Erstes Blatt Sreltag, August 192| Der mit de- ieM Löberstr.l2 W- ■ ist. toenn Heute abend 8 Uhr Reichsregierung für die Londoner Konferenz neuerliche Dispositionen zu treffen haben wird. Die vorgesehenen Erörterungen mit Frankreich gehen nach Auffassung der Berliner Regierungskreise weitüberdenFragenkom- Plex der Londoner Konferenz hinaus. Trotzdem wird jedoch eine völlige Trennung dieser Fragen von den Beratungen über das Sachverftändigen-Gutachten n i ch twahr- scheinlich sein, da man deutscherseits die Auffassung vertritt, daß die militärische Räumungsfrage in eng st em Zusammenhang mit den technischen Einzelfragen der Durchführung des Gutachtens gebracht werden muß. Gewisse Anzeichen lassen übrigens erkennen, daß Frankreich die Absicht hat, gleichzeitig mit der Räumungsfrage über den Abschluß eines deutsch-französischen fr w 8.30 Uhr Weiß. Kalk auf Lager. ß. tarn Telephon 1659. .Urtö im gesamten deutschen Vaterland sitzen sie und kontrollieren und spionieren imAamen „der Sicherheit der westlichen Demokratien" — wie die Formel heißt seit dem größten Betrug der Welt- Seschtchte^ der Verdrehung der Wilsonschen Waffenstillstandsbedingungen in die Versailler Erpressungsakte. Ur. 179 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit d. Samstagsbeilage: GießenerFamilienblätter Monats-vezugrpreir: 2 Goldmark u. 20 Goldpfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richten: AnjeigerSiehen. Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. französische D orschlag wurde von dem Ersten Komitee der Konferenz einstimmig a n- genommen. Der von britischer Seite heute vormittag unterbreitete Abänderungsvorschlag wurde zurückgezogen. Die französischen und britischen Delegierten beglückwünschten sich zu dem Erfolg der gegenseitigen Ansttengrmgen. Dem Vertreter der Agentur Reuter wurde von einem Delegierten erklärt, daß eine große Schwierigkeit der Konferenz nunmehr überwunden sei. Am V25 Ahr nachmittags trat der Rat der Sieben im Anterhaus zu einer Besprechung zusammen. Das Dritte Komitee muß noch über die Transferfrage berichten. Wenn dieser Bericht günstig ausfällt, so könne, wie verlautet, die Konferenz, sowe't die Alliierten in Betracht kommen, als beendet angesehen und die E i n l a d u n g an die Deutschen als unmittelbar bevor st ehend betrachtet werden. Natürlich müßten, wie Reuter hinzufügt, noch die Bankiers ihre Ansicht zum Ausdruck bringen. Handelsvertrages in Erörterungen Deutschland einzutreten. Gefährliche französische Manöver. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 1. August. Die inzwischen Ein iütunaläbider Pogelsbergcr ZWO zu verkaufen (t°1' Lützellinden HauS Nr. 108. MM« * teile Freitag, d.l. Lug. abends SV, Ufu MM im MnuSttein* baus London, 31. Juli. »- taofieln 2. Rubfamen _Televbonl85g Ein neuer Erfolg Herriots. Annahme des französisch-belgischen Vorschlags über die „Sanktionen und Verfehlungen". Die Mitglieder wer den gebeien B derFeierd.Gru°d. UKerTenkmals nm Eamötag, d» Der Vorstano. rnentierten französischen Berichte über einen Abbruch der Londoner Konferenz sind nach Ansicht des Auswärtigen Amtes darauf zurückzuführen, daß Frankreich die Entscheidungen herbeinahen sieht und jetzt den stärksten Druck auf die angelsächsischen Finanzkreise auszuüben wünscht. Man glaubt in diplomatischen Kreisen nicht, dah^Frankreich das Odium aus sich nimmt, die Konferenz zum Scheitern zu bringen. Man sieht aber eine große Gefahr darin, daß die englische Regierung sich wiederum zu einem Kompromiß herbeilassen könnte, welches für Deutschland völlig uner- ttägliche Lösungen der Konflikte vorsieht. Insbesondere erscheinen die Termine der militärischen Räumung als gänzlich unttagbar, und es besteht wenig Hoffnung, daß eS den deutschen Delegierten gelingen wird, hierin annehmbare Abänderungen der Beschlüsse herbeizuführen. Heute Einladung an Deutschland Paris, 1. Aug. Der Sonderberichterstatter der Havasagentur in London glaubt Voraussagen zu können, daß heute die Einladung an die deutsche Regierung zur Beteiligung an der Londoner Konferenz ergehen wird. Dieser Beschluß wird nach seiner Ansicht in der Sitzung gefaßt werden, die heute vormittag 10.30 Ahr die Führer der Delegation in der Downingstteet abhalten werden. In London nimmt man an, daß die deutschen Delegierten am M o n t a g zu Verhandlungen bereit sein werden. Der Standpunkt der Repko. Paris, 1. Aug. Aeber den Standpunkt der Repko hinsichtlich der Verhandlungen mit den deutschen Delegierten hat der Sonderberichter- statter des „Iournal" erfahren, es bestehe keine Gefahr, noch auch nur die Möglichkeit, daß die Repko sich auf Verhandlungen mit den Deutschen einlasse, bevor eine Verständigung zwischen den Alliierten erzielt sei. Die Aufgabe fei durch den Bericht des Iuristischen Ausschusses fest gelegt und die Kommission werde von den sie betreffenden Teilen des Berichtes Mitteilung erhalten. Die Repko werde den deutschen Vertretern das Protokoll zu unterbreiten haben, das die Bedingungen enthält, die für die Annahme beä Sachverständigenplanes von der Londoner Konferenz festgesetzt worden sei. Die Repko könne also erst Verhandlungen mit den Deutschen aufnehmen, wenn der Protokollentwurf von der Konferenz angenommen urü> die politischen Auseinandersetzungen zwischen der Konferenz und den deutschen Delegierten geschlossen seien. Illusionismus 'und Internationalismus erkrankt sind, der nur in deutschen Köpfen und Herzen das vauhe Bild der Wirllichkeit zu verschieben vermag. Stehen sie nicht wieder vor uns, diese heißen Augusttage 1914, da die bedrohten schwarz- weißvoten Fahnen, das uns heilig gewesene Symbol deutscher Einheit und Große, das ganze deutsche Volk zu einem einzigen Willen, zu einer geschlossenen Abwehr der welschen Vernichtungs- abjichten zusammenschweißten? War es blinder 10-11 Uhr n|asfHü5|K' Heiterer«»6" And die deutschen Männer stehen angesichts Dieser unerhörten Schmach und Schande nicht Brust an Brust, nicht Rücken an Rücken,, nicht Faust an Faust, nicht Herz an Herz, um der Welt das Beispiel einer ebenso unerhörten sittlich-geistigen Brandmarkung und Abwehr dieser Verbrechen gegen das Menschtum zu geben, sondern sie hadern wie in den Zeiten, da sie sich dieses Luxus gestatten konnten, um eingebildete Prin- zipien, sie laufen den Phrasen der Agitatoren nach su» Se^ischen sich gegenseitig zugunsten der welschen Militaristen, die den Schafspelz der Demokratie und den Palmenzweig der Pazifisten tragen, alldieweil der deutsche Michel sich schon immer durch solche Heuchlerattribute bluffen ließ. And dennoch: Auch in denen, die heute wieder wie im Rovember 1918 dem Gedanken an 'die Möglichkeit eines ewigen Friedens und an die Ausrottung der französischen Machtgier nachlagen, muß an diesem ersten August tage die Erinnerung, so schmerzensreich sie einen anderen Glauben erwecken, anders sie nicht unheilbar an Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeDerbindlichKeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite ortlichü, auswärts 10 Goldpfennig,' für Reklame-Anzeigen D.70mm Breite 36 Goldpfennig, Platzvorschrift 20°/, Aus- chlag. - Verantwortlich ür Politik u. Feuilleton: )r. Friedr. Wilh. Lange; ür den übrigen Teil: Ernst Blumschein,- für den Anzeigenteil: HansBeck, sämtlich in Gießen. /^"Stoffe n S\Cn bfeit P-'^k-7.50 _ u“xli höchstem Iubel and zu beispiellosen Opfertaten hinriß, als ihre Väter, Brüder und Sohne dem Tode ent» gegenzogen? Oder war dieses große Geschehen, dieses Heldentum eines ganzen Volkes nicht vielmehr der gewaltigste Ausdruck heißester Vaterlandsliebe und des Willens, auch das letzte, wenn es sein muhte, dahin zu geben, um das Heiligtum des Hauses und der Heimat vor der Gier der Feinde zu schützen, die für jeden sichtbar seit Iahr und Tag diesen Vernichtungskrieg gegen das fleißige deutsche Volk, gegen den tüchtigen Konkurrenten, gegen die deutsche Technik, Wissenschaft uni> Industrie vorbereiteten?! Hand aufs Herz: War einer unter uns an jenem Mobilmachungstage vor zehn Jahren, der nicht in stolzer Freude sich als Bürger des Reiches Bismarcks bekannte und im tiefsten Innern seines Herzenskämmerleins jauchzte: „Ich danke dir Gott, daß ich ein Deutscher bin!"? Zehn Iahre beispiellosen weltgeschichtlichen Geschehens, zehn Iahre beispielloser Taten deutscher Frauen und Männer, zehn Jahve beispielloser Opfer, Leiden und Rot, fünf Jahre beispielloser Schmach und Schande sind inzwischen wie ein irrsinniges Traumgebilde an unseren Sinnen And im Süden und Osten unseres Vaterlandes sitzen sie und entehren und zerstören Iahr- hunderte alte deutsche Kulturarbeit im Ramen des Selbstbestimmungsrechts der Völker. And in den deutschen Kolonien, diesen Musteranlagen deutscher Kulturarbeit auf fremder Erde, sitzen sie und ernten, was fleißige deutsche Hände gesät haben And im gesamten deutschen Vaterland sitzen Nach zehn Jahren. und feilschen wie die Guteilchlachter und Pferdehändler um den letzten Wt wertvollen Besitzes an Land und Ehre, das sie dem m ihre Hände gefallenen deutschen Michel gelassen haben. And die ewige Himmelsleuchle wirft ihre güldenen Pfeile auf Gerechte und An- gerechte wie an jenem ersten August tage vor zehn Iahren, da derdeutsche Aar seine Schwingen breitete und den Räubern zuvorzukommen versuchte, die seinen Horst plündern wollten. In London sitzen sie und verewigen im Ola- men dev Friedens, der Kultur und Menschlichkeit Ja1 den sie vor zehn Iahren den deut- bineinlvckten, dessen Langmut erschöpft war. And der Geist der Delcasse. der Poin- cace und ClSmenceau. der vor zehn Iahren den Vernichtungskampf gegen alles Deutsche begann schwebt wie das Schwert des Damokles über dieser Konferenz der fett Versailles eine besondere Spe- des von Weltbeglückern darstellenden Staatsmänner der sogenannten Entente. And im Rheinland, dem Mutterlande der deutschen Kultur, dahin alle die ungezählten Strome deutscher Sehnsucht, deutschen Wollens, deutscher Hoffnung zurückfliehen, sitzen die weißen u. farbigen welschen Kulturträger „schützen" sie mit einem die dereinstige deutsche Garnison zehnmal übersteigenden Aufgebot von Bewaffneten die „Sicherheit" welscher Schieber, welscher Spione welscher Prasser und Diebe. And das Sinnbild deutscher Einheit und Große steht am Riederwald inmitten dieser Orgien von Verbrechen gegen Recht uiü> Gerechtigkeit, gegen Menschheit und Mensch- lichkeit begangen von Welsch-n an rheinischen Deutschen im Ramen der Demokratie und des Pa- zisismus. vvrübergezogen. And noch immer kämpft das deutsche Volk um das Heiligtum seiner Heimat, noch immer greifen die gierigen Hände der Welschen nach deutschem Besitz, noch immer rennen die bis an die Zähne Bewaffneten gegen die Mauer an. die deutsches Wesen, deutsche Kultur und deutscher Geist darstellen. Was ist selbstverständlicher als die Forderung, daß das deutsche Volk sich endlich auf sich selbst besinnen and wieder jene geschlossene Einheit bilden muß and bilden möge, die heute in der Erinnerung an einen der größten Sage der deutschen Geschichte als das Symbol schlechthin vor unseren ©innen steht! Alles fließt — alles ist nur Aebergang, und die Verfechter papierener Grundsätze. Hughes' Rundreise. Drahtzieher Poincars. ,^a r i s, 31. Iuli. Rach dem „Reuhork Herold hat P o i n c a r 6 in seiner gestrigen ilnter- re&ung mit Staatssekretär Hughes betont, daß weder Herrivt noch irgendein anderer seiner Rachfolger sich im Amte halten konnte, wenn" die Politik der Selbstsucht und der direkten Erzwingung von Reparationen, die er zwei Iahre lang betrieben habe, eine entscheidende Aenderu ng erfahre. Hughes habe große persönliche Sympathie für diesen Standpunkt geäußert aber darauf gedrungen, daß französische r- feitd das Aeuherste geschehe, um einen Ausweg aus der verfahrenen Lage zu finden, sonst wurde die Antersuchungstätigkeit der besten Sachverständigen der Welt ohne Ergebnis bleiben und Europa der gewünschten Sicherheit ferner sein denn je. Poinear6, so fügt der Berichterstatter hinzu, reife morgen nach Öüt- t i ch und falls Staatssekretär Hughes über Sams- tag hinaus in Brüssel bleibe, wäre die Möglichkeit gegeben, daß die beiden Diplomaten eine ©eitere vertrauliche Aussprache ha- den ehe Hughes mit den maßgebenden deutschen Persönlichkeiten Fühlung nehme. Paris, 1. Äug. Der „Matin" berichtet, daß Staatssekretär Hughes mehrere Anterredun- &mit Millerandund Poincarö gehabt , namentlich Millerand habe mit dem amerikanischen Staatssekretär sehr offen gesprochen und das Wort Reparation sei des öfteren ge» braucht worden. Der Staatssekretär hab eversucht sich darüber zu unterrichten, wie tn dieser Frage der Standpunkt Frankreichs fei. Aebrigens habe er nicht verheimlicht, daß die Frage der französischen Sicherheit in hohem Maße die Regierunc und das Voll der Vereinigten Staaten beschäftigt. Berlin in (Erwartung des Staatssekretärs Hughes. (Eigener Informattonsdienst.) Ber lin, 1. Aug. Anmittelbar nach der Ankunft des amerikanischen Staatssekretärs Hughes findet ein großer Empfang beim Reichspräsidenten Ebert statt, an welchem hervorragende Politiker und Diplomaten teilnehmen werden. Bei dieser Gelegenheit wird, wie wir Horen, der amerikanische Staatsmann mit deutschen politischen .Persönlichkeiten' eine informatorische Aussprache haben, die immerhin von großer Bedeutung sein wird. ES handelt sich bei dem Berliner Auefntholt des amerikanischen Staatssekretärs in erster Linie darum, daß wichtige finanzielle und wirtschaftliche Verbindungen mit denDereinigtenSt aalen angeknüpft werden sollen, die zu einer Annäherung zwischen den beiderfeitigen Ländern führen könnten. Ein neues Micum-Abkommen. Düsseldorf, 31. Iuli. (Wolff.) Heute wurde von der Sechserkommission und der Micum das bisherige Abkommen mit folgenden Abänderungen verlängert: 1. Das neue Abkommen gilt bis zu dem Zeitpunkt, der für den Beginn der Tättg- feit des im Sachverständigengutachten vorgesehenen Reparationszahlungsagenten bestimmt wurden wird. Indessen kann die Sechserkommission vom 15. August ab den Vertrag mit fünftägiger Frist kündigen. 2. Die Ein- und Ausfuhrabgaben, sowie die Zu- und Ablaufgebühren, die im Iuli in Kraft waren, werden vom 1. August ab auf die Hälfte Herabgesetz t. 3. Die laufende Kohlen st euer wird vom 1. August ab auf 0,25 Mark ermäßigt. 4. Am den Absatzschwierigkeiten, unter denen die Zechen im Monat Iuli zu leiden hatten, Rechnung zu tragen, wird die Kohlen steuer für diesen Monat auf 0,50 Mk. ermäßigt. Auch ein Zeitbild. Vereine, die von der Rheinlandkommission verboten sind. Koblenz, 31. Iuli. (Wolff.) Auf Grand eines Beschlusses der Rheinlandkommission vom 20. Iuli sind die in nachstehender Auszählung genannten Vereine im besetzten Gebiet verboten: Deutscher Offtziersbund, Rheinischer Arbeitsnachweis für Offiziere. Verein ehemaliger Offiziere, Deutscher Pfadftnderbund, Bayerischer Wehrkraftvereili. Vereinigung inaktiver Offiziere, Vereinigung ehemaliger Minenwerferoffiziere, Verband nationalgesinnter Soldaten, Bund der Aufrechten, Deutschvölkischer Schutz- und Truhbund, Iungdeutscher Orden, Stahlhelm Deutsche Freiheitspartei, Organisation C, Alldeutscher Verband, Freikorps Oberland, Bund der Getreuen, Deutschnationaler Iugend- bund, Rationalverband deutscher Offiziere, Organisation Sscherich, Organisation Roßbach, Rationalsozialistische Partei, Pfälzischer Heimatbund und Dismarckjugendbund. Nach dem Abzug aus Sao Paolo. Berlin, 31. Iuli. Rachdem die Aufftändi- schen gestern die Stadt Sao Paolo verlassen haben und die Regierungstruppen dort eingezogen sind, tfi die unmittelbare Verbindung mtt dem deutschen Konsulat wieder hergestellt. So- wett sich nach den bisher vorliegenden telegraphischen Meldungen der Gesandtschaft in Rio de Ia-, netto und des Konsulats in Sao Paolo übersehen läßt, wurden reichsdeutsche Firmen durch den Ausstand und die Beschießung der Stadt nich deren Sinn und Inhalt nicht in den Herzen des Volles verankert ist, versündigen sich ebenso an Deutschland wie diejenigen die das Rad der Weltenuhr mit Gewalt z lrückschraa- ben wollen. „Gebt ein Zeichen dem Volke in ,dern es sich wieder einigtl“ ist die große Mahnung jener Tage, deren Gedächtnis wir von heute an begehen wollen, stolz auf die Taten der De itschen, die für die Erhaltung des Reiches Bismarcks vor zehn Iahren in den Kampf zogen, und in ernster Selbstbesinnung über die Aufgaben, die eine arm gewordene Gegenwart und unser wehrlos. aber nicht ehrlos gewordenes Voll und Vaterland uns stellt. । * And wenn die Welt voll Teufel mär ... 4 K4- Jahrgang £---- GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Prtid und Verlag: vrühl'sche Univerfitatr-Vuch- und Sterndruckerei R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schukstratze 7. he bl ich geschädigt. Ausführliche Berichte tortertDegd. jen in Brasilien über die lauf der Bewegung sind :tretung eine« am Rhein auf einer Llrlaubsreise weilenden Kollegen. 2lls schon einige Tage vor der Entscheidung die Erde mit donner- Buenos Aires. 31. Juli. (Reuter.) Die brasilianische Regierung hat Vorsorge getroffen, Mn die Flucht der Aufständischen nach Süden zu verhindern, obwohl, wie verlautet, ihre Streitkräfte sich stark vermindert haben. Der Aufstän- digen-General Lopez konnte 6000 Mann zusarn- menbringen, die immerhin eine genügende Macht bilden, um noch eine ernste Frage darzustellen. artigem Krachen erschüttert wurde und sich bald darauf die Kunde verbreitete, daß die Drücke der strategisch wichtigen Warschau—Wiener-EisenAus Stadt und Land. Gießen, den 1. Aug. 1924. Die Tücke des Objekts. Manche Tage haben es an sich. Da kann 1 man anfassen, was man will — es ist immer verkehrt. Es ist. als vb sich die ganze Welt gegen einem verschworen habe und sich diebisch freue, daß man nicht zu seinem Ziel komme, wie im Traum, wo auch die unmöglichsten Hemmungen eintreten. Beruhige Dich, lieber Mitbürger, an solchen Tagen hast Du wirklich keine Schuld: da liegt es nicht an Dir, sondern an den Dingen: das Objekt hat seine Tücke. Du kannst getrost glauben, dah das den besten Beamten und den tüchtigsten Rechenkünstlern, den Mustern in allerlei Klug- schnackerei und sogar den Herren Pedanten so geht: sie unterliegen da. wie Du auch, und sind wehrlos wie wir alle: gegen die Tücke des Objekts. Wenn man merkt, daß man gerade Pech Hut und es ist ein Sonntag, dann rate ich, im Bett liegen zu bleiben; da kann relativ wenig passieren. Ich bitte nur, die eingemachten Himbeeren nicht im Bett zu essen, sondern brausten an einent Tisch mit Wachstuchdecke. Auch sich das Fleisch ohne Tunke und geschnitten servieren zu lassen, weil es die böse Angewohnheit hat, in grohem federnden Dogen auf das Deckbett zu springen und Dich so zu beunruhigen. Wenn Du nicht die Klugheit hast, Dich zu Bett zu legen, so binde Dir wenigstens die linke Hand am Oberschenkel fest und nimm Dir ernstlich vor. die Rechte nicht aus der Tasche zu ziehen. Selbst so gesichert, ist es nicht rätlich, sich in der Rähe von Vasen aufzuhalten, die auf Konsolen stehen, oder aus dem Fenster zu sehen, weil die Ellenbogen mancher Menschen so hart und spitz sind, was Glas nicht verträgt. Wenn Du eine liebe Frau hast, dann reiche ihr — an diesem Tage wenigstens! — den Arm und bitte sie. Dich nicht loszulassen. wenn ein Auto vorüberfährt. Das Klingeln von Radfahrern wirst Du bestimmt überhören, deshalb benutze nur den Bürgersteig! Pah auf die Bant auf, ehe Du Dich hinsetzest, es gibt so viele Kinder, die in dieser Jahreszeit Marmelade auf ihrem Brot haben. Deine Helle Hose hat aber kein Verständnis für groteske Bemalung. -Und wenn Du ganz sicher gehen willst, dann lege Dich in ein Luftbad, binde Dir ein Weihes Tuch um den Kopf und verschlaf den ülnglücks- tag. Damit wird das Objekt samt seiner Tücke geprellt! Kleine politische Nachrichten. Reichswehr rmd Dausrntage. General Reinhardt hat, wie aus Stuttgart gemeldet wird, den zum Wehrkreis 5 gehörenden Reichswehrtruppenteilen die weitere Beteiligung an den sogenannten,.Bauerntagen". die in letzter Zeit, namentlich in Württemberg, stark überhand genommen und bei politisch linksstehenden Parteien große Erregung hervorgerufen haben, untersagt. Die Beteiligung der Reichswehr an den Gedächtnisfeiern. Der Reichswehrminister ordnete an, oah am 3. August Soldaten lediglich an den von den Behörden geleiteten Feiern teilnehmen dürfen. Dasselbe gilt auch für den 11. Qluguft Oberamtmann Frick dkenstentlassen. München. 31. Juli. Das Urteil der Diszi- plinarkammer für nichtrichterliche D amte in München gegen Oberamtmann Dr. Frick von der Polizeidirektion München lautet auf Dienst- mtlassung. Ich verbrachte diese Tage der höchsten Spannung in einer depoberschlesiscben Industriestädte ganz in der Rähe der Dreikaiserecke während der Vers—'---- ' " ' bahn auf österreichischem Gebiete in die Lust gesprengt worden sei, da wuhte mancher, wie viel die ülhr geschlagen hatte. Als wir dann schon einige Tage vor der entscheidenden Wendung durch die plötzliche Sperrung des Telegraphen- ur|b Telephon Verkehrs so gut wie von allen zuverlässigen Rachrichten und sc^usagen von der Welt abgesperrt waren, da nahm die Spannung etwas ülnheimliches an, und der Bevölkerung bemächtigte sich eine tiefernste, ja gedrückte Stimmung, die ebenso wie anderwärts erst wich und in Zubel und Begeisterung umschlug, als schon ein paar Tage vor Ausbruch des Krieges etwa ein Dutzend Kosaken aufgebracht wurden, die sich über das Grenzflüßchen gewagt hatten. Das ge- schäststche Leben der bedeutenden Industriestadt war in jenen Tagen wie mit einem Schlage erloschen. Gerüchte aller Art durchschwirrten die Stadt, wurden von Mund zu Mund getragen und geglaubt. Kam Man in eine Wirtschaft, so war die erste Frage, ob man Hartgeld habe: denn gegen Papiergeld wurde nichts verabfolgt. Selbst die Fünfundzwanzigpfennigstücke aus Aluminium tauchten in einer Fülle auf, wie ich sie noch nie gesehen hatte, so dah deutlich das Bestreben hervortrat, als wolle man sich ihrer entledigen. In der Frühe des Samstag, am 31. Juli, trat ich dann mit einem O-Zug die Reise nach Berlin an und hoffte nach etwa neunstündiger Fahrt am Ziel zu sein. Aber — schon in Gleiwitz hieh es: „Alles au 8fl eigen!" Don da an ging die Reise nach mehrmaligem Ülmfleigen durch Schlesien mit zurückfahrenden Militärzügen weiter. Auf dem Bahnkörper sah man bereits die LandSevering über den Radikalismus. Berlin, 31. Juli. In einer Ülnterredung mit devi Berliner Vertreter des „Berliner Tageblatts" erklärte der preußische Minister des Innern überdenjehigenStandderlinks- radtkalen und rechtsradikalen Bewegung. dah die Lage bei den Kommunisten augenblicklich günstiger zu beurteilen fei als vor einem Jahre. Die Funkttvnärversamm- lungen sind s ch l e ch t b e s u ch t; es herrscht Al n - zufriedenheil und die Aktivität fehlt. Die Kommunistische Partei ist in ihrer Mitgliederzahl sehr geschwächt, die Gefährlichkeit der kommunistischen Terrorbanden ist j e d o ch die gleiche geblieben. Es besteht sogar die Gefahr, dah die Terrortakttk sich noch st e i g e r t. Größere politische Bedeutung hat sie jedoch nicht. Den Kommunisten steht offenbar viel G e l d zur Verfügung, das anscheinend nicht aus inländischen Quellen stammt. Zusammenfassend erklärte der Minister, dah die KommunistischaPar- tei keine Massenbewegung mehr sei. Rur unter dem verstärkten Druck wirtschaftlicher Rot könne sie vorübergehend erstarken. Aeber die Vorgänge in der rechtsradikalen Bewegung äußerte sich der Minister u. a. wie folgt: die rechtsradikale Bewegung ist auch in Preußen zweifellos im Rückgang begriffen. Die ülrsachen find zunächst materieller Art. Ferner find Zersehungserscheinungen bei den Rechtsradikalen vielfach bemerkbar. Das Reichsbanner Schwarzrotgold übt eine starke Gegenwirkung aus. das jetzt schon über eine Million Mitglieder zählt. Im ganzen konstatierte der Minister eine im Interesse der Staatsgewalt und im Interesse einer ruhigen wirtschaftlichen und politischen Entwicklung erfreuliche Schwächung der radikalen putschi st i sch en Elemente links wie rechts, frl- -------------- Gewerkschaften und Arbeitszeit. (Eigener Informationsdienst.) Berlin, 1. Aug. Die Vorstände der Hirsch- Dunckerschen und der Christ l. Gewerkschaften sind I heute gesondert zusammengetreten, um über die Antwort an den Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund in bezug auf den Volksentscheid über den Achtstundentag zu beschließen. Die Hirsch- Dunckerschen Gewerkschaften stehen grundsätzlich dem Volksentscheid nicht ablehnend gegenüber und sind auch bereit, Geldmittel dafür zur Verfügung zu stellen, machen aber ihre Beteiligung davon abhängig, daß die Frage erst nach dem Abschluß der Londoner Verhandlungen und der Beratungen der entsprechenden sozialdemokrattschen Interpel- lativn im Reichstage wieder aufgerollt wird. Die Christlichen Gewerkschaften vertreten die Ansicht, haß der Volksentscheid nicht das geeignete Mittel ist, um den Achtstundentag beizubehalten, sondern daß die Frage durch Verhandlungen in der, Parlamenten und einen entsprechenden Druck auf die* Reichsregierung entschieden werden müsse. Die Bedeutung der Anzeige. Heber dieses Thema weiß die Kölnische Zeitung folgende, allgemein interessierenden Mitteilungen zu machen: „Am Montag ist in Wembley die größte Zusammenkunft von Handslsvertretevn, die, wie es in den Berichten der englischen Zeitungen stolz heißt, je in der Welt war, von dem Prinzen von Wales eröffnet worden. Es handelt sich um die | International Adverttsing Convention, die Internationale Zusammenkunft von Anzeigen- und Reklamefachleuten. Fast 5000 Vertreter haben sich auf der Britischen Reichsausstekllung eingefunden, darunter etwa 2000 aus Amerika. In den Vereinigten Staaten ist auch vor 25 Zähren diese Vereinigung, die heute rund 30 000 Mitglieder zählen soll, gegründet worden. Von dort hat sie sich auf die anderen, Englisch sprechenden Länder ausgedehnt, und auch im fernen Osten und auf dem europäischen Festbande Beziehungen angeknüpft. Außer Rordamerika sind in Wembley noch 19 Staaten vertreten. Der Hauptzweck der Zusammenkunft ist, neue Möglichkeiten in einem Geschäftszweig zu suchen, der einer ständigen Entwicklung unterliegt und die Haupttriebkraft des nwdernen Handels ist. „Ohne Anzeigen kannst du die beste Ware der Welt nicht verkaufen," sagte ein Vertreter aus St. Louis. Richt weniger als 300 Vorträge in Hauptversammlungen und Ausschußsihungen sind für die Tagung vorgesehen. Mit den breitesten Raum nimmt dabei die Zeitungsanzeige ein, die, wie eine englische Zeitung hervorhebt. die billigste Foxm des Verkaufens ist. Dies wivd besonders der amerikanische Fachmann Le Roh Pelletier in einem Vorträge über den Erfolg der Zeitungsanzeige bei der Entwicklung der Automobilindustrie zeigen. Bezeichnend für das Verständnis, das man tn den angelsächsischen Ländern für die Bedeutung und die große Wirkung der Anzeige hat. zeigt nicht nur die Beteiligung der höchsten Stellen — es sprachen bet der Eröffnung unter anderen ber Prinz von Wales, der amerikanische Botschafter und der britische Kolonialminister Thomas —, sondern auch die weiteste Teilnahme der Oeffentlichkeit. Am Sonntag sprachen sogar von zahlreichen Londoner Kanzeln herab die Pre - £>ig er über die Anzeige. Aus den Tagen der Mobilmachung. Rach deä unheilkündenden und verhängnisvollen Schüssen von Serajewo ging durch das ttanje deutsche Volk zunächst ein allgemeines Auf- horchen. Bald aber bemächtigte sich seiner eine noch nie dagewesene Spannung, die sich von Tag zu Tag bis zur Fieberspannung steigerte, bis endlich das erlösende Wort gesprochen wurde Zedermann war sich des Ernstes des Tages bewußt, aber ferner mochte den Gedanken recht zu Ende denken, daß das Unvermeidliche Wirllichkeit werden konnte und sollte, selbst da noch nicht als die Hoffnung auf eine Wendung der Dinge nur noch an einem seidenen Faden hing. Wer diese Tage miterlebt hat, dem werden sie unauslöschlich in der Erinnerung eingeschrieben bleiben, obgleich die folgenschweren, freudigen und traurigen Ereignisse der Folgezeit geeignet sind, die tief in das Gedächtnis eingegrabenen Züge zu verwischen. ttchkeit nach von einem Dievnayi yerrnyrt. Der rechtmäßige Eigentümer wolle sich bei der Kriminalpolizei melden. J.y>- Holländisches Falschgeld. Im westlichen Deutschland ist seit einigen Tagen eine große Menge holländischen Falschgeldes im Umlauf. Es handelt sich um gefälschte Scheine über 2 Gulden 50 Cents, sogenannte „Zilverbons". Die Fälschungen tragen die Serienbuchstaben E. S. und eine viel zu hohe Rümmer. Bei den echten Zilver- bvns reicht nämlich die Rumerierung nicht höher als bis 100 000, während sie bei den Fälschungen sogar bis 800 000 reicht. Ferner tragen die Fälschungen die Ramensbezeichnungen „Lemmers" und „De Dries", Funktionäre, die nicht mehr tätig Nud. Die Fälschung ist sehr grob und ungenau ausgeführt. Bornottzen. — Tageskalender für Freitag. • der Modelle für das 1 Iber-Denkmal Tn den Räumen des Kunstvereins. 4—7 ülhrnachm. -Rundfunkhaus. Löberstr.: 81/. ülhr Heiterer — Lichtspielhaus. Bahnhofstr.: „Der Scheid. — Astoria-Lichtspiele: „Kapitän Kidd". Wettervoraussage Fortdauer des heiteren, trockenen Wetters, tagsüber wärmer, sonst wenig veränderte Temperaturen. Das nordwestliche Tiefdruckgebiet hat an Gner- gie verlormr und rückt nordöstlich weiter, so daß sein Einfluß auf unsere Wetterlage sich nicht ausdehnen dürfte. Don Südwesten her vorrückender hvher Druck sichert ^nächst den Fortbestand der herrschenden Hochdruckwetterlage. st- Landkreis GieFen. t „rO Ettingshausen. 31. Juli. Der frühere Bürgermeister Keil von hier der sich vor einigen Wochen vor dem Schöffengericht tn Gießen wegen Sittlich k ei tsv ergehens an einem Mädchen unter 14 Zähren yi verantworten hatte und deswegen zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt wurde, wogegen er und die Staatsanwaltschaft aber Berufung ein legten ist am Dienstag toegen einiger neuer Fälle gleicher Art, die schon einige Zähre zurück- liegen und jetzt erst zur Kenntnis der Behörden kamen, verhaftet und dem UnterfuchmigS- gefängnis in Gießen zugeführt worden. Kreis Schotten. 0 La ubach, 31. Zult. Gestern abend zwischen 10 und 11 älhr erschoß sich in der Rähe des Schützenhofs (auf der sog. „Hätte") ein steckbrieflich verfolgter Bankbeamter aus Frankfurt, der eine größere Geldsumme unterschlagen hatte. Er war mit dem 8-Ahr-Zug gekommen und hatte im Schühenhof zu nacht geessen. Die hiesige Gendarmerie war benachrichttgt und spürte den Verbrecher auf. Als er verhaftet werden sollte, entfloh er aus dem Gasthof. Da er keine Rettung sah. zog er einen Revolver und schoß sich in die Schläfe. Der Tod erfolgte sofort. Man fand bei dem Selbstmörder noch den Betrag von etwa 15000 Mark und einen Bries an seine Mutter, worin die 2lbsicht des Selbstistords für den Fall seiner Verhafttmg ausgesprochen war. — Im „Solmser Hof" fand gestern abend eine Abschiedsfeier zu Ehren der aus dem besetzten Gebiet AuSgewiesenen statt, denen die Wiederkehr tn ihre Heimat gestattet ist. Sett August vorigen Zahres sind insgesamt dreißig Familien (über 100 Personen) tn unserer Stadt untergebracht worden. Dis auf zwei Familien haben nunmehr alle die Erlaubnis zur Rückkehr erhallen. Der größere Teil ber Ausgewiesenen stammt aus der Gegend von Dingen. — In diesem Sommer herrscht fyter wieder eine rege Bautätigkeit. Der Hain ist jetzt ausgebaut. Die beiden Häuser zwischen der Oberförsterei und der Friedrichstraße sind jetzt im Rohbau fertiggestellt. Die Stadt hat außerdem den Dau eines Hauses für vier Familien (zu je 2 bis 3 Zimmer) beschlossen. Man ist jedoch noch unschlüssig wegen des Bauplatzes; die Stiftsstraße (nach Freienseen zu) ist tn Ansicht genommen. Außerdem wird auch die Ecke <>es Steinwegs und der Wetterfelder Straße gegenüber dem gräflichen Forstamt) und dem Schloßpark, bebaut werden. * Ei ch«. ls dvrf, 29. Zull. Irn Laufe des Sommers sollen hier 4 neue Wohn Häuser erbaut werden, von denen bereits 3 unter Dach ind. Durch diesen Zuwachs an neuen Wohnungen wird eS möglich sein, die dringendste Wohnungsnot zu beseitigen. * Aus dem Rtddatal, 31. Zult. In- olge des schlechten Geschäftsgangs steht die Staffelsche Papierfabrik tn Ober- Schmitten seit mehreren Monaten tn ber größeren Zeithälfte still. Während des Krieges und in den Zähren der Inflation war die!Fabrik ausschließlich mit der Herstellung von Reichs- papieren beschäftigt. Mit dem Abkurbeln ber Rotenpresse hörte der enorme Papierbedarf des Reiches auf, so daß die Aufträge ausblieben. Dazu kommt, daß die jetzt herrschende Geldnot überaus hemmend und lähmend auf den Geschäftsgang einwirkt. sturmleute des Bahnschuhes in ihrer Landsturmuniform mit den ,.Tränkeimern" stehen, und überall umlagerten dichtgedrängte Menschenmassen die Schranken vor den Bahnsteigen. Endlich gegen 7 ÜIhr abends erreichte uns beim längeren Aufenthalt in Liegnih ba£ erlösende, überall mit Spannung erwartete Wort: „Mobilmachung!" Rach fast vierundzwanzigstündiger Fahrt kam ich dann in der Reichshauptstadt an. auf die in jenen August tagen 1914 die Blicke von ganz Deutschland wie nie zuvor gerichtet waren. Dort hatte das Wort „Mobilmachung" einen Zubel und eine Begeisterung hervorgerufen, wie man sie schier für unmöglich gehalten hatte. Ein unentwirrbarer Menschenknäuel flutete bei einem lebensgefährlichen Gedränge unaufhörlich durch die Straßen. Die Straßen waren mit Extrablättern förmlich gepflastert, und nie ist wohl das Erscheinen der Zeitung mit solcher Ülngeduld erwartet worden wie damals. Immer und immer wieder wurden die großenteils sehr knappen Meldungen gelesen und besprochen. Auf den Straßen und in den Lokalen wurde immer erneut das Deutschlandlied und die „Wacht am Rhein "angestimmt. In den Geschäften herrschte am Mobilmachungssonntag ein ungewohntes Gedränge, und nur mit großer Mühe war es mir möglich, in einem der zahlreichen großen Schuhgeschäfte ein Paar kriegsbrauchbare gelbe Schnürstiefel xu erwerben,- denn auch für mich hieß es, schon Montagfrüh zum Truppenteil zu flößen. Sn weniger als einer Stunde hatten der Draht und reitende Boten die Kunde von der Mobilmachung in das entlegenste Dorf getragen. Die altgebienten Soldaten suchten ihre Militär. Pässe hervor, und nun war jedermann klar, weshalb bei Kontrollversammlungen so großer Wert auf bas vorn in den Militärpaß eingeftebte Blättchen gelegt würbe. Es war der Geslellungsbefehl. Der 1. August war Mobilmachungstag, und jeher rechnete sich aus, an welchem Tage und welchem Orte er sich zu einer bestimmten Stunde stÄlen mußte. Wir Reserve- ober Landwehroffiziere und die jüngsten Zahrgänge eilten sofort zumTruppen-- teil. In den Standorten der Truppenteile hatte das Wort „Mobilmachrmg" einen Apparat in Bewegung gesetzt, tote ihn die Welt bisher noch nie gesehen hatte. Alles „klappte", als wenn man nur an einer Schnur zu ziehen brauchte. Alles drängte sich zu den Fahnen, ülndergeßlich wird allen Teilnehmern der rasche Vormarsch durch Belgien tief nach Frankreich hinein bleiben; un- vergeßlich aber auch die ungeheuren Strapazen in den brennend heißen Augusttagen. Von ihnen bis zum heutigen Gedenktage ist ein langer Weg, auf dem der Frieden noch keine Stätte fand, und auch die Londoner Konferenz die gerade bei der zehnjährigen Wiederkehr der Tage des Kriegsbeginns ihre Entscheidung zu treffen hat, kann den wirklichen Frieden noch nicht bringen, höchstens ihn anbahnen. Aber alles ist nur ein liebergang, und gerade wir oft allzu hoffnungsseligen Deutschen dürfen den Mut nicht verlieren und müssen daran arbeiten, daß unsere Kinder bessere Zeiten sehen, wie sie uns trotz der fo verheißungsvollen Anfänge der ewig denkwürdigen Augusttage 1914 vergönnt sinh F. Qt SteuersalUgkeiten im August. Reichssteuern. 5. August: Steuerabzug vom Arbeitslohn für die in der Zeit vom 20.-31. Zuli einbehal- tenen Steuerbeträge,- ohne Schonftist. 10. August. ®inft>mmenfleuer; Voranmeldung und Vorauszahlung für die Monatszahler; Schonsrist bis 17. August. — Körperschaftssteuer: Voranmeldung und Vorauszahlung; Schonfrist bis 17. August. — Ülmsahsteuer: Voranmeldung und Vorauszahlung für die Monatszahler auf die Einkommensteuer; Schonfrist bis 17. Augustst. 15. August: Steuerabzug vom Arbeitslohn für die in der Zeit vom 1.—10. August einbehaltenen Steuerbeträge: ohne Schonfrist. — Ber» mögenssteuervorauszahlung für das dritte Quartal; Schonftist bis 22. August. — Einkommensteuer- (Körperschaf tsst euer- -Vorauszahlung für Landwirtschaft; Schonfrist bis 22. August. 2 5. August: Steuerabzug vom Arbeitslohn für die in der Zeit vom 11.—20. August einbehaltenen Steuerbeträge; ohne Schonfrist. Hessische Staatssteuern. 1. August: Zweites Ziel ber staatlichen Grundsteuer; Schonfrist 7 Tage. Gill nur für Gießen und Heuchelheim. 6. August: Drittes Ziel der staatlichen Sondersteuer vom gebauten Grundbesitz; Schonftist 7 Tage. 10. August: Staatliche Gewerbesteuer (in Verbindung mit her Reichseinkommensteuer zu entrichten). Wettere Steuern. 10. August: Provinzial-, Kreis- und städtische Gewerbesteuer, ebenfalls in Verbindung mit ber Relchseinkvinmensteuer zu entrichten. * ** Die Gefahre n der Aehre. Die llntugenb, Blumen, Blätter ober Getreideähren in den Mund zu nehmen, ist leider sehr verbreitet. Welchen Gefahren man sich durch solch gedankenloses Tun aussehen kann, möge aus folgendem klar werden. Ern Spaziergänger ergeht sich am Rande eines Getreidefeldes, pflückt eine Aehre und zieht sie durch den M mb. Wirst sie schließlich wieder weg. Ein paar Wochen später — der an sich geringfügige Vorfall ist längst vergessen — tritt am llnterftefer eine hart» Geschwulst auf. Keinerlei Citeransammlung ist zu lonftatteren. Die Geschwulst bleibt trotz aller Umschläge hart, ja, sie vergrößert sich zusehends und erstreckt sich schließlich auf Brust und Hals. Run eilt der Kranke zum Arzt. Diagnose: Aktinomykose. Höchst schwieriger Fall. An der harmlosen Aehre saß ein Attinomykes oder Strahlenpilz, ber durch einen hohlen Zahn in den Körper drang. Am ganzen Körper bilden sich Fisteln. Hat der Patient Glück, so wird er durch die gewaltigen Zodmassen, die der Arzt dem kranken Körper verordnet, . gerettet. Viele aber müssen ihren Leichtsinn mit dem Tode büßen. Man unterlasse es nicht, eindringlich vor dieser lebensgefährlichen Spielerei zu warnen. ** Das 116er»® enfma1. Die Entwürfe zu diesem Ehrenmal für die Gefallenen des Regiments und seiner Kriegsformationen sind feit gestern in den Räumen des Oberhessischen Kunst- vereins zur öffentlichen Besichtigung ausgestellt. Die Mitgll^>er des Preisgerichts. Architett Rico laus und Regierungsbaurat Kuhlmann, gaben zur Eröffnung einen guten Üleb erblick über >ie Arbeiten der Preisrichter und die mannig- achen Schwierigkeiten, mit denen man zu kämp- en hatte. Ein Denkmalsentwurf von dem Bildhauer Arnold- Beuern, auf den das Preisgericht und der Vorstand des 1 Iber-Verbandes ich geeinigt hatten, mußte wegen der unzulänglichen Plahverhältnisse an ber anfänglich mit in Betracht gezogenen Senckenbergstraße wieder fallen gelassen werden, und daraus bestimmte man den Landgraf-Philipp-Platz endgültig als Standort des Ehrenmals. Zwei Künstler kamen chließlich für das Denkmal auf diesem Platz tn bie engste Wahl, und zwar Huber-Offenbach und 'Arnold- Beuern. Eine endgültige Ent- cheidung konnte bis jetzt noch nicht gefällt weiden, da ein für diese Entscheidung wesentlicher Entwurf bis gestern nachmittag noch nicht eingegangen war. Die ausgestellten Entwürfe begegneten allenthalben dem größten Interesse. ’* Ausfuhrfreiheit für Hülsen- rüchte und Futtermittel. Das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat durch den Reichskommissar für Aus- und Einfuhrbewilligung die Zollstellen ermächtigen lassen, bis auf weiteres die Ausfuhr von Buchweizen und Hülsenfrüchten aller Art, Futterrüben, Wasser- unb sonstigen Feldrüben, Mohren, Grünfutter und Heu aller Art, Melasse, Melassefutter, Rüben- aft, Ahornsaft, Oelkuchen, Abfällen der Stärkeerzeugung, ausgelaugten Schnitzeln von Zuckerrüben, Malztrebern und Malzkeimen ohne Bewilligung zuzulassen. " Ein gestohlenes Fahrrad sicher- gestellt. Der Polizeibericht meldet: Bei der hiesigen Kriminalpolizei wurde am 31. Zull ein Fahr rav, Märke „Frisch Auf", Fabriknummer 533 797, sichergestellt, welches aller Wahrschein- I statt. Hierzu werden alle ehemaligen Angehörigen der 6047B Kamerad Franz Plettner, Offenbach a.M , Waldstr. 64. 5 Akte. 6042c 6031a dem eine mit LOHNS mit Rotband hat sich nunmehr rund 30 Jahre bewährt und ist überall wieder zu haben, wo im Schaufenster sichtbar _____________________ 5825D Gießen, den 30. Juli 1924. Hessisches Amtsgericht, (gez.) Meyer. unter 60260 an den Gießener Anzeiger. Scheidemann und Leinert beanstandet bat- ten, weil entgegen der Abbau Verordnung die von den Beschlüssen Betroffenen nicht vorher gehört worden seien, und daß die Gemeindevertretungen sich nunmehr erneut mit der Angelegenheit befassen würden, in dieser Form, soweit Kassel in Frage kommt, unzutreffend. Scheidemann sei vorher gehört worden, jedoch sei über die von ihm eingelegte Beschwerde eine Entscheidung noch nicht getroffen worden. 1. KWthcl vonleistunassnhigem Geschäft Turnen, Sport und Spiel. Länderkampf im Schwimmen Deutschland— Schweden—Dänemark. Der erste Teil des Länderkampfes zwischen den Echwimmver bänden von Deut chland Schweden und Dänemark ging, wie schon kur; gemeldet, am Sonntag in Kopenhagen vor sich. In den Freistilslrecken war Arne Borg (Schweden) nicht zu schlagen, während Rademacher (Deutschland) im Brustschwimmen, Dr. L e ch n i r und L u b e r (Deutschland) in den Springen eine Klasse für sich bildeten. Die Resultate: 100 Meter Freistil: 1. Arne Borg-Schweden 1:01,2, 2. Trvlle-Schweden 1:03, 3. Heinrich- Deutschland 1:05,8. 500 Me er Freistil: 1. Arne Born-Schweden 6:51,6, 2. Trelle-Schweden 7:40, 3. Christiansen- Dänemark 7:57,4. 200 Meter Brust: 1. Rademacher-Deutschland 2:59,6, 2. Riclsen-Dänemart 3:16,8 3. Ror- tung-Dänemark 3:16,8. Springen: 1. Dr. Lechnir-Deutschland 2. Luder-Deutschland, 3. Christiansen-Dä emark. Turmspringen: 1. Luber-Deut,chland, 2. Ch i- stians en-Dänemark. 4x50 Mtr. Freistilstaffel: 1. Schweden 2:01 8 2, Deutschland 2:04 2, 3. Dänemart 2:21. Mas, er ball: Schweden gegen Deutschland 3'0. Die Kämpfe am Montag zeig en, mit einer Ausnahme, die Deutschen auf der ganzen Linie siegreich. Die Ergebnisse: Kunst und Wissenschaft, Dom Mondwurm. Schöffengericht. Giehen, 30. Juli. Der Holzhändler K. von Schlitz hatte am 12. Februar Streit mit seiner Frau. Als diese deshalb die Wohnung verlieb, suchte sie K. bei v-rschi.denen Familien So kam er auch in das Haus des Vaters, des Arbeiters Georg Schaub. Hier kam es zu Auseinandersetzungen, so dab der Bruder des abwesenden Hausherrn, der Maurer Georg Heinr. Schaub, ihm das Haus verwies und ihn vor die Haustüre brachte. Als sich K. hier widersetzte, hob ihn Schaub in die Höhe und warf ihn über das Geländer der vor dem Hause befindlichen Treppe auf das Pflaster. Als K vor Schmerzen laut aufschrie, schleiften ihn die beiden Schaub bis an seine Haustüre. K. trug einen schweren Schenkelbruch davon, das Bein muh e amputiert werden. G. H. Schaub wurde wegen schwerer Körperverletzung zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt: G. Schaub wurde mangels Beweises (er sollte zusammen mit fernem Onkel den K. über die Treppe geworfen haben) freigesprochen. Hausrat Lindenplatz 1 Cmvsehle mich im Nähen in und niister dem Hause, auch s. Hessen tracht 022187 Bruchstraße 17 Hi. Am 16. und 17. August 1924 findet in Offenbach am Main die Feier der Grundsteinlegung zum Ehrendenkmal für die im Weltkrieg gefallenen Kameraden des LR. 168 und der aus dem Regiment hervorgegangenen Formationen 3. Batl. R. I. R. 221, I. R. 186, 2. Batl. I. R. 253, 3. Batl I. R. 365 und Brig.-Ers.-Batl. 49, verbunden mit einer Kameradschaft!. Zusammenkunft Lichtspielhaus Bahnhofstraße Nur noch beute und morgen: Der Schelk 6 Akte, nach d. Roman von Edith M. Hüll. Ferner: Im siebenten Himmel mit Pat und Patachon den beiden berühmten Komikern Speisezimmer.«™ 200-an Betr.: Geschäftsaufsicht über das Vermögen der Firma W. Theisebach Söhne, Darmgrohhandlung in Gießen. Beschluß. Die bezüglich der Firma W. Theisebach Söhne, Darmgroßhandlung in Diesten angeordnete Geschäftsaufsicht ist durch rechtskräftigen Iwangsoergleich am 10. Juli 1924 beendigt. Gießen, den 26. Fuli 1924. 60498 Hessisches Amtsgericht. SkreiS Friedverg. * Friedberg, 31. Juli. Der 27 Jahre ülte, in Worms wohnhafte Metzger Mati- thäus beging gestern am hiesigen Postamt einen Fahrraddieb st ah l. Er wurde mit einem Kraftwagen verfolgt und kurz vor Vilbel festgenommen. Kreis Metzlar. * Odenhausen (Lahn), 31. Juli. In den nächsten Tagen feiert der Gesangverein Liederkranz sein 25jähriges Bestehen, verbunden mit einem Wertangs- sm gen, zu axilchem elf Vereine bereits zugesagt Hadem Anläßlich des Festes ging gestern abend eine Vorfeier voraus, an der sich alle Gönner des Vereins beteiligten. Die Feier begann mit einem F a ck e l z u g. Hierauf hielt der Vorsitzende eine Ansprache, in ivelcher er die Bedeutung des Tages darlegte und auch der Toten gedachte die in den 25 Jahren aus der Mitte des Vereins gerissen wurden. Ferner rühmte er ganz besonders das gute Einvernehmen zwischen dem Verein und dem Dirigenten Schönhaber aus Giehen mit dem Hinweis, dast wohl selten ein Verein in unserer Gegend sich 23 Jahre in bester Harmonie eines Dirigenten erfreuen könne. Hessen-Nassau. ][ Marbura 31. Juli. Wegen Lohn- sord.-rungen sind die Bauarbeiter beider Verbände In den AuSstand getreten. — Das Amtsgericht verurteilte heute einen fragen Elektriker, der sich in einem 'Dorfe als ausgewiesener Lehrer gut genährt und schließlich, als man ihm dir Lehrerstelle verschaffen wollte, mit einem Rad verschwand, aber bei Lich ergriffen wurde, zu 6 Wochen Gefängnis. fpd. F r a n k f u r t a. M., 31. Juli. Die Lage auf dem AlrbeitSmarkt ist in der letzten Woche weiter ungünstig geblieben. Die Zahl der Arbeitslosen stieg um weitere 300, die der unterstützten Erwerbslosen um rund 200. Der weitaus größte Teil entfällt aus das Metallgewerbe und die kaufmännischen Berufe. Wesentlich verschlechtert hat sich auch die Lage im Dekleidungs- und Reinigungsgewerbe. Eine kleine Besserung trat im Baugewerbe ein. ES konnten hier mehr als 100 Arbeiter eingestellt werden. In den Berufen für Frauen trat eine Verschlechterung nicht ein. ES waren insgesamt 10 303 (10 054) Stellensuchende gemeldet, offene Stellen waren 1178 (1253) vorhanden, besetzt wurden 954 ein- schließlich 491 Aushilfen. In Erwerbslosenunterstützung befanden sich 5598 Hauptunter- stühungsempfänger, darunter 552 Frauen. — Der ärztliche Befund hat ergeben, daß es sich bei den Vergiftungen in Griesheim am Main, denen die f ü n f Kinder des Arbeiters Wvhlmuth zum Opfer fielen, um eine schlimme Form der Fleischvergiftung handelt. Der Ehemann hatte das Düchsenfleisch, sogenanntes Hash-Beef, von einem Griesheimer Metzger erworben. Die Frau hatte das Fleisch in der Pfanne warm gemacht und alle Kinder hatten gut davon gegessen. Roch in der Rächt zum Sonntag stellten sich bei den meisten Kindern starke Verdauungsstörungen und Vergistungserschei- nungen ein, so daß die Kinder nacheinander dem Städtischen Krankenhause zugeführt werden muhten, wo sie dann alle verstarben, ohne daß ihnen ein Arzt Hilfe bringen konnte. Welcher Art die Vergiftung ist, darüber sind augenblicklich noch Untersuchungen in den verschiedensten wissenschaftlichen Stellen im Gange. Alles Fleisch, das der Metzger noch im Besitz hatte, wurde beschlagnahmt. ES soll nunmehr festgestellt werden, pb das Konser- venfleisch schon verdorben war, als er eL, erwarb, oder ob es bei ihm erst durch längere Lagerung schlecht wurde. . 31 ■ Juli. (WB.) Rach einer Mitteilung der Regierung in Kassel ist die Diät- termeldung, dast die Regierungspräsidenten von Kassel und Hannover die Beschlüsse über den A b- ö a u der sozialdemokratischen Oberbürgermeister Der Mondwurm lebt zwar nicht auf Monde, dessen Eiskruste keinem Lebewesen Dasemsmöglichkeit gibt, aber er steht doch dem Mond in einem engen geheimnisvollen Zusammenhang. Das Tier lebt, wie in „Reclams älniversum" erzählt wird, in den Korallenriffen der Sudsee, wo die Iahreszeiten den unseren entgegengesetzt sind. Wenn bei uns die Herbststürme brausen, tst dort linder Frühling, und dann hält der Mondwurm Hochzeit. Aus den Gängen der Riffe kommt er an die Oberfläche. Beide Ge- schlechter stoßen ihre ersten Leibesringe ab, während Keimst offe sich zum Bunde eines neuen Lebens vereinigen. Diese abgestostenen Leibesteile nennt der Polynesier Palol) und fischt sie sich fett altersher als wohlschmeckenden Leckerbissen auf. Er weih aber genau, dc»h es nur zwei Monate tm Iahre gibt, m denen er den Palolo fangen kann, nämlich den Oktober und Rovember. Das Schwärmen der hoch,zeitmachenden Mondwürmer erfolgt rn diesen beiden Monaten nur in der Ula^t vor Vollendung des letzten Mondviertels mit eherner Gesetzmäßigkeit, ganz unabhängig von Wetter und Bewölkung. Es müssen irgendwelche Kräfte fern, die von der Mondphase ausgehen und auf die Würmer einwirken. Die Wissenschaft hat sich schon viel mit diesem Rätsel besaht, ohne es aber bisher lösen zu können. Bei Neigung zu Fettansatz sollten Sie eine Rehr kur vornehmen. Wir raten yhnen, In Ihrer Apoiheke L?^a-Kerne »u taufen, die wirksame, völlig unschädliche Siosie enthalten. 5369rU Betr.: Geschäftsaufsicht über die Firma Gerstenhauer & To. in Gießen. Beschluß. Die Firma Gerstenhauer & To., Delikatessen- u. Wurstwarenhandlung in Gießen, wird mit Wirkung vom 30. Fuli 1924, 6 Uhr, unter Geschästsaufsicht gestellt. Herr Rechtsanwalt Peters wird zur Aufsichtsperson ernannt Betr.: Geschäftsaufsicht über das Vermögen der Firma Gießener Del: und Fettfabrik A. G. in Gießen. Beschluß. An Stelle des Kaufmanns Sigmund Hirsch wird der Bucherrevisor Mathias Selzer in ™ a^s G^thöftsaufsichtsperson bestellt. Gießen, den 28. Juli 1924. 60486 Hessisches Amtsgericht. (gez.) Meyer. 100 Meter rucken: 1. Gropper-Deulfchlano 1:21,6, 2. Pundahl-Dänemark. 200 Meter Rücken: 1. Gropper-Deutschland 3:06,6, 2. Petersen-Dänemark. 100 Meter Freistil: 1. Arne Borg-Schweden 1:01, 2. Trvlle-Schweden 1:05,8, 3. Heinrich- Deutschland 1:07. 100 Meter Brust: 1. Rademacher-Deutschland 1:25, 2. Melsen-Dänemark 1:25,4. 4x50 Meter Lagenstaffel: 1. Deutschland 2:21,8, 2. Dänemark 2:40,2 Turmspringen: 1. Luber-Deutschland Kunstspringen: 1. Dr. Lechnir-Deutschland. Wasserball: Deutschland—Dänemark 7:0. Die Entdeckung des Sauerstoffs. (3um 1. August 1774.) Man schreibt uns: Im Oktober des Iahres 1774 kam Joseps Priestley, der Privat- 'ekretar- des Lord Shelburne, in dessen Begleitung nad) Paris. Gelegentlich eines Besuches bei dem Gelehrten Lavoisier erwähnte er ganz beiläufig im Gespräch, dah ihm am 1. August die Her- stellung des Sauerstoffes gelungen sei: und er erklärte auch das ausgeführte Experiment: er hatte rotes Quecksilberoxyd mit einem Drennglas eryitjt, und das entstehende Gas aufgefangen. x>n diesem brannte eine Kerze Heller als in atmosphärischer Luft und Mäuse vermochten darin zu leben. Es axir also der für unser Leben wie für den Verbrennungsvorgang wesentliche Dc° standteil der Luft. Er nannte es „dephlogisticeted air“; es war unser Sauerstoff. — Es kommt uns heute erstaunlich vor, dah eine uns so geläufige Tatsache erst vor 150 Jahren der Welt bekannt geworden ist. Roch erstaunlicher die Bescheidenheit eines Gelehrten, der anscheinend so gar kein Verständnis für den Wert der Reklame auch in der Wi'senschaft hatte. Was würde heute für ein Carm gemacht werden bei einer ähnlichen Entdeckung! Es lohnt sich wohl, sich mit der Persönlichkeit des alten Priestley ein wenig zu beschäftigen. Am 13. Marz 1733 in Fielhead (Vork) als Sohn eines wenig begüterten Tuchmachers geboren, erhielt der kränkliche Iunge eine sehr mäßige Ausbildung erst in einer Dorfschule, dann bei einem Landgeistlichen. Schon als (Jüngling aber beschäftigte er sich selbständig mit dem Studium orientalischer Sprachen, des Hebräischen, Syrischen, Arabischen, Chaldäischen sowie mit der damals herrschenden Raturphilosophie. Als ihm ein Verwandter Aussicht aus Verwendung im Han° betegeföäft machte, lernte er auch noch Franzö- sisch, Italienisch und Deutsch! Auf Wunsch einer Tante aber, die sich des mittellosen jungenMannes annahm, sollte er Geistlicher werden, und zwar freittrchlicher. Mit 19 Iahren bezog er also die Akademie in Daventrh und 1755 wurde er als Prediger angestellt. Diesem Berufe blieb er mit geringen Unterbrechungen treu; wie so viele berühmte englische ©elefyrte ging also auch Priestley von der Theologie aus. Seit 1761 als Lehrer an Akademie in Warrington, benutzte er die Gelegenheit, um in dem benachbarten Liver- pool Turners Vorlesungen über Chemie zu hören Gleichzeitig beschäftigte er sich selbst eifrig mit Experimenten, zu denen ihn sein Interesse für die Raturphilosophie geführt hatte. Bald darauf erschien sem erstes größeres wissenschaftliches Werk über „Verschiedene Arten der Lust". Obwohl er bereits 1766 auf Grund eines Werkes über Elektri- «tat Mitglied der Royal Society und 1771 der Acadenne des Sciences in Paris geworden war blieb ferne wirtschaftliche Lage als Geistlicher armer Gemeinden doch so unsicher, dah er im wachsten Iahre als Bibliothekar und Reisebe- gletter in die Dienste Shelburnes trat. Als er 1780 aus diesem Verhältnis schied, um wieder Geistlicher zu werden, erhielt er eine lebens- lanplidje Pension von 150 Pfund. Damit konnte er in Birmingham, in dessen Vorort Fairhlll er em Landhaus kaufte, zufrieden leben. Hier ber- febrte er m der Lunar Society mit Männern wie Iames Watt und Erasmus Darwin. Aber das Schicksal gönnte ihm den Frieden nicht: am 14. Iuli 1791 feierte die Constitutionelle Gesellschaft das Fest des Bastille-Sturmes. Obwohl Pdestley da- bet gar nicht hervortrat, benutzte der Pobel den Anlaß, die Kirche der Roncvnformisten zu oer- boeimen und Priestleys Haus zu plündern. Mit Muhe entging der Gelehrte und seine Familie den Fanatikern. 2lber alle seine Habe, die Ergebnisse labrefanger Forschungen waren verloren. In London fand er als Frühprediger einer kleinen isyemeinbe ein verhältnismäßig sicheres Asyl. Aber auch hier wurde er beobachtet und selbst die Mitglieder der Royal Society scheuten seinen älm- gang, denn neben seinen freikirchlichen und kon- Niemand versäume diesen schönen Spielplan Astoria-Lichtspiele Seltersweg; Heute bis einschließlich Sonn'ag: Eddie Polo in Kapitän Kidd 6überaus span nende Akte. Dazu: Elt Harold Loyd in einem glänzenden Lustspiel sowie noch ein weiteres reichhaltiges Beiprogramm. stltuttvinetten Ansichten yatte ihn auch Die eifrige und später durch den Gang der Ereignisse als richtig erwiesene Kritik an der britische Politik gegenüber den amerikanischen Kolonien schyn in den sechziger Iahren in übles Ansehen gebramt. Das Leben in England war ihm verleidet. 1Z94 folgte er seinen drei Söhnen nach Amerika. Am 6. Februar 1804 starb er in Aorthumberland, Pennsylvania. Deine seht verges'enen theologischen und philosophischen Schriften wurden nach [einem Tode in 25 Bänden herausgegeben. Dazu kommen seine oft bahnbrechenden, naturwissenschaftlichen Arbeiten. Jetzt kostet LUIMS 2 w so p» Abrador-Seife 2 Stück 35 Pfg Vertreterü Adolf Schmidt, Lieven, Telephon 1086 Regimenter herzlichst eingehden? Anmefdüng%ezügl Mk. Quartier für 16. u. 17. August bis spätestens 1. August an '"ckt. Scbr. vüineb. Wohnungstausch. IIauf Abend vomWein Kat. 31 N frei. Eisen- möbelfabr. Suhl LTh, Heute abend 8.30 Uhr SCHILDER MALERuZEKHNER LOCHER-STR» Schrift-Pausen für Malerund Bildhauer Klischee-Entwürfe! Morgen abend 8.30 Uhr je 60 Die trauernden Hinterbliebenem Familie Gustav Henn Familie Alwin Hardt Familie Ludolf Hardt Siegfried Hardt und Braut. Gießen (Weserstr. 25), Speier a.Rh., Fellingshausen, den l. August 1924. Die Beerdigung findet Samstag, den 2. August 1924, nachmittags 21/, Uhr, von der Kapelle des Neuen Sperrholz in Gaboon, Erle H u. Kiefer 3-W mm, I schweb.u.daher. I Hobelbretter I Vretteru-Dielen I in allen Stärken, B sowie Eichen-, | Buchcn-undKie-1 scrnschnittware ■ liefern franko je-1 der Station 6383D | kiMMM. Giehen - Tel. 149. Ein haus mit frei werdender Wohnung zu kaufen gesucht. Schriftliche Angebote unt. 022183 an den Gieh. Anz. Wohnungstausch Wetzlar—Gießen. Gesucht in Giehen im Auhenoiertel 5 bis 6 Zimmer mit Zubehör. Geboten in Wetzlar 5 Zimmer, 1 Mansarde, in schöner freier Lage, oder evtl. 4 Zimmer, 1 Mansarde in der Nähe des Bahnhofs. M. 200.- Umzugskosten können gezahlt werden. Negierungsrat Wecker, Versorgungsamt, Liebigstrahe. 022117 GIESSEN, Marktplatz 2, neben der Engel-Apotheke Alleinverkauf v. Engelhardt’s Chasalla-Normalstiefel Gieren 2D Sonnenstraße 9 Nähe Wochenmarkt Prima Garbenbänder feurig gefärbt, sowie Italien. 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Abschied von Anatole... ach nein, der lieh es sich nicht abringen, muht' ßolottc wenigstens die erste Tagesreise bis Burg begleiten, dah er sie zu allerletzt recht zärtlich in die Pelze Wickeln und ihr noch inS rosige Ohr flüstern konnte: „Peut-on etre auptes du rosier Sans en pouvoir cueillir la rose?“ So ist sie eines Mittags im Schneegestöber in Leichholz vorgefahren und hat den Alten nicht wenig aufgeschreckt. Immer sah eS ein weniges wüst um ihn her auS, seit die Frau Mutter selig nicht mehr sorgte, aber heut kam es dem verwöhnten Lottchen doch zu arg vor. Im groben Saale sah er mit seinen Kumpanen, dem Nieder- wiher und dem dicken, dicken Landrat von Boden. Sie hatten den Tisch dicht an einen der zwei glüherchen Kachelöfen gerückt: Ehgeschirr stand auf der groben Platte, ohne Tuch, und Flaschen und Gläser dazwischen: die Köter lagen unter den Stühlen unb nagten an den Knochen. Ach du mein Himmel: die blaue Damasttapete in geben, der Deckenstuck schwarz vom Tabakrauch, Spinnweben überall, die Dielen Wohl seit Wochen nicht aufgefegt. War schon zum Grausen. Dazu die roten Gesichter und die johlenden Stimmen, die bis auf den Flur drangen. Ein etwas schämte sich der Alte, als die De- moiselle in der Tür stand mit groben Augen. Aber dann fuhr er hoch, auf sie zu, schmatzte sie ab, rechts und links: „©orteten! Lotteken! Wahr und wahrhafttg! Ist mal 'ne Ueberraschungl Nur hereiit, Vir beihen nicht. DaS Mensch, die Mamsell, hat ein paar Hühner abgewürgt, wird für dich auch noch ein Happen da sein. Und ein Glas Tokaier ... bei dem Wetter. . . mein ßotte= ken . . . ja solch armer vieux gar fer nicht gut machen." - , Sie hat die Augen geschlossen. Horcht,'wie der Dater schweigend auf- und abschreitet, unb jeder Schritt tut ihr weh. Bei jedem Schritt klingt's: ein Krüppel ... ein Krüppel. Hat soviel, soviel Krüppel gesehen in den Kriegsjahren, hat Mit so vielen Mitleid gehabt. Ja, mit dem Christel gewiß zu allermeist. And doch ist bas etwas ganz anderes. Du mein Gott . . . (Fortsetzung folgt.) Große Auswahl! Ledergamaschen Vorteile fOr Wiederverkäufer SW Wir bitten um Besichtigung unserer Fensterl "-MU Arbeitsstiefel Tourenstiefel Reiseschuhe Hausschuhe Kinderstiefel Turnschuhe 'EM Immer noch billige Preise! Bahnhofstr. 58 Marktstraße 17 6029a Kinder-Schnür- Stiefel mit und ohne j7n Fleck, Leder- l'u 3ohlel8 221.95, < Elegante Herren- Halbschuhe Shimmyform Q95 gutes Fabrikat« Herren-Stiefel bequeme Form Derby-Schnitt ?90 9.95, 1 BrauneDamen- Spang.-Schuhe verschiedene rqR Ausführung. 13.90, 6.95, U Weiße DameB-Balh- u. Spangenschuhe 940 elegante < Form . . 4.90, 0 Damen-Halbschnhe in mod. Formen mit und ohne fqr Lackkappen h ° 8.50, 7.50, « Herren-Derby- Stiefel Rahmenarb., bequeme 11 Form 12.50, " BrauneDamen- Schiebespang. Rahmenware 1|50 eleg. 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Mitglieder, welche als Zuhörer an den Beratungen teilnehmen wollen, sind ebenfalls freundlichst eingeladen, haben jedoch ihren Mitglieder- Ausweis vorzuzeigen. Die Vertreter werden ersucht, vollzählig und pünktlich zu erscheinen. Für den Aussichtsrcrt: Vetters. Mnos WB MM MB » MmmülNS« Langjährige Garantie. Günstigste Zahlungsbedingungen. AUGUST FÖRSTER Gießen, Bahnhofstrasse65B und Li. " (Oberhessen) Gegründet 1376. Wler Mer-A Die Angehörigen des I.-R. 116 versammeln sich Sonntag, den 3. August, nachrn. 1.30 Uhr ab im Caf6 Astoria, die der R.-I.-R. 116, 222, 254, I.-R. 186 u. 418 im Cafs Ernst Ludwig, und die des L -I..R.116 im Cas6 Krömer. Von diesen Standquartieren aus 3 Uhr Abmarsch nach dem Philosophenwald. Der Festausschuß. 6044v Frlidr. u. Red. Gödlcke Spezialgeschäft der Zeitzer Kinderwagen-, Holzwaren - Industrie - und Reparaturwerkstatt fließen, Beweg 50 BiW, wetzlmec 5(t. 19 Kinder- und Puppenwagen • Spiel- und Handwagen • Haus- und Küchengeräte aus Holz . Kinderbetten. 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Angnfl (924 Berlin 9n Billionen Prozent Datum: 30. 7. Löberstr. I2 Ui fföanl/Oüin? I'ninl Eeg. Zuckerkrankheit u. Jiö er verhalft, m dUnoulll: Hulu! hilft best. ttarlssprudei vissirchen H. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) 0,295 0,750 1,200 0,280 0, 50 0,650 0,623 0,675 4,2 82,4 8 Revarr. % voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll voll Frankfurter Börse. Frankfurt a. HL, 31. Juli. Heute abend 8.30 Uhr 4,i a 18,85 87,33 18,40 20,96 159,76 18,10 56,61 5,94 1,77 111,22 77,61 55,36 12,38 M4 stützungsaktion wahrend der letzten Bergarbeiter- bewegung aufgeiwmmen hat. 18',95 67,67 18.50 21,05 180,56 18,20 56,79 5,96 1,79 111,78 77,99 56.Y4 12,44 5,16 L«s 8SLr 0,52 1 13 1,35 4,75 9,75 8,26 ?,8 9,12 11,25 49 51 C8.75 10,25 15.5 6,50 9,25 28,87 23,875 35 2 23,6 5,12 2 10,625 3,5 9,10 16,25 1.2 11,9 14,2 13,13 6,75 13,4 15,18 9,05 13,75 8,5 25,2 29 4,5 7,75 9 0,340 10,82 14,25 2,25 0,3875 0,260 1,55 2,70 2,6 Hehle’s Rindet...^., das gib deinem Rind, haft du es lieb t Geld | Brief ( Drahtbericht des „Gieß. Anz.".) Tendenz: Abgeschwächt. — Die im gestrigen Verlaufe hervor getretene Reali- ganzen muh den Gegensätzen überlegen bleiben und eine Kritik an den Leistungen der Parteien ausüben. An einer solchen Kritik fehlt es aber in der gegenwärtigen Zerrissenheit sehr: es besteht die Gefahr, daß alle politische Tätigkeit unter den Gesichtspunkt der Partei gestellt und dadurch ein friedliches Zusammenwir^n unmöglich gemacht wird. Demnach befinden wir uns heute sowohl in der äuHeren als in der inneren Politik noch immer in einem Stande der Friedlosigkeit. Aber wir dürfen das nicht als ein blindes Schicksal annehmen, wir müssen alle Kraft dafür einsehen dah es besser werde und dah wir zu einem echten Frieden und zu einer echten Lebensfreude gelangen. älnsere Lage wäre hoffnungslos, wenn wir nicht auf die Steigerungsfähigkeil des geistigen Lebens und auf die innere Elastizität des deutschen Wesens vertrauten. Llnentbehrlich ist in solchen trüben Tagen die Zuversicht, dah ein schaffendes Leben durch die Welt und durch die Seelen geht, und dah es sich auch dem deutschen Leben mit neuen Offenbarungen zu erweisen vermag. Es gilt solchen Offenbarungen einen offenen Smn und eine volle Hingebung entgegenzubringen: nur so kann unser Leben wieder einen Sinn und Wert erlangen und die Friedlosigkeit der Gegenwart überwunden werden. /ragt blieben. Man hörte Api 3y4, Vecker-S!ahs l'/y, Decker-Kohle 5 .. Denz 3. Entreprise 25, Krügers hall 4,13, Petroleum 13,25, Lisa 5 /g, Drown Dvveri 0,9. Im treueren Verlaufe gex staltete sich die Stimmung etwas zuverfichtli<^r Berliner Börse. Berlin, 31. fiuli. (Drahtbcricht des ,Gieh. Anz.".) Die Berliner Börse stand heute im Zeichen lebhaften Geschäfts mit fester Tendenz auf allen Märkten. Man gibt sich einem nach den letzten politischen Meldungen nicht recht verständlichen Optimismus über den Ausgang der Londoner Konferenz hin. Die energische Haltung des französischen Ministerpräsidenten wird in hi s gen Dörsenkreisen eher als ein Rückzugsmanöve, angesehen, das wohl hauptsächlich den Zweck hat, Herriot gegen die Angriffe in Paris w decken. Diel mehr Bedeutung [gi man hier der Reise des amerikanischen Staatssekretäre Hughee b:r. äleberhaupt glaubt die Börse sehr stark an ein Durchdringen des Anleihekonsortiums. Unter- diesen Gesichtspunkten muh d e heutige Auswärts- bewegung der Effektenkurse betrachtet werden. Demgegenüber treten all. wirtschaftspolitischen Meldungen scharf zurück. Die Krise im Kohl n- syndikat und die erneut starke Einschränkung der Förderung auf den Ruhrzechen fanden faam 'Beachtung. Während sonst der W'chenschiuh in d.r Regel im Zeichen stillen Geschäftes steht, nahm man diesmal grohe Eindeckungeir vor, weil man die Hoffnung hegt, dah über das Wochenende die Londoner Konferenz günstige Fortschritte machen wird, so dah die kommende Wache bereits einen befriedigenden Abschluß bringen könnte. 3m Zeichen besonderen Geschäfts stand der Anleihemarkt. Die Geldmarktlage gestaltete sich auch heute etwas flüssiger. 3m Devisengeschäft bleibt das Geschäft ruhiger. Märkte. Berliner Produktenbörse Berlin, 31. Juli. Das Geschäft am Pro- duktenrnartt zeigte heute eine weitere Ab'rahme, da besondere Anregung fehlte und Rachfrage für den Export weniger hervortrat. Auch das wieder sehr schleppend gewordene Mehlgeschäft machte die Kauflust vorsichtig Die Preisforde- rungen für Weizen lauteten entgegenkommender, was jedoch das Geschäft nicht anzuregen vermochte. Roggen war reichlicher angeboten. Für Gerste bestand etwas Rachftage. Hafer konnte sich ziemlich behaupten, obwohl vielfach zu niedrigeren! Preisen zu kaufen versucht wurde. Für Futter- artikel bestand für spätere Lieferung, jedoch bei niedrigeren Preisgeboten, Rachfrage. Es wurden notiert für je 1000 Kilo: Weizen, märt. 185 bis 190, Roggen, märk., 137 bis 143, westpr. 133, Gerste, märk. 162 Vis 171, neue 154 bis 162, Hafer, märk. 147 bis 153, Raps 285 bis 290, Leinsaat 370; für je 100 Kilo: Weizenmehl 25 25 bis 28,25, Roggenmehl 21,25 bis 23,25, Weizenkleie 10,40, Roggenkleie 10,20, Viktoriaerbsen 21 bis 23, kleine Erbsen 15 bis 16, Futtererbsen 14,50, Peluschken 14, Ackerbohnen 13 bis 15, Wicken 14 bis 15, Lupinen, blau 9,50 bis 10, Rapskuchen 10,50 bis 10,60, Leinkuchen 20, Trocken- schnihel 9,40 bis 9,50, Kartoffelstöcken 21,50 bis 23. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 31. Juli. (Drahtbericht des Gießener Anzeigers.) Auftrieb: 12 Rinder, darunter 4 Ochsen, 2 Dullen, 6 Färsen und Kühe, 1330 Kälber, 195 Schafe, 1171 Schweine. Es notierten für je 1 Zentner Lebendgewicht: Kälber, feinste Mastkälber 45 bis 50, mittlere Mast- und beste Saugkälber 40 bis 45, geringere Mast- und gute Saugkälber 35 bis 40: Schafe, Mastlämmer und Masthämmel 35 bis 40, geringere Mast Hümmel und Schafe 30 bis 34; Schweine, voll- fleischige von 80 bis 100 Kilo 67 bis 68, voll- fleischige unter 80 Kilo 60 bis 65, vollfleischige von 100 bis 120 Kilo 66 bis 68, vollfleischige von 120 bis 150 Kilo 66 bis 68, Fettschweine über 150 Kilo 66 bis 68. Marktverlauf: Gedrückter Handel. Bei Schweinen äleberstand. Abend vomWein 10-H Uhr Tanzmusik- M»m flott und originell von Marianne Finckh illustrierten, in einem hübschen handlichen Karton steckenden, ausllapp baren Kinderbüchlein hat der Verlag einen guten Griff getan. — „Stickerei und Spitzen" betitelt sich eine Zeitschrift für kunstliebende Frauen, die im Verlag von Alexander Koch in Darmstadt erscheint. Das uns vorliegende Heft enthält eint Fülle interessanter Beiträge und gestattet die Schlußfolgerung, dah der Frauenkreis, an den sich die Zeitschrift wendet, dort mancherlei wertvolle Anregungen finden wird. * Der Ausweis der Reichsbank vvm 2 3. d. Mts. zeigt einen weiteren Rückgang der gesamten Kapitalanlage um 33,8 auf 1942,9 Trillionen Mark. Die Abnahme wurde zum größten Teil durch vermehrte Weiterbegebung von R2ntenmarckwechseln herbeigeführt, deren Summe um 26,6 auf 82,5 Millionen Rsntenniark geftiegen ist. 3m einzelnen haben sich die Renten- markwechfel- und Lombardbestände um 39,9 auf 1034,7 Millionen Rentenmark vermindert, während für die PapiermarAredite er ne geringfügige Vermehrung um 5,9 auf 831,7 Trillionen Mark ausgewiesen wird. Die Abnahme der Arlrge wurde wiederum durch Zugänge bei den sonstigen Aktiven ausgeglichen. Der Umlauf an Zahl ings- mitteln ermäßigte sich etwa im Umfang der Vorwoche. Der Danknotenumlauf ging um 52,3 auf 1009,5 Trillionen Mark, der ihnta if an Rentenbankscheinen um 66^4 auf 1637 Millionen Renten mark zurück; die Rückflüsse an Roten und Rentenbankscheinen zusammen belaßen sich also auf 118,7 Trillionen Mark. Die Destänoe der Reichsbank an Rentenbankscheinen sind dementsprechend auf 443,2 Mill. Aentenmark gewachsen. Dem Zahlungsmittekrückfluhi standst beträchtliche (Eingänge auf den Konten der fremden Gelder gegenüber, die sich um 130,7 auf 1060.8 Trillionen vermehrten. Dem Goldbestände wurden durch ilm- wandlung eines Devisenbetrages in Gold im Auslande und durch Ankauf im In lande 8,7 Mill. Mark in Gold zugeführt. Insgesamt stieg damit der Goldvorrat der Dank von 469,4 auf 478,1 Mill. Goldmark. Die Scheidemünzenbestände hoben sich um 2,6 auf 31,3 Trill. Rdrrk. * Deutsche Kreditgesuche in den Vereinigten Staaten. Das Board of Trade for German-American ©ommercee Reuhork versendet an die Spitzenorganisatronen der Fachverbände und Handelskammern in Deutschland ein Schreiben, worin es daraus aufmerksam macht, dah die in auherordentlich grober Zahl aus Deutschland in Amerika eintreffenden Kreditgesuche meistenteils unberücksichtigt bleiben, weil zum ersten für umfangreiche Kreditgewährung die Zeit noch nicht reif sei, und zum zweiten die Kreditgesuche völlig unzulänglich gewesen seien. Langfristige Darlehen sind zur Zeit, so sagt das Institut, gar nicht zu haben. 3n Amerika Hypotheken auf deutschen Grundbesitz aufnehmen zu wollen, ist vor der Hand aussichtslos, nur kurzfristige HandelskrÄstte sind bis auf weiteres in Amerika zu erlangen. Diese werden nur Unternehmungen gewährt, deren Kreditwürdigkeit dem internationalen Geldmarkt bekannt ist und die über sehr gute und schnell realisierbare Sicherheiten verfügen. Rur Handelskredite, deren Unterlagen für den Kreditgeber leicht greifbare Objekte (Export-Güter, Rohmateriallen und Halbfabrikate im Deredelungsprozeh) bilden, oder die durch Garantie in den Vereinigten Staaten bekannter deutscher Grohbanken gedeckt sind, werden gewährt. Das Institut ist bereit, Kreditgesuche, denen die erforderlichen Unterlagen beigelegt sind, (Zahlen- und Tatsachenmaterial) zu prüfen und weiterzuleiten. Es handelt sich hierbei lediglich um einen Versuch zur Erleichterung der für den Augenblick evtl, aussichtsreichen Kreditbemühungen, keinesfalls um ein Kreditversprechen. * Englische Anleihe für deutsche Gemeinden. Die Stadt Wanne hat, wie die „D. Z. am Mittag" imtteilt, mtt englischen Danken Verhandlungen über den Abschluß einer Anleihe gepflogen, die ihrem Abschlub nahe sind. Das Geld soll mit 7 Proz. verzinst werden, die Rückzahlung und Zinszahlung in englischer Wahrung erfolgen. Die Gemeinde Röhlinghape-i wird sich an der Anleihe beteiligen. Der Betrug der Anleihe von einer Million Goldmark toll ?ar Deckung der Schild dienen, welche die Gemeinde aus Anlaß des Ruhrkampfes für die UnterDie Friedlosigkeit der Gegenwart. Don Geheimrat Professor Dr. Rudolf (Süden. Es sind allbekannte Tatsachen, mit denen wir uns heute zu beschäftigen haben, aber die Empfindungen, Aufregungen, Enttäuschungen, die damals an uns tarnen und seitdem unsere Seelen durchzittern, fordern an diesem Tage eine Aussprache, sie drängen uns zu einem Urteile Über das, was Schicksal und Schuld seitdem an uns gebracht hat. Das in Serajewo ermordete Fürstenpaar geistert noch immer durch die Welt und läßt sie nicht zur Ruhe kommen. Woher kommt es, dah trotz des Verlaufes der Zeit die Gegenwart noch immer im Stande der Friedlosigkeit verbleibt. Es kommt, um es kurz zu sagen, aus der Unwahrhaftigkeil, welche heute das Döl- kerleben durchdringt und vergiftet; Unwahrhaftigkeit beherrscht heute nicht nur die äuhere, sondern auch die innere Politik. Der Verlauf des Weltkrieges steht uns deutlich vor Augen, sowohl der Beginn, als der Verlauf, als der Abschluß standen unter dem Zeichen der Unwahrhaftigkeit. Wir brauchen nur daran Ni erinnern, wie Hah und Reid die Paten dieses Krieges waren, wie raffiniert die ausländische Diplomatie beflissen war, Deutschland ins Unrecht zu setzen; wir brauchen nur daran zu erinnern, wie mächtig die Lügenpropaganda war, wie sie den deutschen Heeren die schlimmsten Greueltaten auf bürdete, wie aber die ungeheuere Schädigung, welche unser Volk durch die unbarmherzige Hungerblockade erfuhr, möglichst in den Hintergrund gestellt wurde; aber dabei müssen wir einen Augenblick verweilen, wie schmählich Deutschland beim Schluß des Krieges getäuscht wurde. Es hatte die 14 Punkte Wilsons angenommen und im Vertrauen auf ihre Erfüllung die Waffen niedergelegt; der Versailler Frieden aber hat hie Forderungen an das wehrlose Land bis zur Unerträglichkeit gesteigert, es hat hier ein Bund von Rachsucht und Angst sich in raffinierter Weise bemüht, einem großen Kulturvolk die Lebensbe- dtnaungen möglichst abzuschneiden. Das Unwürdigste war, daß man Deutschland ein Bekenntnis lebt er alleinigen Kriegsschuld abzwang, obschon Mächte wie Frankreich und Rußland mit voller Deutlichkeit wußten, wieviel sie selbst getan haben, um den Krieg zu schüren. Dürfen wir uns darüber wundern, daß auch nach dem Abschluß jenes Friedens sich kein echter Friede einstellen konnte, dah wir uns noch immer tm Stande der Friedlosigkeit befinden? Ab und zu ergreift den einzelnen jetzt wohl eine apathische Ruhe, eine Erschöpfung von all den Hemmungen und 'Enttäuschungen, die Sttmmung der Gleich- Miltigkeit für alles, was kommen mag, aber das ist grundverschieden von allem echten Frieden, von einer friedlichen Gesinnung. Der Hah und der Reid toben weiter über unser deutsches Vaterland und über die ganze Welt. Hier hat das Wort Luthers in seinen bekannten Thesen volles Recht: „Hinweg mit allen den Propheten, die dem Volke Christi sagen: Friede, Friede, und ist kein Friede." Es ist nicht zu verkennen, daß das Ganze der Kulturwelt sich heute in einer schweren moralischen Krise befindet. Die ewigen Wahrheiten, welche das menschliche Leben tragen, sind erschüttert. Unwahrheit und Selbstsucht gewinnen auf der Oberfläche des Daseins immer mehr Macht. Jene ewigen Wahrheiten lassen sich zeitweise verdunkeln, aber wehe der Zeit, welche sich einer solchen Verdunkelung ergibt; sie verliert dann allen Halt, sie muh anhaltsam sinken. Aeuhere Einrichtungen helfen gegen eine solche Gefahr recht wenig; nur eine moralische Aufrüttelung und Vertiefung kann den Völkern einen echten Frieden bringen; einstweilen umfängt uns ein Stand der Friedlosigkeit. Wir werden nicht weiterkommen, bevor uns nicht ein heiliger Zorn gegen alles älnwahre und Gehässige ergreift und in überlegene geistige Zusammenhänge hebt. Hnfer großer Kant erklärte als die Hauptpunkte des moralischen Verhaltens Wahrhaftigkeit und Gerechttgkeit; wie wenig Wahrhafttgkeit und Gerechtigkeit ist in diesem Kriege und über den Krieg hinaus erwiesen! Soll der Stand der Friedlosigkeit energisch bekämpft werden, so ist, die erste Bedingung eine Revision des Versailler Friedens, der sich auf der Lüge von der alleinigen Kriegsschuld Deutschlands auf baut; solange Deutschland mit diesem Makel behaftet bleibt, kann es keinen Platz im Zusammenleben der Böller einnehmen. Aber nicht nur gegenüber den anderen Völkern, auch im eigenen Bereich befinden wir uns 'n einem friedlosen Zustande, und auch hier trägt die Hauptschuld die Lln Wahrhaftigkeit. So ist es -ornehmlich beim Ausbruch der Revolution 1918 geschehen. Es gibt verschiedene Arten der Revo- jutionen; Revolutionen können unter älmständen pohltätig wirken, aber sie können es nur, wenn sie aus dringender Rotwendigkeit hervorgegangen sind, wie das bei der großen französischen Revolution 1789 zweifellos der Fall war. Was wir aber erlebten, das war eine unwahre Revolution, . die deutschen Zustände waren keineswegs abgelebt und verrottet, die Revolution entstand nur durch eine Mikitärrevolte, welche durch die ülngeschick- lichkeit und Ülnfähigkeit militärischer wie ziviler Behörden ganz Deutschland überrumpelt hat. Diese unwahre Revolution suchte einen schroffen Bruch mit der gesamten Tradition Deutschlands herbeizuführen, früher allgemein hochgehaltene Werte wurden möglichst entwertet, ja in das Gegenteil verkehrt. Da nun aber nur ein Teil des Volkes diesen verhängnisvollen Weg billigte, so wurde eine schroffe Scheidung der Volksgenossen unvermeidlich, und kam es nicht zu einem inneren und echten Frieden. In dieser Zerrissenheit hat man dem deutschen Volke eine neue Verfassung gegeben, die sogenannte weimarische Verfassung. Diese entspricht aber viel zu wenig der deutschen Geschichte und dem überlieferten Staatsgefüge der einzelnen Länder; hier muß eine Klärung und Auseinandersetzung erfolgen. Was wir unter dem Einfluß jener Revolution beschlossen, das muh unbefangen an der deutschen Lieberlieferung und am deutschen Geist geprüft werden, nicht aher einer abstrakten Aufklärung zu nahe gerückt werden; so ist auch an diesem Punkt eine Revision unbedingt nötig, um dem deutschen Voll einen inneren Frieden zu geben. L-ie jetzige Zerrissenheit muß die Macht der Parteien ins Llnheimliche steigern. Parteien sind unentbehrlich, um die im Volksganzen vorhandenen Bewegungen und Gegensätze zum Ausdruck zu bringen, aber der Gedanke des Staats- sationsneigung führte heute zu dem befürchteten Rückschlag. Der schleppende Verlauf der Londoner Konferenz, der nun schon seit einigen Tagen zu beobachten ist, trug eine gewisse ülnsichcrhrit in den Markt und gab einer Verstimmung Raum, dienlich in einem Wbröckeln der Kurse auswirkle. Während die älntemehmungslust der Spekulation gedämpft blieb, lagen wiederum Kaufaufträge des Privatpublikums vor. Die Kursrückgänge hielten sich, von einigen einzelnen Ausnahmen abgesehen, im großen und ganzen in engen Grenzen. Am Geldmarkt waren die gleichen Sätze, wie am Vortage zu hören, nämlich Vs Pro Mille für Tagesgeld, XU Prozent für Monatsgeld. Der französische Frank lag sehr flau. 3m heutigen Dlsancenverkehr stieg die Pfundparität auf 88,60 bis 89, die Dvllarparität hat die 20 Frank-Grenze überschritten. Das Pfund Sterling hatte einen Satz von 4.39V2 bis 4,40 Dollar. Die Mart behauptete ihren S-tand. Bemerkenswert ist die Festigkeit der Schweizer Valuta. Der heimische Rentenmarkt, der zunächst zur Schwäche neigte, konnte sich rasch erholen, bei lebhafter Rachfrage zogen die Kurse wieder stärker an. Am ausländischen Rentenmarkt war das Geschäft lebhaft und höher. Der freie Verkehr zeigte eine behauptete Haltung, vereinzelt setzten neue Kurserhöhungen ein, so besonders für Api, die ge= Frankfurt a. M. - Kur, Berlin. 31. Juli Amerikanische Note« . . . . . Belgische Noten ....... Dänische Noten ........ Englische Noten ....... Französische Note« ..... Holländische Noten...... Italienische Noten ..... Norwegische Noten...... Tcuksch-Oesterr-.Lioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ..... Schweizer Noten Spanische Noten T'üechollowakische Noten . . Ungarische Noten *) Vorn Rückzahlungswert. Dedis^nmartt Berlin—Frankfurt a. M.