Montag, 5. März 1924 174- Jahrgang Erster Blatt Annahme von Anzeigen für die Togesnummer bis zum Nachmitlag vorher ohne jedeDerbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlid)8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen D.70mm Breite 35 Goldpfennia, Platzvorfchrist20O/.Auf- fchlaq. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton. Dr. Friedr. Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Giehen. m. 55 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GietzenerFamiNenb lütter Monats-r«zvcrprets: 2 Goldmark u. 20 Gold- pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzeiaerSiehen. Postscheckkonto: Kranksurt a. M. 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen vniS mid Verlag: vrLHI'Iche Uaiverfitäls-Vuch- uni- Steinöraderci B. Lanze in Sietzen. Schriftleitung und S-schäftsstelle: Schullttatze Z. Landsleute, die da glauben, Idast Frankreich an die politische oder wirtschaftliche Vernichtung Deutschlands dcnkt oder gedacht hat, täuschen sich. Als Gläubiger Deutschlands wird Frankreich doch nicht die Torheit begehen, seinen Schuldner zum Elend verdammen zu wollen. Es ist selbst daran interessiert, daß Deutschland arbeitet, produziert und sich erhebt; und we,m es nicht will, daß diese WiedererHebung zur Hegemonie führt, dann hat es seinerseits keinen Hintergedanken nach einer kontinentalen Suprematie. Es hat auch ferner nicht die ambitiösen Absichten, die man ihm manchmal in England zuschreibt, und die im Widerspruch stehen mit allen Grundsätzen einer republikanischen Demokratie. Kein vernünftiger Franzose hat jemals daran gedacht, eine Parzelle deutschen Bodens zu ann-Äieren, noch einen Deutschen zu einem französischen Bürger zu machen. In keinem Augenblick wahrend der Frie« densverhairdlungen noch seither ist eine derartige Forderung erhoben worden. Das Frankreich das sich an der Steife Englands für die Freiheit der vor allem in der konkreten Form deutscher Zahlungen für die auf französischem Gebiet verursachten materiellen Schäden vor. Auch das englische Volk wünscht lebhaft, daß die Verwüstungen des Krieges wieder gut gemacht werden. Aach seinem Begriff haben aber diese Verwüstungen eine weitreichimde Bedeutung. Sie erstrecken sich auf ruinierte Absatzmärkte, aus die dahingeschwundene Kaufkraft, auf denAiedergangdesSchifssraumsund des Au st en Han del s, auf de Entwertung der Währungen und deren Mangel an Stabilität und auf die Arbeitslosigkeit. lich sind. 3n der Hoffnung, einen solchen Rückschritt zu vermeiden, habe ich mich in diesem Briese beschwer gefährdet wurde, wünscht vor allen Dingen die Wiederherstellung der europäischen Märkte, die allgemeine Wiederaufnahme der Arbeit und die Stabilität der internationalen Beziehungen. Die Interessen und die Wünsche unserer beiden Länder sind nicht unvereinbar, sondern stehen vollkommen im Einklang und können nur durch dir gleichen Mittel befriedigt werden. Wenn wir unsere Reparationen und unsere Sicherheit verlangen, so gehorchen wir keinem egoistischen Gefühl. Wir suchen einfach die Bedingungen eines dauerhaften Friedens für Europa zu realisieren. Oh e di.sen auf Gerechtigkcif aufgebauten Frieden würden ungl >ck ich.-rwri e das Handels- und das industriell? Leben, dessen Wiedergeburt England wünscht, nicht möglich sein. 3m Grgeateil, an dem Tage, an dem Frankreich für seinen Ruin entschädigt und vor Angriffen bewah.-t sein wird, wird der gesamt? Ko.ck nent mehr Chancen haben, die Ruhe Wiede.'zufinden. Diesen'gen 3hrer europäischen Angelegenheiten ergeben. So emp- 1 indet sie eine gewisse Furcht vor der starken I militärischen Lustmacht, die nicht nur in i Ost-, sondern auch, in Westfrankreich unterhalten wird. Sie fühlt sich verwirrt durch das 3nteresse, das 3hre Regierung für die militärische Organisation der neuen Staaten Mitteleuropas bekundet, und so fragt sie sich schließ lich, warum alle diese Detätigungssormen di« inanzielle Unterstützung der französischen Regierung geniesten, ohne Rücksicht auf die Tatsache, dast der britische Steuerzahler an 30 Millionen Pfund Sterling aufzubringen hat, um die Zinsen der in Amerika aufgenommenen Anleihen zu bezahlen. und dast untere Steuerzahler außerdem groste Summen opfern müssen, um die Zinsen für die französische Schild bei England zu begleichen, während Frankreich seinerseits, soviel der englische Steuerzahler sieht, für diese Schuld ein dem einigen entsprechendes Opfer weder gebracht noch vri geschlagen hat. Volkstümliche Empfindungen dieser Art sind, so irrig sie auch- sein mögen; Faktoren, die Sie ebenso wie ich- zu berücksichtigen genötigt sind. Aach meiner Ansicht ist es dieser Stand der öffentlich n Meinung in den beiden Ländern, der unsere Beziehungen in der Vergangenheit beeinträchtigte und für unsere beiden Regierungen Aniah gegeben haben dürfte, sich zu Streitigkeiten über öle Symptome der Krankheit hinreisten zu lassen, ohne dah sie sich bemüht hätten, in volle* Klarh it und mit g s'.indem Menschenverstand nach den Ursach n zu forschen. Das ist ein höchst ungesunder Zustand, der mich stark beschäftigt, und der, wie ich an» nehnrn darf, auch Sie beunruhigt. 3ch wünsche von ganzem Herzen, dah wir, Sie und ich. zusammen versuchen, diesen beiden Teilen der öffentlichen Meinung, der französischen und der englischen, das Vertrauen zu verschaffen, dah ihre Befürchtungen und ihre Empfindlichkeiten auf dem Wege sind, grundlos yi werden. Indessen ist es heute nicht meine Absicht, mich über Fragen zu verbreiten, wie die des R u h r g e b i e t e s, der Besetzung der Rheinlande oder die Pfälzische Frage. 3ch sag« lediglich, dah keiner von trtu, die die Obliegenheit haben, die öffentliche Meinung in England zu beobachten, es sich gestatten kann, die Au e n vor der dinngenden Rat- Wendigkeit zu verfchsie"^en. in diesem Punkte unverzüglich zu einer Re elung zu gelangen. 3ch bin mir völlig klar darüber, dah die Meinungs- v.rchichenhe ten, die hinsichtlich dioser Probleme zutage getreten sind, nur die Symptome eines weNerreichenden Mangels an gegenseitigem Vertrauen ta stellen. Ich sehe keine Möglichkeit für uns, über diese Fragen uns zu verständigen, wenn eß uns nicht zuerst gelingt, durch eine freimütige und mutige Auseinandersetzung eine Einmütigkeit hinsichtlich der wesentlichen Ziele zu erreichen im Verhältnis zu dcn.n, de-vn Probleme lediglich subsidäre Bedeutung haben. Denn, wenn ich unsere Beziehungen in einem weiteren Ssirne fasse, so habe ich nicht das Gefühl, dah unsere wesentlichen Ziele so'sehr vcneinander abweichen. Das französische Volk wünscht Sicherheit. das englische Volk hegt ein identisches 3deal. Während aber Frankreich- an Sicherheit nur insoweit denkt, als sie den Schuh gegenüber Deutschland allein gewährt, legt das britische Reich diesem Worte eine viel weiter gehende Bedeutung bei. Was wir wünschen, ist die Sicherheit vor den Kriegen. Aach meiner Auffassung ist das Sicherheitsproblem kein rein französisches Problem; es ist ein e uropäisches Problem, das auch England und Deutschland, Polen und die Tschechoslowakei, Ungarn und Südslawien, Rust land und Rumänien, 3talien und Griechenland berührt. Es ist sehr leicht möglich, dast in den kommenden zehn Jahren die Menschheit die allgemeine Abrüstung und die Ausbreitung der schiedsrichterlichen Verfahren über die ganze Welt erlebt. 3n der Zwischenzeit must unsere Ausgabe darin bestehcn, das Vertrauen wieder herzustellen; denn diese Aufgabe kann nur erfüllt werden, wenn man den internationalen Argwohn und die internationale Beunruhigung, tie zur Stunde eristieren, wohl versteht und beilegt. Ob dieses Ziel teil- - weise erreicht werden kann durch regionale Ent- militarisierungs- und Aeutralisierungsmahnah- men, durch die Schaffung neutralisierter Gebi-tZstreifen zwi- fdten gewissen Staaten unter gegenseitiger oder gar kollektiver Garantie und Ueberwachung oder aber durch irgendein anderes Mittel, das ist eine Frage, die sorgfältig im einzelnen erwogen werden must, das ist. glaube ich, eine Angelegenheit, in der der Völkerbund durch eine gleichzeitige Erörterung und eine eventuelle Aktion eine wichtige Rolle spielen könnte. Man müßte die Zustimmung und den guten Willen sämtlicher Länder Europas im Sinne einer derartigen Politik feststellen. Aber es handelt sich auch hier um eine Politik, die nur in Gang kommen kann, wenn Frankreich und England sich verständigt haben. Ebenso wünscht das französische Volk Reparationen : zu erhalten, und es stellt sich diese Reparationen! nehmen könnte? Unsere milllarifchen und Lufteinrichtungen sind einzig und all »in dazu bestimmt, uns gegen die Versuche deutscher Revanche zu verteidigen. Wir sind oft genug überfallen worden, um gezwungen zu sein, uns zu schützen. Wenn unsere Eiuröchtungen über unser ganzes Gebiet verstreut wurden, so geschieht das. weil unsere Derwal- turgrörganisation und die Bedürfnisse unserer Mobilisierung tS uns nicht gestatten, sie im Osten zu konzentrieren. Acer unse e Armee und unfevc Luftflotte sind nicht mehr ein Zeichen des Mist- trauens gegenüber England, als die britische Luftflotte und die britische Marine eine Bedrohung für Frankreich snd. ihtfere Politik gegenüber den Staaten der Klftnen En'ente hat immer den gleichen srrundschast.ichen Charakter gehabt. Bis zu dem Augenblick, in dem es möglich ist, wirkungs- Ein Briefwechsel Macdonalds mit Poinears Macdonald fordert eine großzügige Einstellung der Politik. Pari-, 1. März. (Wolff.) Dieser Tage fand »wischen Poincarß und Macdonald ein wichtigerDriefwechsel statt über die Eng- i land und Frankreich interessierenden austenpoli- - tischen Fragen. Der „Trmps" stellt fest, dast das i Schreiben des englischen Premierministers am vergangenen Sonntag in Paris ein getroffen und die Antwort Poincares am Mittwoch in London überreicht worden sei. Der französische Botschaft^ in London der am Donnerstag von Macdonald empfangen wurde, habe ihm gegenüber Öen Wunsch zum Ausdruck gebracht, dast der Briefwechsel veröffentlicht würde. Der englische Premierminister habe geantwortet, dast er dagegen nichts einzuwenden habe. 3n französischen autorisierten Kreisen wird erklärt, die Briefe Ramfah Macdonalds und Poincarßs könnten als sehr wichtige Dokumente bezeichnet werden. Beide Staatsmänner drucken hierin ihre Ansicht über die ernsten schwebenden Fragen aus und äufierten den gemeinsamen Wunsch, eine Politik zu betreiben, durch die der Völkerbund gestärkt werde. Macdonalds Bries. Der Dries, den Macdonald am 21. Februar nn Poineare richtete, hat folgenden Wortlaut. Der ftrundschaft iche Charakter der Antwort, die Sie auf meinen Brief vom 26. Zanuar gegeben haben, ermächtigt mich, den Versuch zu machen, eine neue Etappe in dem Aufklärungsdirnst der Schwierigkeiten zu versuche, die in den Beziehungen unserer beiden Länder entstanden sind. 3n dem gegenwärtigen Briefe ist es mein Wunsch dem gegenseitigen vollkommeneren Einverständnis den Weg dadurch zu ebiwn, dast rückhaltslos die Schwierrgkeiten untersucht werden, die mich erwarten, und die Art und Weise ausgedrückt wird, wie ich die Lage aufsasse. 3n der Lage, in der wir uns besrnden, will ich weder in eine Diskussion eintreten, noch bestimmte Vorschläge formulieren. Meine Absicht ist einzig und allein, Ihnen klar vor Augen halten dast nach meiner Ansicht die Schwierigkeiten und Streitigkeiten der Vergangenheit nicht absolut unvermeidlich gewesen find, und Sie der Bereitwilligkeit zu versichern, die ich in Zukunft zeigen werde, um das ganze Problem in seinen grasten Ctnien und feinen wesentlichen Bestandteilen einer neuem Prüfung zu unterziehen. 3n England ist das Empfinden weit verbreitet, dast Frankreich entgegen den Bestimmungen des Versailler Dertrags eine Lage zu schaffen versucht, die ihm das verschaffen soll, was es während der Friedensverhandlungen zwischen den Alliierten nicht habe durchsetzen können. Diejenigen unter meinen Landsleuten, die diesen Eindruck haben, stehen auf dem Standpunkt, dast das eine Politik ist, die nur die Ungewißheiten und Gefahren einer Lage verewigt, die man nicht Friedenszustand, sondern vielmehr Kriegszustand nennen mühte, mid dast diese Politik schließlich alle Sicher- heitsgarantien zunichte machen würde, die Frankreich vorübergehend durchgesetzt hätte. Es hat in Frankreich viele Kreise gegeben, die sich eingebildet haben, dast die restlose Hebergabe Deutschlands automatisch und für immer von einer Drohung befreien würde, die — darüber bin ich mir völlig f[ar — tatsächlicher Art war. Gewisse Leute Ijaben geglaubt, dah die Grenzen Frankreichs bis zum Rhein ausgedehnt werden mühten, wenn ihr Land eine unbedingte Sicherheit erzielen wolle. Diese Erwartungen sind enttäuscht worden. An Stelle der DHeingrenze hat man ihnen nur eine solidarische Bürgschaft Grvhbritanniens und der Vereinig en Staaten von Amerika an» geboten. Dadurch aber, dast Amerika sich abseits hielt, ist dieses Angebot hinfällig geworden. Seitdem haben die Franzosen mit einiger Berechtigung versucht, an die Stelle des Garantievertrages an» Here greifbare Garantien zu sehen. Was die R e» parationen anbelangt, so hat die Oesfentlich- teit in Frankreich eine weitere Enttäuschung erlebt. Weder die so gut wie unbegründeten Hoffnungen, die der Sieg hat entstehen lassen, noch dir 1921 erfolgten Schätzungen spezifischerer Art stehen tatsächlich in dem richtigen Verhältnis zu den wirtschaftlichen Zuständen, wie sie heute vorliegen. Die L a g e E n g l a n d s ist eine ganz anher* Untere Sicherheit zu Lande und zu Wasser ist vor Drohungen bewahrt, aber unser Wirtschaftsleben ist in schwere Gefahr gebracht worden, nicht dadurch, dah Deutschland auherftand« war, Reparationen zu zahlen, sondern durchs den tiesgehenden und anhaltenden Verfall der europäischen Märkte, dessen Hauptursache die ständige Ungewißheit der Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland ist, das crirtschaftliche Chaos, das, wie die heftigen Schwankungen des Wertes der deutschen Wahrung es bezeugen, anbauert, und schliestlich die Ungewißheit, die sich in den Beziehungen zwischen Frankreichs und England eingestellt hat. So ist es gefemmen, dast die Bevölkerung unseres Landes mit Besorgnis den in ihren Augen von Frankreich gefaxten Entschluh betrachtet, Deutschland zugrunde zu richten und auf dem Festlande zu herrschen ohne Rücksicht auf unsere vernunftgemäßen Interessen und die künftigen Folgen, die sich daraus für die Regelung der Es ist vielleicht schwerer, sich unsere verwüsteten Gebiete in völlig bestimmter Gestalt vorzustellen. Der Wiederaufbau wird fick/ weniger mit Händen greifen lassen und mehr Zeit in Anspruch nehmen, aber diese Verwüstungen existieren darum j bod)! und werden von uns ebenso grausam empfunden, wie die Verwüstungen für Frankreich existieren; und solange kein Heilmittel gefunden ist, werden die gegenseitigen Leiden uiid Sorgen unserer Weiche andauern. Bevor wir indessen diese Probleme erörtern können, müssen wir natürlich den Bericht der Sachverständigenkomitees abwarten. Ich warte ihn ab in der Hoffnung, dast die Sachverständigen 3hr und mein Land einander näherbringen werden Ich sehe keinen Grund, der verhindern könnte, dast dieses Problem, wenn es in weitestem Sinne ersaht und in Verbindung mit dem verwandten Problem der interalliierten Schulden der Prüfung unterzogen wird, in einem baldigen Zeitpunkt gelöst wird. Sobald England seine wirtschaftliche Stabilität in Europa hat, darf auch Frankreich die Zusicherung erhalten, dast seine gerechten Forderungen befriedigt werden. Auch hier wird die Mitwirkung der anderen europäischen Länder gesichert sein. Wenn Frank- reich und England sich zu verständigen vermögen, wird es aiub nicht unmöglich sein, vor die Vereinigten Staaten von Amerika hinzutreten nicht als Schuldner, die sich unter- aftrb^mron febtiaf tat TOunto Merit I geschlagen ha,t'ist "'‘lÄ ist. mit Hisse gegjnfeitig^Opfer uni> S«8entotlgcr Verständigung die Leiden unserer Volker zu 1€Pen von snan-^oryrrngen yaoen lindern. ton? niemals den Rhein als Grenze verlangt. Auf einer derartigen Grundlage möchte ich Wir haben nur gefordert, daß Deutschland mit 3bnen unsere in der Schwebe gebliebenen Pro- nicht mehr Herr fei, fich des Rheins als mili- blerne erörtern. Dann toerben toir eine Verstau- järische Basis bei einem neuen Angrfff gegen digung über die wesentlichen Grundlahe, die uns Frankreich zu bedienen. leiten, in i>ie Wirklichkeit umsetzen können, und , x _ . „ . _ .. wenn diese Grundsätze von den Volkern und der Wir haben verlangt, dast im Interesse eines all- offentließen Meinung in der Welt miteinander in gemeinen Friedens der Flust eine JBar- Einklang gebracht werden können, so habe ich kei- riere gegen Angriffe bilde. Das war der neu Zweifel, dast subsidäre zahlreiche Stagen, so ^teAmte, den Marschall Foch nach dem^ffen- sehr sie ineinander verwickelt sind, und so schwie- stillstand zum Ausdruck gebracht hat. Weder ber ria sie sich gestaltet haben mögen, nicht unlösbar OberftEmumanbiercrtbe der alliierten Heere noch sein werden Wenn wir uns jeder in die Masse die französisch: Regierung haben 1919 emen einher Einzelheiten verstricken lassen, die im Zusam- zigen Augenblick den Ge^lnken gehabt, einen menhana mit Problemen entstanden sind, die der Kubikzentimeter deutschen Gebiets den franzosi- Ruhr- und Psalzfrag? angeboren, bann werden scheu Gebieten emzuverlerben Was mich an- sich, unsere lei'enden Ziele von neuem verdunkeln, betrifft, der ich damals Präsident d^ Republik und wir werden in denselben mühseligen, ausge- war, so habe ich meine Meinung Grostbrltannlen tretenen Zirkel von Kontroversen und Zwistig- und Lloyd George durch emeu Brief vom 28. Aprll leiten über Punkte hineingeraten, die vielleicht | 1919 erläutert. Ich wurde es fur^llug gehalten ihre Wichtigkeit haben, aber nicht minder wesent- habeu, die Besetzung des linken Rheinufers solange auszudehnen, bis der Friedens vertrag vollkommen ausgeführt ist. Ich war der Ansicht, dah oermeu^u tu, ..uu, u. , das das sicherste Mittel wäre, Deutschland zur müht, das' aufzustellen, was ich als die wesentlich- Erfüllung seiner Verpflichtungen zu bringen Es sten Daten des Problems betrachte. hatte übrigens die gleiche Methv^ ^$1871 3ch wiederhole, mein lieber Ministerpräsident, selbst zur Anwendung gebracht. Aber in diesem es gibt eine Augenblick war ich wie heute — das muh wohl- Hellung der europäische« Verhältnisse h^l h^Wel^^Enttäuschungen^die Sie die Güte — das ist meine Lleberzeugung — nur dann, wenn hatten, nicht in Zweifel zu ziehen, auch Frank- wir, Frankreich und England, mit voller gegen» reid) erduldet haben mag, es hat niemals auster- seitiger Sympathie für unsere Bedürfnisse und h^sp dessen, was ihm ber Friedensvertrag au- unter klugrr Berücksichtigung der Interessen ber erkennt, irgenb etwas gesucht. Wenn dieser Der- gefamten Welt gemeinsam vorgehen. Zu diesem trag ausgeführt worden wäre, so hätte es Zusammenwirken bin ich vollauf bereit Ich bin sich niemals beklagt. Am Tage des Sieges hat Ihr sehr aufrichtiger es keine unbegrenzten Hoffnungen gehegt RamsahMacdonald. Es hat nicht auf unmögliche Zahlungen gehofft. Es hat einfach gehofft, dah man ihm bas zcchle, Äiib ^IntWOrt ^Otncnres inns man ihm schulde. Es hat einfach auf den vom 25. Februar auf den Dries Macdonalds hat Respekt vor den gerebenen Unterschriften gezählt, folgenden Wortlaut: Unter tot irrtümlichen Auffassungen, die sich et*. mH fn ci i Teil der os ent.ichrn Memung zu eigen gemacht lesen. Ich bin vollkommen mit Ihnen einig dann, £1 f wirfti-h (Snalänber w!is dasErposä der zu regelnden Fragen grifft, stun^en^z^t Gibt es zu sehr auf Details eingehen noch konkrete Vorschläge formulieren. Aber ich will Ihnen die Versicherung geben, dast ich bereit bin, mit Ihnen die Prüfung der großen Probleme anzuschueiden, die noch in der Schwebe sind, und ich werde hierbei den Geist des Entgegenkommens und der Loyalität mitbringen, der Sie beseelt. Sie haben Recht, zu sagen, dast die öffentliche Meinung in unseren beiden Landern sich auf verschiedene Standpunkte gestellt hat, aber bei einem gegenseitigen guten Willen können wir dazu gelangen, diese bedauerlichen Mißverständnisse zu beseitigen. Frankreich ist feit dem Frieden von zwei berechtigten .legitimen Sorgen erfüllt' es will die Reparation seiner materiellen Schäden und die endgültige Wiederherstellung ferner Sicherheit. Grohbiitannien seinerseits, dessen Wirtschaftsleben durch den Krieg vollere Gmxmttsn für Ne Aufrechterhaltung des Friedens xu schaffen, ttxnen totr bemüht, den Kontakt mit allen Rottonsn ausrecht zu erhalten, die ein Interesse an der loyalen Erfüllung der Verträge haben, dve das tnare Statut Europas ausmachen. Hier gibt eS nichts, was England schädigen kann: derrn seit vier Jahren haben wir nicht auf- oehört. zu erklären, baß wir eine Zustimmung Au dieser Freundschastsgrmppierung als di« beste Friedensgarantie annehmen würden. Indem wir den alliierten Staaten Mitteleuropas die notigen Mittel zu ihrer Verteidigung geben, haben wir übrigens nichts getan, was uns hindern konnte, unsere eigenen Schulden zu bezahlen. Die Vorschüsse, die wir geleistet haben, sind übrigens nur gegen Sicherheitspfänder erfolgt. In allen diesen Punkten bin ich der Heberzeugung. baß freimütige Aufklärungen ohne jede Heimlichkeit in unseren beiden Ländern unzutreffenden Auslegungen ein Ende machen und Vorurteile zerstören werden, die durch Irrtum und falsche Informationen eingegeben find. Um mit größerer Sicherheit die öffentlich? Meinung unserer Länder zu einer gerechten Beurteilung der Dinge zurückzuführen, glaube ich wie Sie, daß wir uns über die Fragen zweiten Ranges erheben, und vor allem die Zukunft unserer Länder und die Befriedigung der Einmütigkeit im Auge haben müssen. Wir haben da- Ruhrgebiet besetzt, um Deutsch« land dazu zu bestimmen, daß es seine Schuld gegenüber Frankreich begleicht, und um den hartnäckigen Widerstand der Magnaten der deutschen Industrie zu überwinden. Diese- Druckmittel wird, wie wir angekündigt haben, außer Tätigkeit treten, sobald Deutschland sich seiner Verpflichtungen entledigt hat. Ferner wird auch die Besetzung der Ahrinlande ein Ende haben, wenn die vom Friedensvertrag ausgestellten Bedingungen erfüllt sind und unsere Sicherheit garantiert ist. Die Sachverständigen werden sehr bald ihren Bericht einbringen. Die Reparationskommission und die alliierten Regierungen werden entsprechend ihren jeweiligen Kompetenzen die von den Sachverständigen erstatteten Gutachten prüfen. Dann tonnen wir, hoff« ich, rasch zu einer Gesamt- r e a e l u n g gelangen unb durchsetzen, daßDeutsch- lano sie zur Ausführung bringt. Ich danke Ihnen dafür daß Sie mir erklären. Sie betrachteten die Frage der alliierten Schulden als zusammenhängend mit der Reparativ n s f r a g e. Es ist unendlich wünschenswert, daß sie zu gleicher Zeit geregelt werden könne. Die Regierung der französischen Republik hat, wie das englische Kabinett, die fest« Absicht, den Völkerbund zu stärken und seine Aufgabe auszugestalten. Wenn es nur von uns abhängig gewesen wäre, würde der Völkerbund von Anfang an über stärkere Aktivnsmittel verfügt haben, als sie ihm zugeflanden wurden. Wir sprechen den Wunsch aus, daß der Bund in dem wachsenden Vertrauen der ihm angehövenden Staaten die ganze Autorität finde, deren er bedarf, um seine Million! wirksam erfüllen zu können. Möchten die Fort» schritte, die er macht, und die Entwicklung d«S internattonalen Schi^sgerichtSverfahrens eS den assoziierten Rationen ermöglichen, eine systematische Einschränkung der Rüstungen vorzunehmen, durch die nicht die friedlichsten unter ihnen den Unternehmungen der kriegerischsten auSgesetzt sind. Ob es sich übrigens um bie Steigerung des Prestiges des Völkerbundes, um die Beschleunigung der Wiedergutmachung der Kriegsschäden oder um die Ausrichtung des Weltfriedens handelt, ich-habe gleich Ihnen die lleberzeugung, daß die Resultate sich um so sicherer und in um so günstigerer Gestalt sich einstellen werden, je enger Ein vernehme« zwischen unseren beiden Ländern ist. Ich hin Ihnen dankbar dafür, daß Sie das selbst mit so grober Klarheit festgestellt haben. Ich Cann mir ebensowenig wie Die eine Trennung Frankreichs und Englands voneinander oder ein gleichgültiges Verhallen des einen gegenüber dem anderen Lande vorstellen. 'Den Preis für diese älnflimmigkeiten würde nicht Frankreich, nicht England allein, den Preis wurde ganz Europa. würde die ganze Menschheit zu zahlen haben. Wir sind es der Zivilisation fdyulßtg, einig zu bleiben. Da unsere beiden Regierungen sich dieser Pflicht bewußt sind, ist es nicht benfbar, daß wir uns nicht verständigen, um sie erfüllen zu kennen. Rehmen Vie, mein lieber Premierminister, die Versicherung einer höchst aufrichtigen Ergebenheit Entgegen. P oincarH. Für die Freiheit der Pfalz und des Rheins. Mannheim, 1. März. (WB.) 3m Ribe- lungenfaal des Mannheimer Rosengartens. Deutschlands größtem und schönstem Festraum, in dem sich g^en düüO Personen versammelt batten, fand heute abend der feierliche Festakt desM ann» Heimer Pressetages statt, der sich zu einer machtvollen Kundgebung für die Freiheit der deutsche« Rheinlande und besonders der Pfalz gestaltete. Bold nach 8 Uhr erschien der Reichs- Präsident E be r t mit dem Reichswehrminister Dr Gehler, dem Reichsminister für die besetzten Gebiet«. Dr. H o e f l e. dem Reichswirtschaftsmrnv ster Dr. H a m m, ferner dem bayerischen Ministerpräsidenten Dr. v. K n i l l i n g, dem badischen Staatspräsidenten Dr. Köhler und dem hessischen Staatspräsidenten Ulrich, sowie zahlreiche andere führende Staatsmänner und namhafte Vertreter von Wirtschaft, Kunst und Wirtschaft. Besonders zahlreich hatten sich die hartbedrängten Pfälzer Volksgenossen eingefunden. Rach einleitenden Orgelvorträgen des Kirchenmnstkdirektors Arno Landmann und des Mannheimer Ra- ttonaltheatervrchesters unter Leitung des Generalmusikdirektors fiert, sowie einem Vorspiel zu einem Drama von Franz Schrecker unter Leitung des Komponisten ergriff als Vertreter der Ortsgruppe Mannheim des Verbandes der südwest- dnitfchen Presse Haupt sch riftleiter Schoel daS Wort zu seiner Ansprache. _ Hierauf hielt der badisch« Staatspräsident Dr. Kohler eine Ansprache, auf die der Reichs- ^sident Ebert erwiderte. Dann sprachen der boherpche Ministerpräsident Dr. v. Knillina und der Minister für die besetzten Gebiete, Dr Hvefle. A ,'^um betonte Reichstagsabgeordneter Hof f man n - Ludwigshafen den Eharakter der Umgebung US eines überwältigenden Zeichens der deutschen Einheit. Wenn die Rheinbrücken auch vom Gegner gesperrt seien, so seien dafür tausende von Brücken inner halb Deutschlands und in die weite Welt hineinaeibaut worden. Der Schlüssel zur Separatistenherrschaft in der Pfalz sei die lOOOjährigeAnnejrions- politik Frankreichs, der die Ruinen in der Pfalz and in Heidelberg ihre Entstehung verdankten. Wenn es ein Menschenrecht gebe, dann erhebt sich die Frage, ob neben dem 21«* sprach auf Sicherheit der BesatzungStruppen auch eine solche auf Sicherheit der einheimischen Bevölkerung bestehe. Hab« das französische Volk kein Gefühl dafür, dast am Rhein ein ohnmächtiges Volk in Sklavenketten geschmiedet sei, dessen Erwachen eines Tages für seinen Peiniger schrecklich sein könne. Rach zehn Jahren Krieg müsse Europa endlich berfricbet werde und zwar durch die Rückgabe der Menschenrechte. Die irtncic Geschlossenheit sei dir Waffe des wehrlosen pfälzischen Volkes gewesen. Der Redner gedachte zum Schlüsse auch der Folter, der die Pfälzer Presse unterworsen gewesen sei und der zahlreichen Kundgebungen, die im Reiche die deutsche Einheit förderten und liest seine Rede in ein Lied auf di« Pfalz und ein Hoch aus Deutschland ausllingen. Die Begeisterung, die sich bei jeder Rede in lebhaften Beifallsbezeugungen geäußert hatte, fand ihren Riederschlag in den feierlichen Gesang der Rationalhymne, womit der politische Teil des Abends fein Ende erreichte. Reichsbankpräsident Dr. Schacht, der zur Feier nicht erscheinen konnte, hatte zur Kundgebung ein Begrüstungstelegramm gesandt. Die belgische Kabinettskrise. Paris, 2. März. sWTB.) Rach einer Meldung au- Brüssel wird die Ministerkrife nicht vor Montag abend gelöst werden. In untev» richteten Kreisen glaubt man, dast die Sozialisten außerhalb jeder Kombination bleiben müßten. Man nimmt an, baß der Abgeordnete Van de Dyvere, der ziemlich england- freundlich und der französischen Politik nicht feindlich gesinnt sei, ernste Aussichten habe, mit der Kabinettsbildung betraut zu werden. Der Brüsseler Korrespondent des „TempS" berichtet, daß der geschästsführende Ausschuß der liberalen Partei einsttmmig beschlossen habe, daß die Liberalen ihre Zustimmung zur Zusammenarbeit mit dem katholischen Staacksminister R c n k i n geben werden. Der Ausschuß habe sich auf den Standpunkt gestellt, daß überhaupt das Zusammengehen von Katholiken und Liberalen unter dem Vorsitze eines katholischen Politikers sehr schwer zu verwirklichenr, wenn nicht unmöglich sei. Gr sei der Auffassung, baß Theunis das Kabinett neu bilden und in den Stand gesetzt werden müsse, die belgische Reparationspolttik zum Ziele zu führen und dann Reuwahlen vorzunehmen. Dr. Schacht in Paris. Paris. L März. (WTB.) Reichsbank- Präsident Dr. Schacht wird wahrscheinlich am nächsten Montag wieder vor den Sachverständigen erscheinen. Aufhebung von Ausnahme- mahregeln. Berlin, 1. März. (Wolfs.) DerReichS- Präsident hob durch eine Verordnung verschiedene noch in Kraft befindliche Verordnungen, die früher auf Grund des Artikels 48 der Reichsverfassung erlasen waren, auf. Es handelt sich u. a. um die Verordnung vorn 26. Juni 1922, wonach Regimentsfeiern und ähnliche Veranstaltungen verboten wer.^en könnten, und um die Verordnung vom 10. August 1923 über das Verbot p -riodischer Druckschriften D'efe Verord- nungm sind durch die Verordnung über die Auf- Hebung W militäri'ch--n Ausnahme.ustarrdes und der Abw hr staatsf -indlicher Bestrebungen vom 28. Februar inhaltlich überholt. Wie die Berliner Blätter mttte’.Ien, hat der pveu^iche Minister ks? Innen Vevering an die Ober» und RegferunasprafOenten, die Land- räte und OrtSp^lrz ibehör'en eine Terfügnng zu der Aufhebung des militärischen Ausnahmezustandes erlassen In her Beifügung heißt es: Durch daS Außerkrafttreten der Lkrordnungen des MilitärbefchlsHabers ist tauch das vorn Chef der Heeresleitung era-nngnrr V erb ot der Kommunistischen Parteihinfällig geworden. Dagegen sind dir vom Minister Srver' ng schon vor Verhängung deS Ausnahmezustandes verfügten Verbote der v'-o'etari'chen Hundertschaften, des ReichSausschu's S der ke ttschen Betriebsräte und deS Zentralausschusses Ter Grost-Be-liner Dr- t- i bsräw in Gell'mg geblieben. Das Verbot der Deutschvölkischen Fre i he i t s Pa r tei wird nur insoweit aufrecht erhalten, als es sich auf die ialS militärische Kampforgantsation zu betrachtenden drutschvölkischen Hundertschaften bezieht. Sturm in der Berliner Sozialdemokratie. Berlin. 2. März. (Priv.-Tel) Heute fand in Berlin der Dezi rksp arteit ag der Sozialdemokraten von Berlin und Teltow-Deeskow statt, um die Aufstellung der- Kandidaten für die R eick. stag s wa h l vorzunehmen. Die radikale Richtung forderte alS Spitzenkandidaten Crispien und Zubeil, während die Richtung des Parteivorstandes bzw. der Reichstagsfrallion für Heil mann und Eduard Bernstein als Spitzenkandidaten «in» trat Crispien und Zubeil wurden schließlich g e w ä h l t. Im Anschluß hieran kam es. wie die „Montagspost" meldet, zu heftigen Auseinandersetzungen. die damit endeten daß Heilmann, Bernstein u. a. ihre Kandidatur niederlegten. Dereinzelt soll von einer ganz sicher bevorstehenden Spaltung gesprochen worden sein. Der Parteivorfitzende D i t t- mann, der zur Einigung mahnte, wurde niedergeschrien. (Ein unruhiger Tag in Jena. Jena. 2 März. (WTB.) Hm den vom nO u n g ß u r m“ für Sonntag geplanten Deutschen Tag zu stören, hatten die Kommunisten erhebliche Kräfte nach Jena zufammen- gezogen. Die Landespolizei mußte vielfach tm Laufe des Tages gegen starke kommunistische Demonstrativnen und Hmzüge einschreiten. CS । wurden über 200 Personen aus dem kommunistischen Lager wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt verhaftet, darunter ! auch zwei kommunistische Landtagsabgeordnete. Der Festtag des „Iungsturms" konnte programmmäßig durchgeführt werden. Hm Mitternacht war die Ruhe überall wieder hergestellt. Der Hitlerprozetz. München, 1. März. (Wolff.) Der Ange- llagte Hauptmann a. D. R ö y m sagt aus, an den entscheidenden Besprechungen mit Hitler undKrle- bel habe er nie teügenommen. Der Angeklagte schildert dann die Vorgänge vom 8. Aovember, wobei et bemerkt, bei der Veranstaltung der Reichs-Kriegsflagge im Löwenbräukeller habe er die Mitteilung von der Ausrufung der nationalen Regierung cchalien. Daraufhin sei er mit den Verbänden vom Löwenbräukeller abmarschiert und zum Wehrkreiskommando gezogen. Die Versuche, eine Verbindung ml tfiossow zu erhalten, waren aber vergeblich. Die Rachricht, daß die Reichswehr Im Anmarsch sei, habe er erst zu einem viel späteren Termin bekommen. Die Verteidigung des Wehrkreiskommandos sei von ihm angevrdnet wor- !den, als das Anrücken von Tanks gemeldet toor» k>en sei. Dir weiteren Schilderungen des Ange- llagten beziehen sich auf die schließliche Kapitulation des Wehrkreiskommandos vor den Reichswehrtruppen. Auf eine Anfrage des Gerichtsvorsihenden erklärt der Angeklagte, daß er an den vorbereitenden Besprechungen wegen der Ausrufung der nationalen Regierung am 7. Rovember nicht teilgenommen hätte. Weiter stellt der Angeklagte fest, daß er Befehl gegeben habe, daß auf die Reichswehr nicht geschossen werden dürfe. Auf eine Frage des Vorsitzenden führt der Angeklagte aus, er hätte aus den Verhandlungen den Eindruck gehabt, dah zwischen Hitler und Lossow vollständige Hebereinstimmung be- stehe. Als am 9 .Rovember vormittags gesagt wurde, Lossow und die Reichswehr seien gegen und, habe er erklärt, daß er zu Ludendorff stehe und bai Wehrkreiskommando bis zum Tode, verteidigen werde. Es entwickelt sich darauf ein großes Frage- und Antwortsplel zwischen dem Ersten Staatsanwalt, der Verteidigung und dem Angcllagten. Dabei greift auch Hitler ein, der erklärt, er habe die politische Leitung deS Kampfbundes nur unter der Bedingung übernommen, daß, wenn einmal ein Weg festgelegt worden war, nicht dagegen opponiert werden dürfe. Röhm stellt ferner fest, daß die AbzugSbedingungen nicht so, wie sie für die Besatzung des Wehrkreiskommandos vereinbart worden waren, erfüllt wurden. Man habe weder ihn noch den anderen ehrenvoll behandelt. Der Angeklagte Oberleutnant der Reserve und Studierender der Staatswissenschaft Wilhelm Brückner legte die Gründe für feine nationale Einstellung dar, die durch den AuSbruch der Revolution veranlaßt wurde. Ramentlich habe daS Verhalten Eisners in ihm einen fanatischen Haß wachgerusen. Rach der Befreiung Münchens, an der er mitgewirkt habe, habe er die lieber- zeugung gewonnen, baß nur Hitler mit seiner anttmarxistischen Einstellung der Mann sein würde, der Deutschland 'befreien könne. Von den Besprechungen vor dem 8. Rovember hatte der Angeklagte als militärischer Führer keine Kenntnis. 2lls am 8. Rovember vormittags der Befehl kam, nach dem Löwenbräukeller zu marschieren, habe keiner seiner Hnterfüßcer von dem Plane Kenntnis gehabt. Di« Begeisterung und der unbeschreibliche Jubel sagten ihm, daß die Ausrufung der nationalen Regierung unbebingt der Volkswille sei. Der Angeklagte komnrt dann auf die bereits bekannten Vorgänge zu sprechen und betont, er habe keinen Augenblick den Eindruck gehabt, daß Kahr, Lossow oder Seiher das Wort gebrochen hatten. Wenn in der Anklageschrift behauptet werde, baß über die Stellung der fiandespvlizei kein Zweifel bestehen tonnte, so müsse er das absolut bestreiten. Für ihn sei bie Teilnahme an dem Zug in die Stabt selbstverstänblich gewesen. Der Angeklagte glaubt nicht, daß bie Schießerei an der Feldherrnhalle durch den Schuß eines seiner Leute ausgelöst wurde. Hitler übergab Brückner eine Photographie der Schußeinschläge an der Residenzmauer und begründet darauf seine Vermutung, daß die gefallenen Sipoleute in ba6 Feuer der eigenen Leute hineingelaufen sind. Er sei stolz darauf, daß er den 8. und 9. Rovember mitgemacht habe und er würde heute genau wieder das gleiche zu tun bereit sein. Die Sitzung wirb darauf um 1/81 Hhr abgebrochen und die nächste Verhandlung auf Montag vormittag anberaumt. Die Leipziger Messe. Leipzig, 2. März. (WTB.) Am heutigen M'-sß-sonntag schief hon in bei ersten Dormittags- ftunber? gleichknach der Eröffnung der Messe- verkehr und das Geschäft außer- gewöhnli ch stark Sein, die alles in den letzten Jahren gewohnte k ei weitem übertrafen. Es zeigt fick» deutlich. f*aß die Entwicklung der deutschen Wirtschaft wieder «auswärts geht und der öeifc- zlier Messe hierbei eine führende Roll« zutommt. Bereits in bon Mickagsstunden betrug die Zahl dr Geschällske ucher auf Grund der ausgegebenen Einkaufsab^lchen und Ausstellerkarten über 120000, bie ein bisher auf keiner Messe erreichter Rekord ist. Aus der T e r t i l m e s s e, wo am Vormittag das Groß- Textil-Messehaus eröffnet wurde, war bei deutlich wahrnehmbarem Preisabbau das Geschäft lebhaft. Aus der Schuhleber messe hei-rschte rege Tätigkeit, insoweit die Fabrikation berechttg- ten Wünschen des Handels en'gegenkommen tonnte. Auch auf der Ra hrungs» und Genuß- ml 11 c l m e s s e zeigte bei reger Beschickung das Geschäft lebhafte Beteiligung des Auslandes. Auf der- Papier- und Dugra-Messe diente der erste Tag hauvtsächlich Orientierungen. In Anbetracht des vorliegenden Bedarfs dürfte auf ein starkes Geschäft zu rechnen sein. Die Edelmetall-, Hhren- und Schmuck- messe zeigte ein lebhaftes Geschäft, sowohl nach dem Inlande. als auch nach dem Auslande, welches für die deutschen Qualitätswaren sich sehr interessiert zeigt. Die Meßstände in der inneren Stadt für Glas, Keramik. Spielwaren, für das Kunst gewerbe. für Haus- und Küchengeräte, zeigte ebenfalls eine hohe Besucherzahl, die auf ein starkes Geschäft schließen läßt. Auf Grund des Eindrucks des ersten MeßtageS herrscht bei den Ausstellern und den Einkäufern eine zuversichtliche S t i m m u n g. Die technischeMesse weist ausgezeichnete Leistungen der deutschen Maschrnenindustrie auf. Sie steht tm Zeichen der Qualitätsarbeit und feinsWk Konstruktionsausarbeitung aller Einzelheiten. Der Andrang war schon in d?n ersten Vormittagsstunden so stark, bah zeitweilig der Zugang zu ber Halle gesperrt werben mußte. Die Braun- kohlenfachmesse war bereits auf ben ersten Wurf gelungen. Die Motorenmesfe unb bie Daumefse sinb absolut einwanbsrei. Die Textll- maschinenmesse weist die beste Fabrikation Deutschlands auf diesem Gebiete aus. Die Transportmittel und Kleinfahrzeuge sind erstklassig vertreten. Aus Stadt und Land. Gießen, den 3. März 1924. Die Tollwut. 3n der letzten Zeit sind in Frankfurt a .M. und Hmgegend, Darmstadt unb im Kreise Groß- Gerau zaKretche Fälle von Hunde-Toll- wut festgestellt worben. Da noch tollwutkranke Hunbe umherstreifen, muß mit einem vermehrten Auftreten ber Seuche gerechnet werden. Zum Schuhe des Publikums, dem die umßeriaufenben tollwutkranken Tier« bekanntlich sehr gefährlich werden können, werden von amtlicher Seite folgende Merksätze über die Tollwut bekÄkntgegeben, mit denen sich jedermann vertraut machen sollte. Wesen und Verbreitung der Tollwut. Die Tollwut ist eine ansteckende, schnell verlaufende Krankheit. Sie kommt am häufigsten beim Hunde vor, kann aber auch auf alle übrigen warmblütigen Tiere und auf den Menschen übertragen werden. Die Krankheit wird hauptsächlich durch den Biß toutfranfer Hunde verbreitet. K ennz eichen der Tollwut der Hunde Die Hunde zeigen zuerst eine Veränderung in ihrem gewohnten Denehmen, indem manche von ihnen still, traurig, verdrießlich werden, mehr als sonst sich an dunkle Orte legen, andere dagegen sich unruhig, reizbar und zum Deißen oder Fortlcrufen geneigt zeigen. Viele wutkranke Hunde verlassen in den ersten Tagen der Krankheit das Haus und ihren Herrn und laufen mehr oder weniger weit davon. Die meisten dieser Hunde verlieren schon in den ersten zwei Tagen der Krankheit den Appetit nach gewöhnlichem Futter, aber sie verschlucken von Zeit zu Zeit andere Dinge, die nicht als Rührung dienen, wie zum Deisptel Erde, Stroh. Holzstückchen. Lappen u. dgl. Tolle Hunde zeigen eine andere Art deS Dellens, sie geben nämlich nicht mehrere voneinander getrennte Laute oder Schläge der Stimme, sondern nur einen Anschlag und ziehen den Ton etwas lang in die Höhe Diese Art des DellenS ist ein Hauptkennzeichen der Krankheit. Manche Hunde bellen viel, andere sehr wenig. Bei den ersteren wird nach und nach die Stimme heiser. Fast alle tollen Hunde äußern eine größere Beißfucht als in gesundem Zu- stände Bei manchen tollen Hunden tritt bald beim Eintritt der Krankheit, bald in deren weiterem Verlaufe eine lähmungsartige Erschlaffung der Kaumuskeln ein. infolge deren der Hnterftcfer etwas herabhängt und das Maul etwas offen steht. Alle tollen Hunde magern in kurzer Zeit f e h r a b, sie bekommen trübe Augen und struppige Haare, sie werden nach etwa fünf bis sechs Tagen allmählich schwächer tm Kreuze, zuletzt im Hinterteile gelähmt, und spätestens nach acht bis neun Tagen erfolgt der Tod. Schuhmaßregeln gegen die Tollwut. Zur wirksamen Bekämpfung der Tollwut ist es unerläßlich, daß die Vorschriften des Reichs- viehfeuchengesetzes und seiner Llusführungsbestim- mungen genau beobachtet werden. Es ist daher vor allem notwendig, daß jedermann, der davon Kenntnis erhält, daß ein Hund an Tollwut erkrankt ober ber Tollwut verbächtig ist. namentlich wenn er andere Tiere oder Menschen gebissen hat, der Ortspvlfteibehörde sofort Anzeige erstattet, damit diese ben zuständigen beamteten Tierarzt zuziehen kann. Hunde unb Katzen, die von der Tollwut befallen oder der Seuche verdächtig sind, müssen von dem Besitzer sofort getötet oder bis zu polizeilichem Einschreiten in einem sicheren Behältnis, wenn möglich unter fester Ankettung, eingesperrt werden. Bei der Gefährlichkeit der Tollwuterkrankung des Menschen unb ben außerorbenHldj günstigen Ergebnissen der Tollwutschuhimpfungen muß dringend geraten werden, daß jeder, der von einem tollwütigen oder tollwutverdächtigen Hund gebiffen toorben ist, so rasch als irgenb möglich sich der Schutzimpfung unterzieht unb zu diesem Zweck nach vorheriger 2lnzeige bei der OrtspoIizei- behörde des Wohnorts und dem zuständigen Kreisgesundheitsamt, das die Llnmeldung bei dem Institut für Infettionskrankheiten besorgt, sich nach Beriln begibt. Hm weiteres Hnheil zu verhüten, ist es außerdem dringend notwendig, den Hund, der gebiffen hat. sofort zu ermitteln unh durch das zuständige Kreisveterinäramt untersuchen zu lassen. Gießener Wochenmarktpreise am 1. März. (Händlerpreise.) Es kosteten: Butter bas Pfund 1,80, Matte 0,18. Wirsing 0,40 bis 0,45, Weißkraut 0,25 bis 0,30, Rotkraut 0,40, Gelbe Rüben 0,20 bis 0,25, Rote Rüben 0,25 bis 0,30, Endivien 1,50. Unter*’ Kohlrabi 0,08, Grünkohl 0,40, Rosenkohl 1,20 bis 2,00, Feldsalat 3,00, Tomaten 2,50, Zwiebeln 0.25 bis 0,30, Meerrettich 0,40 bis 1,00, Schwarzwurzeln 0,80 bis 1.00, Aepfel 0,20 bis 0,25, Birnen 0,25, Käse 10 St 0,50 bis 0,70, Eier das Stück 0,14, Blumenkohl 0,60 bis 3,00, Salat, ausl. 0,70 Lauch 0,20 bis 0,50, Sellerie 0,20 bis 1,00 Mark' * Vornotizen, — Lageskalender für MvntaM Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Jackie Coogan^. — Palast-Lich tspiele: „ Fremden!, gionär Kirsch". — Aus Dem S ta d 11 h ea t e r b u rea u wird geschrieben: Rochmals sei darauf hingewiefen. daß bei der morgigen Aufführung der Operette „Katia, d i e T ä n z e r i n" ht? außer Abonnement stattfindet. Gutscheine Gültigkeit haben. Die 'Ausführung tit die des Werckes — Vom Konzertverein wirb uns getrieben: Rach längerer, durch die wirtschaftlichen Verhältnisse erzwungener Pause gedenkt der Kon- zertverein die früher von Ihm gepflegten Sinfonie- konzerte wieder in seinen Spielplan aufzunehmen. Günstige Llbmachungen mit der Rauhelmer staatlichen Kurtovelle, die auch in früheren Jahren ihre Kräfte zur Verfügung stellte, lassen das finanzielle Wagnis ckls nicht mehr so bedenllich wie früher er» hol I. DienS vvrmittai Schlörbskb Ser Sem« hohsottim ÄstriÜ Äi = 0,88 AM T Buche Eiche U Astreil Stöcke: Distrikt La rechts und Büchel ßa'mbn EMrr Eiche $ld 2. Stellt 11 äl-r Distriüen uni Elge zum Ausl Skämr = 1,56 511 0,25. Ach Bangen: Auhlnü-t Buche 154 Hainbuche 1,8, Keser Stammtet' Meifig: Ne 100, Zichl 2et de stelgetung Summern W teils ftäßttt . Zusann Wu 6 ntüIiSvt Auvpe -Ache I.: Ni «JbbiMtt Ji3 unb 8 Aennhoi Jnttpp, »L Ä ^eg jrt i Tichelsl Hessisch Honig »>l:S «t W. » ÄÄ KÄ dien-n. g w t|i worden- do von W Dollar «n nerschn; SerW kausssur» jeder Kavsi land, sond in deren » he« ist d Siede". auch die machungst- Sendungen -Zu -lauen' sämtliches Üche und Tletschaue gung W i ordnet. • Dlndem imgefähtc Ziegen b llchen T Zeichen ( z eichen, s ort, der das Dies des Bies tigfeitflbauer Ser llrsprungSzeugntfte t>e* Tage, von der Ausstellung an gerechnet. Die Gültt, abzugeben 1256D 1488V Löber. Steppdecken "irm I Reisender •«KrtHcMt niiq der Sühmarenbrandie MM für gaben otfudit. I llenftflöt 56. m.Schaf Wollfüllung labatin M. 45.—au, Halbwollfüllung von M. 30.— an, Daunendecken mit bester Füllung von M. 100.— an mSgttchst aus der Sützwarendranche mit Domizil Gießen gegen Gehalt und Provision gesucht. 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Kl. 6 St. --- 0,50, Fichte 5b- Kl. 2St. 0,36; Derbstangen Fstm.:^AHorn 1. Kl. 1 St = 0,05, 2. Kl. 10 St = 0,23, Esche 1. Kl. 15 St — 1,20, 2. Kl. 27 St. = 2,33, Fichte 2. ÄL 100 St. = 3,39; Nutzscheiter Rm.: Buchen 26 (Rollen); Scheiter Rm.: Buche l.Kl. 214, 2. Kl. 2, Eiche 4; Knüppel Rm.: Buche l.Kl. 134, 2 Kl. 3, Eiche 76, Kirschbaum 8, Aspe 2, Ficht« 5; Knüppelreisig Rm.: Kiefer 20; Reisig Rm.: Buche 441, Eiche 224; Stöcke Rm.: Buche 41, Eiche 38, Aspe 4, Fichte 2. Beginn der Versteigerung 9 Uhr vorm. im Distrikt Mühlberg. Treffpunkt Appen- dömer Hof. Londorf, den 1. Marz 1924. Hessische Oberförsterei Rabenau. lernten 6te MufMr dB tii rtttWM av Darauf traten sie bx den Streik. Die KaffeehauSbesttzer behelfen sich vielfach mit Hilfskräften, die sich reichlich onmeten. Wo keine Konzerte stattfiaden. wurden die Preise erheblich herabgesetzt — Dor einer Woche wurde im hiesigen Slisabechenkrankenhause in der Rächt ein Mann eingeliefert, dessen Hand vollständig zerschmettert war, so daß sie sofort a b- genommen werden muhte. Der unbekannte Mann wurde durch zwei Männer in einem Auto in das Krankenhaus gebracht. Die Fremden fuhren rasch davon und konnten trotz aller Rachforschun- gen nicht ausfindig gemacht werden. Der Schwerverletzte, dessen Persönlichkeit bis jetzt noch nicht feststeht, verweigert über den Dorfall jede Auskunft Arm hat die Darmstädter Kriminalpolizei in Sprendlingen die berden Kommunisten Friedrich Stroh und Friedrrch Ebner verhaftet und nach Darmstadt verbracht. Man glaubt, diese Festnahme mit der Tat in Zusammenhang bringen zu können, denn am Abend deS 22. Februar wurde in der Wirtschaft des Friedrrch Stroh zu Sprendlingen ein fremder Mann verbunden, der an Kopf und Schullern oerletzt und dessen eine Hand nahezu abgerissen war. Frankfurt a. M., 2. März. (WTB.) Heute vormittag fand auf dem Dömerberg eine Sympathiekundgebung der Frank- für ter Bürgerschaft für die bedrängten Volksgenossen am Rhein und in der Pfalz statt, die durch eine Ansprache deS Reichstagsabgeordneten Pfarrer Ko re ll besondere Bedeutung erhielt und einen tiefen Eindruck hinterlieh. Briefkasten der Redaktion. Rach RriSkirchen und Büdingen. Don anonymen Einsendungen machen wir feinen Gebrauch worden. Der Sperrbe^rk umfaßt die Gemarkung Grohen-Dufeck. daS De^bachtunasgebiet besteht aus den Gemarkungen Beuern, Oppenrod, Rödgen, Trohe und Alten-Buseck. 3n Weh lar ist die Seuche unter dem Viehbestände des Landwirts Anton Meister und des Holzhändlers Christian Clo o s festgestellt worden. • • Die Besteigung des Mount Eve- re ft 3n außerordentlich fesselnder Weise schilderte Dr. Detter von Darmstadt am Samstag und Sonntag in der Reuen Aula der Universität die gewaltigen bergsportlich-wissenschaftlichen Unternehmungen, die englische Dergsteiger-Erpedi- ttonen unter der Leitung des Generals Druce 1921 und 1922 zur Eroberung des höchsten DergeS der Erde, des Mount Everest, unternommen haben, ohne aber dabei ihr Ziel erreichen zu können. 1922 kamen die kühnen Hochtouristen bis auf 8321 Meter hinauf, von da bis zum Gipfel deS Dergriesen im Himalaja find es aber noch immer 561 Meter. Was damals nicht gelang, will General Bruce mit seinen Gefährten jetzt noch einmal versuchen, und deshalb hat er sich anfangs Februar in England aur dritten Expedition eingeschifft, von der er den vollen Erfolg, die Eroberung des 8882 Meter hohen Mount Everest, erhofft. An Hand von prächtigen gelungenen Filmbildern, die der Redner seinen einführenden Worten mit entsprechenden Erläuterungen folgen lieh, konnte man den Verlauf der 1922er Expedition Druces in allen Teilen verfolgen. Man sah die kühne Touristcnschar mit ihrem großen Trotz von eingeborenen Hilfskräften auf der Bahnfahrt, dann auf dem Wafsser durch 3nbten8 wunderbare Landschaften, man begleitete sie im Geiste über die gewaltigen Hochebenen Indiens und Tibets mit ihren hohen landschaftlichen Reizen, weilte mit ihnen unter den Tibetern, wo der Höhepunkt des Erlebens em Besuch beim Talai-Lama von Ronabuk war, und beobachtete sie schließlich bei ihrem unsagbar mühe- und gefahrvollen Angrissauf den Dcrg- riesen, wo Menschenwille und Menschenkraft in aufopferungsvoller Hingabe an ein großes Ziel schier Äedermenschliches vollbrachten und dann doch noch kurz vor dem Ziel scheiterten. Aber ungebrochen ist der Wagemut, der nun zum dritten Mal auf fein gewaltiges Objekt losgehen will. Es waren selten erlebnisreiche Stunden, die der Dortragende seinen Gästen bereitete und die ihm mit lebhaftem Beifall gedankt wurden. trägt 30 Tage, von der Ausstellung an gerechnet. Den Bürgermeistereien ist die sorgfältigr Ausstellung der Gesundheitszeugnisse xur besonderen Pflicht gemacht. — Reuerdings ist die Seuche auch in Grohen-Dufeck amtlich festgestellt Sauberes Mädchen für Haus u. Laben gesucht. Zn erfranen in d. GekchäsiSitelle d. Gieß. Sin*. [017797 Ordentliche- IiknstiMkn ,o,orÄb. iTE Geschäftliches. Kali darf im Boden nicht fehlen, wenn die übrxgcn Nährstoffe voll zur Wirkung kommen sollen. Dies kann durch eine Düngung mit den bekannten Kalisalzen leicht erreicht wer- den und man hat die Gewißheit, dah auch dre letzten Restchen der so teueren Phosphorsaure- und so wertvollen Stickstoffdüngemrttel vollständig ausgenuht werden. Zudem ist heute Kaimt billiger als vor dem Kriege, so daß seine Rentabilftät sicher gewährleistet ist. Kali gebrauchen alle Pflanzen ohne Ausnahme, besonders kali- bedürftig sind aber die Kartoftel und die Rübe, dann die Gerste und der Roggen, auch die Wiesen lohnen eine Kalidüngung fast regelmavft sehr hoch. holzverfleigenmg. 1. Dienstag, den 4. März dS. IS. von vormittags 10t Uhr ab, werden im Schlörbschen Saale, aus den Waldungen der Gemeinde Ruppertsburg folgende Holzsortimente unvorgezeigt versteigett: Distrift Röthe: 1 Lärchenstamm 4. Klaffe - 0,86 Fstm. Distritt Buchwald (Weide): Scheiter- Buche 38 Rm.; Knüppel: Buche 200, Eiche 13, Kirschbaum2,7, Fichte8,7Rm.; Astreifig: Buche 110, Eiche 4 Rm.; Stöcke: Buche 7, Fichte 6 Rm. Distritt Langenberg am Langder Weg rechts und links und Rödern: Scheiter: Buche 148 Rm. ; Knüppel: Buche 290, Hainbuche 6, Eiche 52, Birke 1. Aspe 2, Elsbeer 5 Rm.; Astreifig: Buche 160, Eiche 11 Rm.; Stöcke. 24 Rm. Fichtenreisig in Abteilungen. 2. Freitag, den 7. März d. IS., vorm. 11 älhr anfangend kommen ans den Distrikten Langenberg (Herzau, Glashau und Elgersbach) folgende Holzsortimente zum Ausgebot: Stämme: Esche 6. Klaffe 10 Stück = 1,56 Fstm.; Derbstangen: Esche5Stück 0,25, Fichte 2 Stück 0,06 Fstm.; Reis- stangen: Fichte 75 Stück — 0,52 Fstm.; Dutzknüppel: Lärche2,3Am.; Scheiter: Buche 154 Rm.; Knüppel: Buche 395, Hainbuche 2, Eiche 84, Elsbeer 5, Dirke 1,8, Kiefer 3, Lärche 1, Fichte 17 Rm.; Stammreisig: Buche 137, Siche 7 Rm.; Astreifig: Buche 155 Rm.; Stöcke: Buche 100, Eiche 1,2, Fichte 38 Rm. Fichtenreisig in Abteilungen. Bei dem in der Herzau zur Der- Weigerung kommenden Holz sind die Hummern unterstrichen und wird dasselbe teils vor- teils unvorgezeigt ver- steigert. 1398V Zusammenkunft und Anfang in der Herzau beim Teich. Auf Verlangen erteilt Förster Steinbach nähere Auskünfte. Ruppertsburg, den 27. Februar 1924. Hessische Bürgermeisterei Ruppertsburg. 3. D.: Fritz, Beigeordneter. al- gern gesehener Frühlingsbote in einer Wohnung der Steinstraße daS herannahende Ende der winterlichen Herrschaft an. Der frühe Gast wurde uns heute früh auf der Redaktion präsentiert. KreiS Lauterbach. 'Lauterbach, 1. März. Der Stadtvorstand hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, den Prämienmarkt Wiederaufleben zu lassen. Der diesjährige Martt soll mit dem am 11. 3uni siatt- findenden Vieh- und Krämermarkt zusammen abgehalten werden. Gleichzeitig soll an diesem Tage, wie in früheren Hahren, eine Verlosung statt- finden. Starkenburg unv Rheinhessen. • WvrmS, 1. Mürz. Freiherr Eorn. Wilh. vonHeylzuHermsheim, Ehren- bürger der Stadt Worms, hat letztwillig verfugt, daß an seinem Geburtstage der Hilfsbedürftigen gedacht werden solle. 3n Ausführung dieser hochherzigen Verfügung haben die Testamentsvollstrecker dem städtischen Wohlfahrtsamt in den letzten Tagen 1000 Zentner (5 Eisenbahnwagen) Kohlen zur Verteilung an bedürftige Angehörige miltelständlicher Kreise und an Angehörige solcher Kreise, die unter den Wirkungen deS Krieges bedürftig geworden sind, überwiesen. Hessen-Nassau. ss Marburg. 2. März. Trotzdem gewaltige Schneemassen den Verkehr hinderten, fand der gestern hier in den Stadtsälen abgehaltene Bauern tag eine so große Beteiligung seitens der Landbevölkerung, wie sie hier noch nicht gesehen wurde. An die Begrüßungsansprache sellens deS Vorsitzenden deS Marburger Krcisbauernvereins, Landwirt Mink- Wolfshausen, reihlen sich Vorträge des Landtagsabgeordneten Sonnenschein-Marburg über „Deutschlands Rot und seine Landwirtschaft", des Herrn Meyer- Marburg über „Die neue Steuerbelastung der Landwirtschaft", und des Vorsitzenden des Kurbessi- scheu Landjugendbundes, Heran K a i s e r-R-Holzhaus en über ^Deutschlands Zustinft und seine Landjugend". Später schloß sich ein Winterfest an, bei dem Marburger Studenten das Schauspiel „Alt-Heidelberg" ausführtem fpd. Frankfurt a M., 2. Marz. 3n den Kaffeehäusern und den Kinos streiken die Musi k e r, weil die vom Verband der Musiker geforderten Löhne von den Kaffeehausbefttzern und Kinvinhabern abgelehnt worden sind. Die Arbert» geben wollten einen Wochenlohn von 55 Goldmark bei täglich fiebenstündiger Arbertszert geben. 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Das erste solche Konzett soll Sonntaa. 9. März, in Form einer musikalischen Matineeinder neuen Aula 6er Universität stattftnden. • • Die Wahlen zur Hessischen vandwirtschaftskammer so'.lln, wie wir hören, am Sonntag, 6. Apttl, stattftnden. • • Der Mindestbeitrag zu den Handelskammern ist vom Ministerium für Arbeit und Wirtschaft mit rückwirkender >Kraft bis 1. Januar 1924 auf 5 Goldmark jährlich festgesetzt worden. Zur Forderung der Kinderspei- fung in Deutschland. Vom Gießener Ortsausschuß für die amerikanische Knrderhilfe wird uns geschrieben: Das .Allen-Comittee" hat beschlossen, zur Förderung der Sammlungen für die Kinderspoisumg sich auch der Uebrrschüsse zu bedienen, die aus einem gut durchgeführten Lebensmittelpaketversand erwachsen können. Zu diesem Zweck ist in Amerika die Einrichtung getroffen worden, dah Freunde, Bekannte und Verwandte von Deutschen in amerikanischen Banken für zehn Dollar eine Anweisung auf ein über IZent- 7t c r schweres Lebensmittelpaket (Dahnkiste) Mehl, Zucker, Kaffee, Reis, Fett usw. kaufen können. Der Zn halt dieser Kisten ist infolge günstigen ®in- , faufg für weniger als 10 Dollar erworben, so daß , jeder Käufer nicht nur seinem Freunde in Deutschland, sondern zugleich der Kinderspeisung hilft, in deren Kasse der Ueberschuß flieht. Alles Rädere ist durch das Städtische Wohlfahrtsamt, Gießen, Gartenstrahe 2, zu erfahren. Hier erfolgt auch die unentgeltliche Abgabe der Dekannt- machungsfcrnullare und Bestellzettel für die Sendungen. •• ZurDekämpfunaderMaul-und Klau enfeuche hat das Kreisamt ©leben für sämtliches im Drfitze von Viehhändlern befindliche und für das auf Märtte oder öffsntliche Tierschcuren gebrachte Klauenvieh die Beibringung von Ursprungszeugnissen ange- > ordnet. Aus den älrsprungs»eugnissen muß bei Rindern Geschlecht, Farbe, Abzeichen und das ungefähre Alter, bei Schweinen, Schafen und Ziegen die Art und Stückzahl, sowie bei sämtlichen Tiergattungen etwaige besondere Kennzeichen (Ohrmarke, Hautbrand, Hornbrand, Farb- Deichen, Haarschnitt usw.), ferner der Llrsprungs- vrt, der Rame desjenigen, cms dessen Bestände das Vieh stammt, und der Tag der. Entfernnung des Viehs aus dem Llrsprungsort ersichtlich sein. KleinLinden Gasthaus zur deutschen Eiche. Morgen Dienstag 4. März. Großes Vockbierfest verbunden mit Tanz Masken polizeilich verboten. Anfang 8 Uhr. 15050 Anfang 8 Uhr. (Stoße BeröieoWWH! Großer BersicherunaSkvniern, alle Bran« wen. hat die Aaentur mit späterem Inkasso für den hiesigen Platz zu vergeben. Es wollen sich nur Herren melden, denen an dem Siuibau eines umfangreichen Geschäftes gelegen ht. Hobe Provisionen Nichtsnchleute werden etngenrdeilet. Off. unter 1494D an den Gien. Anzeiger. BBHaeBHBHHaHaeee Lieh, den 3L März 1924. M7891 Die Beerdigung findet Mittwoch, 5. März, nachm. 3'/, Uhr statt. Frau Alma Burk nebst Kind Wilhelm wind f Friedberg (Hessen) 846C Verschiedenes 7 Kocht Bratet 'AchtenSie ober 91 die Originalpackung-!* bnMMi 'M Gardinen weit unter Tagespreis 1495 D prompt lieferbar. Betaroerls- ti. Bimöeöatl 6. m. ö. ff. Zn verkaufen Fritz Nowack WaschefabriK und Ausstattungshaus 1489a ‘ ^JnmniTnniininwTTTTnnwnnTnnnfflnwnninnTnwnmwwnnnmTnTnTnT^^ WMWUMMWWM Tüchtige Vertreter zum Besuche der Privatkundschaft gesucht. Angebote m. Ref erbet. .m. h. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats: Freiherr von Wangenheim. Bad-Nauheim, den 28. Februar 1924. Sonder-Angebot für die Woche vom 3. bis 8. März 1924 Sterilisiert Backt Dämpft Dorrt •Mihi jede Werteng. AwMreneee oder Ueber- tanfer- der dpeteeB ene- geeeblweeee, #>•/« mehr Nlbrkreft der Speieee. Vertut« 8to Prwpelrt •w 4« ML Aktiengesellschaft Ludwigsburg (Württ) 'Malz- kaffee Albach, 2. März 1924, Beerdigung Dienstag, den 4. März, 3 Uhr. Für die Hinterbliebenen: H. Groh, Lehrer. 017818 Halbstores, prima Ltamine und Erbstüll Madras - Garnituren, gute Qualität, hell und dunkelgrundig Spannstosse in allen Breiten Vitrag, weiß und farbig, für Küche und Treppenhaus geeignet Scheibenschleier und Galerieborden Rouleau-Köper, creme und weiß in allen Breiten Der Vorstand. wieder aus Laaer. Carl haa; jr. L'olzhandlnng, Frankfurt. Str. 59. Telephon 1682. [i e3c Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines lieben Mannes, sage ich allen auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank. 017673 Heute verschied im 42. Lebensjahr HerrDr.jur. Heinz Krantz der Begründer und Leiter unserer Organisationen. Glänzende Begabung, nie erlahmender Schaffensdrang und vorbildliches Pflichtbewußtsein haben ihm im steilen Aufstieg die Führerschaft in der fortschrittlich gesinnten südwestdeutschen Landwirtschaft gegeben. Sein Verlust ist unersetzlich. Dem Geiste des Verstorbenen entsprechend werden wir sein Werk weiterführen. Reformbund der Gutshöfe Der Bundesvorsitzende: Oberamtmann Güngerich. Gutsreform e. G. m. b. H. Frauenhaare! »S- Nur 2 Tage DienStag und Mittwoch Zahle an diesen Tagen Ausnalnnevreise: Jeder nehme die aünitine Ver- faufdöclenenbeit wahr, die nicht so leicht wiederkehrt. DrZWind.MuriMgrS. Kein Laven! 1482.) Heute starb nach langem, schwerem Kranksein im 49. Lebensjahre meine gute Frau, unsere liebe Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie Groh geb. Schnellbacher. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine gute Frau, unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Marie Zimmer geb. Buß nach kurzem Krankenlager zu sieh in die Ewigkeit zu nehmen. In tiefem Schmerz: Wilhelm Zimmer, Ortseinnehmer Nottweiier Hündin. 2 JaHxe, reinrassig. mit Stamm- bäum; ferner ein Trumeau Spiegel, runder Tiirb, zwei 5tiible, einfacher Schreibtisch u. ein Svorlklavvwageu. fiirlyelwllltz 11,1. L Stadttheater Dienstag, 4. März, iioit 7 bid 10 Ubr: x’htner Abonnement. Bum lebten Male fifltio. öielflwÄ Irisch eingetroffen: Schellfisch Kabeljau Zeelachs Bestellnngenvromvt und frei Haus. ll08D jetzt Neuenweg 18. Fernspr. 1667, nenenüber Challier. Stückige Braunkohle la Qual., Gin. 10.— je Tonne frei Bahnhof gell-Nomrod Grube Iägerthal Alsfeld (Oberhessen) Fernsprecher 131. 14240 „Ich war am ganzen Leibe «E LK-n haftet, welche mich durch daS ewige Jucken Tag und Nacht peinigten. WFIn 14 Tagen hat Zuckcr'S Patent. Medizmal-Seife das Übel beseitigt. Diese Seife ist Hunderte wert. Serg. M." Dazu Zuckooh-Creme (nicht fettend und fetthattigj.Jn allen Apotheken, Drogerien und Parfümerien erhältlich. vornMsslrevenll. GMllslsWllnWl ro Bergrööerung eines GeWsls 3-58061 nt o. Sklvllgettr. Idietflell Dotljonö. 5d)t Uno. u. 017746 »° OP "'KZ. löÖBGi. INm Löschen v. alten Hypotheken gesucht Ernst Walldorf Hammstr. 2 II. [01,re* Der Vorstand: Kahle. 14760 la Wetterauer WWÄ SMOkmeillV Bmnilttiiliitii in Gebinden von 20 Liter an laufend abzugeben, sowie: la OWchaumwein ,»Marke Schlotzberg" empfehlen 3ii206eig?r Hpf2lmei!itelietel 1 Stück 35 3 Stück Jl 1.- Drohe Stücke, 130 g *WD Familien-Seife 1 Stück 50 H, 3 Stück 1.20 Pflanzen-Kernseife das denkbar Beste, 1 gr. Stück 30 H Reformhaus, Rreuzplatz 5 Allen Verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unser innigstgeliebter, treuer Artur heute früh 3 Uhr, im vollendeten 26. Lebensjahre, nach langem, schwerem Leiden im Herrn entschlafen ist. In tiefem Schmerz: Familie Carl Eduard Koch. Gießen (Großer Steinweg 12), 2. März 1924. Die Beerdigung findet am Mittwoch, 5. März, nachm. l8/< Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. •1T8O8 BiDiae Seifen Große Stücke, 120 g Altersvereinigung 1870—1920 Unsern verehrlichen Mitgliedern die schmerzliche Mitteilung, daß unser lieber Alterskollege Herr Kaufmann Karl Pfeiffer durch den Tod aus unserer Mitte gerissen wurde. Wir werden dem Dahingeschiedenen ein ehrendes Andenken bewahren. Für 5 Pfennige ein Hlttagessen für 7 Personen kochen Sie mit dem Hundarberd „FESTTAG“ Gasersparnis 74 («u. fa*t«e«tetK) Dienstag,4.Mnrz, von I Ubr ab versteigere ich weguigs- balb. Weiß- Stückkalk zu äußerst günstigen Preisen in jeder Menge ab unserem Werk Bieber b. Giehen beste Fernruf 1165 PS e :: Motorräder CASSEL Mauerstr. Geschlossen und offen sofort li zu besonders günstigen Pi Vorführung auf Wunsch ie< MWrWWnO-KW. Ein Roman auS dem 21. Jahrhundert von HanS Dominik. 36. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) Der Adjutant deutete nach den durch schwere Seidenvorhänge verhüllten Fenstern Mit einem Ruck sprang der Regent aus und ritz die Vorhänge auseinander. Gm schweres, dichtes Schneetreiben verdunkelte die Lust. Eine Sinnestäuschung?.,.. Die Rechte des Schantl rrtz die Fensterflügel aus die Linke streckte sich hinaus. Wie trenn sie In Feuer gefaßt hätte, fuhr sie wieder zurück. Die Augen des Regen teil ruhten daraus . . . sahen, wie die Flocken unter der Warme der Hand rasch dahinschmolzen, sahen, wve eine an dein goldenen Ring länger hastete und nur langsam schänd. S:in Auge glitt über die Gärten, die unter den Schneemassen wie unter einem Leichen- tuch ruhten. War das Ratur? . . . Menschenwerk? . . . Dann . . . Zurück! Collin Cameron I Er wollte cd schreien, als sein Dlick aus den Adjutanten siel, der stumm dastand. 3m Augenblick hatte er sich wieder in der Gewalt. „Was willst du? . . . Es schneit ... ES schneit ... Ja natürlich, eS schneit. . . Hast du nod) keiner, Schnee gesehen? . . . Fürchtest du dich vor Schneeslocken? . . . Geh!" * * * 3n einer Daumlaube des GarvinparkS in Frisko sad Wellington Fox. Die Sonne war IftrrflTt untergegarogen. Dom Ozean her wehte dnt kühle Brise. Fröstelnd schlug Fox den Kragen seines HackettS in die Höhe. Die Hände in die Taschen vergraben, legte er sich bequem aus der Dank zurück und schaute sinnend dem Rauch seiner Zigarre nach .... Dah ich hier alS Ritter Toggenburg seit einer geschlagenen Stunde sitze und geduldig aus das Kommen eines kleinen Mädchens warte . . . und, wenn eS daraus ankommt. die ganze Rächt warten würde, hätte ich mir vor ein paar Monaten nicht träumen lassen . . . 3ch. Wellington Fox. der mit feinen 35 Jahren bisher der Ansicht war. das; die Rose menschlicher Liebe vor ihm auch nicht ein Dlatt mehr zu enthalte;, habe. Keinen Dust, den er nicht eingeatmet hätte. . ." Ein leiseS Knirschen des Kiesweges liefe ihn aus seinem Träumen ausschrecken. Schnell warf er die Zigarre aus den Doden und trat mit der Sck.uhsohlr daraus. 3m nächsten Augenblick stand Helen Garvin vor der Laube. Sie tat einen scheellon Dlick rückwärts und beugte sich dann lauschend nach vorn, äind schrie leise aus. als sie sich plötzlich an der Hand ergriffen fühlte und mit sanfter Gewalt in das Dunkel der Laube gezogen wurde. .Komm. Helen. Das dichte Dlätterdach schützt uns vor allen Späherblickew" „Ah, Sie sind es, Herr Fox> 3ch hatte dxh die Dank auf der anderen Seite des Weges als Treffpunkt bezeichnet. CSejnafe wäre ich umgekehrt. Da glaubte ich hier das Glühen einer Zigarre zu sehen." .Das dich anzog. wie das Licht die Motte." .Herr Fox! 3ch gehe sofort, wenn Sie 3hre Redensarten ni.cht lassen. Rein, ich konnte mir kaum denken, tafe öte e8 waren, der feier rauchtet .Warum. Helen?" „Weil eS sich nicht gehört, feafe ein Herr raucht, toerm er eine Dame erwartet . . ." „ . . . Die tr-iederum erwartet, von diesem Herrn geküfet zu trerten," vollendete 53je. »Herr Fox. ich treib nicht, waS man zu srlcher Llnverschämth^it sagen soll. 3ch gebe!" „Gar nichts, kleine Helen, soll dein füfeer Mund sagen, küssen . . ." 3m Ru hatten starke Ar?ne HelenS Schulter umfafet und eine Flut von Küssen verschlafe ihren Mund . . . „Hetzt ist es aber genug." Atemlos klang die Stimme di-cht an Wellingtons Ohr. „Ditte! Ditte!" Sie entwand sich Wellingtons Armen und begann ihr verwirrtes Haar In Ordnung zu bringen. „Schämen Sie sich, Sie schrecklicher Mensch Gut, dafe es das letztemal war." „Wairn wollen wir nun heiraten?" war Wellingtons ganze Antwrrt. „Heiraten? . . Wir. . . heiraten?" Helen trat entrüstet auf Fox zu, der sich auf der Dank niedergelassen hatte und mit einer Handbewegung Helen einlud. neben ihm Platz zu nehmen. „Erstens will ich gar nicht heiraten . . . und zweitens nicht einen Mann wie Sie. den aller- unhöflichsten Maschen, den ich je kennengelernt habe. Alle anderen Männer sind höflich und zuvork)mmend zu mir. Besonders die, die mir Heiratsanträge gemacht haben." „Sie haben dich aber trotzdem nicht wie ich viermal küssen dürfen." „Diermal? . . . Hundertmal f" rief Hden und geriet dann in unbeschreibliche Verwirrung. „Wenn du mich nicht heiraten willst, klein« Helen, warum hast du dich bann mit mir verlobt?" „Derlobt?" „Gewiß, Helen! Eine wohlerzogen« jimge Dame küfet keinen Mann, wenn sie nicht mit ihm verlobt ist. 11 nb ist sie verlebt, mufe sie ihn doch schlicfelich heiraten . . . klar?" Einen Augenblick stand Helen wortlos. „Ha ... ja, das mag schon richtig sein. Aber wenn nun mein Dater nicht damit einverstanden ist. eine Abneigung gegen Sie hat und gar nicht mit sich reden täfel? 3ch liebe meinen Dater sehr, und ich kann sein Dorurteil gegen Leute. Ne nicht reich oder von hohem Rang sind, nicht tollen, aber. . . gegen seinen Willen. . . 3ch bin deshalb heute zum letztenmal hierher» gekommen . . . und will Ihnen sagen . . „-Safe du morgen abend um dieselbe Zeit hierher. . ." „Herr Fox! 3ch gehe jetzt und komme nicht wieder!" „Gut!" „Sie dürfen mir auch nicht mehr schreiben." „Gut!" „Sie. . .“ „Ditte." „Sie dürfen mich auch nicht fo . . .* „Ditte." , ... st» anfefeen" „Gut . . . Roch etwas?* „Olein! . . . Adieu. Sie . . * Helen raffte ihr Kleid zusammen und schickte sich an zu gehen. (Fortsetzung folgt) ZM MMmk tommt öns MehleBolöier aus öet WenvrMrel MMn. Altbekannte Kachel SvezMül: SMel mll ficaut, galDsQaten, IMrWn Im Bto'lelil). Bä Morgen Faschingdienstag «■ § 1491D 017814 Gesellschafts- Anfang 8 Uhr Gießen PMittpiele liclilspisllim 1492h Hotel Schütz I Beule bis eiasehl. Coamlag: Ml 14970 1506c 1408c MilchgroOhandliing $ zum Der trieb eines gangbaren Milch- Produktes in Dietzen gesucht. Angebote unt K. 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Grolles Extra Konzert mit verstärktem Orchester unter Leitung des neuen Kapellmeisters Kurt Scharf. Jackie Coogan der Liebling nller Gießener In soiueiu besten Film Circoti Tlgllsh naehm. 4, 6 and 815 Uhr. SchUler vor 0 L'hr Saalplnis 50 l’fg. ßlohern Sie sieh rechtieltlj Platze. Verstärkt. Künsllßr-Örclieslßr Keine erhöhten Eintrittspreise Alla Vergünstigung, enlgehebea Hennf Porten Das alte Gesetz 140ftc SkWN WWll ItWetW Bezirk Frankfurt a. M. Herzliche Einladung zu der = Bezirks-Konferenz s am 9. März 1924 in Gießen, Löberstratze 14. Sonntag, den 9. März 1924: Vormittags 9 Uhr: Andacht und Gebetsgemeinschaft. „ 10 „ Referat Herr Oberingemeut T. Doch. Mittags 12'/, „ Mittagessen. Rachmitt. 2'/, „ Referat Herr Architekt Rabe: „(Ergreife bei ewige Leben, dazu du berufen bist*. Anschließend: Berichte aus der Arbeit: a) des Sunbes, oinw b) des Bezirks, c) der Ortsgruppe. Gasthaus Zentral Wolkengasse - Ecke Bahnhofstr. Ml-JMMeke eingetroffen. 1493D Ab Täglich 5'/, Uhr Konzert. Möbel— Ich liefere: Komplette Wohnungs-Einrichtungen Elegante Schlafzimmer in Eiche, 2 u.lltlir. Spiegel' schränke Mk. 400, 000, 850, 1400. Wunderbare Wcistlack Schlafzimmer m. Kommod. Schränke, omilem Svtea I Dif. 685, 950. Svciie Zimmer Aik. 360, 995, 13 5. Herren - ßhnmer Mk. 450, 650, 900, 1350. Niichen Mk. 120, 180, 250. 450. ■amEinzel-NlöbelBM 2. 3tbiir. Tchriinke in Eiche, Nnirbanm und weist Schreibtische — Biicherschritnke — Metaltbetten tl Inder-Bettstellen — Woll-Matrattcn — Kavok- Matratzcn — Rondaar-Matratzeu — Deckbetten Zt.sten — Steppdecken — Divans — Chaiselongues Teppiche — Cdaiielonauesdccken IlllöbelhausJ.Jttmann Inhaber A. Brunilik 1468c GIESSEN. Bahn ho Tut ruße 20. Cafd Ernst-Ludwig Heute Rosenmontag und morgen Fastnaoht- dienstag, 2 Tage, 8 Uhr abends Original-Jazzband und verstärktes Orches'.er Körbe ß u. Stühle Cale Astoria 1504c VornehmerTanz-und Gesellschafts-Abend Dornholzhaufen Dutenhofen Kreis Wetzlar Kreis Wetzlar 8. MLr, 1924 llr. 55 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberyesfen) Montag, 3. März (924 Fahrplanwünsche aus dem Kreise Giehen. Zwei Zuschriften. Grohen-Linden, 1. Mürz. Ms vor t Zeit die Eisenbahnverwaltung erhebliche Derkehrseinschronkungen Vornahnr, fielen auf der Strecke Giehen—Frank- furt u. a. auch die abends um 8,3? und 10,47 Ahr tu Greben abgehenden Züge aus. Seit jener Zeit sind die auf Personenzüge angewiesenen Reisen» den gie^’vungen, um 7,37 Ahr die Rückreise von Dieben amzutveten. Wenn auch für die Reisenden nach den Stationen von Giehe a bis Butzbach ein allzugrohes Bedürfnis für dea Zug um 8,37 Ahr nicht vorhairden war, da sie eine Stunde vorher die nötige Rei egelegenheit hatten, so macht sich der Ausfall des Zuges um 1 0,4 7 Ahr tun so empfindlich r bemerlbar. Dieser Zug. ernr Personalfahrt, diente dem Lokalverkehr zwischen Giehen und Buhbach. Welche Grande speziell den Ausfall dieses Zuges t>>r- oiilabten, ist dem Einsender nicht bekannt. Eins fteht hingegen fest: jedenfalls nicht mangelndes Bedürfnis, denn der Zug war in der Woche, wie an Sonntagen voll beseht. Bor allem wurde er von vielen auswärtigen Eisen- Mahnern benuht, die seitdem nach Dienstschlub dorr Rachhauscweg — zum Teil bis nach Kirch- oöirs — auf Schusters Rappen an treten müssen. Richt minder grob ist das Bedürfnis für Kaufleute, Rei en de und Studenten. Die ersteren kom- »ren oft mit späteren Zügen aus anderen Rich- arngen nach dem derzeitig lehten Zug in Giehen m, und sind dann gezwungen. entweder in Giehen zu übernachten, oder ebenfalls von hier den wei- »ren Weg zu Fuh zurück;ulegen. Wollen ite dies Licht, so müssen sie bei der schlechten Zugverbind.ing chon am frühen Rachmittag wieder in Giehen ckntreffen. Ztr^isellos ein mit dem Wirtfchafts- teben rrnvertrag icher Zustand. D e Studierenden rus der Amgebung von Giehen, die heute allge- itcin die Vorlesungen von der elterliche Wohnung aus besuchm, sind Im Interesse eines ord- «mrrgsmähigcn Studiums genölpft, oft Abend- «wrlesunam und Abrndvorträae zu besuchen. Der besagte Mihstand macht dies ebenfalls unmöglich, fierntr müssen alle die. wel'che ein Bedürfnis nach Lheater, Mu ik und sonstigen Dildungsmöglich- »eiten haben, hieraus verzechen. Wenn auch die Dichtigkeit und Rotwendigkeit der vcn der Dahn- verwalttrng getrosseren Sparmahnahmen nicht -erkannt werden soll, so ist es doch nicht erfindlich, iveshatb gerade dieser, stets gut befehle Zug einer Hauptstrecke. für welchen doch starkes Bedürfnis vorhanden ist, ausfällt. Es mag richtig ein, dah die Benutzer dieses Zuges durchweg aus Monats- und Wochenkarten rei en, mithin eine die Kosten dieser Personalsahrt deckende besondere Einnahme aus dem Verkauf von Ein^lkartrn richt vorhanden ist. Dies kann aber nicht ent- cheidend sein, wenn man bedenkt, dah dio Monats- und Wochenkarten heute ungefähr das doppelte wie vor dem Kriege kosten. So kostete rine Monatskarte von Grohen-Linden nach Giehen vor dem Kriege 4,20 Mk.. heute hingegen kostet sie 7,50 Mk., und das alles bei einer um die Hälfte verminderten Reisegelegenheit als früher. Dach alledem ist eine Zugverburrdung bis Butzbach um 11 Ahr abends eine unbedingte Rot - wendigkeit, und die Bahnverwaltung sollte hier baldige Abhilfe schaffen. K. L. « K Von der Strecke Grünberg — Kiehen, 1. März. Die Fahrplanänderungen vom 25. Februar bedeuten für die Eltern, die Schüler nach Giehen schicken müssen, eine peinliche Aeberraschang. Der Zug, den die Kinder im Sommer benutzen muhten, tarn um 7.15 nach Giehen, der Axterricht begann 7.45. Rach der Aenderung vorn 25. Febr. kommt der Zug um 6.20 nach Giehen, die W'a r t e z e i t vor der Schule wird also um tast eine Stunde vermehrt, der den Kin- Hern so nötige Schlaf um eine Stunde verkürzt. Wi• bitten die beeiligten Instanzen, besonders die Schulleitungen, drin- Send, ihr Augenmerk auf diese Gefahr zu rich'en. 'n unserer armen Zeit, wo die Kinder so vieles entbehren, müssen, bedeutet diese Stunde Schlaf, ^ie der grüne Tisch den Kindern nimmt, so viel, dah sich alle dagegen auflehnen müssen. Gerichtssaal. ][ Marburg, 2. März. Das Landgericht Seschäftigte sich am Freitag mit der A r b e i t s - llvsendemonstration vom 19. Otlober, bei lder auf dem Marktplatz die Polizei bedrängt und im Anschluß daran eine Anzahl Kaufleute und Bäcker von einer Deputation der durch die Stadt ziehenden Arbeitslosen ausgefordert wurden, Lebensrnittel zur Verfügung zu stellen. Die 12 Angeklagten, meist Familienväter, gaben die Teilnahme an der Demonstration zu, diese habe aber nur den Zweck gehabt, dah den Hungernden für Brot gesorgt würde, weil die städtische Hille damals teilweise versagt hätte. Die Ausfchei- tungen stellten sie in Abrede. Don den Angeklagten wurde einer zu 1 Hahr, acht zu 6, einer Hu 5 uird einer zu 2 Monaten Gefängnis ver- vrteilt. Ein Angeklagter wurde wegen geistiger Beschränktheit freigesprochen. Turnen, Sport und Spiel. Turngau Hessrn (D. §.). —v— Hungen, 3. März. Am gestrigen Sonntag fand hier das Gerätewetturnen des 3. Bezirks (Ridda-Schotten) statt. Der Vorabend vereinigte die hiesigen Turner mit ihren Gasten im di-chtbesetzten Stale des Gasthofs zur „Traube" zu einem geselligen Zusammens. in, das bei ernster ion> heite.er Anterhaltung, sowie musikalischen Darbietungen in ef>t turnerischer Weise verlief. Als Vertreter der Gauleitung überreichte Rektor Bach (Grohen-Linden) dem Ch enturnwart des Ve eins, Wilhelm Frutig, unter warmen Worten des Dankes und der An- et-kmnung für seine langjährige, bewährte Mitarbeit dm Ehrenbrief des Gaues Hessen. Am Sen-ttag vormittag wicklie sich in der Turnhalle untre Leitung des Dezircksturnwarts Zeschky (Schotten) das WetMtNsa flott ab. Die zahlreiche Detei'igung auf als en Stufen (rund 170 Turner, Tu nerinnen und Schü'er), als auch die ßeiftungen zeigtest, dah die Winterarbeit in den Vereinen eine gute Grundlage für die kom- menbm Gaukämpfe gelegt hat. Insbesondere ist m aftlDen Turnern des Tezi'ks der fördernde Ei .fluh des eing'iessenen ©aumei,ter3 Im Geräteturnen, Antoa Ries (Ridda). erf eulich zu er- Jennon. Den 1. Sieg errang Heinrich Haas. Tv. Schotten, dm 2 Paul Edelmann, Tv. Ridda, den 3. Wih.lm Lohf ink, Tv. GZH-Ridda. In der Zögängs-Oberftufe stand an ec-ster Stelle Alfred Eckhardt, Tv. Rtdda, an 2. Fritz Hol- lanö, Tv. Ridda, und an 3. Hermann Reichert. Tv. Gedern. Die deutsch« SchwergewichtSmeisterschast. Berlin, 1. März. In dem Doxkamp um die deutsche Schwergewichtsmeiste rscha st ist der bisherige Tileckuhaber Hans Breiten st raher von seinem Herausforderer Samson (Deutsch-Amerikaner) in der dritten Runde kampfuafähig gemacht worden. Samson wurde zum deutschen Meister im Schwergewicht erklärt. Vermißtes. Ein neuer Armenschensund in Spanien. Vorgeschichtlich? Antersuchungea und Grabun- gen in einem Gebiet bei Cordova, das in prähistorischen Zeiten von einem See ausgefüllt ge= tr-efen zu fein scheint, haben zu neuen wichtigen Entdeckungen geführt, die in einer Sitzung der Akademie der Wi se ifchasten von Cordova bekrönt gegeben warten. D.e Akatem.e erklärt, bafo ci.i Sck-ädel und einige Kieferknochen, die in dieser Gegend tn einen vorzügliche.! Zustand der Erhaltung gefunden wurdm, einem Armenschen an» gehörten, dpr der Rasse des Reander- talers zumzählen ist. Die neuen Funde gehören zu d n ältesten Aeber.esten, die bisher von den vorgeschichtlichen Menschen in Europa gefunden worden sind. Mit ihnen zusammen! wurden verschiedene Steingeräte geborgen, die aus der älteren Steinzeit flammen. " , Wirtschaft. Das Problem der dentschen Znckererzcnqnnft. Auf kaum einem anderen Gebiete der land- wi'tschaf.lchen Produk ion D u schlands hat die K i gs- und Rachkriegszeit einen derart g ein» sch eidmdon Wantel hervorge ufen, wie in der Zucker rz-ugung. Deut'ch'and war vor dem Kriege als größter Rübenzucker-Pvodu,ent mit den Er» zcugnissm seines Rübenbaues einer der wichtigsten Lieferanten des Weltzuckermark:<^, und war in der Lag-, mit dem Erlös aus den Export erhbicher Zucke mengen wiederum wertvo'l? Le- bersb dürfnisse anderer Art im Auslände sicher- zustellm. Die Lösung des deutschen Zuckererzeu- gungsprvblcms, an der nicht nur der Exporteur, sondern auch der inländische Verbraucher stärsstes Interesse hat, ist daher ein? dringti°h? Frage. In der Im Auftrage der Reichsregierung der Repavationskommission jüngst übergebenen Denk- sch ift „Deutschlands Währung. Wirtschaft und Fi «nzm" worden der Rie^e gang der deutschen Zuckerwirtschaft und die gleichzeitige Steigerung des Zuckerkonsums im Inlande zahlenrnähig dar- gestellt. Danach beliefen sich die Ernteflächen für Rübenzucker in Hektar auf: 1913 1913 1922 1923 (alteS Reichsgebiet) (jeh Reichsgeb. ohne Saargeb.) 569 082 466 695 417 269 383 557 Die Ernteflächen zeigten also gegenüber 1913 im Jahre 1923 eine Abnahme von 17,8 Prozent. Di? ent prechenden Erntemengen ergaben folgende Ziffern in Tonnen: 1913 1913 1922 1923 (alteS Reichsgebiet) ijetz. Reichsgeb. ohne Saargeb.) 16 918 782 13 988 805 10 791 639 8 695 722 Hieraus ergibt sich, dah wir 1923 eine Abnahme dos Zucke rrüle v-®rnteert ra-ged gegenüber dem ltzten Vorkriegsjah.e um 37,8 Prozent zu verz t-hnen hatten. Der Ernteertrag auf den Hektar berechnet, stellt sich in Tonnen folgmdermahen dar: 1913 1913 1922 1923 (altes Reichsgebiet) (jeh. Reichsgeb. ohne Saargeb.) 29,73 29,97 25,86 22,67 Demgegenüber zeigt der Zuckerverbrauch im doutschm Inland vor und nach dem Kriege dieses Bild: 1913: 1 28? 309 t 192 kg auf den Kopf, 19.2 1 289 107 t 20,7 kg auf den Kopf. Gs ergibt sich also eine S/ei icrung des Verbrauches in Tonnen um 0,5 Prozent, auf den Kopf gerechnet um 7,7 Prozent. In landwi tschaftlichen wi? auch agrartoiffen- schäftlichen Kreisen wird die unerhört starke Ab- nalime unserer Zucke.Produktion mit Rght vor allem auf die vxahrend des Krieges uni in der Rachkricgsz^it bis zum Oktcher v. Is. bestehende Zwangswi.t'chaft zurückgeführt. Der durch sie bewirkten Abwendung der Landwirtschaft vom Rübenbau muh unbedingt tn Zukunft entgegengewirkt werden. W. W. Znm ^rachtettverkchr mit dem besetzten Gebiet. Die Reichsbahndirek ton Elberfeld teilt mit: „Aus den Zollkon'.rollbahnhofen, oder auch auf den Qluffmtgftalionen werden in letzter Zeit häufig zollpflichtige Wagenl-adüngen und Stückgüter an- gehalten, weil die Zollvapiere nicht ordnungs- mahig, oder die Gewichtangaben tn den Frachtbriefen höher sind, als in den Ablauf- und Zulaufbewilligungen angegeben. Hierdurch entstehen den ohnehin schon stark belasteten Zollkontrollstationen und Zu^ubrstrecken erhebliche Schwierigkeiten. Da der Absender gemäh § 65 der Eisenbahnverkehrsverordnung der Eisenbahn sür alle Folgen hastet, die aus dem Mangel der An- zulänglichkcit oder Anrichtigkeit der Zollpapiere entstehen, sind die Dienststellen angewi-'fen worden, tn jedem Fall baS tarismähige Wigen- standgeld oder Lagergeld in Rechnung ju (teilen, wenn Sendungen aus den genannten Gründen zurückgehalten werden. Auch in den Fällen in denen Sendungen die Zollkontrollstatton 'erreichen, bevor die Duplikate der Zollpapiere bei den Zollposten vorliegen, wird künftig Standoder Lagergeld erhoben werden. Falls Sendungen aus diesen Gründen von den Zollkontroll- stationen nach rückliegenden Aufstellung^bahn- hösen zurückgefahren werden müssen, wird auch für diese Transportwege die tarifmäßige Fracht berechnet werden. Es ist den Derkehrstreibenden an^uraten, zwecks Vermeidung von Ankosten für Beifügung vollständiger und richtiger Zollvapiere, fotote auch dafür zu sorgen, dah die Inhalts- und Gewichtsangaben im Frachtbrief mit denen im Zollpavier überein stimmen, und zollpflichttge Sendungen nicht früher aufzugeben, als bis die Zollpapierduplikate auf den Zollkontrollstattonen vorliegen." ♦ Berliner Börse. Berlin. 1. März. (Wolsf.) Das Geschäft am Devisenmarkt vollzog sich sehr ruhig. Die An- foröciungen haben sich nicht vermindert und des- halb wurden auch die Zuteilungen nicht erhöht. Die Kurse blieben unter BelMcksichtigung der heute in Kraft tretenden neuen Rotie^mngsart unverändert. In Effekten ruhte das Geschäft. Es wurden nur wenig Kurse gehört. Für Elettrische Hochbahn herrschte gute Meinung. Anfangs wurde der Kars mit 51, später mit 53* */2 genannt. Hamburger Hochbahn hörte man mit 19‘/2, Oberschlesische Kolswecte mit 68. Don Bankaktien wurde Diskonto mit 18,1 genannt. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. «Ohne Z.^-atzr.) -8. Februar 1 Mär; ‘ SlnilliÄe 'JiOticriiiti Jlnitlitj Jiott.T t m CAct.i y;rt?r IS'-O flmfl.-'Hott 1jbüUZö 1573975 1--.61 1b7,39 ^rss..?Iimv. 14962j 15037, 15,16 15,21 C1 riftianta. 551610 557590 55,88 Ri 'n floponhnflfrt 666130 6 93 0 66,37 66,03 eiorfbohn 109725J 11lk75J 109,72 110,28 6ctfiiiaforj. 105735 106265 11,57 10,63 (Italien . 18134, 18 435 18 15 1»; ’S London . 18104325 18135325 18,U ,5 18,145 ll.cnnork . . 4159503 4210500 4,19 4,21 i'.iriS .. . 17 5id 177H> 17, ,6 17,71 Cchiveiz . 728175 7310.5 72,82 73,13 fepaiiieu . 5-0370 633 >00 53,07 53,13 L ieu in D - X.citaba Japan 1695253 190475u ',-5 1, jU5 Ihio o< 9.111. 4337jJ 56V50 0,195 O^tOS t'elurao 5l3 ,d 56M2 5,58 5, 2 tiuüi nn 144io^ '4oBo. 14,54 Devisen-Zuteilungen: Holland 2, Brüssel 3, Christiania 3, Kopenhagen 3, S ockholrn 3, Helsingsors 5, Italien 3, ßo ibon 2, Reuhork 2, Paris 2, Schwei; 2, Spanien 3. Wien 75, Prag 3, Budapest voll, Buenos-Aires 3, Bulgarien voll, Japan 3, Rio de Ian. 5, Belgrad voll, Liisabon 10 Prozent. Banknoten. (Ohne Gewähr.) IT rrUr. I März LchwrUrr Torrn wranff*r Norm ...... Boflänbiftic Wetrn........ X’. utfd).Crftfrrc!c6, t 100 Ätonen »mi-rttoiitlchk Noira....... rno(ürt)t *«otrn......... Hf. HfiilfAr Violen . ........ Belgische Noie»........ . Unaoritchf Nölen Llch'chosloivakische Sloten Vtonoeailchk Noten ...... Niimäntsche Noten....... . Svantlche Woten So>v it nicht nnVers bem rf, tn Hadton. Mark (Mflb | Brief 7 8 0 7513 0 1 6503 1775 0 663300 6667(1 J 10973.0 1102700 161610U 157jf0) 6280 Ts- 6320) Ts. 41395U0 421 500 1805(00 181.00) 191510 192j00 15' 0, 1 -240 47400 Ts- 47600 Ts- 1 22r0 V t <‘0 5." 860(0 531400 233 0 2:33 52 700 53 300 Roten-Zuteilungen: Amerika 1, Kleine Stücke 3, Belgien 1, Dänische — England 1, Kleine St. —, Finnland —, Frankreich —, Holland 1, Italien 2, Rorwegen 2, Oesterreich 2, Kro- ncn-Stücke 2, Rumänieti —, Kleine Stücke —, Schweden 2, Schw.-iz 1, Spanen —, Tschechen 1, Kleine Stücke 1 Prozent. Ungarn voll, Iugo- flavien voll, Sofia voll. * • Ausgabe toe i terer Serien von Roggenrentenbriefen der Roggen- r e n t e n b a n k B e r l i n. An der Berliner Börse ist jeht auch die 6. Reihe der 5prozent'gen Roggen- rentenbriefe der Roggenren'e lbank A.-G. Berlin erstmalig notiert worden. Damit hpt der Gesamtbetrag dieser verbreitetsten Rogeenpfandbriefe an der Börse die Höhe von 21/, Milliomn Zentnern erreicht. Auher den bereits an der Börse notierten Reihen, hat die Roggenrentenbank bereits weitere Roggenrentendriese in etwa der gleichen Höhe ausgegeben, deren Einführung an der Börse bevorsteht. Es ist dies ein weiterer Beweis für die augenblickliche f inen stelle Rotlage der Landwirtschaft. da die Ausgabe der Roggenrentenbriefe ausschliehlich der Kreditbeschaffung für die Landwirtschaft dient. Wie man weiter erfährt, ist die Zinsberechnung für die neuesten Reihen der Rog- genrentrnbriefe so festgesetzt worden, dah selbst bei einer schaellfortschreip'Ndrn Geldern Wertung auch die Zinsen, wie es dem Charakter eines wertbeständigen Papieres entspricht, nicht mehr der Entwertung anheimfallen können. * Landwirtschaftliche An» und Derkaussgesellschaft Hesfenland. In der G. V. der Landwirtschastlichen An- und Der- kaussg?sellschaft Hessenland (Ra,feiseasche Organisation) ist die Amwandlung der seitherigen G. m. b. H. in eine A. G. mit dem Sitz in Kassel unter der Firma: Landwirtschaftliche Handelsgesellschaft Raiffeisen l'eschlos'en worden. * Liga-Gummiwerke Frankfurt am Main. Rach dem Bestcht für 1922/23 des der Peters-Anion nahestehenden Anternehmens hielt ich die Pcwduktion in den erften 9 Monaten >urch den Ausgleich eines starken Auslandsverkaufs auf der Höhe des Vorjahres. Trotz des Däiaden^euers im I-ali 1923, bad die Fahrradreifen-Abteilung zerstörte, tonn c durch ein Abkommen mit einem befreundeten Werk die Dell f Timg dew Kundschaft ohne Anterbrechung aufrechterhalten und die zerstörten Wer5> in den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres bereits wieder in Betrieb genommen werden. Rach Abschreibungen sollen 709,4 Milliarden Reingewinn dorg:tragen werden. Die Kapitalserhöhung um 2 auf 12 Milliarden ist durchgeführt. Die G. D. findet am 6. März statt. * D i e Kohlenförderung im Ruhrgebiet. Dom 11. bis 16. Februar wurden Im g 'famten Ruhrgebiet (ohne die Regirnezechen „Äö ig Ludwig", »Diktor Ickern", „Dorstfeld", „Fstedrich Irachim", „Rh ia-Elbe", „Hemnch Gustav", „Amalia", „Reckli -ghausen I" und „II") nach vorläufiger Berechnung 1 716 061 Tonnen Kohle gstorderl: davon entfallen auf das besetzte Gebiet 1 563 529 Tonnen. Die Ko'serze"gung betrug in der gleichen Zeit 312 102 Tonnen (6c- ehtes Gebiet 275 746 Tonnen). Dom 11. bis 16. Februar betrug die arbeitstägliche Produktion im gesamt n Ruh gebiet 286 012 Tonnen Kohle (1913: 368 743 Tonnens und 44536 Tonnen Koks (1913: 63 718); im beteh en Gebiet 62 580 Tonnen Kohle (1913: 348 586) und 39 392 Tonnen Koks 11913: 58 338 Tonnen). Im Vergleich zu 1913 ist mithin im gesamten Ruhrgebiet eins Minder- erzeugung von arbei s'äglich 83 731 Tonnen Kohle und 18 132 Tonnen Ko s zu verzciHnen. Im besetzten Gebiet beträgt die Mindererzeugung 87 998 Tonnen Kohle und 18 946 Tonnen Kols. * Konkurse im Februar 1 924. Die St ti ckk der Konkurseröffnungen hat die steigende Richtung, die |i? be.eits im Januar ein geschlagen hatte, auch im F.bruar beibe tasten. Es sind nach einer Zusammenf e lung de: F nanz-ei sch ist ..Die Dank'' eröffn t worden: Int Februar 42 Konkurse, dag-gen Im Januar 28 und im Februar vorigen Jahres 15 Konkurse. Märkte. Berliner Produk^enmartt. Berlin, 1. März. Auch heute waren die Preisveränderungen für Getreide nicht erheblich. Din Roggen ist mehr Angebot im Markt. Weiten bleibt ruhig, die Käufer sind vorsichtig, die 2lit- aebote nicht gros). Gerste war etwas ruhiger. Die statck gestiegenen Preise her Braugerste lenken die Aufmerksamkeit allmählich auch auf Auslandsware. Hase- wurde seit gestern nachmittag weiter nach der Küste gehandelt, sonst blieb der Artikel ruhig Mehl still bei vermehrtem AngehdteHutter- artifel wenig verändert. Man notierte für Getreide und Oels-aaten per 1003 Kg (sonst 100 Kg.) ab Station: W?tz;en, märt. 163 bis 168, Roggen märt. 131 bis 137, Braugerste 178 bis 188 Futtergerste 155 bis 160, Hafer, märt. 115 bis 123, pommerscher 115 bis 122, Weizenmehl 24.75 bis 27, Roggenmehl 21,25 bis 23.50, Weizenkleie 8.80 bis 9. Doggenk'eie 7,20 bis 7.30, Raps 295, Leinsaat 400 bis 410, Viktoriaerbfen 27 bis 28, kleine Speiso"rb^en 17 bis 18. Futtererbsen 12 dis 13, Peluschken 12 bis 13, Ackerbohnen 13 bis 15, Wicken 14 bis 14.50, blaue Lupinen 13 bis 14,50. gelbe 16 bis 16,50, Seradella 14 bis 15, Rapskuchen 10.70 bis 11, Leinkuchen 21 bis 22. Trockenschnitzel 8.30 bis 8.40, vollwertige Zuckerschnitzel 16 bis 22. Torfmelasse 30/70 8,70 bis 8,80. Kartoffelslocken 17.50 bis 17.80. der Frankfurter Theater. Opernhaus. Dienstag, 4. März: Die Fledermaus. Mittwoch, 5.: Dorspruch. Hierauf: Die Zauberflöte. Donnerstag, 6.: Der Widerspenstigen Zähmung. Freitag, 7.: Cavalleria rufticana. Hierauf: Der Bajazzo. Samstag, 8.: Die Fürsten Howansky. Sonntag, 9.: Die Wal- küre. — Schauspielhaus. Dienstag, 4.März: Hamlet tn Krähwinkel. Mittwoch, 5.: Dasanta- Jena. Donnerstag, 6.: Die Macht der Finsternis Freitag, 7.: Der Tod der Athene. Samstag, 8.: Die Macht der Finsternis. Sonntag. 9.: Rachm 3'/r- Dorspruch. Hieraus: Alt-Frankfurt. Abends 71/»: Hamlet in Krähwinkel. Biichcrtisch. — Fröhliche Aussicht aus heitere Stunden bieten jedem Leser die Meggendorser Blätter. Ihr unverwüstlicher, sich stets gleich bleibender Humor wird in jeder Rümmer aufs neue bewiesen durch Witze und Anekdoten, Humoresken und Satiren, sowie Gedichte heiteren und aktuellen Inhalts. Die in Ausführung und Reproduktion stets auberordenttich erfreulichen Bildbeigaben ergänzen jedes Heft zu einer Wock^n- gabe, die immer wieder die frohe Erwartung rechtfertigt, mit der sie von ihren Empfängern entgegengenommen wird. — lieber b i e geistesgeschichtliche Lage des heutigen Parlamentarismus hat Carl Sch mitt bri D u n ck e r L H u m - blot in Münchm eine sehr gründliche Anter- suchung verösfontlicht, aus der vor allem die Er« orterung der irrationalistischen Theorien unmittelbarer Gewaltanwendung als Gegner des Parlamentarismus als heute besonders aktuell interessiert: Ein neuer Glaube gn Instinkt und Intuition, der jeden Glauben an die Diskussion beseitigt und es auch ablehnen würde, durch eine Erziehungsdiktatur die Menschheit reif zur Diskussion zu machm, stellt d?n Bolschewismus in die Reihen der Gegner des Parlamentarismus. Alle weltgeschichtliche Aktivität liegt nach der Theorie Sorels in der Kraft zum Mythus, nur in ihm liegt das Kriterium dafür, ob ebn Dolk oder eine andere soziale Gruppe eine historische Mission hat. In unmittelbarer Intuition ' schafft eine begeisterte Masse das mythische Bild, das ihre Energie vorwärts treibt und ihr die Kraft zum Martyrium wie den Mut zur Gewaltanwendung gibt. Rach Sorel haben nur noch die sozialistischen Massen des Industrieprole'aviats diesen Mh hus, d?n Generalstreik, den Klassen- kampf, der in Rußland aber starke nationale Elemente tn sich aufnimmt. Die Russisiperung Rußlands durch den Bolschewismus beweist sogar, dah die Energie des Rationalen gröher ist als dec Klassenkampfmythus. Auch in Italien hat mit dem Faschismus der nationale Mythus über den Klassenkampfmythus gesiegt. Diese Theo ne vom Mythus, mit der Mussolini das italienische Parlament hinwegiegte, ist nach Schmitt der stärkste Ausdru^ dafür, dah der relative Rationalismus des parlamentarischen Denkens seine Evidenz verloren hat. — Dergasyl, eine Derchesgadener Erzählung von Richard Doh (bei A). Bon; & Co., Stuttgart). Die furchtbare Tragödie eines Menschenpaares, das ^unglücklich ist, bloh weil es ist", umrahmt von der farbenprächtig geschilderten erhabenen Dergwelt der Berchtesgadener Alpen. — Johannes Schlaf: Das dritte Reich. (Aus der Bücherreihe „Der Gesellschasts- roman" des Berlages Carl R e i h n e r, Dresden.) Ein stiller, feiner Grübler sucht jenes dritte Reich jenseits aller menschlichen Dimensionen und ©pbäten, jenseits von Gut und Böse, jene neue „Einheit und Rotwendigkeit eines neuen De' kehrs von Mann und Weib, in die alle menschsichen Gesetze, Geistigkeiten, Bekenntnisse, Erlenntnisse und Einrichtungen eingehen und sich auflösen als in die neue vlganische, unml telbare umfassende Leiblichkeit einer Individualität". Das neue große Jubeljahr des Bundes zwischen Mann und Weib, das zu erf(hauen ist das Ziel seines Lebens. Durch eine Flut von Enttäuschungen, durch eine Rächt des Grauens watet er hindurch zum dritten Reich des Wahnsinns, das ihn befreit von dem Traum- tntg des ihn umgebenden Weltbildes, ihm Wisser und Gewißheit bringt. Weiß© Zähn© SH IUL L. JUIJULK "WKIHIUI— ____ PUtzSN Mit der herrlich erfrischend schmeckenden Zahnpaste C’ h 1 o r <> <1 o n t. tficgen üblen Mundgeruch wird auch mit Erfolg Chlorodont- Mundwasser verwendet, überall zu haben.