Nonlag, I. Dezember 1924 V4- Jahrgang Biatt ietzenerAnzeiger vni» ent Derlog: vrLhk'Iche UnIrersitS man sich nicht eingehend damit beschäftigen "^Wenn man den Inhalt noch einmal kurz zu- sammensossen will, so geht er öabm MÜ J>ie französische Regierung sich für verpflichtet halt, ernsthafte Mahnahrnen gegen die p - fäi bU lagesnnmmer bis zum Rach mittag vorher ohne jedeDerblndlrchdeii. preis für | mm höht für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichs, auswärts 10 Dolbpsennig; für Re» Klame-Anzeigen v 70mm Breite 35 Goldpfei,nia. Piatzoorschnst 20" .Aufschlag. - Verantwortlich für ‘Politik u. Feuilleton. l)r Friebr. Wilh Lange: für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans ‘Beck, sämtlich in Gießen. sr! g n ,s Genf, 30. Aov. (WTD) Auf Antrag englischen Regierung ist auf di: Tagesordnung der am 8 Dezember in Rom beginnenden Tagung des Völkerbundes die Frage des militärischen Rachforschungsrechts des Dölker-bunds- rats in Deutschland. Oesterreich, Ungarn und Bulgarien gesetzt worden. Es soll festgestellt werden, ob ein einstimmiger Beschluß oder ein Mehrheitsbeschluh des Dölkerbunds- rats notwendig ist bei seinen Entscheidungen über die Zusammensetzung der Rachforschungskommissionen und bei den Maßnahmen, die der Rat auf Grund der Berichte der Rochforschungskom- miff innen anzuordnen hat. Ur. 285 irrster Erscheint täglich, außer Somu und Feiertags. Beilagen: GießenerFannlienblätter Heimat im Bild. moeatsiBe$u$sprel$: 2 (Bolbmarh u. 20 (Bolb- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen »an einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernspre ch'Anschlüsie: ochriftleitung 112, Versag undGeschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeigerrieße». Polscheckkonto: tranffnrt a. M. 1168«. 'S; ”06 fit w ? 3Ä iib fh hl'lfl IfH wird, Herrn von Seeckt von seinem Posten zu verbr än g en und gleichzeitig diesen Posten ganz abzu schaffen. Die Behauptung, dast die Reichswehr in ihrer gegenwärt gen Stürte irgendeine Gefahr für die europäische Sicherheit in sich schlösse, ist angesichts des übrigen tooffenKarten- Den E u ropaS so lächerlich, daß man sie nicht mehr zu widerlegen braucht. Wenn cs allerdings den Franzosen gelingt, ihr Verlangen durchzusehen, dann haben sie freilich erreicht, daß auch das 100 000-Mann-Heer wertlos wird, selbst für die Aufrechterhaltung der inneren Orimung, denn dann kommen wir in die Zeit der mittel stterlichen ReichSarmee zurück, wo jedes einzelne Kontingent feine eigen: Selbständ.gleit hatte, dann wär: die Einheitlichkeit der Führung erledigt, und wenn irgendwo ein Auistaad Ivs- brechen sollte, wäre nicht die Möglichkeit gegeben, ohne la,g: diplomat schen Verhandlungen Truppen von anderswo heranzuzichen. Französisches Dementi zum Memorandum Herriots. Berlin, 30. Rov. (TU.) Der „Vorwärts" meldet aus Paris: Drs von der ^Berliner Börsenzeitung" veröffentlicht: angebliche Memorandum Herriots über die Reorganisation der Reichswehr wird -von der hiesigen zuständigen Stelle als glatte Fälschung bezeichnet. Don einer zur unmittelbaren Umgebung Herrrots gehörenden Persönlichkeit wird dem Pariser Vertreter des ^Vorwärts" erklärt, das; Herriot bereits unmittelbar nach der Ankündigung des Dokuments durch die zuständige Stelle des Quai d'Orsay hat feststellen lassen, daß die ganze Geschichte vom ersten bis zum letzten Buchstaben erfunden und dies Machwerk weder von Herriot noch von irgenbeinem anderen Mitglied des französischen Kabinetts oder einem Beamten der Regierung stammt. Kunögebuttgen gegen herriot. Paris, 1. Dez. (TU.) Herriot hat sich gestern früh nach Spinal begeben, obwohl ihn feine Freunde davon abriete^. Wie vorauszu- fehen war, ist es dabei zu Zwischenfällen gekommen. Sowohl in St. Die, wo Herriot das Wort zu einer flüchtigen Ansprache ergriff, wie auch in Spinal selbst spielten sich bei seiner Ankunft erregte Szenen ab. Die katholischen Verbände und die Ortsgruppe der Action sran^aise hatten alle verfügbaren Mitglieder zu einer Kundgebung gegen Herriot ausgeboten. In St. Di6 war der Bahnhof von einer dichten Menschenmenge umlagert Die Stadt war weder geflaggt noch geschmückt, wie es sonst üblich ist. Als Herriot erschien, fielen Ruse: ..Es lebe Frankreich! Nieder mit Herriot! Rieder mit den Scheckbezieher!" Die Anhänger des Ministerpräsidenten demonstrierten dagegen und so kam es zu lebhaften Zusamrnenstösten. Die Polizei muhte einschreiten lind verschiedene Verhaftungen vornehmen. Diese Szenen wiederholten sich dann in Evinal in verstärktem Mähe. In seiner ersten Aussvrache sagte Herriot: Es ist eine Verleumdung wem ma; b haup tet, d«h wir die Rechte Frankreichs preisgeeen oder uns dieser Rechte weniger a unehmen als unsere politischen Gegner. Frankreich kann nicht abrüsten, solange es seine Sicherung nicht du rch gesetzt hat. In Genf Habs ich den Standpunkt zur Geltung gebracht, day es ohne die Ehre und Sicherheit feinen Frieden geben farmt. Innerer Frieden und auswärtiger Ml" 15 Personen wurden fest genommen. Jur Begnadigung des Generals von Nathustus. Paris, 30. Rov. (TU )Der deuts che D o t= chaster in Paris hat gestern Minrsterp/äsldent Herriot a .fgesuchl und ihm unter auSdrückl cher Wahrung des deutschen Standpunktes zu der Verhaftung unb Verurt .ilung des Generals von Ra- thusius mitge-.cilt, daß di» deutsche Regie- ung von der Begnadigung des Generals mit Genugtuung Kenn tnisgenom m c n hat Der Botschafter setzte Herriot davon in Kenntnis, dah die deutsch: Regierung b?absicht ge. aus diesem An- lah einen Gnadenakt an einem in Deutschland ve.hafteten französischen Staatsangehörigen vor- zunehmen. General von Nathustus schwer erkrankt. Berlin. 29. Rov. (TU.) Die Abendblätter melden aus Kassel: General von Rathusius ist in Rach Wirkung seiner auf nervöser Grundlage beruhenden plnterernäh- r u n g während feiner Gefangenschaft an einem schweren Ruhranfall erkrankt und bettlägerig. Rückkehr^rlaubnis für Vicekanzler Dr. Jarres. D e r l i n . 29. Rov. (Wolff.) 5>r Ober ft- kommandierende der belgischen Besä tz u n g s a r m e e t eilte dem Reichsm: nifter Jarres nunmehr amtlich mit, dah.er d e Am:s- geschäfte als Oberbürgermeister von Duisburg von dem Augenblick an wieder übernehmen könne, in den er sein Amt als Reichsmini st er au f g ' b e. Du 3ar es. toi* bekannt, feit Monaten entschlossen ist, in fein Amt -urüd'yu!ebren, wird er feine Tätigkeit in Tuisburg wieder aufn hmen, sobalddasneue R e i ch s ka b ine t t gebildet ist. Sie ßinanzminifter-Uonserenz. Paris, 29. Rov. (TA.) D:n Gegenstand der Finanzmi islerkonfe e-z wer er rach dem „Echo de Paris ' nachsteh nde drei Fragen bilden: 1. Tie Reparationsforderungen der Vereinigten Staaten in H he von 5 Millionen G l mark. (Die französische Regi'- vung hat zu den amerikanischen Forderung«» r, die am 25. Oktober mitgetdlt tour.en, ihre Zustimmung gegeben.) 2 Verrechnung des Ruhr-Kontos (Cs txm 'eit ich da um. ob der f5ifolg der Rurr- ausbrutung Deut'chlan) unter An- d er Ab-, retfcnung berllr.foftcn - utge chri be' wr- den s ll. England vertritt den Standpu ft. dah laut dem Abkvrrrmen vom 11. März 1922 die Be arungskosten in Form von Ratur lleistungen vergütet Werdern sollen.) 3. Verteilung der ersten Jahresleistungen on"5 dem Sachverständigen- bericht. (Sie h ngt von der Lö ung ter vorstehenden Fragen ab. Im übrigen sind neue S. wirri^keitm wegen der Rechte Belgiers auf e- t. ucht, wir sie das Abk-mmm vom 6 ?u i 1919 festleg'en (Priorität in Höhe von 2 Milliarden Goldmark) Der 2lnteil Frarckrcichr an de er'et Iahrcsznhlung kann erst nach Löung der drei vorstehenden Fragen ermittelt werden ) Die Völkerbundstagung in Rom. gaylul Pascha rei't nach Europa. Paris, 1. Dez. (TU.) ^Matrn" meldet aus Kairo. Zaglul Pascha habe die Ausstellung eines Passes beantragt, um sich nach Europa zu begeben. Der frühere Ministerpräsident beabsichtigt, sich einige Zeit nach Frankreich und Italien hi beoeben. Zentralisierung der Reichswehr vor- ^uschlagen. Die gröhte Gefahr sei General d. Seeckt, der im politischen Leben Deutschlands eine bedeutende Rolle spiele. Seine Entlassung zu fordern, sei zwecklos, das würde höchstens den Srfolg haben, dah auf den Posten ein anderer, vielleicht noch energischerer General käme. Ergo kommt das Memorandum zu dem Ergebnis, dah von der deutschen Regierung die Beseitigung der Einrichtung eines Chefs der Heeresleitung gefordert werden müsse, gleichzeitig mit der Abschaffung des Gruppenkomman- dos I und II, so dah die Wehrkreiskammand)s dem Kriegsmini st er unmittelbar unterstellt würden. Heeresleitung und Heeresverwaltung sollen in technische Verwaltung e n u in g e f o r m t werden. Und zwar wird der Vorschlag gemacht, dah eine Rote entsprechenden Inhalts entweder nach offizie.ler Beendigung der Generalinspektion oder im Text einer allgemeinen Rote über die Frage der Entwas-fnung Deutschlands, am liebsten noch vor den Reichstagswahlen losgeschossen werde. Wenn Dementis eine Behauptung überhaupt totschlagen könnten, dann haben wir schon so hinreichend Dementis, dah an der ganzen Geschichte fein wahres Wort sein darf. Rur die Tatsachen sprechen doch zu stark dagegen. Gewiß wird Herr Herriot behaupten und auch behaupten können, dah er mit einer solchen Rote nichts zu tun hätte. Aber darum dreht es sich nicht, denn alles deutet darauf hin, dah cs sich hier u m d e n Entwurf eines Referenten entweder im französischen Auhenministerium oder noch wahrscheinlicher im Generalstab handelt, ein Entwurf, der vermutlich nach der einen oder anderen Richtung noch umgemodelt wäre, ehe er festere Ge l ftalt angenommen hätte. Aber das ist doch nicht zu bestreiten — dafür liegen ja auch noch andere Beweise vor —, dah von Frankreich aus schon- feit Wochen systematisch darauf hingearbeitet Berlin, w Rov. (TU ) In einigen Zeitungen sind in der letzten Zeit Gerüchte aus- gebaucht über ein Memorandum Herriots an die alliierten Regierungen, das sich gegen die deutsche Reichswehr und ihren Führer, G e n e - ral von Seeckt , richtet. Die „B rltnerBörsen- zeitung" verössentl cht heute den Wortlaut des Dokumentes, in dem es u. a. heiht: Hervorragende Vertreter unserer politischen Freunde in Deutschland, die über einen gewaltigen Einfluh verfügen, haben wiederholt persönlich in (Berlin wie in Paris den Vertretern der französischen Regierung erklärt, dah d i e nationalistischen Elemente in Deutsch Land, deren Bewegung sich gegenwärtig in einein Stadium deS Rückganges befindet, sich an die Orgonifatton des Kriegs Ministeriums klammem und sich um dieses gruppieren, wobei sie sich hauptsächlich auf General von Seeckt stützen. Dieser Umftonb hält nicht nur die Verwirklichung der Pläne auf, die sich die alliierten Regierungen und die demokratischen Kreise Deutschlands gesteckt haben, sondern verhindert auch, dah die Arbeit zur Wiederherstellung deS Frieden- positive Ergebnisse zeittgt. Die Atmosphäre des preußischen Militarismus besteht dank den gegenwärtigen Formen der militärischen Organisation, Formen, die seinen Ausgaben, wie sie im Tert deö Versailler Vertrages dargelegt sind, widersprechen. Die französische Regierung unb die Regierungen der interalliierten Länder wissen, welche Rolle Seeckt und sein Amt im politischen Leben Deutschlands spielt. Dieser Umstand drückt auf die Entwicklung der Demokratie in Deutschland. Seeckt verfugt über einen Apparat, und nimmt einen Platz ein, der es ihm ermöglicht, in einem beliebigen Augeiiblick die Diktatur in Deutschland herbcizufUhren und allmählich die Atrno- rphäre und die Bedingungen zu schissen, die zu den Schrecken des Jahres 1914 führen würden. yDie nationalisttschen unb üb.rhaupt die rechtsstehenden Kre.se Deutschlands begreifen, dah nur eine Beteiligung Seeckts ihnen dea Sieg geben kann. ‘Bereits in ihrem Rapport vom 1. Oktober dieses IahreS hat die interalliierte Stonlroll- kvmmission in Bersin ihre Regierungen auf die Anomalien gegenüber dem Versailler Vertrag hingewiesen, unb folglich auch auf die Gefahr, die für unS in dem Bestehen der Aemter eines Chefs der Heeresleitung und des Gruppenkommandos bestehen. Die französische Regierung Hai ihrem Generalstab vorgeschrieben, die Organisation der deutschen Reichswehr zu prüfen unter dem Gesichtspunkt, dah au6 ihr ein Apparat geschaffen wird, beJ. nur für d ie Ziele brauchbar ist, die im Versailler Vertrag dargelegt sind, wobei alles das zu vernichten ist, was dii: Reichswehr zu einer Gefahr sür den Frieden in Europa macht. Richt der zahlenmäßige Bestand der Reichswehr, sondern ihre Organ i- f a t i o u ist für uns gesährl.ch. Der französische Befehlshaber hat es für möglich befunden, von diesem Gesichtspunkte aus gefehen, die deutsche Reichswehr zu reorganisieren, und es gleichzeitig für notwendig befunden, in ihr d i e Aemtev des Chefs der Heeresleitun ^t n d d e r Gruppen lommandos 1 und 2 z u vernichten Sich stützend auf das Gutachten ihres Generatstahes. eine. Gutachtens, das von Marschall Foch bestätigt ist, als des höchsten militärischen Srperten der Republik, schlägt die fran- • zö'isch: Regierung den Regierungen der alliierten Länder vor, von der deutschen Regierung die Vernich- iung der Remter des Chefs der Heeresleitung und der Gruvper.komman o3 1 und 2 zu fordern und — ohne eine Zentralisierung der Wehrkreiskommandos durchzusührer: — sie Öcm Kriegs- Minister zu unterstellen. Eine derartige Reorganisation des deutschen Militärapparates wird bas Gefährliche feiner gegenwärtigen Organist.' ien vernichten und gleichzeitig die Kampffähigkeit der deutschen Reichswehr für die Ziele erhalten, bte durch den Versailler Vertrag t>org-f d.ii sind. Dtefe Re- form des deutschen W.itärr:Jortf wird aus die demokratischen Kreise Deutschlands den besten Eindruck machen. Die franzöistsche Regierung ift der Ansicht, dah die alliierten Regierungen eine derartige Rote der deutschen Regierung zu überreichen haben, entweder nach offizieller Beendigung der Generalinspek- tion der Kontrolle oder den Tert einer allgemeinen Rote über die Frage der Entwaffnung Deutschlands ober — was noch mehr erwünscht wäre - aus politischen Erklärungen mühte eine derartig: Rote vor den Reichs- i lagS Wahlen abgesandt werden. Die Vermehrung der amerikanischen Armee. Paris, 30. Rov. (WB.) Der „HeuDorf Herold" meldet aus Washington: Der General- stabsches der Armee der De. einigt en Staaten. General Pershing, legt in seinem Iahresberrcht tar, dah die Vermehrung der Luftstreii- kräste eine bedeute nie Rotwend'g'eit für die Vereinigten Staaten darstelle. Rich'-sdeswwemger w ie der Bericht darauf h.n. kah eie -3 n i a n» terie immer noch zu 2lngrif's irede.i uib d»s Rückgrat der Armee fei. Lluherdem fei der Gedanke, dah die Grund'Ltze. der Kr e Wahrung fich ändern würden, nicht in Betracht jfa. ziehen P rshing cerlangt, dah die Starke der 2nn« 13 000 Offiöiere und 130 000 Mann betragen soll. L? •ö s P S'ß I» = s fr- Q —- sß Ö (Q 5 K 5 b 6 & Die Lage in Kairo. Sudantruppen zurtictstekchrt. — Stndentcnstrcik. London, 1. Dez. (TU ) Aus Kairo wird gv meldet, dah das 4 ägyptisch: 3nfantericbataillou, das in Khartum stationiert war. inKairoein- getroffen ist. Die Soldaten haben Befehl erhalten, eine Woche lang die Kaserne nicht zu verlassen. Reue Verhaftungen wurden nicht vorgenommen. Die 34 am 28. Rovembcr fest genommenen Personen wurden am Samstag zum ersten Male d:m Untersuchungsrichter vorgcführt. Rach einer Reutermeldung bat eine Abordnung ägyptischer Parlamentarier bei dem Gecich geilen die Festnahme der 5 ägyptischn Abgeordneten Protest erhoben. Die 2Ibjrbnung wies daraus hin, dah die Vertagung des Parlaments in Kairo in keiner Weise die Au fhebung der parlamentarischen Immunität reck)'- fertige. Die liberale Partei hat ebenfalls gegen die Verhaftung der Abgeordneten protestiert. In der Stadt herrscht völlige Ruhe. Die Studenten haben beschlossen, den Streik fortzusehen: sie protestieren gegen die..feindseligen Handlungen" der ägyptischen Regierung. Der Unterrichtsminifter erklärte, er wolle gegen die Studenten keine Gewalt anwenden. gleich- zeittg ober ermähnte er die Professoren. _ ihr Aeuyerstes zu tun. um die Studenten zur Rückkehr in dieHörsälezu bewegen. Die Wafd- portei erklärte in weiteren Kundgebungen, die Regierung nähme, statt die verhafteten Abgeordneten frei zu lassen, weitere Verhaftungen vor. was gegen die Verfassung sei und wofür das ägyptische Doll sie vevantworüich machen werde. Der Aufstand in Khartum niedergekämpft. London. 1. Dez. (WTD. Funkspruch) Rach einer Meldung der „Daily Expreh" aus Khartum sind bei der Revolte der dortigen sudanesischen Truppen 6 Offiziere und 11 Mann der britischen und ägyptischen Truppen getötet worden. Ein Offizier und 12 Mann wurden verwundet. Die meuternden: sudanefischen Truppen hatten große Verluste, eine berächtliche Anzahl dieser Truppen ist getötet worden. Rach einer ergänzenden Reutermeldung wurde daS Feuer auf die Arischer in Khartum erst eröffnet, mrchdem der stellvertretende Dir dar fie persönlich aufgefordert hatte, sich zu er geb en. Die Aufruh.er antworte ei mit (?e= iiiebr- und Maschine geuehrfeuer und zo>e t sch dann in der Dunkelheit zuruck. Der Hauptteil der Aufriih.-er fetzte sich am 23. Rovember in einem Rcbengebäude des Militärkro'.kenhau'es fest. 'Lei Annäh rung der Truppen ervsf e en i ie Aufrührer das Feuer, to-rauf das Ge ä fe von öer Artillerie beschossen wurde. Mit Ausnahme von :gen Aufrührern, denen die Polizei auf der Spur ist, ergaben sich die ilebertcbrnöen. Das Verhalten der ande.en a a- bifchen und sudanesischen Truppen ist ausgezeichnet. Aegypten nimmt das englische Ultimatum an. Paris. 1. Dez. (Sil.) „Petit Parisien'' meldet aus Kairo: Die Despvechun^m. die seit mehreren Sagen zwischen bvm Statthalter Lord Allenberg unb dem ägyptischen Kabinett hinsiäftlich der Beringungen im Gang: waren, die zum Rücktritt Z<»^ul Paschas führten, find gestern abgeschlossen worden. Ziwar Pascha berief einen Kabinettsrat ein. der zu den Forderungen Stellung nahm. Beim Ausgang der Kabinettssitzung fand eine Unterredung mit König Fuad statt. Am Rachmittag begab sich der britische Bevollmächtigte erneut zum Ministerpräsidenten und wurde von chm von der restlosen Bewilligung der englischen Forderungen vom 23. Rovember unterrrch- tet Die Unterschritten wurden auf brr Stelle aus- gewuscht. Die britische Truvpenab'eilung. die am 20 Rovember die Zollanstalt in Alexandria besetzt bat, wird so schnell wie möglich zurückgezogen werden. Abd e! Krim ermordet. Paris. 1. Dez. (WTD. Funkspruch.) Wie „Journal" meldet, bestätigen Telegramme aus Te- tuen, daß der Führer der Rifkabhlen im Kamvf gegen die Spanier, Abdel Krim, der Verhandlungen mit dem Spanier Echnrar- rirtta eingeleitet hatte, durch Angehörige eines 25k del Krim seindlich gesinnten Stammes ermordet worden ist. Der wirtschaftliche Wiederaufbau. Eine Rede des Generaldirektors Dr. Böglers. Düsseldorf, 1. Dez. ($11.) Auf der Tagung deS Vereins deutscher Eisenhüttenleute nahm der Vorsitzende, Generaldirektor Dr.-Ing. Phil. Vogler aus Dortmund, zu den allgemeinen außen- und innerpolitischen Fragen Stellung. Das Dawesgutachten und die Londoner Abmachungen seien, so führte er u. a. aus, erst möglich geworden, nachdem die rheinisch-westfälische Industrie den Kopf für die Micum hingehalten habe. Der Dawesbericht und die darin ein- geschlossenen Verträge seien eingroheswirt- schastliches Experiment. Sie enthielten methodische Richtlinien, aber kei^ie Vorschläge für die Schaffung neuer Werte, aus denen die alten Verpflichtungen abgetragen werden könnten. Cs feh e j e d e R e - gelang der handelspolitischen Beziehungen, die AuSfuhrüber chüsse m glich erscheinen lieben. Man sehe eine zweite Konferenz kommen zur Feststellung eines Hcrndels- politischen Dawes-Reports, die uns fair Platz auf dem Weltmarkt geben müssen. Rur durch Erleichterung deS Verkehrs von Land zu Land könne die wirtschaftliche Depression überwunden werden. Einer einseitigen handelspolitischen Abrüstung mühten wir uns auf das Schärfste widersehen. Weiterhin fehlten in dem Londoner Abkommen Abmachungen über die Festsetzung der Hohe der deutschen Schuld und der Höhe der deutschen L e i st u n g e n , die auf 25—45 Milliarden geschätzt wer dem Die Regelung der gesamten Schuldenfrage Europas sei nur denkbar, wenn wir die höhere Produktionskraft mit allen Mitteln erstrebten. Hier fehle die Schöpferkraft von Hugo S t i n n e s. Um die verschuldeten Rationen von Europa aus Lfyer Lähmung herauszureihen, werde man die Wirtschaftskraft über den nationalen Rahmen hinaus zu gemeinsamer Arbeit zusammenfassen müssen. Rur so würden neue Absatzmöglichkeiten geschaffen, um im groben Stile eine Modernisierung des ProduktionS- und Derkehrsapparats durchzuführen und das aus Europa herausgezo- gene Kapital wieder langfristig anzulegen. Damit wäre eine gute Konjunktur möglich, aus der die Schulden abgetragen werden könnten. Voraussetzung sei aber das Erstarken der landwirtschaftlichen Produzenten in Europa, in besonderem in Deutschland. Richt eine Uebertreibung des Exports, sondern eine Erstarkung des In land Marktes sei das wünschenswerte Siel. Wir hätten die Hoffnung, dah uns die Technik auf diesem Wege helfen würde. Die Mobilisierung der mechanischen Kräfte wäre auch die einzig mögliche Lösung der sozialen Frage. Es gäbe für alle schwebenden Fragen der europäischen Auhen- und Innenpolitik nur eine Lösung: produktiver werden. Die deutsch-englischen Wirtschaftsverhandlungen. London, 29. Rov. (TU.) Ueber den Stand der deutsch» en gl: sch.-n Handelsve-l-trag^ve.Handlungen meldet der amtliche englische F mkdienst: Der Text des engl.sch-deutschen Wirtschafts- tiettrageS ist jetzt festgesetzt worden. Die S~age der 26prozentigen Ausfuhrabgabe Ürtbet keinen interg-nerenöen Bestandteil des Vertrages. Von deutscher Seite wurden Vorschläge zur Abänderung des Verfahrens, das nach Ans.cht der Deutschen den Handel schädigt, gemacht. Diese Vorschläge sind einer sorgfältigen Prüfung unterzogen worden. In ihrer Antwort hierauf haben die englischen Sachverständigen ihrerseits Vorschläge gemacht, die jetzt in Berlin geprüft werden. Die deutschen Sachverständigen erwarten die Antwort ihrer Re» rerung hierüber. Erhöhung der Erwerbslosen- unterstützung. Berlin, 29. Rov. (TU.) Im Sufammen- Hang mit der Erhöhung der Deamtengehälter und der Kriegsbeschädigtenrente beabsichtigt das De chsarb-ntsministerium. eine Erhöhung dm Sät'e der Erwerb l f n,nt rslütz ng v rp nehmen Ue er die Höhe der Sätze wird noch zwischen den einzelnen Ressorts und vielleicht auch mit den Lan- desregierungen verband lt werden Die Vertreter der Regierung herben sich bereit erklärt, die Erhöhung bereits am 1. Dezember in Kraft treten zu lassen. Rostocker Sladtverordneten- Wahlen. Rostock, 30. Rov. (WTD.) Bei den gestrigen Stadtverordnetenwahlen erhielten: Bürgerliche Arbeitsgemeinfchaf t (Deutsche Dolkspartei irnb Deutschnationale) 10985, Sozialdemokraten 10 338, Mieterparwi 4863. Deutsch-völkische Partei 3441, Kommunisten 2906, Demokraten 1413 Stimmen. Die Wahlbeteiligung war 20 Prozent geringer alS im Mai d. Js. Alle Parteien mit Ausnahme der Sozialdemokraten, haben zum Teil beträchtliche Stimmenverluste erlitten. Glückwünsche des Reichspräsidenten an General Calles. Berlin, 29. Rov. (TU.) Der Reichspräsident sandte dem mexikanischen Präsidenten Calles zu seinem Amtsantritt folgendes Telegramm: „Euer Exzellenz übermittle ich anläßlich des Antrittes Ihres hohen Amtes meine und des deutschen Volkes wärmste Wünsche für eine glückliche Zukunft des edlen m?x.kanischen Volkes und für das WE° ergehen feines hervorragenden Präsidenten , IO China und Japan. London, 29. Rov. (TU.) Der Korrespondent des „Daily Telegraph" meldet aus Tokio, daß die neugeschaffene Lage in China in der japanischen Presse ausführlich besprochen wird Die Blätter betonen, die japanische Regierung vÄfvlge augenblicklich eine Politik des Abwart e n s. Der Besuch Sunjatsens in Ja pan gelte einer Besprechung der Richtlinien der chinesischen Regierung. Sunjatsen suche Freundschaft mit Japan und weise die Behauptung zurück, dah er eine kommunistische oder bolschewistische Regierung zu errichten beabsichtige. Rach seiner Auffassung könne China nur von einer förderalistischen Demokratie erfolgreich regiert werden. • Rach einer Meldung aus Peking hält sich der Exkaiser iwch immer in der japanischen Botschaft auf. Die Eingänge zum Botschaftsgebäude werden von chinesischen Polizeibeamten bewacht. Der neue Ministerpräsident ersuchte den Exkaiser, in den Kaiserpalast zurückzukehren. Man glaube, zu der Flucht des Exkaisers hätten die Gerüchte Anlah gegeben, nach denen Fung Vu-Hsiang beabsichtige,, in Peking Unruhen zu erregen. Wenn man diesen Gerüchten Glauben schenken könnte, wäre die Sicherheit von Tschang-Tso-Lin und Tunan Schi- 3ui bedroht und die Wiederübernahme der Regierungsgewalt in Peking durch Feng Vu-Hsiang nahezu gewih. In diesem Falle wäre der junge Exkaiser in großer Gefahr. Tunis. Die erfolgreichen militärischen Unternehmungen Abdel Krims haben die islamitische Bewegung in Rordafrika aufs neue gestärkt und auch in Tunis, der französischen Besitzung, eine für Frankreich nicht unbedenkliche Situation geschaffen, die gegenwärtig die ganze Aufmerksamkeit der Pariser Regierung fesselt. Aber nicht allein die mohammedanische Bevölkerung bereitet ihr ernste Sorgen, die 120 000 Italiener, die in Tunis leben, kämpfen mit der' französischen Verwaltung einen heftigen Kampf um ihre nationale Eigenart und werden natürlich vom Faszismus ihrer italienischen Heimat in jeder Beziehung unterstützt. Frankreichs Situation m Tunis ist schon insofern ungünstig, als nur 50 000 Franzosen den 120 000 Italienern und 1 800 000 Eingeborenen gegenüberstehen. Daneben scheint auch der Kommunismus in Tunis einen starken Anhang gefunden zu haben, so dah man jetzt ernstlich daran denkt, den Italienern, Mohammedanern und Kommunisten gegenüber eine schärfere Tonart anzuschlagen. Run hat zwar die Regierung in Paris eine parlamentarische Kommission eingesetzt, die ihr mitbera.en- der Stimme zur Seite stehen soll. Diese findet aber im nationalistischen Lager wenig Gegenliebe, ja, verschiedene Blätter gehen sogar so weit, ein gleiches Verfahren in Vorschlag zu bringen, wie es gegenwärtig von England Aegypten gegenüber angewandt wird. Das würde allerdings eine Situation schaffen, die sicherlich nicht im Interesse Frankreichs liegen dürfte, zumal Tunis eine sehr starke französische Garnison besitzt, die bis jetzt noch die Lage beherrscht. Aus aller Welt. Giacomo Puccini f. Brüssel, 30. Rov. (TU.) Giacomo Puc- ctnt ist gestern in Brüssel in einer Privat klirük in der Avenue Eourenne im Alter von 60 Jahren g e st o r b e n. Der Gesundheitszustand des italienischen Komponisten war derart bedenklich, daß man erst in den letzten Tagen zu der mehrmals angekündkgten Operation schreiten konnte. Es wurde eine neue R a d i u m h e i l mv t h o d e angewandt, die jedoch bei Puccini völlig ergebnislos blieb. Puccini ist in der ganzen Welt gefeiert als Komponist der Opern ^Madame Butterfly-, Boheme" und „ToSka". * Die Todesnachricht von dem Komponisten Puccini rief in allen Kreisen Roms tiefe Bewegung hervor. Die Depesche mit der Todes» nachr cht wurde unverzüglich dem König, dem Papste und Mussolini mitgeteilt, die ihrem lebhaftem Schmerz Ausdruck gaben. Der Vorsitzende des Senats, dessen Mitglied Puccini seit einigen Sagen war, beschloß, eine Abordnung von Senatoren nach Brüssel zu senden, um an den Deisetzungsfeie rlichte i t e n teilzunehmen. Zu E"'ven des großen Komponisten, der in allen V.lkskreisen sehr bel ebt war, werden nationale Kundgebungen statifinden. Die Zeitungen widmen dem Komponisten lange Artikel, in denen auf den Ruhm des Künstlers h.ng?wiesen wird, dessen Tod für die italienische Kunst einen unersetzlichen Verlust bedeutet. Die Regierung hat beschlossen, Puccini auf Staatskosten beerdigen zu lassen. Mussolini verständigte dm italienischen Botschafter in Brüssel in diesem Sinne und beauftragte ihn mit der Vertretung der Regierung bei den Deisehungsfeierlichkeiten. Am Schl iß der gestrigen Kammersihung verkündete Mussolini den Tod Pucicnrs und knüpfte hieran die Worte, daß der Tod Puccinis nicht nur das italienische Volk, sondern die ganze zivilisierte Welt mit Trauer erfülle. Er sagte dann weiter: Es ist jetzt nicht die Stunde, um ü6er die Verdienste und den erhabenen Wert der Schöpfungen Puccinis zu sprechen. Es ist sicher daß in der Geschichte der Musik der italienische Geist eine überragende Stellung einnimmt. Vor einigen Monaten bewarb Puccini sich um eine Karte für die faszistische Partei. Ueber dieses Zeichen de rAnhänaerschaft hinaus wird man heute in ihm den Meister, Musiker und Korn» pvnisten ehren. Seine Musik bewegte die Gemüter von Generationen. Sie kann nicht vergessen werden, weil auch der italienische Geist nicht vergehen kann. Darauf forderte Mussolini die Kammer als Vertreterin des italienischen Volkes auf, sich 8um Zeichen der Trauer und des Gedächtnisses für diesen erhabenen Geist von den Plätzen zu erheben. Zahlreiche Abgeordnete nahmen an der Kundgebung teil. Am Schluß feierte der P r ä s i ° den t der Kammer das Andenken Puccinis. Er hob hervor, dah Puccini die melodienreichen italienischen Gesänge in die entferntesten Länder der Welt getragen habe und daß, die Erinnerung an den Verstorbenen ewig im Herzen aller leben werde. Die Kammer beschloß, der Familie Puc- cinis und der Stadt Lucca Beileidstegegramme zu senden. / Die deutsche Glocke am Rhein. Köln, 30. Rov. lWTD.) In Gegenwart enter großen Zahl geladener Gäste, darunter Vertrete'- der kirchlichen, staatlichen und städtischen Behörden und unter Teilnahme einer rieft» gen Menschenmenge sand heute vormittag 10 Uhr bar dem festlich geschmückten Hauptportal des Dvm-es die kirchliche Weihe der neuen ©t P^terSg locke durch den Erzbischof Kardinal 5>r Schulte statt. Die Glocke wurde bekanntlich aus Beiträgen der deutschen Reichsreg ecung, der preußischen Slaatsregierung und privater Stifter als Ersatz für die im Kriege abgebaute Kaiserglocke beschafft. Bei der Weihe hielt Kardinal Dr. Schulte die Ansprache, in der er u. a. betonte, daß auch die neue Peters- a locke gleich der Kaiserglocke das Symbol der Einheit des deutschen Volkes und ein Sinnbild des endlich wieder erlangten Friedens und der V ö l k e r v e r s ö h .t u n g fein solle. Dom Kölner Dom am deutschen Rhein solle fte Liebe, Freiheit und Frieden läuten, damit Wohlergehen aus Erden allen guten Menschen werde. Am heiligen Weihnachtsabend werde zum ersten Mal ihre gewaltige Stanme erschallen mit der frohen Friedensbotschaft an die Welt. Das amerikanische Weihnachtsschiff für Deutschland. Reuyork, 29. Rov. (WB.) Das Weihnachtsschiff für Deutschland verließ gestern den R uh .Leo Has n m.i ©a be'n f ü r £e ö ür j t ig e Witwen und Waisen, vor allem Kleidungsstücken und Lebensmitteln. Frau Elisabeth D o l d t vom Deut chen Roten Karenz txg'id. et Lie amerikanische Führerin des Sch.fes. Miß Pome ry, von t-er Ges llchfl rer F eunde in Phi.ude.phiu. Der Dampfer, ven die Da. neu benutzen, ist ein Sch.ss der Hamburg - Amerika- L inie. Em weiblicher Ehrendoktor der Universität Rostock. Die Schriftstellerin und Vermittlerin nordischer Literatur Frau Mathilde Mann wurde von der Universität Rostock, too sie als Lekwrm wirkt, durch die Verleihung des Doktortitels ehrenhalber ausgezeichnet. Sie ist die erste Frau, der eine Ehrung dieser Art zuteil wurde. Frankfurt r Neues Operettentheater. Der Verfall der Operette ist notorisch, woran, auch die musikalische Bedeutung Leo Falls, Lehars und emiger weniger Halbgaller zwei en Ranges aus dem musckalischen Olymp nichts ändert. Um so erfreulicher ist das Auftauchen eines Komponisten, b.ficn Streben auf Einfachheit und Natürlichkeit des musikalichen Ausdrucks gerichtet ist und der entschlossen scheint, den alten, melodiösen Walzer wieder zur, Grundlage der Operette zu machen. Es ist Karl Stig ter, dessen hübsche Operet e „Die D a l l k 5 n i g i n" einen lebhaften Erfolg bei ausgezeichneter Darstellung in d.n Hauptrolen erzielte. Auch die Idee des neuen Wertchens ist gefällig: eine junge Doktorin de; Rechts gewinnt einen F rmilienprozeß um ein Schloß und grotz^ Vermögen, um d esen Prozeß in zweiter Instanz zu verloren. Dafür gewinnt aber der junge Goas und Echloßherr das h rbsche Fraul in Doktor als Lebensgefährtin. Einige humoristische Figuren sind um das Hauptpaar gruppiert, die Musik ist einfach, ansprechend, Melodik und Rhythmik fließen aus gesundem, musikal schem Empfinden, die ganze Partitur ist sauber gearbeitet mit einer ausgesprochenen Tendenz zum Operettenstil früherer Zeiten und der Abwehr von aller mondäner Mache. Dertl Gräbener als Fl. Doktor und Alfred Strauß als Graf boten besonders eindrucksvolle Leistungen. st. Aus Stabt und Land. Gießen, den 1. Dezember 1924. Sehr geerthe Redackhioßn. So do hätte mer de Frost un kaa Schtrimb un owe druff noch von eme Duuwe de Kimmel geriewwe krieht, s wird immer schenner das de Duwe gescheidder sei wolle wäi de Ahle. Aich kann nett fluche awwer e Gewidderkeil soll doch dezwischig soahre mit em ganze sack voll Dann- et bel, die se in Darnschtadt zum koche benutze, in Gäiße aber zum Feuer aa mache, Kallche des waaste doh so gut wäi aich. Das mer eroe, wou alles in de Waald gieht, de Dannebbel mit de Gattern suche muß, Waas aich aach. Des Holz und Dannebbel sammle is iwwerhoubt so e eiche Sach, do Wern mitunner Est gesammelt, däi gor ka Est sei un aach nett in de Kaddegohrie lese- holz gehrern, aich sein do gewissermassen Sach- verstendlcher un Waas beschtimmt, des mer aus Läsholz aach Säuschtäll un Goartehütte baue kann jo aich mecht wette, des mer aus dem woos in de letzte Ioahrn als Läsholz aus m Waald haamaefoahre worde is, de Festhall för des mittelreihnisch Dornfest baue un nach aus- schmicke kennt. — Do aich gerat beim middet- reihnisch Dornfest bin mecht ich empfehle des im Festausschus aach de Zozzelsgässer vertrete sein müsse un das mer mich in de Wertfchcrsstsaus- schuß un wo meglich aach in de Woynungsaus- schuß wehte täd. In de Wertschafftsaagelege- heite kenn aich mich aus un waas aus lang- järiger Ersarung wäi gezabbt werde muß un in de Zozzelsgass is aach des Wohnungswese aff der Höh vonwege Kwaddier för de Dörner. QKei Kallche babbelt aach jede Dag von Dorn- fest un mahnt, er mist als Schrieftsteler un Schornaliht aach e Aemdche im Pressausschuß kriehe, domm is er. jo nett wenn er in der Schuhl honnertmol „rinntvieh" zur Schtraf hott schreiwwe müsse. Es schtand aber nor 98 Mahl uff de Schiehsfertafel weil nett mehr uff die oa ©eib ging. Uff die armer Seit Hot er fein Leerer ab gewählt. Se werde zugewe müsse, wann se des b.ld uff de Cchiesftrdasel bewachte daß er Mahler- W.- ballend besizzt. Dann er so fort fährt kann -roch e grosser Mahler odder effentueT Archedeckt aus m warn un fest schtehend- Fest Halle uff de Dribb un occhenelle Kaffäs hx der Bahnhvpschtraß baue, meF, ”-nn zesammc ennin gehn tun, eich freu mich schon druff hofsendlig giebts richtge Schobbe wäi beim Scyovv^chrnlrl ohne gen>» webbel en vernünftige „Korye" wäi in der Schloß» gaß un zur Versehnung mit dem Kallche e grüß» Deller mit Krähmschniddche und Schlachsaune womit ich hochachtungsfoll verbleiwe ihr Dadder Kallche Söhniohr. O Fahrpreisermäßigung zugun» der Jugendpflege. Die ten behörd- *•) aneitaranen Irg ndpfle. ev re neu f ür das Kalenderjahr 1924 ai^Jg. händigten Aus weis karten, in denen die Berecht.g ing zur Inanspruchnahme der tar.fmäßigen Erman gung aus e.prochen war, verlieren, wte uns mitg.teilt wird, mit Ablauf des 31. Dezember 1924 ihre Gültigkeit. Für bte Zukunft soll die Aushän-igung dec Ausweis- ka.ten wieder, wie früher, durch die örtliche bzw. bei Orten chne Ei enb hustallon durch die nächst» gelegene Fahrkartenausg.roe crfct^en. und zwar auf Grund von mit behördlicher A,rerke:rnung veriehei.en EinzelaMrügen dec interessierten Vereine. * • Weihnachts - AuSstellung des „Bienenkorbs". Man schreibt rms: Der in seinen Zecken und Zielen längst anerkannte und bekannte „Bienenkorb" will weiteren Kreisen der hiesigen Bevölkerung Gelegenheit geben, die von seinen fleißigen „Bienen" gefertigten Handarbeiten kennenzulernen. Die Arbeiten sind verkäuflich, und es kann durch den Erwerb noch mancher Weihnachtswunsch erfüllt werden. Herr Heinrich H e 111 e r hat in dankenswerter Weise seinen Ecke Südanlage und Frankfurter Straße gelegenen Laden für die Tage Donnerstag (4.) und Freitag (5. Dez.) als Ausstellungs- und Verkaufsraum zur Verfügung gestellt. Ein reger Besuch dec Ausstellung kann nur empfohlen werden, da bei den Arbeiten jedem Geschmack Rechnung getragen wird. Durch die Veräußerung der Arbeiten wird es dem „Bienenkorb" möglich sein, auch im neuen Jahre fein gemeinnütziges Werk fortzusehen. Eine große Anzahl besonders schöner Arbeiten wird zur Beschaffung weiterer Betriebsmittel einer Verlosung ausgesetzt. Wie schon in früheren Jahren, haben es eine Reihe von hiesigen Geschäftsinhabern freundlichst übernommen, bei der Veräußerung der Lose mitzuhelfen. • * Anerkennungsurkunden für Hebammen. Die nachstehend genannten Hebammen des Kreises Gießen haben im Lause des Jahres 1924 Anerkennungsurkunden für tadellose, pflichttreue, 40jährige Berufstätigkeit vom Hessischen Ministerium erhalten, und zugleich wurde ihnen dazu auch vom Kreisge- sundheitsamt Gießen Glückwunsch und Anerken- ming ausgesprochen: Frau Christine Hofmann ° Al ten-Duseck, Frau Margarete Dietz- Mainzlar, Frau Elise Deibel Ww.-Staufen- betg, Frau Katharine Schröder- Rieder-Bessingen, Frau Elise Koch Wwe.-Birllar. * * Eine Achtzigjährige. Morgen feiert unsere Mi bü-gerin Frau Marie Ben ne- witz, geb. Fl h-r Wwe., in g-istiger und körperlicher Frische ih-cen 80. Ce.urtstag. Die alte Dame wohnt bei ihrer Tochter im Haufe Credner- straße 38. BornoLizeNo — Tageskalender für Montag: Deutsche Demokratische Partei. 8Vt älhr in der Turnhalle: öffentliche Wählerversammlung. — Gießener Freiw. Feuerwehr, 8 älhr: Monatsversammlung bei Müller, Bahnhofstraße. — Volkshochschule, 8 ilbr, Psychiatr. Klinik: „Motorasche Symptome des Alkoholismus". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße und Astoria-Lichtspiele: „Di- Hölle von Dorbalo" uiü> „Die Insel der verloreiren Schiffe". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Rach einer Anzahl heiterer Werke bringt die Abonnementsvorstellling des nächsten Mittwoch mit der Reueinstudierung von Hebbels Drama „Gyges und sein Ring" wieder ein Wetck ernster Art. D'.e Ausführung wird geleitet von Herrn Oberregisseur Herrn T e- l e k h, und für die Hauptrollen der Rhodvye, des Kandaules und des Gyges ließ sich mit Frl. S f u rm fels und den Herren Juhnke und Daum eine sehr glü^iche Besetzung ermöglichen — Einem vielfach gcär ß rten Wunsche enppcechent beginnen dieses Jahr die Aufführungen Werh» nachtsmärchens f ühzeitiger als bisher. Am Sonntag, dem 7. Dezember, nachmittags 3'/s ^Ihr, wirk zum ersten Male gegeben: „Schnühelbuh- Häusel" oder „Dic Abenteuer des Lach- Hannes und des M u cke n s chn a p p e r s", Märchen in 6 Bildern, von Hermann Steingoetler. Der Verfasser hat in seinen früheren Märchen „Daumenlutscher", „Pl-rppermäulchen" und namentlich in der „Frau Holle", die hier einen Rekord an Aufführungen erlebte und auch dieses Icchr wied r an z 'hlreickfcn deutschen Bühnen g geben wird, bewiesen, daß er den Ton zu treffen weiß, der zu den Herzen der Kinder spricht. So dürfte auch dieses Märchen wieder starke Anziehungskraft ausüben. * * Zur heutigen demokratischen Wahlversammlung in der Turnhalle wird uns geschrieben: Dr. Büchner spielt sowohl als Inhaber der in der ganzen Welt bekannten Cchenkschen Maschinenfabrik in Darmstadt, alS auch persönlich eine führende Rolle in der deutschen Wirtschaft Er ist u. a. Vorsitzender des Bundes der Arbeitgeberverbände von Hessen und Hessen-Rassau, sowie Vorsitzender des Derbanb«s der Metallindustri.llen von Hessen und Hessen- Rassau. Don Frl. Korell, der Tochter des bekannten Parlamentariers, wird berichtet, daß ihre Ausführungen als ein Ereignis im Glerch- llang des Wahlkampfes bezeichnet werden müßen. — Der Gew erbeverein hält morgen Dienstag, 8.30 ÜIhr, im Gewerbehaus eine Mitgliederversammlung ab, in der u. a. Wahl zur Handwerkskammer, Aus- bzw. Reubau des Gewerbehauses zur Verhandlung stehen. (Siehe Anzeige in der Samstagausgabe.) Wettervoraussage. , Meist trübe, milder, südliche bis südwestliche 'Winde, geringe Riederschläge. • Landkreis Gießen. Wieseck, 30. Rov. Die jüngste G e - mernderatssitzung hatte eine reichhaltige Tagesordnung zu erledigen: Unter gewissen Voraussetzungen haben die Hebammen Anspruch aus ein von der Gemeinde zu gewährendes W a r t e g e l d. Der von der Tagesordnung der vorherigen Sitzung abgesetzte gleiche Verhandlungsgegenstand verfiel in der jetzigen Sitzung der Ablehnung, da nach den bestehende^ wirtschaftlichen Kurs in Höhe von etwa n. Donnerstag, :tgnon. Freitag, Von einer guten Zigarette ür Montag: 8>/i IIhr In der »isammlung, - Ibt: QKonatittet» rafc - 2» rif: .Mansche Lichtivi^a», iele: „Die Hölle der Deibrenen zcn.cs von ca. 575 Quadratmeter auf 120 Ttt pn Guabratmcter herabgesetzt und fetten» d^ Gesuch- stellor» ein Ackergrundstuck hn Hohenstein in Zahlung gegeben. Sin wertere» Gesuch um _wr- be» Kaufpreise» für Dauplahgelände elehnt. Dl« Pacht für im Laufe de» ögttangt Oer Kachmcmn, Saß ihr Aroma flat unä eOel über Sie Jungt geht, Saß ihr Genuß nicht er.7-.uSet unö sättigt, Saß fein Nachgeslhmcuf zurückbteibt, Üer immer So» Zeichen unsachlicher Mischung aöer uneälet Tabake ist. Ser Zachmmm sagt: Me Zigarette soll herzhaft schmecken wie frischgebackenes »töt'. Diese guten «igrnschastm stnS üas besonSece Merkmal unserer neuen Mischungen Eöwenbrück unö Gülöenring Zigarettenfabrik MMWlgj HausNeuerburgi SS Se- Sie l-Ah-Bge • cineSn^ mäytgung wurde abg____ Jahre» au» der Hand abgegebene H o l - l a g er» plähe setzte der Gemeinderat auf 1.50 Mk. und 2 Ult. pro Platz fest. D e Kosten für den im Laufe de» WinicrS in Ridda stattfindenden la n d- Kreis Büdingen. (t) Didda, 30. Rov. Aas der jüngsten De- meinderatsfitzung ist zu berichten: Dem Gesuch des Rottenmeisters Heinrich Braun um Abtretung eine» Bauplatzes in der Abell- fttafc« w.rd unter dm üblichen Ded.ngungen statt- gegeben und der Kauspre.s auf ILO Ulf. pro Quadratmeter festgesetzt Für die Reufest- sehung des Ortslohnes durch b.» Lbei- vcis checungsami wird vrrg schlagen: für märm- Ldie Versichert- unter 16 3aboen 120 Mk., von 16 bis 21 Jahren 2,20 Mk und über 21 Jahre 2 50 Mk : für we blich? Derfich.-rte unter 16 3ah- rcn .1 Mk, von 16 bis 21 Jahren 1.33 Mk. und über 21 Jahre 1,60 Mk Der Kaufpreis für den öem Louis Hübner überlassenen Bauplatz in der Abellstrahe wird hinsichtlich des hinteren \ 2112 K. Ä en und .^»iig de Der in von 5Qnb unb Anerken- ^rifllne Hof- fgtrete Dich. Ww.-Staulen- r - AiebevJes« Sirklar. i ge. MrgAl i'arie 'Seim- ger unb küiper- »lag. Die alte Haufe Crrdnev aterbureau Anzahl heiterer oorfteÖ'ing des instudierung von > fein Ding D e A'if ührung issear Herrn Dc* ter Ahvdvhe, M eb sich mü i Suhnke .mc kung ernNw" nsche ent'prechem gingen des Meih »her. Am eojrn- gs 3'/»Hr,^ ichnühelbuh. uer des Lach ^,f Hnappcrs, ckb-i« ulfrn“ »°d « imd ™2 i an ,u trfj" Mr f^fen und ! Ta Derbtnd«i 7ZL d-d ' Js in ®lt'4' «1- j®’S [lli ®c* ®“6 (“e# a"‘ stehen- (°l Kreis Lauterbach. 0 Lauterbach, 30. Hob. Wie wii^ erfahren, fand jüngst auf Einladung de» Kreis- am ted Lauterbach in Freiensteinau ! eine Besprechung über die Frage der Einrichtung einer Krastpostlinie Grebenhain — Freiensteinau — Steinau statt. Vertreten waren: das LandratSarnt Schlüchtern, das KreiSamt Lauterbach, die Oberpost direk- ttonen Kassel und Darmstadt und die interessier- ten Gemeinden. Als Voraussetzungen für die Errichtung dieser Linie wurde von der Postver- waltung gefordert: 1. Die Bereitstellung einer Wagenhalle mit heiabarer Werfstätte in dem Stützpunkte Freiensteinau. 2- Die ülebernahme einer Eventualgarantie für den nicht gedeckten Teil der Belri.b-ausg b n durch die interessierten Stellen. Da an der Erfüllung dieser Bedingungen nicht zu zweifeln ist. farm wohl mit der Eröffnung des Wagenbetriebe» zu Anfang nächsten Jahres mit grober Wahrscheinlichkeit gerechnet toeröen. Die Gesamtstreckenlänge beträgt etwa 27 3 Kilometer. Davon entfallen auf den KreiS Lauterbach 13,4 und auf den Kreis Schlüchtern 13.9 Kilometer. Der Fahrplanentwurf sieht vor, dah vormittags unb nachmittag» von Freiensteinau aus nach beiden Richtungen je ein Wagen nach Grebenhain und ein Wagen nach Steinau zu den wichtigsten Anschlußzügen fährt und sodann nach Freiensteinau zurückkehrt. Starkenburg und Rheinhessen. Mainz, 23. Rov.' (WB.) Das Hessische Ministerium hatte für h«i e nachmittag die Spitzen der Behörden und De.tre.er der Wirtschaft des besetzten Gebietes zu einem EmpfonginsRegierungsgebäude gebeten. Stoa iSpräsident Ulrich begrübt« im Xotju tec Staatsr gicixng tie Erschiene en und gab feiner Fr tibe darüber Ausdruck, daß -um ersten Ulale leit etwa zwei Jahren die Minister wieder mit den Vertretern des belebten Gebietes einige Stunden verleben könnten, bte Der Aus- Spielplan der frankfurter Theater. Opernhaus. Dienstag. 2. Dechr. abend» 7 Uhr. Hoffmann» Erzählungen. Mittwoch, 3. Dezember. abends 6 Uhr: Lohengrtn Donnerstag, 4 Dezember, abends 7 Uhr: Mignon Freitag. 5 Dezember, abends Z ülhr: Sakahra. SamStag, 6. Dezember, abends 6« , Uhr: Margarethe. Sonntag. 7. Dezember, nachmittag» 3 Uhr: Das Waldmännlein: abends 6v* Uhr: Garmen. Schauspielhaus: Dien» ag, 2. Dezember abends Z> > Uhr: Die (Send Mittwoch. 3. Dezember, abends 7» -Uhr: Katalaun.scheSchlacht. Donnerstag, 4. Dezember, abends Z Uhr. Romio und Julia Freitag, 5. Dezember, abends 7>/r ^Ihr: Die (Send. SamStag. 6. Dezember, abends Z»/.> Uhr: Der Tokaier. Sonntag, 7. Dezember, abend» 7i/z Uhr: Der Tokaier. Fröhlichkeit. _ , . Der Schäfer AciS liebt Galatea und bringt dies tn zwei nett instrumentierten Arien zum Ausdruck Sie gestehen sich ihre Liebe in bem Duett _O glückselig", und der Ehvr schließ den ersten Teil. Doch zu Beginn des -weiten Teile» nabt sich der Zyklop Poliphnn. der AciS au» Gis ersucht nachstellt. Sein Erscheinen wird vom Chor erschreckt angezeigt. 3n seine Arie: „O rosig wie die Psir fche" wirbt er um die Gunst und Liebe Galat ras. die ihn jedoch abweist. AciS fordert den Zyklopen zum Kamps, vergeblich versucht Galatea, ihn zurückzuhalten: er wird von dem Biesen an einem F-lfen .-erschmetlert. ®alate.i klagt über den Tod des Gel edlen, doch dec Chor rät ihr. den 'Getöteten in einen Silber quell, zu verwandeln, und sie befolgt den Aat: aus dem • Grob-Fel da, 29. Aov. Um den un- I Felsen bricht sprudelnd der ^a^ hervor^ un^ haltbaren Verkehrszuständen in unserer Gegend ^5 Chor trostet die GöNin -Gatat^ stille abxubclfen. wird die Errichtung einer Personen- Schmerz und läht so das eindrucksvolle -U*rr Partei dar. Kreis Friedberg. vw Butzbach, 28. Aov. Gestern fand im groben Saale des .Hell. Hofe»" eine sehr gut besuchte Wahlversammlung der D e u t f cn c n Volkspartei unter der Leitung des Vorsitzenden. Rektor Storch- Butzbach, statt. 3n zweistündiger, rein sachlich gehaltener Rede sprach Rechtsanwalt Singel beb-Darmstadt über die Fragen der Reich»- und der hessischen Landes- Politik. Seine Ausführungen wurden mit grobem Beifall ausgenommen. sf. Friedberg. 30. Rov. Bei Eröffnung der jüngsten Stadtverordnetensihung gedachte vor Eintritt In die Tagesordnung der Bücgermerster der beiden verstorbenen f.uberen Siadiv. Oppenheimer und Rausch, zu deren ehrendem Andenken sich die Stadtverordneten von ihren Sitzen erhoben. — Für das st ä d t. Gaswerk muh ein zwei t e r Gasbehälter angeschafft werden Man will .nach Einsichtnahme in verschiedenen Gaswerken, einen Trocken behält er wählen, die Grob« soll in der Kommission bestimmt werden. — Durch die Anschaffung einer neuen Motorspritze muh auch daS Schlauchmaterial, welches dem härteren Drucke nicht gewachsen ist, ergänzt werden: es werden für diesen Zweck ca. 1100 Mk- nötig sein, die bewilligt werden. — Die Drückenwage am Dahn Hof will man in die Fc-itz-Reuter- ßtrabe im Stadtteil Feuerbach verlegen. — Zur Winterhilfe, die im vergangenen Winter in grobzügiger Weise zur Linderung der Rot beigetragen hat, wurde von der Stadt die H e i - zu ng der Badeanstalt, wo die Küche aufacfte.lt mar vorlagsweise übernommen, was einen Kostenaufwand von ca. 3000 Mk- verursachte- Die Stadt will von dieser Summe die Hälfte auf eigene Rechnung übernehmen: ein gleiches soll bn diesem Winter geschehen. - Sine sehr lange Debatte verursachte der nächste Punkt der Tagesordnung Baulicher Zustand der Schillerschule". Man ist allseitig der Ansicht, bab daS jetzige alte Gebäude den Ansp üchen der fort- während wachsenden Schule nicht genügt, wenn auch der bauliche Zustand zur Zeit nicht gesahr- droherrd ist, so ist die Verantwortung doch sehr graf; und ein Reubau nicht zu vermeiden. Heber die Frage, ob toegen des Projektes eines Reu- baue» ein Preisausschreiben erlassen werden soll, sowie über die Geldbeschaffung konnte eine Einigung noch nicht erzielt werden: die Angelegenheit wird in die geheime Sitzung verwiesen: man ist jedoch darüber einig, bab die Sache nicht mehr länger hinausgeschoben werden darf unb die Vorarbeiten im Winter erledigt werden müssen. — Der Antrag auf Aufhebung der städt. Verbrauchssteuer wird an den Finanzausschub zurückveiwiefen. da der Bürgermeister erklärt, dah' er zur Aufrechterhaltung des städt. Voranschlags auf diese Einnahme von ca 30000 Mark nicht verzichten könne, ehe eme anderweitige Deckung eingestellt sei. — Sin Antrag Füller auf Aender u ng deS OrtSbau- ft a t u t» wird von dem Bürgermeister dahin beantwortet, dab ein solches geschaffen werden solle, sobald das staatliche Daugesetz fertig sei. 3n der Praxis aber feien die vom Staate bewilligten Erleichterungen auch hier schon gewährt worden. — (Jin Antrag der Sozialdemokratie, der- Mieterpartei und der Unparteiischen Partei auf Aen- derung der A c b e i t s v e r ge b u n g e n wird nach kurzer Begründung an den Rechts» und Dau- ausschub verwiesen. — Ein Antrag Mörschel auf Auswertung der ft ä b t. Anleihen wird an den Finanzausschub verwiesen. zu kurz unb erlitt im Vorderwagen einen Achsenbruch. D s l.nke Vorderrad zerschellte, da» Auto überschlug sich unb b?g ub die Insassen unter sch 2Iuber Hautabschurlungen und leichten Quetschungen Limen sie in der Hauptsache m;t dem Schrecken davon. Ein von Giehen telephonisch herbeigerufene» Auto brache die Waidmanner zunächst bi erber, wo fte sich in einem Gasthaus einige Ers.ischungcn gönnten rmd die Spuren der- Verletzungen zu bsse t^e.i versuchten, um dann die Rückfahrt nach (Sieben anzutrcten Am Rachm ttag wurde das verunglückte Auto durch c.nen Lastlrastwagen nach Gie^.r geschleppt. • Lich. 28. Rov. 3n einer gutbesuchten Wählerversammlung der Deu t sche n D o l ks- ratlel sprach gestern abend LandtagSkanbibat Oberstudiendirckwr Dr. Keller- Büdingen. Er beleuchtete in seinem l'/.stündigen, fcliclnben Qjortragc die Politik der Partei bn Reich unb in Hessen unb wies nach, wie durch diese Strefe- mannsche Politik eine Besserung unserer Lage 80 Mk. wurden auf die Stad klasse übernommen. — In mchtöfientlicher Sitzung wurde di« Vergütung des Schäfer» Theodor P f a n n k 0 ch, zur Ze.t Rieder-Mockstadt, dem die freigewordene Schäferstelle ab 1. März kommenden 3obre» übertragen worden ist, entsprechend dem Dorsch! ?.gc der F nanzlvmmission festgesetzt und be- st mmt, bab die Lieferung von Bretirucht für die Folge wegsällt. Für die städt. Beamten und Bediensteten be r Besoldungsgruppen 1 bi« 6 wird die Gewährung einer einmaligen WirtfchastLb.ihilfe nach den ftaat- l.chen Dotfchnften mit der Aenderung genehmigt, bab d.e Derhillc für die Verheirate en cm beit- lich auf 40 Mk. für die Ledigen auf .20 Mk. festgesetzt wird. Der Gemeinderat vertritt die 2In- s.cht, bab der Wohnungsnot wirksam nur durch Schaffung neuer Wohnungen gesteuert werden kann unb beschlicht, der Erbauung eines Wohnhauses mit neun Wohnungen näherzutreten. Richdem zur ilcbertraauno der se ih r von W.lhllm Strauch- Geib-Rrdda gepachteten Fischereiabteilung an Wilhelm Orth l.-R dda die Genehmigung erteilt unb gegen die Absicht beS Ministeriums, den Kreisen unb Gemeinden da» Recht zu entziehen, Zuschläge zur Grunderwerbsteuer für ihre Rechnung zu erheben. Bedenken i7icht geäußert worden waren, wurde die Sitzung UteTttgungen unb «ingehvlten ®rfunbfgungen bte «fvrbcrlichen Voraussetzungen für Wies eck nicht rätreffen — Die Reuorbnung de» 5a- elviehwefen» hat ebenfalls schon eine Sitzung beschäftigt. Rach den in der Zwischenzeit angestellten Ermittelungen ergibt sich folgendes Bild: Es sind vorhanden an Kühen 89 Vogels- beiger, 192 Simm ent Haler unb 131 der Riede- rungSrasse. Der Wunsch der Interessenten nach einem RiederunaSbullen ist also berechtigt. Der Deschluh des GemeinderatS geht dahin, einen DiederungSbullen anzuschaffen, gleichzeitig für ben abgängigen Simmenthaler, der auf dem Sub- misfionSwege verkauft werden soll, einen Simmenthaler Dullen anzukaufen. Damit ist für alle drei vorhandenen Zuchtrichtungen da« nottoen- tüge Zucht material vorhanden. — Die Herftel- (ung be» freien Pla » e « In der Kirchstr a h e soll in der Weise erfragen, bab die Gemeinde ben Platz in der durch daS Ort»- flatut vovgeschriebenen Weise einzäunt und dann al» Garten verpachtet. — Da» Gesuch der Firma Fr. Harrte» u. C 0 auf dem von ihr gepachteten früheren Schalplah in der Schulstrahe eine Wellblech Halle zu errichten, wurde genehmigt. Die Genehmigung erfolgt auf Widerruf. - Für die bei dem letzten Brande notwendigen Brandwachen wurden die zustehenden Gnt- schädtgungen betoilligt. — ö. 8. HaaS ersuchte um En twäsf eru ng de» alten G e- melnbebrunnen« bei feinem Wohnhaus Der Gemeinde rat beschloh, durch eine technische Person zunächst feststellen zu taffen, ob daS Wasser tatsächlich von dem Demcinbebrunnen kommt, unb lich bann erneut Vorlage machen zu lassen. — Die beantragte Verlegung einer Wasserleitung Im allen Rathau » wurde abgelehnt, da dadurch bet vorhandene Mih- stand nicht beseitigt wird: die» soll durch die genehmigte Almänbcrung der Fällung erreicht werden. — Wilhelm Weller teilte In einem Gesuch mit, dah ein Acker von Ihm nach der D^messung der gegenwärtigen Feldbereinigung 314 Quadratmeter kleiner geworden sei, al» er nach dem Kaufbrief grob sein soll. Der daneben liegende Acker, ben die Gemeinde vor etwa 2 Jahren erwarb, soll dieselbe Anzahl Quadratmeter .zugonommen" haben Er ersucht um Verausgabe des ihm fehlenden Geländes. Dies muhte aus prinzipiellen Gründen abgelehnt werden. — Dec Kredit für die Ansch.iNung der notwendigen Küchengeräte für ben Koch- unterricht der F0rtbi l b ungSschule wurde gmehmigt. — Die Verzugszuschläge für nicht rechtzeitig gezahlte Gemeindegefälle wurden erheblich herabgesetzt. 3m Gemeinderat herrschte die Stimmung vor, die Zuschläge ganz fallen zu lassen und damit den früheren Zustand zu schaffen, da in vielen Fällen diejenigen, die nicht rechtj^iig bezahlen, wirtschaftlich recht schwach sind. Andererseits verschlost man sich nicht der nun einmal feststehenden Tatsache, bah es auch viele Rechenkünstler gibt, die auf dem Standpunkt stehen, die Gemeinde dann bis in die Unendlichkeit warten zu lassen und baS auf diese Weise ber Gemein de entzogene Geld bei ben bestehenden hohen Zinssätzen für sich arbeiten zu lassen. Rach einer ministeriellen Verfügung wird ber Zu- schlagSsatz für jeden angefangenen halben Monat von 21/- auf V/s Prvz. herabgesetzt. Der Ge- meinberät ging aber noch erheblich darunter, er beschloß, für jeden angefangenen ganzen Monat nur 1 Prvz. Zuschlag zu erheben. — 3n nichil llentlicher Sitzung wurde dem Otto Hofmann ein bet Gemeinde gehöriger Bauplatz zum Preise von 2,60 Mk. pro Quadratmeter ver- kauft. — Eine Anfrage über ben Stand ber 21 n - gelegenheit ber elektrischen Strasten bahn hatte das bereit» am Freitag mit- geteilte Ergebnis. _ __ . Sl ® rohen -03uf cd, 29. Rov. An dem Bahnübergang ber Staatsstrahe zw schen hier unb Reis i.chn bei dem sogenannten „W^hlS Häuschen" ereignete lich gestern mittag ein Aulo- , unfall. G.n ®ief>cner Auto, mit 6 Herren RJettt, die in den DogelSberg zur 3aad fahren tnnte^" nolmt un be« die Karr« eingetreten fei. Die ruhigen, fachlichen 2!uSfüh- rungen be» Redner» ernteten reichen Beifall. Eine 2lu»fprache fand nicht statt, da sich niemand xum Worte meldete. • Langsdorf. 29. Rov. Der Wahlkampf bringt auch unS zahlreiche Derfamm- lungen. Am Mittwoch fprach vor einem recht zahlreichen Publikum ber Reich»- und Landtagsabgeordnete D 0 r f ch - WolferShcim für die Deutsch nationale Partei. 3n ber Diskussion beteiligte sich ein Vertreter ber Demokraten unb be» Bauernbundes. Am Freitag trat die Deutsche Volkspartei durch ihren Geschäftsführer Bayer vor die Wählerschaft. 3n ruhiger, sachlicher Weise legte er die Ziele seiner spräche ttfcr toWge Fr*Vr, w4e W dienen sollen, t* menschlichen DezxtSrngen wieder enger zu knüpfen. Eine große Freude sei e» ihm. «e beimgekehrten 21usgewief» »e hessische Regierung werde nicht» unoerludit UNNn. um auch den übngcn au»gctc*e'enen Barmten, die in ihr 2stnt noch nicht -»irückkehren konnten, oNt Rückkehr zu erwirken Der Empfang, der vorn etwa 100 Personen besucht war. vereinigte die Anweserrden während einiger Sunden zu einer lebhaften Ausspiache Aut Vormittag empfing der StattSprä'ident im Reg e.ungsgebäude ben Vertreter der Interalliierten Rhein'- landkommlsflon, General D 0 n v i g n e » 3m Verlaufe der angeregten Unterhaltung kam insbesondere bte Rottvendigkeit und der beider» I fettige Welle zum AuSdr-uck im Sinne eine» Ausgleichs ber Stieret len zu wirken. Konzert des „SöngerUranzes" AciS und Galatea. Pastoral für Soli, Ehvr unb Orchester von G. 5. Händel. AciS unb Galatea ist neben ber groben Anzahl biblischer Oratorien daS einzige weltliche Werl dieser Art, da» wir der Fll>er D F Händels verdanken. 3m Gegensatz zu seinen I übrigen Kompositionen hat Händel in diel em Pastoral nut den Streichkörper, zwei Oboen. Flöte I und F gott, verwandt. Schon die ®inlcttung verseht unS in schelmisch-h-lltere Schäserwelt, und durch das garrze Werk zieht ein Hatuh ungetrübter geschlossen. Kreis Schotten. ■+■ Schotten, 30. Rov. Der Gut ber- fUm, den bte Hessische FUmstelie in Verbindung mit dem Evangelischen Du ck) zur Vorfüh- ru g bringt, wirb am nächsten Millwxh in ber hie igen Turnhalle g'zeigt werden. Man rechnet mit einer starken De^.l.gung hie:ger unb auswärtiger Schulen, so datz zu erwarten ist, bas) die Persönlichkeit unseres großen Reformators in ber Kinderfcele tiefere» Verständnis fmbet, ein Werk innerliche Vertiefung erfährt. Arcis Alsfeld. abzuhelfen, wird die Errichtung einer Perfonen- Postauto - Verkehrslinie zwischen Ehringshausen, Groß-Felda, Kestrich, Windhausen, Ober- xnb Rieder-Dreidenbach, Romrod, AlSseld und z trück geplant. Rack^>em eine 3nteressen-Veveinigu.rg bisher mit ber Oberpostdirek.ion Darmstadt ver- handell hat, wird nun das KreiSamt Alsfeld die Angelegenheit in die Hand nehmen. Die Aussichten zur Derwirllrchung des Planes sind günstig. ausklingen. . , _ Die Leitung des Werkes lag in Händen Albert Kastens, ber be Chöre recht sauber einstudiert batte. Leider lieh sich der Chor am Ausführungstag nicht so führen, wie da» für eure absolute Lieberrinstinnnung von Chor tmb Orchester notwendig gewesen wäre. 3m übrigen toar die Aussprache unb Tonbehandlung bes Chors recht gut. Das Orchester setzte sich aus Mitgliedern ber hiesigen Reichswehrkapelle und einigen (Siebener Musikfreunden zusammen, die alle ihr bestes boten. Als Solisten waren Adele Metz (Sopran), HanS Hoefflin (Tenor) und Paul Po de hi (Daß) gewonnen worden, die unserer Stadt ja von früheren, ähnlichen Werken besten» bekannt waren. Die Partie der Galatea sang 2ll>ele Metz (Frankfurt), der wegen ihrer glockenreinen frmpathilchen Glimme besondere Anerkennung gebührt Besonders ihre Arie: ,3ch bin wie bte Taube" zeigte bte korrekte Vokalbehanblung Der Künstlerin. Hans Hoefflin (Darmstadt) bot trotz einer starken Erkältung rocht annehmbare Leistungen alS Acis Paul Po de hl (Grfurtl fand s.ch mit der Rolle des Zy«>pon gut zurvcht. und seine metallische, wohMlngende Stimme patzte sich dem Rahmen der übrigen Solisten vortrefflich an ES ist zu begrüßen, daß der „Längerkranz" auch in diesem 3ahre keine Mühe gescheut hat, der Gießener Bürgerschaft ben Genuß eine» Meisterwerks zu vermitteln, und es gebührt ihm dafür bei Dank aller Mus.fliebenben, 4> p 9571D Lieh, Frankfurt, Bonames, Mücke, den 29, November 1924. weltlich. 9559c Lollar, den 29. November 1924. 017420 2y2 Uhr nachmittags statt. 9582 D verein o r i. 2. 3. Achtung! Achtung! HÄti »BröMmsdnlftv M Tftse»- und Abendkurse Beginn 1. Dezember ,seia I !yßf9t@rhoHand8,sschu,e I 83 6dyl6ÖGießen,Goethestr.32 ■ Buchdruck SSt Simmet miiert. 017398 Schulstraße 7. 9546V 1 MIGHON - SCHOKOLADENWERKE HALLE A ♦ SA r i ■ Die Beerdigung findet Dienstag, den 2. Dezember, um Korbmöbel Korbwaren 41 < Mil elektr.LichtNähe Bahnhof zu nenn. Crednerstr. 18 1. Daubringen Hauptstraße 26. Gcwerbcbans. HandwerkSkam- merroabL Ausbau deS Gc< roeibebaufeS. Verschieden. iBe> ztrksoerband rc) Der VorillxeBd» MARKENi Rot i Blau / Grün. Hafermalz. Seit Jahrzehnten wird von unzähligen Hausfrauen „Mignon“- Kakao bevorzugt. S« g< s 21 oi w 2 S- in bi G m P nc k s n> ix fli In Mitglikher- vkrsaMlMtz Dienstag, 2. Dezember, 81/, Uhr, W W K In tiefer Trauer: Familie Ludwig Frey. Bekanntmachung. Nachdem durch Verordnung des Herrn Äeichsministers der Finanzen sowie Verfügung des Hessischen Ministeriums der Finanzen vom 3. bzw. 19. November 1924 die Zuschläge für Steucrrückstände auf halbmonatlich l‘./.°/n herabgesetzt worden sind, wird diese Maßnahme mit sofortiger Wirkung auch auf die städtischen Steuern ausgedehnt. Gießen, den 28. November 1924. Der Oberbürgermeister: Keller. 9560Z Salon- vogeltäfig (Messing) mit Ständer iKunstschlniede- nrbeit) billig abzug. jtoo? sagt die Ge» schästSst. d. ®.y.017,02 au vermieten Ebelstrahe 2 II, r. IHillllllllllllllllllllllllllllll!) BadHomburg v. d. H., Darmstadt, den 29. November 1924. Die Beerdigung findet in Darmstadt in der Stille statt. wagen vreiSmer, zu verk. Franks. Str. 89 II. Sladttheater DicnStag, 2. Dez.. 8. Mnslag-M.-Msk. von c"bis 9’/, Uhr: Ier3igennech«l0li. Overekre in 3 Akten von Job. Slrauh. vom SamStag mache nochmals aufmerksam ES kommen am DtenSlag noch zum weiteren AuSgebot 7 Stück starke Handleitcr- wagen. 5u Stück gepolsterte Jftijiberntje für Fahrräder, 5 lederne für Motorräder, 1 Esiservice usw. 017419 H. Benner II., Auktionator. Die Beerdigung findet Dienstag, den 2. Dezember, nachmittags 3 Uhr, in Lieh statt. 9563 l) Todes-Anzeige. Heute morgen 23/4 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau, unsere liebe Schwester, Schwägerin und Tante Elisabetha Amend geb. Amend im Alter von 65 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen. Johannes Amend IV. Aliendorf a. d. Lahn, den 30. November 1924. Die Beerdigung findet Dienstag, den 2. Dezember, nachmittags 2 Uhr, statt. möglichst mit Erkerfenster, evtl. 1. Etage, in verkehrsreicher Lage in Gießen, per sofort zu mieten gesucht. Evtl. Wohnung würde mit übernommen. Offerten unter 2005 an Annoncen - Expedition Karl Dönisch^Aschaffenburg.°'^ Vermietungen] QI1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIID g mm Zimmer Sammelvorlesun gen über die Alkohol« frage im Hörsaal 54. Montag, 1. Dezbr, 8 bis 9 Uhr abends, Pros. Sommer: Notorische Symptome des AI- kohollemas. Freizugängltch füi jedermann. 017409 D. V. g. d. Alk. W von der einfachsten bis zur anspruchsvollsten Ausführung im größten Spezialgeschäft Oberh. Korbwarenhaus Schulstraße neb. d.Stadtpost 9567D 3u mieten gesucht: 2 möblierte Räume möglichst mit sep. Eingang im Zentrum der Stadt: ein Raum muh für Bureauzwecke geeignet fein. Schriftliche Angebote unter 017388 an 1 den Gießener Anzeiger erbeten. Maschinenmeister in dauernde Stellung gesucht. WM ta.-hetai WnMigks sucht bei der Detailkundfchaft bestens eingeführten tüchtigen Vertreter. Angebote mit Referenzen an: Spitzenmanufaktnr 9542D Alois Perus!, Nürnberg. Statt besonderer Anzeige. Unsere innigst geliebte Mutter und Großmutter Frau Marie Breidert geb. Aull Witwe des Großh. Hessischen Provinzialdirektors Geheime Rats Dr. Breidert ist heute nach längerem Leiden sanft entschlafen. Emma Lipp geb. Breidert Marie Breidert, geb. v. Philipsborn Dr. Ludwig Lipp, Beigeordneter und 9 Enkel. Nach kurzer, schwerer Krankheit verschied heute morgen unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Helmut Frey stud. agr. im 19. Lebensjahre. e MAlMMM ?Ämen Aussiailiing stilrein u.vreis'.El Oie ßrühl’fdie ynio.-Druderel ll £(inge, GieM. SüMlr.7. Todes-Anzeige Gott dem Allmächtigen hat cs gefallen, heute nacht 21 , Uhr nach kurzem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante WMMikWMdU im Alter von 70 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. In tiefer Trauer; Heinrich Wilhelm Weicker Jakob Weicker and Familie Heinrich Lotz und Faml'le Johann Weicker und Familie Adam Weicker und Familie Heinrich B elcker und Familie Karl Weicker und Familie. Unseren Bundesbrudern und Alten Herren die traurige Mitteilung, daß unser lieber Bundesbruder > Helmot Frey stud. agr. am 29. November 1924 nach kurzer, schwerer Krankheit verschieden ist. Plockstr. 5. *™h billig zu verk. omos Ebelstraste 37 p. Gebrauchte UmbmMm Ito 1 IkMialwaiie Umstände halber billig zu verkaufen. Zu erfragen bei Auflegematratzen in jeder Größe und Ausführung Chaiselongues Plüsch'Sofas Beste Arbeit Niedrige Preise Karl Böhling Kaplansgasse 14 p. Spezialwerkstätte für Polstermöb J und Betten 017113 Kein Laden Arbeitsvergebung. Für die Feldbereinigung Langd sollen Montag, den 8. Dezember 1924, vormittags 10 Llhr, auf dem Rathaus zu Langd Drainage-Arbeiten, veranfchl. zu 3500 Mk vergeben werben. Die Verdingungsunterlagen liegen au Hessischer Bürgermeisterei offen, wohin die Angebote in Prozenten des Voranschlags verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postsrei bis zum Eröffnungstermin cinzureichen sind. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Giehen, den 28. Rovember 1924. Hessisches Kulturbauamt. 9540D H. St einbach , Reg.-Vaurat. Es MBL TeihükltzksgdlSent M 6 ilillniüiiMlijpfc Mk. 9.50 isrankoHauS) (Vorkasse oder Nachnabmel Znbalt 1. 2, B, 1, 5 Lir mit G UMIcliföpfen llk. 13.50 ifrn ko) e<7eE ttlückülm B. Seuthe Eolttansen b. Plstienhero 222 BOüOqn Fabrikräume,Firma bcii.cn.259. Jnfera, beifügen Postsct-eckk. Frank». M.904W Gut erhaltene PlTW: Konzert Zither preiswert zu verk. Sicher Str. 57 II. Etwa 100 Ztr. gutes RoMn-PttWrih zu verkaufen. [9543D Kd. Lntz, Klein- Felda, Str. Alsfeld, Bahnstat. EhringS- hausen iOberheffen). | Kaufgesuche | Altes Blei (Bieiröbren) kauft Brühlsche Druckerei •1MD Schulstr. 7/9. | Vereine j Volksbochschule. DT" Heute “®S Vortrag über Motorische Symptome des Alkohollsmas v Bros. Sommer. 8 Uhr Psychiatr. Klinik. Eintritt unent- Alicestrahe 14 p. sind 1 diS 2 gut möblierte und gut heizbare Zimmer zu vermieten und am 1. Januar 1925 zu beziehen. [017322 | Mietgesuche | MblAWicr im nördlichen Stadtteil für sofort gesucht. Schrtftl. Angebote unter 017410 an den Gieh. Anz. erbeten. [Stellenangebote] IlÄniödlheii oi). Lavssraii f. sof. gesucht. 9554D Ostanlage 36 p. leteMilti1 in Wetzlar sucht sofort tüchtigen, brauche kundigen Reisenden I Angebote mit Zeugmr | absihrifien und Gehnit«ansuriichen tmiei 95770 an den Lietzener An seiger In tiefer Trauer: Die Gieß. Burschenschaft „Germania I. A. Helmut Heineck (XXX) X. Junge legereife Hühner Qä offeriert zu Mk. 4.50 v. Stück. Bei20 Stck. franko. Garantiert lebende Ankunft. Jost Koch Wwe. Waldenau - Sieg 128. i Wagen. mit Leitern, G prima Gänse, X Zucht- Schaflämmer zu verkaufen 01,408 Robbe ick a. d. B. Gietzener Str. 18. Gut erhaltener, gr. Hnk 1.80 m hoch, 2 breit, 1.20 tief, umbauhal- ber billig zu verkaufen. Näh. M7S« Eduard Sack Walltorstrahe 1. Gut erhaltenes WtM. Das am Freitag er- schieneneJnseratdeS Kegelklubs Z.d. A.(G.d. A.?) ging nicht von uns ans. PreiSkegeln gehört nicht zu unserer gewerkschaftlichen Tätigkeil. 017415 ZentralveFbaad der Angestellten. Z. tL A. Gewerbe-1 Oefen Herde Gasherde auch gebrauchte.010'" H. Schön Marburger Str. Alleinvertrieb f. hervorragend gut. 35-Pf.-Gebr.Massen- artikel,d.konkurrenz- loS u. in jed. Haush. unbed.uötigist,direkt v. Fabrik z. vergeb. .SIL Kavit ersordcrl. Offert. ii. J. M.4148 ön Rudolf Blosse, Berlin- Frlede^au, erb, »y^as |Stellengesuche| Jüngere und ältere Mädchen suchen Stellung. GewerbSmähige Stellen vernättlung Sovdie Dülser. Aelt.MäWn vom Lande sucht Stellung in kleinerer Familie, am liebst, bet alleinstehendem Herrn od. Dame. Schriftliche Angeb. unter 01741t1 n. d. Gietz. Anz. erb. Zunge vqme sucht aushilfsweise B> schäsngnna in nur gutem Geschäft. Schrtftl. Angebote unter 9496D nn den Gien. Anz. erbeten. | Verkäufe | Wachsamer fliinfl geeignet f. Hofhund, zu verkaufen [01tt!W Wetzslcinaasse 8 I. Verkaufe AuWuiigs- Tittc (Zchwarzloh) bis 95 Punkte vrä- essoD Montag, I. Dezember 192) Stetzener Anzeiger (Seneral-Anzeiger für Tvertze^en) Ur. 285 Swettes vlatt bien s Mail! fi»! BiS'SS;«l aussprechen wenden. Mädchenbildungsfragen Der Allgemeine Deutsche Lehre- I rinnenverein, der mehr alS 30000 Lehre- . rinnen in allen deutschen Ländern umfaßt, Dielt im Oktober seine GesamtvorstandSsitzung in Kassel ab. Stroa 40 Dertreterinnen, Lefae- rinnen aller Kategorien, waren erschienen. Denen organisatorischen wurden cruSfühttich pädagogische und schulpvlitische Fragen befranbefa die zu einer Reihe wichtiger Gnrschliehungen führten. Für ©leben ist darunter eine besonders bemerkenswert, die sich mit der Weiterbildung der Mädchen besaht. ES heiht in ihr: Der Gesamtvorstand deS A. D. L V. bedauert, dah in weiten Kreisen der Elternschaft noch nicht genügend Verständnis für die über das 16. Lebensjahr hinausgehende Bildung der Mädchen in der Oberstufe der höheren Mädchenschulen besteht. Das Reifezeugnis gibt nicht nur die Berechtigung zum Hochschulstudium, sondern ist auch die Dorbedin- gung für jede Lehrerinnenbildung und nach Auflösung der allen Oberlyzeen un2> der Lehrerinnenseminare besteht die grobe Gefahr, dah im gegebenen Augenblick nicht eine genügende Zahl von Abiturientinnen vorhanden ist. Der A. D L. D. bittet daher die Behörden, auf die Rotwendigkeit der abgeschlos- lenen höheren Bildung der stlläbchen in I weitem Umfange nachdrücklichst hinzuweisen. Eine weitere Entschliehung stellt mit grober | Sorge um den Wert der D.ldungsarbeit an den deutschen Schulen und die Gesundheit der deutschen Schulkinder die Höhe der durchschnittliche» Klassenfrequenz in den deutschen Ländern fest. 3n einer Zeit, in der der Gesundheitszustand unserer Schulkinder weit hinter dem durchschnittlichen Gesundheitszustand der Schulkinder auherdeutscher Länder zurück steht, so dah eine weitgehende Fürsorge des Staates und privater Verbände, ja auch des Auslandes einsetzen muhte, werden zugleich die Schulklassen derart überfüllt, dah alle Wirkung dieser Wohlfahttsbestrobungen sofort wieder zunichtegemacht ttrirb. Eine fruchtbringende, die Kräfte des Schülers entwickelnde und fördernde ErziehungS- und Unterrichtsarbeit, w-.e sie heute mehr als je Erfordernis ist, kann m überfüllten Klassen mit 50, ja mit 60 und mit | über 70 Schülern nicht geleistet werden, vor allem auch deshalb nicht, weil bie_ heutige Arbeitsbelastung der Lehrkräfte in allen deutschen Ländern untragbar ist. Der Gesamtvorstand hielt ferner eine einheitliche Regelung der Organisation und der inneren Gestaltung der deutschen Schulen im Interesse einer national- deutschen B.ldung, sowie zur Erleichterung der Freizügigkeit zwischen den deutschen Ländern für dringend erforderlich Er bat in einer Entschliehung das ReichSministermm des Innern, diese Reg fang baldmöglichst hercheizu ühren und durch schleunige Berufung des geplanten Reichsschulbeirats eine Mitwirkung der Berufsorganisationen und Sachverstätchigen bei der reichsgcseyl.chen Regelung zu bewirken. Stark unterstrichen wurde schliehlich das auf die Dauer unerträgliche Mihverhältnis, rn dem der An teil der Frauen an Mad- chenschulen zu dem der Männer steht. -Ser Gesamtvorstand forderte, dah an allen Schulen in denen Mädchen unterridret werden, jede Gelegenheit zur Reueinstellung von leiblichen Qcbrfcärtcn an höheren Mädchenschulen besonders von weiblichen Akadem ikern be- nüht und vor allem die Leitung der Mädchenschulen bei allen Reubesetzungen in die Hand von Frauen gelegt werde. Südslawische Neuwahlen. Don unserem Belgrader Korrespondenten Peter Twiel. l/Rachdruck auch mit Quellenangabe verboten!) Belgrad, Mitte Rvvember. Der Telegraph hat bereits gemeldet, tote die -vlitischen Dinge in Südslawien sich entwickelt haben. Rach einem ganzen Iahre krisenhaften Hin und Her, bei dem die Skupschtina kaum zu parlamentarischer Arbeit gekommen war, und bei dem auch in den Ministerien wenig nur geleistet werden formte, ist jetzt durch einen kurzen Entschluh der Krone dieses Hin und Her entschieden worden. Da sich die Parteien nicht einigen konnten, soll nun dos Dolk entscheiden. Der König gab P a s ch i t s ch und damit der Serbisch-radikalen Partei das Wahlmandat, und nun sind für den 8. Februar 1925 Reuwahlen ausgeschrieben worden. Wit diesem Entschluh der Krone ist natürlich für das Hauptproblem dieses jungen Staates, nämlich für die endliche Versöhnung der drei diesem Staat bildenden D o l k s t e i l c oder Stämme — der Serben, Kroaten und S l o- Hm aber auch eine Unterscheidung der Stimmzettel herbeizuführen, hat die hessische Regimung ein anderes Verfahren eingZchfagen, und zwar durch verschiedenartige Anordnung der Wahlvorschläge, so dah äuherlich der Landtagsstimmzettel von dem Reichstagsstimmzettel durch das ganz anders gearbeitete typographische DiL> auffallt. Auf dem Stimmzettel für die Reichstagswahl sind die Hamen der Parteien horizontal angeorb- net der Stimmzettel für die Land tags wohl hat eine Einteilung in Quadrate (Karree«), tote sie bet der letzten Reichstagswahl bereits durchgeführt war. Der Wähler erhält im Wahlraum zwei Stimmzettel zugleich ausgohändiqll Reichstags- und Landtagswahl werden also in einer Handlung vollzogen. Auf beiten Stimmzetteln tverden die Parteien, die der Stimmberechtigte zu wählen wünscht, mit je einem Kreuz versehen, weshalb es notwendig ist, dah der Wähler einen Bleistift mit sich führt. Da sehr wahrscheinlich die übereinstimmende Rummerung auf den beiden Stimmzetteln nicht durchgeführt werden kann, so wird der Wähler darauf achten müssen, dah die Parteien jedesmal in einer anderen Reihenfolge erscheinen werden, die für Hessen durch die Reihen- folge der Anmeldung bei dem Landeswahlletter und für das Reich von dem Reichswahlleiter und, in liebereinst immung damit, von dem Kreis- wahlleiter festgesetzt worden ist. Im grohen und ganzen stimmt also jetzt der i äuhere Wahlgang fast ganz mit dem Verfahren überein das bereits bei der letzten Reichstagswahl angewendet wurde, das bekanntlich von Amerika übernommen worden ist und sich dort wie hier bewährt hat. Auch die Ermittlung der Wahlergebnisse wird in derselben Weise tote bei der Reichstagswahl im Mai erfolgen, diesmal jedoch | wird die Feststellung — weil sich um zwm | Wahlen handelt — etwas mehr Zett tn Anspruch nehmen. I Der Wahlkampf. Deutschnationaie Dolkspartei. In der von Wählern und Wählerinnen dichl- gefüflten Turnhalle am Oswaldsgarten hatte man am Samstag abend zum zwellenmal Gelegenheit, die Kandidaten der Deutschnationalen Volkspartei über die politischen Fragen sprechen zu hören. Die Versammlung, in der auch bie politischen Gegner zu Worte kamen, nahm I einen sachlichen Verlauf. Zunächst sprach Oberlandesgerichtsvräsident a D Dr. Best über die Aufwertungsfrage. Er wies zunächst auf die furchtbaren I Folgen der Inflation vor dem Erlah der dritten Steuemotvervrdnung h n und erinnerte bann an die bekannte Entschndmg des Reichsgerichts das endl ch mit dem Grundsatz aufräumte, dah Mark gleich Mark sei. Dieser nun aufgebenbe Hoffnungsschimmer für die Sparer habe aber dem In^lstrie^arital und dem Reichem anznunifter nicht gepaht. Man habe aufMittÄ und Wege ge- somnm, um den we ll trag enden Folgen dieser böchstgerichtlichen Entscheidung entgegenzutceken, und dann sm die 3. Steuemotvervrdnung erlassen worden, die ein ungeheures Unrecht an Lea Sparern und Kleinrentnern begMgen habe, bie man als den ungeheuerlichsten Rechtsbruch bezeichnen müsse. Richt nur den Sparern habe man bamit einen schweren Schlag versetzt, sondern auch die Grundlage des Kredits, das Cßertrauen, habe > man zerfrort. Dafür machte der Redner den I Reichsfinanzminister, die Industrie und alle, die menen — und auch der drei Glauben - her P rav os la we n , Katholiken unb Muselmanen — wiederum nicht« Endgültiges geschehen und eS bleibt damit der unerhört zu- gespitzte Zw.st auch weiterhin noch ungelöst. Die Vornahme von Reuwahlen im gegenwärtigen Augenblicke ist einzig al« ein Verlegenheits- auSweg zu betrachten, und eS muh gleich von vornherein gesagt werden, dah — mögen die Wahlen nun so ober so aus fallen — am obengenannten Hauptproblem diese« Staate« nichts geändert wird. ES wird im Februar zwar eine umgruppierte Skupschtina zurückkehren, aber in triefet neuen Skupschtina werden bie alten Gegensä he eher verschärft alS gern l Iber t sich zeigen. ES war keine einfache Situation, vor der sich im laufenden Iahte die Krone befand. Zwei Strömungen von grohen parlamentarischen unb nationalen Krälteverhälinisten hatten mit- etixmber um die Macht und damit um bte bestimmende Einfluhnahme auf die zukünftige Einrichtung de« Staate« gerungen: Paschitschs serbisch-nationalistische Radikalen, denen Pri- bitschewitsch« ferbifch-nationallstische Demokraten sich zugesellt hatten, unb der sogenannte Oppositionsblick, der in ber Hauptsache Davibvwi tsch« serbische Denwkraten, Ra- ditschs krva'ische Dauern, Koroschetzs slowenische Kler.kale und S p a t o S bosnifche Muselmanen tn sich schliefst. __ Die erste Strömung will bekanntlich Serzürn bestimmenden Faktor im jungen Eüd- -Sbaat machen, und sie fordert deshalb flawen-Staat machen, und sie fordert deShaw strengste von Belgrad auS zu leitende Zentralisation. Die zweite Strömung aber will um die drei national und kulturell verschieden gearteten Völker ober Stämme dieses Staate« $u befriedigen, unb um allen diesen dreien keine ihrer nationalen unb kulturellen StammeSeigen- schaften zu schmälern, die Schaffung eine« föderalistisch eingerichteten SüdslawenstaateS Die beiden Strömungen sind, wie da« Krisenjahr 1924 zeigte, unversöhnlich und ber König musste deshalb, al« er persönlich den Versuch auf «inen Ausgleich ztoischen den beiden Lagern machte, notwendig einen Misserfolg erfahren. Blieb also nach dieser Erfahrung für die Krone die Frage: Wa« nun? Es ist Tatsache, (hab in ber letzten Skupschtina bie Ttegterirng David o witsch, deren Aufgabe e« war, zur Dersöhnung der drei Stämme ober Völker neue unb endgültige verfassungsmäßige Formen zu sinden, bis in die letzten Tage ihrer Regierung hinein über eine grobe Mehrheit verfügte. Wenn trotzdem trie Krone dieser Regierung das Vertrauen entzog, so muhte das deswegen geschehen fein weil bie höchste Stelle dieses Landes nicht mehr ndt jenem Volksentscheid übereinftimmtc, tote er sich bei den Frühjahi-swihlen im Iahre 1922 manifestiert hatte, oder richtiger gesagt, wie die Meyrzahl ber au« diesen Wahlen hervor- gegangenen Abgeordneten ihre Auffassung zur StaatSciniichtung dokumentierte. ES darf angenommen werden, bab die Krone in dem Willen ber letzten Parlamentsmehrheit, koste wa« es wolle, eine allseitige und dauernde Versöhnung berbcioii übven, eine Gefährdung der Slaais- mtereffen sah unb dah sie aus diesem Grunde vor der Zustimmung zu solch weittragenden ver- fassungsgebenden Mabnahmen erst noch einmal bas Volk selbst hören wollte. Dieses „das Volk hören" ist auf dein Balkan noch immer "kein ideales Geschehen, und es können hier im Osten noch immer geschickte H-^nde genügend Erfolg haben, um die „Stimme des Volkes nach ihrem Gusto einzustellen. Das ist ursächlich auch der Grund, warum weite Kreise bet südslawischen Oesfentllchkeit die Krone toegen ber Anordnung von Reu wählen hellig angriffen und bab man Heb selbst auch nicht scheute, bie Krone als einen Faktor von auberpatlamen- tanschen, unb zwar serbisch - ch.au v in i sti- sch en Kräften hin.zustellen. Alle lene P«st^, bie die letzte Regierung Davidowttsch gebildet hatten, enlteben scharfe Protesterklärungen gegen die Abhalfterung ihrer Regierung auf auber- parlamentarischem Wege und erwartendie Ueb^r- gäbe der Wahlregierung an zwei ^i.erm. Die sticht das Vertrauen und dieMehih^lt des Parlament« und des Volkes besagen, als ..ver fassunäswidrig und als gcrvalttattg . JMsTum im P^lament sich diese neue Winderheilsregch rung vor stellte und als sie gleich 5”1 königlichen Ufas Über Die Auslösung des Parfa- ment« unb die Anberaumung von Reuwahlen verlas fehlten demonstixr.io alle diese pro öftrer en» ben Parteien, und diese Parteien zeugten so vor dem ganzen Lande gegen die neue Regierung unb gegen den Entscheid der Krone. Rervosität steckt genug in diesem Lande vor feinen Reuwahlen, und nur mit “Sangen hebt mancher ernste Politiker dm näch ten drei Monaten entg'gm. Das Wort „blutige W a hl e n durchschwirrt bie Lust und die Zeitungsspacken unb bie ©eifter erregen fi» immer mebn Ans oct Entwicklung ber Wirtschafi verzinst hab.n und in bieicm Fülle könne ja thiA Kapital stehen bleiben. Die Drünbe für bte 3. Steuernviverord- nung leien hmsallia, biese Verorderung mufK ersetzt toerben bureh eme Reaelung. die nao) Recht und Blligkeit gehallen 1er. Als eine solche Regelung b zeichnet« der Redner seinen b Reo- ner er Härte, das parlamen ta ttsche System habe tn Deutschirrnd vollständig versagt, es sei für un« ül'crHaupt gar nicht tragbar, weil wir Verhältnisse hätten, die mit dem pailamentarischen Systcni nicht übereinstimmten. Er wieS besonders auf bte Ausnahmegesetze, die in der freiesten Republik noch . heute bestehen, beklagte die unselige religiöse Spannung unb empfahl den Evangelischen unb Katyv- liScn gegenfcit.ge Dullmng. Hierauf erinnerte er tn eingehender Uebetticht an das gehäufte Mah von Unbitl unb Gewalt, die uns vom Ausland, insbesondere von Frcmkreich unb seinen Anhängseln toiberf brat, unb hob hi-mbei h rv r. bah auch bte internationale Einstellung unb Lättgkett der Svzialdemokratte bieses Unheil für uns nicht im geringsten habe verhindern können. Unter diesem Gesichtspimkt sei auch die Vollerbuirdsfraar zu be- ®efInnung de« Kommunismus. Da cd tn Südslawien ein ..Gesetz zum Schuhe des Staate«“ gibt, mit deifen Hilfe man bekanntlich vor drei Iahren einfach 59 kommunistische Abgeordnete auS dem Parlament gewiesen hatte, will die Regierung diese« Gesetz jetzt auch gegen Radi t s ch antoenben, unb sie argumentiert dabei, bah Raditsch mit dem Eintritt seiner Pattei in die Moskauer Dauernintemattonafa genügend seinen Kommunismus botumentiert habe. Radcksch leugnete diesen Gintritt keineswegs. aber er verwahrt sich scharf dagegen, bab bie Bauerninternationale mit der Dritten Internationale etwas zu tun bade, unb er sagt insbesondere. bah er mit Nichten Kommunist wäre. Aber es ist ja nicht allein Rabttschs scharfes soziales Programm, das die heutigen Del- grober Machthaber gegen ihn aufbringt In den ferbildtnotionaicn Kreisen verdenkt man Raditsch Dietmar sein politisches Programm, und dieses Programm muh in der Tat auspeitschend auf jeden nationalistischen Serben wirken. Denn Raditsch propagiett nach wie vor seine »selb- ständige kroatische D a ue r n r ep u bl ik" unb wenn er mit diesem selbständigen Kroatien zwar auch im Rahmen des SHS-Staales bleiben will, so toünscht er jedoch ein derart von Belgrad unabhängiges Kroatien, bah jeder weittragende (Sinflub auf bte Gestaltung der kroatischen Dtnge von Belgrad her ausgeschlossen ist. Dieses Bestreben Raditschs läuft diametral gegen eine gewisse Belgrader Auffassung bie dem südslawischen Staat, als einzig mit serbischem Blute geschossen, nur al« serbisches Dominium anerkennt und die deshalb diesen Staat einzig der serbischen Einfluhnahme unterstellen will. Gegen biefe Belgrader Auffassung sind im Laufe ber Zeit öfters schon einfluhreiche Serben ausgetreten, unb ber verstorbene frühere Minister- prästdent Stepan Protitsch war ihr ernstester Exponent. In ber letzten Zeit vertrat biese Oppositionsstellung vor allem der eben gestürzte Mlnisterpräsibcnt Ljuba Davidowitsch, — und die Wahlen werden nun zu erweisen haben, ob Davidvwitschs Meinung, bah nur durch ein serbisches Rachgeben in ber Richtung ber autono- mistischen Agrainer und Laibacher Wünsche ein fester, einiger Südslawenstaat zu bi Iben sei, und der weitere Kreise des serbischen Volkes zu gewinnen imstande ist. In dieser Frage lulnuniert das Interesse an den kommenden südslawischen Wahlen, und von diesem serbischen Volksentscheid wesentlich wird e« abhängen, ob sich dieser neue Staat bald beruhigt oder ob die - heute schon gespannten inneren Verhältnisse noch weiter sich zuspitzen werben. Aus diesen serbischen Entscheid Watten mit ganzer Spannung die beiden anderen südslawischen Zentren Agram unb Laibach, die, so scheint eS. auch bei diesen Wahlen wieder sich mit überlegenen Mehrheiten für bie Auto- . nomie, also gegen den heutigen Zentralismus Wie wird gewählt? WaS ist Nummerung?—Die Herstellung der Stimmzettel. — Wie sehen die Stimmzettel aus? (Don unserer Darmstädter Redaktion.) Unter den hessischen Patteien ist der Wunsch nach einer einheitlichen Rummerung ber Wahlvorschläge her vorgetreten Man versteht barunler bie FestfeNung ber Reihensolge der einzelnen Wahlvorschläge. DaS Dettangrn der "Parte-.en geht nun bafan, bah bie Ziffern der Wahlvvr- fchläge auf dem Landtagsivahlzettet mit denen be« Re.chstagstoahlzcttels übereinstimmen, denn man befürchtet, bah eine andere Reihen folge aus den beiden Stimmzetteln manchen Wähler verwirren könnte. Sie Tatsache, bah bie Pattet^r- bältniffc im Hess ßanbtag mit denen im AotchS- tag nicht völlig übcrcinftimmen. ist eigentlich nicht so schwerwiegenb, bab beShalb bie Rummerung unterbleiben mühte, benn es könnten trotz' em I mehrere Wahlvorschläge mit g'eichen 3ifern versehen werden Die Schwie igteitei werben sedoch verursacht burch ben ReichSstimmze tel, auf bem die Reihenfolge ber Parteien erst am 1 De_emb.r festgesetzt w rb. Wenn auf dem hessischen Stimm- I zettel bie Rummerung nach bem Wunsche k«r Parteien burchg fuhrt würbe, so mühte, towl sie I oon bem Re.chSstimrnzcttel abhängig ist. die Herstellung b s bahin ausgefchoben werden: erst nach diesem könnten die hessischen Zettel gedruckt und verschickt werden. Es erscheinl indessen sregttch. ob diese Arbeit bis zum 1. Dezember bewältigt werden kann, denn d.e Dettellung der Stimmzettel biS in die Neinsten Orte unseres Landes erfordert mehrere Sage. Da diesmal Reichstags- unb Landtagswahien am gleichen Sage stattfinden, so find die Vorbe- I Teilungen in mancher Beziehung etwaS umfang- reicher als früher Die amtlichen Stimmzettel sind beibchalten; im ganzen sind aber jetzt etwa 2 Millionen Stimmzettel notwendig. Mehrere I Druckereien find einige Sage vollauf beichäftigt, um s ie herzu stellen: mindestens eine W oche vor der Wahl muh diese Arbeit beendet fern. Dre Reichstags- und Landtagswahlzettel find beide von weiher Farbe. In Preuhen. wo auch Reichstags- und Landtagswahlen am gleichen Sage stattfinden, hat man ein rötlich getonte« Papier für den Landtagswahlz-abe der Anstalt, bie als puristische Person des öffentlichen Rechts mit dun Sitze m Berlin gedacht ist, ist in § 2 beö Entwurfs bte Beschaffung und Gewähr ungvon Krediten für Zwecke der deutschen van Dtotr tfcpaTi unter Ttnfqfiu V de r Förderung der landwirtschaftlichen Bodenkultur genannt. Rach näherer Bestimmung der Satzung ist die Anstalt befugt, folgende Geschäfte zu betreiben: I. Zinsbare Darlehen zu gewähren an: a) die nachgenannten Kreditinstitute zum Zwecke der Versorgung der deutschen Landwirtschaft mit Real- und P e r- sonalkredit: 1. Preußische Zentralgenossenschaftskasse: 2. eine zentrale Stelle der landwirtschaftlichen Danken: 3. die Dankanstalt der dem Verbände deutscher öffentlich-rechtlicher Kreditanstalten angeschlofsenen Institute: 4. die Staatsbanken der Länder: 5. die deutsche Girozentrale und die Privatnvtenbanken der Länder Bayern, Sachsen, Württemberg und Baden: b) an die Länder und an die von der Reichsregierung oder von den Landesregierungen bezeichneten Organisationen für Zwecke der Förderung der landwirtschaftlichen Bodenkultur. II. Schuldverschreibungen auf den Inhaber nach näherer Vorschrift auszugeben: III. Darlehen unter Ausschluß des Depositen- und Scheckvrrk hrs aufzunehmen: IV. Devisen zu kaufen und zu verkaufen, soweit dies zur Erfüllung ihrer Aufgaben erforderlich ist: V. verfügbare Kassenbestände durch kurzfristige Anlage bei sicheren Dankfirmen nutzbar zu machen. Die Deutsche Renterrbank-Kreditanstalt steht unter Aufsicht des Reiches. Das Kapital der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt toirb aus den ihr bei der Errichtung gemäß § 9 des Gesetzes über die Liquidierung des Umlaufs an Rentenbankscheinen von der Deutschen Rentenbank überwiesenen Mitteln gebildet. Die Organisation der Rerrtanbank- Kreditan- stalt wird durch die Satzung geregelt, die einen Vorstand, einen Verwalt ungsrat und eine An- staltsversammluna (110 Mitglieder, die durch den Deutschen LanbwrrtschaftZrat, den Reichslandband, die Vereinigung der deutschen Bauernvereine, dem Reichsverband der deutschen landw. Genossenschaften und den Generalverband der Ra. ffei.en- gen offen schäften bestellt werden) vorsieht. Der Verwattungsrcrt besieht aus dem Vorsitzenden, 11 von der Anstaltsversammlung berufenen u.rd 8 von dem Reichsrate bestellten Personen. Vorsitzender des Derwaltungsrats ist der Präsident der Deutschen Rentenbank. Rach Beendigung der Liquidation der Deutschen Rentenbank wird der Vorsitzende vom Derwallungsrat gewählt. Die Wahl bedarf der Genehmigung der Reichsregierung unter Zustimmung des Reichsrals. Soweit der Reingewinn nicht zur Erhöhung des Kapitals und zu satzungsmäßigen Rücklagen und Sonderrücklagen verwwendet wird, bedarf die Bestimmung über die Verwendung des Reingewinns der Genehmigung der Reichsregierung. Der Reingewinn darf nur für landwirtschaftliche Zwecke verwendet werden. Die von der Anstatt zur Beschaffung von Mitteln zur Kreditgewährung für die Landwirtschaft auszugebendm Jnhaberfchuldverfch Reibungen, deren Höhe der Genehmigung der Reichsregierung bedarf, müssen gedeckt fein durch Pfandbriefe staatlicher, landschaftlich'r, kommunaler ober anderer unter staatlicher Aufsicht stehender Do- denkredttinstitute Deutschlands oder durch Hypotheken an inländischen land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken, die für die m der Satzung bezeichneten Ärebitinflttute bestellt sind. * • Ab 1. Dezember in Berlin Effektennotierung in Reichsmark. Der Berliner Dörsenvorstand hat laut „Vossischer Ztg." beschlossen, die Umstellung der Kursnotierungen auf die neue Reichsmark mit dem 1. Dtzemoer eintreten zu lassen. Die anderen deutschen Börsenplätze werden in Uebereinstimmung damit verfahren. Die Aktiennotierungen werden auf eine Mark für 100 Mark lauten. Einige, so die österreichischen Bankaktien, werden in Mark pro Stück notiert werden. Auf dem fflaifi der festverzinslichen Werte werden von der Markprozentnotiz die ganz geringwertigen deutschen Papiere eine Ausnahme machen: sie werden in Mark pro Million oder pro Milliarde notieren. Die Kriegsanleihe wird.in Markprozent notiert werden, im übrigen aber gegen den jetzigen Zustand eine Aen- derung dahin erfahren, daß die geringsten Schwankungen, die zur Rotiz kommen, 0,005 Proz. sein werden. Die Tagesschwankungen können dann z. B. nur noch auf 0,833, 0,835, 0.825 (nicht auf 0,830. 0,832, 0,834) lauten. Dasselbe glt für die anderen variabel gehandelten heimischen Renten. *DieGrohhanbelsinbexziffer. Die auf den Stthtag bes 26. Rovern 'ec berechne e Grohhandelsindexzifser des Stati i chen Reiu.s- amts ist g genüber dem San e vom 18 Rovern» der (128,4) um 0,5 v. H. auf 129,0 geft le gen. Hoher lagen namentlich die Pvei e für Ge i\i e, Butter, Baumwollgarn, Hanf, Wolle und die Mineralöle Ge unten sind die Preise für R nd- und Schweinefleisch, Ochshäute und Kalbfelle, Baumwolle und Juto sowie für die meist m Richt- eisenm tolle. Von den Haupt g uppen siegen die Lebensmittel von 123,4 auf 124,2 oder um 0,6 Prozent und die Industriestofse von 137,7 auf 137,9 ober um 0,1 Prozent. O Richtlinien für die Ausnahme von Auslandkrediten durch öffentliche Verbände. Wie uns mitgeteitt wird, hat die am 8. Rovember in Berlin abgehaltene Besprechung des Re.chsfinanzministers mit den Landesf in anzminist ern über die Aufnahme von Auslandkrediten durch öffentliche Verbände zur Einsetzung eines Ausschusses geführt, der zur Zeit damit bcschäft gt ist, Richtlinien auszuarbeit n. die den Geg instand e nee Cßerecnbanrng zwischen dem Reich und den Landesregierungen bilden und für d e Ausnahme von Auslandkrediten durch Reich, Länder und Gemeinden maßgebend sein sollen. Diese Richtlinien werden sich auch aus die ileber- nahme von Bürgschaften oder Sicherheiten der genannter, öffentlichen Verbände für Ausland- frebite erstrecken. Buntes Allerlei. Zur Argeschichte des Werkzeugs. Wie im allgemeinen die Grundelemente unserer Kultur bis auf die Urzeiten der Menschheit zurückgehn, so läßt sich auch die Entwicklung der Werkzeuge bis auf die Urgeschichte dev Menschheit zurückverfolgen. Die Entstehung der ersten Werkzeuge ift wohl mehr ein Finden als ein Erfinden Zwar war wohl schon in den ältesten Zeiten zur Anwendung unb vor allem -u einer nur einigermaßen Zweckmäßigen An- toenDung »v «lfgeftmvenen und an gewendeten Werkzeuge ein gewrsses Rachdenken der Menschen erforderlich, aber im wesentlichen war die Benutzung der ersten Werkzeuge doch mehr von den vorhandenen Materialien als von den bewußten Einwirken der Menschen abhängig. Die Werkzeuge aus der tlrgeschichte der Menschhert waren zunächst nur eil« Verstärkung und Verlängerung ber menschlichen Organe. Die Benutzung eines Steines zum Aufklopfen oder Zerkleinern von Früchten entsprang aus der Er» kenntnis und aus ber Erfahrung, daß ein Stem in der Faust besser den angestrebten Zweck erreicht als die Faust allein. Die Erfahrung lley weiter erkennen, daß mit einem gestielten Stern besser zugeschlagen werden Bann als mit einem Stein, ber nur in ber Faust ruht. Es wurde auch bekannt, daß sich Splitter von Stern und hartem Holz besser zum Graben, Schaben und Bohren eignen als dre Finger und bte Singer» nägel. Das. was bie Menschen als Httfsmtttel vorfanden, konnte sowohl als Axt, Meißel Keil und Beil, wie auch als Hammer, Hacke, ulabti usw. benutzt werden, aus dem Mineralreich Steine zum Schlagen und Hämmern, zum Graben, Schaben, Zerkleinern und Schnerden, aus dem Tierreich Gehörne, Zähne unb Krallen zu den verschiedensten Zwecken, aus dem Pflanzenreich Stücke ebenfalls zum Graben, Schaben und vorzüglich zum Feueranmachen. Aus ber Zeit des Findens von Werkzeugen entwickelte sich bie Zeit des Erfindens. Zunächst wurden gewiß auch nur einfache Werkzeuge erfunden. Rachdem erkannt worden war, dah sich das Schwert des Sägefisches, wie bas noch heute bei verschiedenen Raturvölkern ber Fall ist, als Werkzeug benutzen läßt, wurden auch Aachahmungen aus Holz angefertigt. Mil der Weiterentwicklung des Erfindens, mit ber besseren Materialkenntnis unb der besseren Anpassung an die vorhandenen Mittel wurden auch die Werkzeuge spezialisiert.. Wo vorher ein Werkzeug benutzt worben war, konnten nachher drei, vier und noch mehr verwendet werden. Alle die einfachen Werkzeuge, die wir aus der älrgeschichte der Menschhett kennen, finden wir noch heute bei vielen Volksstämmen im Norden und Süden, in den Schnee- und Eisregivnen und unter der heißen Sonne Afrikas. So ist uns auch die Möglichkeit gegeben, den weiten Weg von. den einfachsten Wertzeugen bis zu den heutigen Riefenmaschinen unb ben feinsten potischen Instrumenten mit eigenem Auge za beobachten. Aberglaube bei Jagern und Wilderern. Richt umsonst spricht man von einem Jägerlatein, denn wenn man so manchem alten Iägev und Förster an seinem Stammtisch zuhört, so können einem die Haare zu Berge stehen. Ich habe im vergangenen Jahre verschiedene Male in Darzem einem Förster zugehört, der konnte allein von seinen Hunden Geschichten erzählen, daß man glauben muhte, ein jeder seiner Hunde hätte mindestens Forstmeister werden müssen, — so klug waren diese Tiere. Aber die Jäger und Förster sprechen nicht nur ihr Jägerlatein, auch ber Aberglaube spielt bei ihnen eine große Rolle, und noch mehr tritt dies hervor bei den Wilderern. Daß es ein unangenehmer Tag wird, wenn einem Jäger gleich am frühen Morgen ein altes Weib begegnet, ist ganz sicher. Besonders abergläubische Jäger machst deshalb einen weiten Dogen, wenn ihnen am Morgen ein altes Weiblein begegnet, und alte Weiblein, die den Förster nicht erzürnen wollen, verstecken sich mit ihrem Korb voll gesammelten Holzes hinter einem dichten Dusch, wenn sie den Förster von weitem herankommen sehen. Dagegen soll die Begegnung mit einem jungen Mädchen Glück bringen. Ein guter Iagdtag soll auch bevorstehen, wenn der Jäger am frühen Morgen vor Verlassen seines Hauses dreimal mit dem Gewehrkolben auf stößt. Auch das Ueberfpringen des Gewehrlaufes durch ein Mädchen bringt Weidmannsheil. Gewerbsmäßige Wilderer sind besonders abergläubisch Sie tragen fast alle A.nu- lette bei sich, die Jagdbeute beim Wildern unb Sicherheit vor der Rachstellung der Forstbeamten bringen sollen. Auch Kugeln, die in ber G- lvestcr- nacht gegossen sind und in« der Tasche getragen werden, sollen ix>r Entdeckung schützen, ebenso wie kleine zurechtgeschnitzte Gegenstände aus ber Farnkrautwurzel. Roch viel zahlre cher sind die Bräuche der Wilderer auf Treffsicherheit der Kugeln. Rur wenn alle abergläub scheu Bräuche, die mit der Zeit der Jahreswende unb beu Johannisnacht zusammenhängen, genau befolgt werden, trifft bie Kugel immer unb der Wilderer ist vor dem Ertapptwerben geschützt. Wird trotzdem ein Wilderer gefaßt, so rührt dieses nicht daher, daß er unvorsichtig war, sondern bas ist bann nur ein Beweis dafür, dah die alten Bräuche nicht genau genug befolgt worden sind. Büchertisch. — Vereinigter Musikerkalender Hesse — Stern, 47. Jahrgang 1925. 3 Bände. Preis 4,50 Mk. Max Hesses Verlag, Berlin W. 15. Rechtzeitig ist ber neue Jahrgang des bewährten Handbuches der musikalischen Welt inhaltlich wesentlich verbessert unb vermehrt erschienen. Die Lebensdaten berühmter Musiker werben ebenso wie bie Aufstellungspläne für Chor unb Orchester jedem Dirigenten willkommene Hilfsmittel für Programm und Probe sein. Alles Wissenswerte über das Musikleben in mehr als 450 Städten des In- unb Ausla.rdeS umfassen bie beiden starken Textbände. Auch ber neue Jahrgang, der angesichts seines überreichen Inhalts und seiner vollständig friebensmäßigen Ausstattung sehr preiswert ist, wirb jedem unentbehrlich fein, ber irgendwie zum lllkusikleben in Beziehung steht. 1428 — Der Sinn der völkischen Sendung. Don Gustav Sondermann. I. F. Lehmanns Verlag. 1427 — »Der Erfolg im Leben". Ein Buch für ftr?b tarne Lm.e Von Heinrich Schwarz Sechste Auslage. Preis 3 Mk. Gerade in un e er Seit ter wirtz Gastlichen und darum oft auch seelischen Depression ist ein Buch wie dieses eine willkommene Er ch inung. Verlag Heinr. Schwarz Breslau, Goethelkratze. 14C6 — Das Weihnachtsheft ber kritischen Monats- sch'-nft i« schöne L i t e r a t u r" ( Verlag Ed, Aver.a. ius, Leipzig» ist besonders für uns He scm interessant durch den dem leider fcunn bekannten, Tächter, Albert H. Rausch g urt meei Aufsatz. Cie . Weih achtsbücher-Li ie bringt eine ortgi» nelle Auswahl der Reueri cheirrungen. 1411 - D i e Kunst. Monatshefte für freie und angewandte Kunst. Vierteljährlich 6 Mk. Mün- <5 Druckmann A-G Einem interessanten Rmrbbck zum 85. Geburtstag des inzwischen ver- ßorbenen Meisters Hans Thoma von Professor 1 Deringer schließt sich als erster ber illustrierte Auffay Wer Den '«wyauer Frttz Huf tm. Gin zweiter illustrierter Aussatz behandett bte 14. Internattonale Kunstausstellung fen Venedig. Es folgen dann Architektur und Iirnenräume der! Architekten Paul Mebes-Derlin unb E Haiger trt München, ein Aufsatz über islamische Buchetw- bände, ein solcher über attische ©rabnafen und endlich eine entzückende kleine Publikation- über bte zarten phantastischen Gebilde aus Glas ber Werbstätte „Bimini" in Wien. Alle Abbildungen ftnÜ mit großem Geschmack gewählt unb die Wiedergabe ist unübertrefflich, wie wir e8 bei dieser Zeitschrift gewöhnt sind. 1361 — Von namhaften österreichischen Dichtem werden folgende neue Bücher angekünbigt: „Die Salige", Roman von Rudolf Hans Bartsch; „Der Weg zu Oswalda", eine Erzählung von Franz Karl Ginzkeh: .Der Wunderapostel". Roman von Hans Sterneber unb .Die Sonette aus dem Italienischen" von Anton Wildgans, sämtlich im Verlage von L. Staakmam» in Leipzig. — „O le deutschen Landschaf t en un d Stämme" macht Profeffor Dr. 2t Kirchhoff zum Gegenstand einer tiefgründigen geographischen Studie, die in der fesselnden, jedermann verständlichen Darstellungsweise des Verfassers, unterstützt von ausgezeichnetem Bilder- material, wohl geeignet ift, ben Sinn für bie Schönheiten ber deutschen Hetmat zu wecken unb geographisches Schauen zu lehren. (Verlag beS Bibliographischen Instituts in Leipzig) 1237 — In ber Geschichtsschreibung ber Rheinland- besehung nimmt das .Ryeinlanbtagebuch" des Generals Henry 3. Allen (Verlag R. Hobbing, Berlin) eine besondere Stelle ern. ES ift das einzige bemerkenswerte Sofument von gegnerischer Seite, bas die skanbalüfen Vorgänge am Rhein unb an ber Ruhr mit größter Objektivität betrachtet. 2Men, ber als Leider der deutschen Kinderfül-sorge in Amerika später dem deutschen Volk in seinen Kindern ungezählte Wohitaten erwiesen hat. war vom Präsidenten Wllson zum Obettoinmanbierenben der amerikanischen De- sahungstruppen am Rhein mit dem Sih In Koblenz ernannt worden. Es war ein schwieriger Posten, dem sich der im Kriege erprobte General mit anerkennenswertem Takt vollauf gewachsen zeigte. Die größten Hemmungen bot daS Verhalten der französischen Verbündeten, deren Annexionspolitik am Rhein der General scharf herausstellt und die er stets hart verurteilt. Diese politische Seite des Buches interessiert naturgemäß in Deutschland am mästen. Daneben erzählen ganze Kap.tel von dem milttärischen Leben ber Ententearmeen am Rhein mit pompösen Paraden, großen Routs. F '"teffvn u. a., mit denen die Herren ihre Siege Jahre hindurch feierten. — „M ein ni eder sächsisches Buch" nennt Otto Web-r, der verdien st v lle Lönsforschec eine Sammlung schöner Ralutschilderungen. Liebe- doll grseh.m, warm empfunden unb erzäytt, farbig und weich in Ton ersteht die Heide vor uns, bei . Wald, Strand unb See. Auch die Zeichnungen Sondetmanns sind auf bie gl ichen Stimmungen eingestellt. (Verlag H. G. Rathgens in Lübeck.) 1284 — Der Ioggeli. Erzählung von W'llhelm Speck. Verlag Martin Wameck, Berlin. — „. . mitten unter der blühenden Jugend, aber auch ein weißhaariges Männchen, ru.izlig schon unb etwas gebeugt, aber mit Hellen unb freundlichen Augen. Das ist der Ioggeli . . ." Unb diese Hellen und freundlichen Augen, die dem Ioggeli geblieben sind trotz allem schweren Erleben ^ino trotz allem Herzeleid, das auch über feinen Lebensweg gegangen ist, bie sind es, die dem Leser bas Heine Büchlein von Wilhelm Specks „Iogelli" immer wieder lieb machen. 1288 — Emil L. Jordan, „Schwung unb Funken. Ein Buch vom frohen Herrenfahren". Mit Dilderschmuck unb einer handkolorierten Einbandzeichnung von Prof. Dr. Heroux. Verlag E. Haberland, Leipzig. Alle F?eunde des Kraftwagens werden bas Büchlein mit seinen frischen unb fröhlichen Skizzen freudig begrüßen. Man ist beim Lesen dieser treffenden Momentbilder im Zweifel, ob bei ben geschilderten Kraslfahrtouren kreuz uno quer durch Deutschland das Sausen der Fahrt, bie Schönheit der Ratur oder bie hübschen kleinen Erlebnisse bas Retzvollste sind. Pros. Heroux schwungvolle Feberzeichnmrgen passen sich glücklich dem Ganzen an. 1348 (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Kreisdirektor v. Dechlold t- tm. Offen bach, 29. Rov. (Privat-Tel.) Der Kreisbirektor des Kreises Ofenbach. Friedrich von Dechtolb, ist h.rrte m»Ht im Alter von 58 Jahren nach achttägiger Krankheit an einer - doppelseitigen lÄrngenentzünbung gestorben. Friedrich von Bechtold beftanb sein Staatsexamen 1889, trat dann in den Staatsdienst und wurde im Jahre 1896 Vorstand des Polizeiamtes Gießen, im Jahre 1898 Kreisamt- rnann in Friedberg, verwaltete vorübergehend auch die Pvltzei in Bab-Rauheim, wurde 1904 Kreisamtmann in Lauterbach, erhell 1905 den Titel Regierungsvat unb wurde 1906 Kreisvtt in Lauterbach. 1913 kam er als Krcisdirektor nach Atzeh, machte den Feldzug an ber Front mit, wurde 1923 zum Kreisdirektor in Ostenbach ernannt. Er hinterläßt die Witwe und 3 Kinder. Friedrich von Bechtold war allgemein als pflichttreuer und ttichtiger Beamter beliebt und von seinen Vorgesetzten unb Kollegen sehr geschätzt. beleuchtet sein. Blendung sfreies Licht erhöht die Arbeitsleißung. -Rampen tu* tßicfct t> i fl g || A AI Ihre Garderobe (Herren-, Damen- u. Kinder- IllVY/fX UHIItAM Kleider), Decken, woli. und seid. Vorhänge, Klslil limPUil \ |U Gardinen, Federn, Handschuhe etc etc. liRlfcll flllfe Oie meisten Gegenstände lassen sich durch UlllU Ni UkUll U1U chemisches Reinigen oder Färben sicher wieder 1 " wie neu herstellen. 7085D Laden: Marktplatz 8. lkrtka In der Universitätsaula 9427c (Mteften, den 29. Nov. 1924. Am Kugelberg 15 Cafe U. C 9536v Kapellmeister Vladesku, Der Dorstand 017413 Freie Aussprache u an Es sprechen: 9575c ,c die Liste Nr. 2 beginnend mit den Namen: 35701 Ws. Dr. Mrm-WM - Oöerlan&esfler.-pmtia. Br. Ben-Sarmnaöt Bekanntmachung. I Folgende Abgaben werden mit Frist | mit Kraut 34241) 9572c FRANZ RECLAME SCHILDER MAlERtZEKHNER UCHER^TfrSZ Studienassessor Otto Heh u. Frau Hedwig geb. Buttron Vortrags-Vereinigung Gießen (Goethe-Bund, Kaufm.Verein, Ortsgewerbe-Verein) iiiimiiiimiiiiiHnmniiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiniiiiiniiniiiii Mittwoch, 3. Dezemberf 1924jabends 81/* Uhr, 8. 3l Katholisches TchwcsternhauS 9578D bis zum 10 Dezember 1924 gemahnt. 1. 4 Ziel der Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz 1924. 2. Schulgeld der Höheren und Erweiterten Mädchenschule für den Monat No, Die glückliche Geburt eines gesunden Töchterchens zeigen hocherfreut an Gasthaus Wilhelm Müller Wolfstratze — Ecke Kaiferallee. SnMAll aller Arl ^wünschten llustmnung ffiirtln n.srelsivktt öle Brflhl'W Unlo.-Druierel. K Cange. ©ieöea. saunte. 7. Wie man Schuhe und Stiefel behandelt! Es werden sprechen: Herr Fabrikant Dr. Georg Büchner Landtagsabgeordneter Fräulein Hilde Korell die Tochter des Reichstagsabgeordneten. DODDOOOODDDOODODOOODODOOD Perser-Teppiche verkauft Spezialgeschäft argen Teil- zablung bei mä iger Anzahlung o ne icdcn Breisausschlag an Aerzre, Juristen. Beamte usw. — Strengste Diskretion zugesichert. Offerten unter D. 36 an daS Annoncenbureau I. Schmidt, Frankfurt am Main. Langestraste 7. 95G9D DODODDDDDQDOODDOQOOODDODO Sie finden bei mir große Auswahl in taiittlimnoilWap in den best Qualit zu billigsten Preisen. Textil-Verkauf Kein Laden. Plockstr. 12 II. Kein Laden. 9573a Lichtbildervortrag des Herrn Geheimrats Winkel aus Marburg MMMmsMsUW Eintrittekarten tn der Musikalienhandlung Challier für Mitglieder zu 0.75 Mk. per Platz gegen Vorzeigen der Vortrags aus welek arte und nur Im Vorverkauf; für Nichtmitglieder zu 1.50 Mk. Studenten karten zu 0.75 Mk. gegen Vorzeigen der btudentenkarte bei Herrn Oberassist. Ritter MWßliRlile BolWel Mittwoch, den 3. Dezember 1524, 8’A Uhr abends in der Turnhalle (Oswaldsgarten) Hm Partmorsitzeniier Dr. Winkler-Berlin und LÄ!ZuIieyeraeuz-Gffenbacha.M. Eintritt 30 Pfennig. Einige numerierte Karten zu 1 Mark sind im Wahlbureau — Hotel Victoria — erhältlich. Alle Wähler und Wählerinnen find freundlichst eingeladen. Der Saal ift g-h-iz,._________________________Der Vorstand. Stoewer- MreibmascNnen Fraai Vogt » Co. Gießen, Ooethestr. 32 Tel. 264 \ Günstige Preise \Teilz*füungen / erhält jeder Kunde beim Einkauf von Dienstag, 2. Dezember 1924 großes Schlachtfest Morgens 10 Uhr Singer-Nähmaschinen für Haushalt und Gewerbe. Kleine Anzahlung, kleine Monatsraten Alleinverkauf: Otto Reite, Gießen. Arterweg 44 Telephon 1'250 9581D Auf Antrag der Stadtverwaltung und im Einverständnis mit der bestimmungs. geinäh erforderlichen Anzahl von Fernsprechteilnehmern soll der Fernsprechnachtdienst im Ortsfernsprechnetz Dietzen beibehalten werden. Die Kosten sind nach 3 der Fernsprechordnung künslig anteilmäßig von allen Teilnehmern zu tragen und belaufen sich für jeden Hauptanschluh auf vierteljährlich 80 Pf. Der Betrag wird vorn 23. Oktober ab berechnet: die Einziehung geschieht durch Belastung der Fcrnsprechgcbuhrenrechnungen. Dietzen, den 1. Dezember 1924. Telegraphenamt. 9565O Um das Leder dauerhaft zu erhalten und den Schuhen einen eleganten Hochglanz, der bpi jedem Wetter anhält, zu verleihen, trage man von der überall erhältlichen Schuhcreme Pilo nur ganz wenig auf und reibe alsdann mit einer weichen Bürste glänzend. Pilo ist sehr fett, nimmt kein Wasser an, ist sehr sparsam im Verbrauch und glänzt im Augenblick wunderbar. Kleinrentner, Sparer Hypothekengläubiger Wodurch seid Ihr in (Euer jetziges (Elend hineingekommen? Doch nur durch die 3. Steuernotverordnung» die auf Grund des Ermächtigungsgesetzes geschaffen wurde. Welche Parteien haben aber für das Ermächtigungsgesetz gestimmt: Die Sozialdemokraten und die Parteien der Mitte Die Deutschnationale Dolkspartei stimmte gegen dieses Gesetz. Darum gebt Ihr am 7. Dezember (Euere Stimme und wählt MA W8IIW Ml. Montag, den 1. Dezember» abends 8V* Uhr im Saale der Turnhalle am Oswaldsgatten Oeffentliche BfllloettoHilanfl Ab heute 4 Uhr eine original Ungarische Kapelle M-SS1.MMMSW OKU MM-SWll M. Dienstag, den 2. Dez. 1924, abends 8*/< Uhr in der Turnhalle am Oswaldsgarten Oeffentliche l Wählerversammlung' Nedner: WM.«lMMW!MIUSÄ Freie Aussprache. 9493V Eintritt 50 Psg. Metallbetten Stahlmatr^ Stuber- betten, btt. an Brtv- Slot 31 N frei Elian« mflba.tahr. Buhl L Th. Verschiedenes] Darlehen auf urinrn Sicherheiten. Betriebökavi» tat. Industrie, Ge- schäst^hauler, Landguter rc. schnellstens. Näheres durch H. Weppler, Marburg a. d. Vflbn, Gtsielberger Str. Ü Südbahnhof. ['nm» Schneider nimmt noch Kunden an in und auker dem Haute. Billiger ^reis. Zu erfragen i. b. C-leschäftSst des ffliefe. Ans. (0174/4 Z Stoffe \ r für Herren- und \ Damenbekleidung 1 Qualitätsware zu bekannt billig. Preisen I LBauer, TochbaDcloDij/ V Gle8cu.nioItk6Slr.2a I » Halbt d. rot. Linie ^^^Fernepr. 16W w ((Memme In Fasiung^ altes Andenken, un Slldvtertel verloren. Gegen 20 Mk. Belohnung abttifleben bet Hirt. Löberftr. 23. Verloren: 2 komplett montierte Reserve- Autoräder auf der ftabrt (Bienen- Grotzen-Kufeck- Geilrbaulen-Lumda -Homberg. Gegen Lelobnung abrugeb. Gießen Neustadt 32. °»4M Gin Tcutschcr 5diüitrl)nnh (Hnndin), Farbe: ichwar; mit gelben Flecken,zugelaufen. Näher. Polizciver- waltung Krofdorf. oember 1924. 3. ©rasgelb ((Brummet). 4 Beitrag zur Handwerkskammer 1924 — 4. Fiel und 1. Ziel Nachtrag. Nach Ablauf der Frist erfolgt die Beitreibung. Besondere Mahnzettel werden nicht zugestellt. Die Zahlung der Zuschläge zur Sondersteuer wird hierdurch ntcht bc ^(Sieben, den 28. November 1924. Stadtkasse Dietzen. 9562B Bekanntmachung. Vergebung von Arbeiten in ben Wal» düngen der Stadt Dietzen. DaS Kuden des Stammholzes in den Waldungen der Stadt (Sieben an die Wege und Schneisen, und zwar: etwa 500 Fsim. in der Försterei Gtetzen 1 (Förster Drück, Rödgen) etwa 900 Fstm. tn der Försterei (Sieben 11 (Förster Arft, Forsch aus Hochwart) etwa 1700 Fstm. in der Försterei Dietzen III (Förster Geisel, Giehen) etwa 40 Fstm. in der Försterei Hangelstein (Förster Lotz, Wieseck) soll am DonnnerStag, den 4. Dezember 1924, vormittags 10 Uhr, im Stadthaus Dergstratze, Zimmer 6, öffentlich vergeben werden. Die Bedingungen können dort (Zim- mer 18) am 4. d. MtS., von 9—10 Uhr, eingesehen werden. 9561B Gießen, den 29. November 1924. Der Oberbürgermeister, g. B.: Dr Rosenberg. °11*” Tpeiialität! NlleWaagcu cmimeDlt und werden eichiahig derqestellt. fiorl5(DBl0t,n?u.'nro.42 Lichtspielhaus m Astoria-Lichtsplele Bahnhofstraße Seltersweg In beiden Theatern eu gleicher Zelt heute bis einschließlich Hlttwoch das große Doppel Programm: Die Hölle von Borbalo Drama in 5 Akten nach dem gleichnamigen Schauspiel von Ludwig Frank. Ferner der große Erfolg de« Jahres: „Die Insel der verlorenen Schiffe“ Bekannt nach dem vielgelesenen Roman des Frankfurter Generalanzeigers. machen das Zimmer erst gemütlich i ehnsesscl. Klubmöbel usw in Stoff u. Leder. Einzelstücke zu Geschenkzwecken besonders preiswert PolstermCbslhaas 1 Wehrhelm Oie cn, Lööcrstr. 17 iiiihiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii SD JIUJIMMJ Aquarium Walltorftratze 5 01741 Morgen Dienstag 9457a (Lifte 5) 9454c 3" Tmrmr iwth n nw« i nTTTTTfflnffnmf i. n mmni 017407 Heinrich Dechert. eine 9568D Kinderwagendecken von Mk. 2.50 an Nur erste Qualitäten! Billig und gut! Robert Haas Nachf. Inh.: Georg Falkenstein Seltersweg 18 ass* Das Vaterland über alles!-WS 9454c MU Wählt Deutsche Volkspartei! 1 ♦ ...............“"fftHtlllllllHIIIItlllltllllllllliiii--............................................ LINIE UNiTEÖ A^EmCAN LINES cy g *- p Baby-Schuhchen, Baby-Strümpfchen, Laufkleidchen Wolljäckchen, Taufkleidchen u. alle Geschenkartikel Ehrliche Wirtschaft ehrlicher Lohn sachliche Arbeit veraÄworiliche Politik gerader Weg deutsche Art Stiefel für Damen und Herren für jeden Sport in unerreichter Güte kaufen Sie preiswert im Frankfurter Schuhlager GIESSEN Mäusburg 12 Fernspr. 210 Anstich: Echt Münchener Augustiner Vock Hauspäne per Karren H. Kaess Nachfolger Telephon 773 Wilhelm Hom Kreuzplatz 15 liefert frei ans HauS m*d 3. MUer. Durch ein halbes Stück Zucker'« Patent- Medizinal-Seife habe ich das Übel völlig beseitigt H. S., Poliz.-Serg." Dazu Zuckooh-Creme (nickt fettend und fetthaltig). In allen Apotheken, Drogerien und Parfümerien erhältlich. Q.W>nterboff,Med.'Trog.,,Z-Kreuzvlatz" A. Noll, Kreuz-Drogerie, Bahnhofstr. 51 WKilbinaer.Löwen-Drog,Seliersw.79n Eduard tontb, Biktorla-Drog., Marklstr.5 Herrn. Plank, Parfümerie, Seltersweg 8 P. Jos. Mobs, Seiseniabrtk, ^läuoburg8 - H N. Reiss Norm Dienstag großes AussteKung sowie ein Verkauf von Handarbeiten statt. (Es wird zum regen Besuche höflichst eingeladen. Lose für die Weihnachlslotterie sind in verschiedenen Lüden der Stadt für 1 Mk. erhältlich. Ziehung spätestens am 20. Dezember. Die Gewinnliste wird durch den Gießener Anzeiger bckanntgegeben._________ SeN. Polizei- u. SrtiuMiioöe-Bereln 1914 AuOerordentliche Generalversanimlong Mittwoch, den 3. Dezember 1924, abends 8*/o Uhr, bet Mitglied Faber, Neuenweg 5. Um meiner werten Kundschaft die Möglichkeit zu geben, sich auf Weihnachten mit erstklassiger Qualitätsware preiswert versorgen zu können, habe ich mich entschlossen, einen größeren Posten reinwollene Kleider-, Kostüm-und Mantelstoffe, vorrätig in Schwarz und vielen modernen Farben, zu Ausnahmepreisen abzugeben uniiiiiuiiii9iiiuiiiiuniiiiiiiiiiiiiiiiiii Mullwindeln 70X70 . ... 60 und 50 Pf. Wickelteppiche Mark 2.40 Unterjäckchen q^. merc. . . . von Mk. 1.80 an Lätzchen von 75 Pf. an Röckchen v. Mk. 1.60 an Leibchen von Mk. 1.20 an ironsmlfRmlager völle. Welle anO MkneMelben zu verkamen [8483D Schuiitrake 7. ■- „Bienenkorb“ Donnerstag, den 4. Dezember, von mittags 12 Uhr ab, und Freitag, den 5.. Dezember, in der Zeit von '/,10 Uhr vormittags bis 1 Uhr mittags und von V33 bis 7 Uhr abends, findet Nk Fraiiksmttt Lttotze-Liidiiüliigc im HMrscht» Hoose Schlachtfest mit Freikonzert im Kühlen Grund Ab 9 Uhr Wellfleisch mit Kraut Im Ausschank la Dennimrhoff-Exportbier. Auerhahn-Bräu. Ea ladet freundlichst ein Wickelkinden la Molton.......95 Pf- Mull-Einlagen Mk. l.— Windelhöschen aus Gummiplatte . Mk. 1.50 Strickhöschen Baumwolle, von Mk. 2.— an Hemdhöschen v. 2.50 an •e.e>.x MimiM Staatspolitik, nicht Parteipolitik zu treiben, ist das Wesen der Deutschen Dolkspartei. Ob sie als Partei gewinnt oder verliert, sie geht ihren Weg, der sich - an dem Einflutz und den Erfolgen ihrer führenden Reglerungsmitqlieder gemessen - als der rechte Weg zum Wohle unseres Landes erwiesen hat - Den Kurs wollen wir beibehalten, grauen und Männer! Wählt national, wählt liberal, wählt sozial, wählt die Partei, bte den kräftigen Kern bilden muh für unsere zukünftige Politik, ' das allein führt zur inneren Ordnung und Freiheit, zu neuer Macht und Blüte Ziepril-taeie kicks. Montag, den 8. Dezember 1924, abcnoS 8 Ubr, in der Stadt Kassel auOerGrdenll. GeneralversammliiDg. Tagesordnung: 1. Besprechung der VereinSsatzung 2. (§rbbauvertrag mit der Stadt 3. Bericht über die neubeschafflen Zucht- 4. Geländeverpachtung (bilde 5. Futtermittel für Rechnungsjahr 1925 6. Verschiedenes. Um vollzähliges Erscheinen der Mitglieder wird dringend gebeten. 96571) Der Vorstand. Schön. Nach SÜD-AMERIKA CANADA CUBA —MEXICO, WESTINDIEN AFRIKA, OSTASIEN USW. Billige Beförderung, vorzügliche Verpflegung Unterbringung in Kammern in allen Klassen Etwa wöchentliche Abfahrten von HAMBURG NACH NEW YORK Auskünfte and Drucksachen durch HAMBURG-AMERIKA LINIE Hamburg. Alsterdamm 25 und deren Vertreter in: Gießen, Zigarrenhaue Loeb Bahnhofstraße 52a. AUGUSTINER! BOCK ,Jch litt seit 8 Jahren an gelblichem Ausschlag mit a furchtbarem durch die SriWVSWßM Ä3BBÄ Hornhaut a. d. Fußsohle verschwindet durch ,M9A Lebewohl-Ballen-Meta. Kein Verrutschen, kein Festkleben am Strumpf. ----In Drogerien und Apotheken.---- Man verlange ausdrücklich „Lebewohl“ i N.Reiss S «MWW Dienstag, den 2. Dezember Ml- - W. | Wurme W für Damen, Herren und Kinder in /k 85 großer Auswahl kaufen Sie gut und billig im IUI Frankfurter Schuhlager i 521c Montag, vezemder 1924 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger sSr Gbecheflen) Rt. 283 Dritter Blatt Bücher für den Weihnachtstisch schnitten auS deutschen Lsgendensammlunaen und Schwankbüchcrn jener Zeit machen da- Werk was fie mit ihren er tz 15 9457a t ZU iger inen, )sten Mel. srnen ei. . - .r. _ t. lin kaum noch Wer seinen Lieben die wertvollsten 2lU$ ocm JtCtCt)C Der JRllTl|I» Romane der Vergangenheit in gediegenster, stets zu den Schriftstellern harmonisch abges'.immter Ausstattung unter den Tannenbaum legen will, der greife zu diesen ausfallend schönen Bänden^ in denen sich nebeneinander die berühmtesten Dich- .Wanderungen und Wandlungen mit dem Frei« Herrn vom Stein" und .Erinnerungen auS dem äußeren Leben", die Dr. O. Anwand unter dem Titel .Ein deutsches Schicksal" (1409) zu einem selbständigen und für die politischen und sittlichen Probleme der Gegenwart besonders wertvollem Werk zusammengestistt hat. .Alte deutsche L e g e n d < n und Änto(1406) h n Professor Fritz Kern zu einem bunten Strauß vereinigt, der tiefe Einblicke in die religiöse Stimmung und die gut bürgerliche Dichtung des 15. und 16. Jahrhundert- gewährt. Sorgsam auSgc- wählte Wiedergaben von schönen alten Holz> esse entgegenbringt. *- Tante Line, • .Die sechs Bücher der Kun st" nennt sich eine neuartige kleine Weltgeschichte der Kunst, die der Kölner Kunsthistoriker Professor A. E. Drincknrann soeben in der durch ferne große Kunstgeschichte bekannten Akademischen B e r - lagsgesellschaft Athenaion in Berlin- Reubabelsberg herausgibt. Das Werk, das in Umfang und Preis dem zeitgemäßen Geldbeutel des gebildeten Mittelstandes entgegcnkommt, will in sechs Bünden Antike, Orient, Mittelalter, Re- | naissance, Barock, Rokoko und Gegenwart auf Grund eines reichen Abbildungsmaterials kurz aber erschöpfend behandeln. Als erster Band liegt „Die K u n st d e r G e g e n w a r t" des Dresdner Museumsdirektors Dr. P. F. S ch m i d t vor. Unter Verzicht auf die ermüdende Aneinanderreihung von Tatsachen stellt der Verfasser die kulturgeschichtlichen Bedingungen für die moderne 'Kunst fest, erläutert den Anteil der Rationen und -gibt dann eine fesselnde, sich überaus leicht und .reizvoll lesende Darstellung der kunstgeschtchtlichen Entwicklung von Beginn des vorigen Jahrhunderts bis zu den Allerjüngsten in Malerei, Plastik und Architektur. Sehr sorgfältig ausgcwähltes und ausgezeichnet wiedergegebenes Q3ilDetmate- rlal — 198 Abbildungen im Text und 5 Farbtafeln — unterstützt die Darstellung wesentlich. Das Unternehmen verspricht die moderne Kunstgeschichte par excellence zu werden. 1377 • Die Familie Feuerbach macht Herbert Eulenburg zum Gegenstand einer Essayreihe die eine liebevoll einfühlende Schilderung bet eigenartigen, leltsam kontrastierenden Persönlichkeiten dieser deutschen Gelehrten- und Künstlerdynastie gibt. Eine Porträtgalerie von seltenem Reiz, von dem alten Anselm Feuerbach, dem großen bayrischen Juristen, als Beschützer Kaspar Hausers auch weiteren Kreisen bekannt geworden, über den zweiten Anselm, den gelehrten Altertumsforscher und seinen Bruder Ludwig, den freiheitlichen Philosophen, bis zum letzten Anselm, dem grfyen Maler, und feiner edlen Mutter Henriette. Der Berlag 3. Engelhorns Rachfolger in Stuttgart hat für eine geschmackvolle Ausstattung und schöne Illustrationen zu diesem Heldenepos eines deutschen Geschlechts Sorge getragen. 1215 Sorgen Dienstag großes imiii ! Aus vergangenen Feiten. — Eins der feinsten Bücher zur Geschichte der italienischen Renaissance .Lukretia Borgia" des Ferdinand Gregorovius legt soeben die Allgemeine Derlagsanstalt in München in einer neuen, in Drucktechnik wie Illustration gleich ausgezeichneten Ausgabe vor. Lukretia, die! unselige Tochter des sechsten Alexander auf dem Stuhl Petris und Schwester Cesare Dorgias, entsteht hier inmitten des verworfenen, sinnenfrönenden Milieus der ewigen Stadt, des Papsthofes der sonnendurchzitterten Paläste und Landschlösser Oberitaliens, geschaut mit dem eindringenden, forschenden Auge des Historikers, mit größter Anschaulichkeit und reue geschildert, ein sarbcmsatter Ausschnitt aus dem Kolofsalge- mälde italienischer Renaissance. Ausgezeichnete Wiedergaben alter Meister erhöhen den Wert dieser Ausgabe. ^51 — Kaiser W ilhelms I. Weimarer Briefe hat I. Schultze bei der Deutschen Der- laasanstalt in Stuttgart in zwei Bänden her- ausgegeben. Der Alte Kaiser hat sie an seine Schwiegereltern, das Grvßh^rzvqspaar von Sachsen-Weimar, und seinen Schwager Großherzog Earl Alexander gerichtet. Eic enthalten viel Interessantes für die Politik der 48er Jahre, imd her Seit der Etnigungskriege, noch mehr Cha° würdigen Monarchen, die grade, ehrliche Schlichtheit seines Wesens, die uns in seiner tnnerVA amftr'i h das Übel vM i.-Serg-' W iettenb und M Dl-gerte" et durch j.W-sW. '' un Stn^ ___ >i Schöne Literatur. ♦ Wilhelm von Scholz .LebenS» Deutung“. (Halbleinen 5 Mk.. Ganzleinen 6 Mk Halbleder 8 Mk. Walter Hüdecke, Berlag, Stuttgart.) In Zeiten großer äußerer und ufr nerer Bedrängnis, nicht zum wenigsten in dem augenblicklichen für Den deutschen Menschen so I finnverdunkelten Daseinsabfchnitt, ist das Pro- blem der Lebensdeutung für jeden tiefer Veranlagten befenders akut. Er wird zu feiner Weg- weifung schwerlich der führenden Hand eines Dichters entraten wollen, dessen ganzes Lebens- werk genau besehen, eine Ausdeutung des Lebens ist. Wilhelm von Scholz gibt in Dem Bor- liegenden Einfälle, Erlebnisse und Erkenntnttse, die auf eine ganz eigene Weise Die menfajliqjen SuflänDc, Die Charaktere, Schicksale und Die Eigenschaften Der Seele beleuchten. Schon bestechend infolge ihrer gepflegten unb einprägsamen Sprache, beglücken diese Aphorismen durch die dichterisch-intuitive Artung nicht Wenger als durch eine bezwingende Denkerische Kratt 13V5 — Die Weltwanderer. Don Karl Gjelierup. 19-23. Tausend. 447 Seiten. Preis gebunden 7 Mk. Derlag von Quelle & Meyer in Leipzig 1924 Der Dichter rollt in eigenartiger Dvppelhandlung mit ungeheurer Li^e das Problem der Seelenwanderung auf. Was aber De'em Roman des Robelpreisträgers ethischen Wert verleiht das ist die große Tragik weiblichen Heldentums im Thema der Dergangenhnt, dem in der Gegenwart ein hoher, schwer erkämpfter Sieg beschieden ist im hohen Gedanken Der 'eel.fchen Unsterblichkeit. 1174 • Eine besondere Rolle auf Dem Büchermarkt fbielt Der Do lksverbanD Der Bücher- freunDe (Wegweiser - Derlag, Berlin W 50, Rankest raße 34). der feinen Mitgliedern im Laufe eines jeDen Jahres eine Reihe beDeutlamer Reuerscheinungen aus allen Gebieten Der schönen unD wissenschaftlichen Literatur zu sehr mäßigen Preisen in ausgezeichneter Ausstattung vermittelt. Daneben treten Reuausgaben wertvoller älterer Literatur unD mustergültig eDierte Klassiker. Zum Weihnachtsfest liegen uns vor Ernst Moritz Arndts, des kernigen rheinischen Patrioten Schule und des wissenschaftlich nicht geschulten Ratursreimdes zugeschnitten. Hier wird DaS Bestimmen so leicht wie möglich gemacht, auf seltene Arten ist verzichtet, nur eine Auswahl Der häufig vorkommenden unD wichtigen Vertreter unserer deutschen Tierwelt sind aufgenommen. Durch eine außerordentlich große Zahl guter Abbildungen im Text und auf 16 Tafeln totiö das Bestimmen noch wesentlich ericidjtert Icdcr Raturfreund wird sich leicht in dem Büchlein zurechtfinden, und Die Beschäftigung mit Der heimischen Tierwelt kann noch mehr als bisher von jcDem gepflegt werden, Der ihr Inter- Die lebendige, deutsche Iugendschrist. Bon Fritz D i e 11 r i ch. Gute Iugendschriften sind heutzutage ebenso selten tote echte Lustspiele. Das macht, weil wir das Kind zu sehr als psychologisch intcreffanten (Kjafl bewachten und weil wir verlernt haben, vom Kind zu lernen. Bei manchem Literaten, Der sich hinsetzt, eine Iugendschrift oder ein Kindergedicht zu schaffen, kriecht der Mut ängstlich in den Feenhafter zurück, wenn er plötzlich daran denkt, waS für ein insttnktsicherer und reinlicher Kritiker das Kind ist. DaS vielfache Mißlingen von Iugendschriften farni in künstlerischen Mängeln begründet sein, bann an einem unglücklich gewählten Stoffgebiet liegen, doch hauptsächlich liegt es an der Un- zuMnglichkeit der Gesinnung des Derfassers. Kulturell gespannte Epochen werden Die Kinder, das dankbarste Lesepublikum, nicht mit gefinnungS- lvser Mache abspeisen. Richard Dehmel, dessen Kinder ged ichte und -Geschichten in der Weit unserer Kleinen ein wahrhaftes Ofterfäuten begannen, hat vielen Jugendschriftstellern einen guten Wer gewiesen. Keine künstlerische Distanz darf zw.schen Dersasser und Kind aufgerichtet sein. Beide müssen miteinander auf herzlichem Duz- ftch stehen Will Der Berfasser lediglich Didak- ttker sein, so hat er sich Den denkbar schwersten Weg gewählt, vom Kind geliebt zu werden Ueberfrraut fmD Iugendschriften. in denen der Berfasser gleichsam mit moralischen Rammblocken gegen das Kindergemüt losgeht, zu verwerfen, denn jedes Kind entwickelt sich nach der Lektüre einer Geschichte ganz von selbst die dazu gehörige Moral. _ , _ Deshalb ist es durchaus nicht begrutzens- wert. wenn sich lediglich die Lehrerschaft deS Schrifttums für die deutsche Jugend bemächtigt. Es sind bis jetzt viel zu viel prächtige Stoffe für Iugendschriften pädagogisch präpariert worden, und eS Dürfte endlich an der Zeit fein, beispietsweife einen alten Offizier, Der sich m allen Teilen der Welt als Haudegen bewahrte und dem ein frischer Humor die Feder- flott inacht. aufzumuntem. aus seiner Erinnerung ein kraftvoll gewachsenes Ge'chichienbuch für Die deutsche Jugend tocrDcn zu lassen. Die fluchwürdige Stubenlust, das ewig papieme Milieu - beide sind in Der Literatur verwerflich, aber aoch vielmehr im Schrifttum für Die Deutsche 3U$Urrter den namhaftesten Verlagen für Jugendliteratur nimmt Der Derlag von Prie » bätsch (Breslau) eine rühmliche Stellung ein. In sehr reizvoll ausgestatteten Bändchen wirb hier der Jugend vor allen Dingen das Geh^mms der altgermanischen Welt gebifnct. Der Kamps der Westfalen unter Wittekind ist in Dem Buch Die Cresburg" markant von Albert Fabian erzählt. „Die (SuDrunfage“ ist sehr treffend wiedergegeben und mit einem schönen Faksimile-» blatt aus der Urschrift ausgestattet worden. Recht beachllich ist ferner die Leistung des Prre- batsch-Derlages auf Dem Gebiet Der Äuttur- bllder. Das Buch „Severin" Dürfte im besten Sinne der deutschen Jugend vorbildlich sein, Denn hier ist Der lenzliche Aufstteg der germanischen Seele besonders plasttsch geschildert vor dem hoffnungslosen Hintergrund römischer Dekaden.;. Schließlich fei eine Chronik „Fahrten und Talen des schlesischen Junkers Hans von Schweinichen" besonders hervor gehoben, beim hier trifft sich jener derbe, drastische Humor, wie er Ende des 16. Jahrhunderts in »Deutschland gang und gäbe war, mit einer offenherzigen Weise von Plauderei, die sich, ohne es zu wollen, zu einer sabelhasten Kulturkritik aufschwingt. • Die schönsten Märchen derWelt- literatur, Di« unsere IugenD kennen sollte, hat Professor FrieDrich von Der Leyen in atoei stattlichen, von Skarbina reizvoll illustrierten Bände für Bongs bekannte IugenDbücherei (Richard Bong, Berlin) neu herausgegeben. Die »Sammlung erscheint zur Weihnachtszeit gerade recht. Der Dersaster, wohl Der erfahrenste Mar- chenkenner unserer Zeit, hat aus reichstem Wissen unD mit feinstem Gefühl für Die Jugend das Zar- biafte und Beste vereinigt, waS Die ErDe an Diesen ,-Bülten Der Fabulier- unD Erzählungskunst bc- ifibt Aus China unD InDien kommen einige Der 'Märchen: zu ihnen treten wunderbare Geschichten Der Araber aus Tausendundeiner Rächt, Russen, Rorweger, Dänen, Franzosen und Italiener haben zahlreiche Edelsteine aus ihrem Besitz bcigefteucrt D«h alle Erzählungen werden umgeben unD durchwirkt von unseren deutschen, Durch Jakob unD Wilhelm Grimm entdeckten Märchen, die uns immer die liebsten bleiben. So werden die beiden geschmackvollen Bände nicht nur der Sugenb toi«- lornmen sein, sondern ebenso Den Erwachsenen, Denen aus diesen Erzählungen cin ew.ger oinn mit brunnentiefen Augen entgegenblickt 1392 - In Der Folge von Märchenbüchern Des Berlages Bruno Cassirer Berim erichemt als neuestes Te nophons Anabasis, von Karl W.tt in schöner. ^änDlich^ S,rm nach- ci^äbtt und von Max C levo gl mft 34SDer li^raphien reizvoll illustriert Der beruhjiK Bericht vom Heldenzug der zehntausend Griechen gewinnt Durch die schwungvollen Kauungen Sie- Soots Leben und Glut. liniere Jungens nx.rDissance" feit langem Allgemeingut der Menschhei' s'nd und besser manch dickl ib ger Geschich Ssoliantz packend und miterlebend das eigentliche Wesen Der RenaiOance aufh.llen. unD schließl.ch hristoph Martin Wielands, des deutschen Klassikers vom Musenhof zu Weimar köstliche Satire „Die A b D e r i t e n“. 985/1344 — Der Ruf a u 6 Dem Aether. Roman von Paul Rosenhayn. Derlag Ernst KeilS Rachf. (August Scherl) G. m.b.H., Leipzig. Broschiert 2,80 Mk., Halbleinenband, feines weißes Druckpapier mit farbigem Schuhumschlag 3,50 Wk. Modernstes aus Chemie und Technik, Radio und Mystik, die Eleganz der Welt, der Rausch de» . Großstadt, der Ernst des Werktags — alle- dicht nebeneinander. Ein ganz besonderes Buch, ganz Gegenwart und doch schon Zukunft. Gegenwart in Der psychologischen Sphäre des Geschehens, in dem Tempo der Handlung, Zukunft in Der genialen Doraussehung fernen Werdens und Wirkens, in Der Lösung von Problemen, Deren Erkenntnis noch verschleiert ist. „Der Ruf aus dem Aether", eine neue Probe von Paul Rosenhahns moderner Erzählungskunst. verbindet mit der gewohnten Fülle der psychologisch wie kriminell gleich interessanten Vorgänge eine außergewöhnliche Phantasie. Ein । modernes, hochaktuelles Buch. 1371 — „Atlantis", Den Roman einer untergegangenen Welt, schreibt I Wencker-WilDbecg fesselnd unD anschaulich. Die vielen märchenhaften Ucberlieferungcn von einer vor (3eiten in den Meeresfluten versuntenen großen Kufturwelt sind hier von kundiger HanD-.zu einer bunten, farbenprächtigen Erzählung verwoben. (Derlag Wilh. > Borngräber. Leipzig.) 1290 — Erlenkamp Erben Roman von Felicitas Rose. (Deutsches Derlagshaus Bong & Co., Berlin und Leipzig. 1924.) — Die hochgespannten Erwartungen, die Felicitas RoseS große Lesergemeinde einem neuen Roman auS ihrer Feder entgegenbringt, werben durch „Erlenkamp Erben" in vollem Maße erfüllt. Wieder besitzt diese ergreifende Erzählung, Die uns nach Bremen mit seiner reichen Vergangenheit, Den ehrwürdigen Giebelhäusern unD alten Straßen führt, Die hohen Vorzüge, die Der reifen und schlichten Kunst dieser Hemiatdichterin eigentüm- lich sind. Tief veranlagte, kraftvoll stille Menschen, Die ihr Glück in der eigenen Brust suchen, wer Den Dem abenteuerlichen Hange gegenüber- gestellt, Der in der Fremde nicht finden kann, was er nicht in sich selbst trägt. Wie ein von öfeu umsponnenes, blrimenumranktes Landhaus ist diese Handlung von tiesstem Stinnnungsreiz durchwoben. Die Heimat breitet über ihre Kinder schützend ihre Flügel, wie gütige Frauen für ihre Lieben sorgen, und lockend erklingt der Rus nach innerer Sammlung und ethischer Vertiefung, die unserer Zeit so dringend not ^tut — Der Windmüller von Melpih. Erzählurrg von P. Schreckenbach. Kartoniert 1 Gm., gebunden 1,50 Gm. (Ernte-Verlag G- m b. H . Hamburg 26.1 — In lebendiger Darstellung erzählt uns Stzreckenbach von dem Windmüller von Melpitz, der sich während Der Freiheits kämpfe als ganzer Marrn und rechter Patriot bis in Den Tod bewährt hat. Durch Den frischen, gesunden Geist wirft das Buch erziehlich, ohne nrorahfierenp zu erscheinen. ,, J06< — W. Pressei. Priscilla an Sabina. Eine Erzählung in Briefen aus Den Tag«, Jesu. Illustrierte Geschenkausgabe. 408 Seiten Oktav, in Leinen geb. 5 Wk. (Agentur des Rauhen Hauses, Hamburg 26.) Das Buch ist kern Rowan im eigentlichen Sinne, aber voll Handlung, teil packender Schilderungen An der Hand der römischen Frau werden wir in Die Welt ein- geführt in Der unser Herr unD HerlanD lebte und litt Die reUenDen Illustrationen und Die geschmackvolle Ausstattung machen das Werk zu Geschenkzwecken besonDers geeignet. 1248 Ha"' spü"6 i”1 Ü zert im ?rund nlt Kraut Im off-Exportbier Teundlichst ein Ich Dechert. an gelblichem MSN HSE liLJ FelD führen konnte, wertvolle Aufschlüsse über die für unsere Sozialpolitik so außerordentlich bedeutsame Zeit der letzten Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts gibt, wird einmal für _ . Die historische Belrachtung dieser Epoche von einem Kleinod für jeden Bücherfreund Em großem Ruhen sein. ' 1329 prächtiges kleines Büchlein hat Der VolkSvcrband - Winston Churchill, einer Der im- aus dem jedem Kinderfreund vertrauten reizen- pulsivsten, verantwortungsfreudigsten Staats- den Geschichtenkranz John HabbertonS ..Hele- männer Des britischen Reiches. Der eben im n e s Kinderchen" (1409) gemacht, cnhudenD neuen Kabinett Baldwin — er Der ehemalige illustriert durch flotte, einldjmicnenöc Bleistift- Liberale — Das wichtige Amt des Schahkanzlers Zeichnungen Des bekannte' ..Simplizis inms - übernommen hat. hat vor kurzem unter Dem Zeichners Wilhelm Schul Titel ..Weltkrisis 19 11—19 14" bei K. F. • Der Falke, die Bücherei zeitgenössischer Koehler in Leipzig seinen Beitrag zur Kriegs- Rovellen der Deutschen Verlagsanstalt in Stutt- memoitenliteratur bcigefteucrt. Die Erinnerungen hot sich sehr schnell eingebürgert auf Dem des ehemaligen Ersten Lords Der Admiralität Deutschen Büchermarkt. Die letzten, geschmackvoll im Kabinett Asquith, in dem er einer rDer und handlich gehallenen Bünde bringen von Joses glühendsten Imperialisten war, gewähren rntcr- $ 0 n t c n .Der Uvwal d", ein nc.t Prabe eifante Einblicke in die Kriegsvorbercittlngen der uDn tiefen Erleben Der lHatur des Dichters britischen Flotte und in Die ungeheure Arbeits- und eine künstlerftchc Verklärung ihrer Wesenheit. Maschinerie Der Admiralität während der ersten Otto Flake schildert in feiner Erzählung »D ie Kriegsmonate. Dedeuteirde Persönlichkeiten der z to e i t e Jugend in äußerster Konzentration Gegenseite, vor allem Prinz Ludwig Batten- krisen- und katastrophenreichen Lebenslaus berg und Lord Fisher, Die beiden Ersten See- eines Künstlers, ein Spiegelbild unfc.e z lords, erfahren eine interessante Schilderung ihres tiffenen, nach neuen Formen ringenden Gegen- Wesens, eine Reihe wichtiger Dokumente machen toart. 1129,30 das Werk befonberä wertvoll. Eine Gegenüber- • Einer besonderen Enrpsehlung bedarf es bei flcllung mit Den beiden Memoirenwerken des Ad- Der bekannten Sammlung ..Werke der Welt- mirals von Tirpitz liegt nahe. 127t I i t c r a t u “ des Propylaeen-Verlages in Ber- Die rote Kaschgar. Roman von Fedvr von Zvbeltih. ö Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) „Sei doch ehrlich," sagte sie, und ihre Augen wurden dunkler, „du suchst nach einem Grunde, mit mir zu brechen I" „Ich suche nicht, ich habe mich der Notwendigkeit zu fügen. Lu darfst mich nicht absicht- lich mißverstehen. Natürlich werden wir uns auch in Peking sehen, das ergibt sich von selbst. Lu spielst im Hause Kodama ja kerne untergeordnete Rolle, man hat dich gesellschaftlich hecangezogen. und das wird auch drüben so bleiben. Wir werden uns vermutlich noch häufig begegnen, in den Salons, auf dem Tennisplatz, überall wo was los ist. 3d) meine nur — ich meine nur ... der Gvundton unsres Verkehrs muh ein anderer werden. Soll ich noch deutlicher sein?" „Rein," antwortete sie und erhob sich, ihre geschmeidige Figur langsam straffend, gewisser- mahen anatomisch, Glied für Glied. 3m St.ecken der Hüften, in der runder sich wölbenden Brust, im Hebeit des Kopfes lag Verteidigungswille. „Lu möchtest die Kainszeichen der Erinnerung verwischen. Mir bleiben sie." Cs zuckte über sein Glicht, es sprang etwas um seine Lippen wie verhaltene 3ronie. Er hob den linken Arm, die Finger spielten durch die ßuft, als wollten sie eine Gleichgültigkeit kennzeichnen. Gr hatte das Gefühl: jetzt durfte er nicht nachgeben, er muhte fest bleiben. „Dir bleiben sie," sagte er. „Hnb Kainszeichen. Eine hübsche Wendung, sie trifft bloß nicht. Machen wir uns doch gegenseitig nichts vor, C lernen ce. Wir fanden uns und haben uns ein Jahr lang ganz gut amüsiert. Ohne ZukunstS-- pläne, ohne an morgen zu denken, uns genügte die sühe Sünde der Stunde. Es war eine ungeschriebene Vereinbarung, immerhin auf Grund uralter Gesetze. Kann enter dem andern Vorwürfe machen? Gewih nicht. Seien wir vernünftig. 3ch will fernen Bruch, ich will eine Lösung. Aus Zweckmäßigkeit meinethalben. Die llmstände erfordern es. Wir wollen nicht pathetisch werden — um Himmelswillen I Wann reist 3hr? Lu wirst noch Geld brauchen, Llemence." Ote war stehen gedtuDen. ooitre,' entgegnete sie, „ich brauche nichts, 2eb’ wohl, Gerhart." Sie bot ihm die Hand. Er nahm sie mcht. „Sei nicht albern," gab er zurück. „Natürlich, Eure Ülebersiedlung geschieht auf Regimentskosten. Trotzdem — du wirst dich noch ein wenig aus- ftotten wollen. Es ist hier billiger als drüben. Liebes Kittd, ich gebe dir doch von Herzen gern . . Er zog sein kleines Schlüsselbund aus der Tasche und rih die Schubfächer des Schreibtisches auf. Er suchte nach seinem Scheckbuch. Er wat- ungeduldig und warf alles durcheinander. Dabei fiel aus dem Gefach rechter Hand ein dünnes, schmales Bändchen in schwarzem Pavpeinband, fiel auf den Boden. Clemence hob es auf. Gerhart füllte einen Scheck aus. „3ch danke dir," 'sagte er dabei. „Keine Wichtigkeit. Höchstens eine Rarität. Ein alter Code." Ein Blitzlicht schoß durch ihre Augen. Aber wie gedankenlos blätterte sie in dem Duchelchen. „Eine Geheimschrift," bemerkte sie. Es sollte eine ganz beiläufige Bemerkung fein. Nur klang die Stimme heiser, wie aus verhülltem Temperament. Gerhart setzte feine Unterschrift auf den Scheck. „3a," erwiderte er, „eine Geheimschrift — der Chiffrecode unfres Amts für Telegramme. Aber er hat keine Gültigkeit mehr, er ist überholt. Man ist da auf 3ndiskretionen gestoßen, auf irgendeinen Vertrauensbruch und tjat ihn durch eine jyue Geheimschrift ersetzt. Hier, Kindchen, nimm!" ... Er reichte ihr den Scheck . . . „Herrgott, wie bläh bist du!" rief er. „Geht dir denn der Abschied so nahe? Aber, Liebling, wir sehen uns ja doch toieöcrl" Sie legte den unbrauchbar gewordenen Code auf den Schreibtisch und nahm die Geldanweisung. Starr gewordener Blick flog über das Papier. Eine große Summe — der Ersah für eine verlorene Mühe! Die Quittung eines Gutmütigen über eine ungeahnte Schlechtigkeit. Es stellte ein großer Widerstand in ihr sich auf. Aus Dunkelheiten der Seele sickerte ein erbarmungsloses Reuegefühl. Ein letztes Gutes gewann Oberhand — einen Augenblick nur. 3n nächster ütttnDe schon konnte die etmtnamg verflogen fein. Doch der Augenblick fieg-e. Sie zerriß den Scheck in zwei Teile und ließ sie in den Papierkorb fallen. „Hab' Dank, Gert," sagte sie mit einem schwächen, rätselhaften Lächeln, „du bist hochherzig. 3ch vergesse dir das nicht. Aber ich bedarf des Geldes wirklich nicht." . „Torheit," entg.-gnete er. „Doch wie du willst. Du weißt, daß du immer auf mich rechnen kamrst, wenn du einmal Hilfe brauchst. Willst du schon ge!hen?" „3a. Dring' mich hinunter. Wtr brauchen Friedrich nicht erst zu wecken." „Gott bewahre" ... Er nahm die Schlüssel. Er war Innerlich sehr vergnügt, daß der Trennungsstrich ohne erheblichen Aufwand. an Gefühlen gezogen werden formte. Aber eine zarte kleine Rührung, eiivr empsindsame Gegenwirkung floh in das Fröhlichfein. „Noch einen Küß," sagte er. „Es soll der letzte nicht sein." „Doch —es ist der letzte, du toiHft es ja so. „Hast recht. Also den letzten." An der Haustür reichten sie sich noch eyrmal die Hand. Mit schleppenden Schritten und geneigten Kopf schritt Clemence die Soahe hinab. Der sieg'hafte Augenblick von vorhin war vorüber, älnzufriedenheit händelte mit ihrem besseren Selbst. Gerhart nahm die Treppe zu seiner Wohnung in wenigen Sätzen. Ein herzliebes Dingelchen, summten seine Gedanken, und ein anständiges Kerlchen. Aber seien wir froh, daß alles vorüber ist. . . Er war zufrieden. ' 3. Tie Wesenburg hatte in der Glanzwirkung des Frühherbsttages noch etwas von dem malerisch Aufgemauerten eines mittelalterlichen Feudal- schloftes. Bei dem jah. hundertlangen Fürsten streit in diesem Lande hatte sie auch in der Tat bald diesem, bald jenem der gekrönten Herren als festes Kastell gedient. Aber unter den Eisen-» kugeln der schweren Geschütze hatten schließlich die dicken Mauern nicht standhaften können, und was das Eisen nicht tat, vollendete die Zeit. Rur die riesigen Fundamente hatten der Zeit wie den Menschen getrotzt, und auf diesen unzerstörbaren Grundmauern war im siebzehnten 3ahr- rjanöert cm grasiger voeatou in ote Lüfte M. fliegen, war im großen Kriege abermals einerl teilweisen Vernichtung crheinigefallen, dann fon* derlingshaft zufammengeflickt und zurechtg.stückelb worden und stand nun da als llafsifches Bemes-' stück einer zerfahrenen Epoche, vollendet, sttllos und doch entzückend für ein Künstlevauge, weil Raum und -Umgebung, Luftreiz und Gegenstand sich zu einem