Nr. 180 Erscheint täglich, außer Sonn; und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFamilienb lütter Monals.vezugrpreis: 2 Goldmark u. 20 ffiolb» Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: AnzelgerSiehen. Postscheckkonto: Zrankfnrt a. M. 11686. Erster Blatt m. Jahrgang Samstag, 2. August 1924 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vmS nitb Verlag: vrühl'sch« MiiverHIRs-vuch- und SleindruS-rei R. Lange in «letzen. Schristleitnn, und «eschästrftelle: §chu!»ratze T. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi? zum Nachmittag vorh« ohne jedeDerbindlichKeit Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichü, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen t>.70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20'. Auf- fd)lag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: br. Friedr. Wilh. Lange; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: HansDeck, sämtlich in Gießen. Iwei Minuten. • Ehe morgen mittag die zum Zeichen des trauernden Gedenkens an die Opfer des großen Krieges auf Halbmast gesetzten Fahnen empor- gezogen werden, weil auch die tiefste und schmerzhafteste Trauer nicht die Wahrheit des Satzes, daß 'der Lebende Recht hat, beseitigen kann, soll auf zwei Minuten das Getriebe und der Lärm des rastlosen Tages ruhen. Diese einhurrdertund- zwanzig Sekunden vollkommener Stille und vollkommenen Stillstands sollen nur und ganz erfüllt sein von dem Herzschlag des deutschen Volkes, bas derer gedenkt, die ihr Leben für uns alle dahingegeben haben. Tie von Amerika und England übernommene Sitte mag manchen Volksgenossen wegen der mangelnden Gewohnheit unb der noch nicht genügend gepflegten Disziplin des Volkes als undurchführbar, manchen als störende * Äußerlichkeit, manchen als abzulehnende Vevvrnrundung erscheinen, Und doch sollte kein Wunsch der Regierung, keine Anregung der Führer besser ausgenommen und williger befolgt werden als dieser stille Zweiminuten grüß an unsere toten Helden. Denn weniger als diese knappe Einkehr, weniger als dieses bescheidene Zeitopfer kann vom deutschen Volke kaum zum ehrenden Gedächtnis seiner einunddreiviertel Millionen im Kriege gefallenen uni> gestorbenen Söhne und der achthunoerttau- send der Hungerblockade zum Opfer gefallenen Volksgenossen gefordert werden. Zwei Minuten! 3n alle Telle der weiten Erde werden in dieser kargen Zeitspanne morgen die Gedanken deutscher Frauen, Manner und Kinder auf den schwarzen Schwingen der Sehnsucht uni> Trauer eilen: Zu den Kreii^bergen der Champagne und in die flandrische Ebene — zum Was- genwald und den Argonner Bergen. Zu den Karpathen und zum Isonzo — in die sibirischen Steppen und in das zerllüftete Gelände des Balkans. Rach Ostafrika und zum Stillen Ozean — nach Finnland und Kleinasien. Denn überall schlafen deutsche Söhne, Brüder und Männer den Todesschlaf der Helden, und solange es Menschen gibt, wird die Kunde von ihren Toten und ihrem Sterben in der Geschichte der Menschheit lebendig sein. Denn alle diese Hunderttausende, die Knaben in Flandern, di« Landwehrleute in den Vogesen, die Landstürmer in den russischen Sümpfen, die blauen Hungen bei den Falklands- inscln, die wetterh.rrtDn Gesellen im afrikanischen Busch — sie alle gingen bewußt in den Tod als Träger und Verfechter jenes kategorischen Imperativs, der wie das ewige Symbol des deutschen Wesens vor ihren Sinnen stand: Pflicht — Ehre — Vaterland! Rur zwei Minuten! Pflicht, Ehre, Vaterland gebieten es, diese trauernde Zeitspanne unseren Toten zu weihen. Wir, die wir da draußen so manchen tapferen Kameraden fallen und sterben sahen und die daS Geschick bestimmte, den körperlichen und seelischen Zusammenbruch unseres Volkes und alle ihm folgende Schande und Rot tragen zu helfen, werden mit unserer stillen Trauer den Dank an dieses Geschick verbinden, daß es unsere Hände und Herzen nicht lähmte in dieser Zeit, da keiner zuviel ist beim Reubau des Hauses Deutschland. Aber Tausende von Witwen und vaterlos Gewordenen, Tausende von Eltern, die der Stühe ihres Alters, der Sonne ihres Daseins beraubt wurden, werden in diesen schmerzgesättigten Minuten die anklagende Frage wiederholen: „Warum?" Hauchte mein Gatte sein reiches Leben aus, starb mein Vater, fiel unser blühender, frischer Sohn darum, daß alles zu Grunde ging, was ihm heilig war? Unö das ist das Grausame und Grauenhafte, daß wir diesen Mahnern und Anklägern als Trost nicht viel mehr als das Ehrenzeichen mit dem Spruche „Pflicht — Ehre — Vaterland" und den Hinweis auf das als Deutschlands Hoffnung der Rot der Gegenwart entwachsende Geschlecht spenden können. Rur in den Stillen und Reichen ist darüber hinaus noch ein anderer Trost lebendig geworden und er sollte unser Gemeingut werden: 3m ewigen Auf und Rieder geht die Lebenslinie der Völker. Die arme und armselige Gegenwart ist kein Ende, sondern nur Uebergang. Lind unsere. Toten des Weltkrieges starben nicht umsonst, denn ihre Taten wie ihre Opfer blieben lebendig und je unritterlicher unsere Feinde von gestern den unterlegenen, aber nicht besiegten Lleberlebenden entgegentreten, um so schneller wird die Woge der nationalen Besinnung, um so rascher wird der Gedanke der Volksgemeinschaft, der Geist der Zusammengehörigkeit im deutschen Volke wachsen. 3hn zu pflegen, alles, was deutsch ist und deutsch fühlt, zu einer gleichgestimmten Gemeinschaft zusammenzuführen, ist die Aufgabe, die unsere Gefallenen uns hinterlassen haben. Tausende von Massengräbern in aller Welt, in denen deutsche Hellen — ohne Ansehen der Person, des Berufs, des Standes, der Stellung — gemeinsam den ewigen Heldenschlaf tun, sind dieser Volksgemeinschaft hohes Zeichen, höchstes Symbol. Ein Gedanke — Pflicht, Ehre, Vaterland — beseelte sie. Sie litten wie einer, sie kämpften pie einer, das Grab vereinte sie alle, Offiziere, Unteroffiziere, Mannschaften. Zwei Minuten trauernden Gedenkens. Lasset die Massengräber, in denen deutsche Helden, deutsche Kameraden Herz an Herz gebettet ruhen, in diesen zwei Minuten vor euem Sinnen eintZeichen werden. Lasset durch sie euch den Weg in eine bessere Zukunft weisen. Volksgemeinschaft stehe am Anfang — Freiheit sei das Ziel! Eins tft ohne daS anbere nicht denkbar, alles Mühen, alles Arbeiten und Ringen ist umsonst, wenn ihr dieses große Eine nicht in euch lebendig werden laßt. Lind die zwei Minuten bleiben eine spielerische Aeußerlichkeit, wenn nicht in ihnen die Schläfer in den Massengräbern euch den Weg zu der Volks- Die Londoner Kompromisse. Besserung der Lage.— Einigung auch im dritten Ausschuß.— Dor der Abreise der deutschen Vertreter. Die Annahme des französischen Kompromiß- Vorschlages über die Frage eventueller Sankiio- neu wird in Berliner Regierungskreis.n als das Anzeichen einer günstigen Wendung auf der Londoner Konferenz bezeichnet. Man ist geneigt zu glauben, daß nun die schwierigste Krise der Konferenz überwurrden ist und die Erörterung der noch aussteherrden Fragen trotz der immer noch bestehenden Schwierigkeiten keine weitere Gefahr mehr mit sich bringen wird. Bleibt al v noch die Hinzuziehung Deutschlands, die die eigentliche Entscheidung herbeiführen soll. Man hat die ver- schiedenaltigsten Fragen erörtert, wie z. B. die militärische Räumung des Ruhrgebiets, die Ea- rantiefrage und das Anleiheproblem. Wenn di« deutschen Vertreter in London eintreffen werden, so wird man ihnen ein Programm entgegcnhalten, das die sogenannte einmütige Auffassung der Alliierten darstellt, und Deutschland hat dann die Möglichkeit, seine Einwendungen vorzutragen. Zur Zeit läßt sich noch nicht übersehen, in welchem Umfange die deutschen Forderungen berücksichtigt worden sind. Ein Entgegenkommen auf gewissen Gebieten ist heute unverkennbar, da der von den Amerikanern ausgestellte Grundsatz der freiwilligen Zustimmung Deutschlands als Voraussetzung eines Abkommens seine Wirkung nicht verfehlen konnte. Trotzdem die Aufgabe der deutschen Delegation schwierig sein wird, kann man heute fest stellen, daß die Verhandlungsgrundlage eine brauchbare ist, die Deutschland ohne allzu großen Pessimismus beschreiten kann. Die deutsche These, daß die militärische Räumung auf einen bestimmten Zeitpunkt festgelegt werden muß, ist schon jetzt durchgedrungen. Frankreich und Belgien haben sich dazu entschließen müssen, einen ausführlichen Plan über die militärische Räumung aufzustellen, der zwar für Deutschland unannehmbar tft, der ober, wie man nach einem Bericht aus Berlin im Auswärtigen Amt versichert, diskutiert werden kann. Man wird darauf dringen müssen, daß der Zeitpunkt der endgültigen militärischen Räumung den deutschen Forderungen entspricht, und man wird weiterhin die französisch-belgischen Forderungen auf die kaufmännische Verwertung dar deutschen Schuldverschreibungen auf ein Mindestmaß herab drücken müssen, da die von Frankreich und Belgien geforderte Eintreibung von anderthalb Milliarden Goldmark ernsthaft überhaupt nicht in Betracht gezogen werden kann. Was d'.e Frage der sogenannten Richterfüllungen anbetrifft, so kann man deutscherseits die neue Kompromißlösung unter dcr Bedingung annehmen, daß in Zukunft militärische ©anEtionen ausgeschlossen sind. Die Hinzuziehung eines amerikanischen Schiedsrichters zur Reparationskommission sowie d'.e Bedingung, daß in Zukunft alle Entscheidungen einstimmig erfolgen müssen, geben immerhin eine bestimmte Gewähr dafür, daß solche Dinge, wie sie vor der Besetzung des Ruhrgebiets sich abgespielt haben, in Zukunft ausgeschlossen sein werden. Seinerzeit butte die Reparations!vmmis- sivn unter Stimmenthaltung des Engländers ein absichtliches Versehen Deutschlands festgestellt. P o i n c a r e behauptete nun, der Beschluß wäre einstimmig gewesen, weil der Engländer nicht ausschließlich dagegen gestimmt hatte, sondern gerade durch die Stimmenthaltung das Ergebnis nicht zu ■ Gunsten Deutschlands beeinflussen wollte. Dieser R«htsstandpunkt ist selbstverständlich anfechtbar, aber er beweist, daß England damals durch seine unklare Haltung erst die Ruhraktion ermöglicht hat. 3n Zukunft toirb die Sachlage insofern verändert werden, als die Engländer und Amerikaner nicht als Un- intereffierte abseits stehen können, sondern gerade auf ihnen die größte Verantwortung ruht, weil sie als Garanten der Anteilgeber aufzutreten haben. Sie werden sich nicht der Stimme enthalten können, sondern entweder für oder gegen die gestellten Anträge stimmen müssen, da sie auf die Anleihemächte Rücksicht zu nehmen haben, und deren Willen zum Ausdruck bringen müssen. Man sieht deshalb in den offiziellen deutschen Regierungskreisen keine unbedingte Rotwendigkeit, sich gegen dies Kompromiß zu wehren, falls nicht anderweit-ge Abkommen vorgesehen sind, die von neuem die Gefahr militärischer Sanktionen mit sich bringen könnten. Die deutsche Delegation verfügt nach amtlichen Mitteilungen über ein sehr eingehendes und genau formuliertes Programm, und so, wie die Dinge jetzt stehen, ist es nicht unwahrscheinlich, daß dieses Programm restlos durchgeführt werden kann. Englische Presse-Ansichten. London, 1. Aug. (WTB.) Die „Times" schreibt zu der gestern von der 1. Kommission erzielten Vereinbarung, es bestehe Grand zr der Annahme, daß die Bankiers sondiert worden sind, bevor der Plan ausgestellt wurde and es ist daher glücklicherweise als wahrscheinlich zu betrachten, daß die Vorschläge von der Konferenz enbgültig angenommen werden. Was die Frage einer iso - t i e r t e n Aktion betrifft, so werden die vollen gemeinschaft weisen, die allein Deutschland wieder frei machen kann. Einunddreiviertel Millionen Gefallene, achthunderttausend verhungerte deutsche Helden erscheinen morgen für zwei Minuten wie eine Mahnung der Ewigkeit vor den Sinnen derer, die sehen können und verstehen wollen. Lind was sie mahnen, ist nur eine Selbst Verständlichkeit. Denn es ist nur dies eine: Pflicht — Ehre — Vaterlands Rechte eines jeden Landes nur durch den Versailler Vertrag Vorbehalten. Diese Rechte werden von Frankreich vermutlich so aasgelegt werden, daß es im äußersten Falle za isolierten Aktionen berechtigt ist: doch ist zuzageben, daß diese Möglichkeit eine sehr entfernte ist. Sie könnte lediglich em- treten, nachdem die drei verschiedenen Autoritäten Deutschland in Verzag erklärt haben. Aach dann verpflichtet sich Frankreich, mit dön anderen Mächten zu beraten, um eine gemeinsame Aktion ?u treffen, bevor eine isolierte Aktion endgültig in Erwägung gezogen wird. Man darf also hoffen, daß das Schreckgespenst einer neuen Ruhrinvasion gebannt ist. Auch die „Daily Rews" glaubt, daß die französische Formel die Bankiers befriedigen wird. Das Blatt sagt, selbstverständlich sei es durchaus möglich, daß, wenn die ganze für den Fall eines Verzuges vorgesehene Maschinerie in Gang gesetzt werde, auch irgendein Staat eine unabhängige Aktion unternehmen könnte. Aber der Wert des Planes liege darin, daß er dies sehr viel unwahrscheinlicher mache als es augenblicklich sei. Der Fortschritt nach Neuter. London, 1. Aug. Wie Reuter erfährt, hat sich die britische Delegation heute eingehend mit der Lage befaßt. Der von der Konferenz erreichte Fortschritt wurde für so befriedigend angesehen, daß Macdonald sich entschloß, heute abend nach Chequers zu fahren. Er wird morgen zur Vollsitzung der Konferenz, die um 11 Llhr ftatt- finden soll, wieder zurück fein. Es fei möglich, daß die Deutschen bereits am Montag in London verhandeln würden. Englische Hoffnungen in französischem Lichte. Paris, 2. Aug. Der Sonderberichterstatter des „Quotidien" schreibt aus London: Die englische Delegation sei der Meinung und Macdonald selbst habe gestern nachmittag die Hoffnung ausgesprochen, daß die Konferenz am nächsten Donnerstag zum Abschluß kommen könne. Wie dem auch sei, neben den eigentlichen Konferenzarbeiten der Ausschüsse, die ausschließlch die Ausführung des Sachverständigen-Gutnchtens zum Gegenstand haben, seien Besprechungen der französischen, belgischen imb deutschen Delegierten im Gange. Die wichti gste Desprechung bezöge sichauf die Räumung des Ruhrgebiets. Die englische Delegation werde natürlich auf dem Laufenden gehalten, da es der gemeinsame Wunsch Herriots und Macdonalds fei, die beiden Fragen der Besetzung des Ruhrgebiets und der Kölner Zone miteinander za verbinden. Gestern nachmittag habe Macdonald einen ;nnfangreichen Bericht seines Rechtssachverständigen über die Besetzung der Kölner Zone erhalten und mit nach Chequers genommen. Es wäre also verfrüht, wenn man jetzt schon sagen wolle, auf welcher Grundlage die Verständigung in diesen beiden Fragen zustande kommen werde. Auf alle Fälle aber könne behauptet werden, daß nicht davon die Rede sein könne, die französischen Truppen im Brückenkopf Kehl durch englische zu ersehen, wie das leichtsinnigerweise von verschiedenen Berichterstattern angekündigt worden sei. Die Bankiers billigen das Sanktions-Kompromiß. London, 2. Aug. Der diplomatische Berichterstatter der „Westminster Gazette" schreibt, er höre, daß Logan und Owen Vvung dm- vom Ersten Komitee angenommenen Plan gebilligt hätten, da er das Haupthindernis für die Aufbringung der Anleihe für Deutschland beseitige. Die Einladung an Deutschland. L o n d o n , 2. August. (WTD.) Unterrichtete Kreise sind der Ansicht, daß der Beschluß, heute eine Dollkonferenz abzuhalten, bedeute, daß die Einladung an Deutschland spätestens heute erfolgt. In Erwartung des Verhandlungsstoffes. (Eigener 3nformationsdienst.) Berlin, 2. Aug. Die Reichsregierung hat die Londoner Konferenzmächte formell ersucht, der deutschen Delegation rechtzeitig alle bisher getroffenen Abmachungen der Konferenz zurKenntniszubringen. Bevor die deutsche Delegation in direkte Verhandlungen mit der Gegenseite eintreten wird, wird sie ihrerseits einzelne Vorberatungen abhalten, um zu den bisherigen Beschlüssen der Konferenz Stellung nehmen zu können. 3n den unterrichteten Kreisen wird heute erflärt, daß die Verhandlungen mit den Deutschen am Montagnachmittag ihren Anfang nehmen werden, und bis dahin deutscherseits die Prüfung der alliierten Vorschläge beendet sein muh. Die Beschlüsse des Dritten Ausschusses. Paris, 2. Aug. Lim 2 Llhr morgens berichtet die Havasagentur: Die Dritte Kommission habe ihre Arbeiten beendigt. Llm 1,15 Llhr sei einstimmig der französische Vorschlag angenommen worden, der ein De- rusungsrecht zugunsten der Minderheiten des Transferierungs-Komitees fest setzt, selbst wenn eine Minderheit nur aus einem Mitglied besteht, unter der Bedingung aber, daß die Grenze von fünf Milliarden Goldmark für die eingesammelte Summe erreicht wird. Die Engländer hätten den Vorschlag, den sie noch gestern Rachmittag vertreten hätten, zurückgezogen, iWch welchem das Recht der Berufung erft dann vorgesehen wurde, wenn die Grenze von fünf Milliarden nicht erreicht sei und für den Fall, wenn drei Mitglieder dafür und drei Mitglieder dagegen gestimmt hätten. Dieses Amendement, das von den anderen Delegationen wieder aufgenommen werde, werde heute zur gleichen Zeit mit der ersten Resolution in der Vollsitzung wieder auf genommen werden, die alsdann die endgültige Entscheidung treffen müsse. Die direkten Verhandlungen mit Frankreich. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 2. August. Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, hat die Reichsregierung bisher noch keine offizielle Mitteilung über die Absicht des ftanzösi- schen Ministerpräsidenten, gewisse Fragen mit Deutschland direkt zu verhandeln, erhalten. Lediglich eine demdeutschenDotschaf- ter in Paris zugegangene, allgemein gehaltene Instruktion beweist, daß Herriot mit den Führern der deutschen Delegation sich zu unterhalten wünscht. Dabei fällt es auf, daß von französischer Seite ausdrücklich erwähnt wird, Herrlvt beabsichtige, mit dem Reichskanzler Dr. Marx eine Unterredung herbeizuführen. Es ist verständlich, daß dadurch der Reichskanzler in eine peinliche Lage gerät, da er unter keinen Umständen ohne Mitwirkung des Außenministers Dr. Stresemann irgendwelche Verhandlungen führen will und führen kann. Die Sicherheitsfrage. (Eigener Informationsdienst.) Derli n, 2. Aug. Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, hat die Reichsregierung die Absicht, sofort nach Beendigung der Londoner Konferenz neue Vorschläge über das Sicherheitenproblem und die Frage eines Garantiepaktes auszuarbeiten. Die Denkschrift, die dis Reichsregierung in Genf dem Volkerbunds- i a t überreichen lieh, bildet erst den Auftakt zu einer großzügigen Aktion der deutschen Regierung, die gleichzeittg mit der Losung der Sicherheitsfrage auch das A b - rüstungsproblem zpr Erörterung zu bringen gedenkt. Aus der deutschen Denkschrift an den Völker- bundsrat ist übrigens entgegen irriger Pressemeldungen keines Wegs ?u entnehmen, daß die deutsche Regierung die Absicht hat, einen Antrag um Zulass ung zum Völkerbund zu stellen. Tie Haltung Deutschlands zu einem evtl. Eintritt in den Völkerbund ist durchaus noch nicht fest gelegt und wird auch kaum bis zum September festgelegt werden können. Wir glauben zu wissen, daß der kürzlich von England offiziös an Deutschland gerichteten Einladung, Anfang September ein Gesuch um Aufnahme in den Völkerbund zu stellen, von deutscher Seite nicht Folgegelei st et werden kann, so daß die Frage eines Eintritts Deutschlands in den Völkerbund erst später ^tut werden dürste. Kommunistische Demonstrationsabsichten (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 2. Aug. Von ha lbamtlicher Seite wird mitgeteilt, daß die Behörden über De- monst rationsabsichten der Kommunistischen Partei anläßlich des Gedenktages für die Kriegsopfer am 3. August offiziell Kenntnis erhalten haben. Es scheine sich dabei um grohangelegte kommunistische Kundgebungen zu handeln, die überwiegend propagandistischen Charakter tragen. Da die Polizeiorgane angewiesen sind, unter allen Um- ständen kommunistische Ansammlungen zu verhindern, muh mit ernsten Zusaurmenftöhen gerechnet werden. Gegenwärtig inszenieren die Kommunisten große öffentliche Versammlungen, an denen französische kommunistische Abgeordnete hervorragenden Anteil nehmen. Es ist dabei festzustellen, daß die kommunistischen Parteien Deutschlands und Frankreichs gemeinsame Agitationen eingeleitet haben, um ein Zusammengehen zwischen den deutschen und den französischen Kommunisten herbeizuführen. In R a n c y mußte dabei der deutsche kommunistische Abgeordnete V a r t e I durch die französische Polizei vor Angriffen einer erregten französischen Menschenmenge adkhütü Zwecke durchzusetzen. werden. etr t öig fl( I der man sich Ps G. ert bessj hier eir an den ßttoetb toeiler- vächsljc - S bchw vor (ä liner sich hi wurde1 natei dah es Aichal! Kleine politische Nachrichten Italienischer Besuch in Danzig. U°rt bi ^0 Jahre M sch Woüer i Lkx [periüi 3»r Koalitionskrise in Hessen. medi * ein * Atrt gen r schtS Der! si-a 443 Zusic W das/ perlic gerc |eit l- Fub vierto COläbd Iah sen: Mrd« Sanib Gieße alle r ron d Hörde! gesagt s«M> Lia« (Idina sau ßorai und I nriffh i, fand iräid laffun sche' wies Fahrt ten di dieser Helma des doetiscl spräche Mavhe Lehrer eine sc Arbeit ein 11 geling dch t ideale Wie wir hören, stellt sich ba& preußische Ministerium des Innern auf den Stand- Punkt, daß daS „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold" die Förderung des Staates in Anspruch nehmen könne, wenn die Zusammenfassung der Anhänger der republikanischen Verfassung lediglich dem Schuh gegen gewalttätige Angriffe dienen soll. Im übrigen stehen die anderen Mitglieder der preußischen Regierung der Angelegenheit völlig fern, da das preußische Staatsminlste-- rium noch keine Veranlassung hatte, sich mit diesem Fall zu befassen. „Tu kommst also. . ist Il>. Wie geht es mit Christian?" Beates Ce'lcht hat heut einen eige e i Aus- xuck. Sie zögert: „Grad hmt nicht sonderlich. Tie Dlesiuc schmerzt wied.r, daS Wetter bri g''s wchl mit sich. Er sitzt hinten in der braunen Stube ... im Lehrstuhl." Sie sind drinnen im Zimmer. Charlotte hat den Pelz abgestreift, steht im schmucken engen grünen Kleid, streift mit beidm Hänei an Lei §uften herab, blickt in dm kleinen Spiegel: gut sieht sie aus, wie eine Amazone. „Ich will zu ihm." Dnte. „Daß er sich nur nicht erschreckt. Erlaube... ich möchte ihn ein weniges dorbereiten." „Rein! Olein! Gleich will ich zu ihm!" Ihre Blicke begegnen sich In dm Augen es. Doch dann senkt Beate plötzlich den blonden Sch.ntel: „Es ist dein Recht... so geh ." x- f T fieL ?ie kennt ja dm Weg durch die Vorhalle und den Hinteren Korridor in dem nnmer der ^rnst von der Küche schwebt: nach Gänsefett riechfs heute. An dm Wänden stehm die großen, grvbkant gm Leinmschränke, Tea.es Stolz, und verkümmern das karge Licht. Sa lst die Tür, die dritte in der Reihe. Das Lottchen hat schon die Hand auf der Eisenklinke, ?ber sie druckt sie nicht herunter. Die Enge preßt & ßu-ft in der Brust zusammen. Oder ist s die Erwartung oder die Angewihhell oder die Sorge? Von drinnen kommt ein schwaches -®leraJt€ Männer hüsteln, stoßweise, ängstlich, als ob der Atem nicht recht reiche Das ZimMer ist hell, blendmd hell. Die Wintersvnne leuchtet durch die Fenster. Im ersten d» Hl Jiii hohm StliM. die w:ih ist wie dm Schnee draußen, legi sich müde g:gen die Lehne. Rur aus den Augen leuchtet es. Aber es ist auch nicht eitel rUn£ <:yreube- ®r bastelt, ein kleines, elendes ßaiMn kommt und geht. „Bin freilich ein Kcüp- Pel, du, mein liebes Llkädchen . . .' Ja — wahrhaftig! — recht gut will sie fein uni> brav. Hat soviel Mitleid im Herzen Möchte ßxtebefr [a9ori1 000 er Freude dran patte. 21&ec de flinke Zunge versagt sich. Grad' nur, Armer Christel!' kommt heraus. Wagt kaum die Augen aufKuschlagen, so schreckt sie die ein- gesunkene Brust und das Elendsgesicht Mon Dieu! War das ein Mann! Stark für dreie' Ern Stolz! Kr stattlichste Offizier im Regiment! ^Ind nun solch frecher Krüppel! Ein Krüppel nennt er sich selber nicht also ... ' '" »Wie du schön bist, mein Ovtteken —“ 5m Racken fühlt sie die fieberheiße SSanft dAch das Kleid hindurch. And nun am KA • ^lolche Sehnsucht Habich gehabt, dich zu sehen. Rur einmal noch " Dann ist es stllle zwischen ihnen. Sie 'weiß nichts SU lagen! Richts! Richts! Ab7r aufsch^n macht sie. Mag wohl sein, daß ihr Körper bebt daß m frierst? Iss gewiß Lr^sW^t- ter dmuhen. And doch bist du gekommen," sagt er. Lotteken, deine Hand ist so kalt. Geh doch an den Ofen, warme dich ein bißchen 0a« das wird sie tun. Wie s'e so st,ht die Hande im Rücken an den braunen, h i e.i Kach ln, da kommt wircklich eine wohlige 'Wär.ne über sie und mit der das ruhige Aeberlegen (Fortsetzung folgt.) rung der Lage stattfinden soll, wird wohl vom Zentrum selbst nur als eine Geste aufgefaßt wer- den, denn die „alsbaldige" Reuwahl auf Grund einer der hessischen Verfassung genügenden Landtagsauflösung würde nicht einen Tag früher stattfinden können, als die normale Reuwahl. Die falsche Rechnung der Repko. Die ReparatwnSkommission hat eine neue Statistik veröffentlicht, die, wie man es von dieser Kommission kaum anders erwarten kann, ganz und gar einseitig die Anrechnung der deutschen Leistungen vorgenommen hat. Rach der Statistik betragen die deutschen Reparationsleistungen bis z.um 30. Juni d. Is. 8,4 Milliarden Mk„ >davon entfallen 1,9 Milliarden auf Barzahlungen, 3,8 Milliarden auf Raturallieferungen und der Gegenwert des abgetretenen Eigentums ist mit 2.7 Milliarden eingesetzt. Aus Stadt und Land. Gießen, den 2. Aug. 1924. Den Gefallenen zum Gedächtnisse. In diesen Hochsommertagen, da 10 Jahre feit dem Kriegsausbrüche verflossen sind, tritt an uns die Frage heran: Hat unser Volk in seiner Gesamtheit seine Gefallenen in der rechten Weise geehrt? Wir müssen diese Frage verneinen. Weder während des Krieges noch in der Rachkriegs- zeit ist gewürdigt worden, welche Opfer gebracht worden sind damit Deutschland weiterbestehen konnte. Die, die zu Hause geblieben waren, waren während des Krieges zu sehr damit beschäftigt, ihre eigenen Verdienste zu rühmen. Man pries die Trefflichkeit der Organisation in der Heimat, man sprach davon, wie sich auch nach dem Ausmarsche des Feldheeres in Landwirtschaft, Industrie und Verkehr alles ohne Schwierigkeit vollzog, illustrierte Zeitschriften, deren Wert als Geschichts- guelle nicht verkannt werden soll, brachten die Bilder von Männern und Frauen, die sich in der Heimat auszeichneten, nach den Feldgrauen, die verwundet durch die Straßen gefahren wurden, schaute man nicht mehr, nachdem die erste Reugier vorüber war. And jetzt ist das Leben rastlos dahingebraust, die Jugend verlangt ihr Recht nach Freude, die Alten gehen in den Sorgen des Tages auf, an die, die in den Massengräbern schlafen, denken die Allermeisten nicht mehr. Jeder der Gefallenen Bann uns mit den Worten des Psalmisten zurufen: Meiner ist im Herzen vergessen als eines Toten. Dieses Vergessen wird nicht damit entschuldigt, daß es nach 1815 und nach 1871 ähnlich war. Der Alte aus Tspper. Roman von Hanns von Zabeltitz. 32. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Endlich steh' Vit auf, gähnt. „Ich bin müd'. Vater. Erlaubt, daß ich gehe. Ho fent ich i>2t das Menscy meine Stube geheizt und mir die Waim lasche gerichtet . . ." „Ist besorgt —" „®uie Rächt, Herr Vater. Wenn's Ihnen recht, so fahren wir morgen gegen Mittag nach Topper. y y - -Fst schon recht, Lotteken." And faßt sie plohllch um, hart an der Tür. „Beschlaf dir's, §v"chen sei nicht dumm. Ein Spatz in der lst besser denn zehn Tauben auf dem Dache. Du weißt!" * * * Gegen Mittag, am nächsten Tage, sind sie also nach Topper gefahren. Im Schlitten, und ^SirÄ9?toor^n' Aber die Frische wollte Lvttchens Wangen h-ut nicht recht färben, Blaß sah sie aus und übernächtig. And zum Anglück hatte die Zofe das Rouge-Schächtelchrn e'nzu- packen vergessen. Vielleicht freilich war's gerade gut so. In Topper steht der Egid vor der Tür und schlägt die Arme hoch und macht: „Hallo! Hallo!" Der Gestrenge kommt heraus und ruft: „Bruderherz . . . und das Lottchen!" Er freut sich w rk- lich, vergißt alles andere, denkt nur an des Sohnes Freude. And da ist Frau Beate — Sie reichen sich die Hände. Fast reglos liegen die ineinander. Goldmark übertragen. Für die Beschaffung von Ersatzteilen der Straßenbahn-Gleisanlag« wurde ein Kredit von 4600 Mk. bewilligt und die Lieferung der Phönix-A.-G. in Duisburg übertragen. •• D i e Gießener Wohnungsnvt- Hilfe — so schreibt man uns — schreitet rüstig vorwärts. Durch die Opferwilligkeit des Gießener Bürgertums ist jetzt ein zweites Denkmal echten Gemeinsinns im Entstehen begriffen, das einzig in seiner Art in Deutschland dastehen wird. Obgleich einzelne dem gemeinnützien Anternehmen durchaus keine Gegenliebe entgegenbringen ist die Haussammlung für den Monat Juli recht'befitte- digend gewesen, und durch das verständnisvolle Entgegentommen seitens der Stadt ist der Bau eines Hauses gesichert, so daß voraussichtlich in aller Kurze mit dem Bau desselben begonnen wird. In den nächsten Tagen werden die Sammellisten für den Monat August in Umlauf ge- feöt werden. Es ist zu hoffen, daß auch jetzt wieder unsere Bürgerschaft dem Fortschreiten des Baues ihre Anterstützung leihen wird. Denn das Werk kommt nicht nur den Wohnungslasen, son- dern indirekt auch dem Hausbesihertum zugute. £>e mehr nämlich gebaut wird und je rascher ge- baut wird, desto früher schwindet die Spannung auf dem Wohnungsmarkt und desto'-'eher wird der Hausbesitzer wieder Herr im eigenen Hau'e werden. ** D^s Schwurgericht hält in der nächsten Woche drei Sitzungen ab. Cs stehen fol- gende Sachen an: Mittwoch, 6. August, vorm. 8/2 9e92n ''Valentin Weng la rz von Alsfeld wegen Meineids: Anklagevertreter Staat^rnwalt Fischer, Verteidiger Rechtsan- walt Elsoffer. - Mittwoch, 6. August, vorm. 10Vz Ahr gegen Elisabeth Cloos von Ober- Erlenbach wegpn Kindesmords: Anklagevertreter Staatsanwalt Fischer, Verteidiger Rechtsanwalt St. Meuser. — Donnerstag, 7. August, dorm. 8’^ Ahr gegen Theodor Friedr. Z u 11 von Gießen wegen Meineids: Anklagevertreler Amtsgerichtsrat Dr. Wvdaege, Verteidiger Rechtsanwalt Fischer. ** ® ® ® trah enbahn verkehrt morgen nach dem Werktagsfahrplan, d. h. die Wagen sah.en bereits am Vormittag. Die Wagen werden evtl, auch bis zum Friedhof durchgeführt. " Oberhessischer Kunstverein. Im Hauptraum sind bis 10. August die Modelle des 116er-Ehrendenkmals, im Kabinett Gemälde und Radierungen Fiankfurter Künstler ausgestellt, in der Mitte, gleichzeitig als Abschluß der Ausstellung im vorderen Raume, „Todtenllage" von H. Will, Gießen, das eben vollendete Werk eines lungeren oberhessischen Künstlers. (Siehe Anzeige) " Prüfung von Polizei- un dSchuh- punoen. Am Sonntag fand auf dem Trieb bei leidlichem Wetter die interne Prüfung von Hun- oen des Polizei- und Schutzhundvereins 1914 Greßen statt. Das Richteramt lag in den bewährten Händen des Herrn E. Achen, Darmstadt der einen strengen Maßstab anlegte. Von den 20 gemeldeten und vorgeführten Hunden waren 9 Rüden und 11 Hündinnen, die durchweg sehr gute Dressuren zeigten, Die Hunde erhielten größtenteils die Bewertungen Vorzüglich Sebr gut und Gut. * 9 Wettervoraussage für Sonntag. Heiter bis wolkig, lvestliche bis nördliche Winde, etwas kühler, nach vereinzelten ReaUnfällen langsam aufheiterad. Vornotizen. _ ~ Skalender für Samstag. Zweiter llver-Tag, Festkommers im Philo- svphenwald, 7V» -Uhr abends. - Ausstellung der Biodelle zum 116er-Denimal in den Räumen des Kunstvereins am Brandplatz 4—7 Ahr nachm. — Elsaß - Loih lager: Monatsversammlui g ■llf>r im Hotel Köhler. — Rundsunkhaus, Qöber- Irafje: 8V2 Uhr Literarischer Abend. — Licht- Pielhaus, Bahnhofstraße: „Pat und Patachon" einer „Der Schelk". — Astoria-Lichtspiele: Eddie Polo In „Kapitän Kidd". — Tageskalender für Sonntag. Außerordentliche Vertreterversammlung des Kon- umvereins Gießen, vorm. 9 Ahr. — Reichsbund der Kriegsbeschädigten und -Hinterbliebenen, nachm. 3 Ahr im Kath. Derelnshaus. — Zweiter l!6er-Tag: Gemütliches Zusammensein im Phllo- ophenwald nachm. 3 Ahr. — Ligaspiel auf dem Z^rtpbatz Trieb nachm. 4 Ahr. - Lichtspielhaus, Bahnhofstr.: „Peter der Große". — Astoria' Lichtspiele wie Samstag. . 2Iu$ dem Stadttheaterbarea'T wrrd uns geschrieben: Es ist der Wunsch rege geworden, das am 3. Psingstfeiertag in Gießen wit so großem Beifall auf genommene hellere Stuck „Der Ehestrelk" noch einmal zu sehen, z rmal es un Winter nicht in den Spielplan aufgenom- men werden kann. Wir raten deshalb, die Dor- D-r gefallenen deutschen Brüder wird morgen in den H a u p t g 0 t t e s d i e n st e n gedacht werden. Dis 12 Ahr 2 Min. werden die Flaggen aufH albmast gehißt. Don 12 Ahr bis 12 Ahr 2 Minuten allgemeines Schwelgen mit allgemeiner Verkehrs st Ille Rach 12 Ahr 2 Minuten Hochziehen der Flaggen. Schmücken der Kriegergräber * * * ** Die Ferien-Deputation des Stadtparlaments erledigte in ihrer Sitzung vom' 28. Juli eine Reihe von Baugesuchen und genehmigte mehrere Arbeitsver- gebungen. Weiter wurde beschlossen, die Seitenstraße an der Marburger Straße, die früher zum Gelände der Hoch- und Tiefbaugesellschaft führte, auszubauen. Die Erd-, Chaussie- rungs- und Pflasterarbeiten wurden der Gießener Bauhütte zu ihrem Angebot von 550.60 ■■ 11 u -|| „III in HIIHBM I ■■■IIIIMM Moment schmerzen ihr die Augen von dem jähen ^.coergang aus der Dämmerung in das grelle ^e kann nicht gleich erkennen. And er scheint's, ^hat sie nicht kommen hören. Dann sieht sie ihn. Dicht am Fenster sitzt er, im tiefen Lehnstuhl. Sie rechte Ohrenwange d r Lehre verdekt halb sein Geiicht. Aber was sie sieht, ist erschreckend genug. Eine zusammmge ankene, todha ere Gestalt einen Kopf, halb Kind, halb Greis. So .7" el€n& ~ 4um Jammern. Daß das Mitleid in ihr höchsteigt, daß ihr die Tränen tn die Augen schießen wollen. Rein, er muh d?ü) gehört h^bm, daß die Türe gi g Er hüstelt wieder leise. Es ist wie verhaltenes Aechzen And dann sagt er: „Gute Beate . . .“ Sagt es, wie er's wohl hundertmal am Tage gesagt Huben mag, wenn sie kam und ging und dazwischen auch. Sv dankesvoll, fo zärtlich zärtlich, d-ch Lottchen die Tränen ersticken. „>)ch bln's, Ch.istel!" ruft sie mit ihrer Hellen Stimme und stürmt vorwärts. „Ich!" Da schi-eit er auf. Jubel soll's sein, aber mitten drin ist der große Wehlaut des Schmerz- gc^einigten. Aufrecken will er sich und fällt nur tiefer zusammen. „Mein Lottchen . . geliebtes \ , Aun kniet sie neben ihm, hält seine Hand, streichelt sie. Das gewaltige Mitleid ist wieder da. und die Tränen sind da. Recht gut will |ie sein zu ihm. „Mein Lotteken," sagt er matt. „Daß du gekommen bist . . .." Hüstelt, hat die gesunde Hand auf ihrem Racken. „Mein Gott, mein Gott daß du gekommen bist. Endlich . . Ist wohl schon zu diel für seine Kraft. Der hagere Kopf mit dem schütteren Haar über der Siele Statistik der ReparatwnSkommission ist wie getagt durchaus willkürlich und einseitig. In Wahrheit hat Deutschland ein vielfaches Darmstadt, 2. Aug. Zu dem Konflikt zwi- von dem geleistet, was ihm jetzt von der Repa- schen dem Zentrum und den beiden anderen Koa- rationskommission gutgeschrieben worden ist. Don lltionsparteien, der Sozialdem)kratie und der De- sachkundiger Seite sind bereits am 31. Juli mokratie, nimmt jetzt der „Hessische Volksfreund" 1922 die von Deutschland bis dahin aufgebrachten in einem längerenArtikel offenbar parteioffiziös ™ ^£att£>nÄfe^tun9Cn auf 41 Milliarden Stellung. Das Blatt nimmt Bezug auf die Er- r ^kdrnark gefchätzt worden. Wenn man auf klärung der Zentrumspartei, in der es heißt, französischer Seite diese Schätzung nicht anerkennen daß sie feine koalitionswidrige Annäherung an toiH, so müßte man zum mindesten das ArteiL die Rechtsparteien gesucht und nicht für deren t>eS amerikanischen „Institute of Economies" an- Anträge gestimmt habe, soweit sie als gegen die erkennen, das nach rein wissenschaftlichen Ge- Koalition gerichtet erscheinen Ibnntcn. Sie habe \ »Äen. deutschen Leistungen auf mehr der Sozialdemokratie von ihrem Forlbildungsan- als 26 Milliarden veranschlagt. Im übrigen be- trage rechtzeitig Kenntnis gegeben und immer weist aber auch schon die ganz einseitige rrrbian- eine Verteidigungsstellung gegen die Rechte für zulängliche Statistik der ReparatwnSkommission die Regierung eingenommen. jur Genüge, ein wie bedeutender Prozentsatz der Dazu bemerkt der „Volksfreund": deutschen Reparationsleistungen nicht dem Für die sozlaldeMDkratisch: Fraktion hat keine eigentlichen Zweck zugeführt wird, Veranlassung Vorgelegen, zu dieser Erklärung In sondern in die unergründliche Kasse des franko- einer Fraktjonssitzung, die besonders hätte einbe- slschen Desatzungsheeres an Rhein and rufen werden müssen, Stellung zu nehmen. Die Ruhr fließt. Fraktion hat seinerzeit sofort nach dem Vorfall • ihre Haltung einstimmig festgelegt: Zusttmmung Das foffutßfe Wolfsscke Telearavben-Bui-pnn . m Erhalten der Fraktionsleitung und im schreibt zu dieser Angelegenheit' übrigen ruhiges Ansichherankommenlassen der r» ge g ye weiteren Dinge, da nach Auffassung der Fraktion R e ?FnC s; echnungs.m bet die Vorgänge in der Landtagssitzung vom 17. Juli n? n ^1» gc" nur eine erwlich einmal zum Austrag gekommene maß den Vo^chriften be£ Versailler Vertrages Konsequenz des fortgesetzten Verhalte is der ^en» Deutschland m Ausführung des Friedensvertrages war......Die Anheimaabe des Zentrums in stuiwÄ'^ bA' Aschen Lei- erwägen, ob eine alsbaldige Reuwahl zur Klä! IiüuTb?oH?^ im ?U* Tun9 der Lage stattfinden soll, wird wohl vom inqb en 6et a t i MI = n b* 'r $ e o n“ *t Vn ' 3m‘tUm 'E m.r ols dne G-sl« oufaefaht b»r. halten. Rach einer von deutscher Selle auf- gestellten Berechnung haben die deutschen Leistungen, wie von Prof. Brentano eingehend dargelegt ist, schon am 31. Dezember 1922 über 41V2 Milliarden Goldmark betragen. Seit Abschluß dieser Statistik hat Deutschland weitere erhebliche Leistungen bewirkt. Die freiwilligen Leistungen, insbesondere die Sachlieserungen aller Art und MZMZMMI sSSSSS m a r f geschätzt werden. Ein im vergangenen Deutsch-tsähechischeS Abkommen. Oahre vom Instttute of Economies in Washing- 'Berlin 1 or.m \ > Waffenstillstände bis zum 30 Sevtember 1922 in * 1 * * * * * *f $a f 13 f ragen führten am 31. Juli Gestalt von anrechminassäbiaen ?ur. ^nwrzeichnung eines Protokolls, in dem die f aff er Deutschland mit Recht den Anspruch erheben kann, daß ihm noch weitere Beträge gutgeschrte- ®in Attentat gegen die Sowjetfcchne in Vorn, den werden. Zu den gleichen runden Ziffern ge- langt Prof. Keynes für die Zeit vom Waffenstillstand bis zum 10. Januar 1923. Gs genügt, um das Andenken Gefallenen zu ehren, nicht, daß die Zahlen für jede Gemeinde, jede Berufsorganisation und für das ganze Volk angibt. Zahlen sind auf das erste tot und Ziffern sind stumm. Wir müssen den Schmerz zu verstehen suchen, der in den Familien getragen wird, die von den Kriegsverlusten betroffen worden sind. Es war allemal ein jähes Entsetzen, wenn die Kunde kam, daß der, an den man so Innig dachte, gefallen sei. Ehefrauen meinten, der Himmel stürze über sie zusammen, wenn ihnen der Tod des Ehegatten gemeldet wurde. Am tiefsten ist das Leid der Mütter. Auf dem alten Garnisonfriedhvfe zu Berlin ist eine deutsche Frau begraben, auf ihrem Grabsteine steht: „Der frühe Tod des am 8. Januar 1915 gefallenen einzigen Sohnes brach das treue Mutterherz." Traum kann unter Amstän- ben etwas Beseligendes in sich tragen. Hölth und Matthison haben Gedichte hinterlassen, in denen alles elegische Stimmung, sanfte Rührung, Trost unter Tränen ist: bei denen, die im Kriege einen ihnen nahestehenden Menschen verloren haben, waltet das Entsetzen, der bittere, nagende und bohrende Schmerz vor. And bann, es ist die Kraft der Ration, die wir verloren haben. Zwar geht das geistige Leben in Deutschland weiter, und die Arbeit wird getan wie vor 1914, aber wir merken doch, daß uns die besten aus der jüngeren Generation der QHäimer fehlen, wir sind seelisch verarmt. Erwägt man dieS alles, so gewiimen auch die Zahlen Bedeutung, und mit Wucht fällt es auf uns nieder, daß 5er Weltkrieg beinahe zwei Millionen Menschenleben von uns gefordert hat. Mit vollem Recht schreibt man auf Kriegergräbern K das schöne Wort aus der Offenbarung Joes: „Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben!" Rur die im Anfang des Krieges Gefallenen- sahen Sieg und großen Erfolg vor sich, denen, die später an der Front gestorben sind, war dies versagt, aber sie hielten dem Volkstum und dem Vaterland die Treue bis zum Tode. Run schmückt alle die Tapferen und Treuen in einer besseren Welt die Krone die Gott ihnen dargereicht hat. Wir aber legen Dlumen und grüne Zweige auf die Denkmäler und Sbldatengräber und geloben, das Andenken der Treue pietätvoll zu wahren. H. D Rom, 1. Aug. Der „Sereno" berichtet v>n einem Aeberfall auf ein Automobil der russischen Gesandtschaft, das gestern in der Rähe des Bot° t ----------- । schastspalastes von einigen Faszlsten in der Uni- fisnorittrt iitih hrte t?™. k*7 Bationalmiliz aufgehrlten wurde. Die *yuering Uno DOS Jtetd)5bcitttter üaszisten wollten eine kleine rote Fahne mit dem Schwarz-Not-Gold. ™ Sowjets, die am Vorderteil des t I Autos befestigt war, gewaltsam entfernen Der (Eigener Informationsdienst.) Chauffeur sprang vom Wagen herunter' und Berlin 2. Aug. Der preußische Minister streckte einen der Llngreifer durch einen Faust- oes Innern, Severing, hat in einer Unter- schlag zu Boden. Die Polizei sorgte dafür, daß mit einem Pressevertreter erklärt die bas Auto, das ohne Insassen war, sich ungestört ^publikanische Schatzorganisation „Reichsbanner entfernen konnte. f °'m in en U g-g-n Streikend«. großen Mitgliederzahl von über einer Million lReufuEmd), 1. Aug. eineerü>unfd>te®egertmirfiinggegen elnc neue Papier- bie rechtsgerichteten Verbände bar Westküste errichten, und die zur Zeit Diese Aeuherang des Ministers wird von Lohnerhöhungen streiken, haben an den deutschnationaler Seite zam Anlaß ao» Ministerpräsidenten telegraphiert, s l e würden nornmen, um gelegentlich einer Interpellation über ö 1C Houten zerstören und die Wälder die Tätigteit des „Reichsbanners Schwarz-Rot- Forderungen er- ©olb im Preußischen Landlaa bei ancr 1 ^"^en. Ruf Anfordern hat die Regierung der nächsten Sitzungen einen neuen Vorstoß gegen C 1 n Kriegsschiff an Ort und Stelle gesandt. Severing zu anternehmen. Von deatschnationaler Em japanisches Dementi. t^siühk'W-m-Mch 1- 2tug. Ste oon Sonboner 'Blättern organlsationen und trage dadurch zur Verschär- nisÄ^M^I ^chrrcht über einen russisch-japa- AeOtofl am Mittwoch, 8. za vefuchm imo sich an tem frischen und -arwüchsigrn Humor erfreuen. (Siehe Anzeig«.) Landkreis Gieren. * Lang.Göns, 1. 2lug. Ein aufsehenerregender Vorgang steht gegen a>ärtlg @er tm Mittelpunkt des allgemeinen Interesse«. Vor einigen Tagen wurde der hiesige Gendar- meriewachtmeister FuchS durch eine Anzeige auf- gefordert, das Gehöft der Landwirtswitwe D e r g k aufzusuchen und dort nach den LebenSverhältnisfen der Tochter Katharina Dergk zu sehen, die ein behördliches Eingreifen erforderlich machen sollten. Der Beamte verschaffte sich überraschend Zutritt zu dem Gehöft und konnte dort Feststellungen machen, die ihn veranlaßten, seiner vorgesetzten Dienststelle schleunigst Bericht zu erstatten. Der Kreisarzt, Medizinalrat Dr. Walger, der sich alSbaD hierher begab, stellte fest, daß sich das 4 4 Jahre alte unverheiratete Mädchen in einem Zustand derschlimmstenDerwahrlosung befand. Die ärztliche Untersuchung ergab, day das offenbar gei st e«^ störte Mädchen körperlich st a r k a b g e m a g e r t ist, dah sein Haar geradezu verfilzt roar und offenbar schon seit langer Zeit nicht mehr die erforderliche Pflege gehabt hat. Auch an den Händen und den Füßen fand man Merkmale, die jedem kultivierten Borst ellungSvermö gen roidersv rechen. Das Mädchen soll schon seit einer Reihe von Zähren das Haus nicht mehr verlassen haben. Auf QJevanlaffung des Kreisarztes wurde die Bedauernswerte mit dem (Siebener Sanitätsauto in Begleitung der Kreisfürsorge- schlvester sofort der Heil- und Pflegeanstalt in Gießen zugeführt. Zn der Bevölkerung gehen nun alle möglichen Erzählungen herum, jedoch kann von den bisher mit der Sache beschäftigten Behörden nach dem jetzigen Stand der Dinge nicht »werten, ob jemand ein strafbaresDer- trifft. Die Angelegenheit wird der Staatsanwaltschaft übergeben, deren Fest- steUungen man abwarten muh. -L Lang-Göns, I. Aug. Bei dem Po- f au nen- und Missivnsfest am letzten Sonntag ergab die Kollekte für die schwarzen und braunen Mohammedaner der Sudan-Pionier- Missivn 546 Mk. ) i. Ettingshausen, 1. Aug. Heute abend fand hier, vorbereitet und geleitet von Lehrer Michel, ein Fam ilien a ve n d statt. Veranlassung dazu gab der Besuch eines westfälischen Männerquartetts von ausgewiesenen Arbeitern, die sich auf einer Fahrt nach Süddeutschland befinden. Gern lauschten die zahlreich Anwesenden den Darbietungen dieser Dolkssänger, deren Lieder vornehmlich die Heimat und das Heimatglück priesen. Chorgesänge beS Männergesangvereins „Concordia" und poetische Vorträge junger Mädchen gaben mit Ansprachen, die von Amtsrichter Dr. Faber-Date Mauheim, Pfarrer Ries und besonders von Lehrer Michel gehalten wurden, dem Abend eine schöne Abwechslung. Das Wagnis, in dieser Arbeitszeit einen solchen Abend, der mehr als ein älnterHaltungsabend war, zu veranstalten, ist gelungen. Die grobe Zahl der Teilnehmer beweist, daß in unserer Landbevölkerung der Sinn für ideale Werte nicht tot ist. Besonders den Sängern aus dem Westfalenland, die den Abend mit dem Westfalenlied eröffneten, wurde allseitig freudig gedankt. Kreis Friedberg. Butzbach 1. 2üig. 3m Klärbecken wurde vor einigen Tagen eine etwa sechs Monate alte Kindesleiche gefunden, ohne dah es bis jetzt gelungen ist, nähere zuverlässige ArchaltSpuntte fest zustellen. St»rkcnvurg und Rheinhessen. »Offenbach, 1. Aug. Der Verbaud hessischer Schneiderinnungen hielt hier eine Tagung ab. Es wurde u. a. der Anschluh an den Reichsverband des deutschen Schneidergewerbes und der Beitritt zum Hessischen Handwerker- und Gewerbeverband beschlossen. Der nächstjährige Derbandstag findet in Bingen statt. — Steckbrieflich »erfolgt w.rd ein Schwindler namens Feldstein, der sich vor längerer Zeit hier als Einkäufer einer Berliner Firma niedergelassen hatte Er verlobte sich heimlich mit der Tochter eines Prokuristen unv veranlaßte seinen künsttgen vchwtegervater, 11000 Mk. herzugeben, die für die Gründur^ einer Lederfabrik verwendet werden svll'en AIS dieser Tage die öffentliche Verlobung gefeiert werden sollte und der Bräutigam nicht erschien, schöpfte man Verdacht. ES fteilte sich heraus, dah Feldstein geflüchtet ist, wahrscheinlich inS vluSland. Auher dem Prokuristen ist eine grobe Zahl von Geschäftsleuten zum Teil um erhebliche Beträge geschädigt. * Darmstadt, 1. Aug. Die Sozial» demvkratie hat sich jetzt für einen kir- chenfetndlichen Feldzug einen Agitator in der Person des ehemaligen Franzis- kanerpaterS Amon verschrieben. Dieser bereist die Provinz Starkenburg und hält öffentliche Versammlungen ab, in denen er gegen die Zugehörigkeit zur katholischen und evangelischen Kirche Reden hält. Bis jetzt hatte er nur wenig Erfolg. — 3n dem kleinen Orte Erzhausen bei Darmstadt sind gegenwärtig 14 Einzelhäuser mit 32 Wohnungen im Dau. Der größte Teil der Arbeiten wird durch Selbsthilfe erledigt. Diese rege Bautätigkeit ist das Verdienst der Gemeindeverwaltung, die Baugelände zu billigem Preise zur Verfügung stellte und den Daulusttgen bei der Geldbeschaffung mit Rat und Tat zur Seite stand. — Zn Mörfelden ist ein d r e i j ä h r i g e S K i n b nach dem Genuß von Tollkirschen gestorben. Hessen-Rassau. fpd. Frankfurt a. M^ l. Aug. Aus einem Schuhgeschäft in der Innenstadt wurden in der verflossenen Rächt 2 5 0 P a a r Herren- und Damen stiefel, und aus einer Buchhandlung 40 Daede cker und zahlreiche Unterhaltungsbücher gestohlen. (Was mögen die Diebe wohl mit den vielen Baedeckers anfangen?) — 3n der Rächt zum Freitag wurde eine augenblicklich unbewohnte Villa von Dieben heimgesucht, die Wertsachen und Kleider, deren Wert noch nicht abgeschätzt werden kann, stahlen. Die Diebe konnten noch nicht ermittelt werden. — AuS dem Main wurde heute früh an der Niedeir- räder Schleuse der Posttnspektor Baumann als Leiche geländet. Baumann hat Donnerstag abend jnoch mit seinem Vater einem Spaziergang am Main entlang gemacht und sich dann von seinem Vater entfernt. Wie der Mann in das Wasser geraten ist, bedarf noch der Aufklärung. Die Leiche weist keinerlei Verletzungen auf. Turnen, Sport und Spiel. D. f. D. — Kurhessen Marburg. Für morgen, Sonntag, hat der Verein für Bewegungsspiele die Liga- und Ligaersatzmann- schaft des Sportvereins Kurhessen Marburg (früher 1860) zum Gesellschaftsspiel hierher verpflichtet. Die Spiele dürften insofern schon interessant sein, da beide Vereine ihre Mannschaften in stärkster Aufstellung antreten lassen und allem Erwarten nach guter Sport geboten werden wird. Don besonderem 3ntereffe dürft« das Können der V. f. B.-Mannschaften sein, die wcchrcnd der verflossenen Sperrzeit sich unter bewährter Leitung einem regelmäßigen urrd intensiven Training unterzogen haben. Rach den dabei gezeigten Leistungen zu urteilen, tohS> bester süddeutscher Fußball in engmaschigem Kombinationsstil geboten werden. 3n Anbetracht dessen, daß die Reineinnahmen für den Ausbau des neuen Sportplatzes des V. f. B. bestimmt sind, wäre ein reger Besuch zu wünschen, zumal 50 Pf. Eintrittsgeld für zwei gute Spiele bei voraussichtlich schönem Wetter nicht zu hoch erscheinen. Spielbeginn: 2. Mannschaften 2,30 Uhr, Ligamannschaften 4 Uhr. (Siehe Anzeige.) sich ein Loö der frankfurter Pserdclotterie ä 2 Mk z.i kaufen. G. W. d. G. 99 000 Mk. UeberaQ erhältlich oder vom Vnnbro. Verein o-ranfiurt a M. Sie haben 557088 sofort beziehbar, mit gutnebenbcm über 30 fttrbre bestehenden Lebensmittelgeschäft nebst schönem £)b igarten an fite endem Wasser preiswert zu verkaufen. Schrilll. Angebote unter 022167 an die Geschä'tS- stelle des Giessener Anzeigers erbeten. Vermietungen j Ansion Brandl Neuen Baue 22. SimmerÄ1 frei. Tel. 1085. ML Wo> o. SWsZiNMl in bester Lage an ruhigen Mieter ab- »uneben 022193 Südanlage 17 11. Gut möbliertes Simmet mit voller od. teilweiser Verpflegung zu vermieten 022174 Ludwigstraße 34 I. Mi.ZiMer au vermieten nun« Franks. Str. 43U r. (9ut möbliertes Zimmer sofort au oerm. 0«ti9 Nordanlage 9 L 6utmööl.3immer an ruhigen Herrn au vermieten 022222 Hammttratze 10 I- Zimmer au vermieten nr2UD Ebelstratzc 2 II. r. In sehr gutem ruhigen Hause für sofort oder 1. 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Wohl kommt bei diesem Treffen auch der Wettkampf zu seinem Recht, im wesentlichen sind es jedoch Gesang, Musik, Vortrag, Volkstanz und Feiern an den Feuern die den Inhalt des Jugendtreffens aus machen and dazu dienen sollen, die Zugend zu ideeller Lebensauffassung zurückzuführen und mit den reinen turnerischen Grundsätzen eines Friedrich Ludwig Zahn wieder vertraut z: machen. Das Jugendtreffen steht im Zeichen ter körperlichen und sittlichen Ertüchtigung ter te it- schm Zugend, deren Erweckung und Gewinnung für die großen Ideale des deutschen Turnens eine nicht hoch genug einzuschäheute vol^erztehe- rische Tat der Deutschen Turnerschaft ist. Es sind alle Vorkehrungen getroffen, um die Tausende in Bürger- und Massenquartiereit sowie in sämtlichen umliegenden Ortschaften, bis in den Ebsdorfer Grund hinein, unterzubrmgen. Die Hauptvevanslaltungen spielen sich Samstag nachmittag auf dem Kampfrasen, Sonntag früh nach dem Zug durch die Stadt bei dem Dis- marckturm und nachmittags auf dem großen Exerzierplatz bei Cyriaxweimar ab. Bet dem Rückmarsch in die Stadt werden die Marburger Berge und das alte Landgrafenschloß beleuchtet. 41. Bundestag des Bundes Deutscher Radfahrer. fpd. Frankfurt a. M, 1. Aug. Die Stadt Frankfurt, die als die Wiege des Radfahrsports gilt, empfangt heute zum dritten- mal seit Bestehen des Deutschen Radfahrerbuntes die deutschen Radfahrerin ihren Mauern. Daß das zehntägige Fest ein wahres Volksfest ist, beweist der überreiche Fahnen- und Girlanten- schmuck, den die Fesistrahen und Häuser bereits angelegt haben. Ueberall herrscht ein Wetteifer und Wettrüsten, um den Gästen, deren Zahl sich auf viele Zehntausende belaufen dürste, einen festesftohsn Empfang zu bieten. Triumphbogen erheben sich an vielen Straßenkreuzungen und begrüßen die einströmenden Fremden, an den großem Plätzen, die Sonntag der Festzug, dessen Länge bzw. Dauer man auf drei bis vier Stunden schätzt, berührt, ist man mit dem Aufbau von Zuschauertribünen beschäftigt. Das Fesi nahm heute mittag seinen amtlichen Anfang mit einer Sitzung der Gausportvertreter, die bereits vollzählig aus allen 100 Gauen Deutschlands eingetroffen sind. Auch Radler au6 den österreichischen Landen weilen schon in der Stadt. Im Zoologischen Garten wurden heute abend die Gäste feierlich begrüßt, einmal durch den geschäftsführenten Ausschuß und die Frankfurter Radvereine, bann aber durch einen eindrucksvollen Fackelzug, der sich nach Eintritt ter Dunkelheit vow dem Festhallengelänte durch die Stadt nach dem Zoologischen Garten bewegte und überall von dem Publilum, das die Straßen dicht besetzt (zielt, lebhaft begrüßt wurde. Aus aller Wett. Große Unterschleife auf einem Postscheckamt. Breslau, 1. Aug. Auf dem hiesigen Postscheckamt wurden große Unterschleife ausgedeckt. Anscheinend harrdelt es sich dabei um eine internationale Derbrecherbande, die mit den Einrichtungen und dem Verkehr auf dem Postscheckamt genau Bescheid wußte. Als Seele des betrügerischen Unternehmetts gilt ter 27jährige Kaufmann Buchta alias Huvermann curs Kattowitz, der unter diesem Ramen bei den hiesigen Danken und dem Postscheckamt verschiedene netne Konten inne hatte Mit Hilfe gefälschter Darscheckkarten und ter Unterstützung einer Beamtin des Postscheckamtes, ter 21- jährigen Margarete Weih, verstand es Duchta- Hubermann, nach und nach auf Grund fingierter Ueterweisunaen einen Betrag von 100000 ®oldmark zu erschwindeln. Dabei halsen ihm die Gebrüder Roth aus Lodz f)wie ein Lithograph und ein Steindrucker, die Die neuen Scheckkarten und die falschen Stempel hersteliten. Den ersten Verdacht schöpfte ein Beamter ter Dresdner Dank, auf dessen Veranlassung die Polizei den Betrügern auf die Spur kam. Aus diese Weise gelang es noch, 6 0000 Goldmark, die schon zur Zahlung an Duchia angewiesen ipa-xh, z u retten. Sämtliche Beteiligten warten f e st - genommen und in Untersuchungshaft abgeführt. Die Hochwafserkatastrophe m Bayern. Berlin, 1. Aug In der vergangenen Rächt wurde in den Räumen ter für st bischöflichen Delegatur in Berlin ein schwerer Einbruch verübt. Die Diebe sind mit Hilfe einer Strickleiter in den Kassen raum eingebrungen, Huben den Geldschrank mit allen Mitteln moderner Einbruchstechnik gesprengt und die Gelder, die für die Gehaltszahlung an die Geistlichen bereit- lagen, gestohlen. Ueber die Höhe der entwendeten Summe hat sich bisher noch nichts ermitteln lassen. Einbruch in die ftirstbifchösiiche Delegatur m Berlin. München, 1. Aug. (Wolff.) Rach Meldungen aus den Hochwasser gebieten |i d bereits Störungen im Eisenbahnverkehr entstanden. Auf ter Strecke Mitten- wald-Gar misch ist das Gleis unterspült Worten, so daß der Derkeh.- schwer behindert ist. Die Verbindungsbrücke zwischen Bayern und Württemberg bei Illertißln ist durch das Hochwasser eingerissen Worten. Auch die T e l e p h o und T e leg ra p hen le i tu ng e n sind teilweise zerstört. Die Salzach ist sowohl m caU’ bürg als unterhalb und oberhalb dec Stadt ü e die Ufer getreten und hat weite £?a: dstrecken überschwemmt. Es wurde schwerer Schaden ange- richtet, und in Parsch stieg das Wasser terarü gefahrdrohend, daß es zur Abwendurg schwerer Schäden notwendig war, militärische Hilfe h van- zuziehen. Infolge Hochwassers sind mehrere Personen in der Salzach ertrunken Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinten. Gießen. Sonntag, 3. August. 7. Sonntag n. Trin. Gedächtnisfeier. Stadtkirche. 8: Zugleich Christen!, f. d. Reu konfirm. a. der Markusgem. Pft. Becker. 91/,: Pft. Mahr.— IohanneSkirche. 8. Zugleich Christenl. f. der Reukonf. aus der Lukasgemeinde. Pfarrassist. Hertel. 97,: Zugleich Militärgottesdienst. Pft. AuSfeld. — Kirchberg.10: Gedächtnisfeier für die im Weltkriege Gefallenen. 11: Ehrung der Gefallenen des Kirchspiels Kirchberg am Gedenkstein zu Kirchberg. — Wirf eck. 81/.: Christenl. (weibl. Abteilung). 9'/,. 11: Kinderkirche. Katholische Gemeinden. Gießen. SamStag, 2. August. 47, u. 7 Beichte. Sonntag, d. 3. Aug. 67, Deichte, 7 Messe, 8 Kom.» 9 Hochamt m. Pr., 11 Messe m. Pr., 27, Gedenkfeier für die Opfer des Weltkrieges. Predigt und Andacht. Samstag nachm. u. Sonntag, Portiunkula. - Grünberg, Sonntag 97, Messe m. Pred. ■■MM——Hl HUI II II millTZZI Alle praktischen Hausfrauen wissen es längst, bah es zum Färben von Kleidern, Vlufen, Gardinen ufto. nichts Besseres gibt, als die weltberühmten echten Hettmann's Farben, Marke Fuchskvps im Stern; darum nehmen sie keine anderen. Heitrnann'S Farbe spart den Färber. 'Asthma ufheilbm^ lose Ausk.: Dr.mefl. Alberts, Asthmakur, BerlnSW 11. 1 Zündapp 2*/« P 8., 1 D. K. W. 1 P. 8.. in Svezial» rad eingebaut, ID. K. 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August vor» geseheneWaidpariie nach dem Ludwigs» brunnen ist um acht Tage verschob, worden, findet somit am 10. August statt, ? s I i X < f i s i £ Q 3 n L e n n ti 8« r> L. f< !c Eh lc st C rx re re S< D gr ei bi bi HO bi. G. be 6« Sc tei Oti fui 32. He 1>J1 die red , To 1 plö Lol Ha Du alsr es Ovl sah hat pac gut schli Der her lich nes die Trohe, Hattenrod, den 31. Juli 1924. Die Beerdigung findet Sonntag, den 3. August um 022201 3 Uhr statt. 607ID im Saale des Kalhol. Vereinshauses Großen-Buseck, 2. August 1924. 022234 ■ 6087a 10-11 Uhr Suche H-SMWlMMn ßnnllpq heklfeipli gegen gleitte inMNg Haag. 6075D 1. Preis: 1 Göricke-Halbrennmaschine —-!U- liefert 5965D Karosseriewerk Familie. Sckristl. Zritz Römer, Heuchelheim. BW Moiei Abend. Ernste Klänge ff. Ausfuhr. Sowie 5 weit. Wertpreise. Anfang 3 Uhr. Anfang 3 Uhr. <7f Heute abend 8.30 Uhr Fahnen in Reichs- und Landesfarben Achtung! ~ Achtung! Sonntag, den 3. August im Gasthaus „Jur Krone" (Gg. Lang) Garbeeiteich Chr. Arnold, Bahnhofstraße 31 SpeztalbauS für Teppiche u. (Sardinen. Es werden sprechen: Frau Detzel, Berlin, Mitgl. des Bundesvorstandes, Gausekretär Momberger, Darmstadt. Alle Kriegsopfer sowie alle Schichten der Bevölkerung sind freundlichst etngeladen. Die Bezirksleitung. Schneider, Vorsitzender,- Benner, Sekretär. Heuchelheim, Frankfurt a. M., Chikago, 2. August 1924. Die Beerdigung findet Sonntag, 3. August, nachm. 3 Uhr vom Sterbehause, Wilhelmstr. 34, aus statt. 022245 im blühenden Alter von 24 Jahren. In tiefer Trauer: Marie Hof geb. Seipp und Kind nebst allen Angehörigen. Heute morgen 3 Uhr verschied nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere liebe, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Elisabethe Reuschling Witwe geb. Hofmann im fast vollendeten 70. Lebensjahre. Die trauernd Hinterbliebenen. Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß entschlief sanft nach schwerem Leiden in der Klinik zu Gießen mein lieber, unvergeßlicher Mann, der treusorgende Vater seines Kindes, unser guter Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Wilhelm Hof Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen, die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers, sowie für die liebevolle Pflege der Krankenschwester während ihres langen Leidens und die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sagen wir auf diesem Wege allen herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Dambmann I. Astoria-Lichtspiele SeltcrNwec Bia einschließlich Sonntag: Eddie Polo in Kapitän Kidd 6überaus spannende Akte. Dazu: ER Harold Loyd in einem glänzenden Lustspiel sowie noch ein weiteres reichhaltiges Beiprogramm. [6080c HH- taiis Löberstr. 12 Polstermöbel • Matratzen sowie Ausarbeiten und Umarbeiten bei bester Verarbeitung, niedrigste Preise 5984d Möbelhaus C. 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Nach Italien, nach Italien möcht' so gerne sie ein- mallen, wo die Rentenmark sich bläht, wo die Treue hell erstrahlet und, falls sie sich nicht bezahlet, rauschend in die Binsen geht. Sie ahnt nicht, daß ihr die Reise verhängnisvoll werden soll, sondern ist so vergnügt, daß sie auf der Oondelfahrt auf dem Canal grande das Lied singt, das in Deutschland immer angestimmt wird, wenn man am fidelsten ist: »Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, daß ich so traurig bin", und dazwischen ein anderes, das sie auf der Durchreise in Innsbruck gehört hat: „Schatzerl, ach, mir ist so wohl, seit ich hab’ das Kuklrol usw." — Selbstverständlich hat sl* sich für ihre Reise mit einem gewaltigen Vorräte davon versehen, denn cs gibt nach einer langen Bahnfahrt, wenn die Füße brennen und schwitzen, nichts angenehmeres, und gegen die Qualen, die zu enges Schuhwerk verursacht, nichts besseres, als Sanitätsrat Dr. med. Campe’» Kukirol-Fußbad, besonders wenn man etwa vorhandene Hühneraugen durch das vorzügliche Hühneraugen pflaster Kukirol in wenigen Tagen spurlos entfernt hat. — Kukirol-Fußbad zur Kräftigung der Füße, zur Verhütung des Wundlaufens und Schwitzens (wodurch auch die Fußbekleidung geschont wird), und Kukirol-Hühneraugen-Pflaster zur Beseitigung von Hühneraugen und Hornhaut sollte jeder Tourist und Sommerfrischler bei seinem Apotheker oder Drogisten mitnehmen, ehe er sich auf die Reise begibt Achten Sie aber beim Einkauf recht genau auf die Schutzmarke: Hahnenkopf mit Fuß, damit Sie auch wirklich die guten, echten Kukirol- Präparate erhalten und nicht irgend eine Nachahmung. Weisen Sie scheinbar billigere, angeblich .cbensogute" Präparate zurück, denn Sie können verlangen, daß Ihre Wünsche beachtet werden. Wichtig! Verlangen Sie die aufklärende und überaus lehrreiche Broschüre .Die richtige Fußpflege", die wir jedem Interessenten kostenlos und portofrei zusenden. Unsere, unter der Leitung eines alten, erfahrenen Arztes stehende Wissenschaftliche Abteilung erteilt gegen Einsendung von Rückporto kostenlos Rat und Auskunft über alle Fragen, die sich auf Fußpflege und Fußleiden beziehen. Für Kinder l Verlangt in den Apotheken und Drogerien die lustigen Bilder von Dr. Unblutig. Wir liefern diese an unsere Abnehmer gratis. KuKIrol-FaöriK Groß-Sülze bei Magdeburg. [Stellenangebote] Suche Stellungslose zumVertriebv. Heftpflastern in Taschen, 100 ©tetm 1.40 frei Nachnahme.k.llilNor Breslau H 498. ^BA Ktenograph(ln). möglichst m. eigener Schretbmasch., stundenweise gesucht. Schr. Angeb. u.022249 an den Gieß. Anz. * renet" SAtlM zum Zuschneiden ’t&t Bankselireiner für Furnieren ‘te^BiltarÜelter von 14 — 16 Jahren sofort gesucht. Ausführliche Angebote. W. Müller V. Möbelschreinerei m. elektr. Betrieb Bellersheim b. Gieß. Beff. Zraü welche gut kochen kann, für großen töe- schäftSbaushalt zur Aushilfe, evtl, auch in Dauerstellung gesucht. 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Dun behalten zwar wirtschaftliche Dinge ihre Bedeutung, denn ohne Mittel zum Ceb.'n würde der leibliche Tod das Ende sein. 2lber sie allein bringen keine Bettung, wenn das schlimmere Ende droht, der geistige Tod. Es ist der Gegensatz zwischen Geist und Materie, der ohne Vermittlung das Verderben bringt. Zehn Jahre sind seit der Mobilmachung zum groben Kriege verflossen. Sie rief zum Kampf gegen heimtückische Feinde, die Deutschlands -Untergang beschlossen und verstanden hatten, uns die Schuld zuzuschieben. Wie anders war das Bild dieser Zeit! Ein Sturm der Begeisterung toste durch Deutschlands Gauen und erfüllte alle wahr- hast deutschen Herzen. Die kleinlichen Sorgen und die selbstsüchtigen Regungen schienen^ von dem heiligen Feuer verzehrt zu sein. Manner und :(en< 3 Nr. 180 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General wie sollen wir der Kriegsausbruches gedenken? Ein Mahnwort bei der 10. Wieder kehr der Erinnerungstage. Don Bernhard Schwert feger. I. Zum zehnten Male jähren sich die Erinne- tungen an den Aasbrach des Weltkrieges. Es gibt wohl keinen Deutschen, der nicht mit ganz besonderen Empfindungen jener Sommertage gedächte, die plötzlich unser ganzes Volk zu den Waffen riefen. LInvergänglichs Erinnerungen steigen heraus, Stolz, Wehmut und Trauer um die Opfer, die für Deutschlands Grobe, Ehre und Selbstbehauptung haben gebracht werden müssen. Aber nur der Lebende hat recht. Die heutige Zeit, fast so drückend und schwer, wie unsere Vorfahren sie in den Jahren der napoleonischen Zwangs Herrschaft haben erdulden müssen, gestaltet nicht, unS in wehmütigen Rückblicken zu erschöpfen. Sie fordert Kämpfer, denn es gilt, unser Vaterland aus der Tiefe der Gegenwart seinem neuen Ausstiege entgegenzuführen, der ebenso sicher kommen wird, wie die Sonne sich jeden Morgen neu erhebt. Richks ist gerade heute unangebrachter als die starre Beschränkung auf die Erörterung vergangener Digge, wenn sie nicht in der ausgesprochenen Absicht geschieht, daraus für die Zukunft zu lernen oder bestimmte Ziele zu verfolgen, die erst nach 2lufhellung der Vergangenheit erreichbar werden. Jahre hindurch haben wir Deutschen unter der Rachwirkung von Krieg and Ilmstarz nichts Besseres zu tun aewubt, als und die Schuld an dem heutigen Zustande der Dinge leidenschaftlich und rücksichtslos gegenseitig zuzuschieben. Stau- nenb haben es die Völker der Erde erlebt, wie wieder einmal das von ihnen jahrelang so gefürstete, beneidete oder bewunderte Deutschland durch innere Uneinigkeit zum Spielball seiner Rachbain wurde. Statt eines einzigen, einmütigen Schreies der Entrüstung über den sogen. Friedensvertrag von Versailles und das uns ausgezwängt? Schuldbekenntnis hat man Jahre hindurch nichts anderes gehört als bittere inner- politische Anklagen der Volksgenossen untereinander. Ohne Uebertreibuna kann man Tagen, dah innerpvlittsche Parteien, die sich ganz nah? stehen, sich untereinander schärfer bekämpft haben, als wenn eS sich um Angehörige feindlicher Rationen handelte. Und dabei war es doch ganz unbestreitbar. dah Deutschland seinen heroischen Widerstand unter keinen Umständen nahezu 4Va Cafte hätte aufrvtzterhalten können, wenn nicht, die einmütige Geschlossenheit fast aller Glieder des Volkes einen solchen Widerstand ermöglicht hätte. Dabei gab cs eine Frage, deren Beantwortung alle Glieder der Ration hätte einigen müssen, da sie nach dem Urteil des Auslandes die grundlegende Voraussetzung für die Verurteilung Deutschlands in die Kosten des Weltkrieges bildet: die Frage der Schuld am Kriege. Was aber ist geschehen? Ist in allen den fahren, die auf den Vertrag von Versailles gefolgt sind, jemals davon die Rede gewesen, dah das ganze deutsche Volk, in diesem einen Punkte wenigstens einig und geschlossen, durch den Mund seiner Vertreter und seiner Regierung das Schuldbekenntnis widerrufen hätte? Wohl ist gelegentlich in Vorträgen. Zeitungsaufsähen, Ministerreden von der Schuldfrage als der eigentlichen Grundige unseres heutigen Elends gesprochen worden. Aber zu einer wirklichen Volksgenesung ist eS nicht gekommen. Erst in den letzten Jahren haben sich weitere Kreise des Volkes, zum Teil zusam- mengefaht in va'erländischen Verbänden verschiedener Art, die Erschütterung der Schuldlüge zum Ziel gesetzt. In der Hauptsache speisen sie sich sämtlich aus den Arbeiten weniger Männer, die seit Jahren mit der Erforschung der Kriegsursachen beschäftigt sind. Ich persönlich darf für mich in Anspruch nehmen, schon 1917 amtlich dafür cingetreten zu fein, dah alles i^echtzeitig gesammelt werden möge, was die belgischen Archive zur Beurteilung und damit zur Entlastung der deutschen Vorkriegspolitik mitzutcilen wuhten. Das Ergebnis dieser 2Nahnungen liegt in dem füns- bändigen Attenwerke „Zur europäischen Politik"') vor. Es hätte nod> wesentlich gröher sein können. wenn die mahgebenden Stellen rechtzeitig die Erkenntnis dafür aufgebracht hätten, ein wie wertvoller Bundesgenosse uns in den Berichten der •) Amtliche Aktenstücke zur Geschichte der Europäischen Politik 1885 bis 1914. Unveröffentlichte Diplomatische Urkunden aus den Belgischen Staatsarchiven. Herausgegeben von Beimhard Schwer tfeger. (Reue Ausgabe mit deutschen Ucbersetzungen). Bei der Deutschen Derlagsge- sellschaft für Politik und Geschichte in Berlin in Vorbereitung. das höchste Ziel wird damit mcht erreicht. Der Geist muh die Herrschaft behalten, der auch den Schwachen Kräfte verleiht. Samt finden wir vielleicht den Weg zurück zur Treue im kleinen wie im grohen. Die Treue, die einst das beste Gut der Deutschen gewesen, so oft sie auch gebrochen ist bis auf unsere Zeit, als Kaiser und Reich verlassen wurden. — Aber heute wollen wir uns noch einmal auf- nchten an den Augusttagen des Jahres 1914. 6ie haben gezeigt, was der Deutsche vermag, wenn sein Geist sich übers das Geistlose erhebt. Sollte er wieder einmal erwachen, so liegt es an uns. ob er den Rährboden findet, der ihn lebendig erhält tmß aller Widerstände. Daher bat jeder Frauen, Alte und Junge, Hohe und Riedrige, Kluge und Einfache, sie alle stellten sich opferfreudig in den Dienst des Vaterlandes und verbanden sich in Liebe zur gemeinsamen Heimat zum einigen Volke. Wer damals auf dem Wege zur Grenze das weite Land durchquert hat fand keinen Unterschied 'zwischen den deutsch^ Stammen. Sie axiren einig im Willen zum Stege und im Glauben an ihn. Wohl ist zuletzt die heilige Glut zur Asche zusammengesunken. Wir wollen heute darum nicht rechten, sondern daraus lernen. Trügerische Hoffnungen und Selbstbetrug ^warteten das Heil von der eigenen Rachgtedigkert und von dem guten Willen der Feinde. Dieser Selbstbetrug wirft noch heute und lahmt rede^Tatkraft. So sinken wir tiefer und tiefer, dis es leinen Ausweg mehr gibt. Wie konnte das heilige Feuer der Begeisterung so traurig erlöschen? Die Grunde waren lange vor dem Kriege vorhanden gewe^n. Der schnelle Aufstieg und der gewonnene Reichtum hatten zum öden Materialismus, zur engherzigen Selbstsucht und zur trostlosen Gtttesferne geführt. Die Bildung der Parteien, die das Heil nicht rm Daterlande und im Gemeinwohl fud)ten, toar dadurch begünstigt und die Uneimgleit bertieft worden. Ipwege der Wissenschaft waren dabei bahnbrechend gewesen. Auf diesem Gruiwe konnte selbst die höchste Begeisterung des Wahres 1914 nicht Dauer behalten, sobald die sittlichen Forderungen über die menschliche Kraft huraus gesteigert wurden. Der Glaube zerbrach, der Wunder wirkt und Kraft und Willen zu übermenschlichen Leistungen verleiht. Ein furchtbares Geschick kam Über uns. Als alles verloren war da belgischen Diplomatie erwachsen war. Aber man wühle die Stunde nicht zu nützen. Was wir damals von der Minute ausgeschlagen haben, das bringt uns in der Tat keine Ewigkeit zurück. Wiederholen wir uns in diesem Zusammenhänge nochmals die Frage, in welcher Art wir Deutschen des Kriegsausbruches 1914 gedenken sollen Wir (ollen unS bewuht werden, dah es, soweit Deutsche auf der Erde leben, nicht eher wieder eine lebenSwürdige Form für sie alle gibt und geben kann, solange nicht der Makel von ihnen genommen ist, den Weltkrieg entfesselt zu haben, weil es uns nach der Weltherrschaft gelüstete. Wir müssen fordern, dah die Regierung als die berufene Sprecherin ihres Volkes keine der sich ihr so zahlreich darbietenden Gelegenheiten unbenutzt labt, um immer wieder darauf zurückzu- kornmen, Deutschland sei zwar bereit, die ihm auferlegten Lasten als Besiegter nach Mahgibe seiner Leistungsfähigkeit za tragen, müsse aber unbedingt fordern, dah aus diesen Leistungen keinerlei Rückschluh auf eine moralische Verfehlung gezogen werde. Deutschlind hat den Krieg toeber gewollt, noch hat es ihn enlfeffetf. Dabei müssen wir stehen bleiben. Aber nicht mit leeren rhetorischen Beteuerungen ist es getan. Es nützt ans gar nichts, immer wieder mit denselben oder ähnlichen Worten auf die gleichen Singe zarückzukornrnen. Wir müssen vielmehr so verfahren, wie es in einem Prozeh der Fall sein würde. Wir müssen uns vor »llem mit der seindlichen Anklage und mit der dieser zugrundeliegenden Beschuldigung genau befassen. Punkt für Punkt der gegen unS erhobenen Anklage müssen wir zunächst kennen lernen — und zwar in der Formulierung, wie sie dem Feinde vorliegt — und d e m n ä ch st zu entkräften suchen. Die zehnjährige Wiederkehr der Erinnerungs- tage scheint mir in besonderem Mähe dazu geeignet. einen neuen, und wie ich zuversichtlich hoffe, aussichtsreichen Weg zu beschreiten. Die Franzosen haben ihr Schuldverdikt hauptsächlich auf den Gedankengängen aufgebaut, die in dem Gutachten der Professoren E. Bourgeois and G. Pages für die Untersuchungskommission des Senats zu erkennen sind. Dieses Gutachten ist im „Iournäl officiel“ vom 9. Januar 1921 erschienen. Run haben aber die beiden Herausgeber ihre Arbeit auf Grund der ihnen bis Jini 1921 zugänglich gewordenen politischen Deröfsentftchun- gen erweitert und ihre Gutachten in Buchform unter dem Ätel .Die Ursachen und die Verantwortlichkeiten des groben Krieges (Les vrigines et les responsabilitöes de la grande guerre)“ 1921 herausgegeben. Die Deutsche Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte in Berlin bereitet eine autorisierte deutsche Gesamtausgabe dieses für uns ungeheuer wichtigen Buches vor. Wir wollen aber nicht ©arten, bis das ziemlich umfangreiche Werk vorliegt, sondern uns mit seinem Inhalt bereits eingehender beschäftigen. Zweifellos kommen wir bei der prakttschen Arbeit Frankreichs gegenüber am weitesten, wenn wir uns mit den Gedankengängen genau vertraut machen, die in Frankreich oftizielle Gestalt angenommen haben. Auf diese Weise gewinnt unser Kampf gegen den Schuldfpruch von Versailles einen festen Ausgangspunft. Wir wissen dann, waS Frankreich behauptet und ©erden mit Staunen dessen inne, was in Frankreich noch heute — und zwar nicht von den ersten besten, sondern von Gutachtern des französischen Senats — geschrieben und von weiten Teilen des Volkes geglaubt wird. Bei einer derartigen Betrachtungsweise werden wir auch vor dem Optimismus bewahrt bleiben, als sei es für uns ein Geringes, unsere Richtschuld am Weltkriege darzutun und auch den anderen Rationen glaubhaft zu machen. Aus einem solchen Optimismus erwächst nur zu leicht, wenn Hindernisse sich ein- stellen. eine durch die tatsächliche Lage nicht zu rechtfertigende Enttäuschung, die sich dann leicht in einer völligen Abkehr von den bisherigen Bemühungen zu äußern Pflegt. Aus dem französischen Senatsgutachten ersehen wir, dah in Frankreich über die Frage der Schuld am Kriege so unberechtigte und uns geradezu widersinnig erscheinende Anschauungen im Schwange sind, dah wir sie einer ernsten Beachtung gar nicht würdigen zu dürfen glauben. Das aber wäre grundfalsch denn.das französische Volk glaubt diese Dinge, und PorncarS, der geistige Vater der immer noch auf uns lastenden Erpresserpolitik Frankreichs, hat durch seine Reden und Schriften und sein unleugbares advokatisches Geschick sehr viel dazu beigetragen, das französische Volk in seiner geradezu primitiven Unkenntnis zu erhalten. Suchen wir also zunächst uns mit dem französischen Standpunfte, der ja noch heute der herrschende ist, völlig vertraut zu machen. 1 Da beginnen denn die beiden französischen Professoren gleich mit der Feststellung, das Attentat von Serajewo und das Vorgehen gegen aud- -einer der > den Gut- 'N. lang der Mi letzten *1 n g bet />omtt sie «h senkte, ti)t ent- Wrc Ma- Äauftoffe, Mach den Ai Amtes Md. iDdb- «chsbahn Ahe und 1 AuS- M) Proz och flär Meugniss« Jtebung&- W* zahlt Proz. Whe find .tn. 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Welches ist die unseren Haustieren zuträglichste Stalltemperatur, und wie läht sich diese am leichtesten erreichen? Allgemein sollte der Grundsatz gelten: Die Stalltemperatur ist nach Möglichkeit der Außentemperatur anzupassen. Für die warme Jahreszeit dürfte dies von Aatur schon der Fall sein, und es sollten im Sommerhalbjahr die Fenster überhaupt nicht geschlossen werden. Leichte Zugluft ist hier immer noch weit besser als Stalldunst, der sich im Laufe der Zeit den Tieren auf die Lunge legen muh, und wenn nicht zum unmittelbaren Erreger, so doch zum eifrigen Förderer der in den letzten Jahren in unseren Rindviehbeständen so erschreckend auftretenden Lungentuberkulose wird. Jedoch nicht nur in milder Jahreszeit, sondern ^anz besonders auch im Winter sollte man der Stallentlüstung seine ganze Aufmerksamkeit schenken. Wann entstehen Erkältungen? Aie bei sich gleichblerbender Temperatur, meist bei krassem Temperaturwechsel. Selbst im strengsten Winter also sollte man die Temperatur so niedrig wie möglich halten. Sich gleichbleibende, auch noch so niedrige Temperatur schadet nie, sondern härtet ab! Ich habe diese Beobachtung im Gebirgsklima der Grafschaft Glatz sowohl bei Rindvieh und Schweinen, wie bei neu importierten belgischen Fohlen gemacht, und einen ganz typischen Fall, wie gesuiü» natürliche Temperatur selbst bei strengem Winter ist, beobachtete ich in meinem augenblicklichen Wirkungskreis: Infolge Stallmangels war man gezwungen, den Stamm einer neu zu gründenden Schafherde in einer alten Scheune unterzubringen, die in allen Fugen-undicht ist und den Tieren nur Schuh gegen Anwetter bieten kann. Die Lammzeit der gedeckten 70 Muttern begann Anfang Januar, in einer Zeit, wo buchstäblich das Tränkwasser gefroren war. Das Lammen ging trotz strengster Kälte (6—8°) glatt vonstatten, ohne mehr Verluste, als sie sonst einzutreten pflegen. Sämtliche Muttertiere zeigen einen tadellos entwickelten Bau bei einem Wolle-Durchschnittsergebnis von 12 Pfd. pro Kopf, und die Lämmer versprechen nicht schlechter zu werderi. Wie ist es nun möglich, in unseren Viehställen die richtige Temperatur zu erreichen? Wie können wir unter Vermeidung starker Schwankungen in der Temperatur eine sachgemäße Stallentlüftung schaffen? Hierzu bedarf es in der Hauptsache einer gut durchdachten, richtigen Einstellung der Fenster bzw. Lüftungsvorrichtungen. Je nach Windrichtung muh man sich angewöhnen, die Fenster zu öffnen, halb zu öffnen oder zu schließen, ein Moment, boS vielleicht selbstverständlich erscheint, in der Praxis jedoch vieler WoHe bedarf. Anpraktisch sind Stallfenster mit Seitenscharnieren, die bei starkem Wind festgeklemmt werden müssen und sich außerdem niemals beliebig weit einstellen lassen. Am praktischsten habe ich sogenannte „Kippfenster" gefunden. Am eine etwas unter der Mitte sich befindliche Achse drehend, öffnet man nach Lösen des Riegels durch einen Stoß an den oberen Rahmenrand, loorauf das Fenster sich etwas über die Mitte nach unten dreht und eine schiefe Ebene bildet. Das hat zur Folge, dah av den Fenstern ein Luftstrom stets von obenher entsteht, so daß die Stallung in ihrer oberen Hälfte einer steten Ventilation ausgesetzt ist. Anterhalb der Fenster. dagegen merkt mav von Zugluft selbst bei starkem Winde nur wenig. Während man in gewöhnlichen Ställen mit einer Entlüftung durch Fenster auskvmmen dürfte, wird man in „Tiefställen", die neuerdings immer mehr Eingang finden, ohne regelrechte Entlüf- tungsanlagen kaum die geeignete Stalltemperatur erreichen. Jedenfalls wird der Landwirt, der diesem oft so vernachlässigten Punkte größere Aufmerksamkeit zuwendet, an seinem Vieh sehr bald die Erfahrung machen, daß es nicht allein das Futter ist, das das Aussehen der Tiere hebt, sondern eine in allen Teilen der Statur angepahte und abgelauschte Lebenshaltung die Haustiers ihm mit gesteigertem Ertrage danken. Das Okulieren. Im August und September ist die rechte Zett zum Okulieren von Rosen, Ziergehölzen und Obflbäu men, besonders Kirschen. Man kann zwar schon früher damit beginnen, wenn man Edelreiser mit festem Holz und gut ausgebildeten Augen an diesjährigen Zweigen hat. Da diese frühzeitig vorgenommenen Veredelungen noch in demselben Sommer austreiben, nennt man diese Methode das Okulieren auf das „treibende", die spätere Vornahme der Veredlung aber auf das „schlafende" Auge. Es macht dem Liebhaber Freude, wenn er schon nach etlichen Wochen junge Triebe und Knospen an seinen okulierten Wildstämmen entdeckt, aber diese Triebe verholzen bis zum Eintritt des Winters oft nicht genügend und leiden dann durch Frost und Rässe, so daß sie ein gehen und die Mühe vergebens war. Man bevorzugt daher das Okulieren auf das schlafende Auge allgemein. Das Okulieren ist von jedem, der etwas Geduld und Geschicklichkeit besitzt, leicht auszuführen. An dem Edelreife, das man sich an einer gesunden Pflanze aus wählt, werden alle Blätter vis auf die Hälfte des Blattstieles, der stehen- bleiben muß, entfernt. Hierauf schneidet man mit einem scharfen Ofuftermeffer ein Auge mitsamt der Rinde auf' Stahlfederlänge oder darüber so aus, dah das Auge in der Mitte und auf der Schnittfläche hinter dem Auge eine Spur von Holz an der Rinde bleibt. Das Ganze nennt man das Schildchen. Hierauf führt man mit dem Messer an der vorher ausgesuchten, möglichst glatten und ebnen Fläche des Wildlings, an welcher okuliert werden soll, einen Querschnitt bis auf das Holz und von diesem einen solchen senkrecht nach unten etwa drei Zentimeter lang in Form eines T. Mit dem Rindenlöser, der sich an jedem Okuliermesser befindet, löst man die Ränder des Längsschnittes und schiebt dann das bereitgehaltene Schildchen mit dem Edelauge ein, daß es festsitzt und oben nicht übersteht, sondern genau mit dem Querschnitt abschneidet. Hierauf verbindet man möglichst anliegend mit Raphiabast, wobei zu beachten ist, dah das Auge frei bleiben muh. Wollfäden zum Verbinden zu'verwenden ist deshalb nicht ratsam, weil man sie später nach dem Anwachsen der Veredlung lockern oder durchschneiden muh, damit sie nicht einwachsen. Diese Arbeit ist bei Verbinden mit Bast nicht notwendig, weil dieser mit der Zett verwittert und dann von selbst sich löst. Man okuliert meist in vorjährige Triebe des Wildstammes, und wenn diese zu schwach sind, in zweijährige Triebe. In ältere Aesle Augen einzusetzen, ist wegen der harten Rinde oft nicht möglich. Im Rheingau, wo man alle Kirschbäume, auch solche mit grohen, alten Kronen durch Okulieren umveredelt, schneidet man im Jahr vorher die Krone in pyramidaler Form zurück und okuliert dann im nächsten Sommer in die aus- getriebenen Schosse soviel Augen ein, als zur Bildung der neuen Krone nötig sind. Je schneller und sicherer die Arbeit des Okulierens vonstatten geht, zu der man sich am besten einen warmen Dag nach durchweichenden Regen wählt, da bann die Rinde sich leicht löst, um so sicherer ist das Anwachsen. Schrebergärtners Arbeiten im August. Der Hochsommer ist da, womit die Ernte des Sommerobstes ihren Anfang nimmt. Wer sich mit Wildlingsanzucht besaht, sammle jetzt die (Samenfeme, sowohl voü Kem- als auch von Steinobst. Zur Samengewinnung nehme man nur die am schönsten ausgebildeten Früchte. Alles Fallobst ist sorgfältig zu sammeln und entweder im Haushalt zu verwerten, oder an das Vieh zu verfüttern. Fruchtbeladene Zweige sind zu stützen Am die schädlichen Obstmccken abzufangen, lege man um die (Stämme Madenfallen. Das Okulieren auf das schlafende Auge ist fortzusehen. An den vorjährigen Okulanten entferne man die Zapfen und verstreiche die Wunde mit Baumwachs. Zur Vermehrung der Stachel- und Johannisbeeren werden jetzt Stecklinge geschnitten, und eingesetzt. Himbeeren und Brombeeren reifen jetzt. Rach der Ernte derselben sind die alten Fruchtruten zu entfernen. Von den jungen Ruten läht man 3 bis 5 der kräftigsten stehen. Die Erd- beeremte ist im grohen und ganzen beendet. Alte vierjährige Pflanzungen werden ausgehoben, der Boden gut gedüngt und gegraben und mit Gemüse bepflanzt. Reue Beete werden angelegt. Man wähle dazu einen Platz, auf dem mehrere Jahre keine Erdbeeren gestanden haben. Sämtliche Obstbäume und Beerensträucher sind nach der Ernte ausgiebig zu düngen, bei Regenwetter vorteilhaft zu jauchen; denn jetzt gilt es die für die Ausbildung ber Früchte verbrauchten Kräfte zu ersehen und die kommende Ernte wieder vorzubereiten. Im Gemüsegarten ist auch manches zu erledigen. Kohlgewächse verlangen öftere Dünggüsse und viel Feuchtigkeit. Wo der Kohlweihling sein Wesen getrieben hat, sind die Raupen sorgfältig von den Blättern zu lesen und zu töten. Am Dohnen rechtzeitig zur Reise zu bringen, ist es ratsam, bei Stangenbohnen die einzelnen Pflanzen mit der Wurzel aus der Erde zu ziehen, sie reifen dann schnell aus. Buschbohnen zieht man aus der Erde, bindet sie zu Büscheln zusammen und hängt diese zum Rachreifen und Trocknen auf. Leergewordene Beete sind wieder neu zu besäen mit Spinat, Radies, Wintersalat, Winterretttch, Karotten oder Petersilie; auSzupslanzen ist noch Grünkohl, frühe Kohlrabi und Indivien. Die zur Samengewmnung ausgewählten Gurken lege man Natürliche Mundreinigung durch Chlorodont - Zahnpaste Die Erfahrung ist der beste Lehrmeister, saure Kalk ist ein seit altersber gekannte , , , , . m i v vr r 1 i x>t j , - _ _____ . ....... - ..... — T ?enchm schmeckende antisenL L,hemilrn!i*n War daneben lYlunawaseer verwenden w.1 genehm schmeckende antisept Chemikalien. AVer daneben Mundwasser verwenden will. unentbehrliches Putzmittel für die Zähne, das Chioro dont- Millionen, die heute den Schmelz nicht angreift Neben diesem mechanischen Reinigungsmittel enthält Chlorodont neutrale Salze, die den Speichel mehren und dadurch eine natürliche Mund- raicigtpg bewirken. Schädliche und unan- Z ahn ast»" täglich im Gebrauch haben, haben es selbst ausprobiert dal? ein Mundwasser allein die mechanisch reinigende Zahnpaste nicht ersetzen kann. Der mikroskopisch feine, chemisch sein« pracaipitiorte kohlen- benutze das preiswerte und angenehm erfrischend schmeckende „Chlorodont— un dw a s s e r**t das frei von Salol und anderen schädlichen« unangenehm schmeckenden Chemikalien ist — Flasche 80 Pfennige, wie die große Tube Zahnpaste. vie m manchen Mundwässern, sind ausgeschlossen. „Chlorodont-Zahn- 6 a • t e" mit ihrem herrlich erfrischenden Pfefferminz- Geschmack ist eine glückliche Komposition von Mundwasser und Zahnpulver auf wissenschaftlicher Grundlage. Frage 38 Kuchenschrank habe mein Ä reinigen und Ameisen stell« Anttvv betvahrungso, Gelee usm., % -elfter so he Hilst, dann fän die in 3uder[i tiucht sind, u Ameisen sind,1 holt man svof der Äähe des lochendem D, chemische Ah, leit Degen ab fort, SJk * -er Die y •&*& ’Ä 2ito" && Sc ^et,j^ W SÄ MügelM lönn-n- dann bald ve lich allgemem vor Srmnenbr zu schützen ur saurem Kalk- u schlachte» ind M cmsz ur Zucht, oti den Winters ger, als ems, die nie Hesse' Mich Tm Stoppeln. 6u sich gedeckt, so füttere m noch acht bis reichlich Mo! Monats nod Eier ausbrüt gekaufte Schic nehme aber i enten gehören ter mausern, machen, läßt 1 teilhast ausbr Feldern an. । -Beifutter. Ma brüten. Mach nehme man i einem andere, des Taubenbo der Alten als frisches Dadei zu sorgen. Br Ae Dor Londoner ft die noch m Beratungen 2örse aufsa Positives Ei eben nicht 1 Scheitern di Reparation^ Knsichl ha! Ergebnis dc erschreckende führenden auch die Re W ganze g Mten einges dab eine des Handlungen erster Linie M jetzt ( Milderungen bank und in mnft der De M d°z m °Merun gen ^men amei frer ein sich ein der bank und in den Plänen, die hinsichtlich der Zukunft der Deutschen Rentenbank bekannt raerden. Auch das ausländische Kapital wagt wieder Investierungen in Deutschland, wie das Zustandekommen amerikanischer Zuckerkredite und die in Die Börse steht noch immer im Banne der Londoner Konferenz. Tr,h aller Schwierigkeiten, die noch in den letzten Tagen bei den Londoner Beratungen auftraten, ist man gerade an Börse auffallend optimistisch. Man glaubt an positives Ergebnis der Konferenz, weil man eben nicht vorstellen kann, was für Folgen Scheitern dieses letzten Versuches zur Lösung Reparationsfrage in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht haben könnte. Hinter einem negativen Ergebnis der Konferenz würde ja tatsächlich ein erschreckendes Bakuum stehen, da nicht nur die führenden politischen Kreise Deutschlands, sondern auch die Regierungen Englands und Frankreichs ihre ganze Poli.it auf das Sachverständigen°Gut° achten eingestellt haben. Die Hoffnung der Börse, daß eine befriedigende Lösung der Londoner Verhandlungen die Geldmarttlage in Deutschland in erster Linie günstig beeinflussen werde, findet schon jetzt eine gewisse Entschädigung in den Milderungen der Kreditpolitik der Golddiskont- £uf eine Unterlage und schneide alle deschatrenven Blätter fort, damit sie schon ausreifen. Alles Unkraut ist sorgfältig zu vernichten: läßt man es zum Samentragen kommen, verursacht es im nächsten Jahre zehnfältige Arbeit. Sch. Der Geflügelhof im August. Die Hundstage bringen in der Regel die tzröyte Hitze. Man sorge darum ausgiebig für Schatten und frisches, kühles Trinkwasser auf dem Geflügelhof. Diel frisches Grünfutter ist der Gesundheit und dem Gedeihen der Tiere äußerst dienlich. Man sehe peinlich auch auf größte Sauberkeit in den Ställen. Das Ungeziefer vermehrt sich tn der heißen Zeit unglaublich, und kein Tier kann gedeihen, wenn es von Schmarotzern geplagt wird. Die Schlafräume bleiben auch des Rachts geöffnet, jedoch darf keine Zugluft entstehen. Sitz wiederholtes Besprengen der Aufenthaltsräumv mit kaltem Wasser ist sehr vorteilhaft bei starker Hitze. Das Drutgeschäft hört auf. Drutlustige Hennen sperre man in einen Käsig, den man auf den Geflügelhof hinstellt, so dah die Genüssen heran« können. Bei gutem Futter wird die Brutlust dann bald vergehen. Die Mauser fetzt jetzt ziemlich allgemein ein. Mausernde Tiere sind «sowohl vor Sonnenbrand, als auch v)r Kälte und Rässe zu schützen und besonders kräftig zu füttern, vor allem mit animalischen RährstoffM und kohlensaurem Kalk. Alte Hennen sind vor her Mauser zu schlachten oder zu verkaufen. Die Jungtiere sind jetzt auszumustern. Man behalte nur so viele aur Zucht, als man auch völlig ausreichend durch den Winter füttern kann. Lieber ein Tier weniger, als eins zu viel. Wenn irgend möglich, bringe man die Tiere auf die abgeernteten Stoppelfeld«:, die nie besser ausgenüht werden können. Auch Truthühner und Gänse kommen auf die Stoppeln. Sie finden hier den Tisch schon so reichlich gedeckt, daß eine weitere Mast nicht nötig wird. Will man bei Gänsen noch ein weiteres tun, so füttere man sie nach älmbruch der Stoppeln noch acht bis vierzehn Tage in engen Duchten mit reichlich Möhren. Falls Truthühner anfangs des Monats noch ein Gelege machen, kann man diese Gier ausbrüten lassen. Diese Brut ergibt noch gern gekaufte Sch lacht tiere. Gänse werden gerupft: man nehme aber nur die völlig reifen Federn. Zucht- enten gehören fetzt aufs Wasser, da sie dann leichter mausern. Auch wenn Enten noch ein Gelege machen, läßt man es noch zu Schlachtzwecken vor- tellhaft ausbrüten. Tauben halte man fleißig zum Feldern an. Sie brauchen dann kaum noch ein Beifutter. Mausernde Tauben läßt man nicht mehr brüten. Machen solche Tiere noch ein Gelege, so nehme man die Eier fort bzw. gebe man sie einem anderen Paar. Sorgfältigste Reinlichkeit des Taubenbodens ist für das Gedeihen sowohl der Alten als auch der Hungen unerläßlich. Für frisches Dadewasser und Trinkwasser ist täglich zu sorgen. Fragekasten. Frage 38: Wie vertreibt man Ameisen aus Küchenschrank, Wohn- und Kellerräumen? Ich habe mein Haus erst vor kurzem von Grund aus reinigen und frisch übertünchen lassen, aber die Ameisen stellen sich wieder ein. Antwort: Es genügt bisweilen, den Aufbewahrungsort für Süßigkeiten, wie Zucker, Honig, Gelee usw., zu wechseln. Sind aber die Plaae-- ■jeifter so heimisch geworden, daß dies nichts hilft, dann fängt man sie durch ausgelegte Tücher, die in Zuckerlösung oder ankere Sühig eiten getaucht find, und wirst diese, wenn sie voller Ameisen sind, tn kochendes Wasser. Dies wiederholt man sooft, als nötig ist. Sind Rester in der Rahe des Wohnhauses, so werden sie mit kochendem Wasser ausgegossen. Es gibt auch chemische Mstiel, deren Anwendung ihrer Gif ig- keit wegen aber nicht in Frage kommen können. Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. | Oen letten -Jagen an Der Dorfe norgenorranenen Efsektenkaufe für ausländische Rechnung beweisen. Es wird aber noch mancher langwierigen Kredit« ^ryandlungen und einer starken Unterstützung des Auslandes bedürfen, bis die deutsche Wirtschaft wieder über die erforderlichen Kapitalien verfügt, um sich etwas freier bewegen zu können. Selbst bei einer großzügigen Llnterstühuug ausländischer Kapitalgruppen wird Deutschland noch auf längere Sicht dasjenige Industrieland bleiben, das mit den höchsten Diskontsätzen und den stärksten Belastungen durch Steuern usw. zu rechnen hat. Es stehen uns auf alle Fälle sehr schwere Zeiten bevor, denen natürlich auch die Börse immer wieder Rechnung tragen muh. Einer Aufwärtsbewegung der Effektenkurse sind selbst bei günstigster Gestaltung der außenpolitischen Lage Öenge Grenzen durch die wirtschaftlichen nisse gezogen. Dor allem ist zu benid- sichtigen, baß die finanzielle Lage unserer Industrie auf Monate hinaus noch unllar bleiben wird, da ja der Umfang der Belastungen und ihre Auswirkung noch längst nicht feststehen. In besonderem Maße gilt das von der Montanindustrie. Hier lassen sich die durch Abwehrkampf und Micum-Delastung entstandenen Schulden ebensowenig übersehen, wie die Möglichkeiten der Abgeltung jener Ansprüche, die von den großen -Unternehmungen an das Reich zu stellen sind. Solange über diese Angelegenheiten keine volle Klarheit geschaffen ist, wird auch die kursmähige Bewertung der Montanaktien immer eine unsichere und sehr zurückhaltende bleiben. ♦ «DieGoldumstellungdesMetall- Konzern s. Die Gesellschaften des Konzerns veröffentlichen gemeinschaftlich ihre Goldmark- eröffnungsbilanzen, die teilweise, gemessen an den Friedensbilanzen, gewisse Substanzverluste ergeben. Die Metallbank und Metallur- Lische Gesellschaft schlägt eine Zusammen- f.gung des bisherigen Aktienkapitals von 2l3Mill. Papiermark derart vor, daß die Stammaktien im Verhältnis von 10 zu 1 und die 53 Mill. Mk. Vorzugsaktien im Verhältnis von 50 zu 1 zusammengelegt werden. In der Goldmark-Eröffnungs- bilanz erscheinen u. a. Grundstücke und Gebäude mit 1,21 Mill. Mk., Schuldner mit 1,05 Mill. Mk., Bankguthaben und kurzfristig verliehene Gelder mit 1,12 Mill. Mk., Beteiligungen mit 7,12 Mill. Mark, andererseits Gläubiger mit 3,17 Mill. Mk. — Die Metall-Gesellschaft legt das Stammaktienkapital im Verhältnis von 25 zu 3, die Vorzugsaktien von 25 zu 1 zusammen. Das bisherige Grundkapital betrug 170 Mill. Papiermark. Die Bilanz weist u. a. Grundstücke und Gebäude mit 1,06 Mill., Beteiligungen, Anleihen, Obligationen und diverse Aktien mit 15,69 Mill., Debitoren mit 32,2 Mill., Warenvorräte mit 3.48 Mill., andererseits Kreditoren mit 33,88 Mill., Aktienkapital mit 18,8 Mill. Mk. aus. — In der Goldmark-Eröffnungsbilanz der Gold- und Silberscheide-Anstalt vormals Roehler A-G., Frankfurt am Main, stehen unter anderen Gebäude, Grundstücke, Maschinen und Geräte zusammen mit 6,7 Mill. Mk., Debitoren mit 3,2 Mill. Mark, und Kreditoren mit 2,3 Mill. Mk. zu Buch. Das Aktienkapital wird in Zukunft aus 22,4 Mill. Mark Stamm- und 0,6 Mill. Mk. Vorzugsaktien bestehen. * Voigt & Hä f ner A. G., Frankfurt a. M. Die G.V. Der Gesellschaft, in der 14 Aktionäre mit 310 650 Stimmen ein Aktienkapital von 170 Mikl innen Mk. vertraten, genehmigte die Bllanz, Gewinn- und Verlustrechnung mit 310 640 gegen 12 Stimmen der Firma Braunmüller & Co., Berlin, deren Vertreter Protest zu Protokoll gab. Die Tantieme des Aufsichtsrats wurde auf 12 000 Gm. festgesetzt. Auch die übrigen Regularien wurden gegen die kleine Minderheit genehmigt. Der Vertreter dieser Firma fragte, wie mit den Aktien der letzten Emission verfahren: worden fei. Es tpurbe erwidert, daß die Aktien satzungsgemäß von einem Konsortium übernommen und an der Börse verkauft worden seien. Gegen die Entlastung der Verwaltung ftimmte der Opponent ebenfalls: die ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates wurden wiedergewählt. • ’ Der Zwangsvergleichsvorschlag beim Stahlwerk Decker. Das Stahlwerk Decker teilt mit: In den letzten Tagen sind in der Presse mehrfach Rachricht über den beabsichtigten Zwangsvergleich und über den Status des Unternehmens veröffentlicht worden. Hierzu bedarf es einiger Richtigstellungen. Der Zwangs- vergleichsvorfchlag geht dahin, daß den Gläubigern 40 Prozent angeboten werden, und zwar 25 Prozent in bar und 15 Prozent in Obligationen. Die 25 Prozent bar werden mit 15 Prozent 14 Tage nach rechtskräftiger Destätigung des Zwangsvergleichs, mit dem Rest zwei Monate nach diesem Termin bezahlt. Aller Wahrscheinlichkeit nach sollen die kleineren Forderungen, etwa unter 1000 Mk., voll befriedigt Werdern Der Status der Gesellschaft, an Hand dessen zur Zeit mit den Gläubigern über den beabsichtigten Zwangsvergleich verhandelt wird, enthält Akzeptverpflichtungen in Höhe von etwa 11 Millionen Mark, Warenverpflichtungen in Höhe von 5 Millionen Mark. An bevorrechtigten Forderungen sind ausgenommen etwa 5'/z Millionen Mark. * Börsenkurse. ) Dom Rückzahlungswert. 6*/o Deutsche Reich-anlethe . <®/o Deutsche Reichüan leihe . hMs. Deutsche RclchZan leihe 3°/o Deutsche ReichSanleibe . Deutsche Svarpramienanlethe 4°/o Preußische ÄonsolS .. . 4°o Hessen Hessen.......... 3°/<> ©tjfen........... Deutsche Dertb. Dollar-Anl. dto- Doll.-Schatz-Lmretlng.'! 4% Zolltürkeu 5% Äoldmextkaner .... . . | BerUner HandelSqesellschast. Lammert- und Pnvat-Bank Tarrn ft und Narionalbank . Deutsche Bank......... Deutsche AercinSbank .... DiSconlo Lommandit .... Metallbank........... Mitteldeutsche Lredilbcmk. L7csteiretchische Kreditanstalt Weltbank............ Bochumer Guß ...... Buderus............ Laro ............. Deutsch-Luxemburg..... Gelsenkirchener Bergwerke Harpe ne r Bergbau .... Kaliwerke Aschersleben. . .flalnverk Westeregeln. . Laurahütte....... . Öberbedarf Phönix Bergbau....... Rdemstahl........... Riedeck Montan Tellus Bergbau........ Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... Prramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo-Tont-Guano..... Badische Anilin........ Chemische Mayer AlavÄ . . Goldschmidt......... Kries eimer Electron .... Höchster Farbwerke Holzverkohlung..... RütgcrSivcrke ......... kcheideanstalt ........ «llg- Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann Moinkrastwcrke ..... Schuckert......... Siemens & Halske Adlerwerke Kleyer ...... Daimler Motoren. ...... Heyligenstaedt . . ....... Megutn Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesell chaft Frankfurt. Pct. Union A.-Ä. Schuhfabrik Herz Sichel. Zellstoff Waldhos....... Zncteriabrik Frankenthal Zuckerfabrik Waghäusel ün Simonen Prozent Frankfurt a. M. Berttn Schtuh. flut» flur» Schtutz-! Schluh. flu-s | flur» Datum-, 31. 7. 1.8. dl. 7. | 1.8. 0,3 >5 0,305 0,325 0,358 0,810 0,810 0,740 0,800 0,780 0,780 0,680 0,775 1.3 0 1,3'0 1,200 1,300 0,276 0,276 0,250 0,300 0,790 0,790 0,730 0,780 — 0,650 0,8'0 0,803 0,800 0,730 0.800 0,700 0,700 0,640 0,700 4,2 4.700 4.2 4,20 81,70 81,70 82,25 81,70 10 10 8,25 10 — — — 39,70 24,25 24,26 24,76 25,13 8 5 5 B 7,87 7,87 7.75 7,9 9.25 0,3 9,25 9 9,2 0,30 10,3 10,30 10,3 10 40 13, 0 h 2,10 2,12 2,10 2,20 0,390 0,375 0,576 0,275 0,30 0,325 0,325 — 46,25 7'55 46 8,87 9,75 9,13 10,13 11,25 12,25 11,125 12 49 49,7- 48 48,75 49,75 60 47,40 48,7'» 58,5 £0 56 59 9.25 9,87 49,70 9,90 14,» 15 14,2 16,43 6 6,40 5,65 6,13 8,75 9,25 8,875 9,40 27 28,50 76,60 28,75 22,50 — 21,6-6 23 36 36,25 353 85,5 1,9 2 — 22,90 24,25 23,2 24,3 5,05 5,15 5 6,20 1.9 1,5 —- _ 10,25 10,75 — —- 3,20 3,5 8,4 8,4 9 9,25 9 8,40 15,75 16,:O 15,65 16,13 1 1,15 —- _ 11,5 12 11 12 10 13,73 14,50 14,75 14,13 12,25 13,?5 12,50 13,65 6,40 6,90 — __ 12,50 13,9 12,50 14 14,25 14,65 — — 8,63 8,93 8,30 8,70 13,50 14 13,20 13,50 9 8,5 34 35 34,25 34,50 44 43,25 43 1,40 1,50 1,50 1,60 2,60 2,83 2,70 2,70 2,50 2,30 — — 10,25 10,6 9 10,70 0,545 0,875 — — 0,9 0,9 0,95 0,9C 12,7 12,7 — — 1,3 1,5 1,4 1,50 2,6 2,8 2,4 2,60 4,6 4,75 4,5 4,0 9 9,70 9,13 9,40 3,2(1 3,31 — 2,L0 3 2,5 2,75 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (Fn Billionen Mark auSgedrückt Buenos-Aires, London. Neu- bork, Japan, Rio de 0a»etro für eine Einheit, Wien and Budapest für 100000 Einbenrn. alle« übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. Banknoten. 31. Juli 1. Aug. Repart. % Amtliche Weib ilotierum Briei "’lmtiit? .'tattern 11 tt 160,10 160,90 160,05 160,8 voll voll Brss.-Antw 18,9=i 19,0' 19,20 19, 0 voll voll Thristiania. 58,61 56,59 66,51 (6,89 voll voll Kopenhagen 67,33 67,87 67,43 67,7? voll voll Stocklwlm . 111,49 111,98 111,49 111,98 voll voll HelftngforS- 10,47 10,53 10,47 10,53 voll voll sttalieu. . . London. .. 18,10 16,20 18,10 18,20 voll voll 18,44 16,53 18,455 18,54 voll voll Neuyork . . 4,19 4,21 4,1) 4,21 voll voll Poris. . . . 20,96 21,05 21,175 21,275 voll voll Schweiz . . <7,61 ?7,99 77,61 77,^9 voll voll Svaiften . Wien in®.. 65,61 65,89 65,61 65,89 voll voll üeft. abgest 5,90 5,92 5,90 5,92 voll voll Prag . . . 12,40 12,46 12,38 12,44 voll voll Budapest. . Buen.,AireS 5,31 1,o8i 6,33 1,376 5,33 V6 5,38 1,37 voll voll voll voll Bul arten 3,05 3,07 1,725 3,03 3,05 voll voll Japan . . . 1,715 1,715 1,725 voll 'Hto bc Jan 0.S85 0,-96 0,385 0,39s voll Belzrad . 5,01 5,03 4,99 6,01 voll Lissabon . . 11,27 11,33 11,27 11,33 voll voll tFrrrf” 1. Aug. Meld I Brief Remark. Amerikanische Noten ..... 4,1) 4.21 voll Belgische Noten ........ 19,10 19,20 Dänische Dioken........ 67 'S 67'57 18.51 voll voll Englische Noten........ Französische Noten...... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... 18J1 21,176 159,60 18,35 21,215 160,40 18,45 66,79 voll voll 53,'51 voll Deuii'ch-Ocfterr, äioo Kronen Rumänische Noten...... 5,94 1,78 5,96 1/0 voll null Schwedische Noten...... 111,17 77,76 65,46 111'73 78,14 56 74 voll voll Schwester Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . 12,37 12’43 5,16 Ungarische Noten . . ... 5,14 voll Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 1. Xig. (Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Tendenz: Gut behauptet, Anleihe fest. — Die Börse eröffnete den Verkehr am Wochenende in gut erholter, zu Festigkeit neigender Haltung. Rachdem die Spekulation den Abbau ihrer Engagements zum großen Teil eingestellt hat, kam der Rückgang der Aktien- werte zum Stillstand, was feine Erklärung darin findet, daß die Zuverftcht aus etn günstiges Resultat in London, wo gestern beachtenswerte Erfolge erhielt wurden, wieder fester geworden ist. Das Geschäft war für die Aktien werte ruhig, aber etwas lebhafter wie gestern. Desto stürmischer war dcr Verkehr am deutschen Rentenmarkt, wo die älmsähe bei gesteigertem Interesse großen Umfang annahmen. Die Kauflust für diese Werte war außerordentlich rege and erstreckte sich vornehmlich auf Kriegsanleihe. Auch am ausländischen Rentenmarlt entwickelte sich em lebhaftes Geschäft, hier waren es besonders Türleawertc, die starkes Interesse aus sich [enItem Die Zinssätze am Geldmarkt sind die gleichen, wie am Vortage. Das Geld ist aber etwas billiger geworden. Tagesgeld 5/is pro Mille, Monatsgell l1/,. Am Devisenmarkt hat der Pariser Frank eine kräftige Erholung zu verzeichnen, bei einer Pfundparität von 86,90 und einer Dollarparität von 19,75. Das Pfund hatte einen Kars von 4,40 bis 4,405/8. Die Mark nahm mit 4,183 «Billionen in Dollarparität einen unveränderten Kursstand ein. Der Einheitsrnarlt wies eine ic'jc Haltung auf. Der freie Verkehr lag völlig ohne Interesse. Etwas lebhafter war Api im Der lehr. Api 3Vi, Decker-Stahl V/2, Becker-Kohle 5, D uz 2,75, Krügershall 3,75, Petroleum 13,25, Ufa 5,12, Growag 0,165. Berliner Börse Der!in, 1. 2Iug. (Drahtbericht des »Gieß. Anz.".) Die Dörse stand hmte im Zeichen eurer Hausse An dem inländischen Anleihe- und Ak i n= markt war das Geschäft ziemlich ruhig, all r ings bei gut behaupteten und teilwelle |t>gnr b f-fti i- ten Kursen. Die Aufwärlsbew.gung d r Anl ibe ist in erster Linie darauf zurückzufnhren. daß auch weiterhin auffällige Käufe b:flimmicr Da k firmen stattfinden, von denen man a nimmt iah sie im Auftrag amtlicher Stellen handeln. Hie in haben alle bisher ausgeg denen Demen iS nich s geändert. Ein Dörsengerücht will wissen, daß nach Erledigung des Sachverständigeavo. schlag s das Reich eine innere Anleihe aufnehmen wolle, bei der Kriegsanleihe und Dvrk.iegsanleihe zu einem bestimmten Kurs in Zahlung genommen würde. Diese Gerüchte sind zur Zeit noch nicht nachprüfbar. Die außenpolitische Lage wird von der Dörse verhältnismäßig günstig beurteilt. Die Spekulation nahm heute am Aktienmarlt auf der Grundlage der gestrigen Kurse Rückläufe vor. die verschiedentlich zu Kursbesserungen führten. Der Geldmarkt war wenig verändert Es ,eigt sich hier eine gewisse Verflüssigung. Am Dev sen- marft jst die Kursbewegung des französi'chen Franken zu vermerken, der gestern an der in.er- nationalen Dörse schwach lag, Heu e ober unter dem Eindruck der Annahme des französischen Vorschlages auf der Londoner Konferenz etwas fester ist. Märkte. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 1. Aug. (Drahtbericht des Gießener Anzeigers.) Cs wurden notiert: Wetterauer Weizen 20,50 bis 21, Roggen, inländ. 17,50 bis 18, Braugerste 18 bis 18,50, Hafer, inl. 18 bis 18,50, Mais, gelb 17,25 bis 17,50, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 31,75 bis 33, Roggenmehl 26 bis 26,50, Weiten- und Roggenkleie 10,50 bis 10,75. Tendenz: Unverändert. Berliner Produktenbörse. Berlin, 1. Aug Am Prvduktenmaickl sind Veränderungen nicht eingetreten: die Preise sind behauptet, da Angebot sich nicht mehr geltend macht. Roggen und Weizen waren ehe. gefragt. Mehl sehr ruhig, ebenso Futtermittel. Es w Den notiert für je 1000 Kilo: Weizen, märk. 186 bis 191, Gerste, märk. 162 bis 171, neue 154 bis 162, Hafer, märt. 148 bis 154, Raps 285 bis 290, Rübsen 138 bis 144; für je 100 K lo: Weizenmehl 25,25 bis 28,25, Roggenmehl 21,25 bis 2 ,25, Weizenkleie 10,40 bis 10,50, Rogg.nkleie 10,20, Diktoriaerbsen 22 bis 24, kleine Erbsen 15,50 bis 17, Futtererbsen 14 bis 15, Peluschken 14, Ackerbohnen 13 bis 15, Wicken 14 bis 15, Lupinen, blau 9,50 bis 10, gelb 17 bis 18, Rapskuchen 11 bis 11,10, Leinkuchen 20, Trockenschnitzel 9,40, Kartoffelflocken 22,50 bis 23. Verantwortlich für Politik und Feuilleton: I. V.: Heinz Gorcenz. “THT” M§MkWMLMUSM? Nur mit „Schaumpon mit dem schwarzen Kopf“. Der Name bürgt für die beste Wirkung bei absoluter Unschädlichkeit. Die verschiedenen Zusätze, wie Ei, Teer und Kamille ermöglichen es jedem, sein Haar nach der Beschaffen- C- . ,v’ A neit ganz individuell zu behandeln, je 4 H nachdem es trocken, fettig, blond oder C . braun ist. 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