Zreitag, 22. Zuni 1923
175. Jahrgang
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Lranksnrt o. M. 11686.
Das Landessteuergesetz.
Don Reichswirtschaftsminister a. D. Dr.-Ing. h. c. Scholz, M. d. R.
Rach langem schweren Leiden im Steuer-Ausschuß, hat der Entwurf zur Aenderung des Lan- dessteuergcsehes vom 30. März 1920 nunmehr das Licht der Plenarverhandlung erblickt, um im u» sentlichrn nach den Vorschlägen des Ausschusses verabschiedet zu werden. Das Interessanteste an der Besprechung in den Vollsitzungen vom 18. und 19. Juni war nicht der materielle Inhalt des Gesetzes. Er wurde mehr oder weniger von allen Seiten des Hauses kritisiert: als in feinem Erfolge zwar für die Gemeinden nicht ausreichend, auf der anderen Seite für die Reichsfinanzen allzu stark belastend. Es war vielmehr die gründliche Auseinandersetzung mit dem ganzen Sh st em unserer heutigen Finanzgesehgebung, die von den Rednern der Volkspartei, der Demokraten und der Deutschnationalen vorgenommen wurde, und die den Reichsfinanzminister in eine schwer zu behaup- lende Abwehrstellung drängte. Hierüber daher zunächst eine kurze Ausführung.
Die Regelung der finanziellen Deziehungen zwischen Reich, Ländern und Gemeinden greift weit über den Rahmen eines reinen Finanz- Gesetzes hinaus und berührt die verfassungsrecht - sichen Grundlagen des Reiches. Der bundesstaatliche Charakter Deutschlands, den auch dir neue Verfassung sesthält, bedingt eine watsprechende Verteilung der Finanz- und Steuerhoheit unter die drei genannten großen Steuerträger. Erzbergers Gedanke der Zentralisierung der Finanzen beim Reich verlangt als Korrelat den Einheitsstaat. Will und kann man nicht die Verfassung in der Richtung des unitarischr'n Reichs revidieren, so muh man umgekehrt die Dez-entralisation der Finanzhoheit vornehmen. Bundesstaatliche Verfassung und Zentralisation der Finanzen aber verträgt sich nicht.
Das hat die bisherige Entwicklung seit 1919 deutlich gezeigt. Das Reich hat allmählich so ziemlich alle Steuerquellen an sich gezogen und damit den Ländern und Gemeinden weggenommrn. Der Erfolg war, da ßdie letzteren säst ausschließlich auf Dotationen des Reiches angewiesen und allmählich zu der Rolle von Kostgängern herab- gedrückt wurden. Insbesondere wurde cs erforderlich, daß das Reich die Gehälter der Länder und Gcmeind<:n in immzi größerem Umfange übernahm — das Landessteurrgesetz fixiert jetzt den Anteil allgemein auf drei Viertel. Diese Entwicklung ist verhängnisvoll und sicher nicht geeignet, die Sparsamkeit der Länder und Gemeinden zu fördern. Denn nur der wird wahrhaft sparsam verwalten, der sich die Mittel zu seiner Verwaltung unter eigener Verantwortung und unter Kontrolle seiner Steuerzahler selb st beschaffen muß. Eine weitere — mehr oder weniger zwangsläufige Folge der älebernahme des we taus größten T.ils der Per- sonalkosten der Länder und Geme'.nden auf das Reich war die Entstehung des unglückseligen Ve° soldungssperrgesetzes. Sei. e Auswirkungen in dec Praxis, insbesondere den Gemeinde- Leamten gegenüber, haben neben kärglichen Erfolgen eine Tlnsumme von Rechtsunsicherheit und Verärgerung mit sich gebracht.
Diese ganze Entwicklung muß allmählich auch dem begeistertsten A.chänger der Erzberger scheu Finanzresorm die Augen öffnen und ihn sehen lehren, daß der damit betretene Pfad in die Irre leitet, und daß es allerhöchste Zeit ist, entschlossen umzulehren und dem alten, bewährten System reinlicher Scheidung der Steuerquellen zwischen Reich, Staat und Gemeinde, dem Grundsätze der finanziellen S.ckbslv-rraatworlung und Selbstverwaltung sich wieder zuzuwerden. Wir vergleichen die heutige Zeit tiessler Erniedrigung gern mit den Jahren im Anfang des vorigen Jahrhunderts. Damals bereitete der Freiherr vom Stein die Erhebung und Befreiung des Vaterlandes vor durch Wiedererweckung der Selb st Verantwortung und Selbstverwaltung. Auch heute kann unser Weg ke n anderer sein!
Gegenüber dieser grundsätzlichen Auffassung von Der Dringenden Reformbedürftigkett der Fr° nanzgesetzgebung kann das nunmehr verabschiedete 52andessteuergeseh nur als ein nach fast allen Richtungen unzulängliches Provisorium gewertet werden. Die beschlossene Vefristung bis zum 1. April 1925 gibt dem den äußeren Ausdruck. Immerhin war die Verabschiedung notwendig, damit endlich einmal eine rechtliche Grundlage für das Ver- bältnis der Länder und Gemei.rden zum Reich — insbesondere für die Zahlung vor drei Vierteln der Beamten- und Angestellten-Gehälter — und ein zuverlässiger Verteilungsschlüssel für die Steueranteile geschaffen wurde. Die Erhöhung des Einkommensteueranteils für Länder und 5cmein- von 2'3 auf 31, insbesondere aber die Vermehrung des Anteils der Gemeinden an der cklmsahsteuer von 5 auf 15 Prozent — besonders wichtig, rveil die älmsatzsteuercinnahmen automatisch der Geldentwertung folgen —, endlich eine An»ahl von Heineren d-en Gemeinten überwiesenen Test' "-.ungs- mcglich'ei en werden immerhin eine gew sse, wenn auch unzureichende Besse ung der flnanziecken Lage der Gemeinden herbeiführen können.
Die entsetzliche Rot, die auf dem geistlichen Stand, insbesondere in einer Reihe von sozialistisch regierten Bundesstaaten, drückt, hat die Deutsch; Volkspariei veranlaßt. gemeinsam mit den Deutschnationalen einen — leider abgelehnten Antrag zu stellen, der das Reich zu Vorschüssen auf die Kirchensteuer verpflichten sollte, und cmc — angenommene — Entschließung einzubrlngen, die die Reichsregierung um Gewährung ausreichender Darlehen an Aeligionsgesellschaften er- [uM
Baldwin und Poincar6.
Paris, 22. Juni. (WTD.) Der „Petit Pa- risien" spricht von der Möglichkeit einer ten» nächstigen Zusammenkunft zwischen Baldwin und Poincare. Auf englischer Seite scherne man einzusehen, daß die Tl'.iterredung nicht opportun sei, bevor Frankreich und Brlgiea auf den englischen Fragebogen über die französisch- belgisch? Politik im Ruhrgeb.ct geantwortet habe. F.-anzösischerseits sei es zweifellos, daß Poincarö selbst vollkommen geneigt sei, sich mit dein englischen Ministerpräsidenten zu begegnen. Der Mi- nistelpräsident könne jedoch Paris nicht länger als einen oder zwei Lage verlassen, solange das Parlament tage. Die Zusammenkunft würde, falls sie in den Tagen nach der französisch-belgischen Antwort erfolgt, ohne Zweifel in Paris selbst stattfinden, wenn Baldwin sich dorthin begeben werde. Diel wahrscheinlicher aber sei es, daß die Degegnung auf halbem Wege zwischen Paris und London erfolge.
Die belgische Krisis.
Paris, 21. Juni. (WB.) Dem „Journal des Debats" wird aus Brüssel berichtet: Der ehemalige Ministerpräsxdent T h e u n i s stehe tm Begriff, feine Verhandlungen mit den Parteiführern zu beenden. Spätestens morgen werde er dem König mitteilen, zu welchem Entschluß er gekommen sei. Unter den Politikern, dis der Berichterstatter gesprochen habe, sind sehr wenige, die optimistisch sind. Heute nachmittag finden getrennte Beratungen der liberalen Parlamentsmitglieder und der Delegierten der katholischen politischen Vereine statt, um über die Möglichkeit einer Kompromißlösung zu verhandeln.
Paris, 22. Juni. (WTD.) Der Brüssels Berichterstatter des „Petit Parisien" schreibt, er habe in Abgeordneten- und politischen Kreisen: erfahren, daß, obgleich T h e u n i s mit den verschiedenen Parteien keine Formel habe finden können, um die Frage der Tlniversität von Gent zu regeln, man es doch nicht für unmöglich halte, daß er einen Weg finden werde, eine Regierung zu bilden. Wenn also nichts älnvor- hergesehenes eintrete, sei es wahrscheinlich, daß Theunis heute nachmittag sich zum König begeben werde, um ihm eine endgültige Antwort zu überbringen. Der Brüsseler Berichterstatter des „□Katin“ glaubt im Gegensatz dazu, daß über die Frage der Flamen-Tlniversität eine Einigung zwischen Liberalen und Katholiken erzielt worden sei, daß aber die Schwierigkeiten über die Dauer der militärischen Dienstzeit und über die Sprachenfrage im Heer noch nicht beendet sind. Der Berichterstatter glaubt, daß Theunis darauf verzichten müsse, das Ministerium zu bilden und daß man zur Auflösung der Kammer schreiten müsse.
Paris, 22. Juni. (WTD.) Ministerpräsident P o i n c a r 6 hatte gestern nachmittag wiederum eine ilnterrebung mit dem belgischen Botschafter.
Entspannung im Reiche.
Unter der Aeberschrift „Entspannung" schreibt die „Vossische Ztg.": Die Folgen des Marksturzes haben in der letzten Woche das deutsche Stadtvolk auf eine schwere Belastungsprobe gestellt. Man kann heute sagen, daß die breiten Massen der Bevölkerung, namentlich die Arbeiterschaft, diese Probe mit bewunderungswürdiger Selbstbeherrschung bestanden haben. Die Lohnbewegung ist zwar noch nicht beigelegt, aber sie ist in friedliche Bahnen gelenkt. Die Regierung und ein erheblicher Teil der Arbeitgeber sind bereit, die LöhnedenPreisen anzupassen. Auch der Entschluß der Reichsregierung, energischer als bisher gegen die Devisenspekulation vor- zugehen, wirkten entspannend. Die Verhandlungen über die Maßnahmen zur Verhinderung eines weiteren Marksturzes werden voraussichtlich noch im Laufe dieser Woche zu Ende geführt werden. Unmittelbar darauf sollen dann die dementsprechenden Verordnungen erlassen werden. Auch im Ruhrgebiet scheinen die innerpvlittschen Spannungen der letzten Wochen beseitigt zu sein. Die Arbeiter sind fest entschlossen, den p a s s i v e n Widerstand in der bisherigen Form weiterzuführen und die Abwehrfront steht, wie die „Deutsche Bergwerkszeitung" schreibt, nach wie vor unerschüttert.
Eine Kundgebung der Gewerkschaften.
B e r l i n, 20. Juni. (WTB.) Eine Konferenz der Funktionäre des Gewerkschaftsrings (Verband der deutschen Eewerkrereine, Gewerkschaftsbund der Angestellten, Allgemeiner Eisenbahnerverband, Ring deutscher Beamtenverbände) aus dem gesamten besetzten Gebiet faßte am Sonntag in M a r b u r g a. d. Lahn nachfolgende Entschließung:
D'.e in Marburg versammelten Vertreter des Gewcrkschaftsringes deutscher Arbeiter-, Angestellten- und Beamtenverbände aus dem alt- und reubesetzten Geb et unterstreichen erneut den un- beugsaywn Willen ihrer Mitglieder zum Verharren im passiven Widerstand. Weter b:e verschärfte Brutalität des französtschei Militarismus noch die bedauerliche Hetze parteipolitisch extremer Elements, noch d'.e unzulängliche Preis- und Lohnpolitik kurzsichtiger Unternehmer in Industrie, Handel und Landwirtschaft, sollen den Abwehrkampf erlahmen lasfew D'.e sreiheitlich- nationale Ärbeittrehmerschaft ist nach wie vor
bereit, sich schützend vor den um seine Existeiiz schwer kämpfenden deutschen Volksstaat zu stellen. Die öffentliche kritische Stellungnahme der Spitzen- gewerischaft in den Fragen der unzulänglichen und m.t unerträglichen Forderungen verbundenen Earantieangebote des Reichsverbandes der deutschen Industrie und des fceutidjen Lanobundes wird restlos gebilligt. Darüber hinaus wird die Spitzenorganisation ersucht, mit allem Rachdruck für eine ständige Anpassung der Löhne und Gehälter an de Preisentwicklung unter Aufgebot aller gewerkschaftlichen Kampfmittel zu sorgen. Daß das Rhein- und Ruhrgebiet ein unlösbarer Bestandteil des Deutschen Reiches ist und bleiben wird, ist in den Kreisen der freiheitlich-nationalen Arbeitnehmerschaft eine absolute Selbstverständlichkeit.
Französische Untaten.
Münster, 22. Juni. In Westhofen ist am 19. Juni ein 15Vs Jahre altes Mädchen von einem französischen schwarzen Sergeanten und einem weißen Gefreiten vergewaltigt worden.
In R e ck l i n g h a u s e n ist der Belagerungszustand aufgehoben worden.
Drei Redakteure zu Gefäuguisstrafeu verurteilt.
Kaiserslautern, 22. Juni. Vor dem hiesigen Militärpolizeigericht hatten sich gestern u. a. zu verantworten: Dr. Ruhr als vcantwotlichsr Geiler der „Pfälzischen Volkszbg." in Kaiserslautern, Max Steigerer als verantwortlicher Schriftleiter der „Pfälzischen Presse" in Kaiserslautern und Philipp Pfeifer von fcer „Pfälzischen Tageszeitung" in Alsenz. Den Angeklagten wurde die Veröffentlichung einer Meldung über die Kesselexplosion eines'von den Franzosen gefahrenen Personenzuges zur Last gelegt, die angeblich falsch gewesen fein soll. In Wirklichkeit Habs es sich um die Sprengung drs Bahnkörpers durch einen verbrecherische Anschlag gehandelt. Das Urteil lautete für jeden auf einen Monat Gefängnis und zwei Millionen Mark Geldstrafe und im Falle der älneinbringlichkeit des Geldes auf ein weiteres Jahr Gefängnis. Die älntersuchungshaft wird angerechnet. Die Verurteilten verzichteten auf Berufung.
Eifenbahuunfälle.
Dortmund, 21. Juni. (WTB.) Auf der von den Franzosen betriebenen Strecke Dortmund — Mengede stießen gestern zwei Eisenba hntranSporte zusammen. Sieben bis acht Wagen wurden beschädigt. Die Strecke ist vorläufig gesperrt.
Die Rheiuzollgreuze.
Mannheim, 20. Iuni. (WTB.) Wie die Handelskammer Mannheim von unterrichteter Seite erfährt, wird die Rheinzvll- grenze in der Nacht vom 24. auf den 25. Iuni in Kraft treten und damit den Verkehr aller Maren lahmlegen, die nicht auf der Freiliste stehen.
Berkchrssperre iu Pirmasens.
Pirmasens, 21. Iuni. (WTB.) Die französische Besatzungsbehörde hat über die Stadt Pirmasens eine achttägige Der- kehrssperre von abends 9 Ähr bis morgens 5 äkhr verhängt, weil auf der Strecke Biebermühle—Pirmasens angeblich Steine auf die Eisenbahnschienen gelegt worden sind. Ausgenommen von der Verordnung sind lediglich Aerzte und Hebammen.
Die Erschießung eines Schweizers in Dortmund.
Bern, 20. Iuni. (WTB.) Schweizerische Depeschenagentur. Der Bericht des schweizerischen Konsuls in Düsseldorf über die Erschießung des Schweizers Schlee in Dortmund ist heute beim politischen Departement eingetrvffen. Er enthält dir unter- schriftliche Bestätigung der Dame, mit welcher Schlee am kritischen Tage promenierte, zu der bereits bekannten Darstellung übrr den Verlauf der Dinge. Das politische Departement wurde bei der französischen Regierung durch Vermittlung der Gesandtschaft in Paris vorstellig, verlangte eine strenge älnter- suchung und stellte Sch-adenersatzforderungen. Zwei belgische Wachtposten erschossen.
Gelsenkirchen, 21. Juni. An der Lippe- Brücke bei Marl, nördlich von Recklinghausen, die im Norden des Einbruchsgebietes den Hebet gang zum unbesetzten Deutschand bildet, sind heute vormittag vonunbeka nuten Täternzwei belgische Wachtposten erschos sc-n und ein weiterer schwer verletzt worden. Die Tefat- zungstruppen haben darauf die Umgebung der Drücke scharf abgesperrt und unterwerfen die Straßenbahnen einer strengen Kontrolle. (Fr. Ztg.)
Ein neues Schiff
des Norddeutschen Lloyd.
Bremen, 21. Juni. (WTD.) Anläßlich der erfolgten Indienststellung des auf der Werft des Stettiner Q3ulfan in Bredow bei Stettin nm erbauten Doppel chraibnP er - fonen- und Postdampfers ^München" hat gestern der Norddeutsche Lloyd die Spitzen der bremischen Behörden sowie eine große Zahl Pressevertreter aus allen Teilen Deutschlands,
speziell aus Bayern, zur Besichtigung des Schiffes eingeladen. Der Dampfer ..München" ist ein Schiff von 13 258 Registerttonnn. das künftig auf der Linie Bremen-Neuyork verkehren soll und morgen seine erste Reise von Bremerhaven aus an tritt. Generaldirektor Stimming begrüßte die Gäste an Bord des Dampfers nach der Besichtigung beim Festessen mit einer Rede, in der er u. a. folgendes ausführte:
In Zeiten wirtschaftlichen Verfalls, wie ihn die Geschichte selten sah, unternahm der Norddeutsche Lloyd den Versuch, einen Teil der einst so stolzen Handelsflotte wieder aufzubauen. Wir wissen nicht, ob der Grund, auf dem wir bauten, tragfähig sein wird, aber wir dürfen nicht zweifeln an dem ethischen Wert unserer Wiederauf bauatbeit. Auch wir sehen Hir. daß unoer- hüllter als jemals in der Weltgeschichte das harte Wort gilt „Macht geht vor Recht", das das Gesetz der Stunde ist. Es ist ein besonders schweres Schicksal unseres Volkes, ein2m Gegner ausgeliefert zu sein, der nicht wie ein Sieger aus eigener Kraft im Gefühl seiner Stärke Großzügigkeit und Gerechtigkeit zu üben vermag. Dennoch treten wir, allen Gefahren die Stirn; bietend, wieder auf den Schauplatz des internationalen Wettbewerbs. Wir wagen es, weil wir die heilige ilebeneugung haben, daß nur der Zusammenschluß der noch vorhandenen wirtschaftlichen Kräfte Deutschlands und ihre Cinstellunc; auf den Wiederaufbau Deutschlands und der Welt zur Rettung Deutschlands und der Zivilisation führen kann Solch2 Wiederaufbaaarbeit bedroht niemand. Die sachlich urteilende Welt wird ein Verständnis dafür Haden, daß ohne die deutsche Sch.fsahrt auch keine deutsche Wirtschaft und keine Reparationeil möglich sind. Unter Leitstern kann nur fein: „Weise Selbstbeschränkung und qualitative Arbeit". Wir müssen das Vertrauen Haden, daß unser ehrlicher Wille sich schließlich durchsetzen und daß das Sittlichkeitsprinzip auch in der Politik sich wieder zur Geltung bringen wird. In diesem Sinne bitte ich Sie, unserem geknechteten, aber mit allen Mitteln wieder aufzu richten den Vaterland ein Hoch zu bringen.
Nach der Besichtigung des neuen Dampfers hieß der Präsident des Norddeutschen Lloyd, Dr. H e in i cke n, die Gäste an der Abendtafel herzlich willkommen. Namens des Senats erwiderte dankend Bürgermeister Dr. S p i 11 a, als Vertreter der süddeutschen Presse sprach Schriftleiter Freund im Sinne der Zusammenarbeit zwischen Nord und Süd, für die Marine ergriff Admiral Hollweg das Wort. Den Schluß der Tafelreden machten der bremische Finanzamts- Präsident Dr. Carl und der Kapitän der „München", Brehm.
Das Schiff verläßt Bremerhaven voll beseht mit Passagieren heute nachmittag zur ersten Ausreise nach Neuhork.
Die Vorauszahlung aus die Einkommen- und KörperschasLs- steuer.
Berlin, 21. Juni. (Wolff.) Der (Steuer*- ausschuß des Reichstags behandelte heute zunächst weiter den Antrag Lange-Heaerrnann über die Erhöhung der Vorauszahlung auf die Einkommen- und Körperschafts- fteuer. Der Antrag ist "jetzt dahin geändert, daß die Vorauszahlung auf das Zwanzigfache bei der Einkommensteuer und auf das Fünfzigsache bei der Körperschaftssteuer erhöht werden sollen. Liegt der Feststellung des Einkommens der Abschluß vor dem 1. Juli 1922 zugrunde, so soll diese erhöhte Vorauszahlung noch verfünffacht werden.
Der Reichsfinanzminister er klärte, daß er den Gedanken einer automatischen Anpassung an sich sympathisch gegenüberstehe. Voraussetzung fei aber, daß es wirklich einen einfachen automatischen Faktor gebe. Er sei der Ansicht, daß ein solcher gegenwärtig nicht gefunden werden könne. Es werde sich noch Gelegenheit finden auf diese Frage zuvückzukommen. Den vorliegenden Gesetzentwurf bitte er mit der Lösung dieses Problems nicht zu belasten. Der Gesetzentwurf bedürfe der schleunigen Verabschiedung, weil eine starke Erhöhung der Vorauszahlangen zum 15. August dringend erforderlich sei. Richtig sei allerdings, daß für die späteren Termine die Anpassung an die le.veiligea Geld- und Preisverhaltnisse erforderlich sei. Deshalb bitte er, diese Anpassung durch den Reichsfinanzminister nicht von der Zustimmung des Reichsrats und des Steuerausschusfes abhängig zu machen. Ein gutes Funftionieren der F-estsehung sei nur ge- a-ahrleistet. wenn dem Reichsfinanzminister keine weiteren Bindungen aufcrlegt würden.
In der Abstimmung wurde als Vorauszahlung für die Einkommensteuer das Fünfundzwanzigfache und für die Körperschaftssteuer auf das Fünsunddreißig fache beschlossen. Die Vorauszahlungen für das Ernkom- men von physischen Personen, deren Wirtschafts- abschluß vor dem 1. Juli 1922 zugrunde liegt sollen weiter vervierfacht werden. Die Körperschaften (ErwerbsqesellschJften), die in der Zeit zwischen dem 31. März und dem 30. Oktober 1922 das Geschäftsjahr abgeschlossen haben, sollen mit Rücksicht darauf, daß sie nach den bestehenden Bestimmungen als Voraus-ahlungen für das Jahr 1923 bis jetzt nur am 1. Mai 1923 15 Prozent des ausgewiesenen Bilanzgewinns des Vorjahres gezahlt haben und daß das eine Ungerechtigkeit gegenüber allen anderen physischen wie juristischen Personen bedeutet, noch zum 15. September 1923 eine weitere Vorauszahlung in Höhe des hundertfachen der Zahlung vom 1. Mai zu entrichten haben.
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* Preutz. »Südbeuisch« Klassen» Lotterie. Die n-toft« Ziedunq beginnt am 10. ;311L Bsch -«itlg« örncuerunj der Lose Ift dringend noiDendlg. Man beachte die An» zeige In unserem Heuthen "Matte.
BsrNstthsN.
— Tageskalender für Freitag. MHfi'lUu# Tabnb^firat. . Hrttertcus TUT — Wie bem .Maw»- «u« Geni gemeldet wird. Hal der Dorirtzende der AegiecungskommUsion des Saargebittt am 19 Ju n I dem DenekaNetre^ des Hdl k e e- Lundes miigeietU, boh er dem Dölserd^Mdsrat davLn Mitteilung mache bah am 18 Juul bet OUg.eru.nge's r eihten eine neue Berord» nung «da(len anb die Ao:Verordnung vom 7 M^c, aufgehoben habe Di« G.sssnung der Tagung des TtollctburiMraie» IN Übrigens we 29 Juni auf den 2. Juli verschoben worden.
Aus dem Reiche.
Die Gehshang I« Sisenbahntarife.
Berlin. 20 Juni (WTB. Zur Aus- ^«chung der Lisenbadntarik« an die 5c(tv triuertung hatte d r ftdn'xge Auslch^h des LeihLei'eibahnral- in ferner Lltzu ig rom 13 Juni nn<- ErhShung der Perf onen tarlfe um 300 Prozent in der ersten und zweiten Klaffe, um 200 Prozent In der dritten und viertem Klaffe, sowie der Stiirrurtfe um 230 Prozent be- rüiirtrtet Der Aeichsverkehrsministes ist dem Gutachten des Ausfchufkes über ble LihLbung der Berkenmtarise bclaelreten. Hinlilillch der ® ü tertarlf« er 'ich in An 'tracht der inztrl'chen tilget- e’.eren böbereit Bewertung der Mark für eine GrhShung um 2 0 0 Prozent an'Mlt der urfv üng!,ch vorgesehenen NO Prozent. D,e Durch'ch.tittssracht. oa- ist die tvnn?nkilolnetrilche (linnabme. beträgt (»dann das 19 8301 ibe der Friedens- Hart. dl eibk also mit dem entsprechenden Dokkir- ftarb* r»on 83 100 noch erheb'ich hinter der Geld- enkwertung zurück
Die BerbraushAsteuem.
Berlin, 21. Juni. lDTB., 3m 6 teue r» aueschuß des Ae ichstags hob ht der weiteren Aussprache Ae.chsfina.uzmlnifter Hermes die i±on mehrfach vetvnte u,rchr» dingte Avtwendigleit hervor, die noch nach besten Sähen erhobenen Berbrauchs» TIcuern dem verminderten, schwank^nc:« Deldwcr . fen. Io die v!ersr u. varensleuer, Leuchimittelsteuer, Jnd.-iftcuci, Salzsteuer und Lptelkartenfteuer, bei teilen allen die Erträge hinter der allgemein.m Geld- entwertung und de.i BerwaliUitgSkoften weit zurückgeblieben feien.
Eine Spende des AeichsPrHsiraule».
Berlin. 20. Juni. lWTB.I Der Aeichsprüsidenr bat der Deuisch.» Schillerstiftung In Weimar, dem Wohl- fahrtswerke für deutsche Schris.steHcr uno Lckrifkfteklerinnen. c./.e Spende von einer Million Mark überwie'en.
Aus le» Wegs zum Aeich:ftr,(vollzu;sg.'srtz.
Berlin. 21. Juni. (VIA.) Die 3ejK- rungen der Länder haben am 7. Juni unter 0er Vermittlung des Aeichsiuslizinlnistcclums eine weitgehende Bereitib irunz üo-.r dru Bvllzug von Freiheits st rafen ab» geschlossen, die an die Stelle der Griiiibsätze über den Vollzug gerichtlich erfamuer Fr.i» hei.rstrafen vom 28. Oktober 1897 tritt Die Vereinbarung, die einen wichtigen Schritt auf dem Wege zu einem Aelchsstrafvollzugs- gesey darskellt. wird demnächst Im zweiten Dell des ..AeichSaesenblattes" veröffentlicht werden und In den Ländern alsbald zur Durchführung gelangen.
Aus Hessen.
Minister d. Brentano warnt vor Sabotage« af. M
vd Darmsladl. 21 Juni Drr hsstilchr MimNn des 3metn rr(äh fol^rnde 'IKaSnun j. Dir X.aitiu.ig titbt h^n er.oljgn i t ein Brr- g. sn gt feigi. die Glatsnichw i'unz n fü das Hiu'! > i ?i»'i 1917 und en* Borlage M r die »ul i iitig- X.ji'ua] d.r ch? nilch-tcchni- <<1 n » a b r u n 4 6 m 111 e I r i ü I u n g e n In der P rt inz etailmlurj. w.lä bcn Jrtneib der bUf.r kein chcmi chen Un n 6: nt vorh.1t Die Kostcn betrage« cu»i IS Uillionen TH irl.
lb; Dr Verner (TntI ) forderte baldige Tn eguna >•< bereitJ kr itgeftedt n Entwurfs ein a I itchcn Tltg uiij de. Aahrungsmi.rei- frwtr I -
le sri d- u g des Urkund caftempels ger ’’ d e >. t nte .-rtuaj .narde »ugettlmmt.
Xg Kind« Tt d »richtei.- et als 7Xch tzan ' < .^f'i'che Ar,ier.i g die AnpaN^ng an d,« ®x i n:r iimo) m laag'am vviliieh.' Hoch d«u toärben Stik d r d.'f ich » «oidanleihe £i iu tu- de» ravidra TRarfftarg leflgehgle* A«. at g d u
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Unterhinil6räumc tefchrü E.
£t. Lin geidcy lD. Bs3 te'a.r/agie Aestk.alken an ter ursprÜnU ch.'N ^iHrTg
Bach we.tercn Be ner.u gra d r Abga Abner. Kaul. $>o man -Sd.ge V a't u»> tes Aegierangs- t>.it el es cr.olgie ein-: Stazelad st immun n- Artikel 1 Kurte aag.te fodtl>?ni?- k ». fchr Lira 11 lStrelchurg te3 Sanrt üte? io ®t c: erung) mit 30 g:g 23 Lamme i abg i HM. A ».e r-mme.i tourten wr ter M • ArtU?i 2 b « 5. Artilel 3 unter Ablch urs tzl 1 >.nmunt itschsn Slic chi'vGja aageZ. A- .i el 6 warte u iter An- nat-mc les f-" atd.mokrali'ch r Xitri ei Aur ®b-*» eria.'b.riS mil ter vom A.zt.wu 'gsreclrrtrr vor- c.c'1 'a6rg3n»unj a i ..»nomireT D?r k)«- mun liikche A trag zu Ar l’2l 6 warte ab;, deb.it. ?i.ss,le chen dir zu Iriilel 7 vsrllrn xfce t Anträge A. ae ?m»m tourte b:e vom Stnt^jr v)r-
gtkblagtnc Hafsu g mit tei Wort« .gerneInfame Untcrlunftgräume“. D3 Übri.en Artikel lt» Sdches wurden mit ben QL.iterun en tes Auöichulses und urier Abi-Hmm, der Anträge tst damit In er,1rr Lesung erlediat.
Aach der Pauke wurden -unLchst bl? tei der Beratung tes Borwfch'ags iurüdgefk'lltcn Kapitel 32 und 3.3 IOanbei-Jtenbaimerk und Po- lyci) wolsi es wi^e um *u el-wr Aussprache über die Schutzpolizei kam.
Adg 5r Werner iDti) terla.igt?, Muflg durch da iftemmfe der Sinken uittcibioten. unpolitisch: Bern ."düng ter DchutzpoU' n zum S^ub aller Dri ter Atth-nau-Demonstration sei dl? Poli-U zu fplt cln4 r:lt Worten TTU Detente bh Argieiung gegenüber den neueste st tt\ taugen ter Bnt.ntl? ht ter Frag: ter Um- giutiiciung und UnterbrLijaiy ter Schrtzpvtt- z«i zu tun?
Tilg Wiedma nn (6.) bra.ch'e verschiedme Wünsch: Aur Organifation und B.Zahlung der Lantesgendirmerie zur Sprach'.
Abg D I n g e l d e y l D Vpt) forderte die Aeghiung auf. unter allen Um(tlah:n dafür ein- ; itieten. bah bei ten Berhandlungen mit ter unte die Schlaakeitigk.it ter unrntd orlichcn Pclhei erhallen tulte 3nlcrne SkcitigLik'iL u le » B tet jetzi im 2 tter.sk tes Str ttsan- («l..ns keigekeate Streit zwischen dem Minister fefl Innern unv dem Berband ter Pott ^kteamtrn tfliffen die von «tuten komme.iten Schoirrlgkelten nicht vcimebren.
Abg. 9bnet (Ä ) sprach die Hossuuna auS. da? bei k.'MWuntstlfch: Stn.luh In ter Schan- pollzei immer mehr wichse, hamlt btek eines Tages an der Seite tes Proßclartats marsch e e.
Minister v Brentano wandt? sichgea n bk Betdüch'igung. als stete die Aanbbal »ug Der Poli,'iigeawlt unter Bor entur ter <$c i94fcU.cn. fle Prli'ci bäte ihre Pflich stets erfüllt. Pv- llkifch? Berlnfluslunz ter Schupo kl untebmgl af ukfntn. jedoch auch die von rechts kommrnte. Di» Tieqi^rung w-erd? t» tejuj auf die nten- polillfchen Schwierigkltcn In Mdcr Fr nge alles tun. ira« ihr möglich kl Dir Aorderung nach unzoiitilch'r B.rw.'nbung ter Schatzpcsi.zei sei eine Selb'ti .iMnteitjMt.
2ß i A o f m a n n-S«ligtniiabt (3.) bedauert die XieldHungrn tes kommani tilchm A 'ivri
kost sie kich bei kommenden Unruhen als "l r- Iskfig erretten werte Ti: Crpa*l ition#'reilfc 11 der Schutzpvll' ibeamten nuttf; gc a ahrt bietb ?n
Aachdem tzinanzministei st r a r i ch f.ch noch ai tet Vü isch .i tei Ad, ® etexann ge- sukerl halte, wurde t bl? Kap 32 und 33 gegea bk Stimmen ter Kommuniuea angenomn' i eten'o einstimmig bi: Xg.c ungsvvr'aae über die StuatsZuschüfk zu den Preisprüfungsstel- l c n Annahme sand feiner in erster Lesung ter (kitrrurf eines
den Beamten g mdb bei Aeichsversalfurtg qrcr85n werten Das Qtecwrbet für di« Schutzpolizei (ei unmcrallkb
Dtaitz « R v Brentano b«k$tU. dah l*e dem stank egenten StiiinneuMrii die »kitten ftwn te b bc bcna*bjr?en «nbem Bon tcefücnärem Deist in den Borschrifken »nn: bi ne Art' fein Aur das Intereff« tes Staates und der versastungchnshigen 3egiefueq bürfc ffc< tet SchutzpriiH., mahgrtenb swn
Cbci tfgicrungb Wachtw-i r: durch das Ae 4irab*ragJ:6 ietgrkgt kl Bu ei'tr Stiel- chung b.tkr B.ütEmung etütt: du De'rtz zurück- regDgen werten Atew der B.r^-tzt »af die atetclaut us an ta* oolleate ? 27 U*.n*iate und zurück^elogk 7>dbr.g: Sk »*?U g.tnüXl üülte eure« ter foz a temohatii*? Ama, doa Tk .chUi.'.k ter A.tchttetzteru.ig n loschen und ;ut l e Ae^inung a. ixbrnbar fei t Am Art. 7 p:kitttch? Beräti.rung, balle dir Aegbruag in k.ru.r g g nwüruren -Talfang kft
On4iv.schei dngegangLne Anträge der Äommunilen beantragen S:r kbu.ia tet Lorie .auter 5 l-enfl' in Artikrl 3. t«i Absatzes 2 in Arri.el 6 (•‘xMtlmnuw g.a und Be äugang ter Ste.tau) und tei ga :n Artnels 7sGoliti ch: Betätigung). Die So.'laltemokraten batet zu Ar- likl 6 einsn -treiiea. Im Sinne ter 3rfl3runa des Ar, tiaingsvertretecs abgeä«.teilen Antrag etn-
-teatRgzektzes,
wobei Art l (Srbebnng einer Grund» und EewerbetteNers gegen die S'tmir.:^ tei Netten gcn-bmi» wurde, letzte in er ter und 'U ''ter Orfung rtn G-ktzertwu.f «wr Ad^nten ang Ui OemeindeuMlagengesetzes 84t bte llnteibaltuag und ^rrteffder Latkttei- 'u-liMMtag< ter steil- und ♦Ikg.-aa t ilt Li Goddelau wurden lO-oeoccov. für Gclldä««»» wtrtn in Gotten für i«22 IO«0 000. ür t. iewrt te- iteung des ntut.i n:sa ointes In
88 303 000, für ter f* rtemMu» mttttk (•ter »elchtmtestwnö- 170 218. für ter Lndatz
hxc •tefcrnlrr tet Akderrainstadt 17 900 300 und nii ken Austau Der Wölsersheimer Anlagen »u. üriruflung von Prehsteine» HO 28ü- Konen t billigt
Gal Orte» üb* bis 3t ä*rung des Ar. 118 tes Gc chrt dter
die I:r»alh*c,NrtWflia<
’urte in rrWer «■& tzw- ::t kfuif ;e*6n' ;* das I . ur.b lleterfab't*b-üc 'tz
-uii« ter ah, Lk teil und Mr SvWrce grgnt »e immriund^ L.M Ctinme.1 auf das Bkr^ach: rrhö«. jt
cuiten ferner bie B.ikgang tes Pesk^namies Main» in das alte Juivgebdate 15alteraer stss) vnd Mr legte . wngÄor .a*’ über Me Bekamo fing Übertrieb, se« Aufwandes (Tr- Mdgeng ter n (Vrrrj ir erlast, reu A j’*rJn ,s- vctort nung über Pali,, «istunde ufx 1
Mg «bnct (Ä ) »ühr . dadri Klag« bar- uter, bat bk PokLei»-erLrd.'uli^en &ur Xctisw- nmj des Lu ins u > ber SS rrmerr. nich» da «banthabt aarte i. tt>o es n>: tu? A n iszial- temol^uiKfjr Art frag bei inb.ittiche S-'rtfcl- Mtrg tei ?Dtu. Jrfuate gut dem Oia* uns -.in» LtÜjM-' Aeg ung ter Lanzerlau dnis Irrte t. autle a.ig.normen Oi.i d.mvkrit'lcher Xt- t:ag mil Land gemeinte- unb Stäblc erbe nag rurbe der ieui.-iu.ig als Material üb ta>i-kn.
Tel der 2krataug ter Barlag.n über Me Dienübezng« brr Staatsbeamten. Lediec ulu. welche die X.jiitu iu ermächtigen tk Gehälter bf.I.r Tuimte.i der Aegelung du. h 'as Leich an/uraffen, nähmeu Hi3n.. d. txr- schi«de«n Par^ei.n LelrAeaheit. ihre Lönfche und
B:schw«rb«u zur OrUttarteRilwkilDig vor ubiilgen Abg. Dr Okanrt (T. Bpt.' be- gtüf t« eil, batz der A.ichlMtilfcha^tsminister ge- lcaenttick feiner 2fau>cfenbdt in Jugenteim ein« ! eifere B:ba idlung brr heffisch'n Sonder wünsche - ugelagt habe
Aich crri rren Ausführungen des Abg. Ael- ’ . I;.rt jn ;
und die CiF.ung um 1 Ubt 30 auf Donnerstag vormittag 9 Uhr vertagt
Aus Slabt unb Land.
Sieben, bet 22 JuM 1903
Tir dritftdini Bcdruke« gegen eine Bcrkürznng der ^cuttnetjeriew.
In der Gsternvertammlung der stöberen Mätchensckule. die am Montag ab-id statttrrnd, ira) Trt einige AsrZte. bk» -l tt."ich Bit '. ' j.i S4ikrinnen fkib. ffar e fachliche Beden- rt ! ab- fU igle BsrtülunaderSommerferien geilend. Al» ein.r bi.kr Sprech'« truite Prof. Dr. m«d Brüning von dar 'Berfammleng ge- fcelen. sein, ätttlil, Sack ?ntlnMn.'iuluf jnq ter dem Lantest-irdungeamt ein u» ich itert 31-
cm Mansche Aechung tragend, hat Prai Bruni na durch Termiuttdog ter Stutkitung das nach uchente ürztliche Gutachten nn das LantesavN für das i
.Singeteilte Untcrsuchu »gen. die an verfchie- denen Steilen über das Wachttum ter Schulkinder an gestellt find, bate-.i dnasanbfrd ergeben, tab in den warmen TIa.taten tes Jähes im Juli und August, das Längenwachstum der Sinter nm ar bäten ist und bah in d.» Miutermcnat.n die Ki.tter in tae Breite wählen Die starchlg^ivich's/u.r.ihme «rsolgt im Winter, tzlhrcird im Sommer nur wenig ober gar M»e Ge vich ssunahme zu ver», ichnn ist. EL must alfo das LL.rgcnMachZtum haupllLchllch aus ten Ae- ftic.ftofk i des Körper» testritten werden. Tiber ist rS auch rerst.trtdlich. bah xu dieser 3eit der Körper betontere c.np üngldch für InkLtioar.i lkt und auf Schädlichkeit.'n . di aust.-n b.'fonb ri stark reagiert. Di.' La hitis ist nun Mc Krankd-it des wachs. ,d.»n Knvch .ts. di.' Luter kulok die Sr» fianlung des w.nig gut er.t-1 b t-.n Inbi^ssuums
xdc B okachkung aller Arezte z.igt ater, dah Aachitis und Tuberkulös.' nach einer vorübergetjnten Bst rung In den ersten Aach- Idcgbiabun seit 1922 in erschreckender Welse Im Zunebmcn tegdikn sind Sollen nicht Me trautiaften Zvigen für uufer Boll bar- aus erwach'..!, fo müffrn wir mit allen Mltk.lu gegen dies.» Krankteilen anMmpfen unb miiks-n alles renneiben, was ihre Verbreitung begünstigen könnte
Jeiflige unb körperlichr äletermükung (chwst- ch:n ten Organismus unb fetz.'n leine Wider- slantskrafl gegen Erkrankungen b'rab Ss ist des- f alb eine äle Ford rang der 2knte. bah bie Kinder kn ten Wa chttumsjahreu w.nig mU Sch ll- arbeiten te(afkt wreten unb dast l.t |cte-m einzelnen Jakire die chmipttrachßt tms'.'it. also die Monate Juli unb 3 u g u ft. schulfrei ist. Wenn fich ehw s- bis 8$ ä-tege Se.len^ett h Sommer noch nicht bat verwirklichen lalkn. fo ist doch vom ürz tkichen Standpunkt aul mit allem Aack^uck darauf bin.»uurif.n. bah unter 4 Wochen Serien in der beiden Jahreszeit auf keine. Sali tzcrun - tetaeganacn tr.-rtem bart. Tu Äinter brau- chm biefe Zett der kdrperttchen unb geistigen Sat- fpaimung unbedingt
chirr u kommt in Metern Jahre noch dn te- fonbe.» ungürütges THament. dast nimllch tei dem leuch'.-» Wetter bie Äi^er ihre frei« Zeit »ich>r im Stefan frrbtinyu tonnt n fonbera in engen Yobnuugan ,ulammmgepfercht triren Di- Wohnungsnot und Oie Auniahmr vieler aus tew kefetzten Drfc.i Me 'Bitte richten, (eine Derküreung ber Sonmerferlen unter 4 Wochen ooru- nehmen »efunbe »rtd l.-stumMädige Kinder werden es ihm danken."
Das Deutsche tvalksapser.
3n ber Gekchültsttelle tes .Gi«ste,er An» »eia«es" Itnb für unkt« tebrängtm Brtks- «noWee tm Avhrgedkt und am Aheln weiter «in- gegangen
UrgaiiiMt »000. B G. 5003 > a Kreis 1000 Hr LV’rtr Storni «00 Moxa Schwan S900; » P 25 003 Hf
D« O*m terzltch'e. Dank Wettere «chenten werden in ter D -' ch ü (t s st e 1 l « brl .Dietzener Anzeigers^ angenommen.
ßeutiger Stand de» Dollars
>0 Utr oarmittags
Berlia 138 SOS. Frankfurt a. TR. 139 000.
ssage
kchl, nordloestllchi
irdsee gelegene Le. ihr Kern liegt heute linQDien. Die W M ergiebiges, liegende Hoch o daß bas unbe«
Ä ^klez?,^ ft«*!;
5U erlitöt auch.»Neladrn Gr^?dere
C1 Hans 1,nn' teurfu.
Lrhry. ^chzu ris der ’-^Ä. rm ®iedn der •vi)eng[c,.'
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CQlhge tzils. ”e* antun. >jat; iKue Düchrr vorhinLenen nidif
Drr Mittel der etoentlvrrlung, der r nicht ausirtch^n, YU'ch erhöht wird. ?t -oildungsstätten too olles daran " Sorge hindurch in eine weitere 'M Werde? 'Duz r^lie-Lerein dem- '- -chang cm unsere l es sich zeigen, ob ndzivanziz Jahren zu erretten der-
ischeKlassen. hung beginnt am erung der Lose ist beachte die An-
Zlatte.
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für Freitag'. „Fridnicus 2er. ras von Charvlais". Dirbelwmd".
Die man uns mit« rgcn
«ehlen Aufführung •cidim Deisaii äufne weitere nicht den 3toed - der liuhrhilfe - ifl nshaus, ebenso wie Platz beseht Wick Morgen, Samstag,
Anzeigenteil.
Stenographen- Samentier. Va- mntag Wanderung.
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i Sauschutt an den jetzigen Fundort verbracht Urorden. Man begreift heute nicht mehr, daß man damals so verständnislos mit künstlerisch und historisch so wertvollem Gut umgehen konnte. Der Ortsgeistliche lieh den Fund in Sicherheit bringen und machte dem Denkmal- Pfleger Mitteilung.
Hessen-Nassau.
fpd. Frankfurt a. M., 21. Juni. Das .Polizeipräsidium hat gegen eine große Anzahl von Händlern Handelsverbote wegen Hehlerei, verbotener Ausfuhr und unerlaubten Großhandels mit Lebens- und Futtermitteln erlassen. — Nach den Feststellungen der Polizei übersteigen die Tageseinnahmen der meisten Bettler in unseren Straßen bei weitem den Verdienst gelernter Arbeiter. In den allermeisten Fällen handelt es sich bei den Bettlern um arbeitsscheue Personen, die irgendein Leiden vortäuschen und hiermit das Mitleid des Publikums zu erregen suchen — leider immer mit Erfolg. Wie aber diese berufsmäßigen Bettler das Geld achten und den Geldsöwert verkennen, beweist ein amtlich beglaubigter Vorfall in einer Wirtschaft, wo ein Bettler seine Tageseinnahmen zählte und dann kurzerhand alle erhaltenen Geld sch eine von einer bis zu zehn Mark als wertlos zerriß. Die wirklichen Armen aber sitzen daheim, schämen sich, ihre Not nach außen hin #1 zeigen und darben und hungern.
Schlichtungsausschus; der Provinz Dberhcssen.
Erste Sitzung vom 21. Juni 1923.
Der Fabrikarbeiterverband beantragte Aen- beding seines Abkommens vom 5. Juni mit den Tonwerlen Gail, Hüttenberg und A b e n d st e r n, das als Stundenlohn der Ds- triebsarbeiter über 21 Jahren 2600 Mk. ab 4. Juni und 2850 Mk. vom 11. bis 17. Juni vor- ',ah. Der Schlichtungsausschuß schlug 4100 Mk. ab 11. Juni und Erhöhung der übrigen Löhne in demselben Verhältnis vor. Dom 18. Juni an soll bis zum Ende des Monats der Spihenlohn der Betriebsarbeiter dem der ungelernten Arbeiter der Metallindustrie gleichgesetzt werden. Lieber Neuregelung der Zuschläge der Former, Einsetzer und Ausfahrer sollen die Streitteile noch verhandeln. Sie erhielten Frist für ihre Erklärung auf den Schiedsspruch
Der Zentralverband der Angestellten beantragte eine Gehaltsregelung und einen Tarifver- trag für die An g e ste ll ten im Bad-Nau- Heimer Einzelhandel. Dir Arbeitgeber- Vereinigung berief sich auf Verträge mit dem Ge- wertfchrstscund der Angestellten. Der Schlich- rungsausschaß beschloß dessen Hinzuziehung und Mb der Arbeitgebervrreinigung auf, mit dem Zentralverband zu verhandel:!.
In zwei Kündigungsfachrn einigten sich die Streitteile nach Verhandlung.
Kirche und Schule.
wg. Der Hessische Hauptverein der Gustav-Adolf-Stiftung wird seine diesjährige Hauptversammlung am 8. und 9. Huli in Hungen abhalten. Sonntags werden tn Hungen und in den Nachbargemri'äen Fest- gvttesd.enstr stattfirden; für die Frstgem-einde ist als Festpredigsr fcer bekannte Diasporapfarrer Weiß aus Bieber bei Offeabach gewv.n»:n worden. Für den Nachmittag ist eine große Volksversammlung geplant, bei welcher ein aus ver- sch 2 enen Kirchengesanabsreinen gebildeter Massenchor Mitwirken wird und mehrere namhafte Nedner aus der Diaspora Absprachen halten werden, u. a. P.arrer G urland, der in den Ostsee- prov'.nzen und am Schwarzen Meer tätig war, und der kürzlich von den Franzosen aus Gustavs- b-arg ausgew.esrne Pfarrer K n a b, jetzt in Pfungstadt. Abends ist geselliges Beisammensein. Am Montag folgt der geschäftliche Teil der Tagung: d.e Sitzung des Drrwaltungsrats mit der Abge- vrdneten tvr Zwei grerrine und eine Versammlung der Frauenvoreilre.
SängerSag in Karlsruhe.
Man berichtet un.s:
älniversitätsmusiidire'tor Professor Gustav Trautmann errang iü^lich mit dem Schule r s ch g n Männe rchor, dessen Chormnfter er leil 1593 'm, außergewöhnlich b.deute.rde künstlerische Erfolgs. D.r heroorragande Frankfurter Verein, der auch i.t Gießen s5>on konzertiert hat, war einer Einladung des befreundeten Gesangvereins Lisdsrkran; zum Sängertag in Karlsruhe gefolgt, wo er inmitten großzügiger Deranftattu gen friedlich«! Wsttbs-
»UmUUUMJa'gBBB
Das M-ftlhiWS.
Vornan von Luise Schulze-Br ü d.
59. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Erst der Ernst des C:b-;i4 hatte das zu- rvegL gebracht, das nicht sanft mit ihm umgr- xangen war, das ihn scharf augepcuft und alle feine Kräfte angespannt hatte in unablässigem Ringen. Seine Frau hatte ihm nicht dabei 6elfen können. S 2 versagte ganz. Sie war nichts als eine cigenwillige Kinderseels in dem Körper eines Weibss. Eine kleine S:.ls, dis nur das ihre suchte, d.e das Leben für ei 1 Spiel nahm and für einen Zeitvertreib. Er hatte seimen Irrtum hart genug gebüßt, gebüßt auch damit, daß er ihn ihr nicht entgelten liefe, als er erst selber reifer ge= Wort en war und sehender. Sie hatte wohl wenig entbehrt. Sie hatte ja stets das bunte Spislze-ag gehabt, nach feem ihr Sinn stand. Was ec in den ersten Jahr cm in Unkenntnis verbrochen, das hatte er später wieder hundertfach gut gemacht.
Aber niemals war ihm länger als sine flüchtige Minute der Gedanke gstommen, sein eigenes Schicksal wieder so eng an das einer anderen, Seels zu binden. Sein: Arbeit und feine Sorge für Elisabeth hatten sein Leben bis dahin ganz ausgriüllt. Der flüchtige Verlehr mit heiteren Frauen hatte ihm völlig genügt.
Dann fcar die Frenrde in sein Leben getreten. Das war nun keine brausende Iugendleidenschaft n.ehr, was er empfand. Ei,re tiefe und sehr feste Zuneigung war langsam in ihm aufgekeimt und gewachsen. Er wußte, es würde das beste Stück fe;rre3 Lebens kosten, wenn er darauf verzichten müßte. Er fühlte aber ebenso klar, daß er wohl verzichten müsse, wenn er Elisabeth nicht Hans Dietrich gäbe.
werb» mit anderen süddeutscher Vereinen und tn einem eigenen Konzert nicht nur durch sein edles Stimmenmaterial, fonbern vor allem auch durch d.e überlegene geistige Führung Prof. Trautmanns heile Dega.sterung erweckt«. Ein zwei Taue später mit dec gleichen Vortragsfolge in Bade n-Vaden veranstaltetes Konzert brachte ebensalls stürmische Ovationen einer zahllosen, airdächlig lauschmden Menge und lestätigtr aufs neue die in Gießen oft gewürdigten überragenden Vorzüge Prof. Trautmanns als Ehorleiter, bis letzten Endes in einer ungewöhnlich gesteigerten geistig en und seelischen Einstellung auf Rhythmik und Kultur des Klanges und in einer angeborenen Feinfühligkeit für das eigentlich Klingende, die Seele, des Liedes ihren Ur» sprung haben.
Vermischtes.
Die Derimer StaatSoper in llkorwegen.
K r i st i a n i a. 21. Juni. (Wolff.) Das G a st» spiel der Berliner Staatsoper im hiesigen Nationaltheater mit „Mona Ltsu" und „Salome", unter dec Leitung des Intendanten von Schillings, fand beim Publtkum begeisterte Aufnahme. Die Kritiken würdrgen Schillings als Dirigenten und Komponisten und die Darsteller übereinstimmend in Worten höchster Anerkennung. Ganz besonderen Eindruck machten Barbara Kemp als Mona Lisa und Salome, und S ch e i d l als Francesco.
Amundsens Nordpolflug aufgehoben.
K r i st ia n i a, 20. Hunt. (Wolff.) Nachdem A m u n d s e n den Nordpolflug aufgegebeir hat, beschloß Konsul Hammer, mit seiner ersten Expedition a n L a n d zu gehen. Er teilte Amund- scn telegraphisch mit, daß das Flugzeug und die Mltglieder der Expedition zu dem Flug von Spitzbergen nach dem Nordpol zu seiner Verfügung stehen. Bis dieser Flug zustande kommt, stehen die Flugzeug-Ekpeditionsmitglieker zur Verfügung der staatlich-wissenschaftlichm Expedition nach Spitzbergen, besonders für kartographische Arbeiten.
Embruchsdiebstahl !n einer Loge.
Berlin, 21. Juni. (WB.) Die Odd- Fel» l 0 w - L 0 g e in der Alten Zakobstraße wurde in der vergangenen Nacht vrn Einbrechern heim- gesucht. Diese erbrachen die Schränke und stahlen aus den Schubladen die Logenvereinsabzeichen, sowie den Logenhammer des Großmeisters vom Stuhl mit goldenen Emblemen, Spenden von anderen Logen usw. Auf die Wiederbeschaffung des gestohlenen Gutes ist eine hohe Belohnung ausgesetzt.
*
* Die deutschen und die englischen K r i eg s ve r l u st e. Die ganz genauen Statistiken über die Krisgsoerlusts des drutschen und des englischen Heeres werden erst jetzt, wie Wir Auszügen der „Klinischen Wochenschrift" entnehmen, veröffentlicht. Die deutsche Statistik berichtet eingehend über die Sterbesälle der Personen nach Zahl und Todesursachen. Die Gesamtzahl aller Todesfälle des deutschen Heeres während des Krieges betrug 1 667 039; davon sind durch „gewaltsame Einwirkung" im Kämpf 88,7 Prozent, nämlich 1 479 066 Soldaten gestorben. Von Krankheiten forderte der Typhus 10 548 Opfer, die Ruhr 8040, die Cholera 838. Unter „unbekannten" Llrsachen werden 39 003, d. h. 2,4 Proz., aufgezählt. Die englischen Kriegsverluste werden in der endgültigen Statistik mit 94 6 02 3 angegeben. Verwundet wurden 2121906 Soldaten. Die Zahl der Kriegsteilnehmer betrug 24^6 370, davon 6 211 427 aus dem Vereinigten sronigreich, 1 615 527 aus den Dominien und Kolonien, 1679 416 aus Indien.
BLi chemisch.
— Ein Märtyrer der deutschen Sache: Kaufmann Albert Lev Schlagster, der vom französischen Kriegsgericht in Düsseldorf wegen seiner Betä'i- gung im deutschen Interesse zum Tode verurteilt und als Opfer fran.zösischsr Militärjustiz am 26. Mai standrechtlich erschossen wurde, ist in der soeben erschienenen Nummer 4102 der Leipziger „Illustrierten Zeitung" (I. H. Weber) abgebildet. Dieses Heft zeichnet sich im übrigen durch hervorragende ganzseitigs Illustrationen aus. Nach Radierungen von Roland An- heißer finden wir interessante Reproduktionen ..Berühmte Baudenkmäler an Rhein und Mosel", scwie von dem bekannten russischen Maler Konstantin Korovin eine Anzahl Bildwi-ederzaben, die durch ihre Eigenart auf den Beschauer einen besonderen Reiz ausüben. „Das Sumvfvolk am Dangwevlo-Sss in Nord-Rhodesia" schildert fein Erforscher, der schwedische Graf Erik von Rosen in einem fesselnd illustrierten Artikel. Carl Jacobsen ist mit einer Erzählung „Der Enlen- puhl", Fritz Stüber-Gunther, Wien, mit einer Ekizze „Raimunds Liebe" vertreten Neben dem
Das Halten des Wagens vor dem Hotel schreckte ihn a.i.5 seinem Sinnen auf. Ganz erstaunt horte er plötzlich den Straßsnlärm, sah wieder seine ilmgj£>i'.ng. Eine Zeitlang war Auge und Ohr dafür verschlossen gewesen Es dunkelte schon, ein grauer Abendschatten lag über dem Menschcn- gewühl. Die Lichlcr der Straßenlater.ien tourben ange.iü: bet und warsen einen mattgelben Strahl, der noch fc"..r> Leuchtkraft hatte.
Nachdenklich ging er den ruhigen Wea, der die Baumanlagen des L.ipziger Platzes darch- sch.'.itt, bis zum Bürgersteig der Leipziger Straße. Da schien sich jetzt das Menschengeaützl verzehnfach'. zu haben. Er stand ein paar Minnten still und ließ es au sich vorüberhasten. Dicht nebsn ihm bot eine Frau Veilchen an, Maiblumen und Lreibi.vfen. Er kaufte ihr ei.er Strauß 'Mail'lr inen ab, um sie Frau Goa mitzybringsn. Aber als er sie dann ansah, schon ein wenig welk an ihrsn Siengein hängend, rechts Kinder der Großstadt, künstlich getrieben ^u kurzer Blüte, um rann zu verwelken, verwarf er den Gedanken wieder.
Er sah die Leipziger Straße hinauf, welche sich endlos dehnte mit ihrer Reihe von groß-sn eleltrischen Kugeln, dis über der Straße schweben und sie in ein grelles Licht tauchen.
Das große Warenhaus vor ihm flammte in einem ©lutmver. An den Firsten der Häusw) gingen Flammenschriftcn auf und verschwanden w.ed-er, Anpreisungen Von Sch-wladen, Regenschirmen, Schuhwaren und Kales. SLte elektrischs Sonn.e an einem der Firste drehte sich in verwirrender Schnelligkeit. Ein Scher-nwerser schoß seine Strahlem scharf und blendend durch die Luft, älnb all dieses Licht beleuchtete die wirre, eilige, schwarze Mensche-nmasse, die nichts zu tun zu haben schien, als vorwärts zu kommen, so schnell
Gesagten finden bte Tagesereignisse in Wort und Bild eingehende Derücktichtigung.
— BernhardSolms: „Vor derZeit". Ein Trauerspiel. (Pontos-Verlag. Freiburg i. B.) — Das Stück spielt in der Zeit des Friedens von Tilsit. Er brachte Preußen die Fortsetzung des Krieges. Die Bsse^unq preußischsn Landes dauerte fort. Llnterdrückung, tierische Rohert und fremde Willkür wutsten in oen besetzten E-ebielen. Alm den Husarensührer Schill gliedert sich die Handlung. Dre Bilder — ein Drama im großen Sinne ist es nicht — erinnern an das Heute; gute, schlichte Sprache macht sie eindrucksvoll und wirksam.
Kirchliche Nachrichten.
3fr. ReligionSgefellfchaft. Sabbatfeier 23. Juni. Freitag abend 7.50, Samstag vorm. 8, nachm. 4.30, Sabbatausgang 9.40, Wochengottesd.: morg. 6.30, abds. 7.30. — 3fr. Religionsgemeinde. Gottesd. i. d. Synag. (Südanl.s Samstag, 23. Juni. Vvrabd. 7.45, morg. 8.30, abds. 9.00 u. 9.40.
Handel.
Frankfurt a. M., 21. Juni. Dörsen- stimmungsbild. Dre Geschäftstätigkeit am Devisenmarkt verzeichnete heute noch geringere älmsätze als gestern. Nach Erledigung der ersten Kaufaufträge, coelchr bei erhöhten Kursen ausgeführt wurden, trat wieder eine Abschwächung hervor. Der Dollar trat mit 131 000 in den Verkehr und lautete dann 132 000. Im weiteren Verlaufe wurden folgende Preise genannt: 128 000, 124 000, 126 000. An der Börse begann er mit 127 225. Auszahlung London gleichfalls schwankend. Im Gffektenvsrkshr von Bureau zu Bureau schien sich die rückgängige Lende;» verschiedentlich fortzufetzen. Bei größerer Zurückhaltung stellten sich Auslandsrenten im Einklang mit dem Devisenmarkt schwankend. Das Geschäft hielt sich nach wie vor in äußerst engen Grenzen, so baß auch die Preisangaben nur in einzelnen Fällen gemacht werden können. Dis genannten Kurse lauten wie folgt: Zuckerfabrik Frankenthal 70 000 Geld, Vadischr Anilin 185 000 bis 190 000, Höchster Farben 135 000 bis 140 000, Licht und Kraft 130 000, Rütgersiverke 310 000, Schahgebittsan- leihe 20 000 bis 21000. Don unnotierten Werten fanden Schssbera zu mäßigen Äurfen Aufnahme. 100 000. Man hörte ferner noch Bauxit 6000. Karstadt 16 000, Ufa 63 000 bis 66 000, Api 140 000 bis 150 000. Decker Stahl 145 000 bis 150 000, Becker Kohle 140 000, Brown Doveri 41 000, Emelka 27 000 bis 28 000, Hansa Lloyd 35 000 bis 37 000, Growag 7800 inkl.
Berlin, 21. Juni. Börse nbericht. Die älngewißheit bezüglich der Maßnahmen zur Stützung der Währung wirkte auf das Geschäft am Devisenmarkt lähmend. Bei allgemeiner Zurückhaltung fanden nur wenigs Umsätze statt, die Tendmz war aber im allgemeinen ziemlich feit, der Dollar schwankte zwischen 125 003 und 130000, der amtliche Kurs stellte sich auf 127 030. Am Effektenmarkt herrschte eine feste Stimmung, ohne daß sich aber besondere äln'.ernehmungslust kundgab. Nachfrage bestand für Disconto Commandit- anteile zu höheren Kursen.
Frankfurter DebifemnarU. (Telegraphische Auszahluag.)
Tatuiu 20. Juni 21. Juni SlmtL Rollern. Amtl. Roliera.
6'eld Brief Brie?
Antw.-Brüssel. . 6882.75 «91725 6758,05 6791,95 Holland 50234,- 50526 - 50124,35 50375.65 London 581-43,75 58305625 593512,50 596187,5'3 Parts 7950,05 7089.95 805480 80^5,20 Schweiz 22942.50 23057.5.3 23241,75 23358,25 Spanien Ib653.25 18746.75 19102.>0 ]9197.90 Ziatien ..... 5725,65 5754.35 5870,3b 5899.70
Vifinbon-Dporto. —
Tnncumrt .... 22942,50 23057,50 23092,10 23207,90
9toviucncn .... 21147,- 21253,- 21194,85 21303,tu
Sctuveden 33117.- 33283, - 33915,- 3408',,-
Helstnasors. . . . 3391,75 3398,25 3503,70 2621,35
Okuno re 12618-4’75 1268:6,25 129675— 130325. - Deiitsch-Lesterr.. 178.30 179,20 185 55 186,45
Budapest..... 14.96 15,04 13,96 14,04
Prag 3825,40 3844,69 3890,- 3910,-
Slnvnm.......
Danknoken.
Jrankstirt a. M.. 21. Juni. Rriel
Edbmeltet Noten ......... 23215,—
französische Noien 8015.-
Tänifdie Noten........... 23115,—
Schwedische Stolen —
Holländische Noten 50350 —
Deuisch-Oesterreich \ 10!) Slranett 184 — Shnevitanifdic 'Urnen........130150 —
Enalisclie Noien........... 5331I01).—
Italienische Noien 5830.—
Ael.stfche Noien .......... 6715 —
lhmnvifc()C 'Jtofen......... . 12.75.—
Tschechoslowakische Noten .... 3915—
Sioripeniiche 'Noleil ........ ——
Nninantsche Noten ——
Spanische Noren
22985—
7935-
22885.-
49870.
183, 1288-50. 5875 auf der Flucht einen Schuß auf die Polizeibeamten ab. Daraufhin schoß auch der erste Franzose im Zurück- gehen. Als die Polizeiboamten, nachdem die Franzosen sich in das besetzte Gebiet zurückgezogen hatten, nach der Wache zurückkehren wollten, eröffneten die Franzosen ein regelrechtes Schühenfeuer auf die deutschen Beamten. Das Fsuer wurde von diesen erwidert. Ein Polizeibeamter wurde durch einen Querschläger getroffen. Nach dem Vorfall patrouillierten die Franzosen bis an die Quadrate D, E, F und G. Schon heute muß gegen dieses empörende Verhalten schärfster Protest erhoben werden. Daß nicht Tote auf dem Schauplatz geblieben sind, ist ein Wunder. Wenn das der Fall gewesen wäre, würde die Verantwortung ausschließlich die Franzosen treffen. Immer mehr macht es den Eindruck, als ob die Angehörigen der Besatzungstruppen sich selbst überlas- s e n sind und jeder treiben kann, was ihm gut- dünkt. Mit der Disziplin scheint es nicht mehr weit her zu fern.
IIWIIII—irarn ■!■!■■■ MM———— britsfreudige, lebcasruhige Mann gar nicht anders konnte. Solche Momente der Unlust gingen dann immer schneller vorüber, kamen auch immer seltener. e
Er hatte nur zwei Eintrittskarten für das Kleine Theater bekommen fönnen. Das war tzhm ganz recht. Eva war wohl die beste Fürsprec^rrin für ihn bsi Arnolds: er überließ ihn gern dieser Fürsprecherin. Nach der Vorstellung sollte er die beiden vom Theater abh.olen, man wollte noch im Reichshof essen.
Im Kleinen Theater gab man Hofmannsthals Elektra. Eigentlich war Frau Eva die Wahl gerade dieses Stückes nicht angenehm. Aber Arnolds hatte darauf bestanden. Wenn es denn schon etwas Modevnes sein sollte, dann doch gleich etwas ganz Modernes, etwas, das auch das ganz Große sein wollte.
'Der Heine schmucke Theatersaal war ganz gefüllt von einem auserlesenen Publikum. Viele Künsisei'i.schmecksr, junge Menschen, blasse 2ll>- klatsche Aßmussens, nicht ganz so prvnonziert wie er, aber doch immer noch modern genug. Viels sehr fchlanie grauen und Mädchen unbestimmten Alters, mit tief in die Stirn gezogenen, locker gebauschtem Haar, das im Nacken zu einem schweren Knoten .geschlungen war, in stilvollen Gewändern mit blassen schmalen Händen. Gerade vor ihnen faß eine schöne Frau, noch sehr jung, mit einem müden, bleichen Gesicht, das etwas ausgeschnittene mattfarbene Kleid mit einer kostbaren alten Stickereiborte phantastisch verziert, bräunlichgelbe Spitzen ganz über die Hände fallend, an deren schlanken Fingern kostlmre Ringe funfeiten. Sie sprach manchmal einige leise Worte mit dem Herrn neben ihr, der sehr groß war, sehr schlank, uni) dessen feingemeißrltes Profil Den- selben müden Zug hatte. Fortsetzung folgt..'
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