Samstag, 1. März 1924 Erstes Blatt 174- Jahrgang den. Die schamlose Lüge von der Allemschuld Interpellationssturm der parlamentarischen Oppo« sitivn bequemte sich der Premier zwar, seinen Kollegen Henderson zu desavouieren. Aber seine Erklärung, die das Unterhaus missen lieh, das Labourkabinett halte ft<$. für Hendersons Auslassungen nicht verantwortlich, klang doch für konservative Ohren sehr matt. Wenn er noch hinzufügte, das Reparationsproblem bleibe das Hindernis für eine allgemeine Regelung! sobald der Bericht der Sachverständigen vvrliege, glaubt er, daß die Zeit für eine vollständige Prüfung aller Probleme gekommen sei so kann man hier wohl eine, wenn auch vorsichtige Umschreibung der Revisionssvrderung Hendersons betauetejen. Immerhin, trotz aller bescheidenen Ausmaße, doch erfreuliche Auspizien für die deutsche Außen- Politik und ein neuer wichtiger Fingerzeig füt Deutschlands Staatslenker. des rhetorischen Fundamentes, aus dem Poin- oarö den kühnen Bau seiner imperialistischen Pläne errichtet hat. Die deutschen Staatsmänner sind leider bei dem Versuch diesen Stein aus der Mauer französischer Heuchelei herauszubrechen, in den Anfängen stecken geblieben. Manch kräftiges Wort haben wir aber, im wohltu«rden Gegensatz zu manchem seiner Vorgänger im Amt, gerade von S t r e s e m a n n zur Zurückweisung der Schuldlüge gehört. Um so mehr enttäuscht es, daß er jetzt dies Wort nicht fand. Die Forderung auf Revision des Versailler Vertrages wurde durch eine Wahlrede des neuen britischen Innenminister Henderson aufs neue aufgerotlt. Einzigartig war diesmal daran, daß es ein alliierter Staats- mann im Amt war, der es wagte etwas za fordern, das die von den Alliierten seit sechs Jahren ängstlich gehütete europäische Lage von Grund aus erschüttern muh. Gegenüber dem Annahme van Anzeiger für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejedeDerbindlichKeit. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlichb, auswärts 10 Goldpfennig; für Reklame-Anzeigen d 70mm Breite 35 Goldpfennig, Platzvorschrift 20° , Aufschlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: l)r. Friedr. Wilh Lange; für den übrigen Teil' Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. den Führern Ludendorff, Dr. Weber, Hitler und mir selbst an der Spitze. An der Ladwigsbrücte erhielt die dort postierte Landesp olizei Befehl zum Laden. Auf unseren Zuruf ging jedoch die Postenkette auseinander. Beim Einschwenken auf den Platz vor der Residenz begegnete uns wieder eine Postenkette, die auf unseren Anruf, nicht zu schießen, zurückwich. Gleich darauf kam aus der Richtung der Theatinerkirche ein Schwarm Landespolizei auf uns zu und während ein Offizier mit dem Karabiner zum Schlag ausholte, fiel, so wahr ich hier stehe, der erste Schuh von den Truppen der Landespolizei. Ob unsere Leute geschossen haben, weih ich nicht. Ich selbst wurde aus einem Fenster der Residenz dreimal aus einer Pistole beschossen. Als die Schießerei aufhörte, und ich gesehen hatte, dah um die Verwundeten bereits Leute beschäftigt waren, ging ich heim. Die Frage des Vorsitzenden, ob Einigkeit bestand über den Vormarsch, um die nicht- nationale Regierung Stresemann zu stürzen, bejahte Kriebel. Aus mehrere Fragen der Verteidigung sagte Kriebel, es sei bei der Besprechung mit Kahr von der Rotwendiglteit, alles genau vorzubereiten, die Rede gewesen. Das Vorgehen sollte konzentrisch erfolgen unt> die militärische Leituirg sollte Lossow haben. Am Rachmittag wird General Ludendorff zur Vernehmung aufgerufen. Er gibt ein Bild seines bisherigen Lebens, das geschichtlich der Welt klar vorliege und voll Arbeit für Volk und Vaterland gewesen sei. Auf die Ditte des Vorsitzenden, sich über seine .politische Einstellung zu äußern, sagte der General, daß er die Ig- pflichtnahrne der bayerischen Reichswehr durch den bayerischen Staat als eine Meuterei und Versassungsbruch ansehe, wenn er auch die Weimarer Verfassung nicht verteidigen wolle, ^ch faß darin rm? Lockerung und Schwächung des Reiches, die Inkraftsetzung vvn Beschränkungen, die ich seit langem mit Sorge verfolge. Der General betennt sich als Gegner der marxistischen und kommunistischen Ideenwelt und damit auch als Gegner der Juden, die er im Weltkriege als eine Gefahr genügend fennengelecnt habe. Zur ultramvntanen Frage sagte Ludendorff: Ich achte die Segnungen der katholischen Kirche genau so hvch wie die der protestantischen; aber ich habe in Posen, Thorn und in Straßburg gesehen, wie durch die Zentrumspolitik das Deutschwerden jener Länder erschwert wurde. Durch die Zentrumspo.itik ist Ob rschlesien polnisch gehörten. Ludendorff erklärte weiter, er sei im August 1920 nidjit aus politischen, sondern aus privaten Gründen nach Bayern gekommen, wo er dann auch in Beziehungen zu Kahr trat. Hier habe der Gedanke des kundesweisen Anschlusses der deutsch- österreichischen Länder ohne Riederösterreich und Wien vorgeherrscht. Dieser Gedanke sei ihm undeutsch erschienen. Ludendorsf wandte sich dann gegen die deut chseindiiche Politik des Datikans. Miterregter Stimme führte er aus, er sei erschüttert gewesen, als er den Bericht las über dte Heiligsprechung der Jungfrau von Orleans, wie Papst Benedikt XV. sich damals in Rom in französischer Sprache dahin ausdrückte, er bedauere, Franzose nur von Herzen zu sein. Der Genera! erwähnt dann die Verbindung Kahrs mit Justiz- rat Glaß, Führer des Alldeutschen Verbandes, der bereit gewesen sei, den Wünschen Kahrs auf Lockerung des Verhältnisses Bayerns zum Reiche zu entsprechen. Er habe darin eine große Gefahr für das Deutsche Reich und das deutsche Volk gesehen. Gr habe gesehen, daß hier von gewissen Kreisen der Bayerischen Dolkspartel eine Politik getrieben werde, die absolut Deutschland abträglich sei. Sie schaffe statt eines starken Reiches, daß und Freiheit bringen könne, einen Staat, der schwach sei. Die Ereignisse des 8. und 9. Rovember hätten Vielen die Augen geöffnet, und wenn man die Abmachungen lese, die zwischen dem Reichskanzler und dem bayerischen Ministerpräsidenten über die Vereidigung der Reichswehr getroffen wurden, dann sei das ein Menetekel, auf das wir achten müßten. Es sei ihm klar geworden, -aß ohne nationalen Willen Deutschland verloren sei. AuS diesen Erwägungen heraus sei er auf die völkische Freiheitsbewegung gestoßen und er habe mit seinen Freunden vom „Oberland" und den Rationalsoz-alisten immer geglaubt, -aß durch München, 29. Febr. (Wolff.) Bei Beginn der heutigen Vormittagsverhandlung wendete sich zunächst im Rainen der gesamten Verteidigung Rechtsanwalt Dr. Schramm gegen die Karikaturen, die in der Presse veröffentlicht wurden, u. a. zu einer Abbildung des Generals Ludendorff, wie er in Angst aufgelöst vor den Richter hintrete. Dr. Schramm ersucht den Vorsitzenden dringend, die Verfertiger solcher dreckiger Karte katuren aus dem Gerichtssaal zu entfernen. Rach der Erklärung des Vorsitzenden sind die betrete senden Leute bereits heute nicht mehr anwesend Sodann wird die Vernehmung des Angeklagten Oberftleunant a. D Kriebel fortgesetzt. Der Angeklagte schildert dann im einzelnen die Ereignisse Am 5. Rovember wurde ich vom Kmnmer- zienrat Zenh zu einer Besprechung eingeladen, bei der Vertreter aller Wirtschaftskreise der nationalen Organisationen und der Bereinigten vaterländischen Verbände Bayerns anwesend waren. Die Versammlung sei auf eine Anregung aus dem Generalstaatskommissariat einberufen worden. Rach Mitteilung des Kommerzienrats Zentz wollte Kahr an dem Abend eine programmatische Rede halten und dabei erklären, dah jetzt die Revolutionen zu Ende seien und das sog. neue Deutschland beginne. Auf die Frage Kriebels an Zenh, warum gerade der 8. Rovember für die Versammlung ausersehen sei, erwiderte Letzterer, das wisse er nicht. Es kam nun die berühmte Sitzung vom 6. Rovember um 4.30 bei Kahr. Vormittags wurde Kriebel von Seißer persönlich zu einer Sitzung bet Kahr eingeladen, bei der u. a. auch wieder Lossow, Seißer und Baron Aufseh und Vertreter der vaterländischen Verbände anwesend waren. In der Dersammümg ließ Kahr keinen Zweifel darüber, daß er nach wie vor der Regierung Stresemann als einer nicht nationalen Regierung absolut feindlich gegenüberstehe unb daß diese Regierung von Bayern aus beimpft werden müßte. Zunächst müsse ein normaler and dann ein anormaler Weg gewählt werden. Es wurde ausdrücklich ertDä&nt, dah der normale Weg natürlich auch kein parlamentarischer sein könne Kahr sprach ausdrücklich davon, daß es nicht genüge, die neuen Männer für Deutschland zu haben, sondern man müsse auch die preußische Regierung darauf vorbereiten, und dazu feien die Verhandlungen im Gange. Er verlangte Disziplin. i Den Befehl zurAktion werde e r s e l b st geben. Er führte auch aus, es seien Gerüchte im Umlauf, daß Wicking, Bayern und Reich, Reichs flagge und Rationalsozialisten am 9. oder 15. Rov. selbständig losschlagen würden. Gegen diese vier Verbände wandte er sich mit seiner Wäi> nung. Hierauf sprach Lossow ausdrücklich davon, dah er jede Sache mitmache, die Aussicht auf Erfolg Habe. Er wolle nur keinen Kapp-Putsch mitmachen. S e i h e r spvach im allgemeinen davon, daß er treu hinter Kahr stünde und jeden Befehl von Kahr ausführen würde. Kriebel schilderte dann hie wetteren Details und kam auf die Rachricht zu sprechen, wonach das Oberland- Bataillon in der Kaserne festgehalten sei. Darauf I sei er zum Wehrkreiskommando gefahren, wo er auf Lossow und Seiher wartete. Er finde es als einen unerhörten Vorgang, dah einem Mann- wie Ludendorff gegenüber die drei Männer,' die sich durch Handschlag, Treue gelobt haben, nicht einmal den Mut gefunden haben, ihn von ihrer anderen Stellungnahme zu benachrichtigen, und er bewundere Ludendorff, der bis zum Schluß kein Wort der Anklage für die Männer gefunden habe und für den Wortbruch, der an ihm begangen worden sei. Er werde unter Beweis stellen, daß, als beim Wehrkreiskommando die falsche RQchrcht eintraf, Ludendorff sei erschossen worden, der Hauptmmm Riedel die unerhörte Re cherrmg getan hat: Das ist die beste Lösung. Der Angeklagte Kriebel verbreitet sich dann über' die Vorgänge am Vormittag des 9. Rovember. Es wurde uns klar, daß unsere Versuche. Einblick in die wirklichen Verhältnisse zu gewinnen, mißglückt waren. Mein Vorschlag, uns in die Gegend von Rosenheim zurückzuziehen, wurde abgelehnt Dagegen wurde der Vorschlag angenommen, selbst • in die Stadt zu marschieren, um uns über ine I Situation zu informieren Der Zug zur Residenz I erfolgte mit entlad euer Waffe und mit die Gesundung -er deutschen Arbeiterschaft wir zur Freiheit kommen können. Für diese Bewegung sei der preußische Militarismus daS Heil gewesen. Dann habe er Hitler kennengelernt. Er habe erkannt, daß hier etwas sittlich Hohes war, von dem Rettung kommen müsse, und so hatten Hitler und er sich gefunden. Hitler sei ihm treu geblieben, und er, Ludendorff, werde ihm die Treue halten. — Luden dorff kam dann auf die monarchistische Frage zu sprechen und betonte, er sei Monarchist. Die Dynastien wären aber für ihn nie Selbstzweck, sondern sie wären eben für das Volk da. Für ihn, Ludendorsf, war das Generalstaatskommissariat der erste Schritt einer, und zwar gewaltsamen Lösung der deutschen Frage. Er sah in Dr. von Kahr die Machtmittel des bayerischen Staates verkörpert. Für ihn war die Einrichtung dieses Genercll- staatskommissariats schon ein schwerer De r- fassungsbruch In der Abtrennung des bayerischen Teiles der Reichswehr sehe er ein weiteres Abgleiten auf der abschüssigen Bahn zur Lockerung des Reiches. Er habe zu L o s s o w volles Qtertranen gehabt Am 25. Oft. war Generaldirektor Minoux in München und entwickelte dort seine politischer und wirtschaftlichen Ansichten Am 2. Rovember fuhr ©elfter nach Berlin, darauf kam Admiral Scheer als Abgesandter des Reichskanzlers nach München. Er habe Scheer kein Hehl daraus gemacht, daß er für einen Druck in Richtung Berlin sei. Auch Scheer sei nicht richtig von Kahr und Lossow bedient worden. Er bat dann Herrn Scheubner, einen Herrn nach Berlin zu schicken, der unter anderem auch bei Herrn v. Gräfe vorspvschen sollte, er möchte bald zu Besprechungen mit Kahr nach München kommen. — Am 8. Rovember abends gegen 8V2 Ahr wurde er zuhause angerufen, im DürgsrbrnukeNer fei seine Anwesenheit dringend erwünscht. Auf seine Frage, worum es sich handele, habe et die Antwort erhalten, das würde ihm mitgeteilt werden. Im Bürgerbräu habe er zu Lossow gesagt, die Sache sei im Rollen und müsse jetzt vorwärts gebracht werden. Kahr meinte ihm gegenüber, er könne sich nicht entschließen, später habe er sich aber auf inständiges Bitten doch entschlossen. Während seiner Anwesenheit sei [ein Zwang auf die Herren ausgeübt worden. Lossow und Seisser haben Ludendorsf nicht zugeredet, dazu hätte kein Anlaß Vorgelegen. Ludem» dorff betonte hierbei, daß er sich in bayerische Staatsbelange nicht eingemischt habe und nicht einmischen wollte. Rach der Fahrt ins Wehrkreiskommando habe er den Eindruck gewonnen, daß Kahr und Seisser unfrei in ihren Entschlüssen seien. Ludendorsf betonte bann besonders, dah es ihn sehr schmerzlich berührt hätte, daß die Herren, nachdem sie einmal ihr Wort gebrochen hatten, ihm das ihm gegebene Wort nicht vorher zurückgenommen hatten. Sie haben unehrenhaft gehandelt und haben ihre Handlung Lügen gestraft. Beim Wegfahren auf dem Wehrkreiskommando habe et zu Böhm gesagt, er solle das Wehrkreiskommando weiter beseht halten. Er habe nicht daran gedacht, daß später so gehandelt werde. Das war eine Felonie, wie sie die deutsche Geschichte nicht aufzuweisen hätte. An eine Besetzung des Wehrkreiskommandos aus taktischen Gründen habe er nicht gedacht. Es sei für Ihn erst darauf angekommen, die völkische Bewegung zu retten. Dis gegen Mittag hätten die Rachrichten aus der Stadt günstig gelautet. Er habe, da die Lage ungeflärt war, einen Aufklärungszug durch die Stadt für das Würdigste gehalten, wobei jede Gewaltanwendung untersagt wurde. Schließlich schildert Ludendorsf den Zusammenstoß an -er Feldherrnhalle, und behauptet, dah bei der Feldherrnhalle Plötzlich Landespolizei erschien. Das Ganze sei ein M 0 rdanfall gewesen. Der Eindruck sei menschlich und militärisch schmählich gewesen. Luden- dorff schloß seine dreieirrhalbstündigen Ausführungen mit folgenden Feststellungen: Es war gelungen, die völkische Bewegung aus Treubruch Verrat und Mordanschlag zu retten. Durch Märthrerblut gestärkt erhielt sie neue Kraft. Das ist das von ihren Freunden nicht gewollte Ergebnis des 8. und 9. Rovember. aufgenommen werde, vor allem auch ob Deutschland Sih und Stimme im Dolkerbundsrat zuerkannt werde. Wenn auch der ganze hier erörterte Fragenkomplex aller Voraussicht nach kaum Aussicht hat, in Bälde akut werden, so ist es doch ersreullch, dah Deutschlairds Standpunkt nunmehr mit aller Klarheit bekanntgegeben wurde. Zweierlei Dinge vermissen wir tn der sonst so erschöpfenden Rede Stresemanns. Das eine ist die Schuldlüge, das anoere, aufs engste damit verknüpft, die R e v r s i 0 n des Versailler Vertrages. Den all- sonntäglichen Haßgesängen. mit denen Poinoars hinein das französische Volk und die gan$e Welt bis tief in den Herbst des vergangenen Zahres in seinem Geiste bearbeitete, ist von deutscher offizieller Seite nicht immer mit gleicher Ent- nt.52 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertag«, mit d. Samstagsbeilag«: B letzen er Fami Ke« b lütter 2 Goldmark n. 20 Gold- pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummer« infolge höherer Gewalt. Fernsnrech-Anschlüss«: für die Schrift leltnng 112; für Verlag nnb Geschäftsstelle M. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger »ietz«t. pestschecklonto: Krankfort a. M. 11WI. Jur Lage. Am Dienstag hat sich derReichstag noch einmal zu einer Sitzungsperiode zusammeirgefun- den Er scheint feine von den verschiedensten Seiten stark angezweifelte Daseinsberechtigung dadurch nachweisen zu wollen, daß er dem Kabinett Marx wenigstens nachträglich noch einen Knüppel zwischen die Beine werfen will. Man hat ihn in den Wochen seiner Vertagung wenig oder gar nicht vermißt. Das Kabinett Marx hat inzwischen vor allem auf dem Gebiet des Finanzwesens auf Grund des Ermächtigungsgesehes positive Ar- I beit geleistet, die mit der parlamentarischen Ge- sehgebungsmafchine in der diesmal vor allen Din» I gen notwendigen Geschwindigkeit niemals hätte geleistet werden Eönnen. Gewiß ist an den Rotverordnungen manches auszusetzen. Kein Mensch wird behaupten wollen, daß z. D. die Steuernotverordnung und vor allem die Regelung der 5>h- pothekenaufwertung die Lösung darstellt, scy-on darum nicht, weil hierfür unter den gegebenen Verhältnissen jeder Lösungsversuch zwangsläusig Stückwerk bleiben muß. Wenn nun aber die Parteien der Oppositton durch ihre Anträge auf Aen» berung oder gar Aufhebung der Rvtverordnungen das ganze Sanierungswerk der Regierung illuso- I risch machen wollen, so ist das ein parlamentari- I scher Unfug, der nicht scharf genug gegeißelt wer- ,den kann. Des Reichskanzlers Rede gipfelte mit vollem Recht in der kategorischen Forderung, die Stabilität unserer finanziellen und wirtschaftlichen Lage nicht zur Plattform des Kampfes ixu Parteien zu machen. „Wir müffen das Reich und das Leben der Ration retten. Das steht höher als Parteidoktrin und Wahltaktik". Sollte sich dieser fast schemenhaft gewordene Reichstag in seinen letzten Lebenszügen tatsächlich, wie es nach dem bisherigen Verlauf der Debatte fast den AnsckMN Haden könnte, in durchaus übertriebenem Selbsterhaltungstrieb zur Tat aufraffen und durch feine Beschlüsse die Arbeiten der Reichsregierung zu fatiotieren suchen, so ist der Kanzler entschlossen, zum Schutz der Rvtverordnungen vom Reichspräsidenten daS Ausiösungsdekret zu erbitten. Mit dieser Drohung hat man ja bisher vom Parlament manches erreichen können. Vielleicht gluckt es dem Kanzler mit diesem oft erprobten Mittel den Reichstag seiner einzigen noch verbleibenden Aufgabe zuzuführen, nämlich „in Schönheit zu Sterben'(. , , Die durch den bekannten Drieftvechfel zwischen dem Ches der HeeieSleitung als dem Inhaber der vollziehenden Gewalt und dem Reichspräsidenten bereits angekündigte Aufhebung des militärischen Ausnahmezustandes ist durch Erlaß deS Reichspräsidenten mit Wirkung vom heutigen Tage prompt erfolgt. Ob die ihn ersetzenden Bestimmungen „zur Abwehr von Bestrebungen auf eine gesetzwidrige Aenderung der verfassungsmäßigen Staatsform" genügen werden, Ordnung und Sicherheit in allen Teilen des Reiches aufrechtzuerhalten, das wird die Zukunft lehren müssen. Ramentlich in Sachsen und Thüringen scheint diese Ersetzung des militärischen durch den zivilen Ausnahmezustand solange etn gewagtes Experiment, als die dortigen Regierungen nicht über die Machtmittel verfügen, die Bevölkerung unbedingt vor kommunistischem Terror zu schützen. Erst vor wenig Tagen beschloß das Thüringische Staatsministerium in Der- । lin die Fortdauer des Belagerungszustandes, zumindest aber dte Beibehaltung von Truppen in Thüringen zu beantragen, llnb wenn der sächsische Ministerpräsident H e l d t tm Landtag erklärte, seine Regierung sei imstande und gewillt, Ruhe und Ordnung tn Sachsen aufrechtzuerhalten, so führten ihn die der Rede folgenden schmählichen Radauszenen — wertet man sie als Spiegelbild der tm Lande herrschenden Stimmung — kläglich ad absurdum. Die schweren Bedenken, die die Vertreter der Rechtsparteien gegen dte Aufhebung des Lbisnahmezustandes geltend gemacht haben, erscheinen mindestens für die besonders gefährdeten Reichsteile durchaus gerechffertigt. Deutschlands außenpolitische Lage legte der Außenminister Dr. Stresemann in einer alle Momente der deuffchen Außenpolittk sachlich erörternden Rede dem Reichstage, dem deutschen Volk und der ganzen Wett dar. Grade für diesen letzten Teil seines Publikums war die Rede gemünzt. Seinen Volksgenossen sagte Dr. ©trefe- mann wenig neues, aber der Welt da draußen kann es gar nicht oft genug wiederholt werden, daß sie und wir eine unlösbare wirtschaftliche Schicksalsgemeinschaft bilden. Daß diese Erkenntnis auch m gewissen französischen Kreisen Ern- gang findet, hat Stresemann mit Genugtuung gebucht. Freilich sind diese nicht das Frankreich Poincarös. Dah dies Frankreich keine wirtschaftliche Lösung des Reparationsproblerns — seiner Ratur nach auch nach den Feststellungen der Sachverständigen die einzig diskutable sondern die machtpolitische verlangt, das be° teetfen aufs neue die Behandlung der deutschen Pfalznote und der neuerliche Terror der Banden des Herrn de Metz in der Pfalz. Von besonderem Interesse waren Stresemanns Erwiderung auf die Aeuherungen Macdonalds zur Frage des Eintritts Deuffchlands in den Völkerbund. Wohl erklärte der Minister seine und der Reichsregierung Sympathie mit der dem Völkerbund zugrunde liegenden Idee der internationalen ©olibarität, ließ aber keinen Ludendorsfs Verteidigungsrede. Der vierte Verhandlungslag in München: Die Aussagen Kriebels und Ludendorffs. «Scharfe Anklagen gegen Kahr und Lossow. — Ludendorsfs nationales Programm Zweifel darüber, daß der Völkerbund in ferner gegenwärtigen Verfassung weit davon entfernt ist, diese Idee auch nur annähernd zu verwirklichen. Wenn Deutschland trotzdem eine etwaige Einladung zum Eintritt nicht rundweg ablehnend bescheiden werde, so mü|fe es doch seine Entschei- düng vvn der Lösung der Vorfrage abhängig schredenhett und glerchem entgegnet wor- machen, ob Deutschland mit den gleichen Rechten bein Sie schamlose Lüge von ^r Altemschuld tpie hie alliierten Großmächte m den Völkerbund Deutschlands am Knege rst eurer der Eckpfeller GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrmk m,- Verlag: vrW'sche Univerfilittr-Vuch- und Lleirrdruckerei TL Sange in Siehrn. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: SchnMohe 7. Um eine Desndi. des $ tot fc^en ft aat» ter Die französische Willkür- Herrschaft in Pirmasens. des Gläubigers mitgeteilt inerten sollten, als verspätet zurückgewiesen werten. Aehnliche Ver- etttbarungütT sind auch mit den übrigen am Ausgleichsverfahren beteiligten gegnerischen Staaten in Aussicht genommen (Italien, Griechenland. Siam, Haiti). Aus Stadt und Land. Gießen, den 1. März 1924. Die Grundsteuer. nuar von rechtsrheinischen nationalistischen Kreisen organisiert Worten seien. Die Separatisten Schwaab junior und Streh begleiten dir französische Gendarmerie bei ihren Verhaftungen. lieber berüchtigte Leute, die früher die teutfden Gefängnisse bevölkerten und während ter Separatistenherrschast mit Duldung ter De- satzungsbehörte sich alle Schandtaten ungestraft erlauben durften, bestimmen jetzt darüber, welche angesehenen Bürger von Pirmasens zu verhaften sind. In den letzten Tagen wurden verhaftet: Landrat Wagner, Bauoberinspöktor Riccel, Steuervberinspektor Eisemann, Oberinspektor Aic- cd. Sämtliche Verhafteten sind Leiter städtischer Bureaus, so daß, die Führung ter städtischen Verwaltung unmöglich geworden ist. Es scheint, daß die Franzosen eine neue Katastrophe provozieren wollen. Die Brüsseler Kabinettskrise. Paris, 1. März. (WTD.) Den Morgenblättern wird aus Brüssel berichtet, tefr die Möglichkeit bestehe, daß Senator van de Vyvere, ter ter flämisch-katholischen Gruppe angehört, die in ter Kammer gegen das französisch-belgische Wirtschaftsabkommen gestimmt hat, mit der Kabinettsbildung betraut werde. Gr werte ein liberal-katholisches Kabinett bilden, aber für die flämisch orientierte Gruppe seiner Partei den Dorrang verlangen. Aach dem »Scho oe Paris" werte Vyvere den Posten des Außen- ltchen Ausgleichsverfahrens in absehbarer Zeit zu ermöglichen, ist kürzlich mit Groß- britemnien, Frankreich und Belgien die Vereinbarung getroffen worden, daß Forderungen, die < Tödlicher llnglücksfall im Gießener Bahnhof. Heute vormittag gegen LV«-Uhr wurde auf dem hiesigen Bahnhof der Postschaffner Wllh. Schäfer aus Grohen-Duseck, ter beim Postamt Gießen tätig war, beim Ueber- fchreiten der Gleise von dem einfahrenden Hamburger l)-Zuge erfaßt, mit furchtbarer Wucht öur Seite geschleudert und dadurch auf der ©teile getötet. Der auf so tragische Weise ums ßebeni gekommene Mann war 43 Fahre alt, verheiratet und hinterläßt außer seiner Frau noch zwei Kinder. Er wurde ein Opfer seiner überaus großen Pflichttreue, die ihn veranlaßt hatte, noch unmittelbar vor dem Zuge über das Gleis zu laufen, da ter Zug ausnahmsweise auf einem anderen Gleis einfuhr. ** Oder hessischer Kun st verein. Die Ausstellung bleibt nur noch- morgen, Sonntag, und am Montag geöffnet. Don Dienstag an ist sie wegen teilweiser Aenderung für vier Tage geschlossen. Um dem Reichsausgleichsamt die Möglichkeit zu bieten, sämtliche deutschen, am Ausgleichsverfahren teilnehmenden Forderungen bis zum 30. April 1924 den gegnerischen Aemtern zuzu- Iciten, bat der Reichsminister für Wiederaufbau durch die Verordnung über die Anmeldung deutscher Forderungen beim Reichsausgleichsamt v)m 22. Dezember 1923 angeordnet, daß sämtliche ausgleichsfähigen Forderungen von den Beteiligten, soweit dies bisher n,ch nicht geschehen ist, nachträglich mit größter Beschleunigung, spätestens jedoch bis zum 31. März 192 4, beim Reichsausgleichsamt anzumelten sind. Dieser Aufforderung ist nur in verhältnismäßig geringem Umfange Folge geleistet worden, obwohl Grund zu ter Annahme besteht, daß ein erheblicher Teil ter deutschen Ausgleichsforderungen noch nicht angemeldet worden ist. Es bedarf ater keiner näheren Darlegung, daß die Anmeldung jeder als ausgleichsfähig in Betracht kommenden Forderung im dringendsten Allgemeininteresse liegt, well jede dieser Forderungen dazu beiträgt, das deutsche Detetsaldo im Ausgleichsverfahren, das nach dem Versailler Vertrag bar bezahlt werten muß, zu verringern. Die Anmeldung liegt ater auch im Interesse ter beteiligten Gläubiger selbst. Außerhalb des Ausgleichsverfahrens besteht für den Gläubiger keine Möglichkeit der Einziehung seiner Forderung. Ein Versuch einer direkten Einziehung beim Schuldner würde — abgesehen davon, daß er verboten und mit Gefängnis bis zu drei Fahren sowie mit Geldstrafe bis zu 100 000 Qllarf bedroht ist — keine Wirkung haben, well die nicht im Ausgleichsverfahren geregelten Forderungen von den beteiligten Regierungen der ehemals feindlichen Staaten beschlagnahmt sind und liqui- ! diert werden. Der deutsche Gläubiger hat für den j Fall der Liquidation der Forderungen einen An- I Die 5raOr uc» 'Termins für tec Auflösung deS Reichstages ist noch ungeklärt. Im Reichstag traten heute vormittag die Fraktionen des ZAttrums, der Deut schnall onalsn und der Demikraten zusammen, um sich mit ter Frage zu beschäftigen. Dem „Lvkalanzeiger" zufolge bestehen in den Kreisen der Deutschnationalen Volkspartei gegen den 4. Mai als Wahltermin Bedenken, weil an diesem Tage die preußischen Komnrunalwahlen stattsinten und die ZusammenfeMng mehrerer Wahlakte auf einen Tag erfahrungsgemäß zu Verwirrungen ju führen pflegt. Auch bei den ö v z i a ldemokraten sollen gegen den 4. Mai erhebliche Bedenken bestehen, weil ter sozialdemokratische Parteitag erst am 13. Mai stattfintet unö die Sozialdemikratte vor term Parteitag nicht gern wählen will. Die erforderliche Zweidrittelmehrheit für ten Initiativantrag teeDeutscheu Volkspartei, der tert 4. Mai als Wahltag vorsieht, ist daher sehr zweifelhaft. An eine Reichstagsauflösung durch die Reichsv^ierung glaubt man in parlamentarischen Krei.en im allgemeinen nicht. An die Reichswehr! Berlin, 29. Febr. (WTB.) Der Chef ter Heeresleitung, General von Seeckt, erläßt folgenden Befehl an die Reichswehr: Bei der Aufhebung des militärischen Ausnahmezustandes allen Angehörigen ter Reichswehr Dank und Anerkennung für ihre Pflichttreue und sachkundige und unermüdliche Tätigkeit auszusprechen, ist mir lebhaftes Bedürfnis. Wenn das Deutsche Reich diesen Winter überstanden hat, ohne auseinan- terzufallen, ohne sich im Bürgerkrieg zu verbluten und ohne im wirtschaftlichen und sozialen , Elend zu versinken, so verdankt es das dem selbstlosen Wirken seiner Wehrmacht. Die Wiederherstellung der ReichSautoritLt ist in einem Umfang geglückt, wie eS noch im Herbst vorigen Jahres für unmöglich gehalten wurde, und unser wirtschaftliches Leben hat sich allen schlimmen Voraussagungen entgegen in der durch die Reichswehr geschaffenen Atmosphäre der Disziplin durchschlagend gebessert. Diese Tatsache und die Sorge, die scharfe Waffe des militärischen Ausnahmezustandes nicht stumpf werten zu lassen, haben mich veranlaßt, bte Aufhebung des Mtenahmezustantes zu beantragen. Ich bin mir nicht im Unflaten darüber, daß die staatliche und wirtschaftliche Sanierung Deutschlands erst angebahnt ist und noch diel, sehr viel bis zur wirklichen Gesundung zu tun bleibt. Ich bin aber ter Ansicht, daß die Reichswehr dabei keine Alltagsarbeit leisten soll, sondern für außerordentliche Zeilen unb Aufgaben unverbraucht und aktionsfähig erhalten bleiben muß. Deshalb wird ter Reichswehr baö Herausnehmen aus der Politik und die ausschließliche Beschäftigung mit mllitärischen Aufgaben in der nächsten Zell besonders gut tun. Ich bitte die Herren Kommanteure, in diesem Sinne an ter Festigung der Truppe zu arbeiten, damit die Reichswehr das überparteiliche und nur dem Vaterland dienende scharfe Instrument bleibt, als das sie sich in ten letzten Monaten, glänzend bewährt hat. gez. v. Seeckt. Wiederzulassuug der verbotenen Parteien. Berlin, 1. März. (Priv.-Tel.) Der preußische Minister des Innern Severing hat eine Verfügung zu der Aufhebung des militärischen Ausnahmezustandes erlassen, in der es heißt: Durch das Außerkrafttreten der Anordnungen des Militärbefehlshabers ist auch das vom Chef der Heeresleitung ergangene Verbot der Kommunistischen Partei hinfällig geworden. Dagegen sind die vom Minister Severing schon vor Verhängung des Ausnahmezustandes verfügten Verbote der proletarischen Hundertschaften, des Reichsausschusses der deutschen Betriebsräte und des Zentralausschusses der Groh-Berliner Betriebsräte in Geltung geblieben. Das Verbot der Deutschvölkischen Freiheitspartei wird nur insoweit aufrecht erhalten, als es sich auf die als militärische Kampforganisationen zu betrachtenden deutschvölkischen Hundertschaften bezieht. dem ©efamtmictauftommen des Hauses < Durchgehende Züae nach erfolgen. Sn Sollen in denen um die,em 2Iu6er den 5ÜS& schon über ^orf-Siegblrg „ wird und eme noch Soin durchge,ührlen Schnelhügen nSSS urgb hr rch hohe Belastung dei «nzeinen OKie- von heute ab auch die Oe r, o n e n a ü aeton for« zustande fontmt. kann Einspruch beim Eiehen nach Köln über diese Streck durchführt MreteintgungSa m t erhüben werden das 6g sind dies Personen,ug l«2? ©teten ab II 23 bann for eia- angemessem Derteilung s°d> Ahr vormittags und Personenzug ISZZ Metzen'ab wirb Sn einer rmfe-er nächsten Dummern toen- 3,43 nachmittags. Pah. unb Zollkontrolle stndet den wir einen berufenen Sachverstantegen eut» ;n svnntf fhaft , rtnoct gehender über diese Anzelegenhell zu Worte k)m- * men lassen, dessen Ausführungen die ernsteste Beachtung verdienen. * Anmeldung von Forderungen im Ausglei sverfahren. fißir wollen nicht einen Rheinbund von Frankreichs ©naben, nicht einen Staat unter tem Einfluß marxistischer, jüdischer ober ultramontaner Gewalten, sondern ein Deutschland, das nur den Deutschen gehört. Die Hoffnungen wurden zunichte durch Treubruch von Offizieren des alten Heeres. Die Vernichtung ter völkischen Bewegung war auch ter Preis ter Aussöhnung zwischen Lossow und von Seeckt, zwischen München und Berlin. Möge 'Ne völkische Bewegung durch das Mär- threrblut des 9. Aovember so stark werten, daß sie das teuffche Volk fest zusammenschmietet, auf daß ein Reich entsteht, gefeit vor ten Gefahren, überspannten Föderalismus oder ter Separation. Auf die Frage des Vorsitzenden, tote sich Latendorfs die Durchsetzung dieser Bewegung vorgestellt habe, erwidert der General, diese Bewegung wäre, gestützt auf die vaterländischen Verbände im Aorten, zu einer so gewaltigen Kundgebung im Deutschen Reiche geworden, daß die Sache ohne jede Gewalttat verlaufen wäre. Die Sitzung tourte barm auf Samstag vertagt. Deutschlands Finanzlage. D e r l i n, 29. Febr. (Priv.^Tel.) In ter Fortsetzung ter politischen Aussprache erhält das Wort Abgeordneter W u l l e (deutschvölkisch): Die Weimarer Verfaffung ist restlos aufgehoben toDtten durch die Militärdiktatur und das Ermächtigungsgesetz. Es gibt nur eine Geldsackherrschaft, die unumschränkte Herrschaft des jüdischen Kapitals. Mit Parteiverboten Bann man Bewegungen nicht unterbrücten. Wir haben daraus ten größten Vorteil gezogen. Die Handhabung des militärischen Ausnahmezustandes hat bewiesen, daß man auch tem hervorragendsten Heerführer nicht die politische Leitung übertragen darf. Seine Fähigkeiten liegen auf anderem Gebiete. Die Sozialdemokraten haben ten Mittelstand restlos proletarisiert. (Lauter Widersprach bei ten Sozialdemokraten. Große Unruhe.) Die jüngsten Artikel Lloyd Georges beweisen, wie stark schon 1919 die Gegensätze zwischen ten Alliierten waren. Herr Hermann Müller hat bedingungslos den Versailler Schaird- vertvag unterschrieben und die Chancen für Deutschland nicht ausgenutzt. Die heutige Regierung führt die verhängnisvoll Erfüllungs- Politik ter früheren Regierungen fort. Wir wollen mit tem völkischen Gedanken ten Kampf führen gegen die Zinsknechtschaft. Es ist unerträglich, daß der sonst fo allmächtige Staat, wenn er Geld braucht, beim jüdischen Großbankier darum bitten muh Die Zukunft liegt nicht bei ten Lauen, frntern bei ten Fanatikern, die Kopf uni’ Kragen für die Freiheit des Vaterlandes riskieren. (Beifall.) Reichsfinanzminister Dr. Luther: Wenn wir dem Reichstag noch keinen en& gültigen Etat vorlegen können, so liegt es daran, daß uns die wichtigen Einnahmen auS dem Rhein - und Ruhrgebiet noch immer fehlen. So mußten wir zu ten Notverordnungen kommen. Die letzte Steuernotverordnung ist als em Monstrum bezeichnet worden. Die Regierung betrachtet sie als eine Notwendigkeit. Unter lebhafter Mitwirkung ter Fachleute, vor allem des Derbantes ter Banken und des DcmkiergewerbeS, ffi die Rentenmark zustantegekommen. Es hat sich gezeigt, wie unmöglich es gewesen wäre, unter ten Verhältnissen, wie sie sich mit ter Zett herausgebiltet haben, ein festes Verhältnis zwischen Rentenmark durch die Regierung ober Ge° fBegebung zu schaffen, bevor die Wirtschaft selbst ein solches Verhältnis geschaffen hatte. Wenn in der Weltöffentlichkeit an absoluten Zahlen gezeigt wird, daß reichere Lander ihre Burger steuerlich höher belasten als wir, so haben diese absoluten Zahlen keine Beweiskraft. Das Maß unserer Verarmung zeigt sich, durch einen Vergleich ter relativen Steuerhelastung 1913 und 1924. Der durchschnittliche Steuer bet rag vom Gesamteinkom- nyn war nach tem Haushallsplan 1913 10,9 Prozent, nach tem Haushaltsplan 1924 27,7 Prozent. 1913 betrug das jährliche steuerfreie Einkommen 556,80 Mk, 1924 nur 285 Mk. Fetzt brauchen wir vor allem dringend Goldkredite für unsere Wirtschaft. Mit ter endgültigen Stabilisierung unserer Währung würden wir natürlich auch noch nicht die guten Zeiten von 1913 wieder erreicht haben. Fetzt nötigt uns aber unsere Armut, eine Belastung bis über, das erträgliche Maß hinaus vorzunehmen, damit wir nicht kur» vor tem Ziel einer festen Währung wieder in Die Flut ter Inflation zurück- getoorfen werten. Die Lanbwirtschaft ist besonders schwer belastet Worten. Die Folge wird ein Rückgang des diesjährigen Ertrages sein. Die Desatzungskosten werden zum größten Teil an die Bevölkerung des besetzten Gebietes gezahlt. Wir bemühen uns um ihre Herabsetzung. Leiter ist uns die Genehmigung zur Erhebung ter Steuern ter zweiten Steuernotverordnung im besetzten Gebiet trotz bngenbfter Vorstellung bisher noch immer nrcht erteilt worden. (Hört! Hört!) Es sind sogar geradezu Verbote ergangen, die Steuern zu zahlen. Dann fehlen uns die Steuern unb Zölle aus tem besetzten Gebiet und durch die dort niedrig gehaltenen Tarife wird das Loch im Westen systematisch erweitert. Uns werten also die Einnahmen ans dem besetzten Gebiet entzogen und gleichzeitig die Ausgaben dafür, auch die Desatzungskosten auferlegt. Das ist ein Zustand, den kerne Wahrung der Welt auf die Dauer aushalten kann. (Lebhafte Zustimmung.) Angesichts des großen Ernstes ter Lage bedauere ich, daß von großen Parteien zur 6t1"nrXlT,,tT'' r',r-*rS~n i-, gegangen sind, die ausschließlich verneinen. Mit den Aenderungsanl^uge'.l ,e Regierung sehr eingehend beschäftigt. Sie muh aber an dem Gedanken ter sogenannten Mietsteuer festhalten. Der Personalabbau ist nur das Mittel zum Verwaltungsabbau. Dir 'barten Lasten, die wir ten Beamten auferlegen mußten, sind in einer Weise aufgenomm-e’n Worten, die uns zeigte, daß ter alte gute Beamtengeist noch vorhanden ist. Wir hoffen, wenn nicht unvorhergesehene Störungen eintreten, am 1. April mit einer Erhöhung der Gehälter und Renten Vorgehen zu können. Die Regierung hofft, für die weiteren Abbaumaßnahmen aud> noch bestimmte Formen zu finden, durch die Gewähr geleistet wird, daß politische und religiöse Gesichtspunkte nicht zum Mißbrauch her Maßnahmen führen Für die bisherigen Maßnahmen wird eine nachträgliche Revision kaum möglich sein. (Unruhe.) Die größten Schwierigkeiten werten amf? erst kommen, wenn wir uns tem Ente des Abbarkes nähern. Um halb 7 Uhr wird die Weiterberatuna , auf Mittwoch 3 Uhr vertagt. * j Bornotizen. — Ta ges kalen der für Samstag. Reue Aula ter Universität: 6 unb 8 Uhr Film- Vertrag „Die Besteigung des Mount Everest". — Ariillerieverein: hn Vereins lokal Monatsversammlung. — Reichsbund ter ZiviDienstberechllg- ten: 8l/2 Uhr in ter „Stadt Lich" Monatsver« sammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Im Rausche der Leidenschaft" unb „Dom Schatten zum Licht". — Palast-Lichtspiele: „Die Fechter von Ravenna" und „Mann über Bord". — Asto- ria-Lichtspiele. „Die Dcchesspirale". — Tageskalender für Sonntag Stadttheater, 31/? Uhr: „Katja, die Tänzerin, 7V? Uhr: „Menschikow und Katharina". — Wissenschaftlicher Flugsportverein. 11 Vs Uhr in ten Palast-Lichtspielen: Filmvortrag „Die Einführung in das motorlose Flugwesen". — Reue Aula der Universität, 6 unb 8 Uhr: Filmvortrag „Die Besteigung des Mount Everest". — Wartburgverein, 8 Uhr im Gemeindehaus, Kirchstraße 9: Hans- Sachs-Abend. — Lichtspielhäuser: Dasselbe Programm wie am Samstag. °Elchen Auftrag und wegen Verrats ** Fahrplanänderungen in Ober- mrlrtarrscher Geheimnisse zu zwei Fahren Ge° Hessen. Außer ten gestern schon berichteten fängnrs verurterlt. Froiteroaux hat auf Ver- Fahrplanänderungen treten am 3. März noch anlassung des französischen Genevallonsulats kom- folgende in Kraft: Pz 4252 Hungen — F riete .Tunistische Versammlungen besucht, um festzu- berg verkehrt ab Derstadt-Wohnbach früher, stellen, ob Unruhen geblaut feien unb ob Waffen Derstadt-Wohnbach ab 7 00 Friedberg an 7 36 verschoben würden. Weiter hat er im Freihafen vorm., Pz. 4267 (W) Ärle’bbera —Äunaen nach geforscht, dir angeblich -ms 2tuß. -Laubach Mrfejrt ^iekrg a6 5.17 kmö eingefufyrt werten sollten. | Hungen an 6.10 vorm, ab Hungen wie bisher. Pz. 4105 Vilbel Aord— Stockheim — Gebern toirb zwischen Heltenbergen-Wintecken und öttxf- betm später gelegt, Heltenbergen-Wintecken ab 2.13, Stockheim an 2.54 nachm., ab StockheiiN weiter (tote bisher. Pz. 4108? ©ebern — Stockheim—Di lbelN—Frankfurt (M.) Hbf. verkehrt zwischen Stockheim und Vilbel Aord In manchen Kreisen ter Bürgerschaft te- I später, Stockheim ab 2.07, Vilbel Nord an 3.25 stehen noch UMarheiten über die Frage ter Um- nachm., gb Vilbel wie bisher. Bei ten Zügen legung der Grundsteuer auf die Mie- 4181 (W.), 4187 (6.) und 4187 (W.) ter Strecfe ter. Nach den gesetzlichen Vorschriften hat der Nidda —Schotten fallen die Aufenthalte in Hausbesitzer gr undsählich das Recht, die Unter-Schmitten ab 7,01 vorm., 8.07 und 8.42 Grundsteuer auf die Mieter umzu- nachm. fort Der Pz. 518, Gießen ab 4.34, legen. Die Verteilung der Steuer hat nach Gelnhausen an 6.56 nachm. verkehrt mir Maßgabe des einzelnen Mietanteils an Werktags. Pirmasens, 29. Febr. (WTD.) In Bevölkerung herrscht grobe Erregung darüber, daß die von ter französischen Desahungsbehörte bisher verhafteten zahlreichen Pirmasenser Bürger im Gefängnis nicht wie Untersuchungsgefangene, sondern wie Verbrecher behandelt werden. Die Verhafteten müssen feit ungefähr 14 Tagen auf Ho lzpri tschen schlafen. Bei ten Verhören wurde anfangs immer wieder versucht, Beweise dafür zu erlangen, daß die Pirmasenser Ereignisse vom 12. und 13. 3a- minticvi-B iewsl übernehmen, während er teS Fi- i "Zu Den hessischen vchutresorm- nanzministerium dem wallonisch-katholischen Hu- Plänen. Man schreibt und: Die Schulreform^ tarb, jetzt Sachverständiger, übertragen werte. Pläne, mit welchen das Landesamt für das Bist Der König hat gestern auch Vandervelde dungswesen im Herbst 1923 die lwheren Schulen empfangen. Hessens überrascht hat, sind infolge des Wider- -- I standes, auf teil sie in ten beteiligten und fach- Kleine politische Nachrichten. Ärcife” Landes, ter Hochschulen, «TV ' . — '. f. I Lehrerkollegien und Fachverevrrgungen stießen. Die Sprtzenorganrsattonen ter B«rmtenschfft nachträglich in der Oeffentlichleit offiziös erläu- haben an 6te Parteien des Reichstages eine Ein- tert unb empfohlen Worten. Ein in diesem (Stirn gäbe gerichtet, tn ter eine Abänderung der allgemein orien.ierenter Aufsatz aus ter Feder Persvna la b b a u v e r v r dnu ng verlangt ß soweit Hessen mit Ausnahme tes besetzten Ge- anftaltet, wie aus dem heutigen Anzeigenteil er- bietes in Betracht kommt, die Zweigstelle tes sichtlich ist, am nächsten Mittwoch ihren ersten Ausgleichsamtes in Frankfurt a. M., ©teintoeg 9, diesjährigen Vortragsabend. BuchhändlerK leiß- zuständig. ner, Mitglied des hiesigen Cameraklubs, wird * sprechen über „Rothenburg ob ter Tauber" unb ** Von der Kirche. Psarrassistent seine Ausführungen durch zahlreiche von ihm selbst Schmidt von ter hiesigen Fohanneskircbe ist bzw. von Mitgliedern tes Klubs aufgenommene mit Wirkung von heute ab nach Offenbach herrliche Naturaufnahmen illustrieren. Die Mit- versetzt worden. Die hiesige zweite Psarvassisten- glieder ter in ter Vortrags-Vereinigung zasam- tenstelle kommt infolge tes allgemeinen Personal- I mengeschlossenen Vereine — Goethe-Bund, Kauf abbaues. ter auch auf die Kirche angewandt männischer Verein, Gewerbe-Verein — erhallen toirb, in Wegfall. weitgehendste Preisvergünstigungen, so daß auf *• Der Gaspreis und die Elektri- eine allseiiige 'Beteiligung aus diesen Mitglieder- zitätspreise sind mit Wirkung von heute ab kreisen zu rechnen sein dürfte. neu festgesetzt worden. In beiten Fällen ist ein — Di e Dürer - Aus stellung im Kunst» Preisabbau eingetreten. Näheres in den Bekannt- ! wissenschaftlichen Institut ist bis morgen, Sonntag, madjungen. 1 verlängert. (Siehe Anzeige.j 3n Hjjt fe* w l2Äs« gut«1 ” Dintß I" [in6ep. langet vsenE' «du ek QÜittel bell den K 6er 3^ und zu vohner su darum ™ Schtohgarle ÄochtoaM fern Ansm im Dehl k Mittel zur «wartet, fr spiegelder tendgesem Ankauf em dahier W titifffeitifr Feuerv Reinertrag der frep fügung ges r ®o feierte der würdiger' Set Hot l von einer Verein be1 grühung e gen, der i Verein ab die Zickunf QKeber-: (.)? feierte de Zvjähri Feier toll lend. - l jungen M Hut bring summen u sangver M • Au 29. Febr. terfaai, feltern, ei erste hark der jetzt \ Die warn oberste Ac die Äücht s Kle beste auße LI MW Prlsi für Jagd Sa' iStüi 15« Wan, Öen. Motu WWlkS MW WM hie Pfotereffe für Krankenvfleae bat (evtl. • f- meine Zigarren- die Ärtereffe für Krankenpflege hat (evtl. =! Prismenfeldstecher *««ss wenden an ■■■■■■■BSEHMBaeBia 1465D sucht für Jagd Schwester) für leichten Rachtdienst von staatlicher Klinik in Gießen gesucht. Schriftliche Angebote mit Gehaltsan- sprüchen unter 14086 an den Gieß. Anz. und Sport 1461h der eine regelrechte kaufmännische Lehre durchgemacht hat und in allen Fächern ausgebildet ist. Sicheres ^rechnen und Maschinenschreiben Bedingung. Selbstgeschriebene Angebote mit Zeugnisabschriften und Lebenslauf unter 017737 an den Gießener Anzeiger erbeten. Hochschulnachrichten. Ernennung zum Ehrendoktor. Don der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg t D. ist der Prof, der Nationalökonomie und ginon^tmrt- schaft ebenda Dr. rer. Pol. Robert Liefmann zum Ehrendoktor ernannt worden. Prof. Liefmann ist Verfasser einer Reihe von Arbeiten aus seinem Spezialgebiet: moderne wirtschaftliche Organisationsformen: Kartelle. Trusts usw., Bank- und Finanzierungswesen, ökonomische Theorie. Liefmann, ein geborener Hamburger, früher Privatdozent in Gießen wurde Ostern 1914 Extraordinarius und später ord. Honorarprofessor in Freiburg i. D. Vertreter gesucht! Wir haben für Gießen und Umgebung die Vertretung unseres Baiier's LuditN Malzksssce evtl, mit Kommistvnslager zu vergeben. Es wollen sich nur solche Herren melden, welche bei der ein- fchlägtgen Kundschaft nachweislich gut eingeführt sind. 14348» Gebrüder Bauer A. G. Eberstadt bei Darmstadt. Metzen-Kassel Wohnungstausch! Biete In Gießen: Schone 3-Zirnmer-Wohn. mit fömtl. Zubehör in freier Lage. Suche: Größere Wohnung in Kassel. Evtl. Umzugsvergütung sowie Abfindung. Schrift!. Ang. unt. 1446V a. d. Gieß.Anz. Wir haben für eine Anzahl Plätze unsere VERTRETUNG abzugeben und bitten Firmen oder Herren, die bei der Landkundschaft eingeführt sind, diese nachweisbar laufend bearbeiten und in der Lage sind, ein kleines Lager zu halten, sich unter ausführlichen Angaben zu Wer überläßt jungem Beamten-Ehevaar vorübergehend 2 bis 3 Zimmer (Möbel vorbandens gegen entsprechende Vergütung? Mitvervfleguna könnte übernommen werden. Schriftliche Angebote unter 1473D an den Gießener Anzeiger. Gesucht wird We M gelMle Stütze nicht unter 25 Jahren, welche kochen und flicken kann. 1429D Frau GeneraldirettorAephan Wetzlar, Wertherstratze 29. Schwarze Kleiderstoffe beste reinwollene Qualitäten außergewöhnlich preiswert Kruchten & Sachs:: Cassel J-abrik chemischer Erzeugnisse^ feige pta WmiM sticht zum Eintritt am L Avril neu und geh ancht atündig Gelegen heitakänfe Optiker Robert Geller, Gießen | Frankfurter Straße 19. BückiertNÄ. — Die Verfassung deS Deutschen Reiches vom 11. August 1919 hat der bekannte Heidelberger Staatsrechtslehrer, Geheimrat Gerhard Anschütz in Dtilkes Rechts- b i b l i o t hek in unveränderter Auslage erscheinen lassen. Das handliche Buch gibt neben einer ausgezeichneten Grnleitung über die Entsteh ungsgeschichte des neuen Reiches und seiner Verfassung den Wortlaut mit Kommentaren, die bet aller Kürze doch erschöpfend sind. Es wird für alle, die sich über das Grundgesetz unseres neuen Staatsrechts zu unterrichten wünschen, ein willkommener Führer sein. — Deutsche Dichtung der Gegenwart nennt der Freiburger Literarhistoriker Phllipp Witkop eine bet H. Ha es sei in Leipzig erschienene, das Bedeutsame, Bleibende herauslösende Literaturgeschichte, di« bei Gotthelf und Keller beginnt und zu unseren lebenden Dichtern, Rilke, George. Kaiser, Gott und^lnruh flhrt Dem Roman der deutschen Schweiz ist ein eigenes und mit besonderer Hingabe geschriebenes Kapitel gewidmet. Der Darstellung der neueren Dichtung gelingt es nicht immer, die großen Linien zu wahren, doch sind die ausgewählten Persönlichkeiten und ihr Schaffen in geistvoller Weise bei aller bewußt angewandten Kürze erschöpfend und interessant geschildert — Das große Destiariumder Literatur nennt Franz Blei eine bissige, aber schwungvoll und packend geschriebene Satire, die vor keinem unserer modernen Dichterkoryphäen Halt macht und mit der scharfen Sonde des stark satirischen Kritikers seziert Das bei Ernst Rowohlt, Berlin in ausgezeichneter Ausstattung erschienene Buch ist unterhaltsam und anregend. So oft Blei auch über das Ziel berech- fabrik gesucht. Derselbe mußbeiLand- kundschaft bestens eingcfiibrt sein. Schristl. Angebote mit Forderung unt. 017759 an den Gieß. Anzeiger erbeten. Hiesige Drogerie sucht zu Ostern einen jungen Monn mit höherer Schulbildung und aus guter 'Familie als MU Schristl. Angebote unter 1381D nn den Gieß. Anz. erbeten. Sohn achtbarer Eltern, der Ostern aus der Schule kommt, sucht Lehrlingsstelle auf hiesigem Bureau. Schriftliche Angebote unter 017755 an den Giekener Anzeiger. Vermischtes. Pferde mit 21 Pferdekrästen. Daß ein Pferd Kräfte von 21 P. S. entwickeln kann, ist die überraschende Tatsache, die kürzlich durch eine Reihe von Versuchen der amerikanischen Pferde-Gesellschaft erwiesen wurde. Es zeigte sich, daß ein Gespann guter Lastpferde ein Gewicht von 2000 engl. Pfund ziehen kann. Solche Leistungen sind freilich nicht auf gewöhnlichen Wegen möglich. Es müssen schon die günstigsten Bedingungen für eine derartige Leistung zu- sammenkommen. Andere Versuche zeigten, daß die gewöhnliche Ansicht, ein Pferd könne so viel ziehen, als das Dreifache seines eigenen Gewichtes beträgt, nicht zutreffe. Wan fand, daß ein Paar Pferde, von denen jedes 1600 engL Pfund wiegt, zusammen 3750 Pfund zog, also nur 550 Pfund mehr als ihr gemeinsames Gewicht Ein Elefant, der 12 000 Pfund wiegt, kann nur 8750 Pfund ziehen oder 3250 Pfund weniger als sein Gewicht Die Oberfläche, über die die Last gedrungen konnten. Doch läßt sich heute noch kern Lleberblick gewinnen über die Größe des Schadens. Kreis Friedberg. • Dad-Aa uheim, 29. Febr. Gestern verschied. hrvausgerissen aus bester Schaffenskraft in Dad-Äauheim Dr. iur. Heinz Krantz, der Hauptgeschäftsleiter des „Refvrmbundes der Gutshöfe" und dessen Schwesterorgnnisatron, der „Gutsreform e. G. m. b. H", der HÄmgang dieses erfahrenen und tatfrohen Mannes bedeutet einen schweren Verlust nicht nur für den Reformbund und die Gutsreform, sondern für die deutsche Landwirtschaft überhaupt. Hessen-Nassau. fpd. Frankfurt a. M., 29. Febr. 3n den letzten Tagen sind hier und in den Nachbarorten bedeutende Mengen gefälsch -- ter Zwischenscheine der Schatzanweisung des Deutschen Reiches, Buchstabe X. I., im Verkehr festgestellt worden. Diesmal handelt es sich um Stücke, die auf 84 Goldmark = 20 Dollar lauten, sowie um Stücke, mit den Buchstaben R Über 42 Goldmark = 10 Dollar. Die Falschscheine sind auf gewöhnlichem Papier gedruckt. Die Fa- sörstreifen sind durch rotbraune Striche nachgemacht worden. — Der 19jährige Elektrotechniker Wilhelm Weber verschaffte sich bei einer allein in der Wohnung anwesenden Frau unter dem Dvrgeben Eintritt er sei Kriminalkommissar Hader und müsse eine Durchsuchung vornehmen. Dabei bedrohte er die Frau mit dem Revolver. Durch einen hinzukommenden Bekannten der Frau wurde der Bursche Überführt und der Polizei übergeben. Anterwegs steckte er den Revolver dem 16jährigen Lehrling Kaspar R e i n h a r d t zu, der ebenfalls bei der „Amtshandlung" des „Kommissars" mitgeholfen hatte, aber auf dem Wege nach dem Revier entkommen konnte. Reinhardt wurde heute früh verhaftet. — Ein älterer Polizeibeamter, der zu Ende Februar wegen des Abbaus den Dienst quittieren muhte, e r s ch o h s i ch heute früh aus Sorge um seine fernere Zukunft. — Der Vorstand der Ortskrankenkasse hat auf Ansuchen des Konsumvereins diesem ein gröheresDarleheninGoldmark gewährt und fand dazu die Billigung des Verwaltungsrates, allerdings gegen die Stimmen der Arbeitgeber. Als darauf zwei der Arbeitgebervertreter, die Inhaber großer bekannter Lebensmittelgeschäfte sind, nun gleichfalls um ein D a r l e h e n nachsuchten mit der Begründung, daß sie dasselbe Recht wie der Konsumverein dazu hätten, lehnte dies die Ortskrankenkasse ab. Zigarren- FaMk sucht zu Ostern einen Lehrling aus nuter ftatnilie. Schristl. Angebote unter 017764 an den Gieß. Anzeiger erb. Einen tüchtigen AM Aogen wird, ist natürlich von größter Wichtig- eit. Ein Pferd kann auf Metallschienen 12/3mal oviel vorwärts bringen als auf einem guten Asphaltpflastec, fünfmal soviel als auf einem gewöhnlichen Steinpflaster und zwanzigmal soviel als auf einem schlechten Landwege. Für ein gewöhnliches Ackerpferi) gelten 15 Zentner als eine Last, die eS gut foribringen kann, zusammen mit dem Gewicht des Wagens, auf dem sich die Last befindet. Unter dem Sattel des Reiters und beim Ziehen leichter Gefährte entwickeln Pferde, die eine gute Zucht und ein gutes Training haben, erstaunliche Qelftungen an Stärke und Ausdauer. So zog z. B. im Jahre 1912 ein 12 Jahre alte» Pferd, baä einem Gutsbesitzer in Staffordshire gehörte, eine Equipage in 13 Stunden und 27 Minuten 160 Kilometer weit. Der Kutscher benutzte keine .Peitsche und lieh das Pferd den ganzen Tag mit schlaffem Zügel laufen. Das Pferd vollbrachte dieses stattliche Tagewerk in vorzüglicher Verfassung unt> zeigte nachher keine Spuren von Ermüdung. Amerikanische Pferde haben die englische Weile im Trab in 4 Sekunden weniger als 2 Minuten zu rückgelegt. 3 m Galopp hält wahrscheinlich den Rekord das englische Vollblut Mumtaz Mahal, das im vergangenen Jahre bei einem Rennen zu Rew Market in der Stunde 39 engl. Meilen, d. h. 621/« Kilometer zurücklegte. Vertreter oder Vermittler mit nachweislich guten Beziehungen zum Verkauf von tito-toSagem gesucht. Schriftliche Angebote unter 1432l) an den Gießener Anzeiger erbeten. tigter Kritik hinwegschießt, so manchesmal lernt- Glossen abstohen, wie Rörgeleien wirken, so oft auch wieder trifft er ben Raget auf den Kops und läßt darüber manches Peinliche vergessen. — Die „Schöne Literatu r", die von Will Vesper herausgegebene kritische Monatsschrift für zeitgenössisch« deutsche Dichtung (Cd Avenarius, Leipzig) hat es unternommen, all bai-, was in Zeitschriften an Aufsätzen über die Dichtung unserer Tage erscheint, in einer monatliche- Bibliographie genau nachzuweisen auf Grund der Reueingänge der Deutschen Bücherei zu Leipzig, der alle Reuerscheinungen in deutscher Sprach- lückenlos zugehen. Für den Literarhistoriker ist hiermit ein wissenschaftliches Hilfsmittel aller ersten Ranges geschaffen worden. ipera JS wird entstellt d. häßlich MIT MWÄ öM stoßend Beide übel WFWMMMMW8M.MWS werden sofort in voll- kommen unschädlicher Weise beseitigt durch die bewährt« Zahnpaste Chloro dont, wirksam unterstützt durch Chlorodont-Mundwasser. Überall zu haben. 38iifleret MM möglichst branchekundig, znm Verkauf land- wirtschastl. Maschinen u. Geräte für Oberhessen sofort gesucht. Scbr. Angeb. unt. 13870 a.d.G.Anz. Tüchtige MMs- ielWe an allen Plätzen zum Berkaus erstklass. Milch «Separatoren ge«. hohe Provision aefudit. Schriftliche Angeb. unter 017729 an den Gieß. An- zeiger erbeten. Zuverlässiges Mädchen tür Haus und Küche bet hoh.Lohn gesucht. Carl Dreeier, Krebs- mühle,Wetßkirchen am Taunus. 017722 Billige Seifen Große Stücke, 120 g Bade-Seife 1 Stück 35 3 Stück 1.- Große Stücke, 130 g 1,WD Familien-Seife 1 Stück 50 H, 3 Stück JC 1.20 Pflanzen-Kernseife das denkbar Beste, 1 gr. 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Fast alles fei gestört durch die gräßlichen Wirkungen des D e r- faUlet Diktats. 3n Beantwortung der Frage: .Beseitigung der Arbeitslosigkeit" streifte der Redner das ArbeitSzeitgeseh und das Ar- beitsjafr Bei den beiden letzten Themen fand er teils DeifalL teil« Ablehnung, je nach der politischen Richtung der Zuhörer, t Ettingshausen, 1. März. Sbadtmis- fümar R e b eling aus Frankfurt, der Bruder eines uirsereS Mitbürgers, freit in dieser Woche .Heber die letzten Dinge" biblische Vorträge, die sich eines guten Besuches, besonders auch aus der Umgebung, erfreuten. D Sich, 29. gebt. 3n der gestrigen Sitzung des GemeinderateS wurde der jetzige Zeitpunkt sirr die Bekämpfung der Sperlinge für geeignet gehalten und beschlossen, für jeden auf der Bürgermeisterei zur Ablieferung ge- langcnden Sperling eine Vergütung von 2 G)ld- vfenniger. auS städtischen Mitteln zu bezahlen. Gleichzeitig wurde eine weitere Vergiftung s- aktion für die zahlreich auftretenden Feldmäuse beschlossen unb die hierzu erforderlichen Mittel bewilligt. Auf Antrag wurde beschlossen, den Erwerb des Dorgartengeländes in der Bahnhofstraße in die Wege zu leiten und zu einer etwaigen Verbreiterung der Fahrbahn später Stellung zu nehmen. Mehrere Einwohner suchten in einer gemeinsamen Eingabe darum nach, die Wetterbrücke zwischen Schloßgarten und Eisenbahn zur Beseitigung der Hochwassergefahr füt Lich hoher zu legen. Diesem Ansinnen wurde nicht stattgegeben, vielmehr beschlossen, die bereits vor mehr als Jahresfrist geplante HerstellungeinerFlutfchleuse im Weht der Kolnhäusermühle, sofern genügend Mittel zur Verfügung stehen, voyunehmen. Man erwartet, daß durch diese Maßnahme der Wasserspiegel der Wetter unterhalb Lich ganz bedeutend gesenkt werden kamt. Don dem beabsichtigten Ankauf eines Turmes des Karl Ludwig Heller dahier wurde Abstand genommen. — Die Wohl- tättgkeitsveranstaltung der Freiwilligen Feuerwehr am 17. d. Mts. erbrachte einen Reinertrag von 250 Mk. Dieser Betrag wurde der freiw. Sanitätskolonne zur Verfügung gestellt. L Göbelnrod, 28. Feör. Am Sonntag feierte der Gesangverein Eintracht m würdiger Weise das Fest der Fahnenweihe. Der Rot der Zeit entsprechend, hatte der Verein von einer größeren Veranstaltung abgesehen. Der Verein besteht feit über 20 Jahren. Besondere Begrüßung erfuhr der Gründer, Lehrer Kost- Rödgen, der in heiterer und doch ernster Form dem Verein als Vater Ratschläge und Wünsche für die Zukunft gab. Auch der zeitige Dtrigent, Herr Meder- Reiskirchen wurde besonders geehrt. (.) BerSrod, 28. Febr. Am Sonntag feierte der hiesige Kriegerverein fein 30jähriges Stiftungsfest. Die Feier verlief in allen Dellen sehr zufriedenstellend. — Da sich nicht alle sangesfreudigen jungen Männer in unserem Orte unter einen Hut bringen lassen, traten einige derselben zu- ammen und gründeten einen neuen Ge- angverein, der den Aamen „Frisch auf“ ührt. * AuS dem oberen Dettertal, 29. Febr. Die strenge Kälte hat der Wintersaat, besonders den K)rn- und Samea- fetbern, er heb lich en Schaden zugefügt. Der erste harte Frost fiel auf die Aecker, ehe sie nrit bet jetzt fast fußhohen Schneedecke bedeckt waren. Die wärmere Mittagstemperatur hat dann die oberste Ackerschicht auf getaut und losgelöst, so daß die Rachtfroste bis an die zarten Pflcmzenwurzeln Tncht'ges, solide^ »iöSte das kochen kann, in kleinen Haushalt (2P rs.) per 15.3. 1924 gesucht. Neustadt 1, 017756 1. Ttvck. Wegen Erkrankung meines Mädchens suche ich zuverlässige Aushilfe ober Ersatz. [017714 Frau Geheimrat Krüger, Löberüraße 22. Zum 1. 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OrbentL Kirchenvisitation durch Herrn Geh Oberkonsiswrialrat Superintendent . Petersen. 9' ,: Pfr Mahr. 11: Kinderk. f. d. Matthäus- u Markus- gern. Pfr. Mahr. 3: Ehristenlehre f. Matthaus- u. Markusgem. 6: Pft. Becker. 8: Dibelbesprechung, Pft Adolph. Mittwoch, d. 5. März 6: 1. Passions- andachi, Psr. Becker. Johanneskiche. Kein Gottes- bienft — Im Lukassaal, (Liedigstr. 56). 91,: 9-fr. Bechtolsheimer. 11: KiNberk. für bie Lukasgem., Pfr. Bechtolsheimer. - Alte Friedhofskapelle. 9 / • Psarrass. Schmidt. — Kirchberg. 10. - Lollar. 1 /,. Staufenberg. 1'/,- — D3iefeck. 9 ’/t: 11 • Kinderk. Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, den 1. März. 57, u. 7 Deichte Sonntag, 2. März. 67, Beichte, 7 Messe, 8 Komm 9 Hochamt m.Pred., 11 Messe m.Pred., 51/, Christen!, u And.-Mittwoch, 5. März. 77, wird b. geweihte Asche ausgeteilt. — Freitag, 6'/, ist Fastenanbacht. Sind Sie erkältet? 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Kahr in 1 ^Prozeß mit hinein verwickelt würde, und ' ^t sich in seiner ersten großen R.) 1 Ammoniaksuperphosphat ist ein Mischdünger von schwefelsaurem Ammoniak und Superphosphat, entweder mit 5prvz. Stickstoff und OOproz. wasserlöslicher Phosphorsäure oder mit 9X9 Proz. Man taffe sich stets den Prozentgehalt garantieren. Heber Verwendung, Mischung usw. siehe Ammoniak imd Superphosphat (in Rr. 47 des „Gießener Anzeigers“. D. Red.). Knochenmehle enthalten Stickstoff und Phvs- vhcrsäure. Im aufgeschlossenen Knochenmehl wirkt Die Phosphorsäure wie im Superphvsphat wasier- löslich. In den anderen Knochenmehlen ist sie in schwerlöslicher Form enthalten. Man darf Knochenmehle wegen ihres Kalkgehaltes nicht mit Ammoniak und ammoniakhaltigen Düngern und nicht mit Superphosphat mischen. Man laste sich auch bei den Knochenmehlen stets den Prozent gehalt an aufnehmbaren Pflcm- zennähcstoffen garantieren. Die Düngung der einzelnen Kulturpflanzen. Düngerrezepte föirnen, wie eingangs schon erwähnt, nidjt gegeben werden. Halmfrüchte sind Sttckstvsszehver und sehr dankbar für Stickstoffgaben, jedoch ist Vorsicht wegen Lagergefahr geboten. Im Durchschnitt kann bei genügendem Phrosphovsäure- und Kaligehalt des Bodens bis zu V/2 Zentner Ammoniak oder anderer Stickstoffdünger, entspvecherü» dessen Pro- zentgehalt, gegeben werden, ca. 1—IVs Zentner Superphosphat oder 1—2 Zentner Thomasmehl und 1 Zentner 40prvz. Kalisalz per Morgen. Hackfrüchte stehen meift in Stalldang. Sie haben starkes Bedürfnis nach Sttckstoff und Kali, Rüben auch nach leichtlöslicher Phosphorsäure. Rüben sind dankbar für bis zu 3 Zentner Salpeter, 3—4 Zentner Kainit oder 1—l1/- Zentner 40proz. Kalisalz und 1—2 Zentner Superphosphat Per Morgen. Kartoffeln verwerten bis 2 Zentner Ammoniak per Morgen sehr gut, an Kali 1—P/2 Zentner 40prvz. Kalisalz. Man gebe kein salzsaures Ammoniak und kein Karnit zu Kartoffeln. Kartoffeln verwerten Ammoniak bester als Salpeter, Rüben umgekehrt. Hülsens rüchte und Futterpflanzen (Schmetterlingsblütler) können mit Hilfe ihrer Wurzelknöllchen (Bakterien) den freien Sttckstoff der Lust binden und verwerten. Sie sind in ihrer Jugend für eine geringe Sttckstoffdüngung (bis i/o Zentner Ammoniak per Morgen) dankbar. Weitere Stickstoffdüngung erübrigt sich da sie den Luftsttckstoff sich nutzbar machen. Ihr Phosphor- säuce-, Kali- und KalkbÄmrfnis ist dagegen sehr groß. Man gebe 2—4 Zentner Thomasmehl ober Rhenaniaphosphat oder 4—6 Zentner Kainit oder 1—IVo Zentner 40proz. Kalisalz. Wiesen benötigen in erster Linie Phosphorsäure und Kali. Wan gebe 2—4 Zentner Kainit und 1—3 Zentner Thomasmehl oder Rhe- naniaphosphat per Morgen. Auch bis 1 Zentner Kalkstickstoff oder schweselsaures Ammoniak per Morgen sind lohnend. Die hier angegebenen Düngermengen sind nur Durchschnittszahlen, um Anhaltspunkte zu geben. Jeder Landwirt prüfe seinen Acker selbst durch Heine Düngungsversuche, die ihm am besten Aufschluß über bas Rährbedürfnis feiner Böden geben. Bessere Verwertung des Strohes. Bei der Fütterung muß des Landwirts Richtschnur fein, alle Futtermittel möglichst hoch zu verwerten. And es läßt sich tatsächlich setost aus solchen Futtermttteln wie dem Stroh mehr heraus- hvlen, als mancher denken mag. Stroh ist bekanntlich reich cm Holzfaser, hat aber einen wenn auch geringen, so doch keineswegs zu unterschätzen- *) Devgl. Rr. 31, 41, 47. den Gehalt an Rährstosfen, besonders an Der* baulichem Eiweiß. Wenn nun in einer Wirtschaft wenig Heu vorhanden ist, dafür aber anderseits wasserreiche Futtermittel, wie Rüben, Blätter, ©rünfutter, reichlich zur Verfügung stehen, dann tritt Stroh so recht eigentlich zur trollen Geltung. Es bient in erster Änie als Füllmaterial bed werten Derdauungsapparates und sichert dis bessere Ausrmtzung des Grünfuttecs, das deshalb auch niemals allein, sondern stets unter Zusatz von einem Fünftel Stroh gegeben werben soll. Zugochsen unb Schafe kann man zur Rot im Winter allein mit Stroh, Rüben und Spreu durch den Winter bringen. Ramentlich wirb man das für die Pferde- und Rindviehstallung bestimmte Streustroh, besonders wenn es mit Unkräutern und Futterkräutern gut durchsetzt ist, erst von den Schafen durchfcefsen lassen und dann erst einstreuen. Bekannt ist auch das Uebergiefjen einer Melasselösung (ein Teil Melasse auf vier bis fünf Teile Wasser) auf Stroh, um dadurch größere Strohmengen, selbst wenn sie nicht mehr ganz einwandfrei find, den Tieren beiz bringen. Da Melasselösungen rasch vergären, muffen sie immer erst unmittelbar vor der Fütterung hec- gestellt und verwendet werben. Tie verschiedenen Stcofrnrten haben bekanntlich unterschiedlichen Futterwert: am höchsten steht Hülsenfruchtstroh, bannt folgt (besonders für Milchvieh) Gerstenstroh, bann Haferstroh unb zuletzt bas Stroh von unserem Wintergetreide. Alles selbstverständlich unter der Voraussetzung einer gleich guten Ernte. Auch beim Strohhalm bestehen Rährstoffunter- schiede, die Aehrenhälfte ist nährstoffreicher als die Stoppelhälfte. Man wird deshalb das Winterhalmstroh, das ja vorwiegend ein gestreut wirb, mit dem Strohschneider halbieren, die Aehrenhälfte verfüttern, die Stoppelhälfte einstreuen. Mit dem Schneiden des Streuftrohs sind auch noch wettere Vorteile verbunden, indem es sich nach jeder Richtung hm leichter hantieren und unterpflügen läßt. Ob man bas Futterstrich Häckseln soll oder ittcht, ist eine viel umstrittene Fva«. Häcksel verursacht mehr Arbeit, wirb aber nicht immer besser als Langstroh ausgenutzt. Schneidet Sie dürfen es nicht als Ihr Geheimnis betrachten, baß Sie Ihre Kleider, Blusen, Gardinen usw. nur mit den weltberühmten echten Hettmann's Farben, Marke Fuchskopf im Stern, selbst färben, sondern Sie müssen es auch Ihren Freundinnen und Bekannten erzählen. Heitmann's Farbe spart den Färber. (ZdelstcrpeuischcrlBcinbranb Scharlachberg Hkifterbranb ■ y-. - - ■__________________2______ Weinbrennerei Scharlachberg A..G. Bingen a. Rh. Vertr.: ®cbr. gullmann, Bietzen, Bahnhofstr. 65 [e8c -Tabletten hervorragend bewährt bei [846ss Sicht, Nervenschmerzen, Rheuma, hexenschuh, Zzchios, Ropsschmerzen. Die große Beliebtheit des Togal beruht auf den vielen ausgezeichneten Erfolgen, die zahlreiche Aerzte und Kliniken damit erzielten. Togal scheidet stark die Harnsäure aus, geht also direkt zur Wurzel des Hebels. Die Wirkung tritt unmittelbar ein, die Schmerzen werden behoben und auch Schlaflosigkeit wird erfolgreich mit Togal bekämpft. In allen Apotheken. 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Ganz runde dünne Stangen sind immer verwerflich, denn auf solchen haben die Tiere keine Ruhe: sie müssen sich stets krampfhaft festhalten, um nicht herunter- zufallen, wodurch sehr leicht die Zehen verkrümmen. Die schweren Rassen fliegen schlecht, darum achte man darauf, daß die Sihgelegen^it nur 40 bis 50 Zentimeter vom Boden entfernt ist. Bei Italienern usw. können die Stangen einen Meter und mehr hoch sein. Total verkehrt aber ist es, wenn die Sihstangen in verschiedener Höhe angebracht sind, dann entsteht abends ein Kampf um die höchsten Sitzplätze. Die Entfernung von der Stalldecke soll auch mindestens 60 bis 100 Zentimeter betragen. Viele unheilbare Schäden, wie Verkrümmungen des Brustbeines, Futzverletzungen entstehen dadurch, dab die Tiere im jugendlichen Alter von hochangeboachten Sitzstangen herunterfltegen müssen. Ss ist an und für sich nicht ratsam, dah Jungtiere auf Stangen schlafen, wenn schon, dann sollte aber mindesten» für das richtige und praktische Anbrtngen der Stangen gesorgt werden. Stets muh darauf geachtet werden, dah sich alle Sstzstangen leicht fortnehmen lassen, damit sie gründlich gereinigt werden können. Dor allem aber sollen die Stangen weit genug von den Wänden entfernt sein und weit genug voneinander. — Das Vorkeimen der Puffbohnen. In den Kreisen der Gartenbauer wird das Vorkeimen der Puffbohnen nicht selten als eine Arbeit betrachtet, die sich nicht lohne: der auf- gewandten Mühe entspreche nicht der Erfolg, so wird behauptet. Dem ist jedoch nickt so, weshalb man auch das Borkeimen überall dort empfehlen soll, wo die Verhältnisse es erlauben, und zwar) aus folgenden Gründen: Vorgekeimte Puffbohnen haben gegenüber den nicht vorgekeimten einen Vorsprung in der Reife von 2 bis 3 Wochen. Ferner werden vorgekeimte Bohnen weniger oder gar nicht von den Blattläusen heimgesucht, eine Tatsache, die sich aus der Frühreife von selbst erklärt. Endlich — und das ist wobl der Hauptgrund — entwickeln vorgekeimte Puffbohreen 2 bis 3, manchmal sogar 4 Stengel, die von unten bis oben mit Hülsen behangen sind, mit anderen Worten: man erzielt einen bedeutend höheren Ertrag. Direkt ins freie Land gelegte Puffbohnen zeigen durchweg nur einen, selteiier 2 Stengel, die hoch schiehen und in ihrem unteren Drittel gewöhnlich nur Blätter entwickeln. Je später man der .WitterirngsvevhälvrNfe Halver Sie Bohnen legen tarn, um so mehr wird man diese Erscheinung beobachten können. Rur dann würde man von einem Dorkeimen Abstand nehmen tonnen, wenn im Verlaufe deS Februars die Witterung anb der Boden ein Legen der Bohnen ins freie Land erlaubten und der März keine stärkeren Froste bringt. Gewih haben wir derartige Vorfrühling« schon gehabt: auf diese sich aber verlassen, hieve doch etwas zu sorglos fein. Zum Vorkeimen selbst sei noch bemerkt, dah für rechtzeitige Abhärtung der Puffbohnenpslänzchen Sorge zu tragen ist, weil hiervon der Erfolg zum größten Teile abhängt. Kunst und Wissenschaft. Kongreß für Innere Medizin. Der 36. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin findet vom 22. bis 25. April tn Kissingen unter dem Vorsitze des Geh. Rat Prof. Dr. M. Matthes (Königsberg) statt. Als Hauptverhandlungsthemen sind gewählt: 1. Mineralstoffwechsel und Ioreere- 1 h e r a p i e. Referenten: Straub (G reifswald), Freudenberg (Marburg). Wiech-owski (Prag). 2. Die nervösen Grkrankungen des Magens. Referenten: v. Bergmann (Soanffurt a.Onj, Magnus (Utrecht). 3. Die bisherigen Erfahrungen des Insulins. Referent Geh. Rat Minkowski (Breslau). Im Anschluß an den Kongreß für Innere Medizin findet ebenfalls in Kissingen die Tagung für Der- oauungs- und Stofs Wechselkrankheiten unter dem Vorsitz des Pros. v. '.Bergmann (Frankfurt a. M.) statt. Die Referate sind: 1. Die Erkrankungen des Pankreas vom Standpunkte des Pathologen, Chirurgen und Klinikers. Pros. (Seelen (^rlin-Westend), Prof. Guleke (Jena), Prof. Katsch (Frankfurt a. M.). 2. S i e Zen tral- regulrerung des Stoffwechsels. Professor Drugsch (Berlin). 3. Erkrankungen nach Magenoperativnen. Prof. v. Haderer (Innsbruck), Prof. Zweig (Wien). Fortlaufend Eingang der Frühjahrs - Neuheiten. Jackenkleider und Mantel Seidene u. wollene Kleider I Blusen, KoslUm - Röcke Morgenröcke, Unierröcke Magener ^Schlöte! Frankfurt ä.Mdin OoetbeftraOe 9 n.1l MWröesWiW.Wn. Sin Roman aus dem 21. Jahrhundert von Hans Dominik. 35. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Er rief sich die Vorschrift Ifenbrandts tnS Gedächtnis. Dann griff er Im die Dvusttasche. Ein kurzer Ruck, und der Pfropfen war entfernt In weitem Bogen fbg die Tube in das Wasser. Wellington F)? sah sie versinken und spurlos verschwinden. Einen Augenblick zögerte er. Dann wandte er sich um und ginn mit schnellen Dchrttten der Stadt zu. Der plötzliche Kniefall vor einer halben Stunde tü-trftc noch nach und lieh ihm Vorsicht geb>ten erscheinen. Mochte Georg Ifen- brandt du für die Bewohner Pekings zusamrnen- gebraut haben, was er wollte, es war iedenfallL nicht angebracht, dah irgend jemand hier Wellington F)x bei der Ausführung dieies 7Iuf trage? beobachtete und in Zu|ammenhang damit brachte Er gelangte in die Stadt zurück. In einer Teestube, gegenüber dem Hotel, in dem Collin Cameron abgefliegcn war, irahm er an einem Fenster Platz. Der, auf dessen Kommen er hier lauerte, such iirdessm tm Paläste treS Regenten dem Schanti gegenüber. „Das Wunder, das an dem Sohn des Himmels geschah, toar unfaßbar grob . . . so grost. dah es niemand glauben kann, ter es nicht gesehen hat, wie be erleuchtete Weisheit in die alte Kotserstadt ei nzog." .Sie sahen den Steifer?“ .Rein, Hoheit. Ich wartete hier tm Palast." Ein leichtes, kaum merkbares Lächeln glitt während der Antwort über Goll in CamevonS Zuge. „Ser Kaiser lebt! Weh dem, der ... der . . feine Hand würde ihn furchtbar treffen. . ." Die Worte, scheinbar so leicht und beziehungslos hingesprochen, liehen Eollin Cameron tnner- lich erbeben. „Die Welt wird erzittern, wenn des Kaisers CZiame wieder ertönt. Europa. . . dieses altersschwache Land wird seinen Flug nach Osten hemmen. Gelähmt werden seine Flügel herabhängen, wenn ihm der Rame der erleuchteten Weisheit in die Ohren dringt, llnfere Feinoe werden erbeben. .Unfere Freunde tn den Vereinigten Staaten werden frohlocken . . . Zusammen mit den Söhnen des Himmlischen Reiches . . ." Collin Cameron hatte immer lauter und schneller gesprochen, um den Eindruck seiner unvorsichtigen Worte zu übertönen und zu verwischen. Die Stimme des Schanti unterbrach ihn. „Sie werden noch heute nach den Vereinigten Staaten fahren!" Die Züge Collin Camerons blieben unbewegt, trotzdem ihm der Auftrag höchst unerwünscht kam „SS ist der Wille unseres Herrn, dem die Götter so wunderbar die Gesundheit wiedergeschenkt haben. Am 6. Juli, das heistt am dem Tage nach der Wahl Josua Bordens, sollen die Plane der höchsten Weisheit zur Ausführung ronrmen." Soll in Cameron sah bet Regenten erstaunt an. Wagte dann die Erwiderung: „Und wenn die Wahl nicht arm 5. Juli stattfi-ndet?" „Auch baren!" Mit einem Ruck war Evllin Samersn auf- gestanden. „Auch dann?" Der Regent nickte stumm. „Ich verstehe nicht, Eure Hoheit. . . Die Wahl Josua Bordens . . „ . . . Braucht nicht am 5. stattzufinben. Der 6. Juli ist der Tag . . ." „Ich verstehe nicht, Hoheit." „Die Wahl soll am fünften stattfinden. Es wäre gut, trenn es geschähe. Doch es könnte sein, dah die Wahl verschok«n wird . . . Das Geheimnis scheint nicht gut gewahrt worden zu sein ... Es wäre möglich, dah man einen Strich durch alle Pläne macht, indem man die Gouverneurswahl verschiebt. Sin solcher Aufschub . . . und ginge es mir um wenige Wochen . . . würde die Absichten des groben Herrn stören. Ihre Aufgabe ist eS, dahin zu wirken, dah die schwarze Bewegung unter allen Umständen am sechsten losbricht!" „Hoheit! . . . Die schwarzen Führer dahin zu bringen, ist unmöglich!" „Dann ist es Ihre Aufgabe, die Bewegung auch ohne die Führer zum Ausbruch zu bringen. Das „Wie" ist Ihre Sache. Ihre Dollmachtrn ft tb unbegrenzt. Mittel aller Art stehen in jeder Menge zur Verfügung." Der Regent hatte geendet. Collin Cameron starrte stumm vor sich hin. Der Schanti sprach weiter: „Sie werden die Ausgabe annehmen . .. und vollbringen!" Roch immer schwieg Collin Cameron. Erst nach einer geraumen Weile erhob er sich. Sein Gesicht verriet die Bewegung, die in ihm arbeitete. „Der schwerste Auftrag, den mir Guve Hoheit je gegeben. Ich übernehme ihre." Sie fliegen mit dem Postschiff." Collin Camevon verlieh den Raum. Im Vorzimmer fiel ihm das verstörte Gesicht eines Ad- jutanten auf, der sich sofort dem Zimmer deS Regenten näherte. Als Collin Garner)n den Palast verlieh, sah er die blühenden Gärten unter einer leichten Schneedecke liegen und unaufhörlich schwere Flocken niedergehen. Einen Augenblick zögerte sein Fuh. Schnee . . . In dieser Jahreszeit . . . Ire solcher Menge? Die Gedanken an seine Reise... an feine schwere Aufgabe liehen ihn das Auhergewvhnliche nicht voll empfinden. Regungslos, so wie ihn Collin Cameron ver- lassen hatte, sah der Regent. Seine Hand tastete nach einem Globus und lieh ihn mechanisch rotieren. „ . . . Um die ganze Welt spinnen sich, meine Fäden zu einem Reh. . . stark. . . unzerveih- lich . . . der 6. Juli . . ." Seine Hände legten sich ineinander. Die Finger der Rechten griffen nach dem Ringe des Dschingis-Khcm und zogen ihn von der Linken. Wie von selbst glitt der Ring auf die Rechte Wie im Spiel wiederholte der Schantt das Hin» und Herschieben des Ringes. Ein Klopfen an der Tür lieh ihn aufschvscken Hastig schob er den Ring auf die Linke zurück. „Was ist?" Sein persönlicher Adjutant stand vor ihm. Dessen Gesicht war verstört, feine Augen blickten irre. Roch einmal rief der Schanti: „Was ist?!" „ES ist Winter geworden, Hohett!" .Es ist Winter geworden? . . . Willst du mich narren?“ (Fortsetzung folgt.) Vie Dualen eines Nervösen. Ein nervöser Mensch ist ein unglücklicher Mensch. Kleine Widerwärtigkeiten können chn zur Verzweiflung bringen, die kleinste Aufregung kann ihm tagelang Kopfschmerzen oder UebeLkeit verursachen, ihn ärgert die Fliege an der Wand, und er Ärgert sich wiederum darüber, dah er sich so ärgert. Rervenleiden sind zumeist Gehirnleiden — ünd Geisteskrankheit, unbewahte Handlungen, Rückenmarkslähmungen usw. sind nut besonders schwere Folgen derselben. In leichteren Fällen äuhert sich Rervosität durch: Kopfschmerzen, Glieberreihen, Zur- kungen, Rückenschmerzen, Gesichts- schm erzen, Schmerzen in Hals, Armen und Gelenken, Augenflimmern, Blut- wallungen, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, schwere oder schreckliche Träume, Beklemmungen, Schwindelanfälle, Angstgefühle, übermäßige Empfindlichkeit gegen Geräusche, Reizba feit, besonders früh nach dem Auf- stehen, Unruhe, Launenhaftigkeit, Versagen de- Gedächtnisses, gelbe Hautflecke, Klopfen in den Adern, Gefühl von Taubheit in den Gliedern, Zittern der Hände und Kniee bei Erregungen, blaue Ringe um die Augen, Ohrensausen, sonderbare Gelüste und Abneigungen, Schreckhaftig- teit. Viele weniger auffällige ®rfdfeltutngen treten einzeln oder zusammen auf und stnd Anzeichen dafür, dah Die Rerven angegriffen find. Zeigen sie sich so sollte unbedingt sofort etwas geschehen. Man muh den erschöpften Rerven diejenigen Stoffe zuführen, die sie bei der übermäßigen Anstrengung verbraucht haben. Diese Stoffe bestehen aus organischen Phosphorsaure- berbmbungen, und es ist der Wissenschaft gelungen, sie auS orgamschen Substanzen in sehr starrer Konzentration zu gewinnen. In zweck- mähiger Zusammensetzung enthält sie daS bekannte, sehr empfohlene Dr. med. Robert Hahns „Rervisan". Hören Sie, wie es' beurteilt wird: Ich bin sehr Aufrieben, fühle mich jetzt viel Wohler, hauptsächlich bet Schlaf ist viel besser geworden, ich schlafe jetzt fast jede Rächt ununterbrochen durch, was erst nicht der Kall war...... Bruder Justiz w a ch t m e i ft c r. ...... dah ich mit Ihrem „Rervisan" sehr zufrieden bin, ich bin mein Nervenleiden Gott sei Dan? los, wofür ich Ihnen sehr dankbar bin..... Ich habe es schon vielen empfohlen und werde eS auch «weiter tun. Val. Göring...... zu meiner Befriedigung kann ich Ihnen die freudige Mitteilung machen, dah ich mich wieder Wohl und gesund fühle und wieder ein ganz anderer Mensch bin. Werde mich bemühen, Ihr „Rervisan" überall zu empfehlen, danke Ihnen nochmals nachträglich. Fr. Fuchs.....und viele andere mehr. Wenn man sich unter Berufung auf diese Zeitungan Dr. med. Robert Hahn & Co., G. m. b. H., Magdeburg D 264 wendet, so erhält man vollständig kostenlos und portofrei eine Probeschachtel dieser nervenstärferrden Pastillen zu- gesandt, außerdem auch noch ein Buch, in welchem die Ursachen und die Heilung der Rervenleiden klar und verständlich geschildert sind. Gin Mtttel, welche- von jedem aufs günstigste beurteilt wird, sollte man mindestens versuchen, besonders wenn dieser Versuch nichts kostet. Z14sL NutzholzsubmlMon. Aus den Waldungen der Gemeinde Albach soll folgendes Holz auf dem Sub- misfsonsweg verkauft werden: Gichenstämme 4. Kl. 4 Stck. — 3,36 Fsttn. 5. „ 2 „ = 1,02 „ Fichtenstamme 3. „ 3 „ = 3.31 „ 5b„ 54 „ —12,83 „ DaS Holz ist mit Rinde gemessen. Der Kaufpreis ist per Festmeter nach Gold- mark anzugeben. Die Gebote stnd nach nach Klaffen und Sortimenten getrennt zu hallen und müffen bis zum 4. März 1924, nachmittags 2 Ahr, verschlossen auf der unterzeichneten Bürgermeisterei eingereicht sein, wo in Gegenwart der erschienenen Bieter die Oeffnung statt» strebet. Die Bedingungen werden vor der Oeffnung bekanntgegeben. 1343D Albsch, den 25. Februar 1924. Hessische Bürgermeisterei Albach. Arnold. Die staatliche Oberforsterei Neustadt, Kreis Kirchhain, an der Main-Weser-Dahn, verkauft am Freitag, dem 7. März b. I., von vormlltags ' ,9 Uhr ab, in der Hast- wirtschaft von Ludw vom Schloß in Neustadt öffentlich meistbietend etwa: Eichen: 400 Nm. Scheite und Knüppel, 1000 Rm. Reisig 3. Kl. Buchen: 700 Rm. Scheite und Knüppel, 2500 Rm. Reisig 3. Kl Birken: 50 Rm. Scheite und Knüppel, 20 Rm. Reisig 3. Kl. Nadelholz: 150 Rm. Scheite und Knüppel, 380 Rm. Reisig 3. Kl. [1444D Behördliche Anzeigen! Bekanntmachung. Nach dem Gesetz vom 21. Januar 1924 über eine außerordentliche Steuer vom Gewerbebetrieb ist von dem Steuerwert des gewerblichen Anlage- und Betriebskapitals (mit Ausnahme des land- und forftroirt» schaftlichen), der nach Artikel 1 des Finanzgesetzes für das Rechnungsjahr 1923 der Gewerbesteuer unterliegt, eine einmalige auherordentliche Staatssteuer zu enttich- ten. Die auherordentliche Steuer beträgt von je 100 Mk. Steuerwerk 3 töoldpfen- nig. Die Steuer wird nicht erhoben, wenn der Steuerwert des Anlage- und Betriebs- Kapitals den Bettag von 10000 Mark nicht erreicht. Für die Umrechnung dieser Goldschuld in Papiermark gilt der für den Tag der Zahlung jeweils bekanntgemachte Goldumrechnungssatz für Reichssteuern. Beispiel: Der Steuerwert sei 40000 Mk.; die Steuer bettägt 12 Goldmark oder z. It. 12 Billionen Papiermark. Steuerbescheide werden nicht ausgefertigt, jedoch sollen den Pflichtigen kurze Benachrichtigungen zugehen. Zählung ist ohne weitere Aufforderung spätestens am 5. März 1924 an die zuständige Finanzkasse oder Untererhebestelle zu leisten, auch dann, wenn die erwähnte Benachrich- tigung einem Steuerpflichtigen nicht zugegangen sein sollte. 3m Falle des Zahlungsverzugs muh die Beitreibung eingeleitet werden, auherdem sind Zuschläge in Höhe von 5 v. H. des Rückstandes für jeden auf den Zeitpunkt der Fälligkeit folgenden an- gefangenen halben Monat zu enttichten. Da Steuerwert und Steuerpflicht fest- stehen, so sind Rechtsmittel dagegen nicht gegeben. Einwendungen gegen die Berech- nung der Steuer sind an das zuständige Finanzamt zu richten. 12536 Darmstadt, den 18. Februar 1924. Hessisches Ministerium der Finanzen. Henrich. Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein and preiswert die ßrühi’sche Univ.-Druckerei, R. Lange. Bekanntmachung. Adfallholzversteigerung. Montag, den 3. Marz nachmittags 2 Uhr werden 44 Haufen Abfallholz (Reisig und Knüppel) am Fürstenbrunnen und am Lagerplatz an der Rodheimersttatze öffentlich meistbietend versteigert. Die Zusammenkunft findet um 2 Uhr bei dem städtischen Haus Marburger Straße Nr. 66 Ecke Wiesecker Weg statt. 14286 Gießen, den 25 Febiuar 1924. Der Oberbürgermeister. 3. D.: Dr. Rosenberg. Nutzholz- BersteiHerung. Mittwoch, den 5. März ds. 3s., vormittags 9 Uhr beginnend, werden in der Turnhalle dahier aus den Distrikten Lichterstein, Zahlenberg, Winkelseck, Auerberg, Iinkelbach, Struth, Heidberg und verschiedene versteigert: Schnittholz: Eiche gern. 4. RL 18 — 7,31 Fstm., Bauholz: Eiche 5. Kl. 27 --- 11,48 Fstm., 6. Kl. (Wagnerholz) 46 = 15,17 Fstm., Schnittholz: Luche 3. Kl. 3 ----- 2,93 Fstm., Stammholz: Buche 2. Kl. 4 ----- 3,35 Fstm., Stamme: Hainbuche 6. Kl. 3 = 0,60 Fstm., Birke 4. Kl. 1 — 0,60 Fstm., 5. Xi. 3 = 1 Fstm., 6. Kl. 1 =0,15 Fstm., Elsbeere 4. Kl. 1 = 0,36 Fstm., 5. ÄL 1 = 0,21 Fstm, Linde 6. Kl. 1 --- 0,12 Fstm., Schnitt- holz: Kiefer 3. Kl. 28 = 18,25 Fstm., Bauholz: Kiefer 3. Kl. 10 = 12,27, 4. Kl. 47 — 40,90 Fstm^ 5. Kl. 269 = 147,72 Fstm., Lärche 3. Kl.3 = 4,36 Fstm., 4. Kl. 8 = 6,32 Fstm., 5. Kl. 148 = 42,73 Fstm, Fichte 4. Kl. 10 = 10,12 Fstm., 5a. KI. 20 18,72 Fstm., 5b. Kl. 64 — 23,87 Fstm., Weihtanne 5a. Kl. 1 = 0,48 Fstm., 5b. Kl. 49 «= 7,83 Fstm., Derbstangen: Liche 1. Kl. 18 = 1,20 Fstm., Lärche 1. kl. 7 = 0,91 Fstm., 2. Kl. 6 = 0,47 Fstm., Fichte 1. Kl. 24 = 2,14 Fstm., 2. Kl. 363 = 12,65 Fstm., Weibtanne 1. KI. 5 = 0,47, 2. Kl. 6 = 0,31 Fstm., Reisslängen: Fichte 1. Kl. 23 = 0,36 Fstm., 2. Kl. (Bohnenstangen) 155 = 0,23 Fstm., Nutzscheiter: Eiche (2 Mtr.) 10 Rm., Nutzknüppel (3U Gartenpfosten geeignet, 2 und 2,20 Mtt.) Eiche 26, Lärche 40 Nm.. Rutz- reisig in Schichten: Fichte 82 Rm. Aufmatzlisten über das Schnitt- und Stammholz 2.-4. Kl. einschlietzlich können vom 1. März ab von unterzelchneter Stelle gegen Entrichtung 1 Goldmark bezogen werden. 1427D Alsfeld, den 26. Februar 1924. Hess. Oderförsterei Alsfeld. K e u d e l. Zagdverpachtung. Die Ruhung der Jagd im gemein» schaftlichen Jagdbezirk Vollnkirchen, befielen!) aus 266 ha Feld und 247 ha Wald, soll am Donnerstag, 6. März 1924, nachmittags 2 Uhr, in der Gastwirtschaft Ulm zu Vollnkirchen auf die Dauer von 9 Jahren, beginnend am 1. 4. 1924, öffentlich meistbietend verpachtet werden. 1116D Die Jagd hat guten Wildbestand, Rot» und Schwarzwild kommt als Wechsel- wild vor. Der Jagdbezirk ist in einer halben Stunde von der Bahnstation Oberkleen (Kleinbahn Butzbach—Oberkleen, Anschluh an die Maire—Weser-Dahre) und in l‘/3 Stunden von der Bahnstation Wetzlar (Sttecke Köln —Gietzen und Koblenz — Dietzen) zu erreichen. Rähere Auskunft erteilt der unterzeichnete Iagdvorsteher. Vollnkirchen, den 15. Februar 1924. Der Iagdvorsteher: Frischholz holzvecheigerimg. Dienstag, den 4. März 1924, von oorm. 9V, Uhr ab sollen aus den Waldungen der Gemeinde Annerod folgendes Holz versteigert werden: 415 5t. Fichtenderbstang. 1.Kl.—36,11 Fm. 1557 „ 2. „ =59,79 „ 509 „ „ -Reisstanqen = 6,71 „ Die Zusammenkunft ist auf der Grünberger Sttatze, Schnittpunkt der Kreissttatze Annerod-Grotzen-Buseck beim Wegweiser. Zahlungsbedingungen werden vor der Versteigerung bekanntgegeben. 1377D Annerod, den 28. Februar 1924. Hessische Bürgermeisterei Annerod. Horn. MU« iede Menge ab Laaer lieferbar. 779c Lari haar jr. Gietzen, Tel. 1682 Frankfurter Sir. 59. OfcnfcrtigcS Brennholz abzugeben. 06/47 I. WeNbifter. Marburger Str. 24. Tel. 743. Ersatzteil lager Reparaturen Vollkommenster Sämechanismus mit Ober- und Unterauslauf! Gleichmäßigste Aussaat aller Samenarten in Bergland u. Ebene! Direkte Entleerung in den Sack! Billigste Preise! kg. 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Gelaor, S öfluö-£eitet-nnö knsteMllg?« Heuchelheim, Gießener Straße 14. 1WD stufe 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Tag 1.17 1.83 2.25 2.75 3 25 3.75 4.25 4.75 525 Höhere Handelsklasse Dauer 1/3 u. 1 Jahr -/.Mk. -.36 -.57 -.78 -.96 1.17 1.35 1.53 1.74 1.92 2.31 Einfache und doppelte Buchführung Handelskunde, Wechsel- und Schecklehre mit Schrift, verkehr Kaufmännisches Rechnen Wirtschaftsgeographie Deutsch Maschinenschreiben Kurzschrift Schönschreiben Original-Jazzhaoii u. verstärktes Orchester W-WWle Mein» Möbel aller Art Langfristige Jahlungsgelegenheit Montag, 3. fiSärz Premiere Zchneiber-Zwangsimmng -es Ureises Gießen. MsnMersWmlmlgsükhkmii Mittwoch, 5. März 1924, abends 8 Uhr, im Gewerbehaus, Kirchstraße. erhoben. Gießen, 1. März 1924. Städtisches Gas. und Wasserwerk. Für erwiesene Aufmerksamkeiten anläßlich unserer Silberhochzeit, für die Ehrungen der beiden Gesangvereine „Cäcilia" und „Gemütlichkeit" Lich, sowie für die musikalischen Dar- bietungen der Herren aus Gießen sagen wir allen unseren herzlichsten Dank Bauunternehmer Karl Fey und Frau Lich, Bahnhofstraße Rosenmontag und Fastnachtdienstag 2 Tage, 8 Uhr abends Meine Verlobung mit Fräulein Gertrud Thörner, Arnsburg, erkläre ich hiermit meinerseits für aufgehoben. Wilhelm Weisel Muschenheim. noch heute undmorsen: Im Rausche der Leidenschaft Großes Gesellschaftsdrama in 8 Akten Hauptrollen: Eircella Albani, eertrad Welker, Alfred Abel, Erleb Keleer-TUs, Olaf Storni a. i. Dazu: Vom Schatten zum Licht Entzückende Tanzbilder. Anf. 4, 6, 8.15 Uhr, Sonntag 3 Uhr. Ab Moniag: Der Welt?Liebling Jaekte Coogai in Zirkus kind Everest-Film in der ünlversltäts - Aula. Bekanntmachung. Ab 1. März ds. Jahres werden nachstehende Strompreise und Jählergebühren erhoben: für Licht 0,51 G.-M. f. d. Kwft. für Kraft 0,30 G.-M. f. d. Kwst. ür einen Iweileiter-Iähler 0,40 G.-M. ür den Monat für alle übrigen Zahler 0,50 G.-M. für den Monat und Doppel, tarifzäh le r 1.- G.-M. für den Monat. Gießen, 1. März 1924. 14788 SISdt. Elekttizitätswerk Stolte. Einfache, doppelte u. amerik. Buchfiihrung Handelskunde, Wechsel- u. Scheckl. mit Schriftverkehr Geschästsorganisation Werbekvnde Kaufmännisches Rechnen Vürgerkunde Volkswirtschaftslehre Englischer Briefwechsel Französischer B - wechsel Kurzschrift Maschinenschreiben Woche 8.19 12.81 15.75 19.25 22.75 26.25 29.75 3325 36.75 36.75 '/.Mk. -.24 -.38 -.52 -.64 -.78 -.90 1.02 1.16 1.28 1.54 Die Anstalt entspricht bezüglich ihrer Lehrkräfte und Einrichtungen in jeder Beziehung den behördlichen Vorschriften. Für die Ausbildung im Maschinenschreiben stehen 30 Schreibmaschinen der verschiedensten Systeme zur Verfügung. Ausführliche Druckschriften kostenlos. 1458D Gaspreis. Von heute ab wird für das cbm Gas 0,22 G.-M. täglich nachm. 4, 6 und 8.15 Uhr. Schüler vor 6 Uhr Saalplatz 50 Pfg. Sichern Sie sich reoktxeltig Plätze. fmMLckckckÄ Keine erhöhten Eintrittspreise AlleVergünaligiing. anfsehohen „DflXtH8nnv Porten to Das alte Gesetz Grundlohn Mk. -.90 1.50 2.- 2 50 3.- 3.50 4.- 4.50 5.- 6.- Die Herren Arbeitgeber werden gebeten, die Anmeldungen, auch die Lohnummeldungen, in den oorgeschriebenen Fristen zu erstatten. 14630 Gießen, den 25. Februar 1924. Landkrankenkasse des Landkreises Gießen. Nur noch heute und morgen das große Programm: Die Fechter vm Ravenna ItarfMw siiitisioiit MWM wtoöÄefflMt Goethestrahe 32, Fernsprecher 2064 Seit Jahren bekannt gute Ausbildungsstätte für Damen und Herren als Vuchhaller, Korrespondenten, Stenotypisten, Privatsekretäre. Beginn des neuen Schuljahres 1. Mai 1924 Anmeldungen können schon jetzt erfolgen Unterrichtsfächer: Hans Traniner nsw. — Ferner: Mann über Bord Erich Kaiser-Titz, Grit Hegest, Mag da Madeleine. Anfang 6 nnd 8.16 Uhr, Sonntag 8 Uhr. Ab Hontas: [1466c Fremdenlegionär Kirsch Sein.Erlebn.u-Abenti.d.Fremdenl. Jackie Coooan der Liebling aller Gießener in seinem besten Film [1480c MW Gießener Konzertverein Sonntag, den 9. März 1924, vormittags 11 Uhr, Aula Orchesterkonzert des staatl. Kurorchesters Bad-Nauheim Leitung: Musikdirektor Julius Schröder. C Ouvertüre im italienischen Stil (C-Dur) bcnuoen Tragische Symphonie (Nr. 4) C-Moll. Ouvertüre zu »Fidelio“ (E-Dur) Deeinoven Achte Symphonie (F-Dur). Eintrittskarten: Mk. 2.50, 2.00, 1.50 bei Ernst Challier und an der Kasse. Die Abonnementskarten sind bis spätestens Donnerstag zu ermäßigtem Preis (Mk. 2.00, 1.60, 1.20) abzuholen. Studentenkarten Mk. 1.- beim Hausverwalter der Universität 1489v alle Groben, garaniiert tragfähiu. ftet» vorrätig au Ladenpreisen, auch alle teile in kürzester Zeit. Bequeme Zahlung. Gebrüder Römer, Wagenbauerei ; Hupfeld Casino Sonntag, 2. März: Nachm.: Tanz-Tee — Abends: Einlagen erster Künstler Dienstag, 4. März, abends 9 Uhr: | Fastnachtsdienstag-Ball = in streng gesellschaftlichem Stile - Herren: Frack oder Smoking; E Damen: Abendtoilette. Masken und Kostüme polizeilich verboten. = An diesem Abend haben erste Künstler ihre Mitwirkung zugesagt. Tombola — Jazz-Band — Ueberrasch ungen Prämiierung der schönsten Abendtoilette usw. Tischbestellungen rechtzeitig erbeten. imid MllW'UMWS KausmSnuiscker Verein, Goetbe-Bund, Gewerbeverein Mittwoch, 5. MSrz, abends 81/« Uhr in der Neuen Aula Lichtbilder-Dortrag Wo6otm.i.Ira6a Srs Semi MWMS.Seiwr. Eintrittskarten in der Musikalienhandlg. Ehallier, num. für Mitglieder gegen Aus- weis zu 0.40 Mk., für Nichtmitglieder zu 1 Mk. und 0.80 Mk. Studentenkarten zu 0.40 Mk. b. d. Hausverwalter d. Universität. WHWtW Telephon Nr. 1062. oimo Lins' Hausrat Gemeinnützige Möbelversorgung für das Rhein-, Main- u. Lahngebiet G.m. b.H. Lindenplatz 1 Einem verehrlichen hiesigen sowie auswärtigen Publikum zur gefl. Kenntnisnahme, daß ich meinen bereits ftüher zu Versammlungen»»!, Zusammenkünften dienenden Kleinen Saal mit separatem Eingang von der Straße neu hergerichtet und wieder in Betrieb genommen habe. Ich empfehle denselben insbesondere Vereinen zur gefälligen Benutzung. oum Heinrich Faulstich Metzgermeister und Wirt, Bahnhofstraße 57 Restauration SiaMich Licher Strahe 59 017768 Sonntag, den 2. März Tanz MailN WWm Heute, Samstag, den 1. Marz Wlh W MMK HIL-Bitr l_ Ivppelrad■ mit grotzem Gulaschessen v _____________ ,____/ Bekanntmachung. 2Ib 25. Februar 1924 gelten für unsere Kasse die folgenden Lohnstufen, Grundlöhne und Wochenbeiträge: staatlich geprüfter Dtplom-Handelslehrer Diplom-Kaufmann beeidigt. Bücherrevisor Steuersyndikus Tel. 821 Giehen Tel. 821 Bleichstratze 5 Am 2. Mai Beginn neuer Kurse! Unverbindliche Auskunft bereitwilligst. Ausführliche Prospekte kostenlos. 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Der sterbende Reichstag, der Münchener Prozeh und die bevorstehende Entscheidung der Sachverständigen stehen im Vordergründe. Schon diese Vorgänge würden ausreichen, um eine gewisse Zurückhaltung der Börse berechtigt erscheinen - zu lassen. Darüber hinaus wirken aber noch andere Faktoren geradezu lähmend auf die Unternehmungslust. Ein ganz besonderes heikles Kapitel bilden die Steuern. Die an der Börse interessierten Kreise haben in der abgelaufenen Woche mit der Veröffentlichung des Steuerkurszettels wichtige Mahstäbe für die Bewertung tfyred Effektenvermögens an die Hand bekommen. 3n zahlreichen Fällen liegen diesmal die Steuerkurse sogar über den augenblicklichen Rotierungen. Wir stehen bereits mitten in allerlei wichtigen Steuerterminen, was natürlich ebenfalls stark auf die Unternehmungslust zurückwirkt. Die Kulisse der Börse, d. h. die sogenannten Makleragenten, ist in den letzten Tagen durch die Forderung der Steuerbehörden, dah diese Kreise für eigene Geschäfte auch den Kundenstempel und noch dazu rückwirkend für 1923 entrichten sollen, stark beunruhigt worden. Die Börsianer behaupten, dah sie unter solchen Verhältnissen nicht mehr das Salz zum Brote verdienen. Bei der jetzigen flauen Geschäftslage mag das zutreffen. Zn Zeiten flotterer Börsen- konTUnktur hätte man sich vielleicht mit solchen Belastungen eher abgefunden. Heute dienen sie nur dazu, die geschäftliche Unlust zu verstärken. Die allgemein auftauchende Frage, wann der Börse überhaupt einmal wieder bessere Tage be- schieden fein werden, ist nicht leicht zu beantworten. Zweifellos würde eine neue Erschütterung unserer Währung sofort auch die Rachfrage nach Effekten anregen. Eine solche Konjunktur wäre allerdings mit dem endgültigen Ruin unserer Volkswirtschaft und mit traurigen politischen Konsequenzen teuer genug erkauft. Im Verlaufe einer normalen und Pfunden Entwicklung werden sich aber auf längere Sicht die inländischen Aktien, die zu den jetzigen Kursen gekauft werden, schließlich doch noch als gute und nutzbringende Kapitalanlage erweisen. Freilich^ muh erst noch mancher Stein aus dein Wege geräumt werden, um den Erholungs- prvzeh der Wirtschaft in die Wege zu leiten. Die erneut so verworren erscheinende Aufwertungsfrage bedarf dringend der Klärung durch eine definitive Stellungnahme des Reichsgerichts, damit nach einer Regelung der Reparationsange- legenheiten auch die deutsche Zndustrie und Landwirtschaft mit Aussicht auf Erfolg Kreditverhandlungen mit dem Auslande aufnehmen kann. Denn darüber darf kein Zweifel bestehen, dah unsere Wirtschaft ohne Zufuhr ausländischer Kapitalien schwerlich auf die Deine kommen .kann. Zulässigkeit des Hastungsausschusses sür Versehen von Bankangestellten. 3-t dieser Frage hat die 25. Kammer für Handelssachen des Landgerichts I in Berlin eine bemerkenswerte Entscheidung gefällt (Aktenzeichen 87 O 99 123, Urteil vom 25. Januar 1924). Eine sächsische Firma hatte die Reichsbank auf Ersah eines Geldentwertungsschadens in Anspruch ge- nornmen, den sie dadurch erlitten hatte, dah ein von ihr einer Berliner Lieferantin in Zahlung gegebener, von einer sächsischen Reichsbanknebenstelle bestätigter Scheck von der Reichsbankhauptstelle in Berlin am Vorlegungstage nicht eingelöst wurde, weil die Reichsbanknebenstelle versehentlich unterlassen hatte, der Bestätigung den Toockenstempel vorschriftsmähig beizufügen. Das Landgericht hat die Schadenserfahfrage abge- wiesen, weil die Haftung für das Verschulden des Angestellten der Reichs banknebenstelle sowohl durch den Anschlag in deren Bankgebäude als auch durch die Veröffentlichung in den dafür bestimmten Blättern ausgeschlossen war. Dieser Ausschluß war nicht sittenwidrig, wenn man auch schon eine monopolartige Stellung der Reichsbank als erwiesen ansehen wollte: denn auch dann käme nur der Ausschluh der Haftung für ein Verschulden der leitenden Angestellten als sittenwidrig in Frage, nicht aber für das in Frage stehende Versehen des mit der Verstempelung beauftragten untergeordneten Angestellten. (Vgl. Entscheidungen des Reichsgerichts in Zivilsachen, Bd. 102 Seite 39, Bd. 103 Sette 82.) * * Stahlwerke Buderus-Röchling A.-G., Wetzlar. Die Firma ist bereit, ihre Teilschuldverschreibungen aus den Jahren 1920/21 zu dem in der 3. Sieuernotverordnung vorgesehenen Aufwertungssatze von 15 Proz. des Gvldmarkbe- trages schon jetzt einzulösen. Räheres im heutigen Anzeigenteil. " Absatzsteigerung beim Kalisyn - d i k a t. Beim Kalisyndikat sind in der laufenden Woche 60 Prozent Mehraufträge eingegangen, als in der Vorwoche. Der Februarabsah wurde im Verhältnis zu den letzten Monaten als sehr günstig bezeichnet. * Frankfurter Börse. Frankfurt a. M, 29. Febr. Tendenz: Behauptet. — Das Börsenbild hat sich gegenüber der letzten Zeit auch am Schluß des Monats nicht veränderi. Die ^Irnsatztättgkstt hat nicht zugenommen, die Kurse zeigten infolgedessen keine größeren Veränderungen. Der völlige Mangel an Kaufneigung und die Zurückhaltung, welche die Bölsenspettttation an den Tag legt, gaben auch heute den Ausschlag für die Gesamtstimmung. Montanpapiere setzten zu besseren Kursen ein. Oberschlesische Werte, Buderus mäßig höher. 3n Autowerten waren die Umsätze minimal. Etwas begehrter schienen bei Beginn Daimler, Karlsruher weiter leicht anziehend. Ruhig war das Geschäft in Elettropapieren. AE G., Lahmeher, Acht und Kraft fanden zu unveränderten Kursen Aufnahme. Mainkraft fester. Die Werte des Anilinkonzerns zeigten sich etwas erholt. Scheideanstalt leicht gebessert Rhenania behauptet. Kali- und Zuckerwerte folgten der allgemeinen Bewegung. Zellstoff Waldhof, Zementaktien gut preishaltend. linter den übrigen Werten lagen Julius Sichel etwas begehrter. Auch Dyckerhoff mäßig höher. Aschersleben plus 1V2 Billionen. Zn Norddeutscher Lloyd und Hapag waren die Simsätze bescheiden und nur um Bruchteile gebessert. Am Dankaktienmarkt zeigte das Kursniveau nur wenig Veränderungen. Etwas reger Dresdener, Mitteldeutsche Credit. öprozentige Reichsanleihe bei erster Rotiz mit 112 Milliarden gehandelt. Am freien Aktienmarkt folgte die Tendenz der Entwicklung der Gesamtmärkte. Man nannte Decker Stahl 10775, Becker Kohle 11 000, Growag 400, Benz 5775, Drown Doveri 2500, Gummi Recker 180, 5janfa Lloyd 2200, Elektro Sinters ranken 950 bis 1000, Esdemo 550, Frankfurter Handelsbank 95, Holsatta 2000, Tiag 4225, Slfa 10 500, Chemische Remy 1000, Krügershall 12 500, Schutzgebietsanleihe, fest, 4,5 bis 5 umgesetzt. Berliner Börse. Berlin. 29. Febr. Die Dörsensteuer steht ncd), immer im Mittelpunkt der Diskussion. Zm Hinblick auf die bevorstehende Protestversammlung weist man immer wieder daraus hin, daß, unbedingt eine Revision dieser für die Inflationszeit geschaffenen außerordentlichen Steuer nötig sei. Auch die Rede Stresemanns und ihre Erörterung im Aus lande vor allem in Paris, wurde eifrig besprochen und ziemlich günstig beurteilt Zm Hinblick hierauf und in Verbindung mit den aus verschiedenen Teilen Deutschlands, namentlich, aber aus dem Westen, eintreffenden günstigeren Wirtschastsberichten schritt die Speku- laticn auf verschiedenen Gebieten zu Käufen. Wenn sich, auch die Steigerungen in ziemlich niedrigen Grenzen hielten, kann die Tendenz doch als allgemein behauptet bezeichnet werden. Die Anforderungen am Devisenmarkt sind am heutigen Tage wiederum etwas gewachsen, namentlich zu Getreideeinfuhrzwecken wurden ziemlich große Beträge verlangt. Die Fortsetzung des Sturzes des französischen Franken spiegelt sich im Slsance- handel an der Berliner Börse wieder. Es wurden für englische Pfunde mehr als 104 französische Franken gezahlt. Am Montanmarkte waren besonders Buderus mit einem Gewiim von 1 Prozent und Essener Steinkohlen mit ebenfalls 1 Proz. stark gesucht. Es gewannen Mamresmann 1, Phönix 1V8 Prvz., während Stcllberger Zink um ca 1 Proz. zurückgingen. Der Mark der chemischen Werte lag verhältnismäßig ruhig. Abschwächungen gering. Von den Steigerungen sind Anglo Guano mit plus 2 Proz. hervorzuheben. Rückgängig war die Tendenz am Markt der Elektrowerte. Hier verloren Sachsenwerk 1 Proz., Bergmann l3,8 Proz. und Schuckeri 1 Proz. Lebhafter war das Geschäft am Markt der Maschinenfabriken. Hier gewannen: Augsburg-Rürnberg 1 Proz., Berlin-Karlsruher 2 Proz., während Motoren Deutz um ca 1 Proz. zurückgingen. Zm übrigen waren die Veränderungen hier nicht allzu groß. Es handelt sich meist um kleinere Veränderungen bis 1/8 Proz. Petroleumwerte erfreuten sich von Seiten der Spekulation einiges Znteresse. So gewannen Deutsche Erdöl und Deutsche Petroleuw je 1 Proz. Deutsche Renten ebenso wie ausländische Renten waren wenig beachtet und die Kurse säst vollständig unverändert. Von Dahnaktien waren Berliner Hochbahn mit plus 1V3 Proz. bevorzugt. Börsenkurse. (Ohne Gewähr.) 450 410 4,2 4,2 11,75 21,5 50 23 116 525 370 190 450 39,7 8,75 180 450 470 450 112 525 360 1000 190 450 40 27,7 13,3 20,75 13,5 5,25 41 22 52,6 8,37 14,4 14,5 18 19,3 18,5 17,6 19,1 18,9 17,75 21,5 4,2 11,65 51,25 48,75 3,6 5 3,25 6,9 4,2 11,65 13,1 21,5 113 525 370 . 3,25 0,650 1,4 76.5 23,5 35,5 60 67 83,8 23,5 33 22,38 33,5 42,5 43,4 64 40,25 9 52 U,i3 112,5 525 360 1010 50,5 51,5 Ä 23 3,9 39 8,55 3,4 18 4 35,5 21,75 3,3 19,13 19 17,8 'N 27,25 13,3 20,75 52 7,3 14,5 13,75 1,6 17,5 22,75 2,85 0,670 1,65 17,75 22 3,1 0,675 5,7 14 5,6 21,5 33,25 59,5 64 82,25 20,25 3 ’rf 33,25 42,25 22,75 34,75 59,4 65,75 83,6 22,25 33 42,5 43 52,8 7,38 14,25 14,1 3,8 39,75 8,75 3,2 17,8 4,3 40 22,25 3,2 19,25 19,4 18,3 14,75 21,1 27,9 13,38 20,75 17,75 3 0,650 1.3 40,5 21,5 34,5 58,75 65,26 83,5 20 32,5 1,6 33,13 42,13 43,13 64,5 3,6 4,9 5,9 24,25 2 2,4 24,75 Ä 10,87 14,2 5.5 5,6 Mitteldeutsche Creditbank. . Oesteiretchtsche (Kreditanstalt Weltbank..... Beginnet (Sn# ... ... Puderug......... Caro Lentsch-Luxembur«...... Gelsenkirchener Bergwerk. eorvewcr Bergbau ... . . Kalüverke AscherSlebeu. . . . Kaliwerk Westeregel« Lanrabntte........ . Obrrbedarf ......... Dditnir Bergbau ...... viycinsiabl Micbeck Montau ....... TelluS Bergbau........ Saoiburg.Amerika Tatet. . orddcutschrr Llovd..... Cberamischc Werke Albin .. Zementwerk Heidelbist . . Philipp Hostmann..... Anglo-Cont.-Kuano Badische Anilin Chemische Mayex Alapin. . . Goldschmidt.......... Griesheimer Electron .... Höchster Farbwerke...... Holzverkohlung........ Nütgerswerke Scheideanstalt......... Alla. ElektriiNStS-Gesellschaft Bergmann ......... Mainkrastwerte ....... Schmiert............ Siemens A Halste Adlerwerke Kley« ..... Daimler Motoren. .... Heyligenstaedt ...... . Meguin . . ....... Frankfurter Armaturen . .. Konservenfabrik Braun Mctallgesellschaft Frankfurt. Pet. Union A^G....... S uhfabrik Herz Sichel.............. Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . Dividendenpapiere u. ausl. Anleihen In Billionen Proz. die fest verzinst, deutsch.Anl. in Milliarden Prozent. Datum: Frankfurt a. M. Schluh- Schluß. 3,6 4,8 6,8 25 1,8 2,4 24 3,1 5,6 10,75 14 5,6 5,9 6% Deutsche ReichSanleihe <*J0 Deutsche Reichsanleihe Ivie Deutsche Reichsanleihe Deutsche RttchSanleibe . Deutsche Sparprämienanleihe 4% Preußische stonsolS . • Hessen........... '/.»/. Lessen Hessen Deutsche Werth. Dollar-Anl. dto. Dollar Schatz-Anweisung. <•/. Zolltürken ...... 6•/. Goldmrri kan« «erkiner Handelsgesellschaft Commerz' und Privat-Bank Darmst- und Nationalbank Deutsche Bank......... Deutsche Bereinsbank .... DiSconto Eommandtt . . . Kur, 29.2. Kurs 29. 2. Kur» 28. 2. Kur» 28. 2. Berlin Schluß- Schluß Banknoten. (Ohne Gewähr.) Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. tLelegraphlfche Auszahlung.) (Ohne Gewähr.) Soweit nicht anders bemerkt, in Million.M. 28. Februar 29 Fe ruar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Briec Geld «rief 1566075 1573925 1666075 1573925 Brss.-Antw. Ebristiania. 149625 150375 149625 150375 552615 555385 554610 557390 Kopenbagen fttnrfbohn . 664335 667665 666330 669870 109/250 1102750 1697250 1102750 HelsingforS. 105735 106265 105735 106285 179550 180450 181545 182455 18104625 18195375 18104525 18195325 4169500 4210500 4189500 4210500 'Barte .. . 174563 175437 17 558 177442 Schwel, ■ Spanien . Wien in D-» 728175 731825 728175 731825 530670 533330 530670 633330 Oen.abgen 62842 Ts- 63158 Ts- 62842 Ts. 63'. 58 Ts. Prag 122193 122807 122193 122807 Budapest 79-992). 804:1 Zf. 84787 Ts 85213 Ts. Buen.-Aire-Z 1416450 1423550 1421438 1'28562 Bulgarien 32917 -3033 32917 34083 Japan IHio De Jan. 1895290 1904750 1895250 1904750 498750 501250 498750 501250 Belgrad rinaoon - 55860 5j140 56358 56642 144667 14563- 144667 145633 3, Helfingfors 5, Italien 3, London 2, Reuhork 2 Paris 2, Schweiz 2, Spanien 3, Wien 40, Prag 3 Budapest voll, Buenos-Aires 3, Bulgarien 30, Japan 3, Rio de Jan. 5, Bilgvad voll. Lissabon 5 Prozent. Roten-Zuteilungen: Amerika 2 Proz., Kleine Stücke 2, Belgien 10, Dänische 5, England 5. Kleine Stücke 2, Finnland 15, Frankreich 5, Holland 3, Ztalien 5, Rorwegen 10. Oesterreich 10, Kernen Stücke voll, Rumänien — Kleine St. Schweden 10, Schweiz 5, Spanien 5, Tschechen 5, Kl. Stücke 10 Prozent, Singern voll, Jugoslavien voll, Sosia voll. Märkte. Berliner Produktenbörse. Berlin 29 Febr. Rachdem der Streik bzl den Berliner 'Mühlen seit gestern nachmittag beendet ist sind sie wieder als Reflektaitten für Brotgetreide im Markt, doch wurde mcht über gestrige Preise geboten, wodurch das Geschäft sehr still blieb. Auch sonst war für Roggen und Weizen wenig Teilnahme. Rach guter Braugerste besteht dauernd Begehr. Für Mitteldeutschland bestand Kauflust. Auch mittlere und geringe Gersten finden zu festeren Preisen Sinterkommen. Hafer bleibt dauernd zum Export begehrt, aber auch im Durchschnitt etwas mehr offeriert und daher in den Preisen nicht viel verändert. Man notierte für je 1000 Kilo ab Station: Weizen, märk. 163 bis 168, Roggen, märt. 132 bis 138, Braugerste 178 bis 188, Futter^rste 155 bis 160, Hafer, märk. 115 bis 123, pomm. 115 bis 122, Raps 295, Leinsaat 400 bis 410; für je 100 Kilo: Weizenmehl 25 bis 27,25, Roggenmehl 21,25 bis 23,50, Weizenkleie 8,80 bis 9, Rvggenlleie 7,20 bis 7,30, Biktoriaerbsen 27 bis 28, kleine Speiseerbsen 17 bis 18, Futtererbsen 12 bis 13, Peluschken 12 bis 13, Ackerbohnen 13 bis 15, Wicken 14 bis 14,50, Lupinen, blaue 13 bis 14,50, gelbe 16 bis 16,50, Seradella 14 bis 15, Rapskuchen 10,70' bis 11, Leinkuchen 21 bis 2?, Trockenschnitzel 8,30 bis 8,40, vollwertige Zuckerschnitzel 16 bis 22, Torfmelasse 30/70 8,70 bis 8,80, Kartoffelflocken 17,75 bis 18; für je 50 Kilo: drahtgepr. Roggen- und Weizenstroh 0,65 bis 0,80, drahtgepr. Haser- stroh 0,50 bis 0,60, Gerstenstvoh 0,45 bis 0,60. Langstroh und bindfadengepr Roggen- und Wei» zenstroh, je nach Frachtlage, Häcksel 1 bis 1,15, handelsübliches Heu 0,90 bis 1,15, gutes Heu 1,20 bis 1,50, Mielitzerheu, lose 0.75 bis 0,85. Kleeheu, lose 1,90 bis 2,20. * Frankfurter Getreidebörse. 5 r a n t f u r t a. M, 29. Febr. Es notierten für je 100 Kg.: Weizen (Wetterau) 18.75 bis 19 25 Mk., Roggen 16.75 bis 17 Mk., Sommergerste für Brauzwecke 21 bis 22 Mk., Hafer (inländisch) 15.50 bis 16 Mk., Weizenmehl (südd. Spezial 0) 28V2 bis 29 Mk., Roggenmehl 24S/Y bis 25 Mk., Weizen- und Roggenkleie 8V2 bis 91/2 Mk., Mais (Laplata) 19.25 bis 19.75 ML. Tendenz ruhig. Verlang die fjufen CALMON-HANSA SüöftoftÄ! FrrHp, 29. Februar Soweit nicht anders bemerk', in Mllton. Mark Geld Brief ABTüflitr Noten...... • • • • »r«ni5silche Noten ........ Dintlchr Noten..... Schwedische Noten ....... Lollündtsche Noten ........ Deutsch-Oesterreich, 6 100 Kronen Amerikanische Noten Englische Noten.......... »t.ilienische Noten ...... velgisch« Noten.......... Ungarische Noten .... Tschechoslowakische Noten» . . • • Norwegisch» Noten ■ Rumänisch« Noten...... • • Spanische Noten .... • 728175 186633 66 330 1097250 1671063 62344 Ts- 4189500 18104625 191520 157605 55351 Ts. 122193 6626 60 23317 532665 731825 1 7467 66967(1 1102750 1578937 62656 Ts. 4210500 18195375 192480 1 Ml 395 55639 Ts. 12 2 30? 5553850 23433 535335 Devisen-Zuteilungen: Holland 2, Brüssel 3, Christtama 3, Kopenhagen 3, Stockholm Strähniges Haar von stumpfem, glanzlosem Aussehen ist meistens allen denen eigen, die eine sachgemäße Haarpflege verabsäumen oder zur Kopfwäsche eine beliebige Seife verwenden an Stelle des hierzu hervorragend geeigneten „Schaumpon mit dem schwarzen Kopf“. Dieses altbewährte Mittel ist viel milder als Seife, unschädlich im Gebrauch und daher der empfindlichen Kopfhaut besonders zuträg- lieh. Millionen Menschen verdanken Schön- heit und Reichtum ihres Haarwuchses der | regelmäßigen Anwendung von Schaumpon. Man verlange ausdrücklich das echte y Präparat mit der nebenstehenden Schutzmarke Schwarzer Kopf“ und weise Nachahmungen zurück. Symphoniekonzert des Frankfurter Symphonieorchesters. Professor Ernst W e n d e l s Geist schwebte über den Darbietungen seines Orchesters, soweit er in absentia wirksam werden konnte. Kapellmeister Karl Knübel vom hiesigen Stadt- theater vertrat ihn am Dirigentenpult. Es bleibt erstaunlich, wie Professor Wendel innerhalb kurzer Zeit das Symphonie-Orchester, dessen Kräfte völlig brach lagen, zu einem Klangkörper ersten Ranges heranzubilden vermocht hat. Auch hier zeigte siL das kleine Mozart-Ensemble m so vortrefflicher L isziplin und Musizierfreudigkelt, daß der Wunsch berechtigt erscheint, zur Ergänzung der günstigen Eindrücke ernmal das volle Orchester zu Horen. Am besten geriet wohl dir Ouvertüre zur Zauberflöte, die in der bedeutsamen Charakteristik, mit welcher die freundlich und heiter dahirreilende Papageno-Fuge von der ernsten Themalik des Bläserchors umgeben wird, schon die Gegensätzlichkeit der ganzen Oper vorausahncn läßt. Wenn dagegen das abschließende Hauptstück der Vortragsfolge, die Es» Dur-Symphonie, Mozarts „Eroica", tiefere Wirkungen nicht erzielen konnte, s) lag die Schuld nicht an dem Orchester, das, von einigen ganz gelegentlichen Unebenheiten abgesehen, seine sehr beachtlichen Qualitäten, vor allem die einwandfreie Zntonati on und Präzision der Streicher, die mit auffallend schöner Tongebung spielten, in hellstem Lichte zeigte. Auch die Bläser verrieten in dieser einzigen Symphonie Mozarts, in welcher die Klarinetten ihre melodische Spruche reden, bereits eine schöne Kultur, die jedoch weiterer Förderung noch zugänglich sein dürfte. Eine gewisse Enttäuschung war die Solisttn Gertrude Wein schenk, Mainz. Der pastorale Charakter dieser stark forcierenden Stimme, die für die Grazie des Mozartsttls und den leicht beweglichen Fluß seiner Koloraturen viel zu massiv erscheint, geriet in der bekannten Arie des Sextus aus La Clemenza di Tito in einen fatalen Widerspruch mit den perlenden Läufen und dem innigen Gesang der obligaten Klarinette, dem Lieblingsinstrument der Reu- neapolitaner in der opera seria. Recht fühlbar war das Fehlen eigentliche gestützter Töne auch in Vier Liedern von Haydn, L. Reich. Hardt, F. A. Himmel, S. P. A. Schulz. Max Weins chenk hat diese Lieder für ein begleitendes Streichorchester instrumenttert. Zu der Instrumentation liegt nicht der geringste Anlaß vor. Zm Gegenteil: Diese ganz auf intime Wirkungen berechneten und an das Zdyll niedriger enger Stuben gebundenen Lieder der Berliner Schule werden durch den Rahmen des Orchesters in eine vollkommen falsche Perspekttve gerückt, die durch den reichlich sentimentalen Dortrag noch stark unterstrichen wurde. Die unwirtlichen Räumlichkeiten der Turnhalle, die trotz ihrer nicht ungünstigen akusttschen Verhältnisse niemals den Charakter eines Konzertraumes wird annehmen können, hatte nur wenig Besucher angelockt. Ein merkwürdiger Hellseherversuch. Don geheimnisvollen Fähigkeiten der Hellseher ist in letzter Zeit viel die Rede gewesen. Das größte Aufsehen erregt jetzt der polnische Ingenieur und Industrielle Stephan Osso- w i e ck i, der seine seltsame Begabung nicht etwa berufsmäßig ausübt,. sondern sie nur für die wissen schaflliche Untersuchung zur Verfügung stellt. Der bekannte Okkultismusfvrscher Freiherr von Schrenck-Mohing beschreibt in der „Um- schau" ausführlich einen von ihm mit Ossowiecki vorgenommenen Versuch und knüpft daran bedeutsame Ausführungen über das Wesen des Hellsehens. Es gelang dem Hellseher, den Znhalt dreier fest versiegelter Briese auszug^en, von dem keiner der bei dem Besuch Anwesenden etwas wußte. Ja, Ossowiecki konnte sogar Einzelheiten über das Aussehen der Schreiber der Briefe berichten und sah vor seinem inneren Auge die Räume, in denen die Briefe geschrieben waren. Auch bei andern Versuchen ist der Hellseher im Stande gewesen, Geschriebenes und .'Zeichnungen in verschlossenen Umschlägen wahrzunehmen und zwar in einer Weise, die eine Kenntnisnahme durch die uns bekannten Sinnesorgane ausschließt. Gedrucktes und Maschinenschrift kann nicht entziffert werden. Schrenck-Rohing ist nicht der Ansicht, daß es sich dabei um eine verborgene Sinnessährgkeit handelt, sondern nach seiner Meinung „spielen die lebendigen Zusammenhänge und die Taffache einer mit dem Schreiber verknüpften psychischen Tätig- kett bei dieser geheimnisvollen Erkenntnisweise eine Rolle. Es hmchelt sich also wohl mehr um eine intuitive Erfassung des Inhalts der Schriften sowie der das Riederschreiben begleitenden Um- stände". Eine einfache Gedankenübertragung der Telepathie ist auszuschliehen, da der Hellseher in gleicher Weise arbeitet, mögen die Schreiber der Briefe anwesend sein oder nicht. Ossowiecki ist dahin gelangt, die durch seine Begabung in ihm auftauchenden Bilder von feinem verstandesmäßigen Denken zu unterscheiden. Er sucht den bewußten Denkprozeh auszuschalten, um das Hellsehen hervorzurufen, das mit starker, körperlicher, erschöpfender Erregung verknüpft ist. Seinen Zustand beschreibt er selbst mit den Worten: „Zch sehe den Gegenstand im Moment, wo er verloren wird, mit allen Einzelheiten dieses Geschehnisses, oder ich nehme die Geschichte irgend eines Objektes wahr, das ich in der Hand halte. Diese Vision fft nebelhaft und erreicht große Ausdehnung. Zch muß mich immer sehr anstrengen, um gewisse Einzelheiten der Szenen zu erkennen. Der Zustand der Hellsichtigkeit ist manchmal in wenigen Augenblicken erreicht; manchmal muh man Stunden daraus warten. Die Hngläubigfeit, der Skeptizismus oder sogar eine zu konzentrierte auf mich gerichtete Aufmerksamkrit machen den Erfolg des Lebens oder der Empfindung sofort zunichte." Rach Schrenck-Rotzing steht das Hellsehen außerhalb der bewuhten psychischen Tätigleit und der physwlogi- schen Gehirnprozesse; es handelt sich offenbar um eine nicht an Raum und Zeit gebunbene Fähigkeit, einen Zustand innerer Erleuchtung, wie er schon früher von religiösen Mystikern beschrieben worden ist. Hansa-Lloyd Brennabor Allwetterwagen CARL STUCKRATH <04*6 (wATj Asterweg 47 • Steinstraße 56, 58 und 60 lidduMreta. M & Mer, Wirt o. Mo H 860V Zeitgemäße, günstige Preise Weserstrahe 4 — Telephon Hansa 459 liefert zu billigsten Tagespreisen 1037V 5%lgen .. 1921. 1000.— und 2.50 1431A Stahlwerke Buderus-Röchling A.G eröffnet habe. 017711 Klein & Stiefel Reichhaltige Auswahl 665D W 142OD Cassel. Ständeplatz 3. ‘MBA Berthold Kühne Seltersweg 26 BRENNABOR ING.-BUREAU GIESSEN: INGENIEUR FRANZ ROMEISS. 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