Nr. 41 Erscheint IS glich, mcher Sonn- unb Feiertags, mit berLamstagsbellage: GietzenerFamilienb lütter Monatliche Vezvaspreis«: 1325 Mark unb 75 Mark Trügerlohn.burch dieDost 1400Mark,auch beiNrcht- erscheineu einzelner Nummern infolge höherer Gemalt.— Fernsprech. Anschlüsse: fürbieSchrift. leitnng 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach- richtru: »meiaer Stehe«. Postscheckkonto: 5ranfsNN a. M. 11686. Erster Blatt 175. Jahrgang Sainttag, 17. Zebrnar 1925 GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Vrvck mid Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Zteiudruckerei H. Lange in Gießen. Schriftlettung und SeschSftrsteSe: Zchulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigeno. 27 mm Breite örtlich 50 Mk., auswärts 70 Mk.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 240 MK.Bei Platz- Vorschrift 20 °/e Aufschlag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil: Hans Berk, sämtlich in Giehen. Wochenrückblick. Der Kampf im Westen nimmt an Schärfe zu, aber der mutige Widerstand der deutschen Bevölkerung schreitet fast rüstiger voran als die neuen Pläne der Pariser Ge- tvaltmenschen. Diese haben als großen dritten Schlag gegen die Reichseinheit jene Wirtschaftsblockade eingeführt, die mit Schlagbäumen auf den deutschen Landstraßen den Verkehr hemmt und zerrüttet, die Eisenbahnen regional zur Einstellung des Betriebes zwingt — aber im Grunde bleibt die Durchführung der „Sanktionen" stecken in einem unglaublichen und abscheulichen Morast von Roheiten und Schandlichkeiten gegenüber Wehrlosen und pflichttreuen Menschen. Es wird in der verwirrenden Menge dieser Barbareien nie vergessen werden, wie unsre braven Schutzpolizeibeamten nach heldenmütigem Verhalten die Torturen der fremden Bedrücker hin- nehmen muhten. Die Schmach von Gelsenkirchen wird bei den kommenden Geschlechtern abschreckend fvrÜeben. Weil deutsche Beamte im nächtlichen Dienste ihren Vorschriften gehorchten, französische Gendarmen nicht ungestraft einen Menschen niederknallen konnten, darum muhten in Gelsenkirchen jene Massen- verhaftungen, Mißhandlungen und Zerstörungen stattfinden, die schlimmer als die übelsten Kriegsgreuel wirken! Wie erhebend ist es darum, wenn wir lesen, daß die deutschen Bewohner in den geknechteten Gebieten diese Männer beim Gang in die Gefängnisse ehrfurchtsvoll mit Hutabnehmen grüßen, um gleichsam damit auch darzutun, was ein deutscher Gruß in solcher Fremdherrschaft gilt und bedeutet! And so wird es uns auch warm ums Herz, wenn die Essener Bevölkerung geschlossen durchhält in ihrem Bohkvttbeschluh, wenn den Fremdlingen die Bedienung in den Geschäften und Gastwirtschaften und überhaupt jede Behandlung als Gäste strikte verweigert wird, obgleich sie mit der Reitpeitsche dreinschlagen, Plünderungen und Zerstörungen durchführen. Der Rütlischwur im Essener Stadttheater, ob er schon von Panzerwagen und militärischem Alarm bedroht wurde, pflanzt sich fort durch die westfälische und rheinische Bevölkerung. Hoch und niedrig wetteifern in der Verachtung und Abweisung der Tyrannei. Die Gelöbnisse der Gewerkschaften werden erneuert, und der Reichskvm- missar im besetzten Gebiet weist die an ihn gerichteten Zumutungen mit der deutlichen Gebärde aufrechten Stolzes zurück. Auch diesseits des Rheines schlägt der Puls des deutschen Nationalgefühls kraftvoller. '.^er Reichspräsident hat in den süddeutschen Hauptstädten und in Darmstadt kernhafte nnd hocherfteuliche Worte der Aufrichtung gesprochen. Wir wollen auch nicht damit zurückhalten, daß uns das tapfere Gelöbnis des Pt äsidenten Ulrich außerordentlich sympathisch berührt hat und daß wir ihm unsere Hochachtung zollen möchten für seine schneidige Kundgebung. Wollen die Franzosen, wie es in einer noch unverbürgten Meldung heißt, Darmstadt wirklich gleichfalls besetzen, so werden sie ihre Stellung nur schwächen, statt sie zu fertigen oder zu verbessern. Wenn sie nicht die russische Taktik des Rückzuges vor der großen Armee wieder erleben, so finden sie doch bei jedem Schritte vorwärts die versengende Glut des ihnen entgegengestemmten Hochgefühls und Willens der Verteidigung und Befreiung. Reichsregierung und Reichstag tun ebenfalls ihr Bestes. Es liegt in der Natur des deutschen Parlaments, daß seine etwas nüchternen und leider noch immer etwas streit- lüsternen Sitzungen der letzten Tage in der Oeffentlichkeit, oder gar über die Grenzen des Reiches hinaus, keine sehr starke Wirkung aus- übten. Das Reichskabinett steckt in einer Fülle intensiver, innerer Arbeit. Gleichwohl ist es gut, wenn aus der Volksmasse heraus der Ansporn ertönt, noch mehr als bisher die Auswüchse der Teuerung, der Preisbildung, zu bekämpfen. Cs war uns ein verständliches Symptom, daß dieser Tage die Fuldaer Kreisgruppe der Deutschen Volkspartei in einer Hauptversammlung verschärfte Gesetze gegen Wucher und Schiebungen verlangte und ihre Ungeduld über die Verzögerung durchgreifender Maßnahmen zum Ausdruck brachte. Der sinkende Dollar, die steigende Mark — teils durch wachsendes Vertrauen auf das deutsche Durchhalten, teils durch den geringeren Gebrauch von Devisen infolge der Einstellung jeglicher Reparationsleistungen hervorgerufen — wirft die brennenden Fragen auf, wie der günstigere Kurs des nationalen Kredits und der wirtschaftlichen Besserung durch praktische Mittel genährt und gefördert werden könnte. Möchte die Regierung in diesen Dingen recht bald eine spürbare und wohltuende Initiative ergreifen! 3m Auslande ist der Widerhall der Schrecknisse unseres Westens noch recht unbefriedigend. Naturgemäß interessieren uns vor allem London und Washington. Einige wackere Senatoren unter dem Sternenbanner haben die Methoden Poincares heftiger angegriffen als die von kühler Zweckmäßigkeit lispelnden engl. Zungen es taten. Das britische Moralempfinden läßt sich nur fortreißen, wenn der Motor des Egoismus das Schwungrad beherrscht. Die Exzesse der Reitpeitschen und Bajonette ließen die Zeitungen und die Parlamentarier kalt. Sie fabrizierten nur ihr behutsames Abraten, ihre skepttschen Sprüche und wohlmeinenden Warnungen. Von redlichem Mitgefühl für die deutschen Leiden war nicht viel zu finden. So haben denn auch Bonar Law und Lord Curzon, die gegenwärtigen Beherrscher der auswärtigen Politik Großbritanniens, im Unterhause und Oberhause nur wieder die Fahne geduldigen Abwartens und phlegmatischer Mäßigkeit gehißt. Hilfe wird uns nicht versprochen. Die englische Politik wartet noch auf eine Gelegenheit zum Einschreiten, oder besser, zu einer Vermittlung. Sie denkt wohl in sanfter Anlehnung an amerikanische Anregungen dem Kurs des Zwanges eine andere Richtung zu geben. Vorläufig zollt man den Alliierten an der Seine noch Proben von Wohlwollen und Neutralität, ein „zynisches Verzeihen" — wie ein Arbeiterführer sich ausdrückte — untermischt freilich mit kritischen Vorhaltungen und sogar gewissen Drohungen. Donar Law leuchtete dem Alliierten ins furchtsame Herz, in sein Ziel und Motiv des Niederreißens deutscher Aufwärtsentwicklung. Die Frage der Zurückberufung der englischen Truppen aus der Kölner Zone sei noch nicht akut, aber sie werde es vielleicht bald werden, — und dann bedeute sie in weitem Maße das Ende der Entente. Der französische Minister LeTrocquer.der gegenwärtig in London die englische Zustimmung zur Ausführung der Wirtschaftsblockade und der Kohlenttansporte nach Westen auch für den Kölner Bereich durchzusetzen sucht, wird vielleicht einen Wink bekommen, in orientalischer Münze etwas zu bieten. Auf England ist kein Vertrauen. Auch der Völkerbund, den die Linke des englischen Parlaments, sowie Lord Grey als Retter in der Not ansehen möchten, wird kaum den rechten Ausweg wissen. Am ehesten wird vielleicht der fallende Franken das gegenwärtige Pariser Regime umreihen, denn in der französischen Presse sind bereits lebhafte Klagen über Steigerung der Preise zu vernehmen. Ze fester das deutsche Vertrauen, die deutsche Geschlossenheit für unbeugsames Durchhalten des harten Kamvfes sich einsetzen, je länger der tapfere Abwehrkampf erfolgreich dauert, desto tiefer und bedrohlicher wird die Stimmung der Franzosen sinken, desto schneller das Ende ihrer heutigen Machthaber herannahen... Die Forsetzung der Aussprache im Unterhaus. London, 17. Febr. (WTD) Unterhaus. 3n der Aussprache über die Abande- rungsanträge ergriff gestern der S ch a h k a n z- ler Baldwin nach der Rede von Ramsay Macdonald das Wort und sagte, der Punkt, der aus der Rede Macdonalds hervorgeragt habe, sei, daß nach dessen Ansicht England unverzüglich mit Frankreich brechen müsse, wahrend es die Ansicht der Regierung sei, daß letzt kein günstiger Augenblick dafür wäre. (Zwischenruf: Oh! Oh!) Macdonald schiene zu denken, daß es für England leicht wäre, mit allen Angelegenheiten Europas und der Wett fertig zu werden. England wünscbe den Frieden und eine Regelung aller europäischen Angelegenheiten.- Die Regierung sei der Ansicht, daß dieses Ziel eher von Großbritannien erreicht werden könne, wenn es die Freundschaft mit den französischen Alliierten aufrechterhalte in der Hoffnung und in dem Glauben, daß die Zeit kommen könne, wo die Dienste Englands als Vermittler und Helfer möglich und wirksam sein kömiten. Jedermann erkenne, wie furchtbar die Katastrophe sei, die über Europa hereingebrochen sei, aber wenige seien in der Lage gewesen, ein Heilmittel vvrzuschlagen, nicht einmal Lloyd George. Es sei möglich, daß England für einige Zeck die europäischen Markte verliere. Dies würde zu seinem Schaden fein. Es würde jedoch den Gipfel der Torheit bedeuten, wenn Leute, die für die Regierung des Landes verantwortlich seien, nicht alles täten, was m ihrer Gewalt liege, um den englischen Handel mit den Märkten außerhalb Europas zu vermehren. Wenn die Lage Europas für viele Jahre schlecht bleiben sollte, so würde, wie er glaube, England durch seine Beziehungen außerhalb des Reiches das erste Land sein, das durch feinen Handel auf eine feste Grundlage komme. Die Regierung strebe mit aller Macht nach dem 2fneoen. Er glaube, daß ihre Bemühungen noch erfolgreich sein könnten. Bonar Law erwiderte auf eine Anfrage Idem Liberalen Denn, ob er den britischen Vertreter im Völkerbund anweisen werde, die Frage einer Revision des Verstiller Vertrages aufzuwerfen, er glaube mcht, dav Eine Rede des Reichskanzlers vor der deutschen Landwirtschaft. D e r l i n, 16. Febr. (WTD.) In der heutigen 52. Plenarversammlung der deuts chen Landwirtschaft ergriff der Reichskanzler das Wort zu folgenden Ausführungen: Gern nehme ich eine alte älebung wieder auf, indem ich hier in Ihrem Kreise bei der Tagung der Vertreter der oeutschen Landwirtschaft Sie namens der Reichsregierung herzlich willkommen heiße. Diese Tagung fällt in eine Zeit größter und höchster außenpolitischer Spannung. Wieder einmal stehen Volk und Vaterland im Kampfe um ihr Dasein. Woher schöpfen wir unsere Kraft? Wir schöpfen sie aus dem reinen Gewissen, das wir vor unserin Volke und vor der Welt haben. Wir schöpfen sie aus der inneren äleberzeugung, daß nichts unterlassen worden ist in der Vergangenheit, bevor der Einbruch erfolgte, daß uns etwa ein Mangel an Leistungswillen nachgesagt werden könnte. Wir schöpfen sie aus dem Bewußtsein, daß auch diese Politik, die nach dem Einbruch eingeschlagen worden ist, die Politik maßvoller Besonnenheit ist, auf die sich alle Kräfte des Vaterlandes, alle Schichten des Volkes ohne Unterschied der Partei und der Klasse, der sie angehören, vereinigen müssen, wenn anders sie noch ein Vaterland sich erhalten wollen. (Bravo.) Wir schöpfen sie aus der einmütigen Zusammenfassung aller Kräfte, wie sie sich uns in der gemeinsamen Abwehr an der Ruhr darstellen. * Unb welches sind unsere Waffen, welches sind unsere Abwehrmittel? Richt Wehr und Waffen, aber etwas noch Wirksameres, nämlich das einfache und natürliche und im Herzen jedes Deutschen jetzt wieder entfachte Mittel der Versagung jeder Mithilfe für den Feind der passiven Abwehr, über die keine Macht der Welt triumphieren kann, well sie von keiner Macht erreichbar ist, weil sie in dem Willen, in dem Herzen ruht unb nicht außgerottet werden kann, wenn wir weiter zusammentxrlten. (Bravo!) Diese Waffen, die wir haben, sollen von dem ganzen Volk angewendet werden. Zeder Einzelne sollte heute nicht bewertet werden nach der Partei, der er angehört, nach der Weltauffassung, die er hat, niemand dürste sich heute brüsten, mehr oder weniger vaterländisch gesinnt y.i sein, sondern das einzige Maß für den Wert des Deutschen besteht darin, inwieweit er in der Festigkeit seines Willens und in seiner Arbeit dazu beiträgt, daß diese Abwehr- front an der Ruhr aufrechterhalten unb auf dem geraden Wege erhalten wird, den die heutige Lage vorschreibt. (Bravo!) Damit das geschehen kann, muß vor allem die Ernährung gesichert sein. Ich bin dem Herrn Präsidenten dankbar, der zum Ausdruck gebracht hat, daß es an tec höchsten Zeit ist, alles, was an Umlage noch im Lande ist, mit größter Beschleunigung hereinzubringen Ich weih, daß Sie mit mir darin einig sind, daß nicht mit Lebensrnitteln und mit Brot spekuliert werden darf, sondern daß alles darangeseht werden muß, damit man dem Volke zu Preisen, diegezahlt werden können, das Brot zusührt. Ich richte diese Mahnung aber nicht etwa an Sie allein, ich richte diese Mahnung an alle Erwerbs- stände im Staate, aber auch im besetzten und vergewaltigten Gebiet, da leider Gottes Wucher unb Spekulation auf diesem Boden ihr Haupt erheben. Ich warne davor: denn jeder, der mit Brot und Nahrungsmitteln Wucher treibt, ift ein Verräter am Vaterland. (Sehr wahr!) Sie haben, meine Damen und Herren, durch die Spenden, die Sie in reichem Maße den Kämpfern an der Ruhr Angeführt haben, zugleich gezeigt, daß Sie willens sind, sich nicht mir mit Ihrer Arbeit, sondern auch mit Ihrer Opfer- Willigkeit in ben Dienst bet Abwehr zu stellen. Ich danke Ihnen dafür namens der Reichs re gierung aufrichtig. Ich bitte Sie aber, nicht zu vergessen, daß der Kampf auf lange Zei t eingestellt fein muh, daß wir uns nicht verrechnen hülfen unb die Nerven unb bie Arbeitskraft des Volkes an der Ruhr uns erhalten müssen. Lieber auf längere Zeit als es nötig ist, als auch nur eine Stunde zu wenig. (Sehr wahr!) Wir muffen uns klar darüber fein, daß biefe Abwehrfront nur erhalten werden kann, wenn die Vereinfachung der Lebenshaltung alle Kreise ergreift. Lassen wir uns nicht als praktische Männer, die wir sind, betören und berauschen wir uns nicht an feierlichen Protesten, wenn sie noch so sehr in Wort und Schrift die 2 Aach ftner Blättermeldung auf Essen drang gestern abend irtnc ® nippe französischer und belgischer Soldaten bi ebie Dlnschaft in der Tunnstrahe und verschaffte fiH mUGewaltDetränke, nachdem ihnen die Deradfolgung verweigert wurde. 21U zwei Schutzpolizeibeamte hinzu- kamen, entstand -wischen Ihnen und den Soldaten eine Aueetnandersenung. tn deren Der- lauf die Franzosen und Belgier mit dem Xe» volver drohten Daraus Logen auch die Poll- -Men die Revolver. Es kam -u einer Schieberei, wobei zwei Franzosen und zwei Belgier so schwere Derleyun- gen erlitten, da- sie ins Krankenhaus ge» bracht werden muhten. Essen, 16. Febr sDTB.) Heute mittag wurde das Polizeipräsidium von einer Kompagnie Infanterie und Pan-erautoS u m- ftellL Aiemand kam aus dem Gebäude heraus, niemand durste es betreten. 3n der Stadt wurden sämtliche Schupobeamte, die sich nicht rechtzeitig tn Sicherheit bringen konnten, verhaftet. Das Stadttheater wurde für den Sffentlichen Verkehr geschlossen Ein Doppelposten verhindert das Betreten des Gebäudes. Die aestrige Besetzung des Aot-ouseS und des Stadttheater« ist nach Angabe der Franzosen als eine Repressalie zu betrachten. Die Ursache der Repressalie konnte nicht angegeben werden. Die Verhaftungen bauern im ganzen besetzten Gebiet fort. Dir tonnen nur einzelne herausgreifen: Dortmund, 16. Febr (Dolfs.) Heute Mittag wurde Oberbürgermeister Dr. Sich- boffaue dem Rathaus heraus verhaftet und im Auw wegqefü' icrbem wurden der stellvertretende äanbrat des Landkreises Dortmund Regierungsassessor Bitter undReichS- bankdireltor Müller verhaftet. Um die Der- Haftungen durchzuführen, waren drei Kompag- nlen Infanterie mit acht bespannten Maschinengewehren und drei Schwadronen Kavallerie mit Minenwerfern in die Stadt ein- gerütft. Der Oberbürgermeister von Oberhausen vor dem französischen Kriegsgericht. Essen, 16. Febr. sDTB.) Dor dem fran-bsischen Kriegsgericht in Bretz e n , y begannen heute vormittag die an gekündigten Der Handlungen. Zunächst wurde argen Oberbürgermeister Haven- fleln von Oberhausen verhandelt. Der Angeklagte hat am 7„ 8. und 9. Februar dem Bahnhof Oberhausen das elektrische Licht verweigert und ist beschuldigt, dadurch den Der- kehr gestört zu Haden. Rechtsanwalt Dr. Gri m m bestritt tn längeren Ausführungen die Zuständigkeit des Gerichts. Der Gerichtshof erklärte sich jedoch nach kurzer Beratung für zuständig Der französische Staatsanwalt beantragte die höchst zulässige Strafe. Alsdann wurde die Verhandlung bis li/t Uhr nachmittags vertagt DaS Begräbnis bei erschossenen Poilzelwachtmeisters Hutscher. Gelsenkirchen 17 Febr (DTB) Gestern vormittag erfolgte bet starker Beteiligung der B>- völlerung ble ÄftaUung bei non den Franzv'en erschoss«« Poltzeiwachimellters Hutscher Als bei der Bcelbiautasfeter ble ÄapeÜ: das Rlcderländischc Tkinfgtbei fpttlk, fangen all« Auweien den spontan die Delle mit Dährend- bcflen kreisten über dem Friedhof Iran* -bsische Flugzeug» und warfen Flugblätter ab Hier durch bemächtigte sich ber Je« vblkerung abermals eine grobe Erregung. Das gesamte brutf e Zollpersonal im besetzten Webtet entlassen. Paris, 17 Febr lDTBZ Davos meldet auS Koblenz: Dir Abeinlantzkommtsfion bat folgenben Beschluss gefasst Bom 20. Febr. 1923 ist bas gesamte deutsche Zoll- personal. und zwar sowohl das orls- anffllflgt. als auch bas aktive, bal zur Zeit Im veiev«. ' Gebiet Dienst tut entlassen Der .ivilbirekNonsauslchutz ber birch die Ordonnanz Otr 235 ber Rheinlanbkvmnüslion etngrtefit wurde, ist beauftrag! worden, den Zolldienst Im besetzten Gebiet zu sichern. Die Memelsrage. PariS 16 Febr (DTBll Die Botschaft cre tonfemu bat heute vormittag in t»r Tic m e l - frage entschieden dass die Souveränität über ktas Gebiet Litauen *ugesprochen und von der Regierung Jtailtu« Weiler verwaltet werben soll. Litauen must tetech (Ktrt'te TVNnaune. n über bas IcanlUtrc'en zu Datier und das Jtegt.nc bei Hafens zuge'Ukxn Hue dem Veitde. Hohe StnuOhmem ans bet tabafWeun. Aus Kreisen ber Labakintzustrle wird uns geschrieben: Die Xabflffteuer Hai bem Reich, nach Mitteilungen interessierter Stellen. In den letzten Monaten ansehnliche Grträgni'se gebracht. Das Aufkommen aus ber Lada Steuer war tm Monat Dezember v. I-Ü^Milliarben Mark. Damit hat ble Tabaksteuer vaS 3,6- fache von den ü Innah men aus sämtlichen übrigen Indirekten Steuern tufammen erbracht, ausgenommen hie Kohlensteuer, ledvch elnge- schlo'sen die LtaatSmonopole. jn de? Monaten Achrll bis Dezember 1922 hat ble Ta PafTTeuer mft TT,7 MM Lar den Mart ein Ergebnis gehabt, das 61 Prozent über dem Etatsvoranschlag für das ganze Rechnungsjahr Uegt. Die wett das Jab affte neraufümi- men auch unter der gegenwärtigen katastrophalen Wirtschaftslage im Tadakgewerbe zu leiden haben wird, läßt sich nicht Voraussagen. Eine Ermäßigung der Zoll- und Steuersätze könnte dem Tabakgewerbe vielleicht etwas aufhelfen, was letzten Endes auch dem Tabak- fteuerertrag zugute kommen würbe. Deutscher Reichstag. 302 Sitzung, 2 Uhr nachmittags Berlin. 16 Febr 1963. Der 11. Aachtragsmat. der BesolbungS- aufbefferungen enthält, wtrb auf Antrag des Ha s^ll saa Schultes In zweiter unb dritter Beravmg unverändert angenommen. 3n ber bi* n folgenden Fertfetzung de zweiten Beratung des Haushalts des Innern führt Adg Dulle (Deutle25b:L) aus. trotz aller Berspoechungei der RooewdermLnner fei der Obrtgtelt/rtaal aeblLeben. 3m Gegensatz zu der oft vertu ndeen Theorie des Einheitsstaates Dämmert sich praktisch die SvziLldemrkralie an dir Aosrechterbaltung der Einzei^aten, in denen sie die Verwaltung tn chänden hätte. Die tedalirtt'd) regierten Staaren hatten geradezu ein Bündnis abgeschlossen. Unter grober Unruhe der Sozialdemokraten erklärt ber Redner Dir übernehmen in dufunft den Schutz unserer Versammlungen selbst. Denn wir verdroschen werden .barm »ollen auch andere verdroschen werden Der Redner protestiert dann heftig gegen die .^sthaliung der Deutsch-Dölkischen auf dem Bihnho' Gera und gegen die Darstellung der thüringi'che i Regierung. Die Tatsache, dah in sozialistisch regierten Staa- Jtitftntt öao vcliW Doltaopftr! ten dtzr jüdische Grvstkapitaltsmus au unerhörter Macht gelangt sei, beweise die Abhängigkeit der roten Internationale von der südlich-goldenen internationale. Tc onbert empdrertb sei der Tierrat der Badischen Anilm- und Soba- labrtt (Rus bei den Sozialisten Und das sind Christen!) Die nationale ALwe'rfront werde von den Sozialisten durch den Dolchstoss von hinten zerstört. Adg Degmann (USP.) potenrifiert gegen den Brrredner. der mit den von Russland etn- gewanderlen Gegenrevolutionären zusammen- afbeitt. Dicke schid'.g'en bie Deutschen weit mehr als die armen Ostjuden. Aba. Moses (6.) fordert Aufklärung ber Deit über das furchtbare Glend. daS in Deutschland herrscht. Das Äungerüerben gebe um und die Unterernährung schasse den Boden zur Ber» brettung von Seuchen, die auch vor den Landes- grenzen nicht Halt machen mürben. Der Redner gibt erschütternde Beispiele für die Unterernährung und Verseuchung der Kinder, namentlich in den Grohstädten Dazu komme die neue grosse Gefahr einer weiteren Verbreitung der GeschlechtS- 'uii’flritcn. Mimal tm Rukra^ et. wo die Geschlechtskrankenanstalten beschlagnahmt und die ungeheilten Geschlechtskranken aus die Menschbeit irsgelassen werden. Das bisherige Rotgeley sei völlig unzureichend, es müsse jetzt energisch ein- gegriffen tt'erbcn. Reichsmlnister Oefer bittet, in dieser schweren Zeit nicht die vorhandenen Gegensätze zu verschärfen. Das der Vorredner über den furchtbaren Zustand unserer Volksgesundheit gesagt habe, fd leider tast durchweg richtig Die Regierung beteile einen Bericht darüber vor. der das TUb vielleicht noch mehr verdüstern werde. Dass an bem Abwehrkampf an ber Ruhr auch Anhänge. des alten Reglms beteiligt feien, sei ein Beweis sür die sehr erfreuliche Verstärkung des StoatsgedankenS Auch in Hantwver. am Rhein und in der Pfalz sei der Rc.chsgedanke mächtig gestärkt worden Gin Strom von Segen gehe aus von dem Zentralpunkt der deutschen Republik. Gr als Verwalter der Ausgabe, ein Hüter der Reichsverfassung zu sein, habe den Versuch des Ausgleichs zwilchen Reich und Ländern gemacht, und in Sachsen und Thüringen Entgegenkommen gefunden Der Abgeordnete Dalle Irre, wenn er glaube, dah das thüringische Vorgehen vorn Reiche veranlagt sei Aber das Reich Bant nicht tatenlos zuseben. wenn stch überall Haufen zeigten, die für trgei d tnr: P tfch Daf en v rl.ingten Darim K-t ber RetchSverkehrsmintster solchen Versuchen in einem Erlass cnigegcngttreten Die politischen Beamten mühten auf dem Boden der HepibUf stehen von den Übrigen Boomten werde keine bestimmte UrberAnivTJng verlangt, aber die A^ hing vor dem Staat unb lernen Hoheitszeichen Der Redner schltestt mit einem Dank an die Kämpfer an der Rubr unb mit der Versicherung, bah He Regierung dte dort entn mvb^Xben Zwischenruf-n un^rbrechcn. die Barsche Anilin- unb Oobafab'tf gegen t. kDxi6lrv dx weitere Beitrittt sind in sichere Aussicht gestellt. Wilder Ketreidehandel. Bon arnlllcher Stelle wird uns geschrieben: Eine Unsitte, die nicht scharf genug verurteilt werden kann, ist neuerdings dadurch entstandest, dah viele halbwüchsige Burschen und Mädchen tagtäglich auf die Dörfer ziehen und dort Brotgetreide gegen Knöpfe, Zwirn. Schmiere, Löffel usw. cm- taufchcn und diese Frucht dann später an hiesige Mühlen und Frucht Händler zu teuren Preisen verkaufen. Dieser totlbe, skrupellose Handel verteuert nur das Brot, denn durch ihn wird lediglich ein unnützes Zwischen- alleb zwischen die Porduzenren und die Verbraucher eingeschoben. Ferner wirb dadurch mancher Jugendliche verdorben, der. wenn er sich an diese« Treiben gewöhnt hat, einer geregelten Arbeit nicht mehr nachgehen will. Da« beste Mittel gegen diese Unsitte wäre, wenn die Abnehmer tn Stadt und Land keinerlei Handelsverkehr mtt bie- fen wilden Händlern ein gehen würden. •• Die Mllchverkaussvrbnung für den Kreis Glehen bringt das Kreisamt tn einer Bekanntmachung Im neuerten AmtSverkündt- gungsblatt allen Mllchhu b'em. MUchfammlem unb Molker«ibcstkvm zur genauesten Beachtung tn Erinnerung 2s wird besonders auf folgend» Bestimmung aufmerksam gemacht. .Gefähe. tn denen Milch ton einem Produzenten an c.nen Händler ober von einem Händler an einen anderen Händler befördert wird, müssen von bem Absender mtt einem gegen unbefugtes Oeftnen flchcmden Verschluss» IPlomben, Siegel oder dergleichen) und mit einem Kenftzeichm. aus welchem der Absender ersichtlich irt, versehen sein Der Verfchlust darf nur bn Beiteln des Empfängers ober fernes Beauftragten geöffnet werden. -Sine Sonderausgabe von Brok kündigt da« Lebensmirrelamt im heutigen Anzeigenteil an. - Der Brotpreis tn der Stadt Diesten ist mit Wirkung vom nächsten Montag ab auf 610 Mark für ein ISOO-Grumm- Markend rot festgesetzt worden. Die Brotmarken Rr. 7 können noch bis einschl. nächsten Dienstag zum alten Preise beliefert werden. •• Sinbruchsdiebstähle. Während der vergangenen Rächt wurden aus einer hie- Hgtn Speiseanstalt mittels Einbruchs l7Pfh. Margarine, einige Pfund Schmalz, kondensierte Milch. Mal-kaffee. Ster und fonstlge Le- bensmtttel entwendet. — Bet einem Keller- etnbrnch in der Dacht zum Mittwoch wurden 100 Sier, eine Flasche französischen Sekt, eine Flasch« Schvedenpunsch. einige Flaschen eingemachte Bohnen und MUchslä'chchen mtt ber Aufschrift ,Milchkuranstall Schwetcken in Heidelberg" gestohlen. Sachbienluhe Mitteilungen nimmt die Krimtnalpvlt-ei entgegen. — Fest der Silbernen Hochzeit tetert am 19 Februar das Ghrpaa- Tteerg Bru- ftuS und Frau geb Garn Dolltorstraste 15 wohnhatt Bornottzc». — Tageskalender für Samstag ötobtlbeattr. 4 Ubc .Dllhekm tefl" - Gate Octo. 8 Uhr .Gin Dun7e.^bend tm Orient" — Astvric»Lichtspiele, heute unb raorg.n Der glü- fcmbe «it'ioa-. 6 eptlDÖc. unb ,3m Rausch» ber Macht" — Lichtspiekbaus Bahnhofstraße T*e •ünf 5ranfhi:ter” unb .Die Besetzung von G'en f 'rB Ne FvanzrfenE - dalast-Och'^pel-. .Am Aonb» her Grvststabt" unb .Ehaplln auf dem Maskenball" — Tageskalenber für Svnniag. Ltadtthea:er. 3», Uhr: .Dte drei Haule- Männerchen"; 7 Uhr .Schwarzwoldmädel" — Astvria-Lichtlpiele. 11 Uhr Frlmvpnraq über ^Hypnose in der HeilLrnlt". — Hotel Hop. fett». 10 Uhr: MonatSveriammlung der Da menlchneider der ZwangSinnung des Kreises b esten. - Phvfwlog'.fchos Onstivtt, 5 Uhr: Borrrng über Atmung. HL — Eaf- Leib, I 8 Uhr: .Gttr DuTrderadend tm Ortern". — TuTnholle tOewaldsganenl. S Uhr: 3r. > narionalt Bo^ürnpfe. — Palast-Ltchtsrn« . ab heute .Der Graf von Gssek'. — 3e der .Hc 11 i« cheu Bereinigung sürVolksku^b» wird am achten Mittwoch ^terrrr K. Rühl ouj ?leschei-petm tb'S sprech n über .Blicke tn das Seelenleben des Vogelsberger (Bauer e". Pfarrer Rühl war lange Ja »re tm höchsten Vogelsberg tätig. Gr if: weiteren Kreter, burch tennmib- rcich: unb strnnnungsvokte Au'kätze befcumt geworden. fo besonders Xrrch ber Betrachtrn^-n .Aus metner Drrfttrche" All» Fretnde entere« VvlksNnneS fewn auf den 'De* rch des Vortrags butgeeneten RähereS «tthäll bw Anze.gc in bet hcn igen R immer — Dttfenscha l tlicher Filmvnrtrng über .Hypnos» in de r Heilkunst" Für die lteTanfkiinmjL dte morgen tormtttag 11 U^r in den AHorte-Ltchtlpielen stattfm)«. ist Dr eneb Ä. D Gerlter gewonnen Gs toerben habet gänzlich neuartig» und selten» Aufnahme« aus her Anwendung ber Ht)rnost zu Hetl.zweSen zur Bc>r- ♦übrung gelangen b<« mtt Hilte der Finna Le tz hi Detzter herg-stellt ffnb Der Remerids Metz der Studentendilte tn Gtesten zu — 3 m Lichtspielhaus. BahnhoMratze wirb vom Montag ad bugai b Alberts Dpt .X teil an b" tm gUm ge*< gt 3n ber Darstellung sind namtxd:» ^chuu'p.^ter beschäftigt u rd der szenischen Um a^murg iss besondere Aufm» k sarnsett gewidmet worben. VZcttervoraussMgc für Sonntag: Meist trübe« Detter mtt Heyen, ztemüch mllb Sübwestwinh Tiefer Druck breitet sich ostwärts aus enb wirb für dte nächsten Tage das Detter bestimmen Landkreis «testen. s- Trohe, 16 Febr Zwei btdtgen Familten wurde tn der letzten Rächt Die getarnte, tm Garten Sm Trvknen au ge -ünate Däfche gestohlen, rt dem trocknen Froltweiter tonale Leiber bar Polizeihund die Spur des Diebes nicht finden Der Diebstahl zeigt wieder einmal deutlich, orte letcht'mnig es ist, die Däsche über Lucht tm Freien hangen zu kiffen • Annerod. 16. Febr. Für die Ruhr- bllfe tourben In unserer Gemeinde au her 28 577 Mark 28 3entncr Kartoffeln unb 11 Zentner Frucht gesammelt. • Leihgestern. 17 Fede DaS Fest der silbernen Hochzeit feiern morgen der Rottenführer Karl Hahn unb Frau Marte, geb Vellen • Londorf, 16. Febr Die Sammlung für daS Deutsche VolkSopfer ergab In unterer Gemeinde 171 180 Mk.. wovon 9800 Mk für Säcke verwendet wurden, um dl» getammelten Raturallen, 13 Ztr Korn, p/t Ztr Mcdl. 27*/. 3tr. Kartoffeln, zu nertenben. 161 380 Mk. wurden an die Sammel stell» des .Giessen,-, Anzeiger«" abgefübrt • Deickart s Hain, 16. Febr Dte B leg- schaft der Gewerkschaft Lute u. Zlsdvrf spendet» für das Deutsche Volksopfer den Betrag von 184 603 Mk. der an die Sammelstelle be* .Giehener Anzeigers" gesandt wurde Kreis Lauterbach. * Herbstein. 16. Febr Der Gemeinde- r o t hat aus der Gemeindekaste eine halbe Million Mark für das deutsche Bolks- opftr zur Beifügung gestellt. Kreis Schotten. * Ober-Seemen. 14 Febr. Für das Den tsche Bolksopfer kam in unterem Dors ein überaus stattliches Sammet-Ergebnis zustande Auster Kartoffeln unb Frucht wurden am Sonntag 348 240 Mk. gesammelt Rechnet man die Beträge hinzu, ble «ich dte in bem Ellen werk und an ber Talsperre Hirzenhain beschäftigten btengen Arbeite in Höbe eine« SiunbenlohneS von ihrem letzten Dvchen verdien ft ab^tt of l ergab 1029 300 Mk — Gestern wurden auf bem Mdlgen Dochenmartt bei verschiedene» Händlerinnen grössere Mengen Butter beschlagnahmt. Dte Händlerinnen waren nicht bn Besitze deS Helau dell« schein»« zum Aufkauf von Butter und Käte Gtn strafrechtlich^ Verfahe«» ist anhängig gemach« 'Bad-Rauheim. 16 Febr. Die Stadt- vervrbnetEn.BersatTnnlunq beschäftiate sich t» ihrer füngfrtn Sitzung mit btt 2teufcfiutd 5&0 Ml .. 1 jeden weiteren ebenfalls 5000 Mk Steuer zu fordern GS wurde ein Ausschuss gewählt, der Slenererntäss gütigen auf Grund deS Einkommens. de« Vermögens und der Hundeart gewähren kann. Für Zug- und Dachhunde soll von vornherein Steuerermässigung eintreten, wenn die Berwenbang der Hunde glaudhaft aachgewLesen wird. — Die Stadtverordneten haben bie Stadtverwaltung beauftragt, mit der Bade- und Kurverwaltung wegen Errichtung einer Badeanstalt Im Teich tn Verhandlung zu treten, lHoffentlich wirb die Kurverwaltung sich die Sache gründlich überlegen, denn eine Verschandelung des Sand- schaftSblldes durch den Bretterbau einer sol- ßeuttger Stand des Dollars 10 ll-r Vormittage Berll» 19000, Frankfurt a_ M 19 700. ,8*A- - 1 ^Ctcini Ä nij6en 'Aen hxKrrer 5, durch^kerg Ahe beClni^ die A^gs ^eige?n A^btttrn ^lltui'ir y Mittag n K tttibet tt.V Uhr Üufnah^ 1 ^°Ntz -SL Sä 2ufme7 sage 1g: ^en,Sie«ÜchoiN ofjtoörti MS unh etzen. hiesigen FaMten im Tarten ^Eg^stvhlem bmue leider l« nicht finden Mnal deutlich,^ >e über Licht im §ür die Ruhr, lemde anher 28 517 “ri 11 Zentner dr. DaS Fest der ern morgen der Frau Blarie, geb. die Sammlung für :r ergab in unserer m M) M für it die gesammelten . IV, 3tr. Mehl, senden. 161380 M. ille des .Tiehener !. Febr. Die Beleg- u. IiLdvrf spendete opfer den Betrag e Sammelstelle de» wurde bach. &r ©emeinbfr ffe eine halbe uische BvNL- ien. Febr. Ar oaS tm in unserem Dors l-Ergebnis zustande. tnurben am Sonn- Rechnet man die Bern Eisenwerk und an reschäftigten hiengen denlohnes von ihrem leben liehen, j) e> f über 400 000 W berg. ihr Bon den ober- Hessischen Baum- eutsche B9IB* iubach: 26 410 M - Frucht. Diebach Ur. Aartoffebi, HJ5 hnen. Inheiden: fto®, 13 Str- I Bit 97,5 Ztr. Äor* Ar «l, 1.55 Ztr- , 20 Str. ML 9520 «, °L Banst adt.^b^ L-Ä« '»Sä ««■ta !%. Sie 6|ai*' ® Y.A rffl? und fu* > Steuer zu SO??aelvählt. E fi SinloM' Sl<. ndeart fl* ^?Auade soll nd Eintreten. lüßiguuS ^ubhast . Stadtvew mlt ,g Äüi ittogszgroo. t$t 6*^* chen Anstatt toöre sehr zu bedauern.) — Die ' MietzuschlLge sind vom KreiScunt für I unsere Stadt tote folgt festgesetzt toorden: Für Januar 2000 Proz., ab 1. Februar 2200 Proz. 'Butzbach, 16. Febr. CBon derDuhbach- L i ch« r Eisenbahnverwaltung wirb uns mitgeteilt: Eine unter dem Vorsitz des Landtags- Abgeordneten Fenchel ftattgehabte Besprechung, an der als Vertreter der hessischen 'Regierung Geheimer Oberbau rat G e i b e l, sowie als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Butzbach- Sicher Eisenbahn Medizinal rat Dr. Vogt teil« nahmen, besahte sich mit der Rotlage der D u h - bach- Sicher Dahn, die zu einer, fast der Stillegung gleichenden Einschränkung des Verkehrs geführt hat. Lcmdtags-Abge- ordneter Fenchel und Medizinalrat Dr. Vogt wurden beauftragt, bei der Kohlenwirtschaftsstelle und der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. wegen Beschaffung von Kohlen sofort persönlich vorstellig zu werden. Ein Versuch, den ganz geringen Kohlenvorrat mit Braunkohlen zu ftrcl» fen, deren Lieferung aus staatlichen Werken der Rcgierungsvertreter in Aussicht stellte, soll jedenfalls gemacht werden. Hoffentlich fuhren diese Anstrengungen, die die hessische Regierung unterstützen wird, zu dem Ergebnis, dah auch der Zugverkehr auf der Strecke baldigst wieder eine Besserung erfährt. ' Hessen-Nassau. Die Glstmordaffäre Werner. fpd. Frankfurta. M., 16. Febr. Wenn sich die Derdachtsgrlinde bestätigen, dann dürfte die Tiftmvrdafsäre des Krankenpflegers Werner einen größeren Umfang annehmen, als der noch in frischer Erinnerung stehende Giftmordprvzeh Karl Hopf. Obwohl Werner mit großer Kühnheit leugnet und über jede Einzelheit seiner Vernehmung Aotizen macht und Buch führt, häufen sich die Beweise für seine Schuld in rascher Weise. Es ist fest- gestellt, dah er das gefährliche Gift Hhoscin aus unredliche Weise durch Fälschungen von Rezepten erworben und es seinen Patienten eingespritzt hat. Soweit ermittelt werden konnte, kommen bis jetzt mindestens vier unter Werners Händen gestorbene Personen in Frage. Die Ermittelungen nach von Werner behandelten Personen erstrecken sich nach Königstein und vor allem auch nach Wiesbaden. In diesen beiden Orten hat Werner längere Zeit als Krankenpsleger zugebracht: hier finden dieser Tage umfangreiche Zeugenverneh- mim gen statt. Die Angelegenheit, die ebenso g rohes Aufsehen erregt als der „Fall Hopf", wird unseren Informationen nach noch weite Kreise ziehen. va. Biedenkopf, 15. Febr. Die Stadtverwaltung hat erneut 100 000 Mk. für die Armenunterstützung beveitgestellt. — Für die Sammlung Rheinlanddank sind bis jetzt beim Kreiswohlfahrtsamt 238 800 Mk. einge- gangen. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. •• Das Amtsverkündigungsblatt Ar. 14 vom 16. Februar enthält: Kreisausschuh- wähl. Verordnung zur Bekämpfung übertriebenen Aufwands. Gebühren der Schornsteinfeger. Vergnügungssteuer. Aufnahmeprüfung für die Auf- bauschule zu Friedberg. Schulinventar. Termin für die Einsendung der Gemeinde-, Mark- und Stiftungsrechnungen für 1921. Milchverkaufsvrd- nung für den Kreis Giehen. Fleischbeschaugebühren. CHIauI- und Klauenseuche. Bekämpfung der Tuberkulose. Kreisfüisorgerinnen. Gebühren der Feuervisitatoren. Dienstnachrichten. Handel. Börsenkurse. Datum: 14.2. 16.2. 14.2. 16. 2. 335, 120, 300,- IGO - Deutsche Bank 205 )0,- 22000.- ISOOft- 24U00,- Metallbank 46000,- 33100, Frankfurt a. M. Berlin Schlug SchUch. 5 Dergleichen Dlsch.Svar-Präm.-AnL 4°/} Preußische Konsol» 4°/, Hessen 3*V/o Hessen 3e/o Hessen......... 4J. Zollkürken 29500.-27000,-31000,-29000.- 6,/oGoldmerikaner 3000 0.- —330000,-270000— Berliner Handelsges. . 41500,-41000,- 400 Ok- Eommer» u. Privaibk. 10500.- 8000,— 9000,— 8500— Darmst.u Natwnalbank 10000,- 8300, — 9000, — 8750. — 94,50 93— 1060,- 1070— Mi'teldeui. Creditbank 7500— 6(^0,-7000,-6750,- Oesterr. Crediianstalt . 8200,- 6300,- 7910 - 6010— Bochumer Guh .... —,—51009,-58000,— —,— BuderuS 32000,-28000,-32)0)—28750— Earo 27000,-26003,- 27250—2750:),- Deutsch-Luremburg. . 61500,—-7)7500—59500,-58100— Gelsenkirchener Bergw59800>—5550-),- 57000—5850>)— Harvener Bergbau. -,—125000,-125000,-127500,- KalimerkAschersleben47500—:i40X),-4300k-31000— Kaliwerk Weiteregeln 46000—35000,— —,— Laurahlltte....... 32500— -—39000—32700— Oberbednri 39000—35000 -3^00a-34500— Phönix Bergbau. . .. 50000,-50000—47000,-59750.- Nheinstahl 52000, -55u00,-54030,—50250 - Riebeck Montan . . . 105000-103000,-113000,-110000,- TelluS Bergbau . . . 1400 ',—14500,— -,— -,— Hamburg-Amer. 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Keßler und Kinder Margarethe Keßler August Keßler und Frau Philipp Den. Steinbach, Hausen, den 17. Februar 1923. Die Beerdigung findet Montag, den 19. Februar, nachmittags 3 Uhr statt. utrd Pflujye ' AuJZ/cro/cren ' Cggerx v/alzeri /Jömo/cA/nan Ph.Mayf(irth &C9 rtabz.* /fo/c/w/een frankt urt 68 M> npeyUcAT yiiHimmminmninrnmiiiiiiiiiiiiiiHiuiimiimmifWiiu Louis Rothenberger 1 Gießen Frankfurt a. M., Wat i Nnmif 22 Adelbwtrtrefte 16 Tel. 176 2124. Telephon i Taunu« 4904. = Alteisen • Metalle • Lumpen ■- Papier »owle elmtl. Rohprodukte = Antiquitäten. 500 ß bWWWWWWWW.....WWWWWWWWMWW Ardeiter-Sekleidungzhaus K. Grünewal-, Gissten. lh Dtontog, ben 19. bi» 26 Februar 1923, grober preiswerter 1261h Massenvertaus omrrth. Hrbelt»lieodetnlt »UaaLlaeala Im Ransclie der Ml Uiaier Teil mit Üanaar Tolna»«. Ab Uno:*« drr eeaMliontUo Partarr Apachen- und Ab n teorer-FUm: |rt*c DasgelbeDreieck preiswert am Lager. Satin in allen Farben vorrätig. (01106 E. Schott, walltorstr.241. 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U WiMWO-ttz. KL 6aioerent. flnf 7. ktnbelF .Uba Afreiiaa. W. |ek& 11.1rTMH'Ib.-Bri<, nialjion3inf!enili fln- 7. SadetF .Ubt Sonn tau t.*. 3rbr. In ötihsirolrt. fln*. 3' » tfnbe /.L leiehntoMile C peretie in 3 fl!rtv von Cetm. fAenttta flvl. 7, «vbe V«»Utz» 5iying -er 2t De • 114 |ct HUI« sucht: dir - 5: Ihn soll. ■emttto 1 fcuabfd Avgekderg, Xtvui Wirt- |*r xW |c: Prämie t::b |. öer. 5* Ltdltet Lagt k» Lkadi Of füi en V’Ktn 1 5CJ00 2Karf RrYiflbcasbj fchttich de (Riipreebnit1 fleftid 20 MBM pcht Der vrtuUich r k Abgabe ßrtle 7*2 un» Ibd® L.btbür'i kTKKC 2 |jte ßrl* I Ml fl WMgangi aedmigt u Dirfung v Ser ÄAch Wiwcmt(m lu,g( Unter । Xomi * Nrffbuni Ist le< d iw Ms» Mt ^fcdir zr*° zogen Selbstversicherungsstock der Stadt. Der cms dem Rechnungsjahr 1921 für Scha° benfälle nicht gebrauchte Betrag von 19 961 Mk. soll zur Schaffung eines e>elbstversicherungsst)cks in die Dermögensverwallung überführt werden. Der für diesen Zweck im Voranschlag 1922 vorgesehene Betrag von 50 000 Mk. wird auf 500 000 Mark erhöht und der nach Ablauf des Rechnungsjahres verbleibende Restbetrag ebenfalls in die Vermögensverwaltung überführt. Llnterstühungdes Evang. Schwesternhauses und des St.-Ioseph°Kranken- Hauses. Beiden Häusern wird eine einmalige Beihilfe von je 100 000 Mk. bewilligt. Der Stadt soll von den Verwaltungen der Häuser eine Lieber- sicht dvrgelegt werden, aus der das« Verhältnis der Kranken aus Dieben zu denen aus sonstigen Orten ersichtlich ist. Gebührentarif der Dien st männer. Dem Antrag des Polizeiamts auf Erhöhung der Gebühren der Dienstmänner in der Stadt Dieben um das 20fache der im Januar 1922 fest- gelegten Sähe wird zugestimmt. Automobildroschkentarif. Dem neuen Automobildroschlentarif des Auto» mobildroschken-Llnternehrners Schilling wird zu- gestimmt. S chan kwi r t s!cha f ts-Er lau bn is g e f uche Befürwortet werden die Gesuche von Heinrich Dechert, Reuen Bare 5, Frau Minna Sol» dan. Reustadt 78, Heinrich Stecken, Eichgär- ten 50 (Liebigshöhe). Richt befürwortet wird Lfls Gesuch von Heinrich D r e m o n d, Steinstc. 76. Erhöhung des Standgeldes auf den Vieh- und Krämermäckten. Das Haus beschließt, das Standgeld wie folgt zu erhöhen: a) auf den Krämer markten: für einen Stand bis zu 3 Meter Länge 100 Mk., über 3 Meter Länge 200 Mk., für einen überbauten Stand bis zu 3 Meter Länge 150 Mk., über 3 Meter Länge 300 Mk., für einen Sack Zwiebeln usw. 30 Mk., für Karussells, Panoramen und dergleichen für den laufenden Meter 100 Mk.: b) auf den Viehmärkten: für ein Pferd 300 Mk., ein Fohlen 150 R7k-, einen Ochsen 300 Mk., eine Kuh oder ein Rind 250 Mk., ein Schwein 200 Mk., ein Kalb 100 Ml., ein Ferkel 50 Mk. Die Verwaltung wird ermächtigt, diese Ge- bühren ohne weiteres den jeweiligen Geldwertverhältnissen anzupassen. Erhöhung derWochenmarktgebühren Dem Anträge des Markt-Ausschusses folgend, beschließt das Haus folgende Erhöhung: für das Verwiegen von Butter: für jedes halbe Kilo 5Mk. für das Verwiegen von Kartoffeln. Obst und sonstigen Marktgegenständen: für Kartoffeln in Mengen bis zu 10 Kilo 5 Mk. für jede weitere angefangene 5 Kilo 5 Mk. für Obst und sonstige Marktgegesv- stände in Mengen bis zu 25 Kilo 20 Mk. für jede weitere an gefangene 10 Kilo 20 Mk. Das Standgeld für jeben Tag und jeden in Benutzung genommenen laiu senden Meter Platz 50 Mk. für den Verkauf von Marktgegenftän- den vom Wagen auS: für jeden Handwagen und jeden bespannten Wagen von weniger als 2 Meter Länge 100 Mk. für jeden bespannten Wagen von mehr als 2 Meter Länge 200 Mk. Auch hier wird der Verwaltung das Recht erteilt, die Gebühren ohne weiteres den jeweiligen Geldweräverhältnissen anzupassen. 3n diesem wie im vorhergehenden Falle s Dtlen die Erträge aus den Gebühren nur die tatsächlichen Lin kosten der Stadt decken, keineswegs aber Gewinne bezwecken. Abhitzeverwertung im Gaswerk. Zur Ergänzung der am 1. Dezember 1922 beschlossenen Abhitzeverwertungsanlage im Gaswerk M.41 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen) wird für die städtischen (Rachdruck v^cboten.) 42. Fortsetzung. Kugelberg) erhält die 'oeiteren verzinslichen 10 Millionen Mark. Arbeitsordnung Genossenschaft noch einen Baukvstenvorschuh von Aus- eines rung der Weganlage und Anpflanzungen ein Kredit von 2 100 000 Mk. bewilligt Stadtv. S ch w i e d e r bedauert in der spräche, daß man früher der Einrichtung noch immer etwas zu essen. Wo er's hernahm, fragten sie weiter nicht, er konnte ja aus Steinen Brot zaubern. Lind schlug er mit seinem Stecken an einen leeren Krug, so floh daraus Schnaps, und aus dem Dampf seiner Esse konnte er Gesundheit und Krankheit Vorhersagen. Maria war coortkarg, sie erzählte nicht viel. Sie hätte auch nichts zu erzählen gewuht, selbst wenn Reugierige sie gefragt hätten: wenn sie vom Tal heraufkam, war der Vater immer allein. Rur nachts, wenn sie im Halbschlaf lag, Hörle sie manchmal gedampftes Sprechen: es beunruhigte sie. aber am Morgen war's wieder vergessen. All ihre Gedanken waren in der Mühle, waren da zu Haus Sie war dem Vater dankbar, dah er ihr so häufig erlaubte, hinunterzugehen. Es verwunderte sie, dah er es bereitwillig zusagte, wenn sie drum fragte. Sie blieb oft tagelang fort. Wenn es der Müllerin schlecht ging, konnte sie sie gar nicht entbehren. Geduldig sah sie dann auch des Rachts an dem alten Ehebett, hinter dessen geblümtem Kattunvvrhang die Kranke seufzte und sich ruhelos regte. Den Müller hatten sie ausquartiert, er schlief in der Kammer nebenan bei Hubert und Riklas, von wo es nach der großen Mahlstube ging. Darin waren die Gänge gestellt, er hörte das wohlbekannte Klappern, es schläferte ihm die Sorge um seine Frau ein; er schlief so fest, dah er's nicht einmal hörte, wenn einer der Söhne auf polterte, sobald das Läutewerk die Zeit zum Ausschütten meldete. Völlig angetan wie am Tag, nur den Pfeil aus dem R^t der Flechten gezogen, dah die ihr lang bis tief über den Rücken hingen, und in den großen Filzschuhen des Müllers, damit iyr Tritt leise war, sah dann Maria und wach'.?. Wenn sie ein wenig einzuduseln drohte, fuhr sie doch gleich wieder auf: „Wie ist Euch?" Sie war eine aufmerffante Wärterin: sowie die trockenen Lappen sich nur ein wenig regten, bot sie gleich einen Trunk an. Dann flüsterte die äfrau: Krematoriums nicht näher getreten ist. Er spricht für die Errichtung eines solchen Instituts, für das er auch auf starles Interesse aus der LImgegend rechnet. Stadtv. Schmidt vertritt denselben Standpunkt und verlangt, falls ein Krematorium nicht erbaut werden könne, wenigstens die Schaffung eines Verbrennungsofens, für den in der Fricdhofskapelle Raum gen g vorhanden fei. Redner beantragt, die Daudeputation zu beauftragen, einen Kostenanschlag in der erwähnten Richtung vorzulegen. Bürgermeister K r e n z i e n bemerkt, die Kosten würden sich heute wohl auf etwa 100 Millionen belaufen. Die Daudeputation werde beraten, ob man diese Aufwendung machen könne. Stadtv. Gverz spricht sich gegen ein Krematorium aus. allein schon aus Erwägungen hinsichtlich der Kohlensrage. Stadtv. Dr. Krausmül- l e r bittet, bei der Ausarbeitung von Vorschlägen im Hinblick auf die Finanzlage nur ganz bescheiden in den Plänen zu bleiben. Stadtv. Fischer mahnt ebenfalls, bei aller Sympathie mit der Anregung des Stadtv. Schwieder, hinsichtlich eines Krema- toriumbaues zurückhaltend zu fein. Die Abstimmung ergibt die Annahme des Antrages Schmidt, und zwar soll mitgeteUt werden, wie hoch die Kosten eines Krematoriums und die eines Verbrennungsofens bei der Anwendung einfachster Mittel sein werden. Beschaffung eines Leihsarges. Von der Firma Sehbold in Augsburg soll em sog Leihtarg als Mustersarg beschafft werden. Der dafür erforderliche Kredit von 140 000 Mark wird bewilligt. Zur Erläuterung der Vorlage bemerkt Bürgermeister Krenzien, der Leihsarg solle den eigentlichen Sarg uinlleiden. Der Letztere werde der Kosten wegen aus ganz einfachem Material bestehen. Bei der Bestattung werde der eigentliche Sarg in den Leihsarg gehoben und damit versenkt. Dann aber werde der Leihsarg aus der Gruft wieder herausgehoben und so stets bei allen Bestattungen Verwendung finben Die Beerdigungen würden also insofern verbilligt werden. als in Zukunft der eigentliche Sarg nicht mehr aus dem jetzt so teuren Holz zu beschaffen wäre. Stadtv. Vetters tritt für die Llebernahme der Bestattungskosten durch die Stadt ein und behält sich vor, demnächst geeignete Vorschläge zu machen. Bürgermeister Krenzien erflärt, die Stadt werde wohl nicht in der Lage fein, diese Kosten zu tragen. Stadtv. Dr. Krausmüller fragt, wie es mit der üeberlaffung von Holz der Stadt zu Särgen bestellt sei. Wenn die Angelegenheit auch schwierig fei, so muffe aber doch wohl den Minderbemittelten mit Holzüberlasfung zu Särgen entgegengekommen werden. Die Stadt habe ja genügend Holz. Bürgermeister Krenzien antwortet, eine Verbilligung von Holz für diesen Zweck fei nicht ins Auge gefaßt worden. Die Anfertigung von Särgen werde Sache der Geschäfte bleiben müffen. Die Abgabe von Holz zu Särgen werde wohl nicht allzu wesentlich zu einer Verbilligung der Särge beitragen, denn die Hauptsache bei der Kostenrechnung werde wohl auf die Ausführung der Arbeit entfallen. Stadtv. Dr. Krausmüller ertlärt, die Bevölkerung werde sich nur sehr schwer an den Leihsarg gewöhnen. Ihm sei es nicht glaubhaft, daß eine kostenlose Holzlieferung nicht wesentlich zur Verbilligung des Sarges beitragen solle. Stadtv. Schmidt schließt sich dieser Auffassung an, ebenso der Stadtv. S ch m a h l, der gleichfalls die Anregung unterstützt, den Minderbemittelten das HoH zum Sarge unentgeltlich zu ist eine Dampfturbine von der Berlin-Anh. Maschinenbau- A.-G. zu beschasien, für die ein Kredit von 882 200 Mk bewilligt wird, der sich nach gleitender Skala erhöht. Friedhof am Rodberg. Die Abteilung IV des Friedhofes am Rodberg soll nach dem Plane des Stadtbauamtes vom Dezember 1922 angelegt werden. Für die Ausfüh- Fr*« Sitzung der Stadtverordneten. Gießen, 15. Februar 1923. (Fortsetzung statt Schluß.) Aufgehobene Stiftung. Die im Jahre 1879 von der Stadtverordneten- Dersammlung zur Erinnerung an die im gleichen Jahre stattgehabte goldene Hochzeit des damaligen Deutschen Kaiserpaares errichtete Stiftung zu Gunsten bedürftiger Ehepaare, die ihr goldenes Ehejubiläum erleben, wird wegen Geringfügigkeit und Zwecklosigleit des Stiftungsbetrages aufgehoben. Der Dispositionsfonds des Oberbürgermeisters wird auf 50 000 Mk. erhöht und der Oberbürgermeister ermächtigt, vorlommenden- salls Eheleuten, die die goldene Hochzeit feiern und bedürftig sind, aus diesem Fonds eine Zuwendung zu gewähren. Beiträge zu gemeinnützigen Vereinen. Der Jahresbeitrag an den Fulda-Lahn- Kanalverein wird für das Kalenderjahr 1923 von 5000 Mk. auf 15 000 Mk- erhöht. Dem hiesigen Lesehallenverein wird der bare Jahres» b itrag für das Rechnungsjahr 1922 von 40000 Mark auf 200 000 Mk. heraufgesetzt. Dem CBer» ein für Kommunalwirtschaft und Kommunalpolitik wird für das Kalenderjahr 1923 ein Beitrag t >n 2220 Mk. gewährt. Als 2. Rachtragsumlage für den Deutschen Städtetag werden 27 200 Mk. bewilligt. Fremdenabgabe. Die Ortssahung über die Erhebung einer Fremdenabgabe in der Stadt Gießen wird bin- s'chtlich der Höhe der Abgabensähe zett- entsprechend geändert. Die Abgabe beträgt künftig 20 v. H. des täglichen Zimmer- oder Wohnungspreises. Die unterste Grenze des abgabepflichtigen Betrags wird auf 100 Mk. festgesetzt. Der Finanzausschuß erhält das Recht, all- monatlich entsprechend den Geldwertverhältnissen die Abgabe neu sestzusetzen. Freiwillige Sanitätskolon ne. Der Freiwilligen Sanitätstolonne vom Roten Kreuz wird vom Rechnungsjahr 1922 ab ein jährlicher Zuschuß von 50 000 Mk. einschließlich Ersatz der Prämienkosten für die Llnsallversicherung und der Kosten für die erhöhte Depotmiete bewilligt. Angenommen wird hierzu noch ein Antrag des Stadtv. Schmidt, nach dem die Scmitäts- krlonne verpflichtet sein soll, in jedem Falle ihre Hilfe zu gewähren, atch wenn der Hilfe- fucher die Kosten nicht bezahlen kann. In solchen Fällen sollen die Kosten auf*bie Stadtkasse übernommen werden. Baugenossenschaft 1894. Der Baugenossenschaft 1894 werden für die fm Bau begriffene Siedel rng an der Licher Straße weiteie Bautostenvorschüsse von 12,5 Millionen Mark auf die von der Stadt zu übernehmenden unrentierlichen Baukosten bewilligt. Für den 3. Bauabschnitt an der Licher Straße (Straße am WW, 1 Gram- movhon, 1 Mesier- vutzniaschine. eine Wringmaschine uitu- Die Bmlelgmma । findet stall: Montan, IS.Aebr., oachlnittaitsrudl, [ int groß. Saale des CasSLcib.Wa'lior : strahe 3S pünktlich and bestimmt. lMD L. Mthost fltridjtlid) becib. Tarator u. Auk» tionawr. Wer erteilt abends Fortgeschrittenem spanische» Unkmdii ein guter Junge war, das wußte sie langst, und , daß er nun die Maria, die Tochter vorn Schmr^> I- zu Krinkhof, lieb hatte, das wußte sie auch. Sie hatte nichts gegen das Mädchen; das war swar arm, aber seit das öfter herunter kam, um lhr in der Wirtschaft zu helfen, setzte sie die Unter dem McheMsilin Roman von Clara Viebi^. von Hernt Mk SgiS trofl oen i235r | h' *■ H betten (bauvtiächlich Un> terlialmng)? * Angebote nnt. 01 iw an den Äieg. fli'h Garten oder Acker 2dir. Ana. «• M ond^GienenerAnr. ssK Hörsaal 44 ? ” Universität Vortrag rung durch* •ren empfiehlt Wir Arbeiter. Die mit Ermächtigung des Dorschlagsaus- ichusfes am 15. Rovember 1922 abgeschlossene Arbeitsordnung für die städtischen Arbeiter wird genehmigt und die seitherige Arbeitsordnung mit Wirkung vom 1. Januar 1923 außer Kraft gesetzt. Der Abschluß der neuen Arbeitsordnung ist im Einvernehmen mit der Arbeiterschaft erfolgt. Aufgaben des Schulvorstandes werden im Interesse einer Vereinfachung des Geschäftsganges dem Stadtschulamt übertragen. Es handelt sich hier lediglich um eine Veränderung Der Zuständigle.t für Entscheidungen, also um eine rein verwaltungstechnische Maßnahme. Ober hessisches Museum. Ein für die Verstärkung der (Sifcngittcr der beiden Dop'-clsenster am Porzellans aal des Ober- hessischen Museums erforbortießer Kredit von 50 000 Mark wird glatt genehmigt. »AlMss S.K1” Mta 71-, beste Qoal,. Mttdem: 1 bochs. mth0Smifinncel i)L?elLQnbctt“ ■Jlöbel, at6: fomni Be"e»,ris»,.Ä i bmI0, Sviegel. 1 vooiograpbthflDp., ferner: verschiedene Herrenaorüne.gut erbah 2 leb. Reise- koffer.Damenklcider Belize,ige u. sonst. Hank» und Küchen» aeräte, sotvie ein komvI.Wirtsdüfctt, 1 Häckselmaschine, 1 Nollicil, 1 8im- mevofen, ISbraufcn« Zeit, sie fühlte sich oft seltsam müde. Im nahen Bertrich gab es eine Heilquelle, sie hatte die Bäder gebraucht, die vor Jahren viel besucht worden waren: sie erinnerte sich der Zeit, da der Kurfürst von Trier dort alljährlich zur Kur war. Die warmsprudelnde Quelle, die jetzt verödet lag, denn es traute sich wegen der Llnsicher» heit niemand von weiter her, hatte ihr aber keine Heilung gebracht; die war für andere Leiden, ihr faß die Krankheit am Herzen Ihre Füße waren ost so geschwollen, daß sie mit Mühe aus dem Bett zu ihrem Fensterplatz kommen konnte. Ein Glück, daß sie die Maria hatten! Die war immer zum helfen bereit. Wenn die Frau sich dann bei ihr bebaitfte, zog's wie ein erhellender Schein über das immer ernste dunkle Gesicht. Warum war das Mädchen so ernst, oft beinahe finster? Es war doch noch jung und hübsch und gesund. Die Müllerin fragte sich's und sprach auch mit dem Martin darüber. Es war das einzige, was sie an Maria Rikolai auszusehen hatte. ..Sie hat keine Mutter mehr," sprach der Sohn und sah die seine liebevoll an. Lind ihr Vater wqr ein seltsamer Kauz, in dessen Rähe es einem nicht wobl werden tonnte. Es war dem Schmied eigentlich nichts Liebles nachzusagen, unb doch wurde jetzt manches über ihn geredet. Da oben in seiner Hütte war's nicht geheuer, man sah welch: hineingehen, die man nicht faimtc, und sah sie nicht wieder heraus- Eommen. Rikolai mußte allerlei Leute bei sich beherbergen, die einen Llnterschlupf suchten. Aber wenn der Schmied nach Dorf Bertrich hinunter- kam zu seinem Freund, dem Metzger Bruttig, dann getraute sich doch keiner, ihn zu befragen. Der große Mann ging so auf gereckt und sah so abweisend aus mit seinen schwarzen Augen und dem langen Bart. Die Krinkhvfer oben aber schworen aus ihren Schmied. Der war ihr Doktor und auch sonst ihr Helfer: wenn in keiner Schublade mehr Brot war, dann fand sich bei ihm MU MU Der Herbst war gekommen mit vielen Farben, et machte bi.? kunterbunte Welt auch äußerlich bunt. Trotzdem nicht heiterer. Es wurde früh kalt. Als unten an der Mosel Reifnächte die Blätter versilberten. die die Sonne am Mittag noch einmal grün küßte, war im Koirdel und auf dem Plateau der Eisel schon Frost. Hungrige Krähen zogen in Scharen über die 5>ä uferleere und krächzten die grauen Mooszipfel an, die den verwitterten Tannen wie Bä^e um dre Gesichter wehten. Hustend strich der Fuchs durch den Wald, und die Wildsauen wühlten nach den letzten Von den einsamen Kohlenmetlern flieg kerzengerade, blau und werthrir sichtbar, der Rauch jetzt in die dünn gewordene Luft. An einsame Höfe zog sich das Wild heran. Die alte Frau in der Lleßmühle konnte von ihrem Fensterplatz die Rehe zählen, die im Abend- fitCf schatten aus dem Wald herunter zum Brückchen Siadttncdivi 1aaum^ i>€r Martin ihnen einen Futterplatz snnataa ' eingerichtet hatte mit Roßkastanien und Sjeu. Und s°n flip Ul 1!S’ dann läch?lte sie vor sich hin: daß ihr Jüngster - — ---------,nn"" unb HZAr t ihr in der Wirtschaft zu helfen, setzte )te oje ■ lini RfiPkMIl Tüchtigkeit dieser jungen Arme hoher ein als WpR Geld. Was war Geld heutzutage? V^nn man LfMdEbk. öie Taler im Strümps aud> untern Strohsack ver- barg, das Diebsgesindel, das jetzt umherstrrch, ffllltTOO®'" . sand sie auch da. Man mußte ja zittern, wenn 1' man Bargeld im Hause hatte. Die Müllerin hatte stark gealtert in letzter Samstag, (7. $ebruar (92? geben. In demselben Sinne äußern sich noch bU Stadtv. Haupt und Maier. Kredit für Erhöhung der städtischen Arbeiterlöhne. Für die feit 31. Dezember v Is. eingetretenen Lohnerhöhungen wird ein Kr^sit von 135 700 000 Mark bewilligt. (Schluß folgt.) Vermischtes. Räuberischer Lleberfall emeS Postamts. Berlin. 15. Febr. (WLD.) Heute abend hielt vor dem Postamt i n T e 11 o w ein Automobil, dem ca. 7 bis 9 junge Burschen entstiegen, die sich sofort in das Postamt begaben und Dort mit Armeepistolen die anwesenden Damen in Schach hießen. Um sich unkenntlich zu machen, hatten sie schwarze Masken vor das Gesicht gebunden. Sie raubten die Bestände an Brief» und OAcrtmarken im Betrage von etwa zwei Milltonen Mark. Um eine Benachrichtigung der Polizei zu verhindern, hatten sie die Fern- sprechleitungen zerschnitten Obwohl man die Post- verwaltungen in den umliegenden Ortschaften benachrichtigte, konnten die Täter nicht mehr gefaßt werden. Max Holz. B er l i n. 16. Febr. (WTB.) Wie der Amtliche Preußische Pressedienst von zuständiger Seite erfährt, ist von mehreren Personen der Versuch unternommen worden, den (Strafgefangenen Max Hölz z u befreien. Personen waren in das Gefängnis eingedrungen, hatten den Wäner an der Pforte überrumpelt und ihm die Schlüssel entrissen. Durch das Dazwischentreten anderer Beamten wurden jedoch die Eindringlinge an der Ausführung des Planes gehindert . Jedoch gelang es ihnen, unerkannt zu entkommen. Schwere Sturmkatastropheu. Reuhork, 16. Febr. (Wolff.) Die Vereinigten Staaten werden von schweren Stürmen heimgesucht, die zu Lande und ?,u Wasser großen Schaden mrrichten. Mehrere Schiffe sind gestrandet, oder in Seenot. 'Das Hvlzschisi „Mika" ist bei Kap Flattery ausgebrannt, die Besatzung ist gerettet. Ebenfalls bei Kap Flattery ist dem Vernehmen nach der britische Dampfer „Duncan Prince" mit 40 Mann Besatzung untergegangen. Er sandle gestern nachmittag folgenden Funkspruch: „Schiffbruch, wir ertrinken." Der italienische Dampfer „Mocensio" befindet sich 15 Meilen östlich Kap Lenny (Virginia) in sinkendem Zustand. Weite Landesstrecken litten durch starke Schnee stürme, die eine Anzahl Menschenleben forderten. Der Eisenbahn- und sonstige Verkehr ist behindert. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Gießen. Sonntag, 18. Februar (Invokavit) Stadtkirche. 9'/,: Psi'. Becker 11: Kinderk. der Markusgem. Psi.' Becker, 6: Psi. Mahr. Beichte und Feier des Abendmahls für Matth.- und Markusgem. — Donnerstag, 22. Febr. 8: Bibelst. f. d. Markusgem. — IohanneSkirche. 9'/,: zugl. Militärgottesd. Psi. Ausfeld, 11: Kinderk. f. d. Iohannesgem. Psi. Ausfeld, 6: Psi.Bechtolsheimer Beichte und Feier d. Abendmahls für Lukas- und Iohannesgem. 8: Dibelbespr. i. Iohanness. Psi. Mahr. — Mittw. 21. Febr. PasstonsgotteSd. Psi. Ausfeld. — Mrchberg. Volksopfer. — Lollar. l‘/2 Llhr. Daudringen. l‘/3 Llhr. Wieseck. 10 Llhr. Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, 17. Febr. 5 u. 8 Beicht. — Sonntag 18. Febr. 6' 2 Beicht, 7 Messe, Komm. d. Jungfrauen u. Hausangest., 8 Komm., 9 Hochamt m. Pr., 11 Messe m. Pr., 4'/. Vers. d. Iungsi. u. Hausangestellten, 57, Christen!, u. fakram. Bruderfchafts- andacht. — Sich. u,8 u. 7.3 Llhr. Hungen. ',,10 Llhr. Erhältlich in Apotheken. Risch u.vor- züglichwirk. 2712c „Merci“ und drückte ein wenig die Hand, die in scheuer Zärtlichkeit sie leise zu streicheln wagte. Ach, keinen Dank! Maria empfand es wie ein Glück, baß. sie hier sitzen durste und die Mutter des Martin pflegen. Wie wann faß sie hier, wie geborgen an diesem Bett, in dem einst der Martin geboren worden war an einem Sonntag. Ein Sonntagskind, auf Martinitag: seine Mutter hatte ihr das erzählt. Träumerisch sah sie ins Dunkel der Stube hinein, dem ein winziger Docht, auf einem Gesäß mit Oel schwimmend, einen ganz kleinen Schimmer von Beleuchtung gab Ob es ihr wohl vergömtt axir, auch einmal in solch einem Bett zu liegen? Das müßte schön sein! Sie seufzte bang-selig: der Martin hatte sie lieb Oh, der Martin, der Martin! Es wallte auf in ihrem Blut. Gestern abend, als er der Mutter gute Rächt gesagt, hatte er-sie an sich gezogen hier hinter dem Vorhang — er war nicht so schüchtern mehr — er hatte sie an sich gepreßt mit aller Kraft, und sie hatte nicht widerstehen können, und sie hatte ihn wieder geküßt und wieder. Oh, dec Martin, der Martin! Ob er jetzt droben in feinem Kämmerchen auch an sie dachte, wie sie hier unten an ihn? Oder ob er schlief? Wenn sie jetzt hinausichliche zum Taubenschlag — kein Mensch würde sie hören — sie würde sich über ihn beugen, die Hand fest auf seine Augen legen: „Wer ist da?" Der Martin würde auffahren, sie an sich reißen, sie gar nicht mehr lassen. Es durchschauerte sie. 2lbe nein, das durfte nich' sein! Er war zu schade für sie, er mußte sich einmal eine wählen, die rein war an. Leib und an Seele. Ein bitteres Gefühl flieg in Maria auf, alles bang-selige Glück war entschwunden. Sie fließ einen Seufzer aus, der, ohne daß sie es wußte, laut durch die Stube zitterte. (Fortsetzung folgt) ’S) ■ ^Hofeporhel-erOhtOS • q n Frankfurt/htü. gLarrovamaie bevorzugt i Zahnschmerz. Khe u ma Kopfschmerz ' : ____________________ Persil hleiht Persil I t4eici^r urx) dee^nfiztert. geeignet für alle Arten von Wäsche. In Onqinolpackunql AüetfMQe MeremMer; MINK1L e ciu, QUSSllDOe», auch» äer oirtDOwOnnen „Ml*KO“ (Henker» Waecn- ixx3 Owen• Sooai ■yj Wir empfehlen um rur Ausführung von Trans- iormatnren-Repara’uren aller Art (Neuwicklungen, Umwicklungen) Wir ftbcrwohmen ferner die regelmlBIge Ueberwechung und Iweteedheltueg von Transformatoren eu mÄOigen Preisen. Sorgflltirr. regelmAßigrUeberwachiinf' verhütet die hohen Konten grofler Reparaturen u. vermeldet lenge Betriebsstörungen. StiaeBflofieinoot! WM w hehlt OlOtB H 1 fri rentable. 4 mm ftarf G 1 riebim takle. 5 , 1 Lle überteuern' l»id »um Tünchen von Neubauten, ‘O'Pres. 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Josef Ärcuter, Fabrikant | Erna £ reut er geb. v. b Leck Meine Verlobung mit Fräulein Lent Äreufer, Tochter bes Fabrikanten Herrn Fofef Ärrnter unb feiner Frau Gemahlin Erna Äreuter geb o b Leck, beehr« ich mich anzuzeigen Waldbröl, 17. Februar 1923. 1-3- Äorl Engel, med. prakt. .................. ,, HMD ! /. möbel auf leiljüHlnBg Sliilsrlil 6. B. I. s. Mkll cinönwiflh 1 af et etn Gemengefutter, bestehend aus ausdauernden Fatirrpfta/uon, wie Or•»-, Ahe, Wirhenarten und dergiadun, and daher sehr nährstoffreich; hat er dm Vortnl, An einem weniger guten Boden einen hohen Ertrag ze liefern; Der Alleinvertrieb von Original Wagner’sehen Futterbau Ist mir für du Provinz Oberhausen überfragen norden. Du Vorteile des Wagner'^rhen Futterbaas und folgende. 3. Ul er unempfindlich gegen Nüsse und Kälte, sodaß auch bei strengen Wintern ein sicherer Ertrag tu erwarten Ist. wwe L. Robert Döll, Samenhandlung, Neustadt 46 Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Conq-®An», im Februar 1923. Gießen Branbplati 0Utr»e*M) Vogtschen Handelsschule Goetbestrafe 32 Telephon 2064. Prospekt frei. Katharine Bergb Otto Nern Irma Leser Hugo Kaminka Verlobte FürAnfert'gungfBlnerliEDschuhe und Ausführung von Reparaturen •-mpn-hlt »ich Kurt Frener • Gießen Rehehmaeher bei der Rio den len hilf e SchAne A««richt (Lrthrertemrr Wcv 18), TeL IWQ Lieferung auch an Private! Reparaturen werden auf Bmtrllnag abgeholt' Gestelltes I^eder und Gummbohlen werden anstandslos enr Verarbeitung angenommen. Rtetzach (Sieg) «leften fDlerlttpL 11) 18. Fadrsar 1923 Noch täglich Aufnahme für die neuen Han- delskurse. Auskunft and An- - Hansa- Schule J. Kunzelsnnnn Seitenweg 73 Telephon 821 Holt! Lear, icbcu Moulagl Hllbt tr. SchreitaHschiren Der Graf von Essex fnul«gl4Co..il*i Telephon 3M *0 l*7e auf dem SchaM. Tkgl/ch Aufnahme . . - Carl Hueaar . . Rota Val etil Stoewer Record and ideal •ofort li ter bar. Fnedr. Ktho« »rtilnaad Altan Nrgl I Ä'tbrmilrtbtn. ticrlmSW 11 —tl Graf Faeei..... Kbnlgto EMaabeUi Lord Nottingham I^dy Nettingham ladr Rstluud. .. Asthma kann ine Iva ILeSoch. nebcili - i i " bfi* nach mrla Ber lahr.fachl.geb Arztes in Wirken, ttabnb. Prrv.. Handcisseh. HERMES Bahnhofstraße 60. TeL 1097. Pvosp. fr Stenogr-, Ma- schlnenschr, Buchführung, Schön sch rein. Palast-Lichtspiele tirO»!««* sttrnthsvk« Thesler am Fialen Fagwa Klnpfer Agne« Straub . Frtti Kortner . Erna Moresa Drama In 6 Akten. — AnSerdmi Chaplin auf dem Maskenball Naehdrm er die aufeiAndUchea Schotten gr- echlagen. kehrt Graf E»«« x nac L»ndon «urtick. wo Ihm da« Volk aaiub^l' Di* K-'-'ligin fileabeih. d e dem Fel lherm vor allem Volk Ihrrn Mank ab etatteL faflt eine Hefe Neigunz «u Ibim die er aber nicht erwidern kann, da sein llen drr •rh- nnn 1 ad> Kut.iard geh-.rt. Durch all-rtri Intr guen renne1 en die Mlnieter den Grafen ann »einer Vor- isgeetrUuug bei der KAnigtn h-raueiudrtngst. Als Graf Faa- x nochmal* g g*n dt Schotten lieben mutt, haben seine Feinde freies bplel und können mit verloppeRen Krlftes ihr* »' Oh arbeit auf- nehme» l>as Ende: dal er dl* Uebe «einer hh Heule letaler Tag ElektrotBChn.Fahr.Offenbach vorm. Sehroeder A Co. Offenbach am Main Abt. Transformatorenwerk Waibs Motorwiegen D. R. F. a. mit Ihren unerreicht dastehenden Vonflfen: 1. I nhrlaatcier Anlauf des Moton, dadurch außerordentlich«' Schonung von Zuleitung und Motor. Krspamis^e an Sicherungen new. «. Allmähliche« nnd «anfte« Anla««eo der Arbrlcema- «ehlnen, b»eonder* derjenigen mit hoher Toureuiahl u. großen >chwung!ii assen. 3. Geringste Lagerd rücke, deshalb niedrigster Kraft- verbraueh. größte Haltburk. il der Lnger I. Ilh-men« r»pern 1«. I rhaltung der FJastkltAt, da In den Brthebspausen d e wAhrond der Arbeit entstandene Dehnung wieder ausgeglichen wird. . L. tiroUr Bei rlebeelcherin it und Bcquemhebkelt. 1 Ktincn der Riemen nicht wehr nötig ». A utomatlecbe Rtemenapennuog, Ausgleichung der Arbrltssiöße Im Riemen. 7, Antrleb«niögllehkell nach allen Richtungen. Im Betrieb anzusehen bei Hauptvertre'er. ilnD Friedrich C. Weiß, Grünberg. American Line RegelmÄBige Faeaagiar- und Fraohtdampfer Hamburg - Newyork Passagier dam pfer Doppclechraubendampfer „■aachaHa* . 24 Februar Doppclschraubendampfrr „■oagolla“ . . 10. Mlrz Drrischraubendampfer „minnekahda1* . . 20. , DoppelKhriubcndampfcr HMasohuriaM 3. April Doppebchraubendampfer „Mongolisu .14. . Dreischraubendampfer „■iaaekahda“ . . 21. • Doppelschraubendampf er „Hanohwria“ . S. Mai Frachidanipfsri Mamburg - Baltimore Hamburg - Boston Hamburg-Philadelphia usw. Auskunft erteilen American Line, Hamburg, Börsenbrücke 2 Vertreter: Wilh. Jullmann, Gießen, Bahnhofstr. 65. 7361A ________________________