Hr. 206 Erstes krscheinl täglich, außer Bonns und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: ViehenerFamilienblätter Monatr-Vezuorprelr: 2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richtemAnzelgtrSieben. Postscheckkonto: Sranlfud a. M. 11686. Blatt V4- Jahrgang Dienstag, 2. September 1924 GiehenerAmeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmrf und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Buch- und Zteindruckerek B. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeDerbindlichKeit. Preis für f mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, ausroärti 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen d 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20° „ Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friede. Wilh. Lange- für den übrigen Teil. Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Sicherheitspakt oder Abrüstung? Die Eröffnung der 5. Dölkerbundsversammlung. — Fortsetzung der Londoner Konferenz in Genf. den seit Jahren vertrauten Erscheinungen fehlen diesmal. Sv vor allem Lord Robert Cecil. Dagegen lenkten der markante Charakterkopf Nansens, des Führers der norwegischen Delegation, ferner Graf A p p o n y mit seinem weihen Bart, Wenn diese Zeilen in Druck gehen, werden .Macdonald, Herriot und T h e u n i s zur 5. großen Dölkerbundsversammlung in Genf ein- >getroffen sein. Die engere Entente ist also wieder in ihren führenden Häuptern versammelt. (Mus - folini fehlt, läht sich aber vertreten), und man kann nun wohl fragen: Wird hier in Genf die Probe auf das Exempel der Londoner Konferenz gemacht? Der Dölkerdundsrat, der schon am 29. August a nsammengetreten ist, wird neben der großen Versammlung den gcRrzen September hindurch tagen. Ebenso wird die fogen. Ständige Kommission weiterarbeiten. 3n diesen Zirkeln werden die Rollen geschrieben, die die Hauptakteure nachher vor der Oeffentlichkeit zu spielen haken. Wie erinnerlich, wurde der Völkerbunds rat In seiner diesjährigen Iuiritagung mit dem Antrag der englischen Regierung beschäftigt, diejenigen Bestimmungen des Vertrages von St. Germain, Trianon und Reuilly zu untersuchen, die von der militärischen Kontrolle über Oesterreich, Ungarn und Bulgarien handeln. Auch dem Uneingeweihten dürf e dalei sofort klar geworden sein, daß. mit dieser Untersuchung das Problem der Uebernahme der militärischen KvntrvlleüberDeutsch- land durch den Völkerbund vorbereitet werden sollte. In der Debatte hat dies der französische Vertreter de Ivuvenel aui> ganz offen ausgesprochen. 3n seiner Verlegend it cab der Rat die Sache ff persönlich zweihundrrttaus'end Rubel für eine terroristische Aktion in Rußland. Rach weiteren Aussagen Sawinkoffs übergaben die Engländer die von ihnen als Pfand zurückgehaltenen russischen Eoldsvnds von dreißig Millionen Goldfrarcken Kollschak. Churchill befürwortete die Intervention besonders eifrig. Rach seiner von der Sowjetregierung erzwungenen Ausweisung aus Polen versuchte Sawinkoff wiederum mit westlichen Regierungen, auch mit Mussolini, zu imtetfxrnMn, jedoch ohne Erfolg. Kleine politische Nachrichten. Das Reichskabmett hat sich für eine allgemeine Herabsetzung de r Gütertarife der Deutschen Reichsbahn ausgesprochen. Einzelheiten der Herabsetzung wurden einer späteren Beschlußfassung Vorbehalten. Generalleutnant Strempel, Vorsitzender der Hauptverbindungsstelle der Heeres-Friedens- kommission, wurde auf seinen Antrag von der Stellung als Kommissar für die Verhandlungen über die Modalitäten und die Durchführung der Generalinspektion enthoben. Zum Rachfolger wurde Generalmajor v. Pawelsz, Chef des Stab des Trupperckommandos I, ernannt. Die Reichs regierung hat von dem Persona (wechsel der Interalliierten Militärkontrollkommission Mitteilung gemacht. Der Geburtstag der Königin Wilhelmine der Riederlande wurde, bä er auf den vorgestrigen Sonntag fiel, in der traditionellen Wrise erft gestern offiziell in Amsterdam und im Lande festlich begangen. In den Kirchen fanden Gottesdienste j statt, im Stadion wurden große Turn- und Spörtaufführungen veranstaltet. Die Börse und die 'Santen sowie fast sämtliche Geschäfte blieben geschlossen. Abends fand auf der Amsel ein großes Feuerwerk statt. Im Haag, wo sich die Königin und der Prinzgemahl befinden, wurde eine Truppenparade abgehalten. Aus aller Wett. Die Kasseler Tagung der Deutschen Ieitungsverleger Der Verein Deutscher Zeitungsverleger hatte zur Beratung einer Reihe wichtigster Fragen zum 31.' August eine außerordentliche Hauptversammlung nach Kassel einberufen. Die Versammlung ibar, obwohl sie so kurze Zeit nach der Stuttgarter Tagung bereits stattfinden mußte, sehr stark besticht. Fast in allen zur Erörterung stehenden Punkten wurde völlige Einmütigkeit der Versammlung erzielt. Das enge Verhältnis des Vereins Teu^cher Zeitungsverleger zum Arber t- geberverband für das deutsche Zeitungsgewerbe wurde noch inniger gestaltet. Einen wesentlichen Teil der Verhandlungen nahm die Frage der Erneuerung des P res serech- tes und des Iournalistengesehes ein. Derk Vorsitzende des Vereins, Kommerzienrat Dr. Krumbhar (Liegnitz), referierte ausführlich über alle Schritte, die der Verein in dieser Richtung unternommen hat. Die Versammlung stellte sich einmütig auf den von der Stuttgarter Hauptversammlung zum Iournalistengesetz eingenommenen Standpunkt. Sie beauftragte den Vorstand, den maßgebenden Regierungsstellen gegenüber das lebhafte Befremden der deutschen Verlegerschaft darüber zum Ausdruck zu bringen, daß Maßnahmen geplant werden, die mit den von dem verantwortlichen Reichsminister in Stuttgart abgegebenen Erklärungen in offenem Widerspruch stehen. Zur Frage der Dezugspreisgestaltung wurde nach eingeherck>er Erörterung einstimmig folgende Entschließung angenommen: Das letzte Beten. Don Christel Droehl-Delhaes. Des Sommers Glut brannte über der Erde. Da schloß Marianne von Reddigen die Läden am Fenster, damit das grelle Sonnenlicht den Todkranken nicht belästige. Sie preßte die weihen, schmalen Hände auf das pochende Herz und zog ihren Buben an sich, der seinen blonden Pagenkopf an die Mutter schmiegtet „Karlheinz, du mußt beten I“ sagte die Mutter und leise, flüsternder: „Großpapa stirbt." — — „Stirbt? Was ist das?" Die blauen Kinderaugen fragten. Ein scheuer Blick streifte das Krankenbett. „Das ist, wenn unser lieber Opa von uns geht — — und nie mehr wiederkehrt, und — — nie mehr mit uns spricht--" Der Kleine schluckte. „Das soll aber Opa nicht! Ich hab' Opa so lieb--er soll bei Karlheinz bleiben!" „Tas will der liebe Gott nicht, Karlheinz! Wir müssen mit Opa das letzte Gebet beten!" Das Kind trippelte mit. Groß und fragend ruhten seine Augen auf dem fahlen Leidensantlih des Greises. Da gellte die Klingel. Frau Marianne wurde gerufen. Run war das Kind mit dem Sterbende^ allein. Auf leisen Sohlen schlich es sich heran und griff nach der schlaff herabhängenden Hand des Großvaters. „Bitt' schön, Opa, tu nit ftirben!“ Der Kranke, der lange bewußtlos gelegen, öffnete die Augen. Sein heller, lichtblauer Blick traf den Enkel. Freude huschte verklärend über abgeLchriL Gesicht „Der Verein Deutscher Zeitungsverleger pal in sorgfältiger und gewissenhafter Beratung sest- gestellt, daß, solange die jetzigen allgemeinen Preisbedingungen fortbestehen, die derzeitigen Preise der Zeitungen erforderlich sind, damit die dmitsche Presse ihre hohen Aufgaben für den Staat und das Volk im In- und Ausland zu erfüllen in der Lage ist. Bei der gegenseitigen Abhängigkeit der Preise der deutschen Zeitungen voneinander, erachtet her Verein Deutscher Zeitungsverleger daher jeden weiteren Abba u der Preise als eine Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit, was im deutschen Interesse unter allen Umständen abzulehnen ist." An das Reichswirtschaftsministerium wurde in dieser Frage noch eine besondere Entschließung abgesandt. Die Versammlung erörterte schließlich noch eine Reihe anderer Fragen, u. a. die für den Rachrichtendienst der Presse so wichtige Regelung des Pressefunkwesens. Damit hatte die in außerordentlicher Einmütigkeit verlaufene Versammlung ihr Ende erreicht. Hochwassergefahr in Bayern. München, 1. Sept. (WB.) Wie die Laudes- toettertoarte auf Erkundigungen mitteilt, besteht für ganz Bayern Hochwassergefahr. Ansbach meldet bereits Hochwasser. Schweres Feuer auf hoher See. Kiel, 1. Sept. (WTD.) Die in Kiel beheimatete Galeasse Bertha (Kapt. Wulff) geriet nach einem Telegramm aus Kalmar auf der Höhe der Insel Oe land infolge einer Explosiv n des Petroleummotors in Brand. Das Schiss wurde vollständig verni chtet. Das Fahrzeug hatte etwa 30 000 Liter hochprozentigen Sprit sowie mehrere hundert Liter Denzrnan Bord. Die aus acht Mann bestehende Besatzung konnte sich nur mit Mühe retten. Der Steuermann wurde verletzt, die Schiffskasse mit 25 000 Kronen Inhalt ging verloren. Aus Stabt und Land. Gießen, den 2. Sept. 1924. Der September im Sprichwort. Recht oft bringt der September noch viele schöne Tage. Manchmal ist es so warm, als ständen wir noch mitten in der schönen Sommerzeit. Deshalb heißt es auch in einer alten deutschen Bauernregel: „Der September ist der Mai des .Herbstes'." Aber am Morgen und am Abend wird es schon merklich kühl und deshalb heißt es auch: „Der September ist des Herbstes /Bote’.“ In vielen Gegenden werden in diesem Monat die letzten Feldfrüchie heimgebracht und dort heißt es auch: „Der Monat September ist des Jahres letzter Spender." Winzer wollen haben, daß der September noch recht warm ist, denn: „Was der September nicht kocht und brät, dann an den Trau-t ben nicht gergt", und weiter: „Warmer und trock- ncr Septembermond, uns mit Früchten reichlich lohnt", dagegen aber auch: „Wenn September- regen den Winzer trifft, ist dies so gut wie lauter Gift." Wie die Witterung im September ist, so soll sie auch im Winter werden. Deshalb, heißt es: „Im September noch viel Blumen im Garten, läßt der Winter noch lange warten", weiter auch: „Donnert es oft im September, gibts vielen Schnee im Dezember", „Kühler Septemberschein, füllt bald der Winter ein“, oder: „Im September viel Du- chennüsse und Eicheln, so wird der Winter gewiß nicht schmeicheln." Schließlich heißt es noch im Sprichwort: „Septemberabendrot bringt Rot und Tod." Giehener Wochenmarktpreise Es kosteten: Butter Pfd. 210 Pf., Matte 30, Käse 60, Eier Stück 15, Wirsing Pfd. 20, Weißkraut 15, Rotkraut 20 gelbe Rüben 8, rote Rüben 10, Spinat 30, Römischkolll 10, Doh^e i 20, Blumenkohl Stück 50—150, Sala gurken 10—50, Einmachgurken 4, Endivien 20—25, Ober-Kohlrabi 10, Unter-Kohlrabi Pfd. 5—15, Tomaten 25, Zwiebeln 20, Lauch Stück 8, Meerrettich Bund 30, Sellerie Stück 15—20, Kürbis Pfd. 10, Pilze 10—20, Kartoffeln 5. Falläpfel 5. Aepfsl 10—25, Birnen 15—20, Zwischen 25—35, Mirabellen 25, junge Hahnen Stück 50—100, Suppenhühner Pfd. 90 Pf. * ** Personalien. Aus dem Staatsdienst entlassen wurde am 28. August mit Wirkung vom 1. Oktober ab der planmäßige außerordentliche Professor für medizinische Poliklinik an der Landesuniversität Gießen Dr. Wrlh. Stepp. — Ernannt wurde der Kar^leigehilfe Eberhard Hertkorn aus Gießen zum Polizeiasststenten mit Wirkung vom 1. September ab. ** Erledigte Lehrer st eilen. In Angenrod und in Ehringshaüsen, Kreis Alsfeld, ist je eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer zu besehen. Dienstwohnung ist in beiden Orten vorhanden. Eine Lehrerstelle für eine evangelische Lehrerin ist am der Volksschule zu Holzheim, Kreis Gißen, zu besetzen. Eine kleine Dienstwohnung ist hier vorhanden. „Karlheinz--lieber Bub--du-- bei mir?“ „Opa--Opa, freilich! Mutti hat's gesagt! Ich will mit dir beten. Gelt, das magst? Aber dann tust auch nit flirben?!“ Ein seltsames Glücksgefühl durchzog des greifen Mannes Herz. Er, der jahrelang nicht mehr an Gott gedacht, sollte beten ? Und mit ihm Karlheinz, fein Bub, sein geliebter Bub-- „Ja, Karlheinz!" sagte er mit bebender Stimme. „Wir wollen beten! Und was wir beteir darfst du nie vergessen! Rie! Hörst du, Karlheinz? So wahr du deutsch bist, so wahr du am deutschen Rhein geboren bist, so wahr du einer deutschen Mutter Kind, eines deutschen Heerführers Enkel bist. Vergiß das nicht! Fremde Macht will unser Erbteil an sich reißen, reckt die besudelten Fauste nach unserem Leben, unserer Freiheit, unserem Glück. Sie hat uns so arm gemacht. Sie hat uns erniedrigt, unfern Stolz verhöhnt!" Und mit versagender Stimme: „‘Sete Karlheinz, daß es anders werde, bete! Laß das dein erstes und letztes Beten sein: Herr, unser Gott! Lenke ab alles Schändliche von unseren Wegen . . . und laß uns . . . unfern . . Rhein . . . unfern heißgeliebten, deutschen Rhein. . . Herr. . . unser Gott. . . Amen . . ," Es war ganz still in dem Raum. Läuteten nicht alle Glocken draußen . . .? 5rau Marianne kniete an der Türschwelle und schaute ihren Knaben an, mit dem ihr Vater sein letztes Gebet gesprochen . . . Karlheinz' Opa war tot! Sie trugen ihn in die große Halle und legten ihn zwischen Blumen und Flor und stellten gelbe, schwelende Kerzen um ihn herum Am drittem Tage wurde er durch den singenden, blühenden Sommertag zur alten Gruft getragen. * Ihr 90. Lebensjahr vollendet morgen, 3. September, Frau Susanne Röder Witwe, Ebelstrahe 4 wohnhaft. Die Dame ist, wie man uns mitteilt, körperlich und geistig noch sehr rüstig und kann noch ohne Augenglas lesen und schreiben. Wettervoraussage Schwächer bewölkt, zeitweise heiter, tagsüber wärmer, sonst kühl, westliche bis nördliche Winde, vorwiegend trocken. Seit gestern hat sich das Bild der Luftdruckverteilung wesentlich geändert. Das langgestreckte, über ganz Mittel- und Osteuropa ausgreifende Tiefdruckgebiet ist zerfallen. Wir liegen auf der Rückseite einer östlichen Teilbildung. Die Regenfälle werden nachlassen und vor der Hand langsam Aufbesserung eintreten bei verhältnismäßig niedrigen Temperaturen. ty oi notigen. — Tageskatender für Dienstag: Stadttheater, 8 Uhr: „Die fünf Frankfurter". — Markusgemeinde: 8 Uhr im Gemeindesaal Männerversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Jackie Coogan. — Astoria-Lichtspiele: Frauen auf schiefer Bahn. Landkreis Gics;cn. t Grünberg, 31. Aug. Die kirchliche Fner des Gustav-Adolf-Dereins nahm einen außerordentlich harmonischen Verlaus. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Musikstücke des Grünberger Musik-Vereins und Chöre des Kirchenchors verschönten die Feier. Pfarrer Decker-Gießen, der selbst in der Diaspora tätig gewesen ist, schilderte in seiner Predigt mit warmen Worten die Ziele des Gustav-Adolf-Dereins, der sein Wirken zusammensaßt in den Wahlspruch: Tut Gutes an jedermann, besonders aber an des Glaubens Genossen. Die im Gartenhause statt- findende Rachfeier war trotz des anhaltenden Regenwetters so stark besucht, daß der.Saal die Teilnehmer kaum fassen konnte. Pfarrer Grau- lig-Grünberg begrüßte die Teilnehmer. Lic. Euler- Dad-Rauheim schilderte mit beredten Worten die Tätigkeit des Gustav-Adolf-Vereins und ermahnte, mitzuhelfen am Dau eines Det- s a a l s in der Diaspora Ober-Mörlen. Psr. S i e b e ck - Merlau legte Rechnungsbericht über das letzte Vereinsjahr des Zweigvereins Grünberg ab. Durch Kartenverkauf wurde zur Erbauung einer Kirche in Heusenstamm beigetragen. Pfarrer Schmidt dankte am Schluß der Versammlung allen Teilnehmern für ihr Erscheinen, sowie dem Musikverein und dem Kirchenchor, die, wie bei der Kirchenfeier, dazu beigetragen haben, die Versammlung zu einer Feier, getragen von echt evangelischem Geiste, zu g eftalt en. Starkenburg und Rheinhessen. 'Darrn st adt.l. Sept. ZuAntonBruck- n e r s 100. Geburtstag werden vom Hessischen Landestheater unter Mitwirkung des Orchesters und des Musikvereins Darmstadt am 9., 11. und 15. September drei Konzerte veranstaltet. Aufgeführt werden: Die 1., 7. und 8. Sinfonie, das Andante aus der nachgelassenen Sinfonie, die Messe in D-Moll und das Tedeum. Die musikalische Leitung hat Generalmusildirektor Balling. —■ Am Freitag sprach der Vorstände der Deutschen Volkspartei Hessens, Landtagsabgeordneter Dinge l d e y , über die Annahme der Gutachtengesetze durch den Reichstag in einer von dem Ortsverein Darmstadt der Deutschen Volkspartei einberufenen Versammlung, die außerordentlich stark besucht war. Abg. Dingeldeh hatte in den letzten Tagen in Berlin geweilt und konnte bemerkenswerte Einzelheiten aus Gesprächen mit dem Außenminister Stresemann und mit mehreren Reichstagsabgeordneten mitteilen. Der Redner kam u. a. auch aus die h e s s i s ch e P o l i t ik zu sprechen. Es sei zu hoffen, daß nach den Ereignissen im Reichstag, wenn im Herbst die Landtagswahlen stattfinden, damit auch für unser hessisches.Bürgertum ein starker Antrieb zum gemeinsamen Handeln gegeben sei. Stresemanns Politik, die so stark bekämpft worden sei, habe nun in weiten Kreisen Anerkennung gefunden. Es sei nicht eine Politik der Schwäche, sondern der nationalen Besonnenheit, die auf den Boden der Gegenwart tritt, um die Zukunft zu bereiten. — Zu Beginn der Versammlung teilte der Vorsitzende, Stadtv. Haurh, mit, daß Landtagsabg. Dr. Osann schwer erkrankt war, sich aber erfreulicherweise wieder auf dem Wege der Besserung befinde. Darmstadt, 1. Sept. Bei der gestrigen Beigeordnetenwahl in Michelstadt erhielt der sozialistische Landtagsabgevrdnete Karl Reff 1147 Stimmen, der Kandidat der Bürger- Parteien, Prokurist Groll, 1000 Stimmen. Reff ist somit gewählt Wie ein Vergleich mit den Ziffern des ersten Wahlganges zeigt, haben die Demokraten zum größten Teil für den Sozialdemokraten gestimmt. * Heppenheim a. d. Bergstraße, 31. Aug. Für ben hiesigen Dürgermeisterposten, der nach Einführung der Städteordnung zrm ersten Male mit einem Derufsbürgermeister zr besehen ist, haben sich über 60 Bewerber ge° Als die Leidtragenden das stille Haus verlassen hatten, suchte Frau Marianne ihr Bübchen. Im leeren Totenzimmer fand sie Karlheinz. Sie hob ihn empor, küßte sein weiches Gesichtchen mit überquellender Zärtlichkeit. „Du bist ja so still, Karlheinzchen? Tut es dir so leid, daß Opa tot ist?" „Still, Mutti, still — — ich muß soviel beten.“ — Und leiser und geheimnisvoller: . daß die besudelten Fäuste uns loslassen --weißt Mutti, Opa hat's mir aufgetragen --sein letztes Beten!" ♦ Weizen- oder Roggenbrot? In England macht man jetzt Propaganda gegen den Verbrauch von weißem Mehl, besonders nachdem von Wissenschaftlern festgestellt worden ist, daß Weißbrot bei den Krebskrankheiten als ungünstig wirkender Faktor eine große Rolle spielt. Es ist in dieser Hinsicht vielleicht ganz interessant, den Vorgang der Herstellung von Weizenmehl zu repetieren. Legt man die Hälfte eines Weizenkorns unter das Mikroskop, so unterscheidet man genau drei Bestandteile, einen inneren Keim von geblicher Farbe, aus dem dann später die neue Pflanze hervorgeht, zweitens sieht man einen Kern, der als erste Rahrung für den wachsenden Keim zu dienen hat und als letzter kommt die Hülse, die alles umschließt Der Keim stellt I1/2 Prozent des ganzen Korns dar, der Kern 85 Prozent und die Hülse 13V2 Prozent. Dem kalkweißen Weizenmehl fehlt nun die Keimsubstanz, sorgfältig ist sie ausgesondert worden, und habet besitzt einzig und allein der Keim Fettsubstanzen, die das Mehl erst schmackhaft, nahrhaft und verdaulich machen. Das heute so viel meldet. In £e:n Ausschreiben der Stelle war ein Gehalt der 11. bis 13. Gruppe der Desvl- dungsordn ing angegeben. Das Ministerium hat nun versügt. daß dem künftigen Bürgermeister nur ein Gehalt dar 11. Gruppe gewährt werden darf,' aus diesem Grunde haben jetzt mehrere der Kandidaten ihre Bewerbungen zurückgezogen. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M, 31. Aug. In der Frage der Besetzung des freiwerdenden Ober- bürgermeisterpvstens — die Amtszeit des seitherigen Oberbürgermeisters Dr. Voigt läuft mit dem 1. Oktober ab — haben, wie wir erfahren, die Mitglieder des Magistratswahlausschusses, die nach Königsberg entsandt waren, dem Magistratswahlausschuh eingehend Bericht über ihre Reise mit dem Ergebnis erstattet, daß sich die Mehrheit des Ausschußes für die Wahl des Oberbürgermeisters Dr. Lohmeyer - Königsberg i. Ostpr. aussprach. Es darf nunmehr mit Sicherheit angenommen werden, daß Dr. Lvh- meyer in der entscheidenden Stadtverordneten? sihung, die in der zweiten Septemberwoche stattfin- bet, gewählt wird. — Heute mittag wurde in den Räumen des Kunstverrins eine zu Ehren des kürzlich verstorbenen Altmeisters' bw deutschen Malerei, Wilhelm Steinhaufen, reranstaltete Ausstellung durch Stadtrat Meckbach feierlich eröffnet. Die Ausstellung bietet ein ausgezeichnetes Bild über die künstlerische Tätigkeit Wilhelm Steinhaufens. Dom Fliegerlager auf der Wasserkuppe. Don dem Sonderberichterstatter des „Gieß. Anz " Wasser kuppe, 29. Aug. Tank der Einsicht des Wettergottes, allen Prophezeiungen zum Trotz, herrschte heute ein ganz annehmbares Wetter. Daher entwickelte sich von 9 11 br vormittags an reges Leben auf allen Hängen der Wasseriuppe. Eine bisher nie gesehene Zahl von Segelflugzeugen tauchte überall auf, und die Ausschreibung eines Zielflugpreises sorgte dafür, daß der weite Wiesengrund zwischen Wasserkuppe und Gube rings um das anzuflie- gende Ziel allmählich mit diesen Flugzeugen be deckt wurde, die mehr oder minder nahe heran- gekommen waren. Die meisten starten mehr als einmal, manche sind darin unermüdlich. Erwähnen mochte ich folgende: „Margarete* (Darmstadt), „Breslau“ mit Passagier, „Espenlaub", „Geheimrat" (Pforzheim), „Roter Teufel". „Dessauer" (Cothen), „Max" mit Stamer und „Eva" (Aachen). Am nächsten ans Ziel kamen „Bveslau" (bis auf 30 Meter) und „Margarete", die beinahe über die Zielfahne wegrutschte. Sie erhielt auch den Zielflugpreis von 100 Mk. zugesprochen. Sehr interessant waren die Dersuche eines Würzburger „Hängegleiters". Er besteht nur aus zwei Tragflächen und einem Schwanz, vhn« jede Steuervorrichtung. Der Führer hängt sich in das Gestell, läuft einige Schritte dem Abhänge zu, bis das Ganze schwebt und ihn langsam ine Tal trägt. Etwa nötige Steuerbewegungen führ! er durch Derlegung des Körpergewichts aus. Der Darmstädter „Geheimrat" mit Fuchs erleidet bei seinem heutigen Start einen Bruch des Rumpfes, der ihn wohl verhindern wird, weiter mitzukonkurieven. Im übrigen steht der heutige Tag durchaus im Zeichen der Mvtorflieger, was den echten alten „Rhönern“ durchaus ein Greuel ist. Die Poesie des Segelflugs wird durch das Knattern der Motoren rettungslos getötet. Fast alle startfähgen Motorflugzeuge zeigen ihre Künste. Bäumer (Hamburg) auf dem „Roten Sögel" startet u. a. zu einem Fluge von 2 Stunden 3 Mim, der ihn bis zu 6 Kilometer von der Wasserkuppe entfernt, übet auf „Kolibri" ist fast den ganzen Tag in der Luft. Auch er erzielt Entfernungen bis über 5 Kilometer. Dazwischen taucht mehrmals Hen tzen auf „Habicht" auf, der einmal wegen eines Modordefekts. kurze Zeit landet. Auch Seh Wald auf einer Messerschmidt- Maschine beteiligt sich eifrig an dem allgemeinen Lärm. Besonders interessant war der Wetteifer zwischen der kleinen Udet-Maschine und der großen zweisitzigen, die vor ein paar Tagen mit zwei andern Verkehrsflugzeugen von Kissingen herübergeslvgen war. Set)toalb erlitt gegen 7 Uhr abends einen Unfall, der leicht lebensgefährlich hätte werden können. Der Propeller flog samt der Haltevorrichtung weg und schlug einen Teil des Auspuffs ab. Doch gelang es Seh Wald, in der an das Lager angrenzenden Fichtenschonung unbeschädigt zu landen. Ich beobachtete den Unfall von der Kuppe aus. Man sah deutlich nacheinandeo zwei dunkle Körper vom Flugzeug wegfliegen, zugleich setzte der Motor aus, und alles ftümte der Gegend zu, wo das Flugzeug sich gerade befand. Rach einigen aufregenden Minuten hörte gegessene Weißbrot war vor zirka einem Jahrhundert noch gänzlich unbekannt. Roch vor achtzig Jahren kannte man kein anderes Komm ahl- verfahren als das mittels Wind- oder Wassermühlen, in denen die von den großen Steinen zerquetschten Körner nur von den Hüllen befreit wurden, die dann die Kleie barftellten, das reine Mehl enthielt aber immer noch den so außerordentlich wichttgen Keim. Eisenwalzen wurden erstmalig in Budapest im Jahre 1840 für die Mehlbereitung verwendet, und infolge dieses Vorsprungs war Budapest viele Jahre lang der Mittelpunkt in der Müllerei der Welt. Später wurde das neue Mahlshstem auch in den anderer Ländern angewandt, nach Amerika zum Beispiel wurde es erst in 1875 eingefübrt In diesen großen Walzmühlen geschieht jeher Behandlung^ Vorgang automatisch, das Mahlen, das Aus- giefjen und das Verpacken. Vom Schiff aus komm! das Korn direkt in die Mahlmaschinen, zuerst muh es eine Walze passieren, in der die Hülsen aufgebrochen werden, in einem zweiten Wal- zensatz wird der Kern von der Hülse getrennt und diese fortgeblasen, und dieser Vorgang wird so ost wiederholt, bis auch das lleinste Atomchen einer Hülse fortgeblasen ist und dann erst beginnt das eigentliche Mahlen. Der Weizen wird zu ganz feinem Pulver zerrieben und muß dann riesige Zylinder passieren, die mit großer Schnelligkeit rotieren und nur den allerfeinsten Teilchen einen Durchgang durch ihre feinen Seidensiebe gestatten: gröbere Teil und darunter der so wertvolle Keim bleiben zurück. Und zu allem Ueberfluß wird sehr oft noch ein Bleichmittel dazugetan, um dem Mehl die doch so gänzlich nebensächliche Eigenschaft kalkiger Weihe zu geben. nm dann, day 'JM-lot und 5tug»aig unbcKytotgt । feien. Dis in die Dunkeshrit hmern hörte man das Änatlern der Ude t-Maschine. 4 Sid. 33 Min. blieb sie ununterbrochen in der Luft, unaufhörlich ihre Kreise um die Kuppe ziehend, ruc dann und wann einen Abstecher in d e Umgegend zu machen, bis die einbrechende Dunkelheit zur Landung nötigte. Wasferkuppe, 30. Aug. Der gestrige Abend zeichnete sich vor allen andern dadurch aus, daß er von einem gemütlichen Bierabend ausgefüllt war, zu dem die Interessengemeinschaft der aLDemischen Fliegergruppen Größten ttchlandS etngeladen hatte 3*t zwangloser Weise sahen da die jungen Flieger, Studenten aus allen Teilen unseres Vaterlandes, Vertreter der Oberleitung, der verschiedenen Aus- schüsse ufto. Zusammen. Mich Prinz Heinrich von Preußen nahm an dem gemütlichen Beisammensein teil. Kernig: Ansprachen wechselten mit fröhlichen Li d r.i und humoristischen Versen, in denen die Anneh.nlichkeitea und die Hauptpersonen des Lagers „durch len Kakao gezogen" wurden. Man darf aber nicht glauben, dah diese kleine Feier irgendwie schädlich auf den Flugbetrieb gewirkt habe. 3m Gegenteil. Heute früh um 5 Llhr sind die Darmstädter bereits auf den Beinen und und stören Lpvrtleilung und Mehtrupp im besten Schlummer. „Margarete" startet von der Kuppe zum Frühpreis. Dann gehts ununterbrochen bis zur Mittagsstunde weite Bald vom Sch-lhmg, bald von der Kuppe, bald an beiden Orten gleichzeitig starten die Segelflugzeuge. Mitunter sind 3 -4 gleichzeitig in d r Luft. Dazwischen saust ein Mvtorslieger hin und her und stört den unvergleichlichen Evrdruck, den die lautlosen Riesen- Vögel Hervorrufen. Aufziehende Regenwolken bereiten dem munteren Treiben gegen 11 älhr ein jähes Ende. Weiher Rebst hüllt bald alles ein und dicke Regentropfen treiben auch die eifrigsten an, ein schützendes Obdach zu suchen. An Ergebnissen des heutigen Dormiitags sind folgende in erster Linie zu nennen: „Konsul" mit Fuchs über 12 Min., „Würzburg S. 14“ tens 23'/, und 50V, Minuten, „Würzburg S. 14“ mit Schoenebeck b inahe 16 Minuten, schlieh- lich „Konsul" mtt Fuchs über 58 Minuten. Fuchs und Martens erhielten beide den Tagespreis für gr hte Höhr über Startplatz zu gleichen Teilen zugcsprochen. Erwähnenswert ist noch ün Flug der „Margarete“, an Lern au her dem Führer noch zwei Fluggäste teitnabmen. Damit ist der Wettbewerb praktisch wchl zu Ende, da kaum anzunehmen ist, dah morgen, am Sonntag, das Wetter soweit aufklaren wird, dah geflogen werden kann. Wasserkuppe, 31. Aug. Es ist so gekommen, wie ich gestern bereits ahnte. Heut: kann man wieder kaum 10 Meter weit um sich sehen, so dicht ist der Rebel, der alles einhüllt. Trotzdem herrscht ein reges Kommen und Gehen. Truppenteile, Vereine, Jugendorganisationen und Ausflügler eilen, um zu der Gedenkfeier am FliegetLenbmal nicht zu spät zu kvnnnen. Die Feier selbst verläuft kurz und würdig. Die Weisen einer Reichswehrkapelle umrahmten einige Ansprachen. Feierliche Stille herrscht, als die dreifache Ehrensalve an den benachbarten Hängen das Echo weckt, während die Klänge des Liedes „3ch hatt' einen Äame- raden" entblößten Hau, des angehört wurden. Heute abend findet die Schlußsitzung des Preisgerichts statt. Anschließend ist Preisver- lürtb.gunq, verbunden mit einer Schluhfeier. Das reizt mich aber nicht, noch solange in dem durch den heutigen Massenbesuch nun vollständig grundlos gewordenen Lager zu bleiben. Das erste Lastauto, das einen Platz frei hat, wird benutzt, um die unwirtliche Wassersuppe zu verlassen. Die Fllegergruppen bleiben vorläufig noch großenteils oben, und es ist leicht möglich, daß bte Leistungen nach dem Wettbewerb die des Wettbewerbs weit Übertreffen Dr. H. M. * Die PreiAnmik die we scheu m Samoa i bmd wie sie ei der Inselgrupfx Die deutfck fauchenden Fra ober auchalleri toar zu betret! Ricklichen Strei Hütung ähnliche erste schion bc faxe r/Mrlen/ch der drei Mächte ig. 9C SÄ wie Er. 206 Zweites Blatt Die Samoafrage. Don Prof. Gustav Rolof f. Wenn bei der Besitznahme von Kiaulschoa und der Gründung der Bagdaddahn Deutschland im allgemeinen England weit näher stand als Rußland so zeigt dagegen eine andere gleichzeitige überseeische Verwicklung England als entschiedenen Widersacher Deutschlands. Es war die Samoaangelegenheit, die am Schluß des 19.Jahrhunderts die deutsche öffentliche Meinung außerordentlich erregte und viel dazu beigetragen hat. das Verständnis für die Rotwendigleit einer stärkeren maritimen Rüstung Deutschlands in weitere Kreis« dringen zu lassen. Samoa war sch-n seit 2 Jahrzehnten ein Schmerzenskind der deutschen überseeischen Po- lrtik. Seit den 70er Jahren halten deutsche Häuser auf der damals noch unabhängigen Inselgruppe Diederlassungen begründet, oft gestört durch Unruhen der Eingeborenen und durch die Eifersucht der Australier und Neuseeländer, die die Inseln am liebsten annektiert hätten. Auch englische und amerikanische Unternehmer stellten sich ein, und da eine feste einheimische Regierung nicht bestand, so gab es ewig Bürgerkriege und infolgedessen bald auch Differenzen unter den Konsuln der drei vornehmlich interessierten Machte, die ihre Staatsangehörigen vor Schaden -u schützen hatten. Rach Langen Verhandlungen wurde auf Bismarcks Betreiben endlich ein Abkommen, die sog. Samoaakte von 1889, getroffen, wonach die Inseln für unabhängig crffärt uich Deutschland, England und Amerika gleiche wirtschaftliche Rechte zagesichert wurden. Durch einen gemeinsam ernannten Oberrichter und andere Instanzen sollte der „König" von Samoa und seine Verwaltung kontrolliert werden. Dies „Tridominat" vermochte auch nicht alle Unordnungen zu hsenden, und als im August 1898 der von den drei Mächten eingesetzte König Waüntoa starb, brachen über feine Rachfolge toteberum Zwistigkeiten unter den Eingeborenen aus, in die auch die Vertreter der Machte hinein» gerissen wurden. Sie suchten zwar eine provisorische Regierung unter einem der Kronprätendenten einzusetzen, aber da der Oberrichter, ein Amerikaner, sie nicht anerkannte, hörte der Bür- gertrieg nicht auf. Der englische und amerikanische Konsul ergriffen die Partei des Ober- utehterS, wahrend der deutsch« an der provis )- rischen Regierung festhalten wollte. Schließlich fetzten jene zu Beginn des Jahres 1899 gewaltsam einen neuen König ein und liehen durch Kriegsschiffe seine Gegner beschießen, wobei auch Deutsche zu Schaden kamen, gar verhaftet und '. grundsätzlich nicht abgeneigt, alle Rechte auf anwa an England gegen Entschädigung in der öudsee und Afrika abzutreten. aber dagegen machte das Reichs-Marine- amt geltend, daß Samoa von großer strategischer Bedeutung fei; schon jetzt für die Fahrt von Kiautschou nach Südamerika, noch mchr später. Bildenveiibewerb desGießenerAnzeigers für die besten Lichtbilder aus ganz Oberheffen, sowie aus den Gießen benachbarten preußischen Gebietsteilen. Die Aufnahmen sollen möglichst bildartig sein. Lolsends Aufnahme« Somme« m Betracht: Don interessanten Bauten in Städten und Oörfem, von Häusergruppen, von schönen Straßenansichten, von Häusern, Kirchen und Denkmälern mit schönen Baumgruppen, von Burgen und Schlössern, von malerischen, charakteristischen Landschaften, von besonders prägnanten, typischen Persönlichkeiten. Oie Bewertung wird durch ein preisrichterkottegium erfolgen, dessen Zusammensetzung noch bekanntgegeben wird. Dev evfie Vvels betrügt .... 100 Goldnrarrk Dev zweite Neers beirast ... 80 Goldrnavk Dee dvttte VveLs betragt ... CO Golbrrravk Der vierte Preis betrügt ... 40 Goldnravk Der fünfte Preis betrügt ... 30 Goldmavk Der sechste Preis betrügt ... 20 Goldnravk 4 Preise, ie............ 10 Goldnravk 50 Trostpreise, ie........ 5 Goldnravk Außerdem behalten wir uns vor, weitere geeignete Photographien zn erwerben. Oie mit Preisen bedachten und käuflich erworbenen Lichtbilder gehen in das ausschließliche Benutzungö- und Verlagsrecht des Gießener Anzeigers über. Zeder Bewerber kann eine unbeschränkte Zahl von Photographien einreichen. Oie unausgezogenen Lichtbilder können auch von früheren Aufnahmen stammen, dürfen aber nicht irgendwie öffentlich benutzt sein. Oie Einsendungen sind mit Kennwort und mit der Bemerkung „Bilderweftbewerb des Gießener Anzeigers" versehen an die Redaktion des Gießener Anzeigers zu richten. Kennwort und genaue Angaben über den Gegenstand des Lichtbildes (Ort, Haus, Straße, Schloß, Ruine ufto.) find auf dessen Rückseite anzugeben. Oie genaue Anschrift des Einsenders ist in geschlossenem Briefe beizufugen, dessen Umschlag das Kennwort trägt. Dev üutzevfte GtnUefevungstevmru ist dev 15. Sept. d. 3s. Oie Preiszuteilung wird im Gießener Anzeiger veröffentlicht. Oie Rücksendung der nicht preisgekrönten und nicht käuflich erworbenen Lichtbäder findet nach Schluß der Ankäufe staft. Verlag und Redaktton des Gießener Anzeigers. zu Deutschland wünschte, um die Dahn durch Deutsch-Ostafrika leiten zu können, lebhaft für die Befriedigung der deuttchen Wünsche in der Südsee ein. Indessen alles blieb einstweilen wirkungslos. Salisbury scheppte die Angelegenheit hin, um, wie der Botschafter Hahfeldt schreibt, Deutschland durch die fortgesetzte Krise in Samoa, bei der ja zunächst England und Amerika noch zusammengingen, mürbe zu machen und so entmutigen, daß es schließlich England ganz Samoa oder wenigstens die Hauptinfel Up)lu überliehe. Erst als Amerika der Ernennung einer gemeinschaftlichen Untersuchungskommission zusttmmte und Deutschland zugleich in einer anderen internationalen Angelegenheit — der Frage der gemischten Gerichte und der Schuldenverwaltung in Aegypten — sich dem anttenglischen russisch- fran-ösischen Standpunkt zu nähern begann, muhte Salisbury diesem Doppeldruck nachgeben und in die Entsendung der Kommission willigen (Frühjahr 1899). Sie hat in der Tat nach einer mehrwöchigen Untersuchung die Lage geklärt und vor- toenn erst der Panamakanal gebaut fei. Eine andere Inselgruppe der Südsee, etwa die Tonga- tafeln, an die als Kompensation gedacht wurde, könne keinen Ersah bieten. llnb vielleicht noch stärker wog ber Wunsch der öffentlichen Meinung, die nach allem Vorungegangenen einen gänzlichen Verzicht auf Samoa als schwere diplomatische Riederlage betrachtet hätte und in ber schon vorhandenen Abneigung gegen Englwtd bestärkt worden wäre. Gerade diese Abneigung gegen England dwllte aber die Regierung nicht vermehren, sondern vermindern: ihr schwebte in dieser Zeit eine allgemeine Annäherung an England vor, am alle kolonialen Differenzen ausza- gleichen und womöglich ein allgemeines Abkommen über ein Zusammengehen in allen weltpolitischen Fragen abzuschließen. Rach einem Samoa vertrag, den die öffentliche Meinung als etnfeiligen Erfolg Englands betrachtet hätte, hätte man solche Versuche auf geben müssen: weder Reichstag noch Ration hätten sie gebilligt. Deshalb entschloß sich die Regierung nach eingehenden den Pau lsdvrf f, den Czettwih und den Düster loh ganz intim. Sag's ihnen nur. mein Herz ist bei ihnen, wenn ich auch nicht mehr mit dreinschlagen kann, ilnb machst du vor den geliebten Fah.ien Reverenz, so denk’: du tust's für mich mit. Glücklicher Junge ... Du . . ." Run endlich fitzt er im Sattel. Sieht sie noch alle im Kreise stehen und das alte Herrenhaus dahinter mit dem schneebedeckten Dach und den langen Eiszapfen an der Traufe. Auf einmal will ihm der Herzschlag stocken — doch bann ruft er laut: „Addis, all ihr Lieben!" ilnb haut dem Gaul die Eisen ein. Sie haben die Tüchlein heruusgezogen und winken. Auch die Frau Mutter. Sv tapfer war die Frau, gestern ben ganzen Sag und beut; von ber Rächt zu geschweigen, wo sie gewacht unb gebetet unb in ihr Kissen gebissen hat, daß sie nicht auffchreie. Jetzt, mit einem Male, ist's nut ihrem Mut am End’. Sie schluchzt auf und zittert, und barm, plötzlich, wirft sie den Arm um den Schwager, den Stabskapttän, legt den Kops an feine Brust: „Ich seh’ ihn nimmer wieder! Rie wieder — nie toieber! Christel . . . Christel ... sei bu gut zu mir . . .“ ilnb da legt ber Schwager den gesunden Arm ihr in den Racken, sagt ganz leise und zärtlich ein paar Worte, so niemand hörte, und toßt sie — Der Alle aber, dem selber die Augen nah sind, fteht's mit Erstaunen, versteht's nicht, schiebt an der Kappe, schüttelt den Kopf. -Uni) stelzt bann schnell hinüber über ben Hof. Da steht zum Glück ber Marzante, ber Vater. Da kann er sich Lust machen, schnauzt den an „Hast deinen Laban Wohl ordentlich gefuttert? He! ilnb die Husaren dazu? Was? Gab ein gutes Loch in unseren knappen Hafer! Wieviel berat? Sv sperr' doch das Maul auf, du Esel! Wieviel Hafer hast bu ben Gäulen geschüttet, will ich wissen —“ Stund ber Junker im Stadtschloß zu Breslau vor Seiner Majestät, straff ausgerichtet, in Positur, mit ben: Schreiben in ber Rechten. Die nahm ber König, trat an seinen Sekretär, riß sie auf, überflog sie mit schnellem Blick, wandte sich um: „Ist allens gut gegangen, Zabeltitz?" fragt er gnädig. ' „Euer Majestät, zu Beßchlen." „Bist auch daheime gewest ?" „Euer Majestät, zu Befehlen." „QBie steht's in der Mark?" Da schießt dem Junker das Blut ins Gesicht. Muh es ja sagen, hat's dem Herrn Großvater in die Hand vcwsp rochen. Unb es will doch nicht recht aus der Kehte „Run?" fragt der König noch einmal scharf. „Hat Er’s Sprechen verlernt? War doch sonsten oft vorlaut genug“ ilnb wie die Windspiele hören, daß der Sferr scharf wirb, knurren sie auf. Aber bas hilft nun nichts. _©uer Majestät halten zu Gnaden. Schlimm schaut es aus in der Mark. Die Russen haben das Land arg beöaftiert Der Adel hat nichts mehr, und der Dauer hat nichts mehr. Die Rot ist groß . . “ „Sprech Er weiter!" . . Euer Majestät, zu Befehlen — fte konnten nur weniges ernten unb wissen nicht, wie die Erwägungen zum Festhalten an Samoa, b. h. zur Teilung, ba auch England nach ben früheren Aeußerungen Salisburys und Chamberlains schwerlich ganz aus Samoa herausgehen wollte. Die allgemeine Lage wurde für Deutschland günstiger. Angesichts der Beschlüsse bei- öamoa- kommission konnte bic englisch.' Regierung Verhandlungen über die Zutunft ber Inseln nicht mehr ablehnen, zumal aud) Arne rite einen endgültigen Zustand herbeizuführen strebte, und vor allem die neue Verwicklung mit den Buren (Sommer 1899) machte Entgegenkommen gegen Deutschland notwendig. Gerade mit Rücksicht auf die kommenden südafrikanischen Schwierigkeiten lag den Engländern viel nicht allein an korrekten, sondern an freundschaftlichen Beziehungen zu 'Deutschland, um jede Möglichkeit einer feitlänbi- schen Intervention v>n vornherein zu beseitigen. In England wünschte man daher dringend, daß der Besuch des Kaisers in Lonb)n im Herbst 1899 bic guten beutsch-englischen Beziehungen bolumenricrt. Die beutsche Regierung durch die Vorgänge Don 1896 über bic Unmöglichkeit eines deutsch französischen Zusammengehens gegen England belehrt — hatte beim ersten Aus tauchen ber südafrikanischen Spannung sof)rt sttenge ’Reu- tralität beschlossen, unb war auch bereit, ben englischen Wunsch zu erfüllen, stellte aber bic Bedingung, bah vorher bic Samoafrage erledigt sein müsse. Sonst werde man ben Kaiserbesach in England nicht vor ber bettschen öffentlichen Meinung rechlftrtigen können. Die ’Derhandlan- gen gingen langsam voran, ba auch die englische Regierung Rücksicht auf ihre öffentliche Meinung unb besonders bic Australiens und Reaseelanbs nehmen mußte, und ba es überaus schwer axir, der englischen Regierung überhaupt eine bestimmte Dorfteilung von ber Wichtigkeit ber deutschen öffentlichen Meinung beizübringen. ,2ch treffe“, schrieb Hahfeldt einmal, „alle Tage auf die mehr oder weniger verhüllte Annahme bic sich nur aus der unglaublichen ilntenntniä oeit- scher Verhältnisse selbst bei hervorragenden englischen Ministern crtlärt, baß es in Deutschlanb in bezug auf auswärtige Politik überhaupt keine öffentliche Meinung im englischen Sinne gibt, daß die Haltung unserer Pr^se in dieser Hinficht daher von den Inspirationen ber Kaiserlichen Regierung abhängt, unb daß letztere, welche es schwerlich zu einem ernstlichen Bruch mit England treiben will, es vollständig in ber Hanb hat, unserer Presse und damit unserer öffentlichen Meinung jede der Regierung geeignet erscheinende Politik, auch in ber Samoafrage, annehmbar zu machen." (Wie leicht hatte es hiernach die englische Propaganda dem unwissenden Publikum and vollends den den deutschen Dingen noch ferner- stehenden Amerikanern die tollsten Zerrbilder von den deutschen Zuständen und der deutschen Politik vor unb im Weltkriege zu entwerfen!) Schließlich machte sich aber doch das Schwergewicht ber internationalen Verhältnisse geltend. Salisbury unb Chamberlain sahen ein, „daß gute Beziehungen zu Deutschland von mehr Wert feien als die fraglichen JnsÄn im Stillen Ozean" unb ba die deutsche Regierung nicht starr auf einem einzigen Vorschlag beharrte, so kam es nach wochenlangen Bemühungen in London zur Teilung, wobei Deutschland, wie bekannt, btt Hauptttrseln ilbohi unb Scrwaii, England die Tonga infein unb einige Kompensationen auf afrikanischem Boden, ixe Vereinigten Staaten Tutuila in der Samoagruppe erhielten (Rovember, Dezember 1899). Es war ein Kompromiß, das in Deutschland wegen der afrikanischen Opfer nicht gerade mit Genugtuung ausgenommen wurde, sich aber sachlich bewährte, Denn seitdem herrschte auf ben Inseln »Ruhe, und ihr Wohlstanb stieg im nächsten Jahrzehnt beträchtlich Wichttger als bw lokale war aber die wettpolitische Bedeutung. Die Vorgänge, die sich an die Samoawirren anschlossen, zeigten einerseits, daß auch in England noch ein ftarfer kolonialer Antagonismus gegen Deutschland bestand, Deutschland also unter Umständen auf eine Anlehnung an Rußland-Frankreich angewiesen sein konnte, andererseits ermöglichte die Desettigung dieser akuten Streitfrage gerade eine Annäherung an England m einem Moment, wo infolge innerer Unruhen tn China neue ostasiatische Schwierigkeiten von größerer Bedeutung als bisher vor der Tür standen. _______________ Turnen, Sport und Spiel. Weitere Erfolge des Giessener Schwimmvereins in Darmstadt. Rachdem die Senioren-Mannschasteu des Gießener S. D. in diesem Sommer mit großen Erfolgen an auswärtigen Schwimmfeste« teilgenommen haben, kam nun auch bic Jugend am vergangenen Sonntag zu ihrem Recht. Das Felder bestellen, wenn das Frühjahr kommt, so fehlt es an Händen und Vieh. In meines Herrn Großvaters Haus, fügt er, ist kein Dukaten bares Geld, unb die Zinsen furart er nicht bezahlen feit Michaeli vvrm Jahr Da unb horten müssen sie Brot aus Baumrinde baden. Ich bin durch Dörfer geritten, die fast ganz in Schutt unb Alche liegen. Die Wölfe streifen vom Pvlmschen herüber, weil sie Aas wittern —“ Steht der König dicht an dem Pagen, hat die Dose herausgezogen, stoppt feinen Spaniol, bah bie Brocken auf die weihe Weste kullern. Hal ganz grafte Augen, bie dem jungen Blut bis ins Innerste bringen. Schaut ihn so an, eine ganze Weile, spricht kein Wort. Alles mögliche könnt' ber Junker aus ben leuchtenden Blauaugen hevauslesen: Mftleib des Landesherrn oder Hah auf den Feind ober Verbrüh ober Vorwurf, bah er so offen geredet. Und noch manches andere. Dazu liegt bie Alceste hart am Stiefel des Herrn, lang $in auf dem Teppich, reiht das Maul auf und zeigt bie spitzen Zähne. Dann, plötzlich klappt der König die Tabaksdose zu. Auf dem goldenen Deckel gkitzern die Brillanten. „C'est la guerre!“ sagt er. „Er kann gehen!" Greift der Junker nach dem Rockschoh Seiner Majestät zum Kuh. Doch der König tritt schnell zurück. Die kleinen Kanaillen, die Windspiele, biedern hinter dem Abtretenden her, bis bie Tür zufällt. Draußen, im Vorzimmer, sitzt General Lew» tulus über ber Karte. Fragt: „Run?" (Fortsetzung folgt/ btm dem S. i flügMamotiiiimsPiaiuis W Gießen,Bahnhofpraße 65 6 und Lidl in Oberhe[[en v Qegr. 1876 Für die zahlreichen Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Vermählung, besonders der Gesangsabteilung der Lokomotivbeamten, danken wir herzlichst Willi Bechtold und Frau Karola geb. Böttger Wilhelm Decker und Frau Elli geb. Bechtold Gießen, den 1. September 1924 ........................................ SeMers misimt! SeWIl aber tadellos erhal- len m.entsprechender ©araniie 2 Pianos schwarz und Nußbaum Harmonium Lfiin Eiche Stutz Flügel schwarz ffleifterfoiel Monom ♦ Nach den neuesten ministeriellen Erlassen < i ♦ erlaubtes, neues < , ♦ RE.. BRINGT.. GEN.. SICH.. GEN.. SE - Gleichzeitig. iltdleserBenachrfchtigung < ' erhalten Sie den Bescheid, welche 4 ' oic ucn Dwunciu. Prämie Ihnen zusteht. i Die Silben ergeben bei richtiger Zu- xx sammenstellung einen bekannten Spruch. tfür die Löser dieser Preisaufgäbe haben wir eine große Anzahl I hisKdmbnii Für unsere Antwort bitten wir der Lösung , , die Gebühren für Drucksachen, Schreibtohn , und Porto (Selbstkosten 10 Pf.) beizufügen. t , Orbis Miebs-tam in. b.L:' 6n9D Münster i. W. 37. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦< ’ $ ausgesetzt, welche J ' ♦ bestimmtzurVerteilunggdangen ♦ > J Jeder kann sich an dies. Ausschreiben beteilig. < ' (Eine Prämie erhalten Sie bei <1 richtiger Lösung bestimmt <' Senden Sie Ihre Lösung mit genauer, deut- < > lieh geschriebener Adresse in verschlossenem. < > mit 10 Pf. frankiert. Briefumschlag umgehend < > ein. Nach Eingang Ihrer Lösung telfen wir < > Ihnen mit, ob dieselbe richtig ist. < > Sons SW|M Biono L Lichtenstein & Co. gegr. 1864 MtW 0. Hl. Zeil 104. S588C MWWW! Wir suchen 70er Schienen mit Laschen, gebraucht, gut erhalten, mög- lichst auf 128 mm Schwellen montiert, 100 eiserne Schwellen, Klemm« platten Nr. 10, Bolzen, Laschenbolzen 45 mm. Angebot an: oteou SMkUWWM Gießen, Fronksurler Stt. 13. leL 358. HAMBURG-AMERIKA LINIE UNITED AMERICAN LINES HAPAG (HARRIMAN LINE) Nach NORDAMERIKA SÜD-AMERIKA CAHADA ; CUBA —MEXICO, WESTINDIEN AFRIKA, OSTASSEN USW. 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