Nr. 231 Erster Blatt U4- Jahrgang Mttttvoq. i. ©tiober 192$ GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen Druck und Verlag: vrnhl'fche Universitälr-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Giehen. 8chrift!eitung und Geschäftsstelle: Schulitraste 7. Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags. Beilagen: GießenerFamilienblätter Heimat im Bild. Monats-Bezugspreis: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. F e r n s p r e ch-Anschlüsse: Schriftleitung 112, Verlag undGeschästsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten:An;eigerGiehen. Postscheckkonto: Zrankfurl a. M. 11686. Annahme von hiijCi^ui für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeVcrbindlichKeit. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich8, auswärts 10 Goldpfennig; für Re« Klame-Anzeigcn D.70mir Breite 35 Goldpfennig Platzvorschrift 20° „Anschlag. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilletons Dr. Friede. Tpilh. Lange: ür den übrigen Teil Ernst Blumschcin; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Bildungsfragen der Gegenwart. Von Prof. D. Dr. Becker, Staatssekretär im preußischen Kultusministerium*). Schon lange vor dem Kriege — erinnert sei nur an die kritische Stimme eines Nietzsche — und im verstärkten Maße nach dem Zusammenbruch wurden lebhafte Stimmen laut, die an unserem Hochschulwesen Kritik übten. 51m zu dieser Kritik Stellung zu nehmen, ist es unbedingt erforderlich, unser Bildungs-- und Crziehungspro- blem als Ganzes zu wägen. Unsere Universitäten zeichneten sich von jeher schon durch die Lehr -und Lernfreiheit aus; die deutsche 51niversität ist das Kind des Aufklärungszeitalters. Das deutsche Aniversitätsideal wurde geboren aus dem politischen Idealismus des neunzehnten Jahrhunderts, in einer Zeit, die gekennzeichnet wird durch Namen eines Stein-Hardenberg, eines Humboldt, eines Schleiermacher und I andere mehr. Die deutsche Universität war von jeher gleichsam ein Staat im Staate selber. Selbst im Zeitalter der Reaktion haben die deutschen Universitäten es verstanden, sich ihre Autonomie dem Staate gegenüber, der gleichsam als eine Zwangsanstalt anzusehen ist, zu erhalten. Der I innere Respekt vor der Lehrfreiheit war so groß und mächtig, daß sogar die absolute Staatsherrschaft des voriaen Jahrhunderts vor ihr Halt I machte. Auch Die Revolution im Jahre 1918 hat I es nicht gewagt, an der Lehr- und Lernfreiheit der I deutschen Universitäten zu rütteln. Hinter der I Idee der Universität des verflossenen Zahrhun- I derts stand das Suchen der Wahrheit um I der Wahrheit willen. 3m Lauf der Zeit I brach dann das naturwissenschaftlich-technische I Zeitalter heran, aus dem heraus sich dann der ■ Positivismus entwickelte. Die deutschen älni- I versitäten der Jetztzeit stehen an sich auf dem al- I ten Universitätsideal des 19. Jahrhunderts, die I Methode des Positivismus hat allerdings jetzt auf I den deutschen Universitäten Eingang gefunden. I Einen der größten Fehler des deutschen Hoch- I Schulwesens sieht die Kritik in der mangelnden I Fühlungnahme mit dem Leben. Der Zug unserer I Zeit wird beherrscht von dem Streben nach 1 derEinheit. Wir stehen auf dem gesamten Ge° I biete unserer Wissenschaft vor einem Genera- I lionsumZchlag, vor einer Wissen- I schaftkrise. Die Angst vor subjektiven Kon- I struktionen mag die ablehnende Haltung zum I Modernen seitens unserer philosophischen Fakul- I täten begründen. Die Entwicklung geht nach mei- I ner persönlichen Ansicht, wenn eine Prophezeiung 1 hier überhaupt möglich ist, wohl folgenden Weg: | Einmal wird sich ein Einbruch von irrationellen I Elementen in das Reich der Wissenschaft voll- ■ ziehen — eine Folge des überaus stark ausge- I prägten Gemeinschaftsgeistes unserer Tage, so- I dann wird der Wille zur Form, d. h. der Wille I nach künstlerischem und schöpferischem Schaffen sich I Eingang erzwingen, und endlich wird eine neue I Form des Subjektivismus in unser Hochschulwesen I ihren Einzug halten. Durch die neue Bildung soll I derGesamtmensch erfaßt werden. Die höhere Schule wird in.Zukunft zum I Mittelpunkt unseres geistigen Lebens werden; sie I wird die Aufgaben der Universität mit Prak- I tischen Fachaufgaben verbinden. Die neue Re- I form, die darauf hinzielt, das Dogma von der I Allgemeinbildung zu beseitigen, wird die h.er I notwendige Teilung vollziehen, so daß wir I in Zukunft das humanistische Gymnasium, das I Realgymnasium, die Oberrealschule und die Deut» I scheu Oberschulen zu unterscheiden haben werden. I 5er Gedanke der Reform des h Heren Schulwesens I laßt sich dahin zusammenfassen: es steigt ein »neuer Humanitätsge danke empor, der ■ mit dem Hniversitä lsgedan^ri Der- I bunden, aber nicht von ihm beherrscht I werden wird. Bei der Beurteilung der Volks» I schulfrage ist wesentlich der grol'e Zweck, der I mit der Schaffung der Einh it-schule von innen I heraus im Interesse unseres Dolles ve.f lgt wird. I 5er soziale Gedanke, de in unserer Zeit I stark im Vordergrund steht, muö b i der Volks- I schule sv verwirklicht werden, daß die höhere »Schule keinen Schaden leidet. Der Weg, I der zu diesem Ziel führt, ist mit der Schaffung »der Ausbauschule beschritten worden. E:ne » größte Rolle bei der Dolksschulfrage bildet das I Problem der Do lks s ch u lle e r b i l du n g. 1 Die große Streitfrage bei der V-Nsschullehrerbil- I düng ist die seitens der Lehrerschaft erhobene I Forderung eines abgeschlossenen Uni» »versitätsstu diums. Die Ansicht des preu- I ßischen Kultusministeriums geh jel ch dahin, daß »die innere Einheitsschule nur möglich ist durch Idas Abiturium, daß jedoch die Volksschullehrer laicht zum Studium auf den Universitäten zuge- I lassen werden sollen. Aus dem HumanitätLibeel, I Menschen zu bilden, entsteht nur die wirkliche IVolksschule. Die pädagogischen Akade- Imien, die zur Ausbildung Der Volksschullehrer I berufen sein sollen, werden'Einrichtungen 'u: ge- neris neben d^n 51Niversitäten und technischen Hochschulen Larstellen. Das Prinzip der alten Schule muh fallen durch eine neue Bindung von innen heraus: das neue Bildu'gswe e i soll eine Charakterbildung erstreben Lurch Willenserziehung. Die moderne Pädagogik wird nur dann Erfolge ausweisen können, wenn sie aufgebaut ist auf dem Fundament: Wille, Kritik und Ehrfurcht, diele drei — aus dem Wege zur neuen Humanität ist aber die Ehrfurcht die größte unter ihnen. *) Nach einem auf Der Magdeburger Hochschulwoche gehaltenen Vortrag. Deutschnationale und Negierungserweiterung. Der deutschnationale Dertretertag für den Eintritt in das lpeichskabinett. Berlin, 30. Sept. (T. II.) Die Dertreter- tagung der Deutschnationalen Volkspartei nahm heute um Voll 51hr im Reichstag ihren Anfang. Aus sämtlichen Landesverbänden sind Delegierte erschienen. Auf je 40 000 bzw. an gefangene 40 000 der am 4. Mai abgegebenen deutschnationalen Wäblerstimmen innerhalb des Landesverbandes entfällt ein Vertreter. D.e Vertreter sind von den Landesvorständen benamt. Ferner ist der Parte i v o r st a n d vertreten, der selbstverständlich zur Parteivertretung gehört, weiter sämtliche deutschnationale Reichstagsabgeordnete und M i n i st e r der Länder, die deutschnatio- naten Mitglieder des Reichsrates, des Reichswirtschaftsrates und des p r eu- ßischen Staatsrates, ferner die Vorsitzen- den der deutschnationalen Fraktionen der bundesstaallichen Parlamente und die Lan- desverbandsvor sitzenden. Die Zahl der Anw-esenden wird ungefähr 500 betragen, darunter 250 Stimmberechtigte, die sich aus Parteivorstand und Delegierten zusammensetzen. Den, Vorsitz führt der Parteivorsihende Herat, der die Tagung eröffnete und m längeren Ausführungen, die natürlich streng vertraulich sind, ein Dlld der politischen Lage zeichnete. In der Aussprache ergriffen zu längeren Ausführungen das Wort Graf Westarp, Cxz. Wallraf, Abg. Bruhn und v. Freytag-Loring- Hoven. Namens des am Erscheinen verhinderten Abg. Großadmiral v. Tirpitz verlas Landrat v. K e u d e l l eine Erklärung. In einem offiziellen Parteibericht über das Ergebnis der Tagung heißt es: Staatsminister Hergt berichtete ub.r die Reichstagsberatungen zum Sachverständigengutachten und über die inzwischen statigehabten Besprechungen über den Eintritt der Deutschnationalen in die Reichsregierung. Bei seiner eingehenden Würdigung der politischen Lage verwies er u. a. auf das Schreiben der Reichstagsfraklion der Deutschen Dollspartei vorn 28. August, in dem vollstes Verständnis für Die bei der Deutschnationalen Vollspartei begehende bittere Enttäuschung über das in London nicht Erreichte zum Ausdruck kam. In diesem Schreiben werde die Deutschnationale Dollspartei zur Mitwirkung an de r Zukunftsarbeit aufgerufen, wobei dann alles darauf an- komme, mit allen Kräften das nachzuholen, was in London noch nicht durchgesetzt werden konnte. Er nahm ferner auf den Beschluß des Frattions- vorstandes der Deutschen Dollspartei vom 24. September Bezug, in dem gerade die Heber- nahme der Reparationslasten nur gegen die Sicherung von Freiheit, EhreundExistenzmöglichkeit als Richtlinien bezeichnet wird. In einer eingehenden Aussprache kam zum Ausdruck, daß auf Grund solcher ÄunDgebungen der Deutschen Volkspartei sich eine Verständigung über eine gemeinsame nationale Arbeit mit den anderen in Betracht kommenden Parteien finden lassen könne, wobei die Deutschnationale Dollspartei ihr vornehmstes Ziel, die p o l i - tische und wirtschaf tliche Freiheit, unter allen Umständen weiter zu verfolgen entschlossen ist. In der Aussprache wurde ferner auch in vollster Würdigung der schwierigen Lage das unablässige und selbstlose Bemühen des Parteivorsitzenden anerfamrt, unter Wahrung des eigenen ablehnenden Standpunktes einen Ausgleich unter den abweichenden Auffassungen der Reichstagsfraktion herbeizuführen und dadurch die Geschlossenheit der Fraktion zu erhalten. Von dem Dertretertag wurde dann folgende Entschließung gefaßt: „Die Parteibertretung der Deutschnationalen Dollspartei ist, ebenso wie die DorsihenDen der Landesverbände, einmütig gewillt, die Geschlossenheit der Partei zu wahren. Nachdem der Reichstag die auf dcm Londoner Abkommen beruhenden Gesetze angenommen hat, und somit zur rechtlich bindenden Norm, die der Durchführung bedarf, gestaltet hat, ist es die Pflicht der Partei, sich Einfluß auf die Auslegung und Handhabung sowie Verbesserung der Gesetze zu der. schaffen. Die Parteibertretung billigt deshalb, daß die Reichstagsfrattion sich den von dem Reichskanzler in Aussicht gestellten Verhandlungen über die Beteiligung der Deutschnationalen an der Regierung nicht versagt." Die CBertretertagung hat dann noch ein ausführliches Programm ausgeaibeitet. Las Den Regierungsparteien vorgelegt werben soll. Es handelt sich dabei um grundlegende Richtlinien der inneren und auswärtigen Politik, die als eine Art deutschnationale Mindestforderungen bezeichnet werden. Der Wortlaut des Programms ist bislang zwar den anderen Parteien noch nicht beka.rnt, in parlamentarischen Kreisen verlautet nur so viel, daß die Vorbesprechungen bereits sehr weit vorgeschritten seien. Falls die Regierungserweiterung in Dem zur Zeit geplanten Sinne tatsächlich zur Durchführung gelangen sollte, würde Die Möglichkeit gegeben sein, der Deutschnativnalen Partei drei Minister- posten zu überlassen. Es handelt sich dabei um Den Posten des Innenministers, des Reichsarbeitsmini st ers und desReichsernährungsministers. Mit einiger Sicherheit dürfte festslehen, daß die Deutschnationalen Den Abgeordneten Dr. Hergt als Dizekanz» l e r und Innenminister präsentieren werden. Die Aktion des Reichskanzlers. Verhandlungen mit Deutschnationalen und Sozialdemokraten. Don unserem Berliner Dertreter. Berlin, 1. Oft. Reichskanzler Dr. Marx, Der persönlich Die Initiative zur Umbildung Des Reichskabinelts in die Hand g nomine i hat, wird in Den nächsten Tagen seine Bemühungen zur Erweiterung Der Regie.ungsbafis aufr.ehmen. Wie wir von unterrichteter Seile erfahren, hält Dr. Marx an seiner Absicht fest, nicht nur mit Der Deutschnationalen Partei, sondern auch mit Der Sozialdemokratie in Fühlung zu treten. Im Gegensatz zu den Auftaklung n Der volksparteilichen Kreise steht Der Reichskanzler persönlich auf Dem Standpunkt, daß eine Volksgemeinschaft ohne Mitarbeit Der Sozialdemokratie nicht möglich sein würde und daß eine ausgesprochene Rechtskoalition im Widerspruch zu Der bisherigen Haltung Der Reichsregierung stehe. Von einer Dem Reichskanzler nahestehenDen politischen Persönlichkeit wird uns mitgeteilt, daß Dr. Marx von Der u nbedingten NotwenDigkeit einer Erweiterung Der Regierungskoalition überzeugt ist und Dementsprechend an Die deutschnationale Partei herantreten wird, um sie zur praktischen Mitarbeit an Der Regierung aufzufordern. Er will aber nach Möglich.eit Die Sozia lDemokratie nicht aus- schließen, und aus diesem Grunde wird er es vermeiden, zunächst in gesonderte Besprechungen mit den Deutschnationalen einzutreten, ohne auch gleichzeittg mit Der Sozialdemokratie Fühlung genommen zu haben. Der Beschluß Der deutschnationalen Vertreter» ♦agunfj wirb gegenwärtig in Den der Regierung nahestehenden Kreisen sehr lebhaft erörtert. Vkan ist Der Meinung, Daß Die Bereitschaft Der Deutsch- nationalen zur Mitarbeit an Der Reichsregierung einen wichtigen Fortschritt in der in» nerdeutschen Entwicklung Dar fl eilt, und Daß Die Entschließung Der Deutschnationalen Führer als brauchbare Derhandlungsgrundlage angesehen werden kann. Der Reichskanzler äußerte persönlich Die Auffassung, Daß Die deutsch- nationale Entschließung von seiner eigenen Auffassung über Die Herbeiführung Der deutschen Volksgemeinschaft noch sehr weit entfernt sei, und daß er nicht ohne Bedenken Die schwierige Aufgabe übernehmen werde, an DieRegi:rungsumblldrng im jetzigen Augenblick heranzutreten. Im übrigen l errscht in den parlamentarischen Kreisen Der Eindruck vor, Daß Dr. Stresemann keineswegs Darauf verzichten wird, in Die Verhandlungen zur Erweiterung Der Regierungskoalition einzugreife.i und so e n t sche i D e n D e n Einfluß auf Die Regierungsumbildung auszuüben. Es scheint sich tatsächlich zu bestätigen, Daß Dr. Stresemann innerhalb des Reichskabinetts auf das Entschiedenste für eine Hinzuziehung Der Deutschnationalen eintntt und vorläufig eine QUitarbeit Der Sozialdemokratie für unerwünscht und unzweckmäßig erachtet. In diesen Fragen dürften tatsächlich erhebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen ihm und dem Reichskanzler bestehen. Die Besprechungen, die Mittwoch ihren Anfang nehmen, werden voraussichtlich Die ganze Woche in Anspruch nehmen. In Der nächsten Woche werden Dann Die Reichstagsfraktionen zu dem Ergebnis Stellung nehmen Als erste Der Reichstagsfraktionen hat Die demokratische für Dienstag, Den 7. Oktober, eine Sitzung anberaumt. Der Vorsitzende Der Partei, Koch, der in Italien weilt, ist wegen Der bevorstehenden Parteiführerbesprechung von Der Demokratischen Parteileitung telegraphisch zurückberu- fen worDen. Die deutsche Anleihe in England. London, 1. Oft. (Tel. An.) Laut Nachrichten im Harrdelsteil Der „Times" wird die deutsche Anleihe zu Mitte Oktober aufgelegt werden. Sie wäre, schreibt die „Times", m einem empfehlenden Aufsatz, der richtige Versuch tzur Wiederherstellung gesunder Währ-ungsvechält- nisse und brauchbarer finanzieller Bedingungen auf Dem Kontinent. Don besonderer Wichtigkeit vorn englischen Gesichtspunkt aus gesehen, wäre Die Beendigung der Inflationskonkurrenz und die Beschränkung des deutschen industriellen Wettbewerbs, Da Deutschlands Industrie und Handel nach 5 Jahren 125 Millionen Pfund Sterling C t e u e r n zu zahlen hätte. Damit würde unter Umstanden eine Verminderung derenglischen Steuerlasten erreicht werden können. Deutschland dagegen würde gezwungen fein, sein Preis- und Lohn-Niveau zu heben und infolgedessen würde Die Wirkung des Dawesberichtes Die Verminderung Der deutschen Konkurrenzfähigkeit bedeuten. Wie das „Derl. Sagebl." hört, wird Reichs- finanzminister Dr. Luther sich heute nach London begeben. Die Verhandlungen, über den Abschluß Der Anleihe, an denen auch Reichsbankpräsident Dr. Schacht teil» genommen hat, sind soweit gediehen, daß mir einem unmittelbar bevor st chenden Abschluß gerechnet werden Dürfe. Rückkehrerlaubnis für Mainzer Ausgewiesene. Koblenz, 30. Sept. (WTB.) Nach «Mitteilung Der Rheinlandkommission werden u. a. folgende Ausweisungen zurückgenommen: Direktor Fritz Sommer, Ems; Rektor Jakob Dach Mainz; Pfarrer Ludwig Berck, Mainz-Mom- bach; Pfarrer Karl K n a b , Gustavsburg; Pfarrer Adolf K o r e ll, M. d. R., Ingelheim; Rektor Josef Schorn, Mainz; von Privatpersonen: Lorenz Diehl, Generalsekretär der hessischen Zentrumspartei, Mainz-Kastel; Gustav 2 b i n g, Redakteur der Volkszeitung, Mainz; Dr. Paul M e e s m a n n, Syndikus der Handelskammer. Mainz; Josef Will, Direktor der Mainzer Der» lagsanstalt und Druckerei QI. G. (Mainzer Anzeiger), Mainz. Nunmehr enthält die Liste noch 53 Damen derjenigen Personen, deren Ausweisung noch nicht zurückgenommen ist. Die Verhandlungen darüber werden fortgesetzt. Neue Verhandlungen über die militärische Räumung (Eigener InforrnationsDienst.) Berlin, 1. Oft. (Dcahtmeldg i Don unterrichteter Seite erfahren wir, Daß Die Reichsregierung entschlossen ist, im Verlaufe Der soeben beginnenden deutsch-französischen Wirtschaslsver- Handlungen auch Die Frage einer frühe- renmilitärischenRäumungDesRuhr- g ebiets aufzuwerfen. In Den Regierungs kreisen hofft man, Daß es möglich sein wird, Die französische Regierung zu einer neuerlichen Stellungnahme in Der militärischen Räumungsfrage zu veranlassen, zumal auf Der LonDoner Konferenz ausdrücklich von französischer Seite eine eventuelle Vorverlegung Der militari- schen Räum ungstermine in Aussicht gestellt worden ist. Eine Deutsche Aktton in Dieser Richtung wird um so notwendiger, als, wie Die „Köln. Ztg." aus Dortmund meldet, mit der schon vor einem Monat in Aussicht genommenen Räumung Dortmunds noch nicht einmal der Anfang gemacht ist. Denn den Weggang von je 30 bis 40 Zollbeamten, Micumleuten und Gendarmen kann man nicht als Räumungsanfang bezeichnen. Dortmund hat heute noch eine militärische Besatzung von rund 2500 Mann, wozu noch eine Anzahl Regieleute, Gendarmen unD Geheimpolizisten kommen. An einen Abzug Der Besatzung ist vor Dezember nicht zu denken. Eine Kontrolle Der Personalausweise findet nach wie vor an Der alten Grenze statt. Die deutschen Reparationszahlungen. Die erste Oktoberrate von 14 Millionen (Sm. bereitgestcllt. D e r l i n, 30. Sept. Die für Den Monat September gemäß Dem Londoner Abkommen zu leistenden Reparationszahlungen in Höhe von 83 Millionen Goldmark sind nicht nur pünttlich geleistet, sondern sogar überschritten worden, so daß ein beträchtlicher Aeberschuß erzielt worden ist. Die Totalsumme von 83 Milllonen seht sich aus den beiden Zahlungen der deutschen Regierung von zusammen 40 Millionen Goldmark, Den Einnahmen aus Dem Recoverh-Akt unD von Der Regie, sowie Den Deutschen Zahluw gen an Die Besatzungsmächte zusammen. Nach Mitteilungen Des Stellv. Generalagenten für Reparationszahlungen ist Der am 1. Oktober fällige Reparationsbetrag von 14 Millionen GolDmark bereitgestellt. Nach Meinung Des Herrn Dawes liefern Diese Zahlungen einen weiteren Beweis für Das erfolgreiche Arbeiten Des Dawesplanes. Die Ausfuhrabgabe an Frankreich. Paris, 30. Sept. kHavas.) Die französische Regierung hat der deutschen Botschaft heute Die Antwort auf Die Deutsche Note betr Die 26prvzentige Exportabgabe überreiche m lassen Die französische Regierung bemerkt, daß diese Taxe analog derjenigen fei, Die in England erhoben werde, und daß ilj-re Einführung sogar durch den Tawesplan als Zahlüngs- m i 11 e l v v r g e s e he n sei. Die französische Regierung unteistteiche, daß durch diese finanziell.' Maßnahme dem Deutschen Reiche keine neuer Lasten aufgebürdet würden und daß sie nicht die Absicht habe, durch diese Abgabe die Klau sein des Dawesplans zu umgehen. Amerika und das Dawesgutachten. 50. Iahreskongreß Der Vereinigung amerikanischer Bankiers. Paris, 30. Sept. (Telun.) In Chicago wird heute der 50. Iahreskongreß Der Vereinigung amerikanischer Bankiers er cf frei An 1000 Bankiers sind aus Den verschiedenen Teilen Nordamerikas in der Stadt eingetroffen. Aus Unter» reDungen, Die Der Vertreter Der .UniteD Urefi nm Lande beteilst und Graf Brockdorff Dr. von Siemens, !zr Delv?rkchai tobinafteucr 1 »-derbesteuecsat r ie - § i v i s i o n, Steine » und Stettin « anteilmäßig ■ üze* (Buchdruck verboten.) 6. Fortsetzung. en- er- Gießenct am 30. e stück, an dem u. a. der Minister Dr. Stresemann Bantzau tellnahm^n. luy offenbar streng an das riebereinkorumen, wonach über den Inhalt des Memorandums nichts in die Oeffentlichkeit dringen.darf. Die äußerst knappen Berichte der Pariser Morgenpresse lassen daraus schließen, daß keine Indiskretion begangen wurde. Em Teil der Presse behauptet allerdings, in der Lage ,>u sein, mit einigen ziemlich genauen Angaben über das dea.ltsche Memorandum aufwarten zu können, doch wird hierzu von deutscher amtlicher Seite fest- gestellt, daß diese Mittellungen falsch sind. Ebenso erfunden sind auch die Pariser Meldungen, nach denen der Inhalt des Memoran-- dums von der russischen Regierung unter Hinweis auf den Rapallovertrag beeinflußt worden wären. Reichstag eingetreten. Der Papst hat Monsign. Mathias Ehr fried zum Bischof von Würzburg narmt. Die junge Frau wartete ein wenig und trat dann wieder in den Lichtkreis. Da bemwkte sie, daß sie eine der Zigaretten aus der Stachel noch in der Hand hielt. Sie legte sie rasch in ihr Täschchen, verließ mit plötzlichem Entsch'uß das Zimmer und ging die Treppe hinab. Sie hatte instinktiv das Gefühl, daß der Zi'aretten- dieb irgendetwas mit dem Raub Les St ple Väschen Kindes zu tun hatte. Sie tefchloß, ihm nachr.ug'hen und verschob die rintcrrevung mit Alphonse Balentin auf ein andermal. Als sie zum Haus hinaustrai, sah sie den Mann einige fünfzig Schritt entfernt den Boulevard hinabgehen. Sie spazierte hinter ihm her und tat, als kümmere sie sich nicht im geringsten um das. was um sie her borgt ig: dabei beobachtete sie ihn jedoch scharf. Er schirr es eilig zu haben und sah wnder rechts noch links. Grace folgte ihn '? nahe, als es möglich war, oh re von ihm bem? ck' zu werden. Es war ein langer Weg. Rach einer halben Stunde sah die Frau, daß sie in die Champs Cltzsöes cing.-bo.'en waren. Die S'inr hat.en sie lange vorher beim Pont Reuf überquert. Auf der glänze .d b L achteten Avenue gingen sie in der Richtung des Arc de Triomphe. An der Ecke den.' Avenue K e er wandt- sich der Mann nnch links. Gr ce folgt e und fragte s.ch, wohin die Spur nun führen würde. Zu ihrem Staunen verschwand der QIZann plötzlich durch ein Tor, das den Dienerschaf s ingang ün<ö stattlichen Gebäudes bildete, welches auf die Avenue hinausging. Sie blickte auf. Es war das Haus S apleri,.. Die Vergewaltigung des Saarvolkes. Ein Tscheche vom Bölkerbuud zum Mitglied der Saarregicruug ernannt. G e n f, 30. Sept. (WTB.) Der Döllerbuuds- rat ernannte heute zum Rachfolger des berftor- benen Mitglieds der Regierungskommission des Saargebietes. Espinosa de Los Monteros, den gegenwärtigen Richter im Obersten Gerichtshof in Saarlouis, Dr. Franz Dezenski (Tschechoslowakei). Er wird das Departement für Unterricht, Kultus und Justiz über- nehiuen. Die Ernennung von Dr. Vezenski wurde von B e n e s ch Persönlich vorgeschlagen und einstimmig vom Rat genehmigt. Dr. Bezeuski, der seit 1921 im Obersten Gerichtshof des Saarge- bietS tätig ist, war früher im Obersten tschechoslowakischen Derwaltungsgerlcht in Prag tätig und Ministerialrat im Justizministerium. Die Moffurfrage vor dem Völkerbund. Genf, 30. Sept. (WTB.) Der Völker- bundsrat beschloß, daß für die Lösung der Grenzfrage zwischen der Türkei und dem Irak eine dreigliedrige Kommission gebildet werden soll, die dem Rat alle für feine Entscheidung notwendigen Anregungen und Mitteilungen zu unterbreiten und an Ort und Stelle Untersuchungen vorzunehmen hat, wobei sie von dem Beirat der beiden Regierungen unterstützt wird. Die Mitglieder der Kommission werden von dem Präsidenten des Rats, Hymans, und von dem Berichterstatter B r a n t i n g ernannt. Der englische und türkische Delegierte erklärten sich mit dem Beschluß einverstanden. Kleine politische Nachrichten. um dann über holländisches Gebiet und über die Südküfte von Irland Den Ozean zu erreichen. Die große Zeppelinhalle in Friedrichshafen muß voraussichtlich noch im diesem Jahre abgebrochen IrzrrDen. Wenige Tage nach der Abfahrt des Schiffes wird die interalliierte Kontrollkommission in Friedrichshafen eiirtrefsen, um den Abbruch der Halle zu überwachen. Die kleine Halle hingegen wird bestehen bleiben. Man wird im Frühjahr mit dem Bau kleinerer Luftschiffe bis zu 30 00C Kubikmeter Gasinhalt, wie dies der Frieden 2^ vertrag zuläßt, beginnen. Rach Meldungen aus Washington sind die drei Kreuzer „Milwaukee", „Detroit" nri? „P otvka" auf Befehl des Marined-Lpariemenri in See gestochen, um sich längs der Marso> route aufzustellen, die der Zeppelin während seines transatlantischen Fluges verfolgen wird Der Z. R. 111 wird auf dem Ankerplatz der „She- nandoah" in Lakehurst im Freien sestgemacht werden. „Shenandoah" wird kürz vor den: Eintreffen von Z. R. III einen zweiten Amerika f l u g antreten, um seine 5>rffe für di: Unterbringung des neuen Luftschiffes frei ,;ii machen. Z. R. UI wird sofort nach seinem Ein treffen entleert, und nach der Rückkehr des „Shenandoah" von seinem Ainerila- flug mit bem explosivussicheren Hriiumgas dieses Luftschiffes gefüllt werden: Da für beid'r Luftschisfe nicht genügend Heliumgas vorhanden ist, wird „Shenandoah" den Winter über nicht benutzt werden, während Z. R. Hi dauernd zu Probeflügen Verwendung finden soll. Die Behörden beabsichtigen, den Zepelin eine Reihe von Schauflügen angesichts des ungeheuren Interesses des Publikums für den Luftkreuzer in Amerika machen zu lassen. Das Marine-Departement hofft, daß die „Shenandoah" oder der Z. R. lil nächstes Jahr einen Flug nach d c m Rordpol unternehmen werde. ®er Zeppelin würde, falls die Expedition zustande kommt, als Mutterschiff für 12 bis 15 Flugzeuge verUxmdt teerten. Frar-kfurter Hiftorikertar;. Frankfurt a. M., 30. Sept. (WB.) D-ri 14. Versammlung deutscher Historiker und die mit ihr verbundene Tagung des Verbandes deutscher Geschichtslehrer ward? mit einem Empfange durch den Magistrat im Kaisersaal des Römer eröffnet. Im Auftrage der Stad oegrüßte Stadtrat Pros. Dr. Ziehen die Teilnehmer, während Staatssekretär Becker die Grüße des Preußischen Kultusministeriums überbrachte. Der Präsident der Tagung, Prof. K ü n z e l - Frankfurt a. M., hob in seiner warmherzigen Ansprache hervor, daß über der ganzen Veranstaltung das Beken-ntnis zur Gemeinschaft des deutschen Volkes auch über die politischen Grenzen hinaus liege. Auch Regierungspräsident H a e n i s ch - Wiesbaden betonte, daß die Tagung nicht nur eine hohe wissenschaftliche, sondern auch eine im höchsten Sinne des Wortes nationale Bedeutung habe. In allen Ansprachen kam zum Ausdruck, daß die Geschichtswissenschaft jetzt vor altem die Ausgabe habe, in der Kriegsschuldfrage der Wahrheit zum Si^ge zu verhelfen. Bilderdieostahl in Düsseldorf. In der Städtischen Kun st Halle ist ein großer Diebstahl ausgeführt worden. Diebe haben acht der wertvollsten Bilder aus den Rahmen herausgeschnitten. Gestohlen wurden: A. D ö ck l i u s „Brustbild der Kleopatra", Moritz von Schwinds „Käthchen von Heilbronn". Max Liebermanns „Kartoffelernte", fotoie Bilder von Knaus, D a u t i e r, Has en clever, Buchholz und Mare ne und fast volle Zigaxettenschachtel'. Es wäre.' kleine Zigarüten mit' Goldrand, wie sie gew h l;d) von Damen geraucht werden, und eben das fiel ihr auf. Sie fand es sonderbar, daß ein Mann solche Zigar- retten rauchen sollte. Sie besah die Schachtel genauer und bemerfte, daß sie ameril. mischen -Ursprungs war. Müßig rahm !i' ■ in? der Zi aretten heraus und hielt rle in der Hand. Sir las d e auf b.e Pechierh 'lsre niht anw k' ü wrr, ger u chws ren Seit]teer hmen zu erklimmen. Es ging nicht leicht. (Sinke Mi 'u en verstrichen, eh^ d r Mann I.vch genug gerietrirt war, um in d rs Zimmer springen M können Dann trat er ohne 3ög r i um Tiche, überschau e ihn, nahm die Ziga,ettenschach1>ek, steckte sie in die Tasche unb verschwa^», vH r cetwas anderes auch n>-' eines Bl ckes zu würdigen, zur Tür hinaus und verlieh das Haus durch den Flur Das Genfer MilitärkontroAfystem. Der Ausschluß der besiegten Staaten. Berlin, 30. Sept. (Sri.) Wenn der offizielle Text des Genfer Protokolls über Abrüstung und Militärtontrolle auch noch nicht vorliegt, so hegt man in hiesigen amtlichen Kreisen doch schwere Bedenken gegen die bisher bekannt gewordenen Einzelheiten. Diese Bedenken gelten sowohl dem objektiven Teil der Abmachungen clls auch der bedroh t e n Gleichberechtigung der Völker. Das Ideal der Völkerbundskontrolle wäre, daß sie nicht durch Seltsame Mttemochen Roman von Arnold Fredericks. A flllö - Schweidnitz, Stettin und Sterne- münde. ferner Be fest i g ung s we r ke in Geestemünde und Cuxhaven, verschiedene Verpslegungs-, Bekttidungs und Zollämter und die Polizei e.mger Länder, sowie Fabriken besichtigt worden. Die Te'ute lind reibungslos Der laufen. Halbamtlich wird ferner mitge teilt, daß alle Abrüstugs,ragen, so-w it sie sich auf die deutsche Mari ne beziehen, erledigt sind und die Interalliierte Marinekvntroll- komMission laut Beschluß der Büschafter- kvnferenz am 30. September aufgelöst wird. Die Pariser Presse und das deutsche Memarandum. Paris, 30. Sept. (T ri.) Französische, englische und amerikanische Preisevertreter, die sich gestern in großer Zahl im M i n i ft e r i u m des Aeußern mit der Bitte um Auskünfte über das deutsche Memorandum einge- funden hatten, mußten unverrichteter Dinge wieder abziehcn Aul französischer Seite hält man einige Truppente le in An Stelle des Abg. der sein Mandat niedergelsgt hat, ist der Malermeister Paul Koen ko in Berlin (Dem.) in den Der Reichspräsident gab zu Ehren des in den nächsten Tagen in seine Heimat zurückkehrenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Mexiko, General Calles, ein Früh- Reichskinzler, Reichs- Aus aller Welt. DieAmerikaf ahrt desI.R. HL r Sn" W" «06« Ä," McMnierw vird der W Lchnce im CUM mar.“ fetten eme n und lassen sich alle Diener vorsühren. Vielleicht finden Sie Den Dieb darunter." „Dies wollte ich h?ute vormittag tun." Der Präsctt lad) [te. „Ich weit; nicht wohin Ihre Rachforschungen führen werden, abc • sic scheinen mir viel zu versprechen. Ich habe ein Du end Leute mit Der wache betrau’, -ri r sie haben nicht 6en geringsten Fortschritt gemacht. Allerdings trachten wir. daö Kind zu finden. Sie suchen die ganze Stadt mit der größten Sorgfalt ab. Wir Denfen, wenn wir erst den vermißten Kimben haben, so finden wir auch die Entführer." (Fortsetzung folgt.) stehende Kinder wurden getötet, ein viertes wurde schwerverletzt und liegt in hoffnungslosem Zustande im Cellcr Krankenhause. Zwei weitere Kinder kamen mit leichteren Verletzungen davon. __________ Wettervoraussage. Wolkig, zicmllch kühl, Winde allmähltch auf westliche Richtung dreh nd, einzelne Regelfälle. Die eingetret :ne Trstibang des Wetters wird nur von ter Dauer fein Das Störung-gebiet, unter dessen Einfluß unser Beckrt' vor der Hand steht, zeigt eine langgestreckte Form und wird uns bald seine Rückseite bringen. OrTHOMPSÖNr SElfENPU Überall zu haben PonnefeldtsTee X». wiettlKM wl aiayeMB. bilde im V»? 3ud; Niederlagen in allen Stadtteilen ntxij vor dem Winter Gelegenheit zu herrlichen Rückwanderungen, und die WinterKeit toird so (Verlag Hugo Steinitz, Berlin W. 35. Pr spai-sarne, erfahrene Hausfrau spricht aus den Vorschriften. 20. erscheint wieder s-;"™ ARzium ^1. m. 2Neuen, u. 'Winlerausyabe 50§i?fy 1 MksülSe den der es besonders tvectvvll er- die klare, leichtverständliche Berücksitz'.üjung der vielen im Haushalt oft unbeachtet neu zu belegen, die feite von der Burg fen; man ist dazu bttag, der sich nicht men tplä t t chen 1,50 hält Ml. ZiNlMk zu vermieten Lu * BabnhofKr. 12 II nicht also lang empfunden, als werrn bereits der Oktober winterliche Kälte bringt. bleiben. Eine zu vermieten twi Crbc(ftroi;c 39 p. Kaiserstrabe ist aus der Ost- bis zur Haagstrahe aufgeris- überaegangen. den Asphalt- gut bewährt hat, durch Ze- zu ersetzen. In den schmä- 45. Preiyelveeren Pfv. 80 Zwetftven PW 8—12, Mirabellen Pfd 15, Suppenhühner Pfd 80, Gänse Pfd 100, Busse Pfd 40—50 Pf Bornotizen. * Tageslalender für Mittwoch. D. H. D. Mitgliederversammlung, 8V2 Uhr im Kauft» Dereinshaus. — Kam.-Vereinig ehem. Leibgavd.: Monalsversammlung 83/4 ilhr. — Lichtspielhaus Bahntwf strafte „Die Hermannsschlacht". — Hessische Dllderbühne: „MädchenloS". — Astvria-Lichtspiele: „Verrat". — Südwe ft deutscher Radivklub. Man schreibt uns' 5*ic Mitgliederversammlung, die morgen adrnd im physikalischen Institut statl- sindet, ist wegen ihrer Tagesordnung für alle Mitglieder änderst wichtig- Es wird u. a. die Einrichtung des Verernslabovatorjunrs, eines eigenen Dersuchssenders u!w. besprochen werden. Aa- becdem ist Gelegenheit, einen Teil der Oper Carmen durch den Lautsprecher anKahören. (Liehe Anzeige.) . Mark.) — Aund das Buch. Was scheinen läftt, ist Sprache und die kleinen Dinge, die Büchertisch. * D i e Kunst, Monatshefte für freie und angewandte Kunst. Vierteljährlich 6 Ml. Verlag F. Bruckmann A.--G., München. Als verbreitetste, deutsche Kunslzeitschrifl hat „Kunst" währcnd fünfunzwanzig Jahren weit über das deutsche Sprachgebiet hinaus internationale Bedeutung gewonnen und so in hervorragender Weise für die Anerkennung und Kenntnis deutscher Kunst unb deutschen Kunstgewerbes im Au^l.ind gewirkt. Was in diesen Jahren die zeitgenössische bildende Kunst auf all ihren verschiedenen Gebieten, wie Malerei, Plastik, Graphik, WohnungSiunst, Qlidji» tektur, Kunstgewerbe aller Art an Schicksal ;i und Wandlungen erfahren hat, ist in den fünfundzwanzig Jahrgängen der „Kunst" wie in < in sich vor unseren Augen abrollenden tösll.chen Spiegelbild aufgefangen und für alle Zeiten feft- gehalten. Aber nicht nur das, was sie uns damit gab, sondern auch durch die unübertreffliche Form» in der sie es bot, ist diese Zeitschrift zu einem Dokument deutscher Kultur und deutschen tt.inst- fleihes von grösster Eindringlich! eit und K-.ftt geworden. Fülle und Glanz dos Bilderteils, universale Orientierung über den Gri.mlltoniplex der bildenden Künste, völlige Freiheit von einseitigen Tendenzen und allem Snobismus, Ernst und Gediegenheit der textlichen Erbietungen machen aus der „Kunst" einen künstlerischen Hausfreund, den kein Gebildeter und keine gebildete Familie missen sollten. Die prächtige Zeitschrift sei allen unjeren Lesern als ein vorzüglicher Bilderschah zeitgenössischer Kunst aufs beste empfohlen. — Das g roste Buch der Einmachekunst. Gründliche Anleitung zum Einlegen von Früchten, Gemüsen usw. Herstellen von Gelees Kompotts, Marmeladen, Fruch.saft usw. Anhang. Rezepte für Krankenkost. Don Gerda Gärtner. an berufStät. Dame zu vermieten. Näh. bei Hcrio, Block- strahe 5.1752111 MSI. 3« zu vermieten Letaei Wiibelmftraüe 1* Bekanntmachung. Detr.: Landzuteilungsverfahren Staufenberg. Der Plan für die Durchführung des Verfahrens liegt in der Zeit vom 2. bis einschl. 5. Oktober 1924 im Amtszimmer der Bürgermeisterei Staufenberg während der Dienststunden offen. Plantag zur Erläuterung und Erörterung des Plans vor dem Landausschuh wird anberaumt auf Montag, den 6. Oktober 1924, vormittags 9 Llhr, im Amtszimmer der Bürgermeisterei zu Staufenberg. Etwaige Einwendungen gegen den Plan können von den am Verfahren Beteiligten entweder binnen derOffenlegungs- frift schriftlich bei der Bürgermeisterei Staufenberg ober im Plcmtag mündlich oder schriftlich vor dem Landausschuh vorgebracht werden. Bad-Salzhausen, den 30. Sept. 1924. Der Landamtmann zu Bad-Salzhausen. E u h n e r. 7585D leren Straßen, z. B. der Haagstrahe, wird der Asphaltbelag beibehalten. Arn besten hat sich der Betonbelag bewährt: so ist der südliche Teil der Kaiserstrabe noch in sehr gutem Zustande, allerdings ist der Verkehr hier auch bei weitem nicht so stark. So ist zu hoffen, dah unsere Stadt bald wieder das alte schmucke Dlld bieten wird. Kreis Büdingen. )( Ortenberg, 30. Sept. Der Vorschub- und Ereditverein hielt jeht ferne 5 0. 0 rde n tli ch e Generalversammlung ab. die sehr gut besucht war. Der Geschäftsbericht lag gebvudt vor. Die Tagesordnung wurde nach den Vorschlägen des Vorstandes erledigt und angenommen, die Eröffnung der Goldmarkbilanz mit dem 1. Januar 1924 mit einem Vermögen bzw. Verbindlichkeiten von 35 886,52 Mart gutgeheisten. Die sahungsgemäst aasscher- denden Aussichtscatsmitglittrer Schlossermeister Otto G r 0 m und Metzgermeister Heinrich Wiesner wurden wiedergewählt, an Stelle des toe.?cn hohen Alters zurückgetretenen Landwirts Heinrich Schoniber wurde mit großer Stimmenmehrheit Fabrikant Albert Schmidt neugewählt. Eine größere Aussprache entwickelte sich über die Um« stell ung der Aktien. Aach längeren Ausführungen von Revisor Dr. S t u p p - Friedberg und 2llntsgerichtsrat Dr. A n d r a e wurde auch hier mit allen gegen eine Stimme nach den Vorschlägen des Vorstandes beschlossen; alte und neue Aktien werden gleichbehand.it, die Aktien auf je 20 Goldmart herabgesetzt, an Stelle von je drei bisherigen Aktien wird eine neue im Nennwert von 20 Gm. den Aktionären ausge- händigt. — Am Sonntag fand bei schönstem Herbst- Wetter das Abschi eßen des hiesigen Schützen- Vereins statt, das auch von einigen auswärtigen Schützen besucht war. Den ersten Preis auf der Festscheibe schost Schützemneister Albert Schmidt, den 1. Preis auf der Gabenscheibs Kaufmann Heinrich Wekesser. Starkenburg und Rheinhessen. * Darmstadt. 30. Sept. (Eigener Bericht.) Der mitten in der Stadt gelegene .chönr Garten des Alten Palais wird verschwinde 1; das Grundstück soll bebaut werden. Dir Mi- nisterialabteilung für Bauwesen hat ein Aas-' schreiben erlassen, in dem die Bebauu.ig des staatlichen Gartens angekündift wird. Es wer.en Laden und in den Obergeschossen öe_ grosten Geschäftshauses Bureau und Geichäftrr^ume, o- wie Wohnräume errichtet. Die,e soften an Jn^ tereffenten unter der Bedingung vermietet werden, dah sie zur Beschaffung der Baukosten beitragen. Auch kann die Uebetiafiüng des unbebauten Geländes in Erbba 4 recht in Frage kommen. Es geht daraus hervor, dah der Staat das @runbftüd selbst nicht veräuh'rt * Heppenheim, 30. Sept. (E gener Bericht.) Am Sonntag fand die erste S rad t v ? r- vrd ne len Wahl nach Einfüh.u g der S ädte- vrdnung statt. Etwa 68 Prozent der W. hler beteiligte sich an der Abstimmu.lg Das Zentrum und die ihm nahesteh utde Wirtschaftliche Bereinigung wird voraussichtlich 11 Site erhalten: Sozialdrm'kraten. Kommunisten, Demokrat, n, Deutsche Bvlkspariei und Bärgerverttn werten voraussichtlich je 2 Siye bekommen. L. 41. Von de r Lan des n i ve r sit ät. Der neue Rektor unserer ilntoerfität, Geheimer Kirchenrat Pvof. D. Dr. Krüger, hat heute die Amtsgeschäfte übernommen. ** Pers onalien. Ernannt wurden der Kreisdirektor des Kreises Dieburg Heinrich Gebhardt zum Kreisdirtttor des Kreises Friedberg mit Wirlling vom 1. Oktober 1924. der Vorstand des Pttizeiamts Giehen Regierungsrat Freiherr Adolt v. Gemmingen-Horn berg zum Kreisamtmann bei dem Kreisamt Darmstadt unter Belassung seiner Amtsbezeichnung als Re- gierungsrat und der Kreisamtmann bei dem Kreisamt Darmstadt Regierungsrat Otto Düch - 1er zum Vorstand des Polizeiamts Giehen unter Belassung seiner Amtsbezeichnung als Regie- rungsrat, beide mit Wirkung vorn 15. Ott. 1924. ** Dienstjubiläum. Am heutigen Tage sind es 25 Jahre, dah sich Oberingenieur D 0 l k in Diensten der Firma H. Schaffstaedt G. m. b. H. befindet. Wie uns mttgeteiü wird, ist er der 26. Qübitar, dem es vergönnt ist, auf eine so lange Arbeitszeit bei der Firma xurücfbücEen zu können. Reichliche Ehrungen und Geschenke seitens der Direktion, der Angestellten und der Arbeiterschaft wurden ihm zutell. ** Das 3. Ziel der städt. Sonderst euer vom bebauten Grundbesitz kann bis zum 8. Oktober noch ohne Weiterungen bezahlt werden. Man beachte die heutige Bekanntmachung. , ** Anme ldung der Sachschäden der Ausgewiesenen. Der Reichsminister für die besetzten Gebiete hat bestimmt, dah Sachschäden, die den Ausgewiesenen heute bereits bekannt sind, bei Meldung des Verlustes seines Anspruches innerhalb einer Frist von zwei Monaten bei den zuständigen Stellen angemeldet werden müssen. Die Frist beginnt mit der Aufhebung der Ausweisung. Da diese Frist für die Ausgewiesenen bereits zu laufen begonnen hat, empfiehlt es sich, soweit noch nicht geschehen, die Anmeldung sofort vorzunehmen. Diejenigen Schäden, die den Ausgewiesenen seinerzeit noch nicht bekannt sind, müssen innerhalb eines Monats nach ihrer Feststellung bei Meldung des Verlustes der Ersatzansprüche angemeldet werden. •* Darlehen zur Existenzaufrichtung an Ausgewiesene. Dis Reichsregierung hat nunmehr Richtlinien herausgegeben über die Gewährung von Darlehen zur Wieceraufrich- tung der Existenzen von Angehörigen freier Dr« rufe, die ein selbständiges Erwerbsgeschäft gehabt haben und aus Mtlast der Besetzung des Rhein- und Ruhrgebietes auSgewiesen oder verdrängt worden sind, oder die aus einem ähnlichen Anlast ihre Existenz verloren haben. Die Anträge auf Gewährung von Darlehen sind bei der g^ntralftelle für Ausgewiesenenfürsorge in Darmstadt. Louisenplatz 5, einzureichen. Dir endgültige Entscheidung liegt für Hessen bei der Reichsentschädigungsstelle in Würzburg. Da die Gewährung eines Darlehens von der Einhaltung einer einmonatigen Frist abhängig ist, deren Lauf für den Regelfall am 1. Oktober ds. Js. beginnt, empfiehlt es sich, die Anträge svfott zu stellen. Das Rährre tann bei der Zentralstelle für Aus- gewiesenensürsvrge schriftlich oder mündlich erfragt werden. ' Erledigte Schul stellen. Erledigt sind die nachstehenden, mit evang. Lehrkräften zu besetzenden Schulftellen im Kreis Gießen: a) mit Lehrern : eine Stelle zu Grüningen, Dienstwohnung vorhanden, desgl. zu Langsdorf, Lumda, Langd, Queckborn, Rodheim, Rödgen, Watzenborn-Steinberg, zwei Stellen zu Inheiden, Dienstwohnung vorhanden, eine Stelle zu Allendorf a. d. Lumda, Dienstwohnung vorhanden, aber nicht frei, b) mit Lehrerinnen: eine Stelle zu Holzheim, Dienstwohnung vorhanden, eine Stelle zu Steinbach, Dienstwohnung vorhanden: die nachstehenden Schulftellen im Kreis Lauterbach: eine Stelle für einen evang Lehoec in Eichenrod, Dienstwohnung vorhanden: eine Stelle für einen evang. Lehrer in Metz los, Dienstwohnung vorhanden: eine Stelle für einen evang. Lehrer oder Lehrerin in Rudlos, Dienstwohnung vorhanden, aber klein: eine Stelle für einen evang. in allen Bahnhofs- und Stadt“ Buchhandlungen u^eifungsstanden Vrpndbesitz, 4. Rate. Schonfrist 7 Sage. 2 5. Oktober: Lohnsteuer für 11. bis Oktober (keine Schonfrist). Bei der jetzigen Mietzahlung von Metern neben dem Mietbetrag das 4. Ziel • ra Ullb Mit sM uuu Geschäftliches. „Hendschels Tasche nsahrpl an für Frankfurt u n b Umgebung" wieder dal Der Verlag für He.idschcls Tlegvaph, den mit Frankfurt eine Tradition von fast drei Menschenaltern verbindet, bringt erneut seinen Franl-- futter Laschensahrplan heraus, der to:gert feiner Zuverlässigdeit, Lleberfichst chlrit und R i:' I .ftiig- Leit schon immpr austergewöhnlich belieb, '.vor und großen Absatz sand. Dieser Hendsch ls Laschenfahrplan ist das gegebene Kursbuch für den gesamten Franlsurter Dettehrsb.-zitt mit sämtlichen Bahnverbindungen in dem Bereich von Köln—Mannheim, Würzburg—Kassel. ctag. (DD.j 9it ■ und bie ml N deutscher ipUuflC durch ömet eröffnet, ilabkot Prof, lcend Gtauir- uthifchen M Pmstdent der t a. W„ hob hervor, daß ! 'deifcintnia chen Aol- iM hinuus Hcienifch- ig »ich! nuv auch eine im le M Ausdroa, oor allem dir chaidfrage -lfen. Lors. nsthalle ist tojrben. [tec aui dm [)'en ioutien. fritra", "IM lbwari". Mar Mendener, Streifung du oltzri eine egi. Heuniarkl -ch Unbekannte g der Aäuba ien Schuh *n enber Zimier in Länber ab; opf getroft Die Bekanntmachung vom 18. 9. 1924 bezüglich der Firma Gesellschaft zur Errichtung von Wohnhäusern in Lollar mit beschränkter Haftung zu Lollar wird dahin berichtigt, dah der Geschäftsführer nicht Länzmann, sondern Lünzmann heißt. Gießen, den 21. September 1924. 7587B Hessisches Amkgerichb für firan/efurt - /dain und Umyebuny Benftßa WM Neue» Birne 22 Gut möbl. Zimmer mit Bcrpflcnung. Teb 1U8j. 7448Ü Gut möbliertes Zimmer an ruhigen Herrn zu vermieten [023841 Hammttraste 10 I. tätlichen Sonders!euer vom bebauic.i Grundbe- iy anteilmäßig mit zu entrichten. Gießener Wochenmarktpreise am 30. September (Händlerpreise) Es kosteten: Butter Pfd. 230, Käse Psd. 65, Cier Stück 16, Wirsing Pfd. 8—12, Weißkraut std. 5—10. Rottraut Pfd. 8—12, gelbe Rüben std. 10, rote Rüben Pfd 5—10, Spinat Pfd. 30, Romischkohl Pfd. 8, Dohnen Pfd. 25, Blgmen- chl Stück 30- 130, Salalgurken Stück 6—20, Efti- machautten Stück 4, Endivien Stück 15—30, Ober- $rthlrabi Stück 8, älnter-Kohlrabi Pfd. 5, Feld- alat Pfd. 100, Tomaten Pfd. 25 - 30. Zwiebeln IJi-b 10—12 Lauch Stück 5—30, Retttch Stück 10, Meerrettich Pfd. 50, Sellerie Stück 15--60, Kürbis 7 Pilze Pfd 15. Kartoffeln Pfd 5, Aepfel !yfb 10-15, Birnen Pfd. 8-15, Brombeeren Pfd. M in N* 1 w.'u JÜfoitf; Tale-'- L-Z M ) gerluge -- ^nhalft , I.alle;u d-rd L Vtit den, ’e^ooc weben 1 lind bic ^Aerfch ritgema^t ri vor b-ai Am?- S lür . P lret M 'einem 1 AwL Mtumgsj wiumgaj 0® >t« A. III buu- den soll. 1 «ite Ach, usgchcuren Acreujer in '' ^r bti J nach dem Zeppckw 2 tonunt, tü5 ige beruxmbt xseiyrec in Salz, Dienstwohnung vorhanden: etne Stelle für einen evg. Lehrer in Sandlofs. Dienstwohnung vorhanden, aber noch nicht frei; etne Stelle für einen evang Lehrer in Wallenrod. Dienstwohnung vorhanden, eine Lehrerstelle für einen evang. Lehrer an der Vollstchule zu Höingen, Kreis Alsfeld, Dienstwohnung vorhanden: eine Lehrerstelle für einen evang. Lehrer an der Volksschule in Grost-Felda, Kreis Alsfeld, Dienstwohnung vorhanden. Landkreis Gießen. L Wieseck, 1. Ott. Die gestrige aufjer- ordentliche Gemcinderatssihung beschäftigte sich mit dem schon in letzter Zeit besprochenen Punkt über die Dien st siche rhett des Gemeinderechners und beschlost, sich mit der Eintragung einer Goldhypothek in Höhe von 5000 Matt auf vorhandenen Grundbesitz einverstanden zu erklären. Äftiö Friedberg. sf. Friedberg, 30. Sept. Während unsere Stadt bi früheren Jahren allen Besuchern vorteilhaft durch seine Sauberkeit, besonders durch seine wohlgepflegten erhöhten Fuststeige auffiel, batte sich dieses Bild in den Krtegsjahren und in der Zeit nach dem Kriege, wie wohl in den meisten Städten, sehr zum Rachteil verändett. Die Zustande waren in letzter Zeit, besonders auf der Kaiserstraste, derartig getoorben, dast man sie ruhig als unhaltbar bezeichnen konnte. Es ist deshalb mit grober Freude zu begrüben, dast sich unsere Stch>tverwaltung endlich dazu entschlossen hat, die Erneuerung der Fuststeige auszuschreiben und in Angriff zu nehmen. Man ist jetzt überall damit beschäftigt, die schadhaften Telle Aus Stadt und Land. Giesten, den 1. Oft. 1924. Der Oktober im Sprichwort. Der Monat Oktober ist der richtige Herbst- menal. Das Wetter ist meist recht unbeständig. ^Lchöne warme Tage wechseln mit solchen ab, au denen rauhe Stürme mit kalten Regenschauern ■;bnnifen. An Anbeständigkeit fan aber Oktober in unseren Breitegraden mit dem sprichwörtlichen Aprilwetter wetteifern. Sehr zahlreich sind die Sprichwötter, Bauern- und Wetterregeln, die sich mit diesem wetterwendischen Mona! beschäftigen. Da ist zunächst eine Zruppe, nach bei sich der Winter nach dem ILetter im Oktober richten soll. In ihnen spricht nch derselbe Grundgedanke aus, wie in den- jcitigen Wetteriegeln, die irgendeinen Feiertag zum Ausgangspunkt haben und die meistens daraus hinauslaufen, dast bei schönem Feiertag auch ^as Wetter tn der Zukunft schön ist. Auch die ^ärmsten Tage im Ott ober können das Rahen des winters nicht aufhalten: „Durch spielende Ok- •.obermüden, last dich nicht berücken", und auch: .-es Oktobers Ende, reicht dem Winter die 5>ande." Vittfach herrscht die Mttnung vor, dast ]jrabe ein lauer Oktober einen hatten Winter Sänge: „Scheint im Oktober die Sonne hell, lommen Sturm und Wmter schnell." „Ist der IBcinmonb klar und fein, kommt der Winter fcharf binterbrein.“ „Sitzt das Laub noch im Oktober an ten Bäumen, wird der Winter gewist nicht fäu- inen.“ Dagegen soll einem kalten und rauhen Oktober ein milder und unbeständiger Winter folgen: „Schnell es im Oktober gleich, wird der nächste Winter weich", „Ist der Oktober schon rauh, tr-trb der Januar sehr flau." „Wenn Frost und Lchnee im Oktober war, so gibt es gelinden Ja- niKir.“ Dast diese Wttterregttn, denen sonst nicht selten eine richtige Beobachtung zugrunde liegt, mit der Erfahrung und der neuzeitlichen Wetter- loissenschafi nicht immer in Einklang zu bringen sind, braucht kaum gesagt zu werden. Andere. Sprichwörter und Wetterregeln vollen aus dem Verhalten der Tiere brausten in der Ratur und der Behaarung der Tiere Schlüsse auf das Wetter ziehen: „Geht der Hase Ifang im Sommettleid, ist der Winter auch noch Mottt", und umgekehrt: „Ist recht dick das Fttl des Hasen, so frierst du bald an der Aasen." Den gleichen Gedanken verfolgen die nachstehenden IlScharren die Mäuse sich im Oktober tief ein, vird's ein strenger Winter sein", oder auch: .Der Winter wird viel hättei noch, wenn die AU, ttplodm! dec Heftel i in der AZ et ein vierte« en DerieYE" ßereidr Cöitt-Heidelberg. ‘Würzburg-Cassel. fpd. Frankfurt a. W., 30. Sept. Für den tommenben Winter sieht der Magistrat eine Reihe von 2lotstandsarbcitcn größerer 2lti vor, um damit der drohenden Arbeitsnot wenigstens etwas zu steuern. In der Hauptsache dürste es sich wohl um die umfangreiche Regulierung der Ridda von der hessischen Grenz« bis zum Austritt des Flusse- aus dem Franlsrc- ter Weichbilde und um die D 0 l l e n d u n g des S t a d i 0 n s im Stadtwalde handeln. — Aach der Aufhebung der Zollgrenze ist der S ch i s s s v e r - kehrauf dem Main auhcrordentlich stark geworben. Bergwärts fahren täglich große Schlei p- züge mit Kohlen und Kohlenerzeugnissen bj Würzburg. Der Schiffsraum ist sehr knapp, inÖ nur bei steigenden Frachtsätzen ist Leerraum zu bekommen. Ramentlich haben die Kohlenzechen lln Ruhrrevier sehr statten Bedarf an Schiffsraum für den Abtransport der bedeutenden Halden^ bestände, die sich während der Ruhrbesehung au* sammelten. — Vor zwei Wochen fuhr nachts ein Auto in voller Fahrt im Stadtteil Sachsenhausen gegen einen Laternenpfahl, , ft diesen um und schlug dabei selbst zur Seite , in dem Wagen sitzende Dame wurde so sch verletzt, daft sie kurz nach der Einlieferung in i . z Krankenhaus verstarb. Der Wagenführer se.e e. trug einige Verletzungen davon. Er wurde je, nach seiner Genesung, verhaftet, da der b:; - gende Verdacht vorliegt, dast er leichtfertigerwei < das llnglück und den Tod der Dame verschuldet hat. — An der Ecke Emser Strahe und Bismarck- Allee stiehen zwei Kraftwagen in voller Fahrt zusammen. Mehrere der Jnsaften wurden aus den Wagen geschleudert und mehr oder minder schwer verletzt. Auch in diesem Falle ist das wahnsinnige Fahren an dem llnglück schuld. Steuerkalender für Oktober. Im Monat Oktober werden folgende Rttchs- imb Landessteuern fällig: 5. Oktober: Lohnsteuer vom 21. bis 30. eeptcmber (feine Schv.ifrist). 10. Oft ober: Umsatzsteuer (für monatlich phlende und für vierteljährlich zahlende Pflichtige, 2l/s v. H.). — Einkommensteuer (für monatlich Hub vicrteljährl. zahbende Pflichtige). — Vorläufige Gewerbesteuer für PrvvinK und Kreis; ^rovinzsteuer 1 l6, Kreissteuer 1/« des staatlichen E-ewerbesleuersatzes. (Die staatliche Gewerde- icuer ist allgemein zinslos gestundet, d. h. sie llcibt zunächst unerhoben). Schonfrist 7 Tage. 15. Oktober: LohnsteuLr für 1. bis 10. Oktober (keine Schonfrist). 18. Oktober: Sonbettteuer vom bebauten Amseln bauen hoch." Dah das Otto Berte etter für die Dafttnsbedlngungen bes älngeziefers von Bedeutung ist, leuchtet ohne weiteres ein. Bon dem Verhalten der Mäuse ist schon oben die Red«. Ein rauher Oktober soll ferner viele Raupen vernichten, so dah im nächsten Jahre eine geringere Raupenplage zu erwarten ist. Ein Sprichwott lagt: „Ist der Oktober rauft und kalt, schafft er dem Raupenftah Einhalt." Besonders der Stadtbewohner begrüßt es, (Denn der Oktober noch schön ist. Da bleibt dann fKendschels fäschenfahzplan --------------------------------... - -- -- -- -- -- NM8 Neuen Friedhof statt. 023864 Cafe II. C 1 Ab heute 023662 Heue wie CAFE AMEND gesucht. [023851 Heute abend 8 Uhr Ab 1. Oktober 1. Sonderkonzert in der Stadtknabenschule 7594c Nordanlage 7578c Gut möbliertes tüchtiges, treues Zimmer »a$« per sofort gesucht, @@ 8 SchüWMr. 26, Euörolgftt. 20, Morflt. 24, Smlforler SlrOe 89 i Angeb. unter 023860 1 a. ö. Gieß. Anz. erb. M- Montag u. Donnerstag v. 8 b. 10 Uhr Mittwoch v. 5 b. 7 Uhr f. Jugendliche. Frau oder MWen wöchentlich zweimal zur Aushilfe oor- oder nachmittags üofroatit K°Ld 1.25 WatU:$!6.2.io StzkS . . Pfund 1.10 MNkMesPw.0.72 „ Dofe Ä 0.58 Die Beerdigung findet Donnerstag, den 2. Oktober, nachmittags 4 Uhr, vom Portale des Neuen Friedhofs aus statt. 023863 Stellenangebote tasten* gesucht gegen freie Wohnung,Hebung und Beleuchtung. Muß iu Gießen 3—4-Zim.-Wohn. z. Austausch haben. Schriflt. Angebote unter 7566D an den Gieß. Anz. erbeten. Junges Ehevaar sucht in der Stadt Gießen ein ob. zwei leere ob. möblierte Zimmer mit Kochgelegenheit gegen gute Mieke. Schrinl. Angebote unter 023846 an den Gieß. Anz. erbeten. renn. Vorstellung u. Eintritt sofort. Schr. gesucht. Bewerber werden gebeten, ihre Zuschriften möglichst sofort unter Nr. 7583 D an die Geschäftsstelle des Gieß. Anzeigers einzureichen. Persönliche Besprechung wird später vereinbart. 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Von einer Ortskrankenkasse wird ein jüngerer Heute morgen 8 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau, die treusorgende Mutter ihres Kindes, unsere liebe Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Greta Nachtigall geb. Graulich im Alter von 29 Jahren. Im Namen der Hinterbliebenen in tiefem Schmerz: Adolf Nachtigall und Kind. Gießen (Steinstraße 63), den 30. September 1924. Die Beerdigung findet Freitag, nachmittags 21/, Uhr, auf dem Todes-Anzeige. Verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung, daß mein innigstgeliebter Gatte, unser treusorgender Vater, Sohn, Bnider, Schwager und Onkel Herr Ernst Sommer Lokomotivführer gestern abend nach schwerer Krankheit sanft entschlafen ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Lina Sommer geb. Ringshausen. Gießen (Leihgestemer Weg 5), den 30. September 1924. «MNi ö 36 Gm.'MMP,d26 £WCTwE44»w52 Kondensierte gezuck. MM Do,e 50 Reue 3-Zimmer- Wohnung mit Küche, Keller u. 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Siiöincfiöentsihtt 3ioüiof!u6 OrtsgruppeGießk^ Donnerstag, den 2. Oktober 1924. abends 8'/, pünktlich, iui physikal. Institut, Stephan- straße 24: Mitgliederversammlung Tagesorduuug: Unsere Tätigkeit im kommend en Win i er DOOCOOCD30CDÖÖDOCO Bund für Hauk und Schule. Donnerstag, den 2. Okt., abds. SU6r. im JohanneSsaal: Vortrag | des Herrn Landger.- Direkt. Dr. B n hr aus Kassel. Tbe:n,i: „Msgs mrr Frendo". Volles bl. Erscheinen । d.Aiitgl. ersorderlech. Gäste brzl.willkomi/ Nr. Zweites Blatt Föderalistischer Separatismus. Don 5h. Karl Mehrmann - Koblenz. Oder sagt man besser separatistischer Föbc- ralisrnus? Je nachdem, was die Sonderbündler gerade in den Vordergrund zu schieben aas taktischen Gründen für nützlich halten Jedenfalls sind wir Gegner jeglicher Sondeibündlerei auch noch nach der Londoner Amnestierung berechn list, einen Separatisten als das zu bezeichnen, was er ist: als einen Separatisten. Mag mit dresem Wort auch eine moralische Disqualifiia- tion in den Augen anständiger Leute verbanden werde.n. Die Maske tut es nicht. Als Dorten noch nicht durch die Angst vor der Konkurrenz von Smeets und Matthes in die Courage hinein gestoßen worden war, es mit dem offenen Putsch zu versuchen, fügte sich seine „Rhllnischr Dottsvereinigung" scheinbar in den „Rahmen des Deutschen Reiches". Sie kehrte das „föderalistische .Prinzip" heraus und war doch von Gr rnd aus separatistisch. Smeets war offener. Er verlangte von Anfang an die Lostrennung der Rheinlande nicht bloß von Preußen, sondern vom Reich. Don Suli bis August vorigen Jahres war dann auch Dorten genötigt, Farbe zu bekennen und den Abfall seiner Separatisten- Republik vom Deutschen Reiche zu proklamieren. Heute, da der Oktoberputsch schmählich mißglückt ist, sind sie alle die reinen Ktnder. O e h m e n, „die oberste Heeresleitung" der separatistischen Schreckensherrschaft, zeitweilig auch „Regierungs- präsrdent" in Koblenz, Stellvertreter des rheinischen Republik-Präsidenten oder was weiß ich, schreibt heute, nachdem es ihm gelungen ist, sein Schäfchen mit der Erwerbung des verkrachten Separatisten-Derlages im Guten berghaus in Koblenz ins Trockene zu bringen — der frühere Weinhändler Oehmen also läßt heute eine Recht - fertigungsschrist in die Welt gehen, um ferne Reichstreue aufs neue zu beweisen. Vergebliche Mühe. Taten sprechen. Lind Oehrnens Tat und die seiner Gesinnungsgenossen war und ist der Verrat am Vaterland. Auch Matthes sucht verglich den Veweis seiner- Unschuld zu erbringen. Er behauptet, Gegner der gewaltsamen Losreißrng der Rheinlande gewesen zu sein. Wer er hat dem Putsch vvrgeardeitet, hat ihn mitgemacht, in leitenden Stelle, und sein besonders Vergnügen darin! gefunden, Parade seiner „Reno", der separatistischen Danditenarmee, abzunehmen und sich mit der geschwellten Heldenbrust bei seinen Heerschauen photographieren zu lassen. Wozu das Kokettteren mtt solchem separatistischen Militarismus? Vis ihn die Meuterei feiner Söldner und der Zerfall der Putschregierung aus Koblenz nach dem sichereren Riederrhein jagte. Heute ist auch Matthes der Mann, der es gewesen ist. Gr trieft von pazifistischer und söde- ixilistischer Gesinnung. Aber er bleibt „an der Seite Frankreich s". Ist das der Platz eines Mannes, der nur den bekannten Artikel der Reichsvei-fassung mit dem Endziel eines „Rheinischen Dundesstaates im Rahmen des Deutschen Reiches" will? Die Gestaltung des inneren Gefüges des Deutschen Reiches ist eine Angelegenheit, die nur das deutsche Volk angeht. Wenn Matthes das Rheinland, wie er behauptet, von Preußgn lösen will, um es zu einem Gliedstaat des Reiches zu machen, so hat Frankreich mit einer solchen Angelegenheit rechtlich auch r e t n gar nichts zu schaffen. Matthes aber erließ in der Zeit der Kämpfe um das Dawes-Gutachten und um das Londoner Abkommen folgenden Ge- heim-Erlaß: „Rheinische Arbeiter-Partei, Bezirk: Pfalz- Rheinhesfen. Geheim. Düsseldorf-Dietenhofen. An die Zentralausschüsse. reich Fühlung zu Sehr eilig. R-ame gez. unleserlich. Matches hat Geheim halten. Matthes, Kung, Weber Mime: unleserlich Rame: unleserlich." Schreiben wendet . Die Beschlüsse der Londoner Konferenz in der Amnestie-Frag: bzw. in der Wiederherste - lung der Berliner Iustlzhoh-it veranlassen fol- genr^n^^^-^^estsälifch: Volksbund wird als separatistische Organisation aufgehoben. An feine Stelle irttt d^r Rheinische Volksbund mit dem föderalistischen Pro gramm, das einen möglichst autonomen Bmnd^s ftaat auf Grund des § 18 der deutschen Re.chs- verfassung erstrebt. Der alte Geist unöö^ alten Ideale müssen sich dtÄer Etap^ vorerst zufrieden geben, irnr wirken natürlich Ü>€lt2r‘ Dis zur Organisation des Dheimschsr Volksbundes bleib! unsere Bewegung. roeiter v der Schwebe, Förderalismus, rheiNilche Auto nomie, Sicherheitsfrage und Dollerbund werden in nächster Zeit in Genf grundlegend erörtert, wo eine, selbstverständlich inofltztetle. De te gation unsere Interessen und J London war es unmöglich, in der AmnesNrfrag^ mehr zu erreichen als geschah Der Unterzeich i war in der Vertretung der rheinischen Inter es,en auf sich ganz allein angewiesen.) 3. Das bestehende Sekretariat des Rheinifcy- Westfälischen Vvlksbundes bei Fl.-eund V e ck Düsseldorf, Immermannstr. 39 II ist aufgehoben, bleibt dort nur eine Informationsstelle Da die Annahme des sog Dawes-Gutachtens durch den Reichs'ag voraussichtlich nicht erfolgt, sind die Funktionäre darauf hiiizuweisen, unverzüglich mit Propaganda die diversen Ortsgruppen zu beliefern und für rascheste Aufklärung der Bevölkerung zu sorgm, mit dem Hinweis, jetzt ist die geeignete Zeit gekommen, von Preußens Joch loszukommen >ind an Seite Frankreichs zwecks Herbeiführung normaler Lebenslagen zu treten. Evtl, d rrch Wahl einer selbständigen Delegation mit Frank- nehmen. freilich wieder einmal eine falsche Rechnung ausgemacht. Das Londoner Abkommen und der in der englischen Hauptstadt und in Genf über Bedarf viel an gerufene „Geist Der Versöhnung" veranlassen diesen „schmierigsten Menschen Europas" (oder wie nannte ihn dieser Tage ein Schweizer Blatt?-) sich wieder einmal neu mit alten Lappen öu maskieren. Er wird vertraulich, indem er sich am 18. Augast „An Die Mitglieder des Direktoriums mtt folgendem Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Der Kerbstßeldzug des Gießener Anzeigers zur Werbung neuer Freunde und zur Wiedergewinnung alter, infolge der mißlichen Wirtschuftsverhältnisse zum Verzicht auf ihr Heimatblatt gezwungen gewese, °x, ist im Gange. Unser Vüstzcug ist der seitherige stete Ausbau des Teftteiles und der dru/ technischen Ausstattung nach der für die presse besonders schwierigen Kriegs- und GntwertungS- zeit, unsere Hoffnung die Anerkennung, die wir bei unserer Leserschaft schon seither gefunden hatten. Sie drückt sich aus in der von Monat zu Monat gestiegenen Auflage. Immer mehr wollen wir den Gießener Anzeiger ausgestalten zu einem Provinzblatt, das selbst sehr hohen Anforderungen genügt. Ln des VolMk gilt es uns darum, klar und für jedermann verständlich Stellung zu nehmen zu allen wichtigen politischen Fragen, die die Welt bewegen, unter besonderer Berücksichtigung der Vorgänge in unserem unter dem Friedensvertrag niedergehaltenen deutschen Vaterland, Unbeeinflußt werden wir unsere Meinung vertreten, auch im politischen Leben unserer hessischen Heimat, der Provinz und der Stadt Gießen. Des vottttsche Kachölchtöttdrsnst hat schon seither letzte wichtige Meldungen schneller in das Verbreitungsgebiet des Gießener Anzeigers gebracht, als es den großen Tageszeitungen möglich war. (Sin ausgedehnter Telegramm-, Telephon- und Radiodienfl arbeitet auch in der Folge auf diesem wichtigen Gebiete. Des aSlssmeins Lett des Gießener Anzeigers soll an Vielgestaltigkeit noch gewinnen und so Unterrichtung und Anregung geben auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens. Bee LMr«MMett des Gießener Anzeigers, den wir durch eigene Orahtberichte über den Börsen- und Marktverkehr bereits weitgehend entwickelt haben, soll ständig bereichert werden durch schnelle und zuverlässige Berichterstattung aus allen einschlägigen Gebieten. Dev KachVkchLeLtjstt aus GLabt rmd Land wurde von jeher mit besonderer Sorgfalt ausgestattet. (Ss sind Vorbereitungen getroffen, um die Berichterstattung aus der Provinz noch lebhafter zu gestalten und so ein anschauliches Bild zu bieten aus dem Kultur- und Wirsschaftsleben unserer engeren Heimat. Dieser außerordentlich wichtige Teil des Gießener Anzeigers soll ein starkes Bindemittel mit seiner Leserschaft sein. Aus allen oberhessischen und benachbarten Bahnstrecken fahren täglich unsere Sonderboten und vermitteln unter Mitwirkung von über 200 eigenen Zweigstellen die denkbar nachdrücklichste Verbreitung unserer Zeitung noch am Ausgabetage. Von heute an kommen weitere 60 Zweigstellen neu dazu, so daß eine noch ausgiebigere Verbreitung des Gießener Anzeigers in der Provinz gewährleistet wird. Diese Vertriebsmaßnahmen, die wir ununterbrochen ausbauen werden, sind von Wichtigkeit für jeden einzelnen und für die Geschäftswelt im besonderen. Ze größer die Leserzahl des Gießener Anzeigers, desto gewichtiger sein Einfluß auf alle Vorgänge im öffentlichen Leben, desto eindringlicher aber auch die Wirkung aller geschäftlichen Empfehlungsmaßnahmen in unserer Zeitung. Äem SVovt soll weiterhin unter Berücksichtigung des sportlichen Lebens in Oberhessen und in den benachbarten preußischen Gebietsteilen ein angemessener Vaum im Gießener Anzeiger gewidmet sein. LandwivtfchM rmdMsttrgaVLsrrbarr werden im Gießener Anzeiger je nach Zahreszeit und den davon abhängigen Arbeitsgebieten einen beratenden Helfer haben. Hier konnten mir eine Veihe anerkannter, sachverständiger Mitarbeiter gewinnen, die die Bearbeitung der oberhessischen Erde aus eigener Anschauung kennen, und die somit wirklich prattische Ratschläge und Fingerzeige geben werden. (Sin Frage- kästen, der bisher schon viel Zuspruch gefunden hat, wird von erfahrenen Fachleuten bearbeitet. Die Beantwortung der Fragen erfolgt schnellstens und kostenlos. Dsm bttderrdsrr rmLsrrhMenderr Lett des Gießener Anzeigers mußten wir in einer Zeit wirtschaftlicher Notlage weiter Kreise unsere Aufmerksamkeit in verstärktem Maße zuwenden. Für viele ist das gute Buch unerreichbar geworden, so daß uns die Pflicht erwächst, eine vorbildliche geistige Kost zu bieten. Daß wir in dieser Hinsicht auf dem rechten Wege sind, beweisen zahlreiche Anerkennungen aus der Stadt und namentlich aus den Landgemeinden unseres Verbreitungsgebiets. Neben dem Vornan in täglichen Fortsetzungen und dem Feuilleton sind es insbesondere die dem Gießener Anzeiger beigefügten GZetzenes SsMMerMüiiev die eine sorgfältig und verständnisvoll ausgewählte literarische Unterhaltung bieten. Um höher gesteckten Zielen noch näher zu kommen, werden von jetzt an die Gießener Familienblätter außer SamütagS auch noch Dienstags dem Gießener Anzeiger beigefügt sein. Zum Mwe drängt der Zug der Zeit. Auch wir werden deshalb mit dem Bild vor unsere Leserschaft hintreten, aber nicht mit beziehungslosen Darstellungen, wie sie in zahlreichen Bilderbeilagen zu sehen sind, sondern mit ausgewählten Aufnahmen aus unseren Heimatgebieten und mit knapp und klar geschriebenen Textbeiträgen dazu. Zeweils am Donnerstag werden die Leser des Gießener Anzeigers eine in unserem eigenen Betriebe bearbeitete und gedruckte neue Beilage zum Gießener Anzeiger erhalten, die KsimaL im MW bditelt wird. Hier soll das Heimatgefühl gestärkt und die Heimatliebe gepflegt werden durch Wiedergabe von Bauten, Landschaften und Menschen des Hessenlandes, namentlich Oberhessens und der Nachbargebiete. Dsv Estzsresr? ÄrrzeLssv soll eben eine Provinzzeitung im besten Sinne sein, und hat es schon seither erreicht, daß er als Blatt der Familie in weiten Kreisen seiner Leserschaft anerkannt wird. Die Spalten unserer Zeitung sollen rein gehalten werden von allen Dingen, die irgendwie anstößig wirken könnten. Bev Amskserrtett des Gießener Anzeigers ist von jeher frei gewesen von Ankündigungen schwindelhafter oder sittlich bedenklicher Aft. Damit üben wir einen öffentlichen Schutz zum Besten unserer Leser aus und helfen wirsschaftliche und sittliche Schäden hindern durch Verzicht auf Einnahmen aus abgelehnten Anzeigenaufträgen, die sich jährlich auf Zehntausende belaufen. Auch von diesem Gesichtspunkt aus muß die Wirksamkeit und Werbekraft des Anzeigenteils des Gießener Anzeigers beurteilt werden. Eine Zeitung, die mehrere Menschenalter hindurch so in einem Vertrauensverhältnis zu ihrer Leserschaft gestanden hat — im nächsten Zähre werden es 175 Zahre sein — übt auch mit ihren Empfehlungsanzeigen einen bestimmenden Einfluß aus. Durch Verwirklichung des vorstehenden Programms sind wir gewiß, daß wir von Monat zu Monat einen stärkeren Leserzuwachs zu verzeichnen haben werden. Wer noch nicht Bezieher des Gießener Anzeigers ist, bestelle sofoft in Gießen bei der Geschäftsstelle oder bei den Trägerinnen, auswärts bei den Zweigstellenmhabern oder bei der Post. Oer Geschäftswelt erwächst während der Werbezeit im Oktober eine außerordentlich günstige Gelegenheit für ihre Ankündigungszwecke, auf die wir nachdrücklichst Hinweisen. Verlag unt» Redaktion -es Gießener Anzeigers. Mittwoch, 1. Oktober 192$ für unsere intercHtertcn Anhänger. Irgendwelche Bundes Vertretung erfolgt von dort aus nicht mehr. Sie ruhl bis auf weiteres Freund Decker gibt lediglich mündlich und schriftlich private Aus- ttinfte. 4 Rur in den allerwich'igsten Fällen wolle man sich an mich wenden. Die jeweilige Adresse gibt in solchen Fällen die obengenannte Aus- kunftsstelle 5. Wheres über die neuen Programm- und Organisativnssragen kann erst in einiger Zeil milgclcilt werden. Rach dein Ausgange bei Londoner Konferenz ist das geplant: Zusammen- tommen des Ausschusses, wie er zuletzt bestand, unnötig bzw. unmöglich. Mit rheinischem Grub Stempel: gez. MattheS." Rhein.-Weststs. DoUsbund. Das Direktorium. Der wirkliche Inhalt: Es blieb alleS beim Alten Rur die OrganisationSforin schwebt noch im Dunkeln Aber es b;eibt „der alte Geist" und es bleiben „die allen Ideale", auch wenn sie sich hinter- den s 18 der deutschen Reichsoerfassung vertti.chen und nunmehr „Föderalismus, Rheinische Autonomie, Sich.roeits» frage und Völkerbund" in den Vordergrund geschoben werden. Der rheinisch? Separatismus arbeitete schon im Juli 1923 mit d m Przifismus, wurde aber damals von den im Rheinland bestehenden Ortsgruppen der F.iedensgeseUschaft schroff abgeschüttelt Dir damaligen Wortführer des separatistischen Pazifismus waren zu üble Genossen' z. B. der Mädchenverführer und fernes geistlichen Amtes enthobene Kremers Inzwischen haben sich aber die aus Stuttgart nach Wiesbaden in bequemere Rachbarschaft her Franzosen übergesiedelte „M e n s ch h e i t" und ihr Redakteur Fritz Roettger zugleich mit dein Pazifismus auch des Separatismus arv genommen. In vertraulichen Gesprächen äubert sich Roettger über diesen Zusammenhang ungenierter, als cd die Redaktion seiner Zeitschrift erlaubt. Freilich ist er vorsichtig genug, za ver- sichern: Wir erstreben nicht wie Dorten eine autonome Republik, sondern einen Bundesstaat „im Deutschen Reiche". Ganz abgesehen davon, dah damit die Rechtfertigungsschrift Oeh- mens, des Deitrauensmannes Dortens, aufs Kürzeste und Bündigste widerlegt ist: Dem Re- tatteur der „Menschheit" sei erwidert, daß auch Dorten und seine Leute noch von 1922 23 bestritten, etwas anderes als einen Bundesstaat im Deutschen Reiche zu wollen. Und doch haben sie sich cm halbes Jahr später zu offener Auflehnung gegen bas D:utsche Reich, zar vollkommenen Abspaltung des Rh i.il.mdes von Deutschland befaimt. Der rheinisch: Föderalismus unter den Bajonetten der Franzosen im Rheinland ist eine schiefe Ebene, die immer wieder zu französelndem Separatismus führen mub. Zwangsläufig, ob seine Anhänger wollen oder nicht. Es ist denn auch bezeichnend, dab auch Roettger, obwohl er bas Dortensche Ziel einer „autonomen Republik" heute noch zuiückweist, tatsächlich jetzt schon mit den alten Separatistenhäuptlingen kokettiert und sympathisiert. Roettger selbst verrät in 'intimeren Gesprächen, daß er enge Verbindung mit früheren Separatisten unterhalt ober anzuknüpfen sucht. Sagc mir, mit wem du umgehst .... Mtt Preußen- feindlichkeit fängt der rheinische „Föderalismus' jeglicher Art an. Mit dem Versuch der Los- reihung des Rheinlandes vom Deutschen Reiche nach dem Vorgang von Smeets, Dorten und Matthes hört er auf. Ein gebranntes Kind, sagt man, scheut bas Feuer. Es ist nötig, den Rhein- ländern aller Parteien das Feuer zu zeigen, das der Pazifismus und „Föderalismus" der „Mensch beit" und seines Redakteurs Roettger an das Gebäude der deutschen Reichseinheit legt. OeffentlLche Wohlfahrtspflege und Evang. Kirche. i. In Bad Homburg v. d. Höhe fand ein „Kursus über die Reuregelung der öffentlichen Wohlfahrtspflege und die E v a n g l i s ch e Kirche" statt, zu dem neben dem Zentralausschuh für Innere Mission der deutschen Evangelischen Kirche (Sih Berlin) die einzelnen Verbände der Länder, nämlich der Landesverein für Innere Mission in Hessen, der Landesverein für Innere Mission im Konsiswrialbezirk Kassel, der Landesverband für Innere Mission in Ras sau und der Evangelische Verband für Innere Mission in Frankfurt a. M. eingeladen hatten. Die Arbeitskonferenz des ersten Tages brachte am Vormittag nach der Begrüßung durch Pfarrer I). S t a h l -Hohenstein in Rassau den ersten Vortrag von Direktor Lic. Steinberg über das Thema „Die grundlegenden Bestimmungen der Reichsfürsorgeverordnung". Das zweite Referat lag in Händen des Regierungsrates Dr. Rich - t e r vom Reichsarbeitsministerium in Berlin. Zu dem ersten Vortrag gab Pfarrer Cloh, der zweite Vereinsgeistliche des Hessischen Landesver- eins, einen ileberblid über die Ausführungsver- Ordnungen zur R. F. V. (Reichsfürsorgeverord- nung) im Dolksstaat Hessen, da der vorgesehene Referent, Regierungsrat Dr. K r e b s ^Darmstadt nicht zu der Tagung erscheinen konnte. An diese Vorträge schloß sich eine lebhafte Aussprache an, die von dem Ministerialdirektor im Reichsarbeitsministerium, Ritter, Frau Regierungsrat Keller, der hessischen Ministerialreferentin, undDr. P o l l i g f e i t, Frankfurt a. M , bestritten wurde Besonders letzterer betonte eingehend seine Auffassung dah die „gehobene" Fürsorge für die Kleinrentner, die denselben gewährt werden muh, auf alle Hilfsbedürftigkeit angewendet werden muß. Die Verordnung, die am 1. Rovem- ber durch das Reich in Kraft gesetzt werden soll, sieht da nur eine Möglichkeit, keine Pflicht „gehobener" Fürsorge vor. Die Rachmittagssitzung wurde von Super- intenbent D. Wisseman n aus Hofgeismar geleitet. Das erste Referat hielt in ihr Amtsgerichtsrat Dlumental aus Bottrop über „Die Reichsverordnung über das Inkrafttreten des Reichsgesetzes für Iugendwohlfahrt". Seine Ausführungen, die die wichtigsten Stücke bes R.I.G. vor Augen führten, liefen aus in die Forderung, daß die neueingerichteten Jugendämter unter allen Umständen diejenigen Vereinigungen der freien Liebestäligkeit und die Persönlichkeiten, die seither in der Jugendfürsorge gearbeitet und üch bestens bewährt haben, weiterhin für diese Arbeit heran-uziehen und das Gute, was geleistet wurde, weiter zu erhalten hätten. Den zweiten Rachmittc-^svo rag ci Dr. Pön ' d- ■ :ctnmut)le über oas Thema: „Was erwartet Die öffentliche Fürsorge von der freien Liebestätigleit?" Er besprach die Vormundschaft, die Schutzaufsicht für Minderjährige und GefäHrdete, bei denen es aus die Wahl Der geeigneten Persönlichkeiten hauptsächlich ankomme. Beides ist schließlich Sache Der freien Liebesrä'.igleit, auf die die Jugendämter hier besonders angewiesen sind. Er wies hin auf die wertvolle Arbeit der Erziehungsver- cine in der .Hinterbringung, Beaufsichtigung und Detreuur.i c: - gestihrdeten Jugend. Er. verlangte für die Är > ichnngsvereine Sitz in dein Jugendämtern. ®airs besonderer Werl legte der Refer-ent auf die vorbeugende Tätigkeit, die in den Jugendvereinigungen geübt toerben könnte. Wie überhaupt bei der 'Gröhe der Arbeit die Behörden angewiesen sind auf die freie Liebestätigkeit, so muh diese der Behörde die nötigen Persönlichkeiten zur Verfügung stellen, denn bei allem Wert der Organisationen ftetjen über ihnen doch die Persönlichkeiten. Die Verhandlungen am zweiten Tage wurden eingeleitet burd) das Referat: „Die aus der Neuregelung erwachsenden Ausgaben der eban» geltscheir Liebestätigkeit." Prinzipiell und allgemein wurde das Thema von Pfarrer D. Stahl- Hohenstein behandelt. Heute hat infolge der neuen Gesetzgebung die innere Mission wieder- mehr wie je eine offene Tür. Die neueingerichteten Wohlfahrts- und Bvlksdienste fassen die Arbeit in christlich-praktischer Einheit zusammen zu gemeinsamer Frontstellung aller evangelischen Aebes- arbeit dadurch, daß allerprts Persönlichkeiten ausgesucht werden, die geeignet sind, diese Arbeit zu Kisten, getrieben durch ihr evangelisch-chriMches DflichtbÄvuhtsem. Pfarrer L t m p e r t -Saarbrücken brachte eine Erläuterung zu den theoretischen Ausführung dadurch, dah er eine Darstellung der Arbeit eines evangelischen Wohlfahrtsdienstes in der Stadt gab. Pfarrer Weber- Kaichen gab einen Ueber- blia über die Tätigkeit des Ev. Wohlfahrts- dtenstes. auf dem Lande, wie sie sich nach den neuen Bestimmungen entwickeln wird. Die Ausführungen wurden ergänzt durch Pfarrer Grein - Arheilgen, der die Aufgaben des Evangelischen Wohlsahrtsdienstes in den städtischen Borortsgemeinden, deren Bevölkerung weder rein städtisch, noch weniger ländlich-bodMständig ist, schilderte. Durch eine reiche Aussprache wurden diese Ausführungen vertieft und ihre praktische Bedeutung für unser Volksleben klargestellt. Frau Dr. Eiserhardt - Frankfurt a. M. eröffnete die Rachmittagsversantmhmg, die von Pfarrer Wagner- Darmstadt geleitet wurde, mit dem Vortrag über das Vormundschafts wesen, das als erstes zu dem Generalthema: „Wichtige Sinzelfragen der Jugendfürsorge" gehörte. Da nach der heutigen Rechtslage bei der Sammel- vormundschaft die religiöse Erziehung des Mündels nicht garantiert wird, so hat hier die trete Liebestätigkeit einzusetzen durch Bereitstellung geeigneter Einzelvormünder. Darauf sprach Landesjugendpfarrer Auer von Oldenburg über „Jugendgerichtshilfe und Jugendhilfe", die überall — nicht nur in der Stadt, sondern auch in den ländlichen Bezirken — auszubilden ist. Die Aussprache über die Rachmittags Vorträge war sehr ergiebig urrd erschöpfend.^ So schlvh ein Kursus, der an die Teilnehmer sehr hohe Anforderungen stellte, der aber bis zum letzten Augenblick auf einer ganz bemerkenswerten Höhe stand. Möge von ihm reicher Segen ausgehen für unser deutsches Volk, für die oielen Rotleidenden in ihm, für ferne Jugend, die unseres deutschen Volkes Zukunft ist. I ----------- »Große Strafkammer. » * (Sieben, 30. September. Der August Sch u cha r d t von Alsfeld ist vom Schöffengericht wegen schwerer Widers^ sichtest gegen einen Forstbeamten, der die Vorzeigung seines Abfuhrichel- nes verlangt hatte, und wegen vollkommen un- beranlabter Mißhandlung und Beleidigung desselben zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt worden. €\>ine Berufung hiergegen wurde zurückgcw.esen; die Feststellungen des Schöffengerichts wurden auch von der Strafkammer getroffen. Der Landwirt Heinrich Gerhardt II. von Rieder-Ohmen hat sich an einem ihm vom Er- ziehungsverein überwiesenen l4jährigen Mädchen aus Rheinhessen wiederholt unsittlich vergangen und cs, als sein Treiben im Dorf bekannt wurde, schwer mißhandelt und beleidigt, weil er es für die Urheberin dos Dorsgesprächs hielt. Die vom Schösfengericht ausgesprochene Strafe von sechs Monaten und einer Woche Gefängnis wurde auf drei Monate und eine Woche Gefängnis ermäbigt. Ein Besuch beim Mandschu-MKtator. Der Kampf, der jetzt das Himmlische Reich burchtobt, und sich letzten Gndes zu einem Duell um die Vormacht zwischen den beiden hervorragendsten militärischen Persönlichkeiten des modernen Chinas, dem Marschall Tschang- Tso-Lin und W u - P e i - F u gestaltet, läßt die abenteuerliche Laufbahn, die in China den Weg zur Höhe bedeutet, im Lebensbild dieser Männer dertilich hervortreten. Interessantes über den einen der beiden Herrschaftsprätendenten, den Marschall Tschang-Tso-Lin, weiß ein australischer Journalist zu erzählen, dem es gelungen ist, bis zu ihm vorzudringen, trotz aller Schwierigkeiten, die einem persönlichen Interview mit Dem Marschall entgegenstehen, da er in einer bestän- biaen Furcht vor einem Mordanschlag lebt. Die Kämpfe zwischen den beiden Rivalen Tschang-Tso-Lin und Wu-Pei-Fu reichen jahrelang zurück und sind mit wechselndem Erfolg geführt worden. Mit der unermüdlichen Geduld der mongolischen Rasse lauerten sie beide auf den geeigneten Moment, einander an die Kehle zu springen, bis der Streit zweier Gouverneurs den neuen Anlaß für Tschang-Tso-Lin bildete, den Krieg zu erklären. Der oberste Kriegsherr der Mandschurei, dessen hervorragende militärische Tüchtigkeit und Geschicklichkeit über jedem Zweifel steht, blickt auf eine rech» bewegte Vergangenheit zurück: vor etwa 30 Jahren war er der bekannte und gefürchtete Führer eines Banditen- heeres von etwa 2000 Kopf Stärke: im russisch-japanischen Kriege fochten er und seine Anhänger. der Entwicklung der Ereignissen folgend, zuerst auf russischer-, dann auf japanischer Seite. Qlarf) Kriegsschluß konnte er mit seinen kriegs- geübien Truppen leichter jede gegen ihn entsandte 2Ii mee der chinesischen Regierung in die Flucht schlagen, so daß diese zu dem in China Turnen, Sport und spiel. Der Darmstädter Mrrgwettbewerb. Da r m stadt, 30. Sept. (WD) Der Deutsche Flugwettbewerb 1 9 2 4 hat heute mit der Beendigung des Fünfländer-FlugeS seinen Absch!-'/ funben. Es wurde folgendes Ergebnis Le- bet: 1. Kur . slug mit Ziel lan düng. Sieger Klasse - Hobbe, Akademische Flleger- gruppe Darmstadt: Klaffe B Billik auf übet; Klcffse C Aed auf Dietrich-Gobiet. 2. Schnellflug mit Meldungsab- tourf: Sieger in Klasse A Botsch auf Bahn- bebarf AG.: Klasse B Billik: Klasse C Heck. Ter Fliegen P v ß, dem bei seinem Flug über Darmstadt der Motor aus dem Junkers-Apparat flog, erhielt für die Geistesgegenwart, mit der er nvtlandete, einen Anerkennungspreis. 3. Höhenflug mit Kurvengleit - flug. Sieger in Klasse A Botsch, Ehrenpreis der Stadt Friedberg: Klasse B Billik: Klasse C Katzen st ein auf Dietrich-Gobiet. 4. Geschicklichkeitsflug. Sieger Klasse A Bvtsch, Ehrenpreis der Stadt Darmstadt. Klasse C Raab, Silbernen Pokal des Staatspräsidenten von Hessen. 5. Staff elf lug. Sieger Staffel 3, geführt von Heinze, auf Dietrich-Gobiet. 6. Fünf-Länder- Flug. Klasse A wird morgen erst zu Ende geflogen. Sieger der Klasse C W e ichel auf Albatros 4:14; Ehrenpreis und 1500 Mk. 2. Preis Heck. Für beste Gesamtleistung erhielt den Ehrenpreis des Reichspräsidenten Heck. Für besonders schön ausgesührte Kunstflüge erhielten Katzen st ein und Heck, für die Führung der Kontrollmaschinen und der Passagierflugzeuge Lieb Ehrenpreise. Segelflüge in der Rhön. Don dem Sonderberichterstatter des „Gieß. Anz." Flieger-lager Wasserkuppe, 29. 9. Während unser Luftriese Z. R. III bei seiner stolzen Deutschlandfahrt überall von der begeisterten Bevölkerung als Zeichen deutscher Qualitäts- arffctt und ungebrochenen deutschen Wagemutes freudig begrüßt wurde, nutzten unsere Flieger in der jetzt stillen Rhön das günstige Wetter der vergangenen VKxhe eifrig zum Fliegen aus. Martens flog auf seinem Doppelsitzer „Deutschland" und Stamer startete guf der neuen „Bayernland" zu einem schönen Fluge. Beide Piloten nahmen ihre Frauen als Fluggäste mit Die Eindecker „Margarete" und der „Alte Dessauer", die kürzlich bei der Landung leicht beschädigt wurden, sind inzwischen ausgebessert worden und erregten durch einige wohlgelungene Flüge von neuem großes Interesse. Besonders die Maschine des Coethener Friedrichs- Polytech nikums führte unter Otto den vielen Zuschauern, die mittels Kraftwagen oder auf Schusters Rappen nach hier oben gekommen waren, einen ferner glänzenden Kurvenflüge von etwa 20 Minuten Dauer vor. Auch startete der „Konsul" der Darmstädter unter Papen- maher und der „QTlte Dessauer" mit Otto am Steuer zum gemeinsamen Heberlanbflug. Da der „Konsul" nut fast 19 Meter Spannweite^ ein ausgesprochenes Flugzeug für den Streckenflug ist, versuchte der „Alte Dessauer" zunächst an Höhe zu gewinnen. Zur großen äleberraschung aller Anwesenden schraubte er sich, wenige leichte Schleifen beschreibend, innerhalb 5 Minuten 250 Meter hoch und segelte dabei teilweise über den Wolken. Es war ein wunderbarer Anblick, das Flugzeug in dieser, 1924 noch nicht erreichtem Höhe am Rande des Wolkenkraters kreisen zu sehen, einen Flügel immer in die Wolken tauchend. Der Flug stellt insofern eine beachtenswerte Leistung dar, weil hieriXirch der augenscheinlichste Beweis vom Segeln in thermischen Aufwinden erbracht worden ist. Rach Berechnungen der Meteorologen kommen in dieser Höhe faum noch Hangwinde von solcher Stärke vor, welche erforderlich sind, die Maschine »roch mehr steigen zu lassen. Da jedoch der „Konsul" dem anderen, Eindecker inzwischen eine Strecke vvrausgveilt war, setzte Otto ebenfalls zum UeberlanbfLug an. Beide Maschinen flogen nun zusammen über die Ebersburg in Richtung Fulda, bis wir sie aus den Augen verloren. Der „Alte Dessauer" landete zuerst auf einem Wiesengrunde bei Dipperz (etwa 13 Kilometer von der Kuppe aus entfernt), ber „Konsul" unweit daneben. Diese Flüge sind von wesentlicher Bedeutung für den motorlosen Streckenflug. Der bei den Albatroswerken Berlin-Johcmnisthal erbaute Eindecker des Barons von Schertet legte mit dem prächtigen Führer Otto über ganz flachem Gelände einen vielversprechenden Flug von 1,5 traditionellen Mittel, sich läftiger Banditen sichrer und --Heere zu entledigen, griff, indem sie ihn aufforderte, sich der regulären Armee an« zuschließen. Heute ist der ehemalige Dan- ditenführer nicht nur Marschall, — denn dies bedeutet in China nicht eben viel, wo in den militärischen Listen 308 Marschälle geführt werden, einschließlich der inzwischen bereits verstorbenen, die mau sich nicht erst die Mühe genommen hat, zu streichen —, er ist in Wahrheit der Diktator der unabhängigen Republik der Mandschurei und in einer Stellung, die es ihm ermöglicht, auf die Herrschaft über ganz China Anspruch zu erheben. Das Bild, das die Fama von diesem Mcrnne entworfen hat, zeichnete ihn als den typischen Bramarbas, mit einem mächtigen Schnurrbart, glitzernder ilniform und einem lang nachziehenden Schleppsäbel. Richts von alledem: in Wahrheit ist bet aefürchtete Diktator ein schlanker Mann mit abfallenden Schultern, müden, von den Augenlidern halb 'überdeckten Augen, herabhängendem Schnurrbart und ganz kurz geschnittenem Haar. Er mag nicht viel größer als 1,50 Meter sein. Sein Gesicht ist von einer pergamentartigen, von vielen Runzeln durchfurchten Haut bedeckt, die sein wahres 2llter zweifelhaft erscheirren läßt, in Wirklichkeit ist er etwa 50 Jahre alt. Der Gesamte einbruef dieses mit einem blauen Zivilanzug bekleideten Mannes war so friedlich und dabei so zart, daß man ihn für einen unter geordnet enj Sekretär hätte halten können. Aber die Ehrfurcht, die ihn von seiner Umgebung gezollt wird, läßt erkennen, bah er in ber Tat ber Mann mit dem eisernen Willen und ber tiger- haften Wildheit ist, ber einen Untergebenen um eines Irrtums willen einfach niederschießt. Als einzigen Rettungsweg aus den gegenwärtigen Wirren in China sieht er die Entscheidung durch das Schwert an. „Das hstte herrschende Chaos kann nicht etoig währen", .agte er, indem er sich zur augenblicklichen Krieß#äußerste; »es wirb Kilometer zurück. Dtefe 'Ataschwe zetgt rnftrsem neue Wege, well ihre Flügel im Profil veränderlich sind, b. h. die Tragflächen können um die Querachse verdreht werden. Hierdurch wird die Steuerung bewirkt. Durch Bennittclun-g des Fürsten von Den -- kel-Donnersmarck wurde der Gotha-Eindecker von der Sportleitung zu Schultiwecken angekauft. Dipl.-Jng. Offermann, Mitglied des Deutschen Luftrades, brachte auf dieser Maschine seine ersten Schulflüge hinter sich. Deutsche Segelflieger in Italien. Darmstadt. 30. Sept. (WB.) Die Akademische Flieger gruppe in Darmstadt ist von Italien eingeladen worden, an dem vom 1.—15. Oft. in Deron a stattfindenden Segel- flugtoettbetoerb tellzunehmen. Die Reiso- unb Ausenthaltskvsten werden von den Veranstaltern getragen. Fuchs auf „Konsul", der bereits nach Italien abgereift ist, ferner Martens mit den Maschinen „Moritz" und „Deutschland" werden ber Einladung Folge leisten, ebenso ein Flieger der flugwissenschaftlichen Arbeitsgruppe in Coethen auf dem Apparat „Dessau", ber von Hofmann und Kaercher konstruiert würbe. Fr. T. Gießen I. — Spd. Oberbiel-Albshansen I. 2:0 (0:0). Ecken 6:2. L Auf bem Sportplatz Trieb kam am Sonntag bas Spiel ber obigen Mannschaften gum Austrag. Es war ein interessantes Treffen zu erwarten, ba Gießen in diesem Jahr bekanntlich Meisterschaftskanbidat ist, während andererseits Oberbiel als Mannschaft mit viel Wettspielerfahrung und flottem Spiel bekannt ist. In ihren Erwartungen sahen sich die Zuschauer nicht getäuscht. — Wenn auch eine leichte Ueberlegerr= beit der Gießener festzustellen war, so gelang es ihnen in erster Halbzeit doch nickt, zu einem zählbaren Erfolg zu kommen, ba ber Tormann Oberbiels eben „alles" hält. Erst in ber Mitte ber zweiten Halbzeit kann Gießen bas Resultat für sich entscheiden: Rechtsaußen flankt, ber Halbrechte schießt ein, 1:0. Kurz barauf geht der Mittelstürmer in flottem Stil nach vorne, umspielt die Verteidigung und stellt das Resultat auf 2D für seine Farben. Alle Anstrengungen Oberbiels, aufzu holen, sind umsonst, die Hintermannschaft Gießens unterbindet jeden Angriff, ebensowenig vermag Gießen an bem Resultat etwas zu änbem. Buntes Allerlei. Dom Kürbis. Die Heimat des Kürbis weist auf Indien hin. Von Asien aus verbreitete er sich nach Afrika und nach Europa aus. Alle alten Völler haben den Kürbis bereits in Gärten gezogen. Bei den alten Griechen galt er als Sinnbild der Gesundheit. Von einem Menschen, ber gesund unb blühend aussah, sagte man, er sei gesünder als ein Kürbis. Bei den alten Völkern des Orients und auch teilweise bei den südlichen Völkern Europas wurde jedoch die Frucht meistens nur der Schale wegen gezogen, denn diese alten Völler stellten sich aus den Kürbisschalen die verschiedensten Behälter zur Aufbewahrung von Flüssigkeiten her. Auch flete neue Gegenstände wie Löffel und Trichter wurden aus Kürbisschalen angefertigt. Diese Verwendung war übrigens rächt nur bei den Böllern des Orients zu beobachten, auch die Indianer in den verschiedenen Teilen Amerikas verwendeten Kürbisschalen auf diese Weise. In südlichen Gegenden wird das Wersch des Kürbis noch mannigfaltiger verwendet als in den nördlichen Bezirken der Erde. Häufig wirb dieses Fleisch dem Drvtteig beigemengt. Das Brot soll dadurch wohlschmeckender werden und was für. heiße Gegenden in Betracht kommt, es hält sich länger locker und vertrocknet nicht so leicht. In manchen Gegenden wird der Kürbis im großen angebaut und besonders als Schweinefutter verwendet. Es gibt aber auch eine ganze Anzahl von Kürbisarten, die nur ganz kleine Früchte ansehen. Derartige Kürbisarten werden nur als Zierpflanzen gehalten, und zwar besonders dort, wo unschön wirkende Mauern, Schuppen usw. durch rasch wachsende Pflanzen verdeckt werden sollen. Goldbttndhett. Durch direkte Sonnenwirkung oder durch zu grelles künstliches Licht kann es zu einer Blendung von Reh Haut-Elementen mit nachfolgender Herabsetzung der Sehschärfe kommen. Denselben Effekt soll rrach Ansicht des amerikanischen Augenarztes Fox das jahrelange Arbeiten mit Gold haben, er spricht sogar von einer richtigen Gvld- blindheit. Er hat seine Beobachtungen an Zahnärzten gemacht, welche viele Goldfüllungen oder sonstige Gvldtechniken machen. Diese sollen schließlich nicht mehr imstande sein, bas Gold von ber ein großer Held erstehen, tobe in alten Tagen, und sein Land retten. Wenn aber China ber roten Gewalt verfallen würde, so würde dies ein Verhängnis für die ganze Welt bedeuten." Tschang- Tso-Lin erflärte, daß hinter ihm ein Heer von 300 000 Mann stände, ein Stab ausländischer Offiziere, eine den modernen Ansprüchen vollkommen genügende Artillerie und 60 Aeroplane. Seine Truppen sind gut gekleidet unb diszipliniert und machen in ihrer blaugrauen Uniform einen sehr günstigen Eindruck, wenngleich die kriegerischen Eigenschaften ber Chinesen immer ein sehr unsicherer Faktor sinb. Es ist auch jüngst berichtet toorben, dah in sein Heer 30 000 Russen eingereiht wurden, was bei der in Chardin herrschenden HrrngerSnot leicht glaubhaft ist. Schon die nächste 3ufunft wird vielleicht den siegreichen Feldherrn ber Mandschu als Diktator in Peking sehen oder auch da ber Ehrgeiz ja keine Schranken kennt, als Kaiser auf dem Thron des Himmlichen Reiches. * Eine prähistorische Höhle entdeckt. .Unter ungewöhnlichen Gefahren unb mit dem Einsatz außerordentlicher physischer Energien ist es einem jungen südfranzösischen Archäol-gen gelungen, in der Rühe seines Heimatortes Saint-Martorh im Departement Haute-Ga- rvnne eine sehr interessante prähistorische Höhte zu entdecken. Rorbert (Lästeret, der ein guter Sportsmann ist, beschloß, bem unterirdischem Lauf eines Baches zu folgen, der in der Rühe seines Heimatortes im Rordhang eines Berges verschwindet, um am Südhang wieder auszutreten. Don der Ausmündung her schwamm er dem Dachlauf entgegen. Roch etwa 60 Meter kam er an eine Felswand, an der ein Weitervordringen unmöglich erschien. Gleichwohl faßte er den ge- ra'^u tollkühnen Entschluß, ins Ungeteilte hinein itn er die FeIswa n d zu tauchen. Alten Warnungen ?M,m Trotz unternahm Casteret, der Zcchnftlvstanz zu rmterschetden. Rach Vr. Fvff toerben Weitsichtige am leichtesten von dieser Blindheit befallen. In Deutschland ist Gold allerdings auch ein rarer Artikel geworden, während es in Amerika schon seit Jahrzehnten gerade in ber Zahnheilkunde eine außerordentlich weitgehende Verwendung gesunden hat. Arterienverkalkung heilbar? Die Arterienverballung, der bisher etwa etn Viertel ber Menschen zum Opfer fielen — sie gilt ja im allgemeinen als ber natürliche Tod des Menschen —, war bislang nur im Anfangs- stadium heilbar. Run kommt von Doulogns an der Seine die Rachricht, daß es dem dortigen Drüsenspezialisten Dr. S. Dorvnoff gelungen sei, in 15 Fällen durch operativen Eingriff die tückische Krankheit gn heilen. Rach jeder Operation habe das schwere Symptom der Krankheit, ber übermäßige Blutdruck, sofort nachgelaffen. Berühmt wurde Vvrvnoff schon früher durch seine Drüsenoperationen, durch die er nun auch auf die neue Entdeckung ber Arteri enhellung gekommen ist. Wirtschaft. - - Bom Weltgetreidemarkt. Von einer Senkung des Brotgetreidepreises, wie man sie sich von der Herabsetzung der deutschen Eisenbahnfrachten versprach, ist bisher noch nichts zu merken gewesen. Die neue Frachtberech» nung für Getreide erspart etwa 3 Prvz. der bisherigen Linkosten, die für eine Senkung des Preises von Getreide kaum in Betracht kommen Auch die sonstigen hohen Unkosten, z. B. die Telephongebühren, sind fast unverändert geblieben, und so spielen die Spesen nach wie vor eine große Rolle bei ber Spannung von bem Preise, den der Landwirt bei Ablieferung des Getreides erhält, bis zu bem, ben ber Konsument bezahlen muß. Alles in allem kann gesagt werden, daß die Hoffnung aus eine Preissenkung vorläufig noch nicht In Erfüllung gehen kann. In ber verflossenen Woche zeigte sich tm Getreidehandel eine erneute PrelSaufwärtsbews- gung für Roggen, dadurch hervoraeruftm, daß sich die Knappheit des inländischen Angebotes empfindlich bemerkbar macht. Zurückzuführen ist die Knappheit in Roggengetreide noch auf die Zeiten des außerordentlichen Geld- unb Kreditnrangels, der die Mühlen verhinderte, sich auf längere Zeit hinaus mit Rohmaterial einzudecken. Infolgedessen hat die Rachfrage zugenommen und die großen Mühlenzentren bleiben ständig Abnehmer für inländische unb auslänbische Angebote. Alle anderen Getrcidearten blieben im Preise ziemlich stabil gegenüber ben Rotierungen der Vorwoche. Von Rußland unb ben BalkanWndem scheint man überhaupt nichts mehr zu bekommen, und so wurden erhebliche Posten in amerikanischem Western roggen übernommen. Maßgebend bei diesen Abschlüssen war die Tatsache, daß Rord- amenfa zur Zeit seine säst konkurrenzlose Lage ausnuht unb fortgesetzt seine Forderungen für Westernroggen erhöht. DaS Echo der Situation zeigt sich in ber Schlußnotiz für Roggen am Berliner Markt mit 217 bis 221 Mack, gegen 205 bis 209 Mack in der Vorwoche, während die Weizennotierung in ber gleichen Jett mit 227 bis 235 Mack fast unverändert blieb. Dadurch ist die Differenz beider Drvffrüchte kleiner geworden und beträgt etwa noch 10 bis 14 Mack. Es liegt durchaus im Bereiche ber Wahrscheinlichkeit, baß sich eine weitere Annäherung des Roggenpreises an den Weizenpreis vollziehen wird. Die allgemeine Ansicht, daß bet einer Ausgleichung beider Preise wenigstens in ben großen Stabten mehr und mehr das weiße Kleingebäck vorge- zvgen wird und daß bas Roggenbrot im allgemeinen eine weißere Farbe, wohl verstäckt durch große Beimischung von Weizenmehl, erhält, kann unterschckeben werden. Diese Situation müßte aber eine verstärkte Rachsrage nach Weizenmehlen auslösen, bie daraufhin im Preise anziehen müßten, während Roggen vernachlässigt bliebe und sich im Preise senken würde. Die nächsten Wochen werben zeigen, baß sich bei einer weiteren Annähe* rung der Getreibepreise eine klare Bevorzugung für Weizen Herausstellen wirb. * • Weitere Herabsetzung der Um- sah steuer? In einer Denkschrift des Reichsfinanzministers an den Reichstag, ReichSrat und Retchswirtschaftsvat nimmt der Reichsfinanzminister Stellung zu ben Problemen der Umsatzsteuer. Cr weist u. a. darauf hin, daß bie volkswirtschaftlichen Schäden der ä.lmsatzsteuer vollstän- big nur durch eine allmähliche Senkung des ilm« satzsteuersatzes behoben werden könne, deren Umfang unb Zeitpunkt eng mit der anderweitigen Deckung deS Finanzbedarfes zusammenhänge. IWIIIB—IIIUI IMII ll„ . 1.11 . . ein guter Taucher ist, den Versuch. In einem Gummibeutel führte er Licht und Streichhölzer mit sich Schon nach wenigen Metern gelang es ihm, den Kopf wieder aus dem Waffer zu erheben. Mit seinem Bruder unternahm nun Ca- fteret wiederholte Schwimm- unb Erkundungs- fahrten durch ben Dachlcms. Da jede dieser Touren ungefähr 7—8 Stunden in Anspruch nahm, waren die Anstrengungen übermäßig groß. Bald gelang es den beiden Brüdern, zu entdecken, daß sich in bem spitzen Winkel zum unteckrbischeni Bachlauf eine trockene Galerie in den Berg hinein- zieht, bei deren Durchforschung Easteret das Glück hatte, ein ganzes prähistorisches Museum zu entdecken. Ueber 50 Bilder von Tieren sind in die Felswand mit Feuerstein eingeriht. Auch die Wiedergabe des Profils eines menschlichen Kopfes findet sich. Unerklärliche Zeichen bilden seltsam verschlungene Linien, die mitunter an Flechtwerk erinnern und den Boden und einen Teil ber Wände bedecken. Löcher teeifen noch den Abdruck ber Finger auf, die sie erzeugten. Geknetete Tonkugeln unb tönerne Schälchen gehören mit zu ben kostbarsten Funden dieses Museums. Daß auch der Höhlenbär zu den Besuchern dieser 'unterirdischen Grotte gehört, beweisen die Spuren, die sich von ihm finden. Aber nicht mir Strichzeichnungen, sogar plastische Wiedergaben von Tieren erhöhen den Wert dieser neu- entdeckten Höhle. So fand sich die Plastik eines liegenden Bären, ber in seiner Haltung an eine Sphynx erinnert. Die Plastik trug ursprünglich einen echten Höhlenbärenschädel, ber nun herabgefallen zwischen den Vordertahen liegt. Auch Rachbildungen von katzenartigen Raubtieren sind vorhanden, bie allerdings unter dem hohen Alter so sehr gelitten haben, daß sie nicht viel mehr als andeutungsweise Formen erkennen lassen. * Wiebernvtterung der Do herrschen Anleihen in Berlin. Leo Berliner Dörfenvvrstund hat die Wiedernvtierunz van 4= und 3^/rprvKentigen bayerischen Ltaal van leihen verfugt, ba von der bayerischen Stnatsschuldver- Wallung 'M iSrflärung vorliegt, dah nur Dor- kriegsstücke exisiieren und die zur Berliner Börse nicht zugelassenen Stucke lediglich Ersahslücie sür S-chuldbucheintragungen darstellen. spd. Ehern tsche Fabrik Griesheim Elektron Frankfurt a. M. Die Generalversammlung genehmigte den dividenbenlosen Abschluß für 1923 und wählte die ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder wieder. Reu in den Auf- sichtsrat wurden gewählt Konsul Plesch, Berlin-Budapest, und RechtSanwalt Lammers, M. d. R., Berlin. Lieber die Geschäftslage teilte die Berwaltung mit. daß die Regelung der Handelsbeziehungen zu den anderen Ländern für die deutsche Industrie eine Frage sei, die weit größere Bedeutung besitze als das Londoner Abkommen und der Dawes-Plan in ihren Aus- kwirkungen. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten machten sich seit einem halben Jahre auch bei den Werken von Griesheim-Elektron sehr start bemerkbar. Die Goldmarkbilanz werde in kürzester Zeit vorgelegt. spd. Frankfurter Ga S g e sei l sch af t A.--G. Frankfurt a. M. Der Generalversammlung wurde entgegen der offiziellen Ankündigung ein Geschäftsbericht vvrgel^gt, nach dem ein rechnungsmäßiger Lieberschuß von 174 006 Billionen Mark ausgewiesen war. Dieser Reingewinn soll in die Gvldmarkbilanz, die bis Ende Rovember Vorgei egt wird, übernommen werden. * Stahlwerk Decker A.--G., Willich. Der Aufsichtsrat beschloß, das vorliegende Sanie- rungsangebot anzunehmen und dementsprechend eine ordentliche und eine außerordentliche Gene- ralversamTnluny «uf Mittwoch, den 22. Oktober, nachmittags 2 Llhr, nach Willich einzuberufen. Die Tagesordnungen werden noch bekänntgegeben. Als besondere Punkte sind zu erwähnen: die Zusammenlegung deS alten Aktienkapitals von 150 Millionen Papiermark auf 1,5 Millionen Goldinark und Aeuausgabe von 5 Millionen Stammaktien an die sanierende Gruppe, unter Ausschluß des Bezugs rechts der Aktionäre, sowie bie Ausgabe von Goldobligattvnen bis zum Betrage von 7 Millionen. Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M.. 30. Sept. Tendenz: Fester. An der heutigen Börse waren deutsche Anleihen weiter fest, zumal die Rückkäufe sich fcilfcötcn. Reue Momente für diese Steigerungen tiu r ; kaum hcrvor, außer der fahlen Hoffnung auf i iire spätere Aufwertung. 3m allgemeinen Hal aber die Zuversichtlichkeit der Böpe fcflcrcn Fuß zu fassen vermocht, wozu namentlich die langsame, ober zögernde Besserung der allgemeinen Wirtschaftslage beizutragen geeignet ist. Lies kam heute besvirders am Mont anmarkt zum Ausdruck, der bei mäßigem Geschäft weiter gut disponiert war. Die Kurssteigerungen fetzten sich weiter im mäßigen Tempo fort, erreichten aber nicht den Llmsang der gestern erzielten Erholungen. Auch Wbemische Aktien hatten weitere nennenswerte Gewinne zu verbuchen. Bankaktien lagen ruhig unb eröffneten zumeist auf gestrigem Stand. Der Einheitsmarkt der 3ndustrtepapiere behielt sein ruhiges Aussehen bei. Rennenswerte KursveränLerungen waren nicht zu verzeichnen. Am Anleihemarkt nahm wieder Kriegsanleihe das Hauptinteresse in Anspruch. Auch die anderen deutschen Anleihen machten weitere Fortschritte in den Kursbesserungen Die Werte des freien Verkehrs ließen ebenfalls heute •) Dom Rüchahsungswert. Erholungen erkennen. Api 2V®. Becker-Stahl Benz 3,5, Entreprise 21, Krügershall 8L5, Grv- wag 0,175, Llfa ll3/«. Am Geldmarkt blieb die Lage gespannt, doch hat die Rachfragc etwas nachgelassen. Termingelder hatten vorerst leine Llmsgye zu verzeichnen bei einem Durchschnittszinssatz von l* 1 */® Prozent. Am Devisenmarkt blieb das Geschäft gering. Die Llmsähe bewegen sich in der Hauptsache in den Llsancen London—Paris und London-Schweiz, für die man einen Kurs von 84,65 und 84,95 französische Franken bzw. 23,31 Vz Schweizer Franken hört. Der französische Frank rechnete sich gegenüber Kabelauszah'ung Reuyork aus 19,05 und 19,08. Die Mark stellt sich auf 4,201 für den Dollar. 3m weiteren Verlauf der Börse setzten sich die Steigerungen für Anleihewerte fort, Aktien blieben unverändert. Börsenkurse. ün Timonen Vrojent ffrankkurt a. M. Berkin bd)lu6- Sur» Schlich» fiur» Sd)hth.| Schlug. fiure ftur« Tfttunr. 29. . 80.9. 29.9. SO. 9. 6% Deutsche RetchSanletd« . 4% Demsche Reichsanleihe . B'lii'o Deutsche Relchüanleth, O.üBC 0,690 0,561 0,613 1 1.05 0.9 1.03 0,81 1,0625 0,825 1 y/o Deutsche Reichsanleide • TlUiiche Lvarprauncnanlettze 4% 'Preußische «onsolS . . . 1.65 0,425 1,65 0,510 1,4-0 0,4 1,6 0,51 0,9 1,125 0,9 1.04 4°/. Hessen .......... 1 1,6 1.41 1,45 »fc:::::::::: 1,1 1,3 1,2 1,4 1,1 1,3 1,25 1,44 Deutsche Wertb- Dollar-Anl. 4,2 4.2 4,2 4,’ dto- Loll.-Schatz-Anrretlng.') 85,25 85,25 85,25 81,25 4e/0 Zollt^ken.........| 11 12 10,75 11,625 6% Goldmerikaner......1 38,5 — 42,25 4 ,75 Berliner HandelSqesellschaft. Commerz- und Privat-Bank. 45 5.12 25/0 4,75 28,1 4,875 Darms^ und Nationalbank . 9,25 9,5 9,40 9,40 Deutsche Bank......... 10 62 — 10,50 10,75 Dculschc Bercinsbank .... 0,3)5 0,305 — —» DtSconlo Lommandit .... 12, 5 12,10 12,25 12,60 Metnllbank........... 13 13 — — Milleldcutsche Lrcditbank . . Ocsteireichiiche Lrcditanstalt. 1,65 1,70 1,621 1,70 0,315 0,315 u.3 03 Weltbank............ 0,28 0,295 0,425 0,42i S'ochumer (Saß ....... —— — 47,25 50 10,50 10,9 10,66 11,25 Caro ............. 10,75 >2,. 11.60 11,50 Deutsch-Luxemburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . 51,5 14 52,12 55 61 2. 3 5 51,75 55 Harocner Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben. . . . — 01 73,2 i 79,90 14,75 14,25 16,90 15 KalNverl Westeregeln..... 18,75 18,75 17,60 18,25 Laurahütte........... 6,1 6,10 5,25 6,65 Oberbedarf........... Phönir Bergbau....... Rheinsiahl........... — 10,5 10,30 10,75 41,90 *2 41,60 41,-0 35 — 34,76 34,75 Rtederk Niontan........ 35,75 36,75 36,50 37,25 TelluS Bergbau........ 1.7 1.7 Hamburg-Amerika SJafet. . . Norddeutscher Lloyd..... 27 4,83 27,21 6,1 27,50 4,8 27,75 4,9 Lheramische Werke Albin . . — — — --B Zementwerk Heidelberg . . 14,75 15,4 — — Philipp Holzmann...... 5,25 5,5 5 6,2 Slnglo-Cont -Guano..... — «—> 11 11,50 18,73 Badische Anilin..... . , 18,25 18,65 18 Cdeniilchc Mayer Sllaptu . . — 1,2 — Goldlllnnidk.......... 11,75 13,2 12,40 13 Gries firner Electron .... 16 15,5 15,60 15,75 Höchster Farowerke...... 15 15,5 13 15,50 Holzverkohlung . . ..... 6,25 6,30 — Rütgerswerke ......... 16.62 16,75 16,25 17,25 Scheideanstalt......... 14,50 14,75 — — Alla Ei>ktrizitätr-Sesellschaft 8,35 8.40 8,20 8,25 Bergmann........... 12,80 —- 12,75 12.50 Mamkraftwerke . ....... 8 — — Echuckert ............ 37 39 40.25 Siemens Jt Halske...... 41 46 46,75 46,50 Adlerwerke Kleher ...... 1,8 2,1 2.20 2,3 Daimler Motoren. ...... 2,80 2.9 2,90 3 Hepligenstaedt......... Wieg um........... . 2,43 9,75 2,45 9,6 9,1 9,25 Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . , 0,53 1 0/4 1,25 1,5 1,3 Mctallgesclüchaft Frankfurt. 12,25 12,5 1,45 — — Det. Union A.-G........ 1.30 1.4 1,3 Schuhfabrik Her;...... ■— 3.1 3,1 3,1 Sichel............... 3,50 3.95 3,5 3,SO Zellsto: Waldhof....... Zuckeriabrik Frankenthal . . 9 25 9,25 9 9,60 3,6 3,60 — — Zucktzrsabrik Waghäusel . . . 2,78 2,85 — — Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des .Gießener Anzeiger".) Berlin, 30. Sept. Die Börse war heute im allgemeinen fest und lebhaft. Der Llltimo kann als überwunden gelten und Schwierigkeiten sind aus dem Rückgang des Anleihemarktes nicht entstanden. Es lieh sich feststellen, daß die Anleihen toieber langsam anziehen, hervorgerufen durch die der Regierungsec-tlärung entgegengebrachte Opposition. Ain Aktienmarkt halten die Montanpapiere die Führung. 3m allgemeinen war der Markt ebenfalls feit und gut gehalten. 3m allgemeinen ist festzustellen, daß sich in erhöhten Kaufaufträgen eine gewisse hvffnungs- sroudigere Stimmung geltend macht. Ars Kreisen des privaten Publikums liegen Aufträge bei den Danien vor und ebenso greift die Spekulation wieder mit Kaufaufträgen in den Markt ein. Tägliches Geld war mit 1/» pro Mille zu erhalten, wenn auch einzelne Abschlüsse zu erhöhten Zinssätzen zustande kamen. 3m weiteren Verlauf der Börse blieb das Geld unverändert. Die erste Grundstimmung erhielt sich bis zum Schluß der zweiten Börsenstunde. Der Devisenmarkt lag unverändert. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. (kN, Billionen Mart au»g,drückt. vuenoS-NtrrD. London. Wen» tiorL Japan, Rio de Janeiro für eine Tinbrit. Wien tmb Budapest für 100COO (Einbetten, alle« übrige für 100 Einheiten.) Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.) Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger".) Frankfurt a. M., 30. Sept. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 25 bis 26, Roggen, inländ. 24 bis 24,75, Sommergerste für Brauzwecke 26 bis 28, Hafer, inländ. 22,50 bis 23,75, Mais (gelb) 20 bis 20,50, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 37 bis 38, Roggenmehl 32,75 bis 33,75, Weizen- und Roggenkleie 13 Mk. Tendenz steigend im Einklang mit den steigenden AuSlandforde- rungen. 20. Septbr. 30. Septbr. Ruxrrt. 29. 1 30. sinnliche Diotieruna Amtlich-. Geld iotieruni ‘Brief Geld I Briet Amst-Rott 161,99 162.81 161,79 162,61 voll voll 18nT. .Intw 20,/0 20,30 20,05 20,15 voll voll Cdriskiania. 58,63 58,90 78,038 69,45 69,75 voll voll Kopnillagen 73, 2 73,07 73,43 voll voll ©lo-ti o(m . .11,37 111,93 16,55 111,37 111,93 voll voll HMngsorS. 10,49 10,49 10,55 voll voll Malien. . . 18,43 s 18,34 voll voll London. . . 13,765 18,66 volllvoll Ncuyork . . 4,1» 4,21 4,13 4,21 voll voll TnrM. . . . 82,02 22,14 21,95 22,0, voll voll Schwei; . . .9,95 88,35 80,06 80,45 voll voll Spanien. . 65,20 15,54 83,25 1-5.54 voll voll Wien In®.. Oe st. abgest 5,02 f,04 5,015 b,°LS voll voll Prag . . . . 19,52 12,18 12,485 12,545 voll voll Budapest. . Bnen.-AireS B,46 1,485 Ä 5,47 1,«05 5,45 1,485 1,685 voll volp voll voll Bulgarien llapan . . . 'Hlo de Jan Ä Ä C.395 voll voll voll voll 6,406 1,405 voll voll Belgrad . . 6,87 5,82 6,87 voll voll Lissabon . . 12,22 -2.28 12,22 12.28 voll voll 1 Banknoten. BerNn, 30. Sept. Geld Brie) Nepal tu Amerikanische '/toten ..... Belgische Noten........ Dänische Noten........ Englische Noten........ '(s-rainäsische Noten ..... , Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr., a 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Svantsche Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten...... 4,1) 20,05 < 2,72 18,625 21,94 161,59 18,33 59,45 5,89 2,13 111,22 79,90 58,61 12,43 6,39 -4,21 50,15 73,08 18.720 22,08 152,41 18,43 19,75 6,91 2,15 "■11,78 60,30 59.89 12.49 6,41 voll voll -i voll vol voll voll voll ES voll voll Berliner Proonnendörse. Berlin, 30. Sept. Der PrvdvktennLrrk» war fest auf amerikanische Steigerungen. Der Druck komme wegen der Herbstbestellung nicht voran, aber die in Händlerhvi'd befindliche Auslandware sei groß. GS wurden notiert für je 1000 Kilo Wchzen, märt 232 biS 240, Roggen, märk. 227 bis 234, Gerste, mark. 225 biS 250. neue 203 bis 215, Hafer, märk. 184 biS 192, Raps 345 bis 350, Leinsaat 440 bis 450; für je 1O0 Kilo: Weizenmehl 32,75 bis 35,75. Roggenmehl 32,25 bis 35, Deizenkleie 14,50 bis 14,75, Roggenkleie 12,80 bis 13, Diktoriaerbsen 32 bis 36, kleine Erbsen 22 bis 26, Futkererbseir 19 bis 20, Peluschken 17 bis 19, Ackerbohnen 20 bis 22. Wicken 17 biS 18, Lupinen, blau 14 bis 15, gelb 16 bis 19. Serradelle, alt 15 bis 18. Rcrps- kuchen 14,80. Leinkuchen 25 bis 26. Trvckenschnihel 13,60 bis 13,80, Torfmelasse 9, Kartoffelflocken 18,50. (3n einem Teil der Auflage wiederholt.) Belgien und das deutsche Völkerbundsmemorandum. London, 30. Sept. (WB) Wie der »Times" aus Brüssel gemeldet wird, soll Minister- präsident Theunis den deutschen Gesandten bei der LIeberveichung des Memorandums auf die Gefahr hingewiesen haben, wenn die deutsche Regierung von neuem die Kriegsschuld- frage aufwersen werde. Ern solcher Schritt sei außerordentlich bedauerlich. 3m allgemeinen könne gesagt werden, daß die Haltung der belgischen Regierung mit der von Serriot und Driand dargelegten übereinstimme, die dahin ging, daß Deutschland sich den gemeinsamen Ge sehen unterwerfe und sich verpflichten müsse, die Völkerbundssahung zu achten und durchzuführen. « 3n einem Leitartikel schreibt die „Times". Die Llnterbreitung des deutschen Memorandums stelle einen neuen Schritt in der allmählichen Annäherung der deutschen Regierung an den Völkerbund dar. Es sei klar, daß keines der größeren Ziele des Völkerbundes ohne die positive Zustimmung und die aktive Miiarbeit Deutschland« vollendet werden könne. Die Haltung der deur'chen Regierung sei natürlich vorsichtig. Deutschland könne nicht umhin, zu erwägen, daß di? neuen Verpflichtungen, die es in Genf eingehen würde, die Tendenzen und die Politik durchkreuzen, die es bisher verfolgt habe. Die „Times" erklärt, die augenblickliche deutsche Regierung be-ab ichtige, wie klar ersichtlich sei, die im Völkerbund vorgesehene Gelegenheit für eine neue friedli l-c ^n'ammenavbeit mit den zivilisierten Mächten auszunützen. Es fei gar nicht schlecht, daß die deutsche Anfrage zu einer Lieberlegungspause führte. Demi obgleich eS in jeder Hinsicht wünschenswert erscheine, daß Deutschland Mi glied des Völkerbundes werde mit vollen Rech en und Verantwortlichkeiten, so mühten doch die großen V e r ■ Linderungen, die sein Eintritt in die europäische Politik bewirken würde, im voraus sorgfältig erwogen werden. Sie bereuen eS, wenn Sie sich nicht sofort ein LoS der Staatlichen JubttäumSlotterte 250. Preußischen Klassen lotterte 24. (250.) Preufi-Südd. Klnsfenlotterie kaufen. In 5 Klassen werden 110 000 Gewinne und 1 Prämie tm Gesamtbeträge von mehr nl3 21 Gold- Millionen auSgesptelt und einzeln gezogen wie vor dem Kriege. In jeder der 4 Borklaffen kommt ein Höchstgewtnn von 100 000 Goldmark und in der Schlußklasse im günstigsten Falle ein Höchstgewtnn von 1 Million Goldmark zur AuSsvtelung. Kann eS da wundernehmen, wenn die Nachfrage so stark ist, daß die Lose zu der am 10. und 11. Oktober statt- findenden Ziehung 1. Klaffe knapp werden? 755816 Man verlange beim Einkauf von Rahma-buttergleich gratis die Kinderzeitung „Der kleine Coco“. / K • ... 7 ' ^RGARIV i buttere \ 11* \ XV K BekanntmachnnI Das 3. Ziel der städtischen Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz für 1924 kann bis zum 8. Oktober 1924 noch ohne Kosten bezahlt werden. Aach Ablauf dieser Frist erfolgt die Beitreibung, wobei die vorgefchriebenen Kosten erhoben werden. Gießen, den 29. September 1924. Stadtkaffe Gießen. 7563B Arbeitsvergebung. Unter Hinweis auf die ministeriellen Bestimmungen werden die inneren Der- puharbeiten (rd. 400 qm Decken- und rd. 900 qm Wandpuh) in dem Reubau des DermefsungSamteS zu Grünberg öffentlich ausgeschrieben. Verdingungsunterlagen werden von Mittwoch, dem 1. Oktober ab, auf unserem Amte, Stephanstraße 18, gegen Erstattung der Selbstkosten abgegeben, woselbst die Bedingungen zur Einsicht offenliegen. Die Angebote sind verfchloffen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis SarnStag, den 11. Oktober, vormittags 10 Llhr, postfrei auf unserem Amte em» zureichen, woselbst die Oeffnung in Gegenwart etwa erschienener Bieter stattstndet. Zuschlagsfffist: 14 Tage- Gießen, den 1. Oktober 1924. Hessisches Hochbauamt. ____________Berth._________7560c Kartoffellieferung. Die Lieferung von500 Zentnern guten- lagerfähigen Epeifekartoffeln für die Llni- verfitäts-Augen- und Kinderklinik Gießen soll öffentlich vergeben werden. Angebote sind an die Kliniksverwal- tang bis zum Gröffnungsterrnin, SamS- tog, den 4. Oktober 1924, vormittag« 12 Llhr einzureichen. 7477B in Amerikas lieblichste Schauspielerin: Lillian Gish iimiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiniiiiHiiiiiiiiiiiuiiiHiiiii Amerikas größter Regisseur: D.W. Griffith llllllllllllllllllllllllUllllUlllllllllllllllllllllllllllllll Mädchenlos llIIIIlIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII!IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII!III!IIIIII!IIIIIII!IIIII!!III!IIIIIIIIIIIIIIIIIIlIIIIIIIIIIIII!IIIIIIlIII!I««II!I! Hessische Bilderbühne !I!!I!I!IIII!IIII«I«ttIIII!IIIIIIIIIIiI!IIIIIIIIIIIIII!IIIIIUIIIII!IIIIIl!IIIIIIIIIIIIIIIIIll!jiIIII!III!!IIIIIIIIIIIIiIIIIIIIIIII!iIIIIIIII!Ii 7668c ein. Jubiläums-Schulfeier öe? Randelsschnle Hermes, Gielen, Bähntott 60 am Sametajc. dem 4. Oktober 1924 ntwhm. 4 Ehr, auf der Karlsruhe anläßlich des 15jährigen Bestehens Hierzu lade ich alle früheren Schülerinnen und Schüler nebst ihren werten Angehörigen, die eine schriftliche Einladung nicht erreicht hat, herzlich Ge Hermes. 7571C Otel- M MotovereiD Versammlung am 5. Oktober, nachmittags 4 Uhr. tm Pfälzer Hof, Schanzenstratze Reutsch-Friedberg spricht über: Krankheiten und Feinde nuferer Lbstbaninr Die Inhaber von Gärten und offenen Landstücken werden besonders dringend eingeladen. [7565D] Der Vorstand. Damen- Kopfwäschen Frisieren und Ondulieren in und außer dem Hause. Abonnenten werden wieder angenommen. 028833 Frau Stehling vorm. Saadory Gaauthsrraße 34 p. Hansa Handelsschule J. 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