsamt! 4000 Mark verlangt hatte. Das Gericht erklärte sich mit diesem Verfahren des Wohnungsamtes nicht einverstanden, da auf diese Weise nur derjenige eine Wohnung erhalte, der über die nötigen Mittel verfüge und hierdurch tefonterS begüterten Ausländern die Möglichkeit gegeben sei, sich hier ansässig zu machen, während bie Einheimischen jahrelang vergeblich toa'. ten können. Es sei merkwürdig, daß die Oeffentlichkett nicht erfahre, wieviel Austauschwohnungen jährlich verkauft würden, welch? Wohnungen nur auf ten Dringlichkeitsschein abgegeben würden und wieviel Ausläirder gegen BezaUung sich in Frankfurt jährlich ansäss.g machten. Das Gericht vertagte die Verhandlung, um diese Fragen klarzustellen. Vornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater: 71/» Ahr „Gyges und sein Ring". — Deut chnationale Volkspartei: 81/4 Ahr Turnhalle Wählerver.ammlung — Vortrags Vereinigung: 8V4 Ahr Aniversuätscrula Lich bilter-Vov- trag. — D. H. V.: 8'/% Ahr Monatsversanunttmg. — Männer-Gesangverein „Liedertafel': 8 Ahr Vereinslokal, a-u^'rortentliche Cteire alversam-m- lung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Dai h, die Abenteuer einer Lady'. — Hess. Bittechühne: Experimental-Vortrag über Welte raumtä t und SoN!:entemp.rutur v.n 'Dr. Sta thagei^ -teifcn. — Aus dem Stadttheaterbureau Wirch uns geschrieben: Wir machen daraus aufmerksam, daß »die Vorstellung am Donnerstag, 4. Dezember, „Liebfrauenm Ich' sich in 2 Stunden abspielt, also gegen 9 Ahr beendet ist. — Die letzte Vorstellung von „D.e Räuber" am Sonntag, 7. Dezember, abends 6% Ahr, wird zu ermäßigten Preisen gegeben. — Sozialdemokratische Partei. Morgen abend Wähl-lerversammlung anrf der Liebigs höhe. (Siehe Anzeige.) Wettervoraussage. Vorwiegend toofitg, mild, später kühle:. emzelne Nieterschläge, zunächst noch Dunst oder Nebel. Landkreis Gießen. * Großen- Linden, 28. Nov. Nachdem schvn verschiedene Parteien hier Wahlversammlungen abgehalten haben, fand gefterrt abend im oaal von Gastwirt Schaum eine sehr gut besuchte deutschnativnale Wählerver- f a m m l u n g statt. Nachdem ter Vorsitzende ter hiesigen Ortsgruppe, Wilhelm Volk, auf die 4 s-lichw frrfen M>ied bn SA der Lr träge u ksarr und b vichtiS zeit den ’ V ß sand hi« Satt, eir ich en 9 Sinährn Sündiger and in - AechlW scharf sti Sie iin benac gen koi Scull« zialde t ® Semei bsmstan Sobei lichcn Q vvm ®« r-chM'!- ® ü r g« etfotbei bei G' zu leis Kreis« die E ausschr Friedr brechen übertoi Komm sehet Doh^ wird d nchmig zum Q Weiter man n Dort lauf be Dur.: < kchiffen Abslimn Wo 18), Ai j Pürtml* . der B ' 21ultt>e, [Öl Luchn« Bücking "erstras !°eg (1 einmal Vas -DUD oes treuen Manne» vor Dem geistigen Äuge der groben Trauerversammlung erstehen lieh, wurde der Entschlafene an der Seite seines im Weltkrieg seinen Wunden erlegenen und auf dem hiesigen Zriedhos begrabenen Sohnes, des Pfarrers und Leutnants Heinrich HkbHel, In einem Ehrengrab, das die Gemeinde zur Verfügung geftelli hatte, beigesetzt. ®g. Har. Hebbel hatte sich grobe Verdienste um die Sortierung der Kriegervereinssache in hiesiger Gegend erworben und war Inhaber des Eisernen Kreuzes aus dem Iahre 1870. Der evang. Kirchengemeindevertretung und dem Ortsgcricht gehörte er über 35 Iahre an; er hat sich auch in diesen Aemtern als treuer Wann erwiesen. )( LinDhcim, 2. Dez. Am Frcuagnach- mittag fand in unserer mit Tannengrün schön geschmückten Haushaltungsschule die Schluhprüfung des zweiten Kursus statt. Tine grof>? Anzahl von Eltern, Angehörigen der jungen Mädchen sowie von Freunden und Gönnern der Anstalt hotte sich eingefut dcn. Pfarrer Bär. der verdienstvolle Vorsitzende des Vorstandes der Schule, eröffnete die Prüfung mit einer kurzen Ansprache, in der er vor ollem den Präsidenten der Landwirtschaftskammer, Oelono- anierat Hensel (Dortelweil), den Vertreter der Regierung'. RegierungSrat Dr. May (Darmstadt) und den Vertreter des Kreisamts, A sessor Dr. Loh (Büdingen). herzlich begrünte. In der darauf folgenden Prüfung, die von den beiden Lehrerinnen der Anstalt. Frl. Geyer und O ä r t - ne r , der Krankenschwester. Oeionomierat An - drä (Büdingen), Inspektor Metternich (Tübingen) und Lehrer Stork (Altenstadt» vorge- nommen wurde, erregten die Kenntnisse, die die jungen Mädchen sich in der kurzen Zeit ihre» Hierseins auf den verschiedensten Gebieten erworben hatten, allgemeine Bewunderung. Mit einem Schlich- und Mahnwort an die Eltern und Schülerinnen von den Herren Pfarrer Bär (Lindheim), Präs Deal Hensel und ebu-m Danke-wort einer Schülerin an die Lehrerinnen und Lehrer sand die Prüfung ihr Ende. Die Veranstaltung wov umrahmt von verschiedenen unter der sachverständigen Leitung von Lehrer Stork (Altenstadt) prachtvoll zu Gehör gebrachten mehrstimmigen Chören der Schülerinnen. Im ganzen kamen 19 Schülerinnen zur Entlassung. Aach der Prüfung fand in dem finnig g schmück.en Saal der Anstalt eine Bewirtung der Eltern und Gäste, der Lehrer und Lehrerinnen mit Kaffee und Kuchen, Torten und Backwerk statt, die der Ta Ihm ft der bedienenden Schülerinnen das beite Zeugnis auS- stellten. Auch eine Ausstellung der während des Kursus von den jungen Mädchen angefertigten Wäsche und Handarbeiten wurde vor und na<) der Veranstaltung von Eltern und Gästen besichtigt und fand bei allen Besuchern volle Anerkennung. Die ganze Veranstaltung zeigte wieder einmal so recht den Wert der Haushaliungsschule für weibliche Äugend des Landes. Wie wir hören, bestehen leider Pläne, die Schule von hier nach Friedberg zu verlegen. Da ein großer Teil der Elten, 'oldje Verlegung sehr bedauert, dürfte wohl das letzte Wort in der Angelegenheit noch nicht gesprochen worden fein. Starkenburg und Rheinhessen. • Darmstadt. 2. Dez. (Sig. Bericht.) Aachdem jüngst von der Stadtverordnetenversammlung daS Wohlfahrtsamt ermächtigt worden war. Wohlfahrtsmar- Zesfisches Landeslheater. Das Landeslheater hat S c r i b e S Lustspiel „6 in GlaS Wasser" in seinen Spielplan ausgenommen und damit bei der Erstausführung in einer neuen Bearbeitung einen starken Erfolg erzielt. Die Bearbeitung des allen Lustspiels durch Otto Stockhausen, der in Darmstadt seinen Wohnsitz hat, ist sehr lebendig; vor allem sind die Dialoge gekürzt worden. An mehreren Bühnen der RachbarsssDte hat daS Lustspiel in neuem De- toanbe ferne Zugkraft bereits bewährt. Die letzte Leistung des Landcstheaters war ebenfalls eine erfolgreiche Reubelebung. In diesem Falle handelt es sich um die alte Operette „Str lustige Krieg" von Iohann Strauß. An dem Erfolge beider Werke hat neben den Darstellern und Re- gisseuren vor allem die Bühnenausstattung von Lol har Schenkvon Trapp einen bedeutenden Anteil. Namentlich die Eigenartigkeit der Kostüme gab ten Aufführungen eine be'onbere Tote. „Ser luftige Krieg" ist die erste Operette in dieser Spielzeit; aus dem Beifall des ausverkauften Hauses ersah man, daß geradezu ein Bedürfnis nach Ausführungen guter Operetten vorhanden ist. Die Generaldireltion des Hessischen Landestheaters hat das Dühnenspiel des russischen Komponisten Igor Strawinski ,*S) i e Geschichte eines Soldaten" zur Ausführung erworben. Ferner wird eine Ballettpantomime von Claude Debussy .Die Spielzeugschachtel" am Landestheater ihre deutsche Uraufführung erleben. ten auszugeven, um dem über ha abnehmende» Straßenbctlel zu Heuern, zeigt es sich, daß diese» Wittel geeignet ist, dem Dettlerunwesen entgegenzuwirken Die Bettler erhalten, wenn sie bet llntcrflütnmg würdig sind, vom WohlsabrtSamt Unterfl Übungen. Der erste Bettlet der vorsprach, war em arbeitsfcheuer.bei einem anderen ward« festgestellt, daß er bereits ausreichende Unterstützungen und eine Rente bezieht. Ieht bat ein Bettler seinem Unmut Luft gemacht, indem er im Wohlfahrtsamt mehrere Scheiben zerschlug — Gegen den Dau- untemetuner Eisenbach au» Mörfelden bei Groß-Gerau ist die Voruntersuchung wegen Mordes eingebettet worden. In seinem trüberen Hause sand man unter dem Beton- sußbvden im Keller die Leiche eines Mannes. ES ist bereits scstgestellt worden, daß es sich um die Leiche eines Kellner» handelt, mit dem Eisenbach in Verkehr stand und mit dessen Frau er nähere Beziehungen unterhielt. Die gerichtliche Untersuchung hat bi# jetzt ergeben, daß her Schädel eine Schußwunde aufweist. Die Tat liegt ungefähr drei Iahre zurück. Sisenbach, der zur Zeit eine Strafe wegen Hehlerei im Sieger Zuchthaus verbüßt, ist in da» hiesige LandgerichtSgcfängniS eingeliefert worden • Darmstadt, 2 Dez. (S.gmer Bericht.) Opernregiss-sur Iofes Schlembach vom Hess. LandeStheate, ist heute gestorben. Er hatte fich vor etwa 14 Tagen eine Verletzung am Knie xugezogen dis sich verschlimmert htt. Schlem- vach war mehrere Iahre am Landest frsater tätig und war sowohl alS Sänger wie als Regisseur geschätzt. Reben einer Reihe von Inszenierungen älterer Werd' hat er auch mehrere Uraufführungen am Landeslheater szenisch geleitet und ihnen zmn Erfolg verhalfen. 1924 sinnig L* '*?• erfr?: fiir Er 30. S U"S bewich für 12.^ «WwbU. l b. A 1.85 1? Ak ' ßch eikij» ^ogeruiM wo, darr Bohl, 5tmn- heutigen Spracht. Von • ’ ^^ter .*n Arndorf 'leuche hmsche ^inbabe- ihc Vemnch. Jtigen, die m. haben bisher deS Tenichtck > jedes Tiev che in feinem er auch Pslicht erfährt, dos> >d verheimlicht 'uche feftgefteflt Halle. Im ^6 li.fjen. Da, iteratur 1021, 06. Literatur« n 42, Länder« liebte 40, Se- stgeschichte 25, 119, tzeer« und tichasi 24, Ge- frhilosovhie U, chasi 5, Fremd« isDärtS kamen Am SamStag hiesigen Din- Her 99, Fabrik- Hnfauf wird ge- nimmt die Äri- cZÄDexnxmg 7 Dezember IXngcttneien yane, hielt Dr Lenz, Gießen, einen Dortvag über nationale Politik. Die Gegner, die nur in geringer Zahl erschauen waren, machten zwar einige ^oischenrufe, die aber vom Redner sofort schlagfertig widerlegt wurden, so daß der zweite Teil seiner LuSsühcungen in größter Ruhe angehört wurde. ^BurkhardSselden. 1. Dez Zu einer schlichten, stimmungsvollen Ädventsfeier barten sich die Kvnstrmandcm unserer Gemeinde, sowie deren Eltern und Daten am Sonntagabend im Schulfaal der Oberklasse eingefundcn Unter der Leitung von Lehrer Stumps frisch ovr- gelragenc Lieder und ausgewähtte (Se)ichtsvor- teäge umrahmten die Ansprache, die der O r t S- Pfarrer über die Konfirmandenzeit und die Aufgabe deS Elternhauses in dieser wichtigen Zeit an die Erschienenen richtete. Sodann wurde in etwa 50 schönen Lichtbildern des gemütstiffen deutschen Mal rS Ludwig Richter . der ganxe Zauber des christlichen Haulc-s und der deutschen Heimat vor Augen geführt Schließlich wurde noch im Lied und in Bildern von Rudolf Schäfer der tiefe Sinn der Adventszeit den Herzen näher g bracht. V Londorf, 1 Dez. Arn gestrigen Sonntag fand frier die dritte Wahlversammlung statt, einberufen von der sozialdemokratischen Partei, in welcher der frühere hessische Ernährungsminister Reumann tn fast zweistündigem Dorttage über die Politik im Reiche und in Hessen sprach und dabei die Politik der Rechtsparteien, bes 'irders der Deutschnationalen, scharf hitifierte. Sine Diskussion sand nicht statt. Die Versammlung war gut des acht, d e sachlichen Ausführungen Ik-8 Redner» s tnden Beifall. Auch Im benachbarten Ke fiel buch fanden am gestrigen Sonntag je eine Dersarnrnlung der Deutschen Dolkspartei und der So- zialdemokratischen Partei statt. t ©rünberg, 2. Dez Au» der gestrig-n GemelnderatSsitzuiig ist zu bericht n Tie bvmstandetcn Bauausführungen von Otto । Robert und W.lh Z u m p s t, die den polizeilichen Vorschriften nicht »mz genügen, werden , vom Gerne nderut auf Widcrrrus nachträgl ch g - nehmigt. Die Besprechung eines Antias der I Bürgermeisterei Göbelnrod, zu der I erforderlichen Ehaussierung von 120 Meter des GrenzwegpS im Schild einen Bejuv»; | -u leisten, wird aurüdgcflellt. Die von dem Kreisamt angeregte Winterbeihilfe für die Erwerbslosen n*iri> dem WvhlVch t- auSschuh überwiesen. — Die Anträge 3 ä a e r, FrieDr Dock und Schultheiß. Beist ine brechen zu Dürfen, werden Der B» runden reichen Beitzäl sanden. Qlls Sp ech: Der Deutschen D o l kspartei legte tere < Äan- DiDat, Sladip. Haurh - Darmstadt d.e deut ch- volkspartcrliche Politik im Reich und in Heilen Dar. Seine Aussüh u g m sanden starken Beifall. Für die Sozialdemokratische Partei sprach am Sonntagnachmittag der Beigeordnete D ö l p - Darmstadt in sachlicher Wei e über D e soz atdemolratifche Politik, für Die Dem okra » tische Partei referierte alxmds Dr Büch- ne r von Darmstadt. — Der Gustav Adolf- Frauenverein veranstaltete am 1. Advent einen ersten g meinfamen QlbenD seiner QHitglic- Der. Die Frauen waren so zahlreich erfd)i.i>en, daß Der Ratlxrns'aal bis auf Den letzten PI tz beseht war. Pfarrer S ch m i D P legte die Glündr dar, Die zu Der Veranstaltung geführt hatten. Er sprach über die großen Ausgaben, die der Gustav Adolf-Frauenverein Hessens zu erfüllen hätte und wie nötig eS sei, daß Das Interesse lebendig erhalten werde. Dann kam ein Bries von Pfarrer Zöckler über DaS Ergehen seiner Anstalten in StanjSlau zur Verlesung, in dem in sehr bewegten Woren von der Roi b- richtet wird. Die Die Deutschen u .ter der prl nsche-n Herr,ch<>ft zu er.ulden haben. Der Abend bega.m und schloß mit dem ®efc> ig eines Adventlie es. Es wurCe der Beschluß g-f cht. In jede n Winter zwei oder Drei solcher Abende zu veranstalten. ftreie Schotten. -r- Eichelsdors,2. Dez Mit beginnerd r Woche lxrben Die Holzhauerrotten ihre Tätigkeit in Den WalDlmgmr wieder ausgenommen In üfrertoiegmiDvr ZaHl sind es kleinere Landwirte, Die wenig Der nichts aus ch n bäuerlichen Betrieben afrzu etzen fraben Deshalb ergreifen sie gern die Gel-egenheit. wählene> er W'mtermrn ,te lofrn-it^ Be ^häf Igu-g ab Hol • Hauer zu finden. Die einzelne! Rottrer arbeiten unter ihrem Rottmeister gemeinschaftlich, uiD es ist feine Seltenheit, daß in derselben Rotte in jedem frlgcnben Iahre immer diestlben Leu e wiederkehren, verbunden durch Den glriu;ger.ch- telen W.llen, höchsten Lohn- durch fleißige Arbeit zu erzielen. Auch das Schlagen una Verladen Der Weihnachtsbäumchen hat bereits begonnen. Htrcis Büdingen. )( Ortenberg, l. Dez. Ein langer Leichenzug, wie ihn unsere Gemeinde seit langer Zeit nicht mehr gesehen hat, bewegte sich gestern durch Die Straßen unseres Städtchens. Von allen Seiten war die Bevöllerung gekommen, um den Landwirt Georg Heinrich Hebbel zu Grabe zu begleiten und Die Verehrung, Die das deutsche Voll seinen Veteranen gegenüber empfindet, zu zeigen. Rach Der Grabrede des Ortsgeistlichen, die noch deS firanfr QU6 Frank- geschrieben: i g » a m t säht berlalsung .sindungs- recht hoch ift Innungen för in einer ®e- jeyl chund c Ueberlassünü sntslchem. oöer im.Lm Kriegs- teitsschein W nt gelaust, Wir orm'te aber M Dohmingäum Gericht erMrtc Whnungvatttteo iele (kt uner Dtc ffentiitN igen jährig en mir auf iirden imM* a sich in Jram je Fragen tto r Vittvv- SS“ fes '^rlanunlM LZ ssrS5? "^rbur-au -^darauf Z t. r vi" 9 ,. matt*.*; f»‘ »fi:- ■’fe Dsll. straße (16), Landgraf-Philivp-Play (16), Landmannstraße (13), Leihgeftcmer Weg mit Bergwerk (9), LessinAftraüe (12), LicherStraße (14),Ciebigftraf;c (9),Linden- gaffe (1), Lindenvlatz (1) In Löbers 55of (5), Löberstraüe (11), Löwengaffx (17), Lonpstraße (12), Ludwigsplatz (11). Lud- wigftraße (10), Mäusbrrrg (17), Maigaffe (17), MarburaerSrraße (4),Markrlauben. - Bcknnntmnrstnng. Detr.: Die Reichs- und Landtagswahl am 7. Dezember 1924. Für die Reichs- und Landtagswahl ist die Stadt Gießen mit Gemarkung Schiffenberg unt> Aerrnwald in folgende Adstiminungsbe-irke eingeteilt: Alieeftraße (Abstimmungsbezirk Nr. 18), Am Kugelberg (14), Am Pfarrgarten (5). Am Steeg (8), Am Weiher (8), An den Babnhöfen (8), An der Iohanneskirche (18), An der Warte (10), Anneröder Weg (14), Asterweg (2), Auf der Bach (1), Auf der Wenrerde (9), Aulweg (9), Bahnhofstraße (v). Berg- straße (11), Bismarckstraße (13), Bleich- sttaße (12), Brandgaffe (16), Brandplatz (16), Braugaffe (16), Bruchstraße (11), Buchnerftraße (8), Buddestraße (7), Bückingstraße (4), Burggraben (1), Grcd- nerstraßc (8), Dammsnaße (2), Diez- straße (16), Doeringslraße (14), Drei- HLusergaffe (16), Ebelstraße (9), Eder- sttaße (2), In den Eichgärten (14), (ficb- I weg (14), Erdkauterwec, (9), Erlengasse 1(16), Frankfurter Sttaße (7), Friedrich, straße (7), Gabelsbergersttaße (5), Gaffky- sttaße (8),Gartensttaße (11), Georg-Phil.- Gail-Sttaße (13), Glaubrechtstraße (8), Gnauthstraße (12), Goecheftraße (12), Grabensttaße (6), Gutenbergsttaße (13), Äammsttaße (5), An der Äardt (3), Kenselftraße (12), Äeffenstraße (13), Ämter den Schießgärten (3), Äiltebrandftraße (8), Äofmannsttaße (8), Äundsaaffe (1), Iheringstraße (9), Im Gartfeld (2), Iohannessttaße (18), Kaiserallee (15), Kantteiberg (16), Kaplaneigasse (16), Kaplansgaffe (18), Katbarinengaffe (18), Keplerstraße (13), .^rchenplatz (1), Kirch- straße (1), Klinikstraße (8), Kornblumengasse (5), Kreuzplah (17), Krofdorser Sttaße (3), Lahnstraße (5), CanDgrafen- ' straße (16), Marktplatz (1), Marktstraße (5), Mittelweg (8), Moltkesttaße (15), ??'ühlsttaße (5), Kleine Mühlgaffe (5), Nahrungsbe. a (13), Neuen Bäue (16), Neuenweg (18), Neustadt (5), Nord- anläge (3), Ostanlage (15), Ptockstraße (18), Am Niegelpfad (10), Rittergasse <17),Rodheimer Sttaße (3),Am Rodberg (4), Roonstraße (15), Sandgasse (5), Schcmzensttaße (5), Echiffenberg mit | Äerrnwald (13), Schiffenberger Weg I (13), Schillersttaße (2), Schloßgaffe (16), Schottstraße (4), Schützenstraße (3),Schul- i sttaße (16), Seltersweg (17), Senden- i bergsttaße (16), Sonnenftraße (16), Stein- - sttaße (4),Großer Steinweg (14),Stepban- i sttaße (11), Südanlage (18), Teufelslust- i. gärrchen (17), Tiefenweg (5), Trillergaffe 1 (16), Wagengasse (16), Walltorftraße (1), Weidengaffe (16), Wesersttaße (2), Westanlage (6), 55 in ter der Westanlage (6), Wettergaffe (17), Wetzlarer Weg (8), Wetzsteingasse (1), Wetzsteinstraße (1), Wiesecker Weg (4), Wiesensttaße (15), Wißmarer Sttaße (3),Wilhelmsttaße( 10), Wilsonsttaße (9), Wolfftraße (13), Wolkengosse (17), Zozelsgasse (1). Die Abstimmung^- (Wahl-) Räume befinden sich: Für Abftimmunqsbezirk: 1 im allen Rathaus, Marktplatz 14 — Trauungssaal — Abstimmungs- (Wahl-) Vorsteher: Spengler- und Installationsmeister Rudolf Rödi- ger, Stellvertteter: Stadtverordneter Wilhelm Cöber; 2 im städtischen Dienstgeb Lude Aster- weg 9. Wahlvorsteher: Fabrikant Karl Stückrath, Stellvertteter: Stadt- bauinspektor Adam Wettläufer; 3 im Gewerbehaus Kirchsttaße 16. Wahlvorsteher: Kaufmann 55ein- rieb Becker, Stellvertteter: Verwaltungsinspektor Karl Reitz; 4 im Schulhaus Schillersttaße 8 — Turnhalle. Wahlvorsteher: Stadtverordneter Georg Kling, Stellvertteter: Stadtverordneter Heinrich Gottmann; 5 im alten Schulhaus Neustadt 61. Wahlvorsteher: Kaufmann Ferdinand Krämer, Stellvertteter: Kaufmann Karl Lang; 6 im SchulhauS Westanlage 43 — Turnhalle. Wahlvorsteher: Stadtverordneter Leopold Mayer, Stellvertteter: Stadttcrordneter Job. Loh; 7 in der alten Klinik Licbigstraße 16 — Zimmer Nr. 18 — Eingang Laupt- portal, links. Wahlvorsteher: Stadtbauoberinsp. Peter Grobe, Stellvertreter: Kaufmann Karl Seibel; 8 in der alten Klinik Licbigstraße 16 — Zimmer Nr. 15 — Eingang linker Flügel. Wahlvorsteher: Stadtverordneter Kurt Moosdors, Stellvertreter: Kaufmann 55einrick 55örster; 9 in der allen Klinik Liebigfttaße 16 — Zimmer Nr. 10 — Eingang Laupt- portal, reckts. Wahlvorsteher: Kaufmann Louis Wetterhadn, Stellvertreter: Reg.- Baurat Friedrich Kuhlmann; 10 im Realgymnasium Ludwigsttahe 11 — Turnhalle. Wahlvorsteher: Reallehrer Ludw. Lebermehl, Stellvertreter: Kaufmann Ludwig Lembke; 11 im Stadthaus Bergstraße 20 — Zimmer Nr. 6. Wahlvorsteher: Stadtverordneter Leinrick Löhn, Stellvertreter: Landgerichtsrat Adolf Trümpert; 12 im Landelskammergebäude Lony- straße 7 — Sitzungssaal. Wahlvorsteher: Stadlv ersparter 13 Ernst Rumpf, Stellvertreter: Kaufmann Zakob Leilbronner; in der Oberrealschule Stephanstr. 12 — Konferenzzimmer. Wahlvorsteher: Stadtverordneter Lermann Schmidt, Stellvertreter: Etadwerordneter Lermann Kirch- seines Stimmbezirks sich a: f >älf), kmnen nur noch bis einschließlich Freitag, den 5. Dezember 1924, abends 6 Uhr, beim ftädt. Wahlamt — Stadthaus Berg- sttaße 20, Zimmer Nr. 14 — beantragt werden. Wähler mit Stimm- ober 14 15 16 17 18 Spezialfabrik in Westfalen für Tur Gründen am Abftimmungstag außerhalb Für mehrere Bezirke bei Hotels,, Cafes, Restaurants gut etngeftibrie" Vertreter der NahrungS- u. Genuhmittelbranche von Hamburger Berfandbaus gesucht zum Berkaus von Kaffee, Tce, Kakao. Angebote mit Referenzen erbet, unttr 3. ?. 7879 an Bndol* Masse, Hamborg 1. IflM i smkin wehre sucht Vertretung. Schriftliche Angebote unter 9615 D an den Gießener Anzeiger erbeten. zettel, die alle zugelassenen Wahlvor- schläge, die Partei und die Namen der ersten vier Bewerber jedes Vorschlags enthalten, verwandt werden. Bei provinziell gegliederten Landtagswahlvor- fd>lägen ist der Name des ersten und zweiten Bewerbers in jeder Provinz enthalten. Die Stimmabgabe geschieht in der Weise, daß der Sttmmberechtigte durch ein Kreuz, das er in den auf dem Stimmzettel aufgedruckten kleinen Krets setzt, ober durch Unterstreichen oder in sonst erkennbarer Weise kenntlich macht, welchem Wahloorschlag er seine Stimme geben will. Stimmzettel, die mit sonstigen Vermerken oder mit Vorbehalten versehen sind, sowie nicht amtlich herqeftellte Stimmzettel sind ungültig. Die Ausgabe der amtlichen Stimmzettel erfolgt im Abstimmungsraum unter gleichzeitiger Aushändigung eines amtlichen Wahlum- schlags,und zwar erhallen die für Reichsund Landtagswahl Stimmberechtigten 2 amtliche Stimmzettel und einen Wahlumschlag. ner; im Israelitischen Gemeindehaus Lony; straße 4. Wahlvorsteher: Stadtbauinspektor Georg Pairan, Stellvertreter: Stadtverordneter Joseph Maier; im Iustizgebäude Ostanlage 15 — Saal Nr. 18 im Erdgeschoy — Eingang Südseite. Wahlvorsteher: Stadtverordneter Theodor Schwieder, Stellvertreter : Verwaltungsamtmann WiIfrclm Nothamel; im Regierungsgebäude Landgraf- Philipp-Platz 3 — Sitzungssaal. Wahlvorsteher: Verwalter Wilh. Riedel, Stellvertteter: Oberpoft- fetretär Wilhelm Kinzenbach; im Lotel Prinz Carl, Seltersweg 40 — Linkeres Sälchen. Wahlvorsteher: Vermessungs- Inspettor Karl Weith, Stellver- Mitkwoch, Donnerstag u. Freilag billig vorrätig: 5$« 0.8. Sobtljgfl o. 8. Seelslös o. 8. WWW frische Niichkote- lettJ. frische Bük- kinge, frische Butter, lämtl. Sorte« ftäie niw. C. 6. Klßinhenn Babnboffttatze vü Televdon 66. Ol™e NB. Bon Zfer- fl*ehen sind neu einaetrokfen: Pre- zilie, Giradimns, Lchleierschwänz-, Pracht- uStreisen- Barben, Gold- «fen uiw. Stimm- und Wahlscheine, die nach § 9 der Reichsstimmordnung unb Art. 13 des Landtagswahlgesetzes für besondere bas Pfb 56 Pf Wahlscheinen haben diese, bev orsiedie amtlichenStimm- zettel entgegennehmen, dem Wahlvor st andzurPrüfungvor- zulegen. Es ist untersagt, daß in den Zu- und Eingängen der WahllokalePlakate irgend- welcher Art (Wahlaufrufe usw.) auf- gehängt werden. Gießen, den 2. Dezember 1924. Der Oberbürgermeister. 3. V. Dr. Selb. 96343 tretet: Kaufmann Karl 55aibach; im Stadthaus, Gartensttaße 2 — Zimmer Nr. 7. . _ Wahlvorsteher: Amtsgerichtsrat bmen, Turbinenregler unb Schützen- Wilhelm Iöckel, Stellvertreter: Kaufmann Mar Lammerschlag. Die Wahlhandlung (Abstimmung) l findet am Sonntag, dem 7. Dezember 1924, von 9 Ufrr vormittag» bi» 6 Uhr nachmittags statt. Zur Stimmabgabe dürfen nur amtlich hergestelltoStimm- [ Empfehlungen i>ür beu Hiloiflis Walnüsse Haselnüsse Erdnüsse Aepfel Birnen Slpselsinen Trauben Saat- üiemdaö Mäusburg 17. Anlässe ausgestellt werden (z. B. wenn AilX der Stimmberechtigte aus zwingenden <*VH||U/UV Gründen am Abstimmungstag außerhalb Marktfft. 18. Meine 8M-WkI sind erstklassig und preiswert. Empfehle gleio)zeitig mein reichhaltiges Lager in Regulatoren, Tisch-Uhren Wecker- » Küchen- Ähren, Metall-, silberne u. goldene Taschen- u. Armband - Uhren für Damen und Herren. v. Kamin!« Marktplatz. Frische SWWe Meijkiü Seeladis GoMM ZWkvleletts empsiehlt Georg Woüeiiels gegenüber Der Gngelapotfreke. Nachhilfe für Untertertianer in Englisch a Iran«, gekncht. Schr. Angebote m-Prei- unt. 017435 a. d G An». Herren- Schneider emvsieblt sich L und Älcnde rongS- arbeiten zu billigen vreiien. 017496 Gr. ©teinWer 18. Bi» Weibnachten zweck» Emvfeblnng ttiste 60 Std. speckige, goldgelbe ö«M 3L'> Mk. frei Han«. . 120 etf. 545 M. 3SHft.l80St(f.7.50yi. alle» frei Lau». Garantie. Burütfn., V«. Xapn, Al'oim 4 22, ffgicngu?. M^s! Oberseknudaner erteilt gewisienhgst Nachhilfe tn Mnthematlk E glUch Framö*4«ch Chemie. Schr. Sing. n. 017451 an den Gieß An». Fräulein übernimmt $ Mltl.Uebrarbeilei (Bervteifältigungen, Schreibmaschinen' abichriften ufro.l. Schr. Ana. u. 017488 an den Gieß. An». Innrer auSangesebenerGie- hener Familie sucht tätige Beteiligung mit 5000 Mark an <1 item soliden i nter- nehmen. Suchender iit illchnge Arbeitskraft und guter Dr* oanisator. Schriltl. Ancieb. unter 017189 q. b. G. A. erbeten. ^ertnltiLö rb. Di»- frei Ion zu gesichert. Brief erhalten. Erwarte Brief an Postfach 256 Neustadt (Haardt). M. GIESSEN WEIHNACHTS-AUSSTELLUNG KATHOLISCHES VEREINSHAUS Ausstellung unserer Neuheiten Modelle 1925 9642D Die Ausstellung ist bis Freitagabend verlängert! A 130 . WW Carl Stückrath . . @ 5 Q B 6 n Stteinstraße 56, 58 u. 60 Großen-Linden, Gießen, den 2. Dezember 1924. Asterweg 47 Q SSÄ KeinLaden im 72. Lebensjahr. In tiefer Trauer: s B ea - B* s BfÖ. L90 ■ 9 C M 8» Bi tile ft N i Z SLestMe. gtcfie - Gä e können etngefübvt werden. 9638V '■V Kabeljau Pfund 34 Pfennig Gut möbliertes ohn-und GPALOGRAPH 9651a 9265a * idicit Partei bei. 9645c t GAW 4 MMMsch-MW W Lt v faße, etirn.. Sotosnuß, ger Sultaninen la. garlnthen la . s ä” £ L SDMM. Heine.. ßsWsn. otjne sauf seeiMs .. ■ Ml s .. 0.80 0.90 .. 0.80 .. 0.80 ... 0.99 .. 1.20 .. 1.20 70, 0.55 .. 0.85 Kokosfett, lose.... Kokosfett lüMl». SktlMlZ........ lafelmocgotlne... M. 0.55 hl „ 0.25 H ,, 0.45 W Schade & Füllgrade Babnbofstrafte, Frankfurter Strafte. Walltorstrafte, Ludw gstrafte. Stadttheater Donnerstag. 4. Dez, 8. Donnerstag- H0onnem2n(-Bocft von6 ;b.neflen9U6t Sleülrrcenmildi. Ein Spiel um die Ede in 4 Stationen von Mgenstein. AnS tTiglich eimrei- fenöcn Sendungen empfehle: Schellfische Kabeljau Seelachs Schollen Rotzungen Goldbarsch Dratschellstschr Jeden Freitag ein treffend: Flutzhechte Blaufelchen vom Bodenfed Karpfen Salm. M2'c Hamburger Fiscbbdlg. Ä. Kooh Nacbilgr., Schulstr.10.Tel. 1612 Die Beerdigung findet Freitag, den 5. Dezember, nachmittags 3l/2 Uhr statt. 9650D Donnerstag, den 4. Dezember, 8 Uhr abends pünktlich, im Iohannesfaal Luise Friedrich geb Rau Lisa Friedrich Milli Friedrich Fritz Friedrich. Gießen (Sonnenstraße 8 I), den 2 Dezember 1924. Beerdigung Freitag 3 Uhr nachmittags auf dem Neuen Friedhof Von Beileidsbesuchen wolle gütigst abgesehen werden. 9653D Donnerstag, 4. Dezember 1924 nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg in Giesten zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Büfett, 4 Schreibtische, 1 Kassenschrank, 1 Klavier, 1 Divan, 1 Sofa, 2 Chaiselongues. 1 Nähmaschine, 1 Regulator, 1 Waschtisch, 1 Bett, 1 Kleiderschrank, 1 Waschkommode, 2 Damenfahrräder, 1 Hobelbank, 1 Toilettenspiegel, 149PaarHerren- und Damenstiefel, Werkholz. In tiefer Trauer: Frau Katharina Schättler geb. Pirr Familie Philipp Schättler Familie Wilhelm Schättler. MUZiiiiim mit elektr. Licht, gut heizbar, zu verm. in Heuchelb-nm, oi7«75 Bahnftrafte 7, am Bahnhof. Leihgestern, den 3. Dezember 1924 Die Beerdigung findet Donnerstag, den 4 Dezember, nachmittags 2 Uhr, statt. 9658D Schlafzimmer in gutem Hause per sofort gesucht. Schrift!. Angeb. bis mögt Donnerstag früh unt. 017484 an den Gieß. Anz. Dern Gerichtsvollzieher in Giesten Steinstrahe 13. 51W Deutscher Aaueubund ft für alkoholfreie Kultur. k*:4 Freitag, B. 12. abends 8 Ubr, Gewerbe« schule. Bericht: „Unser NüchternbeitS- unterriclit vom 27.—30. Oktober". 1 Wir bitten um vollzähliges Erscheinen. Der heutigen Gesamtauflage liegt ein Flugblatt der Deutschen Bolkspartei bei. 96464 Röst kst la........ FWZiiMe Balnülie Satanöffe....... Siaöimtmöeln..... geigen.. Der äertono Satteln....... Wohltätigkeits-] Aufführung der Gymnastikschule 1 Schumann- Grundmann ! Dienstag, 9. Dez., 7,8 Uhr abends j„Sauers Neuer Saalbau“ | Kartenvorverkauf: Ernst Challier. ! Plätze zu Mk. 2.—, 1.— und 75 Pf. 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G r u n d s ä h l l ch e r Widerspruch gegen die Stvabenbahnverblndung Giehen—Wleseck ist denn auch nirgends laut geworden, und er würde ja fctn. weil eben die Gesetze der wirt- gastlichen Entwicklung und der Zwang zur Gr» TüUunfl von Lebensnotwendigkeiten für beite Ge- mclrtben aus alle Fälle stärker sind, als ein Wille, ber sich nur au» den Gesichtspunkt des Kirchturms emft eilen wollte. Was jetzt an Bedenken zu hören war und ist, gründet sich aus Erwägungen, die sich auS der gegenwärtigen wirtschastlichen Ge» gntlage ergeben. Diesen Bedenken möchten wir heute einige Worte widmen. 3*Dn Personen, die in Giehen mit zur Entscheidung der öfsentlichen Angelegenheiten berufen sind, wird geltend gemacht, die Stadt stehe jetzt vor außerordentlich drängenden großen Aufgaben denen der Vorrang vor dem angeregten Stra- venbahnbauprojekt gebühre. Sie verweilen dabei namentlich aus die große Votwendigkeit eines neuen Schulhausbaues und auf die Unauffchieb- üarfeit der Verlegung und Erweiterung unseres Gaswerks. Beide Projekte seien mit so gewaltigen Ausgaben verknüpft, daß daneben einstweilen kein Daum mehr blNbe für andere Unternehmungen. Auf der andern Seite aber sei die kommunale Steuerkraft bereits so stark in Anspruch genom«* men. daß weitere Belastungen hier nicht in Betracht kommen könnten. Wir bezweifeln die Dringlichkeit des Schulhausbaues und die Votwendigkeit einer möglichst schnellen Beseitigung unserer Gas» werksschmerken keinen Augenblick. Es fällt uns auch gar nicht ein, über die starke Inanspruchnahme unserer kommunalen Steuerquellen mit einem leichten Achselzucken hinwegzugehen. Aber trotz alledem sehen wir die Dinge doch nicht so schwarz, wie sie von manchen anderen Kommunalpolitikern betvachitel werden. Freilich ist zuzugeben, daß die Lösung der Finanzsrage bei all diesen neuen Ausgaben nicht leicht sein wird. Jedoch vor diesen Schwierigkeiten darf man nicht schon zurückschrecken, bevor man ihnen überhaupt zu Leibe gegangen ist. Drß mancher (Siebener Stadtvater heute noch zögert, sich entschlossener als bisher für den angeregten Stvaßenbahnbau nach Wieseck einzusehen, ist wohl nur darauf zurückzuführen, dab die bei der diesjährigen Haushalts beratung für Anfang Oktober von der Stadtverwaltung gewünschte Uebersicht über den Stand der städtischen Finanzen, insbescndere über den Steuereingang gegenüber den Voranschkigsziffern, bis jetzt noch nicht in die Hände der Stadtverord- neten gelangen konnte. Infolgedessen hatten diese bis jetzt nicht die Möglichkeit, sich ein einwandfrei fundiertes Urteil über die derzeitigen finanziellen Fähigkeiten der Stadt und die sich daraus ergebenden Folgerungen für die Zukunft zu bilden. Beachtet man jedoch, daß Ministerialdircktvr U r - stadl kürzlich öffentlich aus eine sehr gute Finanzlage des Staates hinwies und dab am Mittwoch auch bei Abg. Dingeldeh hervorhob, die Steuern des Staates hätten weit mehr als veranschlagt ergeben, und vergegenwärtigt man sich weiter, dab die Sreuerpolitil der Gemeinden im groben und ganzen doch dein staatlichen Dorbilde folgte, währeitd die Ausgaben — in grober Linie gesehen — wohl auch im gleichen Verhältnis stehen, so wird man zu dem Schluß kommen, daß die (Siebener Finanzverhaltnisse mindestens nicht ungünstig sein werden: eine A rnahme, mit der wir übrigens der Verewigung der hohen Steuersätze nicht das Wort reden wollen. Als Beweis für eine vertrauenSwürdige Lage unserer Finanzen Bann man Ja auch z. D. den Erwerb des Hardthof es und den Kau» des .Einhorn" durch die Stadt an- sehen, wobei übrigens auch mal öffentlich betont werden soll, dab diese Käufe nicht etwa au^ baren Betriebsmitteln der Stadt bestritten wurden, sondern auf dem Anleiheweg ihre Deckung fanden. (Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gdechessen) 3n diesem Zusammenhang mub jedoch darauf hia- qetoickn werden, daß die Anleiben der Stadt doch erst bann gewährt wurden, nachdem sich die Geldgeberin davon überzeugt hatte, dab die Finanzlage der Stadt dieses Vertrauen recht» fertigen kann. Aber man mub noch weitere Gesichtspunkte beachten. Es wird von keiner Seite vorgeschlagen oder auch nur stillschweigend erwartet, daß (Sieben allein die Kosten dieses Baues tragen soll. Der Wiesecker Gemeinderat hat ja auch in seiner Sitzung vom 7. Vovemter. über die wir in unserer Vr. 264 vom 8. Vovenibrr berichteten, betont, daß Gießen das Kapital für diesen Bau .selbstverständlich nicht allein aufzubringen habe". Die grundsätzliche Bereitwilligkeit der Wiesecker zur Mil- ftnanzierung des Unternehm ai — übrigens natürlich eine Selbstverständlichkeit! — liegt also vor. Es wäre nun vor allen Dingen wichtig und interessant, zu klären, welche Beisteuer man in Wieseck leisten will. Ferner ist darauf hinzuweisea, daß diese Anlagekosten beim normalen Gang aller Dinye doch gar nicht zu Lasten der laufenden Betriebsmitteleingänge. d. h. der Steuerzahler beider Gemeinden gehen würden, sondern dab hierfür nur der Anleiheweg in Betracht käme. In diesem Falle würde es sich aber doch um eine toerbenbe Anleihe handeln, deren Zinsen- und Tilgungsdienst selbstverständlich aus dem Betrieb des Unternehmend zu bestreiten wäre. Hierbei spielt nun die Frage der Rentabilität der Linie eine mobgebenbe Rolle. Die Wirtschaftlichkeit dieser Verbindung wird man wohl nicht bezweifeln dürfen, wenn man sich des täglichen starken Arbeiter- und Passantenverkehrs herüber und hinüber erinnert, und wenn man ferner mit in Betracht zieht, dab auch von Alten-Buseck. Beuern usw. her noch mancher Verkehr, z. D. insbesondere an Markttagen, hin- zukommen wird. Was bann für eine dauernd gute Frequenz ausschlaggebend fein würde, wäre in der Hauptsache ein guter Verkehr der Wagen und eine geschickte Tarifpolitik. Wir übersehen bet dieser Betrachtung der Frage der Kapi- tolairfbrrngung selbstverständlich auch nicht, dab die Stadt zur Durchführung des Schulhaus- und des Gaswerks-Unternehmens mit einer starken Anforderung an den (Sdbmarft, unter Umständen sogar an den ausländischen, heran tret en mub- Aber wir sind doch der Meinung, dab die großen Anleihepläne durch die viel geringere Geldaufnahme für den Straßenbahnbau in keiner Weise beeinträchtigt werden könnten. Erfreulicherweise macht sich ja auch in neuerer Zeit ein starker Auftrieb des Sparsinns in den breitesten Volksschichten bemerkbar, der vielleicht einer Sparkasse die Möglichkeit böte, (Sieben und Wieseck für dieses werbende Unternehmen Geld zu leihen, so dab man mit dieser Anforderung vorn groben Geldmarkt fernbleibcn könnte. Alle diese Ucberlcgungen geben uns, wie schon oben gesagt, Anlaß, die finanziellen und wirtschaftlichen Möglichkeiten zur Schaffung der Stra- ßenbahnw-rblndung Gießen—Wieseck doch günstiger einzuschätzen, äls es bisher von anderer Seite geschehen ist. Schließlich noch ein kurzer, beispielgebender Hinweis. Frankfurt a. M, das vielfach gern nachgeahmte Vorbild in großen kommunalen Dingen, schickt sich jetzt an, seine Vorortgemeinde Griesheim a. M. in sich aufzunehmen. Die Verhältnisse zwischen Frankfurt und Griesheim sind fast genau dieselben, wie die zwischen (Sieben und Wieseck, vielleicht nur mit dem Unterschied, dab Wieseck auf Grund seines Land- und ForstbesiheS finanziell doch noch leiftungS- fähiger ist als Griesheim. Was tut Frankfurt a. M.? Es will vor allem sein Straßenbahn- netz von der jetzigen Stadligrenze bis nach GrieSheim hinein durch'ühren, um natürlich den Verkehr unb damit auch den wirtschaftlichen Vorteil für die Frankfurter Geschäftswelt soweit wie möglich in breitem Mabe zu sich herüberzulenken. Sollte dieses Frankfurter Beispiel, in der allemeuesten Zeit dargetan, uns nicht eine gute Lehre sein? ♦ Antwort des Ltadtv. H. Kirchner, Vorsitzender des Vvangel. Arbeitervereins und 2. Vors. des Verkehrs- Vereins Oiehen: Im Besitze Ihrer gefl. Zuschrift äußere ich mich zu den beiden Projekten wie folgt: Die Frage der Eingemeindung W i e s e ck s ist m. G. heute noch nicht fpruch- rej, sie wird aber wohl außerordentlich gefördert durch die Verwirklichung te£ anderen Projekts: Dau einer elettrifchen Bahn Gießen—Wieseck. WaS die Durchführung dieses zuletzt erwähnten Projekts b tr.fit, fo unterliegt es teinem Zwo fei, daß durch die Erweiterung des Straßen- bah'.neheS und Schaffung e.ner Cime (Sieben— Wieseck die Verle. sverhällnifie günsti er gestaltet und unter allen Umstanden eine Belebung der wirtschaftlichen Beziehungen eintritt. Dieser Umstand berccht gl aber nicht, die Frage der Rentabilität eimS berartigen Unternehmens außer acht zu lassen. Ich we ß nicht, ob die in Wieseck wohnenden, in Gießen beschäftigten Arbeitnehmcr, die doch wohl den Hauptausschlag geben sollen, die Bahn dauernd so benutzen, daß sich der Betrieb einigermaßen rentieri. Müssen aber größere Zuschüsse geleistet werden, so ist d e Derw.lklichung des Projekts von oornberem schwierig. Inwieweit die Gemeinde Wieseck in der Lage ist, zu den Kosten der Anlage eines derart gen Untern hmens und der ständigen Unterhaltung dcS Betriebs größere Mittel aufzubringen, entzieht sich meiner Kenntnis, für die Stadt G.eßen dürfte es bei den nicht sehr günstigen Filianzverhältnissen schwer sein, derartigen großen Problemen, die zweifcll s w it'.ehen e Beach.urg verdienen, zur Verwirklichung zu verhelfen. Allerdings hat die Stadl in der letzten Zeit, durch besondere Verhiltnissc gezwungen, einige größere Anwesen kauf Ich erwarben, die hierzu cckorter- lichen Mittel müssen aber durch Anleihen aufgebracht werden. Selbst aber bei einer Besserung der Finanzlage unserer Stadt darf nicht außer Acht gelassen werden, daß noch eine Reihe anderer, lehr dringender Projekte aus Verwirllichung harren. Ich denke dabei an die Erweiterung deS Gaswerks, die sicher nicht mehr allzulange hinausgeschoben werden kann, die Schaffung geeigneter Räume für Schulen, deren derzeitige Unterbringung in hygienischer Hinsicht teilweise sehr viel zu wünschen übrig läßt, usw. Trotz alledem ist anzunehmen, daß sich die Stadt etwaigen Anregungen, die auf eine Verbesserung ter Derkrh'.s erhältnisse Gießen—Wie- seck hinzielen, nicht verschließen und in eine erneute Prüfung der Fixrge eintreten wird. Ich persönlich würde selbstverständlich eine baldige Verwirklichung dieses Projekts begrüßen. Preisabbau bei der Keichspost. Dem Verwaltungsrat der Deutschen Reichspost sind für die im Dezember sta«findenden Tagungen Vorlagen wegen Ermäßigung der Post-, Telegraphen- und Fernsprechgebühren zu- gegangen. Die Postgebühren im Inlandveriehr entsprechen im wesentlichen schon den Vorkriegs- sähen. Im Auslandverkehr ist eine Herabsetzung der Gebühr für den einfachen Brief auf 25 Pf., für die oft forte auf 15 Pf. in Aussicht genommen. Für den P ost sche ckverkehr ist außer einer wesentlichen Ermäßigung der Zahlkartengebühren eine beträchtliche Herabsetzung ter Aus- zaßlungsgebühren vorgesehen dergestalt, daß die Steigerungsgebühr für Barauszahlungen von 1 vom Tausend auf 1/2 vom Tausend tes Scheck- betrag- und für bargeldlose Auszahlungen von V< auf Vie vom Tausend tes Scheckbetrags ermäßigt werten soll. Ferner sollen, was besonders für die Auszahlung niedriger Beträge von Bedeutung ist, die Gebühren künftig nicht mehr auf 5 Pf., sondern nur auf 1 Pf. aufgeruntet werten. Auch die bisherigen hohen Gebühren für telegraphische Postanweisungen und im Zusammenhalt damit die Gebühren für tele- grapßische Aufträge tes Postscheckverkehrs werden durch die Vorlage wesentlich verbilligt. Weiter wird beabsichtigt, die Wortgebühr für Telegramme im Fernverkehr von 15 auf 12 Pf. herabzusetzen. Eine Ermäßigung der Gebühr auf 10 Pf. ist wegen tes damit verbundenen hohen Eirmahmeausfalls zur Zeit leider nicht möglich. Um aber den Wünschen der Oefsentlichkeit noch weiter entgegenzukommen, soll im Telegrammverkehr eine V ayzone auf 75 K m. En t f ernung miDeiner Wortgebühr von 8 Pf. eingeführt werden. Die Wortgebühr für Ortstelegramme wird von 71/2 Pf auf 6 Pf. und für Brieftelegramme von 10 Pf. auf 6 Pf. ermäßigt. Die Vebengebühren im Tele- graphenverkehr sollen im allgemeinen auf die Mittwoch, 3. Vezemder 192-) Friedens (ätze zurückgeführt werden. Bri den Stan dungsgebühren wird 'ter Wegfall ter gebühr von 7$. Pf für jedes Telegramm vor- geschlagen, so daß für die Stundung noch noch 2 v. H teS Rechnungsbetrags zu erheben sind. Die Ermäßigung ter Fernsprcchgebüh ren soll sich aut die Gesprächsgebühren bn Orts verkehr und hn Fernverkehr und auf die Ein richtungSgebühren erstrecken, außerdem sollen die Gebühren für das Aufgaben von Telegrammen durch Fernsprecher ober* durch Reben:elegraph ganz wegfallen Die OrtsgefprächSgedüht von 15 Pf gilt jetzt nur für die ersten 100 Gespräche im Monat. Bei den Überschießenten De sprächen ermäßigt sich die Gebühr von 100 zu IOO Gesprächen um 1 Pf.; alle Gespräche, die die Zahl 500 im Monat übersteigen, kosten 10 Pf Künftig wird die Ermäßigung um je 1 Pf schon in Stufen von 50 zu 50 Gesprächen statt finden, so daß ter 10 Pf.-Satz bereits bei Ueberschrellung ter Zahl 300 eintritt. Eine Verbilligung ter Orts- gesprächsgebühr für die ersten 100 Gespräche läßt sich nicht ermöglichen, weil die Selbstkosten bei Verwaltung erst gedeckt werten, wenn ein Teilnehmer etwa 125 Ortsgespräche hn Monat führt. 65 v. H aller Teilnehmer erreichen diese Gesprächszahl nicht. Bei Herabsetzung ter monatlich zu zahlenden Mindestgesprächsgebühr würde der Zugang an un rentier lieben Tilnehmem noch höher ansteigen. Aus diesem Grunde wurde auch eine gleichmäßige Gebühr von 13 Pf. für alle Orisgesprää-e nicht durchführbar sein. Die Ermäßigung der Ferngesprächs- gebübren setzt bei Entfernungen über 50 Am. ein. Die Gebühr für Entfernungen von 50 bis 100 Km. (z. D Berlin—Frankfurt (Ober), ermäßigt sich von 1,35 auf 1,20 Mk. 3n den wetteren Stufen beträgt der Vachlaß 30 Pf. so daß z. B- em Gespräch Berlin—Dresden statt 1,60 Mk künftig 1,50 Mk. und ein Gespräch Berlin—Hamburg statt 2,10 Mk. künftig 1,80 Mk- kosten wird. Auf Entfernungen bis 50 Km. hat die Herabsetzung der Geoühren unterbleiben müssen, weil der damit verbundene Einnahmeausfall nicht tragbar fein würde. Die bei Herstellung neuer Fernsprechernrich- tu regen als einmalige Gebühr zu zahlende E l n- richtungsgebühr wird bei Haupbmschlüssen von 90 Mk. aus 80 Mk. und bei Vebenstellea von 60 Mk. auf 40 Mk herabgesetzt. Für dir bei den Haupt stellen erforderlichen 2lp parate zum Anschließen ter Vetenstellen (Anschluß organe) soll die Einiichtungsgebuhr je nach der Gröhe der VebenstcllenanlL^en statt 40 Mk. nur 30 Mk. oder 25 Mk. betragen. Besonders willkommen wird den Tellnchmerr fein, daß sie ihre Telegramme künftig den Telegraphenanstalten durch Fernsprecher übermitteln können, ohne für die Vieter- schrift eine Gebühr zahlen zu müssen: bisher wurde für jedes Wort 1 Pf. erhoben. Die Gebührenänderungen sollen im wesentlichen am 1. Januar in Kraft treten; die neuen Orts- und FerngesprächSgcbühren kennen jedoch wegen ter nötigen umfangreichen Vorbereitungen für den Betrieb erst vom 1. Februar an erhoben werden. Hochschulnachrichten. Don ter LanteSunitersität Gießen. LU. Der ordentliche Professor für neutefta- mentlidje Theologie an unserer Universität D. Karl Ludwig Schmidt hat einen Ruf an die Universität Jena erhallen. Der außerplanmäßige außerordentliche Pro fesfor für Philosophie an unserer Universität Dr. Kurt Koffka wurde von der Cornell Univer- fitt) in Ithaca, V. 3., U. S. QL, für das akademische Jahr 1924/25 zum acting Professor os rducation ernannt. JTonnefeldtsTee «32^ **• rarr 1 6u Dnembfr in tlrgan/tn Gratis- Weihnachts-Dosen Niederlagen in allen Stadtteilen Q ff An der Spitze stehen Krügerol-KE; mil denTonhuepfuch wirkenden Zusatz, Gießener Konzertverein. Das 3lmnr«Ounrtctt. Konzeckvererne, die eine Monopolstelung inne haben, übernehmen damit auch gleühzeitig die verantwortungsvolle Qtufgabc, durch den Wechsel ihrer Qluffübrungcn em getreues Qlbbild des gesamten Musiklebens zu geben, durch die Auswahl ter ausführenden Künstler für die Gesamtheit zu entscheiden. Gewisse Deg^-emüchkeit des Publikums alS auch ein fanatisches Singeschwoven- Jein für bestimmte Richtung«, terleiten gar leicht zum Festhalten an bewährtem Althergebrachten, während eS doch Psl.cht des Hörers wäre, s^ch mit dem Problemen ter Gegen wart, mit ihrem Ringen und Suchen auseinarwei^usehen. Die Moderne ohne weiteres abzulehnen, würbe teichämend fein, solange man nicht selber die Werk? und ihre Tendenzen tennt. Völlige Zufrimmung ist vielleicht auch nicht immer vonnöten, wohl aber ein Wille zum Verstehen. Denn auch die Künstler ter Gegenwart und auch Ser jüngsten Vergangenheit sind Suchende und ehrllch Ringur op. 22), das seine Uraufführung am 4. Vovember 1922 in Donaueschingen erlebte. Die einzelnen Sätze sind auffallend kurz gehallet, episodenhaft, aber dennoch geschlossen in ch.er Form. Die Arli- tolat-onskraft des M.Modischen verleugnet er nicht, oft erscheinen die Themen durchaus vvllstümllch Har, aber das Brechungslicht, in dem Hrntemikh sie gibt, zergt ihn als den modernen Ringenteir und Könnenden. Was unserem Ohr schon als alttägl'ch vorkam, weil wtr zu sehr daran gewöhnt waren, ter reine Dreiklang, das erscheint bei ihm in moderner Beleuchtung. Welche Ausdruckskraft ist ihm rm örittlctjten Takte des dritten Satzes eigen! Starke, rhythmische E'.ergren, lyrische Stimmungen in sublimiertester Feinheit wechseln miteinanter. Mit einer schwebend-zartcu Kanttlene der Geige führt Hintemith das Fagato tes ersten Satzes ein, die Bratsche tritt dazu, ein Zwie- gcsang edlefter Zarth it In der weiteren Darch- fübrung steigert sich das Ganze in leidenschast- licher Entladung — das Fagato verklingt lyrisch — ppp. Der 2. Satz mit rhythmischer Gespanntheit (unisono aller Instrumente), 5 < 3/4«=, 8/e-, 2/4*2aRc im Wechsel — aber aus diescm Ungetümen Aufbraufen löst sich ein graziöses Thema, das nach seinem Berklingen wie! er zum ersten Thema füh-t, bjesmal fugiert, noch- mal-ges verklärtes Eriche!ne-.l des zweiten Themas — das erste Thema steigert sich vom p zum fff — unisono bis zum Fine. Der dritte Satz ist ein Meisterstück polyphoner Kunst, vvil tounte.barer Zartheit und einheitlich geschlossener Stimmung. Der vierte Satz mit scherzhaftem Charakter führt zu einem Rondo. Graziös wird das Hauptthema eingesührt, die erste (teige nimmt das erste Seitenthema auf. führt es durch vom Eello thematisch beantwortet. Vach Wietekehr tes Hauptthemas ein zweites Sritenthema, das erste Se ten- thema Hingt wieder an, das Hauptthema führt zum Schluß, Reminiszertzen des Hauptthemas im Cello, verllingende Triller in ten drei oberen Instrumenten, ein Pizzicato, bis-Dur-Akkord, hier von unendlicher Leuchtkraft — ter Anfangstakt des Hauptthemas un fono — sine —. Gin stacker Eindruck, vi lleichl ter stärkste, ten ich b sher von Hind mithschen Weck n erhallen bäte; wohl nur möglich bei solch überlegener, fein- geistiger Wiedergabe. Ein Könner mil stacker Potenz, eine phärwrnenale polyphone Begabung! Die ersten Takte des nachfolgenden Schube r t s ch e n Es-SurQuartettd fortenen in ihrer Einfachheit eine starke Umstellung Vielleicht wich die Interpretatton durch das Amar- Quartett auch etwas stack von ter üblchen Art ab. Schuberts lyr sche Beschaulich eit erhielt durch die spezifisch ei^rgistifch-rhythmifche Einstellurrg eine andere Beleuchtung Das primäre Klang schwelgerische büßte von seiner Urkraft ein andererseits bestätigt diese Aaftassung die per sönliche G.staltungskrast dieser modern emgelte^ ten Künstler. Ist zur Darstellung ter Wecke unserer großen Altmeister solche Einstellung berechtigt? Vur soweit, wie das historische Sttl- gefähl nicht breinträchttgt wird und das urmufi» kallsche Gut keine Einbuße erleidet. Den Abschluß b stete Debussys 0-MoN- Quartett, em Weck das immer mehr gewinnt, je öfter man es hört, und je mehr die Einstellung fockschrecket. Während Hindemity schon wieder ten Weg zur strengen Form gefunten h't, war Debussy seinerzett ter Auflöser ter Firmen Er geht nur einzelnen Stimmungen nach, verneint ten traditionellen, flreng logischen, architektonischen Ausbau. So hastet all fernen Werten etwas episodenhaft Zerslatterntes an. Zu einer geschlossenen einheitlichen St mmung ringt er sich im Andantino durchs da bietet er neue Farben Lmienkunft mit feinen, falten Alkordklängen. Daß die Einstellung tes Amar-Qnartetts ganz vom modernen Standpanll aus g sch eh'., ist bei friner Z sommensrtzang durchaus rerständlich; nur die subtilste, fernste Durcharteitung kann dem modernen Wecke gerecht werten, und so ist es um so mehr zu begrüßen, daß wir Gelegenheit hatten, das Weck des „Vaters tes Impressionismus" in dieser Ausführung hören. -m-. Der Wahlkamps. Deutsche Demokratische Partei. 2m Montagabend sprach in einer gutbe-- suchten öffentlichen Wählerversammlung Frl. Hilde K o r e l l. die Tochter des bisherigen Reichstagsabgeordneten. Ihr App^l richtete sich besonders an die Jugend. 3n ihren Ausführungen streifte sie die Frage des Dürgerblocks in ablehnendem Sinne und berührte dann auch die Aufwertungsfrage. Der Rednerin wurde grober Beifall gespendet. Als zweiter Redner sprach Fabrikant Dr. Georg Büchner. Er behandelte ebenfalls die Frage eines Bürgerblocls und erwähnte hierbei, das) die deutschen Konservativen (die Deutschnationalen) mit den englischen Konservativen nicht , zu vergleichen seien, da letztere demokratische Konservative seien. 3n diesem Wahlkamps bedeute jede nationalistische Stimme eine Stimme für Moskau. Der Redner wandte sich dann wirtschaftlichen Fragen zu und polemisierte gegen die Politik der Deutschen Bolkspartei im allgemeinen und die Dr. Stresemanns, im besonderen. Er legte dann noch die Stellung der Demokratischen Partei zur Aufwertungsfrage und zum Reichsmietengeseh dar. Die sich an- schliehende Aussprache brachte nichts neueS. Wirtschaft. Vom Weltgetreidernarkt. Die technische Handhabung des Geschäftes an den deutschen Produktenmärkten erfährt mit dem Beginn dieser Woche insofern eine wesentliche Aenderurrg, als am I. Dezember das handelsrechtliche Lieferungsge-' schäft in Getreide und Mehl in Berlin w edrr auf genommen wird. Mit dieser Tatsache scheint sich zu ergeben, dach die trüberen Formen auch Des Getreidemarktes wieder in normale Bahnen kommen, was um so notwendiger erscheint, als Die Preisgestaltung mehrfach stark bceinflubt war Durch die älnmöglichkeit. für spätere Termine Geschäfte abzuschliehen und Angebote abzugeben. Es hätten zweifellos starke momentane Schwankungen an den hiesigen Produktenmärkt n vermieden werden können, wenn die Möglichkeit eines Ausgleiches zwischen dem zeitlich und für spätere Lieferung vorhandenen Angebot und dem zeitlich und für spätere Wochen bzw. Monate zu erwartenden Bedarf bestanden hätte. Es zei 'ei sich , bei Aufnahme des Termingeschäftes allerdings be- i veits leichte Schwierigkei en, die erst im Laufe , Der Zeit überwunden werden können. Hierzu ge- : hört in erster Linie die Frage der Vertrauens-- , Würdigkeit der am Handel betellig en 3.rtere.sen- len. Wenn z. B. eine Firma von einem Kommissionär für eine Menge von 15 Tonnen Getreide für unbedingt sicher gehalten wird und ein entsprechendes Engagement für April-Lieferung eingrgnngen wird, so besteht doch immerhin Die Möglichkeit, dah diese Firma mit anderen Kommissionären ähnliche Geschäfte abschlieht und Dadurch ihre Verbindlichkeiten weit über ihre Bermögensverhältnisse hinousgehen. Erst durch Die praktische längere Handhabung des Termingeschäftes und die hierbei Wiedw gemuhten Erfahrungen wird sich dieser Vei-k.hr wieder ganz eingebürgert haben, der um so wichtiger ist, als dann am Berliner Marct eine Konzentration des Getreideverkehrs fowchl für das momentane als «ackch, was noch wichtiger ist. ftär das Zeitgeschäft erfolgen kann. Die Marktverhältnssse waren in der letzten AZvche. waZ den Weizen anb ?t ifft etwa? un lar. Am.rikanische Hausse-Ansätze g .angten bal w e Der zum Stillstand, zumal aus den La Pia.a« Ländern in den eurfoäi chen Cinfuh-stvaten vermehrte und niedrigere Offerten Vorlagen. Es kamen dabei in der Hauptsache Dezember-Abladungen in Betracht, für die unter normalen Ver-- hältnissen höhere Forderungen als für solche Ver- schiffüngen gestellt wurden, die erst zu einem folteren Termin erfolgten Die australische Ernte scheint sich sehr befriedigend zu gestalten, so dcist dieses ßanb gegenüber Kanada, das einen ge e über dem Bor.ahr wesentlich geringeren Ern e- ertrag aufweisen dürfte, als beachtenswerter Kon- kurrenzfaktor auftreten dürfte. 3n Deutschland zeigten sich im Mehlgefchäft a 'ge 'über der b s- herigen stillm Lage g rn e Anzeichen einer Bi- serung,, veranlaßt durch Käufe von feiten des Konsums. Die rote Kaschgar. Roman von Fedor von Zobeltih. L. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Alexe öffnete eine Tür. „Tritt ein," sagte sie. „ich woch'le nur rasch das Kleid . . Er war im Ar xitszimmer dein! . . .“ Sie irrig jetzt einen gestepp- len Kimono und dnL wundf. schöne gschblonve Haar locker aufgesteckt. „Willst du rauä-en?" fragte sie. „Alfo nicht. Dann lege los mit deinen Reuigkeiten." Sie wairf sich in einen Se'fel, und Hellmut nahm ihr gegenüber Platz. „Sind es Rcuiglei en für dich?" antwortete er. „Seit W.-chm s r.^t man schon von der seltsamen Mariage. Aimie Lexe, ich weist, es trifft dich mitte r ins Herz.' „Loch nicht, mein Lieber. Du speist auf Ter gangenes an Dir g gc über habe ich keine Scch u vor der Wah heit Gert und ich und die f(< i e Sreye, wir ttwen einmal gut 'Freund m t ammen. Er ein langschl ik. izer Beng l, ich sch n ein iuiu.ee ^Lacksiich und Freye das Blümchen im 'Terborge- • Berzinfüng der Rvggenrenten- briefe der Roggenrentenbank A.-G. Die Einlösung der am 1. 3arruar 1925 fälligen Halbjahreszinsscheine der von der Roggenrenten- bcrnk A.-G., Berlin, herausgegebenen Reihen 1—XI ihrer bprozentigen Rogg-rnreickenbr i-efe, richtet s ch nach dem Berliner Mittelprfts für märkischen Roggen in der Zeit vom 15. Oktober bis 14. Rovern der 1924. Dieser beträgt 10,56 Rm. für den Zentner. Demnach entfällt auf den 1 Ztr.-Dries eine Verzinsung von 2* l/2 Pfund Roggen = 0,26 Rm.. auf den 10 Ztr.-Brief eine solche von 25 Pfund Roggen = 2,64 Rm. usw. * Die Goldbilanz der Felten & Guilleaume A.-G., Köln-Mülheim. Die Goldmarkeröffnungsbilanz des Untemebmeirö wird cer am Donnerstag stattfindenden H.°D. vorgelegt werden. Sie ergibt einen lleberschust des Vermögens über die Verbindlichkeiten von 63 Mill. Mk. Das Grundkapital der Gesellschaft wird auf 60 Mill. Gm. durch Herabsetzung des Rennbetvages der Aktien von 1000 auf 300 Mk. umgestellt, Der gesetzliche Reservefonds mit 3 Mill. Mark dotiert. • Fuchs, Waggonfabrik A. G. Heidelberg. Das Geschäftsjahr 1923 24 schlicht ab mit einem Qü^ingzannn von 2 053 869 Bll. Pm, Der einem Wertb.richtigungskontv zugeführt wird. Die Verwaltung glaubt, Last das Unternehmen d e jetzt für die Waggonbauindustrre herrschende Ädfe ohne gröbere Schädigungen überstehen wird. Die gleichzeitig zur Vorlage gelangende Cröft. nungsbilanz per 1. 3uli 1924 sieht eine Herabsetzung Der Stammaktien und Vorzugsaktien CiL A von 156 Mill. Pm. auf 4 Mill. Gm. sowie der Vorzugsaktien Lit. B von 10 Mill. Pm. auf 60 OOO Goldmark vor. Verpflichtungen erscheinen mit 442 789 Gm. Unter Aktiven betragen Außenstände 325 675 Gm. • Mansfeld A.--G. Der Aufsichtsrat hat beschlossen, Der am 18. Dezember ds. 3s. statt- findenden G.-V. Die Ermähiganz des Aktienkapitals im Verhältnis 20:1 vorzuschlagen. Frankfurter Abenddörfe. Frankfurt a. M., 2. Dez. Der Um« schwung, Der in dem bisher lebhaften Verlauf des Dörsengeschäfts brr its mittags .erfolgte, prägte sich im Abendverkehr etwas ichä-fer aus. Die Kaufbewegung am Aktienmarkt ist zum Stillstand gekommen, und damit haben auch die Kurssteigerungen ihr Ende g funden. Reu einsetzeiide Ren isationen der Spekulation betoirf.en weitere Rückgänge, die bei den groben und führenden Werten bis 1 Billion Prozent erreichen. 3m allgemeinen aber waren die Kursveränderungen sehr gering. Am Montanmarkt setzten sich die Abbröckelungen fort, teilweise kam es zu schärfe en Rückgängen. Der chemische Markt war etwas gehalten. Rur ver.'inz lt erfolg en hier neue Abschwächungen. Am Clektr markt kam es zu mä° stigen Abschwächungen. Der Bankaktienmarkt lag ruhig bei faaim veränderten Kursen. Völlig lustlos verkehrte Der Anleihemarkt, die Te:idenz zeigte gegen Mittag keine nennenswerten Veränderungen. Deutsche Anleihen: Kriegsanleihe 790, Zprozentige Konsols 1100, ^Pari Schätze 0,7, 24er Schätze 0,48. Auslörrdiche Renten: Goldm xikaner '(Aeustere) 33,50. Bankaktien: Barmer Dan.verein 1,45, Kommerzbank 5,95, Darmstädter Bank 11,8 bis 11,7, Diskontokomm-andit 16, Dresdner Da ick 7,9, Mitteldeutsche Kreditbank 2,1, Reichsbank 62, Oesterreichische Kreditaktien 10,6. Chemische Werte: Badische Anilin 25 75, Chemische Griesheim 23 65, Sch foaanstatt 19 50, Elberfelder Farben 23,75 b.s 23 45, Th. Goldschmidt 20. Höchster Farbwerke 23,75 bis 23.50, Holzverkohlu g 7,8, Chemische Rhenania 5 50, Rutgerswerke 16,25. Elektrowerte: AEG. 9,9. Licht und Kraft 7,95, Lahmeyer 12,15, Mainkraft 10,2, Reiniger 2 25, Schuckert 54. Transportwerte: Rordd Lloyd 3.6, Schantungdahn 2, Bast.more 55,50 Sonstige 3.n- buftrieaftien: Kl her 2,4, Rcckar ulmec 7,25, Karlsruher 3.5 Dyckerh>ff und W.dmann 4 25, Hoch- und Tiefbau 1,85, Lechwerke 13,15, G.br. Jung Hans 12, Miag 1,6, Rh jmnetall 9.25, Chemische Mainz 10. W-tzst und Freytag 3.05, Badischer Zucker 3,4, Offsteinzucker 3,4. Auch bei Schlust Des Abmdverk hrZ hi lt die schwache Strömung bei ruhigem Geschäfte am. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Giestener Anzeiger".) Berlin, 2. Dez. An der heutig?n Börse gestattete sich bei Eröffnung des Verkehrs Das Geschäft sehr lebhaft Doch zeigte sich für den in Den letzten Tagen sehr stark favorisierten M o n - neu, das sie noch Hute ist. Rrtürlich waren wir beiden Mäd l rechtsch.iif,en in den 3üngli g verschossen, und ich zeigte es Uy.n auch nach Art verli bter Wäfot^uöe •, inöes Freye er nur verschämt gu.renDe Zähmling blieb. Damals lagen die Güter ja dicht nebeneinander, im Ländchen tvar der ganze Ad l ver iopt und verschwägert, man sah sich alle Augenblicke, und das 3ü- gvoft fand immer Gel. gen heft zu gemeinfan e n Stelldichein in e:n m L-ec Parks. Das sind Kürdeegefch ch- ten, aber Hafteng btiebere Motive der Kindheit werden ost genug in späteren Jahren wieder lebendig, to.-nn iuche.rDe Lnsti tte sich zu Erkenntnissen ausgewachsen haben ..." 3osesine t ug j tjt i en Tee ttcht warf letzten Glitz wschein über das Sftfts- lilbrr und färbte Den Wei r in Der Karaffe rubinrot. 3ndes Alexe das Glas Hellmuts füllte und behutsam Den Tee aufg st, fuhr sie fort: „Wäh.end Der Bonner S udienzeit Gerts sahen wir uns selten. Aber sahen tot: uns, zur Weihnachtszeit oder in Den Sommerferien, so flammten Augen und Herzen. 3d) war noch ein Dummchen, voller Reu gier de nach älnbekanntem, uitd mitten in der Entwicklung imponierte mir an Gert eigmtlich nur sein ra'siges ‘2Ieu ere uitd sein Sichgeben, das ich für austerorDen lich vornehm hielt und Das im Grunde genommen eigentlich höchst albern war. 3ch steckte inrme." nvch in Den Backfischschuhen. Das Sinnliche war animal s \ die Beobachtung kindisch. Abw ich veriatz ihn :ncht, ich sehnte mich nach ih.n, und da ich nun hetanwucis, verstärkten sich in mir Die Gefühle, und da dichtete ich ihr in beimndxn E unDen an.“ »DaS l-at er doch nicht verdient,“ sag.e Hellmut und lo-chte. „Re n. es traten erschreckende Verse, immerhin Abfall-verte Meines Emvfinde-s 3rz^i ch n machte er sei e Examina, nah n ein 3ah- Sp ch- urlaub, trieb sich in Der ganzen Welt unthrr und kehrte einrs Tages als ein Me.rsch zurück, Der durchaus ein anderer war, als Der Held meiner Träume." öie b.1- mit Den eilggftüg'en blanken Zäh en ein Btskutt an und nippte an ih.em Teo. » TTXW’ nicht mehr Der ZkorpssMdeitt, er tanmarTt heute etwas geringeres 3nteresse, obwohl gerade Die oberschlesischen Werte anregend insofern lagen, als die lausenden Schulden der irrduseriellen PInterm-hmungm in langfristige Kredite umgewandelt sind. An Der Spttze Der 11m- sätze stehen Clektropapiere, von Denen AEG. ftaif gefragt waren. Auch chemische Werte waren etwas bevorzugt und l:bhafter. 3m g.vhen und ganzen zeigte Die Bewegung an Den 3ndustrie- märften heute mehr Denn je, dast die Spekulation sich stärker Den im Kurse niedriger stehenden Werten wieder zuwendet. Das Gebiet der bei« mischen Renten lag wieder schwächer. Der Geldmarkt ist urrverändert, tägliches Geld ist mit 3/s Pro Mille angeboten. Am Devis en« markt lag die Mark unverändert. Der französische Franken ist weiter fest. Dörsenkurfe. (Ohne Gewähr.) Frankfurt a M BerNn Schluh. Kur» SdjlufH-. Abend» böese Schluh. Kui» Scbluhk. Mittag» börft 1. 1?. 2 2. 1. 11. 2 12. 5"/o Dkllklkve 3tttd)Mnfrt!)e L,8- 0,79 0 83 0,795 «% Denüchc RkichSanIrt^e — 10: 0,975 KV,*/« Deutsch,! ReichHonleth« 8% Deuckche ReichSanletde . Deutsche Svarprarmenanleth« ■e* — 0.93 0,98 ■* 1,15 1,46 •— w 0 55 "0,6 <•/. Preuvtlche JtonfoW . . . —• — 1,145 1,06 8,9 s 6 6 Dannst. und Naitonalvant . 12,38 11,70 11,80 12 Deutsche Bonk........ 12 — 12 12 Deutsche Berelnöbank .... — «E» —• DtSconto Lommandtt . • . 16 16 15,90 18,75 Metatldank.......... 16,73 —• ■* Miiteldeutiche Lreditbank. 2 2 2 2 Lcste,retchtsche üredttanstalt 10,43 10,60 10,25 10,5 Weftdauk . .......... 0,25 0,275 Bochumer (Luft ....... — •— 71 7C 75 BnderuS............ 16,60 —■ 16.50 18.2", Caro ............. 12 — 12,30 11,82 74,62 77,90 Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . 74 78,75 74,90 77.30 Haruener Bergbau...... Üalnverke Aschersleben. . . . — — 10? ioo 1t,5 — :4.25 14,7 Kaliwerk Weueregelu. .... 18,71 — 18,13 18 40 Laurahüne........... '.6 7.C2 6 62 Cbcvbebarf.......«... 11. 0 — 14,80 3 Pyönil Bergbau ...... 5U- — 4 3,5 49 75 Rveiiiilahl........... Rtcbect Moman........ 43,50 43,70 43,60 43,26 43 Tellus Bergbau. ....... 2.8 — üainburg'Ameckka Paket, . . viorddeurlcher Llovd..... 26,75 a 26,4 3,75 26,5 3,50 Cbrramlsche Werke Albtn . ** - E» — Zenieimveck Heidelberg . . 24,5' — w — Pdilipp Halzmanu...... 5,2 4,9 5 Anglo-Cont Guano ..... —- — 12 n 12,10 Badische Anilin........ Cbemilche Maper «sapln , . 26,10 25,76 2 ,75 25,50 Goldschmidt......... 20 20 19 IC 19. n Gries «luter Electron .... 25 28,65 2,90 23 25 Höchster Farbwerke...... 24,75 2.i,5 23,75 23,57 Holjvcckoblung . . ...... 8.2 7 8 — «E ftiÜtgcrSlverke ......... 16,35 16 25 IG 16 Echeideanstalt ......... 19,u0 19 5 •— •— LlekrckittätS.Sesellschast 10 9.9 9,70 10 Bergmann .......... 18 —— 18 17,62 Malulraftwerkk ........ 10,2 — — Schuckeck............ 55 54 54 90 54,65 Siemen» & HalSke ...... — 61,38 61,>0 Adlenvecke fileott ...... 2,43 2,4 2,3 2,5 Daimler Motor«. ...... - 3,1 8,1 Heyligrnstaedt ........ Meguin............. • 8,0$ 8,3 Frankfurter Armaturen . . . •— —- — flonferoenfabdr Braun . . — 0,85 Metallgesell chatt Frankfurt. 16,45 1.7 *■ 1,5 1,6 Sc^u^iabckk Herz . , .... 2,1 ,38 2,7. 3 2,9 Zellstoff ® ^uke Dir," warf Hellmut ein, „dast ich noch heute über den Grund zu dem Zweikampf im unklaren bin. Wenn man in Den Sechzigern steht, bflegt man es doch nicht mehr so eilig mit Den Schiestp u^eln zu haben." „Gewist nicht, aber Die beiden alten Herren standen ewig miteinander auf Dem Kr egsfuh. 3 (Fn Sötiltonen Mack auS^ednickt- 0uenu»«Btrt<. Bonbon, Hw hort, Japan. 1Rto bt Ja.-ckro für eine Elndrtt. UMm en» Budapest für 100000 Ciubentn. alte« übrige für 10b Liu bette») Telegraphische Auszahlung. Da n t n otea i. Dez-'r. . r Dez'r. Repartz ttmilidx viorteruni Amtliche Jioucr i > । (Hflb | Brief >Äelo | Br-tf 1. «mst-Rokt 169,41 163,i6 Io \29 l6o,71 voll Voll Brll.-Ankw 20,50 23,56 21,12 11,18 voll voll Thrisstania. 62,07 67,23 12,12 62,2 voll Doll floumhnaen 73,M 78,59 73,51 53,69 voll voll Stocklwlin 112,78 113,14 112^36 11^,14 voll voll Helsingfor». sttalten. . . London• • . ^euyork . • 10/1 18,25 10, 8 16,20 10,54 18.26 10,-8 1b ,30 voll voll voll voll 19,1 5 19,-79 19,4dS 19,536 voll voll 4.1) 4,21 4,196 4.205 voll voll TarlS. . . . Schweiz . 22,71 £2,77 £3.07 13,13 voll voll 80,93 61,19 81, uo 81 voll voll Svaaien . Wien in D-- 87,^3 67^1 67,53 U7.87 voll voll Cf ft- adgest 6.9 6 6,935 6,91 6,83 voll voll Trag - . . . 12,19 12,63 12,58 12,62 voll voll Budapest. 8,635 6,6,5 6,63 6,68 voll voll Tuen.-LireS ', 9, 1^3 1^95 V99 voll voll Bulgarien 8,03$ 2, 65 8,058 8,165 voll voll stapan . '«io de Jan 1,61 1^)26 1/18 1F22 voll »oll C.491 t^96 0^L4 C,48u voll voll Belgrad . - 6,105 6,12. 6^105 <126 voll voll Lissabon . ■ 18,48 18,52 18.48 18»52 UüU voll Ffrn* 2. Dezbr. Ftft’ Ne patt Ameckkanilche 'Äwtce « « « «« 4/8 4 tu Belgische Noten . » 21,1.. 21,20 t0(? 73,27 19,415 3,63 voll voll Englische Noten. .♦•••!« tzramösische Noten ...... yolländtsche Noten ...... 19.53 t 13.0! 11.8, 0 18,16 1'9.74 voll voll Ut-'lienische Noten ...... 13,20 18,30 voll (Norwegtsche Roten...... 61,8- 12,21 voll Deuisch-Oesterr ,4 >00 Krone» 6,50 6.97 voll Rnmäntschc Noten...... 2,11 2,13 voll Cchwrdtschr Noten ...... 112,69 80.8t» 67.31 1'3,25 61,28 voll Schivetrer Noten ....... voll Evantsche Nokeii . ...... 57,59 voll Tschechostowaktsche Roten . • 1k, . 12,60 voll Ungarische Noren . . • 6,64 6.U6 voll Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „©ießener Anzeiger^.^ Frankfurt a. M., 2. Dez. Es wurden notiert. Weizen, Wetterauer 20,75 bis 22,75, Roggen, inländischer 20,75 bis 21,75, Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 26,50, Hafer, »inländischer 17,50 bis 21.50, Mais (gelb) 21 bis 21,25, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 35 bis 38,25, Roggenmehl 31,25 bis 34, Weizenkleie 13, Roggen- kleie 12 Mk. Tendenz: ruhig. Berliner Pröduktenborsr. Berlin, 2. Dez. Der ProDuktenmarkt lag im allgemeinen still und das Geschäft konzentrierte sich auch heute auf den Ternnnhandel. Jan rar- roggen 230 bis 2271/2, Februar 2381/«. März 241 bis 239i/2l Apiftl 2435, Mai 249 bis 248, also durchgeh-Ärd abgeschwächt. Svnst lagen Dte Ro- tienuigen gegenüber gestern fast unverändeft. GS notierten je 1000 Kg.: Weizen (märt) 218 b4S 223, Roggen (märt) 207 bis 211, Gerste (märt) 220 bis 246, ®erfte (neue) 190 bis 200, Hafer (märt) 165 bis 175, Hafer (ponrm.) 155 bis 166, Mais (1000 Bln.) 205 bis 208, Raps 400 bis 405, Leinsaat 410 bis 420,; für je 100 Kg: Weizenmehl 29.50 bis 36.50, Roggernnehl 28.50 bis 31.50, Weizenkleie 14.00, Aoggenlleie 12.20 bis 12.40, Dikto riaerbsen 30.00 bis 32.00, Heine Erbsen 22.00 bis 23.00, Suttererbfen 19.00 bis 20 00, Peluschken 16 00 bis 17.00, Ackerbahnen 20.50 biS 21.00, Wicken 17.00 bis 18.00, Lupinen (blau) 12.00 bis 13.50, Lupinen (gelb) 15 50 bis 16.50, Serradelle (alt) 11.00 bis 12.50, Serradelle (neu) 16.00 bis 17.50, Rapskuchen 16.00 bis 16.50, Leinkuchen 25.50, Trockenschnhel 8.80 bis 9.20, Torfmelasse 8.50 bis 8.80, Kartofjelflocken 18.30 bis 19.00. Tabletten in allen Apoihefev g. Drogerien crhckNNch 1, Katarrh S r t b st sch uv bei Erkäirungen. Dnrch Auskochen mit (/« 1 Wasser, e was Zucker und 50 g echlem s^aaosot-Ert akt, in jeder Apotheke erhältlich, können Sie sich eine stcherlvtrkende Hustenmedtzin selbst Herstellen. I „3a — und Da begann Der Arnschwang in @>ert._ Mit Frau von Elstern, sie ist ja auch eine weitläufige DerwanDte von uns, war von Dem Augenblick Des Todes ihres Gatten jeder Verkehr unmöglich. Groh-Ponar war für sie da- I LNörderhaus. Aber Gert fand oft Gelegenheft. sich heimlich mit Freye zu treffen . . Lllepe üxjt bisher sitzen gcblbb n. 3hre Finger hasteten mit gereizten Rerw:n über Die A.mpolster. Lieber das Gleichmah rhrer schönen Züge, stolz bn Schnttt und sehr vornehm unter Dein Bewußtsein ih er einsamen ilnangreifbarfeit, huschte Dfo Rück« foiegelung wechselnder Eindrücke, Die auch 2;cgi, Schatten, Funken und Erlö'chm lmrch das Du: fk (Sifengrau ihrer Augen trieb. Lind Dann fuhr sic jach in Die Höhe. Sie 'sprang auf wie ein auS Der Rast gejagtes Pantherw ibchen, und in Der weidwundem Herzen entquellenden Erregung stürzte sie Die Worte übcreinanDer und schnellte sie wie Pfeile von den Lippen. „Hellmut, wir waren einig — Gert und ich, wir waren einigI Freilich, wir wollten noch toat> ten, bis er angestellt war — einfach aus praktischen Erwägungen — wir wutzten, dah man Die frühen Heiraten Der jungen Diplomaten nicht gern sah — und Da wir einig waren so brauchten, wir auch feine Lieberstürzung Ich war elternlos frei, hatte keinerlei Rücksichten zu nehmen — Onkel Hora toufjte noch nichts von unsrer Liebe und wenn er sich für seinen Sohn auch sicher' eine reichere Partie wünschte, so war doch tausend gegen eins zu wetten, dast er sich fügm würde, trenn Gert fest b^eB Warum blieb er nicht fest? AlEyst bu, -5cn Dad ist es, was mir qualvolle Rächte berettet hat, Di^e Frage nach Dem Wa- ,5. m!£ uoch heute ein schwer zu lötendes Ratet rst. Denn ich glaube nicht Daran — nein, t daran, dast so plötzlich in seinem Herzen ern Llmschla; kommen konnte! Was ist -tenn Freye. Weiht Du, wie Gert selbst sich Iie Musterte? Sie sei im Komödien- p.et des Lebens die ewige Sentimentale — fc !cifte er und Rührseligteit fog ibn nie. Sie ist ouco in ihrem Aeusteren Der Typus Der Sentimen- slCTL ,.my Oem Himmelblau ihrer Augen und re^^b:gkeit ihrer Formen. D,>s ist nicht EeftS elchmack Wie tarn es also, bah er um ihretwillen mich auf gab T" Dr.Thomps Seifenpuli Zum 96fi5, .......................................--- - - । Statt flgrtea | I* SaTa Dulka Leo Frogel I Dteb«n Frankfurt a. M. Verlobte Frankfurt am Main, den 30 November 1924 Die glückliche Geburt einer gesunden Tochter zeigen an \ Prof. Barth und Frau Ida geb. Christ !.......—........................ Für die vielen Geschenke und Glückwünsche zu meinem 72. Geburtstage sagt \ herzlichsten Dank | Bäckermeister L. Kronenberg o.f * a-A. L NW] wurden ne* 22,75, 2ofl* omnittgetjlt »mlandilchrr 21,25, Det* 38,25, Aog* 3, Äog-en- icrrtt lag tm bnjcntrieitt d. Jan ur* Wrz 241 248, also jct öte 2b» eründeit. 94 ict) 218 (xi -erste (märt) i 200, Haier 155 biS 166, 4JOM4X, WeiMMc-l ) bis 31.50, i dis 12.40, Srbsen 22.00 0, Pelulchka 11.00, Dicken » bi- 13.50, Taöcfle (alt) W ins 17.50, buchen 25.50, lasse 8.50 bis Sr T 100 betten is ccheMe lalnrrf) iHchAilibchrn t> 50 g «bttk» jnltHÄ Hnnrt imedijill ftlDn Umfdbwjf » II >a aud) war en t für Ile t Gelegen^- ac e auch L <* - daS tj» * >ann wie ctn r sq M* "^.M'cndcs >er M. daran Hl'ch Äs ist MN Ar ist ^£nun c?r se.ts ** Garantiert reines Schweineschmalz Ium billigsten Tagespreise: Tafel-Margarine Pfund 68 H Pfund 76 A Pfund 65 A Pfund 65 A Basler Lebkuchen Paket 18, 23, 32 a Pfund 45 A . Pfund 1OO A Schmelzschokolade . . 3 zafdn Haselnüsse Walnüsse Erdnüsse . 4 Tafeln . 3 Tafeln . 3 Tafeln Weiße Oblaten-LedKucheN Pfessernutzmischung . LebkuchewNikolause Blockschokolade . . . 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Rudolph Seltersweg 91 verlegt habe.—AußermeinerVertretungderLudwig-Hupfeld-Aktien- gesellschaft, Böhlitz-Ehrenberg bei Leipzig und anderer namhafter Firmen habe ich die Niederlage derjenigen ersten Flügel-, Piano- . forte- und Harmonium-Fabriken Deutschlands, die bereits jahrzehntelang von der Firma Wilhelm Rudolph vertreten wurden, neu übernommen. — Mein nach gediegenen Grundsätzen fachmännisch geleitetes Magazin bietet volle Gewähr für vorteilhaften Einkauf. — Zu zwangloser Besichtigung meiner neuen Verkaufsräume lade ich höflichst ein Robert Schönau, Gießen Flügel-u. Pianomagazin, SelterswegQl VS für Beo WWW her MWMM MMlkl! Diese Partei stimmte gegen das von der Sozialdemokratie und den Mittelparteien angenommene Ermächtigungsgesetz, das dem Reichsfinanzministerium das Recht gibt, die unzureichenden Beamtengehälter selbständig festzusetzen. Sie forderte ausreichende Gehälter für die Beamten der unteren Gruppen (Antrag 234 Hergt u. Gen. v. 24. 6. 24). Sie verlangt grundlegende Umgestaltung der Abbau Verordnung, Schutz des Berufsbeamtentums gegen das Eindringen gesinnungstüchtiger Außenseiter. Sie bekämpft aufs schärfste die seit dem Umsturz eingerissene Korruption und Futterlrrippenwirtschast. Sie erstrebt Durchdringung aller Arbeitsverhältnisse und des ganzen Volkslebens mit sozialem Geist. Arbeitnehmer und Arbeitgeber müssen im Geiste wahrer Arbeitsgemeinschaft zusammenstehen. Sie will Arbeitsrecht, Arbeitsschutz und soziale Versicherung in diesem Geiste erhalten, wie dies auch im Reichstage von ihren Rednern, Pfarrer Deidt, W. Lambach und G. Hartz, vertreten wurde. WM«, Spora, SWWMW! Laßt Euch nicht beirren durch ein Flugblatt, das in persönlich-gehässiger Weise sich gegen unseren Neichs- tagskandidaten Oberlandesgerichtspräsidenten Dr. Georg Best - Darmstadt wendet und seine Verdienste um die Aufwertung herab^uL^Lp M Abgetan. 3hrAbt ihn in Bietzen selbst gehört. Vergeltet Treue mit Tzeüe und wählt den deutschnationalen Wahl- Vorschlag, beginnend mit den Namen: ■ , । Verbindungsstücke Tßnnißhß B~e< l^ppayiäD und Diwandecken ■ * in größter Auswahl weg. Ausverkauf äußerst preiswert Heinrich Hochblätter ____________________________ 9630a__*' Telep! Ctri in u., 1/ sichten-. veckreitz^ bat abzugeb^ff Eduard ©ift/Rieger MarburFnerer WieleMer Str. 84 JKcfcbtcb. Grö:en »»Teilungen sofort eferbnr. Ctto 'rüller.Magdebura kogäizerDtr.L^A AuekunfOel Kraia & Müälag, CasseLShirfüciteit: strotze 6, Tel. 2869 Gegründet 1902. DaS Dornebme ’enuß fllrBertrau- enSangelegen ei«, besorgt Auskünfte -•efdjäfiLii.piiüater Ontur. Sve^ialbe- 1 iffeie, Ermittelun- "Nv. aus fänii» lUen Plätzen des I (L>^-lustandeS. I te im&L'lueiünf= t .'u - 0t*un6DVciicn Mer Weg 19 Jon 7>6. MlaD tkmasckinen. . __________ fest I Morgens von 10 Uhr ab Wellfleisch mit Kraut I abends von 6 Ubr ab 9)irtzeisuppe WWW £tli Morgen Donnerstag ,S«W Ab 10 Uhr Schlachtplatten. Alles was das Schwein gibt mit verschiedenen Salaten. 9639V AbeoWKösßlkr'Ko^zcrtcrstttKräste pMosvpüenwald Morgen Donnerstag /s^Wrchiacht- =1 Elfte 5 Die Voranstellung bcr Interessen des eigenen Landes und die Zurückweisung der internationalen Ver- smd bic Kennzeichen der Wahlen m England unb Amercka. Bei uns babrn bn= hi« I)er So3ialifkn und Demokraten verhindert. Wollen nicht endlich auch rotr einmal eine aeickloskene nationale Front zeigen? Männer und Frauen am 7. Dezember vater / ländisch wählen und ihre Stimme der «nnrtni J geben, die dabei in liberalem unb Geiste praktische WirklichkeitspoMik bekeV Wählt die bewährte ZeMeZsvM ________,__z Dr. MMS Bmi-BaW «frtonale Dolttsoartei. 9048c 1,1 n ;00 UODfin. frzM?A\ rcv M Einrichtungskoffer Schrankkoffer Reisetaschen Stadtköfferchen i. viel. Serien Marktbeutel Akten- und Schulmappen Musikmappen Reise-u. Autodecken Besuchstaschen Geld-, Brief-u.Zigarrentaschen Schmuckkasten Schreibmappen Nagelpflegen Flakons, Damengürtel Kunstgewerbliche Lederschnittarbeiten in Schreibmappen, Blocks usw. Weihnachtsgeschenke beliebe man schon jetzt zu kaufen und durch Anzahlung zurücklegen zu lassen 9490D Ur. 285 Drittes v!efang: „Macht hoch die Tür" angestimmt wird! Wahrlich es braucht nicht vieler äußerer Mittel, um Feste zu gestalten. Die der Feier geweihten Tage oder Stunden müssen nur einen besonderen Glanz erhalten, sie müssen herausgehoben werden aus der Sphäre des Alltäglichen, dann werden Phantasie und Gemüt des KindeS unbewußt ihren Sinn in sich aufnehmen und hinter den äufieren Zeichen die verborgenen seelischen Schätze ahnen. Solche Feste können die Wurzel für innige Heimatsgefühle, eine Quelle der Kratt für das innere Leven werhen. Lasst uns den Kindern leben! Wie erziehen wir unsere Kinder zur Religiosität? Da die Religion nicht wesentlich Denken noch 'Dorfteilen, sondern Berührung des Gemüts mit einer höheren verborgenen Welt ist, so ist der Unterricht in religiösen Vorstellungen stets nur dann wertvoll und wirksam, wenn zuvor Berührungen mit religiösen Realitäten stattgefunden haben und der Unterricht eben an solche erinnern kann. Wichtiger als Schulunterricht ist das religiöse Leben des Haukes, eine Hauptsache der Mutterunterricht. Wir sind nun einmal sinnliche Geschöpke. So bedarf auch unsere Religion, darin Leib und Seele sich freuen^ sollen un lebendigen Gott, der sinnlichen Gewöhnung an Andacht. ES ist von fast nicht nachzuhvlendem Sinflub. wenn die Andacht der Malter durch Suggestion in die Kinder übergeht, wenn ihre Haltung der Ehrfurcht vor Gott, ihr Händefalten, ihr Ausdruck der Feierlichkeit, ihr Blick in wette, verborgene Fernen sich ansteckend überträgt auf die mxhahmenden Kleinen Seien wir nicht zu geistlich und erhaben! Es ist etwas Wahres an Herders Wort- An dacht ist Mechanismus Bilderbuch, Mutter und Kind Don Elisabeth Gerlof f. 2ln guten Bilderbüchern von künstlerischem Werl ist kein Mangel. Sie find fogar reichlich auf dem Büchermarkt erschienen! Dieser Reichtum verführt nun Eltern und Tanten häufig dazu, das Bübchen oder das kleine Madelchen mit Bilderbüchern zu überschütten. Es sind ja_ so vorzügliche Bücher , von schätzenswerten Pädagogen und Künstlern empfohlen! Gewiß! Doch hat man nicht über die viel erörterte und mit der Tat beantwortete Frage: Wie mutz ein gutes Bilderbuch beschaffen sein? die andere ebenso wichtige: Wie muh es von dem Kinde besehen werden? ein wenig vergessen? . r Da ist zunächst beobachtenswert: Nicht zuviel Bücher! Wenn das Kind mit schnellen Händcken ein Blatt nach dem andern, ein Buch nach dem andern wie ein Windstoh umblättert, und sich schliehlich daran macht, es zu zerreitzen, wobei die „Unzerreißbaren" seinen Stolz besonders lockern so ist fein Gehirn mit blotzem Sehen, mit Dildeindrücken überfällig!. Das macht das Kind oberflächlich, es holt nicht mehr die geistige Anregung und Unterhaltung aus den Dächern, die es seinem Alter und seiner Auffassungsgabe nach sehr wohl den Bildern entnehmen könnte. Dieselbe Ermüdung tritt ein wie bei dem Erwachsenen, der stundenlang durch eine Bildergalerie rast und statt eines bleibenden Eindrucks, der ihm bei liebevoller Betrachtung von wenigen Kunstwerken zuteil geworden wäre, nur Abgespanntheit Heim- Hat man mehrere Bilderbücher, so mache man der Fibern aus erster Kindheit. Seien wir dankbar, dah unsere Sinnlichen so unserer Seele den Halt bietet an festen Gewöhnungen, an Geleisen, in die sie ohne Besinnen zurücklettet, sobald sie ihnen nahe kommt! Feierliche Stimmung, Leben in der Welt des Mysteriums, Hinaussehnen aus dieses Tales Gründen aus die Berge der Ewigkeit, wo die Freiheit wohnt — wenn das die tiefste Richtung der Seele der Mutter ist, während sie das Kind trägt, ich glaube eS bestimmt, das geht irgendwie über in den stillen Seelengrund des Kindes. Und wenn cs dann zum Leben erwacht und sich umweht findet von der Luft der Ewigkeit, wenn es dann zum Verstand kommt und sich getragen findet von jener Ehrfurcht, die sttmmungs- und ahnungsvoll sich in stillen Stunden ausspricht — ich /glpube nicht, datz solches Erlebnis auf die Kindern wirkungslos ist, wenigstens auf den Durchschnitt. Cs ist auch ebenso wahr wie schön, was Pestalozzi vom Einflutz der Pietät auf die Religiosität sagt: Sie haben einerlei Wurzel. Denn die starke trauende Liebe, die das Kind, her Mutter folgend, dem leiblichen Vater widmet, ihm, dem es einfach alles zutraut, alles Gute und alles Vermögen, und das mächtige blinde Vertrauen, das eS der Mutter, der Quelle und ersten Nährerin seines Lebens, entgegenbringt, diese fromme Liebe oder Pietät schließt in sich Glauben, Ahnen und Vertrauen gegen Gott, gegen ein ewiges, schlechthin übermächtiges Wesen. Nichts ist dem Kind natürlicher, als im Gefolge, in der Nachahmung der Mutter die tiefen Gefühle, Ahnungen und Sehnungen der Pietät zu übertragen auf den himmlischen Vater, auf den ewigen Schöpfer: durch dar Gebet der Mutter betet es sich yinein in die Nähe und Gemeinschaft des lebend.gen Gottes. Die Luft des Mysteriums umweht das kleine Kind. Es ist liebenden, beglückten Eltern selbst ein heiliges Geheimnis, und wiederum ahnt es in der heiligen Einheit, der es fein Dasein verdankt, das Geheimnis einer Liebe, die all unser Denken übersteigt. Ich weih wohl, wie stark diese Auffassung der Eltern idealisiert ist. Aber ich glaube, datz die Kinder durchschnittlich so idealisieren. Wohl ihnen und uns! Darum ist ihrer das Himmelreich. Geheimnisvolle mystische Berührungen sind ihnen keine seltenen Erlebnisse: das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind und der Kinder liebster, natürlichster Gedanke. So verläuft der Mutterunterricht mehr in unbeabsichtigten, unmittelbaren Eindrücken, als in absichtlichen Belehrungen, aber auch die letzteren sollen nicht fehlen. Man fürchte sich nicht vor der Zumutung von Lehrbetrieb. Es handett sich da wesentlich um schlichtes Erzählen weniger herzlicher Geschichten und Dorsprechen kleiner lieber Lieder. Das geschieht am besten — da doch die Sinnlichkeit mächtig helfen mutz, und die Reizbarkeit der Nerven und Gefühle im Halbdunkel wächst — in den Schummerstunden, wo die Kinder außer Rotkäppchen, Schneewittchen in derselben Sprache das Geheimnis erzählt bekommen vom Paradies und dem Wandeln Gottes unter den Bäumen, von David und Goliath, vom Chrisckind, feiner Geburt und ferner Liebe zu den Kleinen. Solche Kinder begehren immer Wiederholung derselben schonen Geschichten, kvrrigieven sofort, wenn man sie anders erzählt, und sind unendlich dankbar und gespannt. Und wie leicht und gern lernen sie von der Mutter die Lieder aus Heys Anhang, das rührende. „Weiht du, wieviel Stemlem stehen" und ähnliche. Wie schön, wie feierlich sind endlich die kurzerr Augenblicke, da die Mutter am Bett des Lieblings sitzt, mit ihm plaudert über die Ereignisse des TageS und es bann beten Iaht zum himmlischen Vater, nicht immer das gleiche: „OHübe bin ich, geh zur Ruh", auch ganz frei wie es ihm kommt. Denn der liebe Gott ist so gut, er kümmert sich um alles, was dem Kind weh tut. Ach. dah so viele Mütter sich dieser Weihe ihres Berufes berauben! Dah sie einen Abend fehlen mögen am Bettchen oder im Sofa neben dem andächtigen Lockentopf! Solch eine Mutter ist doch das seligste Ge- schöps Und Kinder, die solchen Morgentau auf ihr kleines Herz empfangen haben, können nicht mehr ganz vertrocknen in ihrem Gemüt. Sprechenlernen des Kindes. Glückliche Ötunben wird stets derjenige verleben. der fuf> den gefunden Sian erhalten hat, mit kleinen Kindern stundenlang spielen und sich zur Regel — Regeln liebt das Kind —, bestimmte Bücher nur Sonntags, andere nur in stiller, ein wenig seierlicher Abendstunde mit ihm zu besehen. Die Mutter kann mit ein paar Worten, die ganz genau der Derständnisstuse und dem Gemüte ihres Kindes angepaht sind, den Inhalt eines Bildes zum Erlebnis gestalten, und von dem Bild aus werden sich Fäden der Vertrautheit zwischen ihr und ihrem Kinde knüpfen. Es ist nicht wahr, datz diese Vertrautheit zwischen Mutter und Kind immer „ran selbst" im ausreichendem Matze vorhanden ist. Sie kann und soll diese Vertrautheit in jedem Kindesaltcr bemüht pflegen. Als „verlorene Zeit" wird eine richtige Mutter diese Dermittlertätigkeit zwischen Bild und Kindesseele, dieses Fragen. Antwori- geben und Erklären, nicht ansehen. Erfordert dies Tun ja die höchste Anspannung jenes Sinnes, den untere gelehrten Psychologen gewiß nicht gelten lassen wollen, den ich den Mutte rsinN nennen möchte. Sie kann zur Abwechslung wohl einmal ein Bilderbuch für Erwachsene vor dem Kinde auf* schlagen. Ich denke da z. B. an die blauen Bücher von Langetoiesche und an die K u n st w a r t - Mappen. Sie wird bann mit Erstaunen bemerken. dah das Kind nicht nur für das Gegenständliche. für das. was das Bild an Vorgängen darstellt, sondern auch für den Stimmungsgehalt, für das. was der Künstler von seiner Seele in das Vild hineingemalt hat. durchaus empfänglich ist. Die reichste Bilderquelie, die Mutter und Kind zugleich erquicken kann, bleiben unzweifelhaft die Dildermappen von Ludwig Richter. mit ihnen treuen zu formen Er wird nicht müde werden, dem scheinbar so törichten Plappern der Kleinen geduldig zuauhören un) aut die schwierigsten Fragen der Wissensdurtttgen eine Antwort zu geben. „Onlel, wo tr-vhni das Tanzen?* tragt die lleine Nichte, als die Ellern zu einem Vergnügen mit Tanz gegangen sind, und ha ist es denn oft mit dem Latein des Onfels zu Ende. Schier uncrgrünMid) aber ist der Sprachschatz einer Mutter, d:e mit ihrem Kinde plaudert und kost, und kein Wörterbuch kennt so viele Wörter mit • „chen" und „lein“ al8 das Muttergefühl und das in Liebe überquellende Mutterherz. Mit ihrem Kinde wird sie zum Kinde, sie dentt, lallt und jubelt mit ihm in feiner Sprache. Wie die Mutter am besten das unklare Gevlapper des Kindes, anderen unverständlich, zu deuten wcitz, so versteht dieses am besten die Mutter. Wie lieblich und drollig ist das erste Kindergestammel mit dem Suchen nach Ausdruck, dem Stolpern über einzelne Laute oder Wörter, dem Verdrehen des Satzes, aler stets mit dem Willen, sich verständlich zu machen. Jeder muh seine Freude daran haben und oft lachen, ob er will aber nicht. Man hüte sich aber, es nachzumachcm Die Kinder werden gröher, und puppenhafte Drolligkeiten im Sprechen und sonstigen Angewohnheiten werden später zu Lächerlichkeiten, schwer ausrottbaren Fehlern und Ungezogen- hesten. Darum ist es besser, ihre kindlichen Sprachdummheiten nicht mehr mit Wohlgefallen hin- zunelimen, sondern ihnen immer wieder, nicht mit schulmeisterlicher Pedanterie, sondern gelegen!- lich richtig vorzusprechen, was ihnen Schwierigkerlen macht. Dann lernt ein Kind nicht nur gut und richtig sprechen, sondern es werden die für das Kind später sehr unangenehmen n>nh schwer zu lassenden Fehler beim Sprechen, das Stottern, Stammeln, Lispeln, meist von vornherein vermieden. Das schließt für die Erziehung des Kindes zugleich den Dorleil in sich, dah es auf sich achteir lernt und sich nicht erst die kleine Eitelkeit angewöhnl, seine eigenen Fehler beachtenswert und drollig zu finden. Auch schon für die Erziehung des spreätcnlernenöen Kindes gelte: Nicht für die Kinderstube, sondern fürs Leben! Selbstanfertigen von Spielzeug. Don Marie Reuter. Mit der Adventszeit beginnen die Dorbereitungen für Weihnachten. Sind wir Hausfrauen cs doch vornehmlich, auf denen die ganze Arbeit, die das Fest mit sich bringt, ruht. Da heiht es, um fertig zu werden, früh anfangen und schon jetzt' überdenken, wie wir den Unseren viel Freude bereiten können, auch ohne große Ausgaben zu machen: denn das können sich wohl die meisten von uns noch immer nicht leisten. — Ich denke an die Zeit zurück, wo meine Kinder noch klein waren, was hat sie damals wohl am meisten erfreut? Nicht die gekauften Sachen waren es, sondeon solche, die ich selbst fabriziert. „Ute", die grohs Flickerpuppe, war nicht nur dem Mähelchen, sondern auch den Jungen der Inbegriff her Höchsten Puppenschönheit, obgleich das kugelrunde Gesicht nur gemalt war, und braune Rebbelwolle die krausen, kurzen Haare vorstellte. Aber daß an ihr wirtlich etwas zu — tragen war, dah ihr die Kleinkindersachen dds jüngsten Brüderchens, die Mutzen, Jäckchen so gut pahten, das war das Großartige dabei. Selbstgeklebte Bilderbücher — aus Katalogen und Zeitschriften gesammeltes Material — machen wett mehr Freude als die gekauften. Ein länglicher Bastkorb, an zwei Querleisten vier von einem runden Stämmchen abgesagte Räder, vorn eine bewegliche Deichsel, gab den schönsten Derdeck-Puppenwagen ab. — Aus einem Papierbilderbogen geschnittene Soldaten, aus Pappe gellebt und mit Stützen versehen, geben die prächtigsten Regimenter. Eins der immer wieder gewünschten Geschenke war die sog. „Aufstellung". Alle Jahre in etwas veränderter Form machte sie stets neue Freude. Eine Schachtel, betitelt „Stöbt", aus dem Spielwarenladen, mit einigen Holzhäusern und einer Kirche war die Grundlage her Aufstellung. Nun machte ich erst eine Menge Bäume (Stäbchen von braunen Ruten in Pfropfenscheiben gesteckt, oben ein Büschel grünes Moos angebunden), damit man eine lange Straße, Kirchenplatz und Gärten bepflanzen konnte: bann Blumenanlagen (verschieben geformte Pappstücke mit etwas Leim bestrichen, seinem Poos bestreut und bunten Seidenpapierbüscheln verziert), Zäune, von brauner dünner Pappe ausgeschnitten, zum Zusammenlegen, damit kleine Gärten einzufassen: ein Teich, größeres, längliches Pappstück mit Papier und Die Nibelungen in der Kinderstube. Don Erika Rosenthal-Deutzen. Meine Kinder haben von der Sommerreise zu Derwandten mit größeren Kindern ein neues Spiel mitgebracht, das sich mit ungeheurer Schnelligkeit in bet ganzen „ Spielgemeinschaft" — in einer kleinen Stadt bildet doch jede Straße eine Epielgemeinschaft, was man im Gegensatz zur Großstadt, wo sich kaum die Kinder aus her gleichen C:agc kennen, als sehr hübsch empfindet — .verbreitete. Das waren die Nibelungen. Dcr Ursprung des Spiels war leicht zu finden. Die großen Kameraden hatten den Film von den Nibelungen gesehen und ihn in ihrer Weise wieder zu gestalten gesucht, wobei die Kleinen andachtsvoll und begeistert als Fahnen- oder Schleppenträger mitgewirkt hatten. Nun versuchten sie eine Wiedergüre auf eigene Faust. Dabei war's nun amüsant, zu sehen, tote die Primttivforderun- gen ans Theater, wie sie zur Zett des toandernden Theaters galten, doch ganz unverändert in unseren Kindern stecken. Hauptsachen waren das Kostüm und die Prügel. Die Quantität der letzteren wuchs prozentual zu der Zahl der am Spiel teilnehmenden Jungens „Wunderschön war's aber der Drache b aucht noch ine lößeren Schild, Mutter, sonst fühlt er die P: zu sehr." Als Kostüm würben die unmc a/.cn Gegenstände von Silberpapier bis zu einem abgelegten Zylinder, Fahnen, Stocke, kurz, alle nur erdenkbaren Gegenstände requiriert. „ Für die Nibelungen können wir eben alles brauchen." MooSrändern bcHebt — Und dazu wurden nun die nötigen Tiere und Menschlein au- dünner Pappe geschnitten. je mehr, je besser Ein Schäfer mir seinen Schafen liebes mit etwas Watte beliebt), Jäger mit Flinte und Hund, Männer, Frauen und Äinher, auf hem -Seid) ein Schiff — von Papier geknifft - - mit Segelstange unb deutscher Flagge und weiße Schwäne mit langem, gebogenem Hals: Schlitten (Die bekannten aus Postkarte,'. geschnitten) mit Bank unb Kutscher hebt unb Pferbe davor, Schimmel, Braune, Rappen. Das alles wirb zur sauberen Ausbewahrung in verschiedene kleine Schachteln unb diese in einen größeren slachen Pappkarton getan. Mit solcher Ausstellung können Kinder sich stundenlang unterhalten Und welche Freude, wenn Mutter in den Feiertagen vielleicht noch manches dazu macht: Eine Pumpe mit der Wasserträgcrin, einen schwarzen Schornsteinfeger mit her Letter u. dgl. - Ost habe ich Kirche und Häuser auch selbst aus Pappc geschnitten, mit ziegelroten Dächern, offenen Türen und Fenstern, was noch hüscher aussieht, größer ist und leicht unb bequem zusammengelegt werben farm. Gesundheitspflege in der Kinderstube. Das Kinderzimmer. Die Wände dar Kinderstube werden am besten mit Oelfacbe gestrichen. Sie können bann am besten sauber gehalten werden. Besonders bei Krank- heitssällen wird sich das sehr praktisch erweisen, da, ohne Schaden anzurichten, die Wände desinfiziert werden können. Die Stube braucht deshalb nicht kalt und geschmacklos auszusehen. Man wählt ein.' freundlich: Farbe und läßt einen FrieS darauf schablo-meren, der dem kindlichen Verständnis entsprechende Darstellungen bieten muh Hinter Tapeten seyt sich zudem leicht Ungeziefer fest. Bis zu welchem Alter müssen Kleinkinder täglich gebadet werdend Wenn es die Mutter ermöglichen kann, fvllte sie den Säugling mindestens da^ erste Jahr täglich haben. Selbst die gründlichste tägliche Ganzwäsche kommt der Wirkung des täglichen Bades nicht gleich. Verstärkt wird diese aber »och, wenn dem Bade von kurzer Dauer noch eine lieber- gießung von 2-3 Grad kühlerem Wafler nachfolgt. Diesem Gietzwafser farm zur Kräftigung des Kindes noch etwas'Badesalz (ctiixi eine Handvoll aus einen Eimer- Wasser) beigefügt werden, was ungemein zur Kräftigung des Organismus bet- tiäat. Kleinkinder von 1 2 fahren sollten auch noch möglichst zweimal wöchentlich Vollbäder erhalten und Kinder bis zum schulpflichtigen Alter, wie mich die Schulkinder selbst, wenigstens wöchentlich einmal die wohltätige Wirkung des Vollbades zu spüren bekommen Dieses sollte immer nach vorhergegangenem gründlichem Abseifen des Körpers vom Kopf bis zum Futz erfolgen und am Abcnd vor dem Schlafen vorgenommen werden, tocil es auf diese Weise für den Körper am dienlichsten ist. „Nene Fraucnkleidung und Arauenkultnr". Zeitschrift für persönliche, künstlerisch: Kleidung, Körperkultur und Kunsthandwert. Mit Schnittmuster- und Handarbeitsbogen Herausgegeben von der Werbritelle für Deutsche Fravenkultur Karlsruhe. 20. Jahrgang 1924, W ' nachtshest 6 (Dezember! Verlag G. Braun, G. m. b. H. m Karlsr-uhe. Sinzclhest 1.20 Ml. Das soeben erschienene Weihnachtshrit dec „Ne'e t Frauen- Neidung und Frauenkaltar" bringt wertvolle Text- beiträge und viele geschmackvolle Abbildungen Für die weihnachtlichen Vorbereitungen gibt das Heft reiche Anregung. Cs eignet sich auch vorzüglich als Gabe für den Weihnachtstisch. 1438 Aphorismen. Don Marie von Ebner-Eschenbach. Wer in Gegenwart von Kindern spottet oder lügt, begeht ein todeswürdiges Verbrechen. Verwohnte Kinder sind die unglücklichsten, sie fernen schon in jungen Jahren die Leiden der Tyrannei kennen. Das gibt sich, sagen schwache Eltern von den Fehlern ihrer Kinder. O nein, es gibt sich nicht, es enltoicfelt sich. „Was wißt ihr denn eigentlich von den Nibelungen?" wagte ich einmal zu fragen: ha kam ein ungeheures Chaos von Namen und Tatsachen ans Tageslicht, so haß ich beschloß, doch etwas bil- benb einzugreifen. Aber nun entstand eine Schwierigkeit, alle vorhandenen, jedenfalls alle bekannten Nibelungenbearbeitungen schienen mir so gar nicht für Kinder geeignet. Da fiel mir ein Büchlein in die Hcrnd, das ich glaube affen Eltern empfehlen zu können, denn die leidenschaftliche Begeisterung meiner Kinder beim Vorlesen desselben besagt mir seine Eignung für Kinder. Es sind dieS die Bilder des Peter Cornelius. des beliebten Malers nom Anfang des 19. Jahrhunderts. Uns Erwachsenen kommen die jetzt wohl freilich etwas süßlich und zugleich übertrieben heroisch vor. aber sie entsprechen so ganz dem kindlichen Geschmack. Diese Bilder hat der Verlag Dietrich Reimer in Berlin in schlichter, aber würdiger Form herausgegeben und den Text des Buches schrieb in einer außerordentlich fein der Art her Bilder angepaßten Weise kindlich und schlicht Estelle du Vois-Aeh- mon 6. Für kleinere Kinder eignet sich bas Buch am besten zum Dorgelesenwecden, denn die alte Sage bringt doch manche den Kindern zunächst nicht verständliche Ausdrücke mit sich, die eben zu ihr gehören unb sich nicht ohne Schaden des Ganzen ersetzen lassen, aber ist es nicht ein Genuß, so halb spielend den Horizont des Kindes zu erweitern und cs mit zu erleben, wie es unser schönstes Dollsbe'itztum. unsere alte deutsche Sage, lennen und lieben lernt? fll.s WB f? ... ■y Der Weihnachtsmann ist da! DrogerieWinterhoff Kreuzplatz 9 und 10 9428D M T E l • $ 1 5 ... vornehme Zirmenfchil-er 017495 Neuen VSue 1 Telephon 612 Verkauf am Theater-Tafe „Trust Ludwig". e983a ■■■ ■■ zu günstigen Preisen im Cfflodehaus^alomon. w ! V—6teäsenV»#5diübIrä5e Ehristbäume empfiehlt in schönster und größter Auswahl billigst T3. Hankel Ab heule prima Uuhfleisch per Pfund 50 Pfennig bei Stern, Wiefeck. « Streifen l^GlZalBesätze Felle für Haushalt, Schulen u. Gewerbe in altbekannter Güte. 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