ßr. 232 Erster Blatt V4- Jahrgang Donnerstag, 2. Vttover |92| GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnx! und Verlag: vrW'sche UniverfitStr-vuch- und Stelndruckcrei H. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulitratz« 7. Annahm« von Hnjciyui für die lagesnummcr bis zum Nachmittag vorher ohnejedeDerbindlichkeit. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen v.70mm Breite 35 Goldpfennig, Plahvorfchrift 20°/, Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: HansBeck, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Beilagen: GießenerFamilienblSIter Heimat im ^ild. Monatr-Vezua'spreir: 2 Goldmark u.'20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: Schriftleitung 112, *0«. lagundGeschäftsftellebl. Anschrift für Drahtnachrichten. AnzeigerGiehen. Postscheckkonto: Sranffnrt a. M. 11686. Die deutsche Handelsvertragsfreiheit. Durchführung des Grundsatzes der gegenseitigen Meistbegünstigung. Berlin, 1. Oft. (WB.) Die bekannt haben seit dem Inkrafttreten des Vertrages von Versailles nicht mir die Staaten, mit denen Handelsverträge bestehen, fonbern außerdem sämtliche alliierten und assoziierten Mächte Anspruch _ darauf, daß, die Erzeugnisse ihrer Länder bei der Verzollung in Deutschland nach dem Grundsatz der Mei st- begünstigung behandelt werden. Mit Rücksicht hierauf wurde seinerzeit angeordnet, die vertragsmäßige Zollbehandlung bis auf weiteres auf Waren jeden Ursprungs anzuwenden. Demnach wird in Deutschland zur Zeit bei der Verzollung gleichartiger Erzeugnisse kein Unterschied mit Rücksicht auf den Ur- fprungderWaren gemacht. Die Bestimmungen des Vertrags von Versailles über die meistbegünstigte Zvllbehandlung werden mit dem 10. Januar 1925 unwirksam. Deutschland gewinnt daher, soweit keine Handelsverträge bestehen, von diesem Zeitpunkt ab wieder d i e F r e v heil in der Gewährung der Meistbegünstigung an andere Länder. Mit Rücksicht hierauf hat die Reichsregrerung eine Verordnung erlassen, nach der vom 11. Januar 1925 ab meistbegünstigte Zollbehandlung, soweit nicht besondere Verträge bestehen, nur noch auf Erzeugnisse solcher Länder anzuwenden ist, in denen auch die deutschen Erzeugnisse tatsächlich nach dem Grundsatz der Meist- begürrstigung behandelt werden. Beginn der dentsch-französischen Handelsvertragsverhandlungen. Paris, 1. Oktober. (Wolff.) Die deutsche französischen Handrisv^rtragsverhairdlungo l wurden heute nachmittag nach 3 Uhr mit einer formellen Sitzung im Uhrensaal des Ministeriums des AeuHeren eröffnet. Botschafter v. H ö s ch stellte dem Ministerpräsidenten Herriot. der die Sitzung leitete, die Mitglieder der deutschen Delegation vor, worauf foanzösischerseits die Delegation durch den Ministerpräsidenten vorgestellt 'wurde. Ministerpräsident Herriot begrüßte die deutsche Delegation und erklärte in seiner Ansprache, daß er die jetzt beginnenden Verhandlungen als eine weitere Etappe aus dem Wege zum Frieden auffasse. Er sagte: Diese Verhandlungen, deren Ergebnisse so wichtig für die Zukunft der beiden Lander sein können, find die logische Folge der Verhandlungen in Landon. Die Regelung des heiklen Rcparativnsproblems bildet die Grundlage für jede Aktion zur Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Diese Regelung ist nach freien Entscheidungen erfolgt und wir wellen hoffen, daß von nun an nichts mehr ihre Durchführung behindern wird. Es handelt sich nunmehr darum, auf diesem Wege weiter zu gehen, um zwischen Frankreich und Deutsch- lanb einen ständigen Austausch zu ermöglichen. Dor den tragischen Ereignissen der letzten Jahre war dieser gegenseitige Verkehr von beträcht- licher Bedeuiung. Die Statisttk beweist, daß sein Wert für beide Seiten ziemlich der gleiche war. Wie konnte man also besser beweisen, daß diese beiden Länder, die starke Industrien haben und unaufhörlich die Methoden der Wissenschaft entwickeln, durch den Austausch der verschiedenen Erzeugnisse ihres Bodens und ihrer Industrien sich gegenseitig ungeheure Djenste leisten können? Botschafter v. Hösch erwiderte darauf und erklärte, daß die Verhandlungen deutscherseits mit dem aufrichtigen Wunsche, zu einem Eander st ändnis mit der französischen Regierung äu gelangen, geführt würden, in der Hoffnung, daß daäirch die normalen Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland, insbesondere aber der Warenaustausch, gefördert würde. Rach Beendigung der Sitzung fand eine Unter- redung zwischen den beiden Delegationsführern Handelsminister Ray na l d h und Staatssekretär v. Trendel en bürg statt, um sich über die Arbeitsmethoden zu verständigen. Die deutsch-französische Delegation tritt Donnerstag nachmittag 3 Uhr im Handelsministerium zusammen, um ein Arbeitsprvgramm fest- zu legen, das das Problem der wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder erst einmal unter allgemeinen Gesichtspuickten betrachtet. Dann wurden die Vertreter der einzelnen Industriekreife Sonder besp rechn ngen abhalten. Die Londoner Anleiheverhandlungen. London, 1. Ott. (Reuter.) Die Vertreter der Morgangesellschaft und der Dank von England haben die Unterhandlungen über die deutsche Goldanleihe so gut wie a b - geschlossen. Die Rechtssachderständigen der Dank von England bestättgten. daß die Bedingungen der Anleihe mit dem Dawesbericht und dem Londoner Übereinkommen in Einklang stehen. Der amerikanische Anteil an der Anleihe wurde endgültig auf 100 Millionen Dollar festgesetzt. Die Anleihe wird wahrscheinlich Mitte Oktober in allen Län- derngleichzeitig ausgegeben. Der end- gülttge Verteilungsschlüssel ist noch nicht bestimmt. Die britische Quote wird wahrscheinlich zwischen 10 und 15 Millionen Pfund Sterlin betragen. Augenblicklich unterhandeln holländische, Schweizer und s ch w e d i s ch e D a n - TierS mit dem Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht in London Die Umbildung des NeichsKabinetts. Die Schwierigkeiten der Kanzleraktion. — Die Haltung des Zentrums. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 2. Ott. 1924. Die Bemühungen des Reichskanzlei Dr. Marx zur Umbildung der Reichsregierang werden vor Mitte nächster Woche kaum zu irgendeinem Resultat führen tonnen. Schon jetzt zeigt sich, welch erhebliche Sch.virrigk.nten der Aktion des Reichskanzlers gegenüberstehen, da die gleichzeitige Verbreiterung der Regie cungsgrundlage nach rechts und nach links von vornherein nicht in Frage kommen kann. In den mastgebenden parlamentarischen Kreisen ist man der Meinung, dast jetzt die grundsätzliche Entscheidung darüber fällt, ob eine Erweiterung des Kabinetts möglich ist oder der gegenwärtige Reichstag infolge der Unmöglichkeit einer rrgierungsfähigen Konstellation der Auflösung verfallen must Di ■ Gefahr einer Reichstagsauflösung darf keineswegs unterschätzt werden. Wann Reichskanzler Marr zu der Feststellung gelangen slllte. dast eine Hinzuziehung der Deutschnationalen zum Reichstabinett für ihn nicht tragbar wäre, dann würde eine Regier u ngs- krise ganz unvermeidlich sein. Selbst die energischen Anstneng ungen der Deutschen Dolkspartei, alle Schwierigkeiten zu beteiligen, können kaum darüber hinwegtäuschen, dast an dem Gegensatz zwischen den Deutschnationalen einerseits und dem Zentrum und den Dem. traten andererseits die ganze Regierungsfrage zu scheitern droht Es kann nicht daran gezweifelt werden, dast es Reichskanzler Dr. Marr mit seiner Mission sehr ernst nimmt und bis zum letzten Augenblick bemüht sein wird, zwischen den einzelnen Parteien zu vermitteln. Insbesondere kommt es darauf an, die Deutschnationalen zu bewegen, die Regierungspolitik auf der bisherigen Linie fortzuführen, und sie zu veranlassen, ihre gegnerische Haltung gegen die Reichsverfassung auf- zugebM. Wenn die deutschnattvnale Partei sich in diesem Sinne entscheiden würde, so bestände nach Auffassung des Reichskanzlers für die Sozialdemokratie kein Grund, zur Opposition überzugehen. Vielmehr könnten dann die Sozialdemokraten ihre Haltung der wohlwolle n- den Unterstützung beibehalten und an den Arbeiten der Regierung sachlich mitwirken. Damit wäre auch die Dvvaussehung für die Volksgemeinschaft geschaffen. Auf der anderen Seite sieht Dr. Marx keine Möglichkeit, deutschnationale Minister in sein Kabinett aufzunehmen, wenn nicht di« unbedingte Sicherheit für die Beibehaltung des Kurses der Mitte gegeben ist. Solange über diese grundsätzlichen Voraussetzungen überhaupt noch nicht ernsthaft verhandelt worden ist, sind auch die Voraussagen derjenigen Kreise verfrüht, die schon jetzt wissen wollen, dast die Umbildung der Reichsregierung nur noch eine Frage von wenigen Tagen' sei. Das Zentrum dürfte bei den bevorstehenden Auseinandersetzungen die Entscheidung aus der ganzen Linie herbeiführen. Schon jetzt kündigen die mahgebenden Führer des Zentrums an, dast sie entschlossen sind, von der deutsch- nationalen Partei die vorbehaltlose Zustimmung zu den Londoner Abmachungen zu fordern und ihre Teilnahme an der Reichsregierung vyn ihrem Verhalten zu den schwebenden politischen Aufgaben abhängig zu machen. Dabei zeigt sich mit grober Deutlichkeit, dast die Annäherung zwischen Deutschnationalen und Deutscher Volkspartei das Zentrum auherordentlich mihtrauisch gemacht hat. Offenbar befürchten die Zentrumskreise, ihren Einfluß auf die Regierungspolitik zum wesentlichen Teil zu verlieren, wenn die Deutsche Volkspartei schon jetzt auf dem Wege ist, sich I der Politik der Deutschnationalen in vollem Umfange anzuschließen. Bezeichnend ist beispielsweise auch die Tatsache, dast das Zentrumsorgan, die e rman i a“, ganz offen der Deutschen Volks- Partei den Vorwurf macht, in der Regierungsfrage als der- Anwalt beut ^nationaler Interessen aus zu treten. Aus den gegenwärtigen, hinter den Kulissen geführten Besprechungen getoiimt man den Eindruck, dast tatsächlich eine gefährliche Regierungskrise auszubrechen droht, wenn nicht In letzter Stuttde die Bemühungen des Reichskanzlers zur Erweiterung der Reichsregierung zu einem positiven Ergebnis führen. Des Kanzlers Programm der Volksgemeinschaft. Berlin, 1. Oft. Der Reichskanzler erklärte einem Redaktionsmitglirde der „Germania", dast er eine Erweiterung der Regierungskoalition unter Zusammenfassung aller Fraktionen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kräfte durchzuführen b ab ich- tige. Er sei entschlossen, sich sowohl mit der sozialdemokratischen als auch mit der deutschnationalen Partei in Verbindung zu sehen, um von ihnen zu erfahren, ob fi: entschlossen seien, dir Lösung der wichtigen, in dm kommenden Monaten zu erledigenden Aufgaben gemeinsam mit den bisherigen Koa- litionsparteren durch tätige Mithilfe in der Reichsregierung mit durchzufüh.en. Der Kanzler wies darauf hin, dast es ohne die entscheidende Unterstützung der sozialdemokratischen Fraktion nicht möglich gewesen wäre, durch die der Regierung auf dem Verord- nurgswege gegebene Ermächtigung Deutschland vor einem wirtschaftlichen, und sozialen Chaos zu bewahren. Andererseits liege es ater auch rm dringenden vaterländischen Interesse, dast die starken nationalen und wirtschaftlichen Kräfte, die in der Deutschnationalen Volkspartei geborgen feien, für eine positive Regierungsarbeit fruchtbar gemacht werden. Eine andere Art der „Dollsgrmeinschaft" sei, so erflärte der Kanzler, für ihn nicht denkbar. * Zu dieser Kanzlererklärung äustert man die Vermutung, dast die vom Reichskanzler a n d i e Sozialdemokratie gerichtete Einladung den Zw-eck haben soll, den hauptsächlichsten Beweis der Unmöglichkeit einer Regierung von den D eu t s ch n a t i o n a le n bis zu den Sozialdemokraten zu geben. Es müsse immer beachtet werden, dast ein Zusammenarbeiten auf solcher Basis auch von dem Gesichtspunkte der D e u t s ch n a t i o n a - len Volkspartei unmöglich fein würde. Hinzu kommt, dast sich auch die Deutsche Volkspartei in ihrer Entschliehung sehr scharf gegen eine Zusammenarbeit mit der Sozialdemokratie ausgesprochen hat. Die in demokratischen Kreisen verbreitete Der Friedenspakt. Annahme des Lchieds- und Sanktionsprotokoll in der Völkerbundversammlung. Genf, 1. Ott. (Wolff.) Die Völkerbunds- Versammlung trat heute vormittag um IO1/» Uhr zusammen, um unter lebhaftem Beifall die Berichte von P o l i t i s und B e n e s ch über das int ersten und dritten Ausschuh auf Grund der Resolution Herriot - Macdvnaild ausgearbeitete Schieds - und Sanktionsprotokoll entgegenzunehmen. Das heute nacht endgülttg redigierte Protokoll, das bei Beginn der heutigen Versammlung allen Delegierten überreicht wurde, führt den Titel „Protokoll für die friedliche Regelung der internationalen Konflikt e“. Der endgültige Text, dessen einzelne Artikel, sowie die neu eingereichten Abänderungen, die der Berichterstattung über die Kommissionen bereits mitgeteüt worden sind, enthält ein Präambel und 21 Artikel. Die Prä - ambel lautet: Die Unterzeichneten sind beseelt von dem festen Willen, den allgemeinen Frieden und die Sicherheit der Völker, deren Existenz, Unabhängigkeit oder Gebiete bedroht sein können, zu sichern. Sie anerkennen die Solidarität, die alle Mitglieder der internationalen Gemeinschaft vereinigt, er* klären, daß der angreifendc Staat einen Bruch dieser Solidarität und ein internationales Verbrechen begeht und wünschen die bolle Anwendung des Dölkerbundspaltes für die friedliche Regelung der Streitfälle, das zwischen den Staaten vorgesehene System zu erleichtern, die Detämp- fung der internationalen Verbrechen sicherzustellen und nach Artikel 8 des Dölkerbundspaktes die nationalen Rüstungen auf das Mindestmaß zu beschränken. das mit der nationalen Sicherheit und der Ausführung der durch eine gemeinsame Aktion notwendig gewordenen, internationalen Verpflichtungen zu vereinbaren ist. Sie sind daher hierzu gebührend ermächtigt, über folgende Bestimmungen übereinzukommen: Artikel 1 bestimmt, dast die Protokollverpflichtungen für alle Signatarmächte bindend sind. Artikel 2 erttärt, dast alle Kriege verboten sind auster im Falle des Widerstandes gegen Angriffsakte in U£bereinftlm = mung mit dem Völkerbund laut den Bestimmungen des Pattes und des Protokolls. In Artikel 3 wird die Gerichtsbarkeit des internationalen ständigen Gerichtshofes unter gewissen Vorbehalten als obligatorisch erklärt. Artikel 4 enthält die Einzelheiten über das Schlichtungsverfahren durch den Rat und die Schlichtungskommission. Artikel 5 behandelt die Sachlag t b.i Streitfällen, die der eigenen Zuständigkeit anderer Staaten unterliegen. Artikel 6 betrifft die Rolle der Völker- bundsversammlung bei der Shlichtang von Streitfällen. Artikel 7 regelt die präventiven Mah- nahmen, die der Rat b:i einem Konflikt ergreift zur Klärung d:s Kouflik.es uid Aufrechterhaltung des staius guo während des Verfahrens. Rach Artikel 8 verpflichten sich alle Staaten. sich jeder Handln ig ;u enthalten, dir eine Angriffsdrohung bedeutet. Artikel 9 cmpfichft £ur Verhinderung von Kriegsfüße i die Errichtung entmilitarisierter Zonen. Artilcl IC definiert den A ng r i f s s staa t. Behauptung, dast ein erheblicher Teil des Zen- ti'u m s g»gen die Bildung einer bürgerlichen Regierung sei, ist, wie jetzt schon festgestelll werden kann, nicht richtig. Die Haltung der Sozialdemokratie. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 2. Oft. (Drahtmeldung.) Die sozialdemokratische Parteileitung hat sich wider alles Erwarten bereit erklärt, an den Vorverhandlungen zur Erweiterung des Reichskabinetts teilzunehmen. Wie wir aus parlamentarischen Kreisen hierzu erfahren, will die Sozialdemokratie unter allen Umständen den Anschein wahren, als sei sie gewillt, die vom Reichskanzler in Aussicht genommenen Bemühungen nach Erweiterung des Kabinetts nach rechts und links wohlwollend zu u n t e r ft ü t) e n. Das Ziel dieser sozialdemokra- tischen Taktik kann selbstverständlich nur darin bestehen, die Verantwortung für ein evtl. Scheite r n der Verhandlungen allein a u f d i e D e u tschnationalen abzuwälzen. Im übrigen hofft man in den sozialdemokratischen Kreisen, dast die gegenwärtigen Aktionen m i t einem vollen Mißerfolg enden und nichts weiteres übrig bleibt als die Auflösung des Reichstages, die der Reichspräsident aussprechen könnte, wenn ein Ausweg aus den innerpollttschen Komplikationen nicht zu finden ist. In parlamentarischen Kreisen nimmt niemand an, daß die Sozialdemokratie die ernsthafte Absicht hätte, eine unter deutschnationalem Einfluß stehende Reichsregierung auch nur einen Tag zu unterstützen. Gründung einer föderalistischen gentrumspartei. (Eigener Informationsdienst.) B e r l i n , 2. Ott. (Drahimeldung. > Do.i sich renber Zentrumsseite wird jetzt zugegeben, dast die Bestrebungen gewisser föderalistischer Kreise in West- und Dorbdeutschland auf Gründung einer eigenen Partei bereits wei t fortgeschritten sind. Die Kreise, die hierfür in Frage kommen, haben den entscheidenden Anstoß zu ihrem Plan von der Bayrischen Dolkspartei erhalten und es ist auch beabsichtigt, falls öer Plan sich verwirklichen läßt, sich später mit der Bayrischen Volkspartei zu einergr©» ßen föderalistischen streng konservativ gerichteten katholischen Partei zusammenzuschließen. Allerdings bestehe noch gewisse Schwierig!.iten, als man auch diejenigen föderalistischen K rei e in Hannover und Hessen gewinnen möcht:, die e v a n g e lisch sind, aber bisher beim Zentrum die Vertretung ihrer Interessen geiucht hatten. Von führender Zenlrumsseitc wird betont, daß die Gegensätze zwischen den Interessia und Ab ichten dieser verschiedenen Kreivorläufig noch zu sta t wären, um auf einen Erfolg der Eini--u -gs'xstre- bungen hoffen zu lassen Ob bereits bis zum Zusammentritt des Reistages irgendwe.che foi- genschwere Beschlüsse gefaßt fein können, erscheint noch sch/ zweifelhaft, wenn auch die Bayrische Dolkspartei, die den Kristallisationspunkt der ganzen Bestrebungen abgibt, ihre Tätigkeit in letzter Zeit aufs äußerste gesteigert hat. Artikel 11 stellt die Sanktionsver- pflichkung der Signatarmächte auf. Artikel 12 behandelt die Dorbereitung der wirtschaftlichen und finanziellen Sanktionen. In Artikel 13 wird die vorherige Mitteilung militärischer Derpflichtungen an den Rat und das Recht der Sonderabkommen geregelt. Artikel 14 verleiht dem Rat das Recht der Aufhebung der Sanktionen. Artikel 15 legt den Angreiferstaaten die R e - Parationskosten auf, garantiert aber ihr» Unabhängigkeit. Artikel 16 behandelt das Derhältnis der Sig- natarmächte mit den Richtsignatarmäch- t en. Artikel 17 enthält die Derpflichtungen zu der Teilnahme an der Abrüstungskonfe. renz. Artikel 18 regelt die Abstimmungsver hä 11nisse im Rat bei den Entscheidungen. Dach Artikel 19 verändert das Protokoll seine aus dem Dölkerbundspakte erwach' senen Verpflichtungen und Rechte. Artikel 20 verweist jeden Streitfall über die Auslegung des Protokolls an den internationalen ständigen Gerichtshof. Artckel 21 enthält die Bestimmungen über die Ratifizierung, das Inkrafttreten des Protokolls und die Abrüstungskonferenz. Dach Verlesen des Protokolls stimmten die Vertreter Frankreichs. Englands. Hollands, Italiens, Spaniens, Belgiens, Fi mland., Ro we ens, Portugals und Jugoslawiens den Protokoll zu. Der Führer der japanischen Delegation. Baron I s h i i, erklärte, daß Japans Einwände stets rein juristischer Ralur gewesen fc;en und vom ^Geiste des Freimuts und der Aufrichtigkeit beseelt waren. Mit großer Befriedigung fnine er mitteilen, daß die ja; .(.''int-- io i -fce. Resolution jetzt ihre v f. r mn-. er; ei le. Nitti zum Genfer Friedenspakt. Eine deutsch-französische Verständigung, die Vorbedingung für den Weltfrieden. Paris, 1. Oft. (WB.) Der ehemalige italienische Ministerpräsident Ritti hch einem Mitarbeiter des „Quesi Eclair" ein 3ntett>tett> gemährt, in dem er u. a. sagte: ,Dah man einige Millionen Menschen unter den Waffen halten müsse, ist nach meiner Ansicht der beste Beweis dafür, daß der abgeschlossene Friede ein schlechter Frieden ist. Erst müssen die Geister abgerüstet werden. Rternals wird Deutschland gutwillig Reparationen leisten, wie sie ihm durch den Danziger Korridor, der es in zwei Stücke zertritt, auferlegt wurde: es wird auch nicht die TeilungOber schlesiens hin- nehmen, von den übrigen gar nicht zu sprechen. Es unterwirft sich den Ävtwendigkeiten des Augenblicks. Aber diese Annahme ist nicht aufrichtig. 3n Ungarn gibt es keinen Menschen, der die diesem Lande aufgezwungene Zerstückelung an- nimmt. Wie will man unter diesen Umständen von einer Herabsetzung der Rüstungen sprechen." Einen eventuellen Garantiepatt nennt Ritti eine Illusion: weder Rußland noch die Bereinigten Staaten würden ihm zustimmen, und Deutschland und Angarn könnten es nicht aufrichtig tun. Eine aufrichtige und loyale Friedensgarantie erblickt Rittl in einer Verständigung zwischen Frankreich und Deutschland. Wenn diese beiden Demokratien ein wirkliches Abkommen träfen und auf jede Beherrschungs- und Revancheidee verzichten wollten, und wenn sie aus den bestehenden Verträgen die Härten entfernen wollten, dann könnte man auf einen wirklichen Frieden hoffen. Alles, waS für das Leben der Völker notwendig sei, sei auch möglich. Ritti sprach alsdann von den Absichten Her« riots, dessen 3becn er nicht alle billige: aber er habe seinem Lande schon wichtige Dienste geleistet. Der Dawesplan habe Illusionen zerstört: für Ritti ist er ein Appell an die Loyalität. Ritti tritt für eine wirtschaftliche Solidarität em und erklärt, eine Verständigung zwischen Frank- reich und Deutschland könne eine allgemeine europäische Zollunion vorbereiten: das sei keine Atopie, und eine Zollunion würde der Dorlliufer der politischen Anion sein. Ohne diese sieht Ritti nur eine wettere Seme von Kriegen. Der Rest, nämlich die Herabsetzung der Bewaffnung und i>ie gegenseitigen Garanttever- lräge seien Blätter, die mit dem Winteq verwelken. Amerika würde niemals auf seine Forderungen verzichten: es würde auch keinen Garantievertrag annehmen. Es wolle vor allen Dingen seinen Handel entwickeln und seine Prosperität vermehren. Wenn Frankreich und Deutsch- land sich verständigen würden, danii würde die Zollunion einschließlich Englands möglich, und das würde auch Amerika Vertrauen ein« flößen, das alsdann leichter dazu geführt werden könnte, die Kriegsschuldfrage unter einem neuen Gesichtswinkel zu betrachten. Dis jetzt, so schloß Ritti, habe man noch zu sehr gedroht und zu viel geredet. Deutschland, Rußland i und der Völkerbund. 5 (Berlin, 2. Ott. (DvahtmeLdung.) Die englische und französische Presse erörtert gegenwärtig 'auf Grund offiziöser Inspirationen die Frage, /inwieweit die deutsche Stellungnahme zum Völkerbund durch die zwischen Deutschland und Sowjetrutzland bestehenden Abmachungen beeinllußt sein könnte. Während die französischen Blätter die Vermutung aussprechen, daß die deutsche Regierung mit Rücksicht auf Sowjetrußland keine Verpflichtungen eingehen wolle, die es in Widerspruch mit der Sowjetregierung bringen könne, glauben die englischen „Times", daß die Regierung Marx- Stresemann bereit sei, mit den West machten im Völkerbund zusammen zu arbeiten und das Freundschaftsverhältnis mit Sowjetrußland mehr oder weniger preiszugeben. Aus den maßgebenden Kreisen d<Ä Berliner Auswärtigen Amtes erfahren wir hierzu folgende interessante Einzelheiten: Die deutsche Regierung läßt sich in ihrem Entschluß, den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund vorzubereiten, keineswegs durch irgendwelche Rücksichten auf die sowjetrussischen Interessen leiten, denn sie hat ausschließlich die deutschen Lebensinteressen im Auge. Es ergibt sich aber ganz von selbst, daß Deutschland durch seinen Eintritt in den Völkerbund sich nicht in die Zwangslage versetzen lassen kann, in ein gespanntes Verhält- nis zu Rußland einzttreten. Deutschland befindet sich Rußland gegenüber absolut nicht in einem Dündnisverhältnis, aber es kann unmöglich in seinem eigensten Lebens- inlerelfe an irgendeiner Mächtegruppierung tei(= nehmen, die sich gegen Rußland richtet. Es würde sonst der Gefahr ausgesetzt sein, im Falle eines Konfliktes zwischen dem Völkerbund und Sowjetrußland als gegenseitiges Aufmarschgebiet zu dienen und so in die Katastrophe emes allgemeinen europäischen Konfliktes hincingetrieben werden, bei welchem Deutschland den Schauplatz der Auseinandersetzungen spielen würde. Es ist richtig, daß die sowjetrussische Regierung Deutschland in sehr ernster Weste vor gewissen Möglichkeiten gewarnt hat. Diise Warnungen sind aOer m&t in irgendeiner 'Form erfolgt, die die Cntschließungsfreihett Deutschlands irgendwie beeinträchtigen könnte. Lediglich in der Frage der Sicherheit Deutschlands kann eine gewisse Rücksicht auf die Beziehungen mit Rußland genommen werden. Es wäre aber unbedingt falsch, wenn man annehmen mürbe, daß Deutschland gewillt sei, die russische Politik gegen den Völkerbund zu unterstützen, da die Einstellung Rußlands zum Völkerbund für Deutschland vollkommen gleichgültig ist. Der Ausstand in Georgien. Paris, 2. Oft. (Telunion.) Die georgische Delegation veröffentlicht ein Kommunique, aus dem hervorgeht, daß im Kaukasus noch immer heftige Zusammenstöße zwischen den Aufständischen und den Sowjettruppen stattfinden. Am 26. und 27. September trug sich em heftiger Kampf in der Gegend von Swa- nattjie zu. Die Sowjettruppen muhten nach mehrstündigem Kampfe das Gefecht abbrechen und sich aus Kutais zurückziehen. Rach gewissen Meldungen, die das Kommunique verzeichnet, hat sich die Aufstandsbewegung auf Dagestan und K o r b a n weiter ausgedehnt. Ein weiteres Kommunique berichtet von Massenhinrichtungen durch die Sowjettruppen. 63 Geiseln, die nach Tschingtouri aus den umliegenden Dörfern verschleppt wurden, sollen im Zuge niedergemacht worden sein. Die Bolschewisten hätten strenge Maßnahmen ergriffen, um ein Entweichen der Aufständischen über die türkische Grenze zu verhindern. Schwierigkeiten des Kabinetts Macdonald. Die Liberalen schwenken zur Opposition ab. London, 2. Ott. (TA.) Die Kabinettskrise wogen des russischen Vertrages und der Zurückziehung der Klage gegen die kommunistische Zeitschrift „Workers Weeks" scheint des- mal ernster zu werden, als alle vorhergegangenen und nach Ansicht der führenden Morgenblätter sowohl der ßiberaten als auch der Konservativen Reuwahlen zu bedeuten. Die liberale Fraktion hat im Anterhaus eine Fraktivns- fttzung abgehalten, bei der eine durchaus veränderte Haltung der Parteimitglieder offenbar wurde. Die Eindrücke in den Wählerkreisen während des Arlaubs haben offenbar einen grundsätzlichen Stimmungswechsel herbeigeführt. Allen Ernstes wird mit der Möglichkeit einer Reuwahl bis Ende des Monats, unter Amständen sogar noch früher, gerechnet. Den unmittelbaren Anlaß zur Krise s bildet das Mißtrauensvotum der Konservativen, dem sich die Liberalen nach dem gestrigen Fraktionsbeschluß a n s ch l i e ß e n wollen, wenn es die Formulierung des Mißtrauensvotums nur einigermaßen zuläßt. Die Schlacht vor Schanghai. Schanghai, 1. Oft. (WTD.) Die aufständische Tschekiang-Armee leistet gegen die unaufhörlichen Angriffe der Kiangsutruppen Widerstand auf der ganzen Front. Die heftigen Kämpfe um den Besitz Schanghais dauern jetzt bereits bvei Tage. Die stark zusammengeschmvlzenen Verteidiger ziehen sich unter dem Feuer der feindlichen Artillerie und unter Flieger- und Sperrfeuer in einige Sektors zurück. Etwa 2000 Verwundete sollen auf jeder Seite zu verzeichnen sein. Der Luftkampf nimmt zu, die Abwehrbatterien sind in lebhafter Tätigtest. Die Kiangsutruppen kündigen dauerndes Trommelfeuer an, während die Tschekicmg-Svldaten sparsamen Gebrauch von ihrer Munition machen und einen Bajonettangriff abwarten. Der Mllttärgouvemeur von Schekiang hat die Behörden der ausländischen Ansiedlungen und das diplomatische Korps darauf aafmerffam gemacht, daß Vorsichtsmaßnahmen ihrerseits am Platze waren. —1--------- i Parlamentarisches aus Hessen. (Don unserer Darmstädter Redaktion.) Die Zentrumsabgeordneten Blank und Wagner haben im Landtag folgende Anfrage eingebracht: Ist 1*8 der Regierung bekannt, oah in diesem Jahre eine überaus große Anzahl Schweine an Schweine ro tlauf zugrunde gegangen sind, weil die praktischen Tierärzte Hessens aus Impfstoffmangel nicht in der Lage waren, die von den Landwirten angeforderten Impfungen vorzunehmen? Was gedenkt die Regierung zu tun, um den Impfstoffbedarf des Landes für die Folge sicher zu stellen? Können die Abhilfemaßnahmen so rasch einsehen, daß die unseren Schweinebeständen drohende Gefahr für das nächste Jahr vermieden wird? ♦ Ein Zentrumsantrag will den Artikel 3 des Gemeindeumlagengesehes so erweitern, daß alle Gebäude und Gärten, die Wvhl- fahrtszwecken dienen, von der Steuer sowie der Sonder gebäudest euer, rückwirkend vom 1. April 1924 befreit werden sollen, unbeschadet in wessen Eigentum sie sind. * Gin weiterer Zentrumsantrag ersucht die Regierung, bei der Reichsregierung dahin vorstellig zu werden, daß bei der Vergebung der Reparationsleistungen neben den großen Werken auch das Handwerk, die kleinere und mittlere Industrie entsprechend deren technischen, wirtschaftlichen und sozialen Bedeut ing berücksichtigt wird. Die Vergebung dieser Lieferungen solle unmittelbar an die Dorbenannt en Handwerks- und Industriezweige erfolgen, evtl, durch deren Wirischaftsorganisattonen. * Im Landtag ist eine Vorlage der Re- gierun g eingegangen, wonach auf Grund des Londoner Abkommens die politischen Gefangenen entlassen werden sollen und alle noch schwebenden Verfahren niederzu- schlagen sind. * Eine weitere Regierungsvorlage will das Landtagswahlrecht dem Reichstagswvhl- geseh angleichen, u. a. werden amtliche Stirn mzettel erngesührt. * Im Landtag ist eine Regierungsvorlage eingegangen, wonach die Regierung ermächttgt werden soll, zur Kredttvermittlung Wechselver- btndlichkeiten für Gemeinden, Gemeinde- verbände und Religionsgemeinschaften ^bis zum 1. April 1926 (bisher 1924) zu übernehmen. * Ein im Landtag eingebrachter Antrag wünscht, daß eine Ergänzungsprüfung für Sekretäre eingeführt wird, die den Beamten, die diese Prüfung bestehen, ebenso wie im Reich eine Aufstiegsmöglichkeit in höhere Gehaltsgruppen bietet. Schließlich ist dem Landtag eine Regierungsvorlage übet die Grün düng einer gemeinnützigen Wohnungsfürsorge- gesellschaft zugegcrngen. Es wird um die Be- willigrmg von 40 000 Mk. ersucht. Aus aller Wett. Der deutsche Hiftorikcrtag in Frankfurt. Am ersten Sitzungstage hieß -der derzeitige Rektor Geh. Justiz rat Prof. Karl B u r ch ar d die Versammlung in den Räumen der Aniversität willkommen. Hof rat Oswald Redlich überbrachte die Grüße des österreichischen Anterrichts- ministers. Gr wies auf die geisttge Zusammengehörigkeit Deutschlands lind Oester- reichs hin,'die auch durch die Aufeinanderfolge des letzten Historikertages in Wien und des heutigen in Frankfurt sich ausdrücken, und gab unter stürmischer Zustimmung der Versammlung dem Wunsche bereiniget politischer Verwirklichung dieser geistigen Einheit Ausdruck. Pros. K ü n tz e l legte die verschiedenen als Ehrengaben gedachten Publikationen vor. Geh. Reg.-Rat Prof. Wolfram legte die Festgabe des wissenschaftlichen Instituts der Elsaß-Lothringer im Reich, wobei er an die kulturelle und nationale- Bedeutung Elsaß-Lvthringens und der Straßburger Aniversität für das Deutschtum erinnerte, Bedeutung und Ziele des Instituts erfiärte und zur Mitarbeit ausforderte. Als erster Redner sprach Geh.-Rat Prof. Gd. Meyer zum Thema „Blüte und Riedergang des Hellenismus in Asien". Geh.-Rat Prof. G. o. Below sprach als'zweiter 5um Thema: „Historische Periodi- fierung mit besonderem Hinblick auf Mittelalter und Reuzeit". Deutscher Luftverkehr in Persien. Der persische Ministerpräsibrnt und Kriegsminister Reza Khan hat einen Vertrag mit der I u n k e r ° L u f t v e r k e h r - A.-G geschlossen, wonach dieser bie Reorganisation großer subventionierter LuftverkehrSstiecken in Persien übertragen wird. ^Bereits in diesem Monat wird die Linie Daku-Enseli-Teheran in Betrieb genommen werden. Die Fortsetzung bieter Strecke von Teheran bis Dudschir am persischen Golf ist ebenfalls noch in diesem Jahre zu erwarten. Der Chef der Marineleitung zum Admiral befördert. Vizeadmiral Zenker, der Chef der Marineleitung, ist mit Wirkung vom 1. Oktober ab zum Admiral befördert worden. Schwerer Raubmord. Berlin, 1. Oft. In ber Garage der Mer- cedes-Werkein der Iagowstraße wurde heute früh der Rachtwächter Andreas Hönhaus t 0 t aufgefunben. Gr wurde von 3 Wagen- wäschernermvrdet, diemiteinemMer- cedeswagen entflohen. Don ihnen wurde einer, der in Berlin blieb, bereits festgenommen. Gr leugnet noch die Tat. Der zweite, der sich in Frankfurt a. d. Ober selbst der Polizei stellte, wird von der hiesigen Polizei von dort abgeholt werden, der dritte ist mit dem Wagen weitergefahren und wurde von Berliner Kriminalbeamten, die die Verfolgung in einem Rennwagen aufgenommen hatten, dicht an der polnischen Grenze in dem Orte Tirschtigeld Angehvlt und verhaftet. Schwere Anwetterkatastrophe in Amerika. Die ganze Atlantikküste ist von einem schweren Anwetter heimgesucht worden. Schwere Stürme, verbunden mit gewaltigen Regengüssen. haben das Land weithin überschwemmt und ungeheuren Schaden angerichtet. Besonders schwer betroffen wurden die Südftaa - ten, wo Tausende obdachlos getoorben sind. Ganze Dörfer stehen unter Wasser. Hahletons Kohlenmin.en, 18 an der Zahl, sind völlig überschwemmt. Die Bahnlinien sind auf weite Strecken unterwühlt. Zahlreiche Tote sind als Opfer der Katastrophe zu beklagen. Wettervoraussage. für Freitag. Zunächst wenig Aenderung der herrschenden Witterung, später Bewölkungszunahme. Aus Stabt und Land. Gießen, den 2. Oft. 1924. Sonntag im Dorfe in Obcrhessen. Mit blank gefegten Straßen und blinkenden Fenstern erwartet das Dorf den Sonntag. Der schwebt über die Milchstraße zur schlafenden Erde hinab, schreitet durch Gärten, darinnen feuerfar- bene Dahlien zwischen betauten Blättern träumen, am murmelnden Dach entlang, der im Licht des Vollmonds silbern schimmert. Ein Hund bellt in die große, wohlige Stille: nur der schwere Schlag der Kirchenuhr. Richt lange, so weckt der stolze Hahn mit schmetterndem Kickericki seine Hühnerfrauen, fliegen die braunen, gelben, grauen Tauben aus dem Schlag, locken sich mit zärtlichem Gurren, schnattern die Gänse über den Hof, watscheln die Enten zum Bach, die Schweine grunzen, Kühe muhen und rasseln mit den Ketten — das Dorf ist erwacht. Weitaus stehen, die Fenster der Wohnstube, der Kaffeetisch wird gedeckt, auf dem Küchenherd summt der kochende Wasserkessel. Wohl geratener Kuchen, kräftiges Graubrot warten auf die hungrigen Gäste. Die lassen nicht lange auf sich warten. Der Vater, die Mutter, frohes Behagen auf dem von harter Feldarbeit zerfurchten Gesicht, die Kinder flachsblond, helläugig» stramme Buben und Mädel im Sonntagstaat. Herzhaftes Zufassen, die große irdene Kaffeekanne wird mählich leer. Dann ist's Zeit zum Gottesdienst, das abgegriffene Familiengesangbuch liegt schon bereit. Der Vater nimmt den Hut, die Mädchen in ihrer kleidsamen Hessentracht, langer Faltenrock, kurzes Mieder und gebauschtes Halstuch, binden ihre kleinen, steifen Hauben fest oder streichen glättend über das Flechtenkrönchen. Derweil die Mutter das Sonntagsmahl richtet, geht der Vater mit seinen Lieben zur Kirche. Die Glocken fingen über sonntägliches Land ihr Evangelium, mahnen Säumige zur Eile. Der Pastor verschwindet durch die Tür zur Sakristei. Durch blumige Wiesen spaziert die Hühnerschar, kleine Mädchen im weihen Kleidchen, mächtige Schleifen im kurzen Haar, stehen im Tor, bestaunen sich gegenseitig, spielen nicht wie Werktags Ball ober Haschen, selbst die Puppe mit der halbgelösten Perücke trägt ein sauberes Kleid. Das ganze Dorf hat heute ein anderes Aussehen, Feiertagsstimmung, Sonntagsfreude liegt über den niedrigen Häusern, über den Höfen, über Wiesen und wohlbestellten Feldern. Vor der Schmiede türmt sich allerlei Gerät, bet- I drvssen feiert der schwere Hammer auf dem blanken Ärnvoß, muh es sich gefallen lassen, oatz di« braune Henne in seinen Stiel pickt. Rach dem Sonntagsmahl die Rast im Garten, das Rickerchen in kühler Stube, der Schwatz mit dem Rachbar, der Gang über b?n Hof, durch die Ställe, die Lektüre des Anzeigers. Der Rachmittagskaffee veriammelt die Familie. Dann gehen die Jungen in den Wald, die Frauen zur Rach- barin, die Männer zum Wirtshaus, allwo es sich bei einem Glase Bier oder Schnaps herrlich bolitu fieren läßt. Die Sonne verschwendet Goldmengen: wenn sie tiefer sinkt, kommt das Dioh zu seinem Recht. Frisches Gras und duftendes Heu füllen bi? Raufe des Kuhstalles, die weißen und braunen Fleischschafe weiden draußen bei der Herde, erst der Frost treibt sie heim. Hühner und Enten picken eifrig goldgelbe Körner, Gänse laufen benu, Tauben fliegen herbei, und die Magd trägt östlich frische Milch ms Haus. Erhitzt, \mit fröhlichen Augen, kommen bi? Jungen zurück, am Rock den weißen Staubsaum der Landstraße: mit nicht mehr ganz faubricn. Sommertleidchen die Kleinen, müde vom Spiel in der Sonne, gespickt mit Reuigtei1en-.der Vater, auch die Mutter kann Wissenswertes berichten. Aus dem Hose wird es still, schon flammt das erste Licht auf. Durch die Felder vom nächsten Sorte kommen paarweise junge Mädchen und Burschen raffen im Gasthaus und singen ihre Volkslieder Beim Mondenschein der Heimweg, die Mädtin haben sich zu viert untergefaßt, die Barschen bilden den Schluß, hallbderweht tönt noch von fern „Ach hätf ich nimmer dich geseh'n — —" Ein Riegel schiebt sich vor die Tür. Fensterläden schließen sich, das letzte Licht erlischt, ganz leise Hingt ber Sonntag aus. Bartlos. Der Bart gehört zum Manne, wie ber Kamm zum Hahn. Wenn die Hühner sich auch so viel Gedanken über die Hähne machen, wie die Frauen über die Männer, bann werden sie sicher dorn Hahnenkamm eine erkleckliche Beachtung schenken. Im Augenblick laufen zwar viele unserer jungen Männer bartlos herum, weil cs so Mode ist. Deren Mütter aber hatten noch ein ganz anderes Ideal. Sie liebten es. wenn der Schnurrbart so lang war, daß er bis hinter die Ohren ging. Vom ästhetischen Standpunkt aus ist die hart- lose Mode natürlich zu begrüßen, besonders, wenü man an die Bärte denkt, die über den Mund herabhängen, wie der Epheu über eine Torfahrt. Cs gab früher sogenannte Barttassen, in denen das haarige Ungetüm unschädlich gemacht wurde Aber ich kann mir nichr vorstellen, daß es auch so noch ein erhebendes Gefühl war, einen solchen Bart auS einer Tasse Milch auf tauchen zu sehen. Ich erinnere mich dabei immer noch an die kühnen Bewegungen der männlichen Anterlippen, die mit schnaufendem Hup von Zeit zu Zeit eine ©eneralreinigung Vornahmen und für etwas ganz selbstderstä übliches gehalten wurden. Keine Frau nahm damals Anstoß an so etwas: beute genügt es schon, daß man davon schreibt, um Entsetzen herauf zu beschworen. So ändern sich die Zeiten. Ohne uns zu schmeicheln, dürfen wir doch sagen, daß wir in diesem Punkte ein bischen korrekter geworden sind, freilich auch ein wenig nüchtern. Richt alle Männer kleidet ein bartloses Gesicht, viele täten gut daran, wieder etwas zu verdecken, Was die Ratur vorsorglich verhüllen wollte. * So aber beugt man sich der Mode und lauft treu und bieder einen Tag um den andern zum Barbier und läßt sich dort von den Attributes dec Männlichkeit befreien, die für unsere Vorfahren der größte Stolz waren. Rur ber Sekundaner zupft glücklich an feinem ersten Bärtchen und betrachtet es mit viel Verliebtheit im Spiegel. Wenn es bann soweit ist, daß es wirklich ein Bart genannt werden kann, dann verfällt es dem Messer, deim die Mode will es so, die liebe Mode! ♦ Unsitten im Radfahrverkehr. Man schreibt uns: Es wäre dringend erwünscht, wenn endlich auch in Gießen, wie dies längst in anderen verkehrsreichen Städten der Fall ist, settens der Polizeiderwalttmg durchgreifende Maßnahmen zur Regelung des Verkehrs mit Fahrrädern ergriffen und vor allem auch auf die Radfahrer selbst erzieherisch eingewirkt würde, damtt diese wissen, wie sie sich den Fußgängern gegenüber zu verhalten haben. Schon ist es soweit gekommen, daß der Radler, der fahren kann, wie es ihm beliebt, buchstäblich die Straße beherrscht und, wenn er einen Passanten airreimt, diesen noch dafür verantwortlich macht, daß er nicht aus-gebogen sei u. a. m. Ein Vorkommnis, das sich am 30. September, gegen 6 Ahr nachmittags, in der Walltorstraße zugetragen hat, möge das Gesagte beleuchten. An einer engen ©teile der genannten Straße, an der infolge Asphaltierung des Bürgersteigs auch die Fußgänger- nur den Fahrdamm benutzen konnten, wurde eine ältere, in Begleitung eines Herrn beftndliche Dame, die bei dem starken Verkehr nicht schnell genug ausbiegen konnte, von einer Radlerin von rückwärts angerannt unfr obendrein, ohne daß diese es für nötig hielt, sich zu entschuldigen oder gar zu fragen, ob auch nichts passiert sei, zur Rede gestellt, weshalb sie nicht aus dem Wege gegangen sei, sie hätte doch geklingelt usw. Die Radlerin fuhr, als sie von dem Begleiter- der Dame wegen ihres Verhaltens zurecht gewresen wurde, unter weiterer höchst unangebrachten Redensarten unbetümrneri davon. . _ . _ Es ist höchste Zeit, daß feiten» der Greße- ner P vliz ei Verwaltung endlich für Ord- nung im Verkehr mit Fahrrädern, besonders im Seltersweg, in der Schulsttaße, auf dem Markt, in der Walltorsttaße und anderen stark belebten Straßen hn Interesse der öffentlichen Sicherheit gesorgt torrb. Dr. D. Erwerbslosenfürsorge und Landwirtschaft. Eine wichtige Entscheidung fällte am 29. Sep» tember das Derftcheruirgsumt Di.bürg. -Der Gute Pächter Georg Heil-Habitzheim hatte zur Her beiftihrung eiper grundsätzlichen E tt.che.dung Beschwerde eingelegt, weil er in Fällen, in welchen er mit Den Arbeitnehmern Iahresverträge abgeschlossen hatte, die mangels einer Kündigung mit sechsmonatiger Kündigungsfrist ein wri eres Jahr gelten, zu Erwerbslosenbeiträgen herangezogen worden war. Ramens des Beschwerte üh.ers vertrat Rechtsanwalt Me i se l - Damrstad: den Standpunkt der Beschwerdevorschrift. Das Ter- sichernngsamt gab der Beschwerde statt. Derartige °aÖ dir toatj mi hü :,'S K dvljtl. 8.Ä U>K< Ljj> 7M ent ? ?ntw ^nfk^u “«‘M pmsn dt> '^ibiauin 1 faulten Ä *r jJat€r ,0'richlen. Jblg (T|L> ™ Dsn? ' 5ote|i?ba ' Jacher ' -".ein ^mläben ganz lfl|c der Äüflm fo viel Me Stauen Wc dem *9 schenken, ile unterer s Id OHobe ) ein ganz er Schnurr- die Ohm ist die haü- rden, denn den Mund « Tvifahrl. d in denen >ach'. wurde «h es auch inen suchen ?n zu sehen. : die kühnen iiPPen, die Zeit eine c-tiMj ganz tetn? fttd'A mit genügt n Entsetzen die Zeilen, n wir doch ein bische h ein wenig ?t ein bart- nieder etwas ich verhüllen 4 v uitb töllft mftern .yim IttüWcfl andere Dor- : der Dekan- ten Artchen «it im 6|)te= S wirklich ein Ml es dem : liebe W kehr. wenn endlich t in anderen L seitens der itbe Mab- Jerkehrs i> vor allem zieherisch !l«n. •* tu verhalten datzder?^ beliebt, bud> venneremen »für gebogen fe» «. September- Mtorstrafie t. heleMr" n Sttatze, . lewrng «« konnte, WJ 1 ffi f*A- SÄ ÄLi-- 1 ^«ielebte" s<»" t rind LT le"'Lge M tXi'Äfl "5 i fÄr5: r^w-f. d-n 70, 1—10, rote er. T sucht ^eignete Qimmpr 8M.MM Henko HenkelrsWafdiund BleicH Soda W aus berg nis vom mA. 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Südwestdeutscher Radioklub, Mitglieder- verfanrmlmcg, S1/» Ähr im Physikalischen Institut. — Bund für Haus und Schule: Dorttagsabend, 8 Uhr im Ivhannessaal. — Lichtspielhaus, Bahnhof strafte: „Scheine des TodeS". — Hess. Bilder- bühne: „MädchenloS". — Astoria-Lichtspiele: .Verrat". *• Zu der geplanten Beschränkung des Aacht-Telephondienstes in Die ft en wird uns aus unserem Leserkreis geschrieben: „QUit Befremden habe rch von der geplanten Abschaffung des durchgehenden Telephon- nachtdienstes hier Kenntnis genommen. M. E ist eS verfehlt, wenn man die Fernsprechteilnehmer durch besonderen Beitrag zur Erhaltung dieser Einrichtung Herartziehen wtll. Drehen ist schon stets in der Ordnung der Städte gewesen, die Fernsprechnachtvepkebr haben. Warum soll dies aus einmal abgeschafft werden. Gerads Gieften! Ich halte die Aufrechterhaltung der bestehenden Einrichttmg einfach für eine Selbstverständlichkeit, denn in Gieften bestehen Klmcken, Feuerwehr Militär, Polizei, deren Unterstützung und deren Erreichbarkett nicht durch Abschaffung des ununterbrochenen Fernsprechnachtverlehrs in Frage gestellt tverden darf. Och halte diese Maft- nahme für falsches Sparen, wie in so manchen anderen Fällen." *• St ratzen sperrungen. Wegen Aus- führung von Hausanschlüssen hat das Polizeiamt die Sperrung der Löber st ratze von Goethe- bis Dleichstratze, und der Gevrg-Philipp- Gail-Strafte von Kaiferalle bis Licher Stratze lauf die Dauer von etwa 8 Tagen für Fahrzeugs aller Art angeordnet. Jubilar im Dienste der Polizei. Gewerbewachtmeister Wllhelm Seih begeht heute lern 25jährtges ^ubuoum tra Dienste der hre- sigen Polizei. Aus diesem Anlatz wurden ihm seitens seiner vorgesetzten Behörde und seiner Amtskollegen besondere Ehrungen zuteil. Herr Seih erfreut sich sowohl bei der hiesigen Bürgerschaft, als auch in seinen Kollegen- und Freun- deslreifeil allgemeiner Beliebtheit. " Eine Sitzung des Provinzialschusses der Provinz Oberhessen findet am kommenden Samstag, 4. Oktober, vormittags 8 IIbr beginnend, im Sitzungssaal de» Regierungsaebäudes zu Gieften statt mit folgender Tagesordnung: Anttag des Kreisamts Dietzen aus Urrlc.faguTtg des Gewerbebetriebs des Trödlers Wilhelm Schmidt zu Giehen. Kirchen- platz 15. - Beschwerde des Karl Heinrich Scherer in Büdingen gegen das Kreisamt Bü° dingungen wegen Errt-iehurrg der Grobhandelserlaubnis. Beschwerde des August Krause tobet foL _ . .. . im Ohmtal ruhen. Unter dieser Verkehrseinschränkung werden die Einwohner von Schweins- lerg. Rieder-Ofleiden und Homberg, sowie deren Rachbargemeinden am schwersten leiden, weil Reisende von hier aus bis zu den nächsten Haupt- bahnstrecken (Main»Weserl>ahn oder Oberhessische Dahn) mehrstündige Märsche zurückzulegen hätten. Auch dem Hvmberger Touristenverein würde es fernerhin unmöglich gemacht, weitere Wanderungen zu unternehmen, und würde er somit dem Heimatdienst entfremdet. Um diese Mißstände nicht eintreten zu lassen, beschlossen die in Homberg versammelten Bürgermeister der DahnvrteimOhmtale, eine E i n g a b e an die zuständige Esenbahndireklion zu richten. Zimmer mit Schreibtisch per sof. An nenn. 1023872 Moltkcitr. 20 III. S sckön möblierte MM getrennt nn inuev mietet z. verm. 1.2«, R00nstrafte 31 v. GröBerei Werk der Sollen*, Par* llmorlo-, Eosmellk- und Pbarmo- lenlliehu Branche sucht für den dortigen Platz einen seriösen Herrn als Vertreter g ‘g.Prov. Es kommen nur Herren in Frage, die beider einschlägig. Groß- u-Klelnhaodelskundschaft aufs beste eingefiihrt sind und über prima Referenzen verfüg. Räumlichkeiten z. Haltung ein. Kommissionslag. müss-vorhsein. Offerten unter E. V. 7232 an Budolf Moss». Hamburg 1. (7507ss Linser .v-Mitarb'iter schccibt uns: Eine förmliche „Zwetschenjagd" seitens der Händler ha! iu dcn letzten Tagen in Obrrhessen eingesetzt. Zahlreiche Händler, zum Teil aus Hamburg,'Berlin, Braunschweig, durchreisen im Auto oder mit Motorrad die Provinz und suchen die Zwetschen aufzu- Lausen und zu verladen. Daft bei so starker Rachfrage kein fester Preis gültig ist, sondern neben reellen Preisen auch Phantasiepreise gezahlt werden, liegt auf der Hand. Es wurden bis jetzt 5—6 Mb für den Zentner gezahlt, aber auch 9 und 10 Mk. Trotzdem wird den Häirdlern nicht Ware genug geliefert. Die Zwetschenernte Hilt in diesem Jahre sehr auf, da die Früchte beim Schütteln kaum vom Baum fallen, und das Pflücken ist eilte mühsame Arbeit, wozu d.e Landleute, die noch an der Grummeternte sind und mit dem Kartofselausmachen angefangen haben, eben wenig Zeit haben. Der Marktpreis für Zwetschen betrug gestern in Friedberg und auch in Frankfurt 12 Pf. für das Pfund. Auffallend ist, daft die Aufkäufer aus Westfalen und dem Rheinland in diesem Jahre in unserer Gegend kaum zu sehen sind! sie beziehen ihren Bedarf aus Holland. j ** Das Fortbildungsschulwesen wurde in einer Versammlung des Darmstädter Ortsgewerbevereins stark kritisiert, insbesondere die Verhängung und Derbützung von Arreststrafen der Lehrlinge während der Arbeitszeit. Für den Lehrling bedeute es keine Strafe, wenn er, statt in der Werkstatt tätig zu sein, den Arrest absiht, zumal int Winter, wenn es im Schulsaal warm und gemütlid) ist. Wenn die Arreststrafe als Lisziplinarmittel sich als notwendig erweist, so sei sie in die Freizeit des Lehrlings zu legen, und es sollten sich dir staatlich besoldeten Lehrer dazu bereit finden, die Arrsstanten auch während dieser Zeit zu beaufsichtigen 3n diesem Sinne sollen beim Land?sbildungsamt Vorstellungen erhoben werden. ’* Der 5. Bundestag des Hessischen Deamtenbundes fand in Darmstadt unter dem Vorsitz von Rektor Dr. Clatz statt. Die hessische Regierung war vertreten durch Ministerialrat Dr. Wehner vom Ministerium des Innern. Verfichiedene Parteien hatten Vertreter entsandt, von denen der sozialdemokratische Land- tagsabg. Storck im Auftrag der sozialdemokratischen Fraktion eine Dearühungscmfprache hielt. Direktor Rausch, Mitglied des Vorstandes des Allg. Deutschen Beamtenbundes, sprach über politische und wirtschaftliche Fragen der Gegenwart. Darauf behandelte die Versammlung eine Reihe von internen Angelegenheiten des Deamten- standes. •• Der Haupt vvr ft and des Hessischen Landeslehrervereins hielt eine Tagung ab, um zu dem Entwurf einer Dienstanweisung für Schulleiter und Rekwren Stellung zu nehmen. Es handM sich um die Frage, ob kollegiale Schulverfassung oder, wie der Entwur es rollt, Aufsichtsrecht der Schulleiter. Der Dor- ftanb sprach sich gegen den Entwurf aus. Ö8 soll eine außerordentliche Tagung des Landes- Lehrerveveirts darüber entscheiden. Landkreis Gietzen. en. Beuern. 1. Oft. Eine Besserung in der P 0 st z u ft e l l u n g ist seit einiger Zeit insofern eingetteten, als nunmehr auch am Sonntag unser Ort Poft erhält. Doch erfolgt Sonntags keine Ortsbestellung, dafür können aber die Postsachen abgeholt werden. Es ist zu hoffen, daft hiervon reger Gebrauch gemacht wird, besonders seilens der Geschäftswelt. — Den ersten Rundfunkanschluft in unserem Ort hat sich Lehrer Rau gelegt. Verträge feeen -vast Reiünitc. ■ hos den ganzen Geslügelbestand. Eia h,cllge 32jähi iger Werkmeister wurde verhaftet weil er sich mit gefälschten Rezepten erschasst hatte. Der Feiigeuom- tnene, der durch Kolain völlig zerrüttet ist, wurde der Irrenanstalt zugesührt schweres Eisenbahnunglück bei Mainz. Mainz, 1. Oft. (Tel -lln.) Heut mittag ereignete sich im Tunnel dicht vor dem hiesigen Hauptbahnhof ein schweres Eisenbahnunglück. Auf den um 12.15 Hbr von Mainz abfahrenden Baseler Schnellzug fuhr bei um 12.18 älhr vom Mainzer Hauptbahnhof ab1 fehende W o r m s e r P e r s o n e n z u g a u f. Der )-3ug erlitt im Tunnel zwischen Haupt- und Südbahnhvf, wie es heiht, einen A ch s e n b r u ch Rach einer anderen Version soll die Bremse nicht richtig funktioniert haben. Der Zug blieb deshalb am Ende des südlichen Tunnel ausgangs halten, woraus der Heizer den Schaden nachsehen wollte. Mittlerweile suhr der Wormser Personenzug, der 12.18 vom Hauptbahnh f abgelassen wird, in den Tunnel ein. Da dem Führer des Personenzuges von einer Sperrung des Gleises durch Zeichen nichts bekannt wurde, ranute derZugmitDreiviertel-Geschwindrg- feit a u f den O-Zug aus. D!.' letzten drei Wagen wurden vollständig z e r t r ü m - m e r t. Bis jetzt sind vier Schwer verletzte und drei Tote geborgen. Die Ausrüumungs- arbeiten werden mit aller Energie öuvdjgriübrl, und zwar von französischem Militär und der Mainzer Feuerwehr. Sanitätsmannschaften sind am RettungSwerk mitbeteiligt. Die svanzöstsch: Militärbehörde hat von beiden Seiten grolle Scheinwerfer in den Tunnel bringen lassen, bk die Unglücksstätte beleuchten. Wieviel Menscy. u sich unter den Trümmern besinden, kann not; nicht festgestellt werden, da wegen der Enge des Tunnels an die Trümmerstätte nur schwer heran- zukommen ist. Sämtliche Geborgenen erhallen die elfte Hilse in dem sranzösischen Milttärlazarett und werden von dort mit Sanitätsautos nach dem städtischen Krankenhaus verbracht. Das in Mainz erscheinende „Echo du Rhin" meldete gegen Abend, das bisher sechs Tote, sechs Schwerverletzte und eine gröbere Anzahl Leichtverletzter geborgen worden seien. Wie Augenzeugen aber berichten, sollen, bis jetzt 18 Tote geborgen sein. Die Absperrungs- mahnahmen werden äuherst streng gehandhabt, so daft genauere Einzelheiten nicht zu erhalten waren. In das Städtische Krankenhaus wurden bis jetzt folgende Personen mit Arm-, Bein- und Schulterverlehungen eingeliefert: Robert Krüger, Reichsbankbeamter, 40 Jahre alt, Berlin- Lichterfelde, Friedrich Müller aus Pforzheim, Josef Spahn aus Kassel. Martin Kön necke aus Holzhausen i. d. Heide. Die Strecke befindet sich im Betrieb der französischen Regie. / Tabletten ln ollen Apoihelen u nJFVW' -Orogtrlen erhä,nick' bei kjusten, -seiserkeit/ Katarrh Ein bifitenreines Antlitz satte, fammetw«<4)< ©aut ftnb bet ‘BeflÄ ein« jeben Stau, die Äsk Seesano-Mondelklele für Ihre Hautpflege benutzt. Vie wohltuende Srot- tagt bet Avk-Geesand.Manbelkleie belebt und erftischt dlt k)aut, alle yautunreinhelten werben b-selt'gt und die Haut bleibt glatt und lugend« Gisch bis in» hohe Alter. Äoflenfreie «Beratung u. Äo6metif/>e8 tzaudlextkon gegen Rürkpvtto, E x t e r l k u l t u t, Öftftebab Äolberg. s Seidenstoffe 3 Potsdam, den 1. Oktober 1924. Gießen, den 2. 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mehr Dorf, mehr Seele, als m den nach dem Modell im Atelier gestellten Bildern Thoma hat mit zwei Dildungsmacht^ gent gen. Er ist in Paris gewesen und bat Courveis Den manchmal lächerlichen Phantastereien der nordamerikanischen 'Sieger und Dem Dachdrängen der reinrassigen Tiefen in den Staaten Süd- ameritas. Das ist der weltgeschichtliche Hintergrund, auf Dem Larsen die Bedeutung des französischen Heeresgesetzes von 1923 erörtert, das eine Friedensstärke von 200 000 europäisch ausgebildeten farbigen Trappen (neben 660 000 Mann weißer Truppen) und in absehbarer Zeit ein farbiges Kriegsheer von 1,6 Millionen Mann (neben 5,3 Mill, weißer Truppen) vorsieht und auch damit, nach dem Bericht des Oberstleutnants Fabvy, nur den vorläufigen Rahmen für noch weit unabsehbarere Massen ausgestellt, den ersten Schrick zu einem französisch miliuiriiierten schwarzen Erdteil getan hat. „^ehoo- ting the Diagara and öfter“ werden spätes Generationen klagen, und nur das ist die Frage, wen die Rückschläge dieser Entwicklung zuerst treffen werden. / Wenn Romain Rolland in seinem Briefe an Morel „die unglaubliche Blindheit der Staatsmänner beklagt, welche, ohne es gewahr zu werden, Europa dem gelben und schwarzen Kontinent auslieferten, nachdem sie ihn mit ihren eigenen Händen und schwarzen Händen bewaffnet hacken", so sollte dieses Urteil in er ft er Linie für d i e Franzosen gelten. Aber Die1 ’ find am weitesten entfernt von Sorge oder S lbst- erkenntnis. Sie schämen sich nicht, sondern sie rühmen sich, die weiße Solidarität zu durchbrechen: und ihre führende Kolonialz-itschttst „Döpeche coloniale" war ganz konsequent, als sie am 7. August 1923 amerikanischen Besuchern, die nach gewissen Pariser Erlebnissen unruhig tr-urben, den Vorwurf machte: „daß sie Barbaren leien, die nichts gelernt und nichts vergessen hätten und unter dem beklagenswerten Fehler von Rassevorurteilen (prejughs de la coxleur) ständen. Gehen die Franzosen doch so weit, daß sie ihre glorreichen „Menschenrechte" anrufen, um die humanitäre Berechtigung ihrer allerdings vor- urteilsloseren Polickt gegenüber allen Rassen (mit Ausnahme Der „boches") zu erweisen. Denn die Ideen von 1789 müssen Den Franzosen dazu Dienen, den Gedanken einer weißen Solidarität zu zerstören, und diejenigen bei uns, Die noch etwa B diesen Ideen schwelgen, werden schon er» kennen, daß sie nach sehr veralteten Heften studieren. Man wird eines Tages die Tradrttonen der großen Revoluckon — die dafür sehr verwendbar sind! — auch zugunsten einer schwarzen Besatzung am Rhein in Bewegung sehen. Denn die Franzosen wissen, daß sie allein mit einer solchen neuen Kombination von militärischen Machtmitteln für ihren neuen Impe- /rialisrnus eine tragfähige Unterlage schaffen können. Qlur Die Mittel dieses Imperialismus sind neu, unerhört Die Ziele sind Die alten unD gleichen: Das Bleibende in Der Erscheinungen Flucht, es sind Die alten traditionellen Machtziele, Die Frankreich am Rhein und in Der Welt verfolgt. Die historischen Linien, in Denen Die Entwicklung Dieser beiden Machtziele verläuft, bringt Larsea in Dem Haupckeil seines Buches anschaulich und mit sicherem historischen Takt zur Darstellung. Gerade das innere Derslochtensein jener beiden Machttendenzen, Der schon aus dem Mittel- alter überkommenen Universalpolitik und der Rheinpolitik der neueren Iahrhänderte wird wirksam und schlagend aufgezeigt. Hier liegt in Der Tat Der Schlüsselhuntt Der französischen Position: die Rhein stellung als §ebel zur Dieder- haltung Deutschlands 'und die dadurch gewonnene Hegemoniestellung auf Dem Kontinent als Voraussetzung aller überseeischen, imperialistischen Machtauswirkung: und indem sich dieser Schlüssel- puntt nur mit Hilfe der Militarisierung des schwarzen Erdteils halten läßt, schließt sich Der Kreis, rundet sich das moderne System des französischen Imperialismus. Mit Recht urteilt Der dänische Autor: „In einem Anfall von tiefer weltgeschichtlicher Zerstreutheit haben Die Angelsachsen auf dieser und jener Seite des Atlantischen Ozeans Die Arbeit der Franzosen zur Durchführung jener Rheinpolittk getan, Die immer em Eckstein Der gegen England gerichteten französischen Weltpolitik gewesen ist." Die gegenwärtigen taktischen Derteidigungs- stellungen Dieser Rheinpolitik aber heißen: Sicherheit Frankreichs und Die Deutsche Schuko — werden Die Angelsachsen auch in Diesen beiDen Fragen Die Arbeit der Franzosen tun? Doch vor Dem Krieg hatte C. Hayem in seiner Schrift „Au Rhin gaulois" (1913) Den „ewigen Gedanken Der französischen Politik" verherrlicht: von Der Rheinbasis aus ein zersplittertes und uncmiges DeutschlanD zu beherrschen — das zersplitterte und uneinige, das wehrlose und ausgepumpte Deutschland ist für Das politische Denken Der Franzosen das Ziel, das auch heute Die „SicherhÄt Frankreichs gegen einen deutschen Angriff" einzig und allein verbürgen tarnt. Der Begriff Der „Sicherheit" ist nach Den Knegs- crlebniHcn für manche Franzosen gewiß ein ehrliches unD friedliches Bedürfnis, aber man Darf nicht vergessen, daß er in Der französischen Politik zu allen Zeiten zu einem Argument von rein offensiver Datur verfälscht nlorDen ist: man nnjh Die Geschichte befragen, um das wahre Geheimnis dieser „Sicherheit“ zu enthüllen. Schrieb doch am 5. 7.1870 Granier De Cafsagnac im „Pays", eine Der ersten Kriegs trompeten, die QiapolCDn in sein Verhängnis trieben: „Der Besitz des linken Rheinufers, mindestens bis an Die Grenze des alten Königreichs Der Diederlande, bedeutet für Frankreich nicht einen verwerflichen Anfall von Ehrgeiz oder eine lächerliche Herausforderung Der Deutschen, sondern es ist ein Gedanke Der Sicherheit, Der vertretbar und gerecht ist." Diesen Sicherheitsgedanken, Der damals tn Wahrheit Den Krieg entzündet hat, hatte Gladstone im Auge, wenn er im Dezember 1868 (in einer Unterredung mit Dem preußischen Botschafter) „Die schlechte unD traditionalle Politik der Franzosen" oerurteilte, die von jeher gewollt habe, daß Frankreich „nur von schwachen (Staaten umgeben s e i". Dieser Sicherheits^e ante wird heule von neuem Dem kurzlebigen Gedächtnis der Menschheit vorgeführt, obgleich er sich nährt (und nähren muß) von Der Zerstückelung deutschen Bodens und Volks- t u m s,' obgleich er in seinen Endzielen Den unbegrenzten Begehrlichkeiten eines neuen Imperialismus dient und vermöge seiner angewandten Mittel sich in einen tiefen sittlichen Widerspruch mit Der europäischen Solidarität setzt. In dem großen Prozeß, Der seit Jahrhundert en zwischen Deutschen und Franzosen spielt, muß die geschichtliche Rolle des Klägers, statt, ein für allemal durch Die Erfindung der deutschen Schuld legitimiert zu werden, einer unbarmherzigen Dachprüfung unterzogen werden. Gewiß klingt die Tonart der französischen Politik im Augenblick etwas gedämpfter, über niemandem kann entgehen, daß ihre Leitmotive dieselben bleiben, die ihre ganze Vergangenheit beftimmt haben. Was Herriot von der ErAchast Poincares fallen ließ, läßt gewiß erkennen, daß wir in eine neue Episode der französischen Methoden eingetreten smd — und es wäre unTIug und ungerecht, wenn wir das verkennen würden; was er aber von dieser Erbschaft auch jetzt noch festhäll, was er zu nahen und zu vertreten fortfährt, beweist, daß diese Episode keine neue Aera m den Beziehungen Frankreichs zu Deutschlands und zur Welt bedeutet. Indem die gegenwärtigen Leiter Frxurk- reichs in der Schuldfrage Den vorsichtigen deutschen Anlauf mit Drohungen zerdrücken wollen, zeigen sie an, daß auch sie den Weg zur geschichtlichen Wahrheit für immer verrammeln möchten. Die Geheimnisse Der französischen „Sicherheit" würden auf diesem Wege allerdings vor der Welt entschleiert werden müssen, und wenn schon in weltgeschichtlichem Dingen von Schuld Die Rede sein soll, so könnte eine anDere Schuldvechnung aaftauchen, Die nicht Den einen oder anderen Mann, sondern Den Geist und Die Traditionen einer ehrgeizigenDation tauf das schwerste blotz- stelll. ______________________________________ Tagung des hessischen Landesforstvereins. b. Schotten, 30. Sept. Gestern und heute fand hier die diesjährige Tagung des hessischen Landesforstvereins unter großer Beteiligung statt. Dach einer Besichtigung Der Stadt und Der neuerbauten Försterschule begonnen am Dachmittag Die Verhandlungen in Der Turnhalle, an denen auch Der Finanzminister Henrich, Ministerialdirektor Schäfer, Kreis- Direktor B o e d m a n n u. a. 'm. teilnah r.en. Geleitet tourDe Die Versammlung durch den Vorsitzenden - des Forstvereins Oberforstmeister Heyer. Dach Den üblichen Begrüßungen und nach Erledigung der geschäftlichen unfr Vereinsangelegenheiten hielt Oberforftmeifter Dr Baader einen außerordentlich interessanten Vortrag über ., Forsteinrichtung und Waldbau in ihren gegenseitigen Beziehungen", es folgte ein weiterer interessanter Vortrag von Forstmeister Bechtel über Die Oberförsterei Eichelsdorf. Abends vereinigte ein Essen die etwa 100 Teilnehmer in Der schön geschmückten Turnhalle. Obersorstmeister Heyer sprach auf Die gastliche StaDt Schotten. Finanzminister Henrich feierte Die staatliche Forstverwaltung. Kreisdirekcor Doeckmann gedachte des herrlichen deutschen Walde». Bürgermeister Menget überbrachte in launigen Worten Die Grüße der Stadt und trank auf Die guten Beziehungen zwischen staatlicher Forst- und handfesten Daturalismus bewundert und hat wie Leibt etwas Deues daraus zu machen gewußt: und er ist tn Italien gewesen und auch im Kreise Ma- rees und hat die reinigende Wirkung klaren, ar= chitektonischen Denkens im Formaufbau erfahren. Trotzdem ist er im Kern immer derselbe geblieben. Auch er hat Die 'JlatureinDrüde stilisiert in Dem Sinne, daß er vereinfachte unD auf manches verzichtete, was er sah. Was nicht in ihm tag, etwa monumentale Gröhe, hat er auch nie angestrebt. Er trug einen sicheren Kompaß in sich und steuerte nicht fatsch. So blieb er zeitlebens ein Künstler reinsten Wassers, wie sie in Der deutschen Kunst so selten sind. Immer hat er gewußt — und auch das verbindet ihn mit Der jungen Generation —, daß das innere Schauen Die Hauptsache ist. Alle (Stoffe, Die er matte, hat er innerlich auf ihren eigentlichen Kern zu läutern verstanden. Thoma hat die Landschaft der deutschen Gaue, die Schwarzwaldlandschaft, Die Landschaft des Oberrheins und des Taunus zuerst in ihrer schlichten Schönheit ohne aufdringliche Motivwahl dar- gestellt. Immer besah er ein Gefühl für das, was im höheren Sinne charakteristisch ist für ein ganzes Gebiet. Dadurch allein hat er, wie Die alten Holländer, einen Landschaftseindruck merklich erschöpfen können. Gleichgültig, was er malte, ob Akte oder Landschaften, Bildnisse oder mythologische Historien, immer wollte er durch das Schauen das Geheimnis der Sttlle allen Seins erfassen wodurch er sich als Antipode des Impressionismus erweist. Mit Dachdruck hat Thoma auch mit Wort und Schrift darauf hingewiesen, daß Ls in der Kunst einzig auf den inneren Menschen an komme In dem attersmilden Büchlein „Im Winter des Lebens" fjält er Dem rastlosen Sagen Der Gegenwart die stille Erkenntnis entgegen: „Die Harmonie Der Schönheit liegt nicht in Der Welt Da Draußen; sie ist nur eine Fähigkeit der Seele, das zu empfangen, was Die Sinne ihr zuführen." Aphorismen von Hans Thoma. Der alte Thoma in feiner Altersweisheit hat auch mit der Feder uns viel Gutes gesagt. Eine Anzahl feiner hübschesten Worte stellt jetzt das Thoma-Bändchen Der Kleinen Kunstbücher des Münchner Detphin-Verlages zusammen. Da heißt es: ( Im Auge liegt das Erkennen, in ter Seele Die Vorstellung, in den Händen liegt der Wille, Die Macht. — In ganz besonders dazu organisierten IndiviDuen kommt Die Harmonie zwischen Diesen BesonDerheiren zur künstlerischen Wesenheit. ♦ Im einfachsten Stilleben kann Die Weltanschauung Des Künstlers sich schon äußern Denn, Da Die bildende Kunst vor allem auf einer ganz besonders entwickelten Feinfühligkeit für Den Raum, in Dem das Ich sich feiner selbst bewußt wird, beruht, so kann dies Verhältnis des Ichs zum Raum sich am einfachsten Gegenstand schon dokumentieren. * Ein geborener Realist, wollte ich nichts anderes malen, als was ich selbst gesehen, ja selbst gelebt halte — wo ich hinschaute, sah ich auch Schönes genug. Sic Kunst ist Der menschliche Ausdruck der Zufriedenheit mit den Schöpfungen Gottes und des Wohlgefallens an ihnen * Dur Der Künstler steht eigentlich so ganz kritiklos Der Welt gegenüber, er staunt Die Welt Gemeindeverwaltung. Direktor Hertsch sprach den Dank Der Gäste aus Ein Teil Der Reichs- wehrlapelle gab ein vorzügliches VDoirzert. Am Dicnslagnwrgen folgte ein wis,enschaftticher Gang tn das Revier Der Oberförsterei Eichelsdorf. Sängertag des Lahntalsängerbundes. vw. Marburg, 30 Sept. In der schönen, an historischen Denkmälern reichen Mu'enftQdt fand am Sonntag im neuen Lokale des Männe r- gesangvereins „Liedertafel' ein gut besuchter Sängertag statt Dach dem durch den Vorsitzenden Der „Liedettasel" und Dann durch Diese selbst Dar gebrachten Willlommengruß begrüßte der erste Du ndcsror sitzende. Rektor Storch- Butzbach, Die erschienenen Vertreter, führte die beiden Dem Bunde beigetretenen Vereine Harmonie-Gaibenteich und Männergesang verein^B raun sels in Den Bund ein, gedachte DeS ersten verdienstvollen Bun- desvorsitzenden, weiland Herrn Hauptlehrers Schneider - Marburg, Dankte nochmals Dem Gesangverein Frohsinn.Lang-Göns für Die Llebernahme Des 33. Bundessestes und gab einen kurzen Lieber blick über Die heutige Tagesordnung. Herrn G. B r u ch in e i e r-Wetzlar überreichte er für 50jährige und den Herren W i ß n e r und Arendt- Gttßen für 25jährige Zugehörigkeit zum Bund unter anerkennenden Worten sehr geschmackvoll ausgesührle Ehrenurkunden. In längerer Aussprache wurde von verschiedenen Seiten betont, Daß Das Bundessest gemäß Den Bundessatzungen nun wieder, wie früher, gehalten werde, Daß v.r allem Das von Musikkennern zu beurteilende Wertungssingen in einem geeigneten geräumigen Saale ftott- finden müsse und daß im Ttachmlttagskonzert von allen Mitgliedern Des Bundes gelungene QHaffen- chöre mit Musikstücken unD Einzelchören Der Bandeschöre abwechseln müssen Eine lebhafte Erörterung entspann sich über den letzten Purckt der Tagesordnung: Anschluß an den Deutschen Sängerbund Der Lahntalsängerbund hatte sich als Mitglied genannter großer Sänger- vereinigung gem-eldei Es wurde ihn aber bedeutet, daß ein einzelner Bund Durch obren Landesverband erst Dem Deutschen «SängerbunD' beitreten könne. Da dies durch Den Mitte Oktober in Darmstadt zu gründenden hessischen Sängerbund geschehen kann, so wurden Die Herren Schmidt- Lich und R uD i n gc r » Wetzlar als Vertreter des Bundes zu den Verhandlungen in Darmstadt bestimmt, um sich in genügender Weise zu unterrichten, Damit Die erforderlichen Aufklärungen über Pflichten und Rechte Der Dem Hessen- bundr bei tretenden Sängerverein igun gen auf Dem noch in diesem Iahre einzuberufenden Sängertage gegeben werden könne Mit Dank an alle Vertreter für gegebene Anregungen schloß hieraus Der DunDesvorsitzenDe Den Sängertag. Turnen, Sport und Spiel. Das Spiel. Im Rahmen der Leibesübungen nimmt die Sprelbewegnng einen besonderen und mit Recht bevorzugten Platz ein. Allein schon Die Tatsache, daß sich viele Hunderttausende daran beteiligen, daß Männer und Frauen, Iang und Alt im Spiel Erholung, Anregung, Lebensfreude und Gesundheit fuefien, ist ein Beweis Dafür, welcher hohe Wert ihm innewohnen muh. Der Fußball hat sich die ganze Welt erobert. Die Zahl seiner Anhänger zählt Millionen. Handball breitet sich in Deutschland immer mehr aus, so wie es z. B. in Den angelsächsischen Ländern das Rugbyspiel getan hat. Don Iahr zu Iahr steigt Die Zahl Der Hockey- unD Tennisspieler. Faust ball ist das Spiel Der Turner; hier zeigen namentlich Lleltere noch eine so hohe Geschicklichkeit, daß sie vielen jungen Kampsmannscha-ften nicht nachssthen. Trom- rnelball gehört den Frauen, Der schwerere Schleu- Derball den Männern. Die Schwimmer haben sehr bald Den hohen propagandistischen Werl des Wasserballspieles ^erkannt, und les gibt feitDem wohl noch kaum eine Schwimmveranstaltung, in Deren Programm fein Wasserballspiel vorgesehen ist. Die größte Bedeutung des Spiels liegt in seinem gesundheitlichen Wert. Don wenig Ausnahmen abgesehen wird im Freien, in Licht, in Luft und Sonne gespielt. Ausgiebige Bewegung arbeitet dabei Den ganzen Körper in einer Weise durch wie keine andere Leibesübung Iedes innere Organ, jede Muskel, jeDe» Glied wird in Anspruch genommen. Zur Gesundheit und Kräftigung kommen Gewandtheit und Geschicklichkeit an, er rammt sie, wie ein Kind sie nimmt — ihm c^cheint, als ob alles gut wäre, er ist Der geborene Optimist. Die Kunst ist aller Verpflichtung enthoben, etwas erklären und Deuten za wollen am Welt- rätsel, das ist ihre schöne Einseitigkeit. * Wie Das KinD mit ferner Puppe, der es in Liebesregung alles Leben zugesteh!, der es die eigene Seele leiht, Damit Die Puppe lebe, so spielt vielleicht Die Kunst mit allen Dingen. — Die böse Stunde Der Erkenntnis — oft vom blinden Zufall herbeigeführt, tl.ibt leinem von ihnen erspart, — sie verleitet das Kind, ein Löchlein stn Leibe der Puppe mit den Fingerchen größer bohrend, Dahinter kommen zu wollen, was eigent= lich in Der Puppe steckt, unD wenn Dann Die Sägcspäne, Die Moleküle, herausrieseln auf Den Boden, Dann ist es zu spät, es steht weinend vor Dem leeren Balg, Dem es seine Seele nicht mehr leihen kann. — Es empfindet es als Sünde, daß es Den Einflüsterungen einer dunkeln Macht Gehör gegeben hat und Erkenntnis haben wollte. Dur ein heiliger Dkann Durfte in seinem hohen Alter feinen Mitmenschen zu rufen: „Kindlein, liebet einander!" Ein gewöhnlicher alter Mann, Den Das Leben müde und mild gemacht hat. Darf aber doch Die Mahnung aussprechen „Brüder, hasset einander nicht!" ♦ Denn Die Harmonie, Die Schönheit liegt nicht in Der Wett Da Draußen, sie ist nur eine Fähigkeit Der Seele, Das zu empfangen, was die Sinne ihr zuflüstern. Der Laus, diese wichtigste GeifoSnbung, bildet bei den meisten Spielen die Grundlage Kaum weniger wichtig ist der Wen Les Spieles für die sittliche und geistige Bildung des Menschen, namentlich des jugendlichen. Die meisten Spiele sind Mannschaftsspiele. Hier heißt es sich unterordnen, sich einfügen in das Ganze zum Nutzen des Ganzen, verzichten aus persönlichen Ehrgeiz. Die Mannschaft gewinnt de.l Sieg, die neben lörperlicher Ausdauer und Geschicklich- feit über die bessere Disziplin verfügt. Hauptsächlich das Kampfspiel bildet den Eharatter. Kaltblütigkeit und Besonnenheit, Entschlossenheit und Geistesgegenwart, Zähigkeit und Mut sind unbedingte Erfordernisse eines guten Spielers, mag er Fußball oder Handball, Faustball cder Tennis usw. treiben. Zum dritten bildet das Spiel das Gemüt. Auf dem Spielplatz kann man so recht einen Diick tun in die Seele des Einzelnen. Dort crEennt man auch den vornehmen Menschen, der sich nicht bei jeder Kleinigkeit zankt, der nicht immer recht haben will, der Geduld und Selbstleherrschung zeigt. Wer den wahren Sinn des Spieles verstanden hat, dem kann man meist schon voin Gesicht ablesen, dah ihm das Spiel Arbeit im Gewand der Freude ist. Jahn und Guts Muts haben diese Werte des Spieles für die Ertüchtigung des Tolkes sehr schnell erkannt, haben es darum eifrig gepflegt emb an den Anfang uiti> das Ende aller Leibesübungen gestellt. Jahns Zeit ist heute mehr wie je auch die unsere. Wieder gilt es, das Boll zu Gesundheit und Kraft zu führen, es aufzurütteln aus der Erschlaffung zu Mut und Tatkraft, es durch Leibesübungen zu erziehen zum Sclbstbe- wuHtsein. zum Vertrauen auf sich selbst. Ein wertvoller Grundpfeiler in diesem Streben ist das Spiel. Durch Spiel zur Gesundheit, durch Gesundheit zur Kraft, durch Kraft zum Sieg im Kampf. Vom Gießener Leichtathletiksport. Man schreibt uns: Wer in der letzten Zeit die amtlichen Mitteilungen der Deutschen Sportbehörde für Leichtathletik gelesen hat, wird auch auf das Kapitel „Winterbetrieb in der Leichtathletik" gestoßen sein. Es heißt da. „Bei der Mehrzahl unserer Leichtathleten hat sich in den letzten Jähren mehr und mehr bie wichtige Lieberzeugung durchgerungen, dah eine zweckentsprechende Gymnastik die Grundlage unserer Körperausbildung bilden muh, dah vor allem während des Wintertrainings als Hauptziel diese allgemeine Körperausbildung durch Gymnastik angestrebt werden muh." Die von jeher auf den modernen Athletik- betrieb Eingestellte Leichtathletik-Abtel- lung des Gießener Sport-Clubs von 1900 wird auch im kommenden Winter dreser Tatsache Rechnung tragen und, wie in den vorhergehenden Jahren, ihren Mitgliedern ein geregeltes Hallentraining angedcihen lassen. Dre Jugendlichen, besonders die jüngeren, hat man diesmal besonders berücksichtigt und durch eine günsttg gelegte Tvainingzeit jedem von ihnen den Besuch des Hallentrainings ermöglicht. Den nun schon- seit mehreren Jahren in dem Athlettt- betrieb stehenden bewährten Trainrngsleitern werden alle die zu Dank verpflichtet fern, die nach gut durchgeführtem Hallentzraining in Verbindung mit kleinen Geländeläufen in reiner Winterluft tm Sommer auf der Aschenbahn oder dem grünen Rasen an sich selbst merken tperden, dah sie nun nür noch auf dem gelegten Grunde wciterzubauen Robert, um erfolgreich zu sein. P Dom Polizethundesport. Bei der diesjährigen Polizeihund- -A a u p 1 p r ü f u n g des Vereins für Deutsche ^Schäferhunde (S. V.) zu Berlin Ende September, an der 28 Polizeihunde aus ganz Deutschland teilnahmen, konnte der Schäferhund „Rolf" ' (Wagner). P. H. Besitzer und Führer Hans P. Petersen-Gießen, ben 10. Platz belegen Er erhielt ferner auf der Prüfung des Höfischen Landesverbandes in Pfungstadt am 27. und 28. September die Bewertung „vorzüglich"; an dieser Prüfung nahmen 15 Hunde teil. 1 m ii Seltsame Mtterwochm. Roman von Arnold Fredericks. 9. Fortsetzung (Rachdruck verboten.) „Haben Sie auf niemand Verdacht?" „Auf niemand. Die Wärterin, Mary Lana- han, wird natürlich insgeheim bewach:; ebenso der Fahrer Franyois. Meinen Leuten wühle er letzte Rächt auf eine Stunde zu entwischen. Ich habe so was wie eine Ahnung, daß er es war. der die Zigaretten holte." „Können Sie sich einen Grund dafür denken?" „Ich geb; zu, mein Kind, dah ich das nicht kann. Es erscheint gänzlich unverständlich, wenn nicht wirklich sonst was in der Schachtel war." „Was?" Der Präfett lachte. „Das kann ich nicht erraten. Aber wenn Sie den Mann ausfindig machen, so erfahren wir zweifellos auch dies. Was Alphonse Valenttn betrifft, so haben wir ihn auch beobachtet. Soviel wir erfahrm konnten, ist er Wagenführer und arbeitslos und scheint eine kleine Liebelei mit der Wärterin zu haben." «Tann war sein Treiben während der letzten Woche nicht verdächtig?" „Richt im geringsten. Er lungerte einige Tage lang um Stapletons Haus herum und erkundigte sich nach der Lanachan — das ist alles. Wir schreiben dies feiner natürlichen Besorgtheit um ihre Gesundheit zu." Grace verlieh das Haus keineswegs befriedigt über die erreichten Fortschritte Durch ihr Verhör Martz Lanahans und ihren nachfolgenden Besuch des Tatorts erfuhr sie nichts Reues. Je- Landwirtschaft. Von der Obsternte in Hessen. Die Obsternte in FrühLrirnen, Pfirsichen, Früh-, zwetschen und insbesondere Beerenobst war, nach Mitteilung der Landwirtschaftskammer, in den Haupt anbaugcbleten Hessens verhällnismähtg reich und gut. Zwar läßt der Wohlgeschmack infolge der vielen Riederschläge mancherorts zu wünschen übrig, doch trat dies bei Frühobst noch nicht in dem Mähe in Erscheinung, wie beim Sommerobst. Die Rachfrage war von Mai knS Juli normal und dementsprechend auch die Preise. Das änderte sich plötzlich, als das Ausland mtt Kirschen und Tomaten unsere Märkte überschwemmte. Es folgten sehr bald die Weintrauben. die zur jetzigen Zett den Markt wohl im ganzen Deutschen Reiche beherrschen. Es wird berichtet, dah in München täglich nicht unter 5 Waggons ausländischer- Trauben verzehrt werden, dah Tomaten auS der Gegend von Rizza loko Köln zum Preise von 4 Mark pro 50 Kilogramm geliefert werden, dah kleinere Dirnen auf unseren einheimischen Märtten seitens der Händler überhaupt nicht bewertet werden und unverkäuflich sind, weil die Lintosten einschließlich des Ruhens des Wiederverkäufers sich bedeutend höher stellen sollen, als der Kleinvertaufspreis auf den städtischen Märkten beträgt. Wir sehen hier insbesondere die Auswirkungen des spanischen Handelsvertrages und können uns schon jetzt etn ziemlich klares Bild machen über die Derkaufs- aussichten für deutsches Obst in kommenden Jahren. wenn das übrige Ausland auf Grund der Meistbegünstigungstlausel uns fernen Obstsegen in gleichem Mähe zutommen läßt. Buntes Allerlei. James Watts' Dachkammer. Die Dachkammer in Hoatfield Hall m Hamp- wort h, in der James Watts, dem die Dampfmaschine ihre Entwicklung verdankt, seine Experimente ausführte, soll jetzt in dasSouth Kensington-Museum überführt werden. Der Raum, in dem er arbeitete, wurde nach seinem Tode verschlossen und jahrelang nicht wieder geöffnet. Sein Werkzeug, sein Arbeitstisch ja sogar- noch die Lederschürze, in der er arbeitete, und die an demselben Ragel hängt, an dem er sie das letzte Mal ablegte, alles steht noch völlig unberührt da. Das Zimmer soll nun in dem Londoner Museum getreu dargestellt und mit der alten Einrichtung versehen werden. Das Matterhorn. Dieser Tage hat der König der Alpen wieder ein neires Opfer gefordert: der 20jährige Student der Technischen Hochschule in München, Karl Thoma aus Karlsruhe, ist bei einer Alleinbesteigung des Berges abgestürzt; seine Leiche ist am Fuhe des Matterhorns auf einem der Gletscher geborgen worden. Seit der Erstersteigung durch Eduard Whymper 1865 hat der Berg bis jetzt schon etwa 30 Opfer gefordert. Obwohl die Besteigung des Matterhorns ziemliche Voraussetzungen an das Können der Bergsteiger setzt, lockt der Ruhm seiner Besteigung Llnzählige an. Eine Schar von Führern müht sich, die Touristen auf den Gipfel zu bringen. In diesem Jahr jedoch war die Erfahrung zu machen, daß die deutschen Touristen meist führerlos die Besteigung des Matterhorns ausgeführt hatten, da sie kein Geld haben, die hohen Führerlöhne ju b^ahlen. Auch der junge Karlsruher hat die Tour aus diesem Grunde führerlos unternommen. Er, der als außerordentlich vorsichtiger, überlegter und gewandter Bergsteiger gatt, hat wohl infolge des über Rächt eingetretenen Reuschnees die Matter- horn--Sehnsucht mit dem Tode bezahlen müssen. Aus dem Arntsverkirndigungsblatt. ** Da s Amtsverkündigungsblatt Rr. 65 vom 30. Sept, enthält: Landtagswaihl 1924. — Jahresberichte der Gewerbeaufsichtsbe- amten. — Verträge der Gemeinde he ?ainmeu mit den Gemeinden. — Maul- und Klauenseuche in Gießen. — Ausstellung einer Turbine durch Aug. Schlörb, Wallmühle bei Lauter. —r7"' ~ -rriT-ir T-- -T iTT~nril—M II ||1 IIIMII | doch ihre schwerste Enttäuschung sollte sie erleben, als Frau Stapleton Francois kommen li.h, vorgeblich um auszusagen, was er bei der Entführung beobachtet hatte. Sie sah sofort, dah er nicht der ORann war. der am vorigen Abend in Valentins Zimmer eingestiegen war. Dieser war ein großer Mensch und hatte einen starken Bart. Franyois war eher klein und glatt rasiert. Frau Stapleton versicherte ihr, dah keiner ihrer Diener im geringsten der Beschreibung des Diebes glich, wovon sie sich selbst überzeugte. So verlieh sie das Haus höchst unbefriedigt. Ihr Besuch bei Alphonse Valentin hatte oud> nicht mehr Erfolg. Der Mann war ausgegangen. Die Frau, die ihr öffnete — es war dieselbe wie am Abend zuvor — betrachtete sie mtt unverhohlenem Mihtrauen und erklärte, sie habe keine Ahnung, wann ihr Mieter nach Hause käme. Grace ging, entschlossen, am folgenden Tag nochmals zu kommen. Dami pahte sie den ganzen Abend um das Stapletvnsche Haus herum auf, in der Hoffnung, den Mann mit dem starken Bart zu sehen, der am vorigen Abend hineinverschwunden war: er lieh sich jedoch nicht blicken. Grace begann sich entmutigt zu fühlen. Sie dachte , die nun mit allen Hilfen der Zollpolitik am Leben gehalten werden sollen. Wie sehr sogar in den Zetten des außerordentlich ausfuhrsteigernden Markverfalls die Ausfuhrmöglichkeiten gesunken sind, mag zeigen, dah im Jahre 1922 die deutsche Ausfuhr nach Italien gegenüber 17 Prozent im Jahre 1913 nur 8 Prozent betrug, nach England nur 2 Prozent gegenüber 10 Prozent, nach Frankreich statt 13 Prozent nur 5 Prozent, nach den Vereinigten Staaten statt 10 Prozent nur 4 Prozent. Ob mit der Durchführung des Sachverständigengutachtens die Aussichten auf dem Weltmarkt sich für Deutschland bessern werden, ist abzuwarten: jedenfalls sind in sehr wichtigen Staaten (z. B. in England) bereits jetzt Bestrebungen im Gange, sich gegen die befürchtete Lleberschwemmung mtt deutschen Waren zu sichern. Angesichts des mit ziemlicher Bestimmtheit zu erwartenden Absahmangels für einen nicht unerheblichen Teil des deutschen Gewerbes, wird nichts anderes übrig bleiben, als den Teil von Industrie und Handel abzubauen, der zu groß geworden ist, in dem deshalb unwirtschaftlich große Kapitalien festgelegt sind und ein unproduktiver Menschen- und Materialverbrauch stattfindet. Schon das Problem der Kapitalbeschaffung wird den Einengungsprozeh des deutschen Gewerbes befördern, und zwar schon deshalb, weil der allgemein zu verzeichnende Mangel an Betriebskapital zu Leerlauf und zu übermäßiger Kreditinanspruchnahme zwingt, beides Momente, die die deutschen Preise künstlich überhöhen. Dah die Kapitalverhältnisse sich in Zukunft andauernd bessern werden, ist nicht anzunehmen: dafür ist der Kapitalbedarf des deutschen Gewerbes, der mit mindestens 20 bis 30 Goldmilliarden über den jetzigen Stand zu veranschlagen ist, viel zu grob. Wir werden vielmehr für längere Zeit hinaus aufs Sparsamste haushalten müssen. Da die bisher für das deutsche Gewerbe kennzeichnende Mannigfaltigkeit der Produktion übermähig große Produktionsstätten beansprucht und viel zu viel Betriebskapital festlegt, werden wir in Zuttinft wohl oder übel mehr zur Serienfabrikation übergehen müssen, ein Moment, das natürlich ebenfalls zur Verengung des älm- fanges des deutschen Gewerbes beiträgt. Diesem Ernschränkungsprvzeh werden auch diejenigen Betriebe unterliegen, die zwar technisch noch vollkommen auf der Höhe sind; die aber wegen der Unverwendbarkeit bzw. Unwirtschafllichkeit ihrer Fabrikation nicht mehr rationell genug arbeiten. Während in der letzten Inflationszeit der Drang nach dem Sachwert die Betriebe in die Brette zwang, wird in Zukunft der Zwang zur Flüssige machung unnötig fest gelegter Kapitalien die Or- ganisatton in die Tiefe führen, das heißt, alle überflüssigen Betriebe abzustoßen und die noch lebensfähigen auf rattonellste Produktion umzastellen, zwingen. Diese Vorgänge werden die jetzige Krise auf noch unbestimmte Zett verlängern. Rur die lebensfähigen und die lebensnotwendigen Betriebe dürfen über die Krise gerettet werden, nicht aber auch die lebensunfähigen und überflüssigen Gebilde, die den Gesundungsprozeh nur hemmm und wichtigeren Produktionsstätten das so notwendige Kapital wegnehmen. • Steigen der Grotzhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag vom 30. September berechnete Großhandelsinr^rziffer des Statistischen sagt hatte? Es war verrückt. Lefevre hatte ihre Findigkeit überschätzt. Sie hörte, wie die Kirchenuhven zehn schlugen, wollte heimgehen und die ganze Geschichte bis morgen vergessen. Morgen — der Tag. an dem Richard ankommen würde! Wie sehr sehnte sie sich nach ihm. Die einfältige Llnterbrechung ihrer Mttcrwochen schien ihr besonders grausam, nun, da über eine Woche verstrichen war, daih sie einander nicht gesehen hatten. Sie fragte sich, ob sie ihn wohl am nächsten Tage treffen würde. Dann fiel ihr ihr verändertes Aussehen ebn; ihr Haar war tief schwarz gefärbt und zu einem Knoten geschlungen und stand ihr, wie sie glaubte, sehr schlecht; sie lachte über ihre leicht dunkel geschminkte Gesichtsfarbe, ihve durch und durch französische Kleidung und ihren dichten Schleier. Wenn Richard sie hier in Paris sehen würde, in der Meinung, sie fei friedlich damit beschäftigt, zu Hause ihre Blumenbeete zu pflegen, so würde er an der Klarheit feiner Sinne zweifeln. Roch in Gedanken versunken, ging sie den Ehamps Gshs4es zu, als sie plötzlich das weiche Geräusch eines vielpferdigen Auws vernahm, das hinter ihr auf der Straße herfuhr. Sie wandte sich um und sah ihm entgegen, aber das glänzende Licht der Scheinwerfer blendete sie. Sie sah nichts weiter, als daß der Wagen sehr rasch naher kam. Da fuhr er schon nahe hinter ihr. Ein großer Mann stand auf dein Trittbrett. Bevor sie zu- rückzusehen vermochte, war er rasch herbeigesjungen und hatte seinen Arm um ihren Racken gepreßt. Sie verlor das Bewußtsein. Sie fühlte nur, wie sie in den noch immer in Gang befindlichen Wagen gehoben wurde, und im Gefühl rasender Fortbewegung schwanden ihr die SinRe. Reichsamts zog gegenüber dem Stande vom 2h September (130,0) weiter um 1,2 v H. auf 1 3 1L an. Von den Hauptgruppen sttegen in der gleiche» Zett die Lebensmittel von 125,9 auf 128 0 ober um 1,7, davon die Gruppe Getreide und Kar- wffeln von 1*6,4 auf 118,4 oder um 1,7, ferner Jndustriestofß von 137,8 auf 138,1 oder um 0,2 Die Gruppe Kohle und Eisen blieb mit 128.5 unverändert. Jnlandwaren zogen von 124,5 auf 126,1 oder um 1.3, Einfuhrwaren von 157,7 auf 158,6 oder um 0,6 an. Für den Durchschnitt des Monats September ergib: sich eine Steigerung der Groß handelsin dexz if fer von 120.4 auf 126,9 oder um 5.4 v. H. Don den Hauptgrupper. sttegen die Lebensmittel von 110,9 auf 120,7 oder um 8.8, Jirdustrieftoffe von 138,2 auf 138,5 oder um 0,2. Jnlandwaren von 113,0 aus 120,8 ober um 6,9 v. H., Einfuhrwaren von 157,4 auf 157,7 oder um 0,2 v. H. * Für die Am rechnu n g der Ausfuhrwerte zur Derankag.ung der Reichsgebühren in Gold bei der Erteilung von Aus- und Einfuhrbewilligungen ist künftig der amtliche Berliner Börsenkurs des letzten Börsentages im Qllonat für den ganzen folgenden Monat anzuwenden. Die Festsetzung und Veröffentlichung besonderer Kurse für diese Llrnrcch- nung findet nicht mehr statt. * M i a g (M ühlenbau und Industrie A. G.) Frankfurt a. M. Die G. V. genehmigte die Verlegung des Geschäftsjahres auf das Kalenderjahr, so daß das Geschäftsjahr 1923 nur 5 Monate umfaßt. Der Jahresabschluß wurde gleichfalls genehmigt und der Reingewinn von 48120 Bill. Mk. auf neue Rechnung vorgetragen. Darauf nahm die Versammlung die Gold- markbilanz an, die eine Umstellung des Aktienkapitals von 265 Mill. Mk. auf 5,3 Mill. Mk. Stammaktien und. von 47,8 Mill. Mk. Vorzugsaktien auf 200 00d G.-Mk. mit fünffachem Stimmrecht vorsieht (für gewisse Beschlüsse ist das 25fache Stimmrecht vorgesehen). Gegen dieses Verhältnis der Vorzugs- zu den Stammaktien opponierte der Direktor der Stahl & Rolle 21. G. mit 48 Stimmen: das gleiche taten die Dorzugsaktionäre mit 48 000 Stimmen (fiir diesen Fall gilt jedoch nur einfaches Stimmrecht). Die Ma s sen k ü n dig ungen bei Deutsch-Lux. Zu den Gründen der Massenkündigungen bei Deutsch-Lux -erfährt der D. H. D. noch, daß die Hauptursachr in der Absatzkrise zu suchen ist. Die Kohlenproduktion der südlichen Randzechen enthält etwa 60—70 Prozent Feinkohle, die sich nur für Briketts verwenden läßt. Der Absatz an die Reichsbahn hat fast völlig aufgehört. Der Bezug englischer Kohle stellt s.ch zum Teil billiger. Sollte die Reichsbahn als Abnehmer wieder auf treten, so stellte bei Deutsch- Lux-Vertreter in Aussicht, daß die Kündigungen allmählich wieder zurückgenommen werden könnten. Zur Zeit lagern von diesen Produktionen etwa 270 000 Tonnen. Regenmantel 2 Hüte für Damen, Herren u. Kinder. Vorbildlich in Schnitt und Sitz unter Verwendung bester Stoffe und Zutaten. In allen einschlägigen Geschäften erhältlich. Als sie wieder zu sich kam, war es Heller Tag. Sie lag auf einem schmalen Holz bett, in einem getäfelten kleinen Zimmer, in dem nur eine Kommod: und ein Stuhl standen. Auf diesem sah ein dicker Mann, das Gesicht von einer Maske so verhüllt, daß seine Züge unkenntlich waren. Er sah sie scharf forschend an. „Oh — wie — wo bin ich?" Si erang nach Lust. Der Mann zögerte einen Augenblick. Dcum sagte er langsam: „Wo Sie sind, Mademvifelle, ist Rebensache. Hören Sie, was ich Ihnen -u sagen habe!" Grace wußte nichts zu erwidern. Was hatte sie sagen sollen? Sie sah auf und starrte den Mann, halb geblendet, an. In ihrem Kops ver- schwammen die Gedanken — sie fühlte, daß sie betäubt worden war. „Bor zehn Tagen," begann der Mann mtt kalter, drohender (Stimme, „ist Stapletons Kind tm Bois de Boulogne seiner Wärterin geraubt worden. Sie versuchen das Kind zu finden. „Aber" — Grace machte eine abwehrend« Bewegung. „Es ist nutzlos, zu leugnen. Sie sind beobachtet worden." Grace rang nach Atem „Ich will dem Vater des Knaben Rachrich schicken und dazu habe ich Sie ausersehen. Gerade Sie, da einer meiner Leute doch verhaftet werden würde. Deshalb wurden Sie hierher- geschafst." „Das — das Kind lebt?" fragte Grace. (Fortsetzung folgt.) HALPAUS*CIGARETTE - r :, in Germersheim fei- ■in einzelnes Zimmer biS 25. . .M.0.15 Reifen. Möbel Ertra-Versand-Ableilung Werkstätten im Hause. IIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIU Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Gießen., Bleichstr. 5 14. Oki. Beginn neuer Kurse ^Prospekt frei. düng, er sei nicht berechtigt, nen Beruf auszuiiben Ei 3 Eier ä 0.12......... 200 g Weizenmehl ä Pfd. 0.20 . . . 1 Päckchen von Dr. Oetker's „Beckin' Liter Milch ä Liter 0.22 . . . 750 g (!*/, Pfd.) geschälte Aepfel . . en r.en Ge» ältlich. fartne ä Pfd. 0450 . . :er ä Pfd. 0.40 .. . viMallieiiiillerAtt liefert >n jeder gewü.ilchlen flusftottung preiswert die LrOhl'schc UniverfitSts. Druckerei. Ä. Canje. bilduch ■. md Sitz H endung ffe und | en. 0.10 0.36 0.08 0.08 0.05 0.30 Muhl, P auf Jj 1923 nur *ufj wurde MivMn von ^9 Vvrge- die Sold» des Wien. Dill, x t Ivr^llgs. Stimm* ist das An dieses Stammaktien L DL * taten die 1 (für diesen nrecht). nflcti bei her Dassen* bcr5). 5>,D. Whlrise zu >er Mchen L'Ojcnt gein. woben labt fast völlig <■- stell! f.ch hsbahn als Zeutsch* iünbigangen erben iE* kobutlbnai 'S der .Erteilung J tünflig («Ölen Zör. J klgenben I ttnb ,e'e Amrcch- Altes viel Blklröhreu) kauft Brühlsche Druckerei «'»!) Schulstr. 7Ü sten Schlachtwertes bis zu c Jahren 45—53, wenig gut entwickelte Färsen 40—50, ältere ausge- mästete Küche und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 35—44, mäßig genährte Kühe und Färsen 26—34, gering genährte Kühe und Färsen 18 K ä l'b e r: feinste Mastkälber 65—75, xir es hell« Holzbett, in in dem nur en. Aus die* chl von ein« je unkenntlich an. öi erang nach enbli-k. J* TffflbtaiOTtlK» ich Hne« * t Ms HM > starrt- den in Kops VÄ- hlie, das) ste - lUann nrt Mons KM i«.« L? ,u tawen- Sie fö* b“f‘ ■4 ** um ö2 i'S.nu «yH«t 'LZ A »kt 4 ayl 111,7 Frankfurter Adendbörse. Frankfurt a. M., 1. Oft. Tendenz: knapp behaupte t. — "Aach etwa dreijähriger Pause tarn heute bei zahlreichem Besuch, aber kleinem Geschäft, .die Äbendbörse wieder in Gang. Anregungen irgendeiner Art lagen nicht vor, inf-vlge- dessen hielten sich die ^Umsätze in engen Grenzen. Im allgemeinen läßt sich die Tendenz als behauptet ansprechen. Vereinzelt kam es zu leichten Abbröckelungen der Kurse. TaS Hauptinteresse nahm wiederum der Anleihemarkt in Anspruch: zu nennenswerten Kursveränderungen kam es aber nicht. Kriegsanleihen notierten <00 plus 10 Milliarden. 31 prvzentige Reichsanleihe 1100, 3prozentige do. 1600 minus 50 Milliarden, 3'/Prozentige Prsuhen 1300, 4prvzentige Bayern notierten 1775 plus 25 Milliarden, 31 .prozentige do. 1750, 1924er K.-Schätze 450, Preußische Schatz- «nweisungen 375 Milliarden Prozent. Lprozentige Baden von 1900 2 Billionen Prozent. Arn Montanmarkt stellten sich geringe Kursabbröckelungen ein, GelseErchen 57 plus 0,5, Harpener 84 minus 0,5, Mannesmann 42,5 minus 0,5 Dill. Prozent. Sonst notierten noch Buderus 11,5, Ilse Bergbau 15ni, Otaoi 223/.i, Phönix 42. Höher wurden Deutsch-Luxemburg mit 54,75 plus 1,25 Billionen Prozent. Don Kaliwerten gingen Aschersleben aus 15,75 um 0,6 Billionen Prozent höher. Am Chemiemarkt waren zumeist leichte Kursbrfscrungcn zu verzeichnen. Badische Anilin plus 0,1, Elberfelder Farben plus 0,25, Höchster Farben plus 0,45, Chemische Rhenania plus 0,1. Sonst notierten noch chemische Griesheim 16, Goldschmidt 13' , Billionen Prozent. Der E l e k t r v in a r r t lag ruhig. Das Kursbild war uneinheitlich. Etwas niedriger wurden AEG. mit 83/s, ferner Mainkraft mit 81 o. Dagegen erzielten Bergmann eine Besserung um 0,5 auf 13. Siemens & Halske notierten 47, Lahmeyer 12’7.. Am Bankenmarlt war die Tendenz ziemlich fest. Höher gingen Brau- ’ ——ui ■ iimi i—nmm Nuchen ist billig und d,och von großem Nährwert, wenn er nach Dr. Oetkers Rezepten gebacken wird. Man versuche (1832ss WWW feit fein Schwang Blauban am Effektenmarkt letzte sich allgemein eine leichtere Befestigung durch, die von dem Montanmarkt ihren Ausgang naßen Zur Befestigung der AndustrieweNc trugen lebiglid) die Meldungen über einen günstigeren Stand der privaten Anleth.-verhandlurrgen, sowie der Beginn der deutsd>-fran-ösischen Handelsvertrag-rerhindstin- gen bei. Man glaubt an der Börse, daß nunmehr der Auslegung der Reparationsanleihe irgendwelche Hindernisse kaum mehr im Wege stehen Die Geld Marktlage zeigt eine we- senlliche Erleichterung Tägliches Geld ®/8 pro Mille, Monatskredile 1' . Prozent. Der Devisenmarkt ist unverändert. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 1. Oft. ES wurden notiert: Weizen 25,50 bis 26.50, Roggen, inländ. 24,25 bis 25, Sommergerste für Brauzweäe 26,50 bis 29,50, S)afcr. inländ. 22,50 bis 23,75, Mais, gelb 20 bis 20,50, Weizenmehl, inländ, Spezial 0, 37 biS 38, Roggenmehl 35 bis 36, Weizen- und Roggenkleie 12,75 bis 13. Tendenz: Fest. Frankfurter Schlachtviehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger" ) Frankfurt a. M.. 1. Oft. Auftrieb: 860 Rinder: darunter 271 Ochsen, 27 Dullen, 561 Färsen und Kühe, 1 Fresser, 154 Kälber, 220 Schafe Cs wurden bezahlt pro Zentner Lebendgewicht: Rinder: Ochsen: vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 54—60, junge, fleischige, nicht ausgemästete und allere ausgemästete 40—53, mäßig genährte junge unb gut genährte ältere 40—45; Bullen vvllslellchige aus- gemastete Färsen höchsten Schlachtwertes 48- 54, vollfleischigc jüngere 41-46; Färlen und Kühe: vollst. ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwer- tes 52—60, vollfleischige ausgemäste e Kühe höch- das der Arzt zur Ausübung seiner Praxis mietete — er hatte inzwischen mit feiner Familie in der Umgegend von Germerslreim Wohnung gesunden —, wurde sofort beschlagnahmt. In der Bevölkerung herrscht große Derwirrung. zumal der Arzt als Chirurg nach dem Wegzüge seines Borgängers dringendbenötigt wird Bon den bisher zurückgekehrten 32 Ausgewiesenen haben nur 7 Wohnung sinden können. Für weitere 18 ausgewiesene Familien, deren RiDkkehr jetzt gestattet ift, stehen auch keine Wohnungen zur Der- fügung. Auch liegen über hundert dringende Fälle von nicht Ausgewiesenen vor, die in ganz unzulänglichen Räumen wohnen müssen. mittlere Mast- und beste Saugkälber 60—67. geringere Matt- und gute Saugkälber 50—57. Schafe: ^uastlämmer und Masthämmel 45—50, geringere Masthämmel und Schafe 36—44. Markt- verlauf. Ruhiges Geschäft, ausverkauft. Berliner Produktenbörse. Berlin, 1. Oft. Am Prtämktemnarft setzten neuer Bedarf und Mühlenkäafe die Preise abermals auf das AuSlandniveau. Die Ernteschäden treten für Roggen jetzt doll hervor. Roggen und Roggenmehl grenzte im Preise hart an Weizen und Weizenmehl. Futterartilel sind fest. Es notierten je 1000 Klgr.: Weizen (märt) 237 bis245, Roggen (märt.) 234 bis 242, Gerste (märt) 225 bis 250, Gerste (neue) 203 »bis 215, Hafer (märt) 186 bis 194, Raps 360, Leinsaat 440 bis 450; für je 100 Klgr.: Weizenmehl 33.25 bis 36.50, Roggenmehl 32.25 bis 36.00, Weizenkleie 14.75, Roggen- kleic 13.00, Biktoriaerbsen 32.00 bis 36.00, kleine Erbsen 22.00 bis 26.00, Futtererbsen 19.00 bis 20.00, Peluschken 17.00 bis 19.00, Ackerbohnen 20.00 bis 22 00. Wicken 17.00 bis 18.00, Lupinen (blau) 14.00 bis 15 C0, Lupinen (gelb) 16.00 bis 19.00, Serradelle (alt) 15.00 bis 16.00, Rapskuchen 15.20 bis 15.40, Leinkuchen 25.00 bis 26.00, Trvckenschnitzel 13.60 bis 13.80, Torfmelasse 9.00 bis 920, Kartoffel- flocken 18.50 bis 18.60. Büchertisch. * Messer, Prof. Dr. August, und Pri- biHa, Max, S. 3.» Katholisches und modernes Denken. Ein Gedankenaustausch über Gotteserkenntnis und Sittlichkeit. Verlag Strek- ler & Schroder, Stuttgart. — Wir Deutsche brauchen heute vor allem innere Gemeinschaft, wollen wir als einheitliches Voll weiterbestehen. Echte Gemeinschaft aber wird nicht dadurch er- reicht, daß man die Verschiedenheit der Heber- Beugungen künstlich abschwächt oder totschwei^ und der Erörterung aller Streitfragen ängstlich aus dem Wege geht. Das Durchfechten eines Meinungsstreites in sachlicher Strenge kann eher echte Lebensgesinnung bekunden als das höfliche Ausweichen vor einer Auseinandersetzung. ilnb wenn auch die Aussprache nicht zu völliger Einigung führt, so wird sie doch auf beiden Setten die ^leberzeugung wecken, Äiß trotz der Verschiedenheit der Ansichten ein Verbindendes besteht: die gemeinsame Schätzung des Wertes der Wahrheit. In diesem Geiste diskutieren in der vorliegenden Schrift Messer, der Aniversitäts- bank mit 1,85, Barmer Bankverein mit 1,65, Deutsche Bank mit 103/4, Diskonto mit 12,5 plus 0,1, aber Kommerzbank mit 4,37 minuS 1/8. Sonst notierten noch Deutsche Vereinsbank 0,305, Dresdner 6,75, Mitteldeutsche Ereditbank 1.7, Orst erreichische Kreditaktien 0,325. Auch der SchifsahrIsmar k t verkehrte fest; eine ansehnliche Steigerung erzielten Hapag mit 1,25 auf 29,75 und Rordd. Lloyd mit 0,3 auf 5,4. Don Maschinenöl- t i c n wurden Eßlinger um 0,25 auf 6,25 gesteigert. Von Zellstoffaktien notierten Wald- Hof 9,6. Von Terrainaktien wurden Heidelberg Zement mit 1525 0,25 rriebriger. Dhckerhoff notierten 3,1. Zuckeraktien hatten geringe Umsätze. Höher wurden Frankenthalzucker mit 3,45 um 0,2, und Offsteinzucker mit 3,5 um 0,3. Stuttgartzucker wurden mit 33/8 um 0,17 höher. Der Einheitsmarkt der 2ndustriepapiere hatte behauptete Kurse. Es notierten Bingwerke 2,7 plus 02. Deutsches Erdöl 41 plus 1, Ludwig Ganz 0,230, Spinnerei Hummersen 17,5 plus 0,5, Hanf Füssen 14ch, Snaq 1,7 plus 0,1, Miag 1,5, Gummipeter 1,4, Chemische Mainz 12'/., Voigt & Häffner 1,4. Der freie Verkehr lag lustlos und eher* schwächer. ___________ Börsenkurse.________________ • Bc deu terrver Äütfgang Der p t>i - Artff-ch -oberschlesis che n Kohlenförde- r*i n g Die Kohlenförderung im pvlnisch-ober- kchlesischen Gebiet weist im August einen neuer- lichen Rückgang gegenüber dem Vormonat um über 1 Mill. Tonnen auf, und betrug in diesem Monat 714 998 Tonnen. 3m Mai war noch eine -Förderung von 2 346 704 Tonnen zu verzeichnen. Der Fördert ückgang ist auf die schwierigen Ab- isatzverhältnisse und baraau zurückzuführen, biß Isich die deutschen Kohlenhändler auf Grund des ungewöhnlichen Zusammenarbeitens mit den polnischen Behörden aus anderen Gebieten eindecken. f Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. A. <8n Billionen Mark auSaebrüitt. ButnoS-atrel, London, Vku> Sort, Japan. Ri" bk Janeiro für eine Linhett. Wien and iHbaptß für 100000 Einheiten, alle« übrige für 10b Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) ~7i iktartai+i ,n/-i Butter und Zucker rührt man Z.UDerei L Ung. schaumig und fügt nach und nach das Eigelb, das mit dem Backin gemischte Mehl und soviel kalte Milch hinzu, daß man einen glatten Teig bekommt. Zuletzt rührt man den Eierschnee unter die Masse und füllt diese in eine gefettete Springform, hierauf belegt man den Teig mit den geschahen und in 6 Stücke geschnittenen Aepfeln, bestreut ihn mit Zucker und blckt ihn etwa >/, Stunde. - An Stelle der Aepfel kann man auch mit durchschnittenen, entsteinten Zwetschen belegen. Verlangen Sie vollständige RezeptbQcher in den Geschäften, wenn vergriffen, durch Postkarte gratis und franko von Dr. A. Selker. MnollleWrik. 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Volkstümlich und für jedermann verständlich behandelt der Verfasser in drei Haupt abschnitten: die Schöpfung der organischen Welt, die Himmelskörper und ihre Bewohnbarkeit, tue Sintflut. Das Interesse an diesen Fragen ist heute groß, es gibt sich in allerlei Theorien kund: WelteiSlehre, die große Flut, daS wiedeventa'eckle ParabieS sind Tagesgespräche. Aus diesem Gebiet Pfadweiser zu lein, hat Pros. Riem unternommen. Letzter Zweck ist ihm. uic Harmonie zwischen Raturerkenntnis und Gottesoffenbarung auf- zuzeigen. (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Fortsetzung der französischen Rücksichtslosigkeiten. Germersheim, 1 Oft. (WB.) Durch datz Verhalten der französischen Besatzungsdehörde, d e immer noch je de sr eiwerdende Wohnung für sich beschlagnahmt, sind die Wob- nungsverhaltnisse unhaltbar geworden. An ein ordnungsgemäßes Arbeiten der städtischen B> Hörden ist nicht zu denken. Bezeichnend für de UebergriHe des ftanzösischen Militärs ist folgender Fall aus jüngster Zeit. Einen praktischen Arzt, der sich in Germersheim niede» lassen wollte wurde von der BesayungSbeh^rde die Zuzugs- erlaubnis verweigert mit der Begrün- lllllllllllllllHIIHIIliilillllll L’lleteln-Alben und Schnitte Favorit- Alben und Schnitte großes Lager. Salomon W7’a Sch alstr. 4. Ftrrtn, 1. Oftbr. rvnkrtkanische Rot« ..... Befgischr Noten ........ Däiiifchc Noten ........ Englische Noten...... . , Vran;osische '.'toten ...... Hollanvilche Noten...... tttnlienische 9?ottn...... Norwegische Noten...... Deutsch'Oesterr, ä 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noteu....... Tlchechosioivafisch« Noten . . Ungarische Noten....... 14. Okt Beginn neuer Kurse Vogtsche HanCelsschuleuießen Qoethestraßc 32 ff nY M ?08 0,395 0,40 r> voll voll Belgrad . . 6,82 6^7 5.77 5,79 voll voll Lissabon - Fl ■' 12.22 12,28 Dankn 12.22 oten. 12,28 voll voll 3n Billionen Prozent ffrnnffurta. M. Berlin Schluh. flurs Schluh. ftiirs Schkutz.! ftll'S Schluh. flitrs Dotnnn 30. i.ia 30.9. 1.10. S*/o Deutsche ReichSanleihe . 4% Deutsche Reichranlcthe . Deutsche Steichscmleihe s% Deutsche Neichsanleib« . Deutsche Sparpraunenaolethe 0.690 0,70) 0,618 0,619 1,05 — 1,05 1 1,0625 1.1 1 1 1,65 0/10 1,60 1,5 0,55 1,575 0,65 4°/o Preußische ÄonsotS . . . 4% Hessen ...... 1,125 — 1.04 1.1 1,8 1,3 1,45 1,4 1,53 1,825 Heffen.......... — 1,3 4.2 1,44 4,2 1,33 4.2 Deutsche Wertb. Dollar-AnL _ dto- Doll.-Schutz-Amretsug.') 85,25 — 8i,25 88 4*/o Zolltürfen......... 12 1 11,90 11,625 I 4 ,75 | 11,875 45 6% iToldmerikanvt ...... -| Berliner Handelsgesellschaft. Lommerj- und Pnvat-Bank. 5,12 4,9 26.1 4,875 9,40 25 4,8 5 Darmst. und Nationalbank . 9,5 — 9,50 Deutsche Bank......... — 10,75 10,7» 10,75 Deutsche Bereinsbank .... 0,305 0,305 DiSconlo Counnandit .... 12,40 12,5 12,60 12,626 Ptetallbank........... 13 — — Mitteldeutsche Lreditbanf . - 1.70 1,70 1,70 1.7 Oeslerreichische Lreditanstalt 0,315 0,325 • 0,3 0.3 0,205 0.425 50 0,4 51,25 Bochumer Äuft ....... _ BuderuS............ 10,9 11,50 11,25 11,13 Caro.............. '2, —■ 11,50 12 66 Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harvcner Bergbau...... 52,12 55 54,75 F7 51,75 55 54.2» 57,25 81 84 79,90 84,2 > Kaliwerke Aschersleben.... 14,25 15,75 15 15 Kalilverk Weltcregeln..... 18,75 — 18.2 18,75 Laurahükte........... 6,10 10,5 __ 6.65 6 Oberbedarf........... — 10,75 11,5 Phönix Bergbau....... 42 42 41,50 42,20 Nheimtahl........... — — 74.75 35,5 Riebeck Montan........ 36,75 _ 37,25 38,5 TclluS Bergbau........ 1.7 — — — Hamburg Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... 27,25 • 5.1 29,75 5,4 27.75 4,9 29 5 Lyeramische Werke Albin . . — — Zementwerk Heidelberg .. . 15,4 15,25 —— Philipp Holzmann...... 5,6 5,2 8.3 Anglo Cont -Guano..... — — 11,50 11,25 Badische Anilin........ 18,65 18,90 18,75 18,90 Lbemilche Mayer Alapin . . 1,2 13,2 — — — (Äoldscvmidt........ . 13,50 13 13,75 Gries' eimer Electron .... 15,5 16 15,75 15,75 Höchster Farbwerke...... 15,6 15,75 15,50 15,65 Holzverkohlung . . ...... 6,30 — — — ötütgersw, rke ......... 16,75 —— 17,25 17,25 Scheideanstalt......... 14,75 — — — Allg. ElektrizttStS.(Iesellschaft 8.40 8,40 8,25 8,60 Skiouiiinn........... 13 12,50 12,70 Mainkrastwerke ........ % 8,50 — — SchUckeri . . . . . ■■ 40,25 40,75 Siemens k ßdfflfe ...... 46 47 46,50 47,5 Adlerwerke Kleyer ...... 2,1 Ä — 2,3 2,30 Daimler Motoren. ...... — 3 3 Heyligenstaedt......... — — — 9,6 —— 9,25 9,5 frankfurter Armaturen . . , .Konservenfabrik Braun . . . 0,‘>4 1,25 1,3 M Metallgesell'chaft Frankfurt. Pet. Union A- G........ 1^,5 1,45 1,4 1,3 3,2 Schuhfabrik Herz...... 3,1 — 3,1 Sichel.............. 3 95 3,90 3,90 4 Ncllftoss Waldhof....... 9,25 9,60 9,60 9,5 Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Wagbäiisel . . . 3,50 2,85 3,45 — — •) Vom Rückzahstmgswert. Berliner Dorfe. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Berlin, 1. Oft. An )er Berliner Börse fetzten sich die heftigen für inländische Anle, Schwankun gen hen heute weiter fort. Die gestern von des Anleihesturzes gern inigen Blättern als dotge eldeten (Znsolvenzen hegen finite noch nicht völlig klar. Es handelt slch offen- bar um ganz geringfügige Angelegenheiten Auch Geld | ©riet Reparc. 4,1 ’ 4,21 voll 20,23 50,3 voll 72,82 73,18 voll 18,6- 18.77 boll 22,19 22.31 voll 161,82 162,64 voll 18,37 18,47 voll 59,50 19,83 voll 5,915 6,935 voll 2,13 2,1 ■ voll 111,24 111,80 voll 79,/5 60,15 voll 55,53 55,84 voll 12,47 12,53 voll 5,38 5,4(i voll obSie mitgeringer Ware zu billigem Preis weiter kommen oder mit bester Ware? In Kaffee,Tee und Kakao kaufen Sie nur Qualitäts-Ware Linden platz 1 7609d Emmericher Waren-Expedition ■■■■■»■■aneeee Empfehle la MW 94 U IchMOMWU Gießener Fleischhalle Walltorstraße 32. 7624D ■■■■■■■■■■■■■■■■ M«NMWW« für donsöan und Gewerbe 11111111111111H111111111111111 i 1111111111! I f 111111111111111 Besichtigung ohne Kaufzwang Günstige Iahlungsbedingung Abmann & Schneider Mechanische Rcvaraturwerkstätte gaiferallee45 • ©iefien - Iglepfion 1248 Konkurs- Ausverkauf MovlWU.AWW, 6en6.u.7.ö.HL, MMlktW oon 9 Mr al, roeröea Marburger Straße 58 die gesamten Konkursbestände als: Kleinmaterial zur Neuanfertigung von Motor- und Fahrrädern, Werkzeuge und Maschinen, sowie Vorräte an Eisen, Stahl, Kupfer, Aluminium usw. Ferner: 1 kompl. Schmiede u. Lackiererei, Arbeitstische, Schraubstöcke, 1 Motor- t rad (neu) u. v. a. Außerdem: 1 Schreibmaschine (Adler, neu), 2 Schreibtische 5 (eiche, Diplomat) mit Sessel usw. einem öffentlichen verkaufe unterstellt. Besichtigung mit Einzelaufstellung und Preis vorher erwünscht. 761 ID L.Althosi »Konkursverwalter 14 Bahnhofstr. 14 Mindestabgabe 3 Stück. KautaKatz Stehumlegekragen Stehkragen Sportkragen Kläppchenkragen Dauer-Wäsche 7610c weiO und bunt um schnei! zu räumen alle Weiten alle Höhen Mk. 5.80 6.80 6.50 8.50 LOO Gummimäntel....... Covercoatmäntel.... Velour de laine-Röcke .. Mk 28.00 Prima Köpersamt für Kleider Röcke Röcke!“ CheS Flauschmäntel gü^onn Qualität, extra weit Mk. lafceUU Backfischmäntel 1ßnn mit Krimmerbesatz Mk. lOeUU Velour de laiiw-Mäntel prima Qualität, beste ÄH fift Verarbeitung. . . Mk. “U.UU Velour de laine-Mäntel mit Pelzbesatz . . Mk. 56.00 Strickjacken -moo.iooo in rein. Wolle Ml^. IU IL Strickkleider iq nn in reiner Wolle . . Mk. lUeUU Morgenröcke u nn in gutem Flausch . Mk. I LUU .....Mk. 28.00 Seiden-Marokaine.........Mk ....Mk.24.00 Blusenflanelle.............Mk. Ferner führe ich in größter Auswahl sehr elegante Mäntel in Plüsch, Sealplüsch, Velour de laine und Tuch, sowie elegante Ball-.Gesellschafts-und Straßenkleider —in Wolle, Samt, Crepe de Chine, Marokaine, Rips und Gabardine. = Modewarenhaus Carl Nowack 7606c FürHerbstundWinter sind sämtliche Neuheiten In größter Auswahl eingetroffen! Die Preise sind den heutigen Verhältnissen entsprechend niedrig gehalten. — Als besonders preiswert habe ich folgende Angebote zu machen: — Ballkleider .. nn in kunstseid. Trikot Mk. IQ»UU Ballkleider „„ nn in Eolienne .... Mk. LU.UU Ballkleider QC nn in Crepe de Chine Mk. UUeuU Wollkleider