>nd StuiHebn: renz. 5 vnprodMtiert lÄUt 11 m niLtz *** K^Z üss £P?'ä L^L L7LL i T* Schule. um Z iu durch, m iu kntDur^n ■ M $ W dir schätz. en Äan droh» ^^Wfem be» Hanb hu sL'^Ä "ische Darimvev M L 3.126 wird ttritanitoen Ti^° K Fahri nach den ^Wbau Heppe- kv in Dad Ho«, erteilt, als Prv» nd Ler Ueberfahrt 2de zu fitfait, fer- r ton bei Firma »ilmilch hergMlie bti kn ML flfiuxb. Str taten echte JoInMlerne 1 t>on latjeimbtt 5362to 9»! grabe) Juli bietet igenhßit i nann 1590 r ? M.M Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, tnit d. Samstagsbeilage: GietzenerFamilienblätler Monatr.vezuyrpreir: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern Infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüye- für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: LnzttgerSktzen. p»ftfche«»at»: Stonffirt a. M. 11686. Erster Blatt R- Jahrgang vriiS mid Verlag: vrühl'jche UlliverütStr-vuch- und Stcinörudcrei R. Lange in Siehrn. Schristleiinng und SeschästrfteSe: Schulstratz« 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm HSHe für Anzeigen von 27 mm Breite örilich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorfchrist 20% Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; fürd« Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. - - - - Donnerstag, 5". Juli 192$ GietzenerAilzeiger General-Anzeiger für Gberhesfen Degoutte contra Herriot. Die Staatsmänner der Entente und die Regierung Deutschlands bereiten den Boden für die Londoner Konferenz vor. Auch von Herrn Her- riot müssen wär bei allem berechtigten Mißtrauen bis zum Beweise des Gegenteiles annehmen, daß seine Absichten, so sehr sie auch von der Mentalität und der Macht- und Hah- Pshchose seiner nationalistischen Opposition beeindruckt werden, auf eine ehrlich gemeinte und den Frieden fördernde Vereinbarung in der Re- parattonsfrage hinzielen. Die deutsche Regierung kommt ihm hierbei mit einer die Grenzen des Erträglichen streifenden Bereitwilligkeit entgegen. Härtere schwerere Opfer an ^leberzeugung, Ehre und Besitz, wie sie von uns gebracht werden, um die Durchführungsmöglichkeit des Sachverständigenberichtes durch das Deiseiteschaffen aller minder wichtigen Konfliktsstosse zu fördern, hat nie ein stolzes und großes Volk gebracht. Hin so befremdlicher muh für diejenigen unserer Zeitgenossen, die mit der Aebernahme der Geschäfte durch Herriot eine rasche und völlige Abkehr von der Poincareschen Politik der Bedrückungen und Gewaltakte erwarteten, die Haltung der französischen Okkupationsmächte erscheinen, die — wenn sie ohne Zustimmung der Regierung erfolgt — bewußte Sabotageversuche der Politik des Ministerpräsidenten und letzten Endes auch der bevorstehenden Abmachungen von London darstellt. Wir haben seit Veröffentlichung der ersten Nachricht über die Zurücknahme zahlreicher Ausweisungsbefehle darauf hingewiesen, daß diese Maßnahme Herriots nur die einfache Erfüllung einer selbstverständlichen Ehrenpflicht ist, die einen unerhörten und beispiellosen Gewaltakt gegen friedliche Bürger aufhebt. Wir haben weiter ktztont, daß diese Maßnahme solange eine schöne Geste bleibt, solange nicht der glatte Raub wieder gutgemacht ist, der an den Wohnungen und dem Hab und Gut der Ausgewiesenen begangen wurde. Was tut demgegenüber der Oberbefehlshaber Degoutte, was tun die Besatzungsmächte? 2m die Wiederkehr der aus Wiesbaden vertriebenen Deutschen zu verhindern werden 400 Wohnungen neu angefordert, um die Aufnahme der normalen Arbeit durch die Beamtenschaft tn Düsseldorf unmöglich! zu machen, wird die Halste des Regierungsgebäudes mit mehr als 170 Bureaus beschlagnahmt. In anderen Orten liegen die Dinge ähnlich. Zahlreiche Beamte, die zurückgekehrt waren, erhielten nicht -re Genehmigung zur Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit und kehren mangels Wohn- und Ar- beitsmöglichkeit in verzweifelter und erbitterter Stimmung in das franzosenfreie Deutschland zurück. Reue unerhörte Eingriffe in die deutsche Rechtspflege zugunsten separatistischer Verbrecher smd an der Tagesordnung — an anderer Stelle veröffentlichen wir einige besonders bezeichnende „Fälle". Ebenso charakteristisch ist die Tatsache daß in derselben Zeit, in der das amtliche Paris das Aufhören der Beschlagnahmungen im besetzten Gebiet verkündet und die deutsche Regierung auf Grund des Dawes-Gutachtens die Räumung der über das Versailler Diktat hinaus besetzten Gebietsteile erwartet, neuer wertvollster Landbesitz auch im Einbruchsgebiet weggenommen wird. In Stockum bei Düsseldorf wurde ein Gehöft nebst Wirtschaftsgebäuden und 30 Hektar Land als „Unterrichtsgut" gefordert, in Ikten bei Kettwig wurde der größte Besitz des Bezirks, das Gut Haus Stade, mit den gesamten Ländereien zwecks Errichtung einer „Landwirtschaftsschule" beschlagnahmt. Vorgänge, die des ferneren beweisen, daß das Militär keineswegs mit der von der deutschen Regierung erwarteten Räumung der vertragswidrig be'eh- ten Gebiete rechnet, sondern sich immer seßhaf.er darin macht. Jedenfalls verdienen diese Zeichen e'ner unvermindert feindseligen Haltung der Machthaber im Rheinland in Deutschland größte Beachtung. Es ist eine Irreführung der Oeffentlichleih wenn von gewissen Leuten ihnen gegenüber behaup et wird, die Ursache sei darin zu suchen, daß die Befehle Herriots noch nicht bis zu den militärischen Stellen im Rheinland gelangt seien. Vielmehr kann man behaupten, daß die Anordnungen und Befehle der neuen Regierung von Degoutte und seinen Untergebenen einfach ad acta gelegt werden, so daß es nicht verwunderlich ist, wenn gute Kenner der Verhältnisse zu wissen glauben, daß man in den Kreisen der Okkupations rudpen- sührer und des französischen Militärs überhaupt mit dem Gedanken eines Staatsstreichs und der ErrichtungeinerMilitärdiktatur F o ch zwecks Abwendung der „Verständigangs- gcfahren" spielt Wie dem auch sei, Tatsache ist, daß zahlreiche Anzeichen darauf hindeuten, daß die Leute 11 nt Degoutte die als ernst und ehrlich bezeichneten Absichten des Kabinetts Herriot auf Aen- derung und Besserung der Lage im Rheinland mit allen Mitteln zu durchkreuzen versuchen. Das beweisen neben den obniangeführten Geschehnissen auch die Versuche dieser militärischen Machthaber, durch die Scparatistenhäaptl ng Matthes 8en Plan einer „R e u t r o l i s i e r u n g" der Rheinlande unter f r a n z ö s i s ch - e n g s r s ch e m Protektorat und unter Aufsicht des sogenannten Völkerbundes propagieren 'zu lassen. Man könnte über diese korrupte Idee zur Tagesordnung übergehen, wenn man. nicht wüßte, mit welcher Hartnäckigkeit die frauzöstichcn Militärs im Rheinland an dem Gedanken sesthalten, über den Separatismus ihr Kriegsziel, die „Eroberung" der deutschen Lande upi den Rhein, zu erreichen, und wenn uns nicht die Erfahrung gelehrt hätte, daß der sogenannte Völkerbund bisher Das Londoner Protokoll. Der angebliche Inhalt der von Macdonald vorgeschlagenen grundlegenden Abmachungen. Paris, 3. Juli. Der Londoner Berichterstatter des „Echo de Paris" will ersah.en ha en, daß die englische Regierung zur Londoner Konferenz Einladungen ergehen ließ an Frank- reich, Italien, Belgien, Japan und die kleinen Staaten, dir an der Leistung der Reparativnsschuld interessiert sind. üleber den Inhalt der Einladungen w'll der Berichterstatter folgendes sagen können: Es werde zuerst erklärt, daß der Sachverstän- digen-Dericht nunmehr von allen Mächten gebilligt worden sei. Di? Londoner Konferenz habe ausschließlich zu einer Verständigung über die Mittel zu gelangen, um ihn auszu führen. Der Bericht der Sachverständigen enthalte f ür De u t s ch- land Verpflichtungen, die nicht im Friedensvertrag f e st g e l e g t seien. Es sei daher notwendig, ein Abkommen vorzubereiten, das allen Ländern zur ülnterzeichnung unterbreitet werden müsse, die irgendeine Verantwortung bei der Ausführung des Sachverständigenplanes hätten, also dem Deutschen Reich wie den alliierten Ländern. Damit dieses Abkommen nicht die Gestalt einer Aende- rung an dem Friedensvertrag annehme, müsse ein P r o t o k o l l unterzeichnet werden, das vier Punkte enthalte: 1. Die Signatarmächte stimmen dem Bericht der Sachverständigen zu. 2. Zu einem Zeitpunkt, der noch näher von der Konferenz bestimmt werden müsse, müßten die Deutschen alle entscheidenden Maßnahmen zur Inkraftsetzung des Sachverständigen- planes getroffen haben. 3. Ein weiterer Zeitpunkt, der zwei bis drer Wochen nach dem ersten liege, werde alsdann festgesetzt, zu welchem Datum die Alliierten alle wirtschaftlichen und finanziellen Sanktionen aufgegeben haben mühten. 4. Die alliierten Mächte verpflichten sich, kerne Sanktionen a n z u w e n d e n, es lei denn, daß Deutschland die eingegangenen Verpflrch- tungen in irgenderner Werse verletzt. Jede Verfehlung Deutschlands werde in Zukunft durch einen neuen Organismus geprüft werden, der unabhängig und außerhalb der Reparativ n s k o m m i s s r o n stehe, da die neuen Verpflichtungen, die Deutschland übernehmen werde, nicht im Rahmen des Versailler Vertrages liegen. Alle Punkte, dis durch das unterzeichnete Protokoll nicht interpretiert werden könnten, mühten vom internationalen Schiedsgerichtim Haag geschlichtet werden. * Wie weit diese Auslassungen des französischen Blattes auf Kombinationen seines Berichterstatters beruhen oder den Tatsachen entsprechen, ist vorläufig zweifelhaft. Immerhin gibt schon der unten gemeldete Widerstand der in Belgien herrschenden!* und als Hüter der P o i n c a r e scheu Tradition sich aufspielenden Kreise Grund zu der Annahme, daß dieser im ganzen vernünftige Vorschlag Macdonalds erfolgt ist. Die deutsche Industrie und der Dawesplan. Vom Reichsverband der Deutschen Industrie wird ans folgendes mitgeteilt: Der Hauptaasschuß des Reichsverbandes der Deutschen Industrie bestätigt die Entschließung des Vorstandes vom 24. Mai und erklärt, daß durch die inzwischen eingetretene Entwicklung der wirtschaftlichen Lage die Bedenken über die Erfüllbarkeit der Reparationsansprüchü erheblich verstärkt sind. Er weist in ülebereinstimmung mit der Grundbedingung des Dawesgatachtens erneut darauf hin, d a ß d i e Wied er he rstel- ein ergebenes Werkzeug der größten Militär- macht der Gegenwart gewesen ist. Anscheinend befindet sich das französische Militär auch bei seiner ülnterstühungsaktion für den Oberseparatisten Matthes und seuir neue glcrreiche „Idee" in einem offenen Geg e n- s a tz zu der gegenwärtigen Regierung. Wenigstens berichtet die ..Köln. Ztg." in ihrer gestrigen Abendausgabe daß ihrem Pariser Vertret»!' ri der nächsten ilmg bung Herriots erklärt worden wäre daß man überzeugt fei, »^ß durch em tfjcne oder geheime Begünstigung der separatistischen Gedanken dir deutsch'-franzosischen V-- zlehungen wieder vergiftet werden inüßten Demnach bleibt nur abzuwarten. wer in dem Kampfe Dcgoutte und Genossen contra Herriot die größere Macht aufweifen Uiid den Sieg davon tragen wird. Wcbei die Befürchtung naturgemäß sich ausdrängen muh, daß auch diese Rrachtprobe mit einem Kompromiß auf u nsere Kosteni enden wird. Cs ist v.rständlich, daß die Füyrenden tat besetzten Gebiet einschließlich der deutschnatio- nalcn Kreise — wie u. a. die Entschließungen des Rheinischen Provinziallandtags gezeigt haben — aus eine beschleunigte Annahme und Durchsührung d:s Sachverstänülgenberichtes diä.i- gen Sie erwarten von dieser Reurege.ung des Rcpaiaticnsproblems die B'endiguiig eines großen Teils ihrer Sorgen, Leiden und Rote. Sv ffenllid) macht ihnen und uns der französische Militarismus fernen Strich durch die Rechnung. lung der vollen administrativen! und wirtschaftlichen Souveränität des Deutschen Reiches in den besetzten Gebieten Deutschlands für den Fall der Annahme des Gutachtens gesichert sein muß. Die Gewerkschaften ersuchen die Regierung um eine Aussprache. Der „Vorwärts" veröffentlicht eine Eingabe der drei gewerkschaftlichen Spihenorganisationen an die Reichsregierung über den Standpunkt der freien Gewerkschaften zum Sachverständigengutachten. Die Reichsregierung wird darin gebeten, tunlichst bald Tag und Stunde zu einer Aussprache mit den Vertretern der freigewerkschaftlichen Spitzenverbände bestimmen zu wollen. Belgische Labotageversuche. Zu den letzttägigen Aeicherungen der belgischen Presse schreibt die „Zeit", die liberalen undnativnali st ischenZ ei tungen Belgiens überböten sich geradzu in Ver- dächtigungenDeutschlands. Reben auf- r eiz enden äleberschriften fänden sich faustdicke älnwahrheiten aller Art, sowie Alarmrufe der belg ischen Schwerindustrie, die die wirtschaftliche Erstarkung Deutschlands fürchte. Man habe die Empfindung, dah man sich bemühe, die öffentliche Meinung Belgiens gegen Herriot aufzustacheln. Bedauerlich sei, dah sie dabei anscheinend i nül e b e r- einstimmung mit gewissen maßgebenden Kreisen Belgiens handle. Belgien sei in letzter Zeit geradezu bemüht, die Verständigung zwischen dem Frankreich Herriots und Deutschland zu sabotieren. Die Vorgänge in Brüssel erforderten jedenfalls gegenwärtig die stärkste Aufmeicksainkeir aller beteiligten Kreise. Verschiebung der Londoner Konferenz? Paris. 3. Juli. (WTD.) Gestern abend wurde in gewissen politischen Kreisen in Paris das Gerücht verbreitet, daß die Londoner Konferenz einen Aufschub erfahren soll. Wir das „Oeuvre" erfährt, ist davon m keiner Weise die Rede. * Wir konnten bereits in unserem gestrigen Leitartikel auf diese Gerüchte Hinweisen. Man wird nicht fehlgehen, wenn man sie mit den belgischen Machenschaften in Zusammenhang Bringt. Pessimismus in Italien. Rom, 2. Juli. Ein Leitartikel des „Messa- gero" verbreitet eine pessimistische Auffassung über die Bedeutung und den Ausgang der kommenden Londoner Konferenz, da Frankreich sich hartnäckig weigere, die Verpflichtung der Räumung der Ruhr auf s i ch z u nehmen, so daß jetzt unter den anderen beteiligten Regierungen Verhand- lungen im Gange s:ien, um Frankreich andere Pfänder a n z u b i e t e n. Trotzdem werde die Londoner Konferenz ihre Bedeutung haben, weil sie zur Klärung der Lage beitragen werde. 70 amerikanische Bankiers auf einer Gnropafahrt. Paris, 2. Juli. (WB.) In Cherbourg sind unter Führung von W. S. L i s e h 7 0 a m e r i - kanische Bankiers zu einer Rundreise durch Europa angekommen. Kritische Lage in Spanisch-Marokko. Madrid, 2. Juli. (WTB.) Rach einer amtlichen Verlautbarung des Direktoriums hat sich die Lage in West-Marokko infolge von Auf ständen verschärft. Mehrere Kabylen- stämme haben eine zweifelhafte Haltung eingenommen. Einige Stellungen, um die heftige Kämpfe entbrannt sino, wurden eingeschlossen, so daß Verstärkungen und größere Truppenverschiebungen aus der Oslmorakkozone notwendig wurden. Paris, 2. Juli. (Wolff.) Dem „Journal" ward aus Madrid gemeldet, es verlaute, dah die 1.Reservebrigade, die im Lager von Ra- wassa untergebracht ist, Befehl erhalten habe, sich auf sofortigen Abruf hin marschbereit zu halten, i Dem Korrespondenten des „Matin" in Tanger zufolge ist die Lage in der Gegend von T e t u a n sehr schwierig, um nicht zu sagen prekär. Starke Abteilungen von Riffleuten rückten auf die vorgeschobenen Linien vor und hätten sie an vev- i schiedenen Stellen schon durchbrochen. Neue Erklärungen Herriots. Paris, 2. Juli. (WTD.) Ministerpräsident Herriot und Kriegsminister General N v l l e t haben heute vor den Senatausschüssen der Finanzen und der auswärtigen Angelegenheiten Auskünfte über die Reise nach Chequers und Brüssel erteilt. Rach dem offiziellen Eommuniquö, das nach Schluß her Sitzung veröffentlicht wurde, ist auch über das Programm der Qonbcmer Konferenz gesprochen worden. l In Chequers, so erklärte nach einem Havas- bericht Herriot, wurde als Grundlage für die Verhandlungen der Sachverständigen- plan angenommen. Rachdem dieser Grundsatz zugelassen war, war es notwendig. Garantier^ zu suchen, erstens für die Dauer der Ausführung und zweitens für die Sicherheit ten. f Für die Ausführung des Sachverstün- digenplanes ist die Rolle der Reparation-«' k v m m i s s i v n ins Auge gefaht worden, und fttt diese Durchführung wurde der Wunsch laut, Amerika möge seine Beihilfe leihen. Aber wie könne eine etwaige zukünftige Verfehlung Deutschlands festgestellt weichen? Augenblicklich sei es die Reparattonskonmrissiont die damit beauftragt sei. lieber diese Frage sei in Chequers hinsichtlich der Zukunft nichts Präzis fest gelegt worden. ' Was die Kontrolle der Sntwaff-I nung anbetreffe, sei das Einverstänlmis vollkommen gewesen. England wünsche wie Frankreich eine allgemeine Kontrolle. Was die Sicher'heitsfrage betreffe, fei zu bemerken, daß diese Frage von der öffentlichen Meinung und dem Parlament ab'häng«. Macdonald habe erklärt, diese Frage intet- elftere ihn lebhaft und er rechne mit der Einigkeit der beiden Rationen, die die beste Garantie sei. Die Formel des moralischen Paktes zwecks fortgesetzter Zusammenarbett sei es, die nach dieser Richtung /hin der zukünftig«» Konferenz Vorbehalten bleibe. Hinsichtlich der militärischen Besetzung des Ruhrgebietes habe Her- riet betont, daß er für Frankreich volle Handln ngsfreiheit Vorbehalten habe. Was die intera filier ten Schulden . anbeireffe, so Jet Macdonald der Ansicht, der Tag sei noch nicht gekommen, diese Frage anzuschneiden. In der Frage der Kontrolle über die Eisenbahnen im Rheinland und im R u h r g e b i e t sei es möglich, technische Lösungen in Erwägung zu ziehen. In Brüssel Kitten die Besprechungen sich sehr leicht abgewickelt. Das Einvernehmen zwischen den beiden Regierungen über die Mi- cum sei restlos gewesen. Was die Zulassung Deutschlands zum Völkerbund anlange, so werde eS sich für die Alliierten darum handeln, den Zeitpunkt festzusehen, an dem Deutschland hierzu berufen werden solle. Schließlich hat Kriegsminister Rollet erklärt, daß Frankreich (auf keinen Fall den 30. September als Abschluß der Kontrolle der htter» alliierten Kommission in Berlin akzeptieret würde. Das Ausgewiesenen Problem. Der ReichstagSausschuß für die besetzten Gebiete hat gestern eine Entschließung angenommen, in der der bestimmten Erwartung Ausdruck gegeben wird, daß alsbald allen Ausgewiesenen und Gefangenen Heimat und Freiheit und die Rückkehr in die frühere Berufstätigkeit wieder geschenkt werde. Ferner erneuert der Reichstagsausschuß die Forderung, daß die Besatzungsbehörden dieses Werk der Menschlichkeit und Völkerverständigung fördern möge. Alle Ausgewiesenen werden jedoch gebeten, nicht überstürzt, ohne daß die vorbereiteten Hilfsmaßnahmen sich auswirken können, zurückzu^ kehren, da die Not dadurch nur größer würde. Maßnahmen für das unbesetzte Gebiet. Düsseldorf, 2. Juli. (WTB.) Dic Ausgewiesenen, denen die Rückkehr in das Einbruchsgebiet, das Ruhrgebiet und das Sanktionsgebiet Düsseldorf und Duisburg gestattet worden ist, bedürfen lediglich eines neuen Personalausweises entsprechend der Verordnung des Generals Degoutte Nr. 116, das heißt mit dem Stempel „Territoire occupe". Ein Geleitschein ist nicht erforderlich. Die Personalausweise stellt die H e i m a t b e - Hörde auf Antrag aus. Für das altbesetzte Gebiet hat diese Bestimmung e i n st - weilen keine Gültigkeit, doch dürften ähnliche Bestimmungen der Rheinlandkom- mission zu erwarten sein. Die Rheinlanskommission löst Studenten- verbände auf. Paris 2. Juli. (WTD.) Nach einer Meldung aus Koblenz hat die Rheinlandkommiß sicn die Auslösung des Kyffhänserverba'n< de s der Vereine Deutscher Stabenten angeordnet. Das bayerische Negterungsprogramm. Für die Staatsautorität und gegen Nebenregierungen. Bekenntnis zum Reißh. Wie wir in einem Teil der Auflage unseres Blattes bereits gestern eingehend melden konnten, entwickelte der neue bayerische Ministerpräsident Geheimrat Held gestern vormittag vor dem Landtag das Programm seines Kabinetts. Boran stellte ec seinen Ausführungen die Sorge um die bedrohte deutsche W est mark. Er sagte u. a.: Damit Deutschland wieder zum Leben kommt, bedarf es der Freiheit am deutschen Rhein. Das ist notwendig um der deutschen Wirtschaft willen, ebensosehr aber notwendig um der deutschen Ehre willen. Eine Lösung der Rhein- 'frage, die dem Frieden dienen soll, f a y. n nu r deutsch sein, denn deutsch ist der Rhein. Ministerpräsident Held würdigte dann aus- iführlich die Leiden und Kämpfe der Pfalz. Die Pfalz — sagt er — in ihrem Abwehr'ampf innerlich und äußerlich stark zu erhalten, gehört mit zu den wichtigsten Aufgaben einer guten deutschen und guten bayrischen Staaispvlitik. Held wies dann auf die Verwirrung im Poll- , tischen Leben und die Wirtschafts not hin. Doraussetzung und Garantie jeder Freiheit sei ‘inir der Staat, der getrag n sei von einer einheitlichen Gewalt und Autorität. Die Hauptursache der unseligen, dm Staat in seinen Grundfesten bedrohenden Entwicklung liege zweifellos in der Revolution von 1918, die das schwerste Verhängnis für die Staatsbestimmung des Dockes und s ine Wohlfahrt gewesen sei. Was sich inzwischen alles an falscher Einstellung zum Staat ausgewirkt. Gä° rungen. Putschversuche usw., finde seine Erklärung. wenn auch nicht seine Entschuldigung. als Fvlgewirkung des gewaltsamen Llmsturz^ vom Rovember 1918. Das rberste Ziel der Regierungen unserer Tage muh le n, je e Revvlutionsgesinnung zu überwinden durch Erziehung zum Staat und für den Staat. Die ver» ckassungsmähige Regierung allein kann die Trägerin der Staatsgewalt sein. Tine bewaffnete Macht außerhalb und neben der Staatsgewalt darf eS in e'nem geordnete» Staat nicht geben. Jede Rebenregierung führt auf die Dauer zum ,'Auin. Alle vaterländischen Dewegun- gen und Organisationen, deren Ziel die Gröhe. .Wohlfahrt und Gemeinschaft ist, sind aufrichtig zu begrüben. Engherzige parteipolitische und macht- politische Ziele einzelner dürfen in solchen Bewegungen keine Rolle spielen. Revolutionsbeamte sind in einem Rechts st aat in jeder Fassung unmöglich. Ihrer muh sich die Staatsregierung durch eine strenge Anwendung ihrer disziplinären Gewalt erwehren. Die Führung der bayerischen Regierung müsse und werde unter allen Umständen die absolute ülnabhänig- feit und Freiheit der nur dem Gesetz und ihrem eigenen Gewissen unterworfenen Richter schützen und die Justizhoheit des bayerischen Staates als eine wesentliche Voraussetzung wirklicher Eigenstaatlichkeit zu erhalten trachten. Held betonte weiter. daß die Anzufriedeuheit mit unserer Staatsform es der Staatsregierung zur gebieterischen Pflicht mache, auf eine vernünftige Ausgestaltung und Reform derDerfassung Bedacht zu nehmen, die sich nur in legalen Formen vollziehen dürfe. Die nationale Jugendbewegung müsse sich bewuht bleiben, dah nurineinergesetzmähiggeord- ßetenGemeinschaft das Freiheitsziel zu erreichen sei. Lieber das VerhältniSDayernSzum Reich führte der Ministerpräsident sodann auS: Freudig bekenne ich mich -um Reich, M seiner Einheit, Geschlossenheit und Gröhe, vor allem zu einem Programm der Reichspolitik, das die Weltgeltung des Reiches und seinen Einfluh ■in der äußeren Politik wieder neu fundiert, ziel- bewuht aufbaut und dauernd sichert. Für den inneren Aufbau des Reiches sehe ick die Voraussetzung seiner Gesundung und Wiedererstarkung nicht in einer schablonenhaften Lini- tarisierung. Kraftvolle, in ihren eigenen Verhältnissen möglichst freie Einzel st aalen in eigener Hoheitsslellung sind ein besseres Fundament für die Reichsgröße und Reichseinhrit piä sie in der zwangsmähigen Vereinheitlichung nach der Weimarer Verfassung gegeben ist. 44 Jahre deutschen Reichs- und Staatslcbens sollten uns eine andere Staatserkenntnis v-ermittelt haben. Ich stehe, was die Reuregelung des Verhältnisses zwischen den einzelnen Staaten und dem Reich bzw. die Umgestaltung der Weimarer Verfassung betrifft, auf dem Boden der bekannten Denkschrift, die von der Dorgängerm der gegenwärtigen bayerischen Regierung an bie Reichsregierung gerichtet wurde. Insbesondere betone ich, dah in irgendeiner Form wieder eine höhere Verselbständigung unserer Eisenbahn und Po st erreicht werden muh, dah vor allem auch die Finanzhoheit des bayerischen Staates und feine eigene Finanzverwaltung, soweit es sich irgendwie rmt den Bedürfnissen drs Reiches und einer gesunden Entwicklung verträgt, wieder zurückgewonnen werden müssen. Wenn ich mich zu einem föderativen Aufbau des Deutschen Reiches, und zwar eines großdeutschen Reiches bekenne, bin ich mir durchaus bewußt, dah nicht in allem and jedem, was Inhalt und Form betrifft, alles wieder so ?estaltet werden kann, wie es vor dem Jahre 914 im Reich Bismarckschec Prägung der Fall gewesen ist. Konflikte zwischen den einzelnen Staaten und dem Reich sind für beide vorn Liebel. Da aber, wo die Lebens Notwendigkeiten der eigenen Staatlichkeit Bayerns es verlangen, ohne dah dadurch das Reich selbst in seinem geschlossenen Bestand und in seiner Machtstellung nach außen gefährdet wird. s gehe ich auch einem Konflikt nicht aus dem Wege. Besteht in Berlin, was ich annehmen möchte, der gute Wille zur Verständigung und , um Ausgleich, wie er bei mir und unS besteht, dann wird es zu unangenehmen Auseinandecse^ungen nicht kommen. Der Ministerpräsident gedacht» dann der Aufgaben, die sich aus der seelischen Rot unseres Softes .ergeben, und betonte weiter. Die durch die Revolution im Verhältnis des Staates Bayern zur katho.ischen Kirche geschaffenen Ruinen gelte cs möglichst schnell durch ein neues Konkordat zu beseitigen. Auch für die protestantische Kirche müsse Zugleich eine ähnliche Reuordnung der Dinge h rbeigefüfcrt we - den. Jeder Störung des konfts io neben Frie e..s werde die Reglern:g unnachsichtlich en ge^entre- ten. Seine Kol legen von der Presse möchten mit ihm das große Ziel verfoigrn, dem Staate wieder seine alben Grundlagen ou ge?en, ihm neue Freunde zu werben und ihn in der Erfüllung seiner Aufgaben Ltr das Volk und die Voltsgemeinschaft zu unterftüyen. Zum Schl h betonte Der Ministerpräsident, dem moskowi i chen Kommunismus fette ein edler, menschenwürdiger, gottgewollter Kommunismus der Arbeit und der Pflicht gegenübergestellt w:rden. Vertrauen und Llnier- stüyung eebitte er nicht nur vom Landt g s.n ern von allen staa.sgeftnnlea Bürgern im Land.. WLrtschafLskaLastrophe in Polnisch-Obecschrefien. Kattowih, 2. Juli (WTB) Der Arbeitgeberverband von Polnisch-Oberfchl-sien hat an seine sämtlichen Werke em Rundschreiben gesandt. tu dem es heißt, daß infolge der schwierigen Sage der Werke Ende des Monats höchstens 50 Prozent des Gehalts ausgezahlt werden könnten. Das Restgehalt soll ge ,ah-lt werden, sobald die Werke dazu in der Lage seien. Königs Hütte, 2. Juli. (WTB.) Infolge der schwierigen Wirtschaftslage in der polnischoberschlesischen Industrie hat die Gintrachtshütte sämtlichen Angestellten und Beamten gekündigt. Hessischer Landtag. D a r m st a d t, 2 Juli. Präsident Adelung eröffnet di» Si)ung um 91« Llhr. Arn Regierungstisch: Staatspräsident LI l r i * , sowie die Minister von Brentano und Raab. Vor Eintritt „tn die Tagesordnung werden einige Kleine Anfragen. an die Regierung gerichtet. Frau Abg. Roth (Komm.) bitet um Auskunft wegen der Wahrung der Anst llungsver- hältnisse der Staatsbahnangestellten, insbew 'dere der Ausgewiesenen. Ministerialrat Balser erwidert, daß bi den Verhandlungen über die Beft.^verhaltnis e der Reichsbahn die Anstellungsrechie auch Die der Ausgewiesenen im Auge behalten würden. Abg. Kindt fragt an, mit welchem R.chte ein pensionierter Beamter eine Zuwendung zu seiner Pension erhalte. Ministerialrat Balser ecklärt hierauf b ß es eine ganze Anzahl von Räten im Ruh stan.e gebe, die für vorüberg.ch.'nde Beschäftigungen eine Zuwendung erhielten. 2Ibg. Kindt fragt sodann, auf Grund welcher ^gesetzlichen Destimmuagen die e Zahlungen erfolgen? Geh. Obeickorstral Josef teilt einige Bestimmungen mit, wonach in der Forstadteilung solche besondere Zah.uagen geschehen. Die Spezialdeöatte deS Voranschlag« fiir 1924 wird hierauf bei Kap 20 (Staa'sverlagsfvn^s) aufgenommen. Der Ausschuß beantragt 6,2 0 Mark in Einnahme und ebensoviel in Ausgabe zu bewilligen. Abg Kindt (D-R.) hat einen Antrag hierzu eingebracht, 30 000 Mk. zu streichen. Dio „Darmstädter Zeitung" habe eine grahe Zahl von Zwangabonnenten, von denen er das Blatt befreien wolle: er bitte deshalb, 30 000 Ml. Einnahme zu streichen. Auf Antrag deS Abg. Reiber (Dem.) wud die Abstimmung über dieses Kapitel z-u- rückgestellt. Ohne Debatte werden die Kapitel 21—26 Auswärtige und Reichsverchältnisse usw.. Ober- rcchnunaskammer, Staats-Archiv. Rhein schiff- fahrt. Postgebühren, bewilligt. Bei Kapitel 21 (Ministerium des Innern) entspinnt sich eine längere Debatte. 3Ibg. Kindt (D.-R.) verlangt, daß Maßnahmen zugunsten drr Kleinrentner getroffen werden, denn diese könnten geradezu verhungern. Abg. Kindt unterbreitet dem Hause mehrere Anträge: so soll die Regierung die Handhabung der städtischen Wohlfahrtsfürsorge einmal eilige "'end Prüfen. Ferner soll sie eine Erhöhung der unzureichenden Llnterstühungssäye veranlaisen. Außer- dem soll die Regierung dem Landtag Richtlinien vorlegen, nach denen die Llnterstühungen gewährt werden sollen. Der Redner irltisiert ins- bcff.nbcrc das Verfahren der Stadtverwaltung von Darmstadt bei Gewährung von Llnter- stützungcn. Minister v. Brentano weist darauf hin, daß diese Angelegenheit dem Arbeits- und Wirtschaftsministerium untersteht. Abg. Kindt widerspricht dein, das Mim- sterium des Innern sei Aufsichtsbehörde über die Städte. Abg. Frl Birnbaum (D. Bp) und Abi, Dr. Osann (D. Dp.) schließen sich den Ausf. h- .rungen des Vorredners an und verlangen, dah den Kleinrentnern in erh h em Mah^ geholfen wird. Rach weiterer Debatte wird beschlossen, die Kleinrentnersürsvrge bei Kap. 88 zu lehan- dein. Darauf wird der Ausschußantrag angenommen. Eine Reihe von Kapiteln wird sodann lohne Debatte angenommen, et.ige werter auch für eine spätere Abstimmung zurückg stellt. Im Kap. 39 (Ae'.ztllcher Dienst) liegt ein Antrag Sturmfels (Soz.) und Genos en vor. daß Eltern, die wiederholt ihre Kinder nicht impfen ließen, und die deshalb bestraft worden sind, nicht mehr gezwungen werden können, die Impfung vornehmen zu lassen, wenn sie erklären. LieL mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren zu können. Abg Sturmfels bzfüttoortet in längeren Ausführungen feinen Antrag. Minister von Brentano verliest eine Erklärung, in der auf die Folgen dieses Antrages hingewiesen wird: es würbe bann jeder sich durch die Zahlung einer Geldstrafe von der Impfung loSkaufen. Für den Impfzwang spricht, cn'gegen dm Ausführungen einiger Redner, A.g Kinot. Dec Antrag Sturmfels wird gegen dte Stimmen der Rechten des Hauses angenommen. Ohne wesentliche D batte we.d-N verschiedene weitere Kapitel verabschiedet. Staatspräsident Lllrich gibt bann zu den gestrigen Ausführungen des Abg. Osann eine Erklärung ab, wonach er den Ausdruck „Halber Engländer" scherzhaft gemeint habe: es habe Ihm ferngelegen, damit einem Mitglied der Deutschen Volkspartei die nationale Gesinnung abstreiten oder ihn beleidigen zu wollen. Hierauf wird über den Antrag Kindt zu Kap. 20 (Staatsverlag), 30 000 Mk. zu streichen, abgestimmt: der Antrag wird von der Mehrheit des Hauses gegen die Stimmen der Rechten ab- gelehnt. Bei Kap. 52 (Kunststraßenverwaltung) werden von dem Abg. Glaser (Dntl.) Beschwerden über den Zustand der Landstraßen vorgebracht, namentlich durch die Automobile wurden die Straßen ruiniert In den Badeorten würden Automobilstraben geschaffen, aber für die Straßen, auf denen die Landwirte die notwendigen Lebensmittel befördern, geschehe viel zu wenig. Ein Antrag des Redners geht dahin, für die Kunststraßenverwaltung 1 Million bereitzustellen. Abg. Kindt (Dntl.) stellt eine Reihe von Forderungen zur RLorga.nsation der staatlichen Dauämter, die eine Vereinfachung der Arbeiten und eine Ersparung des Personals herbeifühven sollen. Ministerialrat Spanier stimmt den Ausführungen des Abg. Glaser über die Zustände der Landstraßen infolge des starken Automvbtlverkehrs zu. Anträge für dte Herstellung von Straßen sollten aber bei den Kreistagen vorgebracht werden. dann würde der Bedarf an Mitteln bereit- gestellt. Abg. Schott (D. Bp.) beantragt, 2 Mil- lünen für die Straßenherstellung berützustellen. Abg. Schaub (Soz.) tritt ebenfalls für eine Erhöhung der im Etat vorgesehenen Summe von 793 425 Mk. ein. aber die Kreise müßten dis Mehrforderungen ausb ingen nicht der Staat. Abg. Delp (Soz.) fordert die Reorganisation der Bauverwaltung und zwar möglichst bald. Ministerialrat Spanier teilt rmt. daß zcvet Gesetzentwürfe in Vorbereitung seien und bald dem Hause zugehen würden, der eine beziehe sich auf die Straßenverwaltung, der andere auf die Baubehörden. Abg. Diehl (D.-R.) und Abg. Dr. Müller befürworten die Annähme des Antrages Glaser. Die von den Kreistagen geforderten Summen -feien zwar bezahlt, inzwischen seien aber die Straßen viel stärker als früher beschädigt worden. Abg. Fenchel (D.-R) macht darauf aufmerksam. daß von den Baubehörden auf die Kreise immer eingewirlt worden sei, die Voranschläge für die Kunststraßen nicht zu hoch anzusehen. Rach weiterer Debatte wendet sich der Finanzminister gegen die Anträge auf Erhöhung des Im Staatshaushalt eingesetzten Betrages für die Kunststraßen: er schlägt vor, die Angelegenheit dem Finanzausschuß zur weiteren Behandlung zu überweisen. Ein dahingehender Antrag des Abg. Brauer wird angenommen und die Sitzung auf morgen vormittag 9 Llhr vertagt. Aus Stadt und Land. Gießen, den 3. Juli 1924. Neue Patzbeftimmunqcn. Am 1. Juli sind neue Bestimmungen über das Pas) wesen in Kraft g'treten, AuS Urem Inhalt ist als Neuerung hervorzuhcDm, daß die Pässe in der Regel auf zwei Jahre und mit Geltung fürdaSJn-und Ausland ausgestellt werden sollen, die Behörden bei Er- teilung deS Sichtvermerks auf das persönliche Erscheinen des Bewerbers verzichten können, die Geltungsdauer der Sichtvermerk künftig nicht mehr vom Tage der Erteilung läuft, sondern Beginn und Ende der Geltungsdauer nach dem tatsächlichen Bedürfnis des Reisenden festgesetzt werden kann und darüber hinaus ftir Rückreise-Sichtvermerke mit einer Höchstdauer von einer Woche vorgesehen ist. daß ihre Geltungsdauer innerhalb einer längeren Rutzungsfrist erst mit dem ersten Grenzübertritt beginnt. 3m Zusammenhänge mit der neuen Pnßbe- kanntmachung werden auch die Gebühre n fürdieAusfertigungvvn Pässen,sonstigen Reisepapieren und Sichtvermerken vom gleichen Tage an neu festgesetzt. An Gebühren werden fortan erhoben: 1. für Ausstellung eines Passes 5 Mk., eines Personalausweises als Paherjatz 10 Mk., eines Kinderausweises 2 Mk.; 2. für Verlängerung eines Passes 3 Mk. und eines Personalausweises 6 Mk.; 3. für sonstige Abänderungen ober Ergänzungen eines Passes oder Persvnalauswe'ses 2M. Die Sätze gelten für Ginzel- und für Familienpässe. Für Ausstellung eineß Einzelpa'ses an den Inhaber eines Familienpasses wird ruv die Hälf e der Gebühr erhoben, Wenn die Geltungsdauer des EinzelpasseS auf die Geltungsdauer des Fa° milienpasseS beschränkt bleibt. Bei Sammellisten als Paßersatz werden für die Person 50 Pf., mindestens 10 Mk. erhoven. Gebühren wer den nichterhoben für die Ausstellung von Ausweisen zum Verkehr a) zwischen Ostpreußen und dem übrigen Reichsgebiet, b) mit dem besetzten Gebiet. Die Gcbüh en für die S i ch t ve r mer l e sind wie folgt bemessen: 1. Für die Erteilung eines Sichtvermerks ai gur einmaligen Ein- ober Ausreise 5 Mark, b) zur einmaligen Ein- und Wie'?erausr?ise, AuS- und Wiedereinreise oder Durchreise bei einer Geltungsdauer von drei Tagen 2 Mk., einer Woche 5 Mk., einem Monat 10 Mk., drei Monaten 15 M k. darüber hinaus 20 Mk., c) zur einmaligen Durchreise und zurück die Summe der Gebühren, die sich n-vch b je nach der Geltungsdauer des Sichtvermerks für jede der beiden Durchreisen ergeben, d) zur beliebig häufigen Ein- und Wiederausreise, Aus- und Wiedereinreise o'cer Durchreise bei einer Geltungsdauer von drei Monaten 25 Mk., sechs Monaten 40 Mk., zwölf Monaten 60 Mk., e) zur beliebig häufigen Ausreise die Hälfte lder Sätze zu d. f) zur Wiedereinreise nach erfolgter Ausreise oder zur Wiederaus reise nach erfolgter Einreise die Hälfte der Sähe unter b bis (L 2. Für die Erteilung eine» Ausnahme» Sichtvermerks a) zur einmaligen Einreise und zur einmaligen Ein- und WiederauSrelse oder DuvH- reise neben der Reichsgebühr ein Zuschlag von 50 v. H. (Landesgebühr), b) zur einmaligen Ausreise 7,50 (Landesgebühr). 3. Für Erteilung eines Seeschiffersichtvermerks die Hälfte der Gebühr für einen entsprechenden ordentlichen Sichtvermerk. 4. Für Erteilung eines Sichtvermerks auf Familienpässen die GÄühr für den entsprechenden Einzelperson-Sichtvermerk. 5. Für Erteilung von Sammelsichtvermerken 10 v. H des Betrags für die entsprechenden Einzelsichtvermerke der Teilnehmer, mindestens 10 Mk. Für die Verlängerung eines Sichtvermerks ist die Gebühr zu erheben, die für Erteilung eines entsprechenden Sichtvermerks durch die für den Wohnsitz oder den Ort des dauernden Aufenthalts des Sichtvermercklnhabers zuständige Behörden zu erheben wäre. Für Llmwandlung eines Durchgangssichtvermerks in einen Sichtvermerk zur Wiederaus reise nach dem Ausgangslande sowie für sonstige Abänderung eines Sichtvermerks wird 1 Mk. erhoben. Die Festsetzung der Gebühren für Ausstellung von Grenzscheinen und sonstigen im kleinen Grenzverkehr eingeführten Ausweispapieren ist den Landesregierungen und den von ihnen ermächtigten Behörden überlassen. Die Gebühren sollen 1 Mk. und bet einer Geltungsdauer von mehr als drei Monaten 3 Mk. nicht übersteigen. Bei nach» gewiesener BedürftigrM der gebührenpflichtigen Perpn köimen die Sichivermerkgebühven ermäßigt oder erlassen werden. Gietzener Wochenmarktpreise am 3. Juli 1924 (Händlerpreise). Es kosteten auf dem Heutigen Wochenmarkt: Butter Pfd. 1.60 Mk., Matte Pfd. 30 Pf., Äafe Pfd. 60 Pf.. Eier Stück 12V? Pf-, Wirsingj Psd. 50 Pf. gelbe Rüben Pfd. 15 Pf., rote Rüben Pfd. 10 Pf. RömischkM Pfd. 15 Pf., Dohnen Pfd. 1 Mk. Blumenkohl Stück 70 Pf., Salat Stück 5 Pf. Salatgurken 80 Pf., Obcr- Krhlrabi Pfd. 25 Pf.' Erbsen Pfd. 30 Pf., Misch. gemüfe Pfd. 20 Pf.. Tomaten Psd. 80 Pf., Zlvie. veln Pfd. 20 Pf. Rettich Bund 40 Ps., Pftze Pfd. 50 Pf., Kartoffslll, neue Pfd. 20 Pf,, Dörr- obst Pfd. 40 Pf., Kirschen Pfd. 40—50 Pf., Heidelbeeren Pfd. 50 Pf.. Stachelbeeren Pfd. 25 Pf. Johannisbeeren Pfd. 40 Pf., Erdbeeren Pfd. 1.20 Mk., junge Hahnen Stuck 1 ML * * Der Prvvinzialdirektvr der Provinz Starkenburg Geh. Rat Best ist von seinem Amt zurückgetrelen, weil er die Altersgrenze erreicht bat. Während seiner erfolg» reichen, mehr als 40jährigen Beamtenlaufoahn war er Rat der Provinz S arfenburg, Vortragender Rat bei der Schulabteilung, Ministerialrat im Ministerium des Innern, Provbizialdirektvr von Rheinhessen und Landeskommissar für das besetzte hessische Gebiet. **DeränderungenimKreiStag. An Stelle des ausgeschiedenen Kreistagzmitgliede- Willy Schilling von Lollar ist der Sekretär der Kriegsbeschädigten Albert Denner zu Heuchelheim in den Kreistag des Kreises Gießen berufen worden. *• Aenderung der Ferns p recho rd- nung. Am 1. Juli ist eine neue Fernsprech- ordnnng in Kraft getreten, deren Bestimmungen für die darin festgesetzten einmaligen Gebühren sofort, für die laufenden vom 1. Oktober am gelten. Die Gesprächsgebühren sind im allgemeinen unverändert geblieben. Die normale Höchstdauer der dringenden Ferngespräche wird rron 12 auf 15 Minuten verlängert. Für Blitzgespräche ist die Gebühr vom 100fachen auf den 30fachm Betrag der gewöhnlichen Gebühr herabgesetzt worden. Laufende Gebühren für dauernd ober regelmäßig wiederkehrende Leistungen sind im voraus fällig, ebenso vor der Ausführung der Leistung feststellbare einmalige Gebühren. ** Abschuß von Eichhörnchen, Eichelhähern und rabenartigen Vögeln. Da sich diese Schädlinge In letzter Zeit stark vermehrt haben, hat die obere Forstbehörde in den Domanialwaldungen die Förster mit dem Abschuß beauftragt und ein Schußgeld von 25 Pf. je Kreatur bewilligt. Das Kreisamt Gießen bezeichnet es als erwünscht, daß in den Gemeinde- Waldungen den mit dem Abschuß betrauten Förstern die gleiche Vergütung gewahrt wird. ** Der 24. hessische Landesfeuer- wehrtckg findet am 5„ 6. und 7. Juli In Vilbel statt. Gleichzeitig feiert die dortige Freiwillige Feuerwehr ihr 50jähriges Bestehen. •* Tüchtige Gießener Schützen. Bei dem 26. Gauverbands^chießen in Alsfeld vom 29. Juni bis 1. Juli h.ll der Gießener Schützen- Verein bei starkem Wettbewrrb fogenbe Preise errungen: Auf 100 Meter Festschckbs erzielen den 1. Ehrenpreis Aug. Balzer, den 6. Preis Hch. Appel, den 21. Pr'eis H. Sauer. Auf 175 Meter Festscheibe H. Sauer den 6. Preis. Außerdem einige Preise auf 100 Meter, 175 Meter und 300 Meter Meisterscheiben: Fr. Gros, Gg. G ü m b l e i n , Ad M ö h l, HanS Mangels- d v r s, H. S a u e r : auf Wildschelbe: Ph. R i c Kaffee,gebr.IIkfb.3.20^ Z Kaffee, oeM^ib.3.60^ KMgefcWUlU d eingeladen. 5389V DIU 75^ & Die kluge Hausfrau 35^ nimmt nur 5207a Hamburger Kaffee-Lager । AME MZ Mäusburg 3 Telephon 829 Uber 500 Filialen weg 79 021480 ^ruAsuLjkftMÄk- SM o Probieren Sie unsere stets frisch gerösteten S KaMgehr.1 wbl3U Kaffee, gebr.ll w2.6(U p e <£> KM roh H wJ.HL« Mee,rohlll$fb.3.00« Kaffee, roh V «pfb. 3.60^ fa $.5.80,4.80,3,2IU Kakao $.16«, lao.SIk s Pralinen >/. Pwnd 31h Sahoehoiihons'/^fb.3fl^ Kokosflocken 27^ Ofo;js1 i Pfund.. 21h Himbeer >/. Pfund 2k o 8 & o IQ (fr Ä 8 die Zeppelin-Allee ben schönen Hamen Rosa- Luxemburg-Allee tragen, aus der Kronprinzen^ ßeamter aus Wiesbaden — jetzt ausgewiesen und in Oberhefsen wohnhaft —, der angeklagt war, aus einem als Reisegepäck aufgegebenen Koffer sieben Pfund Fett und eine Wurst gestohlen zu haben. Er bestritt die Tat, die Beweisaufnahme ergab zwar mancherlei Verdachtsgründe, aber keinen sicheren Beweis für seine Täterschaft. Cs ist möglich, daß die Sachen auf der langen Fahrt bei mehrmaligem Um laben von einem unbekannten Täter entwendet worden sind. Ein junger Bankbeamter erhielt wegen Urkundenfälschung eine Geldstrafe von 5C Goldmark, weil er auf einer Arbeiterrückfahrkarte, die infolge einer Erkrankung verfallen war, das Datum geändert hatte, um sie trotzdem benutzen zu können. Gr gab glaubhaft an, er habe die Bahn nicht betrügen wollen: er habe geglaubt, er sei zur Rückfahrt an sich berechtigt und habe sich nur die Scherereien der Reklamation ersparen wollen. Wegen Abtreibungsversuchs erhielt eine Frau ^us Vilbel 2 Monate Gefängnis. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt Da die Angeklagte aus menschlich verständlichen Beweggründen gehandelt hatte, nahm das Gericht mildernde Umstände in weitgehendem fpd. Frankfurt a. M., 2. 3uli. Die Stadi- bie Dienstag abend Für die viele herzliche Teil« nähme sowie für die Kranz- unb Dlumenspenden bei dem Tode unserer Mutter sagen wir Herz- lichen Dank. Ludwig Müllev Schuhmachermeister, Heuchelheim. 5396D Hörerschar erfreuten. Dir beiden Damen ernteten mit ihren schönen Gesangsvorträgen unb' Liede.n zur Laute reichen und wohlverdienten Beifall. Kurz alle, die mit ihren Darbietungen, welcher Art sie auch waren, die Feier verschön.en, haben der guten unb so notwendigen Liebes arbeit des Vereins gedient. Kaffee und Kuchen waren zur Veranstaltung von Freundinnen dieser guten Sache in reichem Maße gestiftet worden. Diele, die von der stillen Arbeit des Rosakreuzes auf den Bahnhöfen und in den Großstädten zur Behütung und Rettung aUeinreifenber Mädchen noch nichts ge* hört hatten, sind für den Verein zur Mitarbeit gewonnen worden. ShirscsilmrQ und Nhernheffcn. * Darmstadt, 2. Juli. Zur Zeit wird eifrig an der CinrichtungeineS neuen Flugplatzes gearbeitet, der in der Nähe des Alten Friedhofes liegt. Darmstadt war bekanntlich vor dem Kriege einer der ersten Mittelpunkte des deutschen Flugwesens. — Wie in anderen Städten, ist auch in Darmstadt die Finanzlage äußerst schwierig, gleichwohl trägt sich die Stadtverwaltung mit dem Gedanken eines Rathausumbaues, der keinerlei Rotwendigkeiten entspringt. Der Bürgerschaft hat sich deshalb einer großen Mißstimmung bemächtigt. Die Handelskammer hat bereits in einer Entschließung gegen den Plan Stellung genommen. Es ist wohl zu erwarten, daß der Umbau unterbleibt. — Zwischen der städtischen Preisprüfungsstelle und den Milch Händlern ist ein Konflikt ausgebrochen. Bisher betrug der Kleinverkaufspreis 34 Pf. Die Landwirte sind 2 Pf. mit dem Stallpreis heruntergegangen und die Stadt hat auf ihren Anteil zur Verbilld- gung der Kindermilch verzichtet, so daß von der PreiLprüfungsstelle ein Straßen'oerkaufspreis von 30 Pf. für angemessen erklärt wird. Die Händler nehmen aber 32 Pf. Die Preisprüfungsstelle hat daher die Bevölkerung aufgefordert, ihr Preisuberschreitungen mitzuteilen; sie will gegen die Händler auf Grund der Preistreibereiverordnung vorgehen. Hessen-Nassau. Gut möbliertes Zimmer zum 1. August au vermieten. 0214j7 Alb. Knbnd „Schöne Aussicht". Nrekidr btt M 3at ein veil er die -md seiner erfch. - tamtcnlaufoafn Vorteilhafter Bezug in großen Originalflaschen zu Gm. 5.— Unbegrenzt haltbar auch bei offener Flasche. 5391 c Junges Ehepaar ohne Kinder sucht 1—2 möblierte oder leere Zimmer nefl. Friebensmiete. Evtl, kann Gartenarbeit mit übernommen werben, da Gärtner von Beruf. Schrifti. Angebote unter 021467 an den Gieß. Anz. erbeten. Postfach Ar. 421 (Wests. uutei. 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Ein Antrag der Kommunisten auf Umbenennung der Straßen und Plätze, die monarchische und ähnliche Erinnerungen bergen, in solch: mit sozialistischen CHamen, fand selbst nicht die Gegenlicche derSozrai- dennokraten und wurde abgelehnt. So sollte föchte ourch eine Wiederholung weiteren Kreisen zugänglich gemacht werden. Um eine solche noch vor den Aniversitäts-Schulferien ^erauszubringen, ist Mittwoch, 9. Zuli, gewählt worden. Der Anfang ist auf 7 Ahr abends, das Ende auf 9.20 älhr festgesetzt worden. Es werden kleine Preise erhoben werden, um den Besuch auch Schülern zu ermöglichen. Jäheres ist aus den Anzeigen zu ersehen. — Gemeindeversammlung der Lu - kasgem ernde. Man teilt uns mit: Kommenden Sonntag, nachmtttags 4 älh-r, veranstaltet Lukasgemeinde im Saale des Gasthauses ,Zum Phrlosophcnwald" eine Gemeinde vrsamnt- (ung, tue als Familienzusammenkunft, zu der auch tie Kinder erscheinen gedacht ist. Musttälische unb gesangliche Darbietungen werden mit Ansprachen und Vorführungen des Mädchenbuades her Lukasgememde wechseln. Die Versammlung c-trb pünktlich um 4 Uhr eröffnet werden. (Siehe Lnzetge.) Landkreis Gieffen. Dg. Großen-Duseck, 2. Zuli. Bei dem in Waldgirmes veranstalteten Bundes- fe ft des Lahn-Dunsberg-Turner- hundeS erhielten von den hiesigen Turnern in der Oberstufe den 3. Preis Wilhelm Stephan, den 4. Preis Wilh. Hahn, den 9. Preis Wilh. Damm. In der Mittel- und llnterftufe erhielten den 5. Preis Karl Rühl, den 2. Preis K. Pfeiffer, den 5. Preis D. Schneider. Außerdem wurden noch eine Reihe weiterer Preise erzielt. Kreis Schotten. § 4ltrich stein, 2. Zuli. Aus Anlaß des Koherodskopf-Festes des V. H. C. stellt I oas Postamt in ällrichstein am nächsten Sonntag mehrere Kraft-Omnibusse bereit. Die i Abfahrt nach dem Hoherodskops erfolgt von der Autchatte in ällrichstein nach^ Eintreffen der Kraftpost von Mücke 10.30 Uhr vormittags. Rückfahrt nach Wunsch so. daß die Eisenbahnanschlüsse in Mücke nach Gießen usw. abends er* rncht werden. Für die „Mühseligen und D> ladenen" unter den V. H. C.em bietet sich also eme wMommene bequeme Deförderungsge- legenhett. Kreis Lauterbach. hmt. Lauterbach, 2. Juli. Am Sonntag veranstaltete dahier der „Verein der Freundinnen junger Mädchen" einen wvhlgelungenen Werbetag. Der Festzoties- dienst, zu dem sich eine zahlreiche Gemeinde eingefunden hatte, wurde von Pfarrer G rein-Ar- heilger, gehalten. Am Rachmittag wurde in der Spieh-Turnhalle eine Rachfeier veranstaltet. Der \ große Ruum war bis auf den letzten Platz gefüllt. Gor verschiedene Kräfte, die alle ihr Bestes gaben, hatten sich in den Dienst der guten Sache gesteltt. Es sind h er vor allem zu nennen der Kirchen -- chvr unter der Leitung seines vortrefflichen Dirigenten Lehrer Kalbfleisch, sowie der Zungfrauenverein, der durch zwei nette, flott und ausgezeichnet gespielte Theaie-stückchen | öie Alten wie die Hungen der zahlreichen Zu- Witten- mMtn über 18 Jahre, als- bald gesucht. 5336D Heil- und Pflege- anstalt Gießen Licher Straße 106. Ziiveiisss., solider »Wei mit nur guten Empfehlungen für so- fort gesucht. 021473 Mmllee 2 v. |Steliengesuche| Geb. jfl. MöWeil 20 I., sö., musikal., sucht zwecks Erlern, des HauKtmlts Aufnahme als Haustochter In guter Familie in Hessen. Schriftl.Angebote unter 02146k a. d. Gieß. Anz. erb. Bekmr;chtes. * Em siebenfacher Mörder. Hannover, 2. Juli. (Wolff.) Aach dem „Hannoverschen Kurier" hat der im Zusammen- hang mit dem Schädelsund in der Seine Derfraftete Haarmaun am Dienstag abend ein Gestand« uis abgelegt. Er gab zu, in den letzten Hahren sieben Personen umgebracht und die zerstückelten Leichen in die Leine geworsem zu haben. Schwere Anwetterschaden. Rach einer Meldung aus S t u 11 g a r t wurde im östlichen Schwaben infolge d-S Anwetters mit Hagelschlag schon die dritte Ernte vernichtet. Die schweren Anwetter in Mittelfchle« f ien forderten in der ilmgegenh von Aimp tch gtoei Tote. Ein Arbeiter wurde vom Blitz er-, schlagen, eine Frau durch einen vorn Sturm erd« \ fesselten Daum niedergeschlagen. Das Anwett«: hat sich weiter nach O b e r s ch l e s i e n gewandt, wo in den weiten Forsten von Kreuzburg Hu bette von Bäumen entwurzelt und Dächer abgedeckt wurden. Ferner entstanden verschiedentlich Brände durch Blitzschläge. Verantwortlich für Politik und Feuilleton: < 3. D.: Heinz Gorrenz. traße sollte eine Leninstvahe werden. — Ms vor drei Zähren der Zirkus Sarrasani in der Festhalle spielte, verbot plötzlich der Pottzei- präsident Ehrler das Weiterspiel unter allerlei nichtigen Gründen, mußte aber unter bem scharen Druck ber gesamten öffentlichen Akeuiung das Verbot zurückziehen. Der Besitzer fühlte sich durch dieses Verbot schwer, geschädigt und erhob dagegen Klage beim Oberverwaltungsgericht, bas jetzt, nach drei Fahren, das A r t e i l z u g un st en von Sarrasani gefällt hat. Das Arteil be- cheimgt, daß das Polizeipräsidium damals Interessen der privaten Konkurrenz, vor allem ber Bars, der Dielen und der Kabaretts wahr- genvmmen und um deretwillen das Wrbot gegen ! en Zirkus erlassen hatte. Also em Beinfall allererster Ordnung für das Polizeiprasiduim. Aus Grund dieser Entscheidung wird nunmehr ^die Zirlusdirektion Schadenersatzklage gegen beg; kus anstrengen und Ziffern nennen, bte wahnUch nicht gering sein werden. Kassel, 2. Zuni. Gegen das auf zwei Zähre Zuchthaus lautende Arteil des Kaseler Schwurgerichts im Meineindsprozeß gegen den sv'.ialdcmolrat'üchen Stadttat Wittrock. Mitglied des preußischen Staatsiats, hat der Verurteilte Revision beim Reichsgericht aufneh'- men lassen. GsvichtssKQ?«» Sie Weisheitszähne a!3 Arteilsmahstab. * Darmstadt, 2. Juli. Eine bedeutsame Rolle swelicn die Weisheitszähne zur Altersbestimmung in einer Verhandlung vor dcm hiesigen Dezirlsschöffengericht. Vor kurzem hatte sich ein Zig er neu wegen ^nes Rot- zuchtvcrbrechens begangen m Zell (Kr. Bens- heim) vor Gericht zu reranttcorten Da man über das Alter des Täters tm Zweifel war wurde die Veihandlung vertagt. Wenn es sich um einen Jugendlichen gehandelt hätte, so wäre er mit Gefängnis bestraft worden' hat aber em Angeklagter baä 18. Lebensjahr überschritten, so kann er nach Lage des Falles zu Zuchthausstrafe oerarteilt werden. Da das Alter des Zigeuners, der den Ramen Adolf Winter führt, nicht zu ermitteln war. so wurde ein medizinischer Sachverständiger zu Rate gezogen. Dieser hat die Weisheitszähne bei Winter festgestellt und legte jetzt in elfter erneut anberaumten Gerichtsverhandlung dar, daß Weis- heitszähne erst bei 20—24jährigen angetroffen wer-den. Der Zigeuner wurde deshalb wegen der bescnberen Roheit des Verbrechens und auf Grund der Altersbestimmung zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. * Schöffengericht. Gießen, 30. Juni. Hinter verschlossenen Türen wurde gegen den Müllerssohn H. K. von Adenhausen wegen Sittlichleitsverbrechens verhandelt. Aus der öffentlichen Arteilsbegrün- bunq ergeb sich, daß er Mitte Mai in der Gemarkung Willofs eine auf einer Wiese beschäftigte junge Frau zu vergewaltigen versucht hatte. Seme Jugend und Anbestraftheit wurden mildernd berücksichtigt: die Strafe lautete Uhr an nm Jelsenleller, Bahnhofstraße. 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Aber das kann der Derichterstat- tung nur förderlich sein, denn er wird mit Harem Blick erkennen, was dort betrieben wird., er wird auch nichts doppelt sehen und wird nicht eine primitive Reparaturwerkstatt für landwirtschaftliche Maschinen, in der sich zwei kleine Drehbänke, drei Bohrmaschinen, eine Shapingmaschine und — horriblle bictu — sieben Schraubstöcke im Gesamtwert von 15 959 Ml. befinden, für eine Waffenschmiede von riesiger Gröhe halten. Auf eine kleine Bedingung unsererseits wird der Berichterstatter sicher gerne eingehen. Eintausend Schweizer Franken soll er vor Antritt seiner Reise bei einem Schweizer Bankhaus deponieren, und die hat er zugunsten armer Ruhriinder verloren, wenn sich herausstellt, dcch 'er sich bei seiner Berichterstattung an den „Temps" „geirrt“ hat; findet er dagegen seine Behauptungen bestätigt, so hat die Firma Krupp als Sühne für ihren Frevelmut 100 000 Schweizer Franken dem gleichen Zwecke zuzuführen." „Der Roggen blüht früh dies Jahr! Riecht es nicht herrlich? — Wie Brot!" sagten zwei Männer zueinander, die durch die abendliche^ Felder schweiften. Immer heißer brannte die Sommersonnr, immer schwüler lasteten die Rächte. Morgens hingen blitzende Tautropfen an der schlanken Rehre und strahlten wie Märchenperlen. Die Blüte war verwelkt. Aber in der Roggenähoe schwoll und schwoll es. In allen ihren Herzkämmerchen bildeten sich süfte Kern:, die nach außen einen feinen, spitzen Spieß sandten, tote um Diebe abzuschrecken. Die Feldmäuslein guckten immer eifriger nach oben und wehten die zierlichen scharfen Zähnchen. Der Aehre wurde das Haupt zu schwer. Sie neigte es und lieft es hängen, schweren Segens voll. Golden wurde der Schaft, golden wurde, sie selber. Sie versank wieder in ahnendes Träumen, daft ihr etwas Trübes bevorstände. Sensendengeln schreckte sie auf. Da kamen Männer in weiften Hemdblusen mit braunen, schweißnassen Gesichtern. Sie hatten Stäb: mit blanken, krummen Messern dran. Die schwangen sie im Dogen um sich, daß die Halme zischten und jäh umsanken. Zisch-klirrl machte es eben durch die schöne, hohe Aehre Ein harter, kalter Schnitt ging unten durch sie hindurch'. Auch sie sank um in Lod und Vergessen. Heute brachte dir der Bäcker ein frisches, braungoldig gebackenes Brot. Wie köstlich es Duftet! Wie herzhaft, wie einladend! Da ist das Korn mit drin, das die schöne Aehre trug. Da sollst du ihr Bild wieder sehen, wie sie sich jm Sonnnerwind neigt und wiegt, im wogenden, goldnen Roggenfeld. Das ist das Lied der Saaten •. Das ist das Lied der Saaten, Erfüllt von Zukunft ganz: Jugend will Traum und Taten älnd einen Siegerkranz! Doch wenn erst in den Aehren Das Korn die Halme neigt, Ist's Güte und Gewähren, Was in dem Felde — schweigt. Ernst Theodor Müller. Körnlein in weicher warmer Muttererde und wartet und träumt. Oben Über die Felder geyen schm die Herbststürme und grämlicher Regen greint jeden Tag hernieder. Das Körnlein hört es pcchen wenn die Tausende und Abertausende: von Tröpfchen auf die Erde trommeln. Da wird es ihm, als müßte es sich dehnen. Im tiefsten Innern' erwacht ihm ein dunkler Gedanke, und der flüstert ihm zu: „Treiben, treiben! Steck' Füßchen heraus und bohr' dich- ins liebe Mutterland!" Da streckt es ganz vorsichug winzig- kleine weiße Fäßchen nacft unten heraus. Hoho, das ist aber fein! Qlun steht's nachmal so fest. Run wird's kühn und will auch nach c^en trete ben nach oben, ins Licht, in die Sonne! 'Ein feines, gelbes Spihchen bricht da aus seinem Kopf und bohrt und bohrt, bis ihm mit einem Male was Kaltes ums Rüschen bläst. „Huhu “ duckt es sich erschrocken, „das ist ja garstig!" -- Aber es wird bald reister und reckt'sich höher Lind nun sieht es Licht die hellgoldigq Senne und läßt sich wohlig küssen von ihren warmen Strahlen. Aus dem Gelbschnäbelchen ist ein Grünschnabel geworden der schon ganz frech dem Rovemberwind Trotz bietet. Da eines schönen Tages kommt etwas Weiches. Weißes von oben herab. Millionen weißer Sternchen. Sie bleiben auf dem Boden liegen und bilden bald eine dichte, wollige Decke. Ihr nehmt mir ja Licht und Luft! Ihr sperrt mich von der lieben Sonne ab!" Da wispern die feinen Schneestimmchen: „Sei still und schlaf 'ein! Es wird jetü bitterkalt droben. Da hüllen wir dich warm ein, Damit du nicht zu Tode frierst." Da schlief es ein. Wie im Traum hörte es die Ehristnachtsglocken durch, die Luft gehen, dann Die Reujahrsglocken. Dann verging eine lange Immer noch französischen Schutz für Landesverräter. Im Rovember 1923 hatten verschiedene beherzte Männer versucht, die Separatisten aus den widerrechtlich besetzten Amtsgebäuden in Düren zu vertreiben. Der Versuch mißlang, weil französische Truppen eingriffen. Die Franzosen verhafteten die deutschen Beteiligten, nämlich den Schuhpolizei-Oberleutnant Köllner und sieben andere Personen. Das französische Kriegsgericht in Bonn verurteilte den Köllner in den letzten Tagen aus diesem Anlaß wegen „Störung der öffentlichen Ordnung", Paßvergehens und verbotenen Waffentragens zu insgesamt 18 Monaten Gefängnis und 1000 Mk. Geldstrafe. Die sieben übrigen Angeklagten, welche die Franzosen nach und nach gegen Sicherheitsleistung aus der Unter- uchungshaft entlassen hatten, waren zur Der- ßantlung nicht erschienen. Das Gericht Verurteilte sie in Abwesenheit zu je fünf Zähren Gefängnis ur?D 1000 Mk. Geldstrafe. Die Franzosen gehen also auch jetzt noch mit den schärfsten Strafen gegen die deutschen Männer vor, die sich an der Abwehr des Separatist enputsches beteiligt haben. Die Parteilichkeit der Franzosen tritt hierbei um so krasser vor, als sie umgekehrt den deutschen Iustizbehörden jede Strafverfolgung gegenüber den Separatisten selbst wegen gemeiner Straftaten planmäßig unmöglich machen. Dafür folgende Beweise: Der frühere separatistische Ch^f der Gendarmerieabteilung Sp:yer und Eintagsprä.ident der separatistischen Regierung Kuhn, der w gm verschiedener Betrügereien und Urkundenfäl chungen auf Grund eines Haftbefehls vom Am.sgericht Heidelberg verhaftet worden war, mußte auf Vera nlassung der französischen Besah ungsbehördewie der freigelassen werden. Koblenz, 2. Juli. (WTD.) Die vom Schwurgericht in Trier wegen Widerstandes g-gen Polizeibeamte und wegen vorsätzlicher Tötung des Kellners Marx zu mehrjähriger Zuchthausstrafe verurteilten Kruse und Gvetz, die an der Separatistenbewegung in Trier beteiligt waren, sind dieser Tage auf Anordnung der Rheinlandkommission in Freiheit gesetzt worden. Jede we i t e r e V e r s o l gu ng des Verfahrens wurde von der Rheinlandkommission untersagt. Krupp in Rußland. Don der Firma Krupp erhalten wir folgende Zuschrift: „Die französische Presse zu überzeugen, daft wir nicht in irgendeinem verborgenen Winkel der Erde «Waffen für einen Rach:- frieg schmieden ist nach, unseren Erfahrungen unmöglich. Mehr als fünf Jahre lang haben wir derartige, immer wieder ausgestellte Zweckmeldungen dementiert, und wir sind es eigentlich leid geworden, gegen Leute zu streiten, die die Wahrheit nicht wissen wollen-. Was sich jedoch' neuerdings Der „Temps" aus Warschau berichten läßt ist so erstaunlich, daft man nicht recht weift, glaubt der „Temps" das wirklich, oder will er dafür sorgen, daß- in dieser trüben 'Zeit der Sinn für Humor nicht ganz verloren geht. „Auf einem Terrain von 26 000 Hektar im Donez-Gebiet, das ihm von der Sowjet- regierung überlassen worden ist, wollte Krupp angeblich Musterfarmen errichten. Der größte Teil dieses riesigen Geländes ist bereits mit Eisenhüttenwerken und Werkstätten zur Erzeugung von Kriegsmaterial bedeckt, und diese vermehren sich noch, andauernd. Man mache sich klar was das bedeutet! Die Kruppschen Werke in Essen, die nicht gerade zu den kleinsten Der Erde gehören besitzen 120 Hektar überbaute Fläche, UnD nun hat Krupp in weniger als zwei Jähren in Rußland bald 26 000 Hektar mit nagelneuen Werkstätten geradezu gepflastert." Dieses Vertrauen in die Leistungskraft von Krupp ist wirklich ehrenvoll. Aber wir haben unsere Erfahrungen. Wenn wir jetzt sagen, an Der Geschichte ist lein wahres Wort, wir haben in Rußland nicht Drachenzähne, sondern Roggen und Weizen gesät, so glaubt das in Frankreich kein Mensch. Deshalb wollen wir einen neuen Weg betreten. Hiermit wird der Berichterstatter des „Temps" von uns zu einer Studienreise durch unser russisches Pachtgebiet eingeladen. Wir werden unsere Verwaltung in Manytsch anweisen, den edlen Polen gastfrei und nach Der Sitte des Landes aufzunehmen, wobei er freilich des Wudkis entraten muß, denn dieses Ehemals so beliebte Rationalgetränk ist nunmehr in Ruß- Zeit. Als es März geworden war, hörte es plötzlich um sich' her flüstern und raunen: „Ade, ade die Sonne tut uns weh! Wer müssen vergehn. ade, ade!" — Da sah das Hälmchen, wie die weifte Schneedecke immer dünner und dünner wurde. Und plötzlich lag das äußerste Halm-- spihchen frei und schnupperte in Die frische Lust. Eben sang hoch oben auf einer schlanken Dorfpappel eine Schwarzdrossel: „Aufgewacht aufgewacht! Frühling ward es über Rächt!" Da schlugen tausend Blümchen die Augen auf und guckten ganz verschlafen in die Märzsonne Run ward's immer schöner und wärmer. Grünhälmchen spürte wieder in sich' das Sehnen höher zu kommen. Es wuchs kräftiger, entfaltete lange schmale Blätter auseinander. Dann schoß ein Schaft draus Hervor, der erst ein Gelenk dann noch eins und noch eins ansehte und üben einen bewickelten länglichen Kolben trug. Es war schon Mai, und alle Kreatur jubelte und jauchzte. Käser surrten, Schmetterlinge gaukelten, Vögel zwitscherten, und ganz heimlich steckte die Feldmaus ihr Spihköpfchen mit den zwei Stecknadelkopfaugen zum Loche heraus und guckte verstohlen zuin Halm hoch, ob noch nicht ... , Ha jetzt! Schlank, zierlich geflochten wie ein Iungmadelszopf schälte sich die Roggenähre aus dem hohen Halm wundervoll ebenmäßig gewachsen ein Prachtstück. Kerzengrade erhob sie sich unö überragte alle anderen. Zärtlich streichelte sie Der warme Iuniwind, daß sie sich' wie im Tanze Hin und her wiegte. Die Sonne strahlt: so wonnig aus blauem Himmelsblust, daß der iungen Aehre ganz taumelig wurde. Da setzte sie die allerletzte Kraft ein und trieb etwas Seidiges, Duftiges aus sich hervor, die Blüte. Roggenähren. Den Hans R o t hh a r dt-Steglitz. Hast du dir schon mal eine Roggenähre richtig angesehen? — Hast du schon mal beobachtet, tote sie entsteht vom Samenkorn an, bis sie unterm Sensenschnitt dähinsinkt? Komm, ich will dir's erzählen! — Wenn die Felder leer geräumt sind vom goldnen Segen oer Ernte, dann erscheinen bald auf den Drachen kleine' braune Häufchen, die Magd und Knecht mit der Forke gleichmäßig verbreiten. Das ist die Rährung für das Feld, das einen Teil seiner Kraft das Jahr über verbraucht hat und wieder ersehen muß. Kluge Landleute geben dem Feld auch noch' künstliche Rährung, um es recht zum Treiben anzuspornen. Im silbernen September zieht dann D?r Qfcmer ben Pflug aus seinem Geräteschuppen und bricht das Land um, reinigt es mit Der (Sage und zieht Die Saatfurchen. Dann senkt er das Saatkorn in breitem Wurf hitrein und wälzt die Furchen wieder zu. Da sitzt 'nun das Die deutschen Frauen und die Kriegsschuldfrage Wenn im trostlosen Chaos Der von sinnlosen Partei- und Klassenlämpfen erfüllten deut- schen Gegenwart ein Geschehen Den Skeptiker mit einigem Hoffen auf eine bessere Zukunft erfüllen kann, ist es das sichtbare Bestreben der Mehrzahl der deutschen Frauen. Drücken über die Untiefen Dec politischen Leidenschaften zu bauen und dem Wollen des deutschen Volkes einigende Ziele zu geben. Es ist selbstverständlich, daß unter diesen Zielen die Au klärung über und der Kampf gegen die lügenhaften Grundlagen! des Versailler Diktats eine besonders bedeutsame Rolle spielen. Denn das Lösen moralischer, ethischer und kultureller Probleme war von je eine Ausgabe, die von den denkenden deutschen Frauen mit Vorliebe übernommen wurde, und wer Gelegenheit hatte, auf F.auentagungen den Willen Der Teilnehmerinnen zur Aufklärung und Mitarbeit zu beobachten, wer die überaus starken geistigen Kräfte gespürt hat. die innerhalb der verschiedenen von Frauen getragenen Verbände lebendig sind, wird mit uns bedauern, daft die Teilnahme der Frau an der Lösung der großen Zeitprobleme noch immer auf ein u. G. viel zu bescheidenes Maß beschränkt ist. Wieviel einheitlicher und zielstärker und wieviel weniger gespalten und destruktiv wäre z. D. die I u g e nD beweg ung in ihrer Gesamtheit, wenn die zum Führen berufenen deutschen Frauen und Mütter nennenswerten Einfluß auf sie hätten! Der obere gekennzeichnete Wille zur Auf- öärung und Mitarbeit war es auch, der den aus Vertretern der großen deutschen Frauenvereine zusammen ges eftten „Frauenausschuß zu r Bekämpfung der Schuldlüge" veranlaßte, in den letzten Iunitagen in Eisenach eins Schul ungswoche zu veranstalten. Es fehlt rms leider an Raum, um den zahlreichen Vorträgen bei dieser Tagung so gerecht werden zu können, wie sie es verdienen, unb wie wir es wünschten. Wir beschränken uns deshalb auf Den nachstehenden kurzen Bericht einer Teilnehmerin aus Gießen: Eine stattliche Anzahl von Frauen aus allen Teilen Deutschlands hatte sich in Eisenach zur Schulungswoche eingesunden, freundlichst begrüßt von dem Oberbürgermeister und dem Frauenkomitee der Stadt. Ohne Unterschied der Partei, dec Konfession und des Standes waren alle von Dem heißen Wunsch beseelt, auch an ihrem Teil beizutragen zur Bekämpfung Der Schuldlüge und zur Durchsetzung Der Forderung auf Streichung des schimpflichen tz 231 des Versailler Diktats. Frau Klara M e nd e, M. d. R., und Frau Rot aus Berlin leiteten die Veranstaltung auf mustergültige Weise: die hervorragendsten Sachverständigen und Historiker hielten Vorträge: so über die Vorgeschichte des Krieges: Prof. Cavo aus Halle, über die Krise des Sommers 1914 und Die Bedeutung und Behandlung der Schuld- frage: Graf Montgelas, über die militärischen Vorbereitungen zum Kriege und die belgische Frage: Oberst Schwertfeger, über die Schuld im Krieg: Oberftleutn. Donk, über das ringende Deutschtum jenseits der Grenzen: Dr. v. Lösch. Eine Uebersicht über das Friedensdiktat gab Dr. Emmy Dvigtländer. Einige Frauen aus den geraubten Gebieten gaben erschütternde Berichte von den Leiden der Deutschen in ihrer einstigen Heimat und ihrer Treue zum Deutschtum Oben auf Der Wartburg fand am 28. Juni die spreng sachliche und ganz von Dem Wunsche zur Einigkeit beseelte Diskussion über die verschiedenen Vorträge statt. Die für nachmittags aus der Sängerwiese geplante öffentliche Kundgebung wurde durch Regen gestört und mußte im Fürstenhof gehalten werden. Die Eisenacher vaterländische Hugend spielte den Urteil und Frau Klara Mende hielt eine erschütternde Ansprache über diesen Schicksalstag des deutschen Volkes. Den Höhepunkt der Tagung bildete der Sonn- Lagsgottesdienst im Stadtpark. Feldprobst Dr. Schlegel und der katholische Geistliche d'Estant entzündeten durch ihre Predigt in alten Herzen Begeisterung und Den Glauben an Die gute Sache, sie erinnerten Die Frauen an Die hohe Mission, die Gott jetzt ihnen vor allen anvertraut: Der Wahrheit zum Sieg zu verhelfen. Wie stark die Tagung auf den Willen und die Entschlüsse Der Teilnehmerinnen gewirkt hat, läßt sich in wenigen Worten nicht sagen; hoffentlich finden Die Frauen aus Gießen, die daran teil- genommen haben, bald Gelegenheit, über Den Deutschen Frauenausschuß zur Bekämpfung der Schuldlüge und ihre Erfahrungen in Eisenach einem größeren Kreis zu berichten. Oberhessische Tagung für evang.- kirchliche Jugendarbeit. Gießen, 2. Iuli. Schon heute, nach Dem 1. Verhandlungs'.ag, darf gesagt werden, daß die Tagung für die ganze ev.-kirchl. Jugendarbeit und speziell für die Jugendfürsorge von weitgehendster De^eu ung ist. Es wurde eine solche Fülle von Aufgaben Der Kirche gerade auf Dem weitverzweigten Gebiet Der Fürsorge durchgearbeitet, daß Dem in Die.e Materie nicht eingeweihten Laien schwindeln mochte. Man muß es auf das lebhafteste begrüßen, daß diese Tagung stattfindet und man darf sich von ihr größten Erfolg versprechen, wenn alles, was hier im Wort zum Ausdruck kam, auch nach Möglichkeit in die praktische Tat um- geseht wird. Ra'ch einer Andacht mit Lied und Gebet (Pfr. Decker) erteilte der Vorsitzende, Pfr. Zentgraf, Dem 2. Vereinsgeistlichen Der Inneren Mission, Pfarrass. C l o tz - Darmstadt das Wort zu seinem Vortrag: „Die modernen Wohl- fahrtsgesetzeundihreDedeutungfür Die Kirch e". Der Redner hat es verstanden, den an sich reichlich spröden und trockenen Stoff mit Leben zu füllen und Der Kirche die Wege zu weisen. Die ihr hier Dffen stehen. Hat sich nun einmal Der moderne Staat im Lauf der Zeiten zu einem Wohlfahrtsstaat entwickelt, so ist es nur verständlich, Daß er das ganze Fürsorge- Wesen durch Reichsgeseye zu regeln sich bemüht; deren wichtigste sind das Reichsjugendgerichts-, das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz und die Fürsorgepflichtverordnung vom 13. 2. 1924 nebst den dazugehörigen Ausführungsbestimmungen von Reich und Ländern. Dadurch, daß Reich und Länder durch Die finanzielle Lage sich genötigt sahen, weite Abstriche von den Gesetzen zu machen und viele Mußvorschriften in Kannvorschriften umzuwandeln, bleibt her Kirche für die verschiedensten Aufgaben ein großes Betätigungsfeld frei. Die Kirche als solche kann aber diese Ausgabe nicht allein lösen, sie bedarf hierzu per Mitarbeit aller evangelischen Kreise; sie müssen sich beteiligen an der IugendgerichtsHilfe und an dem Jugendamt mit feinen mancherlei Ausgaben: Schuh Der Pflegekinder, Mitwirkung im Vormundschafts- Wesen, Schutzaufsicht, Fürsorgeerziehung Mutterschutz, Säuglings- und KleinkinDerwohl;ahrt und wie sie alle heißen mögen, ferner an Der Kranken-, Wohnungs-, Kleinrentnerfürsorge, Kindererholungsheimen, Speisungen, Küchen uff. Im Rahmen Des Landesverbands für Innere Mission stehen hier Der Kirche die Türen für ganze Aufgabenkomplexe geöffnet. Unfere Arbeit ist noch lange nicht beendet, trotz allem wollen wir nicht verzagen. — Die Aussprache bewegte sich zunächst um eine Erörterung des § 2 der hessischen Ausführungsbestimmungen, ferner um Die Verbindung von „Glaube" und „Liebe", die die Kirche nun vollzogen hat und war durch mancherlei Hinweise aus Der Praxis recht ergiebig. In Der Rachmittagssihung ergriff zunächst Dekan Roschen- Freienfeen, der Vater Der hessischen Dekanatserziehungsvereine, Das Wort zu seinen Ausführungen über „D ieIugendfür- forge Der Kirche, wie sie war" und kam nach einer geschichtlichen Betrachtung über die Entstehung der hessischen Erziehungsvereine auf Deren Arbeit und Tätigkeit zu sprechen. Aus seiner reichen Erfahrung gab er an Hand ungezählter Fälle und Bilder aus dieser Arbeit einen Heber» blick über die ganze Art und das Wesen und die mancherlei rein praktischen Fragen der Zwangserziehung. Was uns zu dieser Fürsorgeerziehung hinführen muß, ist nicht so sehr der Schuh her Gesellschaft, als vielmehr das Mitleid mit der verwahrlosten Jugend, nicht das sentimental- schwätzende, sondern das tätig-christliche Mitleid. Die Erziehung muß eine rein individuelle sein und hier entstehen die größten Schwierigkeiten, werden vielleicht auch Die meisten Fehler gemacht; denn jeder Schematismus ist hier ganz verkehrt, auch die verwahrlosesten Menschen sind keine Rummern, keine Handelsware. Wir brauchen christliche Familien, die bereit sind, Kinder zur Fürsorgeerziehung aufzunehmen. — Wenn Pfarrer Zentgraf das Korreferat „DieIugend- sürsorge der Kirche, wie sie fein f o11" übernahm, so wollte er damit nicht zum Ausdruck bringen, als fei die Arbeit der Dekanatserziehungsvereine falsch gewesen und jetzt über» flüssig, sondern er wollte die Erweiterung der Arbeit im Sinn des Reichsjugendwohlfahrtsgesetzes Herausstellen. Die Rotstände unter der gegenwärtigen Jugend find enorm, ein Hauptnotstand bildet die Familie: totr brauchen Kleiu- tinherarbeit, Serienunterbringung, Erholungsstätten, Waldheime, wir müssen mitwirken bei bet Polizeihilfe, der Bahnhofsmission, dem Meldedienst neben all Den oben angeführten Arbeiten und müssen überall unsere evangelischen Belange wahren. Freilich erfordern diese Ausgaben gewaltige Opfer, auch finanzieller Art, aber wenn eS heute möglich ist, daß in Berlin eine Riesensumme von mehreren 1000 Dollars aufgebracht wird, nur um einen Boxer von Amerika kommen zu lassen, so ist Damit der Beweis gegeben, daß Geld vorhanden ist, das für wichtigere Dienste und gerade für das Heiligste, das wir haben, unsere Kinder, flüssig gemacht werden muß. — Aus Der Aussprache seien besonders die Ausführungen de« Med.-Rats W a I g e r betr. Pshchopaten und des. Dormundschafts- und 'Jugendrichters, Amtsgerichtsrat Gros, erwähnt, die besonders darauf hinwiesen, Daß wir im Verbrecher nicht den Qkrc- brecher, sondern den armen Menschen sehen müssen, der nur gar zu' oft ein Opfer falscher Erziehung, Der Verhältnisse und UmftänDe geworden ist. Erst gegen 7 Uhr konnte Der Vorsitzende die Versammlung schließen, Die sich besonders am Rachmittag eines reichen Zuspruchs auS allen Schichten erfreuen konnte. Zu gleicher Zeit war im Matthäussaal eine Ausstellung geöffnet, Die eine Menge von Zugend- und einschlägiger, Fachliteratur enthält und mancherlei Ergänzungen zu Den Ausführungen Der Verhandlung zu geben geeignet ist. H Turnen, Sport und Spiet. 14. DundeSfest des Turnerbundes „Lahn-DünSberg"« Das am Samstag und Sonntag in Waldgirmes abgehaltene Dundesfest des $.33- 2. D. nahm einen sehr schönen und würdigen Derlwls. Rach einem Kommers am Samstag abend begann am Sonntag früh um 6 Uhr Der Wettkampf, welcher unter der Leitung des BundesturnwartS ©eß mißt um 12 Uhr beendet war. Einem mustergültigen Festzug folgten Die gemeinsamen Freiübungen Der Turner und Turnerinnen, welche als wöhlgelungen bezeichnet werden können. Rach einem Dorspruch von Frl. Paula Schrupp und. einem Degrüftungslied des Gesangvereins „Lieder kränz" dankte Lehrer S ch r u p p der Gemeinde für ihre Unterstützung, und verstand es, in ler-; nigen Worten den Zweck der Turnsache her-, vorzuheben. Die Darauf folgenden turnerischen Darbietungen der Tv. Launsbach und 'Waldgirmes sowie die Volkstänze der Turnerinnen vom Tv. Wieseck sanden reichen Beifall. Der Dorsihende L. Daupert konnte vor Beginn der Preisverteilung mit Recht das 14. Dundesfest des T. D. L. D. als einen vollen Erfolg bezeichnen Bei der Preisverteilung konnte Turn- tixnt W. Schmidt nachstehende als die ersten in Den verschiedenen Stufen nennen: Oberstufe (Zwölfkampf): Ehrenpreis: W. Hcfmann 211 Punkte (Tv. Lollar), Aug. Best. 208 P (Tv. Waldgirmes), W. Bernhardt, 207 P. (Tv Wieseck) 1. Sieger: Ehr. Rühl, 191 P. (Tv Burkhardsfelden), 2. Sieger: H. Häaßer, 158 P (Tv. Burkhardsfelden), 3. Sieger: W. Stephan, 182 P. (Tv. Gr.°Duseck). Mittelstufe (Zwölfkampf): 1. Sieger: K. Dechthold 216 P. (Tv. Launsbach), 2. Sieger: Otto Sauer, 206 P. (Tv. Ruttershausen) und Wilhelm Müller (Tv. Launsbach), 3. Sieger: Hermann Rolshausen, 205 P. (Tv. Launsbach). Lin t erst use (Reunkampf): 1. Sieger: tfv. Deppler 159 P. (Tv. Dorlar), 2. Sieger: K. Pfeiffer" 156 P. (Tv. Gr.-Buseck), 3. Sieger: Rrchard Belten, 154 P. (Tv. Leihgestern). Altersstufe (Sechskampf): 1. Sieger: H. Frank 109 P. (Tv. Wieseck), 2. Sieger: 2. Hofmann, 107 P. (Tv. Lollar), 3. Sieger: R. Eisenhut, 104 P. (Tv. Wieseck). Turnerrnnen (Sechskampf): 1. Siegerin: Berta Kümmel, 110 P. (Tv. Wieseck), 2. Siegerin: Sina Simon. 105 P. (Tv. Wteseck), 3. Siegerin: 103 P P. Hildebrand und Anni Schäfer (Tv. Wieseck) Frieda Müller (Tv. Launsbach). Wirtschaft. — Ermäßigung der Ruhrkohlenpreise. Sie nach langen und schwierigen Verhandlungen dem Ruhrtvhlenbergbau noch einmal aufgezwungene Verlängerung der Micumver träge darf nicht darüber Hinwegtäuschen, das) dieieS System, Sachleistungen aus der deutschen Wirtschaft herauszüholen, eigentlich einen völligen Zusammenbruch erlitten hat. Wenn trotz der katastrophalen Wirkung dieser Verträge der rheinisch- westfälische Bergbau sich noch einmal Bereit erklärt hat, die Lieferungen fortzusetzen, so tut ec es wohl nur in der bestimmten Erwartung, daß schon in wenigen Tagen Mahnahmen getroffen werden können, die Len Bergbau vor völligem Ruin bewahren. Tie -Zusage b.-r Regierung Sah sie für den Monat Juli die Hälfte der Oft i cum- lasten übernimmt, gehört in erster Linie zu diesen Mahnahmen. Qltan darf auch nicht vergessen, daß heute schon jede Tonne Kohle, die der rheinischwestfälische Bergbau zur freien Verfügung har. je nach der Zeche mit 8—10 Mk. aus den Micum- Verträgen belastet ist, wovon allein 1 Mk. auf die Verzinsung der in den letzten Mona'en aufgenommenen Kredite kommt. Die Verschuldung Les Ruhrbergbaues infolge der Belastung durch die Micumverträge stellt sich nach amtl.chen Ermittelungen bereits auf 4—500 Mill. Goldmiark, nach Angaben aus bergbaulichen Kreien Hot sie bereits eine Höhe von 700 Mill. Gm. erreicht. Das sind in der heutigen Zeit ganz ungeheue-- liche Ziffern. Der Bergbau hofft nun, da er die Betriebe nicht einschränken kann wenn nicht alles zugrunde gehen soll, durch Ermäßigung der Kohlenpreife eine Hebung des Ansätze) herbeizuführen und damit eine brettere Basis zu schaffen. Die dank niedrigerer Preise scharf konkurrierende englische Kohle ist bereits auf ih em Siegeszuge bis in die dem rh.'inisch-westsäliichen Bergbau zunächst gelegenen Zndustrierevie e vor- ,gedrungen. Es wird trotz der Preisermäßigung -nicht leicht sein, das verlorengegangene Terrain zurückzugewinnen. Ob die Hoffnung berechtigt ist, daß eine Verbilligung der Kohlenpreise belebend auf die Llnternehmungslust der verarbeitenden Industrien zurückwirkt, ist angesichts der herrschenden Geldknappheit und Kreditnot zumindest zweifelhaft. Der Ruhrbergbau wagt das Experiment, «weil es tatsächlich im Augenblick keinen anderen Ausweg mehr gibt, um die Zechen vor dem Erliegen und die Schächte vor dem Ersaufen zu bewahren. Man darf wohl hoffen, daß auch das Ausland bei der Beurteilung der Kohlenpreis- .ermähigung die Beweggründe zu diesem Schritt würdigt und die Maßnahme als letzten verzweigten Versuch der Selbsterhaltung der Ruhrzechen richtig einschäht. * Die Großhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag vom 1. Ouli berechnete Großhandels-Indexziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem Stande vom 24. Juni (112,6) mit 112,6 unverändert geblieben, indessen sind trotzdem Preisveränderungen in den wesentlichen Warengruppen eingetreten, und zwar wurden die Ruhrkohlenpr-lse ab 1. Juli ermäßigt. Die Preise für Getreide und Fleisch haben dagegen angezogen. Don den Hauptgruppen stiegen in der gleichen Zeit Lebensmittel von 93,2 auf 96,4 oder um 3,4 Prvz., davon die Gruppen Getreide und Kartoffeln, von 79,3 auf 82,6 oder um 4,2 Proz., während Industriestoffs von 148,9 auf 143,1 oder um 3,9 Proz., davon die Gruppe Kohle und Eisen von 144,2 auf 136,2 oder um 5,5 Proz. sanken. Inlandwaren haben abgezogen von 102,2 auf 102,5 oder um 0,3 Proz., Einfuhrwaren haben nachgegeben von 164,7 auf 163,2 oder um 0,9 Proz. Für den Durchschnitt des Monats Juni ergibt sich ein Rückgang der Groß- 4andelsindexziffer von 122,5 im Durchschnitt des Monats Mai auf 115,9 oder um 5,4 Proz. Don Mn Hauptgruppen sanken in der gleichen Zeit Lebensmittel von 106,6 auf 97,9 oder um 8,2 Proz., Industriestoffe von 152,2 auf 149,6 oder um 1,7 Prozent, Inlandwaren von 112,2 auf 106,2 oder nm 5,4 Prvz., Einfuhrwaren von 173,8 auf 165,0 pder um 5,1 Proz. • «rÄDnIurTe tm l Halbjahr 1924. -Die Anzahl der Konkurseröffnungen spiegelt die gegenwärtige Krisis in voller Schärfe wieder. Rach einer Zusammenstellung der Finanzzeitschrift «Die Dank" sind im ersten Halbjahr 1924 1166 Konkurse (im Vorjahre 180) neu eröffnet worden, davon nicht weniger als 595 allein im Juni. Außerdem hat der Reichsanzeiger .1242 „®e= schäftsaufsichten" veröffentlicht, die aber nur einen Dell der insgesamt schwebenden Verfahren dar- stellen. * Ve rlängerte Geschäftsaufsicht bei Decker-S ta'hl. Da es bisher nicht möglich war, die Mittel zur Deckung von laufenden Verpflichtungen und zur Wetterführung des Betriebes zu beschaffen ist dem Stahlwerk Drcker vom Gericht die nachgesuchte Verlängerung drr Deschästsaufsicht bewilligt worden. * Ding°W erke vorm. Gebr. Ding A.-G. Olürnberg. Die G.-D. genichmigte den Vrilchlag der Verwaltung, den Rein^winn von 623 931 Billionen Mark auf neue Rechnung vor» zutragen. * Bayerische Elektrizitätswerke A.-G. München. Die G.-V. genehmigte die Regularien. Der Reingewinn von 68 402 'Billionen Mark wird vorgetragen. Die Verwaltung wurde entlastet. se *J Dom U^-u^utzlungsD-rk. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) 6% Deutsche RetchSanleth« . 4«/« Deutsche NeichSaulethe . SV,"/» Deutsche Neichsanlethe 3% Deutsche Reichsanleihe . Deutsche Sparprämienanlethe 4% Preußische Konsols ... 4°^ pesten........... SV,0/» pesten.......... 3% Pesten........... Deutsche Wertb- Dollal>Anl. dto- Doll.-Schay-Anwetlng.-) 4°/o Zolltürken 6% Gvldmertkaner Berliner Handelsgesellschaft. Commeri- und Prioat-Bank. Darm st. und Na-tonalbank . Teutiche Bank......... Deutsche Veretnsbank .... DiSeonro Lommandit .... Metall bank........... Miiteldeutsche Creditbank. . Oesterreichische Lreditanstalt. Westbank............ Bochumer Guß ...... Buderus...... ..... (£aro ............. Deutsch-Luxemburg...... Mlsenkirchenec Bergwerke. . Sarpencr Bergbau...... Kaltmerke SlscherSleben. . . . Kaliwerk Westeregeln. .... Laurahütte.......«... Oberbedarf...... »ff.9bau::::::: Riebeck Montan TelluS Bergbau........ Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd ..... d-ramische Werke Llbin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Tont-Guano .... Badische Anilin........ Aem'lch-Mayer Akaptn . . Goldschmidt......... KrieSi eimer Electron .... Höchster Farbwerke Holzverkohlung..... RutgcrSwerke ... Scheideanftalt......... Dllg. ElektrizttätL-Gesellschaft Bergmann........... Mamkraiiwerke...... . Schuckcrt..... Siemens k Halske ..... Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ...... Heyltgenstaedt....... Meguin Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Schuhfabrik Herz . . .... Sichel Zellstoff Waldhof ’ 3uderfa&nf Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel .. . 3n Slüloncn Prozent Frankfurt a. M. Berlin Schlub- fluro Sd)hn>* flure Schlutz' flu 0 Schluß Kur» Datum: 1.7. 2.7. 1.7. e. 7. 0,330 0,270 C.330 0,270 o.ssc 0,509 0,575 0,520 0,480 0,420 0,460 0.365 1,100 1 1,050 0,950 0,210 0,924 — 0,470 0.400 0,465 0,390 0,600 0,750 —* — 0,5(0 — «■— 0,550 0,650 0,850 4,8 4,2 4,8 4,2 79,75 78,5 79,75 5,75 | 6.30 5,87 5,25 24.75 22,6 24,25 22,40 5.S 3,55 3,75 3,65 7,37 7,?5 7,75 7 8,50 8,12 L,5 8 0,505 0.5-0 — — 8,75 8,50 8,7 8.40 12,50 12,26 * 2,3 2 2,12 1,9 0,300 0,330 0,300 — 0,300 0,3 0,470 0,400 - - • 46 45,6 8,20 7,93 8,2 7,8 9,12 9,25 8,25 6,60 45,75 44,?5 45,50 45,5 47,25 47,26 47,75 63 63 64 59,5 7,60 7,25 7,40 7,25 11,12 10,5 10 10,5 4,60 4,8 4,75 4,5 10,25 9,75 9,7 9,5 —- 25 — 24,75 22,5 22,5 29,2 21,5 36 84,75 84,75 34,75 1,40 1,4 — — 20,75 19,70 20 18,40 4,40 4,40 4,75 4,25 1,75 1,55 — 3 8,50 8,60 — i, 30 2,20 2,37 2,3 — — 8,50 7,6 12,60 Yü 12,5 12,7 12,25 9.5 9 8.8 11,75 11,25 12 11,12 0,7 9,62 9,75 9,5 5,/ß 6,60 11,13 10,25 11,4 10,37 13,2 18 *— 0,50 6,02 6,75 8,6 — 11,75 6.2 12,4 11,1 6,2 30 30 30 29 38,6 41 39,75 89,5 1,46 1,45 1,2 1,12 Ä 2,06 2,1 2,12 13 8,75 8 8,5 0,6 0,5 — _ — 0,56 0,6 0,6 11,25 11,5 E 1,5 V 1 1,3 2,1 2,1 2 1,9 3,70 3,40 3,5 8,25 8 8,20 8,10 3 3 8 3,1 2,45 2,45 2,5 2,75 Frankfurter Börse. Frankfurt a. OH., 2. Juli. (Drah'bericht öes „Gieß. Anz.") Tendenz: Anleihen schwächer. Aktien behauptet. — Die allgemeine Dörsenlage war heute bei Beginn als weniger zuversichtlich zu bezeichnen. Immerhin konnte sich der feste Grundton behaupten. Auf die Anspannung, die am Geldmarkt sich wieder geltend macht, hat sich die Realisativnsneigung stark ausgeprägt. Dies konnte aber nicht zur Verwirklichung kommen, da andererseits neue Kaufaufträge Vorlieben, namentlich aus dem Auslande. Das Geschäft bleibt ruhig und klein, da Anregungen fehlen und eine tarte Zurückhaltung für alle Märkte zu beobachten war. Die kommenden Ereignisse geben Anlaß, eine abwartende Haltung einzunehmen. Am Markte der deutschen Staatsanleihen sind infolge der sprunghaften Kurssteigerungen scharfe Wert- chwankungen vorhanden. Auch wurde hier stark realisiert, und die Kurse für alle Anleihen gehen mehr oder weniger zurück. 5prozentige deutsche Kriegsanleihe, anfänglich mit 300 gehandelt, muhte unter Schwankungen schließlich auf 270 nachgeben. Am Geldmarkt hat sich das tägliche Geld innerhalb einer Woche um das doppelte verteuert. Die Aktienmärkte lagen ruhig, behiellen aber ihre freundliche Stimmung bei. Im freien Verkehr ist die Haltung als ein wenig schwächer du bezeichnen. H-i 21/«, Decker-Kohle U/i. Benz 2V, Drown Doveri 1,4, Petroleum 10, Ufa 5. Grvwag 0,160. Am Devisenmarkt war der französische Frank erneut abgeschwächt. Der Alte auf Topper. Roman von Hanns bon Zobeltih. 6. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Wüst genug sah eS aus in dem Garten vor dem Schlosse. Die Dlumenbeete, die Eleonore Deate, die verwitwete Schwiegertochter, so sorgsam und liebevoll gepflegt, zertreten: die Rosen- stöcke abgehauen, der Wein, der schon so schon Trauben ansehen wollte, vom Spalier herunter« gerissen. And mitten im Weg lag der Karo, das treue Sier, verendet — eine Kosakenlanze hatte ihn mutwillig durchbohrt, als er bellend Xnn Gaule hochsprang. »Laß mir die Kreatur fortschasten und ein- scharren. Gleich nachher. Hörst du, Marzanke! Ich kann's nicht mehr sehen, Unb nu weiter im Text —“ »Beim Verworrner ein Pferd, zwei Kühe. Dem Krause die letzten drei Schweine, Wittke haben sie halb tot geprügelt, weil er das Versteck für sein Geld nicht zeigen wollte. Zwanzig Taler altes Geld —" „Votier' mir das, Marzanke. Der König muß das alles wissen. Die Leute müssen das ersetzt kriegen. Rach dem Kriege —. Rach dem Kriege . . wiederholte er böse, wie zweifelnd: wann wird der Krieg ein Ende haben? „Vom Danze drei Fuhren Hafer und ein Schwein. Fromitz sagt zwei Schweine an. Am ärgsten ha'n se aber Ehrwürden getan . .“ „Untrem guten Pastor? Die Hunde, die Hunde! Wieso denn? Viel fortlragm konnten sie doch nicht aus dem Pfarrhaus." -Grad' darum wohl, gnädiger Herr. Weil sie nichts Rechts gefunden, haben sie Ehrwürden nackt ausgewogen und gebunden auf den Boden in der Studierstub' geschmissen. Die arme Frau Magister aber ha'n sie im Rauchfang aufgehängt und mit den Büchern drunter geheizt, daß sie fast erstickt wär'. Da ist zum Glück der Junker Egidius dazu gekommen. . „He? Was?" „Jawohl, Euer Gnaden. Der Herr Junker hat das elende Geschrei gehört und ist hergelaufen und hat xtoei von den Llnholden mit den Köpfen aneinander geschmissen, dah sie gekracht haben. Ein paar andre Kerle ha'n ihn fassen wollen, aber die hat er abgeschuttelt wie die Hornissen. Gnädiger Herr wissen ja, was der Herr Junker immer noch für übermenschliche Kraft haben, wenn's über ihn kommt. Die Kerle haben's gar nicht kapieren können und ihn wie ein leibhaftiges Wunder angestarrt. Da hat er die Frau Magister heruntergeholt und Ehrwürden dir Stricke gelöst und dann bloß mit den Fäusten geblüht und ist gegangen. Keinen Mucks mehr ha'n die Schweinehund gewagt. . .“ Der Gestrenge sah wieder hinüber nach dem Schloß. Dorten sah vor der Haustür auf der Steinbank der alte Egid und sonnte sich. War ein Krippenreiter, wie sie'S ehemals genannt, zog von einem Vetter zum andern, der arme Kerl, ah nun aber schon ein Jahr oder darüber Top- persches Brot, wohl weil ihm grau Beate das mit besonderer ©fite reichte. Ja. . . der Egid! Einstens war er weit und breit als der starke Zabeltitz bekannt gewesen, hatte cinsn Ochsen werfen und einen Gaul im vollsten Lauf aufhalten können. Am Hose weiland 5tutfürft Augusts von Sachsen, Königs von Polen, in Dresdm, hall' Berliner Börse. Berlin. 2. Juli. (Drähtbericht des „®ieft. Anz.") Die 20proz. Ermäßigung der Kohlen- b reife wurde von der Börse mit etwas freunde sicher Stimmung aufgenommen, doch war die Haltung auf dem Markt uneinheitlich Man glaubt im allgemeinen daß es noch geraume Zeit dauern wird bis sich Die Wirkung der Preisermäßigung auf die verarbeitende Industrie herausstellt. Die Kriegsanleihe lag gleich zu Beginn ganz wesentlich ruhiger, als an den Vortagen. Man handelt« die 5proz. Reichsanlethe zu ungefähr 280. So verteilt sich Der Geschäftsverkehr mehr auf die anderen Märkte. Es waren heute auch wieder einige Auslandkäufe, vor allem von Belgien, zu konstatieren das sich für westliche Montan interessierte. Man glaubt, daraus auf eine günstige Beurteilung der Reparationsfrage im Aas- lande schließen zu dürfen, ilm gewisse Order kann es sich jedoch hierbei keinesfalls handeln, denn die Umsätze waren durchweg verhältnismäßig gering. Tägliches Geld war. wie es meist nach dem IXttimo der Fall ist, wieder flüssig. Am Devisenmarkt kam so gut wie gar kein Geschäft zustande. Der französische Frank lag nach seiner gestrigen starken Abschwächung 82V’i bis 82V3 etwas fester. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. lktti Billionen Mark außyebrüctt. SnenoMRreÄ, London, Neu« a Japan, $Rto de stau ein» für eine Einheit. Wien und apest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheiten) Telegraphische Auszahlung, (Ohne Gewähr.) Banknote«, (Ohne Gewähr.) 1. Juli S. Jlltt Repart. % _ 1-J2. Dmlltcbe Dotierung »InitHcOe Geld toftenmi Brief Geld «rief Am».-Rott. 157,61 158,24 157,70 158,80 Voll voll Drsi.'Antw. 19,15 19,28 18,95 19,35 voll voll Chnskianta. 56,96 56,24 56,08 68,34 voll »oll Koven Hagen 65,98 66,32 66,83 67,17 vost Noll Stockholm . 199,02 108,58 111,12 111,68 voll voll ■belfingforO. htalten. . . London. . . 10,46 18,075 10,51 18,175 10,47 18,03 10,59 18,13 voll voll voll voll 10,035 18,186 18,123 18,215 voll voll Reuhork .. 4,19 4,21 4,19 4,21 voll voll Ports. . . . 21,85 21,95 21,59 21,69 voll voll Schweiz . . 74,41 74,79 74,41 74,79 voll voll Svanien . . Wien in D.« 66,06 50,34 65,36 68,64 voll voll Oest- abgeft. 5,91 5,93 5,91 5^3 voll voll Prag . . . . 12,29 12,35 12,29 12,85 voll voll Budapest. . Buen.-Aires 5,09 1,845 5,11 1,355 6,09 1,345 3,04 6.11 1,955 voll DOll voll voll Bulgarien 3,03 3,07 3,06 voll voll Japan . . . Rio de Jan. 1,765 0,45 1,775 0,46 1,763 0,446 1,775 0,433 voll voll voll voll Belzrad . . 4.83 4,85 4,91 4,98 voll voll Lissabon . . 11,47 11,53 11,47 11,63 voll voll S-erlln, 2. Juli Geld 1 Brief Repart. Amerikanische Noten ..... Belgische Noten........ 4,11 13,05 66,58 18,09 4,21 18,98 66,9? 18 19 voll voll voll Dänische Noten ........ Englische Noten........ Franzöflsche Dtoten ...... 21>5 21*66 Poll Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten....... §37,01 18,03 65,86 5,93 1,69 110,92 74,71 65,11 12,28 4,94 «7,79 18,19 56,14 5,95 1.69 «1,48 74,79 66,39 12,34 4,96 voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten...... Markte. Berliner Produktenbörse. Derli n, 2. Juli. Getreide und Oelfaaten Per 1000 Kilo (sonst 100 Kilo) ab Station: Weizen, märf. 139 bis 144, Roggen, mark. 128 bis 135, Sommergerste, märt 138 bis 147, Sutter- Ferste 127 bis 135, Hafer, märf. 124 bis 134, Weizenmehl 21,25 bis 23,75, Roggenmehl 18,75 bis 21.25, Weizenklere 8,40, Roggenkleir 8,50, Raps 220, Leinsaat 260 bis 280, Viktoriaerbsen 19 bis 20, kleine Speiseerbsen 12 bis 15, Futtererbsen 12 bis 13, Peluschken 10 bis 11, Acker- bohnen 13 bis 14, Wicken 11 bis 12, Lupinen, blaue 9 bis 10, gelbe 13 bis 14, Rapskuchen 8,60 bis 8,70, Leinkuchen 18 bis 19, Trockcnschniheln 6,80, Kartoffelflocken 16 bis 16,50 Mk. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 2. Juli. (Drahtbericht des „Gieß. Anz") Es wurden heute notiert: Wetterauer Weizen 16,50 bis 17, Roggen, inländ., 15,25 bis 15,75, Braugerste 16,50 bis 17. Hafer inländ., 15,50 bis 16, Weizenmehl, südd. Spezial 0, 27,75 bis 28,75, Roggenmehl 22,75 bis 23,50, Weizen- und Roggenkleie 8,25 bis 8,75. Tendenz: Stetig. Aus dem Amtsverküudigungsvlatt. * Das AmtsverkündigunaSblatt Ar. 44 vom 1. Juli enthält: Maul- und Klauenseuche: Wahlen 8'am Kreistag: Vermißt: Kontrolle der Arbeitsbücher: Abschuß von Eichhörnchen usw.: Feldbereinigung Beltershain: Dienstnachrichten. Kunst und Wissenschaft. Die Gemäldesammlung deS Herzogs boW Westminster unter dem Hammer. Eine der berühmtesten englischen Privatfamm« hingen, die Grosvenor-Galerie, die sich jefct jm Besitz des Herzogs von Westminster befindet, wird demnächst bei Christie in London versteigert. Die beiden Perlen der Sammlung. Gains^moughs „Blue Boy" und Reynolds Bildnis der Schauspielerin Mrs. Siddons sind bereits vor einiger Zeit verkauft worden und befinden sich jetzt in der Sammlung des Amerikaners Huntington. Run werden weitere 63 Bilder in alle Welt verstreut. Darunter befinden sich hervorragende Meisterwerke: von Memling „Die Jungfrau mit dem Kind auf dem Thron", von Guido Reni „Die Jungfrau, das schlafende Christuskind anbetend", von Rubens nicht weniger als 4 Bilder: „Die Ruhe auf der Flucht", „Die vier Evangelisten", „Die Israeliten sammeln Manna in der Wüste", „Abraham empfängt Brot und Wein von MelchisÄ^k", von van Dyck „Die Jungfrau mit Kind und der heiligen Katharina", und von Andrea del Sarto drei Bilder, ein Madonnengemälde mit der heiligen Elisabeth und Engeln, ein Bild deS kleinen Jesus und ein Damenporträt. Bttchertisch. " * — Max Dürr, Die treuen Weiber (Verlag Walter Seifert, Stuttgart--Heilbvqim). Erzählungen aas Schwaben voll tiefen innigen Humors, voll Leben und Heimatsliebe, von W. Siebert-Leman eigenartig illustriert. — Weewolo Garschin,VonTieren, Blumen und Engeln, Märchen von einet stillen, besinnlichen Schönheit von Werner Schmidt mit entzückenden Zeichnungen illustriert und vom Pflüger-Verlag in München äußerst geschmackvoll ausgestattet. — Feuerrufe in Deutschland- Rächt nennt Paul SteinmÜller ein Büchlein voll ernster Mahnung zur Selbstbesinnung ant> sittlichen Umkehr (Verlag Greiner & Pfeiffer. Stuttgart). — DauernundHelden, GeschichtenauS Alt-Island, herausgegeben von Dr. W. Baetke (Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg). Eine neue Bücherreihe, die in würdiger Ausstattung und guter Liebersetzung die Schönheit und Gröhe der isländischen Sagas erschließen soll. In ihnen spiegelt sich das germanische Leben in dem Jahrhundert von 930—1030 wieder, hier sind di« Wurzeln unseres deutschen Volkstum-, an denen wir Genesung finden können. Bisher erschien als l.Dand: „Sh un, der Totschläger", die Entwicklungsgeschichte eines germanischen Bauernjungen zum streitbaren, hochgeachteten Recken. Der 2. Band „Die Schwurbrüder" gibt ein farbenreiches und lebensvolles Bild aus der ausgehenden Wikingerzeit, ein Abenteurerbuch und eine geschichtliche Rovelle von tiefem stttlichem Gehalt. — Als Reise-Rummer erscheint die Rümmer 4136 der Leipziger „Illustrierten Zeitung" (Verlag I. I. Weber). Heber das Reisen in Deutschland spricht Maximilian Krauß, der Direktor der Reichszentrale für deutsche Verkehrswerbung. Ein ebenfalls reich illustrierter 'Beitrag über die Sicherungsvorrichtungen im Eisenbahnverkehr von Arthur Fürst wird für viele Leser, denen dieses Gebiet bisher gänzlich unbekannt war, von Interesse sein. Rühlich« Winke über die schwierige Kunst des Packens gibt Ola Alsen. A. Reich zeigt in einer hübschen Zeichnung das Leben vor einer Schutzhülle in den Alpen, während Rudolf Lipus in humorvoller Darstellung einen Regentag in der Sommerfrische festgehalten hat. Interessant ist auch die Zeichnung von Hans Friedrich, die eine Vesuvbestei- gung im Kratergebiet darstellt. Adolph von Men^ zel war bekanntlich der erste Künstler, der Motive von der Eisenbahnfahrt auf Bildern dargestellt hat. Die Rümmer enthält Reproduktionen von einigen dieser sowohl kulturhistorisch wie künstlerisch hochinteressanten Werke deS Meister- mit einem kurzen Artikel von Dr. Valerian Tor- nius. Etwas ganz Besonderes bietet die Zeitung ihren Lesern mit dem doppelseitigen Aquarell von Claus Bergen „Von der Jungfernfahrt des Rorddeutschen Lloyd-Dampfers „ColumbuS". Ansichten aus den berühmten Feengrotten bei Saal- feld hat Alfred Seckelmann in zwei schönen, farbig reproduzierten Gemälden festgehalten. Zum 60. Geburtstage Fritz Grotemeyers, des bekannten Berliner Malers, bringt, das Heft zwei charakteristische Werke des Künstlers aus dem Orient ^Karawane" und „Straße in Jerusalem". Für die Frauenwelt sind eine Reihe von Modenbildern „Für die Sommerfrische" beigegeben. lUftlc'8 RiitdctMcfif, das gib Deinem Rind, haft du et lieb! MA < - a er, ward erzählt, als der Monarch, den sie auch den Starken nannten, einen silbernen Teller zwischen den Händen glatt rollte, deren zwei aufeinander gelegt, aufgerollt wie Papier und sich damit ein absonderliches Sstime erworben. Schritt also hinüber zu ihm, legte ihm die Hand auf die Schulter. „Hast du brav gemacht. Vetter. Das — mit unsrem guten Pastor. Ich dank' dir!" Aber der Egid sah nur wie verwundert auf, schüttelte den Kopf. Er vergaß oft von einer Stunde zur anderen. „Wie alt bist du eigentlich, Deller?" „Ich weiß nicht, Vetter. Mir ist, als ob ich so um Anno 1660 geboren sein sollle. Aber wer kann das behalten? Mag wohl im Riederwitzer Kirchbuch stehen —" Also fast hundert Jahre! Llnd schlug sich mit einem halben Dutzend Reußen herum, daß sie bah starr wurden. Der Egidius Zabeltitz. War doch ein stämmiges Geschlecht, gesund im Kern, das solche Kraft zeugte. Wolle Gott, dah sie auf Kind und Kindeskinder käme — „Somi' dich nur weiter, Vetter. Die liebe Sonne tut alten Knochen gut ... So also, Marzanke, sind wir am End' mit der Litanei?" „Den Stall vom Brückner haben sie ’runtergebrannt und unsre kleine Scheune —" „Rotier's! Rotier's! Des Königs Majestät muß alles bezahlen, wenn der Krieg vorbei ist... ja . . . wenn der Krieg vorbei ist. Laß mir jetzt den Braunen satteln, Marzanke." „Gnädiger Herr!" „Was soll's denn noch?" „Den Braunen haben heut die letzten von der Krippe weg mitgenommen —" Der Gestrenge fuhr so gewaltig mit dem Rohr durch die Luft, daß der Vogt citissime einen guten Schritt retirierte; mochte sich der Zeiten erinnern, wo er selber mit der Fuchtel üble Bekanntschaft gemacht hatte. Der Seitensprung war so possierlich, daß der Gutsherr wider Willen lachen muhte. „Lassen wir's gut sein, Marzanke. Müssen's eben zum übrigen schreiben. Immer hübsch auf notieren! Ja . . . so will ich denn zu Fuße gehen. Man hat sich an mancherlei okko- mvdieren müssen, warum nicht auch daran. Wer weiß, wozu es gut ist." Ehe er aber den Weg antrat, den er Vorhalle und der ihm sauer genug wurde, ging er noch einmal ins Haus, hart an dem alten Egidius vorüber, der in der hellen Sonne döste, daß es schier $um Rfiben war. Der hatte sich sein Lebtag keine Sorgen gemacht, das Seinige vertan und alle liebel weggescheucht wie Fliegen. Der Glückliche. Sah auch in der großen Vorhalle wüst aus und ebenso im Zimmer des Gestrengen. In der Vorhalle hatten die vermaledeiten Aussen, die nicht besser als die Hunnen waren, ein paar von den alten Erntekränzen von der Balkendecke gerissen und die Porträts von Vater und Großvater, die erst kürzlich der Monsieur Fabre in Frankfurt lünstlich nachgebessert, -so daß das Oel wie neu glänzte, wiesen ein paar traurig2 Lanzenstiche auf. Banditen! In der Stube nebenan, auf dem großen Cichentisch, standen noch die Reste des Rachtmahls, Flaschen und Gläser; ein halb Dutzend leerer Bouteillen Ungar lag auf den Dielen; in das Leder des tiefen Lehnstuhls hatte der ungebetene Gast mit den Sporen ein riesiges Loch gerissen- (Fortsetzung folgtj