m. 128 Erscheint täglich, anher Sonn- und Feiertags, mit d. Scmstagsbeilage: GießenerFamilienblötter Monats-r-ezuaspreis: 2 Goldmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung H2; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: An,eigerSiehen. Postscheckkonto: Frankfurt o. HL 11686. Erstes Blatt isrq. ^ayrgang Blonmg, 2. Juni 1924 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhessen vnitk vttd Verlag: Vrühl'sche llniversilätr-Vuch- und bteindruckerei R. Laine in Gießen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Schulttraße 7. llnnaiime von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jedeVerbindlichKett. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite crllidjS, auswärts 10 Goldpfennig; für Re« Klame-Anzeigen v 70mw Breite 35 Goldpfennig, Plotzvorschrift 20" „ Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Dr. Friede. Wilh Lange; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: HansBeck, sämtlich in Eiesten. Das politische Testament des Herrn Poincare. Schon nur noch dem Ramerr nach französischer Ministerpräsident und berci s nach der Ank n= diguiig seines bevorstehenden Rückcri les hat Herr Poincare mit dem englischen Erstminister einen Briefwechsel begonnen, der ’ej.t veröffentlicht wurde. Man wird nicht feh.gehen, wenn man in di.^er Korrespondenz — gl ichdiel ob ihre Veröffentlichung von Porncare beabsichtigt war oder nicht — gewissermahen so eine Art politisches Testament des letzten französischen Ministerpräsidenten sieht. Ein Testament, las freilich keineswegs schon den letzten Verzicht seines Verfassers auf jede politische Führertätigkeit für alle Zukunft bedeuten muh. Im Gegenteil, wir sind der Ansicht, dah der ehrgeizige Lothringer, der nun so. viele Jahre hindurch den eigenartigen Reiz, einer nahezu unumschränkten Macht geko tet hat, seine Rolle noch lange nicht für beendet ansieht. Ter verösfentlichte Briefwechsel ist ans eher ein Beweis dafür, dah Pvincars mit seiner Rückkehr auf den französischen Herrsch r.yrcm früher oder später noch immer rechnet. Trotzdem wollen wir die Korrespoirdenz ein Test.ment nennen. Hat sie doch nachdem Poincare nun jedenfalls für einige Zeit von der Lei.ung der französischen Staatsgeschäfte zurücktritt, für seine Rachsolger zweifellos die programmatische Bedeutung eines politischen Dermächtnistes. Es handelt sich bei der hier schon im Auszug veröffentlichten Korrespondenz im ganzen um fünf Briefe, von denen der erste, der, in dem Poincare dem englischen Premier unter dem 14. Mai seine Demission anzeigt, für uns der allein wichtige ist. Poincare spricht nämlich in d esem Briefe ausdrücklich Über die Stellung Frankreichs zur Ruhvbesetzung. Er schreibt: „Meine Regierung hatte erklärt und war bereit, die wirtschaftliche Einheit Deutschlands herzustellen, sobald Deutschland die Durchführung des in den Berichten bezeichneten Programms angenommen hätte. Die wirtschaftliche Ergreifung der Pfänder soll daher erst an dem Tage aufhören, an dem der Plan der Experten zur Durchführung gelangt. Dieser Tag wird selb st verständlich erst dann eintreten, wenn Deutschland, soweit es das Reich betrifft, die Empfehlungen der Experten durchführt. Die Sachverständigen h a- b.n in keiner Weise zu verstehen gegeben, dah mit Herstellung der wirtschaftlichen Einheit des Deutschen Reiches die Räumung der militärischen Besahungszone unbedingt verbunden sei. Ich weih sehr gut, dah keine einzige englische Regierung die militärische Besetzung der Ruhr anerkannt hat, obwohl dieselbe für uns nie ein Endzweck, sondern lediglich ein Mittel bedeutete." Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen Unterstreicht Poincare die Rotwendigkeit der Oluf- rechterhaltung von Pfändern in den Händen Frankreichs, da die Möglichkeit eines Widerstandes Deutschlands nicht von der Hand zu weisen sei. Er erinnert an die Erklärung Macdonalds, dah im Falle, dah Deutschland seinen Verpflichtungen nicht nachkommt, es sich vor einer Unweigerlich geschlossenen Einheit, die während des Krieges aus England, Belgien und Frankreich bestand, sehen würde, und fährt dann fort: „Es ist mir indessen schwierig erschienen, schon jetzt die Art der Garantien vorweg zu bestimmen, die wir ergreifen können. Es versteht sich von ftlbst, dah Frankreich immer solche Mah- uahmen vvrzieht, die es gemeinsam mit seinen Verbündeten ergreifen kann, als solche, die es allein durchführt. Wir werden also nur den Wiederausbau unserer gegenwärtigen Pfänder für den Fall ins Auge fassen, dah wir uns über die notwendigen Garantien nicht einigen könnte n." Soweit der Teil des Briefwechsels, der für Uns allein in Betracht kommt. Aus den Worten Poincares ergibt sich dah er die Grundsätze ferner Politik in vollem Umfange aufrecht erhält, dah er nichts hinzugelernt hat. Die meiste Beachtung verdient unseres Erachtens der i Versuch Poincares, den Sinn des Sachverständigengutachtens dahin zu mihdeuten, dah die Sachverständigen unter der Wiederherstellung der wirtschaftlichen Einheit des Reiches nicht auch die militärische Räumung des Ruhrgebietes verstanden hätten. Da sich der ganze Vorschlag Poin- cares, die Pfänderpolitik im alten Umfange fortzusetzen, auf dieser Fiktion aufbaut, so kann dieser Standpunkt von deutscher Seite nicht scharf genug zurückgewiesen werden. Die Behauptungen Poin- cares, dah ihm die Ruhrbesetzung nur Mittel und nicht Endzweck sei und dah er den „Wiederausbau" der gegenwärtigen Pfänder nur ins Auge fassen wolle, wenn ihm die Verbündeten nicht die gewünschten „Garantien" bieten würden, zeigen deutlich die Absicht Poincares, seinem Rachfolger die gleiche Taktik heuchlerischer Verdrehung anzuraten, durch die er selb st sich Jahre hindurch vor der Welt zu behaupten gesucht hat. Wir sind der festen Ueberzeagung, dah Poin- care in seinem Briefe an Macdonald seinem Rachfolger eine Art politisches Testament oder toenig- stens richtunggebende Anweisungen hinterlassen wollte. Und leider, leider scheint die Saat bereits auf 'fruchtbarem Boden gefallen zu sein. Oder was soll man anders dazu sagen, wenn Herr Herri ot, der präsumtive neue fränzö.ische Ministerpräsident gegenüber dem Pariser Korceipon- denten der ^Morntngpvst" erklärt: „Die fron- Die neue französische Kammer. Die Demission Poincares. — Die Eröffnung der Kammer. — Der Kamps des Linksblocks gegen Millerend. P a r i S, 1. Juni. (WTD.) Am 10.30 Ahr vormittags übermittelte P o i n c a r 6 dem PräsidentenderRepublikdie Demis- s-on feines Ministeriums. Der Demissionsbrief ist von allen Ministern unterzeichnet und hat folgenden Wortlaut: „Rach der Entscheidung, die die Reg'e- rung am Sage nach den Kamm erwählen getroffen hat, haben wir Ihnen die Kollektiv- demission des Ministeriums zu überreichen." * Um 3 Ahr nachmittags istdieneueKam- mer zur konstituielenden Sitzung zrftammeugrtte- ten. Den Vorsitz führte der Alterspräsident der Radikalen, Abg. Professor P i n a r t. Er erklärte: Das Wahlergebnis vom 11. Mai bedeute, dah die übergrohe Mehrheit der Franzosen den sozialen Fortschritt wünsche und dah sie jede Gewalt zurückweise. Sie wolle keine Diktatur, von welcher Seite sie auch komme. Die eben abgetretene Kammer habe die Krönung des Sieges, den Frieden, nicht bringen können. Warum? Weil sie vergessen habe, dah man den Sieg nur dank der Hilfe der Alliierten Frankreichs gewonnen habe. Es sei die Pflicht Frankreichs, Reparation en zu verlangen, aber diesen Prozeh werde man nur unter der ausdrücklichen Bedingung gewinnen, dah man die Alliierten auf ferner Seite habe und dah das Abkommen mit den 2llliierten vom Völkerbund sanktioniert werde. Das Land wolle einen Frieden, der kein Gefühl des Hasses und der Rache zur Folge habe, einen Frieden, der den Krieg endgültig in die Vergangenheit zurückweise. Der Alterspräsident bespricht sodann die Finanzlage und in Verbindung damit die für Frankreich so wichtige Frage der Devolkerungsvermehrung. Diese Frage bedeute Frankreichs Leben oder Tod. Als Spezialist auf dem Gebiet der Kinderhilfe enb wickelt der Abgeordnete Pinart ganz besonders diesen Gedanken, indem er erklärt, der wesentlichste Grundsatz der Mahnahmen, die ergriffen werden müssen, sei, die Geburt des Kindes dürfe für die Familie nicht der Ausgangspunkt für Elend oder Einschränkung sein, sondern müsse im Gegenteil einen Vorteil bedeuten. Man müsse die Ernährung verbessern. Dieses doppelte Ergebnis könne aber nur erreicht werden, wenn man alle Mittel zur Anwendung bringe, um die menschliche Rasse zu verbessern und zu erhalten. Man müsse bedenken, dah jede Geburt im Zustande der Krankheit nur minderwertige Menschen hervorbringen könne. Vor allem aber müsse der Kampf gegen die Kindersterblichkeit ausgenommen werden. Auch auf die Gefahren des Alkohols, der Syphilis und der Tuberkulvse weist Pinard hin. Frankreich, das während des Krieges Milliarden verausgabt 'habe, dürfe vor keinen Kosten zurückschrecken, um die Verstärkung und die Fortentwickelung seiner Bevölkerung zu fördern. Der Alterspräsident teilt darauf mit, er "habe von dem kommunistischen Abgeordneten zösische Besetzung des Ruhrgebietes beeinträchtige in keiner Weise die Wiederherstellung der wirtschaftlichen Einheit Deutschlands. Einen Zeitpunkt, an dem die Zurückziehung der französischm Truppen erfolgen werde, könne er nicht nennen.“ Ist das nicht fast wortwörtlich die genaue Wiederholung der wichtigsten Stelle aus dem Brief Poincares an Macdonald? Die deutsche Auhenpvlitik wird gut tun, sich über diese merkwürdige Aebereinstimmung zwischen den Ansichten des alten und neuen französischen Ministerpräsidenten einige Gedanken zu machen. Aber, ehe es zu spät istl Attentat auf den österreichischen Bundeskanzler. Wien, 1. Juni. (WTD.) Auf den Bundeskanzler Dr. Seipel wurde gestern abend auf dem Wiener Südbahnhof von einem Passagier desselben Zuges, in dem der Bundeskanzler gereist war, ein Attentat verübt. Dr. Seipel wurde durch einen Luugenschuß schwerverletzt. Der Täter verletzte sich bei seiner Verhaftung selbst durch einen Schuß schwer. Er heißt T a w o r e k und ist ein Spinner aus Pollendorf. Aeber die Motive des Täters zu dem Anschlag ist noch nichts bekannt, da Taworek noch nicht vernehmungsfähig ist. Zu dem Attentat auf den Bundeskanzler Dr. Seipel wird noch gemeldet: Am 7 Ahr abends traf Dr. Seipel auf dem Südbahnhof mit dem von Wiener-Reustadt kommenden Zuge ein. Er verweilte auf dem Bahnsteig noch einen Augenblick im Gespräch mit dem Polizeikommissar und dem Bahnhofsvorstand. Während dieser kurzen Anterhaltung fielen aus nächster Rähe zwei Schüsse. Der Bundeskanzler fragte die Chachin folgenden A t ag c Hilt n Dir Kamme. ve tagt ich, um eo Chrf d r a u s f ü h- r enden Gewalt ^eftgencheit za ,e>ea, vor ihr die F age einer D e m i f f i o n, die das Land ihm aasge-.wungen habe zu stellen. Der Alterspräsident erklärt, da die Kammer noch nicht di- Man ate er Abgeordneten geprüft u d genehmigt habe könne kein Antrag angenommen tue te i Der Antrag Eachin verstoße also gegen die Dei.ftissung. Dir Kommunisten schreien: DenissionI Amaestir! Der sozlalitische Abgeordnete Moutet to?n>et sich gegen dir Ko n- muniften und ruft: Sie habe i alles getan, um das von Ihnen gefor e te Dor zehen unmöglich ju mach _n De: Profite ck schließt darauf die Sitzung und beoau nt die nächste Sitzung auf Dienstag nachmittag 3 Ahr an. Die Linke gegen MiUerand. Paris, 1. Juni. (Priv.-Tel.) Die Fraktion der radikalen Partei hat eine Sitzung ab» gehalten, in der Äccambray folgende Tagesordnung vorschlug: 1. Der Präsident der Republik ist aus seiner von der Verfassung vor geschriebenen Rolle herausgetreten. 2. Die aus den Wahlen hervorgegangene parlamentarische Mehrheit kann ihm also ihr Vertrauen nicht schenken. 3. Infolgedessen kann keiner der Gewählten der Linken das Mandat der Regierungsbildung von dem jetzigen Staatschef in Empfang nehmen. Rach einem Meinungsaustausch, an dem sich auch Herriot beteiligte, ist mit allen gegen sechs Stimmen eine Tagesordnung angenomm -n worden, die den dritten Punkt befei igt und erklärt: „Das fernere Ver ble i ben des Bürgers Millerand im Elhsse wird die republikanische öffentliche Meinung verletzen und wird die Quelle eines fortg eseh ten Konfliktes zwischen der Regierung und dem Staatschef und eine ständige Gefahr für das Regime selbst sein. Die sozialistisch-republikanische Kammer- gruppe hat unter dem Vorsitz von P a i n l e v 6 folgende Tagesordnung angenommen: Die sozialistisch-republikanische Gruppe und die sozialistische Partei hat in gemeinsamen Verhandlungen -einstimmig beschlossen, daß es absolut unmöglich sei, auch nur di egeringfte Zusammenarbeit mit dem Präsidenten der Republik, M i 11 e r a n ö, durchzuführen, der die Pflichten seines Amtes verkannt habe dadurch, daß er die Leitung der Austen- und Innenpolitik in einem Sinne durchgeführt habe, den das Land verurteilt habe. Der sozialistische Kongreß hat vor Eintritt in die eigentliche Tagesordnung einstimmig die Resolution Renaudel angenommen, die von der Partei die Bekämpfung jeder von Millerand eingesetzten Regierung und die Bekämpfung jeder Regierung verlangt, die nicht aus der neuen parlamentarischen Mehrheit hervorgegangen ist. Die Resolution stellt fast, dast der Präsident mehrmals gegen die durch seine Stellung gebotene Unparteilichkeit öec- stosten hat. Die „Ouevre" erklärt: Die Vertrauten des Elysöe behaupten, der Entschluß M llerands fei schon gefaßt, aber er gedenke sich seines Amtes nach den Regeln der Verfassung erst zu entledigen, wenn die neue Kammer endgültig konstituiert sei. Der Präsident wünsche Darüber hinaus auch die Stellungnahme des Senats, die nicht lange ausbleiben könne, ba Dienstag die demokratische Linke des Senats zusammentrete. Die Botschaft des Präsidenten werde wahrscheinlich am Donnerstag nach der Aeber- nafyme der Karnrnerpräs dentschast durch Pain- lev6 der Kammer zugehen. Um den Block her Linken. Paris, 31. Mai. (WB > Der Abgeo d 'eie Herriot hat in seiner Eigenschaft als Führer der Radikalen Partei Hute abeed cn dm Führer der Sozialisten, der Abgror.n? er Leon Blum folgeirden Brief g-richtet „Die Abstimmung vom 11. Mai hat in d r Latten Weise den Willen des Landes kundg g b en. im Innern wie nach außen eine neue aus dm Grundsätzen und 'den Methoden der Demokratie au genau en Politik! betrieben zu sehm. Irrrerpolitt.ch muh ein ernster republikanische Wi betau baa durch- geführt und sozialistische Reformen in e.nen Gefühl weitgehendsten Vertrauens zu den A:b i ern eingeleitet werden: auf dem Gebiete der äuß.ren Politik "beherrscht eine Pfticht alle anderen, i.äm- lich den Frieden durchzuführen. Am den Wahlsieg zu erlangen, der nunmehr dieses Werk möglich macht, haben sich Sozialisten und Radikale vereint. Gemeinsam haben sie die Koalition des Goldes und der Lüge bekämpft, gemeinsam haben sie triumphiert. Es ist der klare Wille des Landes, daß diese Zusammenarbeit auch in den Räten der Regierung fortgesetzt toirb damit diese sich die Entscheidung des Volkes in Taten auswirken kann. Das Voll 'bat seine Pflichten getan, nunmehr müssen wir die unfrigen erfüllen. Im Ramen meiner Partei fordere ich deshalb von der sozialisttschen Partei ihren vollkommenen Beistand. Wir sind bereit, mit ihr die Bedingungen und Mittel zur Durchführung in einem loyalen, brüderlichen und, ich muß 'hinzufügen, vollkommen beßintereffierten Geiste, zu diskutieren." Im geschäftsfü'hrenden Ausschluß der radikalen ^Partei hat Herriot eine Rede gehalten. in der e^u. a. sagte, es werde offen von den Sozialisten oeefcmgt, daß sie i m Rahmen des Kartells b£r Linken bleibe. Er fuhr fort: Ich 'habe nur den Wunsch, mit ihnen z a - sammenzuarbeiten. Wenn unsere sozialistischen Freunde die Beteiligung an der Regierung annehmen werden wir über das Programm und über die Verteilung der Ministerposten verständigen. Wenn die sozialisttsche Partei erklärt, daß sie nur eine Anter st ützungspolitii betreiben wolle, werde ich von ihr qualifizierte Vertreter fordern, die sich mit mir beraten, wie bei ihm stehenden Herren: „Es hat wohl eben geknallt. Ist etwa jemand von Ihnen getroffen worden? Ich spüre nichts." Anmittelbar darauf erbleichte er und wurde ohnmächtig. Die Herren der Umgebung fingen ihn auf und brachten ihn sofort in das in der Rähe gelegene Krankenhaus. Don den zwei Schüssen, die auf den Bundeskanzler abgegeben wurden, ist der eine ein Streifschuß, der andere ein Lungenschuß. Bei dem Lungenschutz ist das Geschoß im Körper st ecken geblieben. Aeber den Zustand des Verletzten kann ein abschliehendes Urteil noch nicht abgegeben werden. Die Verwundung ist jedoch sehr schwer, .wenn auch nicht tödlich. Rach dem in heutiger Rächt herausgegebenen Bulletin befindet sich der Bundeskanzler bei vollständigem klaren Bewußtsein, hat keine Schmerzen und sein Befinden ist rdatüo günstig. Der deutsche Gesandte begab sich, sobald er von dem Attentat erfahren hatte, in das Spital, um sich nach dem Befinden des Bundeskanzlers zu erkundigen. Vizekanzler Frank, welcher gestern Wien auf einige Tage zur Erholung verlassen hatte, ist sogleich von dem Vorgefallenen unterrichtet worden. Er trifft heute nachmittag in Wien ein. Gestern abend um 11 Ahr fand ein Ministerrat statt, in dem eine Kundgebung an ble Bevölkerung und auch die Einberufung des Parlaments beschlossen wurde. - Ein Urteil des deutsch-belgischen Schiedsgerichts. Genf, 1. Juni. (WTB.) Das gemischte deutsch-belgische Schiedsgericht, das sich aus dem Präsidenten Paul Mvriaud, Professor in Genf, dem Senatspräsidenten Richard Höne, Frankfurt a. M., und dem Baron Al- beric Rolin, Brüssel, zusammensetzt, hat nunmehr das Urteil in dem großen Deportationsprozeh gefällt. Es handelt sich, wie erinnerlich, um zehn Klagen von wäh- renddeSKriegeSdeportiertenDel- giern, denen im Falle eines Erfolges etwa weitere 100 000 Klagen folgen sollten. Die Klage lautet auf Zahlung von Lohn und auf Schadensersatz für entstandene Arbeitsunfähigkeit. Dieser belgischen Forderung stand die deutsche These gegenüber, dah der den Deportierten zugefügte Schaden bereits von Belgien bei der Reparativnskommission in Höhe von 144 Millionen Franken für nicht bezahlte Löhne und 496 Millionen Franken Entschädigung für Schäden der Deportierten und anderer Zivilpersonen, sowie der Kriegsgefangenen angemeldet und bei der Festsetzung der deutschen Gesamtreparationsschuld bereits angerechnet worden war. Das heute gefällte Urteil stimmte dieser deutschen These zu. Angesichts der Bestimmungen des Friedensvertrages §§ 2, 3 und 4 der Anlage I zu Teil 8 kam der Gerichtshof zu dem Entschluß, daß die Entschädigung für die durch die Deportation und Zwangsarbeit verursachten Schäden ausschließlich die Reparationsko m- Mission angingen und der Gerichtshof für die Klage nicht zuständig sei. Rur insofern als Schadenersatzansprüche für mit der Post gesandte und den Deportierten nicht zu- gestellte Lebenömittelpaketete aus dem Transportvertrag gefordert wurden, erklärte das Gericht sich für zuständig, billigte den Schaden zu und ordnete weitere Ermittlungen an. Diese Entscheidung, welche die sensationellen Pariser Prozesse abschließt, beendet eine ernste Gefahr für die ordentliche Erledigung der ReparationS- lelftunaen. China und Rußland vem S^eaterrat vorausgegangen waren, an eenen auch der treue Intendant Legal teilnahm. ckfach Mitteilungen dec' Regierung hat sich inzwischen der Gesamtsehlbetrag auf etwa 42? 0000 G.-Mk. Finanzgesetzes und des Steuerkapitels die Beratungen des Staatsvoranschlags innerhalb des Finanzausschusses zu Ende fuhren zu tonnen, Der Finanzausschuß, besichtigte am Samstag nachmittag mit Mitgliedern dec Regierung die mit Rücksicht auf das besetzte Gebiet neu eingerichteten Domänenkellereien in Bensheim a. B. schen Organisationen, ging nun der Marsch unter den Klängen der Regimentsmusik in Re- gleitung eine: g oßen Menschenmenge zum Kriegerdenkmal auf e n Marktplatz, wo nach einem weite en kurzen F -stakt, der mit dem Spiel und gemeinsamen Geling des Deutschlandlie.eZ ab- schloß. ein Borbetma.sch, der Truppe und der Vereine die Gedächtnisfeier beendete. Stillstand gefährlich nahe komme. Wenn sich die Haltung Moskaus nicht beträchtlich ändere, bestehe wenig Hofsnung auf eine Vereinbarung. Rakowski habe in einer Unterrebung mit einem Vertreter des „Observer" zugegeben, daß die Konferenz ein ernstes Stadium erreicht habe. Die russische Formel sei: Bezahlung der beträchtlich herabgesetzten Schulden im Austausch gegen eine Anleihe. Die britische Antwort habe die Russen bezüglich der Aufbringung einer Anleihe an die City verwiesen. Diese wiederum habe sich auf das Ban- k i e r m a n i f e st gestützt. Unter diesen Umständen sei kein praktisches Ergebnis möglich. , Darmstadt, 1. Juni. Der Finanzausschuß, er- teötgte Kap. 7 Landestheater des Haupt- । ,juni: xsot staatsvoranschlags, nachdem Vorbesprechungen mit | keine Schonfrist. Olm 12. März ist Direktor Succow von dmn wegen kommunistischer Umtriebe aus dem S emens^Halske-Dckrieb entlassenen Kalkulator Plahnerer schossen worden Der Tater, der seit der Mordtat fluchtig war wur^e am Samstag vormittag auf dem Potsdamer Platz von .der Kriminalpolizei festgenommen. Aus Stadt und Land. G i e st e n, den 2. (Zuni 1924. Helden-Ehrnngen. Würdig verlaufene Feiern zum Gedächtnis an gefallene Krieger standen am Samstag und gestern im Vordergrund des -öffentlichen Interesses unserer Stadt. Krisis in der britisch-russischen Konferenz. London, 1. Juni. (WTB.) Laut der „Sun- dah Times" ist in diplomatischen Kreisen allgemein bekannt, daß in den englisch-russischen Verhandlungen eine Krisis von äußerstem Ernst entstanden ist. Sn der Frage der russischen Schulden bestehe eine Lage, die einem Eine weitere Reutermeldung besagt, die Sow- jetregicrung erkennt die äußere Mongolei als einen integralen Teil Chinas und dessen Souveränität darüber an. Die Sowjet- truppen werden aus der Mongolei zurückgezogen, sobald die Maßnahmen zur Sicherheit dec Grenzen geregelt sind. Beide Regierungen schließen keine Verträge oder Abmachungen ab, die die gegenwärtigen Rechte oder Snteressen beeinträchtigen. 7 Kleine politisch« Nachrichten. _, kommunistische Reichstagsabgeordnete ®. b n e r-Reu-Ssenburg hat fein La..d agsMandat für Hessen ntedergclegt. Rach den Wahlcestim- mungen wird nunmchc der Bildhauer Dr Greiner-Sugenheim a. B, der nach E. die meiste Stimmenzahl auf sich vereinigte, in den Landtag eintreten. ** Der deutsche Gesandte in Wien, Dr. Pfeiffer, hat dem öfter echischen Bundespräsiden- tei} Hainisch und dem Bundeskanzler Sei- vel rn Anerkennung des De ckschen Reiches für f Vfa österreichischen Volke gezeigte lebhaf e D't il-gung an der De- tschlandhi' e das Ehrenzeichen 1. KlassedesDeutschen Äoten Kreuzes überreicht. im Juni. Es sind zu entrichten: 5. Juni: Lohnsteuer auä der 3. Dekade Mai; teilte Schonfcist. — 10. Juni: a) Monatliche Vorauszahlung auf aU- gemeine Llmfatzsteucr: b) monatliche Vocauszah- (2aruf)Jlmfat)rteu c- c) monah ■?Dv^uäia^ un? ’-Iuf Eintomme.rsteuec. d) mo- ? r?DLaud5^1Un9 ^rs Körpecschaftssteuec Schonsrrst zu a-d = 7Tage. 15. Juni Lohn- steuei aus Dekade Sunt; Feite SchonfcM; etobe 3uni; ** Der Aosenmonat, der Juni, hat gestern mit einer wohlgelungenen An-. trittsvisite seinen Einzug gehalten. Der Lenz verabschiedet sich jetzt und der Sommer tritt kalendermäßig feine Herrschaft an. Wir sind nun. wie es im Liede heißt, „in der seligen, goldenen Zeit," wir sind „in den Tagen der Rosen". Sn diesen Wochen haben wir die längsten Tage und die kürzesten Rächte, wir bekommen aber auch den Siebenschläfertag Die Feier am Samstag, die abends im Stadl- theater stattfand, hatte der Verein ehema- lr ge r 1 1 6 e r als Ehrenabend für seine gefallenen Kameraden vom Regt. Rr. 116 and besten Krregsformativnen veranstaltet und diesem Abend eine neue, von der bisherigen Form abweichende, aber dennoch sehr eindrucksvolle Gestaltuitg gegeben. Die ausgezeichnete Mu ikfapckle Topp unter der Leitung des Musikmeisters a. D. Herrn Topp eröffnete den ersten Teil des Abends mit dem Kconungsmarsch aus Meyerbeers Prophet" dem sie eine Ouvertüre von Bach anschloß. Hiec- nuf sprach Frl. Gisela H o r st recht wirkungsvoll einen von Prof. Wenzel verfaßten Vor- fpcuch, der ein tiefes Bekenntnis für den hingebungsvollen Dienst am Vaterland war, alsdann fang der Dauersche Gesangverein unter dec bewahrten Leitung faines Choimieifters Otto Gor- vortrefflichster Weife Arnolds „Bleib deutsch du herrlich Land am Rhein" und Sonnets großen Chor „Rheintreue". Sämtlichen Darbie- . Um 11 fand .ein gemeinschaftlichec öffentlicher Bitt- aottesdienst für die besetzten Gebiete im Potsdamer Lustgarfan statt, wobei Dr Esser- A^An für die katholischen und Pfa rer Röhrig- I kn-»t.~rr . t. .-t.neb er pr>- b gt™. Es folgfan >h im e W ien, cep e t v m Glockenspiel be: Gar i o krch. Qab i em R n> gong 0utd> bte Parkanlagen von Sans ou:i ve - fammelten sich b e T-i n h nrr am R> rbfl ständfaengatachfa i die Aussicht eröffn. baf> n lich die Einheit z'oi.chm b?m Rhei fand una dem üb.igen Gert chstmd ipleb-r h-c- g.stelck we be. Rach acn Ansp achrn fanden aefange ^eZ Rh i isch-n Mäane - e an- e ei.as Berlin statt. Am Rachmitiag wurde am c Xvn zert'hau es cejeben. Hie. -uf er-jri f als Ve -trete bes Ryeinfa.-l es Dr. ABert Paß-Köln das Worck Er betonte, es fei eine Selbst er,ländlich feit tkib. die be ehten Gebiete nicht nur zum Reich, sondern auch> zu den einzelnen Ländern in Treue ausharrten. Ec erklärte in übci ■ gen, daß im Snteie fe des besetzten Gebiets nur ole Außenpolitik fortgefaht werden könne, die auf der An iah ne i es Sachverstä ndigengutach tens beruhe. Andernfalls erwarte das befatzte Gebiet einen neuen Appell an das deutsch? Volk Den Beschluß dec Tagung bildete ein? Dampfer- >"hlck t>on Potsdam nach Wannsee. Aus dem Hessischen Landtag. Don unsererDarm st ädter Redaktion. Aber ftihrung bekennen. Wenn tofa -^n ^"s- den, werden wir auf bem ?C9T^un9 bil- politik Sdjtoierigfeüenbabena^r^^ 6 e n,° man annimmt. Denn baZ ^r?ent9Cr als hat uns schon ton Europa 2itan bat S «n guter Franzose zu sein W.fa £ L ’ ^um aserfueb machen, ben Frieden ÄS - Ae deutschnationale Fraktion hat in Ö^L^rIa^terun9 ^brer Beschlüsse vom Freitag abend.gestern mehrfach erklären lassen, daß sie mcht eine Absage an der Gedanken eines großen Burgerblockes als solchen habe aussprechen wollen sondern daß sie nur der Ansicht gewesen sei, daß Verhandlungen mit D r. Marx auf Erfolg mehr hätten. Sie erkläre weiter heute ausdrücklich, es sei nicht ausgeschlossen, baß irgendein anderer Weg . gefunden würde her zur Bildung des großen Burgerblocks führe. Diese Erklärung der deutschnationalen Fraktion ist insofern überholt, als Ver uche dieser Art wohl nur noch durch einen ■auftrag an den Führer der Fraktion der Deutschen Volkspartei, Abg. Dr. Scholz, hätten unternommen werden können. Abg. Dr Scholz hatte am Freitag abend spät dem Reichspräsidenten vorgeschlagen, den Führer der Deutsch- nationalen, den Abg. Hergt zu beauftragen, um den Deutschnationalen Gelegenheit zu geben, praktisch die von ihnen vorgeschlagene Kursände- t rung durchzusetzen. ^n einem an Dr. »Scholz ist wähl im Reichstag sehr häufig bie Rebe gewesen, vor allem auch, nachdem der Reichspräsident ben । Vorschlag einer Beauftragung von Hecg a b g e - I lfa hn t hatte. Man Hal d?n Eindruck, baß diese letzte Versuch zur Herstellung des Bürg rblocks in erster Linie unterblieben ist, we l von vormherein in der Umgebung d s Reichspräsi deuten und bei diesem felb.t Rsigu g zur Wie- derherstellung der kleinen bürgerlichen Koalition bestand Di?ser Ci.druck wird, wie gefagt, sehr e h bckch durch die Snter- pretation verstärkt, die ge tern dem Auf rag an Dr. Marx geget-en wu be. Di? Verhau lun en über die Wieberh»rstel u g dec ll i ien Koalickp toerben insofern sehr einfach txrfaufan, als iie Sozialdemokratie schan m"hrsad) zu e tennen gegeben hat. dah ihre äln erst Hang 'e bet Abstimmung i b:r ein allg m in g halte es Vertrauensvotum sehr leicht zu erhal.en s in w. d Es hancelt sich eigentlich nur noch um die gtnq ob bie Bayrische Dvlkspartei eia solch:' xabinett mit ihren sünfz^hi Sti nmen unt.rck^h oder ob sie sich ihrer Stimme enthält. Die Auffassung der D. V. . Derlin, 31. Mai (Wolff.) Sn be- Frck- llonssihang der Deuts ei Bvl s -artck, di- mich- mittags bald nach 2 Plhc enoe e w t be folgen e Iaifchfi ßmg angenommen. Die F atbn b:r Dcut^chen Volkspa tei weist die a-ifaßckch dec Re- gierungLbildung gegen bas F aktionsmifalied ü t r femann echbnn An rif.fa aufs ffaarf= ftt 2urud ©ie betont aufs neue, daß sie eine polnische Tätigkeit, vor allen feine Arbeit als Reichsaußcnmmiste. durchaus billigt und '‘-fa e r b (e i b e n im Amte so lange fordert I als Stieiemann se.bst seine Zi?nste in die em Amt dem Vateclan e zur Verfügung stellt. Zu dieser Haltung wi.d jie in ecstec Linie durch bie Erwägung b stimmt, daß es aus sachliche i Gründen geboten ist, im Snfanb und Ausian) du ch efaen Wechsel der Person nicht den Anschein einer außenpolitischen Kursänderung h r- vorzurufcn. Die Deutsche Volkspartei faßte in der Frak- tionssitzung noch eine Resolution, worin es heißt' T-ie Fraktion der Deutschen Dvlkspartei wurde durch die gestrige Erklärung der Deutschnationalen vor eine völlig neue Lage gestellt. Sie stand bisher unter dem Eindruck, baß die Deutschnationalen ebenso wie die Deutsche Dvlkspartei gewillt seien, unter Fortführung der Grundlinien der bisherigen Außenpolitik eine Zusammenfassung aller bürgerlichen Kräfte herbeizuführen. Sie war zu dieser Annahme um so mehr berechtigt, als die gesamte außenpolitische Lage und bie Situation der deutschen Wirtschaft einschließlich der Landwirtschaft, namentlich in der Kreditfrage, die Annahme und beschleunigte Durchführung des Sachverständigengutachtens gebieterisch erfordern, wobei die Deutsch? Dolkspactei bi? Sicherung bei politischen und Ehcenforderungen als selbstverständlich erachte. Durch bie Veröffentlichung des deutschnationalen Deschfa ses mit seiner Parteioffiziosen Kommentierung, inscefan- bere durch die Forderung einer Kursänderung in der auswärtigen Politik, sind die Bemühungen der Deutsch Volkspartei zur Fruchtlosigkeit verurteilt. Shre Rolle als ehrlicher Makler farnb damit ein Ende. Zu der neuen ßage wird bie Fraktion in bet für Montag telegraphisch einberufenen Sitzung Stellung nehmen, da bie. Möglichkeit der 2faWesenheit aller Fcak- tionsmitglieder gegeben werden mutzte. Eine Verzögerung der Rcgiei-ungsbilbung tritt dadurch um fa weniger ein, als auch dieDahrischeDolks- Partei, die selbstverständlich zu den Verhandlungen mit herangezogen werden muß, späfastens am Montag in Berlin verfügbar sein wird. Die Jmmttttitätsanträge. Berlin, 1. Sunt (Priv.-Tel.) Der Geschäftsordnungs-Ausschuß des Reichstages beschloß, daß die Haft über den Kommu- niften Heydemann aufgehoben und das Verfahren während der Dauer der Sitzungsperiode eingestellt werde. Die Strafhaft, bie der deutsch- völkische Abg. Oberstleutnant a. D. K r i e b e l zu verbüßen hat, soll ebenfalls aufgehoben werden. Das gleiche gilt für bie Äntersuchungs- I Kommunisten ßabemann. Sn den I Fällen Buchmann, Florin und Schlecht wirb die I Einstellung der Llntersuchungshaft I verlangt. Die übrigen Fälle sollen erst in der nächsten Sitzung, wenn genügend Aktenmaterial vorhanden ist, vom Ausschuß entschieden werden. Snfolge des Beschlusses des Geschäftsord- nungsausschusses wird das Reichstagsplenum voraussichtlich Montag oder Dienstag zusammenberufen werden, um über bie Smmu- nttätSanträge des Ausschusses zu entscheiden. , o . . . London, 1. Sunt. (Reuter.) Die Republik 4)te Regierungsbildung hat Sowjetrußland anerkannt. Zwischen dem itt QlrtnApM chinesischen Außenminister Wellington Koo ««ynn, I und dem russischen Delegierten Karachau kamen München, 1. Sani. Sn derLandesausschuß- folgende Abmachungen duftanbe: Vf « r t e i be- 1. Ein grundsätzliches llebereinfom- \^le Schaffung einer re- men, 2. ein ilebereinfommen über die vorläufige bayerischen Land- Leitung der chinesischen Ost bahn, in der tag als sa-wieng. Die Partei müsse im Staats- 1 - ' interesse an dem Zustandekommen einer regierangs- sähigen Mehrheit mitwiiken. Zur Konsolidierung dec bayerischen Verhältnisse sei nötig die Einhaltung eines konservativen nationalen Rechtskurses, frei von revolutionärem Radikalismus. Srreführend sei die Mei- nung, die Bayerische Volkspartei beabsichiige eine Schwenkung nach links. Die Grundsätze der Bayerischen Dolkspartei und der Sozialdemokraten befanden sich im Widerspruch. Ziel einer jeden Koalitionsbildung müsse eine homogene Regierung sein. Die Frage des Zusammsnwkr- kens mck ben Völkischen hänge von deren Zuverlässigkeit bei der Mitarbeit an einer rechts- gerichteten bayerischen Staatspolitik ab. Die Völkischen von heute böten dafür keine Gewähr 6er 3“«*’ ’WE" * ' S f‘”6 ff Ä-e, * »ttW M^nb. K 611981 ÄKs 'LK 1 ifULÄ g:. ":■»« ?$»fh ‘J'j A JsÄfc? Ifc CT N. «nvldr ?n" unL^'b , lejCT -NM W ’® SÄ * .taÄ LrL &***!« c4iti. TJiit hom ,anb L^;^gute low- 1 AEck auf dm ^te der Eeuch ^vondemDer- ^ging^ waren die '.n flamet. Ae riri^of stau- An «rtreter der Jene. der daierlän. Aaf!. verschiedene ^ngen des Ie° Me aus Kassel, Monierenden 3n- Oberft Fett cm n der ehemaligen enerOssizier-I«. «ue-Temütlichkeil Bürgern aus allen Wie brachte die raligen Äegimen- leitete die Feier eschen Santgebcti feierliche Leise d- Die Geistlichen Ansprachen. Der ner führte aas. Ker ein Fest der ich eine Feier der en die gefallenen * Opfer .die diele das Jaterl-md schwer, rnenö/ich nd uns m Kriege im Lüeitsleben, ben unseres 2ob ifnuigen unseres ch nicht gmügend lt der Eeschichts« [ten sein. Kehrt »leben ein, lassen locht und lernen Avli unser Volk he bringen, und h! umsonst ge- Aeistliche Dat >d der gefallenen « Äuferstehung ih anch Zeilen, wer find, einem n. Die Aufgabe in der Arbeit sich im Senuß- t au beschränken, ich wieder bessere ander, der d^ 7£Tte daran, »5 UnitKritdt eine 5, ttärtrte den f.6rt?ati. L die W* VW £ J.. lei j, cr üllen: tein-'M fl'ntn Kams- dann nahm 'L ftiedlichea 7, de) Ober* S> dir mitt’ X vatrrländ^ u hM. Warfch inulnt in S «5 fl»»9* lich Ä. G FETTRE/CHE 500 g Dose extra (etwa 27«/. Fefl) M 2.80 500 g Paket fein (etwa 25»/. Fel?) M 2.00 Frankfurt — München ist gestern, aus dem Bahnhof Hanau- Ost infolge ^leferfcchrens des Haltesignals bei dem Einlaufen fe) Zuges in eine in der Umstellung begriffene Weiche der als zweiter Wagen laufende Packwagen ent» gleist. Personen wurden nicht verletzt. Der Materialschaden ist unbedeutend. Der Schnellzug erlitt über zwei Stunden Verspätung. Die Anter- suchung ist eingeleitet. * H e r s f e l d, 30. Mai. Der Streit um die hiesige Landrats stelle, der durch die Bern» fung des sozialdemokratischen Redakteurs Hauschi l d t aus Kassel auf diesen Posten entstanden war, hat nun sein Ende gefunden. Der frühere Landrat von Harnack übernimmt wieder die Verwaltung des Landratsamts und der Außenseiter Hauschild t. der von Anfang an das gesamte Bürgertum gegen sich hatte, tritt in die Schriftleitung des Kasseler „Volksblattes" zurück. Landrat von Harnack ist Verwaltuugs- fachmann, er gehört, soviel wir wissen, ebenso wie Hauschildt der sozialdemokratischen Partei an. Hessen-Nassau. Frankfurt a. M.. 1. Juni. (WTB.) Amt» wird mitgeteilt: Dom Schnellzug D. 58 Einzig ist Rlquef Mammut- Kakao, einzig xria seil 174 3 die Tee-Marke: RIQUBT. Aus aller Welt» Nach einem halben Jahr ermittelte Mörder. Berlin, 2. Juni. Am 20. November v. I. wurde der Gutsinspektor Paschke in der Nähe von Bernau bei Berlin von Getreidedieben, die er überraschte, auf bestialische Weise ermordet. Nach mehr als sechsmonatiger Arbeit ist es jetzt der Kriminalpolizei gelungen, die Mörder zu ermitteln. Es sind d r e i A r b e i t e r, die in einer Berliner Fabrik tätig sind, und zwar sind es zwei Brüder W a l l a t sowie der 46jährige Gustav Wahner. Unterkunftsbauten für Dom-Pilger. 40—50 grohe Bauten, die 20 000 Räume umfassen, sollen in den nächsten Monaten in Rom errichtet werden, um dem Pilgerstrom, der für das nächste, das „Heilige Jahr" in Rom erwartet wird, Unterkunft zu gewähren. Das Heilige Jahre, das seit 1300 alle 25 Jahre gefeiert wird, ist ein Zeitabschnitt, in dem die Katholiken besonders zahlreich die Papststadt besuchen. Man schätzt die Zahl der für 1925 erwarteten Pilger auf mindestens 2 Millionen, Da in Rom wie in den mersten Grohstädten eine schwere Wohnungsnot herrscht, so ist der Dau dieser Unterkunftshäuser dringend notwendig. Die Gebäude sollen dann später als Wohnungen vermietet werden und mindestens 30 000 Menschen dauernde Behausung bieten. vinzialtag und dem Provinzialausschuh von Rheinhessen an. Politisch gehörte Köhler zur Nationalliberalen Partei und später zur Deutschen Dolkspartei. Er gehörte der Hess. Zweiten Kammer der Stände seit 1898 bis zu deren Auflösung im Jahre 1913 au und später dem Hess. Landtag. Im Jahre 1923 wurde er aus dem besetzten Gebiet ausgewiesen. Seit dieser Zeit lebte er in Darmstadt.) rml. Darmstadt, 1. Juni. Eine kaum glaubliche Grabschändung wird von dem im besetzten Gebiet an der Darmstädter Grenzr liegenden Waldfriedhof gemeldet. 3n der Nacht vom 15. auf 16. Mai wurde dort das Grab einer schon sechs Jähre beigesetzten Frau erbrochen. Der oder die auf Raub ausgehenden Täter haben die 1V» Meter tief liegende Grabstätte ausgegraben und dabei Knochen und Grafe reste blohgelegt. Es war anscheinend auf Schmuck abgesehen, den man aber nicht fand. In dem Grabe zertreten fand man eine französische Zündholzschachtel! fpd. Mainz, 1. Juni. Ein junger Bursche aus Alzey bot einem an der Alzeyer Strafe lagernden Zigeunertrupp ein Samen- fahrrad zum Kauf an. Nachdem der Durchs anfänglich 65 QUarf forderte, setzte er seine Forderung schließlich ^uf 20 Mart herab. Der Z i - geuner traute diesem Angebot nicht und ging mit dem Durschen zum nächsten Polizeibeamten. Der Bursche wurde f e st g e n o m m e n und gab dann zu, das Rad auf einem Gutshose bei Kreuznach g e st o h l e n zu haben. Wettervoromsfaflc Kühler, vorwiegend trocken, nördl. bis westl. Winde, zeitweise ausheilernd. Landkreis Gietzen. l I Annerod, 1. Juni. Aus besonderen Gründen konnte die 400jährige Jubelfeier des evangelischen Liedes in unserer Gemeinde erst heute stattfinden. Der Mädchenchor hatte sich zu einem Gemischten Chor erweitert und sang eindrucksvoll 3 Lieder: „Komm heiliger Geist, Herre Gott!", ferner: „Was mein Gott will, gescheh allzeit!" und endlich: „Gloria sei dir gesungen!" Daneben hatte der Schüler chor eingeübt: „Ich weih, dah mein Erlöser lebt." Schulamtsaspirant Haas sang mit wohlklingendem Dariton eines der ersten Lieder Luthers: „Aus tiefer Not schrei ich zu dir." Eine zahlreiche Gemeinde lauschte den erhebenden und stimmungsvollen Darbietungen. Um die wohl- gelungene Feier hat sich unser Organist besonders verdient gemacht. * Langsdorf, 31. Mai. Mit dem 1. Juni scheidet unser langjähriger erster Lehrer L e i d i ch nach über 43jähriger Tätigkeit aus dem Schuldienst. Deinahe 40 Jahre hat er in unsere-- Gemeinde gewirkt, eine lange Zeit, in welcher er allezeit bestrebt war, mit unserer Gemeinde zu verwachsen, geleitet von dem Gedanken, seine Arbeit in den Dienst der Jugend, der Gemeinde zu stellen. Ja sogar darüber hinaus hat der Jubilar doch geradezu bahnbrechend auf dem Gebiet des landwirtschaftlichen Fortbildungswesens gewirkt. Staat und Landwirtschaft sind ihm hier Dank schuldig. Aber auch auf anderen Gebieten betätigte sich der nun scheidende Lehrer. In allen Vereinen, die wahre Volksbildung pflegen, war er mit an der Spitze tätig, äleber 30 Jahre führte er z. B. den hiesigen Gesangverein. Keine Mühe wart hm zu viel. Nun scheidet er mit ungebrochener Kraft als rüstiger Mann infolge des Abbaugesetzes aus dem ihm lieb gewordenen Dienst. Zu einer schlich en Abschiedsfeier versammelten sich deshalb am Freitag nachmittag Gemeinde und Schulvorstand in unserem prächtigen, altehrwürdigen Rathaussaal. Kreisschulrat Fischer dankte Herrn Le i d i ch i. A. der Behörde für seine langjährige, fleißige, hingebende Schularbeit und gab der Hoffnung Ausdruck, dah es dem verdienten Manne vergönnt sein möge, noch einen schönen Lebensabend in voller Rüstigkeit zu haben. Die Vertreter der Gemeinde und des Schulvorstandes sprachen den Dank ihrer Körperschaft aus und wünschten dem Scheidenden Gottes Segen für feinen ferneren Lebensweg Die Gerne.nde lieh dem langjährigen Erzieher durch Dürgermeister Dender als Zeichen herzlicher Dankbarkeit ein Andenken überreichen. Kreis Lauterbach. * Lauterbach, 30. Mai. Der S t a d t v o r- st a n d genehmigte einstimmig den städtischen Haushaltsvoranschlag für 1 92 4. Der Etat schließt ab in der D e t r i e b s r e ch n u n g in Einnahme und Ausgabe mit 237 929 G.-M., in der Vermögensrechnung mit 54400 G.-M., zusammen also mit 292 329 G.-M. An Um» tage sind auher der Gewerbesteuer 30 000 G.-M. aufzubringen, welche durch Gebäude- und Grundsteuer erhoben werden sollen. Als Ausschlagssätze wurden beschlossen: auf 100 Mark Gebäudewert : 18 Pf., auf 100 Mark Steuerwerk des land- und forstw. genutzten Bodens: 36 Pf. Diese Steuersätze sind im Vergleich mit anderen Städten, deren Verhältnisse denen der Stadt Lauterbach gleichgelagert sind, als erträglich zu b^eichnen. Ebenso wurden genehmigt der Voranschlag für das Elektrizitätswerk, welcher in Einnahme und Ausgabe mit 63 930 G.-M. und der Voranschlag der Armenkasse, welcher in Einnahme und Ausgabe mit 4 162 G.-M. abschließt. * Schlitz, 31. Mai. Die Firma Gg. Lang- Heinrich hat eine Rundfunk-Privat- antage in ihrem Fabrikgebäude gegenüber dem Bahnhof anbringen lassen. Allabendlich soll den Angestellten und Arbeitern der Firma Gelegenheit geboten sein, sich die in Berlin und anderen Grohstädten des In- und Auslandes gegebenen Konzerte usw. mit crnzuhören. Starkenburg unv Rheinhessen. * Darmstadt, 2. Juni. (Eigener Bericht..) Oberbürgermeister Köhler- Worms, der seit einiger Zeit schwer erkrankt im hiesigen städtischen Krankenhause lag, ist gestern verschieden.— Oberbürgermeister Heinrich Köhler war am 26. November 1859 in Bingen geboren. Er besuchte das Gymnasium in Darmstadt, sowie die -ÜniDerfitäten Leipzig, München und G testen. Im Jahre 1882 trat er in den Staatsdienst als Akzessist ein und legte 1886 die Staatsprüfung ab. Bis zum Jahre 1894 war er Rechtsanwalt in Darmstadt, worauf er zum Beigeordneten derselben Stadt gewählt wurde. Diesen Posten bekleidete er 4Jahre lang, bis er 18'8Oberbürgermeister in Worms wurde. Im Jahre 1910 wurde er zum Oberhaupt dieser Stadt auf Lebenszeit gewählt. Jahrelang gehörte er dem Kreistag und dem Kreisausschuh von Worms, sowie dem Pro- Onginai' Patiun-m, •urm ah los« Schwächezustände, Verlust von Kraft u. Energie beruhen auf einem mangelhaft genährten Körper, da in dem Körper die roten Blutkörperchen fehlen. Aer/.te verordnen mit Vorliebe das vertrauenswürdige Leciferrin. ein Nähr-und Blutauffrischungsmittel für Erwachsene und Kinder Erhältlich in allen Apotheken und Drogerien Preis Mk. 3.—. [3120ss CalennwCheminche Industrie <». m. 1>. II., Frankf ?!. Versteigerung Freitag, 6, Juni lsd. 3d., und)mitt. 3 Uhr, werden im Stabttmuse, Berg- ftrnne2 >, Zimmer 13: 1 AlNMlW 1 MiSerWM UNd ISMlstMW- woge verfeinert. 020564 (6e m merfer Psa ndineiiter. Hmmöeee Gesucht 1000Goldniark als evite Hlwotbek auf ein frbuiben- freies Haus nnö Privathand, pünft» HlüeZineizabluun gesichert. Sehr Angel'. uh er 020616 an den Gieheiier "Anzeiger. Mmmms ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Witwer im heften Alter, höherer '.be- nm ter, alleinstehend, sucht in (Ziehen oder nächster Umgebung neue WewirliD jung. Wllwe nicht iimsnefdiloffen. che- dingung: eigenes Ham oder Wittel z. Bauen Sehr. Ang. u. (L0617 a. d. G. "Anz. WilsimH. Fräulein, 25 I., ev., mtt Wäscheausüatl. u. Vermög., wünscht, da es ihr an nass. Gelegenheit fehlt, aus d. Wege die '-Be» kanntsch. ein. soliden Herrn zu machen zwecks spät. Heirat Schr.Augeb. tu.Btld d.rurückges.wird.unt. 020622 a. d. G. "Anz (27. Juni), den man bekanntlich mit kritischen Augen ansieht, denn wenn es an ihm regnet, soll es sieben Wochen lang nimmer aufhören. Die Flora beginnt in voller Aeppigkeit zu erblühen und uns armen Menschlein in gewaltiger Sprache von der Allmacht des großen Schöpfers aller Dinge zu erzählen. Aus den Wiesen erklingt aber auch bereits die Sense des Schnitters und erinnert daran, daß alles vergänglich ist. RDB. Beschleunigung des Postpaketverkehrs. Mehrfach geäußerten Wünschen aus Handolskreisen Rechnung tragend, haben die Reichsbahndirektionen Weisung erhalten, im Benehmen mit den Oberpostdirektionen bet Verbesserung des Paketbeförderungsdienstes ihr fe- soitderes Augenmerk zuzuwenden. Es soll in erster Linie für eine möglichst pünktliche Durchführung der Güterzüge, die auch dem Postpaketverkehr dienen, sowie für rechtzeitige Bereitstellung der Postsackwagen am Bestimmungsort Sorge getragen werden. Da die Einstellung mehrerer Postwagen in die Personenzüge in grösterem Umfange als" bisher ohne Schädigung des Personen- und Gepäckverkehrs nicht angängig ist, so soll der Frage der Einrichtung besonderer Postzüge durch vermehrte Zusammenfassung von Postwagen erneut nähergetreten werden. Mit dem Wechsel des Fahrplans am 1. Juni werden übrigens die Der- kehrseinschränkungen, die schon in letzter. Zeit wesentlich vermindert wurden, noch mehr beseitigt werden, wodurch ohne werteres auch eine Verbesserung der Beförderungsgelegenheiten im Postpaketverkehr sich ergibt. ** Die Deherbergungssteuer. Um den Fremdenverkehr anzulvcken, haben folgende Städte ihre Fremdensteuer auf» gehoben: Homburg v. d. H., Wiesbaden, Pyrmont, Coblenz, Boppard, Honnef, Cleve. Arnsburg, Kreuznach und die übrigen Orte des NahetaleS. Bonn hat die Steuer von 25 Prozent auf 10 Prozent ermäßigt, auch in Nürnberg und in zahlreichen anderen Orten ist die Steuer meist auf 10 Prozent herabgesetzt worden. In Dresden ist die Steuer ab l.Juni versuchsweise außer Kraft gesetzt worden. RDV. Zur Förderung des Reiseverkehrs. Mil dem Beginn des stärkeren Reiseverkehrs während ver Sommermonate sind auch die für seine glatte Abwicklung und Bedienung bestehenden Vott"christen den beteiligten Beamten der Reichsbahn von neuem etnge» schärft worden. Es handelt sich dabei vornehmlich um die Unterbringung und Betreuung der Rei- •* S t e not y p i st (i n) gesucht. Diese Anzeige £e[t man fortwährend in den Tageszeitungen, so daß man annehmen muß, daß ein Mangel an . Stenotypisten bestehl. Das ist in Wirklichkeit auch der Fall, obwohl alljährlich große Heerscharen von jungen Leuten Kurse in der Stenograph e durchmachen. Leider besitzt aber von diesen Schülern nur ein ganz geringer Prozentsatz den eisernen Fleiß und die Energie, die erforderlich sind, um es zu hoher Leistungsfertigkeit in der Kurzschrift zu bringen. Die meisten fallen nach Besuch eines Unterrichtskurses gewöhnlich wieder ab und sind zu träge dazu, sich in der Stenographie durch fleißiges Heben zu vervollkommnen. Wohl kann man die Kurzschriftzeichen sehr schnell erlernen, aber das genügt nicht, denn bis man sich eine große Fertigkeit angeeignet hat, dazu gehört tiefes Eindringen in das System und intensives Trainieren wie beim Turnen oder den Bewegungsspielen. Auch hapert es bei vielen Schülern an einer tüchtigen Allgemeinbildung, und sie haben nicht das Streben in sich, ihr allgemeines Wissen weiter zu fördern. Die meisten jungen Leute, welche sich Stenographen nennen, versagen in der Praxis, denn die Stenographie ist nicht nur eine mechanische Fertigkeit, sondern man muß die richtige Beherrschung der Redeschrift als eine Kunst bezeichnen. Um nun „die Böcke von den Schafen richtig scheiden" zu können, haben sich Handelskammern „Fertigkeitsprüfungen für Geschäftsstenvgraphen" eingerichtet, welche alljährlich stattfinden sollen. Auch die Hiesige Handelskammer hat bereits früher zwei solcher Prüfungen abgehalten. Im vorigen Jahre konnte leider wegen der ungünstigen Verhältnisse feine Prüfung veranstaltet werden. Nun hat sich aber die Handelskammer in Gießen entschlossen, auf Sonntag, 15. Juni, wieder eine Prüfung für Eeschäftsslenographen anzuberaumen. Es kann allen jungen Angestellten, Beamten und Anwärtern nur dringend empfohlen werden, sich dieser Prüfung an der Handelskammer zu unterziehen, denn der Besitz eines amtlichen Handelskamm erzcugnissns ist der beste Ausweis über die Fertigkeit eines Geschäftsstenvgraphen, weil dort streng gewertet wird und die Eeschäftshe.ren sehr großen Wert auf diese Zeugnisse legen. Cs wird geprüft in den Abteilungen von 150 Silben in der Minute und höh'r, und zwar werden zwei Diktate von je 5 Minuten Dauer mit einer Minute Zwischenpause gegeben. Das Stenogramm tft tn einer bestimmten Zeit zu übertragen. Die liefet» tiagung kann auch auf einer Schreibmaschine erfolgen, was dann in dem Zeugnis besonders bescheinigt wird. Die Schreibmaschine hat der Prüfling selbst mitzubringen. Mögen sich recht viele Stenographen der Prüfung mit Erfolg unterziehen, denn gute Kenntnis und große Gewandtheit m der Stenographie sind schon für manchen jungen Mann das Sprungbrett zu einer aussichtsreichen Lebensstellung gewesen. * Dühnenvolksbund Gießen. Lienhards „Wieland derSchmie d", mit dem die Spielgemeinde des Dühnenvolksbundes ihre Sommerspielzeit begann, ist wie geschaffen für die Waldbühne. Das Werk, über dessen literarische Bedeutung hier schon alles gesagt wurde, fand in dem stimmungsvollen Rahmen der Waldbühne durch die Mitglieder der Spielgemeinschaft unter der Spielleitung von Sepp W. D i h e n s eine wirkungsvolle Interpretation wenn auch noch manches an Kleinarbeit zu tun bleibt, um namentlich die jugendlichen Statisten durch schärfere Konzentration in engere Verbindung mit dem Ganzen zu bringen. In Herrn Dihens 5>anb tag auch die Titelrolle: Wieland, der Lichtsucher, der auf seinen gottgefandten Fittichen „durch Schmerzen zur Liefe" steigt, innerlich geläutert durch die Weisheit Odius, dieser faustische Wieland, der „immer strebend sich bemüht" wurde von Herrn Ditzen mit Recht prägnant und erschöpfend herausgestellt. Auch als schauspielerische Leistung fiel er stark aus dem übrigen Rahmen heraus. Sein Wieland atmete den Geist der Dichtung, was man sonst nur noch mit starken Einschränkungen sagen formte. Am meisten mitging die Allwiß Gine Mendelssohn-Bartholdys, die besonders sprechtechnisch befriedigte, während sie in der Mimik nicht alle Möglichkeiten auszuschöpfen schieii. Hanny Kvhlermann und Hilde P h i- l i p p i waren in den kleineren Rollen der Walküren gute Partnerinnen. Der Slagfid Heinrich Ludwigs und Hans Osman-Beys Schütze Egil hatten ein lebhaftes, phantastisches Spiel. Nicht so gut war es um das Lager König Nid- hods bestellt, was zum Teil auch an der dichterischen Ausgestaltung liegen mag, die statt Charaktere hier fid> mit Andeutungen begnügte. Al- freb Kohlhases König Nidhod selbst hatte selbst für einen so tückischen Gesellen etwas zu wenig Königliches unter Betonung des gemeinen, neidischen Charakters. Liberia Margit V e t t e rs' Bodwild litt unter einer überspannten Akzentuierung in Sprache und Geste. Der edle Grund- zug, das durchaus weibliche der Rolle schien nicht voll erfaßt. Emmy Wellers Königin brauchte nur ein wenig mehr Sammlung und Temperament, um voll zu befriedigen. Im ganzen bot die Aufführung eine von starkem künstlerischen Willen getragene Leistung, die von einem interessierten Publikum mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde und weiterhin noch manch erfreulichen Wend verspricht, solange sich die Spielgemeinde der Grenzen bewußt bleibt, die die Eigenart der Naturbühne einerseits, die dilettantischerr Mit- wirkenden andrerseits ihr naturgemäß auferlegen. ** Deutsche Dolkspartei. Am Dienstag hatte die Frauengruppe der D. V. P. zu einem Vortrag mtt Lichtbildern von Foau Prof. Dr. Margarete D r e b e r eingeladen. Die Rednerin sprach in äußerst fesselnder Weise über das Leben der gnechischten und römischen Frau. Sie ließ eine Reihe schöner Lichtbilder, chpische Szenen aus dem Frauenleben, besonders die griechischen Hochzeitsgebräuche darstellend, an den Augen der zahlreich erschienenen Besucher vorüberziehen. Sie kam zu dem Schlüsse, daß das Frauenrdeal der Deutschen eine Vereinigung des zarten, edlen Frauentypus der Griechen und des selbstbewußten, g erst es starken der Römer bilde, und daß diese Vereinigung das Wohl der Na- tion bedeute. Bornotlzen. — Tageskalender für Montag. Palast-Lichtsviele: „Der Gefangene von Zenda". — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Adam und Eva". — Astoria-Lichtspiele: „Das Mädel von Kentucky". — Aus dem Stadtt'heaterbureau wird uns geschrieben: Allen die die „Junggesellendämmerung,, im Winter nicht gesehen Hafen, kann em Besuch der Vorstellung am kommenden Dienstag aufs wärmste empfohlen werfen. Die Vorstellung des Werkes jüngst m Bad-Nauheimer Kurtheater hat neben fern Kas- sencrsolg einen außerordentlichen, geradezu stürmischen Heiterkeitserfolg erzielt, wie er selten im Kurhaustheater erlebt worden ist. — Vortrag. Am Mittwoch abend 8 Uhr wird in der hiesigen katholischen Kirche fer Jesuitenpater Erich Przywara aus München einen Vortrag über das Thema „Der Geist des Katholizismus" halten. (Siehe Anzeige.) — Kriegerverein. Donnerstag afend Monatsversammlung. Näheres im Anzeigenteil. — Haus und Schule. Nächsten Donnerstag Familienabend im Johannessaal. (Siehe Anzeige.) 1 leichter, ivenin ae= brauch-er (»2OnO3 WWMW f. Möbet-Trau-S'ion neemnci, zu verkauf Näh. t. b. Geschäftsstelle be- Gieß. Anr. Letre-i mittel: geschist in bester Vnne ,u uerin. e»tL(min auch bei Laden i jed. and. (Geschäft nbneneb. w. ©dir. Sinn, u 020632 an den Ctejz. Anz. Bin! »»verdeck Selbstfahrer, Break, iUteUn ,ntm »uneben 020615 Löberitrake 4 L Gutsituierter allerer Herr sucht uel-es Kräulein zmecks ge- meiniamenAuSflugs resp. spaterer w. Dchr. Sina. u. 020610 au den Wien Sim. Illlllllllllllllllllllllllllllllllll Zirka 5 Zentner Kartoffeln billig abzuueb. «rj itöbcvflrahe 3. r Verkäufe ~~J Verkauf oder Tausch. 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Gewünscht wird eine (4484 D ®FRANZ MlUSLKK Sw SHen taffilÄÄ® alsbald nefuSt. (lebig) gesucht. öaurtltnit Giehea empfehle» 4564 D ■ . ' . - - . M Die Beerdigung findet Dienstag, V24 Uhr nachmittags, auf dem Neuen Friedhof statt. n M »» Die Inhaber und Angestellten der Firma (krl Frensdorf. RECLAME SCHILDER MALERu-ZEKHNER LICHER-STR-3Z ■ Ihre am 17. Mai stattgefundene Vermählung geben bekannt Ganz plötzlich und unerwartet entschlief nach kurzer Krankheit unsere Verkäuferin und Kollegin 5 - zimmer - Wohnung m. Zubehör geg. eine kleinere Wohnung in der Nordanlage (Nähe der Slratzenbahn- haltestelle). Umzug würde vergütet werden. Näheres bei Einbrodt, Neuenweg, im Laden. Das Haarnabrinittel Humagfolan nach Geheimrat Pros. Dr. H. Zuntz wurde bis jetzt von über 1400 Aerzten schriftlich auf das günstigste beurteilt. Nähere Einzel- heiten enthält der unserer heutigen Aus- gäbe beiliegende Prospekt, welchen lvir unseren Lesern zur besonderen Beachtung Einen neuen Diplomatenschreibtisch Ein neues Fahrrad Eine neue Nähmaschine 20 Füllfederhalter mit 14 Kar. Goldfeder 21 Taschenuhren und eine große Anzahl div. Trostpreise. uns eine richtige Lösung einsendet ist Gewinner eines obengenannten Preises. »elws Brumlik norm. J. Jttmann Gienen Freddy Ringel und Frau Grete geb. Drinckmann Versteigerung. Dienstag den 3. Juni, von 2 Uhr ab, versteigere ich Brandgasse Nr. 3: Kleider-, Küchen- und andere Schränke, Vertikos, Wirts- und andere Tische, Divans, Betten, 1 Ditrine, 1 Schreibtisch, 1 Trumeau- und andere Spiegel, 2 Nähmaschinen, 1 Marmortisch, 2 Kommoden, Gas- und elektr. Lüster, 1 Photo-Apparat, Gasherde und Küchengeräte, 3 Küchenherde, Bilder, Kleider, Schuhzeug und vieles andere. Für die uns anläßlich unserer Vermählung m so reichem Maße erwiesenen Aufmerksamkeiten danken bestens Heinrich Ihm und Frau Anna geb. Sommerlab Unser verstorbener, lieber Alterskollege Herr Ludwig Hinterlang wird Dienstag, 3V2 Uhr nachmittags, auf dem Neuen Friedhof beerdigt. Wir bitten um allseitige Betei ligung. Die Preise werden ausgelost. Die Einsendung der Lösung verpflichtet Sie zu nichts, sie muß sofort eingesandt werden. Für Rückporto, Drucksachen und Schreiblohn usw. sind der Lösung Gebühren beizufügen. Briefporto 10 Pfennig. Ein Risiko gehen Sie mit Einsendung der Lösung nicht ein. Schreiben Sie sofort an den Globus-Versand, Heinr.Stamm,Braunschweig1026. 3762ss Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen danke ich auf diesem Wege herzlichst Maria Hampel geb. Stützei. Geburt eines gesunden Knaben zeigen an Lutz Horneffer Anneliese Horneffer geb. Biermann Für Schnhaacher n. 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Kein Trinkzwang. Gäste sind willkommen. I 45«D Juiä s W Nr. 128 Zweites SIM Ein verhüteter Krieg! Die Riesenexplosion bei Bukarest, eine der geivaltigsten Katastrophen ihrer Art, i'il mehr als ein wirtschaftliches Clnglück und mehr als ein empfindlicher Verlust des rumänischen Staatssäckels. Sie ist ein Fingerzeig dec politischen Vorsehung, die dafür sorgen zu wollen scheint das) gewisse imperialrstische Bäume nicht in den Himmel wachsen Llm aufzuzeigen, uxrs wir meinen sei auf die amtlichen rumänischen Berichte verwiesen, die, wenn auch widerwillig, zugeben, dah unter den in die Luft geflogenen Munitionsmengen sich aud), 1000 Waggons mit Granaten befanden, die von den Skoda-Werken neu eingetroffen waren und die man noch nicht in sicheren Gewölben hatte unterbringen können. Sin Mu- nitionsmagazin, das bereits 2600 Waggons Granaten enthält, hofft man zu „retten". Als) 3600 Waggons mit 105 mm Skoda-Geschossen auf einen Platz in der Rähe der Landeshauptstadt vereint, das geht weit über die natürliche militäcische Versorgung eines Landes wie Runränien hinaus und beweist, daß hier ein neuer Krieg vor- bereilet wur-de. Welcher Krieg? Der Krieg um Bessarabien, um jenen Landstrich zwischen Dnjesta und Pcuth, der durch Beschlus) der Pariser Dotschafterkonserenz vom 28. Oktober 1920 bem rumänischen Staate einverleibt wurde. Dreieinhalb Jahre lang schob Frankreichs das den Rumänen immer wieder Millionenanlerhen für Rüstungszwecke anbot, die Ratifikation jenes Beschlusses hinaus, bis Bukarest des Wartens und ider älnsicherheit müde wurde und das rumänische .Königspaar auf eine W e r b e r e i s e schickte. Die Reise ging über Paris, Brüssel und London, und sogar die angeblich wirtschaftlichen Beziehungen Rumäniens zur Schweiz muh en herhalten, um einen Besuch des Ballan-Königspaares beim Völkerbund in Genf zu begründen. Warum machte Ferdinand Dgn Hohenzollern diese Reisen, die sicherlich für ihn und auch für die schöne Königin Maria keine Vergnügungsreisen waren, in Begleitung eines gr offen militärischen und diplomatischen Gefolges? Die Rundfahrt hatte, das ist unterdessen klar geworden, keinen anderen! Zweck als um gut Wetter für den Fall eines b e - waffnetenKonflikts mit Ruhland zu bitten. Inwieweit bei dieser oder jener westlichen Regierung der Bukarester König dabei in der Nebenrolle des vom Schicksal ausersdhenen Vernichters des russischen Bolschewismus erschien, mag dahingestellt bleiben. Jedenfalls hat König F.-rdinand, wie man unter der Hand hörte, nicht verfehlt. auch diese Seite der rumänisch^-russischen Frage aufleuchten zu lassen. Das' war schließlich sein gutes Recht, denn er braucht gegen einen möglichcn russischen Angriff Verbündete, und -war sichere und stärlere als die Genossen von der Kleinen Entente. 2ll»er was geschah in Paris? Als das rumänische Königspaar dort unter Entfaltung eines unerhörten Prunkes einzog, um am Grabe des „Unbekannten Soldaten" die Blumengrüße der kleinen lateinischen Schwester niederzulegen, schloß sich — es war im vorigen Monat! — Poin - ca r e am Quai d'Orsay mit Herrn Du ca, dem Außenminister Rumäniens, in einem Zimmer ein, um über die „Ausgestaltung" des rumänisch-französischen Bündnisses zu beschließen. Dieses Bündnis bildet nicht nur ein Gegenstück zum tschechisch-französischen Vertrag, mit dem es in vielen Einzelheiten Aehnlichkeit hat sondern es entpuppte sich als ein Teil der großen foanzösi- schen Reuordnung Europas, die darauf hinzielt. inDeutschlands Rücken eine politisch und und militärisch zusammenhängende Staatenmasse zu schaffen. Frankreichs erhielt durch den neuen Vertrag das Recht, die rumänische Armer völlig zu reorganisieren und sie in jene Abhängigkeit vom Pariser Generalstab zu bringen, wie es in der Tschechoslowakei und in Polen bereits der Fall ist. wo französische Generäle die gesamte militärische Macht in ihren Händen vereinigen. Die nächste Folge der Pariser Geheim- bcschlüsse war ein R ü st u n g s k r e d i t von 200 Millionen Francs, und dann setzten die ungeheuren Munitionstransporte nach Bukarest ein. Ein großer Teil dieses Balkan-Zündstoffs ist jetzt durch einen, man Knute sagen, glücklichen Zufall in die Luft gegangen, und damit ist vielleicht auch die Hoffnung gewisser Leute zerstört, die den Dnjestr zur Weltberühmtheit, einigen Millionen Menschen zu vorschnellem Tode und Europa zu neuen Ruinen verhelfen wollten. Die überseeische Auswanderung nach Ziel und Beruf. Die Auswanderung Deutscher nach überseeischen Ländern im Jahre 1923 verdient besondere Beachtung. Die wirtschaftliche Rot in der deutschen Bevölkerung hat bis November vorigen Jahres von Monat zu Monat eine steigende Zahl von Angehörigen aller Berufsschichten dazu getrieben, ihre alte Heimat zu verlassen, um sich jenseits des Ozeans neue Cxistenzmöglichkeiten zu gur Jahrhundertfeier der Neunten Symphonie. Don D. Bruno Wille. । 3m Mai vor hundert Jahren wurde Beethovens bedeutendste Tondichtung zum ersten Mal einem Konzertpublikum torgetragen, vom Meister selbst dirigiert, obwohl er längst völllg taub war. Wir tocrben an Faust gemahnt, der erblindet mit dem Auge des Geistes in seine ©cclentiefe dringt und den „höchsten Augenblick" innen erlebt: in der Ewigkeitsschau geht ihm die Gewißheit auf, das Beste seiner Persönlichkeit könne „nicht tn Aeonen untergehen". Beethoven ist ein faustischer Künstler, und seine „Rennte" hat durchaus faustischen Charakter. Goethe schildert in seiner Drch- tung die eine ganze Weltanschauung bedeutet, den Menschen, wie er sich aus irdischer Beschränktheit losrrngt, ganz dem Ewigen ergeben. Clnd Beethoven führt.uns, in der unmittetbar-gemüti- schen Sprache der Musik, denselben Kampf und Sieg des Erdensöhnes vor. Sern symphonischer Schwanengesang ist em Evangelium vom ewigen Sinn der Schöpfung, em Triumph der Güte und Freude. Schon die Umstände, unter denen dre „Reunte" entftano und zur Aufführung gelangte, greifen mächtig ans Herz, insofern uns der titanenhafte Künstler vorlebt, tote ein Mensch imstande ist, hartes Leid, unter dem mancher andere zusammenGießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Montag, 2. Zum (924 suchen. Von Interesse sind die Richtungen, in die sich der Strom der deutschen Auswanderer bewegt. Die Hauptauswanderungsziele gehen aus der untenstehenden Tabelle hervor. Es zeigt sich, daß die Auswanderung nach Südamerika in den Jahren 1920/23 stetig gestiegen ist. Hatte sich aber besonders in den Jahren 1920 und 1921 der Hauptstrom der deutschen Auswanderer nach Südamerika gerichtet, so ist das gewaltige Anschwellen der Zahl der Auswandernden 1922 und 1923 vorwiegend Nordamerika, insbesondere den Vereinigten Staaten, zugute gelommen. 3m Jahre 1923 gingen 81,1 Proz. aller Auswanderer nach Rordamerika. Es gingen nach: Südamer. Gesamtzahl der Nord- BraArgenohne näh. Auswandernden amerifa silien tinien Bezeichnung 1920 8 458 1 429 131 588 6 078 1921 23 451 9 080 6 872 2 056 3 920 1922 36 527 24 608 5 261 4 996 730 1923 115 416 93 576 8 920 9 640 1733 Die deutsche Auswanderung 1923 ging zu 99 Proz. über Hamburg und Bremen. Die Gliederung der über diese 5)äfen beförderten deutschen Auswanderer nach Berufsschichten geht aus folgender älebersicht hervor: and- und Forstwirtschaft . . . 16 903 14,9 % Bergbau, Hütten- und Ealinenwesen 1 843 1,6 „ Industrie (Gewerbe) einschl. Baugewerbe ......... 45 418 39,9 „ Handels- u. Versicherungsgewerbe 13 070 11,5 „ Derkehrsgewerbe, Gast- u. Schank- Wirtschaft ........ 3128 2,7 „ Häusliche Dienste......H 564 10,2 „ Lohnarbeit......... 3 039 § 2,7 „ Freie Berufe, Oeffentlicher Dienst 4 454 3,9 „ Ohne Beruf und Berufsgewerbe (Familienangehörige usw.) . . 14 393 12,6 „ 113 812 100 % In den er ft en drei Monaten 1924 zeigt sich im übrigen ein erheblicher Rückgang Der Auswanderung. Im Rovember 1923 wanderten etwa 16 0 0 0 Deutsche nach überseeischen Ländern aus. Don diesem Höchststand ist die monatliche Auswanderungsziffer bis April auf etwa 4000 gefallen. Das ist vor allem darauf zurüc^usühren, daß die Vereinigten Staaten nur einer bestimmten Anzahl von Deutschen die Einwanderung jährlich gestatten, und daß für das laufende Geschäftsjahr bis Juni 1924 diese Quote erschöpft ist. Im Juli Wirch mit dem Fortfall der nordamerikanischen Sperre mit einer erneuten erhebtichen Steigerung der Auswanderungsziffer zu rechnen sein. Alebe rmittlung vorherrschte, äleberhaupt war man zu jener Zell noch sehr anspruchslos. Als im Jahre 1847 der gemeinsame preußische Landtag zum ersten Male zusammentrat, damals ein bedeutsames Ereignis, wurden doch die Berichte darüber erst acht Tage später in der „Preußischen Zeitung" veröffentlicht, einige Tage darauf übernahmen sie dann die anoeren Blätter. Man vergleiche damit, wie heute das Rachrichtenwesen organisiert ist. Meistens erscheinen in den Blättern die Meldungen über die Ereignisse des vergangenen Tages, in vielen Fallen, wenn sich dies ermöglichen läßt, erfährt der Leser sogar von Begebenheiten, die sich erst wenige Stunden vorher zugetragen haben. Mit der Erfindung des Telephons und der Verbreitung des telephonischen Verkehrs setzte eigentlich erst die schnelle Rachvichtenübermitt- lung im Zeitungswesen ein. Die meisten Telegramme, die heute die Zeitungen verösfentlichen, sind Wiedergaben von Telephongesprächen, denn dadurch wird eine große Beschleunigung und viel bessere Ausnutzung des Drahtes herbeigeführt. So waren die Meldungen, die der „Gießener Anzeiger" am Tage nach der Reichstagswahl über die Wahl veröffentlichte, zum größten Teil telephonisch übermittelt worden. Gerade die Wahlziffern, die sich aus ganz Deutschland in einer Zeitungsnummer vereinigten, waren geeignet, eine Vorstellung von den ungeheueren Fortschritten des Rachrichtenwesens in den letzten Jahrzehnten zu geben. Der Leser des „Gießener Anzeigers" konnte also schon am Tage nach der Wahl sich ein ungefähres Bild von deren Verlauf und dem voraussichtlichen Gesamtergebnis machen. So ist die Zeitung jetzt weit mehrals früher das Tagebuch der Zeit geworden und ein Dokument, in dem Ereignisse und Tatsachen ausgezeichnet werden, sowie Stimmungen und Meinungen ihren Riederschlag finden. Heute ist das Dasein eines Kulturmenschen ohne Zeitung sozusagen unmöglich. Wer im Leben stehen und nicht zurückbleiben will, der muh eine Zeitung lesen. Schon im Jahre 1697 hieß es in einem Hamburger Büchlein „Zeitungs Lust unb Rutz": „Will aber wer klug seyn und werden, wo er anders in der Staats-, Handels- und bürgerlichen Gesellschaft leben will, so muß er Zeitungen wissen, er muh sie stets lesen, erwägen, merken und einen Verstand haben, wie er mit denenfelben umgehen soll." Wie viel mehr gilt das, was damals empfohlen wurde, heute, in einer Zeit des gewaltig gesteigerten Verkehrs. Der Hessische evangelische Psarrverein hielt im Landesshnodalgebäude zu D a r m st a d t seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende Dekan I a u d t - Planig legte den Das Tagebuch der Zeit. Das Tagebuch der Zeit, in das die Geschichte ihre unmittelbaren, augenblicklichen Rotizen einträgt, nennt Der Dichter Robert Prutz die Zeitung. Aktualität ist in der Tat ein Wesenszug der Presse. Prutz, der 1872 gestorben ist, hat aber die Entwicklung des modernen Rachrichtenwesens nicht mehr erlebt. Es ist ja noch gar nicht so lange her, daß wir nach unseren heutigen ^Begriffen den Inhalt einer Zeitung wirklich zeitgemäß nennen dürfen. Im 17. Jahrhundert brauchten Rachrichten von Venedig nach Nürnberg 20 Tage und von Antwerpen nach Köln fünf Sage. Ein reitender Bote legte die Strecke von Frankfurt a. M. nach Hamburg tn fünfeinhalb Tagen zurück, die Entfernung von Frankfurt nach Leipzig in zweieinhalb Tagen und nach Paris in sechs Tagen. Im 18. Jahrhundert waren die Verhältnisse kaum besser. So erreichte die Rachricht von dem großen Erdbeben in ßtifabon am 1. Rovember 1755, bei dem angeblich mehr als 100 000 Menschen um« kamen, erst am 2. Dezember Berlin, d. h. an diesem Tage wurde sie von der „Vossischen Ztg." veröffentlicht. Selbst der weltgeschichlliche Vorgang der Flucht Rapoleons von Elba, der durch Eilboten gemeldet wurde, brauchte einen halben Monat, um auf dem Wiener Kongreß bekannt zu werden und dort Bestürzung hervorzurufen. Tagebücher der Zeit wird man die damaligen Zeitungen wohl kaum nennen können. Roch um die Mitte des 19. Jahrhunderts war die Rächtichtenübermittelung nach unseren Begriffen außerordentlich langsam. Eine Meldung brauchte zur Beförderung von Köln nach Frankfurt vier Tage, von Paris nach Köln eine Woche. Im Jahre 1849 richtete sich die „Kölnische Ztg." eine Taubenpost ein, die die Rachrichten von Paris nach Aachen besorgte: von dort wurden die Meldungen nach Köln weitergegeben. Man muß berücksichtigen, daß zu jener Zeit die Eisenbahnen erheblich langsamer fuhren ais heute. Das Jahr 1849 brachte aber eine neue, weltbewegende technyche Neuerung, nämlich die Einführung des ersten „elektromagnetischen Staats- telegraphen". Für die damalige Zeit war dies ein geradezu ungeheuerer Fortschritt im Nachrichtenverkehr. Der Telegraph war aber sehr teuer, so daß eigentlich nur in Ausnahmefällen von ihm Gebrauch gemacht worden ist und die briefliche Jahresbericht vor. Der Verein hat das schwere Jahr 1923 gut überstanden: 32 neue Mitglieder sind eingetreten, 2 gestorben. Der Vorstand hat in feiner Arbeit der Not der Zeit Rechnung getragen. Die Neuwahl bewies dem Vorsitzenden das volle Vertrauen aller Anwesenden, so daß er sein Amt weiterführt. An Stelle des verhinderten Rechners legte der Schriftleiter des „Hessischen Kirchenblattes", Fritsch- Ruppertsburg, den Rechenschaftsbericht ab. Er referierte über Arbeit und Inhalt des Blattes, das nun wieder neu aufzuleben beginnt. Es wird ihm das Amt von neuem übertragen. Prälat D. Dr. Diehl machte sodann der Versammlung vertrauliche Mitteilungen über den Abbau, welche durchaus befriedigten. Das bestätigte auch das Korreferat von Pft. Weck- Steinfurth, der die Wünsche der Geistlichkeit betonte. Oberschulrat Direktor Altendvrf- Friedberg referierte über die Organisation des Reichsbundes höherer Beamten. Erfolg des Vortrages war der einstimmige Beschluß, dem R. h. D. beizutreten und damit auch dem Landesverein B. h. D. Professor Dr. K. Schmidt- Gießen hielt dann einen interessanten Vortrag über den „Stand der neutestamentlichen Wissenschift". Psr. Dr. Simon- Albig schilderte die Gefahr, welche dem humanistischen Gymnasium droht. Eine .dementsprechende protestierende Erklärung wurde angenommen und wird dem Landesbildungsamt eingereicht werden. Eine Adresse, welche dem scheidenden Professor D. Schian- Gießen Dank und Wünsche für sein neues Amt ausspricht, wurde angenommen. Vizepräsident Dr. B e r n be ck teilte die Grundsätze über die Anrechnung der Dien st Wohnungen der Geist- lichen mit. Seine Ausführungen über die jetzt viel besprochenen Kirchen st euern lösten eine lebhafte Aussprache aus. Daß die Landeskirchen- fteuer für 1924 höher als im Frieden ist, liegt an dem Ausfallen an Kapitalzinsen, den Mindereinnahmen an Pachterträgnissen und den zu erwartenden größeren Posten an uneinbringlichen Steuern. Beschwert fühlen sich die Steuerzahler durch den Rückgriff auf das Ergebnis der Steuerveranlagung von 1922 und durch die Festsetzung von nur zwei Zahlungsterminen. Es sollen möglichst vier 'Termine erwirkt werden. Im übrigen soll berechtigten Beschwerden durch Stundung, Herabsetzung usw. Rechnung getragen werden. Die Kirchenvorstände müssen die Einzelfälle prüfen bracht, nicht nur zu ertragen, sondern sogar zu einer Stufe seines Emporstieges zu machen „Was mich nicht umbringt, macht mich stärker", sagt Nietzsche, und zu solchem Heroismus 'hat sich Beethoven durchgerungen aus ferner Verzweiflung über den Verlust fernes Gehörs, das dem Musiker zunächst ganz unentbehrlich erschien: die Versuchung, sich selber zu töten, die ihn bei Begrünender Taubheit heimsuchte, bestand er als ein Held, vermöge seiner sittlichen Stärke: „Ich will dem Schicksal in den Rachen greifen, ganz nieberbeugen soll es mich gewiß nicht: Kraft ist die Moral der Menschen, die sich vor anderen auszeichnen, sie ist auch die meine.“ Solche Grundsätze haben unseren Meister auch zu einem Lebenskünstler gemacht, der die Dissonanzen seines Mißgeschickes wunderbar aufzulösen wußte. Gerade dadurch daß der Taubgewordene von der Außenwelt gewissermaßen abgeschieden war, fühlte er sich ganz auf seine Innerlichkeit hingewle^en: und ungestört von des Alltags häßlichen Geräuschen, entfaltete er seine musikalische Einbildungskraft so großartig. daß an Stelle des eingebüßten Lorperlichen Gehörs ein geistiges trat, jenem weit überlegen an Spürsinn für die seelischen Geheimnisse des Kosmos. Sein heiligstes Innenleben such e er in Tönen auszudrücken, sein reinstes Sehnen und Lieben, seine Religiosität, die ein Glaube war an das Göttliche jm Menschen, an die ewige Liebe, die alle Düsterkeiten besiegt und verklärt. Gerade in den Jahrzehnten äußeren lllnglücks befand sich Beethoven auf den Gipfeln seiner Schöpferkraft und Geistigkeit, und ein Riesenwerk reihte sich ans andere. Seit 1806 entstanden die Appassionate, die Missa svlemnis, das Violinkonzert in O-Dur und die letzten sechs Symphonien (von der vierten bis zur neunten), daM noch wundervolle Werke der Kammermusik. Am 7. Mai 1824 fand in Wien das Konzert statt, das einzig großartig in der Kunstgeschichte dasteht. Auch in seinem äußerlichen Verlauf war es ein Triumph der Vergeistigung gegenüber den chaotisch^ungefügen Naturgewaiten. Lauter Werke von Beethoven wurden geboten, und der Meister selber schwang den Takt stock. Auf drei Sätze aus der „Missa solemnis" und die Festouvertüre „Weihe des Hauses" folgte die Neunte Symphonie, die ein halbes Jahr vorher entstanden war. Das im neuen Konzert Hause versammelte Publikum fühlte die Weihe erh.benster Kunst um) geradezu eine Offenbarung aus den Regionen ewiger Schönheit und Weisheit. Der Beifall — so berichtet die Ehronik — war so mächtig, wie er nur je einmal gewesen. Als ter Jubel b.gann, hörte es Beethoven nicht und sah auch kein Anzeichen davon, weil er ja dem Publikum den Rücken wandte. Da hatte eine der Solosängerinnen den guten Gedanken, den Meister nach dem Proszenium umzuwenden und aufmerksam za machen auf das begeisterte Auditorium, das in und begutachten. Im Herbst soll nochmals eine Hauptversammlung staltfiuden, wahrscheinlich in Verbindung mit dem großen Deutschen Pfar- rer tag, der vom 22.- 24. September inGießen abgehalten wird. Turnen, Sport unb Spiet. • Leichtathletik. Wie im Vorjahre fand am Sonntag anläßlich des Spielplatzwerbetages' der Staffellaaf „Rund um die Anlagen" unter Teilnahme der Sportvereine der Gruppe Gießcn-Dutzbach statt. Die 3000 Meter lange Strecke war für Jugendliche und Akllve jeweils wie folgt eingeteilt: -2x200 Meter, 1000 Meter, 4,- 200 Meter und 4x100 Meter. Die Leichtathleten des S. C. 1900 Gießen konnten, wenn auch nicht ohne Kampf, fo doch sicher die Staffeln in den beiden Klassen gewinnen. Die Ergebnisse: Jugend: 1. S. E. 1900 i. Mannsch 7,33 Min., 2. V. f. R. Butzbach 95 Meter zur., 3. S. C. 1900 II. Mannschaft weitere 35 Meter zurück, 4. S. C. 1900 HI. Mannschaft weitere 300 Meter zurück Aktive: 1. S. C. 1900 7,01 Min., 2. 3. Komp. I.- Regt. 15 150 Meter zurück, 3. V. f. L. Gießen weitere 50 Meter zurück, 4. L. C. 1920 Gießen weitere 200 Meter zurück "älniversitätGieß en—Technische Hochschule Darmstadt gewinnt Gießer 2:1. Gießen ist damit in der Zwischenrunde um die akademische Handballmeisterschaft, deren Endspiel beim Deutsch-akademischen Olympia in Marburg ausgetragen wird. Spielverlauf: Die Darmstädter spielen mit dem Wind, sind überhaupt rascher als die Gießener und schießen nach wenigen Minuten ein. Gießen kommt allmählich auf. Einen 11-Meter-Ball hält der Darmstädter Torwächter. Bei einem Schuh der Gießener wirft er sich zu zeitig, und der Ball rollt über ihn ins Tor. Halbzeit 1:1. Mit dem Wind spielend wirk' Gießen immer überlegener, auch ist sein Zuspiel besser als beim Gegner. Darmstadts Sturm versucht vergebens durch rasches Laufen auszugleichen. Gießen erzielt ein zweites Tor. Ständrge weitere Angriffe vereitelt die Darmstädter Verteidigung. Auch schießen die Gießener schlecht. — Das Spiel verlief bei scharfem Tempo anständig und ruhig. Der Schiedsrichter Schneider (Reichswehr) leitete sicher und sachgemäß. Schwächen der Gießener: Sturm läuft zu langsam, Außenstürmer, besonders links, langsam und unsicher, Schuhvermögen schwach. Ganz ausgezeichnet ist der Mittelläufer, gut sind Mittelstürmer, rechter Verteidiger und Torwart. Hochschulnachrichten. Don der Technischen Hochschule Darmstadt. rmk. Darmstadt, 1. Juni. Das Sommer- semester der Techn. Hochschule weist nach der Aufnahme am 15. Mai einen Bestand von 2350 Studierenden und Hörern auf. Neu ange- meldet wurden 237 Studierende, darunter haben Maschinenbau 78, Elektrotechnik 62, Chemie 22 belegt. Warnung vor dem Medizin-Studium. Der Verband der Aerzte Deutschlands erläßt, wie die „Klinische Wochenschrift" berichtet, eine neue besonders dringende Warnung vor dem Studium der Medizin. Diese Warnung wird hauptsächlich begründet mit den einschneidenden Bestimmungen über die Zulassung zur Kranken- kassenpraxis und mit der allgemeinen Notlage der Aerzte, die auch die älteren zur Weiterarbeit und die Assistenten zum Verbleib in ihrer Stellung zwingen. , Wirtschaft. Verschlechterung der Lage der Textilindustrie. Die neuerlichen Kreditrestriktionen der Rerchs» bank haben auch die Textilindustrie starke älnge» legenheiten bereitet, da dieser Industriezweig wegen der gewaltigen Rohstoffteuerung gegenüber der Vorkriegszeit unb der erheblichen Verluste an Betriebskapital in der Inflationszeit heute auf bte bereitwillige Gewährung von Krediten angewiesen ist. Der Auftragseingang ist weiter befriedigend, wenn auch langlaufende Fristen von den Fabriken ausbedungen werden müssen. Die Fabriken sind aber vollbeschäftigt nur im Rahmen ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit. Ein rationelles Arbeiten, d. h. eine Vollbeschäftigung des gesamten stehenden Produktionsapparates wird in vielen Fällen ohne ausländische Interessennahme nicht ivon welche eine zarte, weisse flain o blend, schönen Teint erlangen u. erhalten will, wäscht sich nur mit de« Ssdhentferitfeife die beste Lilienmilchseife Bergmann 8 Co., Radebeul. Überall erhältlich. Kreux-Drog. August Noll, P. J. IRöbs, Drog. Georg Wallenfels, Bros?. 0. Winterholf. 4146c die Hände schlug, Hüte und Tücher schwenkte Nun gab er durch Verbeugung seinen Dank zu erkennen, und dies war als Signal zum Lvs- brechen eines kaum erhörten Jubels, der lange nicht enden wollte. Freilich, der da oben stand, hörte ihn nicht — er war eine Welt für sich — auch wohl noch entrückt in jene Sphären, die ihm sein idealistischer Flug erschlossen hatte. Aber bann konnte er sich wieder einmal unter Menschen heimisch fühlen. Hatte doch soeben sein Werk verküirdet, daß wir ©taubgeborenen, obwohl wir der Raiur und dem Schicksal gegenüber, noch m?b: durch Schuld menschlicher Ichsucht und Verständnislosigkeit, schwer zu leiden haben, dennoch über Kräfte verfügen, uns aus den Schluchten firmerer Niedrigkeit empvrzuringen ins Leuchten der Ewigkeit. Wie ein ^.erlösendes Wort" wild es empf-inden, daß nach Instrumental-Ak orden, die verzweifelten Schmerz ausdrücken, eine Menschenstimme Erbarmen verkündet: „Freunde! nicht lolche Töne!" Clnd nun hebt ein Ehor einen Gesang des Trostes an, eines seligen Allgefühls - erst schüchtern und fast stammelnd, dann kraftvoll und einmütig, wie einen Gemeinde-Cantus von Bach Zugrunde gelegt sind ihm Schillers herrliche Worte vom „Vater überm Sternenzeltden seine empvr- g^hebenen Geschöpfe um ubeln: „ Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium! Wir betreten feuertrunken, Himmlische, dein Heiligtum.' llljr: 3m weihen Röhl. Büchertisch. -x= nr <. \ flum oivcutn .zzuue alä äu den Schlafkranken und Aussätzigen Schriften.durch Ptznr,nakon2l.-G. 3-rniIkfnrt n. M. voll ÜOll voll voll voll voll voll voll voll voll voll 10 voll voll voll voll voll voll voll »oll voll voll voll 40 voll voll ' voll voll ' voll! voll 60 10 Banknoten. (Ohne Gewähr.) Dtcpart 3Q. I-M. voll voll voll voll voll voll voll voll Norwegische Noten Rumänische Noten. Spanische Noten. . 3e frischer, desto feiner und cvniebincr! Da« ist ' ble 'nnn sich für Pfeiffer L Dtllers n^r Ausserdem aber weiter: Nie zuviel in den Knffeetopf. Ein Kaffeelöffel nnfi J Dicklich viel auf 3 bis 4 Kaffeelöffel Bohnen- °der Getreidekaffee. Hier kann man wirklich waren, bat; man sich dadurch den Geschmack und die Freude verdirbt. Gerade das Gegenteil ist der Fall rcnL®TUlfenzu>l hinabführte u.ib ten Lumiel K bem Elbeamvos überschritt. Lorenz hatte Eibonmoos angestochen, Lrockengräben ausaeb^ den das Sickerwasser gesammelt urS> bverten ^tonschale über Len Lunnelsirst w % geleitet. Er wollte den Spaziergang tenühm bi° WS-rv-rMtM- z^pri^n^ Rieterschlage der letzten Woche hatten das Eib^° wie einen Schwamm durchnäßt, und der b-es .GArrges wirkte sichtlich stärker als „^•Sm Tunnel sprudelte das Wasser aus allen Rohren. Sie gelangten in drei Stunden auf die Paß- hohe, ohne cm Wort über den Zweck der Llnter- redung zu verlieren. Lorenz Bantiger ermutigte den Werber nicht, und seine Zurückhaltung, die mehr feinem Wesen als seiner Absicht entsprang, hatte auf einen anderen vielleicht abkühlcnd und abschreckend gewirkt. Aber der Tessiner war zu kühn zu angriffslustig und zu leidenschaftlich, sich fen^oi8^ 'T ®r ^Xlrtctc nur, bis sie den steilen Anstieg überwunden und die große Kehre eb? Unter Mattel erreicht hatten, En c. sern Anliegen vorbrachte. Sie standen in ter Kehre still und ruhten einen Augenblick vom sonders wenn sie mich auf der Rordseite tes Gotthardberges weiß. Sie hat keine anderen sinter. We ntifmerfiam zu. Er wußte, daß Pomectas Erzählung eine Erklärung war, und blickte ernst und gesammelt. er schwieg, fuhr Pometta fort, inte-n er ungeduldig ten Fuß hob, um weiterzugehen. - »Sch .habe mir mein Wissen auf deutschen und schweizerischen Hochschulen erworben, und ich habe von meinem Beruf geträumt, ehe ich ihn ausuben durste. Aber er ist noch viel schöner, als ich ihn erträumt habe. Mit den Mädchen habe ich mich nicht viel abgegeben, und daß ich ein schlechter Zecher Bin, wissen Sie. Das ist nichts für einen, der den Kops j den Vtoraen frisch und klar in den Berg steckt. Aber jetzt ist etwas anderes in mir. Und Sie wissen, was ich Ihnen sagen will. 3ch weiß, daß Sie eö wissen." herausfordernd, blieb stehen und blickte Lenz hell, beinahe lustig an. Er sprühte von Lebenslust, und Lorenz spürte, daß sich ta* hinter eine starke Leidenschaft verbarg »Sch weiß es und ich hab: Ihnen keinen Stein m ten Weg gelegt, denn es ist Ihre und Aguesens Sache, einen Weg zu finten. Aber warum wenden Sie sich an mich? „Weil ich noch zu großen Respekt habe vor dem Baumeister, ich meine vor ihrem Vater, und sonst hab' ich auch noch keine Ertlärunq her» vorgebracht." a Er war verlegen geworden. Diese Verlegenheit stand ihm gut. a Lenz lächelte. „Sonst? Sie meinen bei meiner Schwester! ?- (Fortsetzung folgt.) - Der Leipziger Verlag QuelleLMeyer gibt eine neue Reihe geschmackvoll in Java- Papier gebundener Rovellenbändchen heraus von denen uns 3.V von Scheffels ergreifende Krerrzfahrergeschichte „Iuniperus" vorliegt. — Albert Schweitzer: AusmeinerKind- Jugendzeit. Mit einer Ansicht Schweitzers Heimatdorf. München 1924. E. H. •pect. In Halbleinen geb. 2,80 Mk. Albert Schweitzer, ein großer Theologe, einer ter bedeutendsten Orgelspieler und Dachkenner ter Gegen- (An Billionen Mart auSgedrückt. BucnoS-Rire-, London, Neu« dort, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien und Budapeit für 100000 Einheiten, olles übrige für 100 Einheiten.) Westafrikas gefahren. Gleichsam als tLvschlÄ)S« grüß an seine Freunde und Leser gibt A. Schweitzer seine Iugenderinnerungen heraus, ter Humor, die Reinheit und Iugendfrische, die gelebte Sittlichkeit, der Duft altelsässischen Dorflebens, der aus diesen Blättern aufsteigt, sind von bezwingender Anziehungskraft. Man spürt es: das Beispiel dieses Guten macht alle gut, die mit ihm in Berührung kommen. Die Erzähluna der Schicksale Schweitzers ist durchsetzt von feinen Bemerkungen über das Leben des Kindes und Jünglings in seinem Verhältnis zur Haus- gemeinschaft, zur Schule, zur Kirche und klingt in Betrachtungen aus, in denen uns ter Geist ■ 9brebigt "ahe berührt. Daß solch ein t.^uttfcrer b^Hminen Zeit noch möglich ist, erfüllt uns mit froher Hoffnung. ’ Sn der neuen Funkliteratur ist vom Ratur- Die Bantiger. Roman von Hermann Stegemann. 17 Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Der Baumeister hatte seine Tochter veranlaßt, auf einen Aufenthalt im Hochgebirge zu verzichten, und Ens war gern auf dem Wolfen- **^9 0eBliefen, obwohl sie beinahe ebensogern ins Berner Oberland gefahren wäre. Sie blieb T^r<=AraF^tCrnur bvn Zeit zu Zeit aus Schloß Egg, denn er mußte sich vervielfältigen und konnte das Ganze nicht über der Förderung eines Teilstnckes vernachlässigen, älnd nur, wenn ec war, wurde Ens scheu und launisch. So- bald sein Wagen wieder zum Tor. hinausschoß, wurde ihr Verhalten zu Pometta wieder zu einem tourtemen eTn’ ÜDn innen heraus genährt - $€C Vaumeister hatte kein Auge dafür, aber Vvonne sagte eines Tages zu Lorenz: Kr i’;^9ned Ä!1 eif^üchtig, wenn ter Vater ihn entdeckt" 2Inft>ruc^) nimmt Sie hat ihr Herz l^bte die fertigen Phrasen n$l ^cht. ob Ens auf Len ^Jater eifersüchtig war ^uf. Q'-gncß Bintiger ronn.e frei Wahlen, und dem Vater war ter Eidam 26ct Db Sns bereit war, die Werbung Pomettus, die em offenes Geheimnis war, zä erhören, oder nur mit dem Feuer spielte, das nw&V1’ Ä SU entscheiden. Daß Giovanni das Mädchen liebte darüber war der Bruder nicht mehr im Zweifel, und als ter Tessiner eines Jede tüchtige Hausfrau »ÄS bewahrte unschädliche Mottenmiitel' 3904ss auf dem alten, mit Geröll über- Tiefe lag Eggstetten mit enggedrängten Giebeln und ten drei großen » *2 ^em die Bewohner ter ganzen Tal- jm*’ nach alten Gemeinterechten geschieden, zu ^ Singen. Don ten Hängen und aus dm Slanzten zahlreiche Einzelhöfe, und gen d^h"te stch welliges Land, aus dem Turm aus ~urm reicher Ortschaften spitz hervvrstach. Lenz freute sich des Anblicks. tet S Ä 9rün und gelb. Der Regen ®.}^d aufschießen lassen, ohne das Ge- bucken. Ich glaube, daß wir beständiges Wetter bekommen. Der Himmel ist wie ausae- weht stettg"^^' <5<6toüte- und ter Wind ÄS? ®a tM-nöte Tometta sich zu ihm um. beicht fie Krich Iura Werte, und tet i^’fünf E.Z" später geheiratet Da tmr ’te ’unf Jahre ^as ^eicyasrsiayr 1923 brachte einen Rein- Berlin 31 Mai Das Getreitenescbäsf ift der Den Hchen B^tV« “^n9- 1 ruclgeteängt. Mitteldeutschland hat nocht Bedarf ÄSSäx* sä« imng " S 3a6re 1932 * !°cken durch inländisches Angebot gedeckt. Amt- LLM-chSZL« LVMWSSS SS'Äös.- st Sä WäSM ..üii'LAL «ÄtÄÄ K bSI esp s g ca. 20 Millionen Dollar besitze und in der Lage 1050 Ä iRVia l2' Lupinen blaue 10 bis ^^Spekulation an ten ausländischen kuchen^a qqVLSÄJ1^,13’,?^ Dorstn die Spitze zu bieten. ! 7.Z bis 7.50.' «KWH stieg nach einem Bericht ter „Umschau" von 808 031 Tonnen im Jahre 1913 auf 1 285 399 Do. 1918, also um 59 Puoz. Dabei haben sich hie Methoden der Gewinnung in sehr bezeichnender Steile verändert. Die Bindung von Luftstickstoff hat außerordentlich zugenommen, während die Verwendung von Chile-Salpeter und Z^okerei- Produkten ^urückgcgangen ist. Der Luftstickstoff deckte im Jahre 1922 41 Proz. des Gesamtvev- brauches von 875 000 Tonnen: 35 Proz. tarnen auf ten Chile-Salpeter und 24 Proz. wurden auf anderem Wege gewonnen, hauptsächlich aus den Waschwässern der Kokereien und Gasanstalten. In ten Vereinigten Staaten überwiegen die letzteren Quellen nv-h bedeutend die Bindung des । 2*“, ounimerarur i|i vom ülatur- Luftstickstvffes, ter nur 8 Proz. von dem Jahres- wiisenschaftlichen Verlag in Detmold eine Schrift verbrauch von 179 000 Sonnen 1922 ausmachte, terauögegeten worden. „W i e baue ich mir Wo es mehr Männer als Stauen gibt. r a t". 'von "studimrat' Wzö Die neueste Statistik ter a u st r a l i s che n Goldmark. In der Schrift wird der Weg gezeigt, Bevölkerung zeigt, daß die Staaten von Austra- 'n welcher Weise man sich mit einfachen Mit°> lien am 31. Dezember 1923 eine Bevölkerung }«n ^t und seiner Bevölkerung teilt Aug Sichels- 1000 auf 5 9. Die Geburtenzahl sank von bacher in einem Schluhartikel mit Dr Albert 16,8 auf 15,4. Die Gesamt st erblichkeit Schreibers l§hese von der Burg Wildenberg im weist die beträchtliche Abnahme von 15,2 auf Odenwald cFs Vorbild der Parsivalsburg wird 13,6 pro 1000 aus. Am stärksten ist die Sterb- ?ur Diskussion gestellt. Dr. Aug. Memminger er» lichkeit bei den Säuglingen gesunken, die von innert an das älnwesen der berüchtigten Spessar- 2,5 auf 1,8 herabging: die übrigen Altersklassen ter Wilderer Hasenstab in der 2 Hälfte des bis zum 60. Jahre weisen diese Abnahme in ge- 18- Jahrhunderts. Mitteilungen übet Wande- ringerem Grade auf. Bei ten Todesursachen ist Zungen im Spessarck vervollständigen den mannia» die Abnahme ter Tuberkulose st er blich- faltigen Inhalt dieser mit Geschmack und Geschick feit von 2,08 auf 1,62 und im Alter von 0—15 redigierten LNonatsschrift. Jahren von 0,23 auf 0,17 bemerkenswert. Auch --- die Krankheiten der A t m u n g s o r ga n e sowie des Magens und Darms haben stark ab- genommen. Durch die günstigeren Sterblichketts- k^yr ^°rnLru”? Snhalt aller unter dieser Rubrik Verhältnisse ist ter Geburtenüberschuß von mC^r?en ^lltikel übernimmt die Redaktion dem 6450 auf 7653 gestiegen. Puvlitum gegenüber keinerlei Verantwortung.) —----- i Wo bleibt der Abschlag der Wurst- und Sprelplan der frankfurter Theater. Fleischpreise? J-ia rufticana^ HieraE^De^B^ja?"wMittwoch so ntete ^to^eZsei?langem mcht^te?^ malnbSi. 5®ita8n,e6S‘a&>5na ffifaj'eÄ.T I Stl X f “ Die Boheme. Sonntag, 8.: Aida Montag 9 W u r st - u n d -> r s ^bL?Iea9 be = ®er Sprung über den Schatten. — Schauspiel was zu mwken^Als fkf bi^SrliVfr^ haus. Dienstag 3.: Tanzgastspiel von Ktawdja gegenge1?7?er RiWna tet^a^n mu^ £1 2?an Kireeff und Alexand. Saxelin. man^ hörm, test nur ter Mch^ te^ch^in^ MHEZMWWW Verbraucher als nicht berechttgt nachgecviesenl Was sagt die P r e i s p r ü f u n g s st e l l e dazu? ~ Freiheit und Einheit, 1812 Soll etwa ter Landwirt recht behalten, wenn er big 1858 Von Stud.-Rat Walther Classen ^“te tagt, daß nur dem Erzeuger auf die Hamburg (Heft 13/14 des Geschichtswerkes Das $™ger gesehen würde, nicht aber den bei der Werdm des deutschen Volles"). Pr. 2.50 G.-Mk. Lebensmittelversorgung der Städte beteiligten ^24. Hansoatlsche Verlagsanstalt, Hamburg 36. anderen Berufen? Die Darstellung dieser knappen Geschichte ist an- Mehrere Beamte und Angestellte, schaulich und bildhaft. Die Persönlichkeiten treten ttar und lebendig vor unser geistiges Auge Die innere Ergriffenheit von dem Stoff, die Liebe zum teutfchen Volke weckt gleiche Empfindungen und Ennnerungen. durchzutuhren sein (z. D. weiteres Llmsichgreifen. * Die Deckung des Mafchinenbe- ter Lohnbeschafttgung für das Ausland). In der darfs in Polen. Der Bedarf an Maschinen Hä) die im ersten Vierteljahr aller Art in Polen wird seit einiger Zeit nahezu 1924 gesteigerte Rachsrage nach Textilien bis zum völlig vom Inlaute gedeckt. Es gibt jetzt etwa erhalten. Während im Januar 200 Fabriken, die sich allein mit ter Erzeugung ^15- Nachfrage hauptsächlich bestimmten Arttkeln landwiitschaftlicher Maschinen und Wer^euge in ifu>deugen, Handtüchern und Wischtüchern) für Polen befassen. Der Import von Maschinen nach r, - UTtb. .Ausverkäufe" ufto. Polen ist in den letzten Monaten auf ein Minr- galt, pat sie sich auch inzwischen auf die übrigen mum zurückgegangen. Artikel ausgedehnt. Die Preise für Rohmaterial j * unö Garne sind ständig gestiegen und haben zur „ ___ Zeit eine Höhe erreicht, die ten Absatz ter Fabri- Berliner Dorfe, tate gefährden tann, wenn nicht bald ein Still- Berlin, 31. Mai. (Wolff.) Das Ereignis stand in ter Aufwärtsbewegung eintritt In der des Tages am Devisenmarkt war die dolle Zutei- Iute-Industrie hat das lebhafte Inlandgeschäft lang für London und Amsterdam gegen gestern ter letzten Monate nachgelassen. Der Eingang 60 bzw. 40 Prozent. Lkiur bei Reuyork tourte bvn Exportaufträgen hat fast gans aufgehört. Die die zehnprvzentige Zuteilung noch aufrech:erhalten. zu erzielenden Preise liegen unter den Selbst- Die allmähliche Annäherung bis auf 100 Piwz. kosten. Von der Inlandkundschast werden heute dürfte aber auch hier nach Ansicht der Devisen- durchweg sehr tauge Kredite verlangt und daneben Händler im Laufe ter kommenden Woche durch- wird die Beschafsung von Devisen, die für geführt werten. Die Anforderungen bei den Groß- die Bezahlung ter Rohjute unentbehrlich sind, banken sind jetzt wie auf Grund einer Umfrage immer schwieriger. festgestellt werden konnte, auf ungefähr den ztoan- Der deutsche Llutzenhandel im Avril 8LflIlen SeiI ber Höchstsumme des Februar zu- r. tJ(Ulr " / ruckgegangen. Im Auslände lag die Mark recht 11nx t b?r Urtb tn°9cQen der Franken mit 8435 gegen gestern und Ausfuhr te3 besetzten Gebietes nod> immer mit 8225 weiter zur Schwäche neigte. In dem x- E^klkornmenster Weise möglich ist. ent- ganz unbedeutenden Effektenverkehr waren für jjj£b’e § *Ln beissta t i st l k ! ur April die die führenden Papiere zumeist gut behauptete, gleichetn dZUerquellen wie in den Vormonaten, teilweise auch über den gestrigen Schlußnotie- ■na^>fe!L.^rb^n baher nur mit rungen Jiegente Kurse sestzustellen. Vorbehalt mitgeteilt. Äisbesvntere wird darauf hingewiesen, daß sie nicht gestatten, eine einwand- Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. freie Bilanz tes Außenhandels zu ziehen. Es betrug die Einfuhr nach Gegenwartswerlen in 1000 Goldmark im Aprll 803 156, Mälz 692 690, Januar-April 2 790 333, die Ausfuhr nach Gegenwartswerten in 1000 Goldmark im April 481 957, März 456 559, Januar-April 1 835 689. Danach ist im April eine Steigerung sowohl bei ter Einfuhr wie bei ter Ausfuhr eingetreten. Sie ist bet der Ausfuhr gering, bei der Einfuhr erheblich Die Zunahme der Einfuhr geht Haupt- W-*o?0tt sachlich tarn ten Rohstoffen und halbfertigen Wa- CbdS?.' ren aus. Die Ausfuhr hat in allen Hauptgruppen fiopenimani dem Wert nach zugenommen. Stockholm. *- Italien. . . • Weiterer Rückgang des ‘Bant» fc'/ Notenumlaufes. Per Ausweis der Reichs- Ä .' banf vom 23. Mai zeigt eine Erleichterung des Schw-t, . Statuts der Bank. Der Banknotenunilauf ist um ^mUert .. 14.6 E 3rt^ Mk. suräds^ansen. An Rentenmarkscheinen stossen 40,2 Mill. Rm. in die Prag.... Kassen ter Reichsbank zurück. Die fremten Gel- ber der Bank nahmen annähernd in dem gleichen Bulgarien? utmfange zu. Fremde Gelder stiegen um 55,5 yapaii .. . -tariH. Mk. Die Wechsel- und Lombardantage ging um 5,2 Trill. Mk. zurück. Rentenmarkwechsel ver- Ltssavou . minderten sich um 9 Mill. Rm., das Renten- mark-Lombardkonto um 4,7 Mill. Rm. Die Papiermartausleihungen stiegen im Wechsel-Diskontgeschäft um 7,1, im Lvmbardverkehr um 1,4 Trill Oltarf Das Effektenkonto zeigt eine Zunahme um 7,5 Trill. Äkk. Die Ausleihuna der Dar« i m lehnstassen hielt sich ungefähr auf dem Stande MKsch^Ln'' ' s ter Vorwoche. Dem Metallbestande flössen wci- Dänische Noten.......... terc eia.ranünäOTbm-äge 4u. wodurch sich di- D-- JLdM?8K........ Üante in Schritemunzen um 2,4 auf 6,9 Mill. Deülsch.Oesterreich, ä 1CX> Krönen Goldmark vermehrten. I Amerikanische Noten....... * Steutf^e Vereinsbank. In ter * * •;; ’ *• Bilanzsitzung des Aufsichtsrats ter Deutschen belgische N°^n ' s '. I. ' , Verelnsbank, Frankfurt a. M. wurde beschlossen Noten . ........ ber auf ten 17. Juni einberufenen G.-V. vo^u-' > Tschechollowakische Noten..... schlagen, den für das Geschäftsjahr 1923 aus- getoiefenen Reingewinn von 728 902,05 Bitt, nach Vergütung für den Aufsichtsrat von 17 500 Dill., mit 711 402,05 Dill, vorzutragen. c * Kunstseidefabrik 21.®. Ä elfter» bach. Das Geschäftsjahr 1923 brachte einen Rein- 30. Mai 31. Mai Amtliche Notierung Keld Briet Amtliche Geld Nolierra, 'Brief 157,60 18,80 57,61 70,82 111,22 10,47 18,45 18,203 4,19 21,80 73,91 67,06 5,89 12,395 4,59 1,355 2,99 1,665 0,415 5,165 12,3? 158,40 18,90 57,89 71,18 111,78 10,53 18,55 18,295 4,21 21,90 74,29 67,24 6,91 12,455 4,61 1,c65 3,01 1,675 0,425 6,185 12,43 157,60 18,60 57,61 70,57 111,22 10,47 18,30 18,155 4,1 J 21,50 73,91 67,06 5,89 12,295 4,59 1,355 2,99 1,665 0,415 5,14 12,37 158,40 16,73 £7,89 70,93 111,78 10,53 18,40 18,245 4,21 21,60 74,29 67,34 12$5 lÄs 6,01 1,671 0,425 5,16 12,43 Berlin, 31. Mai Geld | Briet Revart. °Ia 73,57 74,0 voll 21,45 21,55 voll 70,22 70/8 Voll 110,17 111,43 voll 167,26 158,0! voll 5,84 5,86 voll 4,19 4,21 voll 18,11 18,21 voll 18,25 18,3-, voll 18,50 18, 0 voll 4,29 4,31 voll 12,17 12,21 voll 57,46 67,74 voll 1,79 1.81 voll 68.88 67,14 voll Ausnahmepreise 'S' 64.“ 3teilig mit la Zutaten in bester Vdarbeitung Mk. und Paßform in Jünglingsgrößen . . Mk. c 4546D | H. Kaeß Nachfolger cf Kreuzplatz 15 Wilhelm Mnrn Kreuzplatz 15 Wilhelm Horn Kreuzplatz 15 Kreuzplatz 15 Herrenanzüge Herrenanzüge Sportanzüge Sportanzüge R X u ts % rr in Mannesgrößen, moderne Farben KO 00 KO 00 und solide Qualitäten . . . Mk. Oe** U. vOi OK 00 KO 00 Knabenanzüge, Gummi-Mäntel, Windjacken, Breeches-Hosen und leichte Sommerbekleidung in gediegener Auswahl und billigst 3teiligmitHalbwollsergeabgef. I A Q0 FH 00 in dunkel u. heller Ausmuste- J’bK rung............ Mk. 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Aaturgemäh sind derartig instandgesehte Sicherungsstöpsel nicht mehr als Sicherung, sondern als eine Gefahrenquelle für die fragliche Installation anzusehen. Wir weisen darauf hin, daß wir beim Antreffen von wieder instandgesetzten oder geflickten Sicherungspatronen und Vorbehalten, von dem uns zustebenden Rechte der Stromentziehung rücksichtslos Gebrauch zu machen. Gießen, den 30. Mai 1924. I Elektrizitätswerke und Aeberlandanlage Gießen. S t o l t e. 4536D Zu dem am 6. und 7. Juli dieses Jabres stattfindenden iwwit sind noch die Plätze für Karussell und sonstige Stände Astoria-Lichtspiele Seltersweg 81 Heute bis elnschl. Mittwoch: Das Mädel von Kentucky 5 spannende Akte aus dem wilden Westen. In der Hauptrolle: Die berühmte amerikanische Schönheit — Mary ftekford =z.l Vorher: Larry Seemon im Seebad „Stürmischer Lacherfolg“ Eintrittspreise von Mk. 0.50 bis Mk. 1.50. 4554c__ Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 Nur noch heute und morgen: Adam u. Eva die Geschichte einer Ehe Hauptrollen: Werner Krauß, Dagny Servaes Dazu: Larry Seemon belebt den Kleinhandel Tolle amerik. Groteske Mitgliederversammlung und AmschuMung Karl Böhling, Kaplansg. 14 p. Freitag, d. 13. Juni 1924, nachmittags 2 Llhr, im Hotel „Deutsches Haus-in. Friedberg. Tagesordnung: Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr und die Eröffnungsbilanz pro 1924. Entlastung d. Vorstands u. Ausschusses. Wahl d. Ausschusses u- Schiedsgerichts. Beratung von Vereinsangelegenheiten. 020b23 Der Vorstand. Prachtvolle Künplerinprumente 2 reihige Rlicner Harmonika« mit 21 Cast, 8 Bässen, prima Qualität, nur 16 mk. 1 reib, mit 10 Casten, 4 Bass, nur 9 mk. maudcli- neu7,8,l0,15u.20m. tauten 20, 25, 30 und Nur Außerdem: Betalig Palast-Lichtspiele, Lindenplatz Die dominierende Lichtbildbühne Gießens. S.e finden in unserem Theater einen angenehmen, kühlen, staubfreien Aufenthalt. = 4544c Platz M. 0.50, H.PIatz M. 1.00,1. Platz M. 1.50, Sperrsitz M. 2.00, Loge M. 2.50. Beginn d. Vorstellung tägl. 4 Uhr, letzte Vorstellung V29 Uhr. ,Jch litt seit 3 Jahren an gelblichem Laufend Sägemehl Und Karos! p i AD 0 s=u AR monium s & F,ügel - IÄ&UUaUGUST FÖRSTER Von Montag, den 2. Juni, bis Freitag, den 6.Juni Der Film, der 5 Millionen kostete! der 5 Millionen kostete! Rupert von Rassendyll Ein Abenteurer aus britisch. Hochadel, voll Todesverachtung und dem kalten Mut des großen Hazardeurs, der nur eins im Leben ernst nimmt, die Liebe Lewis Stone. Antoinette de Mauban Boulevard-Demimondaine, Pariser Grazie, Midinette mit Haltung und dem Lächeln einer Königin Babara La Marr. Schriftliche Angebote unter 020517 cn den Gießener Anzeiger erbeten. Prinzessin Flavia Bis in die Fingerspitzen ein Fürstenkind. Das goldene Ideal, das jeder Mann im geheimen Winkel seines Herzens trägt “ □teRßh Bahnhofstrasse 65ß । 1 u. Lieh (OberMessen) Gegründet- / 6 '7 6 tstdasBest. z. Bereitung 4349V v. schmackhaften Salaten In J-laschen und lose. Central-Drogerie, Schulstrasse Großfürst Michael Intrigant, Empörer gegen das Schicksal, das ihm das Erstgeburtsrecht versagte, grausam, kaltherzig und machthungrig Stuart Holmes. Angesehener ßambllM ZMmfabrikant sucht für bessere Arbeit Jonel Isopescul Rebell, Don Juan, verwegener Fechter, gewissenloser Schurke, vollendeter Kavalier Ramon Navarro. Der Gefangene von Zenda 7 Akte. Der Gefangene von Zenda 7 Akte. Woche, Bilder aus aller Welt Verstärktes Orchester! , ein halbes Stück Zucker's Patent- Mrdizinal-Scife habe ich das Übel völlig beseitigt H. S., Poliz.-Serg." Dazu Zuckooh-Creme (nicht fettend und fetthaltig). In allen Apotheken, Drogerien und Parfümerien erhältlich. ob Sie mit geringerWare zu billigem Preis weiter kommen oder mit bester Ware? 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Juni 1924, vormittags 8 Ahr anfangend, werden in den Waldungen der Gemeinde Allendorf a. d. Lumda, Forstwartei 1, Distrikt Rundeheeg usw. folgende Holzsortimente versteigert. 274 Am. Buche, 15 Am. Eiche-Scheitholz 27 Am. Eiche, 28 Am. Aadel-Knüppel 269 Am. Buche, 75 Am. Eiche. 50 Am. Radel-Aeisholz 71 Am. Buche, 25 Am. Eiche-Knüppel. Zusammenkunft im Distrikt Rundeheeg am Pflanzgarten. Allendorf a. d. Lda., den 30. Mai 1924 Hessische Bürgermeisterei. Allendorf a. d. Lda. Reim 4532V c... ofenfertttiesernbrennholz ■ IlIcllBClOl'BK ‘n Waggonladungen abzugeben TMinerk Betonbau, Athen Erdkauterweg. HD inda“ Purpur und Krone, tausendflammiger Kerzenglanz im Krönungssaale, Paraden, schimmernde Uniformen, prunkvolle Hofbälle, das verzweifelte Ringen zweier feindlicher Brüder um Leben und Tod, Krone und Macht wird wieder lebendig und wiegt uns in dem magischen Zauber verklungener Melodien. Qeschäftsübernahme. j.Sft.HS'Äiää;' ”a"dJun0 des verstorbenen Herrn Eduard Sack hier, WalltoRtrfße^Qh (Einfahrt gegenüber Cafe Leib) an uns übergegangen ist und unter der seif Runder rZ We,terFLÜhrt wjrd'.p unser^estreben sein den guton Ruf der Firma zu erhalten und mit anerkannt guter Ware zu dienen. g Wir unterhalten ein reichhaltiges Lager in Schreinerholz, bayerischen, u. schwedischen Hölzern, desgl. amerik. Pitchpineund Eichen. Ferner Zement, Spalier-und Dach-Latten, eiserne T-Träger, Rahmenholz usw. W,r bitten- bei «"tretendem Bedarf sich unserer zu bedienen! Hochachtungsvoll Ludwig Sack. Fr. Schack. 4514h 'v .1