Ur. 2a9 Erstes Erscheint luqltd), außer Sonn- und fttiertags. Beilogen: VießenerFamilienblätler Heimat im Bild. Monatr-Vezngrprei;: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech'Anschlüsse: Schriftleitung 112, 93er- lagundGeschästsstelleSl. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzelgerSlehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. Montag, 3. November 1924 Blatt fr 4. ^ayrgang General-Anzeiger für Oderhesten vnlck und Verlag: vrühl'sche Univerfiläts-Vuch- und Steinörudcrei H. Lange in Gletzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7. ainobme von Snjeigtn für die Ixigfsnummtr bis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlichü, auswärts 10 Goldpfennig: für Re- Klame-An,eigen n 70mm Breite 35 Goldpfennig, Plahvorfchrift 20°,Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh Lange: für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Peät, sämtlich in Gießen. Der demokrattsche Reichsparteitag. Berlin, 3. Hoto (TU.) 3m Sitzungssaal txriB preußischen Landtags nahm am Sonntag hormittag der außerordentliche Parteitag der Denrokratischen Partei seinen Anfang. Außer den Parteiführern Koch und Erkelenz toavenu. a. noch der preußische LandwirtschaftsninisterWende r s f. Graf Bernstorfs und Oberbürgermeister Petersen anwesend. Reichsminister a. D. Koch gab zunächst einen eingehenden Bericht über d e politische Lage Er verteidigte die bisherige Poli ik der Demokratischen Partei und b .tonte, daß die Heberzeugung von der Richtigkeit dieser Politik, die zunächst sehr unpopulär gewesen sei, jetzt in allen Köpfen wachse. Der Redner fuhr dann fort: „3n diesem Augenblick, wo unsere konsequente Politik den ersten Berg überklommen hat, melden sich diejenigen zum Eintritt i n die Regierung, die 5 3ahre lang unserer Politik die denkbar größten Schwierigkeiten bereitet haben. Die Deutschnationalen sind für die Fortführung der bisherigen Regierungspolitik, wenn sie Rlinistersihe, wenn sie Reichstagssihe erlangen wollen. Mit einer solchen Partei an ßnaßgebender Stelle in der Regierung bleibt unsere Außenpolitik zur Erfolglosigkeit verurteilt. Auch innerpolitisch wäre der Eintritt der Deutschnativnalen in die Regierung in diesem Augenblick eine schwierige Frage. Dafür konnte die Demokratische Partei die Verantwortung nicht übernehmen. Diese ganze Krise war inmötifl, daS Anlehnungsbedürfnis der Deutschen Dvlkspa rtei nach rechts führt von Krise zu Krise. Die gesamte Partei hat die Verhandlungen mit den Deutschnatronalen ohne Hinzuziehung unsererseits geführt und uns vor vollendete Tatsachen gestellt. Sie hat damit selbst den Bruch der von Stresemann geschaffenen großen Koalition herbeigeführt. Run richtet sie die ganze Wucht ihres Wahlkampfes gegen unS mit Mitteln, die sie von rechts ent- lehrte. Wenn sie jetzt mit derartigen Methoden gegen unS arbntet, so ist das treulos. Wir sind der Kva.itivn der Mitte treu geblieben. Wir haben kein Anlehnungsbedürfnis wie die Deutsche Volk-Partei an die Sozialdemokraten zu den Deutschnativnalen. Leitender Gesichtspunkt bleibt für uns, den unheilvollen Ruf im Volk dadurch wieder zu beseitigen, daß man weitere Schichten der Sozialdemokratie für den nationalen Gedanken gewinnt. Wenn der Gegensatz heißt: „Hier Monarchie — Hier Republik", so gehören wir — daran halte ich fest — fcmf die Linke, schon deswegen, weil es für das deutsche Volk dann unerreichbar wäre, wenn die Sozialdemokratie, wie sie heute ist, allein ans Ruder käme." Der Redner ging dann auf die Sezession demokratischer Abgeordneter aus der Reichstags- nnd Landtagsfraktion ein, wobei er u. a. ausführte, ganz unberechtigt ist es, wenn die Ausgeschiedenen die p a z i f i st i - sche Haltung der Partei als einen ihrer Gründe an führen. Höchstes Gebot für uns alle ift nremals der Friede, sondern die Scklbsterhal- tu ng und die Freiheit der Ration. Was die Kriegsschuldfrage anbelangt, fo wird sie »richt durch tapfere deutsch-völkisch: Resolutionen «löst, sondern dadurch, daß deutsche Männer in internationalen Kongressen und Zeitungen die Wahrheit nicht nur behaupten, ftmdern auch beweisen. Für den Eintritt in den Völkerbund wird jeder eintreten müssen, der für Deutschland ein Forum sucht, vor dem er seine Klage erhetan und Hilfe für die unterdrückten deutschen Dimder im deutschen Osten und Westen beantragen kann. Falsch t|l der von den Ausgeschedenen erhobene Vorwurf, daß wir eine einseitige Außenpolitik treiben. Wir stehen erst am Anfang unserer demokratischen Aufgaben. Die Verfassung ist nur em Rahmen und es torrb jahr zehnte langer Arbeit beburren, um DeutschlaiÄ» kulturell und wirtschaftlich so demokratisch zu gestalten, wie die Schweiz den Staat mit Volksgeist zu erfüllen und das Volk mit Staatsgeist, das ist die Aufgabe der Demokratie. 3n der anschließenden Aussprach äußerte Graf Bernstorfs feine volle Uebcreinftim- mung mit den Ausführungen des Vorsitzenden. Reichswirtschaftsminister Hamm begründete in der wachsenden Verständigung der Völler c en Anfang der Gesundung, die der deutschn Wirtschaft durch die bevorstehende Steuerverminderung wieder zum Aufstieg verhilft. Es muß aber erwartet werden, daß die Wirtschaft auch in der Preispolitik alles tue, um die Rot zu lin- dern. Rach kurzen Ausführungen der Vertreter einzelner Berufsgruppen und Länder wurde eine Entschließung ttngenonnnen, in der es u. a. heißt: „Der deuttch- Lemokratische Parteitag tauft der Leitung der Partei und der Koalltion für ihre Politik und (fordert die Koalltion auf, im bisherigen Geist Lurch wirksame Auswirkung auch zukünftig praktisch Arbeit zu leisten. Der Parteitag erkennt nach eingeh nder Ansprache ousdrück.rch an, daß der bewährte Weg der Mitte nicht von der Partei verlassen ist. Eine Politik der extremen Parteien müsse sowohl auße i= wie innenpolitisch unabsehbare verhängnisvolle Kolgen haberv 3n dem von der Deutschen Volkspartei auf- gezwungenen Wahlkampf kämpfen wir: 1. Für die entschlossene Aufrechterhaltung und Weitersührung einer demokratischen Außenpolitik. 2. Für die Freiheit des Reiches und des Rheines und für Grohdeut'chland. 3. Für die Sicherheit der deutschen Republik und energischen Abwehr aller der- fassungsfeindl'.chcn Bewegungen. 4. Für einen kraftvollen Liberalismus, der Klassen-, Kasten-, Rassen- und Stände- Gegensätze überwindet und eine freundliche Staatsgesinnung in allen Schichten deS Volkes erweckt. Der Parteivorsihendc Koch bezeichnete diesen Beschluß als einen Beweis dafür, daß die Partei einig und treu zusammenhalte, und schloß mit einem „Hoch" auf das deutsche Vaterland und die deutsche Republik, in das der Parteitag einstimmte. Als Ausllang deS Reichspart itegs fand am Cpötnachm ttag des Sonntags ein: Massenkundgebung der Deutschen Demokrat. Partei im Sportpalast statt. Dir K.ndzebung begann mit einem Einzug der F h'.e.i deS Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold. Als erster Redner sprach der Vorsitzende der Demokratischen Partei, Koch, der unter Hinweis auf den überfüllten Saal betonte, die Demokratische Partei sterbe nicht, sie erlebe ihre W e e.gebart. D.r Redner rechtfert gte bann, wie schon auf dem Parteitag, die ablehae ide Ha tanz der Parti gegen einen Eintritt der Deutschnati nalen in d e Reg erung. 3ustizrat Falk- Köln l gt: bann als Rheinländer ein Be'ennt.iiS zum Deutschtum ab. Die aus der Partei au-:gefchi:denen A chäncer des Rechtsblocks seien Offizier: oh.ie Soloaten. de sich damit selbst aus der Politik ausgeschaltet hätten. Der badische Staatsminister Prof. Dr. H e l l - p a ch begrüßte die Versammlung als Vertteler des alten Freibeitsluudes Baden. Das ganze deutsche Volk müsse jetzt endlich mündig werden in der Politik. Die Demokraten wollten Freiheit und Volksgemeinschaft. Darum hätten sie sich von dem Gedanken des Bürger- blocks abkehren müssen. Sie wollen nicht die Volksmassen, die hinter der Sozialdemokratie stehen, in die Opposillon gegen den Staat treiben. Fl-au Dr. Gertrud B ä u m e r bezeichnete die Massenkundgebung als den würdigen Austakt zu dem Wahlkamps, bei dem es nicht um kleine Dinge gehe, sondern darum, die Schlüsselstellung der deutschen Republik zu verteidigen. Als letzter Redner bestieg General von Deimling, von der Menge stürmisch begrüßt, die Rednertribüne. Er wandte sich gegen dir Bestrebungen auf Wie- derherstollung der Monarchie ober Vorbereitung eines RevanchekriegeS. Deutschland könne nur gedeihen auf dem Wege der Völkerverständigung, des Friedens und der Demokratie. EineEnIfchlietzungdesInbustrie- ausschusses der Demokratischen Partei. Berlin. 1. Rov. (T.LI.) Der Demokratische Reichsausschuß für Handel, Industrie und Gewerbe hat heute mittag folgende Entschließung gefaßt: „Der Ausschuß für Handel. Industrie und Gewerbe bei der Deutschen Demokratischen Partei spricht dem Präsidium und der Reichstagsfraktion sein Vertrauen aus. Er bedauert das Ausscheiden einiger bewährter Mitglieder, stellt aber ausdrücklich fest, daß dieser Schritt jeder stichhaltigen Begründung entbehrt. Mit Entschiedenheit wendet sich der Ausschuß ferner gegen den in dem Aufruf der Liberalen Partei enthaltenen Vorwurf der Konsumentenpolitik sowie gegen die ausgestellte Behauptung, daß in der Deutschen Demokratischen Partei kein Raum mehr für die Arbeit an der Einigung des Liberalismus sei. Der Ausschuß sieht in dieser Zersplitterung im Gegenteil gerade die Ablenk ungvondem Einigungsziel, daß die Deutsch: Demokrattsche Partei seit ihrer (Srünbung verfolgt und weiter verfolgen wird. Der Ausschuß erwartet, daß die Partei wie bisher, so auch fernerhin im Rahmen einer klaren demokrattschen Po- littk als Partei der Mitte die Interessen der Wirttchaft aufrecht erhalten und hierbei wirksam den Kampf gegen die wirtschaftlichen Irrtümer der Sozialdemokratie . ortsehen wird. An feine Mi glieder und Freunde richtet der Ausschuß den Ruf, alle Kraft daran zu setzen, um die Geschlossenheit der Partei zu sichern und alle Mittel zur Verfügung zu stellen, damit der aufgedrungene Kampf zum siegreichen Ende geführt wird. Austritte aus der Demokratischen Partei. München, 2. Rov. (TU.) Der bayerische Pfalzkommissar im Ministerium des Aeußern Regierungsbirektor W a p p e s ist aus ber Demokratischen Partei ausgetreten unb hat sich bei ber Deutschen Volkspartei als Mitglieb an- gemelbet. Einer ber führenben Männer in ben bayerischen Mittelstanbsorganisationen unb langjähriger liberaler Abgeorbneter, Bäckermeister Schreppfer-Hos, der bislang ber Demokratischen Partei angehörte, hat eine Reichstags- lanbibatur für ben Bayerischen Mittelst anbsbunb (Deutsche Wirtschaftspartei) angenommen. In Lübeck sind aus ber Demokratischen Partei bas Bürgerschaftsmitglied E s s e n b u r g unb Generaldirektor Reumark ausgetreten, ebenso ber frühere Präses ber Hanbelskammer Boie, ber nicht mehr ber Bürgerschaft angehört. Präses Boie hat gleichzeitig sein Vürger- schaftsmanbat niebcrgclegt. Die sozialdemokratischen Neichs- tagskandidaten für Hessen. In einer am Samstag in Offenbach ab- gehaltenen Sitzung des Landesvorstand^, des Lantesausschusses und der Sekretäre wurden bie Kandidaten ber 6' ialdemrkvatischen Partei, die am 4. Mai zur Wahl standen, auch für die Reichstagswahl am 1. Dezember c>ls Kandidaten bestätigt, nämlich Ulrich David. Quessel. Beckmann. Von bei Abhaltung einer Landeskonferenz wurde Abstand genommen, da ein anderes Resultat doch nicht zu erwarten wäre. Eine volkspcrrteiliche Anfrage im Preußischen Landtag. Die volkspaiteilichen Landtagsobgeorbneten von Campe, Dr. Leibig, v. Eynern und Buchhorn haben folgende klein: Anfrage an daS preußische Staatsministerium gerichtet: „Rach Zeitungsberichten hat der Vorsitzende des Reichsbanners, Oberpräsident Hor- s i n g, einen Wahlaufruf an die Mitglieder des Reichsbanners erln sen. in dem es heitzt: Rieder mit den monarchi tischen reaktionären D:utsch- nationalcn. den DotlSparteilern, den Völttichen und verräterischen Kommunisten, die unser Volk und Land an den Abgrund gebracht haben und dieses Treiben vereint fortsetzen. Das preußische Staatsministerium wird um Antwort gebeten, ob es mit diesem politischen Vorgehen des sächsischen Oberpräsibenten Hörsing einverstanden sei, und ob sich ein derartiger unerhörter Angriff gegen eine Partei, beren Minister der ’ur Zeit bestehenden Regierung angehören, mit den P, lichten eines leitenden politischen Beamten Der i ibaren lassen. Es wird gefordert, daß dem sächsischen Oberpräsidenten Hör- sing nach diesem Vorgang jede wtttere agitatorische Kundgebung verboten toetbc." Selbständiges Vorgehen der Deutschen Volkspartei in der Pfalz- Re u st a b t a. b. H., 3. Rov. (TU.) Die Deutsche Volkspartei ber Pfalz hielt in Reustadt a. H. einen von über 250 Delegierten abgehaltenen Vertretertag ab. Es wurde beschlossen, selbständig in ben Wahlkampf einzutreten. Der Vor- sihenbe Abg. Burger begrüßte vor allem die vielen, zum großen Teil erst in ber letzten Woche Heimgelehrten und dankte unter lebhastem Bei- sall ber Reichstagssraktion und Dr. Stresemann für die erzielten Erfolge, die die besetzten Gebiete wieder dem Zusammenhang mit dem Da- terlande zurückgegeben hätten. Rach einem Referat des Reichstagsabgeordneten Zapf über die politischen Ereignisse der letzten Wochen unb Monate beschloß bie Vertreterversammlung, selbständig in den Wahlkampf einzutreten. Als Spitzenkandidaten wurden Oekonomierat 3 a n - s o n und Geheimrat Dr. Zapf aufgestellt. Keine Listenverbindung der Deutschen Dolkspartei mit dem Landbund undDertts? nationalen Karlsruhe, 2. Rov. (T. H.) Der geschäftsführende Ausschuß Les Landesverbandes Baden der Deutschen Vollspartei hat den Vorschlag einer gemeinsamen Liste mit dem LanLb.ind und der Deutschnationalen Vcllspartci geprüft und hat sich von der Zweckmäßigkeit dieses Vorschlages nicht überzeugen können. Die Deutsche Vollspariei hat seit Monaten unbeirrt das Ziel verfolgt, zur Fortführung nationaler Realpolitik unb zur inneren Konsolidierung ben Krisenzustand von Regierungsrn inberh: i t n bürgerlicher Fraktionen zu beseitige ' as Ziel erior- bert die Gewinnung m ö g l i ielerMan- bate ber Parteien, bie hierfü in Beteacht kommen. Dieser Erfolg ist auf tarn vorgeschlagenen Wege schwerer zu erreichen, als durch getrenntes Vorgehen. Bayerische Nationalliberale und Deutschnationale. Rürn berg , 3. Rrv. (TU.) De. Landet- vorstan) der nationcli;eral:n Pa ei Bayern--, der gestern in Rürnberg eine Sitzung ab.test, beschloß einstimmig ein erneutes Zusammengehen mit ber D : u t schnat i o nalen Vollspartei lte L n be r!.lende Rech> tagewah.cn Als Kan itzal c atio.-aln.er lei LanLespariei für bi: g.m ir m: - i e b:i v:r- einigten Rechtsparteie' wurde Eehe.mrat Ha s Sachs toiecer aufgestellt. Austritt aus der Aational- liberalenLandesyartei inBayern Rürnberg, 1. Rov. (TU.) Der Präsident der Rürnberger Handelskammer, Komme.-ienrat Reismann. ist auS ber Rationcrlliberalen Landespartei in Bayern ausgetreten, zu deren früheren Mitgliedern er gehörte. Die Deutschnattonalen im Wahlkampf. <^ine Rede Herqts in Tübingen. Tübingen, 3. Rov. (TU) Am Simslag- abend sprach hier vor etwa 2000 Zuh r.r > Staat. - minifter a. T. Hergt, der u a. folgendes iou8- führte: Der Rimvus ber A b i enxg.e ung in England und ber Radikcrlsozialisten In Frankreich. der natürlich auch ouf Deutschland abgefärbt bat, ist nach dein 2lusgang b:r englischen Wahlen zum Verblassen geL'mme i. Als DerhanblungSgegner einer kommende i kou- scrvativ:n englischen Regierung ist in Deuisch land eine Regierung der Mitte nicht am P tze. Qiad-.bem das Dawesgesetz. las nah meiner Uel:izeugung bald zusammenbrechen muß. ein^ mal da war. wäre die Möglichkeit des E i n - tritts der Deutschnationalen in bie Regierung g gehen gewe'en. ileb'r die weiteren Konzessionen, bie wir angeblich machen muß len. ist zu sagen, daß wir das Memorandum über die Aufnahme in den Völkerbund schweren HerzenS gebilligt biben. Gott sei dank sind aber in d esem Rkemoraudum einmal wieder von deutscher Sei e Dedingu u- gen genannt unb es ist an unsere Kolon len erinnert worben. Zu billigen war auch, daß auf unsere Anregung hin bie ReichSreg e ung end ich eiinnal die Frag: der Kriegsschuld oufge- rollt tat, doch hat ihre Entschlieszung mir monologartig gewirkt. Wir aber wollen, daß auch die Feindmächte ihre Archive offnen Unb die Angelegenheit vor einem internationalen Schi edsgericht verhandelt wirb. Weiter ist nich s von uns verlangt worden. Unter dem vom Reichskanzler Marx gut' gemeinten, aber weltfremden Gedanken der Volksgemeinschaft verstanden wir Gesinnungsgemeinschaft, bie natürlich unmöglich war. In höchster Rot wandte sich dann der Reichskanzler an den Reichspräsidenten, der den Reichstag aufloftc. Wir wissen nicht, was die Mittelparteien mit dieser Pause erreichen wollen. Die Deutsche Volks Partei hat ihr im Au- gust gegebenes Versprechen loyal gehalten unb es ist nur bedauerlich, daß sie den Wahl- tamps nicht an unserer Seite ausg-enomnnm hat. Dies wäre eine Verbindung gewesen, die auch über den 7. Dezember hinaus Bestand yehabt hätte. In der Aufwertungsfrage, die auS dem Wahlkampf nicht herausgenommen werden darf, fordern wir auch für die Kriegsanleihe nicht eine Wohlfahrt, sondern eine geseh liche Regelung, doch darf dadurch der Spekula- t ionserwerb der letzten Jahre nicht zu seinem Raub kommen. Auch müssen die mündelsicher angelegten Gelder zuerst aufgetoertet werden, da das Gesetz zu einer solchen Anlage zwang. Heber die Meinungsverschiedenheiten in unserer Partei ist zu sagen, daß sie, da wir eine Weltanschau- ungspaitei sind, unbedingt entstehen mußten. Hm diese Zweifel in der Partei zu beheben, habe ich mich selbst geopfert und heute ist d i e G e s ch l o s- senheit und Zuversicht der Partei wiederhergestellt. Die Wirtschaft der Regie. Ein Beispiel dafür, wie die französisch-belgischen Ausbeutungsorganr in den besetzten ©e» bieten gehaust haben, geben die Zustände die die Vertreter ber Klöckner-Werke bei ber Hebemahme ber Schacht an la gen Victor und Ickern von der Regie vorfanden. Kohlen hat bie Regie überhaupt nicht zurückgelasien, so taß schleunigst von anderen Zechen Q3orrätc herbeigeführt werden mußten Das war aber noch der geringste Mißstand, die Anlagen selbst befanden sich in völlig herunter gewirtschaftetem Zustand. 160 Koksöfen muhten sofort stillgelegt werden, da bie Fran-osen es nicht für nötig gehalten hatten, die seit langem fälligen Reparaturen vorzunehmen. Dasselbe erfolgte auch m:t der elektrischen Zentrale, bie cbe ;f 1'5 von l er Regie in einer ganz unglaublichen Verfassung übergeben wurde. Auch unter Tage lagen die Dinge genau so, bie Franzosen hatten i n ter unerhörtesten Weise Rau bbau getrieben, dafür aber allcS unte lassen, am die Grubenanlagen in Ordnung zu halten. Wie ungeheuer di: Schäden sind, die bi? Klöckner- Wcile durch ben Aeg ebetrieb erlitte i h 'ben, (äf t s.ch natürlich im Augenblick nicht s ri '■ .llen. Sie werben aber ebenfalls in bie Millionen gehen Wenn man d.esrm Schaden, bin b e beut- sch.n Anlagen durch bi? Ausbeutung b?s Ruhr- gcl el:S durch Frankreich erlitten haben, den tat'ächl chen Ruhreinnahm.'i geg nübe llt, so s nd diese gleich Rull, waS jich am beten an Hand der Zerstörungen nachwr sen läßt, bi: durch die französische Cisenbah.irerwaltung auf den deutschen Bahnanlagen oo.genommen war en und jetzt von feiten des Reich:? eine Ausgabe von sieben- bis achthundert Millionen Goldmark für Reparaturzwecke notwendig machen. Die Personalordnung der ReichsbahngeseNschast. Berlin, 1. Rov. (Wolfs.) Do^ un erri(&- teter S ite wirb den Blättern m'tg? a lt Rech § 19 des Reichsrak/ag^e ei ind l R: ,te- unb Tienslverhältni 'e lei jicrf .ml' d: Re bahngrsellschast durch, ci'.te ^ersoraiordnu g zu bestimmen Das R icksbah geetz ui. ra>R:i ,s- labT-per'onalgosetz h-alra nur auf ter.a;i ce en Eebi.ten de? Gesellschaft größere und den Be- am.en geringere Rechte gegebon, als ll? ii den Rechtsbeziehungen zwischen der Reichs Verwaltung and den RekhSbeonrtei bestehen 'An diesen ®o serheszu stand ift auch bü zu crlo fe.ic« Personal - Ordnung gebunden Unbegründet aber ist Vie vielfach verbreitete Amuchne, dast die bischer gen Grundlagen des Derufsbea'inte ntumS durch UebergangzumAnge- st eilten recht beseitigt wurden, oder dch Vste Gesellschaft dazu übergeben to.lk das un= fünbbore Beamten Verhältnis r.ach uns nach in ein kündbares zu verwandeln. 3m übrigen werden aus Anlatz der Verhandlungen mi dm Personalverlre rrngen und Gewerk chasten verjchie- dene berechtige Wünsche noch DerucksichSitzung finden. Die Bearbeitung der Personal- ordnung ist noch nicht abgeschlossen. Die Militärkontrolle. Die Militärkontrolle, wie sie besonders v)n französischer Seite in den letzten beiden Monaten mit allergrösstem Ciser betrieben wird, fängt an, komisch zu wirken, wenn man hört, daß es den- Kommissionen bisher in keinem einzigen Falle geglückt ist, irgendwelches überzählige Kriegsmaterial bei uns zu finden, sie sich aber darüber hinaus noch durch die Ausgrabung verrosteter und völlig unbrauchbarer Munitionskisten vor aller Welt lächerlich machen. Aber alle Dinge haben ihre Grenzen, auch die Militär- kontrolle, die sich nach einer Behauptung des Generalleutnants von Cramon, dem wir allerdings die Verantwortung für diese überlassen urüssen, jetzt auch auf die Privatwohnungen erstrecken soll. Wo das hinsühven wird, ist gar nicht abzusehen, sicher ist aber, dafr in einem solchen Falle die Zusammen stütze eintreten Verden, die sich Frankreich heute sehnlichst her- bettvünscht. Wenn die Reichs regierung in die Mtütärkontrolle einwilligte, weil sie genau wutzte, dafr die Kontrollorgane wieder unverrichteter Sache ihre Tätigkeit einstellen müssen, so darf man wohl von ihr erwarten, dah sie heute in einem feierlichen Appell vor aller Welt unter Hinweis auf unsere völlige Abrüstung und die Erfolglosigkeit der französischen Kontrolle derartige Zumutungen ablehnt. 'vie Sozialisten hinter herriot. Die Entschlüsse des sozialistischen Nationalrates. Paris, 2. Rov. (WTB.) 3n der gestrigen Sitzung des Rationalrates der sozialistischen Partei erklärte der ehemalige Abgeordnete Lon- guet, man dürfe den Sieg der englischen Konser- iwitiben nicht durch die reaktionären Parteien i tn Frankreich ausbeuten lassen. Er erinnerte ! daran, datz sogar 3aurös die Ministerien Dour- igeois und Cvmbes unterstützte, deshalb sollte Itroan auch das Ministerium Herriot, wenn >auch mit einem Minimum von Befriedigung unterstützen. Der Führer der- Partei, der Abgeordnete 31 um, erklärte, wir sind nur in Ruauce-n über die zu ergreifenden Matznahmen uneinig, über wir alte wollen nicht den Sturz des Ministeriums Herriot, dem wir helfen müssen, damit es 'fortbesteht. Zwischen 'uns und Herriot hat niemals ein Pakt bestanden. ilDrr haben nur erklärt, wir würden die Radikalen unterstützen, solange sie unser Programm ausführten Dieses Angebot hat Herriot feier» lichst' angenommen, als er Ministerpräsident wurde. Er ist damit eine moralische Derpflich- titftg eingegangen. Sein Ministerium hat be- triefen, datz es tut, was möglich ist. Solange dies der Fak ist, dürfen wir die Schwierigkeiten, denen es ausgesetzt ist, nicht vergrötzern imb ausbeuten, sonst werden wir unsere moralische Pflicht nicht erfüllen. Cs ist lächerlich zu behaupten, dah wir langsam von der hinter» stützungspolitik zur ministeriellen Beteiligung übergehen. Diese Frage ist für lange Zeit geregelt. Wir müssen das Dudgetannefr men, sosttnge es in der Achse der Politik bleibt, die wir zu unterstützen uns entschlossen haben, aber unsere Anstrengungen müssen darauf gerichtet sein, das Budget so zu gestalten, datz wir es annefrmen können. Der Rationalrat hat dann einstimmig eine Tagesordnung angenommen, die bestimmt, datz die Unterstützungspolitik gegenüber der Regierung Herriot fortgesetzt wird. Der Rationalrat begrützt die bereits zum Ruhen der Oeffentlichkeit und moralischen Pazifizierung Europas durch die Unterstützungspolitik erzielten Ergebnisse und rechnet damit, dah die Fraktion fortfahren werde, die Regierung zu einem immer umfangreicheren Werk der Reformen und der Erneuerung des nationalen Lebens zu veranlassen. Die Sozialistische Partei erklärt jedoch, da fr ie trotz dieser Unterstützungspolitik ihre Souveränität und Autonomie aufrecht erhalte. Amerika im Wahlkampf. Der Endspurt der Parteien. — Die letzten Wetten. R e u h o r k, 3. Rov. (Kabeldienst ter TU.) Reuhort steht im Zeichen des Wahlkampfes. Fa't alle Häuser haben geflaggt. An jeder Straßenecke begegnet man Rednern der einen oder anderen Partei, Umzüge, bei denen die Bilder der Kandidaten und bunte Plakate herumgetrngen werden, sind an der Tagesordnung Der gestrige Beschluh des Gewerkschaftsrates, von Lafollette abzurücken, trägt eine neue Rote in den Wahlkampf, die von den Zeilungen lebhaft besprochen wird. Heute allerdings - a5 der Gewerkichastsfüh er Gompers eine öf en - liche Erklärung ab, die beweist, datz eineSpal - tu n g der Gewerkschaften unvermeidlich wenn nicht schon vollendet ist. 3n der Er- tlämng h.itzt es, dah der Beschluh de? Gewerk- schaftsrates von einem durchaus nicht bevoll- mächtgten Rebenausschuh angenommen worden sei. Die demokratische Presse fährt dessen ungeachtet fort, den Beschluh zu bejubeln. Sie hofft, dah in Reuyork die Stellung der Demokraten so stark gekräftigt sei, um mit erheblichen Gewinnen rechnen zu können. Wenn Coolidges Gegner geschlossen zusammenständen, dann würde er geschlagen und Davis hätte 200 Stimmen sicher Wenn die Oststaaten sich dem Vorgehen airschlietzen, würde Davis unzweifelhaft getvählt. Allerdings ncüfrten viele Anhänger Lafolletles für Davis stimmen. 'Die Anhänger Lafolletles sind trotz der demokratischen Prophe.,eiungen durchaus nicht mutlos. Sie nehmen an. dah ihr Kandidat mindestens 5 Millionen Wähler auf sich vereinigen werde. Auch die Lobredner Coolidges sind siegessicher und rechnen mit teiner glatten Wiederwahl. 3m Augen- vlick machen alle Parreien die letzten Anstrengungen, um aus der Dolkssttmmung Kapital zu schlagen. . Bei den Wetten über den Ausgang der Präsiventschaftswahlen gelten jetzt folgende Sätze- 10. 1 wurde gewettet, datz Präsident Eoo- lidge wieder gewählt werde, 1:9, dah General DaveS und 1: 25 datz Senator Lafole11e gewählt wird. Senator Lafolette hat von Cleveland aus, wo er seine Wahlkampagne leitet, eine Botschaft erlassen, worin er die Republikaner anklagt, Probagandagelder von den geheimen Alkoholverkäufern und von W ältst r e e t erhalten zu haben. Die britischen Gemeindewahlen. London, 3. Rov. (WTB. F ntsp.uch) Bei den am Samstag vorgenommenen Gemeinde- Wahlen in England mit Ausnahme von London gewannen die Konservativen 50 Sitze und verloren 14, die Liberalen gewannen 13 Si-.e und verloren 42, die Arbeiter gewannen 51 Sitze und verloren 31, die -Unabhängigen gewannen 15 und verloren 18. Gestern haben dann auch in London die Gemeindewahlen! stattgefunden, deren Resultat in den Sonntagsblättern veröffentlicht wird. Danach haben die Konservativen 55 Sitze gewonnen und 40 verloren, die Liberalen 15 gewonnen und 41 verloren, die Ar bei terpartei 52 gewonnen und 27 verloren, die Unabhängigen 14 gewonnen und 18 verloren. Som.t hat die Arbeiterpartei einen nicht unerheblichen Gewinn zu verzeichnen. Waffenstillstand in China. P e k l n g, 3. Rov. (WTB. Funkspruch.) Zwischen Feng-Bu-Hsiang, der die Kontrolle über Peking in den Händen hat, und W u- P e i - § u sind Verhandlungen im Gange. Beide haben einen Waffenstillstand abgeschlossen. Die Kämpfe haben aufgehört. Lehrerinnenabbau in Hessen Der „Rationalliberalen: Korrespondenz" wird aus LehrerriEuLreisen geschrieben: Eigenartige Zustände haben sich im Freistaat Heslen bei der Durchführung der Pers onalabb au Verordnung für die Lehrerinnen herausgebildet, trotzdem dort eine Regierung aus Zentrum. De.nokva en und Sozialdemokraten besteht: es wird dadurch auch ein bezeichnendes Licht auf die „betaim.e" grauen* freundlichkeit der Sozialdemokrat ie geworfen. _ Menschlich ist es ja verständlich, datz die Per- fonatabbauixrordnung nicht immer ganz objektiv, besonders den Frauen gegenüber, gehandhabt wird; über Ungerechtigktiten werden Deam.e beiderlei Geschlechtes immer wieder mit mehr ober minder Recht sich beklagen. Was aber das Hess. Landesamt für da s Bildun gswe - s e n erfindet, um den weiblichen Evnslufr an Mädchenschulen zu verringern und möglichst viel Lehrerinnen aus den städtischen Schulen zu Lnt- femen, übertrifft doch alles bisher dagewesene. Der Begriff „Doppelversorger" dürfte bisher unbestritten angewandt worden sein auf einzelne Personen mit doppelten Einnahmequellen ober auf Menschen, die — wie Eheleute — gegenseitig unterhaltspflichtig sind und beide in vollem Erwerb stehen. Was aber das Hessische Landesamt für das Bildungswesen unter Doppelversorger versteht und wie es den Lehverinnenabbau Hand- Haft, geht aus folgender Anfrage der volksparteilichen ^geordneten, Frau Birnbaum, hervor: 1. 3st es richtig, datz in Hessen von zwei definitiv angestellten Schwestern, die einen gemeinschaftlichen Haushalt haben, die eine als „D oppelversorger" abgebaut ist? 2. Auf Grund welcher Verfügung hat sich das Landesamt für das Bildungswesen zu dieser Matznahme berechtigt gefühlt? 3. Auf Grund welcher Verfügung fühlt sich das L. f. d. D. berechtigt, Lehrer inner gegsberen- falls bis zum Alter von 54 3ahren in den einstweiligen Ruhe stand zu versetzen? Bei den Verhandlungen legte Frau Abgeordnete Birnbaum bar, datz für den Abbau der Lehrerinnen bis zu 54 3ahosn keine gesetzliche H a n b fr a*b e für bas L. f. d. D. gegeben fei. Sie erhebt Einspruch gegen ben Abbau der Lehrerinnen im besetz ten Gebiet, das vom Abbau verschont bleiben sollte (Mainz). Sie legt Verwahrung ein gegen die Auslegung des Begriffs der „Doppelverdiener", wonach man Schwesternpaare ohne Rücksicht auf Alter und Leistmrgen abgebaut hat. Man ist sogar heruntergegangen bis zum Alter von 44 Fahren, in einem Fall bis zu 39 Fahren, ohne zu bedenken, datz zwei Schwestern rechtlich nicht unterhaltspflichtig sind.— 3n G i e fr e n stellte man eine Tochter vor die Alternative, sie lasse sich abbauen ober sie verlege ihren Wohnsitz, gebe ihre Gemeinschaft mit den Eltern auf. Frau Birnbaum wies ferner darauf hin, datz zu wenig Rück icht darauf genommen würde, datz sehr viele Lehrerinnen Angehörige zu unterstützen hrben, die oft völlig auf das GeHalt der Tochter angewie- s e n sind. Bei ben bis jetzt bem Hessischen Leh- rerinnen-Verein gemeldeten Fällen sind 42 Proz. der Lehrerinnen, die Angehörige ersten Grades unterstützen. Leider haben bisher die Ausführungen der volksparteilichen Abgeordneten keinen Erfolg gehabt. Bezeichnend ist aber, datz von ben drei weiteren weiblichen Abgeordneten Hessens nur die Vertreterin des Zentrums sich für die Lehrerinnen eingesetzt hat. Weder die Sozialdemokratin, noch die Kommunistin haben irgend etwas auf diesem Gebiete getan. Cs ist zu hoffen, datz vom Reiche her baldigst (Bestimmungen getroffen werden, die derartige willkürliche Auslegungen von Reichsverordnungen unmöglich machen. Aus aller Welt. Marinetag in Berlin. Berlin, 3. Rov. (Sil.) Am geft igen Sonntag hat in Berlin ein Marinetag stattge- funben, der am Vormittag durch eine in der evangelischen Kirche des 3n validen houes veranstaltete Gedenkfeier für die im Rovernber 1861 beim Untergang der Kriegskorve te „Am azone", dem ersten Schift der damaligen Preu- frischen Marine, ertrunkene Besatzung eingeleitet würbe. Es war auch eine Unteroffiziers« und Mannschaftsabordnung des gegenwärtigen I Kreuzers „Amazone" unter Füh ung des Obe - leutnants von Reuter erschauen. MLsions- direftor Lu.-Rat Dr. Witte hielt die Gc° bciitrcbc. «- • Rach beendetem Gottesdienst fand im Fnvan- denpark am alten Amazonen-Denkmal die Weihe einer neuen Gedenktafel statt. Rachmittags 3 Uy begann dann die offizielle Tagung des Bervan- des der Marinevereine von Berlin uno Provinz Brandenburg. Die Versammlung beschäftigte sich mit der Frage der erstarkenden Organisation in Berlin und in der Provinz, mit der Errichtung eines großen Den k m a l s für bte E>e- sallenen der Reichsmarine, mit der Fugenbsur- sorge und Beschauung von Arbeitsgelegenheit. Die Berliner Vricfmarkenausstcllung' Berlin, 2. Rov. (WTB.) 3m Plenarsaal des ehemaligen preußischen Herrenhauses wurde die unter dem Protektorat des Oberbürgermeisters B o e fr stehende Berliner Briefmarkenausstellung 1924 eröffnet. An die Witwe des ersten deutschen Generalpostmeisters Stephan wurde em Be- grüfrungstelegramm gerichtet. Der frühere Retchs- postminister Giesberts wies in_ seiner Ansprache darauf hin, dafr zwei Anlässe für diese Ausstellung vorhanden gewesen seien, die Ausgabe der er ft en deutschen (Brief* marke vor 75 3ahren und die Gründung bes Weltpostvereins vor 50 3ahren. Giesberts betonte weiter, bafr das deutsche Postwesen seine führende Stellung in der Welt behalten habe, was auch die Tatsache beweise, datz Deutschland auf dem letzten internationalen Pvstkongretz in Madrid den Vorsitz geführt habe. An die Aussprache schloß sich eine Führung durch die Ausstellung. Anlätzlich der Ausstellung wirb eine Markmarke mit der Burg Rhein stein ausgegeben. Anschlag aus den Kopenhagener D-Zug. Stettin, 3. Rov. (TU.) Auf den Vorzug 210, der gestern abend Fürstenberg in Mecklenburg 7,57 Uhr verlasen hatte, ist zwischen den Stationen Dr ä gen und Dan nen- Walde, 500 Meter von der Station Dannen- walde entfernt, ein Attentat verübt worden. An einem Cchrankenübergang, an dem ein einsamer Waldweg über die Gleise führt, ist eine 3V» Meter lange Eisenbahnschiene, die als Warnungstafel verw niet wurde, von unbekannten Tätern que.r über die Schienen gelegt morden. Die Schiene wurde von dem Zug in fünf Stücke geteilt. Es gelang noch rechtzeitig zu bremsen, bevor die letzten Wagen entgleisten. Man nimmt an, dafr der Anschlag auf den wenige Minuten vorher durchgefahrenen, O-Zug 12 Kopenh g:n—Warnemünde—Rostock— Reustretitz beabsichtigt war. Hochwasser in Saarbrücken. Saarbr ücken, 2. Rov. (WB.) Fnsolge der anhaltenden Regenfälle der letz en Tage führt die Saar Hochwasser. Fnnerhalb der Stadt Saarbrücken sind die Böschungen bis auf die S.ratze hinauf überschwemmt, teilweise auch die Kellergeschosse der angrenzenden Hauer. 3m wei e.en Saargebiet sind streckenweise starke Verkehrsstörungen zu verzeichnen und in der Gegend von Saarlouis sind einige Ortschaften gänzlich abgeschnitten. 3n der Stadt hat das Hochwasser ein Ausmatz angenommen, wie es seit 1882 nicht mehr zu verzeichnen war. Der Hochwafterpegel, der normal 3,10 Meter beträgt, ist auf ungefähr 7,20 Meter geftiegen. Der bis jetzt in Saarbrücken ange- richtele Schaden wirb auf mehrere Millionen Franken geschäht. Die Hafenanlagen sind vollkommen überschwemmt, die Schiffahrt ist unterbrochen. Hochwasserkatastrophe in Frankreich und Belgien. Paris, 3. Rov. (TU.) Aus verschiedenen Teilen Frankreichs werben Ueberschwemmungen fand heftige Stürme gemeldet. Somme und Maas find über die Ufer getreten. Die Ebene bei Hazebrouk bildet eine einzige große Wasserfläche. Seit zwei Tagen wütet im Aermelkanal ein heftiger Sturm. Die Schifte müssen in den Häfen Zuflucht suchen. Die Stadt Charleroi in Belgien ist von einer schweren Hochwasserkatastrophe bedroht, wie man sie seit dein 3ahre 1805 nicht mehr erleb! hat. Das Wasser ist bereits in sämtliche Häuser der Vorstadt eingedrungen. Das Gaswerk, das die ganzen Häuser der Stadt mit Licht versorgt, ist gefährdet. Rach den letzten Meldungen ist das gesamte 3nduftriegebiet von Charleroi vom Hochwasser bedroht. Ein Windkraftschiff. Berlin, 2. Rov. (WTB.) Der Flettner- konzern teilt mit: Auf der Ostsee haben Versuchsfahrten mit einem neuartigen Windkraftschiss stattgefunden. Das Fahrzeug ist von dem Erfinder bes Flettnerruders, Direktor Anton F l e 11 n e r, konstruiert. Die hierbei zur Verwendung gelangten neuen Windkraftmaschinen erfüllten die in sie gesetzten Erwartungen voll. Das von Fried. Krupp auf der Germaniawerft A.-G. Kiel erbaute Fahrzeug trägt zwei haushohe, drei Meter dicke glatte Metallwalzen an Stelle der Masten und Leinwandbesegelung. Diese Zylinder drehen sich in der Minute 100 mal. Sie haben ben fünfzehn- fache n Effekt eines gleich grohen Segels. Die physikalischen Vorarbeiten wurden seitens des Flettnerkonzerns in der ärobynami- schen Versuchsanstalt der Universität Göttingen burchgeführt. Diese neuartige Segelmaschine kann von einem einzigen Mann elektrisch bedient werden und nutzt die Windkraft auch für die Grotz-Seeschiffahrt aus, wodurch eine Betrrebserspamis von 30 bis 80 Prozent erzielt werben kann. Auf dem Gebiete bes Flett- ner-Motorschiftes sind die Fried. Krupp 21.=®., Abt. Germaniawerst in Kiel, und die Hamburgs Amerika-Linie in Hamburg beteiligt. Eine Totengedenkfeier der deutschen Kolonie in Paris. Paris, 2. Rov. (WB.) Auf dem Fried- hvf 3vrh in Paris fand vor ben Gräbern der dort beigesetzten, während des K ieges gefallenen Deutschen eine schliche Gedenkfeier stakt, der der deutsche Botschafter, von Hösch. mit* bei Mitgliedern und Damen der Botschaft und den Beamten der übrigen deutschen Dienststellen in Paris, sowie den dcutscke i 3our uall en u^dVeen anderen Deutschen b iw hn en Botsck ft er ton Hösch legte an der ®e eitafel für die ®e"allenen für die deutsche Botschaft und Frau ®?fa idt= schuftsrat Forster für die deutschen Flauen in Paris eine Blumenspenbe nieder. Die Morde irr Halbauer Gerichtsgefängnis. Zu der Mord angelegenheit im Halbauer ®e° rrchtsgefänanis, wobei der Fustizwachr-nei- fier, seine Frau und Tochter ermordet wurden und das Gerichtsgebäude in Brand gesteckt wurde, berichten die Blätter, dafr der einzige 3 nsasse der Anstalt auf Gruich des Fndizienbeweises der Täterschaft über* führt fei. Der Gefangene K., der in kurzer Zeit entlassen werden sollte, hatte, um sich Barmittel zu verschaffen, die Familie des 3ustizwachtmeisters ermordet und die Wohnung ausgeraubt. Daraus hat' er Feuer angelegt und um ben Verdacht der Täterschaft von sich abzuwälzen, sich wieder in die Zelle eingeschlossen, indem er die Tür aus den Angeln hob, den Riegel von außen vorschob und bann die Tür von innen wiedLr einsetzte. Aus Stadt und Land. G i e fr e n , ben 3 Rovember 1924. Wohlfahrtsscheckdicnft. Das Städtische Wohlfahrtsamt ha! iri unserer Samstag-Ausgabe in einer sehr beachtensw-r en Bekanntmachung erneut auf den Wohlfahrt s- scheckbienst hingewiesen. Es ist bringend zu wünschen, dafr sich bie Benutzung dieser Einrichtung allgemein durchsetzt. Diele Geschästste.ue und Private, die einen Versuch mit der Ein - richtung gemacht haben, äufrern sich befriedigt über einen merklichen Rückgang der Betteletz C^c allgemeiner der Scheckdienst benutzt wird, 'desto mehr werden die De r u f s be 11 le r Gie'en meiden. Aus einer westdeutschen Stabt wirb berichtet, dafr. die Fechtbrüder die Häuser „gezuckt" haben, in denen Wohlfahrtsschecks verabreicht werden. Sie haben ein Zeichen angebracht, das jedem Berussgenossen sagt, er brauche sich in dieses Haus gar nicht erst zu bemühen. Anderer- secks konnte hier in Giefren schon in einer Anzahl "X von Fällen wirklicher Rot Dedürstigen geholfen werden, die derartige Schecks in der Geschäftsstelle vorzeigten. Wie notwendig es ist, ben Zustrom der Derufsbettler nach Giefren einzudämmen, geht vielleicht am deutlichsten daraus hervor, das) in ben ersten drei Monaten dieses Rechnungsjahres (April bis 3uni) monatlich etwa 500 Goldmark vom Städtischen Wohlfahrtsamt für Verpflegung, Beherbergung und Entlausung der Wandeiarmen ausgewendet werden mutzten. Es ist nicht zu Dermciden, bafr auch diese Summe hauptsächlich den Derufsbettlern zugute kommtz denn aus polizeilichen Grünben mufr, dafür gesorgt werden, bafr diese Leute das Rotwendigste zur Lebens- friftung, insbesondere Unterkunft, erhalten. Zeitweilig hat man eine gewisse Arbeitsleistung (Holz- zerklemern z. D.) als Gegenwert verlangt. Das soll auch wieder eingeführt werden. Aber die Arbeitsbeschaffung ist schwer, solange noch so viele Ortseingesessene arbeitslos sind. Leiber sind fast überall die Wanderarbeits- ftätten der Inflationszeit zum Opfer gefallen. Die amtliche Versorgung hindert bie Landstreicher natürlich nicht, die Stadt zu durchziehen und überall „ Zehrgeld" und „Schlafgelb' zu fordern. Das ist bann der eigentliche Verdienst, der für Schnaps, Zigaretten und andere Annehmlichkeiten verwendet wird. Rechnet man bie von der Stabt aufgetoenbete Summe und bie privaten Almosen zusammen, so ergibt sich ein recht schönes Geld, bas allmon«tlich aus Giefren fortg:-1 schleppt wird und das man größtenteils ebenso gut oder noch besser zum Fenster hinauswerfen könnte. Wieviel besser wäre es, man könnte mit diesen Geldmitteln bre hiesige 3ugenbfür= sorge noch mehr ausbauen, wie es dem Wohlfahrtsamt schon längst am Herzen liegt. Bemerkenswert ist noch die Daftache, bafr 10 Prozent her in die Hautklinik zur Entlausung eingewiesenen Wanderarmen geschlechtskrank und weitere 16 Prozent mit ansteckenden Hautkrankheiten behaftet sind: ein Grund mehr, dem Zuzug entgegenzutreten. Wer den Bettlern Wohlfahrtsschecks an Stelle von Geld gibt, ist sicher, bafr er sein Geld nicht Unwürdigen zukommen täfrt und anstatt zu helfen, soziale,^ Schaden stiftet, indem er das Berufs- bctUertum mit den ihn eng verbundenen Gebieten des Verbrecher- und Dirnentums fördert. Er braucht sich aber auch nicht vorzuwerfen, bafr er einen wirklich Rotleidenden von seiner Tür weggewiesen frohe. Denn ein solcher findet ja an der Dienststelle ausreichende Unterstützung auf Gründ des Schecks. Er trägt endlich dazu bei, die Stabt Giefren zu einem unfruchtbaren Gebiet für die Gewohnheitsbettler zu machen, das von ihnen bald gemieden wird. Er erspart dadurch sich und der gesamten Einwohnerschaft zahllose Belästigungen und überdies noch der Stabtkasse erhebliche Ausgaben. Damit trägt er mit zur Erleichterung des Steuerdrucks bei. Die Zahl ber Verkaufsstellen ist inzwischen um die hiesigen Bankniederlassungen vermehrt worben. Man schenke ber Bekanntmachung vom Samstag auf- merksame Beachtung. * Wettervoraussage. Abnehmende Bewölkung, westliche bis nördliche Winde, kühler, trocken, * " Hubertustag. Der Tag des Schutzheiligen ber Fägerei, der 3. Rovember, wird von dieser noch immer festlich begangenen, wenn auch, nicht mit solchem Pomp wie in vergangenen Zeilen, wo man hoch zu Pferde mit ber Hundemeute hinauszog zur Hubertusjagd, um auf den Hirsch, Fuchs ober Hasen zu jagen. Vorher fand vielfach ein feierlicher Felbgottesbienst statt, bei bem das Feld ber Parforcejagd eingefegnet wurde. Heute sind die Parforcejagden, wo sie noch geritten werden, reine Schaustücke reitlicher Betätigung geworden, die meist mit eigentlicher 3agd nichts mehr zu tun haben. Aber ber zünftige Weibmann läßt es sich trotz allem nicht nehmen, hinauszu- ziehen in ber Gesellschaft froher Weidgenossen, um seine Hubertusjagd abzuhalten. Denn: Am 3. Rovember, trotz Wintersturm und Eis, Muh jeder ziehn zu Holze, ber um das Weid' werk tocifr. Und auch bei der Hasen- ober Fascmenjagb verlebt man schöne Stunben bei der Kesseljagd an» Schlüsse und feiert den Fagdkönig des Hubertustages. St. Hubertus ist und bleibt einmal der Schutzheilige ber 3äger, und niemand wirb sich bem Zauber ber Hubertuslegenbe entziehen können, bie so viele jagdliche Kunst gezeitigt hat, wie bie ben “Hamen des St. Hubertus tragende’ in Göthen (Anhalt) erfcheinenbe Fagbwöchenl'chcift ihren Lesern in einem tesenswerten Auftc-»- >eit- s tortWÄHsssasssi Der Dorstand. s633D getragen. ✓, , Schotten, 1.Rov. Während in früheren Iahren für den Bauersmann der H e r b st die Zeit war, in der er mit sicheren Einnahmen rechnen durfte, sieht er sich in diesemIahr in seinen Hoffnungenbetrogen. Die Obst- ernte Hal ihm wenig oder nichts eingebrad)!. Die Kartoffeln haben durch Fäulnis so stark gelitten, daß der Ertrag kaum ausreicht, den eigenen Bedarf zu decken. Auch diese Einnahmequelle ist verstopft. Der Absah in Weizen, auf den die Landwirte unserer Gegend besonders angewiesen sind, stockt vollständig, weil die Be- fchafsenheit der Körner den Händler mißtrauisch macht. Der Preis von 16 Mk. pro Malter, wie er vereinzelt geboten wird, wäre katastrophal für den Landwirt. Unter der Geldknappheit des Bauernstandes leidet natürlich auch die Geschäftswelt, die sonst in der Herbstzeit mit großen Einnahmen aus bäuerlichen Kreisen rechnen durfte. Streik Lauterbach. :; Lauterbach, 31. Okt. Gestern abend ließ Krcisfeuerwrchr-InspÄttor Bechtold di: hiesige Freiwillige Feuerwehr durch Signal zu einer Nachtübung alarmieren. Zehn Minuten nach dem Signal konnte die Wehr zu einem Brandangriff auf bos bekanntgegebene Objekt, die Landwirtschaftliche Schule am Steinweg, übergehen. Um 8 i Mr wurde die Wehr unter dank- ! barer Anerkennung ihrer vorzüglichen Leistung von dem Inspektor wieder entlassen. z Sch litz . 2. Rov. Das Erntedankfest wurde nach altem Brauche in der hie igen Kirche und den Kirchspielen des Schlitzerlandes nicht nur in Wort und Lied recht feierlich begangen, es folgte auch ein Erntedank der Tat. Trotz der nicht gerade glänzenden wirtschaftlichen Lag: der Landbevölkerung in diesem Herbste wurden Ernteopfergaben in Gestalt von Lebensmitteln so reichlich gespendet, daß zwei Gi en- bahnwagen, der eine mit Kartoffeln bis oben gefüllt, der andere mit vielen anlte.cn R.'tural'.en und sonstigen Lebensrnitteln bis zum Honigglas, von den Bahnhöfen Schlitz und Qu eck abgingen. Ein fchönes Zeugnis für den wirklich kirchlich - sozialen Sinn der Devölk.ruag des Schlitzerlandes. Glücklicher Empfänge de reichen Gabensendung war das E l i s a b e t he n st i f l in Darmstadt, das seinen Dank in folgendem Schreiben lunbtut: „Die Gemeinden von Schlitz und Schlitzerland sandten uns als erste zwei Ei en- bahnwagen voll Liebesgaben, die trotz der teilweise geringen Ernte in so reichem Maße gegeben wurden. Sie Wilsen, welch eine SjTe das für uns bedeutet, aber auch eine große Freude Mussen wir es doch srrudig begrüßen, daß die alten Freunde uns nicht vergessen und neue Freunde sich gefunden haben, die gemeinem mit uns un- serem Werke nützen und Nenn wollen. Ihnen und allen Gebern warmen herzlichen Dank." Starkenburg und Rheinheften. * Darmstadt, 2. Rov. (Eigener Bericht.) Für den Wiederaufbau der Starkenburg bei Heppenheim, deren Turm kürzlich gesprengt worden ist, haben Zter hessische Staat, Herbst- Preisaufgabe MotaMeh Wir bitten unsere Mitglieder oder deren Sohne und Töchter, die sich an den diesjährigen Weihnachtsausführungen beteiligen wollen, bei unserem2.Dorschenden, Kameraden Beil, Dückingstr. 1, bis Mittwoch, den 5. November zu melden. Bei Neignua 4« frrttamnh sollten glc eine Hebrkur vornehmen. Wir raten Ihnen, in Ihrer Motheke 30 n Toluba-Nerne zu kainen, die roirt- same, völl-a unschädliche Stoße enthalten. Sfioimotlt Am Mittwoch, dem 12. November 1924, findet von 8 Uhr vormittags an in Marburg a. d. L. auf dem Iux- plah ein Schafmarkt statt. Anfragen sind an den Vorsitzenden des Vereins Herrn Hch. Schäfer in Schröck, Kreis Marburg, zu richten. s624D SMmereiil kreis mmg. C2d Haarausfall rönnen erfahrung-gemäß äußere Mittel, wie Haarwässer und Salb^,mcht viel betten. Deshalb hat der berühmte Gelehrte Gehe,mrat Prof. Dr. 7l.Zunh mit feinem Haarnährmittel „Humagsolan" einen neuen Weg zur Forderung des Haarwuchses beschritten. Humagsolan wird innerlich genommen und führt dem Haar diejenigen besonderen Baustoffe zu, deren eS zu semer L5r- Haltung und Entwicklung bedarf. Seme Ersmdung wurde von der Ärzte, wett eingehend nachgeprüst mit dem Erfolge, daß bis heute bereits rnehr a's 7700 Ärzte, darunter bedeutende medizinische Forscher und UmversttalS. Professoren, schriftlich befiättgten, daß sie mit d,efem Präparat die besten Erfabrungen gemacht haben. Sogar eme viele Jahre lang bestehende Kahl. Herl de- Kopfes wurde in mehreren Fällen behoben. Oie Firma Werke für chemische und pharmazeuttsche Präparate Aktiengesellschaft, Berlin 7173 7, versendet kostenlos und postfrei aufklärende Schriften über die Wirkung des Humagsolan. Humagsolan in Originalpackungen, ausreichend für den Bedarf eine- Monats, ist in allen Apotheken Orog^,en und einschlägigen Geschäften zu haben. Erhalten Sie sich Ihre Haare und nehmen Sie, sobald Sie ein Ausfallen derfe'Len bemerken, sofort Kurnagsolan die. beste £iLLtiVTulxKvi5ie KirmrU.roeif*»c. lyuii Erenz-Dron Augast Noll, P. J. Mb. Droj. 6eor| Wallenlels, Drop. 0. WlaUrholL 4140c •• Starkes Hochwasser abS natürliche i «faAqo der tagelangen erheblichen Regenfälle lüh- | i ren jetzt die Lahn und die Wieseck. Die Wasser- I massen der Lahn haben den Bleichplatz überschwemmt, die dortigen Grundstücke zu Inseln a?= macht und stehen in der hinteren Schutzenstraß- bereits bis vor den Haustüren, unterhalb des Elektrizitätswerkes lind die Felder weithin itber- Kutet. Ebenso stark haben sich die Wasfermalsen tm Wiefecktal über Feld und Wiesen ergossen. Manchem ßani>marm und Kleingärtner erwächst da wieder empfindlicher Schaden Hoffentlich macht bet Gießkannenbetrieb da oben nun endlich mal Schtuß •• Die Vortrags-Bereinigung verschaffte am Samstagabend ihren Mitgliedern und vielen anderen Mitbürgern einen erlesenen Genuß. Die hatte den früheren Gouverneur von Deutsch-Ätafrika. Dr. Schnee, als Redner gewonnen, der in der vollbesetzten Reuen 2ütla der ilntöerfität über feine Erlebnisse in den uns entrissenen Kolonien sprach. Wie selten ein Dor- tragender wußte dieser seine überaus große Zuhörerschaft über zwei Stunden in aufmerksamster Spannung zu halten. In schlichter Weise erzähl.e ter Redner zunächst von seinem Aufenthalt in den früheren deutschen Kolonien im Stillen Ozean, von Reu-Guinea, dem Bismarck-Archipel, Samoa. Bei seiner Schilderung von Land und Leuten und dem kolonialen Leben dort draußen zeigte er, unter welch schwierigen Verhältnissen dort von den wenigen deutschen Kulturpionieren gearbeitet wurde, wie gefahrvoll, aber auch segensreich und dankbar diese Tätigkeit war und wie sie für den Kolonialdeutschen selbst zur inneren Bereicherung wurde. Zahlreiche gute Lichtbilder ergänzten die Erzählung aus jenem fernen Weltwintel in bester Weise. Bon hier ging es nach Deulsch-Ostafrtta, wo der Redner nur wenige Friedeirsjahre cm der Spitze der deutschen Verwaltung stand, um dann auch in dem großen Kriege der Kolonie em sorgsamer Führer zu sein. Aus der Schilderung des Redners erkannte man die große Bedeutung Die- scs Besitztums für unsere Wirtschaft, zugleich aber auch die ungeheure Schwere des Verlustes, den der Raub durch die Engländer uns zugefugt hat. Außerordentlich eindrucksvoll war der Bericht über die großen Kriegszüge, die das kleine Häuflein unserer deutschen Brüder mit treuer Unterstützung der eingeborenen Bevölkerung zu bestehen hatte. Mit berechtigtem Stolz wies der Redner auf die glänzenden friedlichen und kiiege- rischen Taten unserer Larü>sleute dort unten hin, die an Gröhe ihresgleichen in der Weltgeschichte nicht viel zur Seite haben. Die Treue der Eingeborenen, die denn auch in dem jahrelangen Ae.d- zug imenttocgt standhielt und die von unserer Seite mit gleicher Treue und steter Fürsorge vergolten wurde ist der beste Beweis dafür, daß die schwarze Bevölkerung mit der deutschen Verwaltung zufrieden war, und damit wird auch am besten die feindliche Lüge widerlegt, das deutsche Bolk sei zur kolonialen Arbeit nicht befähigt. Gegen diese Lüge wie auch gegen die Lüge von der deutschem Schuld am Kolonialkriege, den in Wirklichkeit die Engländer begonnen haben, müsse mit aller Enl- fchiedenheit Front gemacht werden. Dazu sei die unbedingte Einigkeit unseres BolkesBoraussehung, und wenn diese Einigkeit wieder da sei, könne auch gehofft werden, daß wir der Wahrheit zum Siege verhelfen und unsere Flagge wieder hinaustragen können in die Kolomalgebiete, zum Besten unseres Bolles und auch zum Segen der Welt. Vortreffliche Lichtbilder wurden auch von diesem Erdteil gezeigt. Außerordentlich starker Beifall 'dankte dem Redner für die erhebenden Stunden, die er seiner Zuhöverschaft bereitet hatte. £ Die Vertreter-Versammlung des Konsumvereins Gießen und Um- g eg en d. die gestern vormittag im Gew Schafts- Haus stattfand, nahm zunächst den Geschäfts- und Kassenbericht entgegen, die der Geschäftsführer Diener resp. Kassierer Gündervth erstatteten. DeL>> konnten auf den gedruckt vorliegenden Rechenschaftsbericht verweisen, sie erläuterten und ergänzten an Hand desselben das darin Gesagte und konnten feststellen, daß fich die Genossenschaft in guter Aufwärtsentwicklung befindet. Der Bericht umfaßt die Zeit vom 1. Iuli 1923 bis 30. Iuni 1924, also noch ein halbes Iahr schwerster Inflationszeit. Es gelang der Leitung, das Unternehmen über diese kritische Zeit glücklich hinüberzubringen. Der Mitgliederstand war im Oktober 1923 so groß, daß die Aufnahme zeitweise gesperrt werden mußte. Die Mitgliederzahl betrug bei Abschluß des Berichts 13 318. Zur Zeit unterhält der Verein 33 Verkaufsstellen. Der Umsatz betrug in der Derichtsperiode 1 507 625 Goldmark, wobei die Papiermarkbeträge vom Vorjahre nach einer monatlich errechneten Durchschnittspf er in Gold- mark umgerechnet wurden. DteDäcker i hat e einen Verbrauch von 15 275 Zentnern Mehl, die Gesamtproduktion an Backwaren betrug 2 064 315 Pfund. Die Zahl der gegenwärtig bei der Genossenschaft beschäftigten Personen beträgt 117. Die Geschäftsanteile wurden mit 20, die Spar- lassenguthaben mit 25 Prozent aufgewertet. Durch den Erwerb des Bärschen Anwesens ist der Zentrale auf Iahrzehnte die notwendige Ausdehnungsmöglichkeit gegeben. In einer ausgedehnten gegen über steht. spd. Frankfurt a M., 2. Rov. Die Befürchtung, daß eines Tages dir schon seit Iahr:n baufällige An naschule in der Rechneiäraße zusammen stürzen würde, Hai sich am Samstag vormittag teilweise erfüllt. Glücklicherweise kamen keine Menschenleben dabei zu Schaden. Während des Unterrichtes hiK.c eine Lehrerin in einem Zimmer des ersten Stockaxrlrs in der Decke ein verdächtiges Knistern. Als Kalkstücke herab- fielen und auch größere Mauerbrocken herab- lamen, führte die Lehrerin die Kinder schleunigst ins Freie. Kann, hatten die letzten Kinder den Klasfenraum verlassen, als auch schon die Decke mit gewaltigem Gepolter zusammenbrach. Einzelne Deckenstücke waren so schwer, daß sie d,e Bür.ke zertrümmerten. Eine 21jährige gut gekleidete Dame, die sich Hilde Köhler, Ilse Diehl, Hilt^ Brauer, auch Thea Ibenthal nennt, verstand es in ganz raffinierter Weise, durch gefälschte Schecks der Firma B Sander- Amsterdam in Frankfurt Betrügereien großen Umfangs auszuführen. In der Begleitung der Schwindlerin befinden sich drei junge Leute, angeblich Kaufleute Die anaebliche Kohler spricht hochdeutsch, hat schlechte Zähne, frische« Aussehen und tritt sehr gewandt auf. Von dem i Gelbe, bad sich die Gesuchte am letzten Donners- I tag hier erschwindelte, hat fich das Quartett bereits am nächsten Tage in München zwei. Motorräder'. Marke „Viktoria" und „R. S. 11.", gekauft. Die evangelische Peter skrrche, ein schöner, in Sandstein ausgeführter gotischer Bau, droht zu verwittern. Schon vor dem Kriege lösten sich öfter schwere Bauteile des weichen Sandsteines los und stürzten in die Tiefe. Damals wurden entsprechende Gegenmaßnahmen getroffen, die aber jetzt nicht mehr zu wirken scheinen. Denn dieser Tage stürzten abermals vom Hauptportal größere Zierstücke ob. — Aus dem im Oktober in Frankfurt abgehaltenen Deutschen H i st o r i ke r t ag e wurde au« mancherlei Gründen die baldige Ueberführung des Reichskarnmergerichts-Archivs von Wetzlar nach Frankfurt a TU gefordert Der Frankfurter Magistrat hat sich dieser Forderung jetzt angeschlossen und eine entsprechende Eingabe an das Reichsministerium des Innern gerichtet. Die Bestände sollen, wenn sie von Wetzlar nach Franksurt verbracht werden, vorläufig in der Magistratsregistratur ilnterfunft finden. Dh? Provinz ötarrenburg. der Kreis Heppenheim sowie andere Kresse teil« bereit« Geld bewilligt, teil« in Aussicht gestellt. Der Gemeinde?al von Heppenheim bat jetzt in seiner jüngsten Sitzung die Mittel für die Aufräumungsarbeiten mit allen gegen eine Stimme bewilligt Mit diesen Arbeiten sollen Arbeitslose beschattigt werden. spd. Mainz. 2. Rov. Zwei Beamte der Regiebahn im nahen Bischof-beim srnd nach Unterschlagung von 120 000 btto. 22ODO Franken in« unbesetzte Deli t jI ü cht ifl gegangen De. eine der Defraudanten, der 22 000 Franken unterschlug, tourte Im Frankfurter Hrup'.- bahnhvf festgenommen. Hcften-Nnftnu. H. Herborn, 1 Rov Si' lü-ijft: S ur.j ber Stadlverordnetenrersnuimlung belästigte sich u a. mit ter Fe : ? in । de« WaIsorge Ides für G i oßver vrauchrr D'e Terlanunlung rahn Je» A.rtr i • '. ier tabin ging, vis tu 500 Kul Lne er Wa brnuck pro Äut .Imete«. 20 Pf und für a l toi tcren Mcngen 25 Pf. pU i c '. R i' en Haushaltsplan für 1 924 m.ir . i ■ Feh • betrag von 65 100 Mar! u keck n. üb trs en Aufbringung sich die Ta'mtmlung sch'.üss.g zr ! machen tatte Der Mogistratsantr g c er ia'.i - ging, zu der Grund- und Be.,n g. .«iteje ■ 12) Pro-., zur Gewerbesteurr 400 Proz., ru t er 5i(ialflcuer 80 Pro-, zu ub'Len un) daZ W la- gelb auf 35 Pf. pro Kubikmeter zn ehe Den. wurde zum Teil nid)', ar g.ncmme.t. so 'dern mn i irurte fick sch.rissig die chr ind- a b D_.m g.n»- steuer mit 150 Proz. ti ?exe bet'ea-. nu 3:0 I Prozent und die Füial! ner mit 60 P.oze.r! zu belasten. Das Wa s rgelv erhöhte nr.rn euispre- chrnd dem Magistratsoitr.rg. Die« Bvr.aa' l rächte zu den Einnuhmen noch 8X) Mk in hr beraus, die zur V.rb? er an,3 ei el, er Positiv-ei I im Etat verwendet wer e 1 sollen De Haus- baltsplan der Swdt ergib! nun ein. 2.u8gü< von 350 600 ter eine Gini itme von 351 400 Mk Coiunvuung von tvmb retn vo.geoeuge I Badezeiten itnb in de ersten ttn er.ich!«ßu..den gelegt, so daß die durch das Baden erbebte Körpertemperatur im g heizten Schu zimmer wieder auf ihr normaler Maß zurückgeführt wird. Erst dann wird den Kindern d.-r Aufenthalt »m Freien gestaltet. Die Worte angstricher Leute ind ir chts als müßiges Gerede, dem jede Grundlage seh t, denn wäre dem io. so wären alle die. d e im Winter baden, frivole Menlchen bi? leicht innig mit ihrem Leben spielen W.e v e'.es andere, wird sich aber auch bie c nur zu begrüte b; Ein- rich-ung durchsetzen. Möge der- Wu sch der .Großenbie Gemeinde tolle .ine Einrich u g trc.fcn, bie auch ihnen das Boden am S.rmstngabend ermöglicht, bald in Erfüllung g ben! Kreis Friedberg. Münzen berg, 1. Rov. Der schöne anregende Aussatz in Rr. 3 der ^Heimat im Bild" (Beilage des ^Gießener Awzeigers" > über Wetterfahnen gibt Anlaß, cuf eine in neuerer Zeit gefchasfere Wetterfahne hinzulveisen, Lio der von dem Verfasser. Daurol Rodnatzel (Schotten), geäußerten Forderung Rechnung tragt. Die schmiedeeiserne Wetterfahne steht auf dem biciigen Bahnhofsgebäude b:r Kleinbahn und stellt eine Lokomotive dar. nimmt als-» "Se- (-ug auf kcn neuzeitlichen Verkehr und somit auf den Zweck, dem das Gebäude bient. Butzbach. 1. Rov. (WTD.) Der Richtmeister Portugal von den Meguin-Werken ist auf einer Baustelle tödlich verunglückt. Kreis Schotten. b. Schotten, 1. Rov Die Dezirks- spar lasse Schotten hielt gestern im Rat- xruß ihre dicsjährigr Iahresrersammlung ob. Aus der GesLa,'.«Übersicht ist mit Freuden ein zunehmender Sparsinn der Beoöllerung fest/uslellen. Die Spareinlagen stiegen von 169 Marr in 1923 auf jetzt 45 030 Mark. Der Reingewinn der Kasse wurde auf neue Rechnung vvr- 'eruSfprache wurden Wünsche uno Anregungen in toeitem Maße zur Sprache gebracht, die der ®c- fchäflSleitung manchen wertvollen Frngerzeig geben werden. Die Iahresbilanz wurde cmftimmig genehmigt, als Rückvergütung an die Mitglieder kommen 35 400 Mark in Betracht. Bei den Reuwahlen wurde da« ausfcheibende Dorstands- Mitglied D e cf m a n n wiedergewählt. Vorn Aufsichtsrat schieden aus: Laudenbach, Reuter, Haupt, gewählt wurden: Frau Weyer. Laudenbach, Horst, als Ersatzleute Mann-Gießen, Dutenhöfer -Heuchelheim, Benner -Wieseck. Die ilebernaljme des Konsumvereins Oberto«- bad) mit sämtlichen Aktiven und Passiven wurde einstimmig gutgeheihen. •• Zum Verschwinden des Regiebahnbetriebs. Am 16. Rvvemlee g:hl der Eisenbahnbetrieb der französisch-belgischen Regiebahnen des b.setzten Gebietes auf die Deutsche Rc'chsbahngescllschaff über. Personen Re.e- gepäck und Erprengut wn:den von diesem Zeitpunkt ab to’eber nach den deutschen Tarifen und Dienstvorschriften abgefertigt. Die süe den Verkehr inn.rhalb des Re-r bnhneng bete', gelösten Einzelfah.kurten (asso sog B nnenre teh ) gel c 1 noch bis 16. Rovimber 1921 mitt rnacht. Die von Stationen dec R.giebahnea nach Stationen des Auslandes und vom Ausland nach Stationen bei Regie bahnen gelösten Fahrkarten (z B. Mainz—Paris, Brüssel -Worms. Lonbvt—Lud w gshafen) b halten die ihnen aufgediuekte tartf- mäfv.ge Gülligieitsdauer (in der Re e 4 Tage für e.nfache und 8 Tage für Rückfahrkartei) D e für Rechnung der Regie van ihren Ageittureii ausgegebenen Fahrscheinhefte ge *en roch bis 30. Rovember 1921. Die Woche'kart :n verlieren mit dem 15. Rovember ihre Güttigkei'. Sie müssen am 16. Rov.mber nach Maßgabe der deutschen Tarife neu gelöst werden Die Monatskarten, die von der Regie vor dem 16. Ra- vember ausgegeben worden s nb. b hasten ih e normale Gültigkeitsdauer, keinesfalls aber über den 30. Rovember 1924 h.naus. Wegen des Güterverkehrs ergeht noch weitere Mit edung •• Entschädigung f ür an Gehirn- Rückenrnarkentzünbung gefallenen Pferde. Das Hess. Ministerium des 3nnem gibt bekannt: Rach dem hessischen Gesetz vom 28. Oktober 1924 die Entschädigung für an ansteckend.r Gehii-n-Rückenmarkentzündung gefallene Pferde betreffend, kann für bi? Pferde, die in der Zeit vom 1. Dezember 1923 bis zum 30. Rovember 1924 an dieser Krankheit gefallen sind oder aus Anlaß derselben getötet werden mußten, nachträglich Entschädigung gewährt werden. Etwaige Cntschädi- gungsanspiüch? finb durch die betroffenen Pferde- besitzer bis spätestens 31. Dezember 1924 bei der zuständigen Bürgermeisterei unter ‘Beifügung der für die Beurteilung des Falles geeigneten Belege und Bescheinigungen anzumelden. Rach dem 31. Dezember 1924 cingehende Anmeldungen werden nicht mehr berücksichtigt. ** Personalien. Der Präsident der Ober- rcchnungslammer Ernst Karl S ü f f e r t n Darmstadt ist unter Belassung in dem von ihm zur Zeit belleidete.r Amt zum Präsidenten des Verwaltungsgerichtshofes mit Wirkung v m 1 Rovember ernannt worden. — Ernannt wurde der Iustizinspettor bei dem Amtsgericht Walb- michelbach Iohannes Schäfer zum Oberjustiz- inspektor bei dem Amtsgericht Hungen. Ewr — steruz — otmkm — Itham ruzste Jeder ist Gewinner der uns obiges Sprichwort in richtisrer.Lösung ein- sendet.und jeder Löser nimmt teil an de^ ^rteiluna der nachstehenden Preise: aoiiss 1 Automobil od. eine kompL Wohnungseinrichtung 1 Motorrad oder ein Eßzimmer 1 Pianino oder 1 Wohnzimmer 4.-203. Preis = 200 la Taschenuhren und eine große Anzahl kleine Preise Die Verteilung erfolgt unter Aufsicht eines Notars. Die ger. Versandkosten muß dt r Einsender tragen. Die Einsendung muß sofort erfolgen, verpflichtet zu nichts und ist ohne Risiko. Schreiben Sie sofort an Globus-VersandHeinr.Stamm,Braunschweig2343 Bornotizen. — Tag eska lender für Montag. Volkshochschule: Heute Vorlesungen. — G. D. A. (Reichsbunb der Zivilidienstbevechtigten): 9 älhr Monatsversanrmlung „Zur S adt Lich '. — Bereinigung für Feuerbestattung! 81 2 •^9 im „Rebstock" Mitgliederversammlung — Friseur- und Pcriickenmacher-Innung: Vortrag — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Märtyrerin". — Hessische' Bilder bühne: „Plastigramm". — Astoria» Lichtspiele: „Das Feuerschiff". Landkreis Giesien. L Wieseck 2. Rov. Am Samstag wurde einem schon lange gehegten Wunsche Erfüllung: An diesem Tage wurde die in der Schule am Lichtenauer Wez vorhandene D r a u s e b a b a n - läge ihrer Bestimmung übergeben. Be ondere Umstände veranlaßten die Sllllegunz der A.i- lage vor dem Kriege. Der Koh^emnangel nach Kriege verschob die Benu'ung bis heute, wo nach durchgreifenden Instand ehungra b.r e.i. besonders der Heizanlagen, die Iun-ea den Reigen eröffneten. In stetem Wech el sollen mn an einem Samst-g dir Buben, am andern d.e Mädels llafsentocise baden, ci;:e Ernnch.u g de sich hoffentlich einer stcigenden Telieb.het- frÄtt zumal in den jetzigen Zetten der vielfach ehr beschränkten Wohnverhältnisse auch bei in« arff dem Lande wohl oft der nötige Raum f-h-t, der Heranwachtenden Schuliug nd im Wmtei h l. - iabr bi; Vorteile eines Ea.izbades zu e.l werden -U lassen, blnbegrciflicherw^se ^bt es echte Anzahl Ettern, die ubevingstttch srnd und ihre $frn- per an der Teilnahme hindern indem Ke befürchten, die Kinder Kirnten sich schwere Erkal- tunascrkrankungen zuztehen. Dem ist von cer 8613D 2 Uhr, statt. Trauerfeier 1L Stunde vorher. 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Die Unterrichtszeit ist so gelegt, daß auswärtige Schüler tagtäglich nach Hause fahren können. Anmeldungen wolle man alsbald schriftlich oder mündlich (von 9—12 Uhr vorm. im Hess. Landwirtschaftsamt) richten an Reher (Kr. Hameln) November 1924 Kaufmann mit I,a Zeugnissen, 34 Jahre, in allen kaufmännischen Arbeiten durchaus erfahren, sucht Beschäftigung , evtl, halbtags- oder stundenweise. Schrift!. Angeb. unter 024785 an d. Gieh. Anz. erb. Junger Bank beamtet (Abitur) mit guten Zeugnissen sucht LtcllW in Bank oder Industrie. Schriftliche Angeb. unter 86181) an den Gletz. Anzeiger erbeten. Stadtiheater Dienstag, !. Nov., 5.8iengmg-Alj.-Brff. Ö.61 t bis geg.9V.Uhr Die ziesermaus. Operette in 3 Akten von Job. Strang. Frau Martha Nold Wwe. und alle Angehörigen Gießen, den 3. November 1924. Beerdigung: Mittwoch, den 5. November, nachmittags 2 Uhr, vom Portal des Neuen Friedhofes aus. Von Beileidsbesuchen und Kranzspenden bittet man absehen zu wollen. vi *• ou< aus Norddeutfch- laud vom Sandboden ein u. nehmen noch Bestellungen entgegen tost 6 Pelri 7 Grabenftraße 7. Teleph. 1313.^, Reichsbund derZivildiensl berechtigten. Monars- Versammlung Montag, 3. Nov., 9 Uhr. 8 Uhr: Borstandssivnng „Zur Stadt 2ich". m<7*7 Der Vorstand. in noch nicht vollendetem 76. Lebensjahr. In tiefer Trauer: Frau Anna Plank geb. Hirschfeld Dr. Else Marx-Plank Anna Lantelme geb. Plank Wilhelm Plank und Frau geb. Streuber Dipl.-Ing. Franz Hermann Plank u. Frau geb. Asprion nebst 8 Enkelkindern. Gießen, den 1. November 1924. Die Beerdigung findet Dienstag, den 4. November, 3 Uhr nachmittags, auf dem Neuen Friedhof statt. 024792 MnosgM Suche kl. 4—5-Zim- mer-Wolmung vart ob. 1. Stock lut ©üb- b. Stadt. Biete gr. 5-Zimmer-Wobu. m. Bad u. Veranda in gleich v Lage. Schriftl. Angeb. unt. 024782 a.d. Gies;. Anz. erbeten. schlosser auf Schnitte und Stanzenbau gesucht. 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Novemoer J92^ Sietzener Anzeiger (Seneral-Anzeiger für Gverhessen) Hr. 259 Sweiter Blatt Deutsche Leiden in Böhmen Don von Ostpreußen war. >n wurde, als man sich schon gröltet vusg« Leute; de Säue die trotz Bedrücktheit immer wieder das schon mit aller einer Tine dort, wo oder im Theater entrüsten möchte, bcfonurrt: „Die Tschechen sind fromme wollen nicht, daß wir Perlen vor werfen." In solchen Steuerungen kommt unserem Sch -Sonderber i chtersdatter. Rachdruck verboten. Dresden, Ende Oktober, halbe Stunde vor der deutschen Grenze, die Sächsische Schweiz ihr buntes Spiel tschechischer Beamten in die deutschen Gebete ergossen, die unter Anwendung der Prager Methoden in vollkommen deutsche Städte wenigstens einen Hauch von Tschecheirttim hireinbrachien. Aber dieser Staat ist cme Unmöglichkeit in sich, und trotz aller Brutalität hätte er schon längst als Döhmenstaot zerfallen müssen, wenn ihm nicht ganz neueGebiete reinen Slawentums undvollkommensterÄulturlo ig feit vom Osten h?r einverleibt wor.en wären So ist dieser ganze S.aat eine künstliche Konstruktion: Der Rumpf als solcher ist kein Ds che he'staat; die einverleibten slawischen Gebete ha m »n desh'.lb als Stammland gewertet, und mit die en Scheine des Rechtes hat man unter französischer Fäh- rung eine Gewaltherrschaft eingerichtet. Wenn das Britische Wel.reich sich plötzlich Grvß-Ind en nennen und Alt-England als erne Kolonie Groh- Indiens bezeichnen würde, so würde das ungefähr der Sinnlosigkeit glcichkommen, die nun zum permanenten Bestandteil der Struktur des Tschechenstaates geworden ist Bewohnen doch in ihm allein die Sudetendeutschen mit ihren 3^/z Millionen ein rein deutsches Gebiet, das noch etwas gröher ist als Dänemark Hier sollte sich der Völkerbund einmal umtun, hier sollte er endlich einmal auf die steig neuen, verzweifelten Klagen eine Antwort finden! Im tschechischen Parlament hat man eine Geschäftsordnung zusammengebraut, durch die die nicht weniger als 72 deutschen Abgeord- neben so gut wie mu nd t o t gemacht werden. Deutsche Männer werden nach dem Osten in die rein slawischen Gegenden ins Heer verteilt und stehen unter französischer Führung. Grausam sind die Strafen gegen die Vlän er und ihre Familien, wenn h.er einer die Schande nicht ertragen will. . v „ Aützen wird ihnen auf bic Dauer das all nichts. Mögen sie auch alle Sttahennamen umtaufen, mögen sie lächerlich hohe Strafen darauf sehen, wenn Konzertprogramme und oi>eife= karten nicht tschechisch geschrieben sind, es b.eibt doch dabei: Ein Staat, der nur leben kann im fielen Kampfe gegen eine fast 40 Proz. betragenoe Schicht seiner Gesamtbevölkerung (ernschlreyttch der künstlich einverleibten), eine Schicht dazu, die gerade die größten Fähigkeiten in neb tragt, ein solcher Staat kann nicht bestehen bleiben. Diese geknechteten Deutschen aber werden um so efcer von all diesen Unerträglichkeiten befreit werden, je eher sich in Deutschland eine Regierung und ein Parlament findet, die den Mut haben, anderen gegenüber deutsches Lebensrecht zu vertreten. Verfolgt- und Dehorchtseins erweckt. Endlose Vorkommnisse, die hierüber erzählt werden, zeigen aber vor allem, von welch gemeinster und hinter* haltigster Dorsteliungskunst der Tscheche ist. Es sind nicht besonders krasse Fälle, sondern es ist Regel und liegt im System jener Organisationen, das) sich der tschechische Beamte feinem deutschen Kollegen in der l iebenswürdigsten und vertraulicheren Form offenbart, um in demselben Augenblick, da er irgendeine gefährliche Aeuherung von ihm erfahren Hal, hinzugehen und ein D i s z i- plinarverfahren zu veranlassen, das wohl bisher noch in keinem einzigen Falte anders als mit der pensionslosen Entlass ung des Deutschen endete. Ob der Mairn Frau und Kinder hat, darum kümmert sich kein Mensch und der Staat am allerwenigsten. Rkan hat ja ein Interesse daran, den Deutschen verarmen und verproletari- fieren zu lassen. Denn die Deutschen sind nicht nur überall die Führer in Handel und Kultur, sondern die Deutschen machen ja — abgesehen davon, das) sie allenthalben Schöpfer und Führer sind — nicht weniger als mehr als ein Drittel, nämlich 37 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. So etwas nennt sich dann „Ra t i o na l staa t", und so etwas muhte ausgerechnet auf dem Boden des freien „Selbst- bestimmung?rechtes" der Bölter erwachsen! Die Hauptstadt Prag, in der so rücdich.s- los tschechisiert worden ist, dah man fart an Petersburger Methoden denken möchte, ist zu einem Fünftel von Deutschen bewohit Alle anderen größeren Städte wie Eger, Komoiau, Gablonz, Kaplitz, Reichenberg, Leipa. Brüx, Tepliy, Ohrfeig, Warnsdorf. Saaz Haber über 90 Prozent, Dux, Leilmeritz. Mies, Trautenau über SO Proz rein deutsche Bevölkerung Dabei sind alte diese Zahlen festgestellt auf Grund ei.er tschechischen Statistik, die erst jetzt herlange Pfeife aus dem Mund nehmen müssen, und das tat er nicht gerne. Schließlich bequemte er sich doch dazu, in dem Augenblick, als Grün dem neuen Gast den zweiten „Dopp" vvrstellte. Offenbar hatte das Renko.ntre demselben Durst gemacht. „SefenSe." bemerkte Müller, „jetzt schmeckt ihne der Trank noch cmal so gut. Iwwerhaupt braucht mer von der gute Luft feier hin nur epolar Züg einzuschnaufe, dg is aach gleich de Dorscht do! Awwer Se blute ja am Kopp, mein Herr! Herr Dokter, wolle Se net cmal ncvchseh'? Der also AngerÄtete war alles, nur kein Arzt. Er verstand aber als altes ein- gearbeitetes Lügentischmitglied den Wink and antwortete: „Gewrfe, Wenns dem Herrn recht ist?" — „Ja. bitte," sagte dieser, obgleich er durch Tupfen und Wischen mit dem Taschentuch auf dem Kopf herum vergeblich festzustellen suchte, ob und wo sich eine Verletzung befand. Aber die ehrwürdigen Gesichter der meist älteren Herren und auch das des Herrn Doktors mit der goldenen 'Brüte liehen ihn eine diesbezügliche Bemerkung unterdrücken. Der Herr Doktor stand auf. ging in würdevoller Haltung zu dem „Patienten", unter- suchte emgefecnb dessen Kopf und fühlte ihm auch den Puls wobei er eine sehr ernste Miene auf- setzie und mehrmals leise den Kopf schüttelte Der Patient tat das auch, beim ihm kam die ganze Sache beängstigend merkwürdig vor. Es war ein Glück, dah der Student dem Lügentisch den Rücken zukehrte, denn da bekamen schon einige blaue Gesichter vor unterdrücktem Lachen Grün hinter seinem Büfett platzte bald vor Vergnügen und verschwand schleunigst als der Herr Doktor ihn bat, eine Schüssel voll Wasser, phantastisch geformter Sandsteinselsen anhebt und den ganzen Elblaus hinaus toeilertrcibt, wo Jahrtausende alte Muschelverte»lkuugen an das Meer erinnern, das sich hier einst ausgedehnt hat, da erhebt sich rechts der Elbe der K ö n i g st e i n , links der L i l i e n st e i n , beides ehemals Festungen, deren Kasematten in den letzten Jahrzehnten jedem Besucher offenstanden. Denn man war ja nicht mehr Grenzland, und gegen den Bundesgenossen bedurfte es keiner Verteidigung. Heute wissen wir, dah im Falte einer kriegerischen Auseinandersetzung hier ein Einfallstor des französischen Militarismus wäre; heute sehen wir mit Unwillen und Entrüstung über jene Grenze, von der stets von neuem die Klagen unterdrückter Dollsgenossen zu uns betuberbringen, denen wir unsere Herzen mehr erschließen sollten als angetoiften Völkerbundschalmeien. Ein geradezu teuflisch meisterhaftes System liegt dem Verhalten der tschechischen Regierung und der mit ihr Hand in Hand arbeitenden legalen und illegalen Organisationen dem Deutschtum gegenüber zugrunde. Wer als Deutscher geboren wird oder noch im Alter der Vorbereitung fürs Leben steht, wird, je jünger er noch an Jahren ift um so fester ganz einfach der Fähigkeit beraubt, sich seiner deutschenArt gemäß zu betätigen. Das erste, was in der Schule gelernt werden muß, ist die t s ch e ch i s ch e Sprache; die deutsche wird systematisch unterdrückt, und eine ewige, nie abreibende Kette von plötzlich eintreffenden „Inspektoren" sorgt dafür, daß kein deutscher Lehrer hier andere Bahnen gehl. Hochbetagte und hochverdiente Pädagogen hat man rücksichtslos a u f die Straße gesetzt, um Exempel zu statuieren. Es ist ganz zweifellos: Ein Mensch, der seiner Muttersprache nicht mächtig ist, der muß sich schließlich auch seinem Kulturkreis entfremdet fühlen, und der Staat und all jene Organisationen, hinter denen sich auch wieder nur der Staat verbirgt, sorgen schon dafür, Daß ein seelisch so geknebelter Mensch schließlich, um nicht betteln gehen zu rnüss-en, auch den fetzten Schritt zum „Boden, der nun einmal gegebenen Tatsachen" fertigbringt. Kaufleute und Männer in freien ‘Berufen, die irgendwie groß- -deutscher' Gesinnung verdächtig sind, werden im Ertr-erbsleben systematisch boykottiert, und der Boykott setzt sich fort gegen diejenigen tschechischen Firmen, die mit solchen deutschen Kaufleuten kontrahieren, und erscheint rn gleich /niebriger Gehässigkeit als gesellschaftlicher Boykott, nur dah er da immer Anlaß zum Lächeln gib; beim wenn ein Tscheche einen Deutschen gesellschaftlich boykottiert, so hat man srch in deutschböhmischen Kreisen eine recht fimrfäÜige Erklärung zurechtgelegt, die man überall, wo man sich über irgendeine tschechische Flegelei vn Cafe zu hören Tsckicchisierungserfolge sicher zu sein glaubte. Zur Aufnahme dieser Statistik hatte sich ein Heer Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold stellt gegenüber den Behauptungen von August Win- nig in einem Artikel in Rr. 249 des Gießener Anzeigers fest, daß es sich bei dem Eingreifen des Reichsbanners bei der pazifistischen Versammlung in Potsdam, wo der französische Professor Basch sprach, um nichts anderes als um Schuh der Versammlungsfreiheit handelte. Daß dort ein Franzose sprach, tut nichts zur Sache^ Es hätte ebensogut ein anderer In- oder Ausländer sein können. Politischer Anstand verlangt, auch wenn er nur rudimentär vorhanden ist, festzustellen, daß Basch höchste Achtung verdient; daß er ein ausgesprochener Deutschenfreund ist, der von den französischen Militaristen, Chauvinisten und Monarchisten, vor allem von Daudet (fou du roi-Hof- narren und seinen Camelots) aufs Blut gehetzt und verfolgt wird. Basch in Frankreich oder Dr. Gaumbel in Deutschland, General Derr au? in Frankreich ober General Deimling in Deutschland vertreten die Gedanken der Völkerverständigung und werden, weil sie wie Christus dem brutalen Egoismus die friedliche Menschenliebe gegenüber» stellen, von den französischen wie deutschen Chauvinisten ans Kreuz geschlagen. Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold ist mit der pazifistischen Bewegung nicht zu identifizieren. Als Beweis muh die Tatsache gelten, dah die Teilnahme an den „R e toi der-Krieg-Kundgebungen" für alle Kameradschaften verboten war. (Siehe Bundeszeitung des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold Rr. 8.) In einem hat Winnig recht: Wir lehnen Potsdam ab, nicht weil in seiner Rähe ein Hohenzvllenrkönig sich mit einem französischen Philosophen in französischer Sprache verächtlich „de la litterature alle- mcrnde" unterhielt!, sondern weil es uns eine Versündigung am Geiste des deutschen Volles erscheint, wenn man Potsdam, die Kaserne, als Symbol neben das Pantheon oder die Westminster Abchey stellt. Wir stellen neben und über das Pantheon oder die Westminster Abbey Weimar. Uns zieht der Drelllang aus Goethes Iphigenie, dem Evangelium der reinen Menschenliebe, aus Lessings Rathan, dem Bekenntnis zur religiösen Toleranz, aus Schillers Don Carlos, dem Hohelied der Gedankenfreiheit, getoaltig und begeisternd durch die Seele. Wir vom Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold bekämpfen das Klein-Deutschland, das schwarzweihrote Groh-Preuhen des zweiten deutschen Reiches. Wir kennen nichts vaterlandsloseres als die deutschen Fürsten, die die tausendjährige Gemeinschaft des ersten Deutschen Reiches, die des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Ration schnödesten Eigennutzes wegen verliehen und zu den Franzosen überliefen. Wir, die wir das dritte verirrt und keine Ahnung von dem Wind hatte, der hier wehte, irgenbemen Schluppstrerch auszuführen. , . ,, Es mochte gegen 10 Ufer gewesen fein als plötzlich von der Straße feer durch die offenen Fenster Laute hereindrangen, welche man bei Rempeleien zu Höven Pflegt; Scharren und Schimpfen, Balgen und Stoßen. Am Lugenttfch spitzen sie die Ohren. Im Ru toaren ernrge. Grün voran, draußen, um ja nichts von dem Intermezzo zu verlieren. Man horte sie, anscheinend mit Erfolg, intervenieren, und nach cmer Heinen Welle kamen sie wieder feerem, einen sehr aufgeregten Herrn, einen etubemen mit- bringend, der sich knurrend und brummenb darüber beklagte, baß man ihn auf der Strafte in roher Weise an gerempelt und zurechtgestofen habe, was er sich natürlich nicht habe gefallen testen unb er infolgedessen mit feinem Gegner in eine Rauferei gekommen fei. , Am Lügentisch zw.nkerie man sich zu besprach, ohne sich mit dem Herrn in eine Unterhaltung einÄulaffen bas Vorkommnis, bezeichnete es als Flegele' unb gab ihm auf btese Weite za Per- itelten bafe er sich feier bei Leuten befände, die derartige Behelligungen Fremder nicht billigten. -rier Student setzte sich an den teeren Zwölf- aposteltisch unb wischte sich mit dem Taschentuch das erhitzte Gesicht ab. toaferenb Hm Grün oh re lang zu fragen, ein Glas Bier vorletzte. Das wac hier so üblich. . s____ Der lange Müller, weiland Senior ber Lugen- tischler hätte sich gerne einmal nach bem Ankömmling feerumgedreht, aber da fyatic er ferne Am Lügentisch im „Lotz". Von Louis Frech. 1. Der Student. Es war im Sommer, art einem Santetagabtnb. Am Lügcntisch saß etwa ein Dutzend Stammgäste, regelrechte, die dahin gehörten. Der Teutonen-, Eteffen und ber vor den Büfett stehende Zwöltepostcltisch waren verwaist, denn die Studenten saßen auf ihren Kneipen und die zwölf Apostel — alte Gießer Spieß?r — tagten heute einmal anderswo. Die „Fr ibank", das ist der Tisch neben dem Lügentisch, zierten einige „Richtladenreine", d. h. solche, die Lin Anrecht an einem der erwähnten Tische hatten Man unterhielt sich von allem Möglichen, nur nicht von Dingen, die nach der Woche Mühe und Last das Hirn hätten anstrengen und dadurch eine Störung dos Allg :me in befindens inö der patriarchalischen Gemütlichkeit hätte ver- ursächen können. Manchmal war s sogar mäuschenstill im Lokal, em Beweis dafür, daß jeder seinen eigenen Gedanken nachfemg. oder, was noch wahrscheinlicher war, überfea.rpt nichts dachte. Also ein durch einen guten Trank gewürztes Lotze — dolce far mente. Der damalige Wirt Grün mit feinem fahlgelben, etwas dürftigen Haarwuchs, seinen listigen Ar-uglein and seinem verschmitzten Gesichte stand hinter dem Büfett und äugte mrufeig umher, denn er war kein Freund von solchen Siesten, ec liebte mehr die Unterhaltung, auch wenn sie, wie das öfters Portern, keinen Schuß Pulver weit war unb nur darauf hinauslief, an einem, der sich in das Lokal cher nach der Revolution Oberpräfident D. Red. QB>?r Wiener Blut gewürzte Temperament dieser Deutschen zum Ausdruck. Freilich, sie sind hart geworden in diesem Kampfe und durch die tausenderlei Schllanen, und wenngleich die Deutschböhmen auch in diesem Jahre wieder auf der Leipziger Messe mit ihren mannigfaltigen Bijouterien und Spielwaren vertreten waren, bann kann man das heute doch nicht mehr, wie es früher wohl mit Recht unb Humor geschah, eben als symbolisch für „Daitschbehmen" nehmen. Ein Kapitel für sich bildet die Beamtenfrage. Wie im Geschäftsleben, so ist auch hier vor allem das Tummelgebiet all jener freien Organisationen. Daß von Regierungsseite den deutschblüligen Beamten das Leben schwer gemacht wird durch zum Teil ganz sinnlose Verordnungen, das versteht sich von selbst. Aber geradezu unerträglich ist gerade hier ein Spitzel- wesen in Funktion, das das Gefühl ewigen einen Schwamm und einige Handtücher zu bringen. Mit ihm sah man einen nebenan wohnenden Sattlermeister zur Türe hinausschlüpfen, beim dieser holte in seinem Laden einen mächtigen Pferdeschwamm und reichte denselben durchs den Dierfchalter vom Hausgang aus in das Büfett, woselbst ihn Grün in die bis oben ungeteilte mittlerweile herbeigeschaffte Waschschüssel warf und diese auf den Tisch neben den Studenten stellte Ebenso setzte er einen fußhohen Sah Handtücher daneben. „Run, dann kann es ja losgehen!" meinte der Herr Doktor, nahm den fast die ganze Waschschüssel aussü le iden vollgesogenen Schwamm, schwippte ihn ein paarmal ab unb legte ihn mit einem Klatsch auf das Haupt des „Blessierten", dem natürlich das Wasser ringsum nur so am Kopf herunterschofe. Rachdem in gleicher Weise die Auflage noch ein paarmal wiederholt worden war, wagte der also Getaufte die Bemerkung, daß die Wunde doch nun wohl hinreichend ausgewaschen sei, denn er säße auf dem Stuhl bereits in einer Pfütze. „Ja, wissen Sie," ertoi- berte der Herr Doktor, „lieber in solchen Fällen etwas zu viel, wie zu wenig. Aber ich hätte ja auch so wie so jetzt aufgefeort, denn es ist keiii Wasser mehr da." — Dem Studenten, das sah man ihm an, kam die Sache kurios vor; er schien sich nicht darüber einig zu fein, ob er sich zu Besuch bei Poseidon oder tatsächlich im „Loh" befände Aber die blutigernfle Miene des Doktors, die geschäftige Bereitwilligkeit des Wirtes, der jetzt mit dem Schwamm den Tisch abwusch und ihn dann samt ber Waschschüssel toegtrug, das ruhige Verhalten der Gäste, denen er allerdings den Deutsche Reich zufammengebalten haben, das zu unserem Schm er c noch nicht das GrvßdQttsche ist, baß es aber wer den wird, wo die Hauptselnde des großen deutschen Einheitsstaates, die Fürsten, in ber Stunde ber Gefahr nicht Führer, sondern Flüchtlinge wurden, wir, die wir wissen, dah am Ansang der deutschen Geschichte die Republik stand, die Gauversassung das „Thing", wir werden durch unsere gewaltige Bewegung, die schon jetzt die d r i 11 e M i l l i o n Anhänger übersteigt, wir werden all die morschen Grenz- pfähle im deutschen Lande ausreißen und die durch Fürstenschuld verlorenen Brüder deutscher Zunge an uns ziehen, wenn alle Deutschen die Zeichen der Zeit verstehen und sich um das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold sammeln, wie es General von Deimling vom Balkon des Rational- Theaters als Losung ausgab. Jeder, auch der innerlich infolge Milieu Bindungen Widerstrebende, muß zugeben, daß Schwär-weiferot durch Rückkehr der Fürsten — horizontal gefefeen — die Schaffung des großen Einheitsstaates aller Deutschen unendlich erschwert, daß. vertikal gesehen, höchstens bürgerlich Denkende, und die lange nicht restlos, sich zufammensinden, damit ist aber bei einem Industrievolke kein Problem gelöst; vielmehr die Fragestellung ungeheuer verschärft und bramati- fiert. Schwarz-Rvl-Gote aber schafft ben Ein- heitsstaat unb führt größte, von Schwarzweißrot vergeblich unnrobene Volksteile zu bem Staats- gebanken, natürlich zu ihrem Slaatsgedanken. dem des sozialen Volks st aates. Das Zeichen des Reichsbanners ist das Einigende, vielleicht das letzte in der Geschichte des deutschen Volkes, wenn — die „Gebildeten unter seinen Verächtern" — umlernend — es begreifen wollen. Schoen, Kreisvorsitzender des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold. Steuerrschtsstreitigkeiten und ihre Kosten. Von Dr. P. Ruprecht, Dresden. Die Kosten eines Steuerrechlsstreites regeln sich nach r, 8 des deutschen Gerich:skoste:ige;e^tes und sind "bekanntlich, wenn und soweit bi? En:- scheidung zu Ungunftcn des Sleue pflichtigen lautet, von ihm zu tragen Da- d n mci len von ihnen unbekannt fein wird, welche hohen Verbindlichkeiten ihnen daraus erwachse' können, so sei dies an einem Beispiel barg stellt Cs sei dafür angenommen, ba} ein Steuerpflichtiger auf Grund einer bei ifem vorgeam« menen Buchprüfung mit 1000 Mk. für Cink m- menfleucr nacht? ran lagt w rden fei Gege i die c Entscheidung erfe.bt er Einspruch, der abjclefent wird. Dagegen legt er Berufung beim Finanzgericht ein, die ebenfalls ersolgws ist Ee wendet liefe nunmehr mit einer Rechtsbeschw.rde an den Reichsfinanzfeof, mit der er auch abgewiesen wird. Im Vertrauen auf fein gutes Rech' feit er nicht nur von einem Stundungsrntrag abgefzfeen, sondern auch trotz einer Mafe:rung die verlangte Summe nicht bezahlt und ist mit ihr 5 Monate bis zur Entschcibung des Reichsfrnanzfe fcä im Verzug g?blieben. Er hat bann folgende Beträte bei dem angenommenen Objekt von 1000 Mk. zu erlegen: Für das Einspruchs verfahr en 60 Mk. Gebühren unb 15 Proz. = 9 Mk. Pauschsah für Schreibgebühren ufto, für das Derutengsverfahren 90 Mark Gebühren unb 15 Droz. — 13,50 Mk. Pauschsatz für Schre bgebühren ufto., für bas Rechtsbcschtoerbeversah. en 120 Ml. ©ebüfe.en unb 15Pioz : 18 Mk. Pauschsah für Schre bgebühren ufto, zusammen 310.50 Mk. Dazu kommen noch an Duchprüfungsgebühren — 20 Proz. des Objekts = 200 Mk., die jedoch bei Vorliegen eines entschuldbaren Irrtums nicht erhoben werden. Die Zuschläge für die 5 Monate zu spät erfolgte Zahlung, die 2 Proz. für je ' ■ Monat betragen, machen ebenfalls 200 Mk. aus- Dazu tritt noch eine Mahngebühr von 4 Proz., also 40 Mk In bem vorliegenden Fall entstehen also auf einen Streitgegenstand von 1000 Mk 750 50 Ml. Kosten. Sie können sogar noch etwas höher werden, wenn z.B. ber Mahnzettel von einem Beamten übergeben wirb, der zur Empfangnahme bes Betrages Schwarzrotgold. Zu bem Artikel August Winnigs in Rr. 249 des G. A. bittet uns der Kreisvorfihende des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, Herr 6tubtenc>i. ter Echoen, um Ausnahme einer ..Erklärung", der wir in dem uns am 31. v. Mts. übermittelten Wortlaut Raum geben in der Erwägung, bafe auch diesen Kreisen unserer Bürgerschaft Gelegenheit zur Meinungsäußerung gegeben werben muß. Untere eigene Stellungnahme toirb durch diese Auslassungen natürlich nicht berührt. Da über die Persönlichkeit August W i n- nigs offenbar in Teilen unserer Leser- fchaft, sogar innerhalb der Kreisleitung des Reich^bcsnners, Unklarheiten bestehen, sei feier nur noch bemerkt, daß August Winnig von Beruf Maurer, einer der hervorragendsten Führer in der sozialdemokratischen Bewegung und als sol- WtiO „a Ihre Garderobe (Herren-, Damen- u. Kinder- IIia Kleider), Decken, woll. und seid. Vorhänge, llmfl nmnon Gardinen, Federn, Handschuhe etc. etc. Illi Eßt ESI Die meisten Gegenstände lassen sich durch UlUU Ul lllUll UlU chemisches Reinigen oder Färben sicher wieder P _ wie neu herstellen. 70850 Färberei G* Rom Laden: Marktplatz 8. belügt tft; in diesem Falle betragt die rLtah-n- gebühr nicht 4, sondern 5 Pro;. Mus) die Steuerbehörde gar pfänden, dann kostet dies 6 Proz. des strittigen Betrags, und müssen die Pfandobjekte versteigert werden, so sind dafür 8 Proz. des Erlöses, soweit er die Forderung des Fiskus nicht übersteigt, zu bezahlen. Zunächst ergibt sich aus dem Gesagten, daß es unbedingt erforderlich ist, mit der Einlegung eines Rechtsmittels ein Gesuch um Stundung des bestrittenen Betrages bis zu dessen Durchfechtung an das Finanzamt zu richten. Lehnt dieses den Antrag ab, dann ist Beschwerde dagegen beim Landesfinanzamt zulässig. Lehnt auch dieses ab, dann ist der Betrag zu bezahlen ohne Rücksicht auf den Weitergang des Verfahrens. Ferner geht aus diesen Darlegungen hervor, daß die Einlegung eines Rechtsmittels gegen eine Steuerveranlagung Kosten in einer Höhe vurursachen kann, die in keinem Verhältnis zum Objekt stehen. Das ist um so bedenklicher, als bei der heutigen ücberlaftung der Steuerbehörden von ihren Beamten nicht die sorgfältige Arbeit wie sonst verlangt werden und dem Steuerpflichtigen bei der Anübersichtlichkeit der Steuergesetzgebung ein Irrtum nicht zum Vorwurf gemacht werden kann. Die hohen Gebühren, die der Steuerbehörde Avecklos Arbeit ersparen sollen, würden also letztere Endes auf eine Denachteilö- gung des minderbemittelten Steuerzahlers hinauslaufen, wenn nicht der Rechtsmittelbehörde die Befugnis verliehen worden wäre, sie bis auf die Hälfte zu ermäßigen. Davon soll besonders dann Gebrauch gemacht werden, wenn der Antrag zurückgezogen wird, bevor der Behörde erhebliche Arbeit entstanden ist. Dies ist insofern beachtlich, als die Zahlung der Gebühren bereits damit verwirkt wird, daß das Verfahren anhängig gemacht ist, und zwar ohne Rücksicht auf die dadurch entstandene Arbeit. Das Gesamturteil muß aber doch dahin gehen, daß die Gebühren für die Steuerrechtsstreitigkeiten in keiner Weise der Verarmung unseres Volkes angepaßt sind und dadurch einerseits ausgesprochen unsozial wirken, andererseits aber wieder als ein Mittel zu ungerechtfertigter Bereicherung der Behörden erscheinen, wenigstens im Mahnverfahren. Wie ist es z. D. mit dem Begriff der Gebühren als Entgelt für eine im Interesse des Zahlungspflichtigen bewirkte Leistung einer öffentlichen Behörde zu vereinbaren, daß die Mahngebühr bei einem Betrage von 10 Mk. 0,40 Mk., bei einem von 100 Mk. 4 Mk. und bei einem von 1000 Mk. 40 Mk. ausmacht, obwohl in allen drei Fällen die Leistung der Behörde die gleiche ist? Hier bestehen ohne Zweifel keine angemessenen Beziehungen zwischen Leistung und Gegenleistung. Zur Bestrafung des Steuerpflichtigen für verzögerte Zahlungen sind nicht die Mahngebühren das richtige Mittel, sondern die Verzugszuschläge, die für diesen Zweck aber auch reichlich hoch sind. Turnen, Sport und Spiel. Aus dem Jahresbericht des Deutschen Fuhball-Bundes. Der Deutsche Fuhball-Dund hielt am Samstag und gestern in Berlin seine diesjährige Tagung. Der Vorstand legte der Versammlung einen eingehenden Jahresbericht 1923/24 vor, der ein abgerundetes Bild von ber Entwicklung, den Vorgängen innerhalb dieser Millionenkörperschaft sowie den Fragen gibt, Tubballsport Zur Zeit be- , Mit dem Ende des Jahres 1924 schließt das erste Vierteljahrhundert der Bunde s t a t i g f e i t. Erne gewaltige, nimmermüde aber segensreiche Arbeit liegt in diesen 25 vergangenen Jahren. Ist auch nicht alles erreicht worden, was man sich als Ziel gesetzt hatte, so wurden doch Jahr für Jahr neue Steine geschichtet zum machtvollen Bau des D.F.D. Das schwerste Jahre war das vergangene, das Inflationsjahr. Erst die Stabilisierung der Mark hat den Weg zum Schaffen toieber frei gemacht. Die Mitgliederzahl bewegt sich jetzt wieder in aufsteigender Linie und beträgt rund eine Million. Am 31. Dezember 1924 findet eine neue Zählung statt. Die Unfallstatistik ergibt den gleichen Prozentsatz wie im Vorjahr: auf 1000 an den Wettspielen beteiligten Spieler entfallen 0,1 llrt= fälle. Auch dieser an sich geringe Prozentsatz soll noch weiter zu verringern versucht werden. Die Ans allfürsorge ist innerhalb des Bundesgebietes leider nicht einheitlich geregelt. Einzelne Verbände sind zur Selbstversicherung übergegangen und haben damit gute Erfahrungen gemacht, andere schlossen (Berträge mit Gesellschaften ab. Der Rechtsschutz wurde durch Rechtsauskunftsstellen der einzelnen Landesverbände besorgt, so daß sich die Einrichtung einer bw sonderen Bundes-Rechtsauskunftsstelle erübrigte. Die Bez iehungen zu den Behörden undden anoeren Leibesübungen treibenden Verbänden sind normal, zur D S. D. und zum D. S. V. sogar außerordentlich freundschaftlich. In der Berichterstattung über bas Verhältnis zur Deutschen Turnerschast berühren d.e Mitteilungen des Jahresberichtes rurch ih e sachliche Weise wohlluend. Es wird festgestellt, daß sich durch den Kampf mit der D. T. die Lage für den D. F. D. wenig beränberi habe. Der Verkehr mit den Führern der D. T. wickele sich ttoh des sachlichen Streites persönlich durchaus korrekt ab. Von den Auslandverbänden sei d.e Belgische Union der einzige, mit dem die Beziehungen auch im verflossenen Jahr noch nicht aufgenommen wurden. Von den Ausgaben des D. F. B. werden der Förderung der Spielplatzfrage durch gesetzliche Lösung, der Verbilligung der Sportgeräte und Len <5 teuerf rag en besondere Abschnitte gewidmet. Die Derufsspielerfrage ist in den- letzten Jahren immer drängender geworden: sie ist international und ihre glückliche Lösung auster- ordentlich schwierig. Der Jahresbericht Les Bundesvorstandes widmet ihr deshalb auch eingehe..de Darlegungen. Der Vorstand erflärt unzweb eu ig, Last der D. F. D. Las Berufschiele tum aus e.hi- schen Gründen bekämpfe, denn er sehe in unseren Fußballveranstaltungen etwas anderes als bloße Schaustellungen, die der Unterhaltung dienen Es wäre ein Frevel an unserer deutschen Jugend, wenn wir das Derufsspielertum in Deutschland auch nur im geringsten begünstigen wollten, liniere groß angelegte Jugendbewegung würde damit an ihrem Lebensnerv getroffen. Derussspieler- tum und Jugendpflege rerir. gen sich nicht. Darum sei die Jugendpflege ein Dollwert gegen das Berufsspieler tum, das zweite sei de Steuerfreiheit der Amateurveranstaittungrn, das dritte wären billige Sportplätze. Der D. F. B. wen,de sich auch gegen jeden Schein-Anraten rismus unb unterdrücke ihn. wo er gefaßt werden fenre Der Bericht gibt dann dem Leser ausführliches Material über die Entwicklung des Berufssports in Oesterreich an die Hand. Der Bericht des Spielausschuss es, der die Ereignisse vom Oktober 1923 bis Oktober 1924 umfaßt, enthält u a. den interessanten Hinweis. Laß die Mehrzahl der irtteiua'ionalen Frühjahrsspiele von fina'steilem Mißerfolg b: gleitet gewesen sei. In übertriebener Unternehmungslust hätten sich die Vereine auf solche Sp e le förmlich gestürzt und zu unsinnig hohen Entschä- higungsgeldern verleiten lassen, trotzdem ihren Pies von der Bundeslcüung nicht gestattet war. Der D. F. B. werde Wohl zu strengen Maßnahmen schreiten müssen, wenn seine Weisungen und wohlTneinenden Ratschläge, an denen er es nicht habe fehlen lassen, bei den Spielabschlüssen künfttg in den Wind geschlagen werden Reichsheer-Marathonlauf in Langensalza. Bei dem diesjährigen Marathonlauf, an dem Mannschaften des gesamten Reichsheeres teil- mrhmen, konnte der Gefr. Gerstenhauer vom Stabe des 15. I n f. - R g t s. den 5. Preis bei einer Bewerberzahl von 135 Läufern erringen. Ebenso wurde Gefr. Krieg der 4. Maschinen- gewehr-Kompagnie 15. Inf.-Rogts. 2 6. am Ziel. Gerstenhauer: Zeit: 3 Std. 5 Min. Krieg, der an einer leichten Fustverlehung litt, durchlief die 42 Km. trotzdem in der guten Zeit ton) 3 Stunden 20 Min. Hervorgehoben werden muh noch, daß zur Zeit des Laufens feuchtkalte Witterung und starker Rebel herrschte. Führertag des Iung-D. H. C. (Eigener Bericht des „Gieß. Anz.".) Der Jung-Vogelsberger Höhen- C l u b hatte am Samstag unb Sonntag [eine Führer zu einem Vertreter tag nach Frankfurt geschickt, wo sie in den gastlichen Räumen der Loge „Einigkeit" unter der Leitung des Obmannes, des V.H. C.-Bruders Georg Dender - Frankfurt, in langstündigen Beratungen wichtige und für den Gesamcklub bedeutungsvolle Beschlüsse faßten. Rach dem Geschäftsbericht umfaßt der V. H. C. nunmehr 69 Zweigoereine mit 20 Iugendgruppen. In allen Vereinen, vor allem aber in den Iunggruppen, blüht nunmehr, nachdem die ganzen Verhältnisse wieder stabileres Gepräge angenommen haben, reges Leben und frischer Schaffensmut. Um den Heimalgedanken, den der Club in allererster Linie pflegt, noch mehr zu vertiefen, beschloß die Tagung, die bereits eing. leitete Dezirkseinteilung noch mehr auszubauen und bis Berlin, wo schon ein D. H. C. „Heimattreue" besteht, Lurchzusüh en. Zwanzig solcher Dezirksstellen arbeiten schon mit Rücken zukehrte, hießen ihn auch noch weiter auszuharren. Einmal mußte der Doktor ja doch fertig werden. Dieser nahm umständlich ein Handtuch nach dem andern und wickelte seinem Patienten einen Turban um den Kopf, um den ihn ein Großvezier hätte beneiden können. Run galt es, das umfangreiche Ding festzumachen, aber niemand batte Sicherheitsnadeln. Da wußte Grün Rat. Er brachte eine alte Waschleine und nun begann von den beiden ein Wickeln, welches kein Ende nehmen wollte. Dagegen nahm die erzwungene Ruhe der Lügentischler ein Ende. Erst platzte einer heraus, dann die ganze Gesellschaft. Sie lachte, krähte und heulte. Es fehlte nur noch, daß sie einen Indianertanz aufführte. Einen Augenblick war der Student verdutzt. Dann riß er den Turban vom Kopf und schleuderte ihn auf den Boden. „Da bin ich ja aus dem Regen in die Traufe geraten I" rief er, wußte aber offensichtlich nicht, sollte er schimpfen ober mitlachen. Erwählte klugerweise das letztere und als der lange Müller auf ihn zuging, ihm die Hand bot und ihn am „Lügentisch" willkommen hieß, schlug er ein und nahm unterm „Kasper" (Bild), das ist der Ehrenfih, Platz. Der junge Mann war ein famoser Kerl. Er brachte Leben in die Bude, trotzdem er so naß war wie ein begossener Pudel. Das Anerbieten, andere Kleider, die man ihm zur Ver-fügung stellte, anzuziehen, schlug er anfänglich ab, gab aber schließlich nach Er zog sich in das Rebenzimmer, den „Man- darinentasten", zurück und kam nach 10 Minuten in einem verwachsenen Anzug des Wirtes Grün wieder zum Vorschein. Es war ein grüngelbes Habit, viel zu eng unb zu kurz. Bei jeder Bewegung drohten die Rähte aufzuplahen Mit einem'03011: es saß wie angegossen und bot einen wunderbaren Anblick, um so mehr, als das Hemd ganz fehlte. Die ganze ehrenwerte Gesellschaft lachte krampfhaft und es regnete Randglossen und faule Bemerkungen. Am meisten aber freute sich der hilfsbereite und menschenfreundliche ®rün hinter seinem Büfett, in dem er herumtorkelte, wie wenn ihn die Tarantel gestochen hätte. Allmählich beruhigte man sich, trank einen Schoppen nach dem anderen, bis man die „dif- feraltus lecti" hatte und trug bann seinen Leichnam zwischen 2 und 3 Uhr heim. Als am anderen Morgen der Herr Student mit schwerem ^opfe aufwachte und in seinem Erinnerungsvermögen nachlramte, brachte ihm der ihn wie eine Zwangsjacke umspannende grüngelbe Anzug, in welchem er gestiefelt und gespornt im Bette lag, das Erlebte zum traumhaften Bewußtsein. Das Blut stockte ihm einen Augenblick, als ihm sein ausgezogener nasser Anzug einfiel. Der aber hing fein säuberlich auf einem Stück der in seiner Bude ausgespannten Turban- leine zum Trocknen und verbreitete einen lieblichen Loheduft. Da legte sich der Herr Studiosus mit zufriedenem Lächeln auf die andere Seite, kehrte der Vergangenheit den Rücken zu und schlummerte der vollständigen Klärung seines verworrenen Q3er= standskastens entgegen. Giehener Stadttheater. 03or leider nur mäßig besuchtem Hause ging am Sonntagabend Meyer- Försters „Alt- Heidelberg" in teilweise neuer Besetzung in ügene. Die Kat hi, dies goldige Wiener Maderl, dem man immer wieder gut sein muß, trotz aller Trivialiwten und falschen Sentiments des gu en Vieler-Hörster, spielte Ria Andre wo in mtb hingebungsvoll Herrn Baums Erbprinz lieh vor allem die tragischen Untertöne des einsamen, nxutflcnoem Erfolge unb sammeln die in Der 'Ferne wohnenden Landsleute. Von weittragender Bedeutung sind folgende vom Fuhrertag gefaßten Beschlüsse: Der lang» gehegte Plan, im Vogelsberg ein eigenes Wanderheim zu b.sitzen, wirb nunm:hr verwirklicht. Auf malerisch gelegener Höhe bei Her - ch e n h a i n soll ein schlichtes und doch ansprechendes Heim errichtet to^rben, dessen Einweh ung bereits im August nächsten Jahres erfolgen soll. Das Wander heim, dessen Kosten auf etwa 11 000 Marl veranschlagt sind, wird em einstöckiger Dau. Das Erdgeschoß, zu dem eine breite Terrasse hinführt, birgt einen großen Auf- enthaltsraum mit einer „Schnatterecke" und einer ..Zupsgeigcnccke", eine Kochgelegenheit und sodann getrennte Schlafräume für Buben und Madel, om Obergeschoß ist ein Raum für Massenquartiere vorgesehen, außerdem eine Wohnung für den Heimvater. Das Massenquartier hat Raum für 60 bis 70 Gäste. Die Bauausführung liegt in den Händen der F rma Hoffmann- Herchen- hain. Die hessische Regierung steuerte zu Len Baukosten 2000 Mark bei. Die Übrige Dausumme soll durch die Ausgabe von „Bausteinen", eine Lotterie, durch entsprechende Veranstaltungen in allen Vogelsbcr gorten und durch Spenden von der Provinz, den Kreisen den Gemeinden und auch der Industrie und aller sonstigen Freunde der deutschen Jugend aufgebracht werden. Sodann beschloß der Führertag die Errichtung eines Ehren males für die gefallenen V. H. C. - D r ü b e r. Das Denkmal wirb voraussichtlich gemeinsam mit der Gemeinde Her- chenhain errichtet und erhält seinen Platz gleichfalls auf der H e r ch e n h a i n e r Höhe an weithin sichtbarer Stelle. Die Arbeiten sollen, wenn irgend möglich, derart beschleunigt werden, daß Hausweihe und Denkmalsweihe miteinander verbunden werden können. Die Berichte der Führer aus den einzelnen Ortsgruppen liehen ausnahmslos rege, für die Heimatsache begeisterte Arbeit erkennen. Für das Jahr 1925 sind u. a. folgende Veranstaltungen vorgesehen: im Januar: Wanderung auf den Hoherodskopf, März: Frühlingswanderung, Juni: Sonnwendfeier, Juli: Hoherodskopffest, August: Der Iugendtag in Lauterbach. Am Schluß des ersten Deratungstages fanden sich die Gäste mit einer großen Zahl i der Frankfurter D. H. C.-Brüder unb -Schwestern zu einem geselligen Beisammensein in ben Räumen der „Einigkeit" zusammen. Hier wurde neben manchem ernsten Wort aber vor allem heiterem Scherz und Spiel Raum gewährt. Gar mancher junge Bruder entpuppte sich als wackerer Dichter und Sänger in heimischer Mundart und erntete mit seinen Darbietungen wohlverdienten Dank unb Beifall. R. H. Kleine Strafkammer. Gießen, 31. Okt. Angeklagt waren 6 Metzgermeister aus Büdingen, weil sie im Dezember v. Is. Fleisch, das sie zu 36—40 Pf. pro Pfund eingekauft, für 1 Mk. pro Pfund verkauft haben sollten. Das Schöffengericht hatte sie f. Z. freigesprochen, da nach der Beweisaufnahme nicht festgestellt werden könne, daß sie das Fleisch über 80 Pf. verkauft hatten, dieser Preis aber nicht als übermäßig bezeichnet werden könne. Die durch Berufung der Staatsanwaltschaft veranlaßte Strafkammerverhandlung, in der eine Reihe von Sachverständigen vernommen wurde, führte zu dem Ergebnis, daß e i n Metzgermeister wegen Vergehens gegen das Preistreibereigeseh verurteilt, die übrigen definitiv freigesprochen wurden. Die Ferdinand K r i s p e n s Ehefrau von Lindheim hatte entrahmte Milch einer Kanne mit Vollmilch zugesetzt und war daher wegen vorsätzlicher Milchfälschung zu 200 Mk. Geldstrafe verurteilt worden: außerdem war die Veröffentlichung des Urteils angeordnet worden. Auf ihre Berufung hin wurde sie lediglich der fahrlässigen Milchfälschung für überführt erachtet unb zu 15 0 Goldmark verurteilt: die Veröffentlichung fällt weg. Aus Anlaß des Ausbruchs der Maul- unb Klauenseuche hatte das Kreisamt Büdingen seuchenpolizeiliche Vorschriften erlassen und unter anderem angeordnet, daß alles von auswärts eingeführte Vieh in besonderen Räumen einzustellen sei. Der Viehhändler Jakob Rosenthal von Büdingen stellte aber, angeblich weil er keine andere Möglichkeit fand, eine aus preußischem Gebiet eingeführte Kuh in seinen Viehstall, in dem sich noch anderes Vieh befand, und meldete auch letzteres zur Quarantäne an. Gegen einen deshalb ergangenen Strafbefehl über 30 Mk. wendete er ein, daß er berechtigt sei, eingeführtes Vieh zu seinem eigenen zu stellen, wenn er letzteres ebenfalls zur Quarantäne anmelde. Das Schöfsenge- richb schloß sich dieser Auffassung an unb sprach ihn frei. Auf ^Berufung ber Staatsanwaltschaft wurde bas Urteil des Schöffengerichts ausgehoben um seine Jugend betrogenen Fürstensohnes anklingen. Felix R o rf o l k war ein prachtvoll sympathischer Asterberg, Max Hofs man n dagegen leiber keine Verbesserung gegen Herrn Dechstem, besten Wirt vom Reckarstrand stets eine famose Leistung war. —e. * Moissi in Frankfurt. . Tas „ReueTheater“, das unter Helmers Leitung vor nun schon dreizehn Jahren Tolstois Rachlaßdrama „Der lebende Leichnam" der deutschen Bühne schenkte, hatte in diesen Tagen den Mann zu Gaste, ber, wie gewiß fein zweiter, den Fed ja, den „lebenden Leichnam", zu spielen weiß: Alexander Moissi. Er lebt btefen „lebenden Leichnam", ohne Pose, ohne theatralische Mittel, einfach und schlicht, ganz Mensch, dieser Willensschwäche, pastive Fedja, der mit einem „ich kann nicht" sich treiben läßt, der hinabsinkt in ben Schmutz, immer tiefer, aber doch ber gütige, verstehende Fedja bleibt, der uns er= FrSr 0^ ins innerste Mark als ein Stück unseres felbft, unb ber uns beschämt in braunem Dettler- getoanb, Vers osten unb verkommen, durch den Q3er= oid)t auf die Rückkehr ins Leben. Die Tragik einer ganzen Generation seines Volkes legte Tolstoi in seinen Fedja. Cs sind die, die nicht mik- machen können ben Tanz um bas goldene Kalb, um die Staatskrippe, die nicht au^ufangen und SU plündern verstehen, die aber nicht Held genug und, den Kamps gegen die Korruption aufzunehmen, die Vergessen suchen, sich wegwischen. Moifsis Fedja ist ganz Musik. Wie Fedja die Wei- seu der Zigeuner locken unb fest halten, so umschmer- ä-elt und barmt Moifsis Stimme, diese unendlich im Ohr haften bleibt, ganz Passivität und Verzicht. —e. uno '^i. zu 3 0 M k. © e I b ft r a f e verurteilt. Dis Strafkammer vertrat den Standpunkt, daß R. dem klaren Wortlaut der kreisamtlichen Verordnung zuwidergehandelt habe, und ein Notstand bei ihm nicht vorliege. Der Händler Johann Schneider aus Schlitz ist wegen Diebstahls eines Fahrrads zu d r e i Wochen Gefängnis verurteilt worden. Die heutige Berufungsverhandlung, in der er wiederholt seine Unschuld beteuerte, mußte zwecks Beiladung weiterer Zeugen vertagt werden. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Dienstag, 4. Rov.: Madame Butterfly. Mittwoch, 5.: Ariadne auf Naxos. Donnerstag. 6.: Aida. Freitag, 7.: Mignon. Samstag, 8.: Sakahoa. Sonntag, 9.: Tristan unb Slolbe. — Sch au sp iel hau s. Dienstag, den 4. Rov.: Sechs Personen suchen einen Autor. Mittwoch, 5.: Medea bes Euripides. Donirers- tag, 6.: Die Cenci. Freitag, 7.: Die Hermannsschlacht. Samstag, 8.: Das Ekel. (Donntag, 9 Sechs Personen suchen einen Autor. Wirtschaft. Die Umschichtung der Weltwirtschaft und diedentschen Ausfuhrmöglichkeiten (Von unserem Mitarbeiter im rheinisch-westfälischen Industriegebiet.) Die Aussichten für die deutsche Ausfuhr sind sehr schlecht, nicht nur wegen des allgmwinen Kapitalmangels, wegen ber Echutzzollschranken und wegen ber mangelhaften Aufnahmefähigteit Les Weltmarktes, sondern auch vor al km wegen Lev seit Kriegsbeginn zu verzeichnender völligen Umschichtung der Weltmarttverhältni se Der Grund dafür liegt darin, daß schon seit Jähren in allen Ländern bje Tendenz dahin geht, die im eigenen Land gewonnenen Rohstoffe auch im Lamde selbst zu verarbeiten unb die Fertigerzeugnisfe anderer Länder möglichst fernzu halten. Darüber hinaus läßt sich seit einiger Zeit auch dir Reigu.rg feststellen, die Ausfuhr nach Kräften zu steigern, unb als Ziel vor allem Mittel- unb Osteuropa zu wählen. Anstatt daß wir mit unseren Fertigerzeugnissen auf Len Weltmarkt kommen können, wirb man uns im eigenen Land mit Ausland- fabrifalen Konkurrenz b. reiten. Daraus ergibt sich ganz von selbst, daß das Auslano für uni ere Fertigfabrikate — von eini .en wenigen Ausua> men abgesehen — gar feinen Bedarf hat: wo dieser Bedarf besteht, ist seine Defriedigu ig durch Deutschland 'sehr schwierig, weil uns für sehr wichtige Fertigerzeugnisse die Rohstoff rundlaoe weitgehend be|dinitten worden ist. 2lus diesem Grunde ist Deutschland auch in sehr stör em Maß- auf die Einfuhr ausländischer Rohstoffe angewiesen. Daraus folgt zwangsläufig, Laß D.ustch« land auf ausländische Roch t off? für ben priva en Verkehr (z. B. Getteide und Viehi, sowie für den gewerblichen Verbrauch (y B. Metalle. Baumwolle) angewiesen ist. Während die deutsche Ausfuhr verhältnismäßig gering bleiben mutz, wird älsv die von Deutschland benötigte Einfuhr ausländischer Waren immer ve hältnismähig hoch sein. Von Sachlieferungen ist für die erste Zeit errte Belebung des deutschen Marktes nicht zu erwarten. Für Las erste Lie'erungsjahr sind z. D. Eachlieferungen nur in Höhe von 1 Milliarde Mark vorgesehen: davon entfallen aber allein rund 500 Millionen Mark auf Brennstoff liefe rungen; außerdem gehen von diesem Betrage noch> ab die Rückvergütung für die 26prvzentige Reparationsabgabe, die älnkosten für die Besatzung, für die verschiedenen Reparationskommik fronen usw. Für eigentliche Sachlststru-gm w,rd deshalb kaum etwas übrig bleiben. Mich von einer günstigen Gestaltung der Handelsverträge ist nicht viel zu hoffen. Die günrttgften Verträge können uns nichts helfen, wenn keine Rachfrage vorhanden ist: in diesem Falle wird auch die Gewährung der Meistbegünst gung an uns ohne Wirkung bleiben, während andererseits die von uns zu gewährende Meistbegünstigung einfuhr- steigernd, für die Handelsbilanz also ungünstig wirkt. Schließlich kommt nod) in Betracht die Aufteilung der Weltabsatzg:biete durch Kartelle, die zwischen den entsprechenden Gewerben ber einzelnen Länder abgeschlossen werden können. Diese haben den Zweck, die ungleiche Verteilu ig der Produktions- und Verarbeitungsstätten der Welt künstlich zu fomgteren. Wie alle künstlichen Verbesserungen, so können auch in diesem Falle durch Kartelle wohl die schlimmsten Schwierigkeiten beseitigt werden, — an der nun einmal für uns vorhandenen günstigen Grundtendenz ist jedoch nicht viel zu ändern. Alles in allem werden die vielfach stark hochgeschraubten Hoffnungen auf günstige Absatzmöglichkeiten für deutsche Fertigfabristtte sich weitgehende Einschränkungen gefallen lassen müssen. Der neue Leiter der Physikalisch- techuifcheu Reichsanstalt. Berlin. 1. Rov. (WB) In der Physikalisch- technischen Reichsanstalt hat die Einführung des neuen Präsidenten, des bisherigen Tübinger Physikers Prof. Paschen, durch ben Vertreter ber Reichsregierung, Staatssekretär Schulz, statt- gesunden. Der Staatssekretär dankte dem anwesenden ehemaligen Präsidenten, Geheimrat Warburg, für die langjährige aufopfernde Tätigkett, die er nur infolge seines hohen Altors aust geben nrußte. Der Redner bedauerte es, daß benn Rachfolger- Warburgs, Geheimrat R ernst, nur kurze Zeit möglich war, die Anstalt zu leiten. Trotz ihrer Kürze war die Amtsführung Rernsts jedoch von größter Bedeutung, da es ihm gelungen ist, die Anstalt, die unter ber Ro- ber Inflation besonders zu leiben hatte, ungefährdet durch die schwere Zeit zu bringen. R e r n st wies aus die gegcntoärHge Lage der Physik bin, die gerade ber Anstalt, welche die experimentelle Forschung pflegen soll, besondere Aufgaben zuweist. Der ungeheure Aufschwung der Physik in ben letzten Jahren wäre vorwiegend ihrem theoretischen Ausbau zu danken. Trotz aller Erfolge berge die Theorie nicht bei ben großen Geistern, die sie schufen, wohl aber bet ihren Mitarbeitern, die Gefahr in sich, ihr zu begegnen. Die Physik immer an den festen Grund der experimentellen Forschung zu verankern fei die Aufgabe der Anstalt, deren Leitung Paschen setzt übernehme. Der Oberreichsanwalt medizinischer Ehrendoktor. Die Medizinische Fakultät der älniöcrfi!ät Leipzig hat einer Blatterm.ldmig zufolg> dem Obcrreichsanwalt Dr. Ebormaye, m Anerkennung seiner Arbeiten in der ärztlichen rechtlichen Maiene den Doktort i tel ehrenhalber verliehen. (Nachdruck ttcrboten.) 36. Fortsetzung. 4877D Dr. Thompsons Seifenpulver (Marke Sctiwao) das Paket 30 Pf. Sie getraute sich nicht, den Kopf nochmals zu wenden, aber an der nächsten Ecke ging sie in die Querstrasse. Dort blieb sie steh?n und spähte vorsichtig um die Ecke. Die zwei Männer -waren zum Wagen gegangen und heben den grossen .Korb herab. Dann verschwanden sie damit ins Haus. Wenig spater erschien der Alte wieder mit dem Korb in der Hand. Grace sah daran wie er ihn trug, dass er leer war. Er hob ihn in den Wagen, stieg auf unb fuhr davon. Grace sah auf die Uhr. Es war halb sieben. Sie fror und war hungrig, weshalb sie etwas zu sich nehmen wollte Ein kleiner Bäckerladen mit Erfrischungsraum über der (Strafte schien ihr das Rich ige: sie ging hinüber, trat ein und bestellte Brötchen und Kaffee. Don ihrem Platz aus konnte sie die Fenster des Haules sehen, in das dir zwei Männer den Korb getragen hatten. Sie war unschlüssig, was sie jetzt tun sollte. Es schien ziemlich sicher, dass Stapletons Kind in dem Hau e jcn'eits der Strasse war, und dcch war es nur eine De.nmtung eine Einbildung, die völlig falsch fein {'.int?. Trotzdem wollte sie richt Weggehen, da si: ii nicht wusste, in welchem Augenblick das Kind, wenn es tatsächlich her war, irgendwo anders hingofuhrt werden könne, und so die Fährte hoffnungslos verloren ginge. Sie verzehrte ih e Brötchen und trank einen Seltsame Mittwochen Vornan von Arnold Fredericks. ompsons — „Das Dramatische Theater" Unter diesem Titel erscheint feit zwei Monaten im Schauspiel-Berlag. Leipzig, Salomoustra^ 16. eine illustrierte Monatsschrftl, die von F. A- Angermayer und Paul Zech herausgegeben wird Zu den Mitarl'ciicrn zählen die alleibesten Damen. 1249 Ausgaben. Grillparzers Werke erschienen in 7 Ausgaben, die Hebbels in 10 Ausgaben. Zahlreiche Neuausgaben erlebten u. a. Wi libald Alexis' Romairc, das „Kajiitenbuch" von Seals- sield, Kügelgens „Iugeirderinnerungen", Mein- holds „Dernsteinhcxe". Eine Hochflut von Reu- ausgaben erlebten die freigewvrdenen Auiorcn. Richard Wagners sämtliche Werke erschienen int4 Ausgaben, die äusgewählten in 12, Scheffels „Ekkehard" in 33 Ausgaben, der „Trompeter'' in 14, F. Th. Fischers „Auch einer" in 10 Ausgaben, die „Letzte Reckenburgerin" der Franyois in 8 Ausgaben. Wahre Rekordzahlen erlebten Storm und Keller. Don Storms Werken erschienen 13 Ausgaben und 21 Auswahlen, von „Immensee" 29. von „Schimmelreiter'' 26 von „Pole Pvppenspäler" 22 Ausgaben. KÄers Werke wurden 19mal neu aufgelegt, der „Grüne Heinrich"" allein 13mal, die ,.2-eute von Soldwyl" 11 mal und daraus „Romeo und Suite auf dem Dorfe" 23mal. Das „RibelungenlieV erlebte 11 Reuausgaben, Grimm, ls hallens „Sim- plizissimus" 12. Don ausländischen Dichtern ist Balzac am meisten neugedruckt worden. Äusser drei vollständigen Ausgaben erschien«: 25 Romane einzeln, viele darunter mehrmals Rei^n ihm steht D o st o j e w s k i, besten „Raskvlnikofs" 6rnal die „Kararnasvff" 4 mal neugedruckt wurden. Gogols „Tote Seelen" tarnen in 6 Ausgaben heraus, Tolstois Werke ebenso oft. Unter den nordischen Dichtern smd Andersen nut mit 8 und die ■ata inreichcrAuswahl. Bmmeritfiec ° Saren-ßrpcöition ^indenplatz L ♦ Lleverzebchnung oer oeutschen Anle ihe in Italien. Rach ersten Schätzungen wuiche die iv.il ionische Tranche der deutschen Anleihe von 100 Mill. Lire um 50 Mill, überzeichnet, nyobei besonders die Städte Mailand' unö Ronl hervortraten. Ein definitives Ergeb- j’rifi ^ROn. uu. Autor, ^nnerj. •roitag, g 12 Ausgaben, Iakobsen Lager lös (Gösta Berling 4 Ausgaben) die no bttih,; und Wahrheit" 9 mal. Bon den Einzelausgaben Schillers steht „Tell" mit 11 an lxr Spitze, dann folgen die Gedichte mit 9. Don sonstigen Werken der Literatur t-eö 18. Jahrhunderts erschien Bürgers „Münchhausen" in 6 Ausgaben, Kortüms „Irbsiade" in 5 Ausgaben, wobei allerdings sein 100. Todestag mitfp richt Iung-Stil- lings „Lebensg-schichte" erschien 4 mal, obrnso oft Heines „Ardingello" und Thümmels „Wilhelmine". Don Lessing sind vier Neuausgaben der „Minna" zu nennen, während die vier Ausgaben seiner „Fabeln" sich sämtlich an Bibliophile wenden. IeanPaul. der lange Verkannte und nicht mehr Gelesene, bat jetzt die grosse Seilet t beit wieder erlangt, die er zu seinen Lebzeiten besah. In den letzten drei Jahren sind allein vier Ausgaben seiner ausgewählten Werke erschienen, das „Leben des vergnügten Schulmeisterlerns Wuw" dürste mit 7 Reuausgaben zu den ver- br i esten Büchcrn zählen Unter d n Romantik rn erschienen Eichendorffs Gedichte 20mal, der „Taugenichts" 19mal, Heines „Buch der Lied- der" IZmal, die „Harzreise" 8mal, Mörickes „Mozart auf der Reise nach Prag" 16- mal, ebenso >ft seine Gedichte. das „Hutzelmännlein" 12 mal, Hau s s s „Lichtenstein" 17 mal, die „Iudenbuche" der Droste und Charn i s s o s „Peter Schlemihl 16 mal, Immer- manns „Oberhof" 13 mal. Don E Th Hoffmann sind 25 Romane und Rovellen, fast alle in zahlreichen Ausgaben, erschienen. Unter die beliebtesten Dichter ist jetzt auch Stifter gerückt: aus den „Studien" wurde der „Hochwald" 11 mal, das „Hcidedorf" 6 mal verlegt: die „Bunten Steine" fanden 5, der „Rächtvmmer" 3 neue Verleger. Kleists sämtliche Werke erschienen 9 mal. der „Kohlhaas" allein 8 mal, die „Marquise von O." 7 maL Auch der neue Ruhm Hölderlins tritt aus den 12 Ausgaben feiner Gedichte deutlich hervor: der „Hyperivn" wurde seit 1916 7 mal neugedruckt. Seine sämtlichen Werke, die noch zu Ende des vorigen Jahrhunderts keinen neuen Verleger fanden, tarnen in 9 Ausgaben heraus. Des „Knaben Wunderhorn" ist 8 mal neuerschienen. ebenso oft Brentanos Märchen „Gockel, Hinkel und Gackeleia". Schlegels „Lu- cinde" wurden 7 Reuausgaben gewidmet, den anonymen „Rachtwachen des Donnaventura" vier Archäologen Pros. Sayce untere Vorstellungen über das Aller und den Ursprung der indischen Kultur revolutionieren werden. ES sind dabei Zusammenhänge zwilchen Indien und Babylonien aufgedeckt worden, von denen man bisher nichts wusste. Der Generaldirektor für archäologische Forschung in Indien Sir John Marschall lenkt die Aufmerksamkeit auf diese Entdeckungen und ihre Bedeutung für die indische Dorzeit m einem Artikel der „Illustrated London Rews", dem Photographien der Ausgrabungen und der gefundenen Gegenstände beigegeben find. Es handelt sich um zwei Ausgrabungsstätten, die vierhundert englifche Meilen voneinander entfernt liegen, eine in Harappa im Süden deS Pundschab, die andere in Mohenjo-Daro in Sind. An der letzteren Stelle fand Banorji tief unter buddhistisch Baulichkeiten des 2. Jahrhunderts v. Ehr. zwei andere Schichten von Ziegelgebäuden aus sehr viel früheren Zeiten: in Harappa legte Daya Rain Sahni Heben oder acht aufeinanderfolgende Schichten bloss, die die fortdauernde Besiedlung des Ortes durch viele Jahrhunderte vor dem dritten Jahrhundert v. Ehr. bewies. Bisher war unsere Kenntnis der indischen Altertümer kaum über das Jahr 300 v. Ehr. zurückgcführt worden. Dte kleineren Funde an beiden Stellen, die im allgemeinen in ihrem Charakter durchaus überein- fiimmtcn, umfassten Töpferwaren, Spangen, Münzen oder Münzmarken, Steinringe, Würfel und Schachfiguren, und als wichtigstes gravierte Siegel. Die letzteren find mit einer unbekannten Bilderschrift bedeckt, die keinerlei Ähnlichkeit mit irgendeinem bisher bekannten indischen Alphabet haben, die aber eine deutliche Verwandtschaft mit Bilderschriften des nycenrschen 3ci alterä im Mittelmeergebiet zeigen. Prof. Sayce, der sich über diese Entdeckungen äussert. schreibt dazu, dass die mit Schriftzeichen bedeckten Siegel identisch feien mit den proto-elamitischen Buchhaltungstafeln, die De Morgan in Susa entdeckt hat. Es sei danach augenscheinlich, dass in so ferner Vergangenheit wie dem 3. Jahrtausend v. Ehr. ein 'Austausch zwischen Susa und dem Rordwesten Indiens stattgefunden hat. Andere Forscher, die ebenfalls zu den Funden Stellung nehmen, kommen zu dem Schluss, dass das Voll, das die indischen Siegel herstellte, in sehr naher Berühruna zu der sumerischen .Kultur gestanden Haven muh und seinen künstlerischen Stil und die Grundlage seiner Schrift von den Sumeriern in der Zeit um '3000 bis 2800 v. Ehr. übernommen hat. Weiten Büchcrtisch. — Der Heger (Breslau I, Heger-Derlag Wrlh. Gottl. Korn, Einzelheft 0,60 Mk.) bringt in Heft 23 einen überaus interessanten, reich bebilderten Aufsatz „Wie dem Vogel der Schnabel gewachsen", der die oft unglaublichsten, aber immer wieder zweckentsprechenden Schnabelbildungen veranschaulicht und fesselnd beschreibt Das Heft ist wieder gut illustriert und reiht sich seinen Vorgängern würdig an. 1273 -- Guropäi sche Gespräche. Hamburger Monatshefte für auswärtige Politik, l-eraus- gegeben von A. Mendelssohn - Bartholdy. (Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart, Berlin.) Die Erörterung der Kriegsschuldftage wird heutzutage vielfach so geführt, als ob es vor dem Weltftreg gar keine anderen Kriege seit den Zeiten des Mittelalters mehr gegeben habe. Run hat aber das letzte Jahrhundert von 1815 bis 1914 nicht weniger als 42 Kriege erlebt, und da ist es em sehr glücklicher und für die aktuelle Schuldfrage fruchtbarer Gedanke der „Europäischen Gespräche", die wichtigsten dieser modernen Kriege mit ihren IMacfcen und Anlässen, Zielen and Folgen" von einer Reihe von Historikern untersuchen zu lassen, die insofern wenigstens neutral sein sollen, als ihr eigenes Land an den betvefsenden Kriegen nicht beteiligt war. — Gin anderes, ebenso umnebeltes Gebiet wird scharf durchhellt in dem Aussatz Die Dölkerbundaktion für Oesterreich von Dr. Gustav Stolper. Als dokumentarischen Beitrag zu der Frage eines internationalen (Garantie- Paktes bringt das Heft, neben den (Regierungä-* antworten auf Sen Garantievertragsentwurs des „Tann muss ich warten. Ich bin Modell. Er hat mich aus acht Mr bestellt: ich will warten, bis er zurück ist." TaS Mädchen zuckte die Achseln und deutete die Treppe hinau,. .. . „Oben vorne." murmelte sie und verschwand. Grace verlor feine Zeit und stieg die Treppe hinauf. Zu ihrer Lleberraschung war die Tür zum Atelier, an der eine Karte mit Durands Rame befestigt war, unversch losen S.e ging unerschrocken hinein und sah sich um. Der Raum war ärmlich ausgestattet und enthielt seitwärts einige Gestelle, ver chiedene grosse Gipsfiguren und Kasten, zwei Stühle und ein Liegesofa, das offenbar als Bett diente. Hnuer dem Zimmer war ein Wandschrank. Sie ging hin und stiess ihn auf. Es waren nur einige Kleidungsstücke darin. . Sie war völlig enttäuscht. Es war hier fern Platz denkbar, wo das Kind hätte versteckt fein können. Es war klar, dass sie sich auf einer falschen Spur befand. _ , , Und doch — was war m dem Weidentorv gewesen? Plötzlich stand sie sttll und horchte erregt auf. Irgendwoher aus dem Zimmer — es war ihr unerklärlich — hörte fic einen lei en Ton wie von einem Kind, das vor sich hinwernt. Es zitterte durch das Zimmer — einmal horte sie es deutlich — dann abgerissen — un^egrnf- lich — wie ein wimmerndes Echo. ©ie Itanö und horch! ?, angespannt auf ber Lauer, und das leise Sckluchzen war wieder, unbeft-mmbar wehe., vernehmbar — verschwand tote ein ^raum. Es schien übernatürlich — entsetzlich. Sie sah ratlos um sich. Dann schlug die Vorderture Hauses zu und schwere Tritte erflangen Vierzehntes Kapitel. Richard Duvall hatte am anderen Moraen beim Aufstehen, einen klareren Kopf, als es seit seiner Ankunft in Paris der Fall g?toefen war. Seine Berechnungen am vvrhecg^nden Abend hatten ihn zu einem endgültigen Schluss ge^Rach dem Frühstück im Hotel ging er wieder in sein Zimmer hinauf und klingelte Leievre an. „Ich bitte um den Beistand eines Ihrer Leute," sagte er. „Aha." lachte der Präfekt, „Str smd feftge- fahrcn, nicht wahr?" . , . .Richt im geringsten. Sie willen doch, es besteh! eine Wette zwischen uns, wer zuerst Stapletons Kind entdeckt. Ich glaube ich btn aui dem besten Wege, zu gewinnen Da ich jedoch nicht in Der Lage bin, bie nötigen Dert-ns-ungen selbst vorzunehmen, so Witt ich die Ehre mit Ihnen teilen, mein lieber Freu, d. indem ich Ihnen ermögliche, dass jemand von der Pollze die Festnahmen für mich vornimmt. ' So? Sind Sie so zuversichtlich!' Ja und mit Recht. Können Sie nur Bernet für heute Überlassen? Er ist .zuverlässig." Einer meiner besten. Sie foffen rhi haben. Und haben Sie Erfolg, so will ich mich doch als Verlierer betrachten und den Champagner zählen nebst dem Abendessen im Safe Royal, wie cuisgemocht." ... ... __ Unb ich würde mich äusserst glücklich schätzen es zu tun wenn es Ihnen statt mir gelänge. 3u Dank verbunden, wenn Sie Bernet sofort zu mir auf mein Zimmer im Hotel schickest. Auf Wiedersehey!" (Fortsetzung folgt) sikalissl? alt. PhhsikaliA ssjs Jem anves^l' SÄ AbÄn /ernst, nur ^rschiivg hten Oahrrn Selahr esst" iiitg 8uQ itung deren r >r %- ixm ■5 »f n' 2 n-‘ Mbiet.) 'sfuhr stnd Mflvnkinen Tanlim ud dW l Oei ttejen d« Jgen Um- Grund en in allen .nn eigenen kibft i'«anbtrer st er stM'g fest. Lu sie, gern d Oft^ropa Mn Senig. '>nen Kimen, it Ausland »raus ergibt :!> für untre SA 2lUv:'0‘.- )r| Hit: tDD )igu g durch tf für sehr rfLiunlh.e Alls b.e'e.n ">n'e,n Akah. 'toste an ;c ah Deutsch, en prlte cn , svwir ftr &. Walte, ib die deut- bleiten mufj. :igtr Ein'ulr ismählg hoch ie erste Zeit les nicht zu chr sind z. D. 1 Milliarde aber allein imftofflufe- m betrage 26piW.':’e • die Desut- ionslMM.i- ru'g.'N witd Mch von teletecktSge re Mra;c ird auch die an uns ohne srits d e to» [jng cinfnte' do ungünstig 'W*‘ die ,rch Kartellt, lehrten dec rten können. >. Mtcilung igsftätten ter S alle kunft- uch in Diesem mfieucchw^ :r nun einmal Mdtendenz W vielfach günstig illen lasten wohlschmeckende Fleischbrühe^ ♦ Steigerung der englischen Kvhleneinfuhr über Hamburg. Während in der ersten Oktoberhalfte über Hamburg 121 911 Tonnen englischer Kohle eingeführt wurden, liefen m der Zeit vom 18. bis 23. Oktober 144 473 Tonnen ein. Die Einfuhr belief sich in der- ersten Septemberhälfte auf 142 963 -ton- nen, in der zweiten September hälfte aiff 136560 ivöllervunvs eine sorgsäMge llebe^eymig, »«D von Wolfgang Schwarz eine lehrreiche ^nterp^ tat ton des amerikanischen Entwurfs. — Ostdeutscher Raturwart. Illustrierte Mon-.isdcfle für da» gesamte Gebfel der reinen und angewandte.i R atu rmiii cn' hat tert. (Breslau I, Wilh Gvlll. Korn. Zcitfchristen- abteilung. Vierteljährlich 2,40 Mk.. Probeheft kostenfrei.) Unm.itnd) gebt Ostdeutschland in daS Flachland des östlichen Europas über. Oste:liopa — ein 'Begnff. der in der Wirtschaftspolitik der Gegeiiwatt vielleicht von entscheidender Bedeu» tung sein wird - sott nun zur Begründu.rg einer zusammensassenden Erforschung ü,tk’r^ deutschen Ostens tze ran gezogen iverden Der Lahmen dieser Zcitschrisl ist weil qe p i ml Tbeo- retische und ang wandte Raturkunde, Geschichte der Ratijrwiffeiischast und Aalurphilosophie, forschang, Rassenzüchtung. Sch.dl ngeMämpfung, Batterielogie. Tier' und Ps'.an enernährung, Kolloidchemie be* Dcde.is. d. Hy i en.-, die verwandten Geb tc der Geograph. . Ratur^enkmad pflege, des RaturschutzeS, des Unte>richts. M< Methode der M.lrvskopfe sollen in Abhandlungen und Sammelberichtni berücksichtigt werden. Die Illustration wird, ihrer Bedeutung für die Ratur- wiffenschasten entsproch.md, besoiidrrs hcraa- gezogen werden So dürst n i»rrtvolle Anregungen eine Vertieft ng des Derständnis eZ für neu* zeitliche Raturwis' -'schuft durch die Herausgabe tiefer neuer Monatsschrift erzielt to-’.aei. :12i5 — Belsazar. Das Ende Babylons. Roman van Heinz Welten. Mit Sitderschmuck von Erich Sturtevant Ramane berühmter Männer und Fraueii ) Verlag von Rich. Bang, Berlin und Leipzig. — Dieser dritte und letzte Txmb der Qt Oman folge „Der Kampf um Bcibylvn", in her die verfuickene Welt des sag-enumtoobenen Eu- phrat-Reiä>es mit feiiteit blutigen Op'ersesten. Bacchanalen und Getz^imnifsen der Tempel und Gartenanfegen zu blühendem Leb.-n ersteht, führt auf den Höhepunkt der Kämpft im Innern des Staates und mit dem äusseren Feind! Die Bildbeilagen des vornehm aiL8gcftalle.cn Buches unteiftützen die Phantasie des Lesers aufs beste. nis der Zeichnung wird erst in Wochenfrist fest- zustellen fein. An der Börse in Rom wurde die Anleihe schon zu 96 gefragt. ♦ Rückga ng der Konkurse im Oktober Die Zal)l der KonkuvSeröftnungen, die im Juli b. 38. ihren Höhepunkt mit 1185 Reu- eröffnringen erreicht hatte, beweg- sich seitdem in sagender Richtung. Es wurden im Oktober 723 Konkurse neu eröffnet, gegen 608 im September und 12 im Oktober v. 2s. der englischen beliebtesten. Die Ausgrabung der ältesten indischen Kulturstätte. Ganz neue historische Gesichtspunkte werden durch kürzlich gemachte Entdeckungen^ tn Indien eröffnet, die nach der Ansicht des engl.schen Kaffee möglichst langsam. C wollte, ging am Hause jenTelto öer Strasse die Tür auf und ein Rkann kam heraus, Gr war dunkel, von starkem Wuchs into toie gekleidet. Er kam geradenwegs auf den «a^n« laben zu und Grace fach, tote er yn begriff toar, Cin3eÄnbte bas G-Iicht m, A fi« er habe sie gesehen, als sie die Strasse hmau,- ainaEr sah nicht nach ihr ihn, sondern Ira: Wrt auf den LcZentisch zu, der an der Hmter- ^^Der^Belltzer kam lächelnd auf ihn 3". und rlcb rä’v- SA af. morgen, ÄimÄ« bie auf Den Seniler. SÄ » Äs?k»s sä« Ii