a Nr 258 Erstes Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Beilagen: GießenerFamckienblätter Heimat im Dlld. Monatr-vezAgspreir: 2 (Bolbmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech.Anschlüsse: Schriftleitung 112, Ter« sagundGeschästsstellebl. Anschrift für Drahtnachrichten: NnzeigerGiehe». Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 116«. LVerbenummer * 25<5üO Sluttage Blatt Samstag, f. November 1924 General-Anzeiger für Gberheffen vNl« unb ütrlag: viÄHI'schr UnIvcrNtäts-vllch- und $tein»ruderei B. Lange in Gießen. Schrislieitung und Seschäflsftelle: Schniittaße ?. Annahme von u für die Tagesnummcr bis zum Nachmittag vorher ohne jede'BerbindlichKeit. Prei> für I für Anzeigen von 27 mm Dreiteörtlich8, auswärts 10 Goldpfeiiniy; für Ne- Klame-An.eigen v TOtrni Breite 35 Boi pfc Platzvorfchrift 20^ , 21 ui chlag. - Derantworilig rev«. assen. - ito m wird liilütt 024672 elfter I I ke den cerei w ipfe ■aar ten ten den en , 15.-, * heu osen 50, 2.10, 8504a a8e 8 Die wackelnden Ministerpräsidenten. Der diesjährige Herbststurm hat die Di he derschiebener Ministerpräsidenten ins CIBacfleLi gebracht. Macdonald, der englische Äabincf.B» Ches, wird am ehesten fallen. Der deutsche Kanzler Dr. Marx suhlt sich sicherlich auf seinem AmtSstuhl nicht so sicher, wie es die Wahltund- gedungen seiner Anhänger ger.re einreden möchten. H e c r i o 1 in Paris weift, baö ec nach dem Wiederbeginn der Parlanu-n.ssihungen am nächsten Dienstag scharfe Angriffe auf innerpoliti- schem Gebiet zu erUxrrten hat und feine Ministerexistenz bedenklich bedroht ist. Auch in Belgien verdichtet sich foe Wahrscheinlichkeit einer Kabinettskrise von Tag zu Tag mehr zu der Gewift- hebt, daft Ministerpräsiderrt Heun iS bei der Parlamcntsabstinmrung über das neue Budget nicht um eine Parlamentsauflösung herum- kommen wird. Diese Krisen- Ep Lenne in Europa ist gewih nicht eine zufällige. Die GrschütLeDungen politischer und wirtschafllicher Art, die als Feinen des Weltkrieges (Suropa seit langem quälen, Lifen die Völker nicht zur Buh: kommen und es ist nur allzu begreiflich, daft das Mihvergnüg^n über die allgemeine Lage immer wieder dazu führt, von einer neuen Regierung eine Besserung zu ertoarten. 211 utile Gründe für den Sturz des bisherigen Kabinetts finden sich ja nicht pllzuschwer, die Regierungskrise ist dann bo, ein neues Kabinett v^cd gebildet und neue Hoffnungen knüpfen sich an das neue Kabinett. Leider ist Deutschland am allerwenigsten in der Lage, sich den Luxus dauernder Regierungs-Umstellungen zu leisten, denn Deutschland ist infolge des Krieges in der Schuldenlast der Welt. Jede Erschütterung mit ihren wirtschaftlichen Auswirkungen bringt dem deutschen Doll nicht nur die mit solchen Krisen allgemein verbundenen wirtschaftlichen und politischen Gefahren, sondern erschwert ihm auch noch die Qlbtra- qung der ihm im Londoner Abkommen aufge- bürbeten Lasten. Daher muh man für Deutschland wünschen, daß die Reichstagswahl e in dauerhaftes Kabinett zeitigt. Die zur künftigen Regierungsbildung berufenen Parteien haben die Pflicht, bei der KabinettS-Dildung sich nicht an kleine Schönheitsfehler zu stoßen, sondern tolerant zu fein und jede zu ihrem Teil sich nachgiebig zu zeigen, sofern durch solche Kompro- miß-Stimmung die Gewähr geboten wird, dah Deutschland dann eine Regierung erhält, die eine Stetigkeit verbürgt, um den Wiederaufbau Deutschlands zu sichern und zu vollenden. Reichstagskandidaturen. ReichsauftenministerDr Stresemann far- bidiert als Spitzenkandidat auf der Reichs!iste Der Deutschen Dollsparei. — Fürst Bismarck tat die deutschnationale Spitzenkandidatur für den Wahlkreis Weier-Ems angenommen. — Im gleichen Wahltreis kandidiert d r Parleirorsthende Der Demokraten Reichsministec a. D. Koch. — 3n Baden sind als die Spitzenkandidaten der fDeutschdemokoalischen Partei Minister a. D. >2 ietrich, Dr. Ludwig Haas und Ch?fred. k- icur Scheel aufgestellt. — Für den Wa.lbez.rk Potsdamil sind von der Deutsch-Demokratischen -Partei Staa'.siekretär a. D. Dern bürg u d Abg. Ruschke wieder aufgefttflt — Der bischerige Reichstagspräsident Wallraf wurde von den D.eut^chna:i?nalen des Mittelrhnns als Spitzenkandidat ausgestellt. Vie geplante Steuererleichterung Die Vertreter der Länder kommen heute mit Vertretern der Reichsfinanzverwaltung zusammen, um die Frage der Steuermilderunz zu erörtern Die Ste' e schraube ist nämlich im laufenden Rechnungsjahr so stark angezogen worden, daft in einer Feist von sechs und c nem halben Monat ein U eher schuft von ranb 120 Millionen Goldmark durch die R ickshachllalse geflossen ist. Hierbei ist nach zu derückiichttgen, daft die Abgaben und Zölle aus Dranntweln, Bier, Zucker und Tabak seit dem letzten halben Qllonat der genannten Frist als Pfänder der Entente nicht mehr unter den Reichs- einnahmcn verbucht werden. Da nach dem jetzt gültigen Finanzrecht von dem Ueberschuß der Reichseinnahmen auch die einzelnen Länder und dieGemeinden profitieren, so ergibt sich ohne weiteres, dah auch Länder und Gemeinden sich in einer günstigen " Finanzlage befinden. Aus dieser Tatsache des ^Steuer-Überschusses erhebt s.ch nunmehr gebieterisch die Forderung, dah die Kapitalnot und derGeldmangelderPrivatwirtschaft bei der Abwertung des äleberschusses berücksichtigt werden. Reich, Länder und Gemeinden haben jetzt in keiner Weise ein Recht, Thesaurie- rungspolitik zu treiben. (Sine Steuermilderung ist durt:ge, so geschah das wohl Haupt,ächlich deshalb, um Lloyd George einen Knüppel zwischen die Beine zu werfen, der sich da aus einstellte, als Rachfolger von Asquith die Führung der Liberalen Partei zu übernehmen. Dagegen wehrt sich der rechte Flügel der Liberalen aus b greiflichen Grän.en, weil er in Lloyd ©eorge den Totengräber der alten liberalen Partei sieht. Roch zittert drüben die Erregung des Wahlkampfes zu sehr nach, noch beherrscht auch die Frage nach der Zusammenstellung des neuen Ministeriums zu sehr die Genü er, als dah man schon Zeit fände, den tieferen 11 r- fachen öie'er Katastrophe nachzugehe i. Wir, die wir den Dingen ferner stehen und lediglich Zuschauer sind, haben cs einfacher. Huben es vielleicht auch leichx-r, die Zusammenhing? zu begreifen, die in biere Riederlaze hineinführten. Unb da ist eigentlich die einzige Angerechtigkeit, dah Lloyd George fein Rlandat behauptete, während Asquith auf der Strecke blieb. „Patrokles liegt begraben und Thersites kehrt zurück!" 2lber instinktiv hat der Engländer doch gefühlt, daft die letzten Ursachen seiner wirtschaftlichen Rotlage der Partei zuzuschreiben sind, die für das Kriegsende verantwort- lich zeichnet und hat deshalb an der Partei Lloyd Georges Rache genommen für den Frieden von Versailles, der für jedes sehende Auge der Ausgangspunkt aller englischen Röte ist. Lloyd George war ein glänzender Propagandaminister, er hat es ausgezeichnet verstanden, die letzten Kräfte Englaruds für den Sieg herauszuholen, aber in dem Augenblick, als Deutschland in die Knie sank, zeigte sich, dah er doch kein Staatsmann, sondern nur Grundsätze beschränken dürfen, sondern wird im einzelnen verschiedene Miftstände be'eilig.a müssen. Hier-zu gehört nicht in lezter Reihe die persönlich lästige und technisch oft kaum mögliche Selbsteinschähung ds Steuersystems. Aber auch die Umsatzsteuer bedarf einer sehr vermindernden Abänderung. Lind der Tarif der Einkommen- und Körperschaftssteuer wird nicht weniger einer Reform unterzogen werden müssen. An der Tatsache, dah das deutsche Voll in Ausführung des Londoner Abkommens bzw. des Versailler 'Friedens schwere Steuerlasten tragen muh, wird nicht gerüttelt werden, aber die Forderung, dah nicht mehr Steuern erhoben werden' als es nötig ist, muh trotz London und Versailles wieder zum herrschenden Steaer- grundsatz erhoben werden. ein Agitator war Der Friede von Versailles ist vom englischen Standpunkt aus für die englischen Interessen ein Verbrechen gewesen. Auch vor hundert Jahren haben die Pitt, Wellington und so fort das letzte Pfund eingesetzt, um den großen französischen Rivalen Rapoleon zu stürzen. 3m Augenblick aber, wo er gestürzt war, trugen sie Sorge dafür, daft Frankreich nicht allzu ohnmächtig wurde, damit das europäische Gleichgewicht nicht gestört werde. Lloyd George dagegen war der Führer in dem Vernichtungskamps gegen Deutschland auch nach dem Kriege. Er glaubte sich gesichert zu haben, als ec die deutschen Kolonien einsteckte, den deutschen Handel und die deutsche Flotte vernichtete. Ec sah aber nicht, dah das Uebergewicht Frankreichs aus dem europäischen Fe st lande England um die politischen, militärischen und wirtschaftlichen Folgen des Sieges betrügen muhte, ilnb wenn heute der englische Handel darniederliegt, wenn die Arbeitslosenzahl nicht zurückgehen will, wenn England den Weg nach Aegypten gefährdet sieht, wenn es überall in seiner Kolonial- Politik auf Widerstände stöht, so kann es sich dafür bei Frankreich bedanken, dem Lloyd George den Größenwahn infizierte. Gerade deshalb ist in diesem Wahlausgang ein Stück ausgleichende Gerechtigkeit, unb es gehört nicht allzu viel Prophetzengabe dazu, um den Tag vorauszusehen. wo Lloyd George vom eigenen Volke verantwortlich gemacht wird für all das Unglück, das er nicht nur über Europa, sondern auch über England gebracht hat. Macdonalds Niederlage und der Völkerbund. Genf, 1. Rov. (T. 11.) Die schweizer Presse beschäftigt sich entgehend mit dem Sturz Macdonalds. Das „Journal de Geneve" befürchtet, dah dec Völkerbund durch die neue Regierung wird in der Abrüstungsfrage lische Wahltag ein schwerer Tag für den Völkerbund bedeuten könnte. Dec „Berner Bund" schreibt: Eine siegreiche Reaktion wäre ein internationales und namentlich Europas Unglück. Das Genfer Protokoll ist gefährdet. Die neue Regierung wird i n der Äusrüstungsfrage sehr zurückhaltend sein Die „Tribüne de Gencve" erflärt: Di: Ri .-beringe der A beiterpartei sei von schweren Folgen für das Kabinett Herriot begleitet, und in Deutschland werde ste von den Demokraten aufrichtig bedauert, aber sie werde den R e.b e l z e r ft r c u e n, der feit einigen Monaten über den ermüdeten Völkern lagert. Der Kabinettswechsel. London, 1. Rov. (TU.) 3n der gestrigen Sitzung des Kabinetts Macdonald wurde beschlossen, die Uebcrgabe der Amtsbefugnisse an ein neues Kabinett solange als möglich hinauszuschieben. Wahrscheinlich wollen sich die Arbeiterminister an der ^Untersuchung des Zwischenfalles mit dem Sinowjew» Brief beteiligen, doch dürfte im Laufe der nächsten Woche schon dec Kabinettswechsel ftatt- sinden. Der endgültige Beschluß wird von dem Kabinett am Dienstag erfolgen. Der Untersuchungsausschuß für die Echtheit des Briefes Hal mit seinen Arbeiten begonnen. Macdonald hat beschlossen, falls der Bries sich als Fälschung herausstellt, eine Entschuldigung an die Svwjettegierung zu richten. Baldwin hatte gestern die erste Besprechung mit den konservativen Parteiführern über die Besetzung der Ministerposten in seinem Kabinett. Die Zeitungen stellen Vermutungen über die neue Ministerliste auf. Allgemein ist man der Ansicht, daß bi? Minister des früheren konservaliven Kabi e' s wieder berufen werden. Für das Auswärtige Amt wird neuerdings neben Lord Curzon Lord Birkenhead genannt, währe.rd Austen Cham berlain als Schatzminister und Revi l Chamberlain al8 Gtiundhtitsmin ster genannt werden. Eine Kandidatur Lord Grey käme nicht in Frage. Colonell Olmert) soll < ie Aom- ralität übernehmen. Sic Roben Hörne wird nicht kandidieren, bag.gen dürften Sir 3 hr 3onsonhicke das Handelsministerium i-bc - nehmen. Als weitere Ministetiandidaten nennt man Lord Salisbury unb Lord De c l Letzterer soll als Kriegsminister. Lord Cav ! Lordpräsident des Aales oder Sieglle ah cr in Frage kommen. Don Bedeutung ist. daß 1 >. die konservative Partei die Möglichkeit bc le. den Bau des F l o 11 en ,r n tz pu n i l . Singapore fortzusehen. Alle Angaben, obwohl sie aus gut unterrichteten K ei e i slani- men, sind mit Vorbehalt aufzu i h:?.i, > die verschiedenen Strömungm t .ne Hal.» bc. on- servativen Partei eine gewisse Berücksichtigung unb einen Ausgleich verlangen. Frankreich unb England. Die Pariser Presse über die kunstige englische Politik. Paris, 1. Rov. (T. U.) Alle Blätter fegen sich die Frage vor, wie die ÄonfenxitiiKii sich zu Frankreich nach Uebernahrne der Geschäft? stellen werden. „Malin" veröffentlicht einen äußerst sorgfältig abgefahten Situationsbericht seines Londoner Korrespondenten Sauer wein, her in zuständigen Kreisen eine Reihe ausführlicher Erkundigungen über die Autorität der Konservatrven eingezogen hat. Sauerwein gibt an, dah man unangenehme Dinge über Frankreich zu hören bekommen müsse, die zudem van den konservativen Partei urganen ausdrücklich abgedruckt werden. 3m beiderseitigen Interesse Hal ten die Konservativen eine offene Aussprache zwischen Frankreich unb England für dringend geboten. In konservativen Kreisen sprich! man davon, daß Da ldwin in eimgen Tagen Herriot auf sicherem Wege folgendes Mitteilen will: 1. daß er sich Rarnsay Macdonald gegenüber, der bei der Wahl aufs Haupt geschlagen wurde, zu sehr verpflichtet hätte: 2. dah er Rußland zu sehr entgegen- komme und beachten müsse, daß das nächste englische Kabinett die Absicht habe, die der Sowjetregierung bereits gemachten Äm^effionen zu w i verrufen- 3. daß er in der Annäherung an Deutschland weiter gehe, als England selbst. Eine solche Auffassung von der französischer Politik, so fährt Sauerwein fort, hatte mißverstanden werden können, wenn Baldwin nicht auv- drücklich hinzugefügt hätte, daft er als Freund unb Privatmann rede unb lediglich mit dem Wunsche, die Fortsetzung guter Beziehungen unter seiner künftigen Regierung zu ermöglichen. In denselben konservativen Kreis.-n wird ferner behauptet, daft, wenn die Fcanzofen zur Anerkennung der Sowjet-Reg erung jich noch vor den englischen Wahlen entschloss .r hätten, dies ausdrücklich aus den Wuufch Macdonalds geschehen sei und daß dieser Beschluß der englischen Oefsentlichkert so sch e'l wie möglich mitgeteilt wurde, um der ßabour- Partei einen Dienst zu erweisen. „Petit Parisien" bringt einen längeren Bericht seines Londoner Vertreters über die vvr - ausfichtliche Politik der Konservativen. Die Politik Englairds werde nach ihm von der grundsätzlichen e n g l i s ch - s r rnz ö s i schen Zusammenarbeit beh r ch wer e Die neue Regierung werde vH re Zweifel die Londoner Verpflichtungen überneh- in e n. Die Ratifizierung des Genfer Proto^ kolls hänge in erster Linie von der Meinung der Dominions ab, die die Sachver ün i en des Kriegsministeriums unb de. Ad - iralitat dem Kabinett mitteilen werden. Im übr gen tre. :e es wohl kaum zweifelhaft Jein, daß der englisch-russische Vertrag nicht ratifiziert werden wird. Alles in allem werd? d e Ptiitik des Kabinetts Baldwin gegenüber Frankreich sich nicht wesentlich von der des Kab.i.eNs Macdonald unterscheiden. Das Transfer-Komitee. Berliner Besprechungen des Reparat.onsagenten. D e r l i n , 1. Rov. (TU.) Der gestern in Berlin eingetroffene ständige Generalagent für die Reparaiionszahlungen. Gilbert, hatte am Freitag eine ausgedehnte Besprechung mit dem Finanzminister Dr. Luther, dem Reichs- bankpräfidenten, dem Direktorium der Goldnotenbank, sowie Vetretern der deutschen Wirtschaft. Der bisherige Generalagent für die Reparationszahlungen, Owen D o u n g , hat gestern seinem Rachfolger einen Betrag von 100 Millionen Goldmark übergeben. Ditier Betrag setzt sich aus den von der deutschen Regierung gezahlten Reparationsleistungen sowie den Einnahmen aus der Regie- kasse und dem Recoverh Act zusammen. Owen Voung und fein Vertreter Rufus Dawes verlassen heute Deutschland und werden am 12. Rovember von London aus die Heimreiie nach Amerika antreten. In einer Erklärung vor Pressevertretern bestätigt Owen Voung noch einmal, daß der Dawesplan gute Arbeit geleistet hat und daß die maßgebenden deutschen Regierungsstellen die Finanz- und Geschäftswelt sowohl der Entente, als auch die amerikanischen Vertreter überzeugt sein können, dah der Dawesplan auch fernerhin vollkommen einwandfrei f u n 111 o nie- ren wird. Die deutsche Goldnotenbank hat gestern, wie die Telegraphen-Union erfährt, dem scheidenden Generalagenten als Andenken an seine ecfo' - reiche Tätigkeit in Deutschland die zweite dec soeben erschienenen Goldnoten im Betrage von 10 Mk. übergeben, während Dr. Schacht den ersten Schein dieser neuen deutschen Rote erhalten hat. Das gestern in Berlin ebenfalls eingetrof^ene offizielle Kommunique heraus: „Das Transferagenten für die Reparationszahlungen untersteht» fit eine Sitzung abgehalten und gab folgendes Offizielle Komuniquee heraus: „Das Transfer- Komitee hielt gestern feine erste Sitzung in Berlin unter dem Vorsitz Owen Poungs, dem bisherigen Generalagenten für die Reparationszahlungen, ab. Gilbert, dec heute die Funktionen des Generalagenten und den Vorsitz des Transfer- Komitees übernehmen wird, war ebenfalls zugegen. Anher der Eröffnung verschiedener Organisationsangelegenheiten und des Geschäftsbetriebes 'hat das Komitee die folgende Entschließung über den Zinsen dien st der deutschen Anleihe 1 92 4 angenommen: „Das Transfer- Komitee har einmütig beschlossen, dah während der Gültigkeitsdauer der deutschen Anleihe oder eines Teiles derselben alle genügenden Vorkehrungen zu jeder Zeit zu treffen und alle zu diesem Zwecke notwendigen Maßnahmen zu erlassen sind, welche ungeachtet aller Reparationsleistungen einschließlich des im Dawesplan vorgesehenen Zinsen- dienstes die P r i o r i t ä t sichern. Die Treuhänder müssen die Möglichkeit haben, ohne Anterbre- chung und ohne Rücksicht auf irgendwelche Rückwirkungen auf dem Auslandwechselmarkt Rückzahlungen aller derartigen Leistungen vorzunehmen, und zwar an die verschiedenen Banken und Kreditinstitute, denen die Verwaltung der Zinszahlungen in den Währungen der einzelnen Länder obliegt, die in Aebereinstimmung mit den Verordnungen der Gläubigerverwaltung (General Bond), die die Sicherheit der Anleihe übernimmt, erfolgt. Räumung der ersten gone am 10. Januar. Köln, 1. Rov. Die „Kölnische Volkszeitung" meldet aus Düsseldorf, daß nach Mitteilungen von zu st ändiger belgischer Seite die belgischen Truppen am 10. Januar die erste Zone des besetzten Gebietes räumen werden. Eine belgische Zeitung richtet an die belgische Regierung die Frage, ob tatsächlich schon Maßnahmen eingeleitet worden seien, um die belgischen Truppen am 10. Januar hinter die Linie Düren — Sinzig zurückzuziehen. Der Lebenshaltungsindex. Berlin, 31. OH. (Priv.-Tel. des WTD.) Der Gewerkschastsring deutscher Arbeiter-, Angestellten- und Dcamtenverbäirde teilt mit: Die Feststellungen ds Statt st ischenReichs- a m t s über die Entwicklung des Lebenshaltungs-- index haben in letzter Zeit in gewerkschaftlichen Kreisen Beunruhigung heroorgerusen. Die Indexfeststellungen der Gewerkschaften und anderer privater Stellen Weichen von denen des Statistischen Reichsamts ab. Die Gewerkschaften sind der Auffassung, dah die amtlichen Feststellungen hinter der tatsächlichen Teuerung zurückgeblieben sind. Die gewerkschaftliches Spitzenverbände bearbeiten Vorschläge über eine Reugestaltung der Indexverrechnung. Anfang de» Woche haben im Statistischen Reichsamt zwischen Gewerkschaftsvertretern und den statistischen Bearbeitern des amtlichen Lebenshaltungsindex Besprechungen über die Methode der Ii.dexberechnungen statt-gesunden. Im Laufe der nächsten Woche tritt zur Prüfung der gegenwärtigen Berechn ungsmethode eine große In dexkom Mission zusammen, die aus Der- tretem der Gewerkschaften und der Arbeitgeberverbände besteht. i Auslösung des Flüchtlirrgs- 7. Kommissariats. Berlin, 1. Rov. (TU.) (Halbamtlich) Rach- dem die Auslösung der Heimkehrerlager in der Hauptsache durchgeftihrt ist, ist das unter ' Leitung des Reichskommissars S t ü ck l e n stehende Reichskommiffariat für Zivilgefangene und Flüchtlinge durch Verordnung dÄ Reichspräsidenten . aufgelöst worden. Mit der Abwicklung der laufenden Geschäfte hat der Reichsminister des Innern dem Referenten im Reichskonrmissariat Brinkmann beauftragt. Die Abwicklungsstelle besindet sich in den bisherigen Geschäftsräumen des Reichs- 1 kommissariats, Berlin W 9, Potsdamer Str. 134. Politische Prozesse. Karlsruhe, 31. Okt. (Wolff.) Das Schöffengericht verhandelte eine öffentliche Beleidigungsklage des Generals von Deimling gegen den Verlagsleiter Karl Taver Ziegler aus Baden-Baden und den früheren Hofapotheker und Stadttat Albert Senfs aus Oos-Scheuern. Letzterer hat in der „Badener Morgenzeitung" einen Artikel veröffentlicht, wonach unter Bezug auf den Heidelberger Dozenten Gumbel und General von Deimling gesagt wurde: „Wäre es nicht besser, wenn die beiden den deutschen Staub von den Füßen schütteln und nach Frankreich ziehen würden, wo sie mit offenen Armen ausgenommen und eine feine Versorgungsstelle erhalten würden? Das Gericht verurteilte die Angeklagten zu je 100 Mark Geldstrafe. In der Begründung wurde gesagt, daß es sich um eine schwereDe- leidigung handele. * Oberst a. D. Schraudenbach hatte seinerzeit bei dem Hitlerprozeh die Erlaubnis erhalten, der geheimen Prvzeßsitzung beizuwohnen. Von der Verteidigung war damals behauptet worden, daß Schraudenbach sich einem gewissen Kaufmann gegenüber verpflichtet habe, Berichte über den Prozeß zu liefern und sich bereit erklärt hatte, auch Mitteilungen über die geheimen Sitzungen zu machen, was durch Schraudenbach bestritten wurde. Die „Münch, Post" befaßte sich in einem Artikel mit dieser Angelegenheit und richtete in diesem Zusammenbange Angriffe auf Schraudenbach, weshalb dieser gegen den verantwortlichen Schriftleiter des Blattes Beleidigungsklage stellte. Das , Gericht erkannte gegen den Beklagten auf 300 Wart Geldstrafe bzw. 10 Tage Gefängnis wegen übler Rachrede. Rach dem „Bayerischen Kurier" haben der Kardinal Faulhaber und Gras Soden (Frauenhofen) Strafantrag gegen den Bezirks- oberlehier Karl Weinländer in Weißenburg .(Bayern) wegen Beleidigung stellen lasten Die Beleidigung wird in der Broschüre „Die entdeckten schwarzen Henker des deutschen Volkes und das blutige Komödienspiel um Bayern i;nt> Reich" erblickt, als deren Verfasser Weinländer bezeichnet wird. Ein Nachspiel zur Potsdamer Bannerweihe. Berlin, 1. Rov. Das Wolffbureau verbreitet folgende Meldung: Die von dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold tn Potsdam vorgenommene Ban nerweihe hat gestern abend ein Rachspiel in der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung gehabt. En von der Rechten eingebrachter Dringlichkeitsantrag, durch den der Magistrat aufgefordert wurde, dafür zu sorgen, daß „derartige herausfordernde Velästtgungen durch fremde Elemente in der durch schwarz-weiß- rote Erinnerungen geheiligten Stadt in Zukunft unterbleiben", wurde unter großem Lärm angenommen. Der Magistrat faßte darauf eine Resolution, in der es heißt: Die städtischen Körperschaften fordern auf das Entsch ebenste, daß die Staatsregierung künftig auf die Empfindungen der Mehrzahl dec Potsdamer Bürgerschaft Rücksicht nimmt und im Rahmen der Gesetze derartige Kundgebungen verbietet, die dem Empfinden der Bevölkerung offen zu wider- laufen. Die Sitzung war von ohrenbetäubendem Lärm begleitet, so daß die Reden kaum zu verstehen waren. Die Auslieferung politischer Verbrecher. Berlin. 1. Rcv. (TU.) Die „Voss. Ztg." berichtet aus Budap.st: Dir ungarische Re- gierung hat der d.uffchon Gesandlsch.fft die ablehnende Antwort au, die le tc Role der deutschen Reg erung in dec Affäre des Erz- b^rgermörders Schulz überreicht. In dem künftigen deutsch ^ungar ischen Ausliffwungs- und C'egenseitigkeitsvei'trag soll die wichtigste Bestimmung fein, dah Mör de runter keinen Umständen als polütische Verbrecher angesehen werden. v - ---------- ■ Shh 'tetiu Vie Prüfung der französischen rkolouialMUNdate. Genf 1. Rov. (TA.) Der ständige Mandats- ausschuß des Völkerbundes beendete die Prüfung der französischen Mandate über Syrien und den Libanon. Dec französische Ober- kommissar de Caix hat nicht wie Sir Herbert Samuel einen ausführlichen Bericht dem Ausschuß vvrgelegt, sondern, nur auf Fragen der Ausschußmitglieder ausführliche Antworten erteilt. In einer allgemeinen Erklärung versicherte er, daß die Lage Syriens und des Libanons unter dem französischen Protektorat zufriedenstellend sei. Diese Mitteilungen sind um so befremdender, als bei der Mandatskommission des Völkerbundes zahlreiche Beschwerden der Bevölkerung der in Frage kommenden Gebiete vorliegen sollen. (x ------------- Kritische Lage des belgischen Kabinetts. Paris, 1. Rov. (TA.) Rach Meldungen aus Brüssel wird in belgischen Regierungskreisen eine Krise für immer wahrscheinlicher gehalten. Das Kabinett T h e u n i s dürfte bei der Abstimmung über das Budget, das 100 Millionen Franken neue Steuern vorsieht, unterliegen. Theunis hat den größten Teil der Konservativen und Sozialisten gegen sich. Der Minister wird in diesem Falle dem König die Auflösung des Parlamentes und die Ausschreibung von Reu- Wahlen Vorschlägen. - ----------- -. i - n Der griechisch-türkische Konflikt. Paris, 1. Rov. (TA.) Der Völkerbundsrat wird heute nachmittag zar Beratung des griechisch-türkischen Konsftkts über die Ausweisung von Griechen aus Konstantinopel zusammentrcten. Die griechische und die türkische Delegation haben den Standpunkt ihrer Länder darg l-gt. Sachverständigenberatun- gen sind gefolgt. Rim mehr wird der Berichterstatter des Völkerbundsrats, Graf I h i i, seine Schlußfolgerungen ziehen, damit der Rat Herde abend noch feine endgültige Entscheidung treffen Tann. Die griechische Del.gation vertritt den Standpunkt, daß die vor dem 30. Oktober 1918 in Konstantinopel ansässigen Griechen das Recht haben, in der Stadt zu bleiben, auch wenn sie nicht dem Bezirksamt gemeldet wä ea. Von türkischer Seite wird das weitere Verbleiben der Griechen ausdrücklich davon abhängig gemacht, daß die Anmeldung erfolgt. P«lichtet ' der Völkerbundsrat dem türk schein Standpantt bei, dann muffen 180 000 Griechen Konstantinopel verlass en. Behalten die Griechen Recht, so erfolgen nur 20 000 Aasweisungen. Man nimmt in unterrichteten Kreisen an, daß der Rat sich mit der Feststellung begnügen w ri>, daß die gern schte Kommission die Entsch.idung t.effen kann. Verschiedene Delegierte, darunter D.anffng, wünschen sobald als möglich die Heimreise anzu- treten. Aus Stadt und Land. Gießen, den 1. Rovember 1924. Rcformationsfest. Man spricht in unseren Tagen viel von dem Geiste von Potsdam und dem Geiste von Weimar, viele sehen hier zwei Größen, die einander diamettal gegenüberstehen. Man nennt das Wort Potsdam und denkt an unschöne, nach dem Lineal aufgeführte Kasernen- bauten, an weite Exerzierfelder, an Regimenter, die in wohlgeordneten Kolonnen ausmarschieren. Man hört Kommandoworte, rauschende Musik und den scharfen, zischenden Ton der Kugeln auf dem Schießstande, man denkt an Felddienstübung, an Wacht- parade, an Löhnungsappell und Soldbuch. Darüber hinaus sieht man den Willen zur Macht, man erkennt, daß Deutschland heute noch ein loses Gefüge von großen, kleinen und sehr kleinen Staaten wäre und heute noch po- littsch und wirtschaftlich auf dem Standpunkt des Jahres 1850 stünde, wenn das preußische Heer mit seiner festen Geschlossenheit und seiner Hingebung an den Dienst nicht gewesen wäre. Anders ist der Geist von Weimar. Da wird der Horizont mit einem Male unendlich weit, unser Augenmerk wird auf die höchsten Fragen des Lebens gerichtet, die Küsten Gnechenlands leuchten in ewiger Schönheit (wf, Lorbeer und Myrte blühen, Homer und und Tasso stimmen ihre Leiern, deutsche Art und deutsche Innerlichkeit ringen nach Ausdruck, die Stimmen der •jsotkt m Liedern erklingen, das Drama geht seinen erhabenen, streng abgemessenen Gang, das Epos rauscht einher wie ein Bergstrom, Gott gibt den Dichtern, zu sagen, was sie leiden, was sie empfinden, alles ist Schönheit, Rhythmus und Harmonie. Es tft jedoch ein großer Irrtum, wenn man glaubt, mit dem Geiste von Potsdam und dem Geiste von Weimar den deutschen Geist überhaupt umschrieben zu haben. Der deutsche Geist, das ist im wesentlichen der Geist von Wittenberg. Als Luther 1508 dorthin kam, war die Stadt, wie sein Freund Mh- conius schreibt, einem alten Dorf ähnlicher denn einer Stadt, sie hatte kleine, alte, häßliche, niedrige, hölzerne Häuslein. „Die Einwohner," so hat Luther selbst geurteilt, „standen an der Grenze der Zivilisation, noch ein wenig weiter, so wären sie mitten in die Barbarei geraten.“ Diese armselige Stadt hat durch Luther weltgeschichtliche Bedeutung gewonnen, durch ihn hat die deutsche Seele Inhalt und Gepräge bekommen. Luther war allezeit von dem Glauben erfüllt, daß der persönliche, lebendige Gott mit ihm fei. Auf der Reise zu dem Reichstage in Worms schrieb er in Frankfurt am Main an seinen Freund' „Ich vernehme, daß ein kaiserlicher Befehl ausgegangen ist, mich zu erschrecken, doch Christus lebt, und wir werden in Worms einziehen trotz allen Pforten der Hölle und den bösen Geistern, die in der Luft herrschen^" Indem Luther dieses ®ottöertcauen in die Seele seiner Deutschen senkte, hat er sie stark gemacht, nach dem Dreißigjährigen Kriege wieder emporzukvmmen und die Röte der Zeit zu überwinden. Weil er mit Gott verbunden war, konnte er auch alle Menschensatzungen, die das Gewissen der Christen gefangen hielten, zerschlagen. „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Ding und niemand untertan." Mit diesem Worte ist Luther der Borkämpfer für die Geistesfreiheit geworden. Indem er aber diesem Worte das andere anfügte: „Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Ding und jedermann untertan,“ hat er die Christenheit zur höchsten Gewissenhafttg- keit aufgerufen, und niemals hat ein Führer der Menschheit so den hohen Wert des bürgerlichen Berufes anerkannt, als wenn der Wittenberger Theologe schreibt: „Ein Schuster, ein Schmied, ein Bauer, ein jeglicher seines Handwerks Amt und Werk hat, und doch alle gleich geweihte Priester und Bischöfe." Leopold von Ranke hat in hinreißender Darstellung Luthers religiöse Eigenart und Ar- sprünglichkeit geschildert, Gustav Foeytag wird nicht müde, hervorzuheben, was der Reformator für das deutsche Bolk, für das Bürgertum und Staatsleben bedeutet, der katholische Gelehrte Döllinger betont seine Bolkstümlich- keit und Sprachgewalt. Hätte Luther seinem Volke nicht die Geistes- und Gewissensfreiheit erkämpft, ihm nicht seine Sprache gegeben, so wären Goethe und Schiller kaum denkbar, unverkennbar steht Lessing auf den Schultern des Wittenbergers, und der strenge Pflichtbegriff, wie ihn das preußische Heer verkörpert, ist eine Frucht der Reformation. 'So sollte es nicht mehr heißen: hier Geist von Potsdam, dott Geist von Weimar, beide nebeneinander wie Feuer und Wasser, sondern es sollte heißen Geist von Potsdam und Geist von Weimar, beides eine Auswirkung des Geistes von Wittenberg, und der Geist von Wittenberg ist der rechte deutsche Geist. Das ist Grund genug, daß die ganze deutsch-evangelische Christenheit, darunter auch die, die das Kirchgehen verlernt haben, das Reformationsfest feiert. H.B. Liewer guder Zeitnngsonkel! Ich, des Katlche aus der Zohelsgaß, wolld der eigendlich schon am farigde Samsdag schreirve, ivie's getoäfe es, wo ich mei Gedruckdes in dere Schulsttaß gelese hab. Also: Schonn um dreifferdelzwels hab ich am iorigde Samsdag uff der Gaß geschdanne unn hab als unn als geaxytt biß der Kasdemann di neu Zeidung uffgehunke hadd. Ann weis Godt, do hadd wchrhambelig mei Brif, denn ich an dich geschriuwe hob, o&gebrurfb drinn geschdanne. Aiuiufai hab ich mich gefreud, unn do bin ich Ham gelaase unn hab's dem Vadder unn de Mudder erzehlk, unn die howwe iwwerhaubt nett glaatve wolle, d)ß ich klaner Kärl fdp im Dlädche schdche unn do h)we se gelachd, unn hawwe nett abwarde kenne, biß di Deppelers Anna ihne deß Blädche gebrochd had, u» di Reuichkeide drinn fchdehn dhu unn ich fein einfdweile hinners Gerichd go= faafa, unn hob geguckd, )b die Fliecher nett bahld kumme dhäde. Ann uff amol hads agefange ze ragene unn do h)t aner von dene Siwwegescheidte gefachd, etzend lende mer grob am besde Wahei> fluchzeuche komme fasse, unn do h)b ich ze Millersch Filibp, der, wo in der Sonn wohnd, gesagd mer wolle emol abwarde, wer räächd behähld, unn obs de Sondag rägne duhn dähd. Ann uff amol binn ich froh worn, weil's hell wvrn is nun toi ich om Sonndagmorchen uffgewachd bin, h)t warhambelig di Sonn geschiene, unn mei Mudder hott mich erscht gewäckd, wie e fliecher üwers Walldor gesloge is, unn Hot uns all nxh emol inngclade, doß mer sofard in di Wisse, komme fallde, wo sonsl des Häu unn Krümmet for di Bauern wächsd, wann se mit rre Leiderwage unn mit rre Schdumbröck in di Wisse mache unn wo aach dismol Widder aner von dene cmß Hochel- ham gescholle hadt, weil di stele Mensche ihhm sei Schdick for nechsdes Iohr ferdrammbeld hädde, unn wo ich zu em gesagd hob, sodas mich Hern hobt misse, mir Gäißer sein aach noch do, unn toir Fluchdog hawwe, dann hawwe mern aach gleich oddendlich. unn dann sein ich vord- gelaafe, denn en Zotzelsgäsfer gibt sich mid so ahm gor net ab W i ich uff di Wisse gemachd bin, get Can Mensch nix a - ich war druff unn hob nebig dem Owermußickmeisder selwer geschdanne ivnn kann etzend for mei Läbdag verzehn, wies gewase iß. Es hodt zwor Ban Lufdkamf net gerne, uim mei Dadder der doch, weis Godt e Ge- ^idter mann is, Hot gesachd, die wo in dere Schdadt feror dne tese i s ame lu:«g qege de Garandie- ft>n3 geschdnmnd hädde, hädde dos nur gedah von Wege: ni trtber lZuffttNsch. Urat vo y» ity dann «rch gvseh, toi fa e ftaa mb Ktnnerballomrche grob newig bere Mußick tn di Luffc gepfkoge iS. unn dann fei noch zwa schwarze Rawe trmver de Dladz gepsloge unn hawwe gemachd, daß fi sich for dere Luffdkohnkuienz in Sicherheit» brächde. Ann mei Vadder Hot noch gesagd, er hädt als Arweider bei dem Fluchdag sei Geld ferdient, unn wenn er gewußd hädt, doß tn dehm Schdadttahd Leu sitze dhäte, die gege de Garandiefonz schdimme dhäde, dann hädt er sich aach tn de Schdadttot wähle losse unn hätt vier ihn geschdiinnrdt unn ich hab em bei fall gewwe, weil iwwerhaubt unn so mer nix ferkertes gege de farkersseretn mache soll, denn der hodt nett blss de ahle Leu, farmern aach unn deß ganz bescmners uns Gäißer Bauwe, Schbaß gemachd, unn Bauer fon dene fite Frernnve wv Hai gewäse sei, kennd söge, doß di Gäißer nett aa Sötte Hot, unn wo mei Vadder hechsdens emol sogd Himmelkreuzdunnerwedder, den falld deß Feuer ferzehrn, wo owwer unßer nochberfchLeud gans annersch sluchchx dhu wo ich net ferzehle will, sonst firnmt noch aner fon dehne ins Kiddche womit ich serbleiwe DeiKallcheauß der ZvtzelSgah. Gießener Wochenmarktpreise am 1. Rovember (Händlerpreise). Es kosteten: Butter Pfd. 200, Matte Md. 30—35, Käse Pfd. 75, Eier Stück 18, Wirsing Pfd. 8, Weißkraut Pfd. 5, Rotkraut Pfd. 9, gelbe Rüben Pfd. 10, rote Rüben Pfd. 8—10, Spinat Pfd. 35, Römischkvhl Pfd. 5, Dlumenko^ Stück 30—150, Salat Stück 10—15, Endivien Stück 10—20, Ober-Kvhlrabi Stück 10, Anter- Kohlrabi Pfd. 6—8, Grünkohl Pfd. 15, Rosenkohl Pfd. 60, Feldsalat Pfd. 60, Tomaten Pfd. 50, Zwiebeln Psd. 12—15, Lauch Stück 5—10, Meerrettich Pfd. 30, Sellerie Stück 6—40, Schwarzwurzeln Pfd. 50, Kartoffeln Pfd. 5, Aepfel Pfd. 13—20, Birnen Pfd. 12—18, Zwischen Pfd. 15, Honig Pfd. 30, junge Hahneni Pfd. 90—100, Gänse Pfd. 100, Rüste Pfd. 60. Mennig. Vornotizen. w — SagcÄfafcnbcr für ©amStaa. Vortrags-Vereinigung: 8 Achr Aniv-Dnla Achk- bildervorttag des Gouverneurs a. D. Dr Setzm« "Meine Grlebniffe in Deutschlands Ätxfonien“ — Rundfunkhaus Lvbersttaße: 8.30 „Allerseelen"' — Gießener Radfahrer-Verein 1885 : 8 Ahr Turnhalle Oswaldsgarten 39. Stiftungsfest. — Radfahrer-Verein „Fortuna": 8 Ahr hn Poftkeller vrdentl che Genera vcrsannnlung. — L.chtspiechaus Dahnhosstratze „Ranon". — Hessisch Dilder- buhne: „Plastigvamm". — Astvria-Lffchtspiele- „Zum Paradies-Apfel". — Tages ka lender für Svnntaa. Stadttheater, 6% Ahr: „Alt-Heidelberg". — H^st Wehrgemeinschaft, vorm. 10 Ahr: Sitzung des großen Ausschusses. — Markusgemeinde, nachm. 2 Ahr in der Turnhalle am Oswaldsgsrten: Gemein de feier. — Lukasgerneinde, 8 Ahr im Äon* firrnandenfaal (Liebigstrahe): Familienabend. — Konsumverein, 91/2 vorm. im Gewerkschafts Haus: ordentliche Vertreterversammlung. — Lichtspielhäuser wie Samstag. Aus dem Stadttheaterburean wird uns geschrieben: In der morgigen Auffahrung von „Altheidelberg" spielen die Hauptrollen des „Karl-Heinz" und der „Käthia" Herr Baum und Fräulein Andr^. Die Vorstellung wird keinesfalls im Abonnement wiederholt. — Der heutige Vortrag in der Vortrags-Vereinigung, den der Gouverneur a. D. von Deutschostafrika Dr. Schnee hält, fei nochmals besonders zur Beachtung empfahlen. Dr. Schnee gehörte dem verfloffenen Reichstag als Mitglied der Frakttvn der Deutschen Volkspartei an. — S>ie Ortsgruppe Gießen und Am* gebung des Deu t schen Hhpvtheken- gläubiger- und Sparer schu tz der bände s wird am Montag. 3. Rovember, mtt einem Vortrag des Vorsitzenden des Landesverbandes Hessen, Geheim rat Dr. Best, zum erstenmal in die Oesfenttichkeil treten. Räheres im Inserat. Wettervoraussage. Vorübergehend geringe Besserung der Wetter* tage, dann wieder zunehmende Trübung und Regenfälle. • O Die Einteilung der hessischen Städte nach dem neuen Ortsklassen» Verzeichnis. Don den tn Hessen gelegenen Städten und Gemeinden entfallen nach dem am 1. Rovember in Kraft tretenden neuen Ortsklassenverzeichnis Z auf Ortsklasse A, 41 auf B, 125 auf C und 812 auf D. Die bisherige Ortsklasse E ist völlig verschwunden. < Personelle Eisenbahn * Inspektor Daniel vom Bahnhof Gießen wurde ab 1. Rovember als Leiter des Bahnhofs nach Hersfeld versetzt. ** Im Oberhessischen Kunstverein stellen ab Sonntag, 2. Rov., Oskar '2Lö. Der Raiffeisen-Verband. Be- z i r t F r a n k f u r t a. M., hält sei-ne diesjähr-ige -verrands itzung zum ersten Male in dem neu an- gegliederten Teil des Terbandsbezii-ks Ober Reffen, in G letzen, ab. Die Tagung findet am statt und bringt neben dem rein geschäftlichen auch einen allgemein geno sensch^ lichen Teil, auf dem Pfarrer Blum ans GernS»> MunevoLweere G.ru.v.H. Bremen lsgaß. onnta iti$ung des Blatte W 8, MrAg ut Pfd. 9, M 8—10, Blumenfcy Enöfoien 0, Unter- .5, Rosen- laten W Äc! 5-10, üd 5—40, r W. 6, -18, Zwei- *!n» ÄS LüL S "'m K^urrn ", ^che r im Ätm* nabend. - chaslshaus: LichisPiel- ■r6ureau gigcfl Ms- spielen dk er ,W § Sie Mr- nmtnMa- amStas. da Kcht- r. Schn«: jrön“. — ecken". - hr Turn- - Rad- Pvftkelter tspielhauS ! Bilder- Mpiele: Auchchn uff Na erst^? nett Kese> mer tnibt ^Ste- valts so H ftr j -ßohöer iM?r °Mnr tchz doch. “Wta im, tote * Sekaast E OtiMtt l«nsgv. n_f° Svr alb als x Mh kann tzefsisch«" t ®n ««4Jor» <-.! 8. ^-° <** «US iöff^x De' 3^ a in der ; t«•* )r. S<-"" chlmig e«P verstossens i der Sait- [unbtim* tothelen' hverba" ddu, dch lWör Mtfer- dws em>! s-lld dch m3 Leistungsfäh. Konzernfteie Margarinefabrik sucht MMinc-EMhnehMr zum Allein-Verkauf unter günstigen Bedingungen anzustellen. Es kommen nur branchekundige Firmen in Frage, welche über einen guten Kundenkreis verfügen u. zahlungsfähig sind. Schrift!. Angeb. uni. 8532D an den Dich. Anz. Ortung) um nach Von den Abmachungen der Deutschen men. Gewandter, nicht zu junger, eoang. WsLLeLtLr§ssrr.Ly! Ansicht über d esc erfch- bekanntgeben. Die Aach retcheru-ltz. (fci ist «npfehlsiSwerl, diese Vorführungen zu besuchen. -z. . goto ut sch Aettere Verkäuferin erste Kraft, in der Filialleitung ausgebildet, sucht zum 1. Dezember passenden Posten. Schriftliche Angebote unter 024723 an den Gießener Anzeiger erbeten. Volkspartei mit den Deutschnationalen vor oer Annahme des Eisenbahngesetzes habe die demo- kratische Fraktion keine Kenntnis gehabt, und sie * Etngefanor. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem (Reisender) der das oberhessische Gebiet gennu kennt und mit ländlicher Kund chaft gut umzugehen weiß, von größerem Unternehmen gesucht. Ausbaufähige Lebensstellung. Bewerbungen mit lückenlosen Angaben über seitherige Tätigkeit, Alter, Empfehlungen und Gehaltswünsche unter 8404D an den Gießener Anzeiger erbeten._________ lehne es deshalb ab, einen Wechsel elnzulösei', den andere ohne ihr Wissen ausgestellt hätten. Es wäre ein Gebot nationaler Pflichterfüllung der Deutfchnationalen gewesen, sich zu bescheiden und nicht den Eintritt in die Regierung zu begehren, so lange die Außenpolitik so ist wie bisher. Wenn man von einer Schuld an der Reichstagsauflösung spreche, so sehe er diese Schuld allenfalls bei dem Reichskanzler Marr, der sich nicht entschließen konnte, mit seinem Kabinett, und zwar mit oder ohne Volkspartci vor Den Reichstag zu treten und sich dort stürzen oder sich ein Vertrauensvotum geben zu lassen: das Kabinett hätte aber sicher ein Vertrauensvotum bekommen, denn die Deutschnationalen würden sich wohl gehütet haben, das Kabinett zu stürzen, weil sie Angst vor Reuwahlen gehabt hätten. Die demokratische Fraktion habe durch das unbedingte Festhalten an ihren Grundsätzen Wohl den äußeren. Anlaß zu der Reichstags-- auflösung gegeben, die Schuld aber liege tiefer. Redner polemisierte sodann gegen die aus der Demokratischen Partei ausgetretenen führenden Personen, insbesondere gegen Prof. Verland, Keinath und den Pfarrer Weidner von Ober-Lais: in bezug auf den letzteren äußerte der Vortragende eine Meinung, die wir an dieser Stelle nicht wiedergeben möchten. Hievruf nahm der Redner wieder Frontstellung gegen die Deutsche Volkspartei und die Deutsch- nationale Dolkspartei. Wenn die Deutsche Volks- Partei die Tuchfühlung mit den Deutschnativ- nalen nicht verlieren wolle, so wolle die Demokratische Partei die Tuchfühlung mit der Svzial- demokvcrtie nicht verlieren. Es sei ein Akt staatspolitischer Klugheit, die Sozialdemokratie nicht vom Staate abzustohen. Die Demokraten wollten die Sozialdemokratie nicht nur rechtlich in den Staat eingliedern, sondern auch in der Staats- gesinnung. Rur eine demokratisch:- Außenpolrtik könne uns Helsen, nicht eine deutschnationale. Cs sei nicht klug, jetzt eine Politik des Dürgerblvcks zu beginnen. Redner feierte dann die Farben Schwarz - Rot - Gold, unter denen das große Deutsche Reich der Zukunft kommen werde, und er begrüßte in diesem Zusammenhang die Gründung des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, dem er dankte, da es schon durch sein Auftreten, die republikanischen Versammlungen schützen wolle. Kurz beschäftigte sich der Vortragende dann noch mit einigen innerpolitischen Angelegenheiten. Zur Ermöglichung der Aufwertung verlange seine Partei eine Steuer, die die Znflationsgewinne am Vermögen erfasse, ferner seien für diesen Zweck die Münzgewinne des Reiches zu verwenden. Weiter trat er für die Aushebung der rilrnsay- steuer für die Handelsvertreter ein, ebenso für die Fortführung der Mieterschutzpolitik so lange, bis wieder ausreichender Wohnungsvvrrat vorhanden ist. Mit der Aufforderung, am 7. Dezember für die Demokratische Partei einzutreten, schloß er seine etwa einstündiqe Rede. 3n der Äusspvach? bat ein Krieg "befchädiatcr, dieKrieg5- vpfev-Fürsorge nicht als Parteisache anzusehen und alles zu tun, um den Kriegsopfern eine wirklich ausreichende Versorgung zu verschaffen. 3m Schlußwort ging dec Referent entgegenkommend auf diesen Wunsch ein und sprach sich dann noch eingehender über die Rotwendigkeit der warmherzigen Behandlung des Arbeitslosen- Problems aus. Der Redner polemisierte verschiedentlich auch gegen den „Gießener Anzeiger". Wir nehmen die Vorwürfe nicht weiter tragisch, denn es ist eben — Wahlkampf. * „P lästig ramm", oder „der Film der dritten Dimension", der gegenwärtig in der „Hessischen Vilderbühne" zur Vorführung gelangt zeigt eine neue bedeutende Errungenschaft der Film-Technik. Die Bilder werden in einer besonderen Farbenzusammenstellung auf die Leinwand geworfen und treten dann beim Beschauen durch eine sog. Zauberbrille" in plastischen Formen heraus, wodurch die eigenartigsten Wirkungen erzielt werden. So ist es ein vesonüers origineller Anblick, wenn man ein Autpmobil direkt auf sich zufahren sieht, und größte Heiterkeit erweckt der Eindruck, daß man von einer Küchenfee mit einem kräftigen Wasserstrahl bespritzt wird. Die z T. recht humorvollen Situationen gestalten diese Film-Reuhcit außer-ordentlich interessant und sehensweri Der Spi.lplan erfährt durch das ernste Filmspiel „Der Weg zu Goli", das höchst beachtenswerte Leistungen zeigt, eine wesentliche Be- westenUTRoggenmühle sucht für Gießen und Umgegend bet der Däckerkundschaft gut eingefuhrten Vertreter llgun^bevo^ugt^ Schrift stch^ ° ^ngeb^te unter 024754 an den Gießen« Anzeiger. 1 Angeb. unt. 8535D an den Dich. Anz, VreuMSi-Mveulsttze MUtlLMie Die (5rneueru>m der Lose aui 2. Nlwse der 21. 12,0.1 Lotterie — stub.-Loitcrie — muß zur Vermeidung des SlnsvruchöverllisteS spätestens nm Freitag, dem 7. November 1924, abends (> Uhr, bei dem zuständiaeu Louerie-Einnehmer unter Borlenunn des Loses l. Klasse und Zahlung des Einsatzes für die 2. L!lasse geschehen. Die eUehnim beginnt am ,'rcünn, dem 14. Wouem6er 1924. ES kvnimen !M}00 Gewinne tin Mesamlbeirage von 1113000 Goldnmrk zur An - fvletung. DerHöchstgewinnbeträgtl''0E>n<4oidmark. 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WTD. meldet: 3n bet P teste wurde w überholt bet Dorwurf erhoben, daß Reichs- gen deS Wehvgefehes und den Befehlen des RetchSwehrminrster» sich an parteipolitischen Veranstaltungen beteiligt hätten. 3n feinem Fall erwiesen sich bierc Anschuldigungen als wahr: ba&xpn war sesrzustellen, daß Zivilpersonen, die unbefugt Uniformen oder untfvrmähnliche Kleidungsstücke trno«n. -u solchen Rachrichten Bkranlastung gäbet. Di« Reichsregierung hat, um derartige Vor- kommnUse im Zntereste des Ansehrnis der Wehrmacht äu vermeiden, die Landesivgierungen gebeten, das) in solchen Zullen die Polini und die StrafverfolgungSbehörden energisch einschreiten. tob. Don der Eisenbahn. Di: Deutsche Reichsbahn ist dauernd b?müht. die Ailsstzi tung der Personenwagen zu veube se.m Während der diesjährigen Hcizzeft werden die Abteile 1. und 2. Klasse der l)»Zugwagen mit Rohbrarläuferm belegt. Die übrigen 'Personenwagen auch mit solchen Läufern auszustaf.en. berb.etet vorläufig die Finanzlage der Deutschen Reichslxih '. Ei ei- lxrhn reifende, die eine durä-ge!-ende Fah^arte bis zur Zietstativn nachweislich ichch' etb-iden können, haben bei einer späteren Ruchloswng in den Zügen feine Sondergebühr mehr zu zahlen. E-s. wird ihnen als AnStveis auf der Ausgangsstation ein roter Rachlösezettel ausgehäirdigt Dc»- mü entfällt auch der Anlaß au Beschwerden, toerui Reisende auf Arrfchlußstatftmen wegen der Verspätung des benutzten Zuges, oder wegen kurzer älebergangs-zeit eine Zahrtarte zur Weiterfahrt nicht mehr lösen formten. •* Wohnungseinbruch. Der Potizei- bericht meldet: Gestern nachmittag zwischen 5 und 6y» älhr wurde in einem Hause in der Löwengasse, während der Wohmingsinhaber furze Zeit abwesend war, ein Einbruch verübt. Der Täter hat mittels Rachschllisfels oder Sperrhafens die Kvrrikwrtür geöffnet, in dem Schafzimmer das Vertiko mit einem Stemmeisen von 2 bt8 2Ve Zentimeter Breite gewaltsam erbrochen und davaus 93 Mark, darunter etwas Stlbergeld, entwendet. Personen, die Beobachtungen gemach haben, welche zur Ermittlung des Täters führen können, mögen der Kriminalpolizei Rachricht geben. Wilde Auskun fielen über die Seesch iffahrt. Sn zahlreichen Zeitungen des gesamten Reichsgebietes erscheinen neuerdings wieder Anzeigen, in denen jungen Leuten, die zur See fahren tooUen, diesbezüglich Auskunft zu gesagt wird. 3n der Regel handelt es sich dabei um Firmen, die lediglich für die Ueber- sendung einer gedruckten, an sich wertlosen Auskunft eine nicht unerhebliche Auskuns.sgebühr etn- ziehen wollen. Der Verband .deutscher Reeder weist darauf hin, daß zirverlässige Auskunft über die Aussichten, auf deutschen Swschisten Arbeiis- gelegenheit zu finden, nur bei den paritätischen Heuerstellen in den Hafenorten zu erhalten sind. Als solche kommen in Betracht u. a. die paritätischen Heuerstellen in Königsberg i. Pr., Reuer Graben 13, Stettin, Auguststraße 23; K Ä, Wall 30a; Lübeck, Hntcrtraoe 1; Hamburg, Steinhöft 9; Bremen, Tannenstrahe 30; Bremerhafen, Am Hafen 93. Es wird allen Crntcreifenten dringend geraten, bei Einholung von Auskünften sich nur an diese Heuerstellen zu wenden. •• D i e Deutsche Demokratische Partei hielt gestern abend in der vollbesetzten Turnhalle am Oswaldsgarten ihre erste ö ff ent» liche Wäßlerversammlung unter dem Vorsitz des Kreisschulrats Fischer ab. Der bisherige Reichstagsabgeordnete Pfarrer Korell sprach über die Reichstagsauflösung. Seine Polemik galt den Kommunisten, der Deutschen Volkspartei und den Deutschnationalen; die letzteren wurden dabei am schärfsten angegriffen. Der Redner erklärte, seine Partei trage nicht die Schuld an der Auslosung des Reichstages, sie sei auch im Mai nicht grundsätzlich bereit gewesen, die Deutsch- nationalen mit in die Regierung hereinzuneh- Für den Ausbau der Höheren Mädä)enschule Giehen zu einer vollberechtigten Anstalt. Unter dieser Ueberfchrift brachten wir in der Rümmer 163 des „Gieß. Anz." vom 10. 3uü 1923 einen Bericht über eine Versammlung der Elternschaft der Höheren Mädchenschule Diehen, in der unter eingehender Begründung der Ausb.ni dieser Schule zu einer vollberechtigten Anstalt gefordert wurde, wie schon zwei Zähre früher. Durch die ablehnende Haltung des Landesamtes für das Bildungswesen ist die Angrlegenheit aber nicht zur Ruhe gehnnmen Die gleiche Forderung wird heute mit mehr Rachdruck denn je von den inter- estierlen Eltern gestellt und mit voller Berechtigung ist deshalb für nächsten Montag eine Welte re Versammlung der Elternschaft zur 'Beratung über dasselbe Thema auf deren Wunsch von Direktor Kalbfleisch einberufen. Lagen die Derhaltnifse im bongen Zahr für die Regienmg insofern ungünstig, als die wirtschaftliche Lage des Reiches und auch des Staates Hessen sehr schwierig und undurchsichtig war, so dafz man selbst vor verhältnismäßig kleinen Ausgaben, die für den vorläufigen Ausbau einer Klasse erforderlich waren, zurückschreckte, so hat die Stabilisierung des Geldes in diesem Fahre günstigere Bedingungen für den Ausbau der Höheren Mädchenschule geschatfen. Unseres Wissens ist denn auch zu den bereits bestehenden Studienanstalten in Darmstadt und Mainz ein gleicher Ausbau in Worms und Offenbach vorgesehen bzto. schon velwirllicht. Hub da sollte Gießen als Provinzialhauptstadt und als Sitz der Landes- iUniversität wieder unberücksichügt bleiben, trotz des einmütigen Rufes nach dem Ausbau und trotz der gerade hier so günftigm Vorbedingungen für den Ausbau? Das können und wollen wir nicht glauben I Die Rälimlichkeiten werden hier ganz von selbst frei durch Eingehen der Vorschule und der erweiterten Mädcheiifchule. Der Mehrbedarf an Lehrkräften ist im ersten Jahr sehr minimal. Außer diesen örtlich besonders günstigen Vorbedingungen, die eine Mehrbelastung auf em Minimum zurückschrauben, drängen die allgemeinen, neuerdings in Erscheinung tretenden Verhältnisse auf Errichtung einer Mädchenvollanstalt. Durch den vierjährigen Besuch der Volksschule bekommen die Kinder ein Zahr weniger französischen und englischen Llnterricht als bisher, deshalb wäre eine weitere neusprachliche Ausbildung — auch im Deutschen — nicht nur erwünscht, sondern für das praktische Leben unbedingt notwendig. lieberbaupt ist eine abschließende Bildung für die Mädchen heute allgemein — nicht so sehr für ein akademisches Studium, daS weniger in Betracht kommt — dringender notwendig denn je. Für Turn- und Zeichenlehrer ist zur Ablegung einer Fachprüfung unseres Wissens m Preußen das Maturum jetzt schon Vorbedingung. Diese abschli-eh.mde Btldiing wird bei der beruflichen Ausbildung der Frau immer mehr gefordert werden. Aus die Dauer ist also die Forderung nach einer Mädchenvvllschule in Gießen ebensowenig aufzu halten wie in den übrigen größeren hessischen Städten. Warum beim nicht gleichzeitig mit i>m anderen, wenn die Kosten hier gering sind. Der Schulabschluß in der Oberrealschale ist und bleibt für Mädchen ein Rotbehelf Die Vorbildung auf der Oberrealschule und auf der Höheren Mädchenschule ist zu verschiedenarttg im ganzen Zuschnitt, dann ist das Zusarnrnenbringen von Mädchen und Knaben gerade im reiferen Alter nicht begehrenswert. Andererseits ist unter den heutigen schwierigen toirtschaf.lichen Verhältnissen den meisten Vätern die Möglichkeit genommen, ihre Töchter nach Offenbach, Darmstadt, Mainz oder Worms zu schicken, während sich der Weiterbesuch einer Gießener Vollschule durchführen ließe. Außerdem ist die praktische Ausbildung von Schulamtsreferendarinnen an einer Volla.istalt besser gewährleistet als an einer Höheren Mädchenschule: das bedarf keiner näheren Vegriindung. Wir glauben, daß in der Elternversammlung am Montag noch mehr triftige Gründe zum Ausbau der Schale mit allem Rachdruck vorgebGpcht werden, unb wir hoffen, daß dieser Rotschrei jetzt den allseitig erwünschten Erfolg haben wird. 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Daneben kann noch eine zweite für lim- zugslustige aufgelegt werden. Das Gespenä der Wohnungsnot wird dann ein anderes Ges ) erhalten. Endlich wird auch die Allgemeinh-.ü ein» sehen müssen, daß mit bem Unfug der Wohnungs- zwangswirtschaft gebrochen werden muß. H. Launspach. SountaaSdieiistd.Aerzte n.Apoihcken nm 2.11 21: I>r. Wolf. I)r. Neuiuann-i-velmel. Enn te mMerlsZier an Stubentcn abzugeben hat, wird gebeten, dieselben der Gießener Studentenhilfe e. V.. Bismarckstt. 16 111, zur Verfügung zu stellen. Schnellste Vermittlung. Geschaftsstunden täglich 9-1 Uhr und 3-6 Uhr außer Samstag nachmittag. 8432D Gießener Studentenhilfe e.D. Dr Schneider, Geschäftsführer. Wohnungstausch Biete an: 5-Zimmer-Wohnung, 1. Stock (Steinsttaße, Nähe Turnhalle), M.-Iimmer, 2 Keller, Gartenanteil. Suche: 5-Iimmer.Wohnung, mögt 1. Stock, M.-Zimmcr usw., evtl, mit kl. Lagerraum oder dergl. Schriftliche Angebote unter 024725 an den Gießener Anzeiger erbeten. ^chnungstausch! 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Unsere Anzeige .Schmerzhaft oder unblutig — Hühneriugen-Blnden oder Kuldrol- Ist «ogar von unserer sogenannten Konkurrenz beachtet worden, die eine HOhneraugen-Blnde für sechseckige Hühneraugen herstellt e Wir wiederholen: 1. Der Pflasterkem in der Hühneraugenbinde schmilzt durch die Wanne des Fußes, bedeckt dann gesunde Hautteile, die sich entzünden und rasende Schmerzen verursachen, wahrend das Hühnerauge selbst weiter blüht und gedeiht. ,. ,Z Der ^lck« Filzschutzring mildert nicht den Druck, sondern erhöht Ihre Schmerzen, was übrigens jeder Mensch mit Ausnahme der Konkurrenzfirma selbst einsehen wird. wa,mPD^.neRPfaStern,r,cifen', der ,den. Druck verursachenden Filzring und den durch die nnrh nO“xrfl,eßelndc,n phi-b erkern festhalten soll, rollt sich zusammen und macht Nervöse noch nervöser, als sie es schon sind. weityr°r9i?vJA,h.>enn tTren HQhneraugen-BInden modern, aber heute Ist die Wissenschaft viel L Mm t u Vnd unser Unternehmen hat sich den Zeltverhaltnissen angepaßt. -i-mVn-, 1^?? .kukirol entsprich den heutigen Ansprüchen des Publikums in jeder Be- lnD^? J e$ auch 'n 5 Jahren weltbekannt geworden, wahrend das Konkurrenz- Präparat in 20 Jahren nur .wohlbekannt- wurde. behauptet, unsere Reklame verteuert unsere Ware. Diese böswillige Be- ak Yu ÜUr unLoglsch- ?ondern fl,lch falsch. Unsere Präparate sind nicht Teurer, Reicht ,^, R^-u ynenz' aber zweckmäßiger In der Verwertung, denn das Konkurrenzpflaster ffirhtil .B,i? ,v?Pri8 klelnen Hühneraugen aus und kostet 60 Pfennig, während eine von inHnhn?1 Kukirol-Hühneraugen-Pflaster 75 Pfennig kostet, dafür aber zur Beseitigung X?" Formats ausreicht. Prüfen Sie diese Angaben bitte selbst. Indem hlwahrtA . 0Ja ‘ dcr Packungen ansehen. Sie wählen dann ganz von selbst Kukirol, das bewährteste und am meisten gekaufte Hühnernugen-Pflaster. P„p/"'"c Packung des Konkurrenz-Fußbadepulvers kostet 50 Pfennig, eine Packung Kuklrol- Dr med ÄeLa:'CVu Sie berücksichtigen, daß unser Präparat Sanitälsrat Dr. med. Campe -> Kuklrol-Fußbad dauernd nachgeahmt, aber in seiner Wirkung niemals erreicht kn I n'r -d.an^imönnen Sie auch hieraus ersehen, daß dieses qualltiv hochwertige Präparat P.nlner.GUne.Vl,liser lst- als dle Nachahmungen der Konkurrenz. A e gu K Re.k|ame hat noch nie eine gute Ware verteuert. Das kann Ihnen jede Zeitung, 1=ber leüsr Geschäftsmann, der etwas von Reklame versteht, bestätigen. Ist die ?ch|echt, wie eine Ware, die man nur einmal und dann nie wieder kauft, dann liegt die Sache allerdings anders. Die Konkurrenzfirma urteilt wahrscheinlich nach den ri ön7nngen die sie gemacht hat, aber diese Erfahrungen treffen für unsere Präparate nicht zu. Ieieuek umT.Js! ßUt- und unsere Präparate sind noch viel besser, sonst wären sie ja nicht In 5 Jahren weltbekannt geworden. i*r hna^n es durch unsere vorzüglichen Fabrikate Im Verein mit unserer rührigen und Reklame erreicht, daß wir getrost sagen dürfen: .Keine andere Firma der Welt hat einen derartigen Umsatz In Fußpflege-Präparaten wie wir." Unser Umsatz Ist um ein Vielfaches großer als der unserer unlogischen Konkurrenz, die uns Neid vorwirft. Wir haben durchaus keine Ursache, auf die geringen Umsätze der Konkurrenz neidisch zu sein. Außerdem aber ist der Neid eine häßliche Charaktereigenschaft, die uns nicht liegt Unsere Reklame- Kosten verteilen sich auf einen riesigen Umsatz. Die Reklamekosten unserer Konkurrenz dagegen konzentrieren sich auf einen viel geringeren Umsatz. Das ist der Unterschied der Differenz, wie Dr. Unblutig sagt. Unser Kukiroi-Hühneraugen-Pflaster hat Weltruf. Es wird ärztlich empfohlen und Tausende von freiwilligen Anerkennungen beweisen seine Güte. ... Der, einzige Vorzug des Konkurrenz-Präparates ist die sechseckige Form des Pflasters, wenigstens für diejenigen, die sechseckige Hühneraugen haben. Da uns aber diese geometrische form in unserer reichlichen Praxis noch nicht vorgekommen ist, so haben wir, wie auf alle anderen Spielereien, auch auf diese verzichtet und auch hier das Zweckmäßigste gewählt. unser Kukirol-Fußbad war das erste erfolgreiche Präparat dieser Art und es Ist das beliebteste geblieben, trotz aller Nachahmungen. Den Grund dafür zeigt Ihnen jeder Versuch, den Sie damit machen. c k Es reinigt und stärkt die Füße, verhütet Brennen und Wundlaufen und beseitigt den üblen Schweißgeruch. Außerdem wird es gerade im Winter bei kalten Füßen und Frostbeulen mit gutem Erfolg angewandt, und jeder neue Versuch schafft ihm einen neuen Anhänger. Die echten Kukirol-Präparate kommen niemals lose, sondern nur In Original-Packungen In nen Handel. Jede Packung trägt unsere bekannte Schutzmarke .Hahnenkopf mit Fuß*. KM6e8ri®B-Fabrä6c be8 Masstietoesyg. S«eraufstteg aus absehbare Zeit zu unterbinden. Für die Neuwahlen sollten weniger parteipolitische Erwägungen als vielmehr staatspvlitische auf bau en de Gedanken maßgebend sein. Eine nationale Realpolitik wäre das einzige, was Deutschland unter den gegebenen Verhältnissen für lange Zeit hinaus retten tann. Eine nationale Jllusionspolitik, die, ohne Rücksicht au die tatsächlichen Machtverchältnisse, sich lediglich stimmungsgemäh auf das einstellt, was wohl jeder von uns will, bedeutet heute das Gegenteil dessen, was Bismarck als das Wesen der Politik bezeichnete, nämlich die Erreichung des Möglichen Unter diesem Gesichtswinkel gesehen, wird man den Neuwahlen mit vollkommener Ruhe entgegensehen können, ohne dabei seinem tiefen Bedauern darüber Ausdruck zu geben, daß durch die Auflösung des Reichstages inner- uiti) außenpolitisch eine Situation geschaffen worden ist, die sich dahin zusammenfassen läßt „Wir sind um ettea vier bis fünf Monate in unserer Entwicklung zu rückgekom- m e n.“ Was das in einer Zeit bedeutet, wo Handelsverträge abgeschlossen werden, wo viele Gesetzentwürfe, die von einschneidender Bedeutung für das Wohl oder Wehe ganzer Berufsstände sowohl wie des einzelnen Staatsbürgers sind, ist unschwer zu ermessen. Aber auch hier heißt es, geschehenen Dingen nicht nachzu- trauern, sondern mit frischen Kräften versuchen, den Weg zu ebnen für bessere Zeiten. Ob der neue Reichstag in seiner Gesamtzusammensetzung ein wesentlich anderes Bild bieten wird wie der vorige, mag stark bezweifelt werden. Eins kann allerdings als sicher angenommen werden, nämlich eine wesentliche Schwächung der radikalen Flügel, d. h. der Kommunisttschen Partei und der Natto- nalsozvalistilchen Freiheit spart ei Die ErkenntnrS. daß auf gewaltsamem Wege eine Gelun» düng unserer Verhältnisse ein Ding der Unmöglichkeit ist, hat nach meiner Beobachtung gerade in letzter Zeit in allen Kreisen unseres Volles wesentliche Fortschritte gemacht. DaS wird naturgemäß auch in der geringeren Zahl der Mitglieder der genannten Parteien zum Ausdruck kommen. Sehr zu begrüßen wäre c8, wenn die vielen kleinen Parteien, die sich bei der vorigen Wahl aufgetan haben, wieder verschwinden würden. Ihr Einfluß im Parlament ist ein derartig geringer, daß man davon absehen sollte. Abgeordnete in die Volksvertretung zu entsenden, die. schon rein technisch, nicht in der Lage llnd, die von ihnen vertretenen Grundsätze praktisch auszuwerten. Man kann nur wünschen, daß der Wahl- kamps sich in Formen abspielen möge, die wenig gemein haben mit dem. was im letzten Reichstage als parlamentarischer Ton leider sich breit machte Das Ansehen deS Parlaments und damit verbunden auch die Achtung des Auslandes vor unseren inner- politischen Verhältnissen, können nur gewinnen, wenn schon in den Vorbereitungen für den neuen Reichstag der ernste Wille und die feste Entschlossenheit der breitesten Volksschichten sich zeigt, unter Hintansetzung selbstsüchtiger und rein parteipolitischer Interessen eine Dollsvertretung zusammenzubringen, die die Fähigkeit hat, nationale Realpolitik im besten Sinne deS Wortes zu treiben. Die Gießener Hochschulgesellschaft. Das von Deutschland an Amerika gelieferte Zeppelinflugzeug bat durch den wohlgetungenen Flug über das Meer wieder einmal die Aus- merffamfeit auf den genialen Erfinder und die Erbauer gelenkt, die gan»-' zivilisierte Welt in Erstaunen und Bewunderung versetzt. Und die Deutschen sind stolz auf diese hervorragende deutsche Leistung. In Gießen haben wir in der letzten Woche unsere Freude und Bewunderung bekundet über die hervorragenden Fluglcistun- gen, die mit großer Sicherheit ausgesichrt wurden. Was befähigt die Deutschen zu solchen hervorragenden Leistungen? Neben persönlicher Begabung doch die gründlichen Kenntnisse, die sie sich an den Pfleaestätten der Wissenschaft erwerben. Wir müssen also einen Tell unserer Bewunderung, unterer Freude, Liebe und unserer Dankbarkeit auf die Pflegestätten, auf den Vorn der Wissenschaft übertragen. Und wir müssen darauf bedacht sein, uns diesen Wissensquell in voller Leistungsfähigkeit zu erhalten, thn vor dem Versiegen zu schützen. Die feindlichen Mächte möchten nicht nur unser Bargeld, unsere wertvollen Produkte, die unsere deutsche Erde und unsere Arbeiter liefern, sie möchten auch noch das Kapital uns rauben, das in unserer gründlichen wissenschaftlichen Ausbildung, in unseren überragenden Kenntnissen ruht. Das formen sie, wenn sie uns die Möglichkeit nehmen, die Mittel aufzubringen für die Erhaltung und Förderung unserer Hochschulen. Nimmermehr darf das geschehen I Deshalb müssen wir alle den Pflegestätten, unseren Hochschulen zu Hilfe kommen, wenn sie in Not geraten. Auch unsere Landes Universität war durch den Krieg und den Zusammenbruch Deutschlands in Not geraten, in bjttere Not, so dah nicht nur Nerranschafsungen unmöglich wurden, sondern auch die nötigsten Ergänzungen und Wiederherstellungen oft genug zurückgestellt werden mußten. Das Notsignal wurde gezogen mit dem Erfolge, dah sich eine Gesellschaft von Freunden der Universität, die Gießener Hochschulgesellschaft, bildete, die da helfend eingreifen wollte, wo die Umstände es dringend erforderten. Durch die Geldentwertung wurde auch diese Hilfeleistung völlig zumchte gemacht, die Quelle ist versiegt, sie muh von neuem erbohrt werden. Das kann nur dadurch geschehen, dah unsere Leser nach Kräften dazu beitragen, die (Siebener Hochschulgesellschaft wieder leistungsfähig zu machen und dadurch wieder ihrer Bestimmung zuzuführen. Wir alle haben der Landesuniversität direkt oder indirekt aaherordentlich viel zu danken und sollten in dieser schweren Zeit unserem Dank dadurch Ausdruck verleihen, dah wir Mitglied der Gießener Hochschulgesellschaft werden. Wir tragen damit unser bescheidenes Dcherflein bei Ausführung bewies von neuem das ernste Streben unserer Bühne, auch schwereren Ausgaben gerecht zu werden. Carl Juhnke in der das Stück beherr'ch.ni en T te'r Ile bracht? das Pro« thematische, Zerrissene in der Gestatt des Helden glänzcmd heraus, während ihm allerdings das Weiche, Träumerische das die andere Seite von Münchhausens Charakter bildet, teeriger zu liegen scheint. Seine Partnerin war Gerda Dachfeld. die in ihrw Rolle .gerade das. waz Juhnke etwas zu -ehr vermi'sen lief), ausgezeichnet zum Ausdruck brach'e. Ihr möchte man nur noch etwas gröbere Freiheit in dec Belegung wünschen. Die humorvolle Rolle von Munch- baufenä treuem Diener Ra'pe lag bei Rudolf Go 11 in guten Händen. Eine glänzende Gfxa*, rafterfigur war Karl Do l ck als Gemeinde-' Vorstand Wichtig, ebenso Luise Jüngling als Lillis Tante. Paul Säubert gestaltete Lttlis Mann sympathisch Äe übrigen müssen sich mit einem Sammellob begnügen — Der anwesende Autor forarte am Schach den lebhaften Beifall des gut besuchten Hanfes entgegen nehmen. -tz- p-i ) ------- \ 2 Teller .,MAGGIs pule, sparsame Küche" Wandlungen hat und da daraus eine Jdeen- gemeinschaft und aus dieser eine Liebe entsteht, und da diese LiDe wieder nicht sein darf, so ;er- schmettert Münchhausen das Glas, aus dem er soeben mit dem Mann Lillis auf ihre gegenseitige, ewige und durch nichts zu verwirrende Freundschaft trank, schneidet sich mit den Glasscherben die Pulsader auf unb stirbt, nicht ohne vorher noch — allerdings wieder ohne Absicht — den Gatten und Fxrund über den wahren Grund seines Todes aufgeklärt zu haben. Doch wir wollen nicht böse sein. Zwar ist das alles unglaublich unbeholfen und spannungslos geftaltet Zwar gibt es Szenen wie die Duellszene, die kaum noch bühnenmöglich sind. Zwar fühl: man auf Schrftt und Tritt die Anlehnung an Shakespeares romantische Lustspiele heraus. Aber wie ich am Anfang sagte: Es ist ein Jugendwerk, das als solches gewertet fein will Der Münchhausen ist mit dem Herzblut eines jungen, unerfahrenen Menschen geschrieben, der alle die Obliegen in sich trug, die wir heute bet dem reifen Eulenberg bewundern. Und darum verdient er unseren Respekt. Die von Adolf Teleky rorgfä[tig einstudierre ewiger Lustigkeit und Prahlerei verborgenen Weltschmerz. Dieser Weltschmerz Münchhausens ist aber im Grunde ein sehr kindlicher Weltschmerz, der sich auch sehr kindlich äußert: Trotz langer Reden, etwa über die Vergänglichkeit- der Zeit, des Glücks und alles Irdischen über» hcnipt. erfährt man an positiven Tatsachen, die den Weltschmerz begründen könnten, nur dah ein sehr unbedeutender Lasse von Junker einmal vor Jahren Münchhausen schwer gehäuft bat — auch mehr aus Unverstand als aus Bosheit. Münchhausen hat also keinen Vater zu rächen, sondern bestenfalls, wenn er die Sache sehr tragisch nimmt, einen Junker umzubringen. Das tut er denn auch prompt, — aber nicht ettea mit Absicht, ach nein, rein aus Versehen: berm in Wahrheit sollte das von ihm herbeigeführte Duell nicht dem Gegner, sondern ihm selbst das Leben kosten, wie er vorher schriftlich der Frau feines Freundes Sberftein dokament erte. 5>te|? Frau, Lilli, Freifrau von Eberstein, nxrb nun dem Träumer Münchhausen zum Verhängnis. Don ihrem Mann hat er sich gewinnen lassen, auf seinem Schloß als Gast zu weilen: aber da auch Frau Lilli weltschmerzliche AnGießener Stadttheater. Herbert Enlcnberg: Münchhausen. Es gibt Theaterstücke, über die man nicht böse sein mag, selbst dann nicht, wenn ,nan von ihrer eigentlichen literarifd>en Bedeutung b.nm besten Willen nicht allzuviel hatten kann. Und wenn ein Dichter in ein 3ugcä?teert all d je süße Melancholie seiner jungen Jahre bat ci tLenen lassen jenes sich unverstanden Fuhlen, jene-umpfe Wirrnis erst b-i.biertig*r Ge anker u.ro Geachtt, jene Verschlossenheit bei aller heimttchen cc.m sucht nach Liede, dann verzeih: man mancheo. was man sonst nicht leicht vorz?ihm wurdt. -ii- Teutsche gelten in der Welt als lentimental. und zweifellos fängt man uns leicht ein, wenn man und von dieser Seite komnft. Und das hat Herbert Eulenberg in fernem Münchhaue.i reichlich getan. , . , Der Münchhausen Eulenbergs rst eioenttrch ein später Nachfahre Hamlets des Dänen. Eigentlich! Denn von all den Tugenden und Untugenden fernes Vorfahren hat er nur e i n e s geerbt: Einen unter der Maske vorgetauschter — i zba geht Über alles! 4k A Al B XX A *»> S Maggi's Suppen sind aus erstklassigen Rohstoffen kd -J ’J 4 n t'j » Fs '3 hergestellt und von höchstem Wohlgeschmack. Mühelose fej f j V\ rS M Zubereitung Nur noch mit Waffer zu kochen. 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Außerdem kvnrmen führende Persönlichkeiten des politischen und wirtschaftlichen Lebens im Hessen lande zum Wort, um die Notwendigkeit des Bestehens und Gedeihens einerHochschulgesellschaft darzulegen. Wir empfehlen diese Beilagen also nicht nur der Beachtung, sondern einer eingehenden Würdigung. Aus der Provinz. Landkreis Gießen. i£ Ober-Dessingen, 30. Oft. Am Sonntag wurde hier eine Steife von Vo lks bil- du n g s v o r t rä ge n begonnen. Zu der Veranstaltung waren auch die Schulvorstände der Nach- bargemeinden erschienen. Als erstes Thema wurde die „ Fortbildungsschule" von Kreisschulrat F i - scher- Sieben behandelt. Vach Degrübung durch Lehrer Jakob ergriff der Redner Öod Wort und fesselte feine Zuhörer über eine Stunde lang. Der Vortrag, der lebhaften Beifall fand, löste eine rege Aussprache aus. eu. Beuern, 31. Okt. Heute sind die vor zwei Tagen am Dorfeingang erschienenen Z i - g e u n e r mit ihren vier Wagen in der Richtung nach Geilshausen wieder weggefahrem und haben ihre Lagerstätte in einem Zustand zurückgelassen, der aller Beschreibung spottet. Durch das aufdringliche Eindringen in fast alle Hauser des Ortes wurden sie sehr lästig. Man wundert sich, daß die Polizei gegen em solches Treiben der Zigeuner so machtlos ist. 5 Wirberg, 31. Oft. Das Erntedank- f e st wurde in unserem Kirchspiel an den beiden letzten Sonntagen unter reger Beteiligung der Gemeinden gefeiert. Die Kirchen hatten ihre Altäre schön geschmückt und brachten die Gaben des Feldes und Gartens unter Auftagen von Dibelworten zum Altar. Hervorgehoben sollen die Kinder von Beltershain werden, die 2 Lieder bei ihrem Lehrer gelernt hatten und in Beltershain und auch auf dem Wirberg schön sangen. Die Ko lieft en, wie alle Jahre für das Elisabethenstift in Darmstadt bestimmt, ergaben 50 Mk. Kreis Friedberg. * Butzbach, 31. Oft. Rach der Personenstandsaufnahme am 10. Oktober beträgt, der „Butzbacher Zlg." zufolge, die G e s a m t e i n - wohnerzahl der Stadt Butzbach 5414 Personen. Aach Abzug der Insassen der Zellenstrafanstalt verbleiben 4810 Einwohner, von denen 3958 evangelisch, 713 katholisch, 102 Juden, und 37 freireligiös sind. Die Einwohnerzahl bei der Volkszählung am 8. Oktober 1919 einschließlich Garnison und Zellenstrafanstalt betrug 4538 Personen. Die reine Zivilbevölkerung der Stadt Butzbach betrug damals ohne Garnison und Zellenstrafanstalt 3555 Personen, so daß sich unsere Stadt um 1255 Personen vermehrt hat. Kreis Schotten. -i- Schotten, 31. Okt. Die Dezirks- konferenzen der Lehrer des Kreises finden im Monat November in Laubach, IIV ° richstein, Gedern und Schotten statt. Zwei wichtige Tagesfragen: »Der Werkunterricht" und der „Lehrplanent- wurf für die Volksschule" stehen zur Erörterung. EichelSdorf, 31. Oft. In die Herbst- einfamkeit unserer dörflichen Wett gießt sich eben ein Schwarm von Reisenden, die mit behender Zunge und flinker Hand die Fülle des Guten, Schönen und Praktischen preisen, was sie auf „Lager" haben. Man hat seine liebe Mühe und Rot. sich gegen einen Segen zu wehren, der im umgekehrten Verhältnis zu der Magerkeit des Geldbeutels steht und geeignet wäre, das Haus mit Sorgen zu füllen. Aus der bunten Menge des Angebotenen ragen besonders Wein und Seife hervor. '' <*""* n?r- ch Herchenhain, 30. Oft. Der vorige Sonntag war ein Markstein in der Geschichte unseres Kirchspiels, galt es doch, die von der Firma Rinker-S-inn gegossene neue Glocke, sowie die renovierte und mit neuen Prospekt- pfeifen versehene Orgel ihrer Bestimmung zu übergeben. Der Ortsgeistliche Pfarrer von der Au wies in eindrucksvoller Ansprache darauf hin, daß der zur Beschaffung der neuen Glocke nötig gewesene Opfersinn nicht geringer anzu- schlagen sei als der Opfermut, der die alte Glücke einst dem Vaterlande in schwerer Zeit zur Verfügung stellte. In sinniger Weise trugen einige Mädchen des Kirchspiels Schillers unsterbliches „Lied von der Glocke" vor, bei dessen letzten Worten die Glocke in trautem Verein mit ihrer älteren Schwester zum ersten Male erklang. Das Gemeindemilglied Dietz feierte in einem selbst- verfahten Gedicht das wichtige Ereignis. Zur Verschönerung der Feier trugen ferner bei durch erhebende, der Bedeutung des Tages angepaßte Gesänge der Kirchengesangverein Herchenhain, der Männerchor Sichenhausen un£> der Schülerchor Hartman n s ha i n. Lehrer L i st -Gebern zeigte der andächttg lauschenden Gemeinde, welcher 'musikalischen Ausdrucksmittel die renovierte Orgel fähig ist. Der Tag der Glockenweihe wird den Teilnehmern des Festgottesdienst^ infolge seines harmonisches Verlaufes noch lange in guter Erinnerung bleiben. Kreis Alsfeld. o. Alsfeld, 31. Okt. Der Bühnenanbau an der hiesigen Turnhalle geht seiner Vollendung entgegen. Nachdem er im Rohbau fertig ist, wird an der inneren Einrichtung emsig gearbeitet. Auch das Innere der Turnhalle wird augenblicklich neu hergerichtet. Die Arbeiten werden umsomehr beschleunigt, da die Turnhalle, als einziger in Alsfeld vorhandener Saal, bei den demnächstigen Wahlversammlungen stark in Anspruch genommen wird. — Die Alsfelder Iugendherberge, die in dem Gebäude der Landwirtschaftlichen Winterschule am Schnepfenhain untergebracht ist, war im abgelaufenen Wanderjahr von 334 Gästen veiucht. Hiervon entfielen auf Dolksschüler 23, auf höhere Schüler und Studenten 185, und 126 auf schulentlassene Besucher. 241 waren männlichen, und 93 weiblichen Geschlechts. Aus Hessen kamen 118 Gäste, aus Preußen 152, aus Sachsen und Thüringen 52. aus Bayern und Baden je 3, aus Hamburg 4, und 2 aus Danzig. Von den schulentlassenen Besuchern gehörten 57 dem Handwerkerstände an; 45 waren Kaufleute, und 12 Arbeiter. Höhere Schulen und Volksschulen kamen aus Berlin, Worms, Friedberg und Schotten. Außerdem übernachteten 31 jugendliche Turner auf der Rückreise von der Marburger Tagung. Die Zahl der Betten beträgt in der Knabenherberge 15, in der Mädchenher-» berge 7; ferner standen noch eine Anzahl Matra- zenlager zur Verfügung. In Alsfeld besteht eine Ortsgruppe des Verbandes für Deutsche Iugend- herbergen mit 22 Mitgliedern. Starkenburg und Nheinhessen. O Darmstadt, 31. Oft. Wie jetzt erst bekannt wird, ist der Vorstand des Wasserbauamtes Worms, Oberbaurat Becker, am 9. Oktober, abends kurz vor 10 Ufjr, auf der Rhein- strahe bei Worms von zwei farbigen Soldaten schwer mißhandelt worden, so daß er bewußtlos liegen blieb. Der Landeskommissar für das besetzte Gebiet hat im Auftrage der hessischen Staatsregierung den Oberdelegierten der Interalliierten Rheinlandkommis- sion von diesem Angriffe verständigt. Man muß erwarten, daß eine exemplarische Bestrafung der Schuldigen erfolgt und daß der französische Staat dem -UeberfaHenen volle Entschädigung zuteil werden läßt. — In der Gemarkung Offenbach wurden vor einiger Zeit von einem Frankfurter Geologen Pendelversuche ausgeführt, deren Ergebnis angeblich auf Ditumenvor- kommen schließen lassen. Die Stadt Offenbach hat, wie wir hören, bei der Oberen Bergbehörde in Darmstadt Anttag auf Konzession zur Aufsuchung und Gewinnung von Bitumen inner-halb ihrer Gemarkung gestellt. An eine baldige Inangriffnahme der Schürf- und Bohrarbeiten ist dabei jedoch nicht gedacht. Die Stadt will vielmehr lediglich verhindern, daß ihr etwa andere Interessenten zuvorkommen Formten. Kreis Wetzlar. * Wetzlar, 31. Oft. Gestern abend erfolgte in einem Hause der Röchlingkolonie eine Gasexplosion, die leicht schwere Folgen hätte haben können. Der Dorbesiher einer Wohnung fette beim Wegzug die Zimmerlampe abgeschraubt, den Haupthahn zwar gesperrt, die Ab- schrauböfsnung selbst aber nicht abgedichtet. Dadurch kam das in den Zwischenleitungen befindliche Gas zum Ausstt'ömen und explodierte, als der neue Wohnungsinhaber mit offenem Licht den Raum betrat. Der Mann erlitt glücklicherweise nur ungefährliche Brandwunden, mußte aber trotzdem in das Krankenhaus eingeliefert werden. — Die hiesige Polizei stellte eine Schwindlerin fest, die durch unwahre Angaben mehrere Geschäftsleute zur Hergabe von Waren auf Borg veranlaßt hat. Die Schwindlerin verschwieg, daß die Waren für sie selbst bestimmt waren und gab andere geachtete Mitbürger an, in deren Auftrag sie die Waren zu entnehmen beauftragt sei. Durch nachträgliche Erkundr- gungen erfuhren dann die Geschäftsinhaber, daß sie geprellt waren. Die erschwindelten Waren konnten den Geschäftsleuten restlos wteser geschafft werden. Hessen-Nassau. bl. Dillenburg, 31. Oft. Die Waulund Klauenseuche hat weiter um sich gegriffen. In Gehöften der Gemeinden Herborn- seelbach, Hörbach und Arndorf hat man sie ebenfalls amtstievärztlich festgestellt. S. Frankfurt a. M., 31. Oft. Stadtverordneter Lion, Mitglied des Kommunallandtages, hat zur nächsten Tagung des Kommu - nallandtagcs folgende Anftage eingebracht: „Ist es der Bezirksverwaltung bekannt, daß sich das Projekt einer Hochspannungsleitung in Vorbereitung Befindet, bei dem zur Aufstellung von Riesenmasten eine gradlinige Schneise von 60 Meter Breite in der ungefähren Luftlinie Mainz—Höchst quer durch die schönsten Waldpartien des TaunuS geschlagen werden soll? Was gedenkt der Landeshauptmann zu tun, um die zu befürchtende Schädigung der Taunuswälder und eine- Deein- ttächtigung deS Landschaftsbildes unseres Regierungsbezirkes zu verhindern und mindestens zu erreichen, daß das Unternehmen mit den berechtigten Forderungen des Heimat- und Naturschutzes in Einklang gebracht wird?" ES ist allerdings die Frage, ob sich daS verarmte Deutschland den Luxus leisten kann, sich durch landschaftliche Bedenken an der restlosen Ausnutzung aller technischen Hilfsmittel hindern zu taffen, aber vielleicht läßt sich, ein Weg finden, der das Legen der Leitung ermöglicht, ohne daß gerade die schönsten Sttecken des TaunuS verunstaltet werden. Umstellung der Post aus Reichsmark. Infolge des 3nfrafttreten3 der neuen Währungsgesetze stellt nunmehr auch die Deutsche R e i ch s p o st ihr Kassen- und Rechnungswesen vom 1. November 1 924 auf Reichsmark um. Von diesem Tage an gelten alle Einnahmen und Ausgaben für die Verrechnung als auf Reichsmark lautend. Soweit zu erhebende oder zu zahlende Deftäge noch nicht in Reichsmark festgesetzt sind, oder noch nicht in Reichsmark erhoben oder gezahlt werden, werden die Reichs- pvstkassen die gezahlten oder erhobenen Be- träge zum Zwecke der Buchung in Reichsmark umrechnen. Alle für das laufende Rechnungsjahr bereits verrechneten Beträge gelten als in Reichsmark verrechnet Alle Empfangsbestätigungen werden die Reichspostkassen vom 1. November an in Reichsmark leisten. Zur Einzahlung auf Postanweisungen sind, gleichgültig ob diese über Rentenmark, Reichsmark oder Dill.- Mark lauten, alle zu Zahlungen an Postkassen zugelaffenen Zahlungsmittel anzunehmen. Zu Auszahlungen von Postanweisungen, die über Rentenmark lauten, sind außer Rentenmark auch die sonst vorhandenen Zahlungsmittel zu verwenden. Die Postvermerke in Postanweisungen nach dem Ausland werden vvm 1. November an in Reichsmark ausgefertigt. Postanweisungen aus dem Ausland werden vom 15. November an im allgemeinen auf Reichsmark lauten und, soweit sie noch auf Papiermark lauten, in Reichsmark nach dem Verhältnis von einer Billion Papiermark gleich einer Reichsmark ausgezahlt. Haben Sie das Wunder schon gesehen? t 8330 ss yHat man Ihnen noch nicht davon erzählt? Der 3. 4. Gans. 84880 024713 Der Vorstand. 1924. 84820 _______ HKNMA y" 16 20 2 16 172 1 3 1 0,85 Fstm. 0,46 „ 8.22 „ Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abt. A wurde eingetragen: Am 24. Oktober 1924 bei der Firma Magnus & Co.» Gießen: Wilhelm Weiß ist mit Wirkung vom 1. Oktober 1924 aus der offenen Handelsgesellschaft ausgeschieden und diese erloschen. Das Geschäft ist auf Wilhelm Magnus unter ttebernahme der im Geschäfte begründeten Forderungen und Verbindlichkeiten übergegangen, der es als Cinzelkaufmann unter der seitherigen Firma toeiterbetreibt. Am 29. Oktober 1924 bei der Firma Vereinigte Stempelfabriken Gelnhausen- Gießen I- Bergeon u. I- Kreuter, Gießen: F au I- Bergeon Witwe, jetzt verehelichte Minna Körner in Gelnhausen ist aus der offenen Handelsgesellschaft ausgeschieden und diese erloschen. Der Joseph Kreuter Eheftau, Erna geb. van der Leck zu Gießen ist Einzelprokura, den Kaufleuten Jakob Haas zu Gießen und August Wagner daselbst ist Gesamtprokura erteilt. Die Firma ist geändert in Gießener Stempel- und Farbenfabrik Joseph Kreuter zu Gießen. Gießen, den 30. Oktober 1924. 85628 Hessisches Amtsgericht. Ort, wo es sich zeigt, ist stets von einer dichten, heftig debattierenden Menge umlagert. „In einem Schaufenster schwebt an feinen Drähten eine gewöhnliche Kaffeekanne, welche die Merkwürdigkeit besitzt, unaufhörlich ihren wohlschmeckenden Inhalt in eine darunter aufgestellte Tasse zu ergießen — 4. „ 5a. Kiefernstämme 3. 4. 5. Eichenstämme 2. 3. „ 4. und wird nicht leer.« Was bedeutet das? Ein Wunder?-- Nein, nur ein sinniges Symbol, mit dem wir der geschätzten Hausfrau und Hüterin der Küchentradition vor Augen führen, daß auch ihre eigene Kaffeekanne und ihr Kaffeevorrat das Merkmal der Unerschöpflichkeit aufweisen, wenn das Getränk richtig, Bekanntmachung. Grundstiicksverpnchtung. Donnerstag, den 6. November d. I., vormittags 87, Uhr beginnend, läßt die Stadt Gießen am alten Krofdorferweg und Leimenkäuterweg ca. 40 Grundstücke von je 625 qm für kleinere Landwirte und ca. 40 Grundstücke von je 500 qm, für Schrebergärten geeignet, öffentlich meistbietend an Ort und Stelle auf 6 Jahre verpachten. 8561B Die Zusammenkunft findet um 8x/t Uhr bei der früheren Gail'schen Wollspinnerei (Schützenstt.) statt. Gießen, den 31. Oktober 1924. Der Oberbürgermeister. 3. D.: Dr. Seid. Julius Bach, Plocksttaße 1, Ecke Seltersweg = 17,52 = 13,03 = 1,39 — 8,63 = 47,45 = 2,52 = 4,05 = 1,43 Holzsubmission. Die Gemeinde Hattenrod verkauft auf dem Submissionswege Holzsubmission Aus den Waldungen der Gemeinde Großen-Duseck soll nachstehendes Nutzholz im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden: 20 St.Fichtenstammholz 3. Kl. = 25,90 Fstm. 43 » „ 4. „ =44,41 „ 88 „ „ 5a-„ =57,44 „ Das Holz ist im Winter 1923 gefallt, entrindet, jedoch mit Rinde gemeffen. Angebote sind in Goldmark nach Klaffen ge- ttennt pro Festmeter bis zum Dienstag, dem 4. November d. I., mittags 1 Llhr, bet unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, wo anschließend die Eröffnung stattfindet. DieDerkaufsbedingungen liegen auf der Bürgermeisterei zur Einsicht offen und werden vor dem Termin bekannt- gegeben. Auf Verlangen wird das Holz durch Förster Wagner vorgezeigt. Großen-Buseck, den 29. Oktober 1924. Hessische Bürgermeisterei. Annerod, den 29. Oktok Bürgermeisterei Ar Horn. Allg. SWet MMMlN. SiMIÄMMMS Montag, den 3. November nachmittags 5 Nhr Westanlagc 43 (BezirkSschnle). Wichtige Beratungen! Eingcfübrte Gäste willkommen. 5a- 5b- „ 42,55 Derbstg. Fichte 23,93 „ Das Holz ist im verflossenen Winter gefallt und entrindet worden, jedoch mit 2Uude gemeffen, ausschließlich der Stangen und zirka 4 Festmeter Dürrholz. Vorherige Besichttgung erwünscht. Spätere Einwendungen werden nicht berücksichttgt. Angebote sind in Goldmark getrennt nach Sortiment und Klaffen mit der Aufschrift „Holzsubmisston" bis spätestens Dienstag, den 4. November, nachmittags 2 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen. E. Balke Wwe., Stephansttaße 42 5. Konrad Dender, Walltorstraße 4 6. Edgar Borrmann, Neustadt 11 7. Robert Haas Nachflg., Inh. Georg Falkenstein, Seltersweg 18 8. Carl Frensdorf, Neustadt 1, Ecke Bahnhofstraße Bürgermeisterei Hattenrod. N e e b. 8547D 9. Jakob Heilbronner, Marktstraße 17 10. H. Kaeß Nachflg., Inh. Wilhelm Horn, Kreuzplatz 15 11. Jakob Knieling, Bleichstraße 18 12. Jakob Maternus, Klinikstraße 22, Ecke Frankfurter Strafe 13. Neustadtdrooerie I. W. Kurz Nachflg., Inh. Hans Noll, Neustadt 28 14. Heinrich Noll, Mäusburg 7 15. Adolf Plack, Neuen Baue 17 16. A. Salomon & Co., Schulstrafe 4 17. I. M. Schulhof, Marktsttafe 4 18. August Wallenfels, Marktplatz 17 19. Gebr. Weil, Neustadt 10 20. Commerz- und Privat-Bank, Bahnkos- sttaße 48 y 1 21. Mitteldeutsche Credttbank, Johannes- sttaße 17 22. Darmstädter und Nationalbank, Iohannessttaße 1 23. Discontogesellschaft, Plocksttaße 13 24. Handels- u. Gewerbebank, Ostanlage 35. Wer Wohltätigkeit üben will, wird dringend gebeten, Bettlern, auch bettelnden Kindern, kein Geld, sondern einen derartigen Scheck zu geben. Der Scheck weist den Bettler an, sich an die darauf angegebene Stelle zu wenden, wo unverzüglich nachgeprüft das heißt mit echtem „Webers Carlsbader" zubereitet wird. „Webers Carlsbader« spart, ohne Beeinträchtigung des Wohlgeschmackes, lediglich durch volle Ausnutzung aller aromatischen Teile der Kaffeebohne. Verlangen Sie stets das echte Carlsbader „mit der Krone«1 Otto E. Weber, G. m. b. H., Radebeul-Dresden. Zchneider-ZMMgsmmmg des Kreises (Biegen Mittwoch, 5. Novbr., abends81/, Uhr, in der Gewerbeschule [“^d MesM für die Schneiderinnen Das Erscheinen eines jeden Mitgliedes ist dringend erwünscht. Der Vorstand. Behördliche Anzeigen Bekanntmachung. Bettifft: Wohlfahrtsscheckdienst. Zur Bekämpfung der gewerbsmäßigen Bettelei und zur besseren Hilfeleistung in Fällen wirklicher Not ist bei dem Städtischen Wohlfahrtsamt ein Wohlfahrtsscheckdienst eingerichtet. Ein Wohlfahrtsscheck kostet 5 Pf. und kann in Heften zu 10 Stück für 50 Pf. von jedermann an folgenden Stellen gekauft werden: 1. Wohlfahrtsamt, Gartensttaße 2, Erdgeschoß, Zimmer Nr. 8 und bei folgenden Geschäften und Banken: 2. Fa. Heinrich Arnold II., Inh. Ludwig Schmitt, Kaiserallee 19 Frau Simon Gießen, Mühistr. 5I! Gesichtsschönheitspflege und Körpermassage ~ Hühneraugen - Operationen auf beste Stadtlage vergibt Jsh. M. Weber, ßmksurt o. Main Mendelssovnltrake 69 5891sb Äi Fichtenstämme: 3. Klaffe 4. Das Holz ist mit Rinde gemeffen, aber entrindet und stammt aus der Winterfällung 1923/24. Angebote sind in Goldmark mit der Aufschrift „Holzsubmission" bis spätestens Donnerstag, den 6. November ds. IS., nachmittags 4% Llhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Tage. Gegen ausreichende Sicherheit kann die Zahlung des Kaufpreises auf Raten gesetzt und gestundet werden Nähere Bedingungen werden vor Beginn der Submission bekanntgegeben. Odenhausen, den 31. Oktober 1924. Hessische Bürgermeisterei Odenhausen. ______Nachtigall. 8569V Bullenverkauf. Die Gemeinde Annerod beabsichtigt einen gut genährten Simmentaler Bullen auf dem Wege des schriftlichen Angebots zu verkaufen. r pro Zentner Lebendgewicht find bis Dienstag, den 4. November, nachmittags 2 Ahr, auf der unterzeichnen Bürgermeisterei einzureichen, wo- selbst dre Bedingungen bekanntgegeben werden. wird, ob wirkliche Not besteht. Zuttef- senden Falls greift die öffentliche Unterstützung ein, und es wird überdies eine Zusatzunterstützung in geeigneter Form aus den Mitteln gewährt, die dem Scheck- dienst durch den Berkaus der Schecks zu- fließen. Die Höhe der Unterstützung richtet sich nach der Bedürftigkeit, nicht nach der Zahl der vorgezeigten Schecks. Gießen, den 29. Oktober 1924. Der Oberbürgermeister (Wohlfahrtsamt) _____________Dr. Frey._______85838 Holzsudmission. Aus den Waldungen der Gemeinde Odenhaufen soll nachstehendes Nutzholz auf demEubmissionswege vergeben werden: Fichtenstämme 3. Kl. 11Stck.= 18,05 Fstm. Mail doh WkihnMblMen. Die Gemeinde Rüddingshausen verkauft auf dem Submissionswege gegen Barzahlung zirka 600 Stück Weihnächte, bäume. Preisangebote pro Stück bis 1 m Höhe, über 1 m bis 2 m Höhe und über 2 m Höhe sind bis Dienstag, den 4. November, nachmittags 3 Llhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzu- reichen, woselbst die Angebote eröffnet werden. Dor der Eröffnung werden die Bedingungen bekannt gegeben. Nähere Auskunft erteilt Förster K a l b e r l a h hier Bürgermeisterei Rüddingshausen (Post Londorf). ___________Müssig.______8537D Mlsigs IMib Zwergobst, Neerenobst, Ziersträucher empfiehlt Wilhelm Belte, Lich. 8421V Telephon 12. 30 Gießener Konzertverein Statt Karten 8417c Ball! Konzert! Ostanlage 12 024718 r 8586V Lich, den 31. Oktober 1924 8523c r r Pfennig. Generalmajor a. D. Mohr Derwaltungs-Insp. Muhl Rechtsanwalt Luley Frau Stadtverordnete Biermann Frau Naumann, Vorsitzende des Allg. Deutsch. Frauenvereins Landger.-Dir. a. D. Praetorlus Kaufmann Otto Rathschlag Rentner Christian Reiber Fustizrat Dr. Rosenberg Prov.-Rabbiner Dr. Sander Rentner Christopf Schmidt Stadtverordn. Theod. Schmieder Fabrikant Eduard Silbereisen 85700 Meine Verlobung mit Fräulein Anne-Marie Rinn beehre ich mich anzuzeigen Fritz Rehnelt Reallehrer Hebermehl Stadtverordneter Kirchner Prov.-Rabbiner Dr. Hirschfeld Frau Stadtverordnete Kramer Geh. Klrchenrat Prof. Dr. Krüger Prof. Dr. Meigen Geh. Iustizrat Prof. Dr. 8570V Mitterm aier Die Verlobung ihrer Kinder Anne-Marie und Fritz geben bekannt H. W. Rinn tu Frau Marie geb. Volkmann Fr. Rehnelt u. Frau M inna geb. Abendroth Für Ihre Kinder haben Sie bestimmt alles übrig, denn sie bilden das kommende Geschlecht, auf das sich Ihre Hoffnung richtet. Die hygienische Herstellung and unser Klmverfahren sind die Unacht dm Schwan im Blaaband« von Kindern mit Vorliebe als Brotauf- strich getreuen wird, und SU können ihnen so viel Butterbrote geben, wie SU wollen, weil dies nicht nar der geringe Preis der Feinkostmargarine „Schwan im Blauband» ermöglicht, sondern diese auch durch ihre leichte Verdaulichkeit sich besonders für dU Kinder eignet Preis 50 Pfennig bekannten Packung. Für die anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank Carl Schwenk und Frau Marie geb. Merle Eintritt ' Geistl. 'Rat Dekan Bayer Pfarrer Bechtolsheimer Reg.°Baurat Berti) Generalmajor a. D. Bethcke Landgerichts-Dir. a. D. Bücking Iustizrat Dr. Grünewald Landger.-Präs.a.D.Dr.Güngerich Gießen, den 1. November 1924 Senckenbergstraße 6 des Herrn Provinzial-Direktors a. D. Geh. Rat Dr. Best in Darmstadt. 1. Die 3. Steuernotverordnung und der gegenwärtige Stand der Umwertungsfrage. 2. Freie Aussprache. Alle Inhaber von Hypotheken, Obligationen, Sparkassengut. haben, Lebensversicherungen, Reichs-, Staats-, Kriegs- und Stadtanleihen werden zu diesem Dortrage eingeladen. Statt Karten! Für die uns, anläßlich unserer Vermählung, erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir auf diesem Wege unfern herzlichsten Dank Moritz Rotzmann Hedwig Rotzmann geb. Hetz Düsseldorf, den 1. November 1924 Gesunder Junge angekommen! Josef Mobs und Frau Hetty geb. Sieger Gießen, den 28. Oktober 1924 . .... der Kinematographie Sn ließen llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Plastigramm (Der Film der dritten Dimension) mit Filmbildern, die »ins Publikum dringen« und lauteste Lachsalven auslösen außerdem: Ber Weg zu Sott oder Das Schicksal des Thomas Bali ein ernster Film in 5 Akten Hess. Bilderbühne Lindenplatz. Heute und Sonntag ab ö Uhr: Oktober-Fest Die berühmte Andreas-Hoter-Truppe Reichhaltige Abendkarte Bierpalast „teMrär Spezial-Ausschank WIIWWMMIW Montag, den 3. November, abends 8 Uhr, in der neuen Aula der Universität WMM M WM HIIHIHh 11H Ih H1111111111111 Ifi III n Sonntag, den 2. November 1924 findet im Saale zur Deutschen Eiche unser Winterfest statt, wozu Freunde und Gönner herzlichst eingeladen find Erstes Konzert Sonntag, 2. Nov. 1924, nachm. 5 Uhr, in der Universitäts-Aula: Maria Fas-MM Sopran Am Klavier: Dr. R. Engländer vom Dresdener Landestheater. Arien und Lieder von Martini, Händel, Mozart, Bellini, Brahms u. a. Eintrittskarten: Mk. 5.-, 4.—, 3 - und 2.- bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten Mk. 1.- beim Hausverwalter der Universität gegen Vorzeigung der Ausweiskarte Die bestellten Abonnements können abgeholt werden Ehemalige Angehörige des 0,4669 : MN-WMIlSMSMM r (Äutb.) Ur. 80 « ' und aller von btefem Regiment ausgestellten Forma- * . , Honen werden zwecks Gründung einer Ortsgruppe des ♦ - > Verbandes ehemaliger 80er gebeten, ihre Adresse zu * \ > senden an ♦ < • Aud. A-hr, »letzen, Voethestratze 27, 1. Stage. J üllMAeuallerArl (feiert in jeöergewflnfdjten Jos. Schwab, Besitzer: &ldolf Sauer 024719 Eröffnung . demnäeffft der reizenden Komödie: komischen Oper Akte Zell alten L30 Sittenfilm in Bestien Spannender Fi Dodo als Stierk. Eine der besten Grotesken i NmwMn null -leiWei SösreiiWliec reivüiliSrn | SLiöerieiödjen WmWN 5 fimyMJ. Merke: Televbon 240 f. 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Im Namen der Tieftrauernden: Karl Schneider und Frau Lina geb. Klingelhöfer. Gießen (Wettergasse 5), 1. Nov. 1924. Beerdigung: Montag,den 3. November, nachmittags P/2 Uhr vom Portale des MM Die tieftrauemden Hinterbliebenen: Ludwig Damm XL und alle Angehörigen. Reiskirchen, Beuern, Alten-Buseck, Coblenz, den 31. Oktober 1924. Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 2. November, nachmittags 1/22 Uhr, statt. 8582V Die Vorstände. Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Diplom-Kaufmann Dipl.-Handelslehr. Gießen, Bleichstr. 5 A lleinigeHandelsschule am Platze, deren Inhaber Schulleiter, Lehrer und Fachmann Ist. Noch täglich Aufnahme für die neuen Kurse ,8536a Prospekt frei. Am Donnerstag, dem 30. Oktober, verschied nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden in der Klinik zu Gießen meine unvergeßliche Frau, unsere treusorgende Mutter, Tochter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin, Tante und Gote Frau Margarethe Damm / Aalaatoien X f zu den begonnenenX ' Fanßelx-Kursea finden noch bis Anfang November statt Vogteche \ Handelsschule / \O Oieüon A/ stra^X Die tieftrauernden Eltern: Heinrich Opper und Frau. K Wieseck, den 1. November 1924. Unsere liebe, gute Mutter Frau Emilie Geller Ww. geb. Köpper wurde heute nachmittag 3 Uhr von ihrem qualvollen Leiden erlöst. In tiefem Schmerz: Familie Heinrich Geller Familie Edmund Richter Familie Willy Geller Milly Geller Familie Robert Geller Jetty Geller. Gießen (Wilhelmstr.47 III), Coblenz a. Rh., den 30. Oktober 1924. Die Beerdigung findet am Montag, dem 3. November, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 8531D geb. Müller im Alter von 52 Jahren. Statt Karten. Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme und überaus zahlreichen Blumenspenden und Beileidsbezeigungen bei dem Heimgange unseres geliebten Entschlafenen, des Ludwig Ledermann sagen wir auf diesem Wege allen unsern herzlichsten Dank. Insbesondere herzlichen Dank dem Herrn Dechant für die trostreichen Worte am Grabe, den Schulkameraden, seinen Mitarbeitern und dem Radfahrer-Verein für die Kranzniederlegungen. Die tieftrauernden Hinterbliebenen Familie Hermann Ledermann-Stengler. Familie Robert Jensch. 8590V Lieh, den 1. November 1924. Futterkalk Sauwohl Rassol Dörrens Ungeziefersalbe für Menschen u. Tiere ungiftig empfiehlt 8312V Ito-Drogerie Gießen 39 Seltersweg 39 Inh. W. Wsldiehaldt Apotheker Vortrags-Vereinigung Gießen. (Goethe-Vund, kaufmännischer Verein, Ortsgewerbeverein) Wir verweisen nochmals aus den Vortrag der Herrn Gouverneur; a. v. von Veutschostasrika Dr. Schnee der heute abend in der Univerfitäts-Aula ftaltfindet, und bitten um Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme und die überaus zähl' reichen Blumenspenden und Beileidsbezeugungen be* dem Heimgang unserer geliebten Tochter Emilie sagen wir auf diesem Wege allen unseren tiefgefühltesten Dank. Insbesondere aber danken wir Herrn Pfarrer Schultheis für die trostreiche Grabrede und Herrn Lehrer Burk für den warmen Nachruf. Auch der Schulklasse, dem Turnverein und ihren Spielkameradinnen danken wir herzlichst für die letzte Dlllenlwi 186. Bodbelm a. d. Bisher 16 KlnderschOrzeni Bahnhofstraße 44 ---- 8600a ißt stets frisch gebrannt abunserem Werk am Bahnhof in Bieber oder per Waggon, Lastenzug und Fuhrwerk frei Baustelle zu haben. 6451V Menz & Schlierbach G. m. b. H., Dillenburg Zum Andres Sonnenstratze 0,4748 Sonnenstrahe Ab 1. November Konzert des beliebten IWW-HWKAft »EM Guter bürgerlicher Mittag- und Abendttsch Eigene Schlachtung. Spez.-Aussch. Auerhahn Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Kindes Robert sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank. Preiswert® Hausschürzen Ze" In nur guten Qualitäten 2.35,2.90,3.40 iisw. bis 0.90 *”*.***• | C. Röhr & Co. Sonntag, 2. Hot)., abends 8 Uhr im Konfirmandensaal iLiebigstr. 56) Zamilienabend der rokasgemeinöe Dortrag des Herrn Dr. Werner Bock: Reiseeindrücke in Sizilien". Musikalische und gesangliche _________Darbietungen. 8602V WWM1U Welt Das für den 26. Oktober geplante West Mel m 9. w. W Die bereits gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit. Sämtliche Artikel der Herrenbekleidung Sakko-Anzüge, Sport-Anzüge, Ulster und Schlüpfer Paletots, schwere und halbschwere, Lodenmäntel und hppen, Gummimäntel und Windjacken, Hosen Phantasie- u. Stoffwesten, Jünglings-Anzüge, Ulster und Schlüpfer, Kinder-Anzüge, Ulster und Schlüpfer kaufen Sie in gediegener Auswahl und sehr preiswert bei H. 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Die Beerdigung findet Sonntag, den 2. November, nachmittags 3 Uhr, in Großen-Linden statt. vorm. Otto SohaaL .258 Drittes Blatt GiehenerAnzelger (General-Anzeiger für Dberheffen) Am Vorabend des Krieges. Aus den Tirpitzdokumenlen: Das Kolonialabkommen mit England. — Berliner Chaos. Don Professor Dr. Fritz Kern, Bonn. Die Letzten Jahre vor dem Krieg haben eine fühlbare deu t sch - en g l ische Entspannung gebracht. Sv grausam d ese Tatsache heute für deutsche Ohren klingt, niemals war das deutsche Doll näher am Ziel, seine gewaltigen natürlichen Kräste frei im friedlichen Wettbewerb als ebenbürtig anerkannte Weltmacht zu betätigen. Die Kriegsgefahr schien sich nach allgemeinem Eindruck immer mehr aus dem deutsch-englischen Verhältnis zu entfernen, Heber die tieferen Gründe dieser günstigen Gestaltung in jenen glücklichsten Jahren unsrer Entwicklung sind die Ansichten noch geteilt. Tirpih ist überzeugt, daß di« mächtigen Fortschritte der deutschen Flotte in jenen Jahren England immer mehr zu der Ansicht brachten, dah der Zeitpunkt zur Äiederwer- fung des Aebenbuhlers im Weltgeschäft endgültig verpatzt und eine friedliche Derständi- gung von Gleich zu Gleich vorzuziehen sei. Dte Gegner von Tirpih meinen, dah die Entspannung nicht wegen, sondern trotz der deutschen Flotte zustande gekommen sei. An der Tatsache jener deuisch-englischen Annäherung aber kann niemand mehr vorbeisehen, seit die Dokumente des Tirpitzwerkes vvrliegen, die den Glanz, die Würde und Wohlfahrt Deutschlands in jenett Jahren in ergveifender Gröhe aufweisen. Im Februar 1912 hatte K i de rlen - W äch- ter geäußert: „Ich bin ein Gegner von Tirpih, weil ich fürchte, dah seine Politik uns den Krieg mit England bringen wird." Im Dezember 1912 «ber, als diese Tirpihsche Politik durchgesetzt war, schrieb Kiderlen: .Jetzt sind die Engländer so zahm, dah sie mir aus der Hand fressen." Dazu bemerkt Tirpih: „Kiderlen konnte also mit drnn attach- in London an Tirpih, wie ihm Churchill bei einem Königsgeburtstagsessen in der Admiralität seinen Gedanken erllärt habe: .Teilweise etwas phantastische Betrachtungen über die Holidayjahre", wobei mir an d.-r gestraften Tapete des Enlpfangszimmers die fetten und Die mageren Jahre klargemachl wurden." Der Vorschlag hätte die Ausführung des deutschen Flott eng cs chcs zu Fall gebracht, er wurde indes in England selbst und in den übrigen flottenbauenden Ländern nicht ernst genommen, so dah cs'Deutschland erspart bl.eb, in unerfreuliche Erörterungen darüber einzutreten. In der ermähnten Unterredung hatte Church ll üb.igers, wie der Attache schreibt, bemerft: „Iberöe fern Vorschlag von uns nicht angenommen, so werde er das keineswegs übelnchmen " Was das deutsch-englische Kolonial- abkommen betrifft, so dauer.e baS Mißtrauen zwischen Auswärtigem Amt und R ichcm lrineamt auch in dieser Zeit an. Don einem ftüten Kampf zwkschen Diplomaten und Mil'ttarS zeugt auch, was der Marineattachs aus der Londoner Botschaft nach Hause schrieb. Sin tiefes Mißtrauen herrschte zwischen ihm und dem strebsamen Dot- schaftsrat v. Kühlmanrr, dem späteren Staatssekretär deS Auswärtigen. „Unter den Diplomaten verstehe ich hier Kühlmcmn", schreibt der Attache z. D. im September 1912 an Tirpih: .Denn alles andere ist Aull." Kühlmann arbeitete an dem Abschlutz dos großen deutsch-englischen Kolonialabkvmmens, das die Grund big? der endgültigen Freundschaft zwischen den Herden Weltmächten bilden sollte. Kühlmann, den Tirpih alS den eifrigsten Unterhändler der deutsch-englischen Verständigung seit Eckardstein bezeichnet, fühlte sich alS eigentlicher Vater des Kolonialabkommens, das im Juli 1914 zur letzten Unterschrift bereit lag, als der Krieg ausbrach. Man verfolgt in den Tirpihpaplereir das allmähliche Entstehen des großen diplomatischen Werks, zugleich auch das Mißtrauen. das der Attache nicht los wurde, Kühlmann wolle dabei die Flotte opfern. „Erfahrungsgemäß", so schreibt der Attache Erich v. Mül le r, „seht, wenn die Tmtendiplomaten etwas erreichen wollen, die Konzessionsmacherei ein. 5>a England umsonst niemand etwas abzibt. wird man auf der Hut sein müssen, datz feine Bedingungen gestellt und von unfern Diplomaten vertreten werden, die die kaiserliche Marine nicht akzeptieren kann." Bon einem Besuch in England konnte Prinz Heinrich von Preußen feinem k iserliä-en Bauder einen hoffnungsreichen Bericht schicke.*, der sich heute wie eine Legende aus dem goldnen Zeitalter lieft „Die ernstlichen Frie ensbestteban- gen Deiner Regierung", so heitzt es darin, „tre.öen in vollstem Matze anerkannt. Wenn Du selbst, Georgie sowie Aicky (der englische König und der russische Kaiser zusammen bestrebt wären, den Fchcden aufrechtzuerhalten, so wäre keine ernsthafte Gefahr vorhanden." Aber im Juni 1914, als zum erstenmal feil Bestehen der Tirpihschcm Flotte ein englisches Geschwader zur Kieler Woche erschien, wie um die neue Freundschaft zu besiegeln, h eit gleichzeitig der englische Botschafter in Pc'e.s- burg eine Aede, worin er den bevorstehenden Abschluß einer gegen Deutschland gerichteten e n g l i s ch-ru s s i sch en Marinekonvention feierte. Sir Edward Grey wollte, wie der Kaiser mit bezeichnendem Ausdruck schrieb, .zugleich mit den Hunden jagen und mit dem Hasen laufen." So schuf er, ohne den Krieg selbst zu wollen, jene gefährliche europäische Lage, mit deren Schilderung Tirpih den Band schießt. Erfolg der von ihm vergeblich bekämpften und verdächtigten Politik anscheinend doch recht zufrieden sein." Das allgemeine Erfühl herrschte jedenfalls in Deutschland, dah wir „über den Berg seien". ES ist im Rohmen eines kurzen Artikels natürlich nicht möglich, diese größte Frage unsrer BvrkriegSgeschichte zu lösen. Jedermann ist nun ja auf Grund der von Tirpih veröffentlichten Akten, welche die Ansichten seiner Eigner tote di« seiner Anhänger in lebendiges Wirkung unb Gegenwirkung aufweisen, in der Lage, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Hatte Lloyd George recht oder nicht, toemi er im Avvember 1914 erklärte: „Als dieser Krieg ausbrach, standen wir in besseren Beziehungen zu Deutschland als seit 15 Jahren." Wie weit war England ehrlich, als es uns jene gewaltigen kolonialen Rechte einräumen wollte, die im Juli 1914 als unterschristsfertige Verträge Vorlagen? Wie weit war es dem Deutschen Reich in seiner damaligen Vollkraft möglich, bei Vorsicht iger Behandlung Rußlands ferne unabsehbaren Zuftrnstsaussichten friedlich auszubilden? Tirpih sah die Gefahr nur im mangelnden Go- schick der Reichsleitung. Er führt einen Ausspruch an, den Ha lda ne aus der Zeit seines Berliner Besuchs in Erinnerung behielt: „Wenn Sie in dirstm hvchvrganisierten deutschen Doll zur Spitze aussteigen, ftnden Sie nicht nur Konfusion, sondern ChavS." „Die Hnentschlossenheit des Kanzlers," so fährt Tirpih fort, „bildete eine Verstärkung ber uns umgebenden Gefahren, da man auch bei künftigen Krisen ein Chaos erwarten muhte. Es war ein Verhängnis, dah der Kaiser eine Persönlichkeit Im Amte behielt, von der er einen fast pathologischen Eindruck erhalten hatte. Mir selbst war es am wenigsten möglich, Schritte zur Beseitigung des Kanzlers zu unternehmen, dessen Unzulänglichkeit allgemein erkannt worden war. Gerade ich muhte mich zurückhalten, um nicht Mißdeutungen ausgesetzt zu sein. Mein Urteil über Bethmanns Befähigung war ja bekannt. Freilich die Stärke des Reichs war in jenen Jahren so grob, dah sie auch ein erhebliches Matz von Unbermogen in leitender Stellung ertragen zu können schien." Die deutsch-englische Entspannung drückte sich aus einerseits in dem Abschluß von Ablommen über die Einflußsphären und Anwartschaften beider Länder in Afrika und im Gebiet dey Bagdadbahn, anderseits in der beiderseitigen Annahme des Flottenverhältnisses 10: 16, unb damit im Erlöschen der Flottcnpaniken und aufrege.rdea Vergleiche. Der Erste Lord der Admiralität, Winston Churchill, brachte 1913 allerdings einen neuen Vorschlag auf, den des fogenannten Rüstungsfeierjahres (Aaval Holiday), d. h. für bestimmte Zeitperioden sollten die sämtlichen Seemächte ihre F.ottenbauten unterbrechen. Am 4. Juni 1913 berichtet der deutsche Marine- Eine Balkanreise. Am Goldenen Horn. — Der Ausstieg Bulgariens. Eigener Drahtbericht des .Siebener Anzeiger." Aachdruck verboten. III. AbendS um 11 Uhr lichtet unser Schifflein die Anker und sticht in See. Das Blinkfeuer von Warna bleibt allmählich hinter uns. — Aus Deck haben wir es uns gemütlich gemacht. Strohsäcke wurden herbeigeschleift und nun legen wir uns hier oben in diesem wundermilden Hauche zur Ruhe. Ganz leicht schaukelt das Schiff, die Bugwellen fingen ihre alte Weise und lullen uns allmählich ein. Am anderen Morgen erwachen wir in Burgas. Erst abends fahren wir weiter. In der Zwischenzeit wird eifrig gebadet und allerhand Unsinn getrieben. Als wir abends dann zur Ducht von BurgaS hinausfahren, da bläst ein netteS Lüftchen und unser Schifflein schaukelt ganz anständig. Immer toller wird es. „Aber Mensch, wie schaust du beim aus?" fragt plötzlich ein Kollege einen anderen. „Mir, — mir ist — gar nicht — gut“ antwortet der, und schon ist er mit einem Satz an der Bordwand und — „schaut umflorten Auges in die Flut". Die anderen lachen. Aber einen nach dem andern ereilt das Geschick. Erst am frühen Morgen des anderen Tages, da wir in den Bosporus einfahren, wird die Sache etwas besser. Grvhe Lust, die Schönheit der Umgebung zu bewundern, hat allerdings keiner, zumal uns der Regen unter Deck treibt. Erft als Konstantinopel näherkommt, Rettern wir wieder hinauf. Dillen und Paläste stehen zu beiden Seiten am Strand oder ziehen sich die Hänge hinauf, umrahmt von Duschwald und Zypressengruppen. Dichter rücken allmählich zu beiden Seiten die Häuser zusammen, zahlreicher werden die Moscheen mit ihren schlanken Minaretts, Straßenzeilen bilden sich: Wir fahren in Konstanttnvpel ein. Droben grüht der stolze Dau der deutschen Gesandtschaft. Dor uns taucht jetzt die Se- railspihe auf mit dem Serrail, der fast ganz im Grünen verborgen ist. Dahinter grüßen die Minaretts der Sophien- und Achmed- mos ch e e. Herunter zum „Goldenen Horn" zeigt sich S t a in b u I. Jenseits das Hafenviertel G a I a t a und ansteigend die Europäerstadt Pera. Drüben, jenseits des Dosporus liegt langgestreckt S tut art Zahlreicher werden die Schiffe und 'Boote, die an uns vorübergleiten. Jetzt fahren wir zum Goldenen Hom hinein, das von unzähligen Motorbooten, Darken und Dampfern belebt ist. Dald sind wir ausgebootet. Don einem ßega- tionsrat der österreichischen Gesandtschaft und einem türkischen Gymnasialdirektor werden wir empfangen und in unser Quartier geführt, ein wundervoll eingerichtetes türkisches Internat. Hoch oben in Pera liegt es, und wir haben von hier aus einen herrlichen Rundblick über die Stadt und den Bosporus, bis zum Marmarameer hinaus. — Vorher schon hatten sich einige Pressephotographen über uns hergemacht und unsere Bilder erschienen dann in den' nächsten Tagen in verschiedenen Zeitungen. Wir waren ja auch die ersten deutschen Studenten, die nach dem Kriege zum Zwecke des freundschaftlichen Besuches hierherkamen. Am anderen Tage fhreifen wir durch die Stadt. Unfer erster Besuch gilt natürlich S t a m- b u L Heber die große Galatabrücke geht es hinüber. Drunten schaukeln die Boote und Barken, langsam ziehen die größeren Schifte ihre Bahn, fortwährend tutend und pfeifend, auf anderen raffeln die Winden beim Umtoben. Im .Zipfel bes „Golbenen Homs", ber burch bte Drücke abgeschnitten wirb, liegt eine ganze Anzahl Scgefbarfen untätig unb ganz hinten einige fieine Kriegsschiffe. Stambul, das uralte, sagenumwobene, nimmt uns auf. Gassen und Gäßchen mit lebendigstem Leben erfüllt, durchwanbeln wir. Das ist ein Hin- unb Herwogen von roten Fezen, ein Durch- einanberrufen und Schreien. Ochsenwagen schieben sich zwischendurch, beladene Esel traben einher. Händler, deren Gaben halb ober ganz auf ber Straße ist, preisen uns ihre Waren an. Tiefverschleierte Frauen gehen vorüber. Man sieht ihrer allerdings nur noch wenige. Bei den meisten ist ber Schleier verschwunben. Den letzten Rest bavon windet man um das Haar. Boshafte Zungen unter uns behaupten, nur die Häßlichen gingen noch tiefverschleiert. — An ber (Serail- mauer kommen wir jetzt vorüber. Leiber können wir den Serail nicht besichtigen. Dazu ist Genehmigung von Angora notwendig. Jenes Gebäude dort ist die „Hohe Pfort e“, das Ministerium des Aeuhern. Heute ist hier alles tot. Man fühlt es in diesem Teile von Stambul auf Schritt unb Tritt: Es fehlt etwas. Man hat hier etwas weggenommen, bie alten Gebäude, sie sind stehen geblieben, aber sie sind leer wie Formen, des Inhaltes beraubt. Wir treten ein in bie Svphienmoschee. Durch die Dorhalle, die noch sehr alte Mosaiks trägt, gelangen wir in den Hauptraum. Gewaltig ist ber Eindruck. Heber bem weiten Raume Technische Rundschau. Don Dr. Franz Mittler. Der amerikanische Automobillönig F o r b äußert sich in seinen Lcbenserinnerungen dahin, daß es vorteilhaft sei, wenn es dem Menschen zu- toeilcn schlecht gehe. So lange es ihm nämlich gut ergeht, hat er es nicht nötig, sich darüber zu besinnen, wie er seine wirtschaftliche Lage verbessern kann. Befindet er sich jedoch in schlechten Derhält- niffen, so strengt er seinen Geist aufs höchste an, um aus ihnen herauszukommen. Dann wird er zum Erfinder, zum Pionier des Fortschritts. So erklärt es sich, daß die bedeutendsten Erfindungen von Menschen herrühren, denen es nicht geradeglänzend ging. Was von dem einzelnen Menschen gilt, trifft auch auf die Menschheit zu. So lange sie in Heberfluß lebt, treibt sie Derschwendung, sobald sic beginnt, Mangel zu verspüren, besinnt sie sich: sie fängt an, nach neuen Hilfsquellen Hmschau zu Aus dieser psychologischen Eigenart heraus erklärt es sich auch, warum bie Raturkräfte bisher in verhältnismäßig nur geringem Hm= fang ausgenutzt wurden. Die Grundlage unserer gesamten Tcchnll bildet einzig und allein die Kohle. Erst in neuerer Zeit hat die Derwer- tung ber Wasserkräfte eingesetzt, von ber Kraft der Luftströmungen unb der Energie der Sonnenwärme, von ber Hitze des € r b in n e r n machen wir so gut wie »überhaupt leinen Gebrauch, obschon man längst den gewaltigen Ruhen berechnet hat, den sie uns bringen könnten. Aber cs ging uns bisher gut, wir hatten sie nicht nötig. Run ist die Kohle teurer geworden, man kühlt bereits die erften Anzeichen, daß sich die Kohlenschätze der Erde dereinst erschöpfen werden. Da erwacht nun, wie Ford ganz richtig beobachtete, der erfinderische Geist. Alles mögliche wird versucht, Licht, Sonne, Erdwärme und noch mancherlei sonstige Dinge auszunutzen, an denen man bisher achtlos vorüberging. Zu diesen Dingen gehört der D a m p f, der a u s den Kratern der Dulkane entströmt. Er hat angesichts unserer Lage eine früher unbekannte Bedeutung erlangt. In Italien hat man eine besondere technische Studienkommission eingesetzt, deren Aufgabe es ist, die Ausnutzung des vulkanischen Dampfes in die Wege zu leiten. Es wurden ihr seitens der Regierung zwei Arbeitsgebiete zur Verfügung gestellt: Das eine liegt südlich von Do11erra unb hat einen Umfang von 4,5 Quadratkilometer. Das andere, beträchtlich größere, südwestlich von Florenz gelegen, erstreckt sich über eine Oberfläche von 81 Quadratkilometer. Hier wurden Anlagen zur E r- zeugung elektrischer Kraft aus vulkanischen Dämpfen errichtet. Dabei ergaben sich zunächst verschiedene Schwierigkeiten. Freilich gelang es leicht, Wasser mit Hilfe der aus pul- konischen Kratern entströmenden Erdwärme zum Kochen zu bringen, so baß man den gewonnenen Wasserdampf hätte ausnutzen können. Das war jedoch nicht ber Weg, ben man zu gehen beabsichtigte, handelte es sich doch vielmehr darum, die vullanischen Aussttömungen ohne weiteres unb ohne den Hmweg über besondere Dampfkessel zu verwerten. Man stellte zunächst einen Tu rbogene- ra t o r , d. h. eine Maschine auf, bie aus Turbine unb Elektcizitä tSerzeuger besteht, wobei beide auf ber gleichen Welle sitzen. Dteser Turbogenerator, dessen Leistung sich auf 250 Watt belief, wurde durch ben vulkanischen Dampf in Betrieb gesetzt, ben man gegen die Schaufeln der Turbine strömen ließ. Der Versuch mißglückte. Die Rteschine arbeitete zwar eine zeit lang vorzüglich, bald aber war bie Turbine vollkommen zerstört. Die in ben vullanischen Dämpfen enthaltenen Ekife, ins- befonbere bie schwell ge Säure, hatten nach kurzer Zeit das Eisen zerftessen. Man ging bann zu einem anderen Verfahren über, helfen Ergebnisse nunmehr vorliegen. Dieses Verfahren besteht barin, baß ber vulkanische Dampf zunächst in einen Raum strömt, in bem ihm bte eben erwähnten schädlichen Gase entzogen werden. Man erhäll so reinen Wasser» dampf vullanischen Hrsprungs, ber durch eine andere ‘Stenge des gleichen Dampfes überhitzt und auf einen Druck von 1,2 Atmosphären gebracht wird. Dieser gereinigte unb überhitzte Dampf wirb bann gegen bte Turbinen strömen lassen. Rach biefem Verfahren kst es tatsächlich gelungen, zwei Turbogeneratoren von je 3000 Kilowatt Leistung in Betrieb zu erhalten unb ben erzeugten elektrischen Strom in ber verschiedensten Weise auszunützen. Die Ergebnisse dieses eigenartigen Versuchs sind bem Berichte zufolge derart günstige, baß nunmehr in ber Landschaft Tos kana eine noch größere vulkanische Kraststation errichtet werben soll, unb baß man dazu über geht, die Möglichkeit des Daus weiterer derartiger Stationen am Vesuv, am Aetna unb an einigen sonstigen Stellen ber italienischen Halbinsel zu stubieren. Man hofft, auf diese Weise unter unmittelbarer Ausnutzung des der Erde entströmeirden Dampfes derartige Mengen elektrischer Energie zu erzeugen, baß dem an Kohlen armen Lande erhebliche wirtschaftliche Vorteile erwachsen. Samstag, h llovemver 1924 wölbt sich tn ihren riesigen Abmessungen die Kuppel empor. Durch ihre Beinen Fenster fallen schräg herab Bündel von Sonnenstrahlen unb zeichnen auf den Teppichen des Bodens helle Konturen. Mächtige Pfeiler und Säulen tragen eine Galerie, die sich in mäßiger Höhe rundum zieht. Wundervoll sind die reichen überfeinen Ornamente. Eine Menge Sagen und Legenden umranfen die Kirche. Eine davon aus ber Zeit der Eroberung ist mir im Sinne geblieben: An einer Säule ist in einiger Höhe der Abdruck einer blutigen Hand zu sehen. Damit trug eS sich also zu: Als die Türken in die Stadl cingcbrungcn waren, wurde um jeden Fleck Erbe erbittert weiter gerungen. Bis in die Kirche setzte sich der Kamps fort und gerade hier tobit er am heftigsten. Fußhoch türmten sich die Leichen. Als der Sultan endlich an der Spitze ber Seinen der Feinde Herr geworden war, schritt er über die Leichen, schlug mit blutbefleckt? Hand gegen eine Säule und ries habe ich dich genommen und nur mit Blut werde ich dich wieder lassen." Vor der Sophienmoschee, die übrigens von außen mit ihren mächtigen Sttebepsellern keinen besonderen Eindruck macht, erstreckt sich daS alte Hippodrom. Auf historischem Boden stehe» wir hier, dem die Jahrhunderte ihre Weihe gaben. Das war das Herz des alten Byzanz. Frag nur den Obelisken, der fett der Zeit Justinians hier steht, er kann dir erzählen vom glänzenden Prunk des griechischen Kaiserhofes, er kann dir auch erzählen von Verfall, von Riedergang und Untertoerfung Er kann dir erzählen von der neuen Herrlichkeit des ausgehenden Halbmondes der Sultane, er kann dir auch ihren Untergang schildern. Frage auch sie, die anderen Zeugen einer großen Vergangenheit, die Achmedmoschee mit ihren sechs Minaretts, die alten Gemäuer: es wird dir entgegenflingen die große Symphonie von Werden und Vergehen, von Leben und Tod. Sinnend schreiten wir weiter. Bald sind wir wieder mitten im Trubel einer engen Gasse. Rcbendächer überwölben sie. Man hat gar nicht recht den Eindruck, als ginge man auf der Straße. So fällt es uns auch nrchl besonders auf, daß wir plötzlich im Bazar stehen. Lang er ft reden sich Im Halbdunkel seine Gewölbe hinunter. Zu beiden Seiten offnen sich Oeitcngängc weit hinein. Hie und da blitzt elektrisches Licht auf. — Man kann hier alles kaufen, nur handeln und feilschen muß man können. Laut preisen die Händler ihre Waren an. Tritt man zu dem einen, zupft ein anderer schon am Rockzipfel und ruft zu seinem Laden. Der Chesrcdcststur einer türkischen Zeitung handelt siir uns Man bietet ungefähr den vierten Teil des 'Geforderten. Mit einem Armenier gerät er so hintereinander, daß wir fürchten, sie fangen an zu raufen. Aber er beruhigt uns: das sei hier so Sitte Das Halbdunkel des Spätnachmittags kriech! immer mehr in die engen Gewölbe Herrlich sehen jetzt die farbenprächtigen Teppiche aus. Allmählich wenden wir uns zum Gehen, hemt für den Abend sind wir zum deutschösirr- reichftchen Gesandten zum Tee cingclaöen, nachdem am Mittag bereits der Rektor der Uni- versität jeden einzelnen von uns begrüßt hatte. Beim Gesandten verlebten wir einige schöne Stunden. Im Mondschein gingen wir im Garten spazieren und fangen einige unserer schönen VollÄieder hinaus in die Sommernacht Drum en glänzen am Bosporus die Lichter der Stadt. Arn anderen Morgen in der Frühe fahren wir hinüber nach Skutari. Zunächst gilt unser Besuch dem deutschen Heldenfriedhof. Hierauf betreten wir einen türkischen Friedhof, wo irgendein Bußfest gefeiert wird. PcrGche Pilger geißeln sich. In zwei langen Reihen treten sie einander gegenüber, in den Händen krcuzweis verschlungenen Ketten. Zu einem seltsamen Gesang mit ganz eigenartigem, schwerem Rhythmus gehen sie einen Schritt hin und h-r, vor und zurück und lassen dabei im Tafte die Ketten über die Schultern auf den entblößten Rücken klatschen. Abends bereits müssen wir scheiden denn unser Hchifflein, der „Kyrill", will abfehren und mit ihm müssen wir zurück. Eine ofjar türkischer Studenten begleitet uns zum Hasen und bereitet uns eine schone Abschiei stunde. Kurz nach 7 Hhr lichtete der „ÄijriH ' die Anker. Langsam gleiten wir zum „Goldenen Horn" hinaus in den Bosporus. Hinter uns bleibt Stambul mit der Serailspihe. Links gl-'itet ©alata und Pera an uns vorüber und drüben Skutari. Hnverwandt schauen wir: wann werden toir dich Wiedersehen, Konstantinopel? Die Sonne sendet die letzten Sttahlen über die -ch h ur Linken. Am jenseitigen Hange erglänzen die Fenster der Dillen und Paläste in goldenem Feuer. Bald ist die Sonne ganz untergegangen. Andere, insbesondere die tropischen, gleichfalls an Kohlen armen und an Vulkanen reichen Länder, dürften dann über kurz oder lang folgen. Man regt sich hier aber auch in anderer Weise, um sich von der durch den weiteren Beförderungsweg ganz besonders teuren Kohle zu befreien. So hat man jetzt in Aegypten sowohl wie in Indien mit dem Dau riesi - ger, Staudämme begonnen, die nicht nur dazu bestimmt sind, die Dewässerung groß r Landstriche sicherzustellen, sondern die vor allem auch der Versorgung weiter Gebietsteile mit elektrischem Strom dienen sollen. Beide Dämme übertreffen den einst so viel bewunderen 3:au- dämm von Assuan in bezug auf ihre Abmessungen ganz beträchtlich. Der indische Damm, ber in der Rähe von Povna erstehen wird toll sogar der größte der Welt werden Seine Fertigstellung ist für das Jahr 1927 in Aussicht genommen. Er wird quer über deit Indus hi wg- gebaut und wird eine Länge von über za- 'Kilometer haben. 66 Durchlüfte werden zu Re.e- lang des Wasserftandes und dazu denen ben Turbinen der am Fuß des Dammes zu errichtenden Elektrizitätswerke die nötigem Wassermengen zuzuführen. Der Damm wird bi? ge- toaltige Höhe von 62 Meter haben. Hinte ihm wird sich ein Stausee erstrecken, aus dem all^s in allem über 500 Kanäle gespeist werden, die das Land nach allen Richtungen durchzielien und den Wiesen und Feldern das zum (? _m nötige Wasser zuführen So wird die /. chnil dazu beitvagen, daß in einer heu'? unfru' deren Gegend Ackerbau unb Industrie die w-st estgeh. irden Entwicklungsmöglichkeiten finden 3n den reinen Abendhimmel hinein ragen Dernauer alter Kastelle und Festungswerke. Ruhig und klar stehen droben die Zypressen. Heber dem asiatischen Ufer geht jetzt ganz groß und feurig der Mond auf. Langsam klettert er empor und zeichnet in der Flut eine schimmernde Dahn. Wir liegen alle stumm auf dem Vorderdeck und lauschen und schauen. Denn mm wird es lebendig, nun beginnt es rings sich zu regen: Siehst du nicht drüben die goldenen Barken vvrübergleiten? Wie der Wind ihre Segel bläht. Schöne Frauen lächeln und neigen sich, leise klingt Harsenklang herüber. Hörst du nicht, wie alles zu dir redet, wie die Berge und Schlösser, wie die Wellen, die an der Bordwand murmeln, anfangen zu erzählen: Bon stolzen Herrschern und schönen Frauen, von Kamps und Treue, von Liebe und Sehnsucht, von bitterem Leid und Sterben! „Es waren zwei Königskinder," leise klingt es auf. 3rgendmner hat es angestimmt. Höher steigt der Mond. Bald werden wir wieder auf dem Meere draußen sein. Die Leuchtfeuer versinken hinter uns. Wunderbar ruhig liegt das Meer. Ein leichter Hauch nur läuft darüber hin und kräuselt leicht die Wasser. 3n breiter Bahn glänzt das Mvndlicht weit hinaus. — Lange noch liegen wir auf dem Vorderdeck und können uns nicht losreihen von den Wundern dieser Nacht. * Vach zwei Tagen sieht man uns wieder in Warna. Mit der Dahn geht es sofort weiter nach R u st s ch u ck. Auch hier empfängt man uns wieder wie Könige. — Aber, jetzt gilt es Abschied zu nehmen von Dulgarien. Abends im Militarkasino sind wir noch einmal, wie so ost, mit bulgarischen Freunden festlich vereint. Herzliche Worte des Dankes wurden gesprochen: und bann ruft uns ein alter Abgeordneter der Sobranje noch einige Worte zu: „Vergessen Sie nicht," so sagt er, „bei der Deurteilung unseres kleinen Landes, daß wir erst seit einem halben Jahrhundert in die Reihe der Vationen ge- rreten sind, dah unsere Entwicklung eigentlich erst beginnt. Es ist vieles nicht so vollkommen, als bei 31)neu zu Hause, aber wir konnten in unserem Lande kaum das Alte ausbauen und wurden schon durch den Fortschritt wieder zu Veuem gedrängt: unser Strahennetz war noch unvollkommen, da muhten wir mit dem Dau von Eisenbahnen beginnen. Vergessen Sie auch nicht, dah die Eltern unserer heutigen gebildeten Schicht zum größten Teile Analphabeten waren: auch meine Eltern. Heberlegen Sie, was es heiht: Der Vater kann nicht lesen und schreiben, der Sohn studiert in Wien oder Berlin oder ist gar hoher Staatsbeamter und Minister. — Wenn Sie diese Tatsachen berücksichtigen, werden Sie unsere Verhältnisse richtig beurteilen können und würdigen lernen, was in dieser kurzen Zeitspanne geleistet wurde. Zn allem aber, was geleistet wurde — wir bekennen es freudig und dankbar —, hat uns in erster Linie die überlegene deutsche Kultur verholsen, von der wir stets von Herzen gern gelernt haben. Vehmen Sie als deutsche Studenten dafür unseren Dank entgegen. Verschliehen Sie uns auch weiterhin nicht den Weg zu 3hrer Kultur. Das ist heute mein heißester Wunsch, meine sehnlichste Ditte an Sie, als die jungen Vertreter deutscher Wissenschaft und Dildung." Vach Schluß der Feier begleitet uns die Musik nach unserem Quartier. Durch die nächtlich stillen Straßen schmettern die Armeemärsche: Fenster fliegen auf, man ruft uns zu und winkt uns. Vor unserem Quartier, einer Schule, springt moch einmal ein bulgarischer Student die Stufen jtmfor und sagt in begeisterten Worten, was wir alle füllen, noch einmal schmettert das schnmi Mariha" und das Deutschlandlied über den Platz und barm, — dann war bie Bulgarienreise zu Ende Wir hatten es lieb gewonnen in ben wenigen Wochen, bas Land mit seinen kernigen unb geraden Menschen. Aus dem Amtsverkiindiqnngsblatt. " Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 74, vom 31. Oktober enthält: Schonzeit für Rehwild. — Lehrgang an den Landwirtschaftlichen Schulen. — Kreissahung des Kreises Gießen. — Zwarvgsinnung für das PHotographenbrndwerk. — Schuh der Telegraphenleitungen. — Gebühren der Feuervisitatoren. — Schafräude in Hausen. — Schweinerotlauf in Gießen. — Dienstnachrichten. Braucht Oberhessen zwei Handelskammern? Don der Handelskammer Friedberg wird uns geschrieben: 3n Vummer 240 3hres Blattes vom 11. Oft. 1924 werfen Sie von neuem die Frage auf, die Sie bereits vor 3ahresfrist gestellt und damals verneint haben. Sie sind der Meinung, daß nur der Vorstand der Fr iedberger Handelskammer der Derermgung beider Handelskammern widerstrebe und sich von 3hren Darlegungen mcht überzeugen lasse, während die Deitrags- pslichllgen und Wahlberechtigten der Handelskammer selbst anderer Meinung seien. Wir haben in der Zwischenzeit die Frage sowohl in der Vollversammlung als auch in Versammlungen unserer Beitragspflichtigen zur Sprache gebracht, erst neuerdiiigs in Dad-Vauheim und Butzbach und sowohl im Plenum unserer Kammer wie in beiden Versammlungen haben die Erschienenen einstimmig den Anschluß an Gießen abgelehnt. Diese Dertrauenserklärung für ben Vorstand ist um so bezeichnender, als infolge der erhöhten Beiträge naturgemäß eine Stimmung gegen die Handels- fammer entstanden war. Wenn in diesen beiden Versammlungen, nach eingehender Darlegung des Für und Wider, die eingetragenen Firmen, soweit sie erschienen waren, für den Fortbestand der Handelskammer Friedberg sich aussprachen unb nicht einmal bie dadurch verursachten, 3hrer Meinung nach erheblich höheren Kosten scheuen, so beweist das mehr als alles andere, dah sich unsere Beitragspflichtigen von einer Vereinigung mit Gießen nichts versprechen. Hierbei wollen wir noch erwähnen, daß sogar 3hr Artikel vom 11. Oktober 1924 in der Butzbacher Versammlung vorlag unb die Vunde machte: die Erschienenen demgemäß sogar unmittelbar unter dem Eindruck 3hrer gewiß eindrucksvollen und beachtenswerten Ausführungen gestanden haben. Diese Ausführungen gehen aber, wie wir hierbei uns zu bemerken erlauben, von einer ganz falschen Voraussetzung aus. Sie meinen, die Handelskammer- beiträge seien für den einzelnen um deswillen so hoch, weil die Handelskammer wesentlich höhere Ausgaben als seither hätte und Sie meinen weiter, die Handelskammer hätte den wirtschaftlichen Verhältnissen insofern Rechnung getragen, als sie bie Beiträge auf die Hälfte ermäßigt habe und ihren Haushalt dadurch drosseln wollte. Die Folge davon müßte naturgemäß die sein, daß die Handelskammer demnach ihre Aufgaben aus Mangel an Mitteln nicht mehr erfüllen könne. Dies ist nicht richtig, sondern es hat sich herausgestellt, daß durch die Beiträge, die auf Grund der erhöhten gewerblichen Steuerkapitalien von 1923 angefordert wurden, trotzdem nur 1 Pf. pro 1COO Mart Gewerbesteuerkapital 1923 erhoben werden sollte, solche Beträge der Handelskammer zufließen würden, daß weit mehr eingegangen wäre, als die Handelskammer braucht. Als wir ben Voranschlag aufstellten, standen uns die Steuerkapitalien noch nicht zur Verfügung. Auf Anfrage teilte uns die Schwesterkammer Gießen mit, daß sie 4 Pf. pro 1000 Mk. Gewerbesteuer- kapital erheben toerbe. Es war ein Gebot der Vernunft, bei dieser Sachlage eine Ermäßigung allgemein eintreten zu lassen, da die Handelskammer durchaus nicht die Absicht hat, eine Thesaurierungspolitik zu treiben unb Beträge an» zusammeln, die keine Verwendung finden sollen: aber es hat sich weiter auch herausgestellt, daß infolge der märchenhaften Gewerb.st.uerkapitalien von 1923 und der darauf fußenden Veranlagung der Handelskammerbeitragspflichttgen, die einzelnen Betriebe zum Teil mit unerschwinglichen Beiträgen belastet worden wären. Auch hier mußte eine Ermäßigung, und zwar in ganz beträchtlichem Maße, eintreten, denn keine Handelskammer hätte es verantworten können, Beiträge, die in dir mehrere Tausende Mark gehen, von einzelnen Beitragspflichtigen einzufordern und zu erheben. Keiner hat mehr als die Handelskammer bedauert, daß diese Heberraschungen entstanden sind, denn als der Haushaltsvoranschlag festgestellt wurde, waren die Gewerbesteuerkapitalien noch nicht bekannt, außerdem ermäßigte die Handelskammer in ihrem eiligen Ausschüsse den bereits beschlossenen Ausschlagskoeffizient um den vierten Teil. Es ist deshalb grundfalsch, wenn man aus den durchaus erklärlichen und verständigen Maßnahmen der Handelskammer in der Richtung der Deitragspfllchngen den Verzicht auf die Tätigkeit der Handelskammer erblicken will, im Gegenteil, bie Handelskammer wird erst recht ihre Daseinsberechtigung erweisen unb gedenkt auch in der nächsten Zeit in den übrigen Teilen ihres Bezirkes die Frage aufzurollen, ob die Deitrags- pslichttgen der Handelskammer Friedberg treu bleiben oder es für besser finden, sich einer anderen Handelskammer anzuschließen. 3n einem Punkt möchten wir Sie noch aufzullären versuchen. Sie nehmen an, daß durch eine Verschmelzung der Handelskammern die Position der oberhcssi- schen 3ndustrie- und Handelsvertretung ganz außerordentlich gestärkt würde und meinen dabei wohl, daß das Votum der Handelskammern an Gewicht gewönne, wenn die gesamte Indust ne- und Handelswelt Oberhessens dahinter stände. Hierzu ist zu sagen: Gemeinsame Kundgebungen der oberhessischon 3ndustrie und des oberhessischen Handels erfolgen durch den Hessischen Handelskammertag, der, wenn man schon einmal abwiegen will, entschieden mehr in die Wagschale fällt, als nur etwa die Vertretung der oberhessischen Wirtschaft. Wer die Verhältnise kennt, wird bestätigen, daß die Kundgebungen des Hessischen Handelskammertages und die Arbeit der Vertretertage der gesamten hessischen Handelskammern Beachtung gefunden haben, wie wir sie uns bei einer Stellungnahme der ober- hessischen Wirtschaft nicht denken können. Wir behalten uns vor, wenn wir demnächst unsere Derfammlung auch in ben übrigen Hauptorten unseres Bezirkes abgehalten haben, auf 3brep Artikel bes Näheren einzugehen. * * * Anmerkung der Redaktion: Die Friedberger Handelskamnrer irrt sich, wenn sie meint, daß ihre Mi glieber — gleich dem Vorstand — durchweg auch Gegner einer Verschmelzung ter beite.i Handelskammern seien. Wir haben z. B. in unserer Vr. 247 vom 20. Oktober eine Meldung aus Lau bach abgs.'ruckt, in der zum Ausdruck gebracht wurde, daß man im Kreise Schot ten die Zusammenlegung der beiden Handelslammern ebenfalls für das zweckmäßigste hält. Diese Nachricht steht im Einklang mit Zuschriften, die uns schon früher aus unserer Leserschaft in ben Kreisen Friedberg, Büdingen unb Schotten zugegangen waren. Wenn der Friedberger Karnmervorstand auf die Beschlüsse von Bad-Nauheim unb Butzbach hin- weist, so möchten wir doch daran erinnern, daß die „Bad-Nauheimer Zeitung" von der Nauheimer Versammlung berichtete, infolge der borge ückten Stunde habe eine Anzahl der Veuammlungsleil- nehmer den Saal vorzeitig verlassen: die Em- stimmigkeit scheint demnach etwas eng begrenzt gewesen zu fein; und über den Verlaus der Butzbacher Versammlung hat man überhaupt gar nichts gehört. Wenn bie Vereinigung bisher abgelehnt wurde, so ist dazu nur zu sagen, daß große Hnternehnmngen eben immer eine g ?raume Zeit brauchen, .bis sie sich durchgesetzt Haven. Was unsere Bemerkungen über bie Kammerbeiträge anbetrifft, so ist darauf hinzuweisen, dah wir von dem ausgingen, was sich dem Außenstehenden als logische Schluhfolge- rung der Berichte über die Nauheimer Versammlung ohne weiteres aufdrängte. Die internen Richtlinien für die Aufstellung des Handels- Lammeretats waren uns natürlich unbekannt. Hebrrgens möchten wir nebenbei bemerken, daß dec Beitragssatz der Gießener Kamnter, wie wir auf Anfrage hörten, auf der Grundlage von 1922 beruht, während die Friedberger Kammer ihre Beiträge auf der Grundlage von 1923 berechnet. Aber die materielle Seite der Frage, so bedeutsam sie auch sein mag, ist doch nur von sekundärer Bedeutung. Das Schwergewicht liegt vor allem auf der ideellen Seite. Hnd nach dieser Richtung hin sagt bie Friedberger Kammer nichts, was gegen unsere Argumentation spricht. Entgegen der Friedberger Erklärung betonen wir, dah die gemeinsamen Belange der oberhessischen Kammermitglieder nicht vorn Hessischen Handelskammertag in speziellen Kundgebungen vertreten werden. Der Hessische Hanbelskammertag wibmet sich nur ben gesamthessischen Angelegenheiten, bie Vertretung der Bezirks« und Lokalinteressen dagegen ist es Sache ber Bezirksinstanzen, also dec einzelnen Handelskammern. Die Stoßkraft zur Durchsetzung dieser 3nteressen wird desto leichter, sicherer unb größer sein, je st ä r- ter uno umfass enoer der vroyrv ist. Namentlich von dieser Erwägung | gehend, selbstredend aber auch unter D tung der finanziellen Gesichtspunkte, halten nach wie vor eine Vereinigung der H delskammern Friedberg und G h e n für ratsam unb notwenbig im wohlt, standenen 3nteresse unserer oberhessichen Wb schäft. Man sollte sich hier doch das Beisp von Thüringen, wo man aus sieben Handel» kammern drei machte, unb die Zusammenlegun von Duisburg-Ruhrort zum Vorbild nehmen Turnen, Sport und Spiel. Deutschlands beste Schwimmer disqualifiziert. Der Vorstand des Schwimm-Sport-CIubö „Hellas"-Magdeburg hat auf Vorschlag bes Sportausschusses die Mitglieder seiner ersten Mannschaft Rademacher, Benecke, Riedel, W. Görnemann, Haueisen, Rohr. Cordes, Hilmar, Giesecke und Amann wegen Rauchens und Heberschreiten der Hrlaubszeit mit Verweis und Start ver- bot von 1—4 Monaten bestraft. Desgleichen wurde der bekannte, noch sehr jugendliche Schwimmer E i ck e r vom Kölner Schwimmverein Rhenus v. 1897 wegen zu großer Disziplinlosigkeit mit einem Startverbot auf ein 3 a 6 r bestraft. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. ReformalionSfest. Gießen. Sonntag, 2. Novbr. 20. Sonntag n. Trin. Stabtkirche. 9'/,: Pfr. Mahr. 11: Kinberkirche für die Matthäusgem. Pfr. Mahr. 5: Psarrass. Hertel. Beichte u. heiliges Abendmahl für die Matthäus- u. Markusgem. IohannLskirche. 9V,:Pfr.Dechtols. Heimer. 11: Kinberkirche für bie Lulasgem. Pfr Bechtolsheimer. 5: Pfr. Ausfeld Beichte u. heilig. Abendmahl für die Lukas- und Iohannesgem. 8: Bibelbesprechung i. Iohannessaal. Pfr. Becker. - Kirchberg. Resormationssest. 10; 11: Heilg. Abendmahl für Staufenberg. — l1,: Lollar. l‘/3: Staufenberg. - Watzenborn-Earbentelch. Watzenborn-Steinberg. 9: Beichte. 9’/?: Gottesdienst (Heil. Abendm. der Jungverheirateten). Garbenteich. 1. (Koll. für b. Gustav-Adolfverein). - Wieseck. 9l/,. Kandibat Trapp, Gießen. (Opfer für bie Gustav- Adolf-Stiftung.) Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, den 1. November. 4'/, und 7 Beichte. Von 4'/2 — 6’/., unb von 7-8 wird ein fremder Priester Beichte hören. Sonntag, 2. Novbr. 61/» Beichte, 7 Messe, Kom. b. Männer., 8 Kom.» 9 Hochamt m. Pr., 11 Meße m. Pr., 5'/, Rosen- kranzanbacht m. Segen. 6 Predigt. Andacht für die Abgestorbenen. 4*/2 u. 7 Beichte. - ©tüjiberg, Sonntag 9‘/2 Messe m. Predigt. — Montag, ben 3. Novbr. Allerseelentag. 6 Beichte, 6, 6l/2, 7, 7l/i Messe, 8 Seelenamt für alle Verstorbenen ber Pfarrei, abenbs 8 Andacht m. Segen. 187* 1924 'M JE •1 ■ . ■ SCdtehre t&raumsFaräert U für Stere Haushalt I | H Neuheiten zum Farben ohne Kochen: H ««fc » „ „ r» die Stofforbe in Ta butten form tiVß fl zum Auf und Um färben von Wolle - Baum trotte -Seide ete. SUff'g * _. 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Fischmehl, 200 ©r. Hefe, etwa toffdn, oon u SntK.; i Kg. ©erste. ausgemacht, gereinigt die Päckchen mit entsprechender Aufschrift versehen und mäuseslcher, luftig und trocken aufgehoben. W nntag Schafft Luft und Licht in die Baumkronen der Obstbäume lorstand« Iel8 Herr»« Nr. 258 Dtertcs Blatt Seltsame 8litterwochen Roman von Arnold Fredericks. »■4 % 1.11 «hl, Rentable Schweinezucht. Unter dieser fteberfchrift veröffemlicht der Diplomlandwirt 2L Bonn em a nn- Hildesheim in ^Reumanns Allg. Landw. Anz.' recht interessante Ausführungen, die auf eigener Erfahrung aufbauen. Gr schreibt u. a: Bon jeher war bis Schwemeaufz icht und -mast ein Gebiet, das für den Landwirt sehr einträglich, aber auch verlustreich sein tonnte 2Eber das) die Mast rentabel war, beweisen uns die sogenannten MastschweinefabnkS.r,* wie wir sie vor dem Krieg vielfach hatten, d« ohne nrtt einem landwirtschaftlichen Betriebe verbunden zu sein, Schweine in grotzen Mengen auftauften und schnell mästeten, meist mit i-ussischer Gerste und deutscher Magermilch. QIenedytnfl5 tauchen diese Anstalten hier und da wieder auf. Die Inhaber dieser Mästereien machten meist, von UngllickSsällen, wie Krankheit usw. abgesehen, gute Geschäfte, während in der breiten Landwirtschaft dieser Zweig keine Hofe Rente abwarf. Senn während man in Dec Mästerei das Schwein möglichst bald auSzumästen trachtete, wurde es vielfach in Betrieben ein Jahr auf Mast gestellt, ehe es als schlachtreif angesprochen wurde. Run ist aber die schnellste Mast auch die billigste. Die lange Mast-eit mag noch eine Angewohnheit auS der Zeit der spätreifen Landrassen sein, unsere Zuchtrassen veredelter Landschwetne und LAtelschweine mästen sich in viel tüQerer Zeit aus Man kann sich leicht auSrechnen, wieviel bei diesen Tieren eine einjährige langsame Zucht kostet oder eine etwa fünfmonatige Schnellmast bei höchsten Futtergaben Maßgebend bei der Schnellmast ist der Punkt, dah daS Schwein bet seiner Früh- reise bald ausgewachsen ist, wenn man ihm zum Wachsen, also zum Fleischansatz genügend Eiweih, daneben gleichfalls zum Wachsen und zum genügenden Fettansatz reichlich kohle- lchdratteiche Rahrung gibt. Run braucht das Schwein, ähnlich wie der Mensch, Rahrungs- stosse, deren organische Substanz mindestens zu 80 Prozent verdaulich ist. Wir besitzen sie tn den Kartoffeln imb den zerkleinerten Getreide- fernem. Zumal in der Kartoffel reicht aber der Siweitzgehalt bei weitem nicht aus, um den Bedarf des wachsenden Tieres zu decken und um das Wachstum gemäh der Frühreife der Tiere zum Abschluß zu bringen. Gs ist daher eine Zufütterung eiweihreicher Futterstoffe nötig, wir brauchen Fischmehl unb Trockenhefe. Man kann selbstverständlich auch andere Futtermittel wählen, wie: Fleischmehl, Bohnenschrot, Grbsen- schrot, Kleeheublättchen, doch schien die Fischmehl-Hefefütterung den schnellsten Erfolg zu bringen, zumal das Fischmehl mit seinem Gehalt iwn 25 biS 29 Prozent an phvsphorsaurem Katt ein ideales Zufutter für die wachsenden Tiere darstellt. Die Zugabe von Trockenhefe scheint die Ausnutzung beider gereichter Qttoei6futter zu auf die Keimkraft, x,-- — voll auSgebildete, fleckenfreie Samen ausgetesen, von denen man auhevdem vor der Aussaat erst Gr ging zu der Scheune, und sie sah ihn ein Pferd anschirren, das er dann vor einen Dauern- ivagen spannte. Der Wc^en fiel ihr besoi^ers aus Es war ein niedriges, zweiröderiges Drng mit schmutzigem Dach aus Segeltuch Ein M-oh^r Flecken darauf (toi) im Sonnenlicht hellgelb ^Rach einer Weile fing der Mann an, allerlei auf das Gefährt zu laben, was er aus der Scheune Herbri ch eppte. Es waren Gemüse- oder Obstkorbe und Milchkannen. Da hielt er trete und ging auf das ^»us zw Sn einigen Minuten kehrte er zurück, diesmal nicht allein. Eine Frau half ihm einen groben Weidenkorb tragen, der ziemstch schwer schien. Es war ein Deckel darauf. Grace fragte sich, ob wohl Wäsche darin sei. , . _ Die beiden stellten den Korb auf den Wagen. indem sie von vorne Vmeinschobere so bab er nahe neben den Fuhrmann zu stehen kam. Beim Hinüberheben über das ^^.lieh be Frau ihn auf ihrer Seite darauf topfen, woraus der Rlann sie scharf ^!^b^f^cettat rasch zurück und versteckte stch in dem Schuppen. Sie wunderte sich, was der Äorb wohl enthalten konnte, was den Mann so besorgt machte, und ein Gedanke durchfuhr sie — war es vielleicht der gesuchte Knabe? Bon dieser Möglichkeit war sie ganz eingenommen Als der Mann in den Weg hinaus iui)r „Rein. 3d) wohne in Paris," wandte sich ©race an die Rosselenkerin. »Ich möchte so rasch wie möglich dorthin zurück." „Meine Susette geht nicht anders, als im Schritt," erwiderte die Frau und beutete aus ihr Pt erd, 'das mechanisch einen Fuh vor den andern setzte 'unbekümmert darum, ob sie je in die Stadt gelangten oder nicht. Der Wagen vor ihnen war nun jenseits des Hügels aufjer Sicht. Wollen Sie einen Louis verdienen?" Grace nahm ein Goldstück aus ihrer Börse unb hielt es in die Sonne. Es schimmerte glitzernd. Die Frau lehnte sich zurück und sah sie argwöhnisch an. „Emen Louis? Wer wollte das nicht? Wie meinen Sie das, Mademoiselle? „Es ist ein Gefährt dort vor uns, ein Planwagen mit einem weihen Pferd. Ich folge diesem Wagen. Wenn Sie ihn tn Sicht behalten well n, bis wir m Paris sind, gebe ich Ihnen diesem) Louis." _ _ Sie drehte das Goldstück in der Sonne unb lieh es glitzern. Die Frau sah ihr erst ins Gesicht dann liebevoll nach der Münze: hieraus griff sie hinüber, nahm sie zwischen zwei Finger und führte sie zum Mund. Grace sah ihr ver- ^""Rad^m sie daraus gebissen hatte, reichte sie sie ihrem Fahrgast zurück. „Ich will Ihren Wunsch erfüllen, Madrmoi- felle," rief sie und griff in die Zügel. »Huh, Susette!" Das Pferd war aus seinen Morgenträumen gerissen und zog plöblich an, so dah Gra^ beinahe vom Sitz geschleudert wurde. Die Baume längs der Strahe schienen rückwärts zu fliehen. erprobtes, H,:D ter laß-Anzug auer itock Eine zu dichte Krone bringt minderwertiges, saures Obst und toirb leicht zur Brutstätte von Ungeziefer. Es ist daher notwendig, bie Bäume von Zeit zu Zeit einmal gründlich auszupuhen. Doch ist man bei dieser Arbeit oft unschlüssig, ob man des Guten nicht zuviel tue. Es ist in der Tat schwer, am unbelaubten, kahlen Baum das Richtige zu treffen, da die einzelnen Obstarten und -forten sich in der Gröhe unb Dichte der Belaubung verschieden verhalten. Es ist deshalb ratsam, bah man seine Bäume sich einmal vor bem Laubfall daraufhin ansehe, wieviel aus der Krone zu entfernen sein wird. D. Ueber den Anbau der Quitte. Ein Fruchtstrauch, der viel mehr angepflanzt werden sollte, ist die Quitte. In Zucker eingemachte Früchte und Quittengelee sind das Feinste, was eine Hausfrau ihrer DorratStommer einverleiben kann. Dabei halten sich die reifen Früchte lange und finden auf den Märkten der Stadt stets lohnenden Absatz. Die Ansprüche, welche die Quitte an Lage und Boden hellt, sind leicht zu befriedigen. Sie gedeiht am besten an sonnigen, aber nicht trockenen Abhängen, an der ©artenmauer, wo die Zweige den vollen Lichtgenuh, die Wurzeln aber den feuchten Grund der Rordseite der Mauer haben, so dah nie zu scharfe Trockenheit eintritt, auch eignet sie sich vorzüglich als Deckstrauch gegen den Einblick aus dem Rachbargarten und bietet gleichzeitig im Fröhling im Schmuck der groben hcllrvfa Blüten unb im Herbst, wenn ihre fruchtbeladenen Zweige goldgelb leuchten, einen hübschen Anblick. Die nicht tiefgehenden, sich aber stark verzweigenden Wurzeln lieben lockeren, tiefgründigen Boden, und wenn auch Düngung nicht notwendig ist, so ist die Quitte dafür durch schöne Ausbildung und Gröhe ihrer Früchte besonders dankbar. Bon Frage 60: Wie bringe ich airfgefernto Dohnen, bie am Stock nicht dürr geworben sind trocken, um sie nächstes Jahr als Saatgut ver- wenden zu können? ' Antwort: Man breite die Dohnen entweder auf Hürden, Packpapier ober dergleichen in dünner Schicht aus und lasse sie in der Rähe des Kochherdes nachtrocknen oder fülle sie kn Lein - wandbeutel, bie man in ber Küche aushangtz wo man sie, damit sie nicht stockig werden, täglich durcheinander schüttelt. In beiden Fallen ist darauf zu achten, bah sie durch zu hohe Wärme nicht Rot leiden. Eine Temperatur von mehr als 40 Grad wirkt bei Dohnen, solange sie noch viel Wasser enthalten, bereits verderblich ' die Keimkraft. Zur Aussaat werden nur erhöhen. Man geht etwa in folgender Weise vor: Die Muttersau bekommt nach dem Ferkeln 200 Gramm Hefe, 2 Kg. Gerstenschrot, dazu Kartoffeln in steigender Gabe nach Bedarf. Die Kraftfuttergabe steigt biS auf 600 Gr. Fischmchl, 600 Gr. Hefe. Es ist gut, daneben etwas Runteln zu reichen. Rach der Ferkelairzahl ändert sich natürlich die ©nbmenge dieses Futters, so wenn die Zahl geringer alS sechs ist. Die Ferkel, bie neben der Saubucht eine Lauf- und Satterbucht haben, erhalten mit drei Wochen ganze Gerstenkörner zum -Knabbern. Mit vier Wochen fangt man regelrecht zu füttern an, man reicht ihnen elwaS Gerstenschrot untermischt mit 10 ©r. Sstch- inehl je Tier, steigend bis auf 30 ®r. gegen ®nbe i-cr sechsten Woche. Rach der sechsten Woche beginnt die Trockenhefezugabe, mit ber achten Woche erhält das Ferkel etwa 60 Gr. Fischmehl und 40 Gr. Trockenhefe neben genügend Gersten schrot. Mit acht Wochen setzt man ab, bietet Ersatz für die ivo- S eine Keimprobe vornimmt. t t Frage 61: Aus meinem Felde hat sich an verschiedenen Stellen Huflattich gezeigt. Da t»? ilntraut sich erst im Anfangsstadium befindet, will ich energisch sofort an feine Vertilgung geben Ich bitte um Auskunft, wie ich am beften bie Ausrottung vornehmen unb wie ich auch am billigsten mit Erfolg bas Unhxuit auf Wiesen bekämpfen tonn. Antwort: Huflattich ist cm sehr bart* nackiges ilnlraut unb seine Bekämpfung dah.r nicht einfach. Er bevorzugt toll- und tonreiche Böden, ist aber auch ein Zeichen von stauender Rässe, weshalb in erster Linie auch etne Kontrolle der Dränage zu empfehlen ist. Seine Verbreitung erfolgt durch Samen und Wui zelverzweiguT^ und schreitet sehr rosch voran. Deshalb empfiehlt es sich wenn bas Hntnnrt sich erst an tnemgen Stellen zeigt, die einzelnen Pflanzen ausMtechen. im zeitigen Frühjahr ober falN dieS recht Hon Ziele führt. Ausheben und Reinigung des Bodens von allen Wurzelresten, damit ein weiterer Aufwuchs verhindert toirb. Bei gröberer breitung kommt diese Mafwa^ notÜriich recht tn Frage. In diesem Falle empfehlen sich AllttÄ. die im Boden selbst oder auf ZE Oberitoche ober alS Beizmtttel anzuwenden sind. Als Haupi- ursache des massenhaften Auftretens ist m der Regel ein zu hoher ©runbtoafferftanb anzusehen. Eine sachgemäß Senkung selben durch entsprechende Entwässerung wird hier Wandel schaffen Beschleunigt wird die Vernich ung ferner durch Tiefkultur, wobei das Wui-zi lto.-rt zerschnitten. Hoch! rocht gesammelt und vernichtet wird. Eine weitere wirksame älntersttitzung haben wir im Anbau start bodenbeschattender Gewäch e, de- fonbeti Mn Siez unb ßwrne. Das oft ™tp. fohlene Auf streuen von Kamtt und Kalksttckstofs In zehn Minuten waren sic nahe beim Zellwagen, der jetzt scharf fuhr. , . . Als sie bei der Stadt antongten, waren Die Wagen kaum einige Meter voneinaider. Graces Gefährtin sah sie scharf an. »Von hier aus fahre ich nach Greirelle, Madroiollelle,' stigte sie. Grace sah auf den Wagen vor ihr. »Bitte, fahren Sie ihm nach! ich gebe Ihnen noch fünf Die Frau tat es sttllfchweigend. Der Wagen vorne wandte sich nordwestlich, in die Richtung nach Passy. Bald darauf ging er über die Brücke von Pafsy unb in die Rue Ricolo. wo er vor einem BacksLeinhäuschen hielt, das in einem ttei- nen Garten stand. , _ Grace sprang an der Strahenecke ab, nachdem Re der Frau den Louis und die anderen fünf Franken gegeben hatte. .Danke schön," sagte sie und ging rasch die Skratze hinauf. Der Wagen mit der Zeltdecke hielt am Zaune. Der alte Mann, ber ihn führte war auf das Haus zugegangen und hotte geläutet. Eben ging ein Fenster im oberen Stock auf. unb ein Mann steckte den Kopf heraus. Grace konnte fein Gesicht nicht genau sehen Er sah gerade nach dem Mann unten, als dieser tn die Höhe blickte. ... „ . Sofort wurde das Fenster geschlossen, kurz darauf ging bie Haustüre auf unb ber Mann tom heraus Er verhandelte eine Weile leise mit bem Fuhrmann. Grace war Wetter spaziert, ba sie keine Aufmerksamkeit erregen wollte. Als sie zuröcksah. bemerkte sie, wie bie Männer ihr nach- unrentabel. Schrebergärtners Arbeiten im November. Alle für Oktober angeratenen Arbeiten, die aber aus irgendeinem Grunde hx diesem Monat nicht haben a uSgef ührt werden können, sind uroxr- | züglich nachzuholen. Bei offenem Boden kann noch bis Mttte Rovember die Obstpflanzung fortgesetzt toerden. Später halten wir es nichts mehr für ratsam, weil dann die notwendige Eallusbildang an den Wurzeln doch nicht mehr in genügendem Mähe geschieht. Die Baumscheiben find zu düngen, zu graben unb mit strohigem Dünger oder Laub zu belegen, um tieferes Einbringen des Frostes zu verhindern. Der Baumschnitt ist zu beenden Zartere Spalierobstsorten unb Rc> en sind einzüdecken. Für bie Fröhjahrsveredelung unb ber Wagen den Weg hinab der Landstrahe zupolterte, war sie sich Plötzlich llar, batz fte ibm oläen mutzte — doch wie konnte fte es zu Inh? Tie Frau war in das Haus zuruckgekehrl. Qhne lange Ueberlegung rannte sie in be i Weg hinaus unb bem Wagen nach. Als sie bie. Landstratze erreichte, war bas Gefährt schon ein Stück weit weg in ter Richtung auf Paris zu Dem für das Pferd leichten £rab konnte eine Fuhgängrrin immerhin nicht folgen. Sie schaute httslos die Strahe hinauf und hinab. Es näherten sich einige Wagen, die alle in ber gleichen Richtung, ber Stadt zu, fuhren. Sie vermutete, es seien Landleute, Gärtner, bie ihre Gemüse unb Blumen zu Markt fub~.cn. Ten vordersten Wagen lenkte eine kräftige jungen 5rau mit tariertem wollenen Kopftuch. Grace rief sie an: . „Madame, wollen Sie so freundlich fern, mich mtt nach Paris Hinern zu nehmen?" Tie Frau sah sie argwöhnisch an „Ich habe schwer geloben, Mademoiselle," erwiderte sie kalt und gleichgültig. . „ „Ich zahle Ihnen fünf Franken dafür. Kaum hatte Grace dieS gesagt, als bie Frau auch schon chr Pferd anhtelt. „Fünf Franken, Mademoiselle — dann ist s was "anderes. Steigen Sie auf.“ Grace kletterte neben die Frau unb sah auf die Strahe vor ihr. 'Der Zeltwagen war noch sichtbar und tohr einige hundert Meter weiter einen Hügel hinauf. Die Frau sah sie neugierig an. musterte ihre Kleider, Hände unb Schuhe. „<5:e find recht vom Lande, Mademoiselle,' bemerkte sie scherzhaft. lohnt sich reichlich. , Das Mindestgewicht am Ende ber einzelnen i Abschnitte sollte betragen: Rach I: 35Kg: II: 52 Kilogramm: III: 70 Kg., IV: 90 Äg.; V: 110 Kg. Auch diese Zahlen sind gering angenommen, wir erzielten als Höchstgewichte z. D. bei einem drei Monate alten Schwein: 49 Kg. und bei einem sieben Monate alten: 144,5 Ka. Ausdrücklich muh aber hinzugefügt werben, bah diese Fütterungs- methobe eine Mastmethobe ist und nicht für die Heran-ucht von Zuchttieren angewandt werben sollte. Man erzielt wohl grafte, schöne Schweitte, die ben Beschauer bestechen, aber sie taugen burch- aus nicht zur Erzielung vollwertiger, kräftiger Rach zücht. In wenig Generationen zeigt sich bie Schwächung der Konstitution beutlich, nicht nur bie Fahl der geborenen Ferkel sinkt rasch, auch die Lebenskraft der Ferkel wird geringer. Diese Konstitutionsschwächung tritt nach andauernder Mast- fütterung auch bei anderen Tierrassen auf. Die Aufzucht unb Haftung ber Zuchtschweine muh also duichcrus verschieden sein von ber der Mastschweine, hier wäre eine derartige Mastfütterung Ratur au« ist der au« Südeuropa stamm^ibe Strauch ein mehr breiter, al« hoher -Eter diese Form im Garten nicht liebt, kann die Quitte auch als kleinen Baum mit niederem Stamm ziehen. Veredlungen auf Weißdorn sind -war früh und reichlich fruchtbar, sie brechen aber, da sie meist nur unvollkommen verwachsen, bei Sturm leicht an der DeredlungSstelle ab, weshalb man den wurzelechten den Vorzug geben soll. Ein Vorzug, welcher den wenigsten Obstarten eigen ist, sei noch erwähnt: Quitten haben durch Krankheiter und Insekten kaum zu leiden: auch sind sie vor naschhaften Buben so gut wie sicher, da die roher Früchte nicht zu genieben sind. Geflügel gehört im Winter in den Garten. Sv nötig eS ist, im Frühjahr und Sommer Hühner vom Garten fernzuhalten, ebenso nützlich sind sie daselbst im Herbst unb Winter. Unzählige Larven. Puppen, Schnecken, Ecdorettten, Dixihtwürmer, Engerlinge und was sonst an schädlichem Getier m ber Erde ober unter Laub verborgen nur auf bie FröhlingSfonne wartet, um sein Wesen treiben zu können, wirb duichS Geflügel unschädlich gemacht. Fragekasten. sind (Melreiser zu schneiden und im Keller tn Erke einzuschlagen Die Stämme junger Bäumchen schützt man gegen Wilds rotz durch Umbinbcn von Thrtltrnnld, bur<6 atlnwNidx -^Höhung ber I srar.tt«s BW« sM •SS.’*»,SÄ S sfSiSÄ Freien. Mit zwölf Wochen muh das Ferkel mm- Abfälle, unmentt O^tlager ist gabe ln ww bon je bier eupa mo»ngc L&ginn: 1 «g ©erfte. 100 ®r. Fttchmehi. gebentt. muh j«6t b« Fischmehl, 150 Gr. Sj^te, etwa o,5 Kg fl ^lche neu angelegt. Wurzelgemüse und Setz- 1 finge für bie Frühjahrspflanzung finb mit trockenem Laub zu bedecken, um ein Einfrieren zu verhüten Mistbeete sind jetzt auszuheben. Knollen- I unb Wurzelfröchte, bie ber milden Witterung 6 Äa2°Ü?n’ IV 1 ßWfic» wegen noch bis jetzt in ber Erde gelassen finb, V. Beginn: Ende von IV, ©nbe^l Äg. aufgegraben und im Keller, in Sanb ei.i- 200 Gr. Fischmehl, 200 Gr. Hese. etwa 8 Kg. Kar- ^N^/^^gebracht. Die Mieten finb zu tofteln. , , .. ffftriehen unb mit enbgültiger Winterdecke zu ter- Daben finb ^^^'d^istitt^CWaa^ sehen. Keller unb sonstige Aufbewahrungsräume der Aunnerksamteit unb> dem R.chenstift (Wag^) Gemüse finb bei mildem Wetter zu lüften, des einzelnen MalterS uberlafton, bei beson^ren ^ämt[i(r>c Daitengeräte, soweit sie nicht mehr FutterouSnützern die Gaben W * benutzt werden, sind gut zu reinigen, die ©ifeateile unb schon eher das Gcwicht von ettva 124 Kg zu unb an gerigneter Stelle zu ver- erreichen, das ungesahr ber Ausmästung ente Die selbstgeernteten Sämereien werden spricht. Es empftehlt sich, ben ersten beiden 2lb- I nxnyren. schnitten etwas Grünes als Ballast und diätetisches Futter hinzuzufügen, um bie Verbauungsgänge auf bie Aufnahme gröberer Fütterungen durch Erweiterung vorzubereiten. Diese Zugabe auf die betauten 'Blätter hat gewöhnlich nicht den erwarteten Erfolg, da narr bte Blätter ab» sterben, die Wurzelstöcke davon aber toemger betroffen werden. Auch auf Wiesen wird Wasserentzug und starke Förderung des Gvaswuchses und unablässige Vernichtung der vberirbrschen Teile bei starkem Auftreten das sicherste Bekämpfungsmittel sein. Der Held von Neu-Guinea 2$. Da d- Nanheim, 30. Ott. Der Dortrag des Helden von Neu-Guinea, Major a. D. Dr. Dehner, über „4 Jahre unter den Kannibalen des unerforschten Innern Neu-GuineaS" war in jeder Beziehung ein Ereignis für unsere Dadestadt. Rund 1000 Personen sind es gewesen, die Interesse für die Veranstaltung zeigten, aber nur etwa 600 gelang es, sich im dichtbefetzten Saale einen Schober Stehplatz zu verschaffen. Der Redner schilderte in anschaulicher Weise an der Hand von Karten und zahlreichen Lichtbildern seine Tätigkeit als Geometer, Forscher und Organisator des bewaffneten Widers! andeS gegen die australischen Streitkräfte, die die rühmlose Eroberung dieser fast ganz unbewaffneten Kolonie als Ruhmestat buchten. Major Dehner war im 3uli 1914 in Morobe mit dem Auftrage gelandet, die Grenzlinie im Südosten des däitschen Gebietes festzulegen und geographische und topographische Vermessungen vorzunehmen. Die erste Expedition scheiterte an der älntaugüchkert der mitgenommis- nen Träger, die, da sie das Höhenklima nicht ertrugen, eines Nachts sämtlich fluchieten und auf der Flucht dem Kannibalismus zum Opfer fielen. Der zweite Versuch gluckte: Detzwer gelang es, nach sorgfältigen D>rbereitungen, die für unersteigbar gehaltenen Hochgebirge, bte sich bis über 4000 Meter erheben, die Schwierigkeiten der tropischen Vegetation und das Misttrauen der Eingeborenen zu überwinden, weiter vorzudrrnaen, als jemals ein Weister vor ihm, und überraschende ethnographische und geographische Entdeckungen zu machen, welch letztere ehre starke Korrektur an dem seitherigen Karten bild Neu- Guineas notwendig erscheinen lassen. Krankheiten unter seinen Trägern und die Meldung eines englischen Kommandanten, der ihn auf englisches Gebiet beorderte, gaben Anlaß zum Abbruch der Expedition und brachten im November 1914 die erste Kunde vom Ausbruch des Krieges. In Eilmärschen ging es nach der Küste zurück, die sich bis auf wenige Punkte, schon in den Händen der Australier befand. Da Widerstand gegen die Kriegsschiffe bei dem völligen Mangel an Geschützen und Maschinengewehren unmöglich war, wurden die farbigen Truppen ins Innere des Hochgebirges entsandt, wohin sich denn auch Maj-or Dehner begab. Einige Angriffe der Australier auf diese natürliche Festung wurden leicht zurückgewiesen. Die Kriegsjahre waren von fruchtlosen Versuchen, die Grenze von. Holländisch-Neu- Guinea zu erreichen, ausgefüllt. Kurz vor Frie- densschlutz überfiel den tapferen Kämpfer im Hochgebirge ein Vlutsturz, der ihn dem Tode nahe brachte. Seine Schwarzen pflegten ihn mit rührendem Opfermute und brachten ihn auf die Kunde vom Frieden hin tragend zur Küste, von wo aus er durch ein englisches Schiff nach der Heimat geschafft wurde. Wie ein roter Faden zogen durch Dehners fesselnde Ausftihrungen die Schilderungen über das gute Verhältnis zu der DevöKerung der Papuas und der Treu Bezeugungen der Schwarzen trotz aller Versuchungen: ein glänzender Befähigungsnachweis des Deutschen zur »Kolonisation. Man farm im dieser Hinsicht den tapferen und klugen Neu-Guinea-Forscher getrost neb^n Lettow-Dorbeck in Ostafrika stellen und sich freuen, daß der deutsche Name im AuSlande doch auch solche Vertreter gefunden hat. Kein Kolonialvolk kann sich rühmen, ein solches Maß von Freundschaft und Sympathie unter den Eingeborenen besessen zu haben. Die Ursache liegt in inneren ethischen Werten uarfere8 Volkes. Die Schwarzen sangen beim Abschied: „Ich hab' mich ergeben“ und riefen „Auf- Wiedersehen!“ Sie harren und warten auf uns! Das geht sehr schön aus einem Briefe hervor, der erst kürzlich durch die Mission an Dr. Dehner gelangte. Dann ließen die Völter im Innern Neu-GuineaS, wohin die Engländer sich bis heute moch nicht gewagt, ihrem „weiften Herrn" sagen, daß die deutsche Flagge noch überall in den Dörfern wehe. Wo sie nicht mehr vorhanden, da sei sie nicht von den Engländern entfernt, da habe sie der WinL> zerstört. Die Aufgabe des deutschen Volkes muh es fein, seine koloniale Mission nicht zu vergessen. — Der Vortrag war für die Zuhörer, die sich aus allen Devölkerungs- schichten zusammen setzten, eine Feierstunde. — Gegenwärtig wird eine große deu t s che Expedition vorbereitet, die mit modernsten Mitteln ausgestattet (u. a. auch Flugzeugen für LebensmitteltranSport und topographische Aufnahmen), unter Dehners Führung im nächsten Jahre sich zur wissenschaftlichen Erforschung nach Holländisch-Neu-Guinea begibt, das in seinem Innern auch noch fast gänzlich unbekannt ist. Die Reichs-Teuerungsziffer. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten für den 29. Oktober ist gegenüber der Vorwoche unverändert. Für den Durchschnitt Oktober berechnet sich die ReichS- indexziffer auf das l,22fache. Gegenüber denn 1,16- fachen im Durchschnitt September ergibt sich eine Steigerung von 5,2 Prozent. Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Die Börse hat anscheinend ihre schwerste Krisenperiode überstanden. Zwar lastet noch immer der außerordentlich hohe Umsätz- stempel, der jede freiere Regung der Unterneh- mungslust unterbindet, auf den Eft^tengeschä >' en, doch besteht schon bogründete Hofftung auf einen baldigen Abbau sämtlicher verkehrsfeimolicher Um* sah steuern und damit auch des Börsenumfah- stempels. Die Börse setzt diese Hoffnung bereits als sicheren Faktor bei ihren DisposUüonen ein. Sollte die Regierung auch diesmal biete Erwartungen enttäuschen, so würde sie mit der Gegnerschaft nicht nur der Börse, sondern de-' Gesamtwirtschaft, vor allem auch der kapitalhungrigen Industrie, zu rechnen haben. Die Börse i|t nun einmal das große Geldvermit'eiungsorgan, durch welches vor allem auch ausländisches Kapital der deutschen Wirtschaft zugeführt werden larat. Versagt die Börse, weil ihr durch wirtschasts- feindliche Steuergesetze die normalen Fuickiionen erschwert werden, so fühlt letzten Endes der Industrielle, Gewerbetreibende u.ib A beiter d e e Störung ebenfo jchwer, wie der Börsianer. Die verhältnismäßig günstige finanzielle Lage der meisten Stadtverwaltungen und die innerhalb verschiedener kommunaler 0^örper>ch-.rften gediegenen Erörterungen über eine Wiederaufnahme des Zinfendienstes für ältere Anleihen, im beschränkten ihn fange, haben an der Börse die Stadtanleihen stark in den Vordergrund deS Interesses gerückt. Daneben werden aber auch die älteren Staatsanleihen wieder ftärter beachtet. Für den Industrieaktienmarkt ist • man wohl im Grunde festgestimmt, ohne daß jedoch bei den jetzigen Geldmarktverhältnissen und unklaren innerpolitischen Zuständen diese Stimmung sich hätte in größerem Umfange auch in den Kursen ausprägen können. Immerhin entwickelte sich in den letzten Tagen doch auf verschiedenen Spezialgebieten, wie z. D. am Kalimarkt und bei den schweren westlichen Montanwerten, ein sehr lebhaftes Geschäft bei anziehenden Kursen, das als günstiges Symptom für die weitere Gestaltung der Gesamttendenz des Effektenmarktes gewertet werden kann. Um die Herabsetzung der Börfenumsatzftcuer. Reichsfinanzminister Dr. Luther nimmt in einem Schreiben an den Zentraloerband des Deutschen Dank- und Bankiergewerbes zur Frage der Herabsetzung derBörsenurnsahsteuer Stellung. Der Minister führt u. a. aus, daß es ihm, nachdem für ihnfätje ausländischer Zahlungsmittel gewisse Erleichterungen geschaffen worden waren, nicht wünschenswert erschien, die Frage, ob es sachlich geboten und im Rahmen der gesamten Steuergesetzgebung erträglich sei, eine weitere Senkung der Börsenumsahsteuer vorzunehmen, zu entscheiden, ohne das Parlament zu hören. Zur Klärung von Vorfragen hätten wiederholt Besprechungen mit den Herren des Zentralverbandes und sonstigen Sachverständigen stattgefunden, wobei auch erörtert wurde, inwieweit die gegenwärtige Stille am Aktienmarkt und die sonstigen hervorgehobenen Nachteile wirklich auf die gegenwärtige Höhe der Dörsenumsahsteuer zurückzuführen seien. Dabei sei zu bemerken, daß das Anlagebedürfnis von dem Markt der festverzinslichen Werte auch nicht durch die hohen Spesen abgehalten wurde. Zu der Frage der Beeinträchtigung der Erwerbsmöglichkeiten für die am Dör- senhandel beteiligten Kreise weist der Minister darauf hin, daß die Zahl der Personen, die sich gewerbsmäßig mit dem Effektenhandel beschäftigen, mit 2571 am 1. Oktober unverkennbar in einem Mißverhältnis steht zu der Zahl vom 1. Juli 1914 mit 927 Personen. Dazu sei die Zahl der Dörsenbesucher in Berlin etwa auf das Vierfache des Friedens gestiegen. Danach dürfte der Versuch, für eine so unverhältnismäßig hohe Zahl Personen durch Herabsetzung der Börsenumsatzsteuer ausreichende Derdienstquellen zu erschließen, keinen Erfolg versprechen. Schließlich betont der Minister, daß er, da durch die Auflösung des Reichstags die Möglichkeit einer parlamentarischen äleberprüfung der Tatsachen in nächster Zeit nicht gegeben ist, die Prüfung der Frage angeordnet habe, ob nicht im allgemeinen die Bedürfnisse der Wirtschaft und insbesondere die Interessen der Kleinaktionäre gewisse Milderungen der Börsenumsatzsteuer schon demnächst angezeigt erscheinen lassen. Aus dieses Schreiben sandte Geheimrat Pros. Dr. R i e h e r namens des Zentralverbandes des Deutschen Bank- und Dankiergewerbes dem Minister eine Erwiderung, in der u. a. ausgeführt wird: Eine weitgehende Herabsetzung der Börsen- Umsatzsteuer für Dividendenwerte dürfe nicht wieder und wieder hinausgeschoben werden. Wenn in dem Schreiben des Ministers lediglich gewisse Milderungen in Aussicht gestellt werden, so möchte er namens des Zentralverbandes des Deutschen Bank- und Bankiergewerbes nochmals eindringlichst betonen, daß eine Ermäßigung, welche nicht einmal von den im § 62 des Kapitalverkehrssteuer- gefehes für Zeiten, wie die jetzigen, eingeräumten Befugnissen, in vollem Umfange Gebrauch mache, nach keiner Richtung geeignet sein dürfte, die wirtschaftlichen Wirkungen hervvrzubrrngen,die mit der Herabsetzung der Börsenumsatzsteuer zugunsten von Industrie und Handel, zugunsten des Kapitalistenpublikums, einschließlich der Kleinaktionäre, und schließlich auch zugunsten des Steuerfiskus erzielt werden sollen. Eine unzureichende Herabsetzung der Börsenumsatzsteuer schmälere lediglich die ©teuer* emnahmen des Reiches, ohne die armsatziatigleit auf den Effektenmärkten zu beleben. Es würde nirgends verstanden werden, wenn aus politischen Gesichtspunkten eine sachlich als notwendig erkannte Maßnahme, zu der die Regierung die Ermächtigung in Händen habe, auf mehrere Monate bis zum Wiederzusammentritt des Reichstages vertagt werden sollte. • Entwicklung der Konkursziffer in Bayern. Dom 1. Januar bis 30. September 1924 wurden nach den Erhebungen des Bayerischen Statistischen Landesamtes in Bayern 484 Konkurse eröffnet, gegen 30 im Jahre 1923 und 183 im Jahre 1913. * Steinkohlen berg we rke Decker A-G. Bochum. Laut „Köln. Zig." soll der ©.= D. vorgeschlagen werden, das Aktienkapital im Derhältrris von 100:6 auf 6 Mill. R.-M. zu» sammenlegen. Börsenkurse. , ün BüRonen Prozent Frankfurt n. M. Derltn Schluh. Kl^rs jSchluhi,. Abend- 1 börse Schlutz. Rurs Schlutzk. Mittagbörse Datirnn 30. 10 | 31. 0 0. 10. 31.10. 6°A Deutsche NeichScmlethe . 4% Deutsche NeichSanleioe ■ S7e°/o Deutsche Reich.-anleth« 3% Deutsche Reichsanleihe . Deutsche Lparpraimenanleth« 4®/o Preußische ötvnsols . . . Hessen ......... 3V»e/o Hessen.......... 3% Helsen........... Deutsche Werth. Dollar-Rnl. dto. Doll.-Schatz-Anw«tsng.') Zolltstrken......... 6% Gvldmexikaner...... Berliner Handelsarsellschaft Commerz- und Prlvat-Bonk Darmft. und Nationalbank . Deutsche Bank......... Deutsche BeretnSbank .... Disconto Commandit .... Metallbau!........... Mitteldeutsche Creditbank. Oesterreichische Kreditanstalt Westbank............ Bochumer Tr-"S Cs) IO «jT CO voll voll voll voll Nenyork . . 4.1 J 4,21 4,19 4,21 voll voll Paris.... Schweiz . . 22,00 £2,12 21,94 $2,04 voll voll 80,74 81,04 80,00 81,00 voll voll Spanten . . Wien in D-- 56.46 W.74 66,36 66,64 voll voll Oest.abgeft. Prag . . . . Budapest. . Buen Aires 5.91 12,50 6,50 6,94 12,56 6,52 Ä 8,50 6,94 12,666 6,52 voll voll voll voll voll voll 1,635 1,545 1,525 1,535 Vo9 Bulgarien 3,04 3,06 8,04 8,t6 voll voll yapan . . . Wo de Ian 1,82 0.47 1,63 0,48 Ä 1,62 0,475 voll voll voll voll Belgrad . . 6.085 6,09ö 6.065 6,096 voll voll Lissabon . • 16,46 16,46 16,64 voll voll ®anfnoteeL Frrfht, 31. Oktbr. Geld Brie' Repar» Amerikanische Noten ..... 4,11 4,21 voll Belgische Noten ........ 20,10 20,20 voL Dänische Noten........ 72,69 79,05 Englische Noten ....... 18,945 19.045 doll Französische Note« ...... 21,94 12,04 doll Holländische Noten...... 164,29 165,81 voll Italienische Noten...... 18,17 18,27 voll Norwegische Noten...... 59,60 60,10 voll Deutsch-Oesterr-, ä 100 Äroaai Rumänisch« Noten...... 5,91 ; 2,26 voll voll Schwedisch« Noten ...... 111,37 111,93 voll Schweizer Noten....... 80,50 60,90 voll Spanische Noten..... . Tschrchostowakische Noten . . 86,91 12,46 -6,59 12,52 voll voll Ungarische Noten...... 8,46 6.48 voll Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht deS .Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M, 31. Oft. GS wurden notiert- Weizen 22,25 bis 23, Roggen, inländ. 21,75 bis 22,75, Sommergerste für Dvauzwecke 24 bis 27, Hafer, inländ. 19 bis 22, 2Nais, gelb 20 bis 20,50, Weizenmehl, inländ., Spezial 0, 33,75 bis 37, RoggMmehl 30 bis 34, Weizenkleie 11,50, Roggenkleie 11,25. Tendenz: Nachgebend. Berliner Produktenbörse. Berlin, 31. Oft. Der Produftemnarft lag schwach. Welter Roggen noch Weizen wird von den Mühlen in annehmbarem Umfang und Preis aufgentmxmen, weil der Mehlabsatz nach wie vor stocke. Es notierten: Pro Tonne Weizen (mark.) 202—205, Roggen (märf.) 197—201, Gerste (mark.) 235—260, Gerste (neue) 200—215, Hafer (märt.) 170—180, Hafer (pomm.) 162—173, Raps 390 bis 400, Leinsaat 390—400; pro Doppelzentner, Weizenmehl 28—31, Roggenmehl 27,50—30,75, Weizenkleie 12,30—12,60, Roggenkleie 12,30 bis 12,60, Viktoriaerbsen 33—36, kleine Erbsen 23 bis 26, Futterevbsen 19—21, Peluschken 17—18, Ackerbohnen 20—22, Wicken 18—20, Lupinen (blau) 14—15, Lupinen (gelb) 15—18, Serradelle (alt) 14—15, Serradelle (neu) 20—23, Rapskuchen 15,50—15,80, ßetnfuxf)en 25, £ roden** schnitzel 9,90, Torfmelasse 9—9,20, Kartvfteb* stocken 19—19,40. Farbflecken aus weifler Wäsche Obst-, Kaffee-, Kakao-, Wein-, Rost- u. dergl. Flecken entfernt farbige Stoffe entfärbt HeltmannsEntfärber Unschädlich für alle Stoffe. Mühelose Anwendung. 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