Nr. H7 Erscheint täglich, nutzer Sonn« und Feiertags, mitderSamstagsbeilage: GietzenerFamilienblätter MonaMchevezna5preife: 3400 Mark und 200Mark Trägerlohn,durch diePost 3600Mark,auchbeiNicht- erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. - Fernsprech. Anschlüsse: für dieSchrift- leilung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Stehen. Postscheakonto: Sranffurt a. m. 11686. 175. Jahrgang Dienstag, GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vnick und Verlag: vrühl'sche Univerfiläls-Vuch- und Zteindruckerel H. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. 22. Mai 1925 Annahme von Anzeiger, für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Sreis für 1 mm höhe für nzeigenv.27 mmBreitc örtL 100 Mk., auswärts 125MK.;fürReklame Anzeigen von 70 mm Breite 500 MK.Bei Platz. vorschrlft20°/, Aufschlag Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Lrnst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Viehen. Der Rücktritt Donar Laws. London, 20. Mai. (Wolff.) Reuter: Donar Law hat auf den dringendsten Rat der Aerzte seine Demission eingereicht und der König hat das Gesuch mit dem Ausdruck tiefsten Bedauerns angenommen. Rach einer Mitteilung aus der Downing Street hat sich Donar Laws Gesundheit auf der Reise nicht gebessert. Die Aerzte haben folgenden Dericht ausgegeben: „Die Stimme des Premierministers ist noch unbefriedigend. Wir können eine Desferung in absehbarer Zeit n i ch t in Aussicht stellen. Das Allgemeinbefinden deS Premierministers ist nicht gut“ London. 21. Mai. (WTB.) Wie Reuter meldet, wurde heute vormittag bei Donar Law eine kleine Kehlkopf-Operation vorgenommen. Sonst ist das De- finden unverändert. Paris, 21. Mai. (Wolff.) Die Demission Donar Laws wurde in Paris zwar erwartet, man glaubte jedoch nicht an eine so rasche Verwirklichung. Die Blätter sind einig in dem Ausdruck voller Hochschätzung für den zurückgetretenen Ministerpräsidenten und in Würdigung seiner freundschaftlichen Empfindungen für Frankreich. London, 21. Mai. (WTB.) Der Rücktritt Donar Laws und die Frage seines Rachfolgers stehen im Mittelpunkte des öffentlichen Interesses. 3n politischen Kreisen herrscht die Ansicht vor, daß Curzon unter allen Kan- didaten auf das Piemierministeramt dre gröstten Aussichten hat. Fast alle Kabinettsmitglieder befinden sich auhechald Londons. Stanley Baldwin ist jedoch bereits nach London zurückgelehrt, während Curzon, der bis Mittwoch von London abtoefenb sein wollte, ebenfalls früher zurück- crwariet wird. Der Parlamentsberichterstatter der „Daily Rews" schreibt, es werde eine neue Regierung gebildet werden müssen. Curzon sei in der Oeffentlichkeit besser bekannt als Baldwin und Deirfüge über eine gröbere Autorität. Es wäre keine Lleberraschung, wenn Curzon mit der Reubildung beauftragt würde. Dem Parlamentsberichterstatter des „SaUt) Expreß" zufolge ist Curzon Favorit für den Posten. Die „Westminster Gazette" schreibt, die Rachfolgerschast gebühre wirklich Curzon wegen seiner vergangenen Erfahrung und jetzigen Stellung. Der Parlamentsberichterstatter der „Times" ist der Ansicht, daß für den Premierministerposten nur Curzon und Baldwin in Betracht kommen. Die Koalition verschiedener Parteien komme nicht in Frage. Seit dem Rücktritt Lord Salisburys 1902 sei kein Pair Premierminister gewesen; dir letzten fünf Premierminister hätten alle im älnterhaus gesessen. Die seit langem befürchtete politische Krise sei ernst. Die konservative Partei habe, obwohl sie nicht so uneins sei wie die liberale, ihre, eigenen inneren Schwierigkeiten, weil verschiedene Mitglieder des Koalitionskabinetts außerhalb der Regierung Bonar Laws ständen. Es sei unmöglich, vorauszusagen, was der Verlust Donar Laws für die konservative Partei bedeuten könne. Poincar^s Dank an Bonar Law. Paris, 21. Mai. (WTB.) Aus Anlaß des Rücktrittes Bonar Laws hat Poincare an diesen ein Telegramm gerichtet, in dem er erklärt, Frankreich vergesse nicht, daß Donar Law trotz ber Differenzen der von den beiden Regierungen bei'der Durchführung des Versailler Vertrages in den letzten Monaten verfolgten Methoden mit allen Kräften dazu beigetragen habe, die für die Ruhe der Welt notwen- digeAllianzunversehrtzuerhal t e n. Frankreich werde Bonar Law dankbar dafür lein, daß er die stetigen friedlichen Absichten der französischen Regierung so loyal anerkannt habe. Die französische Kohleu- nnd Koks-Ausbeute. Berlin. 19. Mai. (Wolff.) Aus einer Tlebersicht über die Kohlen- und Koks- ausf uhr aus dem Ruhrgebiet nach F.ankrrich und Belgien vor und nach dem Ruhreinbru/ch ergibt sich, daß im Monat April die Abfuhr von Kohlen und Koks durch Fcanttttch und Belgien 9495 Wagen aus dem Eisenbahn woge betrug, während Deutschland vor dem Ruhreinbruch im selben Monat auf dem Eisenbahn- wege und auf den Wasserstraßen an diese beiden Lander 56 499 Wagen (davon allein auf dem Eisenbahnwege 44 900 Wagen Kohlen und Koks) lieferte Was die Franzosen an Kohlen und Koks im April auf dem Wasserwege abgefahren haben, steht noch nicht fest, kann aber nicht erheblich sein. Ein Putschversuch der Smeets- führer in Trier. Trier, 19. Mai. (WTB.) Heute vormittag drangen, während die Belegschaft des Städtischen Elektrizitätswerks eine Detriebs- ver amnrlunz abhie t, gröhereAbteilungen von Smeets leuten, an ihrer Spitze die Smeets-Führer Märzen, Reuter, Gerhards und Lehnert, in das Elektrizitätswerk ein Die teils mit Revolvern ausgerüsteten Putschisten, von denen die obengenannten im Dienst der Franzosen stehen, bemächtigten sich gewaltsam der Telephonzentcäle, vertrieben das Personal und gingen in die Bureaus aus denen sie den Direktor Dlechmann mit vorg eha l ten en Revolvern vertrieben. Die rasch herbeigeeilte Polizei warf die Verräterbande schleunig st aus dem Werk hinaus. Angesichts der sich alsbald in der Umgebung des Elektrizitätswerks aniam- melnden Arbeitermassen aus den benachbarten Betrieben hielten die Dmeetsanhänger es für geraten, sich aus dem Staube zu machen und auf den beabsichtigten Putsch h«ite zu verzichten. Wie inzwischen weiter bekannt wurde, beabsichtigten die Eindringlinge, radikale Teile der Ar» keiterschaft aus dem Elektrizitätswerk zu sich herüberzuziehen, um mit deren Hilse im Demonstrationszuge durch die Stadt zu ziehen, sich der öffentlichen Gebäude zu bemächtigen und die Rheinische Repubttk cu z nusen. Bemerkenswert erweise war den Aufrührern von den Franzosen die Abhaltung eines Demonstrationszuges gestattet worden, ohne daß der Stadt und ihren Polizeiovganen Mitteilung gemacht worden wäre. Die Störung des Verkehrs durch die Franzosen. Frankfurt, 19. Mai. (WTB.) Infolge Stillegung der Bahnhöfe Staffel, Flammerfeld und Montabaur durch die Franzosen ist der Verkehr von Limburg nach dem Westerwald unterbunden. Cs wird deshalb mit sofortiger Gültigkeit der Verkehr nach dem Westerwald über Herborn — West erb urg umgeleitet und es werden folgende Zugverbin- düngen eingerichtet: Heiborn—Westerburg—Ban- nerscheid-Staudt (bei Montabaurs Herborn ab 7.06 Dm. (MEZ), Dannettcheid-Staudt an 9.50 vormittags (WEZ), Herborn ab 1 nacbm. (MEZ), Bannerscheid-Staudt an 3.20 nm. (WEZ), Herborn ab 4 nm. (MEZ), Bannerscheid-Staudt an 6.14 nm. (WEZ). Richtung Banne rscheid- S'audt—Westerburg—Mon'abaur. Da ne schrid- Standt ab 7.04 Dm. (WEZ), Herborn an 11.11 Dm. (MEZ), Bannerscheid-Staudt ab 10.58 vorm. (WEZ), Herborn an 3.11 nm. (MEZ). Banner» scheid-Staudt ab 2.30 nm. (WEZ), Herborn an 6 56 nm. (MEZ). In Herborn schließen diese Züge an Züge Don und nach Gießen an. Richtung Altenkirchen—Wester bürg—Staff el: Aus dieser Strecke Derkehren die Züge nur noch bis und ab Elz. Frankfurt, 19. Mai. (WTB.) Der Verkehr auf der Westerwaldbahn Don Staffel bei Limburg — Montabaur — Siershahn — Flammersfeld, auf den Strecken Siershahn—Sayn und Höhe—Grenzhausen—Hillscheid ist heute morgen von den Franzosen stillgelegt worden. Ob die Militarisierung der Strecke beabsichtigt ist oder ob die Strecken tot liegen bleiben sollen, ist nicht bekannt. Mit der Stillegung der Westerwaldbahn ist die letzte Verbindung mit Koblenz gestört. Mannheim, 19. Mai. (WTB.) Die Rhein- landkommission teilt mit, daß die Ordonnanz 162 entgegen anders lautenden Zeitungsmeldungen ab heute Mitternacht in Kraft tritt. Danach ist aller Verkehr über die Rheinbrücke zwischen Ludwigshafen und Mannheim den Bewohnern des linken Rheinufers, die keinen BrückenDcrmerk auf ihrem Ausweis haben, verboten. Die rechtsrheinischen Deutschen bedürfen entweder einer Einreiseer^ubnis oder im kleinen Grenz verkehr (also auch für die Mannheimer) eines besonderen Vermerkes auf der Ausweis- karte. Eine «eite Note Belgiens ntt Frankreich? Paris. 19. Mai. (WTB.) Der „Temps" veröffentlicht eine Meldung aus Brüssel, wonach die belgische Regierung demnächst dec französischen Regierung durch ihren Botschafter in Paris eine Mitteilung werde überreichen lassen, in der die derzeitige Auffassung Belgiens hinsichtlich der Lösung der Reparationsfrage auseinandergeseht werde. Der „Temps" bemerkt dazu, die Annahme liege nahe, dah dec Leiter dec französischen Regierung und seine Kollegen, um einen Gedankenaustausch zu erreichen und um die zweckmäßige Gewohnheit der französisch-belgischen Besprechungen beizubehalten, es begrüßen werde, sich diesmal in Paris mit den Ministern Theunrs und Haspar zu besprechen. Die falschen Anqaben Poincarss. Paris, 19. Mai. (Wolff.) Der Abgeordnete Leon Blum, der der Sitzung der vereinigten Kc-m- merausschüsse für Finanzen und auswärtige An- gelegenhe'.t beiaeirofont hat, in der Pvincarlf zur Kreditvorlage für die Besetzung des Ruhrgebietes sprach, stellt im „Populaire" fest, daß Ministerpräsident Poincare und der Finanzminister im Gegensatz zu dem nach dar Sitzung abgegebenen Ccmmunigue zu dem Eingeständnis genötigt waren, daß d'.e Einnahmen keineswegs die Kosten der Besetzung decken. Zunächst habe Poincare sich wohl gehütet, unter den durch die Besetzung verursachter Kosten bcn er» löblichen Fehlbetrag der Eisenbahnregie aufzuchhren, der in vollem Umfange zu Lasten Frankreichs falle. Dagegen rechne das Com- muniquS die Einnahmen aus Kohle und Koks völlig falsch an. Dieser Verkaufserlös gehöre nicht Frankreich und könne keineswegs auf das Spezialkonto der RuhrbesetzU'g ge'etzt werden, da er on das Reparationskonto abgeführt und Deutschland gutgeschrieben werde. Er diene nicht zur Deckung der B-csatzungsausgaden im Ruhrgebiet, sondern auf Grund der im Versailler Vertrag vorgesehenen Priorität zur Deckung der De- sahungskosten auf dem linken Rheinuser. #yod) wieder tit Paris. Paris. 19. Mab (WTB.) Marschall Fvch ist heute von seiner Reise nach Polen und dec Tschechoslowakei zurückgekehrt. Die Fortsetzung der Gewaltstreiche. Paris, 19. Mai. (Wolfs.) Das «Echo de Paris" meldet aus Mainz: Auf Grund des Beschlusses der Rheinlandkommission, die staatlichen Weinberge in den Rhein landen zu beschlagnahmen, sei der Fotttdirektions- ausschuß. mit der Uebernahme des Betriebes betraut worden. Der KriegsstcrichtSprozcft gegen den Bürgermeister von Aachen. Aachen, 19. Mai. (Wolff.) 3n dem Prozeß gegen den Bürgermeister der Stadt Aachen, Farwick, vor dem hiesigen Kriegsgericht wurde statt der für heute vormittag 9 cklhr angesetzten TIrteilsverlündigung nochmals in die Beweisaufnahme ein getreten. Cs wurden drei Zeugen vernommen, von d'.esen behauptete der Colonel van Grayen, daß in jedem Falle die Stadtverwaltung für die Lieferung der Möbel verantwortlich sei und nicht die Reichsvermögensver- w.ütung, und zwar auf Grund eines De.ehls der Desatzungsbehörde Dom 16. Februar 1921, wonach sich die Desuhungsbehörde bei der Lieferung von Möbeln an bic Stadtverwaltung zu halten habe. Oberbaurat Truchseß, der als Vertreter der Der- mögensverwallung in Aachen vernommen wurde, erwiderte auf die Frage des Vorsitzenden, wer wohl für die ßieferung der Möbel verantwortlich sei, die Besatzungsbehörde müsse wissen, an wen sie sich zu halten habe. Der Angeklagte betonte immer wieder, daß er im guten Glauben gehandelt habe, van Grayen stellte ihm auch das Zeugnis aus, daß er nichts gegen Anordnungen und Befehle ber Tesatzungsbehörde u itrrnommen habe. Aachen, 19. Mal. (WB) Der Oberbürgermeister F a r w i ck ist wegen Rich aussührung eines Requisitionsbesehls ber Besatzungsbehörve von dem französischen Kriegsgericht zu einem Mona t G e f ä n g n i s und einer Million Mark Geldstrafe verurteilt worden. Der Krupp-Prozetz vor dem Pariser Kassationshof. Berlin, 19. Mai. Rach den Blättern ist gegen die Verwerfung der Revision im Krupp- Prozeß Rekurs beim Kassationshof in Paris eingelegt worden. Die französischen Gerichte. Essen, 19. Mai. (Wolff) Rechtsanwalt Dr. K l i n k h a r d t, der seit Beginn der Ruhrbesctzung sich um die Verteidigung der von den Desatzungsorganen ungefragten Deutschen allgemein anerkannte Verdienste erworben hat, wurde heute vom Polizeigericht in Werden nach langstündlger Verhandlung zu einer Gefängnisstrafe von 3 Monaten und einer Geldstrafe von einer Mlllion Mark verurteilt. Die Anklage baute sich auf eine im Gespräch gefallene Aeuherung auf, die er gegenüber dem französischen Gerichtspersonal getan haben soll und die ihm als strafbare Handlung ausgelegt wurde. Cs wurde sofort Berufung eingelegt. Mainz, 19. Mai. (Wolff.) Wegen Verlängerung bzw. Begünstigung kej Eisenbahnerstrerks im besetzten Gebiet durch Auszahlung von Geldern, die als Streikunterstützung anzusehen seien, wurden Dcjn französischen Krieas- ge richt verurteilt: der Ei en bahnbedienstete Weitzel aus Biebrich zu 6 Monaten Gefängnis und 3 Millionen Mark Geldstrafe, Heinrich Fehl aus Biebrich zu 6 Monaten Gefängnis und 4 Millionen Mark Geldstrafe, und der Friseur Georg E h r h a r d aus Biebrich, der sein Lokal zur Verfügung gestellt hatte, zu 8 Monaten Gefängnis unb 5 Millionen Mark Geldstrafe. Der Eisenbahnarbci'e S a s s e n w v t h in Riederolm, bei dun eine Liste mit der Anweisung, an bestimmte Eisenbahner je 400 000 Mark auszuzahlen, gefunden tioorten war ward: zu einem Monat Gefängnis und 2 Millionen Mark Geldstrafe verurteilt. Aus der französischen Gefangenschaft znriickgekehrt. Warendorf, 19. Mai. (WTB.) Von der ausgewiesenen Essener Schuhpo.'i^i sind in letzter Zeit über 70 Beamte aus der französischen Gefangenschaft zurückgekehrt. Die Beamten, die von den Franzosen wegen ihres pflichtgetreuen Verhallens zu längeren Ge- fängniäfttafen verurteilt worden waren, wurden von dem Kommandeur der Essener Schutzpolizei in Gegenwart dec 2llt:ilungskommandeure durch eine Ansprache begrüßt. Streikunruhen in Dortmund. Dortmund, 19. Mai. (WTB.) 3m An- schluß an eine Versammlung st reifender Bergarbeiter kam es gestern auf dem Stein» platz zu Angriffen der zuiückkehrenden Demonstranten gegen Polizeibeamte. Dabei wurde ein Zivilist schwer verletzt. Auf den vom Streck betroffenen Zechen sind die Delegschaften heute nur zu einem kleinen Teck angefahren. Weitere Zechen haben, soweit bekannt geworden ist, sich bisher nicht zum Streik bewegen (affen. 3n einer Funllionäroersammlung der Verbände soll darüber beraten werden, ob sich die übrigen Verbände den kommunistischen Forderungen an« schließen ober ob die Arbeit auf den vom Streck betroffenen Zechen am Dienstag wieder ausgenommen werden soll. — Die Morgenschicht des Eisen- und Stahlwerks Union erschien heute nicht zur Arbeit. Sie demonstrierte vor dem Verwal- 1 tungsgebäude, um die Forderung nach einer Wirtschaftsbeihilfe durchzusehen. Die Verhandlungen mit der Direktion bleiben bis jetzt erfolglos. Zur Zeck wird eine Versammlung der Arbeiter abgehalten. Gin Streikbeschluß ist bisher noch nich gefaßt worden. Berlin, 22. Mai. Wie ein Morgenblatt meldet, haben sich die A r b e i t e r u n r u h e n tm Dortmunder Dez i r k am Samstag nachmittag verschärft. Die Belegschaften der Schichte Kaiserstuhl, Minister Stein und Scharnhorst haben die Arbeit noch nicht wieder aufgenommen: auch die Sonderverhandlungen mit den Hochofenleuten des Eisenwerks Union führten zu feiner Einigung. Mehrere Hochöfen des Werkes haben bereits Schaden gelitten. Auch die Hoch- cfenleute des Eisen- und Stahlwerks Hösch haben am Samstag nachmittag die Arbeit niedergelegt Däm Schichtwechsel am Samstag nachmittag kam es auf den Kaiserstuhl-Schächten zu heftigen Zusammenstößen zwischen Streikenden Und Arbeitswilligen. Ein Arbeitswilliger stürzte sich dabei aus dem zwecken Stockwerl eines Hauses, in das er sich geflüchtet hatte, auf die Straße. Einer anderen Blättermeldung zufolge bat sich die Zahl der Arbeitswilligen auf den Züchen Kaiserstuhl I und II weiter vermehrt. Es sei zu hoffen, daß bis Dienstag oder Mittwoch früh der Betrieb wieder voll aufgenommen werden könne. Zu Zwischenfällen sei es während der Feiertage nicht gekommen. Paris, 19. Mai. (WTB.) 3n einer Havas- Meldung aus Düsseldorf über die Haltung bei Kommunisten wird bemerkt, die B e - sahungsorgane schienen nicht die Absicht zu haben, im Ruhrgebiet eine kommunistische Bewegung sich entwickeln zu lassen, die großen Wirrwarr verursachen könne. Internationaler sozialistischer Arbeiterkongreh. Hamburg, 21. Mai. (WTB.) 3m vollbesetzten Saale des Gewerkschaftshauses fand beut: vormittag die Eröffnungssitzung des internationalen sozialistischen Qlrbet ter- fongresses statt. Abwesend waren zahlreiche Vertreter aus den verschiedensten Ländern, darunter Wels, Hermann Müller und Crispien aus Deutschland, Friedriche Adler und Seih aus Oesterreich, Tom Shaw, Henderson und Buxton ans England, Bracke, Grumbach und Conguet aus Frankreich, Huymans und Vandervelde aus Belgien, Greulich und Grimm aus der Schweiz, Dran- ting aus Schweden, Troelstra aus Holland, Stau- nrng aus Dänemark, Abramowitsch aus Rußland und viele andere. Rach musikalischen und deklamatorischen Darbietungen wurde der Kongreß durch Wels- Deutschland und Bracke- Frankreich für eröffnet erklärt. Ramens der sozialistischen Arbeiterorganisationen Hamburgs sprach Le u e t r i h - Hamburg die Degrüßungsworte. Er teilte mit, daß di: Mauer klassen bewußter sozialistischer Arbeiter, d'.e vor dem Gewerkschaftshause stehe, die Aufgabe habe, den Kongreß vor unberufenen Eindringlingen zu schützen, da seitens der Kommunisten Störungsversuche geplant seien. (Lebhafte Pfuirufe.) Redner sprach die Hoffnung aus, daß das Eirnigungswerk gut gelingen möge. Rachdem durch den Versailler Vertrag der Welt d:r ersehnte Friede nicht geworden sei, sei es jetzt sogar dahin gekommen, daß man in unbestritten deutschem Gebiet die Arbeiter mit den Bajonetten zur Arbeit zwing en wolle. Er hoffe aber, daß der Kongreß helfen werde, das unbestrittene deutsche Recht zu betonen. Die Arbeiterschaft her ganzen Welt müsse dafür sorgen, daß fein anderer Militarismus sich an Stelle des nie» fcergerungeren preußisch-deutsch.n setze. Wenn es nicht gelinge, die Reaktion zu besiegen, werde die Welt niemals den Frieden sehen. Romens der hamburgischen Regierung begrüßte Bürgermeister © t o I ten , Mitglied der sozialdemokratischen Partei, die Konferenz, wobei er unter lebhafter Zustimmung betonte, es müsse auf diesem internationalen Kongreß ausgesprochen werden, daß das deutsche Volk nicht mehr schuld am Kriege habe als die anderen Völker auch. Es sei nicht nur Wobns'mn sondern auch ungerecht, wenn man das deutsche Voll zwingen wolle, neben den eigenen Lasten auch «noch alle Lasten ber anderen zu tragen. Soweit wir zur Wiedergutmachuna imstande seien seien wir bereit dazu, aber zu Leistungen über eigenes Können hinaus seien wir nicht verpflichtet. Zn Deutschland müsse man zur Zeck den Eindruck haben, als ob das Weltgewissen vollständig eingeschlafen fei. Während sich die ganze Well über die Greuel am Kongi und in Peru nicht genug habe aufregen können, entrüste sich heute draußen über dir GreuÄl, die jetzt gegen Deutschland verübt toürben, kaum ein Mensch. Oudegeest- Amsterdam, der den Kongreß im Auftrage des Internationalen Gewerkschaftsbundes begrüßte, erklärte, die Welt würde heute besser aussehrn, wenn die Einrgung der internationalen Arbeiterschaft schon 1918 hätte verwirklicht werden können. Es sei ihm aber eine große Genugtuung, daß der erste internationale Sozialistenkongreh nach dem Kriege nunmehr die Einigung verwirklichen ioolte Der Redner entbot unter lebhaftem Beifall der Arbeiterschaft des Ruhr- und Saargebiets, die ein einzig dastehendes Beispiel glänzender Organisation, Disziplin und Zielbewußtsein biete und der Allmacht des Mcki- tarismus so kräftige Schläge versetze, herzliche Grüße. Wels- Deutschland dankte namens des Or» ganisattonskomiteLs den Vorrednern für die De» grüßungsworte und sagte, Lo.idon, Wien und Amsterdam gehörten zusammen, (wmrmischer Dei- fall.) Die Augen der ganzen Welt seien auf diesen Saal gerichtet. Die Hoffnungen der arbeitenden Klassen auf internationale Einigung dürften-' • • 3lrte • Strchbnrger X# tfMl gan; Motibrrc* drn'icht ich der <>ritot uxb der Xtnltuagca orah der ni S*J-rteUg ia uekrrt wiknöf 3irfu# Strasburger bqdted ifltn lh« Tattachc öai er über da oahrr- ?t beeil «n>(>ei »ab wanbcrbar gepflegte* tterbctaatenaJ ncrti : eine kbr a-'ch* iche 3ahl roa Xub»el 11 g tn i»et 'Sa* -egen hollhnben. Io taih aan art! be* vchaure uterjenafl bdifeältigt ifl Sui Programm. da» aas über 60 Summern behebt, bring! la Hel em F.uh und bentrsi Wechkl ael bea ned^teber. .-> , der zldenfifchen Xähgfrtt reich? nab lebt eebugr*. .um ZH! log* teile* Darttefuagrn tae tat 8 srf gesperchrten 'ta-ttaU bi oe(te* Xii- mub verdienen 3ut 3tnteÜrtftM*ge* bter etmu- erben. würde |a wer: labten, ubngnrl aa^aatkr- r< den« ich Ichwer ktn du Wr nicht eaarrxsbt erfährt a»n nxKlee. indem wir 31n»riwe< all ta- Iruber» tohtn»eert derausbedea. räbreub ba# Ueortge. au) rbenlr bo>t talr laichen Kdn- n«n« Slebenbe unertxit>r.i Hiebe Sic Seieaem beit einen an tea 3irfai za leben, ist nach dem Äiiage la Stu t14*onb lebr le: len geworben. St* solche Gel egen de. r bietet der ?,rta» viruhdurger in diesen Saget ta unlerer Stadt Ser Bduch dieses Untemebmeni. der am Sam »lag abend bei bar •röftnungsvorsteltung ktx hart war and aach an den tagen auf gleicher Stase fUnb kann warm empfohlen werden Boruoti^en. — Zagei falenber f ir Giens tos Lichdptechaus. 1Kib''b:1firafje .Sterbende Itata Irr“ und .Mist Arizona" — 3?rhta Serad- buchet. OtexißNloarten: F/j Ubr 'SodtrQu^i Wettervoraussage für Witkwoch: TBHT.X vereinten noch Hege*. mähtg warm. 'Beftwinb- fenc allatahllche TMkrung des IBettrr» IJ za erwarten. Laudkreis Gieße». e • rünbeta. 20 Wal. Sie 3ae ttt- toerfe T • • buben unfre Stadt nm Heber- laflung von Walbgelänbe Im Fvrstvtt Hölzchen zwecks Schürfang aaf Daarit ersucht Der •emeinbetai dal dis je>I bit 2»schind- laflung AurudgeftelÜ Ärcii «lsfrld. • Alsfeld. 20. Hat Der Statavorstwch bat den Lnsfchlagssatz für die gemeindliche JDobnungibauabgabe für je 100 Wad bei abgabepflichtigen Br a n bx rs i cheru ngswertes der •ebdnbe wie folgt Irflndrgi Für tae . > so müsse man sich fragen, ob he nicht ba-u dienten, den Krieg zu verewigen Der Qtebnrr »prach fei* Dew u uveranglür die Arbeiterschaft des Auhrgebtets aus und ermahnte sie. Im Kampfe aus zu harren Die Internationale werbe jetzt erneut erheben Sr fei bamtl etn ne cf tauben, den Kampf so zu führen, wie Wels es verstanden haben wollt Bach einigen tae Organ l'aftonil rag en des Kongresses betreffende Ausführungen ov.i Adler-Wien wurde die Sitzung gefchlosten Während berfelben ceranftalieteu di- Komma» nisten ta der Bähe des Dewerkschaftsdausrs ei* Segendemonstratton. Dir eigentlichen Beratungen des Kongrestes beginnen morgen Heute nachmittag veranstaltete He Hamburger so- zwlistische Arbeiterschaft auf der Woorveide ei* Wcssenkundgebung wobei txm 10 Xrtbümn aus 40 Führer der sozialistischen Arbeiterbewegung des In- unb 2kslandes Ansprachen hielten Tschitscherin a* bie Üaufaunrr Koufeee»H. Lausanne, 19 Mat (Wolst) Tschitscherin hat an die Cauknmer Konferenz ein lange« Telegramm gerichtet, tu dem er aut« Wb- Hasteste gegen die •rmorbuag Worowskis pioteltiert, an der die einladenden Mächte He Mitschuld trugen, da sie der russischen Delegation den Sharakter einer regel rech' eingebor en Abordnung adgesprvchm und He Atmosphäre gt- schatten hatten. He ben Mord ermöglichte, unb bei den IchuD-syrischen Behördrn nicht darauf gedrungen hätten, bie für jtbe Delegation erforderlichen Schuhmastnahmen zu ergreifei. Ausland werde fcNrau« tirÄDn!eque i*rn iiehrn Ts hitlchettn we.st habet nochmals nach bah Ht Alliierte., unrecht- nählg und im Widerspruch mit ihren früheren TkilictKrangen Autzlanb von her Kvnse-enz f*m- Austland sei aber nach wie vv nähme berechtigt, und Ne Meerengenfrage bleibe osten, solange nicht Austland zu ihrer Lösung brr» anat^ogm werde Tschitscherin kündigte weitere Schritte bei der schweizerischen Aegterung au Nrue Mordpläne in ÜanfauntT Lausanne. 22 Mai. trt schäft ^Verhältnisse in Russland. Moskau. 19. Mai. iWTB ) Die Berringering der Aotenausgade hat Im Mai zu einer verhältnismätztgen Stabilisierung geführt 3m April fliegen dir Preise wöchentlich um 8 bis 15 Prozent unb in der ersten Mai- wvche um 4 Prozent. Erhöhung ber Abgabepreise ber ReichDgetreibeftelle. Berlin. 22 Mal lWB) Dine Drhöhung der Abgabepreiseber Aeichsgel re ibe- st «l l e. die vom 4. Öuni ab ei* Steigerung ber Brotpreise zur Folge haben wird, ist Dom Aeichskabinett beschlossen worden Die Preise, mu benen die Aeichsgetreidestelle Getreide unb Mehl an oie Äoatmunalpetbänbe abaita, stad trotz ber ungemein hatfen unb Immer wieder eintretenden SelbentWertung des taufenden Dcntejahres nur ganz toenigemal erhöht worden Die letzte Pirissestsetzung auf 200 000 Mk für abgegebenste Getreide stammt von Ansang Oanuar Di sePreis- frstsetzung ist durch Ne Entwicklung längst ubet holt, da ter Preis für m* Auslands*.reibe beim Koggen jetzt ruab I*« Millionen Mark beträgt, unb auch bei Preis für He zweite Hälfte des ilmlage- getreldes inzwischen auf durchsch istllchöOOOOO Mk festgeton war Dadurch sind (m Lau? ber Zeit derartige Verluste bei der Aeich5getreibestelle entstanden. bat) die Aeichsregier,ng trotz ihres Beins He gesamte Preisgestaltu,g mäht- aenb »inz iwirken. eine Fvr sel ung bei bUtetlgen Bvrschustlystems bei ber A<,chsgelreidestelle nicht mehr für tragbar erachten farm. Dir be- schloffene Erhöhung von 200 000 auf 800 030 TU wird wiederum, weil sie nur einen Teil des Brvtprrises beeinfluht. micht etwa In einer Br- viersachung des Brotpretfes, sondern je nach den örtlichen Berhältnisten durchlchnitllich nur In einer reichlichen Verdoppelung des Brol- preises sich auswirken Das Aeichstadi"e:t bat sich mit dieser Festsetzung In ben engstmög Grenze» a»halten, wie schon daraus beroorgebt, hast der Preis für freien Koggen anevberverbräßtcBe vöikerana mit ihrer Habe anderweiug unter- ßbringe* Die frühere* Dohnungsmangdvor- idften find auster Kraft gefetzt worben •ine Vefchwsrde gegen He Verfügung ber Gemeindebehörde, ober bie etwa an Ihre Stelle tretende Berwaltungstabörta Unbet nicht ftatt Mit btt Zuweisung gilt ein Miet vertrag zwischen tarn Berfügungstarechtijt3. Klolk III 1227. Skatgetell- schall Beuern 1250 Mark Pen Gebern herzlichste. Dank Weitere Spenden werden ta der G.fchäftsnelle bes .•ich en er Anzeigers" a-tgcacaBmy« " Gerüchte über ssindlche Ge- waliplä»e argen G,ehen nab btr Ssüdte -ind Dörfer tm 8 i b a l a I wurt. am erften Pftagfrsetar^g hier fehr etfne kolpsr- rtert Maackx wollten wissen, datz tm Aas- fübrung Der angeblichen fiaazö' Den Pläne unmittelbar, d. h. noch in der Jtad)i. be- vorftche. wieder andere wutz.'.-n bereite voa ber erfolg.ei Besetzung von One» im 8aha- tal zu berichten. D.e letztertzpähar,'* ^rzähtu t- gen entbehren bis zur Stande jozlick-.-r Be- arünbung, unb auch für einen beadstchttg..» feinblichen Borfttch nach hier fehlen alle positiven Anhaltspunkte Der Zugverkehr dis nach Limburg ist dis heute noch oöllla r^elmitztg, ebenso ift ber Te'ephon- unb TeteLraphenvTr- kehr, sowie bk Poftverbtadung bis nach Limburg ungestört. Zur Beuarahtguug ist kein Grund vorhanden, auch gewisse M atznahmen im Berkehrswe en stad nicht etwa als ein Ausflutz btr Un|L±erbeir, sondern lediglich als eiet ganz lelbftrcdtlnMkfcc DorsichtsmaFrezel anzusehen. Botweabiz tft nur, dast bk Bevölkeruag nicht nervös wirb unb sich durch wichtigtuerische Schwätzer nicht aus der Auhc unb Besonnenheit bringen lätzt. Die BerbreUcr von Ammenmärchen, bie in manchen Orten Ober- besseus sogar schon ^bi« Besetzung von Gte- 6en" ausposaunten, sollte man als Schäblinge an unserer guten Sache energisch znrückwetsen, denn sie besorgen mir ihrem Dummen Geschwätz lttchifentgerwelse, wenn auch uubewubt, nur bk Ziele der seindiichen Dropa- ganba. Die auf eine Zermürbung des deutschen D tderstanbsgeistes durch Ata rmu ach richten hinarbeitet. •• Die Ps I ngftseier tage Haden diesmal mU dem Wetter manche Wünsche nicht ganz erfüllt Der lachenta. warme Svenen!chein. ber zu einem richtigen PfingstwEtr gebärt, fehlte so aut wie gänzlich Statt bellen trieb sich em null rundliches Wollenmeer ba oben herum, ber Fiühlingswenb war zeftweik wenig ten^mähig unb verschiedentlich Hieb auch ber Arg« auf ben wir wenigstens an ben Feiertagen gerne verzichtet hätten, nicht aus. namentlich am edlen Feiersag gegen Abend schüttete es time Zeit mal recht heftig berab. wodurch ben Spaziergängern ta Feld unb Wals manches ilnirmad) bereitet wurde. Trotz tader Mängel des Pfinastwelters konnte man aber einen recht regen Ausflüglerverkehr bemerken, ber schon am Pfingftsamstagnachmlttag kräftig einsetzte unb auch an den beiben Feiertagen noch Paulenbe auf Schusters Kappen auf ben Fahrrädern ober mit ber •Ueababn hirous- führte in tae herrliche Aatur Die Gottesdienste würben erfteulicherweise nicht oemachläsfi^t. denn an beiden Feiertagen wiesen He «laben einen sehr guten Besuch auf. •• Für die FlüchtNngsdNfe am Bahnhof werden Dame* zur Mi arbeit gebeten Das Bote «reuz bittet tm heutigen AnzeigenteU um Anmeldungen bei Frau Pros «armer. Lad- wigsptav Man beachte unb befolgt ben Aufruf — Fronleichnam. Maria Himmelfahrt unb Allerheiligen. Das heftftch« Gefamtminltterium hat am 12 Mai Moer.be Bekanntmachung erlassen: .Da ber Fronte chnams- tag. ber Mariahimmdsährttag und der Aller- be li^entag nur In b.*r Prootaz "Äta*tnbdkn gesetzliche F.icrtaze sind, bet das Getamtministe- r.-um auf eine Anregung beschlösse*, bah für die Piooinzan Stoike,bürg und Oberbeffen He für den 1. Mai d. Z aetreffe* "XegHang Ihm- Snähe Anwendung finten fall, ^»aach ist allen brerrwnen und Lehrern in den Provinzen Starkenburg «Tb Oberheften, tae He gmannten Tage feem wollen, auf llrluchen Urlaub zu erteile*. Das gleiche gilt für alle Schulet unb Schülerin- nm. Wo bk Durchführung Hefer Anordnung technische Schwierigsri'en beroerrufm sollte, stad bie Schulleiter ermächtigt, tae Schule für den be- trefknben Tag zu Ichliehen. Für Beamte. Angestellte imb Arbeiter bei Staares gilt analog bas Gesagte soweit es Mc geordnete Fortführung ber Staatsbetriebe gestattet." - 160 000 Papiermark für eia 20- Markstück Der A,kauf von Gold für das Aerch durch bie Aeichsdank uab Post erfolgt vom 21. b Mts ab bis auf weiteres zum Preise von 180 000 Mk für ein Zwanllgmarkstück 03 000 Mk für ein Zehnmarkstück Für auslänta'che Goldmünzen werden entsprechende Preise g^ihkt Der Anlauf von Adtbefl'bermü rzen dirch H* Aeichs- banf und Post erfolgt M< auf w,i:eres zum 3500- tachm Betrage des Bennwertes — W i cht i g f ür Bä ckere ien un d Konditoreien Durch ‘XetafiO 'en wted das Kreisamt demnächst feststellen laften. ob He Voliwi- Verordnung über He Drnrich una und ben Betrieb von Bäckereien enb solchen Konditoreien, tw bene* neben den Kondilorwaren auch B^ckerware* b*r- ges ellt werden, fo» e über tan Verkauf von Bäckerwaren (vom 20. OVoder 1907) in ben be- tret enden Betectan au »hängt W-?r ta* Bee- rr?nung nicht bat. kann Ne für die 6tobt Giesteo leim Polltoamt für He Canbgememben durch Vermittlung ter Bürgermeisterei beim Ämkirnt Aum Pr.ife von 75» Mark für das Stück bc- bfU«tcT. — Jagdfchutz Aach dem hell Aigbftraf- gdetz medy sich derfenig« strafbar der d** Hund In Irrmbcir. Zagdgebiet bei llch hat unb tac'vi aufcrbalb der erlaubten Becbtabuags- axg«: über 100 Schritte oi tadca enttemt frei ta.umlauft i läfJ Las Ti .isaml hat He Orts- trlhdtvbtatv-i und bie T -uta nnertetial tonen des Kreiks taau'iragt alle Zuwibeiiaabluage* ua- nachkubtlich zur An;.tae au bringen M Die Schor rstelafegergebützrea Die Leueruagszafch äge za den •runbgcbübmi der Schocnstc.i f.^e- fuib mit Wirkung vom 14 8 ab rte folgt fnA Itte*9 a6w» Witta ipflr un6 •W^tStiftftmib S'«9V£^ •&*S en. J^LSJnitai e- -Sterbet qj5{ ~ 3ithia Qttah. Uhr DorsMü^ iSsagc >vch: Ntn, mitiigtimm, u>g des Detters ift icßen. it Sie 3auftt* Stabt um Leber»! änbe im Forstvtt lausDauNler-i ls jetzt die Defchlutz- ielb. • Der ßbbtoorfbnl die gemeindliche e für je 100 Hart ilbversicherMgSverter gesetzt: Mr bie Zeit März 1923 auf 18,75 April ab auf jährlich L ber Lorsihende mit, enze bei dieser Ab» n fei Befreiung fei Wbigten, bie Kiew- nb bie über 60 Jahre Dadurch entstehe em : ber Mhnungsbcm- lionen, bie bei bet man aber auf dem 8 fotowfo nicht dkl reffe war ber in der e Hinweis, bah bie Ibauabgabe turch eamtenappamies voll- Als Wahnahme pro« -ge hat ber Sladwov ng von Oebfanb b auf 19b Millionen Stadt!/u trägt, väh. und der St(Kit ub«- E ber^Mjab , -laste in bk Me -laste MgevEt rdnigung entspreche»« ringen. Die zweite Hws« lsche Bolksvpf-r »gMirk erbracht. »otten. Aus Veranlassung er findet am nächsten r bei Gastwirl M Vfndvlehz"ch/ »Ä ^VirtfchLfüuh« berettf verschickt und ftattn» to Den fDefUt Oer Adveflaten gelangt. Hessen-Nassau. Wd. Frankfurt a. M., 21. Mai. Dir Der- Weigerung einer 6ammlung seltener ® r ß - Drucke ton Schiller, Goethe, Tieck, Brentano loftn. bet der Buchhandlung Jos. Daer u. Lv. ^erbrachte eine ®mnafrme von naßc^u 380 Mil- Xtonen Mark. Glücklicherweise blieben viele per wertvollen Drucke in Deutschland. — Die «n Rudolf BangelS Aukttonshaus oeranftaltete pJerfbeigenmg von Meisterwerken ber Malerei be# 19. und 20. ZahrhundertS er. Mette ALB Erlös annähernd eine Milliarde Mark. Die höchste Summe erbrachte Adolf Schreyer« .Pferdeeintreiben im Walde" mit 50 Millionen Mark, dann folgte Han« Thomas „Beschauliches Dasein" mit 42 Mill., während Fr BoehleS »Heiliger Georg" nur 5 Mill. Mark erhielte. — Die Lage deS ArbeitSmark- i < s hat sich in der letzten Woche etwas gebessert. Die Zahl ber Arbeitslosen ist um 480 hinter der bei Vorwoche zurückgeblieben, vxihrend die Meldungen offener Stellen um 208 .^genommen haben 3n der Hauptsache hat sich Ne Lage im Holzgewerbe. Baugewerbe und Metallgewerbe gebessert Auch für weibliche Personen *st eine leichte Besserung der Arbeitsmöglichkeit }u verzeichnen. — Das günstige Psingstwetter brachte der Stadt einen g e wa 11 ig cn Vermehr von auswärts, nicht minder stark war aber auch die Reiselust der Frankfurter, die aru Tausenden die nahen Gebirge, vor allem die des unbesetzten Gebiete« auffucr-ten. Wegen der Paßschwierrgkeiten hatten bie Ausflugsorte des besetzten Teiles fast gar feinen Besuch aufzu- Wersen. * Höchst a M., 19. Mai Durch Groß» feuer wurde in der letzten Dacht der grösste Teil der Möbelfabrik von Rötgeru Co vernichtet. Ein großes Lager fertiger Schtas- günmer ist mitverbrannt. • Hanau, 19. Mai. Als gestern morgen in Mittelgründau (KreiS Gelnhausen) der sichrer U h l während der Pause hinter seinen Schulkindern das Klassenzimmer verlassen wollte, wurde er durch einen Schuh durch den Bücken *.n den Leib lebensgefährlich verletzt. Den Schuh hatte der in der gleichen Schule beschäftigte Lehrer KnieS abgegeben, lvelcher mit Uhl seit Zähren im Streit lebt Knies richtete dann die Waffe gegen sich und lötete s ich durch einen Schuh in den Kopf. Der schwerverletzte 11hl wurde nach Büdingen ins Krankenhaus gebracht. Die beiden Lehrer sind schon seit 20 fahren an der Schule in Mittelgründau tätig. Kunst und Wissenschaft» rm. Darmstadt, 20. Mai. Unter dem Samen „Deutsche Kunst 1 923" hat die Arbeitsgemeinschaft für bildende Kunst am Freitag die Ausstellung in der Kunsthalle am Rheintor und am Samstag die umfangreiche Ausstellung tn Räumen der Olbrichhallen auf der Mathilden- böhe eröffnet Die RheintovauSstellimg bringt nur hessische Künstler, während aus ber Mathilden- vöhe weitere deutsche Kunstjünger uns ihr Schaffen näbeibrtngen. Bei beiden Eröffnungen waren Vertreter des Staates, der Stadt und zahlreiche Kunstfreunde anwesend, bei ber am Samstag erfolgten Eröffnung hatten sich auch Reichsminister a. D Dr. David, Staatspräsident Ulrich u. a. eingefunden. Kirche und Schule. * Kirchliche Dienstnachrichten. Dem Marrassistenten Paul Becker zu (Sieben wurde die evangelische Pfarrstelle zu Schwanheim übertragen. zt. Schotten, 18. Mai. Am 24., 25. und 26. I. M. findet dahier eine pädagogische Tagung im Sinne der Arbeitsmethode nach vberschulrat Gandig unter Leitung des Schulrats Kinkel statt. Die Hauptthemen, die der Tagung zu Grunde liegen, find: (8f gen tätigfeit der Schüler als Erziehungsziel, der Lehrer als Erzieher zur freien geistigen Arbeit und die Bibel im Religionsunterricht. Umrahmt wird die Veranstaltung von einem Kirchenkonzert am Freitag morgen und gesanglichen Darbietungen der Darmstädter Madrigalver- tlnigung. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. • DaS AmtSverkündigungsblatt Ar. 38 vom 22. Mai enthält: Polizeiverordnung über die Einrichtung und den Brlri^ von Bäckereien und Konditoreien. — Jagdschutz. — Waldstreupreise. — Feldbereinigung Hausen. — Vermeidung von Staubentwicklung bei Bauten. — Schuh ber Vögel. Die Vorgänge an der Giestener Oberrealschule vor Gericht. (Schluh.) 3euge Dir. Schnei l ergänzt seine Aussagen dahin, dah in ber Konferenz vom 28. 3ull St.-R. Weiß^erber erklärt hat. .Die Tlnzeige geht vom Republikanischen Lehrerbund aus unb bas Material hat St.»R. Michel, der Vertrau«tsmann des Bundes für bie Oberrealschule, geliefert " Der nunmehr vernommene 3aiqc St.-R. 3 i l d> ist als Angehöriger des Zentrums and Republikaner kein politischer Gegner Michels, noch chm persönlich verfeindet Er schildert den Fall Haug. Er ist mit dem Aufsatz zu Michel gegangen, um seine Ansicht za hören Michel sei sehr erregt geneotben, habe ihm gesagt, er solle sich die Sache vom Direktor ja .nicht aus ber Hand nehmen" tollen, feen Rotizbuch her au-gezogen unb sich eine Abschrift gemacht. „Sie werden fe.;en, d-rr Direktor ist schlau, ber wirb den Haug exemplarisch bestrafen. aber sagen Sie ihm nur, baß Sie sich weitere Schritte Vorbehalten" sagte Mich:l. — Dors.: Das ist doch sehr sonderbar. — Zeuge: Ich dachte mir zunächst nichts dabei, ging aber nach einer Stunde hin, unb bat Michel, er möchte mir bie Abschrift wieder geben, da ich fürchtete, er werde sie politisch verwerten. Michel verweigerte mir die Abschrift, sagte mir aber auf meine Bitten Zu, er wolle mir Bescheid jagen, ehe er sie weiter verwende '3cTige schildert die bekannte Abstimmung über Haug in der Konserenz am 28. Öuli. - Bors. Erkannte man dabei bie politischen Parteien? - Zeuge: Rein, aber eine anbere Parteigruppierung! — Dors.: Es war dort als) eine Gruppier« rg für Michel und gegen Michel? — Zeuge: Jawohl. Dors.: Sprach Herr Michel denn sehr mild als Theologe? — Zeuge: 3m Gegenteil. 3ch hatte das Gefühl alS mache er feinem Beruf recht wenig Ehre. Er sagte z. B auch: .Es wirb Ihnen nicht gelingen, den Mantel der christlichen Liebe über den Fall Haug zu decken!" Besonders empört war ich. als dir Aussatzstelle barm im Landtag zur Verlesung kam. wie Michel mir ahnmt-gSlosen Menschen bie Sache, bie ihn doch gar nichts anging, aus den Händen gerissen und mir die Abschrift abgelurt hat. — Dors.. Sie hatten den Eindruck, ate sei der Fall Herrn Michel nur eine justa causa gewesen, nicht nur ehrliche politische Entrüstung? Zeuge: Ja Ich erinnere mich auch, datz St.-R. Michel mir kurz danach sagte: .Wenn es sich um meine Person handelt, dann ist mir alles einerlei, sind Kollegen mir einerlei, sind sie mir einerlei.“ Zeuge Michel erklärt, es sei richtig, dah er bie Herausgabe der Abschrift verweigert habe. Wer .ich wollte bie Sachr in der Hand behalten". — Bors.: Was soll das heißen. Ihr K fliege Zilch hatte doch die Sache in der Hand. - Zeuge Michel: Ja, aber ich hielt es für meine Pflicht als republikanischer Beamter. Im weiteren Verlaus fragt der Zeuge Michel den Zeugen Zilch, ob er sich nicht über bie Aa- t Henau-Rede des Direktors entrüstet habe. — Zeuge Zilch Sie ttnffen sehr gut, datz ich nur die Erwähnung Erzberger« vermißte Zeuge Michel: Ich habe Ihnen gegenüber doch gesagt: .Wenn es sich um bie Republik handelt, bann ich mir alles einerlei usw." — Zeuge Zilch: Michel hätte bas gesagt haben können, aber er hat es nicht gefügt. Demi mir fiel damals unwillkürlich ein, baß eine Tochter von Michel auf bie Ober-Realschule ging unb das ist mir eine Gedächtnisstütze — Vorsitzender (zum Zeugen Michel): Warum haben Sie eigentlich die Aufsatz- Abschrift dem St.-R. Weißgerber gegeben. — Zeuge M ichel: Als einem zuverlässigen Republikaner. — Dors.: Was haben Sie denn für einen Zweck habet gehabt. — Zeuge M i che l: Ich dachte, er interessiert sich dafür. Zeuge Zilch. Weißgerber hat dann bie Abschrift auch gleich an Krob weitergezeigt. Unb St.-R. Krob hat mir gegenüber geäußert: Michel hofft diesmal den Direktor wegzudrücken. Ich weiß, daß die Herren das jetzt bestreiten, aber es stimmt doch. Dors.. Das führt uns nicht viel weiter. Hatten Sie den konkreten Eindruck, baß Wichel der spirituS rector ber ganzen Angriffe Segen Direktor Schnell war. — Zeuge Zilch: fewiß, felsenfest. Dors.: Hat sich Ihnen dieser Eindruck bestätigt? Zeuge: Jawohl. Rach einer Zwischen frage des St.-R. Dr Sinzhrimer erklärt ber Zeuge bezüglich ber Debatten in ber Konserenz vom 28. 3u(i: Ich habe den felsenfesten Eindruck, baß diese Debatten nicht von Direktor Schnell herbeigeführt, sondern einfach aus dem Kollegium heraus entstanden sind. Es wird weiter vernommen Zeuge St.-R. Weißgerber. Was Mich?! im Einklang mit ihm und Nach Besprechungen mit ihm getan habe, verdiene den Ausdruck „Denunziation" nicht. Der Vorwurf, daß Michel Material gesammelt habe, fei ihm erst nach der Untersuchung -u Ohren gekommen. Michel habe nur aus lachlichen Motiven gehandelt. Ueber bie Tätigkeit Michals im Republikanischen Lehrerbunb wisse er nichts. Mit seiner Wuherumg, „bte Anzeige gehe vom Repu- -Wtfr 1 unb ,Hern AM Sr-lM •®u ili * l0?'lterlnffS -US nunfl61 zetzlak' flflnb‘ tw*“ ,^•»51^ Das MoseLhaus. Roman von Luise Schulze-Brück. 33. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) „Rein," sagte Arnolds kurz und sehr bestimmt, wtorr haben keine Zeit dazu, und außerbem wurdest du natürlich an den ilnftim glauben.“ „Man kann doch nie wissen," dsharrle sie. .Eine meiner Freundinnen hat sich vor vierzehn Tagen wahrsagen lassen, unb alles ist eingetrofßm." Unb nun würdest du natürlich doppelt daran glauben, wenn eine ber Hexen dir Unpcil prophezeite, dich davor fürchten, und wenn sie dir einen Prinzen verspräche, vielleicht auf ihn warten." Uschis gute Laune war plötzlich wieder ver- , legen. ^Wem Prinz kommt nicht," sagte sie mit uidenben Lippen, während wieder rasche Tränen in ihren Augen aufftiegen. Was nur die kleine Frau hatte? Hans Dietrich und Elisabeth plauderten leise zusammen. Arnolds war schweigsam. Plötzlich ließ er den Wagen halten. Jetzt kommt die steile Stelle," sagte er, „bie Pferde haben ein Paar Tage geftanben. ich möchte doch lieber selbst fahren." Er stieg auf den Dock unb ergriff die Zügel. Der Weg, der steil aufwärts gegangen war so baß er jetzt ziemlich hoch an ber Berglehne dahmfuhrte, senkte sich plötzlich jäh abwärts. Der Kutscher zog die Bremse stark an, die Pferde schnaubten. Langsam ging eS den Berg hrnnb. Hier weitete sich das Moseltal, ber Blick ging frei über das arüne Vorland, das mit Obft- bäumen ganz bedeck war. Am jenseitigen Hf er hvben sich bie Ruinen einer Kirche auf der Berges- höhe, vor ihnen tag ein behäbiges große« Dorf, alles im flimmernden Schein ber Juli sonne Frau Eva sah Uschi an. Sie faß wieder zusammenge'auert. ein Häuschen S end. Run beigtc sie sich zu ihr hin und ergriff ihre Hand. »Ich möchte Ihnen etwas sagen," flüsterte sie erregt, verlegen. .Mir?" sagte Frau Eva. „3a. Ihnen, Sie um etwas bitten, aber ich weiß nicht, ob ich es soll." Frau Eva war befremdet. „Mich?" wieder- holle sie. ,3a. Sie . . ., aber nein, es geht doch nicht. Und doch . . .“ In diesem Augenblicke dielt ber Wogen. Arnolds stieg wieder ein. Uschi verstummte. „Eine unangenchme Stelle." sagte er. „Wenn ich mit Damen fahre, ist's mir am liebsten, bann selbst die Zügel in der Hand zu haben. Gehen die Pferde ein wenig schneller oder werden unruhig, so gibt's gar zu leicht einen Schreckensschrei, unb bann weiß man nie, was geschehen kann." Er beutete auf die Klosterruine gegenüber. „Das ist Kloster Wolf Weirn die Trümmer reden könnten, sie hätten diel zu erzählen. Hier oben lag Monrohal, bie Franzosenfeste, von der auS bie Franzmänner dis ganze Gegend im Schach hielten. Jetzt ist kaum ein Stein mehr davon übrig.'1 Frau Eva sah interessiert auf. Sie las eben mit lebhaftem Eifer eine Geschichte der Mosel, und die Vergangenheit stieg lebendig vor ihr auf. „Unb hier sind wir im berühmten Eröver Reich, darüber müssen Sie lesen. Es ist boch- mtcreffant, wie lange sich die Eigenart des Uetnen bllcauftchen Lehrerbunb auS, unb Michel habe alS Vertrauensmann das Material gesammelt" habe er sich geirrt. Die eigentliche Anzeige sei gar nicht vom Lehrerbunb ausgegangen, wie er sich später überzeugt habe. Aus eine Zwisch-nfrage des Angeklagten erklärt der Zeuge, auch ber Rachjah sei nur so zu verstehen, baß Michel alS Mitglied deS erweiterten Vorstandes ausgefordert worden sei, über die Zustände an der Oberreal- schulc zu berichten. Er habe das auch erfläven tccUent aber, um die ganze Dache nicht wieder aufzurußten, habe er eS nach den Ferien unterlassen unb er am 10. Rovern bet eine entsprechende Erllärung abgegeben. Der bann vernommene Zeuge St.-R. Hüter am Gymnasium in Gießen ist Mitglied des Dor- standes deS republikanischen Lehrerbundes. Er erklärt. die Mitgliederversammlung am 27. 3-ini sei ohne ausdrücklichen Beschluß beendet worden. Da die Klagen sich häuften, habe der Vorstand Herrn Michel zu einem Bericht über die Vorgänge an ber Oberrealschule aufgeforbert, in dem Michel dann zunächst die Rathenaarede. das Richtbeflaggen und bann eine Reihe zurückliegender Fälle, das Bild von Sbert in ber Badehose, die Schmähschrift gegen Strecker usw., erwähnte. — Vors.: Sie bestreiten also, daß Michel denunziatorisch tätig war? — Zeuge. 3^- — Dors.: Hatten Sie den Eindruck, daß Michel Material sammelte? — Zeuge: Rein, tm Gegenteil. — Dors.: Trauen Sie ihm za, baß er manches Ungeschick anfaßt? — Zeuge: 3a — Dors.: Haben Sie sein Derhallen im Fall Haug gebilligt? — Zeuge: Za Ich kann es nicht ganz beurteilen, aber ich wäre auch für här'.ere Bestrafung gewesen. Rach langen Derhanblungen wurde dann der von uns schon gemeldete Vergleich abgeschlossen. Büchcrtisch. — Das Herz ber 2atur. Von Sir FranciS Dounghusband. (Leipzig,Brock- Haus). — Dieses Buch ist das Werk eines Mannes. der als Forschungsreisender, als gelehrter Geograph wie als Offizier einen wohlbegründeten Ramen hat, und der seit Zähren Präsident der englischen Geographischen Gesellschaft ist. DaS Werk gehört zu den merkwürdigsten, aber auch beachtenswertesten Büchern unserer Zeit. Einen Mann ber Tat, der bie Welt ber Weite urtb Breite tn Land und Völkern kennengelernt hat. der als Forscher und als Krieger in das verschlossene Tibet und bis Lhasa gedrungen ist. drängt es, die Summe zu ziehen, die Gemüt und Seele, nicht allein ber kühl wägende Verstand auf seinen vielen Forscherfahrten gewonnen haben. Ihm ist bie Erkenntnis gekommen, baß die heutige Geographie ein wichtiges Ziel außer acht läßt, gerade jenes Ziel, das allen Alenschen verständlich ist und daS. gelehrt und nicht gelehrt, als das Höchste anziehen muß: die Schönheit tn ber Ratur Der Verfasser unterzieht sich ber dankenswerten Aufgabe, den auf seinen Reisen im Himalaja gewonnenen großen geistigen Schah der Ratur allen zugänglich zu machen. Wer das Werk gelesen und sich an den geistvollen klaren Ausführungen begeistert hat, wird sich als Mensch auf eine höhere beseeligende Stufe der Erkenntnrs gehoben fühlen. Gerade die Liebe zur Heimat, diese echte, tiefe Liebe, deren wir Deutsche so sehr bedürfen, wirb durch dieses Buch zur höchsten, reinsten Flamme entfacht. — DieGeheimnisseberDlattkunst. Don Georg Graf zu Münster. Erfahrungen unb Erlebnisse auf ber Rehjagd Verlagsbuchhandlung von 3. 3. Weber, Leipzig. — Graf zu Münster, dessen hervorragendes Buch über den Hirschruf in kurzer Zeit weiteste Verbreitung in 3ägerfreifen gesunden hat, hat in diesem neuen Buche seine Erfahrungen und Erlebnisse niedergelegt. die er mit dem Rehwild tn dieser Beziehung gemacht hat. Dor allem gibt er denjenigen, die mit dem Blatten auf Rehwild noch nicht vertraut sind, auch Anleitung zur prattischen Ausführung. (3n einem Teil ber Auflage wiederholt.) Verbrecherisches Schießen der Fra^ofen an der Mannheimer Brücke. Mannheim, 19. Mai. (WTD.) In der Rächt zum 19. Mai, kurz vor 12 Uhr, eröffnete die französische Wache an ber FriedrichSbrücke ein regelrechtes Schühenfeuer auf vor- übergehendePassanten. Gs wurde blindlings nach allen Richtungen hin geschossen. Wie verlautet, wurde bas Feuer gegen einen vollbesetzten Straßenbahnwagen gerichtet. Mehrere Geschosse schlugen gegen die Häuser der Mar-3oses-Straße und der Schimperstraße unb gegen den Weinheimer Bahnhof. Beim Schießen ließen die Franzosen Leuchtkugeln hochgehwr. Soweit Augenzeugen berichten, fielen etwa 120 bis 150 Schüsse. Dis jetzt wurden zwei Schwerverletzte in6 Kran kenhaus eingeliefert; sie befinden sich in Lebensgefahr. Der eine hat einen Bauchschuß, der andere einen Lun ge n schu ß mit Zertrümmerung des rechten Vorderarmes. Der Grund der verbrecherischen Schießerei ist unbefannt. Wie tmr noch erfaßtet, haben vier Schüsse bei elektrischen Straßenbahnwagen getroffen. Sin Schuß schlug in den Motor, so daß her Wagen unbrauchbar geworden ist. Die Haltung Belgiens. Paris, 19. Mai. lWLB.) Der Brüsieler Berichterstatter beS „Petit Parisien" berichtet über die Haltung, die die belgische Regierung den Alliierten gegenüber der z u erwartenden deu Ischen Rote anzunehmen emp- ftehlt. In Brüssel wünsche man, daß interalliierte Verhandlungen und em Meinungsaustausch zwischen den verschiedenen Kabinetten nach dem'Eintreffen ber deutschen Rote ftattfinbe. Die Antwort an Deutschland soll bann nicht mehr ausschließlich eine französisch-belgische, sondern soweit alS möglich eine gemeinsame Antwort ber Alliierten sein. Aus alle Fälle soll sie aber von Frankreich, Belgien und Italien gemeinsam erwogen werden. Der von der Reparationskvmmisfion an geforderte Stickstoff. Paris. 19. Mai. (DTD.) Die Repara- tivnSkommission hat in ihrer Sitzung vom 11. Mai mit Mehrheit beschlossen, die Lieferungs- menge von Stickstoff auf 60 000 Tonnen für daS am 1. Mai beginnende 3ahr sestzusetzen. DviesKasten ber Redaktion. W. R.V. G. O. Ihre Gedichte sind nicht zu verwenden Da Sie Ihre Adresse nicht angegeben haben, bitten wir, bie Manuskripte bet uns ab» holen zu lassen. Dampfer ISVIATBAH V W l\ 59956 Br.-Regv-Tonnen Ber mieraxti, firowto und luullnsta Oxerodempfer Die höchsten Leistungen von Wissenschaft, Kapitalkraft und Erfindungsgeist finden in diesem Wunderschiff ihre Verkörperung. 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Gigentllch war sie ihr doch nicht so nahe getreten, um ihr etwas Besonderes, Wichtiges mitteilen zu können. Es gelüstete Eva auch nicht, etwaige Grhcinrnisse der kleinen Frau zu teilen. Der flössen jetzt schon wieder die Tränen. Arnolds wurde unwillig. „Aber älschi, du tust wirllich, alS ob eS ein Abschied auf Leben und Tod wäre. Im Herbste kommst du wieder und bringst deine Mutter mit, bann kann sie wenigstens nicht telegraphieren." Lkschi Thouveniü schüttelte den Kopf. „Mir ist so schwer," scf^uchztr sie. Sie legte den Kopf auf Arnolds Schulter und weinte herzbrechend. Er sah halb lachend, halb unbehaglich auf sie nieder. Eoa bewunderte seine Geduld. Aber er hatte ja eine gute Schule hinter sich. „Run höre auf zu weinen, Uschi," sagte er beruhigend. „Wir sind gleich in Traben, und wenn dich jemand so sieht, so denkt man wunder, welch ein Unglüd geschehen sei." Zwischen breitastigen Rußbäunien erschtenen die ersten Häuser Trabens. Große Kellereien, statllichc Dillen 'm gepflegten Gärten. Am anderen ^lfer drücke sich Trarbach eng an den Berg, auS dem die Trümmer der Starkenburg trotzig hervcrragten. Arnolds zog die Uhr. „Eben noch Zeit, Uschi." Aus dem kleinen B.rhnhof, der die Enb» stativn der „Bimmelbahn" bildete, stand schon der Zug bereit. Aus den Fenstern der wenigen Wagen schauten di« neugierigen Köpfe der bäuerischen Bevölkerung. Der einzige Wagen zweiter Klasse hatte nur einen Passagier, der aber mit Beflissenheit grüßte — Kastenholz. ES gab eine lebhafte Begrüßung. „Sine Fügung deS Schickals," neckte Eva. aber LIschi Thouvenin schien sehr wenig erbaut Der Schaffner rief zum Sinsteigen, und während Arnolds ihre Siebensachen tn den Wagen verstaute, faßte sie plötzlich mit festem Griff Svas Hand und zog sie einige Schritte seitwärts. Mit einem Schluchzen, daS ihre Stimme fast erstickte, raunte sie ihr inS Ohr: „Ich flehe Sie an . . . nehmen Sie ihn mir nicht weg . . . lassen Sie ihn mir." Eva nmchte sich mit einem Ruck loS und sah fassungslos auf die aufgeregte Frau. Aber die ergriff ihre Hand wieder: .Lassen Sie ihn mir... Sie haben ja andere. Ich kann ohne ihn nicht sein und tflelleicht erringe ich ihn hoch, wenn Sie ihn mir nicht tDegnebmen . . . Sie dürfen ihn mir nicht wegnehmen 1" Eva fühlte, wie ihr daS Blut zum Herzen strömte: „Wer Frau Thouveninl" Die verweinten Augen faßen sie jetzt zornig an. „Wenn Sie nicht gekommen wären, wäre vielleicht alles gut geworden, aber jetzt. . Die Lowmotwe pftff schrill. .Einstetgenf rief der Schaffner zum zweitenmal. (Fortsetzung felgt) Vlffe/ ke sparen müssen» °nen ^ieCTCjxhgadredinung zu hoch idt, •le ein ~ru veralteten Cf ad koch er haben', zu kochen kennen^ lernen uvoU°n.' Otr, < *bu Ad, ^rft H& c Sta Äfitl «rbt Kinder nur 1U dkwnr Ver •t llung Kalbe PrrUe. L*l> Luise Beck Dr. phil. Hermann Gieße, Stubitnan) 1«3 «lirrü ;:x [Verechiedene» Ludwigsplatz zu melden. «040 Notes Kreuz. 3503D Wleseck, den 22. Mal 1923. Vutzbach, 19. Mai 1923. 5rkbTi*ecMftb (Thüringen) am 17. Mai 1923 MCI) SIraSboryer Student Lichtspielhaus j «M73 ♦•wir | Verkaufe ~| «e N« ae lucht. verles la U oerfaalte [CKMTS Gießen, Kaiserallee 20, den 20 Mai 1923. Die Beerdigung findet Donnerstag, 24. Mai, nachm. 2'/, Uhr, auf dem Alten Friedhof statt H eck-nZrEo Statut«" Strube ZirteOaw 10- I Uhr und ISM rnrPerhre preiswert tu otrl Neustadt SO od. echlostgaste 7. Möbelschreiner als ZMükitzn unö UWimrWln Die trauernden Hinterbliebenen: Anne Faß Oustel Faß Familie Karl Born Familie Carl Allendörfer. BrtHlaafrüt 8c. CK] vud «autzet» Oütfttn Hnw &. Demonstration neuester Gas- und Kohlen- Sparmethoden! Kostproben und Eintritt frei! fr*, ütrtttat fre*uut!üiU tigl 10-1 Uhr. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 23. Mai, nachmittags 4 L'hr, vom Sterbehause Mäeeretrafle 13 aus statt. Die glückliche Geburt eines kräftigen Stammhalters zeigen hocherfreut an Saatzuchtleiier Dr. Heinz Müller-Wiener und Frau (Eli|abett) geb. Wiener OvhroQo** und (taeiiHen-ilobtif. Benrod« lei_Jb * i r ii u • blree. 9( q e ii t e ii L untere ('eUreilH. ,)alouftrn und :HsU- liifrcu bei b.'ötn tko vifloufkibcn Uberatl artuch?. 3MM Wir zeigen die Geburt eines kräftigen Mädchens an Hermann Wiehler und Frau Luise geb. Weimar. ycfnniitnmdiuiifl. Der Voranschlag her (Gemeinde Out*- born Ihr Bj 1923 Itrat von Mittwoch, den 23. Mai, eine Mache fang auf dem Amtszimmer der BLrgermeisterei offen. Ein- menbungew können schriftlich ober tu Proto- Renate Deutsch Fritz Oppenheimer beehren sich ihre Verlobung anzuzeigen Mei, **<*•*. 3 UW 1U abmis T , UW uw Hatii Pnei Cari US»O neuzeitl.Gasverbrauchsapparete neerti bobew y-bn vkmaMntft igf Trtrllcnvexmi'thina Eovbic Tülle«. Ätufrabi Äi Lw Unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Herr Heinrich Faß ist heute nach langem Leiden sanft entschlafen. erhoben, zu der auch bi« IwsmMtr bei- getragen haben. 3484D üuedibom, bcn 18 Mat 1923. Aesffsch« Vllrgermerfterei Quedibom. «Ibert. 3-4 Zimmer leer oder möbliert, mit Nochgel., von 3 Personen sofort ober später gesucht. Hohe Miete, toll. Verpfleg, d Vern». Schrift!. Angebote unter 03486 an Anzug Sehrock u. weste m oevfau«en eiiitilr.nffl. Dow iunerm Kaufmann geaen ent* torechcnde fltnfen a. oute Vtirflschalt auf fnrae 3rtt ael ****D Sparsamstes Kochen ndrtl ble ringt Cmoe'rnu rett meinen roartoch etnrichinnoen rs-lich praktische vorfßhrunq la meinen Gelch-Nibräumen. Pr8 itune ohne Saul- Frankfurt a M Eschersheim Gießen - Jamburg Beurnanastratz« 74 Schüferdam psallee 4 Statt besonderer Anzeige. Nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden entschlief hedtemem lieber Mann, unter guter, treusorgender Vater, Schwiegervater und Großvater Heinrich Boller Wern-Me sowie (04472 Lagerplatz «co 3300 qml Inn.idjurr *iübe des Wü:rrbobwbof*. aui rtnucaäuni unb teil- weile befcIHat in itrjüfti. Schrillt- Nnaebo«e unier MRD na den Oie fr. tlni erbeten iiiiiiiuiii Sitentipifln Vcbrer, mill Jiiflenö tenaen lernen, die ernsthaft alle-, neue- Solfslied, 3oloiviei betreibt. Schr-Nnaeb unter 3lhMI>a b.mien. Vtna. imMinw Striiaatljilir. Äuiri in Wit i). tll ti|ti in? edirifil. Ättgedotk nnt. 03455 an d Oiiekener Anzeiger. Nuhrhilfe. Damen, die bereit sind, gegen Be« ildblung sich am Bahnhofsdienst zu xleUigen, werden gebeten, sich Mittwoch, 23. Mai, vormittags von 9 bis 10 Uhr oder nachmittags von 2 dis 3 Uhr bei Frau Professor Kramer, Tausche .lu-hlf flTOfrf 3 Sim. 20'1. Pilronk«nrier il .QHnif'n ,i';c I. V. Häuser, Giehen Ärettabt 56-----trlcwbea r.no Herde. Crfce. HanS- aab fH*culicr «tc. *211______________________________________________ ßohrelteinWIefeck bestehend aus Wohnhaus mit 5 ,3tmmmt unb flfldK, sep Waschküche, Doppestcheun« mit Stallungen, nrohem tzofraum sowie ®rab- unb Grasqarten gegen Wohnhaus in Wteseck evtl, auch in (Bitten zu tauschen. Beffektaaten erhalten Auskunft bei ßubrolq Stern, Biehen laljnholltrahr t. 03464 Aweiaitder. lucht möbliertes Simmet. 2