Nr. 69 Erscheint täglich, außer Sonn« und Feiertags, mit derSamstagsbeikage: GießenerFamilienblätter Msnatlichevezugspreife: 2850Mark und 15OMark Trägerlohn,durch diePost OOOOMark.auchbeiNichl- erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt - Fernsprech, Anschlüsse: für dieSchrift, leitung 112; für 93erleg und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: AnzriaerSirtzen. poftschellonto: ;^nffnrt «. M. 11686. Erster Blatt J73. Zayrgang Donnerstag, ^'ehenerÄMger General-Anzeiger für Gberhesten vnttk nnv Verlag: yrühl'sche Universltäts-Ynch- und Sttinfrniderei R. Lange in Sietzen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: §ch«!stratze 7. 22. März 1925 Annahme von Anzeigen silr die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Berbindlichkeit. Srets für 1 mm höhe für „zeigen v.27mm Breite örtlich 80 Mk., auswärts 100MK.;für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 400 MK.Dei Platz- Vorschrift 20'/, Auffthlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Gießen. Geiselpolitik. 3r der Nacht zum vergangenen Sonntag wird am Hauptbahnhvf in Essen a. d. Ruhr ein französischer Posten erschossen. Niemand weih zunächst, wer der Täter ist. Die Franzosen, die ganz allein im Besitz des still- gelegten, menschenleeren Bahnhofs sind, nehmen natürlich an, daß nur ein Deutscher die Tat begangen haben könnte und verhaften eine Reihe hochgestellter deutscher Persönlichkeiten, einen Reichstagsabgeordneten, einen Landgerichtspräsidenten und mehrere Dank- direktvren als Geiseln. Diese Geiseln werden in das Zuchthaus nach Werden gebracht und die gallonierten Albas an der Ruhr sind wahrscheinlich fest davon überzeugt, daß sie damit eine ebenso rechtliche wie praktische und notwendige Maßnahme getroffen haben. Es sind nicht die ersten Opfer der französischen „Borsicht". Aus den verschiedensten Gründen werden seit acht Wochen im Ruhrgebiet deutsche Einwohner und Bürger von der eingedrungenen Räuberarmee in Geiselhaft genommen oder um Zahlungen zu erpressen oder endlich um angebliche deutsche Attentäter ausfindig zu machen. Nach welchem Recht geschieht dies? Denn da hier nur ein Ausfluß reiner Macht- und Rachegier vorliegt, würden sich die Minister in Paris und Brüssel scheuen, zuzugeben, wenn man sie auf diplomatischem Wege oder parlamentarischem darnach fragen wollte. Also wo ist die Rechtsgrundlage? Ein früheres Völkerrecht, das heute nicht mehr im Schwange ist, kannte die Stellung von Geiseln als Mittel, die Erfüllung vertragsmäßiger, staatlicher Verpflichtungen zu sichern. 3m Altertum wurden nach beendigtem Krieg die Söhne von Fürsten und andere Leute von Rang dem Sieger übergeben als menschliches Pfand dafür, daß der Friedensvertrag eingehallen werde. Aber wie human gegen die Sitten der Heutigen Gallier war jenes Geiselrecht! Die Geiseln waren Ehrengäste des Siegers. Sie durften sich frei auf dem fremden Gebiete bewegen. Sie verfielen dem Kriegsrecht nur, wenn ihre Volksgenossen den Frieden brachen. Von jenem vornehmen Geiselrecht kann heute nicht mehr die Rede sein. Geiseln gibt es heute nur noch nach Kriegsrecht, und dieser Zustand, soweit er noch von ehrenhaften Kämpfern als Rechtszustand angesehen wird, ist geregelt durch die Haager Landkriegsvrd- nung von 1899. Danach gibt es völkerrechtlich Geiseln nur, wo Krieg herrscht. Die Geiseln . sind den Kriegsgefangenen gleichgestellt. Geiseln von Rang müssen wie kriegsgefangene Offiziere behandel^ werden. Außerdem sind Geiseln nur zu „internieren", nicht wie Verbrecher zu verhaften, nicht wie Strafgefangene einzusperren. Die von der feindlichen Propaganda im Kriege so vielverleumdete deutsche Heeresverwaltung hat sich an die Haager Landkriegsordnung gehalten, als sie den Brüsseler Bürgermeister Max in der Festung Glatz in Ehrenhaft setzt. Was tteiben aber heute die uniformierten französischen Apgchen im Ruhrgebiet? Herr Poincare bestreitet wahrscheinlich immeer noch, dgß er Deutschland mit einem neuen Krieg überzogen hat. Die Generale De- goutte, Craon und wie sie alle heißen, haben immer noch die offizielle, scheinbar so harmlose Aufgabe, die französischen und belgischen Ingenieure bei deren vergeblichen Suchen nach Kohlen zu schützen. Die Armee aber, die bis an die Zähne bewaffnet, mit Bajonetten und Tanks bewaffnete Armee muß wiederum durch deutsche Geiseln geschützt werden? Das ist im Kriegszustand unter den genannten Voraussetzungen völkerrechtlich gestattet, weil der Krieg vieles erlaubt, was im Frieden nach menschlicher Sitte verpönt ist. Aber da der Ueberfall eines friedlichen und wehrlosen Landes tatsächlich kein Kriegsrecht, sondern nur einen Unrechtszustand herstellt, ist die Geiselpolitik der französischen und belgischen Truppen im Ruhrgebiet roheste Willkür und gemeinste Quülsucht. Man kann sie nur noch psychologisch erklären. Die kleinlichen Quälereien, denen die deutschen Feldgrauen während des Krieges in französischer und belgischer Gefangenschaft ausgesetzt waren, als da sind: Wegnahme der Kleidung und der Gebrauchsgegenstände, Entziehung der Waschgelegenheit, Einsperren in gesundheitsschädliche Räume, Uebernachten- lassen unter freiem Himmel, Preisgabe allen Unbilden der Witterung, Vvrenthaltung der Mindestnahrungsmenge und Vernachlässigung der ärztlichen Behandlung, alle diese sadistischen Handlungen kehren im „Ruhrkrieg" wieder. Man hat es ja erlebt, wie die ausgewiesenen Beamten bei Nacht und Kälte auf offener Landsttaße ausgesetzt wurden, wie die Familien dieser Märtyrer ihre Wohnungen Hals über Kopf verlassen mußten, wie verhaftete Deutsche den abscheulichsten Mißhandlungen unterworfen oder meuchlings erschossen wurden. Und man erlebt jetzt die blutlüsterne und rachesprühende Geiselpolittk einer Nation, zu der auch die belgischen Wallonen gehören und von der schon der Franzose Voltaire gesagt hat: „Es gibt im Grunde keine grausamere Natur als die französische." Die Epigonen des Marquis de Sade zeigen sich in ihrer grauenhaften Entartung. Eine neue deutsche Protestnote. Berlin, 21. März. (WTD.) Der deutsche Geschäftsträger in Paris hatte ter französischen Negierung am 25. Februar eine Note überreicht, in der unter Anführung einiger besonders krasser Fälle gegen die an ter Bevölkerung des Ruhrgebietes verübten Gewalttätigkeiten der französischen Truppen protestiert wurde. Dabei hatte die deutsche Regierung sich ausdrücklich Vorbehalten, auf Grund des von ihr fortlaufend gesammelten Materials für jedes begangene Unrecht volle Genugtuung zu fordern. Dor einigen Tagen hat nun der deutsche Geschäftsträger in Paris ter französischen Regierung in einer Note eine Sammlung weiterer Beispiele von Gewaltakten der französischen Truppen im Ruhrgebiet unter Protest übermittelt. In der Note werden zunächst die Bluttaten in Essen, Hörde, Bochum. Gelsen- kir chen und Oberhausen angeführt. Ermordet. wurden: Am 3. Mär; in Essen der Bahnwärter Franz H - r o l d, als er nach Besetzung des Hauptbahnhofs aus seinem Wärterhäuschen noch einige Habseligkeiten zu retten versuchte; am gleichen Tage in Essen-Frohnhausen der Gerichtsbeamte Hermann Löwe, als er snne neben der Polizeiwachentür liegende Haustüre öffnen wollte; seine Ehefrau war vom Balkon ter Wohnung aus Zeuge der Bluttat. Zur gleichen Stunde wurde der Ingenieur Ewald Dirks in der Hermannstraße in Hörte von einem französischen Soldaten, anscheinend einem Unteroffizier, ohne jede Veranlassung durch einen Revolverschuß schwer verletzt und starb am 5. März im Krankenhaus. Der Soldat entfloh nach ter Tat. In ter Nacht zum 4. März wurde ter Kaufmann Ludwig in Bochum auf der Herner Straße von einem französischen Soldaten durch einen Bajonettstich getötet. Am 5. März wurde ter Bergmann Gr oote auf ter Zeche Westerholt in Gelsenkirchen erschossen, als er über die Anschlußgleise der Zeche zur Arbeit gehen wollte. Am 12. März wurde der Polizeibetriebs-assistent Schneider in Buer durch einen Gewehrschuß schwer verletzt, ebenso der Kaufmann Oskar Greveloh in Kettwig. Bei der Besetzung ter Eisenbahnhauptwerkstätte in Mühlheim-Speldorf durch französische Truppen wurde der Arbeiter Wilhelm Hellmuth durch einen Bajonettstich im Rücken verletzt. Die deutsche Note schildert dann weiter die Mißhandlungen, die an einer Reihe von Beamten der Schutzpolizei begangen wurden. U. a. wurde Polizeiuntcrwachtmeister Krock in Buer ohne Grund von französischen Soldaten verhaftet und mit einer Reitpeitsche und dem Gewehrkolben mißhandelt. Als Krock völlig erschöpft auf dem Fußboden lag, traten ein französischer Posten und die anderen in dem Raume befindlichen Soldaten dauernd mit den nägelbeschlagenen Schuhen auf ihn. Die ärztliche Untersuchung Krocks hat ergeben, daß sein ganzer Rücken eine blaue Fläche war. Die Haut war vielfach strienen- weise aufgerisfen. Man konnte deutlich etwa 36 blutunterlaufene, stark schmerzhafte Striemen sehen. Die Note schildert dann die Räubereien französischer Heeresangehöriger in E s s e n, L ü d- aendortmund und Herne und die Sittlichkeitsverbrechen französischer Soldaten, darunter vor allem die Vergewaltigung emes Mädchens bei Essen-Dellwig durch 6 französische Soldaten, sowie die versuchten Sittlichkeitsvergehen französischer Offiziere an den Frauen ausgewiesener Schuhpolizeibeamter in Recklinghausen. Die Namen ter betroffenen Frauen sind bekannt, sollen jedoch, wie es in der Note heißt, aus naheliegenden Grünten nicht preisgegeben werden. Ferner wird in ter Schilderung der Gewaltmaßnahmen ter Franzosen in Bochum die M>ß • Handlung von 15 Primanern ter Oberrealschule II, die Aufhebung der Stadtverordnetenversammlung und insbesondere die Plünderung ter Handelskammer und des Landratsamtes in Bochum bestätigt. Zum Schluß geht die Note auf die Plünderungen bei ter Besetzung von Bahnhöfen ein und stellt fest, daß die Fran-osen in Wanne, Bochum-Nobd, Essen-Fintrop und Oberhausen ein wüstes Bild ter Zerstörung hinterliehen. Auch die Diensträume der Bahnhöfe Essen (Hauptbahnhof) und Kray-Nord, die am 3. März beseht wurden, tourten vollständig geplündert. Bei den Unternehmungen gegen die Bahnhöfe Langendreer und Weitmar tourten bei den verschiedensten Dienststellen fast alle Schränke und Pulte erbrochen, durchwühlt uird beraubt. Verhaftungen und Ausweisungen. N i e d e r l a h n st e i n, 21. März. (WTD.) Hier sind heute drei Postbeamte und eine Postbeamtin von den Franzosen verhaftet und nach Wiesbaden gebracht worden. rm. Darmstadt, 22. März. Der Vizepräsident des Landtags, Abgeordneter S o h e r r, ist heute früh aus Bingen aus- gewiesen und mit dem Auto nach Worms gebracht worden. Er hatte vor einiger Zeit sein Amt als Beigeordneter ter Stadt Bingen niedergelegt. Ludwigshafen, 21. März. (WTD.) Der Vorstand des Postamtes Ludwigshafen, Oberverwalter Schmidt, ist gestern von den Franzosen verhaftet worden. Der „Pfälzischen Post" zufolge steht seine Verhaftung im Zusammenhang mit ter Festnahme des Präsidenten der Oberpostdirektion Speyer. Ludwigs Hafen, 22. März. (WTD.) Die Verhaftung des Abgeordneten Koerner, des Vorsche'nten der Sozialdemokratischen Partei in der Pfalz, wurde nach einer bei ihm von den Franzosen vorgenommenen Haussuchung ausgeführt. Auch bei dem Vorsitzenden der pfälzischen Gruppe der Deutschen Volkspartei, des in München weilenden Abgeordneten Durger, wurde eine Haussuchung durchgeführt und verschiedene Schriftstücke beschlagnahmt. Außerdem wurden 15 junge Leute unter dem Verdacht, einer Offiziers- Vereinigung anzugehören, festgenommen, desgleichen mehrere Polizei- und Feuerwehroffiziere. Schließlich tourten auch ter Staatsanwalt am Landgericht Frankenthal, I u n g, uYib der dortige GesängnisverWalter von den Franzosen verhaftet. Beide wurden nach Mainz abtransportiert. Speyer, 21. März. (Wolff.) Der Präsident ter Oberpostdirektion für die Pfalz, Fein- eis, ist gestern von den Franzosen verhaftet und nach Landau abtransportiert worden. Di.e Verhaftung crf'lgtc, weil Hemeis die Den>rd- nung 12 ter Rheinlandkommission, die er übrigens gar nicht kannte, nicht befolgt hat. Offenburg, 21. März. (Wolff.) Der Bürgermeister von Windschläg ist von den Franzosen verhaftet Worten, weil er sich geweigert hatte, Räumlichkeiten für die ftanzö- sische Dahnhofswache zur Verfügung zu stellen. — Der gestern verhaftete Obmann der christlichen Gewerkschaft deutscher Eisenbahner und ter Besitzer des Wirtshaus^ zum Anker sind mit Kraftwagen von hier fvrtgeschafft worden. Man vermutet, daß sie nach Straßburg gebracht wurden. 15 Jahre Zuchthaus! Boch um, 21. März. (WTD.) Vor dem französischen Kriegsgericht in Werden hatte sich der 20 Jahre alte Kaufmann Franz Stach aus Kupferdreh toegen Mordversuchs zu verantworten. Der Angeschuldigte hatte eines Nachts anläßlich einer Paßrevision durch französische Soldaten die Flucht ergriffen, als er nach Waffen untersucht werden sollte. Auf ter Flucht gab er einen Schuß ab, durch den ein verfolgender Franzose am linken Unterschenkel verletzt wurde. Das Urteil lautete auf 15 Jahre Zuchthaus. Der Anklagevertreter hatte lebenslängliche Zuchthausstrafe beantragt. Die Erschießung eines Franzosen in Essen. Bochum, 21. März. (WTD.) Die Staatsanwaltschaft in Essen hat auf Ermittlung des Täters, ter nächtlicherweile einen Franzosen, ter als Heizer im Keller des Hauptbahnhofs beschäftigt war, durch das Fenster erschossen haben soll, ein» Belohnung von 1 Million ausgesetzt. Der Franzose stammt aus Noiseville bei Metz und soll schon während des Krieges in Deutschland beschäftigt gewesen fein. Man vermutet, daß den Täter persönliche Beweggründe zu ter Tat, veranlaßt haben. Verkehrssperre über das besetzte Gebiet. Frankfurt g. M, 21. März. (WTD.) Wie wir erfahren, hat die französische Desatzungsbehörde als Sanktion gegen die angeblich von Deutschen verübten Attentate gegen französische Soldaten von heute ab jeden Verkehr nach und aus dem besetzten Gebiet von 8 Uhr abends bis 5 Uhr morgens verboten. Ludroigshafen, 21. März. (WTD.) Die französische Desatzungsbehörde hat über Ludwigshafen eine neue Verkehrs sperre swerhängt, und zwar von abends 8 Uhr bis 5 Uhr morgens. Der Grund zu ter neuen Sperrmaßnahme ist noch nicht zu erfahren. Die Wirkung der Ruhrbesetzung in Belgien. QI m ft e r b a m, 22. März. (WTD) „HetDvlk" schreibt: Noch schwerer als in Rotterdam scheinen sich die Folgen der Ruhrbesehung in den belgischen Häfen bemerkbar zu machen. Das geht aus ter erschreckenden Zunahme ter Zahl ter Arbeitslosen und ter großen Verminderung des Verkehrs hervor. Die belgische Regierung habe sich mit ter "Beteiligung an ter Ruhrbesehung schwer ins eigene Fleisch geschnitten oder mindestens in das Fleisch ihrer eigenen Bevölkerung. Statt ter versprochenen Erhöhung ter Barzahlungen und ter Sachlieferungen bringt die Regierung dem belgischen Volk durch das Ruhrabenteuer große Arbeitslosigkeit und Teuerung. Die Stimmung in Essen. Amst erdam, 22. März. (WTD) Ein Korrespondent des sozialisttschen Dlattes »Het Volk" schreibt aus Essen: Der Geist des Widerst a n d e s bei der Devölkerung ter Stadt ist noch keineswegs gebrochen. Von einer Neigung zum Nachgeben habe ich nichts bemerken können, besonders nicht bei ter Arbeiterklasse. Diese fasse den Kampf noch immer als einen Kampf gegen Imperialismus und Militarismus auf. Das macht sich bemerkbar sowohl gegenüber Drohungen als auch gegenüber den Freundlichkeiten ter französischen Behörden. Japanische Offiziere im Ruhrgebiet. Paris, 21. März. (WTD.) Nach einer Ha- vasmeldung aus Düsseldorf trifft am 23. März dort ter japanische Vize admiral und stellvertretende Ehef des Admiralstabs Duron A b o. in "Begleitung ter Kapitäne Ojura und Sato zu einem "Besuch des Ruhrgebiets ein. Die Folgen des Anschlags aus Smeets. Paris, 21. März. (WTD.) Nach eine.« Havasmeldung aus Koblenz hat die englische^ Polizei in der britischen Desehungszone in-1 folge des Anschlags auf S nvee t s bei zahlreichen । Persönlichkeiten, die angeblich wegen ihrer nativ' . nalistischm und antialliierten Gesinnung bekannt sind, Haussuchungen gehalten, namentlich bei dem als Gegner von Smeets bekannten Albert Paß, bet dem Abg. Moldenhauer, tew dessen franzosenseindlichen Treibereien mehrmals die Rede gewesen ist, usw. Haussuchungen haben ferner ftattgefunden bei dem Ortsverband des Iuimdeulschen Ordens. Nach Havas glaubt man. die Mitschuldigen des Attentats in ter Hand zu "haben. In Köln seien vier Verhaftungen vorgenommen worden. Auch in ter französischen Zone seien die Haussuchungen eifrig betrieben worden. Gestern seien dort neun Verhaftungen vorgenommen Morten. Der oben - genannte Altert Paß ist nach einer weiteren Ha vasmeldung aus Koblenz heute vormittag in Köln verhaftet worden. K ö l n , 21. März. (Wolff.) Wie das Wolffs Bureau hört, ist es den Demühangen ter Kölner Polizei gelungen, den Anschlag gegen Smeets aufzuklären und die Persönlichkeit des Täters festzustellen. Nähere Eingaben können, um den Gang ter Untersuchung nicht zu gefährden, zur Zeit nicht gemacht werten. N§ch den in der Wohnung des Täters Vorgefundenen Papieren scheint es sich um einen jugendlichen Phantasten zu hanteln. Der Auf- klärungsarteip der amtlichen deutschen Stellen standen um so größere Schwierigkeiten entgegen, als jeder Anhalt für die Persönlichkeit ter Täter fehlte. • Frage und Antwort im englischen Unterhaus. London, 21. März. (WTD.) Unterhaus. Wedgetovod fragte: 1. ob die srarv zösische Regierung die englische gefragt habe, ob Großbritannien geneigt sei, sich Maßnahmen anzuschließen, die dazu bestimmt seien, die Ausführung ter Bedingungen des Versailler Vertrags über die Entwaffnung Deutschlands und die Tättgkeit der interalliierten Militärkommis- sivn zu erzwingen; 2. ob mit Rücksicht auf das unabhängige Vorgehen ter Franzosen int Ruhrgebiet di? englische Regierung davon Abstand nehmen wolle, General Bingham, dem englischen Vertreter in der Militäriontrvllcommission, den Befehl zu erteilen', mit ter Kommission zusammenzuwirken. — Donar Lato erwiderte, die Antwort auf die erste Frage laute bejahend, auf die zweite verneinend. — Wedgewood sagte darauf: Dann wirkt also General Bingham mit ter Militärkontrollkommission zusammen? — Bonar La w antwortete: Ja. — In Erwiderung auf eine andere Frage erklärte Donar Law, daß seit Beginn der Ruhrbesehung die Frage des militärischen Garantiepaktes weder offiziell noch un- vfsiziell zwischen ter britischen und französischen Regierung erwogen worden sei. Die gedehnte englische Politik. London, 21. März. (Wolfs.) Schrhkanzlsr Baldwin erklärte in einer Danlettrede. die beiden unbedingten Notwendigkeiten für den De stand Englands seien Friede und Arbeit. England lebe von seinem Aw enhantel. Der Welthandel besser^ sich langsam, könne jedoch innerhalb einer angemessenen Zeit nicht wiederhergestellt werden ohne eine Rege lung inEuropa. und die Regelung in Europa bedeute die endgültige Regelung der Fragen der Schulten, ter Reparationen und ter Sicherheit. Heber Westeuropa "hänge eine dunkle Wolke. Auf die zwischen England und 'Frankreich in ter Reparationsfrage herrschenden MeinungLrerschied en heilen eingehend erklärte ter Schatzkanz'er ^England halte ten Weg, den es verfolgen toürte, für ten besseren, um Reparationen zu erhalten. Die Franzosen stellten die Frage der Sicherheit über die Frage ter Reparationen. Daldwin fuhr fort: Was auch immer jemand in England im Augenbliä! der Erregung sagen möge über den Militarismus in Frank:ich oder den französischen Wunsch. Deutschland zu zertrümmern oder über Komplotte der französischen Staatsmänner — ich nehme ke i ne Notiz davon. Ich erkenne an, daß der Wun (ch nach Sicherheit eine zwingende Kraft sein kann, ter sich nichts in Frankreich zu widersetzen imstande ist. England sei bereit gewesen, große Opfer zu bringen, um eine endgültige Regestlng ter Schulten und Repar ttionn Cerbci- zuführen. Es sei auch weiterhin bereit, dies zu tun und werte bereit fein, wenn die Gelegenheit komme, diesen Standpuntt aufrechtzuerhalten. Aber so lange die augenblickliche Lage dauere, scheine ter Augenblick ter endgültigen Regelung immer weiter verschoben zu werden. Die Frage der Reparationen und Schulden könne niemals geregelt werten, bevor eine Regelung ter Schwierigkeiten in Westeuropa gefunden sei. Die Reise Lord d'Abernons. London, 22. März. (WTD.) Lord d'Abernvn erklärte in einer Unterredung, seine Reise nach London sei in keiner Weise | amtlicher, sondern völlig Privater Natur. feiner QUife 'XnxtXfcwtirm \ niftrr Mer. lUuMMturbnfter C t i n g I unb der bcotn'^f rewtfr'r. r^ecn. f? »t twr Uanbcimabrrimbn« »u »u tlnrnoti^rn. a m Der grtfy-rcn Ctdbtc ©erben ©ie bleuen k, Meter Rich- ber Die beutfche Unetnh emMunbcn .Co okle eii Aigi i «■ «'M' bunte« »ar ireb uwflNft für bal Ber- ftürtbni« jnb Ne Hcrbrrihnifl brr 'Ser* be* noifefominen ftante •wr ftebenben Tbcatcr brr davon weniger bcrQbrt. de M sfifche Auf - M brr Nnbet. itr.-rn Abschluß ' ht tnrlÄrm Ker unb Vetter ®oetbc gefeiert menrarifchen Tkrtreirr 5d besetzten Gedktes Qaut bem .B X • begleiten br Jtet$etauler entheb l ti feie» — 3nXaf 6*. Can be tunt »er II tüt. tr*itb be^owber# Mr R s 11 aae her ! Imati bet bem Cts-ria nbefger 4t > De-tranbm. ba Mer zaht.^< Rückst regeln hat Ao« bem sozialpolitischen Ausschuß 'Berlin. 21. März. ^DTB.) Der so 1 doch auch ü» unbesetzte« betonter« im Xab- gebtct noch einen groben unb fchteen Strf-ng*- ÜMai*te In Berlin >r. von Preg er. Beschiülsr be« Reich«eise»hah,rat«s. Berlin. 21. März «Dolfs.» Die um M Hfln ver - Megafton bie sich 2D« bet .Herzog brr Deutschen-, b b all ber. brr vor tbneu Iwtveb« al« " ^ratqöfiitfir ^lirqrr über ffrnnffnrt. fpb Frankfurt a TR.. 21 Mürz Heute imchmlttag gegen 3 Uhr erschien über dem Deich- htlb von .Stanffurt ein französischer Doppeldecker und machte von ber Stadt Photo- grapbtsche Hufnabmen Die "Itfabf des fäthsiisthen Ditntfterprasidritten. D rr«be n, 21 TRdn. (TDXB ) In Die Beratung der türkischen Gegenvorschläge. London. 22. Mürz. (®37B.) Meuter. Die Konferenz der alliierten Sachverständigen zur Untcrfudtunq der tür tischen Gegenvorschläge Ist gestern mittag Im Foreign Chice unter dem Vorsitz Lord Surzon« eröffnet trnrbcn. Die verlautet, find Unter- lickmngsausschüsse ernannt worden, um die verschiedenen Klauseln der türkischen Gegen. Vorschläge zu prüfen. et Nch Mbit Cd*b IN: C Geullche -ch!« ’J’ch' .u. tertrn-bfemg hffrt«*» • W SchmeNet«.; eu retter < Ttetigtr^h«!. bem ech^ deutscher. bochchm*«brn -Ttw-citeonj« und dem reinen. cNrn Menlchr»rum hr# Tt*n- Friedrich Vien Harb, der Dichter, dod I» Sätzen ten getftooOcr IiHe unb begctftrritm Schwung die innigen Beriete«gen MP 'tK* Hufrf und Poeiie tu ieuchtenter Ber» ndrung empor Goethe über den deutschen Charakter. (3u seinem Todestage. 22 März ) r. on 42. Ar 2 für BirNoe ^-Mo'l-S?nak. op -1, Ar t 'tem "Benrag brachte Bcwt men, wonach das Aelch sich an den Mehraufwendungen der Länder für die Bezüge der Geistlichen in entsprechender Weise beteiligt. wie bei den Beamten und Angestellten der Gemeinden. Diese Frage soll durch etn de- sondere« Gesetz geregelt werden. Heutiger Stand des Dollars 10 Ubr vormittag« Berlin 20 850. Frankfurt a. M. 20 850. Pforten vorzeitig, d b Strub über der Land« Pots Dr Beiart* Aoese. Da» Regerfeft in Weimar. t Sonder bericht untere« Musikrritrrolei, > III Weimar. 20 Mär, 1«23 yi ujmr innere Aus Hessen. Die Beraterg des Staatsbaraufchteg«. rm. Darmtzadt. 2l März Der Finanz- a u • I * < 8 be» JanMag» beriet .» ten Ba ipt- llaat#-* rarJ4kaa bi eriwr kMung Ns • :nW>l i*L Bei Kap 101. ^ena e. rvirb von ju t .'Ber Seite angeregt. die n.ch cht langt errichteten dritten Straikammern in Darmst abt unb Main, ein geben zu lassen Die dar trti- rerbenbee Brumte^ könne man *ebr -x*rt*trhaft ke'. der \a cmycMenbce Einrichtung ei*e« HU's- stimmte auch die Bcllverfammlung mit überwiegender Mehrheit gegen die Fracht- ermätzigung f ü r Schnittholz von Ostpr rüsten unb O berichtetet». Die Einführung eines Dasserumichlagtarifs für Noblen im Rheinstromgebiet »u gcEbener ,’ctl wurde befürwortet, wobei eine Nachprüfung der Gestaltung des Tarife« für die Häfen Frankfurt und Offenbach durch da« Aeichsverkrh^Ministerium zvgelagt wurde. Der Tarif soll an die Bedingung de« doppelten Umschlages gebunden sein. Degen der Einführung von Umschlagtarlfen für Güter aller An im Bereiche der deutschen Strom- gebiete werden von der Aeichsbahnrerwaltung nach näherer Prüfung des Bedürfnisses Borlagen erwartet. Bei der allgemeinen Aussprache wurde bekanntgegeben, daß eine Erhöhung der Personen - und Gütertarife nicht beabsichtigt sei. Die Beratungen des AeichswirlsthafKrate« Berlin. 21. März IDTB ) Der R - i ch « - u> t r t f 4>a f t« t a t Hal die 'Rotel; zur Ak i te- rung ber Bekanntmachung ütjer den Berfebr mit la n btnl r t f 4>a ft 11 en intoiern Milbe'itmmungsrecht. als ein .HeftsetzungSauSlchuh gebilb’t wird, der die Frage der Beiträge unb Leistungen all|äbrlich Berlin. 21. März. (WTB.) ... Sieuerausschub des Reichstags hat eine Entschließung des ReIchSrat« angenvm- kmrch ein Äo-* rk >rwb*n A-Tur-” Sot» Mr mocher- < retts in den Beratungen de« Aus chulics Reichseilenbahnrates om 20 Mär^, unb Förverrro be« gewaltigen OrbenApr*« des groben loten versammelt Auch Frau Elsa Reger war ertt Ihren Vreden Töchtern rr<4)iewii Pro* Sari Cbaab«. der Thmmaskantor uw* l-och l>e deutende Orgel mdfl er oh» Vnp* ig. brr fie nicht si^er Es barf ktn Bub mit ber Peitsche knallen oder fingen ober rufen, gleich ist die Polizei ba. es ihnen zu verbieten^ G« gebt bei un« alle# dahin, bie Hebe Jugend trübzeitig zadnz, au machen unb alle Rater, alle Originalität Jnb alle Düdheit auszutrriben Konnte man nur btn Drutich-n nach dem Borbilde der Engländer menlger Philosophie unb mehr Datkrait. wenig« Xbaer* unb mehr Prans beibrtnaea Dir wollen ab warten, wie es in einem Jahrhundert mit uns Deutschen aussiebt unb ob fcvr es dann dahin gc- bratbt haben, nicht nwbr abQrahe Gelehrte und Philofophen. sondern Menschen zu sein " Eine ergreifende jtunbgebimg an der Un* Regers auf bem Deimarer .Vnebbr* kitte am Montag. 19 März, bem Geburtstag bH Meitzers. kreis gehabt Denn wir recht berichtet fhib ftwb Spieloerpfllchtungen tn Oberbeflen und Swr- f en bürg abgefbft vorder durch andere Ibeater- unternebrmmgen Erkrankungen im Äünttler- oerfpnal ftnb nie ,n vermeiden Drfür gib« es schließlich Sp-e! via Änderungen und Ee^atzkräfte Mit Rocht schließt man aas bem Bebauern über ben frühen Schiud oder die befürchte* völlige 3,jflo*ung. bah lich die Landes wo n derbschae setz .im Bewuhtfrin des Bolle« verrrnleN" hat. Das aber legt auch Berpflichtungen auf Äetn Theaterleiter darf, wenn Schwierigkeiten sich häufen. die r'inte tn8 Korn werfen Bei ber Vanbe*- Wanderbühne handel» es sich nicht um etn privates Erwerbs unternehmen, »embern um ein zu grober kultureller Mission berufene« Unternehmen des Landes Das tft zu beachten " Die .Hessisch' Landeszeitun§ berichkete in ihrer voug n Svnnta -Ausgabe, die -es Vandeswanderbühne fei m der Au* dem Neiede. Bit Ar ist be« AtirchsVauzltrs nach München. Berlin. 22 März Die b*e Blätter mit- teilen, empfing der Reich«kanzler geftern nachmittaa. ehe er feine Relfenach München antrat Ne Fubrer der Fraktionen des Reichstag«, von den Deutfchnationa!en b<» zu den Svzlalbrmokraten. und au her dem die Paria- Professor (^inffein gegen ben Völkerbund. .Zürich 22 Mär^ Die Professor Albert •inReln. der sich auf der Rückreise non 3apan nach B rim kurze Zeil tn Zürich auf- hält bei .Beurn Züricher .jeitung" mUteilt. erklärte er von hier aus In einem Brief an da« BbltcrfmnMIefretartat ’nnen 3 u « t r 111 au« der Kommission für intellektuelle .Zusammenarbeit Ec stellte in seinem Schreiben fetz, bah er In ber letzten .leit tu der feften Ueberzeugung gelangt fei. da tz ber Bölkerbunb weber bie Kraft noch ben guten Dillen zur Erfüllung feiner Aufgabe haoe Al« ernsthafter Pazifist halte er es deshalb nicht für richtig, mit be..- RblkerHund irgendwie verbunden n Or btttr rusb(i:fsaiis- schuh des Aeirf>«taq« wurde gestern eine Ent- 'chl'etzung angenommen, wonach künstia Kin- tenszü^ eMeber. frcilivb gefldgrn unb vertieft durch das Genie B Id Wut bat sich brr Dichter über ben drulichen Obutaflet ausgetptvchr«. unb H gibt eine gaiue Iniabl wenig gdüimier Ausfvruche bw Emil Oubetg in feiner. Un Bcetag von Ernst Rowohlt äu Berlin erschienenen 3jvbologir . 2k*n unbe- alliirrten Länder f>it sich bi« tagt um inzwischen der tung fernen geeigneten Vergleich«mahstab, da sie im allgemeinen ihr Stammpublikum bähen — Sehr wesentlich für ben früheren Schiust war aber auch, hast sich im Zusammenhang mit der politischen und wirtschaftlichen Gesamt lagt bie Berhältnisse hinsichtlich ber Saal- unb Girbe- rodenbeheizung, des Transportes, ber Quar ler» befchasfung uiw von Tag zu Tag mistlicher gestatten Eine gan^ Reihe von Erkrankungen des Personals find auf die hier zutage tretenben. nicht abstellbaren Mängel und die langandauernde nahkalte Ditterung zurückzuführen t> ef« Erkrankungen selbst aber machten sich natürlich bei der Durchführung des Svlelplans sehr störend g.-itend Der frühere Schiust ber diesjährigen C^icL eit rxil vielfach Bedauern erweckt ein Beweis ba‘ür, bah sich die Hessische Lande«Wanderbühne trotz der a* B«e in begibt. Gelegenheit zu gt en mit d r d-utsche" ivzia dtmof ui.i Partei zu verhandeln Die Entfchliehung die nach Beendigung ber Beratung angenommen worben ist, hat folgenden Dortkaut I Vie Lötung be« Reparatlonspro- blem« unb des Problems ber interna»ianalen Sicherheit ist unerlästllch für den friedlichen TP leb«-rauf bau Europas Diese L'bfuig darf feinen politischen Hintergedanken verbergen, ber bei- fpie.'skveite auf territoriale Annerio i ober auf bie künstliche Schasfun«! von Pufferstaaten au »geht. 2 Die augcnhilfUrfi betriebene Ru' rpvtttik kann keine Obfirng bk-'er Probleme bringen, wenn sie bis zu ihrer verhängnisvollen Krise weiter- eilolgt wirb, wird sie die wirtschaftlichen unb Dclltildxn Gefahien ixrich-iriwi. btt augenbiirflich auf ben europäischen Rationen lasten 3 Tie Eig-mttebe aller Regicningen bildet im Augm^ilck ein Bindern,s für Berii' Partei txrbunbcln soll über eine ben audeublicklichcn Rotwendigketten angepastte -istuii i de .frankfurter Rcparationsplane» unb b< Bedingungen, unter denen internationale Sicherheit erlangt werden kann 2>i. bereit« b. richtet, begibt sich die au« e.nem <2ni inber. einem Zr^tnzosen. einem 3la- ItCTirr unb einem Belgier bestehende.Delegation morgen nach Berlin | kurzen Zett ihres Belebens tat Bewatzrien? des Bokes verankert har D r hegen bet feste Zsto" I mm®, dast bet »ree Sp»el.zerr im Herbst n-urr heitren politische- und werkichaftlichen Berhält- niste» weeder xgamew kann, die Soeurbetten ftnb bereit« ue Gange * Tas .Darm ädeer Tageblatt' begteiM dtefe Begründung ■?: der Nachlebende«, durchaus zu tretfenden antrerl-ng .Sch^errgkeUe» sind ba»« da. dast ste ..Sn»iÄr werden Ueb wenn dte Besen ung alt a len Bertchärinngen. b*e ste brachte as hcntrripieiei te hriegim Gebiet »at<ächttch der. feien, wahrend d,e dritten i •:a taartrn Landtagssitzung stand heute zum dritten Male die Dahl de« Ministerpräsidenten auf der Tagesordnung Die beiden Rechtsparteien batten sich aus die gemeinsame Kandidatur Ä alter i Deutsche Bolksparteii geeinigt, wahrend die Sozialdemokraten und Kommunisten Ihre Stimmen für den bisherigen 3uftummifter Dr v3 e t g n t r abgaben. Anwesend waren Q5 Abgeordnete Bei der Abstimmung entfielen auf x-fctgner iSoz > 49. aus Kaller |Dt. Bpt) 39. auf Seifert (Dem.) 8 Stimmen ^eigner I st allo mit absoluter Mehrheit gewählt Er leistete sofort den Eid auf die Ikrfalfung In die Dand be« Landtagsprüfidenten Darauf wurde die Sitzung geschlossen Trotzdem glaubte der alte Goethe an eine Einheit unb Einigkeit des künftigen Deutschland . Mir ist nicht bange, bah Deutschland nicht Ems tnerbe.* faqte er zu Eckermann, .unsere guten Ehauffeen und rünhigen Eisenbahnen werden schon das Ihrige tun Bor allem aber sei es eins in Liebe untereinander, und ferner fei es eins, hast der Taler und Groschen im gamen Reiche gleichen Den habe. ein«, bah mein Relfekvsfer durch alle Ä Staaten ungeöffnet pastieren kSnn Deim man aber denkt, die Einheit bestehe darin, dast ba« g.rhc Reich eine einzig, grobe Re'ldenz habe, so ist man Im 3mum Dadurch ist Deu ich. and groß, als durch eine bewunderungs^rd, k 3o(Mfyltiir. die alle Telle des Reiches gl„chm htg durchdrua- «n hat - ftnb r« aber richt die eiaz-lven Süril«- 'G*. denen ste ousoeht unb welche ihre Trä- gec und Pfleger lmdk Geletzt wir Hütten in Deutschland feit Jahrhunderten nur bte beiden 2U» ltdenzstädte Dien und Berlin, oder gar nur eine da mtzcht« Ich doch sehen. w«e es um die deutsch^ Kultur hAnber Trave (itidcomi). ßs wurde tn ber le ft romantischen f t^-MellS?nate on-M für Bivllne unb Klnuer mit ihrem tpehgri4enjngmrn ersten Satz unb dem spukhaften Scherzochar.it ter des Xkgrr*f teil Andante roelenuto ctm Vana/jam ,u leidenschaftlicher Steiaerong gebracht bie nicht ende-wollenden Beifall aus l-ste. Dte Prof eueren Roben Reitz unb Bruno S i n ze-R e l n h o ld < Klavier I. der noch bee enuüdenbe k-Moll-Sonatine op SV Ar 1 spielte, veretnlgten sich zu sein abgewogenem. do::amifch unb seeli'ch tnetnanbet ausgehendem Zufamm, 'viel Herr'E ugen Schmidt- Ear 1 sn s rag mit seinem klangvollen Bariwn. fwr noch ber weiteren Kultivierung bedarf, tmb mit tiefem Empfinden au her einer Gruppe von Liedern aus den _vch!tch'en »etfen* bei .Gebet' (ftebbel) op «. Br I (I). .Allrin' tAnna Ritter.. op. 31. Ar. I und .ES fchla't ein stiller Garten" 10. März, geschlossen baf\- De Zentral- stelle zur Förderung ber Bolksb Idan, pa: btefen Befchlust, nach bem .Darmstädter Tageblati", wie folgt begriqibet; .Mährend der diesjährigen Spielzeit der Hell.schen Landeswanderbüfmwurden unge'ähr 240 Borstellungen veranstaltet Die d eejü rige Spielzeit ber Buhne wurde nicht, wie urf^rüngllch bcabfi Mig:. erst am 10. Avril, sondern schon .im 10. März beendet. Matzgebenb für bei früheren Schluh war vor allen Dingen bie *itT>i" ie n t en einer Aursproche un^worien D.e '.e; erung toll eriucht werden, recht bald geeignete Schotte einMleiten am hier frfHeiuigft Abhilfe foimie:i Goethe' zu'amm«,stellt Goethe hat die .Sebler unseres 6Ui:aher# nicht vericha^egen Es tn ber öbamhev der Deutschen, bast Itf über allem kfewr tnerdcn und buh alles über ihnen schwer tXMrb.- kigt er im .Urmeister", und an einer anderen StuUe .Dem, t*r .Rutschen nicht rwil oerübrt sind, so ft»b fit ideal schwer w rühren 5\i# alle IMfler brr deutschen 11 a,utnebenbeit «adelt ee »«einem Brie, an Dvllimnm mit den Morien .Die Deutsch«, buben bie eigene Art. bub ste nichts anretxnvn ktznnea. tme mau s ihnen 6lbl. -XeidK man ihmcn ben Stiel bes Mesters » finden sie ihn nicht Ichan Bietet mun ihnen bie Spitze, so fk über Beriewng Sie haben Io unendlich viel grtekn :nd »ür nc.e wrmen .fehlt Itmcn bw »mpMngh4*U Erst wenn Ne sich mit einer Suche wfrwxöfl, bann ftab Ne einttchtig gut enb kubebuft liebens- «TÜrNg ' 3a Eckennum, but er ft* in iei>tc«i lettn* v\ibrxi, burüber ausgesproche . tme dem Dnu'chrn letztt .31« neulich brr Schnee lag x.tb meine Rachdursk»«der ihre feine., Schlitten auf der Strutze probieren troll ter. 'Mir t> Dur «tu ®o,hc >tener NU de unb ich lab bie arme- Di ■ ..-7- chcn tlletzen, so schnell fte konnten 3e»l « m, ^rüMing«f»ane f e au# ben >Xlufcc»etnenbvr ei «stieren. 'Beil Sol^werke für Bidhr bk ^vrm ber Sonate Bavbns. Darmsta^ W vortzga ^Fahrrabdiebstähle. 3m Saufe bet gestrigen Tage« wurden hier zwei Fahrräder gestohlen. 3n dem einen Falle handelte eS sich um ein Rad Marke .Presto", mit schwarzem Rahmenbau, gelben Felgen, gelben Schutzblechen mit schwarzen Streifen und nach unten gebogener Lenkstange mit schwarz und gelb gestreiften Griffen. 3n dem anderen Falle kommt ein marken loses Fahrrad in Frage, dessen Fabriknummer unbekannt ist. Die Maschine hat schwarzen Rahmenbau, schwarze Felgen, ohne Schutzbleche, Dor- bermantel ganz neu, Hintermantel fast neu. An der Hintergabel befindet sich ein Vorhangschloft. — Die vermehrte Inanspruchnahme der Fahrräder in der bevorstehenden besseren Jahreszeit eröffnet die Aussicht auf eine regere Betätigung der Fahrraddiebe. Wer sich vor Schaden bewahren will, schliche sein Rad, wenn er es auf der Straße stehen läftt, an, oder er nehme es der gröberen Sicherheit halber mit in das Haus. ' Geldeinziehung, die sich nicht mehr lohnt. Die Einziehung von Einnahmen und Defekten unterbleibt im Bereich der Eisenbahnverwaltung schon seit 1907, wenn damit Kosten und Weiterungen für die Staatskasse verknüpft sind, die in keinem Verhältnis zur Hohe öer Einnahmen stehen. Mit Rücksicht auf die Geldentwertung der letzten Monate hat der Reichsverkehrsminister sein Bereich angewiesen, unverzüglich überall nachzuprüfen, ob auch wirklich von dieser Ermächtigung ein Gebrauch gemacht der den jetzigen Derhältniffen entspricht. Er bshält sich auch vor, in dieser Frage nach Benehmen mit den übrigen Reichs Ministern weitere Weisungen zu erteilen. Landkreis Gießen. • G roft en-Buseck, 21. März. Die warmen Sonnenstrählen dieser ersten Frühlingstage haben fjter einem Kirschbaumzweiglein seine Blüten entlockt. Hoffentlich erweist sich dieser Optimismus der Boten einer angenehmeren Jahreszeit als berechtigt. • Dorf-Güll, 16. März. Für die R u fj r - Hilfe wurden bis heute in hiesiger Gemeinde gespendet: 21 Ztr. Roggen, die der Zentralgenoffen- schäft in (Sieben abgeliesert axirben, von dem Gesangverein 36 000 Mark und von der Gemeinde 35 300 Mark. Das Geld wurde der Sammelstelle des „(Siebener Anzeigers" zugeführt. wa. O d e n h a u s e ii, 20. März. Gestern fand die hiesige Gemeindejagdverpachtung statt. Der Pachtpreis kam auf 400 000 Mk. gegen 8000 Mk. in den letzten Jahren. Pächter ist der Besitzer des hiesigen Bauxitwerkes, Ingenieur M ü h l e i s e aus Essen. • 03Illingen, 21. März. Aus 8 Sammellisten wurden 'hier insgesamt 63 370 Mark in bar für die Ruhr Hilfe gezeichnet, wozu von der GemeindÄkasse noch ein Betrag von 50 000 Mark beigesteuert wurde, so daß sich die Gesamtsumme der für den obigen Zweck auf der Gemeinde zur Verfügung gestellten Geldbeträge auf 113 370 Mk. erhöht. Auf den Sammellisten wurden ferner gezeichnet: 9750 Pfund Kartoffeln, 645 Pfund Frucht, 365 Pfund Mckhl, 155 Pfund Erbsen und Bohnen und 19 Pfund Obst. Sodann haben ca. 50 Bergleute und mitunter auch andere Arbeiter mehrere Lieberschichten zugunsten der Ru'hrhiffe gemacht. Kirchliche Nachrichten. 3fr. ReligionSgefellschafl. Sabbats. 24. März. Sreitag abd. 6.15, Samstag norm. 8.30, Predigt, nachm. 3.30, Sabbatausg. 7.30. Wochengottesdienst morgens 6.45, abends 6 Llhr. — 3fr. Religionsgemeinde. Gottesd.i.d.Shnag. (Südanl.). Samstag, 24. März. Dorabd. 6.30, motg. 9, abds. 6.50 u. ?.3O. Handel. Die Dollarschatzanweisungen. Der Schlaft der Zeichnung aif die Dollar- schatzanweisungen steht vor der Tür. In letzter Stunde sei nochmals auf die Bede ttung hingewiesen, die diese Anleihe für Deutschland im gegenwärtigen Moment hat. Jeder Kaufmann, jeder Industrielle, jeder, der über Devisen verfügt, sollte sich überlegen, welchen Betrag er für die Zeichnung auf Dollarschatzanweisungen abzweigen kann. Die Lage erfordert es, daft niemand zurückbleibt. Ein Risiko für den Einzelnen liegt in der Zeichnung nicht. Ist doch die Anleihe dreifach gesichert: einmal durch die Zahlungsverpflichtung des Reiches, 2. durch die Garantie der Reichs van k, 3. dadurch, daft die Devisen einem Devisenausgleichssonds zusliehen, der bis zur Rückzahlung der Dollarschahanweisungen als solcher erhalten bleiben soll und aus dem Abgaben ohne Gegenleistung nicht stattfinden dürfen. Die Dollarschahanweisungen unterscheiden sich da- 'durch vorteilhaft von den Devisen, daft sie über sechs Prozent Zinsen bringen und aufterdem zu einem für die gegenwärtige Zeit sehr geringen Zinsfuft von 1 Prozent über den Bankdiskont beleihbar sind. Dazu kommt, daft die Dvllar- schahanweisungen, soweit sie selbst gezeichnet sind, für die Veranlagung uir Einkommen- und Körperschaftssteuer mit demselben Wert eingesetzt werden dürfen, mit dem die als Gegenwert hin- gegebenen Devisen einzusehen sein würden. Qlafter- oem ist die Hingabe der Devisen zur Zeichnung von Dvllarschahcmweisungen von der Devisenumsatzsteuer befreit. Aktiengesellschaften, die ihre gesetzlichen Reserven ober einen Teil davon in Dollarschahanweisungen anlegen, dürfen, wenn sich aus diesem Besitz infolge Besserung der Mark ein Verlust ergeben sollte, diesen Verlust vom gesetzlichen Reservefonds abschreiben. Schlieftlich werden Dollarschahanweisungen als Sicherheit für Zollkredite, und zwar zum Kurswert, höchstens aber zum Renn wert, angenommen. Es darf mit einer- bedeutenden Nachfrage nach Dollarschahanweisungen nach der Zeichnung mit grofter Wahrscheinlichkeit gerechnet werden, so haft ein sofortiger Erwerb durch Zeichnung empfehlenswert und zweckmäftig ist. Berlin, 21. März. (WTB.) Börsen- stirnrnungsbild. Del unveränderterGeschäffs- stille. kam es auch an der heutiaeu Börse zu keinen groten Kursveränderungen. Vielfach hörte man die Meinung äuftern, daft sich in der abwartenden Haltung vor Ostern viel ändern werde, weil bis dahin auch Klarheit über den Verlauf des Ultimo- März, von dem man Zahlungsschwierigkeiten befürchtet, geschaffen sei. Mit Be'ttmmlhüt wird 'heute bereits von in bie Milliarden gehenden Zahlungsschwierigkeiten einer jüngeren, rührigen zu ziemlicher Bedeutung gelangten Firma am Metallmarkt gesprochen. Das geringe Material von Industrie-, Dank- und Schifsahrtsaktten erlitt Kurscinbuhcn von durchschnittlich 1000 bis 2000 Prozent und vereinzelt darüber, denen für einige wenige Papiere Kurserhöhungen in ungefähr dem gleichen Ausmaße gegenüberstanden. Ausländische Renten stellten sich teilaxrife etwas Höher. Heimische Renten lagen behauptet. Das Geschäft schleppte sich weiter träge 'hin, so daft Kursveränderungen von Bedeutung kaum ein» traten. Franksu rt a. M , 21. März. Börsen- stimmungsbild. Am Devisenmarkt blieb die Lage unverändert still. Dollarnoten wurden mit 20925 bis 20 950 gehandelt. Am Effektenmarkt war das Geschäft im allgemeinen recht ruhig. Die meisten Industriepapiere wurden ungefähr z r den letzten Kursen gehandelt. Soweit nennenswerte Schwankungen zu beobachten waren, neigte die Tendenz verschiedentlich zur Erholung. Der Frei- verkehr zeigte heute ein ruhiges Aussehen. Am Montanmarkt stellten sich bei Beginn einige Aktien fest, sonst war die Stimmung behauptet. Anilinwerte zeigten eine bessere Tendenz. Zuckeraktien lagen teilweise fest. Frankfurter Devisenmarkt. (T e l e g r Datum «ntrv-'Drassel . Holland London Paris Schwei» Spanien Italien Listabon-Oporto Dänemark.... Norwegen . .. Schweden ... HelstngforS... Neunork Deutsch-Oesters Budapest. ... Prag...... Agram.... phische Ans. 20. März Amtl. Notterg. Geld Bries 1167,05 1172,95 8219,40 8260,60 97779,95 98270,05 1361,60 136S.4O 3860,30 3879,70 3202,95 3223,05 1009,95 1015,05 4012,45 4032,55 3740,60 3759,40 5538,10 5565,90 566.60 569,40 20817,80 20922,20 28,75 28,89 486.50 488,50 617,- 62b- aftlung.) 21. März Amtl. Notterg. Geld Bties 1192,— 1198— 8226,90 8268,10 97779,95 98270,05 1389,- 1396— 3835,40 3854.60 3214,45 3230,55 1012,45 1017,55 3972,55 3992'45 3778,(15 3796,95 5536,10 5563,90 561,60 564,46 2083.5,30 20939,70 28,73 28,87 434,- 436— 618,— 621— Rurs 19.3. 21 3. 13b, 130. ’.VIetaUbant . 31000,- 31900, Kaliwerk Westeregeln 3B500, -34000,- -,- -, ■27000,-27000,-26000, 27000, 8400, 8000, 18000,-18000,-18000,-18100, Vniirabütte . . . . Cberbctmrf . .. Phönir Bergbau. Nheinstahl Nie bock üllontan Tellus Bergbau Bochumer Guh Buderus. . . (£aro 660— 4400— 265— 185— 12L*- 100— 120— Zellstoff Waldhof .... Zuckersabr-brankenthal 10000,—1010CV- äiuferfa6tir$3aaoäufcl 10500.-10500,- 660— 4400— 290— 147— 116,— 102— 125— Schuckert Siemens & Halske. . Maiukraftwerke . . Adlertverke.ikleyer. Daimler Motoren. . Heyltgenstaedt.... Wicnuin ........ Metallges. Frankfurt Sdnibtabrif Herz. . Sichet.......... Deutfch'Lllremburg. . 5000:),—53000— ——54000,- GelsenkirchenerBergw51250—52000,-54000—52000,- Harvener Bergbau. 1240^0,-130090,-129000,-12l000, Kaliwerk LlscherSteben^önO—28750—29000—29000, - 90— 1150— 660— 4450— 260— 200— 130— Äurs Aurs Datum: 19.3. 21.3. 90— 1160— 660,— 4410— 251— 200— 120— ZemcntwerkHeidelberL 10250,-14000,- Philivv Holzmann .. 8100— 7975— Schlug. Schtuh- Schluh« Schluh. ■ " Aura kturs -—43750,-47750, -46000, 23000—22M—21500, -22.500, 28500—31u00,- 30000—32000,- . 3:300a—:32009—2920a—32250— . 45500—5000 -—45000—48000— . 5000— 5000— -— 750a— 7000—7000— 7000— . 7000— 7550—8010— 7500— •*>SÜO_19000_____ . 22000—19000—19100,■-18750— . 41500—38000,- —— —— . 5400—6500— -— -— . 10000—10500,---- —— 4°/0 Dergleichen 3’/j% Dergleichen 3"/° Dergleichen Dtsch-Svar-Präm.-Anl. 4°/> Preußische Konsolv 4°/.) Hessen......... ö'/Z/o Hessen 3e/0 Hessen......... . 36000—36500—36'000,—34900, . 46000—46009—46090—45010. . 42000—43'jOO- 41.5' JO, —41200, . 105000,- -,-105.00,- . 9400— 8600— -— vumbnrg-Slmer. Pake 3' 050— 37100,-'36600.- 371U0, Norddeutscher Lloyd. 20000—20100,- 19000.- 19900, Mitieldeui. Creditbaitk 45uÖ— 4800— 4800— 4600— Oeiterr. Crediranstalt. 7900,- 8200— 7900— 8110— b°/.Dtsch. RelchSanleihe 8&50 89,75 1140— öl nglo-Cont.»Guano. . .65f>00,— —,—70900,—67000— Badische Anilin 22000—21000—2050ft-203)0— Goldschmidt , . 198U0—20100—IW—200:O,— (tzriesbelmer Electrpn.17090—17200—1725a—17500— Höchster Iarbwerke. 17009— 1720Q—167>)0,—17000— Holzverkobluug 19000—19309— — Rütgersiverfe 22500—20600—220A-—23500— Lcheideaustalt 23600,-25400,— ——— ?lllg. Elertriziräts.Gesl2500—1275"—12500— Bergmann.......3'000,-3760. '—37000—38000— Banknote». Frankfurt 0.M- 2L März. Schweizer Noten........ s^ranzöstsche fltoten....... Dänische Noten........... Schwedische Noten Holländische Noten Deutsch-Oesterreich i\ 100 Kronen Amerikanische Noten Englische 'Noten Italienische Noten Belgische Noten Ungarische Nmen Tschechoslowakische Noten ... Norwegische 9toten ........ iliumänische Noten Spanische Noten Börsenkurse Frankfurt ct M. Berlin 40/0 Zolltürken 26000—28500—26000—28625— 5»/° Goldmcrikaner -—282000. -278000—283000— Berliner HandelSges. . 35000,- 36000,-36500,- 3!W- Eommerz- u. Privalbk. 6O' 105 000 bis 115 000 Mk. (etwas matter), Roggen» mehl (100 Kilo) 95 000 bis 105 000 Mk. (matt), Wetzenkleie 18 000 bis 19 000 Mk. (abgeschwächt), Roggenkleie 20 000 Mk. (abgeschwächt), Raps 80 000 Mk. (still), Leinsaat 80 000 Mk. (still). Viktoriaerbsen 55 000 bis 70 000 Mk-. kleine Erbsen 40 000 bis 45 000 Mk., Peluschken 60 000 biS 70 000 Mark, Ackerbohnen 30 000 bis 35 000 Mk., Wicken 55 000 bis 70 000 Mk.. Lupinen, blau 45 000 bis 55 000 Mk., gelb 60 000' bis 85 000 Mk., Sera della, alt 70000 big 95 000 Mk., Rapskuchen 25 000 bis 26 000 Mk.. Trockenschnitzel 13 000 Mk. Rauhfutter: Weizen- und Roggenstrvh, drahtgeb. 13 000 bis 15 000 Mk.. Haferstroh, drahtaepreftt 10 000 bis 12 000 Mk.. Stroh, slrvhseilgebündelt 13 500 bis 14 500 Mk., Wiesenheu, gut, gesund mb trocken. Dormahd 15 000 bis 17 000 Mk.. Rach» mahd 13000 bis 15 000 Mk. (Soweit kein anderes Gewicht genannt, verstehen sich die Preise pro 50 Kilo.) Frankfurter Getreidebörse. * Frankfurt a. M, 21. März. Weizen 82000 bis 85 000 Mk.. Roggen 80 000 bis 84.000 Mark, Sommergerste 68 000 bis 77 000 Mk-, Hafer, inländischer 42 000 bis 58 000 Mk., Weizenmehl, südd. Spezial 0 125 000 bis 170 000 M. bei Waggonbezug ab Mühlenstation. Roggenmehl 105 000 bis 112 000 Mk.. Weizen- und Roggenkleie 39 000 bis 42 000 Mk. Tendenz: schwach. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Teilnehmer der bayerischen Hochverratssache in Frankfurt. Frankfurt a. M. 21. März. (WTB.) Der angeblich vaterländische Bund .Blücher" E. B. München, der auch eine Rolle in der Hvch- verratsaffäre Fuchs-Machaus gespielt hat, hat seine Kreise auch nach Frankfurt gezogen. Wie die „Frankfurter Zeitung" mitteilt, befinden sich seit einer Woche 5 Mitglieder des Bundes in Haft und gerichtlicher Untersuchung, die sich Ende Februar an den französischen Verbindungsoffizier Kapitän d e P 0 m a r e d e mit dem Vorschlag wandten, sie wollten die Synagoge in der Königsteinerstvafte in die Luft sprengen, um dadurch Unruhen zu erregen. Als Tag des Attentats war der 3. März in Aussicht genommen. Sie trugen den Plan bem französischen Offizier persönlich vor. Dieser verwies die Dlücherbündler nach Höchst an den Spezialkommissar Robert, wo sie ihren Plan mit dessen Vertreter Lor re 1 int und Kapitän A ch t m a nn eingehend durchsprachen. Zur endgültigen Abmachung wurden die Mitglieder des Bundes für den nächsten Tag nach Mainz berufen. Hier war die Aufnahme wesentlich kühler, und sie wurden mit dem Bescheid zurückgewiesen, ihre Pläne seien nur Kindereien. Die Verhafteten behaupteten, sie hätten die Franzosen nur reinlegen und ihnen die Automobile und Handgranaten für den Bund abnehmen wollen. Continental»Regenmäntel für Damen, Herren, Kinder. 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Dann mengt man den Streusel mit den Händen und stränt ihn über den Kuchen, den man bei Mittelhitze bäckt. Zutaten zum Teig: 500 g Mehl, 1 Päckchen von Dr. Oetker’» „Buckln“. 125 g Butter, 80 g Zucker, 2 Eier, */« Liter Milch oder Rahm. Zutaten zum Streusel: 200 g Butter, 250 g Zucker. '/, Päckchen von Dr. Oetker’s Vanillin-Zucker, 20 g Zimt, 300 g Mehl. Zubereitung: Rühre die Butter zu Sahne, füge Zucker, Eier, Mehl, dieses mit dem Backin gemischt, und die Milch hinzu. Den geschmeidigen Dr. Oetker’S Backpulver „Backin dann gelingt der Kuchen immer! — Man versuche: Dr. Oetker’s Streuselkuchen. Backt mit mit Ellen Richter. Palast-Lichtspiele Vornehmstes n. größtes Theater am Platze Auf vielfachen Wunsch heute noch: Schwarzwaldkinder Ein Sittenbild in 4 Akten mit einem Vorspiel und Lohengrins Hochzeit Komödie in 3 Akten. Von Freitag ab der große Schlager: Äi Wlk Gießen Vranüplah (Mes Schloß) ictn faft nrerr tut ,».i - j 11 OTiMlCMl erbauen rr Biftowin. Photoapparate £j * __; Plattrn. 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Der Oberbürgermeister. 3 B: Rrenzien. a.u'btl: ntm in Buchillbrnng Korretoo«den4u. t•? - Waster •*iA nd unüber- • r*B petzchtiaou« »erne ,etzo: e: ^-1» 3. B. fiäuler Änqeb. unter 01913 an d tüteh. flnwte Stellenangebote! Berfefie fiddiln nur durchau» uet- Küche und 2 Utz- Fuller meisler »der Aehuitchei. ifrt-frnn niste Sehr flna a. oti*D an den tltrli «■«. Todes-Anzeige. Gott dem All nichtigen hat es gefallen, meine liebe Schwester, unsere guteTante und Cousine Fräulein Marie Busch im 74. Lebensjahre nach kurzem, schwerem Leiden heute zu sich zu nehmen. www gesetzlich geschützt •hi Wunder deutscher Technik ftr Stobt anb Land Besichtigung erbeten Sassparherde - Backöfen Lisch« u. Schläuche, vaudrschläge WiNßkVkhk = Sflüe = kaut» »■ bobrn Vreden Küd)cnberö weist email tert. fern tr 2 lange Tische «U DCTfaul. "U.T ciReoj *-<11^ «mtLDOn e: Perfeht Stenotypistin vortäusta fit nntrn. 5—7 Ubr. In Adrae aantziaotL pedicht. Schrtf Uche Nnaedo^e Baugenossenschait 1894 zu Gießen. E. O. m. b. H. Tteoe Kugeibera errichteten Wohnungen sollen an di« Mtzgtz.der verteil» werden vi^emgen Mitglieder, bi. Anspräche aus eine Wohnung erheben. ..suchen wir stch scht.f Hi* bei d^ stoesttzenLu Ge'chäft. Hbrer youriet eudwigftrast. 12, bi. pe l^TIpnl Üb- J». ,» m.iden Mänbiich« Rllchlorach. bttten wir p. uni.rloffen. Siesten, den 21 März 1923 (21 »D Dar Borsta,d jmb1eni*t»ret. Bckonntmachnng. 01 All au d. 6 tstebraitchie». Peretti & Funck Teils.H»rlaß, (üea>rrfi(bdfi Rfiriri*. Suche lur meinen 6ebn, mit lliahrtger LtrnriS In der t'nndivirischa't und 2 Ke metzer ^andwin«chaftL Schule. Stelle all Volontär-Verwalter Osterwunsch. Beamter. TD Urner. 34 Jahre, evang. 1 Sohn, wünscht mit Fräulein ober lunger B)ttwe in Briefwechsel zu treten »Werks baldiger Heirat BermSaen nicht er- forderlich. - Diskretion Sdrensache. — Anonym tnxdlM SchriM. Angebote unter 01937 an den Oieft|nee Anzeiger. Sri« MN Telephon 848. Btlc 813441.39 106 35 820 157.10 6eöt.Beröfl[ UtMstudotMeoke rr. 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Rei lernt Ichadigung. (Bebalt f» -t»'00 MarL Cfferten an Cüran Avotbeker IV. v* oitueu, B 'd gaben a.T. 21L1D Miijt Bille für Caufarbeir von 9-3 Ubr nei'iicht. ewe iranlfon» Str. 37. Mädchen am liedtz u 0 Vanöe gesucht. .",n melden frankfurter Str 7 Kontor. ii|ffr» Speise-, Herren-, Schlaf zimmer, Küchen m. 69 Swetter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag, 22. März 1925 Zahlen, die für sich sprechen. Deutschlands Wirtschaftsbilanz: DaS Vermögen der deutschen Volkswirtschaft vor dem Kriege: 376 Milliarden Goldmark Der Verlust des deutschen Dolksvermögens in Kriegs, und Rach- kriegSzeit: 170 Milliarden Goldmark Also Bestand des deutschen Volksvermögens 1920 : 206 Milliarden Goldmark Belastung durch das Londoner Ultimatum: 132 Milliarden Goldmark Mso freies deutsches BolkSvermögen Ende 1920: 74 Milliarden Goldmark. Deutschlands Leistungen: Gesamtleistung. Deutschlands an den Feindbund: 46 Milliarden Goldmark Innere Ausgaben und Verluste: 10,5 Milliarden Goldmark Zusammen: 56,5 Milliarden Golbmark, oder in Papiermark um- — gerechnet bei einem Dollarstand von Mk. 20000 282,5 Billionen Mark, die gahl, die kein Deutscher je vergessen darf. Ergebnis: Deutschland hat demnach bereits an Leistungen für den Feindbund über 76 Prozent seines ihm Ende 1 920 verbliebenen Dolksvermögens auf - gebracht. Heute dürften Wohl die Lei st ungen das Volksvermögen bereits überschreiten. Deutschlands Derbrauch: Deutschland verwandte 1921 f. öffentliche Zwecke des Reichs, der Länder und Gemeinden Die Besahungskosten in den besetzten Gebieten betrugen bis zum 30. April 1922 4 Milliarden Goldmark. 3,4 Milliarden Goldmark. Die Besahungskosten verschlangen also fast ebensoviel als die Aufwendungen Deutschlands für seine öffentlichen Zwecke. Für Erhaltung und Vermehrung des Kapitals der Volkswirtschaft verwandte Deutschland im Jahre 1921 4 Milliarden Goldmark. Die Kosten für Kohlen- und Wiederaufbaulei. stungen an den Feindbund betrugen 2,8 Milliarden Goldmark, also rund Dreiviertel dessen, was Deutschland im Iahre 19 21 für die Erhaltung und Vermehrung seines Kapitals der Volkswirtschaft verbraucht hat. Für Zwecke des Verbrauchs der Bevölkerung verwandte Deutsch!, im Iahre 1921 DieGesamtleistungen an die Entente betragen 19 Milliarden Goldmark. 56,5 Milliarden Goldmark. Das ist das Dreifache dessen, was Deutschland für denDerbrauch seiner Bevölkerung 192 1 verausgabt ha t. Deutscher Reichstag. 323. Sitzung, mittags 2 tlh-r. Der lin, 21. März 1923. Der Gesetzentwurf über die Verlängerung des Desoldungssperrgesehes und der Rot haushalt für 192 3 wurden dem Haus- Hallsausschuß überwiesen. Der Gesetzentwurf über die Verlängerung der Geltungsdauer des Woh- nungsmangelgesehes, eingebracht von den bürgerlichen Parteien unb den Sozialdemokraten, wird in allen drei Lesungen angenommen. Hierauf wird die zweite Beratung des P v st - etats fortgesetzt. Aba Delius (Dem.) dankt den Postbeamten an Ruhr und Rhein für ihr vaterländisches Verhalten. Er wünscht Ermähi- gung des Telephontarifs für besondere Klassen, z. D. für Aerzte, Wohlfahrseinrichmngen usw. Auf dem Gebiete der Sachausgaben könne gespart werden. Besonders sei in den letzten Jahren zuviel gebaut worden. Die Pvstteklame müsse ber° pachtet werden. Bedauerlich sei die Zurücknahme schon erfolgter Kündigungen. Sie sei höchstens zu entschuldigen bei Beamten im Einbruchs gebiet. Abg. Bartz (Kom ) erklärt, der Abbau in der Postverwaltung dürfe nicht unter eine gewisse Grenze heruntergehen. Von einem sozialen Empfinden sei bei der Postverwaltung nichts zu spüren. Rcichspostminister St in gl: Es ist unser Bestreben, den Aufsichtsdienst auf das Äotwen- digste einzuschränken. In der Frage der unehelichen Mütter wollen wir uns ganz von sozialen Rücksichten leiten lassen. Jeder Fall soll einzeln untersucht werden. In den Dienst gehört keine Politik, weder der Sowjetstern noch das Hackenkreuz. Ebenso ist es mit dein Dilderschmuck in den Diensträumen. Am besten hängt man keine Porträts, sondern Landschaften auf. (Heiterkeit.) Die Postagenten haben in den letzten Jahren eine bedeutende Aufbesserung ihrer Bezüge erhalten. Die Einführung der Frankierungsmaschine lassen wir uns weiter angelegen sein. Abg. Dr. Strathmann (Dtschntl.) befürwortet eine Entschließung, für den Leihverkehr der Dibliothekec eine Ermäßigung der Portosätze em- treten zu lassen. Damit schließt die allgemeine Aussprache. Der Gehalt des Ministers wird bewilligt, die Ent- schliehung Strathmann angenommen, ebeitso eme Entschliessung des Zentrums, die Verwaltung möge die infolge der Eisenbahnsperre im besetzten Gebiet eingerichteten Postkraflwagenkarten vermehren und die Portokosten im Interesse weiterer Dolks- kreise erheblich herabsehen. Dann wird die Etatsberatung unterbrochen urrd die inzwischen vom Acrsschuß erledigten Vorlagen (Verlängerung des Besoldungssperr- gesehes bis zum 1. Juli 1923 und Rotetat für 1923) werden in allen drei Lesungen ohne Debatte angenommen. In der Ernzelberatung des P o st e t a t s ersucht Abg. Seppel (Soz.) die Verwaltung, bei der Versetzung von Beamten zur Finanzverwaltung einen Ortswechsel möglichst zu vermeiden. Der Redner begrüßt es, daß unter den heutigen Verhältnissen ein befähigter unterer Beamter Postrat werden form. Abg. Koch (Ztr.) erklärt, die Aufstiegmöglichkeiten der Beamten der unteren Besoldungsgruppen sollten verbessert werden. Die unteren Beamten hätten sich bei der Verrichtung der früher von mittleren Beamten wahrgenommenen Dienste im allgemeinen bewährt. Minister S t i n g l bestätigt, daß zwar einige Versager vorgekommen seien, in ganzen habe aber die Verwaltung mit den unteren Beamten in solchen Fällen gute Erfahrungen gemacht. Der Rest des Postetats wird nach den Ausschußbeschlüssen erledigt. Der Etat der Reichs - druckerec wird ohne Debatte angenommen. Um y26 Uhr vertagt sich das Haus auf Donnerstag nachmittag 2 Uhr. Interpellation wegen des sächsischen Feierlagserlasses, Reine Vorlagen. Streiflichter auf die städtische Finanzpolitik. 1. Die Finanzlage unserer Stadt hat in den letzten Monaten eine tief einschneidende Veränderung erfahren. Die Ausgaben sind in ganz ra- pider Weise angewachsen, damit hat aber die Steigerung der Einnahmen in ihrem Tempo sowohl, wie in ihrem Ausmaß nicht im entferntesten Schritt gehalten. Wakrend der Hauptvoranschlag für 1922 23 mit 34 616 387,72 Mk. ausgeglichen werden konnte, weist ein Rachtragsvoranschlag ocn 1. Dezember v. Is. die Einnahmen mit 177 163 352,72 Mk., die Ausgaben aber mit 251 212 075,72 Mk., mithin also einen Fehlbetrag von 74 048 723 Mk. aus. Durch die Zeitverhält- nisse sind mittlerwelle auch diese Ziffern schcn wieder überholt, d. h. es ist alles noch viel ausgabenreicher geworden. Diese ungeheue-. liche Verschärfung der städtischen Finanzwirtschaft, übrigens eine Erscheinung, Unter dem Aeiheittbaum. Roman von Clara Biebi^. 70. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) Der arme Schlucker! Er hatte wohl viel erdulden müssen bei seinem Hauptmann. Selbst in dieser einfältigen Seele war Haß aufgekeimt. Iean-Claude gab es ruhig zu, darüber hatte er sich keinen Kummer gemacht, daß die Räuber den d'Aubry so auszahlten. Daß der das Leben sogar hatte lassen müssen, das bedauerte er weiter auch nicht. Er hatte die Bande von der Ermordung sich heimlich erzählen hören, und er hatte wohl aufgemerkt. „Der Krinkhofer! Der mit dem schwarzen Bart! Der hat es getan," so sprachen sie. Er selber hatte den Krinkhofer nie mehr zu Gesichck bekommen; der kam wohl manchmal bei Nacht und verschwand heimlich; der Krinkhofer tcnnte sich unsichtbar machen; grab so wie der mit dem Pferdefuß, so sagte Backenbart-Toni. O dieser doppelzüngige Schurke, der sein wahres Gesicht hinter dem geheimnisvollen Schleier verbarg, den er sich, phantastisch ge.mg, überwarf. So schlau, so schlau, ein Märchenerzähler, ein Fabelerfinder u-ib doch Gott fei Dank, nicht schlau genug! Adami atmete auf. All diese Schlauheit war jetzt über den Haufen geworfen durch die leibhaftige Einfall. Iean-Claude, der einfältige Irnge, den noch dazu ein Fieber schüttelte, hatte gestammelt, fran- »ösifch und deutsch herausgeschluchzt: „Es ist wayr, ganz gewiß alles wahr, mein Herr, was ich Ihnen erzähle. Meine Mutter hat zu mir gesprochen heute nacht: „Schankelödchen, nicht lügen!" Und Mrnsieur Dückler hat den Wagen von eine Demo stelle auf die Landstrah angehalten, er wollte gewinnen ein Lösegeld, er hat sie gebracht herauf tn das Haus, wo war ich und Backenbart-Toni «nd Placken-Klas. Wir haben gebraten viel sehr gute Sachen. Ich mußte spreken mit ihr immer sixmzösisch. Und sie waren sehr lustik, und Madame hat getanzt auf der Tisch, und ich abe gemußt servieren. Zuletzt waren alle betrunken, auch der Monsieur, der kam, pour faire la visite. Da bin ich gelaufen. Oh, grand malheur! Mein Herr, aben Sie Mitleid mit mir!“ Er rang die Hande. „Mein Herr, geben Sie mir nicht an die Franzosen, da werd' ich erschossen als deser- teur. Ich bin kein d^serteur, pas du tout, ich will nur gehen zu meiner Mutter!“ Der Bursche hatte geweint und gezittert, er war kaum zu ber uhigen. Run, das würden die Rönnen schon fertig bekommen und ihn auch gesund Pflegen. Iean-Elaude konnte getrost sein, ihm würde kein Leid geschehen. Adami hatte die feste Absicht, seinetwegen bei Oberst Dupuis vorstellig zu werden, und auch die feste Ueberzeugung, daß sie ihn würden laufen lassen. Man kann einen Untergebenen nicht strafen, der nur seinem Vorgesetzten gehorcht hat. Und er hatte unbezahlbare Dienste geleistet, ihm gebührte Dank. Sie waren nun beide durch ihn entdeckt, Johannes Dückler und Hans Bast Rikolai, alle beide die Schrecken des Landes. „Ich war dabei und war doch nit dabei, der Herr weiß es jetzt," hatte der Krinkhofer gesprochen, als er im Amtszimmer zu Lutzerath stand, und, um einer vielleicht möglichen Anklage vorzubeugen, das Märchen von seinem Führer- dienst und ferner Flucht beim Ueberfall auf dem Reiler Hals dem Richter aufband. Daß er das hatte glauben können! Adami wunderte sich jetzt selber, er staunte über seine Leichtgläubigkeit. Es hatte ihn dazu noch förmlich gepackt, als der große Mann damals, schon im Fortgehen, sich noch einmal umwandte und mit feltfamem Raunen sprach: „Ich sehe drei.“ Das Rätsel von den dreien —, der eine reitet aus Trier, ist Kapllän unb nennt -sich Marquis — der zweite sitzt zu Kochern, kein Marquis und doch als Marquis — der dritte liegt tot am Reiler Hals, ist nicht Marquis und auch nicht Kapitän, — das war für Adami jetzt kein Rätsel mehr. Ein Betrüger, der Kapitän d'Aubry war aus Trier geritten unterm Ramen des Marquis de la Serviere — ein zweiter Betrüger, im geraubten Kostüm des die man auch in allen anderen Städten feststellen kann, zwingt au sehr ernsten Ueberlegungen. Wir hatten von Der Stadtvervrdnelen-Versammlung erwartet, daß sie sich in ihrer jüngsten Sitzung, als ihr der Rachtragsvoranschlag zur Genehmt- gung vorlag, einmal eingehend mit Der städtischen Finanzlage beschäftigen würde. Das Haus erfüllte diese Erwartung nicht, es ließ diesen wichtigen Puntt der Tagesordnung ohne jedes Wort der Erörterung dahingehen. Hätte man dieser überragenden Angelegenheit eine gründliche Aus- spiache gewidmet, anstatt seine Beredsamkeit an manche weniger wichtige Dinge zu verschwenden, fc würden wir in unserer kritischen De.rachtung der vorigen Stadtverordnetensitzung nicht Front gemacht haben gegen die Vielrederei; wir hätten das Parlament vielmehr beglückwünscht zu dieser Erörterung, die sicherlich manchen guten Gedanken zutage gefördert hätte. Gin Blick in die Rach- tragsrcchnung zeigt, daß man allen Grund hat, verschiedenen Titeln die größte Aufmerksamkeit zuzu wenden. Im Vordergründe steht natürlich das größte finanzielle Schmerzenskind unserer Stadt, die Straßenbahn. Am 1. Dezember v. Zs. berechnete man Deien Defizit auf rund 19 400 000 Mark. Bis zum Schlüsse des Rechnungsjahres am 31. März wird sich der städtische Zuschuß, vorsichtig veranschlagt, wohl auf mindestens 22 Millionen Mark steigern. An eine fühlbare Besserung in dieser Detriebsrechnung kann in absehbarer Zeit nicht gedacht werden. Dem aufmerksamen Beobachter des Straßenbahnr erkehrs entgeht die Tatsache nicht, daß die meisten Wagen ganz ungenügend beseht sind, viele sogar leer laufen, die Frequenz also durchaus ungenügend ist. Dabei beziffert sich der Fahrpreis heute erst noch auf 70 Mark für die einfache Strecke, die wohl in der Hauptsache in Anspruch genommen wird. Der Fahrpreis ist im Verhältnis zu anderen Städten niedrig. In Anbettacht der geringen Ausdehnung unserer Smdt mahle man sich aber zu diesem Preis entschließen, um überhaupt noch eine Frequenz zu erhalten. Jedoch auch dieser Betrag ist den meisten Bürgern schon zu hoch, bzw. unerschwinglich, sie ziehen es daher vor, ihren Weg ju Fuß zu machen. Die andern, die noch fckhren, werden nicht nur sehr bequem und billig befördert, sie dürfen sogar, wenn man es mal kraß ausdrücken will, noch die Genugtuung empfinden, durch ihre Fahrten dem Stadtsöckel einen hübschen Aderlaß zu bereiten, denn für jeden Fahrgast unserer Elektrischen muß die Allgemeinheit noch schön zuzahlen. Eine weitere Heraufsetzung des Fahrpreises. Die etwa auf Grund der wesentlich erhöhten Stromkosten notwendig werden sollte, wird die Inanspruchnahme dieses Verkehrsmittels sicherlich noch mehr verringern. Ob unter diesen Umständen auch nur ehre Stabilisierung de? städ- tischm Zuschusses auf 22 Millionen Mark für das Icchr erreichbar fein wird, erscheint sehr zweifelhaft. Viel wahrscheinlicher ist, daß dis Unterbllanz dieses Betriebes im Laufe der Zeit noch größer werden wird. Die Straßenbahn ist gewiß eine große AnneHmlichkeit — in wirtschaftlich guten Zeiten, jetzt aber ist sie mit ihrem hohen und aller Wahrscheinlichkeit nach noch weiter wachsenden Defizit ein schweres Bleigewicht unserer städtischen Finanzwirtschaft. Daran dentt mancher Bürger nur nicht, 'wenn er tn Dem schönen Straßenbahnwagen durch die Straßen flitzt, und vielleicht denkt er daran auch dann noch nicht, wenn ihm in Gestalt von kommunalen Abgaben-Erhöhungen ein Teil des Straßenbahndefizits mit aufgeladen wird. Daß diese Entwicklung der Straßenbahn- Detriebsrechnung den verantwortlichen Stellen unferer Stadt die Pflicht auferlegt, nach irgend einer Richtung hin außer der kürzlichen Entschließung noch weitere Maßnahmen zur Erleichterung der städtischen Finanzen ins Auge zu fassen, liegt aus der Hand. Natürlich kann diese schwierige Wirtschastssrage nicht von heute auf morgen entschieden trerben, weil dabei auch sehr weittragende Entschlüsse hinsichtlich des Personals zu treten sind. Aber zu etwas mehr Beschleunigung des Handelns als beim vorigen Mal, möchten toir diesmal doch raten. Ständig anwachsen de Zuschüsse har die Stadt auch zum Betriebe unseres Stadttheaters zu leisten. Daß die tatkräftige Unterstützung dieses Instttuts durchaus zu billigen ist, versteht sich natürlich von selbst. Gerade in der heutigen Zeit des weitverbreiteten Materialismus ist es für uns doppelt notwendig, Die Stätte zu schirmen und zu fördern, die unserer Bürgerschaft so manche Stunde der gdftigen Erhebung und Erholung bereitet, die gewissermaßen eine Oase ist In der freudlosen wirtschaftlichen Wüste des Alltags, von der o>ir ja auch in Gießen fo mancherlei au spüren haben. Aber auch das Publikum hat alle 'Veranlassung, sich nach besten Kräften um die Erhaltung seines Theaters zu bemühen. So rege es auch im allgemeinen die Vorstellungen besucht und damit seinen Tell beiträgt zur Verstärkung des wirtschaftlichen Fundaments unserer Bühne, so tst doch die Tatsache nicht zu bestreiten, daß bisher gar manche Vorstellung noch bester hätte besucht sein können. Das trifft sowohl auf manche Abend-, als a id> auf gewisse Nachmittagsvorstellungen zu Es soll nicht oerfannt werden, daß die Verschärfung des Existenzkampfes manchen Theaterfreund wider seinen Willen gezwungen hat, die Theaterbesuche einzuschränken oder gar aufzugeben. Aber andererseits kann man doch feststellen, daß von manchen Mitbürgern, namentlich von jungen Leuten, das Geld oft für Zwecke ausgegeben wird, die ihnen weit weniger förderlich sind als ein Theaterbesuch. Diesen Devölkerungskreisen möchten wtt dringend raten, ihre Aufmerksamkeit in Zu tunst mehr dem Theater zu widmen. Auch der Stadtverwaltung möchten wir in diesem Zusammenhänge eine Anregung geben, die bei erfolgreicher Durchführung vielleicht eine Besserung im Theaterbesuch herbeiführen könnte. Uns erscheint es ratsam, doch einmal bei der Eisenbahnverwaltung Schritte zu unternehmen, die auf eine Späterlegung des letzten Zuges nach Wetzlar abzielen. Manche Theaterfreunde unserer 2lachbarldadk, die gerne öfter mal das hiesige Theater besuchen möchten, werden davon nur abgehalten durch die Widerwärtigkeiten am Schlösse des Theaterbesuchs. Rahezu regelmäßig müssen die Wetzlarer Besucher jetzt die Aufführungen vor dem Abschluß verlassen, um nur ja noch rechtzeitig zum letzten Zuge zu kommen. Durch diesen Umstand werden sie um einen erheblichen Tell ihres Reisezweckes gebracht. Wenn der Zug nur um eine Mertel stunde cder zwanzig Minuten später gelegt würde, könnten diese Besucher jeder Auf- siihrung bis zum Ende beiwohnen und dann doch noch mit Sicherheit auf die Erreichung ihrer Fahrtmöglichkeit rechnen. Das ärgerliche Gefühl, für sein Geld eine gute Sache nur unvollkommen genossen zu haben, verschwäirde dann 6gl diesen Besuchern. Wenn der hier skizzierte Gedanke sich zur Tat ausreifen würde, könnte vielleicht für die nächste Spielzeit auch noch mancher Abonnent aus Wetzlar gewonnen und dadurch die wirtschaftliche Basis des Theaters verstärkt werden. Reben diesen lokalen Möglichkeiten zur Minderung des städtischen Dheaterdesizits Darf man aber nicht außer Acht lassen, daß hier auch der hessische Staat Verpflichtungen hat, denen er tn zeitgemäßer Weise gerecht werden muh. Unser Bühnenverband ist bekanntlich zugleich auch für Bad-Rcruh^im da. Daß dieses bedeutende staatlich- Bad ein künstlerisch vollwertiges Bühnenpersonal sein eigen nennen muß, ist unbedingt notwendig. Die DurchHaltung dieses Ensembles samt allem, was zu einem modernen Theater gehört, ist aber doch nur dann sichergestellt, wenn man es Gießen ermöglicht, dabei finanziell Den Atem zu behalten. Hierzu ist erforderlich daß ein recht erheblicher Leu des Gießener Theater- zuschusses auf die Staatsrechnung übernommen wird. Mit 200 000 Mark, Dte der Stadt für Die Zeit vom 1. Oktober 1921 bis 30. September 1922 zu rückvergütet wurden, ist angesichts der heutigen Geldentwertung natürlich nichts mehr getan. Hetzt muh man sich schon zu einem Vielfachen des vorjährigen Zuschusses verstehen. Uebrigens ist es ja auch fein unbilliges Verlangen, wenn man fordert, daß für die Pflege der Bühnenkunst in Der oberhessischen Prvvinzialhauptstadt, in Der durch die Universität, zahlreiche Schulen, Die Volkshochschule usw. verDrperten Blldungs- hochburg unserer Provinz, eine der hohen Bedeutung der Sache angemessene Staatsunterstützung gewährt wird. Die StaDtgemeiiide Der durch Die Steuergesetzgebung Der Rachkriegszeit Das finanzielle Rückgrat, Die Direkte kommunale Besteuerung, genommen wurde, kann man zweifellos nur mit dem minderen Teil dieses Zuschusses belasten. Wenn unsere Stadtverwaltung im Sinne der hier dargelegten Auffassung bei Den staatlichen Stellen wirkt, darf sie sich der vollsten Zusttmmung Der Bürgerschaft versichert halten. ersten Bettügers, Der Räuber Dückler, sah za Kochern und spielte den Marqais — der dritte, ein Galeerensträfling, der nicht Kapitän und nicht Marquis war, lag tot am Reiler Hals. Und jetzt sah Adami iwch einen vierten, und es zog wie Grauen dabei über sein Gesicht: dieser vierte spielte den ehrsamen Mann und war ein Mörder. Ein Mörder dieser Mann im sauberen Dauemkittel, Haar unD Bart glänzend gekämmt, so reinlich wie selten einer! Ein doppelter Mörder dieser Mairn mit der hohen Gestalt, der stolzen Haltung und dem Anstand, am den ihn manch Vornehmer beneiden formte I Ein dreifacher Mörder vielleicht dieser Mann mit Dem schönen Gesicht und den Dunflen Qiagen, der eine Tochter hatte, die so ehrlich war, daß sie, so gern sie es verbergen wollte, ihre Verzweiflung über den Vater und das Fliehenwollen vor ihm so deutlich offenbarte. Einn Mörder dieser Hans Bast?! Der Gedanke packte Adami in fest schmerzhaftem Brüten zog er die Stirn zusammen. Trotz des leisen Mißtrauens, das er gleich zu Anfang gehabt, das Dann geschwmchen war, um stärker wieder aufzuerstehen. Das sich Dann za einem ganz bestimmten Argwohn verdichtet hatte, fühlle er sich erschüttert. Mord an d'Aubry, Mord am Häirdler Mungel, Mord an dem Ueßmüller — alle diese drei Morde und, wer weih, welch andere noch fielen dem Krinkhofer zur Last. Und man hatte nur den Johannes Dückler gesucht! Der Friedensrichter hatte, nadjbem er den Gefangenen Iean-Claude zu Ende vernommen, einen Augenblick geschwankt: sollte er nicht lieber zuerst verftichen, sich des Krinkhofers zu bemächtigen? Aber Der saß ja, sich sicher glaubend, wie Der Fuchs in feinem Bau; der blieb ihm gewiß Der wie ein Hirsch wechselnde, immer und immer seinen Stand verändernde Dückler.war vorerst der Wichtigere. Adami gab seinem Pferd die Sporen, die Landjäger taten es ihm nach; es ging dahin wie Die wilde Jagd, aber lautlos. Sie suchten weichen Ackerb cden oder den Wiesengrund, der eben anfing, seine gelbe Wintersarbe zu verlieren und sich in Frühlingsahnen grüner zu zeigen. Sie wollten selbst ein Klappern Der Hufe vermeiden, ilnb doch hatten sie es noch weit. Wo Die Dläsius eigentlich wohnte, das wußten sie nicht genau, sie kannten weder das Dorf mit Ramen, noch das Bauernweib, in dessen Hütte die untergebracht war. Rur „am Kvndel“ hatte Iean-Claude mit Bestimmtheit angeben können. Allzuviel Ortschaften kamen da nicht in Dettacht; je weiter von der Mosel ab, desto dünner gesät die Dörfer, älnd hier und da verstreut ein paar einsame Häuschen; das war alles. Run hatten sie Dengel passiert. Einige Reu- gierige traten vor die Tür und gafften den drei Reitern nach Ein paar zerlumpte Kinder liefen hinter den Pferden Drein und sammelten die Roßäpfel auf, die sie fallen ließen; die brachten sie der Mutter zum Verbrennen im Herd. Adami fand, daß sie schon zu viel Auflehen erregten; es war kluger, sich zu verteilen. Wer stand ihm denn dafür, daß dem Dückler nicht soft rt gemeldet wurde: drei Reiter nahen. Er hieß die Landjäger langsamer folgen und stob allein vorneweg. Der Hund setzte in großen Sprüngen neben ihm her. In einer anderen Mission zu reiten, wäre heut ein Vergnügen gewesen. Was fein Lutzerath oben noch gar nicht zu hoffen wagte, das ging hier unten schon mit sichtbarem Schritt. ileberaH an den Weißdornhecken die ersten grünenden Spitzchen, am wilden Stachelbeerbusch auch schon die Triebe, and da an der Schlehe, die sich tief über den Rain neigte, die früh sich öffnenden weißen Knöspchen. Roch keine Blüte, die gleich einer weißen Wolke an jedem Straßen hang ruht, aber nur eine kleine Welle noch und auch sie war da. Im tiefen Grund hinter Dengel spazierte hochbeinig und langsam der erste Sttrch durch die Wiese, ab und zu bückte er sich und tauchte den langen Schnabel tief ein. Als der Retter vorbeigaloppierte, erhob er ein warnendes Geklapper. (Fortsetzung folgt) Sermifd^teSe Schweres ‘Boottnnglitf