■Sorge um das Stückchen Brot für morgen. Dein Q3rot muh ihm unter allen Umständen gesichert sein, sonst kann er beim besten Willen nicht kämpfen. Und ebenfo läht sich der moralische Widerstand der Massen im unbesetzten Gebiet nur aufrechterhalten, wenn hier für Arbeitsgelegenheit und Lebensmöglichkeit gesorgt ist. Für das unbesetzte Gebiet Kohle, für das besetzte Gebiet Lebensmittel zu schaffen, die zur Verteilung ge-- strngen — sei es für Arbeiter oder Richtarbeiter — das ist das Problem, davon hängt alles ab. Heber die Unverschämtheit des verübten FriedensbrucheZ herrscht überall dumpfe Wut. Das So^oarenspiel auf offener Straße weckt Erinnerungen an alte Zeiten, deren Wiederkehr man nicht wünscht. Der Versuch, mit militärischen Kommandotönen, aufgepflanzten Bajonetten und spazieren gefahrenem Kriegsgerät den wundervoll komplizierten Wirtschaftsorganismus des Ruhrrevieres zu meistem, toirö in allen seinen Stadien mit Gelächter verfolgt. 3n den Massen herrscht dieselbe prachtvolle Kampfstimmung wie etwa in der Der- liner Arbeiterschaft während des Kapp-Pu.sches, wenn man sich auch dessen bewußt ist, dah biefer Kampf schwerer ist und länger dauern wird. Die Nationalspende. Berlin, 25. Jan. (WTB.) Wie die Blätter mitteilen, wird sich die Zentralarbeitsgemeinschaft beute mit einem Aufruf an die Oeffentlichleit wenden, worin die Arbeiter aufgefordert werden, einen Stundenlvhn zur Linderung der Rot der Ruhrbevölkerung zu spenden, während die Arbeitgeber das Vierfache an Geld und Ratu allen abliefem sollen. Ein pa itätjsch zu ammengese,.tes Kuratorium wird über die Verwendung dieser Rationalspende verfügen. — 3m zweiten Aufruf an die Wirt- schmstsverbände der Zentralarbeitsgemeinscha. wi.d gefordert werden, dah neue Verhandlungen über die Lohn- und Gehaltsbedingungen im Geiste der Verantwortung und des sozialen Friedens geführt werden sollen. Ein Ausruf der deutschen Regierungen. 3n einem Aufruf der deutschen Regierungen heiht es: Der Staat wird helfen, wo er kann, aber vor der Staatshilfe muh eine andere Hilfe kommen, freier, beweglicher: die Hilfe des Volkes a m V o l k e! Schon haben sich Herzen und Hände aufgeschlossen, um das Leid und die Lasten zu lindern, den Widerstand für deutsches Recht zu stählen und der Welt die Kraft Deutschlands und sein Recht kundzutun. Was Deutschland erneut auferlegt wird, verlangt von uns grohe Opfer. Grohe wirt- schaftliche Verbände haben schon den Hilfsge- danken in ihren Kreisen zur Tat werden lassen. Riemand wird zurückstehen dürfen, kein Land, kein Alter, kein Stand, kein Geschlecht. Wir wenden uns darum an alle Volksgenossen mit dem Ruf: Empfindet die kommende Rot als gemeinsame deutsche Rot, wehrt sie ab. lindert sie, entsagt dem Luxus und der Heppigleit, um dem Rächst en zu helfen, gebt aus dem Heberfluh, wie aus bescheidenen Verhältnissen, was geleistet werden sann. Es geht um Deutschlands Dasein und Zukunst, um Recht und Freiheit des Volkes. Gebt deshalb zum deutschen Vollsopfer. Die aufgebrachten Mittel werden von einem Der- trauensausschuh verwaltet und verwendet, der unter dem Vorsitz des Reichskanzlers zusammentritt. Berlin, den 24. Januar 1923. Ebert, Reichspräsident. Für die Reichsregierung: Reichskanzler Dr. E u n o. Die Regierungen der deutschen Länder. Ein Einspruch des Kardinalerzbischofs Schulte beim Papst. Köln, 25. Ian. (WTB.) Rach der .Köln. Volksztg." richtete Kardinalerzbischof Schulte an den Pap st einen Einspruch gegen di? brutalen G ewa ltakte Frankreichs, durch die nicht nur über pflichttreue Beamte, die sich weigerten, zum Landesverräter zu werden. grausame Strafen verhängt werden, sondern auch über die Frauen und Kinder dieser Beamten. Der Heftige Vater wurde gebeten, seinen Einfluh zur Abkürzung des frevelhaften, von Frankreich erneuerten Kriegszustandes einzusehen. Münster, 25. Ian. (Wolff.) 3n Anwesenheit von über 2 5 0 Geistlichen, unter Teilnahme des Bischofs von Münster. Dr. Johannes Poggenburg, unter dem Vorsitz dos Dompropstes Hniv.-Prvf. Dr. Mausbach Wirde nach einem Referate des Reichstagsabgeordneten Hniversjtäts- Professors Dr. Schreiber eine Entschließung einstimmig angenommen, in der es heiht: ..Die am 24. Januar in Münster versammelte Geistlichkeit des Bistums Münster erhebt scharfen Einspruch gegen die gewaltsame Besetzung des westfälischen und rheinischen Gebiets. Sie weih sich eins mit dem gesamten Deutschland in der Abwehr un° berechtigter Eingriffe. Sie sieht mit Sorge, dah die Besetzung eine ernste Schädigung des religiössittlichen Lebens und der kulturellen 3ntereffen herbeiführt." Ein Antrag Frankreichs im Wiederherstellungsausschuh. Paris, 26. Jan. (WTB.) Havas veröffentlicht folgende Mitteilung: Die französischen Delegierten bei der Reparationskommission übersandten gestern dieser einen Entwurf, den sie als Antwort auf das von der deutschen Regierung am 14. Rovember 1922 gestellte Moratoriumsgesuch unterbreitet haben. Dartchou und Delacroix sind jedoch infolge des immer stärker sich auswirkenden Wide.standes Deutschlands gegenüber der ©anftionen der Alliierten sich einig, daß seit dem 13. Januar, dem Tage, an dem die Reichs e sterung der Kommission die Einstellung der Sachlie e.ungen auf das Re- paiationskonto notifizierte, die deutsche Regierung ihr Moratoriumsgesuch mit der Tatsache solle hinfällig gemacht haben. Auf Grund des i;12, Anlage 2 Teil 8 bed Versailler Vertrages arerden die französischen und d'.e belgischen Delegierten die Rotifiz'erung der Verfehlung beantragen und einfach die Aufrechterhaltung des Zahlungsplanes vom 5.Mai 1921 verlangen. Allgemeiner Streik der Eisenbahner. Trier. 25. Ian. (WTB) Die Reichseise nbahndirektion telegraphierte an alle ih e Dienststellen: „Ab heute, 25. Januar, mittags 2 Hbr, ruht aus Anlaß der Auswerfung von, Beamten jegliche Arbeit und Dien st Verrichtung. Ende morgen, 26. Januar, nachm. 2 Uhr. Zeitdauer 24 Stunden. Unterzeichnet: Bezirks e.tung des Deutschen Eisen- bahnerverbandes. Destels ei'ung der höheren Beamten. Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner. Allgemeiner Eisenbah erverband." Trier, 25. Ian. (WTB.) Infolge der Ausweisung von zehn Beamten ist — w'.e bereits gemeldet — heute nachmittag 2 Uhr em 24ftünbiger Proteststreik der gesamten Eisenbahner schäft eingetrc'er. Ein Kurier ist mit den Forderungen der Gewerkschaften und Betriebsräte, die auf Zurücknahme der Ausweisungen hinauslaufen, auf dem Weee nach Koblenz zur interalliierten Rheinlandkommission. Zu den Ausweisungen selbst erfahren wir noch folgendes: Unter den ausgewiesenen Beamten befinden ftch sechs Rheinländer. Die Herren waren gestern nachmittag 5 Hhr zum De- zirksdelegierten der Rheinlandkommissivn geladen worden, wo ihnen in einer dreiviertelstündigen Desprec^ng der Ausweisungskesehl bekannt- gegeben wurde. Darauf wurden die • Herren von französi schen Soldaten in ihre Wohnung gebracht, wo sie sich mit dem Rvtwen- digstcn versehen konnten. Um 5,20 Uhr muhten sie in der Richtung Limburg weiterfahren. — Der Bischoff Bvrnwasser von Trier stattete am heutigen Rachmittag den durch die Ausweisung betroffenen Fanrilien Besuche ab, wobei ihm von der Bevölkerung stürmische Huldigungen dargebracht wurden. Um 5 Uhr traten die Stadtverordneter zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, in der der Magistrat und das Stadtvero"dnet"nkolleaium seien die Ausweisung des Oberbürc e-meifterS von Rauckbausen protestierten und e klärten, dah Rauchpausen auf Lebenszeit Bürgermeister von Trier ser und bleibe. Elberfeld, 25. Jan. (WB.) Der Bahnhof Dahlhausen an der Ruhr ist seit heute mittag von französischen Truppen beseht und dadurch gesperrt. Infolge der Sperrmna können feit heute mittag sämtliche zwischen Elbechlld und Essen über Hattingen verkehrenden Gilzüge nicht mehr fahren. Der Personenverkehr bis Hattrngen wird nach Möglichkeit aufrechterhalten. Düsseldorf 25. Ian. (WB.) DerDüffeb Dörfer Bahnhof ist heute mittag neuerdings von französischen Truppen beseht worden: die Eisenbahner haben daraufhin die Arbeit niedergelegt, so daß der Bahnhof für den Verkehr geschlossen ist. Durch die Sper- jning der Bahnhöfe von Düsseldorf und Dahlhausen ist das bergische Land fast gänzlich vom Verkehr abgeschnitten. Proteststreik in Trier. Trier, 25. Ian. (WTB.) Sämtliche 21 r- beiter und Angestellte von Trier sind heute mittag 12 Uhr aus Anlaß der Ausweisung von zehn höheren Beamten der verschiedensten Verwaltungen von Trier in einen geschlossenen Proteststreik getreten. Der Proteststreik rief geradezu erhebende.vaterländische Cßeranftaltungen hervor. Die studierende Jugend zog in geschlossenen Zügen, gefolgt von der gesamten Devöllerung, unter Absingung vaterländischer Lieder durch die Straßen der Stadt. Mit Beginn der Dunkelheit re -schwand auch das elektrische Licht und die Stadt hüllte sich in tiefe? Dunkel. Plötzlich erschienen französische Kavalleriepatrouillen, um die Demonstranten von der Straße zu vertreiben. Das ist ihren a^ec nicht gelungen. Die Dollsmenge cvich zwar der französisch-en Kavallerie aus, sammelte sich aber wieder an der nächsten Straßenecke und setzte die Demonstrativ'' rren fort. Infolgedessen haben die Franzosen über die Stadt Trier den Belagerungszustand verhängt. Von abends 9 Uhr bis morgens T Uhr darf keine Zivilperson die Straßen betreten. Die Verkehrsanstal len haben den Betrieb vollständig niebevaeregt. Die Stimmung der Devöllerung ist ausgezeichnet. Ausweisungen und Verhaftungen. Aachen, 26. Ian. (WTB) Dem hiesigen Regierungspräsidenten Dr. R o m b a ch und seinem ständigen Vertreter, Ober egierungsrat v. G o e r t- feben, wurde ihre Ausweisung mitgeteilt. Den beiden Beamten, geborenen Rheinländern, wurden 24 Stunden Frist gelassen. Ihre Familien müssen nach 8 Tagen folgen. Trier, 26. Ian. (WTB.) Landrat von Daun ist von der Desatzungsbehörde verhaf - t e t worden. Der zweistündige Proteststreik in Düsseldorf. Düsseldorf, 26. Ian. (WT2.) Anläßlich des zweistündigen Proteststreikes der Reichs-, Staats- und Kommunalbeamten ruhte gestern zwischen 5 und I Uhr der gesamte örtliche und Fernsprechverkehr. In den sptcn Rachmittagässtunden kam es hier In den Hauptstraßen zu gewaltigen Ansammlungen. Heber die Kaiserallee bewegte sich ein unübersehbarer Zug unter dem Gesänge vaterländischer Lieder. Bor dem „Dreitenbacher Hof" versuchte französische Infanterie und Kavallerie den Zug auseinanderzusprengen. Der Zug formierte sich abrr wieder von neuem. Es wurden französischerseits mehrere blinde Schüsse abgegeben. Kavallerie ging mit blanker Waffe vor. Verletzungen sind aber bis jetzt noch nicht gemeldet. Kundgebungen für die heim kehre», den Jnduftrieführer. Essen, 25. Ian. (WB) Die Heimkehr der vom französischen Kriegsgericht wideinechllich verurteilten Dergwerksdirektoren des Ruhrrevrers gestaltete sich zu einer ergreifenden vaterländischen Kundgebung des deutschen Volkes für die Männer, die in Mainz tapfer und treu deutsches Recht und deutsche Würde vertraten. 2Iuf allen Bahnhöfen waren tausende von Menschen versammelt, die mit jubelnden Zurufen die Industrieführer des Ruhr- reviers begrüßten. Der Empfang, den die Bevölkerung Essens ihren Mitbürgern bereitete, brldete den schönsten Abschluß der denkwürdigen Fahrt und hinterließ unvergleichliche Eindrücke. Die am Bahnhof harrende unabsehbare Menge zeigte eine mustergültige Haltung. Die französischen Post ierunaen waren zurückgezogen. 2lls der Düsseldorfer O-Zug gegen 4i/2 Uhr in den EssenerHaupt- bahnhof einfuhr, brauste das Deutschland-Lied durch die Halle und über den Platz. Mit entblößten Häuptern begrüßte die Wenge die Bergwerksdirektoren. Stürmische Hochrufe auf die tapferen Männer und auf Deutschland folgten. Die auf dem Bahnsteig versammelten Anaehörigen der Heimkehrenden überreichten diesen f ischen Lorbeer und Blumen. Zu dem Empfang waren ferner Vertreter der Reichs- und Staatsregierung, der Stadt Essen, des ganzen Ruhrbergbaus usw. erschienen. Rach den Empfangsfeierlichkeiten nahmen die Direktoren in einem Kraftwagen Platz, welcher sich nur mit größter Mühe durch die Menge einen Platz bahnen konnte. Immer wieder folgten erneute Hochrufe. Essen, 26. Jan. (WTB) Gelegentlich der gestrigen Demonstrationszüge verlang c vor dem Gebäude der Hauptpost ein f ra n z ö s i s che r O s - fizier die Verhaftung eines Deutschen. Die Menge nahm daraufhin eine drohende Haltung gegen ihn ein. Der Offizier zog den Revolver und machte sich schußbereit. Von Schupobeamten wurde er an dem Gebrauch der Waffe gehindert. Die Beamten zogen eine Kette zwischen ihm und der Menge, worauf er sich in das Postgebäude zurückziehen konnte. Die Behandlung von GeheimratRaiffeifen uudDr.Schlutius Darmstadt, 25. Ian. (WTB) Geheimrat Raiffeisen und Dr. Schlutius s'md gestern abend hier in Darmstadt eingetroffen und erzählten einem Redakteur „Hessischen Landeszeitung - Täglicher Anzeiger" über ihre Erlebnisse folgendes: Mich der Verhandlung und nachdem ihm sein Rechtsanwalt mitgeteilt hafte. dah er zu einem Jahr Gefängnis mit Bewährungsfrist verurteilt worden sei, wollte sich Dr. Schlutius mit Geheimrat Raiffeisen nach dem Zentralhotel begeben, wo die verurteilten Industriellen den Abend verbrachten. Beim Verlassen des Iustiz- gebäudes wurde Dr. Schlutius erneut von fünf französischen Soldaten mit Geheimrat Raiffeisen festgenommen und in ein Auw verbracht Sie passierten die Rheinbrücke und führen dann ungefähr anderthalb Stunden durch die Rächt. A u f einer Chau ssee, an der sich ein französisches Wachthaus b e ja n d, wurden sie ausgesetzt und ihre Koffer hinter ihnen hergeworfen. Das Qluto fuhr dann zurück. Die Herren wußten nicht, wo sie sich befanden. Menschliche Wohnungen toaren nicht in der Rähe. Rach etwa halbstündigem Warten kam ein Auto auf der Straße an und der Inhaber, Herr Castel aus Mainz, brachte dann beide Herren, die zwischen Griesheim und Darmstadt ausgesetzt worden waren, nach Darmstadt, wo sie völlig mittellos eintrafen. Die Lausanner Konferenz. Lausanne, 25. Jan. (WTB.) Die gestrige Mitteilung über die baldige Heberreichung des Friedensvertragsentwurfs an die Türken und der Wunsch der alliierten Delegationen, zu einem schnellen Abschluß der Konferenz zu gelangen, bestätigt sich Die Alliierten haben beschlossen, die Arbeiten der Hauptausschüsse noch in diesen Tagen zu beenden. Morgen sollen der von Garoni geleitete Ausschuß für das Fremdenstatut und die Frage der Kapitulationen und der von Dompard präsidierte Ausschuß für Wirtschafts- und Finanzfragen zu- fammentreten. Am 27. Januar werden die Alliierten bann die letzte Hand an den Friedensvertragsentwurf legen, der am Sonntag, dem 28. Januar, in einer Konferenz der alliierten Delegalwns- führer endgültig diskutiert wird. Am Montag wird der Entwurf den anderen Mächten mit Ausnahme der Tüten vorgelegt und am Mittwoch der Borlai ■got Mein. en Rösendtn nanen Diensten ^njahret frbl^HchstUnd ’^bewahferu 1 Hen Wilhelm hoffe ich Aufträ„ wer^ * angelegen Ware bei ”* “'/) nann * "kund Fette duktenfabrik lldeck. l", is zu 10000 M." . Lcmdeskasse. sofort einen Be- ir Gemeindelasse zu jren und diesen bis . uns einsenden, veil das Hauplzoll- >läge in Verbindung > vornehmen mochte. neröe. idrtrgütungen vom meisteretev les. isteriums Ar. 24010 Kenntnisnahme und chaber von Dienst- ng der Vergütungs- )t unter be. 2. Dezember 1922. Vergütungen vom ehe Behörden, lärj 1922 ist eine n- TSffiS SS dis «Ulf r. S«6- Linien wf für Dr, der 7dl W sa^ Jnze^ 175. Jahrgang Freitag, 26. Januar 1923 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drncf nnd Verlag: vrlihl'sche Univerfikätr-Vuch- und Stelndruckerei R. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulsttatze 7. Annaqme von 2In$eigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigeno 27 mm Breite örtlich 30 Md , auswärts 40 Mk.; für Reklame- Anzergen von 70 mm Breite 150 MK.Dei Platz» Vorschrift 20°/e Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumichein; für den Anzeigenteil: Hans Leck, sämtlich in Gießen. Nr. 22 Erscheint täglich, außer Sonn» und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GießenerFamilienblötter Monatliche öezugspreis«: 760 Mark und 40 Mark T rägerlohn,durch diePost 800Mark,auch bei Nicht» erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. -Fern sprech. Anschlüsse: für bieSdjrift» leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Stehen. postscheälonto: Zransiurt a. M. 11686. Ein englischer Arbeiterführer int Ruhrgebiet. Charles Roden Buxton, ein hervorragender Führer der englischen Arbeiterpartei, weilte, so schreibt der „Vorwärts", in den letzten Tagen als offizieller Abgesandter der Hnabhängigen Arbeiterpartei mitten unter unseren kämpfenden Kameraden, nahm an ihren Besprechungen mehrfach teil und Übermittelte ihnen die Grüße der englischen Arbeiterschaft. 2lus der Rückfahrt von Essen nach Berlin hatte ein sozialdemokratisches Parteimitglied Gelegenheit, sich mit Cöujton ausführlich über die Eindrücke, die er im Ruhrrevier ausgenommen hatte, zu unterhalten. Buxton äußerte sich folgendermaßen: Ich habe die Störungen, die der Einmarsch der Franzosen im alltäglichen Geben der Arbeiter verursacht hat, an der Quelle studieren formen, denn ich habe bei einem Bergarbeiter gewohnt, mit dem mich vor zwei Jahren Otto Hue bekannt gemacht hatte, und habe mit vielen Arbeitern gesprochen. Der Einmarsch machte sich bei den Massen sofort durch ein Steigen der Lebens- mittelpreise ungefähr auf das Doppelte bemerkbar. Es entftanb eine allgemeine Beunruhigung. Riemand wußte, was am kommenden Morgen werden sollte. Besondere Empörung erregte es dann, als die Arbeiter ihre Kinder nicht mehr zur Schule schicken konnten, weil die Schulen von den fremden Garnisonen beschlagnahmt worden waren. Das Verh alten der französischen Behörden gegenüber den Arbeitern kann ich nur als unverschämt bezeichnen. Ich'habe noch nie etwas ähnliches gesehen. Die Arbeiter hassen die französischen Offiziere und die französischen Behörden. Aber sie empfinden gegenüber Frankreich und den französischen Soldaten keinen Haß. Sie haben für die einfachen Soldaten noch die Entschuldigung, dah sie doch selber unter dem Zwang der herrschenden Kaste ständen. Die Kruft der Arbeiterklasse beruht auf ihrer passiven Resistenz, mit der die feindllche Invasion nicht fertig werden toirb. Darin ist die ganze Arbeiterklasse einig, auch die Kommunisten wollen nicht unter den fremden Bajonetten arbeiten. Das Abkommen von Dortmund über die Freigabe der militärisch besetzten Bahnstrecken war ein erster großer Erfolg. Genosse Buxton kam bann auf die Hcrltu n g Eng lands zu dem Vorgehen der Franzosen zu sprechen und führte darüber aus: Die überwiegende Mehrheit des englischen Volles sei entschieden gegen Frankreichs gegenwärtige Politik. 3n bürgerlichen Kreisen ist der Hmschwung erst in letzter Zeit zögernd und allmählich erfolgt. In den Arbeiter kreisen, die schon feit vier Jahren Stellung gegen den Frieden von Versailles genommen haben, ist das Gefühl gegen das französische Hnrecht viel stärker entwickelt. Die eng- ' lisch en Arbeiter sehen in dem Vorgehen Frankreichs den Gipfel des Imperialismus. Die Stimmung gegenüber den kämpfenden Kameraden im Ruhrrevier ist die einer vollkommenen Solidarität, wie ja auch meine Entsendung nach dem Ruhrrevier beweist. Würde es freilich zu Gewalttätigkeiten im Ruhrrevier kommen, bann könnte diese Stimmung leicht Umschlagen. Wir würden eine Intervention, sei es des Völkcrbunbes, sei es Amerikas, begrüßen. Wie wllt unsere Kraft reichen wird, die Regierung in posittvem Sinne sn beeinflussen, läßt sich natürlich im voraus nicht sagen. Einen günstigen Hmstand bedeutet es, daß auch die kaufmännischen Kreise klar gegen die französische Politik Stellung genommen haben. Eine aktive militärische Hnterstühung Frankreichs durch 'England würben wir auf alle Fälle verhindern tonnen, aber die wird wohl für keine englische Regierung mehr in Frage kommen. Für uns von der Hnabhängigen Arbeiterpartei handelt es sich hier nicht um Frankreich ober Deutschland, sondern um einen Kamps zwischen dem Militarismus und der Arbeiterklasse Hnd da stehen wir mit unferm ganzen Herzen auf der Seite der kämpfenden Kameraden im Ruhrrevier. * * * . Friedrich Stampfer weist in einem besonderen Leitartikel des „Vorwärts" auf diese Tatsache hin, „daß die englischen Arbeiter die ersten waren, die durch Entsendung des Genossen Buxton nach dem Ruhrgebiet den Weg zu ihren kämpfenden Kameraden gefunden haben". Stampfer war seBst ebenfalls im Ruhrgebiet, und er schreibt über seineAuffassungen: Der Kampf um die Kohle Farn nur mit kaltblütiger He er Regung geführt werden. Darum ist in diesem Fall und bi; auf weiteres auch Generalstreik Generalunsinn. Die Arbeiterschaft ohne zuverlässigste Sicherung der materiellen Wider- svmdsmög ichkctten in einen Generalstreik letz n, wäre geradezu ein Verbuchen. In wenigen Tagen wurde bas Hnternehmen mit Zusammenbruch und blutigem Gemetzel enden und die zermürbten Massen wären zu weiterem Widerstand u-nfähig. Mit den Kräften des Widerstandes hauszu- falten, sie rationell zu verwenden, mit dem klein- fctn Kraftaufwand die größte Wirkung zu erzielen, das ist die Ausgabe, die jetzt geleistet wer- ben muß. Allen Respekt vor den Herren, die sich nicht scheuen, -einen bequemen Villensitz mit dem Militärgefängnis zu vertauschen. Aber man darf keinen Augenblick oergeffen, daß die moralische Widerstandskraft dieser Herren in ihrer sozialen Stellung unb-ihren wirtschaftlichen Verhältnissen einen starken Rückhalt besitzt. Der Arbeiter, der kleine Angestellte und Beamte lebt in ewiger *5 Wy pcÖ’ frühere Burenkommanbant Koos Joste aus ; Friedrichroda in Thür, einen Dortrag hielt j über das Thema: »Das Schicksal und Leben bee Burenvolkes in Vergangenheit und Ge- aenwart, und tone bas beutfche Volk daraus 1 lernen kann." Mit den In drei Abschnitten Gebotenen Ausführungen wechselten Craelfpld, | gemeinsame Lieber und Dedtchworttag Der OnSgeistliche leitete die Feier mit einer Ansprache ein unb schloß mit einem herzlichen «Afi puroen ;><« dehat K^Iervtdn«! br Helte überwiesen. ch. Münzende rg, 23. Ian. Am Sonntag fanb in unserer Kirche ein aut besuchter Gemeindeabend statt, bei dem bet atmet oom ubnaen Deutschland M tre men, Mas ax-u Kaitmmer alS die Wtoenmrng Oie.-schiesiens in. A>ie lange wollen DtcUbtlflen (X n t e n t e- maa>te Dem noch tatenlos wlem? Will die XcpatailonerommtfTton nicht etnarrfen, vever der TttlttartSmus iede Re>araltvnSfSvtg- tot zerschlägt? Die Kritik des AuSlankeZ richtet n han e n als zu eb: . .r< r ist die Regierung b.T tu, zu führen, aber niemand sonst. Die Haltung der Regierung In bet auswärtigen Politik bat unsere Billigung. Allein in der Kraft unb Eintracht des deutschen Volkes liegt seine Ho'fnung. (Qebbaf:er Deisall ) Gegen 5 Ubr nachmittags vertagt sich das Haus. Weitetberatung morgen nachmittag 2 Ubr. s Der Redner widerfegi nochmals die Dcrtoun- bong, bah Deutschland künstlich bvi MaMuts baratloMleiftungci bis des Möglichen to'ten, ate. nicht unter dem Drucke franiölt chcr Bajonette Die bisherige 2rsüllunqS- poll-ik Hai den Erfolg gezeitigt, dach ^7anLc?ich jetzt allein stebr und das ganze latsch« Roll in bet Abwchc der franzöflschen GewalWv ittk einig ist. Der Redner ba..(le Dann den Beamt en für ihr tapferes Der hallen. Sobald die DeWalt dem Recht gewichen ist, sind wir zu Verhandlungen über eine vernünftige Regelung der Repaealionsfrage ’* DiebNahl. In der Rache zum 23 b TL jeiiben aus einem unverschlossenen Vorplatz ein fall neuer ®iknbatrerman.el. cuw Naue Litewka unb etn grauet >rnabenüderz e >et entwendet. — Vce Qüdaut wirb gesamt. Sachdienliche Mll- tnlung nimmt die Kriminal-Abteilung entgegen. Vornokize». — Tageskalender für Freitag. Ciabtlbeater, 7 Uhr: -5rubling#Ufie. — Ölnqlaal bet Oberreal schule, 8 Uhr Vortrag über .Die Auslösung der Wellreiche in Vergangen heil. Gegenwart und Zukunst tm Lichte der Bibel* — Hopfeld. 8 Uhr Versammlung des Gewerklchafts- dundes der Angesiellten. — Lichtspielhaus, Bahn- »ofstrahe. ab beute: .Konf.'.f:' unb .Das Kind muh doch 'nen Vater baden*. — Palast-Lichtspiele .Zum Parab.es der Shimen* Landkreis l^ictzen. " Gtohen-Linben,28. Jan. In «dem Gemeinde wurden für ba RuHrdevölkeruna 33 Zentner Roggen. 20 Zentner Kartoffeln und Es acht jetzt um Vein oder Richt sein bet Ration Geschlossenheit ist jetzt das Ge- bot bet Stunde Lassen wir uns *u feinem Putsch oder zu UnbehrnncnbeLei btnrdhen, berat Wirkungen unsere würdige 2lowe)t vermindern aütben Je besonnener wir auftreten, um fo ftär- fer werben wir sein hi dem Brw.-ts. dah B-io- nette unb Maschinengecre/.e als Bethandlungs- Infttument tn winschafUichen Sr. Schuhmachermeister Henkel 20X. Ewald Paul 500. Sin Spietfvnds 250. Stabt- knabenfchu'.e Giehen 2 Prozent bis 4 Brvzmt vorn Gehalt 8 5000. 6caLiu±-tk-Ucr Stoll 2200, Die Beamte des Poli^eiamts Stehen 82 815. Die Angestellten der Äa. Schunk u 3tx Windhof 60 250. Aus ber Sparkat e des Schülers Rudi Schtckebanz !O0. Donner «tags fr ünzchen auf der Beschenke 10X W. Ha-le 1X0. Fcl. M. und 3 Schrick 30X. Rechtsanwalt Albrecht 10 000. muhle unentgeltlich Dermab'.tn werden. Kreis Lauterbach. ♦ Lauterbach. 24 Jan. In ber Sägerei von Henkel am Bahnhof hantierten heute norgen einige junge Leute an bem Gewehr )eS RachuvÜchrers. Durch Unvorsichtia- eit eines Lehrlings entlud sich die Wafe, und einer der jungen Leute wurde getötet KreiS Büdingen. X Stockhe i m . 25. 3an. Am Dienstag nachmittag tagte im hiesigen Bahnhof eine von der Reichsdahndi. rktion einberufene Versammlung zur Entgegennahme und Besprechung der verschiedenen Fahrplanwünsche. GS waren erschienen Vertreter des KreiSamtS Büdingen, der verschiedenen Handelskammern, der Gemeinden Gtchen, Lauterbach, Ortenbtrg u. a. Die Versammlung wurde von OberregierungSrat Kra st aus Frankfurt a. M. geleitet, der aus den verschiedensten Gegenden eine aroste Anzahl von Wünschen entgegennahm, deren Erfüllung allerdings nicht immer in Aussicht gestellt werden konnte, da der Direktion für ihren Bezirk nur eine beschränkte Zahl von Zugkilomeiern zusteht und der derzeitige Verkehr vor allen 'Dingen dem Berufsverkehr der verschiedenen Stünde dienen must. Für die Sttecke Frankfurt — Vilbel —Lauterbach wurde sobaw wie möglich eine neue 3ugtxrbirü)ung am Vormittag, ähnlich wie schon jetzt an Sonntaaen, in Aussicht gestellt, ebenso soll ber Schüler- verkehr Heloenbergen — Friedberg eine Verbesserung erfahren. Dagegen konnte für den Sonntagsverkehr keine wesenlliche Verbesserung In Aussicht gestellt werden. Alle vorgebrachten Dünsche sollen noch einmal aufS sorgfältigste auf ihre Erfüllung hin geprüft werden. «reis Friedberg. (Fine Kundgebung der Wiener Hochschulen. Bei einer Reichsgründungsfeier haben dieWienerHochschulen folgende Sntschliehung gefostt: Di« Rektoren ber Wiener Hochschulen find mit ber beuHeben Studentenschaft am Tage ber Gründung des Deutschen Reiches ;u einer ge- mrinfamen Trauerkundgebung zufammergetrelen. ©le empfinden das Leid, das dem deutschen Volke in bl.-len Tagen widerfahren ist wir ein eigenes unb geben dieser Empfindung &f entlich Ausdruck. Sie (eqm feierlich Verwahrung ein gegen die Militärsche Besetzung deutschen Landes die gegen Me Fll^msverttäge verstostenb. einen Rechts- d uch und eine Vergewaltigung batfteUt Dieses Unrecht wieg« um so schwerer, als es bem Deutsch.-n Reiche in einem Zeitpunkt zugefügt wird, in bem alles vermieden werden sollte, was die Wle^rgefunbung seiner Verhüllnisse verhinbert, an ber alle Kulturvölker interessiert sein müstten. Rektoren unb Studentenschaft ber Wien« Hochschll«-,» geben ber Hoffnung Ausdruck, dast bi -fe neuen, baden Schlage ba s Gefühl bet Reichseinbett nur noch stLrker festigen werben. Bei dieser Gelegenheit wiederholen sie feierlich das Gelöbnis der 3ugc(>6ng- feii unb ber Treue zum deutschen Volkstum. machm. Die Sozialbemvkratte ue.de an einer rkbtig verstandenen E.lüllungspolltik sesihvl Lt und lehnt jede Getneinschrft mit Parteien oder einer Regierung ab. die aus bem vertragswidrigen Einbruch der Franzosen die Befreiung von allen Lasten des FttedenSV-rtrageS folgern will Diesmal bedarf es nicht der Ce fnung von Archiven. um anzuzeigen, bah die alleinig S chu ld an dieser neuen Kaiastroph blc Regierung PvlncarS trifft Frankreich versucht, durch eine Zollgrerze daS Ruhr- ♦♦ Orntnnuna. Durch Verfügung des Reichsministers der Fincmärn wurde Staatsanwalt Dr. Eckert zum Stellvertretenden Retchsbevollmüchtigten bei der Dar- lehenskaffe Diesten ernannt. Die feierliche älebergabe des DolkSbadeS an bl« Stadtverwaltung fand am Dienstag vormittag statt In der Vorhalle des Hauses begrüstte der erste Vorsitzende der Aktiengesellschaft Diestcner Dotksbad, Architekt Meyer, die geladenen Gäste. 3urfl ' Q dankte er allen, die zur Gründung und Förderung des so übe u? wichiig.n sozial-hygl....f^n Institutes mitgeholsen haben. Er gedachte der schon verswrbenen und noch lebenden Gründer des Werkes, das vor nunmehr 25 Jahren als erhebendes Zeichen bürgerlichen AeisteS und Gemeinsinnes erbaut wurde. Besonders der Stadtverwalmng sei Dank zu sagen, dast sie in den letzten Jahren durch namhafte Zuschüsse die Weitererhaltung deS im Interesse der VollSgesundheit so wichtigen Instituts ermöglicht h-rtte. Darauf gab der Redner einen kurzen äleberblick über die Geschichte des DadeS, das sich aus [leinen Anfängen stets erwei.ert und Derbe s-.rt hatte, und dessen finanzielle Lage Immer günstiger geworden war, bis das Jahr 1914 mit dem Kriegsbeginn dieser AufwärtSbeweaung ein Ziel setzte. Die Frequenz der Badegäste nahm ab, und es wurden immer gröbere Zuschüsse aus der städttschen Kaffe nötig, bis nun das Werk mit einer grosten Belastung der Stadtverwaltung zur Weiterführung übergeben werde. Mit den besten Wünschen für den Fortbestand des Werkes übergab Architekt Meyer, der selbst einer der Gründer ist, die Protokollbücher des Vereins an den Beigeordneten Dr. Seid, der als Vertteter der Stadtverwaltung damit das Werk übernahm. Auch er dankte in seiner Ansprache nochmals allen, die das DolkSbad ge- fördeN haben, und drückte die Hoffnung aus, dast es doch möglich fein werde, das Werk trotz der größten Schwierigkeiten durch diese Zeit der wirtschaftlichen Rot hindurchzubrlngen. Die Stadtverwaltung werde jedenfalls alles tun, was in ihren Kräften stehe, um die Stilllegung des Babes zu verhüten. Ein Rundgang durch sämtliche Räume, der die Gäste von der hochwertigen Beschaffenheit unseres Dolks- bades überzeugte, beschlost die Feier. •• Eine öffentliche Aufforderung vom Finanzamt Ift Im Anzeig-nteil uniert* heutigen Blattes enthalten. ES bandelt sich um die Abgabe einer Steuererklärung für die Veranlagung zur Einkommen- unb KaDiLileriragflcuer für das Kalenderjahr 1922. iowie für die erste Veranlagung zur Vermögenssteuer unb für bie Veranlagung zur Zwangsanleihe. ♦* Reue Schlachthofgebühren- sätze werden irn Anzeigenteile unseres heutigen Blattes zur öffentlichen KenmniS gebracht. Die neuen Gebühren kommen von heute ab zur Erhebung. Interessenten seien hiermit auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. •• Keine Erhöhung ber Eisen- bahntarifeaml.Februar? Darmstädter Blätter berichden aus angeblich zuverlässiger Quelle, die ReichSregieruna trage sich mit der Absicht, am 1. Februar die beschlossene Tariferhöhung der Eisenbahnfrachten unb sonstige Erhöhungen mit Rücksicht auf die gegenwärttae Lage nicht in Kraft treten z» lassen. Angesichts der neuen Teuerungswelle, die die Kosten der LebenShalmng ungeheuerlich ansteigen lästt, wäre es gewiß zu begrüßen, wenn diese Absicht der RcichSregie- mng zur Tat werden würde. Einstweilen ist aber amtlich noch nichts bekannt geworden. •• Einstellung des Abrufens der Züge In den Warteräumen. In vielen Bezirken der deutschen Reichsbahn wird in den Warteräumen nicht mehr abgerufen, unb diese Reuerung hat fast überall zu einer schnelleren Abferttgung an den Sperren geführt, da die Reisenden nun nicht mehr stoßweise auf ber. Bahnsteig stürmen; außerdem wurde dadurch eine Personalersparnls crxiclt. Aus diesen Gründen hat der Rrichsverkehrs- minlfter verfügt, daß das Abrufen allgemein eingestellt wird; die mechanischen oder elektrischen Abruf-Einrichtungen I sollen jedoch vorlLuflg beibehalten werden. Aus dem IRctche, Di« Erhöhung der Beamten- unb Arbeiter- bezüge. Berlin, 25. Jan. (WTB.) Bei den heutigen Verhandlungen im RelchSfinanz- ministerium mit den Sp i tz« n org a n i- la Honen über die Angleichung der Bezüge der Beamten, Angestellten und Arbeiter der ReichSbehörden und ReichSbettiebe an die Geldentwertung Ift eine Verständigung erzielt worden. Danach werden die bisherigen Gesamtbezüg« vorbehaltlich der Genehmigung von ReichSkabinett, Reichsrat und Reichstag für di« zweite Jan uarhälfte um rund 25 Prozent erhöht. Aus Hessen« rm. Darmstadt, 25. Jan. DaS Hess. Gesamtministerium bat nunmehr dem Landtag «Inen etwa 60 Artikel enthaltenden Gesetzentwurf bett. Abänderung des Feld- oereinigunaSgesetzeS vorgeiegt. Weiter« Vorlagen betreffen die Vorauszahlung der Dienstbezüge an die Beamten, die Ueber- nahme von 75 Prozent der Aufwendungen für die Beamten der Landeshypothekenbank durch die Regieruna, eine zweite Aenderung des Gesetzes über Die Wohnungsbauabgabe. Hierfür sind 25 Millionen Mark für Hefsen eingestellt. DankeSwort. Di« Gemeinde wohnte mit großer Aufmerksamkeit den zweistündigen Darbietungen bei. Eine freiwilliae Sammlung ergab oen Benag von 1246^0 Mark. Starkenburg und Rheinhessen. wd.Mainz.25 Die Handelskammer Mainz unb Der Verein Mainzer Kaufleute veröffentlichen durch Anschlag folgenden Aufruf an die Mainzer Kauf- Mannschaft: Die gegenwärtige krisssch« ßaat und bie Schwierigkeit Der Verlorguna ber Bevölkerung legt uns bie Pslicht auf. an bie KausleuM tXe tvtngenbe Aufforderung zu richten, bei ber PtoSbe.'echnung für bie n o t tt>e n b l g fl en Le- bensbebürfniffe. insbe'onder« Lcbek^nntt< keinerlei Pretserhöhungen oor^uneh-1 men. wd. Bingen, 25 Ian. Das HauptroSt ber Wasserleitung ist bei ber H^denburg- > brücke in Gaulsbeim gebrochen Dadurch 9 bie ID a f feriuleltung nach B unb bie Elnwoynerfchaft ist In schwre Hessen-Rassau. fpd Frankfurt a. TL. 25 Ian. InfolW Mangels an Betriebsmitteln muß ber Palmen- garten mehrere seiner Schauhluser f 4> l i t h«■ unb beven BeNänbe. soweit sie nicht ganz selten« Pflanzen beherbergen, ben allgemeinen Verlauf zuführen. spb Frankfurt cl TL. 25. Ian. flR-i rij’clba’tcr Fall von S i t t i i chke i t s verbrechen bcschüttlgt gegenwänig die K-tmln* Uolljet unb bie 2UcM«: Ein junge- Mädchen ans Eberstadt wurde auf ber Fah^t von Gernshet». wo es tn Stellung war. von einem etwa 35jtb* gen Mann s cha r f filiert, so bah es schließ' sich in willenlosem Zustanbe bem THarei vom hiesigen Hauprb.dntzofe in eine Wodmmß folgte Hier würbe bas Mädchen von bem Manne | unb drei weiteren Personen Mißbraucht unb olF handelt Es wurde später in ber Elbestraße m bittnihllofam Zutzanbe aufgefunben unb nach ve» Kranltnbaule übetlübrt. Als es nach lag» ■ur Besinnung tarn, beschrieb es genau das 3i®* ! tmr unb Idne. Einrichtung, ohne aber den Wes . nach der Wohnung beschreiben zu können. Drs Deutscher Reichstag. 290. Sitzung. 2 Ubr nachmittags. Berlin, 25. Januar 1923. Präsident Löbe verliest tel Eröstnung Sympathie tetegramme tes Tiroler Landtages, der Ctabnxr jxiltung Graz unb ber deutschen Ab- gecibnelcn im itallenische-r Parlament aus Anlaß ber sranzbslschen Ruhrbesetzung. Das beut sch-amerikanische Abkommen über Einsetzung eher Kommission zur Prüfung ber amerikanischen Ansprüche | aus bem Versailler Vertrag a4rb tn I allen brti Gelungen ansenommen, desgleichen der Desenentwurl über bie Eintragung von Schlsss- pfandrech:en in ausländischer Wuh.-ung. Rach Erledigung einer Reise kleinerer Vorlagen aiirb bie erste Beratung bes Etats für 1 923 burch eine Rebe des Jirmnzminlsters Hermes eingeleitet Finanzminister Hermes: Der Hauichall bes Reiches steht unter bem Druck, bah blt Ausgabeposten ber Marke iLdct- tung viel schneller sollen, als die Einnahmen, unb leibet weiter durch die llnsicherheU ber Zahlen. Da» Ertraorvinarium schließt mit einem Defizit von 66 THlllarben. Die Post hat trotz aller Ersdamtsmahnahmen einen Anleihe bedarf von 82 Tltllkirben. Die 3tlenbi&n hrfst ihren Fehlbetrag ausaleichei zu können. Die Erhöhung ber Ausgaben für bie Beam eibefol- bung ist eine Folge bes Markstur'e- unb blefev cvieder eint Fol^,e ber Ruhr besedung Der Grunb für bas Vorgehen Frankreichs slnb die Plöne ber f ranzöi is chen Wirtschafts- Imperialisten. mit Gevalt ei re Vereinigung von Eisen, Erz unb Kohle unter fvanzösischor Führung zu erzwingen. Wir werden diesem Gewaltakt mit alle» Mittel, unsere» Widerstand eutqezens-tzeu. Die Regierung wird bem Reichstag demnächst eine gröber« KreMUorbrrung unterbreiten 0n worden; insoweit wurde die ^Berufung bestätigt. 241. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) -nrNllssÜtU nfrf$ ücser Zett unb in diesem Lande, das halb fran- (QL, 25. ^Ilsch war und halb deutsch, die Gerechtigkeit r 1 .^,[n muh der Vu jo hün- und hergerrssen wurde wie ein Hampelmann? «*rtubiuler l-llv Was heute Gesetz war, wurde morgen wieder um- riner °Hie nl^ 9 ak&' osten. Verbesserungen?! Er lachte bitter. Hab !, sover ' ngeincinen to !> konnte eine Justiz durchgreisen, die in jedem _ UUy ....__aaXa,.» Xa...___L . ■ ____ Friedberg. eim, 25. Jan. MD- achhalöem Aliceftam- stanöShilfe in to- 100 3ensrichter fuhr sich über die Stirn, lh^en. 9 Der Schmied Ivh. Wilh. L. von Rödgen hatte in der hiesigen Eisenbahnwerkstätte nach und nach 22 Kilogramm Kupferabfülle entwendet und mit nach Hause genommen. Er behauptete, der Alt- Händler H. Sch. von Gtehen habe ihm seinerzeit: «sagt, er habe doch in der Werkstätte Gelegenheit, sich Kupfer zu verschaffen', andere täten es >ruch. Er sprach dann bei Sch. wieder vor und dieser erklärte ihm, er wolle das Kupfer abhvlen lassen. Am 10 August 1922 fuhr der Althändler 2. W. von Gtehen, der damals das Geschäft mit Sch. zusammen betrieb, nach Rödgen. Dort ver- crbvedeten er und L., sich im Walde nach (Sieben zu zu treffen; dort solle das Kupfer übergeben werden. Do wurde es denn auch gemacht. L .war geständig. Sch. und W. bestritten dessen sie belastende Angaben. Auf .Grund der Beweisaufnahme hielt daS Gericht auch sie für überführt und verurteilte L. zu 4, Sch. zu 8 und W. zu 6 Monaten Gefängnis. «Qdchen tonrtfce ran von ttnen 21 rite "AS bs Hh Pn otischen Zustand versetzt und führte letzt den Arzt und mehre« Polizeibcamte ohne weiteres in die Wohnung uno das Labo- oatortum eines Dentisten in der Kaiser- flrahe. Die Räumlichleitan stimmten haarscharf mit der früher gegebenen Beschreibung überein. Der Den list bestreitet bie Tat, scheint auch alS Täter nicht m Frage zu kommen, da er ein bis b-ht nicht widerlegtes Alibi nachweisen formte. Dagegen scheint es nicht ausgeschlossen, dah der im Hause wohnende Bruder des Dentisten als Täter in Frag« kommt. Das Mädchen will ihn mit Beslimmthrft alS die Person wiedererkennen, bte eS In die Wohnung gebracht und zuerst mist- biaucht Hut. Der Beschuldigte leugnet jedoch d!e Tat unb verdächtigt einen Gehilfen seines Dru-- d«rS sowie die Freunde deS Gehilfen. Weitere Ermittelungen sind im Gange. fpd. Frankfurt a. 24. Jan. Die Stadtverordneten-Versammlung nahm am Dienstag einstimmig einen Antrag an, der die Redezeit der einzelnen Fraktionsredner auf 15 Minuten beschränkt. Das war die Theorie. In der gleichen Sitzung gestaltete sich die Praxis aber wesentlich anders; denn die Sitzung dauerte von fünf bis zehn Uhr, also geschlagene fünf Stunden, und gar mancher Redner überschritt )ie ihm festgesetzte Zeit um daS Mehrfache. Dabei wurden In der Sitzung ganz belanglose Sacken behandelt. Die Drucklegung eines Stadtvervrdnetenberichtes erfordert jetzt etwa eine halbe Million Mark. Vermischtes« Raubmord? Berlin, 25. Jan. (Wolff.) Rach einer Meldung der „Reusn Berliner MittagSzei- ümg" wurde heute nacht in einem kleineren fotel ein Mädchen durch einen Schuh in * t । ß SNiuh* weriehr keine wesentlichr Ssicht gestellt loerden. M nsche sollen noch einmal iif ihre Ecfüllmig hin gt« Das Schöffengericht Büdingen hatte den Landwirt Fr. M. von Mlttelgründau we.^en vor» 1 sätzlicher Milchfälschung zu 5 Tagen Gefängnis und 5000 Mk. Geldstrafe verurteilt. Seine Berufung wurde als unbegründet verworfen, die Strafe aber auf eine Woche Gefängnis und 10 000 Mark Geldstrafe erhöht. Der Postschaffner Wblh. B von Ober-Rvs- bach und der Wagner I. D. daselbst hatten im Herbst 1922 von dem Verwalter D. einen Zentner Weizen und einen Zentner Erbsen, die auf dem Löwenhof gestohlen waren, gekauft. Das Schöffengericht gnebberg hatte sie mangels Beweises ioeigesprochen. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft wurden sie zu Gefängnisstrafen von 4 3 und 2 Monaten wegen Hehlerei verurteilt. G i e h e n. 23. Januar. Der Schütze A K. vom hiesigen Infanterie- Regiment war vom Schöffengericht zu einer Ge- tngnisslrafe von 3 Monaten und einer Woche yerurteitt worden, weil er einem Leutnant einen Ring und einem Rittmeister aus dessen Koffer einen erheblichen Geldbetrag gestohlen hatte. Er verfolgte dagegen Berufung und behauptete, unschuldig zu sein. Durch die Beweisaufnahme vor der Strafkammer wurde aber der erbrüdenbe De» |tn, ' $ "ÄS ZHsA tg, 23. Fan. Am SvM ■ Kirche ein gut besucht» d statt, bei dem btt ianbünt KooS Jvsteaill tchür. einen Dvrttag hm DaS Schicksal und Lebe» ii Vergangenheit und Ge. daS deutsche Doll barad denindttiAbschmttenf. naen roechselten VrgelsPta ?Md Gedichworttage --------------------- -------------- u" hi r=,ieI mit einet Berufung verworfen. Don der An laie, e n.' Reihe leitetk öie o r.-jjAy txilerer Diebstähle begangen zu haben, war der schloß Mit el hsi Angeklagte trotz erheblichen Verdachts fret- Semeinde wohnte . MK 1246^0 unl meint)* , iffSÄ&’S r die Lebens^ 25 3®1 9 Bietzen. ! V1 26.3an. 3n ti ( Rentner Äürtnu (CUn9 • Ibeiteie Ul" ^b'.en U'terbach.' 88 susS Edingen. 2an. Am Dienst ' eine von I °8n u nberufene D», ■: Mnahme und Despre. tedenen Fahrplan, l ebenen 2ertteterdes ' ^r verschiedenen Han- Minden Eichen, Lauter. Die Versammlung lvurdr Kraft aus Frankfurt 5 den verschiedensten Ee- nzchl von Wünschen enb Erfüllung allerdings nicht gestellt tverden konnte, da »ren bezirk nur eine be- ZllgkiivEern zusteht und hr vor allen Dingen dem rerschiedenen Stände die« die Sttrn getötet. Der unbekannte Begleiter des Mädchens wurde als der Tat dringend verdächtig der Mordkommission übergeben. Da eine große Geldsumme, die das Mädchen bei sich hatte, im Besitz ihres Be- gletterS gefunden wurde, wird Raubmord angenommen. Eine ganz« Familie von Ginbrechern ermordet. Hirschberg, 25. Jan. (Wolfs.) Ein« o r e cp € 1 drangen nachts in die bei Hohenlebe im Rtesengebirge gelegene Kasperbaude ein, e r s ch l u g e n den Besitzer Konstantin Erben, dessen Frau und den dreijährigen Sohn und raubten alle Wertsacken, sowie Wäsche und 500 Kronen Bargeld. ♦ Das älteste germanische Kleidungsstück. Unter den Moorfunben, die in Skandinavien gemacht worden sind und auf die germanische Geschichte em so überragen- beS Licht werfen, befindet sich auch ein Wetter Wvllmantel mit einer Pellerine, der sich von den heute getragenen Mänteln nicht sehr unterscheidet, per aber als das älteste germanische Kleidunas- stück bezeichnet werden muß. Wie in „lieber 2anb. und Meer" erzählt wird, stieben torf- stechende Landleute in dem Moor von Gerum bei Skara in Schweden ll/s Meter unter der Oberfläche auf diesen „Urmantel“. Ginaehende Untersuchungen hervorragender Prähistoriker kamen zu dem Ergebnis, dah das Kleidungsstück 3000—4000 Jahre an der Fundstätte geruht haben mag. Der schwedische Geologe von Dost errechnete nach der mikroskopischen älntersuchung der Torfschichten dasselbe Alter. Moorgas und Moor- wasser haben den Wollstoff, wie so viele andere Gegenstände, die im Moor gefunden wurden, vor Fäulnis und Verfall bewahrt. 3n seinem Schnitt wirkt der Mantel überaus modern, und wer mit ihm bekleidet bei Schneewetter Unter den Linden in Berlin spazieren ginge, würde nicht auffallen. Lind doch war ber ursprüngliche Träger dieses ehrwürdigen Stückes ein Zeitgenosse des babylonischen Herrschers unb Gesetzgebers Hammurabi und des Erzvaters Abraham. AlS dieser Wollmantel gewebt wurde, gab es noch kein Rom und noch kein Karthago, und die Germanen, die sich in solche Mäntel hüllten, hatten ihre Wanderungen noch nicht über die skandinavische Halbinsel hinaus ausgedehnt. Bückiertisch. — Margarete Böhme, Roswitha. Geschichte einer Glücklichen. Verlag: Dr. Ehsler & Ev. A.-G., Berlin SW 68. — Eine ergreifende, fast tragische Wucht liegt über dem Eingang deS Werkes. Aus der schweren Introduktion steigt aber ein wundersühes Klingen und Singen, wie ein Menuett von Mozart, wie Geigen- und Flötenfingen, Harfen- unb Eellostirnmen. Sommerfonne, Dienensummen, Heideduft funkeln, tönen und atmen in dem lieblichen Buch. Die Verfasserin widmet diesen Roman ihrer einzigen Tochter. Das ist vielleicht die beste Empfehlung des Werkes. DaS Buch eignet sich zum Feftgeschenk, das der jungen Haustochter genau soviel Freude bieten dürfte, wie der reifen Frau. — Hölderlin, Gedichte. Ausgewählt und eingeleitet von Prof. Dr. Philipp Wi tkop. Mit 4 Bildern. (Verlag von Strecker & Schröder, Stuttgart) — Tafel, Dr. Paul, DieTeuerung, ihre älrsachen und ihre lleberroin- bung. Gemeinverständlich dargestellt. (Leipzig, Verlag von Theodor Weicher.) — Brunner, Prof. Dr. W,Von Stern zu Stern („Aus Ratur und Technik"). Leipzig, Rascher & Cie. A.-G. — 11 t>e Jens Kruse: ßin Kompast zur Menschenkenntnis. Felsen-Verlag, Buchenbach in Baden. — Richard Baerwalb: Das weibliche Seelenleben und daS Problem seiner Gleichwertigkeit. Felsen-Verlag, Buchenbach in Baden. — Die Meggendorfer Blätter beweisen dem Leser mit jedem Dtttrag, dah es doch immer wieder neue, lustige Einfälle gibt. In Reim und Prosa bringen sie die Früchte behäbigen Humors, stimmungsvoller Gedanken, witziger Betrachtungen unb glossierenden Spottes. Und alle Texte wieder sind der würdige Rahmen für die Reproduktionen künstlerisch wertvoller Gemälde, humoristischer Zeichnungen und treffsicherer Karckaturen. Da jede politische Stellungnahme vermieden wird, ist es ausgeschlossen, dah sich ein Leser verletzt unb gekränkt sühlen kann. Handel. B e r I i n 25. Jan. 3m Devisenverkehr machte sich am Vormittag eine leichte A^chwächung gel- tend, die aber bei Festsetzung der amtlichen Äv- ttjen wieder ausgeglichen wurde. Die älmsätze sind nach wie vor gering. Für Effekten zeigte Echweist war auf sie getreten. Unb dah man selber so ohnmächtig war, wie ein einsamer Daum dastand und sich an einen Pfahl stützen muhte, der faul war. Denn faul war dieser Hans Bast, faul! Der gleiche Argwohn stieg wieder in Adami auf. Hätte er den Mann nicht lieber hinauswerfen sollen oder jhn in einem eingehenden Verhör fest halten? Ieht machte er sich Vorwürfe. Wie widrig war es doch für ihn. den Mann der Justiz, sich mit einer solchen zweideutigen Persönlichkeit einzulassen. Aber freilich, der Rich er. der etaxis heiausbringen will und mast, darf nicht zu wählerisch fein. Dem Rich er kam plötzlich der ganze Beruf, den er doch liebte, charakterverderbend vor. Oder sollte — wie eine Befreiung kam ihm der abenteuerliche Gedanke — sollte es wahr- fein. was die Leute der ganzen Gegend sich erzählten? Dieser Mann, der Schmied oben zu Krinkhof, sah unb hörte in Monölicht, Herdrauch und Windeswehen Dinge, die stumm and leblos waren für anderer Leute Augen unb Ohren. Aberglaube! Lächerlicher Altweibertratsch in aufgeklärteren Zeiten! Es war nicht gerade die geeignete Verfassung, in der sich Adami jetzt daran machte, endlich den Drief an seine Braut fertig zu schreiben, den der Postübcrfall damals jählings unterbrochen hatte. Immer noch war er unvollendet, an Zeit hätte es wohl nicht gefehlt, äber an der Lust dazu. Wenn man so ins Blaue hinein schreibt, der Antwort wenig gewist ist und so wenig weih, wie die Antwort ausfällt, war es dann wirklich noch am Platze, ihr die Hochzeit für den dritten Fruktidor vorzuschlagen? Sie mutzte ihn vergessen haben; feil vielen Wochen hatte er kein Schreiben von Suschen bekommen. Wenn sie krank wäre, dann stch zumcitz auf dem gestrigen Schkuystrap für die meisten führenden Papiere ein Anhalten ber Aach frage. Frankfurt a. M, 25. Jan. Dörfen- stimmunosbilb. Trotz der verworrenen Lage im Ruhrgebiet hält die feste Stimmung an den Effektenmärkten ai^ Es traten verschiedentlich in den stark gestiegenen Industriepapieren Realisationen ein. welche auf die Kurse einen Druck ausübten, während andererseits wieder Käufe die Deranlasfung sind, dah verschiedene Spezialwerte Steigerungen erfuhren. Die ausländischen Kauf- orbreS für deutsche Wertpapiere zeigen eine Der- minberung, wodurch bad Geschäft etwas ruhiger geworden ist. Devisen tagen behauptet. In den DormittagsstundLn nannte man den Dollar mit 20 400 bis 20 600; später zog der Kurs auf 21 000 an, an der Börse 21 250. Der Effektenverkehr von Bureau zu Bureau war wenig umfangreich. Die Werte des Anilinkonzerns sind gesuchter und zwar im Zusammenhang mit Gerüchten, wonach die Anilingruppe neue Kapitaltransattionen beabsichtige. Montanaktien waren vernachlässigt. ■Um 1 Ähr wurde der Dollar 21 400 genannt. Frankfurter Devisenmarkt. (Telegraphische Auszahlung.) Datum: 24. Januar 25. Januar Amtl. No lern. Amtl. Notiera. («elb Brtt! Goto «rief Antw.-DrUffel . 1216,95 1213.05 123190 1238,10 Holland 9458,80 6501,20 8453.80 8496,20 Vonbon 99399,751OOW,Ö5 99375,95 09-<74.05 Bari- 1384,05 1390.95 1367,55 1374,45 chweiz 4029.90 405), 10 3990,- 4010,- Svanlen 3311 70 3328,30 3341,60 3358,40 Jialien 1037,40 1042,60 10:4,95 1030,05 Vnmbort’Dporto — Dänemark.... 4249,35 4270,65 4189.50 4210 50 d.orweaen .... 8990 - 4010 - 8990,- 4010.— Schweben .... 5748,10 5776,90 5797.95 5827.05 OetstnnforS. . . . 548,60 552.40 Nennork 21546,- 21654, - 21546.- 21654,- Deulfch-Oesterr. 29.67 29,83 29,43 29.67 Budapeit 785-50 789,50 831,- 837,- Praa........ 602 % 605 50 605.- 009,- Aaram 197- 198,- 149,60 150.40 Banknoten. Frankfurt a.M., 25. Januar. Brief Gelb Schweizer Noten 4010,— 39'0 — Iran höfische Noien 1375 — 13 5 — Dänische Noten 4180,— 4120,— SrOwebifche No en 5785.- 5715.— Hollänbifche Noten 8500,— 8420,— Denifch-Oe'terreich ä 100 Kronen 2)55 29.05 Amertk mifche Noten 218'0.- 21750.— Enatifche 9lo-e>i 101250,- 100750,— Jialieujsche Siotcn 1015,— 1005,— Belgische Noten 1235,— 1225,— Unnnvif.tte No en —,— — Tschechoslowakische Nolen .... 607,— 599,— Norwealsche Noten 3080,— 39 0 - Nlimäntsche Noten 10150O,- 100500,— Cvanische Noten.......... — * Märkte. Berliner Probuktenmarkt. Berlin, 25. Ian. Bei Cetnen Umsätzen war der Produktenmarkt im Preisstand heute nur wenig verändert. In Roggen hatte die gestrige Kauflust der Aufkäufer für die Reichsgäreidestelle aufgehört, so dah das Gefchäst hierin, ebenso wie In Weizen, recht still war. In den sonstigen Artikeln ist in der Geschäfts- und Preislage kaum eine Veränderung eingetreten. Frankfurter Schweine- unb Klcinvlehmartt. Frankfurt a. M. 25. Han. (Amtlich) Marktverkauf: Geschäft ruhig; bei Schweinen Lieberstand. 3m einzelnen ist zu bemerken: Auf- getdeben waren 590 Kälber, 198 Schafe und 316 Schweine. An Preisen wurden angelegt per Zentner Lebendgewicht: Kälber, beste Qualitäten 103 000 bi3 120 000 Mk., mittlere Qualitäten 90 000 bis KO 000 Mk., geringe Qualitäten 80 000 bl3 93000 M.' ; Schafe 63 000 bis 110 000 Mk.; Schwttne unter 80 Kilo Lebendgewicht 163 000 bis 170 000 Mk., von 83 bis 100 Kilo 175 003 bis 190 000 Mk., von 100 bis 120 Kilo 190 000 bis 200 000 Ml., von 120 bis 150 Kilo 190 000 bis 200 000 Mk., Ftttschweine über 150 Kilo 200 000 bi8 210 000 Mk.; Sauen und Gber 160 000 bis 190 000 Mk. Auherdem wurden 33 Rinder ohne amtliche Preisnotierung gehandelt. Die Preise liegen um soviel über den Stallpreisen, als sie dir nicht unerhrblichrn Gewichtsverluste, Spesen und Händlergewinn in sich schllehen. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Die Franzosen raumen das Postgebaude in Recklinghausen. Recklinghausen, 25. Jan. (WTB.) Den Bemühungen des Persvnclls des Post- und Telegraphenamtes in Recklinghausen ist eS gelungen, die Haftentlassung ihres Postdirektors Scherbaum zu erreichen. Zwischen dem Postdirektor und dem französischen General fand unter Hinzuziehung der Arbeiter- und B^amtenvertreter eine Besprechung statt, die zu dem Ergebnis führte. vatz die Franzos« das Postgevtwve zu tat» men versprachen. Protest-Streik der Telegrapheubeamten iu Bochum. Bochum, 25. Ian. (WTB.) Gestern abend 7 LIhr haben die Fernsprech- gehllfinnen deS hiesigen Telegraphen- amteS wegen der Lleberarife der Besatzungsbehörden die Arbeitniedergelegt. Diesem Vorgehen Haden sich sämlliche Angestellten deS Telegraphenamtes angeschlossen, so dah jeder Verkehr ruht. Kundgebungen in Mainz. Mainz, 25. Jan. (WTB.) 3m Anschluh an die Verdrängung der Menschenmenge vor dem Zentrathvtel durch fvattzösische Kavallerie d u r ch- £og die Menge in g r oben Trupps die Strahen der Stadt unter dem Gesänge vaterländischer unb anderer Lieber. Leiter ist es dabei wiederholt zu 2lu6- schreitungen gekommen, die zum Einschreiten nötigten. Kavalleriepatrvuillen durchzogen während der ganzen Rächt die einzelnen Stadtteile. Verschiedene Verhaftungen von Ausschreitenden, hauptsächlich junger Leute, sollen vorgekommen sein. Der Platzkommandent in Mainz macht durch Maueranschlag bekannt, dah infolge der aeftrlgen älnruhe, bei der sich die Polizei ihrer Aufgabe nicht gewachsen gezeigt habe, der Polizelprästdent der fianzöfifchen Militärbehörde unterstellt worden sei. Die Truppen hätten Befehl erhalten, evtl, von ihrer Waste Gebrauch zu machen. GugUsch-franzosische AuSeinaudersetzmig Über die SanttionSpolttik. London, 25. Ian. (WTB.) Reuter. Iw folge ber gestrigen Besprechungen zwischen Lord Grewe und Ministerpräsident Poincarä in Paris ist das Derhällnis zwischen den englischen unb französischen Behorchen im Rheinland, wie eS sich durch die 3nbaftlerung deutscher Beamten gestaltet, beträchtlich geklärt worden. GS ist nicht wahrscheinlich, datz jetzt irgendein MihversiändniS entstehen würde. G« ist klar gelegt worden, dah Grostbritannien nicht in ber Lage ist, bei ber Anwendung irgend einer Art von Sanktionen ImbritischenBesahungS- abschnitt mitzuwirken und datz die britischen Truppen nicht dazu verwendet werden könnten, den französischen Behörden hierbei Unterstützung zu gewähren. Ss wird jedoch auch nichts getan werden, die Franzosen bei der Ausführung irgendwelcher Maßnahmen, die sie fü» nötig halten, zu hindern. Reuter fügt hinzu: Die Instruktionen, die dem französischen Oberkvmmissar im Rheinland gegeben worben sind, gestalten die Lage für die britischen Behörden so leicht wie möglich. Regelmässige Verbindung von Bremen über Southampton, Cherbourg nach New York durch die prachtvollen amerikanischen Regierungsdampfer der United States Lines NÄCHSTE ABFAHRTEN« America 7. Februar II. April President Harding .....14. Februar 21. MÄrt George Washington 21. Februar 28 MÄrt President Roosevelt 28 Februar 4. April Von Southampton und Cherbourg 1 Tag später Vtrlangtn Sie Prospekt und Scgellisten Nr 152 UNITED STATES LINES ( BERLIN W8 GIESSEN 1 & Unter den Linden 1 Th. Loos, Kirchenplatz ■ General-Vertretung; Norddeutscher Lloyd, Bremen Fußschweiß und kalte Füße gehören zusammen. Schweißfüße brennen Im Soin er und frieren Itn Winter. Die Folge eind schwere Erkältungskrankheiten wie Gicht, Rheuma, Katarrh, < rippe, Zahnweh uaw. Kopf kühl und Füße warm, das hält den Menschen gesund. Mit Kuklrol-Fubbad gepflegte Füße ermüden wenig' r Eine Packung Kuklrol-Fußbad, ausr- ichend für zwei Bäder, kostet nur 200 Papiermark. Machen Sie bitte einen Versuch. Verkaufsstelle: Drogerie Wallenfels, Markt 21. (259A hätten ihre Eltern es ihn doch wissen lassen. Aber Trier war ja nicht aus ber Welt, er konnte das geliebte Mädchen mit Extrapost in zwölf Stunden erreichen jetzt zur guten Jahreszeit. Ss war eine Torheit von ihm, dah er sich mit dieser Schreiberei, bies-er nutzlosen, plagte. Längst hätte er statt dessen persönlich mit ihr sprechen sollen. Die „werte Demoiselle", das „vielliebe Dräut- chen", ber ganze Bries wurde in Stücke gerissen, in den Pap ierkorb geworfen; sich an ben Entschluh hallend, ben er, wie er sich jetzt vorwarf, längst hätte haben müssen, rief Adami nach seiner Wirtschafterin: Mantelfack packen, Extrapost bestellen! Diesmal muhte der Beruf doch ber Bca tt nachstehen. Sowie am nächslen Morgen die Sonne ausging, fuhr ber Friedensrichter nach Trier. 8. Adami hob ben Klopfer am Patrizier Haus in der Simevnstrahe. Weih und stattlich stand das in der Reihe ber niedrigeren Häuser. An den Fenstern des Erbgefchosses bauchten sich starke Eisengitter, durch schön geschmiedete Rosengirlanden verbunden; die schwere eichme Eingangstür zeigte den gleichen Schmuck in kunstvoller Schnitzerei. Laut dröhnte das Anschlägen des Klopfers innen im wüten hallenden Steinflur nach. Die Ma»>o7r7m in der Reinen Rische üW der Haustür schaute lächelnd auf den Ungeb dbtgen nieder. Jetzt hob er noch einmal den Klopfer: Herr des Himmels, dauerte das lange, bis man aufmachte! Gestern war eS zu spät gewesen, die Fahrt hatte doch länger gebauert, Denn die Strahen, nur für Holzabfuhren und Ochsengespanne geeignet, und die Weinbergwege über schiefrige Puttten waren geradezu miserabel; lange nach Mitternacht war Adami erst in der Stadt ein- getroffen. Aber nun, kaum auSgeschlasen, war er herbeigeeilt. Ob Suschen noch schlief? Der fietne Faulpelz! Früher, wenn er um diese Morgenstunde zum Amt Docbeigegangen war, hatte ihr schönes Köpfchen sich schon über die Blumentöpfe deS Fensterbretts geneigt, und sie hatte lhm errötend xug-cktinz:lt. Eine plötzliche älngewitzheit überfiel ben Mann: wenn sie jetzt am Ende gar nicht in Trier wäre! 3m Kloster, in dem fte erzogen worden, war sie noch dann und wann zu Gast. Das wäre aber ein Mißgeschick! Sine Sehnsucht, wie er sie vorher in allen Berufsgefchäften gar nicht so stark empfunden hatte, überkam ihn nun der Geliebten so nahe. Er hätte die Tür ein- stohen mögen, sie in die Arme reiben: geliebtes Mädchen, nun taffe ich dich nie, nie mehr! Endlich schlorr*e drinnen im Flur ein Schritt, der Riegel wurde zurückgeschobm. .IesseS, ber Herr Friedensrichter!" Die alte Christine schien mehr erschrocken ata erfreut »Ist der Maire zu Haus? Die Demoiselle? Wo ist SuSchen?" Er wollte schon an der iMagd vorbeieilen, die breite Treppe hinauf; ihm, dem Bräutigam, war es ja ertaubt zu so früher Stunde einzutreten. Da sagte die Alte verlegen: „Excusez, ich muh et erst unferm Herrn melden." Unb dann noch verlegener: .Lins' Fräd» lein leit noch Im Bett, ich will rasch bei fe gehen." Unb fort war sie und lieh den Besucher stehen. «'Fortsetzung folgt) Heute morgen 5 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden meine mnigstgeliebte Frau, unsere treusoreende Mutter, unsere liebe Tochter, unvergeßliche Schwester, Schwägerin und Tante FrauHeleneMüller geb. Jung iw Alter von nahezu 36 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Georg Müller und Kinder Familie Wilhelm Jung I. Wwe. Lützellinden, Kldn-Unden, den 25. Januar 1923. Die Beerdigung findet Samstag, den 27. Januar, um 2’/, Uhri vom Sterbehause in Lützellinden aus statt 684D f" 7 «mmAvtMAkntiHA HiesigeKolonialwaren-u.Frinkoft Handlung d-O-dimmeriDODnUnq lucfctp« 1 April evtl. früher einen jüngeren 1 ** fachkundigen aeaen vornehme H-Ziniimoinig tüchl. Verkäufer tn best« Lage zu taufchen gefucht hohe Abstandssumme! Schriftliche Angebote unter 636D an den Diehener Anzeiger erbten. I Mietgesuche Student lucht Don Chern ab Zimmer am liebsten nnbc der llnloerfliai. Zdirifil. 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Einkommensteuer l.alle in den Bezirken der unterzeichneten Finanzämter wohnenden oder sich dauernd ober nut vorübergehend auf- haltenden selbständig steuerpflichtigen Personen (Deutsche ob« Vichtdeutsche>. wenn sie im Kalend«jahre 1922 ein steuerbares Einkommen von mehr als 400000 Mark bezogen haben. 2, Steuerpflichtige, bei deren Veranlagung auf Grund eines regelmähigen TDirt- schaftS-iDeschäftS-lAdschlufses das Er- gebniS eines vom .»ale-iderjahr abweichenden Wirtschaftsjahres zugrunde Ju legen iß; _ Steuerpflichtige. die Handelsbücher nach den Vorschriften deS Handelsgesetzbuches oder über den Betrieb d« Landoder Forstwirtschaft geordnete Bücher führen, und deren Geschäfts- oder Be- triebSgewinn unter Berücksichtigung ihres DeschäftS - (Wirtschafts - »Ab - schlusieS zu ermitteln ist: 4. sämtliche Versonen. die. ohne im Deutschen Reiche zu wobnen ob« sich auf- zuhalten. in den genannten Finanz- amtSbeziikei' Grundbesitz haben, ein Gewerbe betreiben oder eine Erwerbs- tätigkeit auSüben. B. Kapitalertragsteuer alle in den Bezirken der unterzeichneten Finanzämter wohnenden oder sich dauernd ober nut vorübergehend aufhaltenden selbständig steuerpflichtigen Personen (Deutsche oder Aichtdeutsche». wenn sie im Kalenderjahre 1922 ob« in dem tn diesem Kalenderjahr endenden WirtschaUS-iGeschäftsjahr. soweit eS für die Sin- kommensteuervetanlagung an dessen Stelle tritt, bezogen haben a)DiSkontbeträge von Wechseln und Anweisungen einschließlich der Schatz- Wechsel. soweit eS sich um Äapltalan- lagen handeU. b) Erträge aus ausländischen Kapitanlagen (insbesondere Dividenden. Zinsen von festverzinslichen Wertpapieren, von Dar- leben, Hypotheken usw ». und zwar auch bann, wenn diese Anlagen zum Be- tried «vermögen gehören. Inhaber ob« Mitinhab« der der An- Schaffung und bet Darleihung von Geld dienenden Unternehmungen, bie au’ Grund des z 76 des Rcichssteinpelgeletze« angemeldet ob« ein« anaemelbeten Unternehmung gleichgestellt sind, haben, soweit eS sich um Erträge handelt, die d« Unternehmung »ugeflosten sinb. nut bie Erträge auS ausländischen Wertpapieren iin#be- sondere Dividenden. Lnieihezinsen usw» anzugeben C. Vermögens steuer und ZwangSanleihe 1. alle in den Bezirken d« unterzeichneten Finanzämter wohnenden ober sich dauernd oder nur vorübergehend aufhaltenden selbständig steuerpflichtigen Personen «Deutsche oder Vichldeulsche)- 2. juristische Personen deS öffentlichen und des bürgerlichen Rechts sowie alle Berggewerkschaften nicht rechtsfähige Personenvereinigungen, Anstalten, Stiftungen und andere Zweckvermögen, sofern sie den Sih ober den Ort der Leitung im Inland haben, also insbe'ondete Srwerbsgesellschasten (wie Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien. Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Kolonialgesellschasten). Erwerbs- und Wirischaftsgenoffenschasten, .eingetragene Vereine, nicht rechtsfähige Pe> sonenvereinigungen. die Erwerbszwecke verfolgen lauster Gesellschaften, bei denen die Gesellschafter als Unternehmer des Betriebes anzusehen sind, z. D offene Handels- und Kommanditgesellschaften,. Stiftungen,Anstalten und Zweckvermögen, wenn sie am Stichtage ein Vermögen von mehr als 200 000 Mark besitzen. Stichtag ist der 31. Dezember 1922; für Betriebe, bei denen regelmästige jährliche Abschlüffe stattfinden, tritt auf Antrag des Steuerpflichtigen. an den dies« auch für künftige Veranlagungszeiträume gebunden bleibt, der Schlust des letzten Wiitschafts-lGe- schäfts-lIahres. Zur Abgabe ein« Steuererklärung sind ferner verpflichtet ohne Rücksicht auf bie Höhe de» Vermögens und ohne Rücksicht auf die Staatsangehörigkeit. Wohnsitz. Aufenthalt. Sitz ober Ort der Leitung alle natürlichen und juristischen Personen sowie Personenvereinigungen und Vermögen v- mafsen. die nach § 3 des Vermögenssteuergesetzes mit ihrem inländischen Grund- und Betriebsvermögen steuerpflichtig sind (beschränkt Steuerpflichtige). II. ' Die hiernach zur Abgabe ein« Steuererklärung Verpflicht ten werden aufge- forb«t, die Steuererklärung unter Benutzung deS vorgeschriebenen Vordrucks im Laufe des Monats Februar 1923 bei dem zuständigen Finanzamt einzureichen. Vordrucke für bie Steuererklärung können von bem betreffenden Finanzamt bezogen werden, daselbst werden auch Vordrucke während der Dienststunden abgegeben D'e Steuererklärung ist schriftlich — zweckmästig eingeschrieben — einzureichen oder mündlich vor dem Finanzamt an den bekannten Amtstagen abzugeben. In Abschrift sind beizufügen unverkürzte Bilanzen mit Gewinn- und Derlult- rechnuna. und ferner bet juristischen Personen Geschäftsberichte. Rieders cd ritten über Mitgliederversammlungen und ähnliche Belegstücke. Die Pflicht zur Abgabe der Steuer- crklärung ist vom Empfang eine« Vordrucks der Steuererklärung nicht abhängig Die Abgabe ein« Steuererklärung bei dem zuständigen Finan^mt ist nicht erforderlich. foweit die unter A. H und C genannten Personen die Steuererklärung bei einem andere» Finanzamt abgegeben haben. Vaterländischer Abend ae tt. Jas-, ünti S Uhr, la r. Fl-cher. F. W*-ndpL W. Mlttermaier. 2. t’ren Dr. Blank: Wrylai Grenng. 8. Krau Mr ndel-.*ohn-Bari holdy: Rezitation. 4. Vortrag dei Fregatte-kapilAns a. D. Borislaw Selchow: Von Teutoburg bis Skagerrak. Ohne weitere Kosten nimmt jeder Teilnehmer an einer Bücberverloiaug teil Karten zn IO). 70 und 40 Mk (nlle numerierti In den Liilv.-BuchhandliiiiKeii von Rickert, Free». Dr Huch •owle bei Challier. Herwo und an der Ab-ndka-ee. NrhOler- and Ktndentenkarten zu 4 > M- ’numJ bei Hau»Verwalter Ritter und an der Abendkasse- 68UD Deatecher Jagendbnnd Blamarck. | Verkäufe iiiiiiiiiimiiiiiimiiiiiiiii Einig toiiiol Pffii foiöle i roinrLUrt obneünnen fleh, «um ^erka-'l bei (iWD C'hi 1-1 lan Miez- fried, etzaermiir. I B"hnrh, llllllllllllllllllllllllllllllllllll IMS fßiepen Fruiiöploh (ftulan. ta Oerr. der am 24. d« IXta. al end» aeaen 9 Ubr den grauen Damenhnt an der UniversttSl mifflrbobrnba*. wird Ter 11»' stand. EeuRver. Itltridt ! Tam^tag, 17. L, । adrud# 7*'t Ubr, im stiereinslokal: j iilbjilir.Btatril- itritmmhnii. j Wegen Wtch Igkrit er TaaeSorduuns 1 tu bas Erfcheiuea I ber akitoen f-rote palüpfn Dllinllrbet dringend erwünfcht. ; Stadttheater 111. Wer bie Frist zur Abgabe der ihm obliegenden Steuererklärung versäumt, kann mit Geldstrafen zur Abgabe der Steuererklärung angehalten werden - auch kann ihm ein Zuschlag bis zu 10 vom Hundert d« festgesetzten Steuer auferlegt werden. Die Hinterziehung ob« d« Versuch ein« Hinterziehung der Einkommen-, Kapitalertrag-, Vermögenssteuer od« der Einnahmen aus Zwangsanleihe wird mit Geldstrafen biS zum zwanzigfachen Betrage der hinterzogenen Steuer oder bis zum fünffachen Betrage der hinterzogenen Zwangsanleihe bestraft (§ 53 des Sin- kommensieuergeseheS, tz 12 des Kapital- ertcagsteu«gesehes, §33 des Vermogcns- steuergesetze^. § 23 des Gesetzes über die Zwangsanleihe, §§ 359 ff. der Reichsabgabenordnung». Auch ein fahrlässiges Vergehen gegen die Stcuergesetze (Steuer- gefährdungi wird bestraft. „Die im Druck noch nicht fertig- gestellten SteuererklärungSvordrucke für Vermögenssteuer und ZwangSan- leihe können voraussichtlich erst anfangs Februar von dem Finanzamt abgegeben werden." 654B Giehen, Butzbach, Grünberg, Hungen, den 25 Januar 1923. _________Die Finanzämter._________ Bekauutiuachuug. Drir.: Aenderunq der Ortsfatjung für den städtischen Schlachthos in Giehen vom 29. Mär; 1910. Auf Beschluh der Stadtverordneten-Der- fammlung vcm 21. Dezember 1922, nach Anhörung des Kre s usschufles und mit Genehmigung de» Hessischen Ministerium» de» Dnnern vom 18. Januar 1923 zu Nr. M. d. 3. II 561 wird auf Grund der Bestimmungen in Art. 15 der Siädteordnung die Ort»satzung für den städtischen Schlacht- Hof in Gieh-n vom 29. Mär) 1910 hinsichtlich der Gebührensätze wie folgt geändert: A. 1. Schlachtgebuhren. Für ein Stüdt Dro^v.eh ohne Unterschied 500 Ulk. Für Pferde, Fohlen, Esel usw.. . 350 , . Kälber............ 100 . . Schafe oder Ziegen..... 60 . . Lämmer,Zickleinu. Spanferkel 20 , , Schwein«......... . 200 . Die Höh« der Ausgleichsgedüdr richtet sich nach dem Fehlbetraa, der sich beim Monat»adschluh ergibt; sie wird ^eweil» von der Schlacht hokdeputation festgeletzt und unterliegt der Genehmigung durch da» Ministerium de» Innern Die Ausgleich»- gebühr beträgt z Z. für jede» Dfund Schlachtgewicht 5 Mk , und zwar für Groh, vieh, Schweine, Dferd«, ohne Rücksicht, ob «* sich um Schlachtungen im hiesigen Schlacht- Hos oder von auswärts eingesührtem Fleisch handelt. (Eine Verwiegung von Kleinvieh findet für die Ausglelchsgedühr nicht statt, die Abgabe berechnet sich nach einem Durch, schnttt-gewicht, da» für Kälber mit je 25 ke, für Hämmel, Schafe und Ziegen mit ie 20 k angenommen w rd. Ferkel, Zicklein unb Lämmer find von der Gebühr aasge- nommen Die Erhebung der Gebühr geschieht auf (Brunk der amtlichen Feststellung de» Schlacht. gewicht» fÜr Grohoieh, Schweine und Pierde tWiegescheine durch die Kaffe de» Schlacht- Hof» unmittelbar nach beendeter Schlachtung ob« Gewichtsfeststellung.) 8 r. Für Notschlach'ungen an Sonntagen oder gesetzlichen Fei rtagen wird für jede angefangen« Stunde ein Zuschlag von 100 Mk., für Schlachtungen autzerhalb der Schlachtzeit ein Zuschlag von 50 Mk. für jede angefangene Stunde «Hoden. 2. Stiillgebllhren. § » Für ein Stück Grogvieh 20 Mk. pro Tag „ w , Kleinvieh 10 , „ . 3. Futtergeld. Bleibt unverändert. 4. Wiegegebühren. 8 r. Für Grohvieh, lebend.......20 Mk. , ausg. schlachtet. . . 25 , „ Kleinvieh, lebend.......10 , , . ausgeschlachtet. . . 10 , , Felle, Häute, Fieijchteile... 10 , für je 50 Kilo. 5. Freibankgebühren. 8 S- Für ein Stück Drotzvieh..... 350 Mk. „ , , Kleinvieh.....175 . B. Fleischdeschaugebühren. Die durch Verfügung de» Hessischen Ministerium» de» Innern vom 15 August 1921 zu Nr. M. b. 3. II 7022 festg-setzten Fleischbeschaugebühren werden wie folgt geändert- Für ein Stück Grohvieh......50 Mk. , . Pferd...........60 . , Schweine, Käld«, Schafe, Ziegen und Fohlen......30 , , ein Spanferkel.........15 , , Ziegenlämmer.........15 „ C. Trichinenschaugebühren. Für ein Schwein..........30 Mk. , , Spanferkel .......15 , . . Stück Fletsch .......10 . Die Beschaugebühr bei Einfuhr und Durchfuhr von frischem Fleisch: Für 1 Kilo Fleisch ... ... 4 Mk. . Eingeweide von Grohv'eh . 100 „ • , Kleinvieh . 20 , Die vorgenannten Gebühren kommen ab 26 Januar 1923 zur Erhebung. Ziehen, den 25 Januar 1923. [683B Der Oberbürgermeister. I. D: Kliagspor. Bekanntmachung. In uns« Handelsregister Abt. A wurde eingetragen: Am 3. Januar 1923 die Firma Magnus & Ev.. Sieben. Gesellschaft« sind Kaufmann Wilhelm Magnus in Diehen und Annemarie Blaurock da- selbst Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. Januar 1923 begonnen Am 16. Januar 1923: «j Die Firma Klaus & Ditzel. Diesten Gesellschaft« find die Kaufleute Christian Klaus und Xlfteb Ditzel, beide zu Dtehen. Die offene H indelsgcsellschaft hat am 15. Januar l°23 begonnen, h) Bezüg Grr-tzbcrwg von Hessen, Giehen: Die Firma ist «loschen. Dietzen, den 20. Januar 1923. Hessisches Amtsgericht. 65TB Bekanntmachung, bett, die Erhebung einer Zuschlag»aebüht für die Benutzung du städtischen Kanäle. Nach Beschluh b« Stadtverordneten- Dcrfammlung vorn 8. Dezember 1922 wirb mb Genehmigung de« Ministerium» be» Innern, zu Nr. M. d. 3. 37766 vom 18. Jan. 1923 mit Wirkung vom 1. pannar 1923 für die Benutzung der städtischen Kanäle in (Bleuen eine Zulchlag»g,dbhr erhoben. Sie beträgt 800 o. H der m 8 2 be» Ort«- Itatul», enthal end die Gebührenordnung für die Benutzung d« städtischen Kanäle in Giehen vom 25. Januar 1906 bestimmten I Beträge. 6898 Dietzen, den 25. Januar 1923. Der Oberbürgermeister. Keller. Bekanntmachttlig. Der Im Jahre 1923 24 Im städtisch«» Echlachthof anfallende Dung ist meist- bittend zu vergeben. 6908 SchriftlicheAngebote sind bi« Donnerstag, den 1. Februar 1923, vormittags 11 älhr, bei uns einzurrichen. Besichtigung und Einsicht In die Bw dtngungen kann vorh« während der Dienststunden aeschehen. Giehen. den 18. Januar 1923. Die Schlachthofdirekttvn. ■ In unser Handel»regifter Abteilung A wurde beute emgettagen Firma Zohaa» V Georg Steul IL, Seitenbculen. Inhaber:» Johann Georg Steul II., Händl« und Land» » wirt in Bettenhausen 667D H Lich, den 23. Januar 1923. __________Hessische» Amtvgericht._______ W Zagdverpachlung. Die Feldjagd der Gemarkung der Stadt ffl Alsfeld (Oberheffen) wird Montag, bet 5. Februar 1923, vormittag» II Uhr, bem Nathause ;u Al»seld auf bir DauM - von sech» Jahren, und zwar für bu ZeA vom 1. Februar 1923 bi» 31. Januar 1929 in 4 Abteilungen öffentlich verpachtet. Die (Bemerkung ist etwa 7000 Morgen grotz. Zur Abteilung IV gehören auf Jede nähere Huekunft erteilt die unter zeichnete Stelle. 666D Al»feld, den 24. Januar 1923. Heff ®ürgenurip«ei Al»leld Dr. ”«!» I Holzvcrstcigciiiiig in dem ^retherrlich von Rabenau Ich« Distrikt Ampel Mittwoch, ben 31. Januar. Versteigert werden Rutz scheit«: 3 ich» 3 Rm. 1.80 Mtr lang. 1 Am 2 Mtr. lang. Vutzknüppei: Eiche 4 Rm 2 Mtr. laag. Scheiter: Buche 1 KL 156 Rm. 2 Kl 15 Rm . Fichte 2. KL 2 Am . Eiche 6 1» Knüppel: Buche 1. KL 136 Rm. 2. Kl. 2 Rm., Eich« 91 Rm. Aloe 2 R»- Fichte 43 Rm Reisig: Buche 344 Rm Eich,- 106 Rm StLeke Buche 16 Xm. Eich« 16 Rm. Fichte 63 Rm Beginn d« Versteigerung 8'. Ufr vormittags Kreisstratz« Rüdbinas^aui«« - Dedenbach, Waldeingana. Auskansi durch Herrn Först« Ka .berlah, Rüddin^s» Hausen Zerstreut sitzendes Holz wird nicht borge zeigt. Sondori 23 Januar 1923. Töt) Hessische Ob«fDrft«r Rabenau. Löber. M 1 Ä;f titrth I*1 MK«1 ffffS fit Mac Ttdüsf der vode DPf b OtsLM grc ßt '^d«" ^tnKngläm rotden. *c Schlagw h- schttck u Dir k», bie tes nidjt £ i