Freitag, 18. Mai 1923 Erster Blatt 113. Jahrgang SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vnlck und Verlag: vrühl'sche Unlverfitälr-Vuch- und Zteindrnckerei R. Lange in Gießen. Zchristleitung und Geschäftsstelle: §chtt!straße 7. Fran richten: Anzeiger Liehen, poftscheätonto: iflurt a. M. 11686. «r. H5 Erscheint täglich, anher Sonn, und Feiertags, mit derSamstaysbeilaye: CiehenerFamilienblätter MonatlicheBeznorvreise: 3400Mark und200Mark Trägerlohn,durch diePost 3600Mark,auchbeiNtcht- erscheinen einzelner Tlum« ment infolge höherer Gewalt. - Fernsprech- Anschlüsse: für dieSchrift- leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Srcls für 1 mm höhe für nzeigeno. 27 mm Breite örtL 100 Mk., auswärts 125MK.,fürReklame. Anzeigen von 70 mm Breite 500 MK.Bei Platz, oorschrlft 20 Aufschlag. Hauptschristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumschetn; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Giehen. Poincar^s Erklärungen vor den Kammerausschüssen. Paris. 17. Mai. (WTB.) 3n den vereinigten Kammerausschüssen für Finan- zen und auswärtige Angelegenheiten gab heute nachmittag Ministerpräsident Poincare Cr- llärungen zu der Kreditvorlage für die De- setzung des Ruhrgebiets ab. über die Havas auf Grund der ersten Angaben der aus der Sitzung kommenden Abgeordneten wie folgt be- richtet: Poincarö habe her vorgehoben, daß von jetzt ab die Besehungskosten durch die aus den besetzten Gebieten erzielten Ein- nahmen gedeckt würden. Die täglich nach Frankreich und Belgien gesandten Koks- und Kohlenmengen feien seit dem Beginn der Besetzung in ständigein Steigen begriffett und erreichten z. -3. die Tonnenzahl, die Deutschland vor derBesehung abgeliefert habe. Die Eisenbahnregie käme auf ihre Kosten, und ihre Einnahmen seien namentlich seit einigen Wochen im Steigen begriffen. Der Forstbetrieb erziele ebenfalls nennenstverte Einnahmen. Der Eisenbahn» und Wassertransport sei jetzt ausreichend organisiert, um die Bewältigung der Koks- und Kohlcnfrachten zu gewährleisten. Die noch verfügbaren Drennstofflager seien so groft, daß es noch mehrerer Monate bedürfe, um sie zu erschöpfen, wenn man in dem derzeitigen Umfange weiter abfahre Die Arbeit in den Bergwerken werde aber fortgesetzt und sichere die täglichen Koks- und Kohlenverladungen Alles in allem, habe Poincare geschlossen, sei die Besetzung des Ruhrgebiets zur Zeit in die Periode der Stabilisierung getreten. Die Ausgaben " würden reichlich ausgewogen durch die erzielten Leistungen, selbst wenn man auch den der Repa- rationskommission zufallenden Anteil berücksichtige. Za, es sei bereits vorgesehen, daß die Besetzung mehr einbringen werde, als man von Anfang an erhoffte. Die Organisation vervollkommne sich von Tag zu Tag. Frankreich könne also im Ruhrgebiet bleiben, solange es ihm beliebe. Weit entfernt, geschädigt zu werden, könne es künftig durch sie nur gewinnen, und die Regierung sei f e st entschlossen, das Pfand, das sie beschlagnahmt habe, nicht aus der Hand zu geben, solange Deutschland seine Verpflichtungen nicht erfüllt habe. Die Mitglieder beider Kommissionen haben sich nach dem Bericht von den Angaben des Ministerpräsidenten für befriedigt erklärt. Cs fei zu feinem Zwifchenfall gekommen, abgesehen von einigen Unterbrechungen von selten des kommu- nil'ischm Abg. Bert hon, der namentlich habe wissen wollen, warum der Ministerpräsident den Kommunisten nicht gestatte, ins Ruhrgebiet zu reifen Poincare habe darauf geantwortet, das fei eine Frage, die vor der Kammer und nicht in der Kommission gestellt werden müsse. Loucheurs neueste Rede. Paris, 17. Mar. (Wolff.) 3n seiner gestrigen Rede im Republikanischen Komitee für derno- statische und soziale Aktion in Vincennes teilte dec ehemalige Minister Loucheur mit, daft er gestern eine Einladung erhalten habe, in den D e r° einigten Staaten eine Bortrags reise über die Reparatrons- und die inter-nationale Schuldenfrage zu halten. Rach dem Havasbericht lautete die auf die Reparationen und internationalen Schulden bezügliche Stelle der Rede folgender masten: Cs müsse versucht werden, die Frage der rnter- nationalen Schulden und dre der Revarationen gleichzeitig zu lösen. Das Problem sei dasselbe. Der englische Schahkanzler habe der amerikanischen Regierung bewiesen, dah das reiche England für seine Schulden bei den Bereinigten Staaten nicht mehr als 3 Prozent Zinsen zahlen Ennte. Französischerseits sei man bereit, den Mächten, die an Frankreichs Seite gekämpft hätten, ihre Schulden zu erlassen, unter der Bedingrrng, dast Frankreich die (einigen erlassen würden. E n g l a n d sei im Grunde zu diesem E r= ! astbereit. Er habe dies in seinen Unterredungen mit Donar Law und Baldwin feststellen können. Dagegen habe er in dieser Beziehung in Amerika eine g roste Enttäuschung erlebt. Loucheur erklärte weiter, durch die Kompensation der internationalen Sch rlcen werde dre Londoner Ziffer von 132 Milliarden Goldmark auf einen sehr vernünftigen Betrag herabgesetzt. Eine internationale Anleihe könnte Deutschland behilflich sein, Frankreich in ren ersten Zähren zu bezahlen. DieseSummr w rdr es Frankreich gestatten, die Wiederaufrichtung der verwüsteten Gebiete in vollem Umfange tpieder auf- zunehmen und durchzuführen. Eine Lüge sei es. Last das angeblich imperialistische Frankreich das Ruhrgebiet besetzt hal^e, um es nicht wieder herauszugeben. Frankreich verlange nur einen durchaus vernünftigen Betrag, der auch bezahlt werden könne. Cs bleibe dann noch die Frage der Garantien. England schliehe sich dieser Auffassung an. Es begreife, dast man keine An - leihe ohne Garantien geben und erhalten könne. Frankreich verlange, dast Deutschland als Garantie feine Eisenbahnen und Zolleinnahmen sowie 25 Prozent der industriellen Einnahmen biete Wenn man verhandeln will, so erfärte Loucheur, werden wir uns sehr rasch mit unseren Alliierten über diese Garantien verständigen. Unsere Pfänder können wir aber nicht anders als progressiv freigeben. Zur Sicherheitsfrage liest sich Loucheur folgendermahen aus: Es handelt sich nicht darum, das linke Rhernufer zu annektieren. Frankreich will keine protestierenden Ab- geordneten in seiner Kammer und keine 10 Millionen Deutsche in seinem Lande, aber es will nicht, dast das Rheinlandunterpreuhi- scher Herrschast bleibt, weil Preuhen den Militarismus, den Krieg in Permanenz, bedeutet. Die Rheinlande müsttcn mitDeutschland wirtschaftlich und politisch verbunden fein, aber als u n - abhängigeProvinzen (!) 3hre Bewohner feien Deutsche, mögen sie Deutsche bleiben. Aber es solle in diesen Provinzen eine Kontrolle Fran kreich dafür garantieren, dast sich dort keine militärischen Borbereitungen treifen lassen. Französischerseits verlange man. dast die Eisenbahnen unter internationale Kontrolle gestellt würden. Sie könnten so wieder frei Güter transportieren, aber die Eiseibahnen dürsten nie wieder zu einer militärischen Wafse gemacht werden. Weniger Zustimmung finde er in der internationalen öffentlichen Meinung, wenn er verlange. dast eine Anzahl von Armeekorps weiterhin am linken Rheinufer stehen blieben; indessen liege darin die wahre Sicherheit für Frankreich Wenn Frankreich die rheinischen Eisenbahnen und die Drücken in Händen habe, könnte es in aller Ruhe wieder an die Arbeit gehen Kommen wir zu dem Schlüsse, solange im Ruhrgebiet zu bleiben. solange wir die Sicherheitsgarantie nicht erreicht haben. Die Schuldenreftulicrunftsfrage. London. 17. Mai. (WTB.) Reuter meldet aus Washington: Großbritannien hat an die britische Botschaft in der Angelegenheit der Schuldenregulierung eine neue Mitteilung gerichtet. Botschafter Geddes ersuchte, eine Bersammlunq der Schuldenfundierungskommission vor Freitag anzuberaumen, damit er von der Mitteilung Kenntnis geben könne. Die Gewattstreiche der Franzosen. B v ch u m, 17. Mai. (WTB.) Die F r a n- zosen haben gestern auf der Landstrahe Weitmar—Linden fast alle Autos beschlagnahmt. deren sie habhaft werden konnten. Während früher durchweg Luxus- autvs festgehalten wurden, sind es jetzt die Wagen mit Lebensmitteltransporten. Der Bahnhof D o r d t e n ist von den Franzosen besetzt worden. Auf der Strecke Hamborn — Reumühl — Sterkrade haben die Franzosen durch Aufreihen von Schienen den Verkehr zu einer Reihe von Werken, darunter zur „Guten Hoffnungshütte" und zuv Zeche ..Kaiserstuhl" lahmgelegt. Dortmund, 17. Mai. (WTB.) Heute früh holten französische Gendarmen den Lan- desgerichisprasidenten Hahne aus seiner Privatwohnung und brachten ihn nach Castrop. Dortmund, 17. Mai. (Wolff.) Gestern mtrgen wurde Direktor Harr vorn „Phönix" in Hörde von den Franzosen aus seiner Wohnung geholt und im Aut) nach Witten abgesührt. << Essen, 17. Mai. (Wolff.) Wie der „Rhn- nisch-Westfälischen Zeitung" aus D u i s b j r g berichtet wird, wurden gestern bei der dortigen Zweigstelle des Barmer Bankvereins 15 0 Milli o n e n M a r k für nicht bezahlte Kontributionsgelder der Stadt Duisburg weggenommen. Berlin, 17. Mai. Wie der „Bossischen Zei- tung" aus Essen gemeldet wird, erschienen heute früh Franzosen mit fünf Lastautos vorder Wohnung des Generaldirektors Tengel- mann von den Essener Steinkohlenbergwerken und pfändeten seine Möbel iregen der noch nicht bezahlten Geldstrase, die ihm im Thyssen- Pro-.est auferlegt war. Die (Strafte, in der sich die Wohnung des Generaldirektors Tengelmann befindet, war abgesperrt. Eine Reihe von Möbelstücken wurde mitgenommen Es erschien ein französisches Kommando unter Führung von vier französischen Oft vieren, um wegen der in Mainz verhängten Geldstrafe zu pfänden. Die Of sichere fragten zuerst nach Silber. Als sie nichts fanden, liehen sie den* G e l d s ch r a n k offnen, worin aber nichts Wertvolles »orgefur.ben wurd-e. Mitgenommen wurden u. a. Ledermöbel, Oelgemälde und Teppiche. Düsseldorf, 17. Mai. (WTB.) Die Franzosen Haden Erwerbslosengelder in'Höhe von 11 Millionen Mark beschlagnahmt. 3m ganzen sind bisher hier 120 Millionen Erwerbslosengelder beschlagnahmt. In Vohwinkel wurde der Landrat Dr. von Nieder verhaftet. Kaiserslautern 17. Mai. (Wolfs.) 3n Kaiserslautern wurde i sämtiiche Wohnungen der ausgewiesenen Eisenbahn-, Zoll- und Postbeamten vor den Franzosen belegt. D.e Mö- b e I zur Ausstattung der Wohnungen wurden teils bei den Möbelhändlern, teils bei der Reichsvermögensverwaltung beschlagnahmt. Die französischen Eisenbahner. Gelsenkirchen, 17. Mai. (WTB.)Die Ablösung der französischen Eisenbahner, deren Dienstzeit Anfang Mai beendet war, ist nunmehr durchgeführt. Sie wurden durch Zivilbeamte aus dem Elsaß ersetzt. 712 nene Ausweisungen. Paris, 18. Mai. (WTB.) Havas meldet aus Koblenz: Die Interalliierte Rheinlandkommission hat 712 neue Ausweisungen angeordnet, die größtenteils Eisenbahn - und Zollbeamte treffen. Kindcrelend im Ruhrgebiet. Wien, 16. Mai. (WTB.) Heute sind die Begleitpersonen der Kinderzüge aus dem Ruhrgebiet nach Deutschland zurückgekehrt, nachdem sie noch Gelegenheit hatten, sich von der überaus herzlichen und liebevollen Aufnahme zu überzeugen, die die Ruhrkinder hier bei ihren Pflegeeltern gefunden haben. Sie konnten dabei auch zu ihrer groften Freude viele Reuanmeldungen für die Unterbringung weiterer er- holungsbe' ür t gr Kinder cntwgennchrnn Welch furchtbare Schäden die französische Besetzung unter der deutschen Zugend im besetzten Deutschland anrichtet, geht aus einer Mitteilung der „Reuen Freien Presse" hervor, in der es heiftt: 3m Wachstum -Zurückgebliebene, abgemagerte und verschüchterte Kinder von Bergleuten aus dem Ruhrgebiet sind kürzlich in Oesterreich eingetroffen. Cs.sind lauter Kinder im schulpflichtigen Alter, die infolge der fremden Zwangsherrschaft schwere Tage der Entbehrung und des Hungers hinter sich haben. Rach dem Gutachten der Aerzte ist ihr Zustand schlechter als seinerzeit das Befinden jener österreichischen Kinder, die durch Vermittlung ausländischer Hilfsorgansialionen in die Schwei; und in die nordischen Länder geschickt werden konnten. Vitt Kaplan verhaftet. Buer, 17. Mai. (WTB.) Der katholische Kaplan Elitrop ist von den Belgiern verhaftet worden, weil er den Wunsch der Belgier abgelehnt hatte, daß um 11 Uhr der Gottesdienst ausfallen und die Kirche für die belgischen Truppen freigehalten werden sollte. Die Engländer und die Russen. London. 17. Mai. (WTB.) Unterhaus 3m Verlause der Debatte drang die Opposition bei der Regierung darauf, daß sie die Versicherung abgebe, baft, es während der Parlamentsferien zu keinem Bruche mit Rußland kommen werde Baldwin lehnte es ab, eine derartige Zusicherung zu geben und erklärte, wann aus der Haltung der anderen Seite, womit gegenwärtig Besprechungen stattfänden, bervorgehe, baft eine Einigung nicht erzielt werden könne, bann sei es nicht angängig, baft die Regierung nur deshalb gebunden sei, weil das Parlament gerade nicht tage Er vertraue darauf, baft die gegenwärtigen Erörterungen einen günstigen Ausgang nehmen würden. Bei ben Worten „günstigen Ausgang" unterbrach Ramsay Mac Donald and rief: „Soll das bedeuten, baft. die britische Rote vcllständig angenommen wird, Wort für Wort, Kcrnma für Komma?" — Baldwin erwiderte: „Richt Wort für Wort, nicht Komma für Komma. Aber wir müssen dir Aeberzrugung haben, baft unseren Forderungen entsprochen wird." — Sodann vertagte sich das Haus über Pfingsten bis zum 26. Mai. Krassin bei Curzon. London, 17. Mai. (WTB.) Lord Curzon hat heute vormittag Krassin empfangen. Die Konferenz dauerte zwei Stunden. Mac R e i l l und die Beamten der russischen Abteilung im Foreign Office waren anwesend. Ein Ergebnis der Besprechungen wurde nicht bekanntgegeben, doch verlautet, baft der Termin des Ultima» tums etwas verlängert wurde. Krassin steht jetzt in Verbindung mit Moskau. London, 17. Mai. (WTB) Unterhaus. Der Unterstaatssekretär des Auswärtigen, M a c R e i l l, teilte im Unterlaufe mit, we m der Forderung in der britischen Rote on die Moskauer R^icmng richt stattgegeben werde, wobei jede Zetrausdehnung gemacht werden würde, di: Krassin benötigen konnte, um sich mit seiner Regierung in Verbindung zu sehen, so würde der britische Vertreter in Moskau abreifen. Schändlichkeiten in Polnisch- Obcrschlesien. Königshütte, 17. Mai. (Wolff.) Heute nacht wurden in Königshütte sämtliche deutschen Firmenschilderzerschlaaen. abgerissen oder Überschmiert. Alle Schaufenster der Geschäftsstelle des Organs der deutschen Minderheiten in Polnisch-Oberschsesien, des „Oberschlesischen Kuriers", wurden zertrümmert. Bereits vor dem Rationalseiertag der Polen am 3. Mai war allen deutschen Kaufleuten die Zerstörung ihrer Geschäfte angekündigt worden, falls sie die deutschen Zuschriften nicht entfernten. Fast alle Insch.ifttn wurden daraufhin geändert mit Ausnahme eines kleinen Restes und gegen diese hat sich nun die Zerstörungswut in der letzten Rächt gerichtet. Der griechisch-türkische Streitfall. Lausanne, 17. Mai. (WTB.) Rach zweitägiger Pause nahmen heute 3smet Pascha und Veniselos ihre Besprechungen wieder auf nachdem Ismet Pascha heute eine erste Antwort auf seine Anfrage in Angora erhalten hatte. Sir Horace R u m b v l d vermittelte diese Unterredung. Cs stellte sich sofort heraus, baft dir reuen Instruktionen der Anaoraregierung sich mit dem bisherigen Standpunkt Der Türken decken. Rach einer dreiviertelstündigen Unterredung war keine Annäherung erreicht worden. Beniselos beharrte darauf, daß grundsätzlich sowohl die Türkei als auch Griechenland zu Entschädigungen verpflichtet seien und ein Schiedsspruch dann die gegenseitigen Forderungen zu klären habe. Ismet Pascha dagegen erkannte leine griechischen Forderungen an die Türkei an und will einen Schiedsspruch nur für die Bemessung der griechischen Reparatirnsschuld zulassen. Die Unterhaltung endete damit, baft beide Parteien erklärten, blc Angelegenheit von neuem vor die Konferenz zu bringen. Da aber weder die einen noch die anderen entschlossen scheinen, sich einer Entscheidung der Konferenz zu beugen, bedeutet dieser Ent- sch'.uf; leinen Fortschritt. Die Lage kennzeichnet sich vielmehr folgendermaßen: Die direkten türkisch-griechischen Besprechungen sind gescheitert, und die Konferenz, die bisher die Frage nicht lösen konnte, hat von neuem das Wort. Aus griechischer Seite legt man angesichts dieses negativen Ergebnisses Wert darauf, alle Rachrichten, die heute hier eintrafen und auf bedrohliche Musterungen des griechischen Generalstabs und auf ein griechisches Ultimatum und die Wiederaufnahme des Krieges hindeuten, zu dementieren. Die Griechen behaupten, baft sie weiter bereit sind, ben Streitfall auf diplomatischem Wege zu regeln. 3n türkischen Kreisen macht man die Alliierten namentlich Frankreich für die Versteifung des griechischen Widerstandes verantwortlich. Die Untersuchung der Friedens- Möglichkeiten im Jahre 1917. Berlin. 17. Mai. (WTB.) Der zweite Tlnterausschuft des parlamentarischen ilnfer- suchungsausschusses des Reichstags, beauftragt mit der Untersuchung der Friedens- möglichkeitenimZahrel917. befaftte sich in einer weiteren Gruppe von Zeugenvernehmungen und nach Prüfung der einschlägigen Dokumente mit der sogenannten Driand-Lancken- schen Aktion, die auf Grund französisch- belgischer Anregungen im Frühjahr, Sommer und Herbst 1917 ein Zusammentreffen dieser beiden Persönlichkeiten im neutralen Auslande zwecks geheimer Erörterung der Friedensbedingungen zum Ziele hatte. Von der Lancken begab sich vevabredungsgLmäft in die Schweiz und empfing zunächst am 21. Septenrber die Mitteilung, daß Briand seine Reise aufschieben müsse. Darauf verlieft der deutsche Diplomat die Schweiz, hielt sich aber nach wie vor zur Verfügung. Die Angelegenheit verlief dann im Sande, da französischerseits feine neue Anregung erfolgte Daft der Plan nicht zur Ausführung kam, hing mit den Erwägungen der französischen inneren Politik und der allgemeinen Kriegslage zusammen. Es sind auch Anzeichen dafür vorhanden, daft die Aktion Kaiser Karl — Prinz Sixtus von Bourbon auf den französischen Entschluft von Cinfluft gewesen sind. Die 75-Iahrseier der Eröffnung des Frankfurter Parlaments. granffur t a. M., 17. Mai. (WTB.) Die zur Teilnahme an der 75-Zahrfeier der Eröffnung des Frankfurter Parlaments heute früh hier eingetroffene österreichische Pa rlamentsabordnung, unter der sich auch die beiden Präsidenten des Rationalrats, Ding Hof er und Seih befinden, wurde um 10 Ähr vormittags im Römer durch Oberbürgermeister Dr. Voigt begrüßt, der in seiner Ansprache auch an das Wort Tlhlands erinnerte, daft Oesterreich nicht allein eine Laterne für den Osten, sondern in weit höherem Mafte berufen sei, eine Pulsader im Herzen Deutschlands zu sein. Die Geschichte sei zwar einen anderen Weg gegangen, als man damals gehofft habe, aber die Sympathie zwischen den beiden Völkern sei die gleiche geblieben. 3m Ramen der österreichischen Wordnung erwiderte Präsident Seih, der seinem lebhaften Bedauern darüber Ausdruck gab, baft es 1848 nicht zu dem ersehnten Groftdeutschland gekommen sei. Gerade in der jetzigen Zeit, in der Deutschland unter einem so starken Drucke stehe, nehme Oesterreich den lebhaftesten Anteil an feinem Geschick. Das Glück ber beiden Länder bedinge es, baft die Zukunft sie eng aneinander schließe. Die Gäste unternahmen dann unter sachkundiger Führung eine Besichtigung der Sehenswürdigkeiten der Stadt, vor allem des Städel. Aus dem Reiche. Die neue Teuerung. Berlin, 18. Mai. Im Reichsarbeitsministerium fanden Verhandlungen zwischen den Banken und Bankangestellten über G e- haltSerhöhungen statt. Man einigte sich dahin, daß die Bezüge der Bankangestellten um 30 Prozent gegenüber den vorläufig für Mai gezahlten Gehältern erhöht werden. Die Haushaltszulage wurde auf 16 000 Mk., die Kinderzulage auf 20 000 Mk. erhöht. Durch Schieosspruch wurden die löhne der Berliner Metallarbeiter durchschnittlich um 32 Prozent erhöht. Rcichsratsbeschlüsse. Berlin, 17. Mal. (WTB.) Der Reichsrat hat sich mit einer Reihe von Reichstagsbeschlüssen aus letzter Zeit, die eine ganze Anzahl von Gesetzen be- tteffen, einverstanden erklärt. Er nahm u. a. Kenntnis von dem Gesetz über den Versammlungsschutz. Ein Antrag Sachsens, Einspruch gegen die Reichstagsbeschlüsse zu erheben, da das bestehende Strafgesetz für den Dersammlungsschutz ausreiche, fand keine An- terstützuna. Hu* Heften. OMnrtea^cft wxb Arpablik. tW TUgirtuna hat nach der .®annfl 3tg* am 12 Hai b* .34 dm aecocbneng. das Berhalmis der 'Beae** ute tu Helle «uxi rtuu^iLantld^n Staat Ntreffenb, eria'tou bte tote Mjt Lautet la» rragea von Abzeichen jeder Art mit Qkilnabme der Aerchs- und Qen1*«*» färben und der twn Aeich »der einem Land verliehenen ÄrteaSauZunger. ist den Beamten ule. im Tienft unterlagt Hessischer Landtag. Ot Tarmftabt. 17 Mal. Präsident Ql bt tu n g eröffnet bU 6i|na unt 9 llbt IO Minuten 3« Fortsetzung der Schaldebatte Übri Ab« Diehl- Hvchwellei - befHen vermehren, bürten ihr nicht die I» not- Wendigen Aidei's fräst? m^jefl werden Gr bittet um Annahme de» Qhttrage» seiner Partei Qlbg Ä*au Birnbaum ID mit einig. Mudübnmgen nur Mddchimfchukbil. machen G» (legt ehr 2 einer Arier en t innen stelle im 6*utminrfi*T1um rar dem bk Regierung nach ihrer Antwort sympathisch gegenüde'ftehk die aber noch immer nicht verwirklicht wird TU Aednerin fo >trt Tin- richtung Hm» Seminar» ftr gewerblich. Vehr - rinnen dem auch em Turnlehrerinnenleminar an- gegliedert werden mü”e Aui Metern Gebiete, das für Me wrperliche 3rtüd,tl tu-iu fo unendlich wichtig lei. gelchthe in Hellen Im Team tat) m Prrn- ften und Bayern »u wenig TMt fordern weiter S4asb,n,, rvn Qbimllungs'ndgllchkdten für junge n Bon Qt- i utifl irriv - t der Cttii Itung ul», find n.' Wie t-or 1 beten 3inl|uf) in Schul kragen wir nicht miis-Tn Wellen. -ufommeivuatbeLcn Otter tnu s^id auch der Anficht, bah «u geeignet find 3ut Frage bet ®runbl4 Jk bin ich rach der Ansicht, da' man etina nach bem 3 (Vibr eine Cbabelung clnlrtlen (allen flina bah Ainbei. die sich nach 3 fahren für bic höhere Schul entscheiden, fo gefördert werden, daft da» -r ■ ■ .1 lich den gestrigen ftorbtiunaen des Adg Äaul. den Ausbau der bftbecei Midchenschulen au Bvll- anstalten Ta u gehört die vermehrte An teilung akademisch gebildete! Qebreiinnen 3u den Privat- schuirn bU des staatlichen Zuschuss«» bebüilei. rechnen wir auch Me SUlatetbenkbule Tarmilibt G» iit nicht i tlldnblkl, warum m 14dm ■' a-1 ;u: Im1 um sie in geänte ig.*n tPvrbcn, 1U toben enlschetdende Stimm« in d.-n Fragen bet schule, denen I* ihre Kinder cmivrtiau -n 2n der Volfsdochfch lk >s| der ligentlich« 3we t M.- H.-i- Tte »kntral'icUe 16r Bolksbilbung scheint mir Me ©teile au Mu wo sich alk Ätvile 'ulamauuHnM-n Aum Okficr. des 2cmle* T>.r crtein n gern an. Wo* bet geMfict wurde, and toi kn bah auch in 3uhin te ndlee. txxire heller nicht gehdU worden 3# Ft sch^n dm fremde Macht auf diesen Antrag auhetT^am ge. we'den und wird kiw: Tar hführunu im Ge »et verhindern Dir Nt en den QUitreg der Aeatsrana als Material zu üherwikn Den 3». fch»t^ für Ae tbtte l n tot >k Aeaie.ung noch <^. mal für ein 3abr. nicht für Me Dauer • Ato nü'fc in Mek* Fragen der G«Hai-nag der ^onfef (Ions schulen tos Ae ch .»schorgektz abwar le» Ta» Forrbildung»fchuig all« ilmfltoton darch»übren den Xr.e, es OtoiKCxtorbe» Mtien wir abzu ehnea. Reiche Tuj>u auZgemerzt wurden, barurnt Lug*, noch kein Venchc vor 3s iA aber ' ch«. totz bu Ausschüsse <«Lb entfernt werben Mit t<: JUtruang tft nich:» getan, e» mah etiw e»Utfl< 2«ag«uhanträgcn. Soenlo werden sämtliche 6iet*u vorliegenden Anträge naä) ton Ausfchuhanträgen edebigt Ter Antrag der Ba uernbündler, die löndl. Fvrt- bi1104 immer scha- eilger wird Abrr wir h >ton Mc Hv'snung. tob trotz allem Me g iftig: LZstunasflhialrit unterer ilniKdlidt nichi torunter lei tot. Was ich »nöchte. isi. toh auch der 7>,fache Satz unmöglich «me ft rre ®ren>e Hilden darf ’ür ton Llt--ratur- a-schaf u-gsprei» Tk A»si« uAg»rrr.-ält^ii'e ter aub«retat»mablgcn To*enten als t» dürfen 11 Ingenb tor Bcibcfterung Ss muh «ernte br.nglkb M tguttüdeei wartou .Ms Me wirtfchaftltche Fürsorge f ü r dIeStaden t en schäft Schr -. tetzt gebt e n gart.^r Teil tor Stu tonte sch .ft in toi Serien In die Bergwerke, um ftch Me S uMaigett.r ti schwerer Arbeit zu oert-kiK-.i. Ta» l't aberkenn mswert. soll aber nicht einmal tolontot» den» , »od n ir-r- ton »ran ater auch d e karnen D l*na44»l*ri«n «um Berdienen Kratzt werten müK-n l.-itet Darunter tos Stu) um. Wir achfen poi ton Stadensen rot langen toh Ne auch ouhectalb des Kol- leg» privatim arbeiten. 1 t komnr i N« nicht mit. Ti« Stutontzrnschäft in Girtz.7N Idft.t auterorteni- Sf Ito totod aber ddog .md ter llnterflütur-a 3m Berl> u' der TeMsr? tue filier» Mc- K-tauMung anlgeraucht toh Mc Fir- f©W hon tor Ssutoaiealchi'k «ä echt getonft «web G» würde ihnen «in Gcift as»nm^t tor g«geii bc Republik gedcht.t IH Ta» muh -i-mal AurüdwKQi ttvrto* T»; 2. uten.cn Hab über Me3mMs mit warm für Me Fo.torung te» Jnhitul» für Karperksltur eia 3n Stehen mache 'ich tos Ausländertum anangemchm banc.ftei, bden>r« tos 7>i t-«Ter» w neu tarn te Ift fein g Zünde» Bertel wi». wenn z. B an einem Jnftitu: unter 51 Swoeaten 3c . an einem anderen unter 13 Studenten S Ausländer gant besond rer An vorhanden Unb Abg Hoflmann-Aley iZtt.) Wir o»t> den in ter Folterung ter XfteUuag falbe- klscher Dozenten In Sieben nicht nach- laller Für gewisse StuMcn folik* Me Unioeriität 'ich mit e^nrr Frrmdfprache tegnüg.m Str Kennt- n|» ter drutfch.n Sprache sollte erweiter: werte». 7 ton Fulto, ab 4 38 Uhr. 916 Uhr. an UltVtfMn 10 30 Uhr vorrn ab Mücke Anlch'uft von CM f en, ab 723 Ubr tew vv"i Fulto. ab 5.01 Uhi» 8 34 Uhr, an iLr te»etn 9 50 Ubr abends ab UhuteHte 5^ Ubr an Mücke 6 43 Uhr form (Aafchlu^- »u ton -Rüge* nach -Gieft^a. an 7 58 Uhr te® nach Uba. an 11.14 Uhr toruL). ab Ufmchft.in 6 Uhr an Mü.ke 7 Uhr abend» «Antt. uch zu ten Zügen nach Ziehen an 812 Uhr. Mw nach Fulda, an 10 54 Uhr abends». Ulrichfteln-Schotten iw werk- eäalich ob Ulrichs^ 11 Uhe an Schotten 1150 Uhr rem toh Antchnach Aid ha an 139 Uhr); ab Schotten toll 2MMbtuh von Aidtza ab 4 30 Uhr) 520 Uhr. an Ul rieftet n 620 Udr abend» Ulrtchftein Ai, selb (Bahnhof»: wr werktäglich ab UlrBchftein 11 Uhr. an Airleid Bahnte» 11 58 Uh vorm r Banknoten aj 500 Mark Nnd mit einem schönen ^nglingskvM Cfchmücht. deften Meifter nicht bekannt ift. Das । Baller Mufeom belinMiche Driginalgemälbe hamml au» dem Obre 1511 unb Hellt ten fünfer ?afob Meyer zu Pferd in seinem 20 Cetew»- tabre ter Bon den zwei Ansaaten ter 5000- M a r k^chrine ift Me edle au» tem Beriehr schon faft verschwunden, sie »eigt ein Bildni». betten Original sich hn Stötoflchen 3nWltul zu Frankfurt a M befindet und Me F.-rlchung lebhaft beschäftigt Hal ®tn ht bet oberen linken Ode angeteachws Wappen kennzeichnet ten Dargeftell- ten al» einen Angcyyligen ber au»geftert>e*cn bayerischen Samllte Urmlller Tal Bemalte, tos KHelle» eines ter aulbruckvollftm deutschen bnifle ift. wurde früher für ein Werk Holbein» gehalten, doch flammt e» wohl nicht von diesem Meifter Die zweite Ausaate ter 50CO-7Iiarf- Sch-in« Ift mit einem der berühmtesten Mbnlfk Dürer» gelchmuch mit bem Porträt des Aürn- Xatüberm Hans 3mb»ff da» ter Meifter 1526 malte unb das sich im Prndo-Mufeum zu Madrid befindet. Oln Porträt Durers ziert auch Me Banknote zu 10 000 Mark Stammt der 3mbcff au» feiner reiften Zeil. Io ift Mele» Bild früher, um 1500. aemall und stellt wahrscheinlich ton jünarren Bruder te» Maler» bar Da» auf ton Geldscheinen stark verarfibert wietergegedene Kvpsbild ift vielfach al» .Darstellung eines Boi- schewiften" bezeichnet worden, und man hat auch entdeckt, daft man eine Art 'Terierbilb vor lich tote Wenn man nämlich ton Schein so herum- dreht, toh sich bas Bild link« oben befindet bann zeigt Me gesamte Halspartie ein deutliche» spitzes Gefichl mit lehr langer Aale; Me linke Aockfeitzr bildet eine tr^-ich-runde Mütze. Me rächte einen Hal»fchal. Me Wette stellt Me Haare ober rin Kopftuch bar Für Me Bote aj 5 0 000 Mark hat man eine ter fchönften Schöpfungen te» vortrefflichen Kölner Porträtmaler» Barthel Bruhn gewählt, to» PoNrät des Sürgermrifler» Arnold von Browiller Die 100 000-Mnrk« Aote ift mit einem ter köstlichsten Deeke Han» Holbein» des jüngere* gefchmurkt. das zu den aröhten Kvftterkeiten ter Berliner Mu feen ar- bört 8» stellt ten deutschen Kaufmann Qte?rg Difte im Zähre 1532 dar. wie er an (einem Aechentlfch Im Kontor sitzt Gifte war Mitglied des deutschen Slafilbofe» in London. •• Beendete Lohnftrelilgkelk. dem Lvftnftrelt zwischen ten he^ifchen Bergarbeitern und ter staatlichen Grubenver- wolNtng ist es gestern zu einer Stnigung gekommen. Die Gefahr einer Stillegung te» Kraftwerks Ddlfershefm besteht n:cht. •* 1 i< Banken-Berelnlaung teilt Im Anzeigen teil untere» heutigen «arte» mit. test die BezIrkssparlasse Gieften morgen vormittag bis 12 Uhr geöffnet bleibt. £> Die Kriegerkameradschafl Has- f la hielt ihre Bertreterverfammlung In Offenbach ab Hauptpunkt der Berhandlangen bildet« Me Feftfepung ber Mitgliederbeiträge. Mit Xurf- ficht auf bie wenig günstige finanzielle Vage be» Bertondo» unb die dauernde Teltow toertaa» wurde bestimmt, auf te» Mitglied 200 Mari ?tibre»britrag zu erheben Tfc Hertenbsveriamaw lang 1924 findet in Berbtnte/»g mit bem 30- jdh'igm Jubiläum der Hafsta ht Butzbach ton Ort ter Gründung, statt ** Siner ber ältesten Mitbürger Unserer Stabt, ber Weiche"lrriier .'Vif»6 □Der Iber. Vandgraf-Pbillpps-Plag 10. begeht beute in voller Auftigkrit feinen 81 Geburt»tag. •• Fe st genommen wurden vier lange Barschen von hier, bk von einem hiesigen 3e* mentlager gröbere Mengen Zement entwendet und weiter deräuftert hatten. Der Zement konnte dem Eigentümer wieder fiugeftellt werten. •• Fahrraddiedstähle. Borgester» tourten hkr ein Fahrrad Marie ^Baumann Germania". Fadr.-Br. 757 100, ein Fahrrad Marke „Obel". H^lbrenner, FadrVAr. 586659 und ein markeniofes Fahrrad entwendet. — Gestern wurde ein Fahrrad Marke „Bodenia" gestohlen. Bor Ankauf wird gewarnt. Sach, dienliche Mitteilungen nimmt die Kriminal- polltzei entgegen. Vornottze». — Tagetraten ber für Freitag i?tchttv<.-lteus ho"'raste; .Do» Gehrinniig ter Santa Margherita" — Galast-Lichtspiett .Samlon and itelila" und .Da» Haus de» Gramer.»E. - 2ll'vna-i?ichllMefe .fcenpq Fer- tonte» Gnde' and .Gin Aitt »am Aancho" We He n>n ra u»f «0C für Sam• tag Wollig bei westlichen Winten, später auf. Heilemd. kühl. Aachfrr> tex 3, «M Sach Wr. k M M,rt Stm ■i b( M ttn» i, Slhi’ Wtz 1 drr Q rr ?.maS dielr ^dv, ,. A«> 7 sf»- Ole ohom' ^ihir «•w »lÄä" Ml *SlH,ne $8*5 StzL ItancC»1 M andbildT^" einem uhL?"1’ >ies einJS'W igste ÄdNle $Sp e,Ä » ä» LLkK leinen ein lchvn «7L SoddMing [^ ( ?bem linken Z ^el kn Dargesteil. %«©em^, lrf?°Wen deutschen J'lJrfMeiS 31 n«fe von diesem ? der 5000-Qliarf, uömleslen Bildnisse Jorttat des Qlüm. L der Mst« Pradv-Museum zu ; Durns iiert auch >arl. Stammt der ‘t. Io ist dieses Aid Mt toohrscheinlich akrs bar. Das auf oert wiedergegebene rKellung eines Bvl- , und man hat auch Derierbild vor sich m Schein so herum« links oben befindet, »Partie ein deutliches ger Olafe; die linke nde Aütze, die rechte 'teilt die Haare oder e Bote zu 50000 chönsten Schöpfungen 'rträtmalers Barthel des Bürgermeisters 100000-Warb ’dtften Werke Hans mücft, bai ju den rliner Museen ge- Kaufmann Georg wie er an feinem Gihe war Mitglied London. hnstreitigleit. >en den hessischen atlichen Drubenver- zinet Einigung ge- ier Stillegung des esteht nicht. ereinigung teilt euligen Äatles mit, [ffe Sieben mor» ■ geöffnet bleibt, neradschaft immlung m Offmbach erbeilrag«.» finanzielle Lage d» Geldentwertung Mitglied Ä ®art ften Mitbürger Geburtstag. "U-S ..-M» Dorgester" «.eitag. r fflLw^8 lfpielE ^'janHo ■ Ritt zum lMgc *$»*•* :;WS:‘ weitere «iW'VtfS«01 Cb & 1 Räume Mte 8I«W *V1ae Tüchtiges 03177 Indjfig., saiiberk» Gesucht erfahr. 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Der Besuch des Vortrags war sehr gut, auch aus Rachbargemeinden; ein Beweis, welches rege Interesse mar ihm in der Bevölkerung entgegenbrachte. Reicher Derfall wurde dem Redner am Schlüsse seiner Ausführungen, die durch Lrchtbilder unterstützt wurden, zu» teil. Rach Ab-ug der entstandenen Linkosten verblieben 35 500 Mk., die xu den bevc-rste lenden Aasarabungen in dem „Auwald" Verwendung ftn- Den sollen. bs. Ober-Widdersheim, 13. Mai. Heute sand hier das 1. W e r t u n g s s i n g e n des Sängerbundes „Umgegend von R i dda" statt. Lehrer Lenh- Geibnidda be- grühte die erschienenen acht Bundesvereine Fauerbach, Dauernheim, Wallernhaufen, Ranstalt, Bel» nruth, Ober-Wik dershrim, Geibnidda und Strin- heim. Musikdirektor Müller von Friedberg war als Sachverständiger erschienen. (Zeder Bundes- Verein fang einen aufgegebenen Ehor: Blümlein drauben zittern" und ein felbstge'wähltes Lied. Chorvorträge und Konzertstücke der Musik- Tabelle eines Vereins verschönten den gemütlichen Leib ______________ Büchertisch. — Der Ast rat strolch. Roman von Gast. Köchler (Verlag von Ernst Keils Rachf., Lew- zigs. — Ein fen'a tonaler Oiku tisten Roman, te e i „Held" mit dem bezeichnen den Ramen Florian Widmacher uns in seinen wechselnden unsteten Fahrten in eine Welt der Liederlichkeit und des Schwindels bluten läbt, immerhin ein Zeitbild wirllichkeitstreuer Grscheiiringen, die wir dec Rachkriegszeit verdanken. — Der Ma n n auf dem Kronleu chter, Kriminalroman von Paul Rosenhahn (Verlag Er-nst Keils Rachf., Leipzig). — Der Rame des Verfassers deutet schon hin auf jene Gattung von Büchern, die in erster Linie einem gefnannten älnterhaltungsbedürfnis dienen wollen Auch das im gleichen Verlage von demselben Derfasser er- fdüenene Buch CaScapol ist eine packende 2lbenteurergeschichte auf dem Grunde unseres Dalutaelends und goscllschasllichen Bch.ängnisscs. — Albrecht Dürer. Deutsche Landschaften. — Als ein erfreulicher Versuch, trotz alter Rot der Zeit Wohlseile farbige Kunsthcfte zu schaffen, must die neue Sammlung „Der Früchtekran-" des Wilhelm Andermann, Verlag, Königstein im Taunus bezeichnet werden: Sparsame, babei qualitativ hochstehende Ausstattung, sorgfältige ReproduktiOne-n, die auch ver- tiwhnten Ansprüchen gerecht werden, und Ponse, die für jedermann erschwinglich sind. Eröffnet wurde die Sammlung mit: Albrecht Dürer, Deut- totere I hMKiWSi iverd. fadinemnh j n. preiswert ge« | stimmt u. reunr. 1 ß. 6lfrtmÄrJ Glebkll.ploM.il ! Ankael nbr.itlnu. t u. Harmoniums, z gräukin Gesucht für Familie.mit zwei Kindern ein Fräulein aus guter Familie, das geneigt ist, nach kurzer Feit mit ins Ausland zu gehen. Vorstellung erbeten vormittags 9-12 bei Frau Visäe van Royen-ZImmer frankfurter -Strafte 5 II ««« Schlichtungsausschuft der Provinz Oberhesscn. Sitzung vom 15. Mai. 3n einer Streitigkeit des Verbandes der Bergarbeiter und der Vereinigung der Arbeitgeberverbände des Lahn- Dillgebietes und Oberhessens erging folgender Schiedsspruch. 1. Sie Lohnzahlung hat in der Weise stattzufinden, dab in möglichst gleichen Zwischenräumen spätestens btS fe am 15., 25. und 5. des Monats 85 Prvz. des verdienten Lohnes als Abschlag gezahlt werden, den Sozirl- lohnempfängern jedoch die Sozialzulagen in voller Höhe. 2. Bei Erhöhung des einkommensteuersreien Teils, wie sie mit Wirkung vom 1.6.23 zu erwarten ist, hat eine entsprechende höhere Abschlagszahlung als 85 Prozent deS verdienten Lohnes einzutreten. Die Streitteile erhielten Er» llärungsfrist. 3n dec Antragssache des Verbandes der Bergarbeiter gegen den Arbeitgeberverband sür Lahnaau und Ober- Hessen wegen Zahlung einer besonderen Zulage an die Arbeiter der Eisensteingruben des besetzten Gebietes erklärte sich der Schlichtungs- ausschuh für örtlich unzuständig. Der Braun kohlen grübe Gewerkschaft Friedrich in T r a i s - H o r l v f f aab er durch endgültige Entscheidung nach § 87 des Be- triebsrätegesetzes und dem Gesetz vom 29.4.23 bett. Anpassung deS § 87 des Betriebsrategesetzes an die Geldentwertung die Wiedereinstellung eines taufmännischen Angestellten auf, oder feine Entschädigung mit 2V< Millionen' Mark (entsprechend einer Deschäf ttgungsdauer von 5 Zähren und 2 Monaten. Auch dem Kündigungseinspruch eineS Arbeiters der Gummiwarenfabrik Poppe & C o. gab er statt. Der Arbeiter ist wieder einzustellen mit einem Abschlag vom Tariflohn von mindestens 10 Prozent. Das Rähere über den Abschlag und die Art der Verwendung des Arbeiters ist mit dem Betriebsrat zu vereinbaren. Die Loskauffumme gemäh § 87 des Betriebsräte- gesehes beträgt 320 000 Mk. sche Landschaften. — Schule und Leben. Schriften zu ben Dildungs- und Äulturfrugen der D^envxrrt. Her- ousaegeben vom e>/er?lralinftitut für Erziehung und ilnterrldft. Heft 8, Dr. P. Zühlke, Ob.'rschillrat im Pr-v.chnzialschulkollegium zu Eafsel: Politi- scheMathematik. Verlag von E. S. Mittler Sohn, Berlin SW. 68. Starkes Lällstrschivkill au verknusen (0340-) Altcn-Buseck, _ Stcinftrnhe 14» ‘ telflshsB- b. Sdik!zimmer- Einriciiiiiag preiswert nbzuaeb. ^DSteinttr, 78 v. Neue öoüitänbine ßaieeioriclilüiig Boiler ufro., zu ver- [Verschiedenes Zu kaufen oder zu pachten gef. kleine Brennerei- Einrichtung mit oder obne Kontingent. Schriftliche Angebote unt. 3413D an d. GiestAnAetg. [ Kaufgesuche | Ein- od. Zwei- Fiilieüteiis gegen Barauszahl. au kaufen gesucht. Lchrisil. Angeb. unt. 0:4344 n. b. (Micn.glna. Schöffengericht. Dietzen, 15. Mnd Ein Postschaffner- und ein Gifenbannarbci'er- Ehepaar aus Leihgestern haben sich wegen gegenseitiger wörtlicher und tätlicher Beleidigung ver- Uagt. Rach stattgehabter Deweisausnahmc verglichen sie sich bubin, datz der Postschaffner die auf feiner Seite erwachsenen und der Eis en ba .ynar b c i'cr alle übrigen Äoiten einfchlietzlich der Derichts- »:sten übernahm. Die Prlvalllage eines hiestgen Kaufmanns ■gegen einen Sammler und Schriftsteller aus Wcil- £urg endete ebenfalls mit einem Vergleich. Letzterer nahm sämtliche Beleidigungen zurück, da er durch die umfangreiche Beweisaufnahme die Ueberjeugung gewonnen hatte, datz er feine Vorwürfe nicht aus rechter Halden konnte, üherirahm sämtliche Kosten und zahlte zugunsten der Ruhr- hilse den Betraa von 25 020 Mk. Weaett Beleidigung eines hiesigen Lehrer» wurde ein mehrfach vorbestrafter Fuhrmann von hier zu einer HaftstrafevondreiWochen verurteilt. , , . Ein Dienstmädchen übernachtete bei einer Stellenvermittlerin und nahm am nächsten Morgen einen Kamm und einen Sofakiisenbezug mit. Trotz ihres Leugnens erachtete das Gericht die Angeklagte des Diebstahls für überführt und verurteilte sie mit Rücksicht auf ihre Vorstrafen zu drei Wochen Gefängnis. Ein Maurer von Allendorf a. d. Lda. hat die Ehefrau eines dortigen Hilfsweichenstellers und dieser die Ehefrau des Maurers wegen Beleidigung verklagt. Beide Sachen wurden dahin verglichen, datz derHilfsweichensteller fämld.che Kosten übernimmt. Schliehlich endete auch die Privatllage eines hiesigen Gastwirts gegen einen Arbeiter wegen Beleidigung mit einem Vergleich. Letzterer nahm die Beleidigung mit Bedauern zurück und verpflichtete sich zur Zahlung sämtlicher Kosten. ®" Vr-dhung her Personen- nnb Gütertarife der Reichsbahn. Der Veutsche Industrie- und Handelstag erfährt von zuständiger Stelle, datz der Reichseisenbahnvat einstimmig beschlossen habe, die Perfoneittarise vom 1. Zuni d. 3. an um 100 Prozent und die Gütertarife ebenfalls, wenn möglich noch am 1. 3uni, -u erhöhen. ** Zur Ermordung deS Kreis- veteri närarztes Dr Gerhard auf dem Wege nach Oppenheim, über die wir gestern be- mg können von diesen Sähen wöchentlich 32 020 Mk. abgezogen werden. Für Dnd-2iauheim ist der Schiedsspruch laut Tarifvertrag bindend, für Gießen ernannten ibn beide Teile an. Die (Siebener und Butzbacher Gerbereien sollen vom 13. bis 31. Mai 23 den gelernten Arbeiter über 25 3ahre 1700 Mk. Stundenlohn zahlen statt bisher 1390 Mk. und die übrigen Lohne in demselben Verhältnis erhöhen. Der Freiherrlich RiedeselschenDampf- ziegelei in L^ngersbach gab der Schlich- tungsausschutz auf, von der lau reiten Lohnperi)te on den ^tundenlohn der Betriebs ar beiter über 21 3ahre von 1320 Mk. auf 1600 Mk., und die übrigen Löhne in demsrlben Verhältnis zu erhöhen. 30 Arbeiter des T0nwerks Abendstern bei Dietzen erhoben Einspruch gegen Kündigung wegen Betriebseinschrän'ung. Zn nenn Fallen erkannte der Schllchtungsausschutz mit Rücksicht aus die Derhältiiüse der Enllassenen auf Wiedereinstellung. Zu diesen 3 Hchi^>Ssprüchea erhielten die Streitteile CrNärungsfrist. Den Schiedsspruch über die Löhne der Angersbacher Ziegelei erlaimte der Arbeitervertreter an. 3n der Ginspruchssache des Detriebsratsovr- s'chenden des Tonwerks Abend st ern n?c- gen feinet fristlosen Entlassung erging aur Eintrag des Arbeitgebers Ausfehungsbeschlutz gemäh Paragraph 86 2lbsah2 des Betrtebsrätegesehr-s zur Herbeiführung einer gerichtlichen Entscheidung über die Berechtigung der fristlosen Entlassung. ©mnHcfetes- Siu hochherziges enzlisches Vermächtnis. Ober (in, 17. Mai Wie dir „Deutsche Allgem. Zeitung" erfährt, hat die Witwe des in Deutschland verstorbenen englischen Industriellen Dr. Mond der Anioersität Heidelberg 50 000 P f d. Sterling, der Akademie der bildenden Künste in Münchrn 20 000 P f d. und dem Magist'at der Stadt Kassel ebenralid 20 000 Pfund in ihrem Testament zugesprochen. Ihr Sohn ist Mitglied des Hinterhauses und trat Gesundheitsminister im Kabinett Lloyd George. Em Drama auf See. Berlin, 17. Mai. Im Hafen von Sah- nih traf der Lübecker Segler „Dorothea" mit |Steliengesuche| Gebildetes Ftitt das tloti üenonr. u. die Schreibmaschine bedienen kann, iorole Kenntnisse tn Enn« lisch unti^ranAönfd) bat, sucht vassende Stellnna. Schriltl. Änaeboie unt. 0341/ an d. Gletz. An», erb. \ Verkäufe"* 11 Wochen altes Fertal au Dcrtaufcn 0M” Wieseck, Älliceitrntze 46- Bier 6 Wochen alte lannbaarioe [03426 Dackel nrei5tuen au vert Wetzlar. Weg 17». Streit Schotten. zt. Gedern, 17. Mai. Das Dondesfest der Vogelsberger S ä n g e r ve r e i n ig un g findet am 10 Juni in Steinberg statt. Es sind zwei Massenchöre vorgesehen, autzerdem wird jeder der Vereine einen selbstgewählten Ehor bringen Dem Ernst der Zeit und der traurigen Wirischaftslage unsere- Volkes entsprechend, soll die ganze 'Veranstaltung sich in einfacher Weise abspielen. Heffen-Naffau. fpd. F r a n k f u r t a. M., 17. Mai. 2km Mitt- woch hob ein Lehrling vom Postscheckamt 60 0 000 Mark ab. Aus dem Weae nach feinem Geschäft wurde er von einem Unbekannten an- gesprochen, der ihn bat, in einem Hause der Allerhetligenstratze eine kleine Bestellung auszurichten. Im Hausflur des Hauses überfiel der Fremde den jungen Mann, schlug ihn nieder und beraubte ibn seiner Barschaft. Der Räuber entkam unerkannt. spd. Frankfurt a. M., 17. Mai. Die von den Franzosen feit längerer Zeit angekündigte Ver s chä rsung der Patzkvntrolle an der Grenze des besetzten Gebietes wird seit heute früh mit aller Strenge durchgeführt. Jeder Bewohner des besetzten Gebietes mutz, wenn er das unbesetzte Gebiet betreten will, im Besitz eines von seinem zuständigen Kreisdelegierten audg(•fertigten Visums sein. Wer vom unbelebten in bad besetzte Gebiet reifen will, bedarf dazu eines Visums des Oberdelegierten. Die Ausstellung der Visa für die Bewohner des befetten Gebietes ist naturgemäfo mit groben Zeitverlusten verknüpft, da in diesen Tagen Tausende diese Ausweise anfordern. Roch schwieriger ist aber die Beschaffung der Pässe für die Bewohner im unbesetzten Gebiet. Die Beachtung der neuen Vorschriften fei allen Personen, die in das besetzte Gebiet reifen wollen, mit aller Dringlichkeit anempfohlen, wenn sie sich nicht in die größten Schwierigkeiten begeben wollen. Lick. Kirchplatz 10. Gkbr.Mrrad billig An verknusen. «•* Neustadt 53. Rechtsanwalt und Notar s'.ichk Bureau- Vorsteher bei Acltflcmäucv Ve- Anblimg. Schriftliche ?lnget>. uni er 03438 nn den e>hcn. \Hiia. Tncht. sand. 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Weibe eiserne Kiuderbettstelle A. verk. Hillebrand- straste 14 II, r. («<^ GnteS SeberDedbett mit Kifien einem holländischen 6tf» etn. ba« mil einer Eisenladung von Stettin nach Randers unterwegs war. DaS Lübecker Schiss war von der De- satzung des Holländers zu Hilfe gerufen tooiben, well dessen Kapitän tobsüchtig geworden war und einen Matrosen verwundet hatte. Als in Sahnih die Leute das Schiff verliehen, feuerte der Kapitän mit seinem Revolver aus die .Dorothea' und traf den Koch des Schiffes 1 ö d- l i ch. Der Versuch deS Kapitäns, darauf mit seinem Fahrzeug zu flüchten, wurde vereitelt. Schweres Automobilmiglück. Eu r Haven. 17. Mai. (Wolfs.) In Dordholz überschlug sich ein dem Reeder Busse atts Geestemünde gehöriges Auto in voller Fahrt. Von den Insassen wurden der S 0 h n Busses und ein gewisser Freedrichs aus Geestemünde getötet. Zwei andere Mitfahrer wurden verletzt. Vier Kinder verbrannt. Basel, 17. Mai. (Wolff.) In Müblau in Kanton Aargau ist gestern früh das Wohnhaus und die Scheune eines Landwirtes nteberge- brannt, wobei 4 Kinder im Alter von 2 bis zu 6 Jahren den Tod fanden. 31)rt Vermählung geben bekannt Arthur Marx Marie Marx geb. Laub Bietzen (Wolfstrab« 20), Pfingsten 1923. ----------------------------,2a Margot Die Geburt eine» Töchterchen» zeigen erfreut an Dr. E. Stangier und Frau Magdel geb. Geibel Dxttnl)o|en, btn 17. Mat 1923 MMb , Stell ÄärtrR fyant ----------- Die Geburt eine- kräftigen, gefunden Stammhalter- zeigen hocherfreut an Hans Pabst und Frau Ilse geb. Nottmann. Börnig b Caftrop lBaarftrak« 23), 14. Mat 1923. «TM* Das Fest der silbernen Hochzeit begehen heute die Eheleute Kaufmann Friedrich Arnold nebst Ehefrau Regina geb. Müller. Gießen «Wetzlarer Weg 11), 18. Mai 1923 NrubapeJUM« Am kein sowie 100900 M hrw« 2: it n Wn In Mm ■ BtH 4 üennisbälle mit Netz keil andeo(!«r. 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Glaser (Dbd.): Wir berufen uns bei unserem Antrag wegen Abschaffung der Fortbildungsschule im Sommer aus den Artikel 17 des Drlksschulgesches, der festlegt, dast besondere Verhältnisse die Abschaffung der Fortbildungsschule ermöglichen. Es ist nicht zu leugnen, dast die Fori- bildungsschulen die Produktion beeinträchtigen. Abg. Rust (Ztr.) bespricht die Besetzung von Dollsschulstellen in der Stadt Worms, bei denen gutachtliche Ae.lßrrungen des.Schulvorstandes und Gemeindevorstandes ohne jebe Berücksichtigung Llieben, was dem Dolksschulgeseh widersvricht. Rächste Sitzung nachmittags 3 älhr. * * * Rachmittagssitzung. 3n Fortsetzung der Schuldebatte wendet such Abg. Kindt (Dtschntl.) zunächst gegen den Äbg. Kaul, der heute vormittag sehr viel gesagt hcche, was mit dem Schulministerium nicht das geringste zu tun habe. Dast das Landesamt für D'ldruigswescn sich den Herrn Kcmtorvwitz aus Freiburg zum Staatsbürgerurrterricht holte, .zeugt von dem Geist, den dieses Amt beherrscht. Es ist srirenfalls sehr merkwürdig, dast man, wo wir auf der eigenen ^lniversitüt hervorragende Staats- «chtslehrer haben, man einen Wann wie Kantors- Witz holte. Derselbe Herr Kantorowitz hat die Po- Das MssMaus. Roman von Luise Schulze-Brück. 81. Fortsetzung. (Rachdruck verboten.) HanS Dietrich war augenscheinlich sehr einverstanden. Jetzt war es hast fünf. 3n einer halben Stunde würde man abfahven. Hans Dietrich ging nach dem Rebstock, um warme Hüllen für die nächtliche Heimfahri zu besorgen: Tante Röschen verschwand, um für Tante Perret noch einen Korb Moselkirschen zu verpacke?'. Arnolds und Eva fasten sich sck Leigend gegenüber. Aus einem der oberen offenen Fenster klang Uschis 6ttmme, heftig, aufgeregt. Sie ist ein seltsames Geschöpf," sagte Arnolds nachdenklich „Manchem Fernstehenden mag sie oberflächlich erscheinen, das vergnügungssüchtige, ewig lustige gedankenlose Weibchen. Lind das ist sie auch im gewöhnlichen Leben. Dazu eine ganz egoistische kleine Frau die zuerst in allen Stücken an sich denkt, an ihr Amüsement, an ihr Behagen. Aber wenn einer von , denen ins Spiel kommt, die sie liebt, dann ist's, als würde plötzlich eine ganz andere aus ihr. Dann vergißt sie sich selber gan& dann konnte sie alles opfern alles tun. So war's bei ihrem Manne, so ist's jetzt bei ihrer Mutter. 3hr Mann war jahrelang krank, schwer krank an einem Herzleiden. Solange er gesund war, beherrschte ste ihn völlig, tyrannisierte ihn mit ihrer Liebe, mit ihrer Vergötterung. Er durfte nicht anders atmen, alL sie wollte Aber als er dann krank wurde, Freiwerden von einer Fessel, die nicht stark drückte, aber doch fühlbar war, oder wie das Klarwerden nach einer ganz leichten Betäubung oder Einschläferung, darin sie lange gelebt. 3hr hätte auch vielleicht ein solch starker Wille über sich notgetan, ein Wille, mit dem sie wohl manchmal gerungen, aber dem sie sich auch wieder gern gebeugt hätte. ( Und er? Wenn Elisabeth heiratete, dann gab es doch auch eine große Leere um ihn. Vater und Tochter standen sich sehr nahe, das merkte man erst so recht, wenn man öfter mit ihnen zusammen war. Es war freilich nicht das mehr freundschaftliche Verhältnis, das man in unseren Tagen an Stelle des rein patriarchalischen gesetzt hat: dazu war Elisabeth wohl auch noch zu jung. Aber dast diese Tochter dem Vater alles war, uird dast sie ihm unbedingt vertraute, das spürte man durch seine zurückhallende Art und ihre fast noch kindisch folgsame Anhänglichkeit hindurch. Wie sie ihn bediente unb für seine kleinen Bequemllch ketten sorgte, das hatte Frau Eva in der ersten Zett manchmal sogar sonderbar berührt, wenn sie an die Töchter ihrer Bekannten dachte, die vom Vater schon die Aufmerksamkeiten eines Kavaliers forderten. Hier war der Vater noch der Herrscher und Herr. Frau Eva fand das hier und jetzt richtig Bü-germeister Arnolds sah rauchend uni schweigerck). Auch Eva hing ihren Gedanken nach Das hatten sie ausgemacht vor einiger Zett — dast sie gegenseitig die Freiheit des Schweigens respektieren wollten. (Fortsetzung folgt.) Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gbechejseir) lirik'DiSmarcks die eines Raubritters genann!, und die Englands die eines fairen Kaufmannes . 3n jedem anderen Lande wäre K. als Hvchschulpro- fesior unmöglich gewesen. K. sei nur nach Hessen geholt worden, weil er Mitglied des Republikanischen Lehrerbundes sei Mmifterivldirektvr 11 r ft a i> t: Ich must mich der der Fülle des Vorgebrachten auch auf das Dringlichste beschränken. Herr Schian hat dem Landesamt vorgeworfrn, dast es rm Fall Schnell zu rasch gewissen Wünschen recht gegeben habe. DaS must ich zurückweisen. Man muh sich doch erinnern, in welche Zett hinein die Dinge fallen. Die Wogen der Erregung gingen damals sehr hoch und es war doch soweit gekommen, dast sich selbst Schüler an den Mordtaten beteiligtem. Wir erhielten Kenntnis von unendlich vielen „Fällen" und haben nur ganz wenige verfolgt, wo es sich nicht umgehen ließ. Die Gedächtnisrede Dr. Schnells aus Rothenau habe man nicht beanstandet, obwohl sie sehr arm war. Mit dem belaniw ten Badebild des Reichspräsidenten war es schon anders. Es ist doch nicht so. dast Herr Direttor Schnell das Bild nicht gesehen hat. Es hat es doch sogar vervielfältigen lasten. (Hört! hört!) Auch von dem Verbot des Abzeichentragens hat Herr Schnell angeblich nichts gewußt. Zn unserer Verfügung war aber auskwücklich auf die schnelle Durchführung der Verfügung h'rngeLc-ieseur worden. Ausschlaggebend war für mrs die Stellungnahme gegen Herrn Studienrat Michel, den Herr Schnell von Anfang an in ganz falschem Verdacht hatte. Wir weisen es zurück, dast der Angelegenheit ein polttisches Mäntelchen umgehängt wurde. 3m Fall L«rz liegt die Sache ähnlich. Zum Fall Schnell- b ä ch e r liegen eine Menge Aussagen vor, dast dieser Herr eine Politik treibe, die in Links- und Zentrums kreisen Anstoß erregte. Dast Herr Direktor Hensing politisch rechts gesinnt ist, wissen wir. Wir haben aber nur die Handlungen zu beurteilen. Seine Gesinnung geht uns nichts an. Der Fall Kantorowitz liegt insofern anders, als es sich hier nur darum handelt, Volksbildner heranzuziehen, die ihrerseits das Gehörte wiederum fruchtbringend anzulegen haben. Dazu haben wir auch schon hessische Kräfte herangeholt. Man kann aber nicht immer nur die gleichen Kräfte hören. Herr Kantorowitz ist ein anerkannt hervorragender Staatsrechtslehrer. Was gegen ihn vorgebracht wurde, ist im badischen Landtag eingehend besprochen worden und hat K. eine glänzende Rechtfertigung gebracht. (Höri!) Die Zutaten sind vielfach aus dem Zusaimnenhang gerissen. Entscheidend ist, wie der Kursus hier ob- gehalten wurde. Wenn Herr Kindt das gehört hätte, wäre er sicher, wie auch andere Rechtsstehende, sehr zufrieden gewesen. Ich kann darum Herrn Kürdt nicht versprechen, dast wir Herrn Kantorowitz nicht wieder nach Hessen holen. 2ll»g. Reiber (Dem.): Für einen Abbau der Grundschule sind wir nicht zu haben. Wir alle bekämpften hier schon das Ortsllassenshstem. Aber die ganze Gröhe der Härte für den Landlehrer in diesem Ortsklassenshstem ist doch kaum bekannt. Ich bitte die Regierung, der Aufbau- schule die Berechtigung zum Hochschulstudium zu schassen. Die Reform der Lesebücher fordern auch wir. Die Fortbildungsschule muh ausgebaut werden im Sinne des Gesetzes. Herr Kantorowitz, der auf Antrag des Zentrums nach Freiburg kam, ist durchaus wissenschaftlich qualifiziert. Er wurde nicht aus politischen Erwägungen hierher geholt. Rächste Sitzung Donnerstag 9 Uhr. — Schluß 6V4 Uhr. * Parlamentarischer Abend. Darmstadt, 17. Mai. Der LaudtagS-- präsident, Herr Adelung, hatte auf Dienstag nachmittag die Mitglieder des Landtags, Ber- tteter der Regierung, der Behörden, der Hochschule und der Presse zu einem Bvrttag über den „Segelflug," eingeladen. Herr Thomas, Vorsitzender der Äademischen Fliegergruppe Darmstadt, sprach in frischer Weise über die geschichtliche Entwicklung und den jetzigen Stand des Segelflugwesens unter besondrer Berücksichtigung der Wettbewerbe an der Ruhr. Der Vortrag wurde in wirksamer Weise durch eine Reihe von Lichtbildern und zwei Filme ergänzt. Rach dem Vvrttag waren die Eingeladenen bei einem Glase Bier in den Räumen des Landtags Gäste des Landtagspräsidenten. rm. Darmstadl, 16. Mai. Der Abg.Dr. Osann und die Abg. Adelung, Kaul, Reiber, Hoffmann und Brauer haben zu Kap. 68 des Haupworanschlags Technische Hochschule beanttagt: Der Landtag wolle beschließen, der Technischen Hochschule den De- trag von 20 Millionen Mark zu überweisen, damit die akademische Fliegergruppe an der Techn. Hochschule den Dau eines Flugzeuges vollenden kann. wie hat sie ihn gepflegt! Sie hat nur für ihn gelebt, bei jhm ausgehalten, durch Tage nicht nur, durch Wochen, Monate. Er war ein Athlet, ein Riese, er wehrte sich tote ein Löwe gegen die Krankheit, gegen den Tod. Wochenlang dauerte fern Todeskampf zuletzt. Hni> die kleine Frau hat mitgekämpst bis zum letzten Atemzuge. Mit heilerem Gesichte, wenn er Heiterkeit oer- lanate, sich gan$ klein gemacht und im Winkel verkrochen, wenn er RuA brauchte, während der schrecklichen Anfälle ihn nicht verlassend, während oft seine Mutter, feine Schwestern es nicht ertragen tonnten. Dann war's auch mit ihr beinahe SEnde. Sie brach auch zusammen, sie hatte ihre jten Kräfte verbraucht." „Dast man sich wieder so aufrichten kann, so elastisch fein,“ sagte Frau Eva leise „3a, das ist's eben. Das ist eben ihre andere Ratur. Ihr zweites Ich, das Erbteil Ihres Vaters, der ein solcher Augenblicksmensch war, solch ein ewig heiterer, genustfroher, llnd dast sie sich jetzt um ihre Mutter so sehr sorgt, mag Wohl auch von der heimlichen Angst Eommen,_ dast der en Leiden sich verschlimmere, so enden könne, wie ihres Mannes Krankheit. Unter uns gesagt, die gute Tante Perret ist eine Beute ihrer Einbildungen, ihrer Langeweile, ihres Mangels an Arbeit und Pflichten. Aber das darf man nicht einmal andeuten, wenn man Tante Perret nicht zur erbitterten Feindin haben und Llschi nicht tief kränken will. Mich rührt doch immer wieder diese blinde Liebe der Tochter zur Mutter, der Ausfluß ihres starken, wirklich echten Liebesbedürfnisses.“ Die Vorgänge an der Gietzener Oberrealschule vor Gericht. (Fortsetzung statt Schluß.) Heber die Vernehmung des Studienrats Prof. Michel wird in dem genannten Darmstädter' Blatt berichtet: Zeuge Studienrat Michel ist seit 1914 an der Schule und will schon vor der Revolution aus Anlaß sachlicher Meinungsver- schiedenheiten eine Animofitäc deö Direktors gegen seine Person bemerkt haben. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er vor dem 26. Juli irgendwelche Schritte gegen Direktor Schnell unternommen habe, gibt der Zeuge keine birrite Antwort. sondern erzählt, wie ihn die Richtbettnggung der Oberrealschule und die Rede des Direktors aus Anlaß der Ermordung Rathenaus am 27. Juli empört haben. Vorsitzender: Die Rede war doch eine interne Schulangelegenheit? — Zeuge M.: Jawohl. Mit einem pathetischen Delenntnis zur republikanischen Staatsform, die er als die würdigste bezeichnet, begründet der Zeuge seine Entrüstung. Auch Studienrat Zilch habe die Rede unerhört gefunden. Bereits am Rachmittag sei auch in der sozialdemolvatifchen Demonitrattons- versammlung darüber gesprochen worden. — Vorsitzender: Wie haben Sie das erfahren? — Zeuge: Ich war selbst in der Versammlung. Auch am 2Q)enb in der Versammlung des Republikanischen Lehrerbundes sollen die Vorgänge berührt worden fein. — Vorsitzender: Wissen Sie das nicht genau? — Zeu ge: Ich selbst bin nicht in der Versammlung gewesen. — Vorsitzender: Aber Sie sind doch im erweiterten Vorstand. Hat OTjncn denn niemand davon erzählt? — Zeuge: Ich kann mich nicht entsinnen. Am darauffolgenden Samstag habe ich mit Herrn Weihgerber Herrn Urftabt auf gesucht, der Samstags immer nach Gießen kommt, und wir haben ihn gefragt, was die Regierung zu tun gedenke. Ministerialdirektor llrstadt hat uns erwidert, daß eine Untersuchung bereits eingeleitet fei. Das war am 1. Juli. Arn 2. Juli baten mich die Herren Loos und Hüter (vom Vorstand des Republikanischen Lehrerbundes) noch einmal mit zu llrstadt zu kommen. Es wurde allgemein von diesen Dingen gesprochen. 3n einer späteren Sitzung des Vorstandes des Republikanischen Lehrerbundes wurde ich aufgefordert, über den Geist der Oberrealschule Bericht zu erstatten. — Vorsitzender: Haben Sie das auf Grund irgendwelchen Materials getan? — Zeuge: Rein, nur aus dem Gedächtnis, soviel ich weiß. — Vorsitzender: Haben Sie irgendwelche Schritte getan, um auf die bevorstehende Unter- suchnng einzuwirken? — Zeuge: Ich erinnere mich nicht. — Der Vorsitzende bringt dann die Sprache auf die Dcschwerdefchrift von vierzehn Punkten, bie der Zeuge Michel dem Regierungsrat Henrich zu Proto toll übergeben hat. — Zeuge Michel: Ich war von Regierungsrat Henrich zur schriftlichen Formulierung aufgefordert wor- den. — Vorsitzender: Darum haben Sie am 27. Juli außerdem dem Regierungsrat Henrich eine sehr ausführliche Beschwerde über den „Fall Haug" überreicht? — Zeuge Michel: Ich wollte die Beschwerde erst nach Darmstadt schicken, habe sie dann der Cinfachkeit halber mitgegeben. — Vorsitzender: Hatten Sie das doch sehr -ausführliche und detaillierte Material alles im Gedächtnis oder hatten Sie sich Rotizen gemacht? — Zeuge Michel: Ich hatte mir kein Material gesammelt, sondern mir aus dem Gedächtnis niedergeschrieben, soviel ich mich erinnere. — Auf eine weitere Frage des Vorsitzenden erklärt Zeuge mit Rachdruck, er habe sich nie Rotizen gemacht, kein „Tagebuch" geführt. Alle diese Gerüchte seien unwahr. — Es kommt bann eigehend der bekannte Ausspruch des Zeugen zur Erörterung: „Ich werde jeden anzeigen, der mir gegenüber etwas gegen die Republik sagt." Für die dem Dcisihenden unlogisch erscheinende Ginschi änkung der nach dem Zeugen „sittsichen Pflicht" zur Anzeige durch das „mir gegenüber", weiß der Zeuge einen Grund nicht anzugeben. — Zu dem Fall Haug bestätigt der Zeuge, daß et sich eine Abschrift der fraglichen Aufsahstelle, die ihm Sp-D. Zilch tatsuchend zeigte, gemacht hat und die Herausgabe dieser Abschrift trotz der bringenben Bitte des Zilch verweigert hat. — Vots.: Aus welchem Motiv heraus haben Sie das getan? — Zeuge: Ich wollte mir die Stelle für bie Behanblung in ber Lehrerkonferenz merken. — Bors.: Das verstehe ich nicht recht. Sk-R. Zilch hatte doch ben Aufsatz und er stand jederzeit zur Verfügung. — Zeuge: Ja, ich fürchtete, man werde thn verschwinden lassen. — V o r f.: Aber Herr Zmige, Herr Zilch war Ihnen doch als Kollege bekannt, auf einen derartigen Gedanken kommt man doch nicht. — Zeuge: Ja, aber bie Stelle hatte eine so hervorragend politische Bedeutung, und ich als überzeugter Republikaner war von den darin ausgesprochenen Beleidigungen der republikanischen Regierung tief empört. Unb ich habe es für meine Pflicht gehalten. ...... aMMMmi Er blies bläuliche Rauchringri in die Luft und sah ihnen nachdenklich zu. Ob er wohl daran dachte, daß er nur zu wollen brauche, um sich dies Liebesbedürfnis selber dienstbar zu machen, und ob das andere Ich der Beinen Luxemburgerin das Ich ihres täglichen Gebens, ihm genügte? Seine Gedanken waren Wohl ähnliche Wege gegangen. Denn er sagte wie als Schlußfolgerung: „Solch ein flotter Husar, zugleich stramm, gutherzig und leichtlebig, das wäre der richtige Mann für die llschi. Aber so kapriziös wie sie ist, schlägt sie die besten Partien aus." Rein, er dachte wohl nie daran, ttschi Thvuvenin zti heiraten. Wie Frau Eva ihn ansah. während er dasaß. sehr ruhig, sehr gelösten, und mit dem starken Zuge selbstherrlicher Bestimmtheit, war er wohl auch kaum „der Rechte" für sie Für wen überhaupt? Ein bequemer Ehegatte wäre dieser Mann sicherlich nicht. Keiner, der ferner Frau ihren eigenen Willen ließ und ihre eigenen Wege, sondern einer, der sie unter seinen stärkeren Willen beugte, wenn das ihm das Richtige schien. Frau Eva Ohler dachte an ihre Ehe. Da war jeder den eigenen Weg gegangen, der manchmal nebeneinanber lief, oft weit — ach wie wett auseincmder. Unb sie waren jeber für sich leidlich friedlich, leidlich zufrieden diesen eigenen Weg gewandert. Wie halb im Schlafe war Frau Eva ihn wohl vorwärts getrottet Sie hatte später so oft dieses settsame Gefühl eines Erwachens gehabt, eines Erwachens, das doch fein ganzes, klares war, keines zu viel besseren Dingen: aber immerhin tote ein Dehnen und Strecken nach dem Sreiiag, (8. Mai (925 llllllll -- Dors.: Es war aber doch cm rein persönlicher Vertrauensakt. daß Zilch Ihnen die Stelle zeigte. Wäre es nicht anständig gewesen, als et Sie um Rückgabe bat, das auch zu tun? — Zeuge: Ich hielt es, wie gesagt, für meine Pllicht. — Dors.. Hatten Sie hie Absicht, bie Stelle als Material anzusehen? — Zeuge: Ja. aber nur für bie Lehrerkonferenz. Ich habe barm auch gegen ben Beschluß der Lehrerkonferenz, der eine Strafe von 2 Stunden Arrest vorsah, Beschwerde eingelegt." — Der Vorsitzende findet dieses Vorgehen befremdlich, da ja das ganze Lehrerkollegrum mit Majorität entschieden habe und ein entschiedener Riwublikaner. wie Herr St.-R. Krauß, sogar völlige Straffreiheit kenn tragt habe. — Zeuae hat geglaubt, seine Pflicht damit zu erfüllen. Am 30. ist er mit einer Beschwerde gegen Direktor Schnell nach Darmstadt gefahren und hat mit Ministerialdirektor Urstadt die „ganze Sache noch einmal ausführlich besprochen". — Es werden darauf die verschiedenen Schriftstücke Michels, besonders die zu Protokoll gegebene Deschwerdcschrist verlesen. Es (oimnt noch zur Sprache, daß der Zeuge zur Vernehmung bei Reg.-Rat Henrich gleich zwei Schüler als Zeugen für seine Zeugenaussagen mitgebracht und damit den Eindruck einer Ari Anklagevertretung erweckt hat. Zeuge selbst hat diesen Eindruck nicht gehabt. — Von einer Vereidigung des Zeugen Michel sieht das Gericht zunächst ab. R.-A Mei sei: Zeuge Michel hat auS- gesagt, daß er am 1. Juli mit Weißgerber bei Ilrftabt war. Das widerspricht der Aussage de- Min.-Dir. Ilrftabt — Zeuge Min.-Dir. U r stadt: Es kamen so viele Leute in Gießen mit allgemeinen Klagen zu mir. Ich entsinne mich dessen nicht Fälle sind mir jedenfalls nicht mitgeteill worden.— R.-A. Meisel (zum Zeugen Michel): Haben' Sie nicht auf die Eltern eines Schülers einza- wirken versucht um zu verhindern, daß die Ettern eine Eingabe zugunsten des Direktors machten? — Zeuge M i chel: Es handelte sich um den Sohn des Amtsdieners Reuschling, den ich in diesem Sinne zur Rede gestellt habe. — Auf die präzise Frage des R.-A Weisel erinnert sich der Zeuge nicht mehr genau. — R.-A Meise 1: Haben Sie am 27. Juli zu 5tenz gesagt: „Auch Ihnen! wird der Mund noch einmal gestopft werden." — Zeuge Michel gibt es zu. — R.-A Meises: Haben Sie das Bild von Ebert im Badekostüm im Jahre 1919 gesehen und haben Sie es dem Direktor angezeigt? — Zeuge Michel: Ich habe das Bild gesehen, habe es aber nur dem Klassenlehrer Prof. Trapp gesagt — R.-A. Mei sei: Sie haben dem Direktor zum Vorwurf gemacht, daß er nicht gegen das Tragen verbotener Abzeichen eingeschritten sei. Haben Sie ihm jemals einen konkreten Fall gemeldet? — Zeuge Michel: Rein. Aber im Fall des Schülers Falum hat der Direttvr dem Schüler nur das Tragen innerhalb ber Schule verboten, obwohl die Deutsche Jugendgemeinschaft überhaupt verboten war. — R.-A Meisel: Unb sonstige Fälle? — ZeugeMichel: Ich habe sie immer nur den Klassenlehrern gemeldet Der Zeuge Regierungsrat Henrich bestätigt im wesentlichen bie bisherigen Aussagen. Insbesondere, daß St-R. Michel bie beidenj Schüler zur ttntersuchung nicht nur als Zeugen für seine Aussage benannt, sondern gleich mit- gebracht, d. h. draußen im Gang bereitgeftellt hatte. — R.-A. Meises: Wo hatten Sie die Ramen der Zeugen her? — Zeuge Henrich: Zunächst aus den Eingaben unb Zeitungsnotizen. Dann Har Min.-Dir. Hrftai>t kurz vorher in Gießen gewesen unb gab mir einen Zettel (Rückseite eines Kuverts), auf dem Ramen und Tatsachen aufnotiert waren. — R.-A. Mei sei: Haben Sie nach ber ersten Untersuchung zu Är. Schnell gesagt, es sei ja kaum etwas von ben Anklagen übrig geblieben unb im übrigen hätten Sie ,von Michel einen wenig günstigen Eindruck?" — Zeuge kann sich nach kurzer Ueberlegung nicht daran erinnern, bejaht aber bie Frage des Vorsitzenden, ob er tatsächlich einen ungünstigen Eindruck gehabt habe, erklärt es jedoch mit dem eigenartigen Vorgehen Michels bei dem Protest gegen die Prvtokolll- führung des Konrektors Krausmüller. — R.-A Meises: Warum wurde eine zweite Untersuchung ungeordnet? — Zeuge: Ich weiß nicht. (Schluß folgt.) Gießener Strafkammer. Gießen, 15. Mat. Der Elektromonteur Hermann Guntrnm hatte zusammen mit Johann Momberger am 20. Januar 1923 durch Einbruch im Hotel Einhorn in Gießen 50 Flaschen Weinbrand (Kognak) gestohlen. Das Schöffengericht hatte sie zu längeren Freiheitssttafen aerurteilt. Eine Reihe von Personen, die von dem Kognak gekauft hatten. ftimmuna« 5tlb Str k*te ^dttenlrig. vor rr.er<* Hei so M.71 u riet Lung Nicht ausretchten. MO tortirrt Sache ftanb et* 'BerbanWw M77JO 8115. 874-1- 11460- 18440- 66» 47474 - 218750.- 076- (3a d** Xdl brr Xtftoge trlrberbetL) Spreu guu gen auf ■rffilcrfflrrtn T^bnftrrrfr« 6a«rbrtcfee. IT. Hai (TftFB) «e .6üarM*r tun<* mefbet «4 Trier. 3n der Bachr um 14 Ttat rotbe aal dem laalal» 110 . ... Hi 16 «al ImtL Heiter* Gew Fdd mochte 'ich Hauhw-tgur-g 6emer»ar 6o *“”£5 für tärfl<*e Teile. in twen Nck «ri trixbüd) erMter Batt« nannte UmILtze '.v bis «0 300 HL Schwer-« t-nter 80 KN» 4?00flb ” 460OOC 3f. • IX Kite 4700X M3 490 X0 223 über IX Aüp 47? 300 bU 4» 000 TBarf X"7 8icjt?<:3aß!'': . xit bas Geichöft a» far-a* Usn r. i-r-r-jr! X- MUttvoch. des H Mar. bet 2l«beunartt •'crtiag. ben 24. Hat 82 EXbfes. 11 'Bullen. 288 Tfänen uno xuoe. 4 Ärdkr 1255 XMber. 105 Schate. 3M Schweine. GS wurden be^dbit für «nm 3*tnrr Orbenb- «wicht XMber, feinste QaalUül 430 000 btt 470000 Mi. mittlere QnaiUät 280 000 dtt 370 000 Hart, geringere QaaL —ML. 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Im Devise ntnarv seiaie sich beute auS den Ärtiftn xn Inbuftrie und Handel etwa» DedWrfter Bedarf so bub Ich die Kurte bd manchen Schwan- hinjr. turch-r-e« etiprte Iwher fidUtn Vie Spe- fulntiOT trxUt Ich bd dem bad» gdtern er- Mäfrr ten Bell rede" ,ur nwulchlten Bu s Wxriru na des .‘rrriDtrtebrt uirOrfbo’itnb unb bddtiflt fkb Ui A’indnaenbem 'iHahr im Handel mit tteilar- 1chi>rnv>'lu' für axHify Korte btt au 47 500 un r pauer Werke«, dessen Deleaschast bei her setzuna der Anilinfabrik die Arbeit nie» ber gelegt hatte, geben im Inseraten teil der heutigen Tageszeitungen bekannt, daß die A t» beit heute wieder ausgenommen wird. 3m Ludwigshafener wie im Oppauer Werk der Anilinfabrik sind die lebenswichtigen 2lb» teilungen (Das. elektrischer Strom und Walser) noch In Betrieb. Banknotea Uranttud e-Ä. 17. Mat Gchwdte- Wette ...... tlraatSfifchr Raten ... . Dänische laten....... 6dimebii'>e Waten...... 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