llr. 108 Erscheint täglich, anher Sonn, und feiertags, mit berSamstagsbeilage: GiehenerFamilienb lotter Mona1liche8e)ug5preise: 3400Mark und 200Mark Trägerlohn,durch dieDost 36lX)Mark, auch beiNlcht- erscheinen einzelner Num- eiern infolge höherer Gewalt. - Fernsprech. Anschlüsse: fürdieSchrist- leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Gieße». poftscheätonto: firantfurt o. M. 11686. Erster Blatt Ns. Jahrgang Mittwoch, 9. Mai 1923 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen t>m(f und Verlag: vrühl'fche Univerfitätz-Vuch- und Zteindrnckerei R. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ahnejede Verbindlichkeit. Sreis für 1 mm höhe für nzeigenv. 27 mm Breite örtlich 80 Mk., auswärts 100MK.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 400MK.Bei Platzvorschrift 20Aufschlag. Hauptschriftletter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Leck, sämtlich in Giehen. Unerhörte Urteile Werden, 8. Mat. (WTD.) Die heutige Verhandlung begann gegen 9.15 Uhr vormittags. Sofort ergriff der Staatsanwalt das Wort und führte aus, in den Ereignissen vom 17. und 31. März sehe er den Beweis für das Bestehen eines vorbereiteten geheimen Komplotts und von Machenschaften gegen die Sicherheit der Be- satzungstruppen. Am 31. März sei außerdem eine Störung der öffentlichen Ordnung erfolgt. Alle Ereignisse vom 31. März hätten sich nach einem vorher genau vorbereiteten Plan abgespielt. Zu den einzelnen Angek.agtrn üi ergehend, hielt der Staatsanwalt es durch die Aussagen des französischen Soldaten für erwiesen, daß das Mitglied des Betriebsrats Müller um den bestehenden Plan gewußt habe, und danach habe er gehandelt. Auch stehe fest, daß er die Menge aufgereizt habe. Auch Groh habe von den Plänen vorher Kenntnis gehabt. Schräpler und Kuntz hätten den Befehl zum Heulen der Sirenen gegeben, aber in wessen Auftrag? Zn dem der verantwortlichen Direktoren und ihres Hauptes, Krupp. An ihrer Hand.klebe das Blut der toten Arbeiter und dcxs Blut der nrihhandelten ftxmzösffchen Soldaten. Aach etwa halbstündiger Rede stellte der Staatsanwalt kurz vor 10 Uhr den bereits gemeldeten Antrag. Aach dem Strafantrag des Staatsanwalts plädierte als erster Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Wolff- Berlin für die Freisprechung aller Angeklagten. Um 11 Uhr trat eine Pause bis 2 Uhr nachmittags ein. 3n der Aachmittagssihung sprach zunächst der Genfer Rechtsanwalt Professor Moriaud: Gr erklärt, dah er ein unbedingtes Vertrauen in das Gerechtigkeitsgefühl der französischen Offiziere sehe; er habe nur ars diesem Grunde die Verteidigung der Firma Krupp übernommen. Er müsse aber auch betonen, dah die Firma Krupp durch die Berufung eines Verteidigers, dessen grohe Sympathie für Frankreich bekannt sei, den Willen bekundet habe, dah ihre Verteidigung wirklich ohne Hah und Leid«rschaft geführt werde im Dienste der Wahrheit. Es sei übrigens eine grobe Täuschung, wenn man gegen die Firma Krupp einen politischen Tendenzprozeß führen wollte. Bei Krupp kenne man nur die Arbeit und den Willen zur Arbeit. Auch die Kundgebung vom 31. März könne man nur verstehen, wenn man auf die Wochen zurückblicke, die seit der Besetzung des Ruhrgebiets vergangen sind. Die Arbiter im ganzen Gebiet waren entschlossen, unter den Augen der französischen Soldaten nicht zu arbeiten. Die friedliche Ausübung des passiven Widerstandes hat seit Wochen stattgefunden, aber niemals hat die Militärbehörde Einspruch erhoben oder gar die Direktoren oder die Arbeiter gleichzeitig verhaftet. Der Verteidiger stellte sodann die Aussagen der Belastungszeugen denen der Entlastungszeugen gegenüber, um darzutun, dah die Arbeiter keine aggressiven Absichten hatten, sonst hätte der Betriebsrat nicht zwei Stunden mit dem französischen Offizier parlamentiert. Unter diesen Umständen sei es ganz unzulässig, eine Anklage auf Störung der öffentlichen Ordnung oder gar auf eine Verschwörung der Direktoren gegen die Sicher- h e i t der Besahunastruppen zu konstruieren. Der Verteidiger weist bann auf die besondere Stellung des Herrn Krupp von Dohlen im Kruppschen Unternehmen hin. Er habe nichts mit der Ausführung der Direktionsbeschlüsse zu tun und stehe dem ganzen Tatbestand fern. „Die Freisprechung," so schloß der Verteidiger, „ist unvermeidlich; die Vernunft will sie, die Gerechtigkeit verlangt sie. Französische Offiziere können ihre Ohren weder der Stimme der Vernunft noch der Stimme der Gerechtigkeit verschließen. Ich hoibe das unerschütterliche Vertrauen, dah die französischen Richter die Gerechtigkeit über alles stellen, dah keine andere Macht sie beherrschen kann noch darf. Ihr gerechtes Urteil wird der Achtung begegnen, auf die sie berechtigten Anspruch haben." Der Vertreter der Anklage erwiderte dem Verteidiger Dr. Wolf. Er bestreitet, dah der Aufsichtsrat bei Krupp sich auf eine administrative Konttolle beschränke und verwahrt sich gegen den Hinweis auf das Urteil, das vorigen Dienstag in Hattingen gefällt wurde. Auf der Hen- richshütte waren die französischen Soldaten nicht bedroht worden. Die Direktoren hätten sich sofort selbst zur Verfügung gestellt. Der Redner nimmt das Wort des Verteidigers auf, wonach es infolge des guten Einvernehmens bei Krupp selbst in den Jahren seit der Revvlutton keinen Streik gegeben habe; das beweise nur, dah bei Krupp die Arbeiter sich in Harmonie mit der Direktion befänden und deren Pläne ausführen. Das dürften die Richter als Franzosen nicht vergessen. Aach mehr als zweistündiger Beratung wurde gegen 6 Uhr im Krupp-Prozeh das Urteil gefällt. Es erhielten: Krupp von Dohlen und Halbach 15 Jahre Gefängnis und 100 Millionen Mark Geldstrafe, Direktor Bruhn 10 Jahre Gefängnis und 100 Millionen Mark Geldstrafe, Direktor Hartwig 15 Jahre Gefängnis und 100 Millionen Mark Geldstrafe, Direktor Oesterlen 15 Jahre Gefängnis und 100 Millionen Mark Geldstrafe, Direktor Schüfe r 20 Jahre Gefängnis und 100 Millionen Mark Geldstrafe, Direktor Dauer 20 Jahre Gefängnis und 100 Millionen Mark Geldstrafe, Direktor im Krupp-Prozetz. Schrepler 20 Jahre Gefängnis und 100 Millionen Mark Geldstrafe. Direktor K u n h 20 Jahre Gefängnis und 100 Millionen Mark Geldstrafe, Detriebsführer Groh 10 Jahre Gefängnis und 50 Millionen Mark Geldsttafe, Detriebsratsmit- glied Müller 6 Monate Gefängnis. Don den 23 Schuldfragen wurden 21 mit Ja beantwortet. Die Angeklagten sind sowohl eines K o l o 11 s als auch der Storung der öffentlichen Ordnung für schuldig befunden worden. Die Verurteilung erfolgte bei allen einsttmmig mit Ausnahme von Krupp und Direktor Druhn die mit drei gegen zwei Stimmen verurteilt wurden. Müller wurde von der Anklage des Komplotts mit drei gegen zwei Stimmen freigesprochen und nur wegen Störung der öffentlichen Ordnung verurteilt. Die Menge nahm das Urteil mit eisigem Schweigen auf. Eine amtliche Erklärung der Reichsregierung. Berlin, 8. Mai. (WTD.) Amtlich. Ein französisches Kriegsgericht verurteilte heute nachmittag in Werden (Ruhr), wo es nach Recht und Fr ie de n s ver tr a g nichts zu suchen hat, den Chef der Firma Krupp, Krupp von Bohlen-Halbach zu 15 Jahren Gefängnis und 100 Millionen Mark Geldstrafe, acht leitende Deamte der Kruppwerke zu Gefängnisstrafen zwischen 20 und 10 Jahren und je 100 Millionen Mark Geldstrafe und ein Detriebsratsmitglied zu sechs Monaten Gefängnis. In unerhörter Vertauschung der Rollen haben Der- brecheüber ihre eigenen Opfer zu Gericht gesessen und ein Urteil gesprochen, das die erste Untat durch eine zweite verdecken soll. Das Gericht, das kein Gericht ist, weil es keine Spur von Recht hat, auf deutschem Voden Recht zu sprechen, fällte ein Urteil, das kein Urteil ist, sondern eine reine Gewalttat. Richt die Mörder der 14 deutschen Arbeiter, die am Karsamstag dem französischen Militarismus zum Opfer fielen, hat die französische Militärjustiz verurteilt, sondern zehn ehrenhafte vaterlandsliebende deutsche Dürger, Männer, dte nicht einmal an der friedlichen Demonstration der Krupp- arbeiter gegen den militärischen Raubüberfall auf ihre Arbeitsstätten beteiligt waren, wurden mtt maßlosen Strafen belegt. Mtt einem Schrei des Entsetzens wird dieses Schreckensurteil in Deutschland ausgenommen. Mit einem Schrei der Empörung must es in der ganzen Welt, wo nicht das Gefühl für Menschlichkeit ausge- storben ist, zurückgewiesen werden. Aicht das Recht finden, gatt es hier für das französische Mttitärgericht, sondern sich in den Dienst machthungriger Gewaltpvlitiker stellen. Die französische Justiz hat sich damit unverhüttt zurDirnedes französischen Militarismus erniedrigt. Die Richter verurteilten sich selbst. Rie- mand wird ihnen den Platz an dem Pranger neiden, auf den sie sich selbst gestellt haben. Das Ruhrgebiet und das Rheinlarü) werden — des sind wir gewiß — auch diesem beispiellosen Terror ihrer Peiniger nicht erliegen, sondern in gleicher Treue und Opferwilligkeit, die bisher alle Schichten der Bevölkerung an den Tag gelegt haben, ausharren, bis Recht wieder Recht geworden i st. Ein Telegramm des Reichspräsidenten. 'Berlin, 8. Mar (WD.) Der Reichspräsident hat an das Direktorium und den Detriebsrat der Kruppwerke in Essen folgendes Telegramm gerichtet: Aufs tiefste empört erhalte ich die Aachricht von dem Machtspruch des französischen Militarismus, der den Vorsitzenden des Aufsichtsrats und Mitglieder des Direktoriums wie des Detriebsrates der Kruppwerke zu unerhört schweien Freiheitsstrafen verurteilt hat. Dieser jeder Menschlichkeit Hohn sprechende Ge- waltaft wild überall, wo noch Gefühl für Recht und Gerechtigkeit besteht, mit Entrüstung u nd Verachtung ausgenommen werden und in der Geschichte der Völker als eines der häßlichen Bei- spiele rohester Unterbrücfung des Rechts durch brutale Gewalt weiterleben. Revision vor dem Diisseldorser Kriegsgericht. Werden, 8. Mai. (WTD.) Gleich nach De» endigung des Prozesses wurde den Angeklagten. die bei der Urteilsverkündigung nicht im Saale anwesend waren, durch die Verteidigung das Urteil zur Kenntnis gebracht. Sie alle haben es, wie wir hören, mit derselben Rahe und Würde entgegengenommen, die sie bis zur letzten Minute bei den Verhandlungen gezeigt hatten. Seitens der Verteidigung wird gegen das Urteil Revision angzmelbet werden, die wahrscheinlich am 18. Mai vor dem Kriegsgericht in Düsseldorf verhandelt wird. Das wahre französische Gesicht. Paris, 8. Mai. (Wolff.) Das „Echo de Paris" erwartet den baldigen Zusammenbruch des Deutschen Reiches. Das flüssige Vermögen des Deutschen Reiches sei nach dem Auslande verschoben worden. Damit sei es zu Ende. Damtt werde man niemals befahlt werden. Rur die deutsche Arbeit sei es, die das zerstörte Frankreich wieder aufbauen könne, und die den Schaden wieder gutmachen werde, den der Krieg in Frankreich angerichtet habe. Don der Frucht der deutschen Arbeit nur werde Frankreich Ruhen ziehen können, wenn mit dem Zusammenbruch die gros> industriellen Organisationen, die gegen Frankreich alles auf rufen, was der Germanismus noch an lebenden Kräften besitze, zusammenbrächen. Damit Frankreich irgenb etwas erlange, sei es nötig, dah die Devölkerung des Ruhrgebietes und des linken Rheinusers durch den Verlaus der Ereignisse gezwungen werde, bei den Desahungs- behörden Garantien für die öffentliche Ordnung zu suchen. Wann werde sich die Krisis ereignen? Darüber will das „Echo de Paris" keine Voraussage machen. Es kommt dann zu folgendem Schlüsse: Im Ruhrgebiet und auf dem linken Rheinufer ist es nötig, daß wir uns darauf vvr- bereiten, aus der wirtschaftlichen Auflösung, die ohne Zweifel bevorsteht, Ruhen zu ziehen. Der englische Schatzkanzler über das französische Vorgehen. London, 8. Mai. (WTD) Reuter. Im Unterhause verlas Schahlanzler Daldwin die Erklärung über die deutsche Rote unl> sagte: Die britische Regierung war der Ansicht, daß es der natürlichste und beste Weg gewesen wäre, eine mit den Regierungen Frankreichs, Italiens und Belgiens vereinbarte Antwort auf die deutsche Rote abzusenden, um so mehr, als die Rote eine Antwort auf die von Lord Curzon öffentlich und amtlich gemachte Anregung war, und das hauptsächlich in Frage kommende Problem, das der Reparationen, ein Problem ist, an dem alle Alliierten, und nicht nur Frankreich und Belgien allein, in hohem Grade interessiert sind. Auch brauchte sich nach Ansicht der britischen Regierung feine unüberwindliche Schwierigkeit zu ergeben bei der Auf- sehung einer Kollektivantwort unter dem Vorbehalt, daß die französische und die belgische Regierung die aus der Besetzung deutschen Gebiets durch ihre militärischen Streitkräfte sich ergebenden Fragen besonders behandetten; falls sie es wünschten. Die britische Regierung hatte Grund zu der Annahme, daß diese Auffassung von einigen ihrer Alliierten geteilt würde und war vollkommen bereit, dahingehende Vorschläge zu machen, nachdem sie schon ihre allgemeinen Ansichten den alliterten Regierungen mitgeteilt hatte, als sie offiziell davon in Kenntnis gesetzt wurde, daß die französische und belgische Regierung schon für sich allein eine gemeinsame Antwort aufgesetzt hätten, deren Text der britischen Regierung am Samstagnachmittag mit der Bemerkung mitgeteilt wurde, daß sie binnen 24 Stunden den deutschen Botschaftern in Paris und Brüssel überreicht werden würde. Die britische Regierung bedauert, was ihr an diesem Schritt als unnötige Ueberstürzung erscheint und als der Verlust einer Gelegenheit, die sich nach ihrer Ansicht bot, durch eine gemeinsame Kundgebung erneut die Solidarität der Entente der Alliierten zu bezeugen. Eine Aussprache schloß sich an die Erklärung nicht an. London, 8. Mai. Baldwin sagte in feiner Rede im Unterhause noch, die britische Regierung fühlt sich indessen nicht von der Pflicht entbunden, ihre Ansichten in der Beantwortung der deutschen Rote festzustellen. Sie beabsichtigt, dies mit dem geringstmöglichen Aufschub zu tun. Es besteht Grund Zu der Annahme, daß die italienische Regierung, deren Haltung sich in allgemeiner Uebereinstimmung mit derjenigen der britischen Regierung fcfinbt. einähnlichesVorgehen erregt. Sobald die britische Antwort der deutschen Regierung mitgeteilt sein wird, wird sie veröffentlicht werden. Im Oberhause hat Lord Curzon eine identische Erklärung abgegeben. Das englische Kvnigspaar in Rom. Rom, 8. Mai. (Wolff.) Das englische Königspaar ist heute nachmittag hier ein» getroffen und wurde von dem italienischen Kö- nigSpaar, dem Kronprinzen und Mussolini empfangen. Eine riesige Menschenmenge bereitete ihnen eine begeisterte Kundgebung. Die Taten der Roheit. Köln, 8. Mai. (WTB.) Die Franzosen verbreiten in Bonn einen Aufruf, durch den insbesondere die rheinische Arbeiterschaft gegen die Berliner Regierung aufgeheyt werden soll. Die Verfolgung der Eisenbahner in der französisch-belgischen Zone nimmt einen gewaltigen Umfang an. Seit dem 5. Mai schweben die Ausweisungen von 180 Familien ins Euskirchen, 178 Familien in Düren und 180 in Bonn. In Jülich wurde gestern eine Bekanntmachung der Belgier angeschlagen, der zufolge Einwohner, welche eine der Staatseisenbahn gehörende Wohnung innehaben, ihre Wohnungen zu räumen haben, falls sie nicht sofort die Arbeit wieder aufnehmen. In Bonn verhafteten die Franzosen mehrere Möbelhändler, um von ihnen die Lieferung von Möbeln für 480 französische Eisen- bahnerfamilien zu erpressen. Da die Händler die Lieferung ablehnten, wurde dem Oberbürgermeister ein Befehl zugestellt, in dem die Ausweisung von 180 Donner Familien, mcift pensionierte D.-amte und Offiziere, a n - gedroht wurde. Gleichzeitig wurde auch mtt ter D.s tzung ihrer Wo'nungen ke^on en. Die Familien erhielten nur vier Stunden Frht und durften nur das Nötigste an Kleidung und Wäsche einpacken. Alles andere mußten sie unter Bewachung französischer Kommandos, die die Bajonette aufgepflanzt hatten, zurücklassen. Die Vertriebenen sind einstweilen in Hotels und Schulen notdürftig untergebracht. In Guski r chen erhielten 60 bis 100 Eisenbahner den Befehl, sich mit ihren Familien auf dem Bahnhof einzufinden, um ins unbesetzte Gebiet abgeschoben zu werden. Der Landrat von Wipperfürth, Wessel, wurde zu einem Monat Gefängnis unö fünf Millionen Mark Geldsttafe verurteilt. In Werne wurde am 7. Mai der Schuldiener E h r h v f f beim Überschreiten der Em- schertalbahn von einem französischen Posten durch Kopfschuß getötet. Urteile des Mainzer Kriegsgerichts. Mainz, 8. Mai. (Wolff.) Vom französischen Kriegsgericht wurden 16 Eisenbahnarbeiter, Deamte und Ge- werkschaftsangestellte, darunter auch der stell- verttetende Präsident der Reichsbankdirektivn Mainz, Hummel, zu Gefängnisstrafen von drei Monaten bis zu 10 Jahren und größeren Geldstrafen verurteilt. Die Anklage lautete auf Spionage und Stteikvergehen. Die Verhandlungen erfolgten unter Ausschluß der Oeffentlichkeit. Als Verteidiger war nur der von den Franzosen bestellte Leclerq zugelassen. Das Scheitern des Abtransports der Kohlen. Essen, 8. Mai. (WTD.) Da die bisher von französischer Seite Lurchgeführten Maßnahmen zum Abtransport der auf den Halder« liegenden Koks- und Kohlenmengen nicht den gewünschten Erfolg erzielt haben, wurden in den letzten Tagen in Ausführung der Verordnung Rr. 35 an mehreren Stellen des Einbruchsgebiets Eisenbahnanlagen, insbesondere Dahn- sttecken der Anschlußgleise, militärisch beseht. Die allgemeine Beschlagnahme der aufgestapelten Bestände an Koks und deren Rebenprodukten zugunsten der Besatzungsmächte hat in Verbindung mit der Besetzung der Bahnanlagen eine Steigerung der widerrechtlichen und willkürlichen Ausfuhr nicht herbeigeführt. Die Verordnung Rr. 35 und die Ausführung dieser Verordnung bedeutet daher wie alle früheren Verordnungen nichts anderes als eine unsinnige militärische Ma ßn a hrne. Warnung vor den Franzosenzügen. fpd. Frankfurt a. M., 8. Mai. Der Polizeipräsident warnt dringend vor den von Griesheim aus von Franzosen geführten Eisenbahnzügen und gibt heute öffentlich bekannt, daß alle deuffchen Staatsangehörigen, die diese Züge benutzen, beim Betreten des unbesetzten Gebietes in Zukunft fest genommen und ihre Ramen in der Presse veröffentlicht werden. Aus dem Memelgebiet. Memel, 8. Mai. (WTB.) Gestern ward« in Anwesenheit des litauischen Ministerpräsidenten Galvanauskas in der Präfektur die Unabhängigkeit des Memelgebietes feierlich verkündet. Ramens der deutschsprechen- den Bevölkerung des Memelgebiets gab Handelskammerpräsident Kraus eine Erklärung ab, in der er ausführte, daß durch das Versailler Diktat das Memelgebiet ohne jede Berücksichtigung des Vollswillens von seinem Daterlande abgetrennt werde und jeder Einspruch gegen dieses Unrecht verworfen worden sei. Die Memeler wollten loyale Staatsbürger sein und sich der Arbeit am Wiederaufbau des Gesamtstaates unterziehen; sie verlangten aber, daß ihre natürlichen Rechte auf Sprache und Kultur berücksichtigt würden und sie nicht nur in Worten, sondern auch in der Tat als gleichberechttgt angesehen würden. Aus dem Reiche. Deamtenfragen im Haushaltsausfchuß deS Reichstags. Berlin, 8. Mai. (Wolff.) Im Haus- haltSausschuhdesReichstags wurde ein Anttag Schmidt-Stettin (deutschnational) angenommen, die Reichsregierung zu ersuchen, dem HaushaltSausschuß eine Rachweisung vvrzulegen, welche Reichsbeamten und in welchen Gesellschaften Reichsbeamte als AufsichtSratSmitglieder tätig sind. Auch ein Anttag Schuktz-Brvmberg (deutsch- national) wurde angenommen, die Reichsregierung um eine Nachprüfung zu ersuchen, ob und welche in den verschiedenen Ministerien und Verwaltungen bearbeiteten und die gleiche Materie betteffenden Angelegenheiten zur Verbilligung der Verwaltung in einem Ministerium vereinigt werden können. Gemäß einem Anttage Schmidt-Stettin (deutschnatio- nal) wurde alsdann die Reichsregierung ersucht, den Ausgleich der Beförderungsverhält- nisse usw. der Reichsbeamten eines Ressorts in den einzelnen Ländern durch Ueberführung überzähliger Beamter oder durch vorübergehende Ueberttagung von Beamtenstellen nach solchen Ländern, in denen Mangel oder schlechte Beförderung oder Anstellung herrscht, unter Rücksichtnahme auf die Staatsverträge herbeizuführen. Angenommen wurden weiter vermiedene Entschließungen des Abg. Stück- len (Soz.). So wurde die Regierung ersucht, für möglichst gleichmäßige Beförderungsverhältnisse in allen Reichsressorts zu sorgen. Auf die Einschränkung der Versetzungen und Dtenfhelfe» soll bei eilen Bechveven yngt- wirkt werde». Om weitere» Verlaufe der Betchanblange» wurde ein Antrag Ersiag (ßtxj angenommen, wonach zur Förderung bei deutschen Tabakbaues fünfzig TBlM» 1 Ionen Mark dewiLgt werde». Ei» sozial demokratisch« Antrag. Berlin. 8 Mai. Staut .Vnewans- bat Me sozial de mvkrQtifcheAetch»tagsfrak- t Ion *um »tat des 7Utdb*ttnarumJra'tertum» lofjinfn Antrag eüybui^ IM 7tet4*rrai<- runfl tottb «lucht, bem Äeichirage bt» tum 5 3um einen M«»n zu'tebe«. Mw- Ministerium des Oweern za üMr:raacn. wird angenommen Der Antrag Kau'. Soz '. das Dbeai r füefttg Me LonMsamt für bas 2kl- Mvogsweirn «u u terheflen wird aha, lehnt. 3e wttktung Mr Deßrcte über Kapitel 19. vsaatsprät dau. führt Seatspräsibe«» Ulrich aus Tew Antrag C*awn, das Prrsteamt afrrj[ebnen, Mtle ich obiuIc^M*. Dx a tzberhrups f.nne .»Kll*ng Hube das stets en.r»,ich tteUnl an Mn Stellen, die weit vom Schuß sind Bn der fetzigen Ein- fkflung Mt Franzofen. Mc ein labi sti- fches Vergnügen an ton Katastrophen empfinden. Me sie verhängen Ist kaum anzunchmen. daß die Ausveisunaen bald aufbbren werden. Die Jürforge für die Au-gcwte' m :n sunkllonieN bn oa^.-nxintn schr gut Es ist allerdings notwendig, da- flache Land zur Unterbringung M^«Wteuchen. Atch-rg ist leider, tob manche Jr.'ic.;u völlig Mrnichlet wurden Qß«r auch hier wird AbHlll« möglich werten. Ich MW* also, baß wir auch In Meter Aichtung untere Pflicht tun Birnen Ms zum Ende «Bravo'» Abg Dr Werner (Dtfchall) Meine Ausführungen sollten hier keine gewöhnlichen Gegen- lätz« aufelna/rberprallen La ff en. ich wcll'^ daß wir unS über Me grundsätzliche Frage unterbauen. Atchtig ist, bah früher die Minister vvm Laides- herrn berufen wurden Aber tas waren meistens Herren, die rbnehin schon penfronsMrecht,at waren. W.' Unger»ann» Lau dach 2300; Mt Mt 2 r sgtitchtU'chrrivtrei Bü- Dingen abgegeben iXX? Mk Dao Gsber» herzlichste» Dank! AMirerc Stenden werben tn Mr Gefchäftsstelle des .Gießener Anzetger»^ angtnoMsen. ee Ernannt tmirbe» am 2. Mat Mr Seu- Mcnahrffoc Hugo v Mural: aus NiMr.gen uim C tu Men rat an Mt Heal- unb tlnnhwteifchafis- 'chute iu Grvß-UmstaM. Mr SeuMenasiesior Dr Ouo Spaar aus Xodmberg »um StuMenrat an >r QMrreal'chmte tn As'ckb am 1 Mat her StuMen*,1 teilet Tt Kari Dietz aus Lich zum Stubtenrat an Mm AmugvMnasiu'n wEießen. sämtlich mit '»utung »om 1 Mai 1«3 ab. bet Karl Herbst aus Älrtod mu Wirch»ng vom I 3an*ar 1923 an zum Xnttgety.fcr an Mr Edirurgi'chen Beterinär-Kl te.lt der Uandesuni- DediLit Gieße». •• Ivanastnouna der Wagner- meister bes Krell«» Gießen Das Kreis- amt gibt im neuesten AmlsverkürGigunush^^ bekannt .AachMm hei her Adsiirnmu-tg sich Ma Mehrheit ber beteiligten Bewerbet reiben Mn für die Smhlbruna Ms Beitritt »Zwanges erklärt bat. ordnen wir hiermit an. daß zum 1 1923 eine Awanasinnung für ba» Wagnerhandroerk tn Mm Beurte Ms Kresies Gießen mit dem Sitz« in Gießen unb Mm □tarnen .Zwanasirneung Me "SJc jnermeiher des Kreites Gießen" errichtet wird Bon Mm o«nannten Zeitpunkt ab gehören alle Gewerbet reiMnden. Me das Wagner Handwerk betreiben, bietet Innung an Fug eich werden zu Mmselden ,3e i.-untu Me treten ."hmuegen des Wagnergewerd« im Kreite Gießen gefchtvften ' Bornottzcn. — Tage s ka l« n der für Mittwoch Stadnheaket 5> > Uhr Opern -Aufführung .Don 3uon’ — Srngfaal her OMrreaifchula. 6 , Udr Oesientlich.' Vortrag über das Thema .El» unoerme dlich-r neuer WeUktiea" - üair Amtnd 8 Uhr öenbertor^ert — UichtspielMuis Buh»- boiHroht .Der .Fr^Mnsvertrag von Vmckaillts*' unb .Die Uountn ber Lelltz Burtt". — Palusi» 3 u Toskari" und .Kapital unb Eteist". — Astorta-Qchlfdtei« .Da» Licht um Mitternacht". — TageskalenberfürDonnerstag. 0 6.1. Ausflug nach Lich unb Laubach Abfahrt 8.16 Uhr — Schutz- und PollzechunMporioerern unb Deutscher Lchu'etdur.dvereln. Aus'lug Vers ich. Abmarsch 7>, Uhr. Aestaurani Krokodil. — MTV. Turr.gang von Wetzlar nach Braun- fei», Abfahrt 624 Uhr. T E Abmarsch 7 Uhr. Wlhrnur-S al.,döden-S taufenberg. — Büraergefell- schuft. Tour nach VetzMrg-Dün»Mra. Abmarsch *r»T Üahabrücke. — D H V . DünsMrg-BteMi- tuL Adm. 6* . UM Uahndrucke. G. X V la» «sausflua. AM 7 Uhr Hell HM - Stenvgr - Ges .GaoelsMrger", Wanderung nach bcaun- fels. 6 Uhr KibnMü - Stchtsptelhaus Badnh-f- straße .Dte FleMrmau»-. — Aftvna-Lichtfpiele. .Lola. Me Apachenbraut". - Palast-Lichts viele Da»s«lM Programm wte Mittwoch — Zweite» Gastspiel de» Staff«!«i Staatstheaters mit Mm Schaufvtet .Der Wettlauf mit dem Schatten" Aus Dem Giabtibeatetbursau wird uns gefchitesten Als im vergangenen Monat vvm Jtdfteicr StaatstMoter Wild v Scholz' dochtnte:«ffont«» Schoufptei.Der Wettlauf mit dem Schatten" auf grübet wurde, ließ Mr Besuch Mr Bodtrllung leider ru wünschen übrig. Der ouhrrorMrrtlktx Erfolg Ms Stückes und Der glänzenden Darstellung bat« sich oMr hetumgesprochn unb von vielen Setten wurde ber W^sch .ach einer Dtesterdolung Ms Gastspiels geäußert. Der Direkt io» ist es gelungen, ein zweites Gastspiel Ms Wertes raü Mn haftetet Künstlern zu Derembarm. unb mmt für Mittwoch ben 18 Mai Vorbestellungen aut Karten hütet man einstweilen im Betest tasten Ms S:aMrh»aters r.teberxuiegm — .3 m Lande des Dollars" lieber persönliche Xeltertkbnlfk bi SuM unb AorM amerifa spricht am Freitag. 11 Mai. abends T1,, Uhr. im Kathvl Vereins hau« FrteM Koch- Wawra unter Berühr -ng vo» Lichtbilder». (6 WettrrDoranOsaqe für Donnerstag: Etwas kühler. Bel wechsel»ber Bewölkung nur undebeutenM Vtederlchläge. Gs besrehk für bte nächsten Tage bte Möglichkeit eines weiteren Temperattsrrück- ganges. gaebtrti* Aießete. 'Aeisktrchen. 9 Mai Am nächstm, vom» teanochmiaag 'pricht Mer Mr Lonbwinfchrfr»- aM-r Dienst von Mr EmebWieifchaftttchen Schule tn Grünsterg über dos Thema .A«uz» 11 - liche Düngemittel eeb ihre Anwendung" • Wiefech 8 Mal Auf Antrig Mr Ont- prl'tei'^ehörM hat das Kretsamt «ch Anhörung Ms GemeinMvorstanMs wnb mit Gemehmigung des Ministeriums Ms Inner» ’o< jenM Ber^üguno ttr unteren Ort er Je fr- .Es ist verböte», «s ben Straßen unb bf fentli chen Plätzen in ber GememM Wteteck Eünf< Enten und Hühner u m bet la «; len f» lasten. Zuwider- vand.ungen werbe» mit einer EelMtra'e bi» |u 300 Mk bestraft. Totem nicht Bestrafung nach § 366 3tner I »ab 10 M» St ra'getetz buche» ein- »■treten Hai" Ärri» B»bt»qeU. »L Hir »enbaln. & Mall Ein Wnmr Kte»EgWmb Wibe am Sonntag dahier t» Mt Kantine Mr ttlteiarcrfc geboten, wo Mr Ge- Heutiger Stand des Dollars 10 Uhr vormittag»: Berlin 3T 450. Frankfurt a. M. 37 500. II.: 1. Sauer, Georg, 28 Win. 21 Sek. (Rekord!. 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Mai (Himmel- fahrttag). Stadtkirche. Borm. 9'/, :Plr. Becker. Jo- hanneskirche. Borm. 9': Pft. Ausfeld. Borm. 11 Kinder!, f. d. Johannesgem.: Pfr. Ausfeld. Alte FriedhofSkapelle: Rachm. 2: Pfarraff. Becker. Katholische Gemeinden. Gießen. Mittwoch, 9. Mai. 5 u. 8 Beicht Donnerstag, 10. Mai, Christi Himmelfahrt, 8' Beichte, 7 Messe, 8 Äom., 9 Hochamt m. Pr., 11 Meße m. Pr., 2 Vesper m. Segen. — Hungen Donnerstag, den 10. Mai. Borm. 8. Sich. Borm 10 und nachm. */,3. vreiS. G. Noch, 03182] Weserstr. 20. Sparsamstes Kochen erzielt die kluge Hauirfrnu mit meinen Sparkoch- einrichllingen. Täglich praktische Vorführung in meinen Geschäftsräumen. Besichtigung ohne Kaufzwang gerne gestattet. I. B. Hauser, Metzen Die Lieblingssuppe von groß und klein ist eine gute Erbsensuppe aus „Knorr Erbswurst“ (Erbs fein, mit Speck, mit Schinken). Nahrhaft, wohlschmeckend, billig, nur mit Wasser in 20 Minuten zu bereiten. Achten Sie bitte auf den Namen L.Rosenzroeig Gießen, SelterSweg 58 I. 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Da die als Beleidigung empsundenc Aeuherung im politischen Kampfe gefallen sei,wäre eine viel mildere Stiase am Platze gewesen. Die Strafe stelle er in daS Ermessen deS Gerichts. Er sei der Auffassung, daß Straffreiheit emtrelen müsse, im andern Falle aber eine mildere Geldstrafe, als die vom Schöffengericht ausgesprochene. Er beantrage primär Freisprechung. Rach einem kurzen Schlußwort des 2lngellag ten Detter« zog sich der Gerichtshof zur Beratung zurück, er betrat aber kurz darauf den Sitzungssaal wieder und lieh durch den Dorsitzen- den verkünden, daß das Urteil am nächsten Dienstag, 15. Mai, vormittags 8 Uhr, verkündet werde. Stellenvermittlung deS Frankfurter HauSsrauenvcreins standen im letzten Hahre 3828 suchende Hausfrauen 1340 suchenden Gehilfinnen gegenüber. Bur in 513 Fällen fanden sich die Seelen zueinander. Auf wie lange, wird leider nicht verraten. fpd. Frankfurt a. M, 8. Mai. 3m Laufe der letzten Fahre hat der 47jährige Oberpostschaffner Friedrich Zeller eine große Zahl Auslandbriese unterschlagen und beraubt. 3n erster Linie entnahm er Briesen auS Amerika die Dollarnoten und wechselte sie, wenn der Dollar Hochstand, in Wechselstuben um. Bei dem Dollarjäger fand mar. noch 124 Briefe vor. -WklAlk« findet bei mir reichhaltigeAuswahl in neuen u. getragenen Anzügen auch Anzüge für korpulente Herren, für jeden paffend, auch Durschenanzüge, wie auch in neuen Bozener Mänteln. Desgleichen in neuen Loden-Zvppen sowie feldgrauen Ioppeil, Sommerjoppen in allenFarben, feldgrauen Hofen, gestreiften Hosen in allen Farben, Pilot-Hosen und neuen feldgrauen Bridge«- Hosen, auch in anderen Farben Konditorei und erstes Wiener Cafe H. HETTLER Indem ich allen meinen Freunden, Gästen und Kunden für das mir in langen Jahren bewiesene Vertrauen herzlichst danke, teile ich mit, daß mit dem heutigen Tage mein seitheriger Betrieb geschlossen und der veränderte, Konditoreiverbunden mit Tages-Cafe am Himmelfahrttage dem Verkehr übergeben wird. Ich. bitte mir fernerhin l-®»i 1923 Ä N Landest ^toMelbenbtn für »Ä Ätt AlÄÄ liÄ5n?hQ6 ^oren 16 Töagnerfwnb- ng an. Zugleich werdm t freien Innungen bti « Gießen geschloffen." ;en. r für Mitttvoch. ern-Ausführung.Don mrealschule, 8Vt Uhr. r daS Thema. lnetz".-^oseAmmd Lichtspielhaus, Bahn- ertrag Don MailleS" llh Äirfä“. - Palast- er Ira Toskari" und - Lstoria-Lichtspiele: hl". rsürDvnnerStag. ) und Laubach, Wahrt Polizchundspvrtverem dverein, Ausflug nach jt, Aestauranl Krokodil n Dehlar nach Draun- L L, Abmarsch Mr. nberg. - Aüraergesell- -Dünsberg, Abmarsch L., Dünsvertz-Meder- rucke. — T.A. D. Ta- >esf. $)of. - Stenvgr- mberung nach Draun- Lichtspielhaus Dahnhos- - Astoria-Lichtspiele: - Palast-Lichtspiele: Mittwoch piel deS Kasseler . dm Schau,pta Ser Schatten". Aus dem uns gefchrieben: Äs tm Kasseler StaatstlMer Dntes Schauspiels" Schatten" aufgW er Dorstellung lnderjv Mrdentliche^Srsolgr« jüxn Darstellung hatte Dietat einer Wiederholung M , Direktion ist ® J* jvä Werkes mit ni»Kä“ Heber EL SGL"' Turnen, Sport und Spiel. * Der Radfahrerverein .Fortuna-Gießen hielt am Sonntag fein diesjähriges Anfahren über 20 Klm. mit Start und Ziel an bei .Wellersburg" ab Bei dem herrlichen Wetter war die Beteiligung gut, doch kamen die besten Funivren aus dem Rennen, so daß dieses ein unerwartetes Ergebnis hatte. Erwähnenswert ist die Fahrzeit des Altersfahrers Sauer. Ergebnis Junioren: 1. Born, Karl, 29 Min 38Sek. 2. Lvth, Willi, 30 Min. 30 SÄ: 3. Hamel, Gg 33 Win. 27 Sek.: 4. Käs. Hch. 34 Min. 08 Sek Senioren: I.: 1. Wittich, Aug., 29 Min. 23 Sek . wurde dankbar anertarmt Dtretror Hnsstnger nannte als empfehlenswertes Beispiel die Konzert- Veranstaltungen des Gesangvereins ,E ä c i l i aM- 21 ch, die BollSbildungSarbeit im besten Sinne deS Wortes bedeuteten. IBeim die volkstümlichen Vereine, auf deren Mitarbeit die Dollöbildungs- zentrale nicht vernichten kann, wirklich Erfreuliches auf dem Gebiete gediegenster Dolksbildung und Unterhaltung leisten sollen, dann ist .roch mehr als seither notwendig, daß sich die gebildeten Volksschichten in den Dienst der Bereinstätigkeit stellen und das rein Geistige im BercinSleben mehr betonen. Fn allernächster Zeit sollen in samt- lichen hessischen Orten im Anschluß an öic Schulvorstände, Ortsausschüsse für Volks- bildung und Jugendpflege gegründet werden, in die auch die Vereine ihre Vertreter zu entsenden haben. Gin Beispiel eines wirklich gediegenen DolksbildunaSabends wird im Anschluß an die Besprechung hier geboten. Der schwäbische Dichter Reyhing hielt einen packenden Lichtbildervortrag über die „Schwäbische Alb", der Gesangverein .Orpheus" verschönte die Feier mit schönen Heimatliedern. KreiS Schotten. □ Dodenhausen b. Ulrichstein, 5. Mai. Unser Marktflecken wird jetzt auch ein Ghrende n krna l f ü r unsere a ef allenen Helden s ö h ne erhalten An dem wundersam stimmungsvollen alten Friedhof, unter dem Dache der uralten Linden, vor der altehrwürdigen, früh- gotischen Kirche wird ein stattliches Postament, gekrönt von einem Stahlhelm, errichtet werden. Die kunstvolle Arbeit wird geliefert von Bildhauer Leonhard inGrünb-rg. Jedenfalls wird noch im Laufe dieses Jahres die Weihe erfolgen. Wenige Orte der Provinz können sich eines so geeigneten Plgtzes für ein Denkmal rühmen. □ Freien seen, 5. Mai. Das Ehrendenkmal für unsere im Weltkriege gefallenen Krieger ist nahezu fertig; nur die Krönung fehlt noch. Es besteht aus einem runden Turm (3 Meter hoch, 21/« Meter breit), der von vier stehenden Löwen umgeben wird. Als Standort hat man den sog. „Heillu ch" gewählt, eine bewaldete Anhöhe, einen Kilometer östlich von unserem Marktflecken. Llmpflanzt ist das Denkmal von 50 Linden und vier Kastanien. Am 2. Pfingstfeiertag wird die Einweihung der Gedächtnisstätte stattfinden. Hetzen-Natzarr. fpd. Frankfurt a. M, 6. Mai. Skt die Polizei den bekannten Spielerlokalen auf den Leib geht, suchen die Spieler andere Stellen, an denen fie ungestörter ihren Leidenschaften frönen können. Mit Vorliebe suchen augenblicklich jugendliche Elemente die Drückenbogeni am Main für ihre Spiele auf. Am SamStag entdeckte man unter einem Bogen der Hntermain- brücke eine Gesellschaft von 12 jungen Dengeln bei »Meine Tante — deine Tante", wobei die Lausendmarkscheine nur so umherflogen. Lind das vor zahlreichen Spaziergängern. — In der Altpapier! Wir häufen jedes Quantum alte Akten, Korrespondenzen, Briefe, Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Frachtbriefe, Druckereiabfälle, altes Packpapier usw. unter Garantie für sofortige Vernichtung bei hohen Tagespreisen. Bei Bahnsend.werden Frachtkosten übern. Postkarte genügt. Herso, Handelsabteiluny Gietzen, nur Plockstr. 5 Fernruf 1335.""h Der Prozetz Lenz-Detters vor der Strafkammer. Greß en, 8. Mar 1923. Unter dem Do, srtz des Laadgerichtsdirektors P r ä t o r r u s beschäftrgte stch heute dre Gießener Strafkammer als Derufuags- tnstanz mit der Privatbeleidigungsklage deS Studtenrats Dr. Lenz gegen den Redakteur Vetters von der .Oberhess. Bztg ". "Selbe Parteien Hattert gegen daS Urteil deS hiesigen Schöffengerichts, das, wie wir in unserer Rümmer 75 vom 29. März berichteten, auf 100 000 Mk. Geldstrafe gegen Redakteur Vetters wegen öffentlrcher Prehbelerdigung des StudienratS Dr. Lenz lautete, Berufung eingelegt, jedoch hatte der Prrvat- lläger Dr. Lenz seine Berufung rechtzertig wieder zurückgenommen, sodaß nur die Berufung des An- gedagten Detters zur Verhandlung stand. Da ein Dergleichsvorschlag des Vorsitzenden von vornherein als aussichtslos bezeichnet wurde und Zeugen zur Vernehmung nicht geladen waren, begannen alsbald die Plädoyers. Rechtsanwalt Fischer als Vertreter von Dr. Lenz beleuchtete die Angelegenheit im großen und ganzen in derselben Weise, wie kürzlich vor dem Schöffengericht (vgl. »Gieß Anz." Rr. 72 und 73 vom 26. bzw. 27. März). Reu war der Hinweis auf die sehr scharfe krllische D leuch una die das Schöffengerichtsurleil in der „Oberhess. Dztg." gefunden habe. 3n diesen Artikeln, hinter denen der Studienrat Prof. Weißgerber stehe, die aber anonym zum Abdruck gekommen seien, werde das Schöffengerichtsurteil mit dem Urteil eines französischen Kriegsgericht« auf deutschem Boden auf eine Stufe gestellt und dadurch das Ansehen des Schöffengerichts in schwerer Weise beeinträchtigt. 3n den Ar tikeln werde aber nicht nur das Schöffengericht angegriffen, sondern auch der Privatkläger wieder schwer heleidigt. Diese kritischen Aufsätze hätten ehre beleidigende Tendenz, die dre Beibehaltung des vom Schöffengericht festgesetzten Strafmaßes von 100 000 Mk. rechtfertige. Rechtsanwalt Sr. Aaron als Vertreter des Angeklagten Detters erklärte, dieser habe ihm gesagt, die infriminierten, hier unter Anklage stehenden Artikel seien nicht von einem Beamten, teHttöe Spargel Grasmäher 4if6t il. »schlauche togiub fru* r fL-er- »U b ll.gllem Tages- Habe ■■K lausend in allen * "te Sorten, wie bisher, prima westfälische u. bau- noversche Ferkel zu folgenden Preisen abzngeben: 6-8^8». 120-150000^ Hochschulnachrichten. ][ Marburg, 7. Mai. Die Gesamtzahl der Studierenden einschließlich 300 Frauen beträgt ohne die Hörer 2383, gegen 2141 im letzten Winter- und 2452 im vorigen Svmrnerhalbjahrr Es studieren 218 (11) Theologie, 691 (12) Hura, 438 (51) Medizin, 1036 (226) Philologie. Die Studenten in Wohnungen alle unterzubringen bereitet diesmal Schwierigkeiten. rang Der« in „Siebet Tra n y von 'Bübtn- aen unter Leitung deS MusikdirekwrS Drodt X1 BfTlU ftltfltlrn ■er iwl ■ItlveeM a. Bleeeltafcrl Me eeiiiieee rmilltiwitriM: Vimmdlabrl. Ralllat i.i.6arM Im Namen der Hinterbliebenen: Auguste Horeyseck. Rrif.|»anl21 12411 72 ßaetilung a d *R«m« atm 1921 901 44 MMchtzwinn |||rb«t üi r» Ni» 1 Lichtspielhaus A to«i|anq«n . . d i 7v«rtpapier« J. flruga- anl«ib« 107 337.50 II Sonfttg« Anleihe 38010 - flaN«nporra» . . . Vorlagen..... Mobillen .... 3m Lande des Dollars Strtifjügt und ErlcbiiRt le Horbei $ib<« ve> 2hnerita flies Nähere besage« hie piafalt ai de« »«schlagtefel«. Karte« z« 6.50, 800 nnh 1000 BH. te Oorverlaif t« vuschr muiifbdMs, ctndenplag. sw» Dftl.lBflöl PU. Nfbriif i. &fit 1 «atri au verkaufen "8169 «orurihr 12 III. 1 5onhkitfr= niflirn aelnch Zchrlltl flngebote i unter M167 an den I flitfb «na erbere» ‘ .NfUZUTLlCMt WANDBEKLEIDUNG Palflva. .F «ufgen.Kapitalien 2006165 77 I^au; mädchcn I m auf Seugn. RalS \nnit. ’ NeikreOce tt” Kapital und Geist 5 F.pUMd«« aut »tner Metern Republik. PT..VL Möbel- schrelner für leurnierie und i ollerte lucht. Däner fle Unna Lchr. 'N na u. 8257D n. d w*ieh. «ng. e.b «n ^08*$ 366060 73 130.10 L- Hcute nachmittag verschied sanft hn 80. Lebensfahr meine liebe Pflegemutter, unsre gute Großmutter, Tante, Großtante, Urgroßtante und Cousine, Frau Therese Heyligenstaedt geb. Nagel Witwe desKommerzienratsLouisHeyligenstaedt. Trr Sirjiü Irr cur* i. Mlißc V«“' Rri^i-Suirif Gans, Direktor Schmidt, Rechne: Stephan, Nontrollrur. Sreltag, den U. Mal. abends 77. Uhr, im »acholischen vereinchanr Zriedrich ttoch-Vawra Lola.dieipachenhranl Spannender Kh*ateoertl«* in 8 Akten. In 4m Hat.p1. o.ler ( •leit« Morke Roffrosch - Schuhposio Werner & Merlx A,- G. Main* 1 Ubr o » kaid-Uiechch IMiflin IHöödieo für iofort cd. bald gcfuitl 3262D Stau Direktor Thome Wkslauliqk 39 II. Eingang Vcftanl. Heult morgte vtnehted nach Ungern, schwerem Leiden mein lieber Hatte, unser lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Ph. Horeyseck Veteran von 1866, 187071 a) «iimnbme neuer T'lt ilicbci; bi «eu mA ein. Nf laae: f • ranntaa. IX Mal. nnrtouult. 4 llbr : «btabit e»rm *» U« aut <>rtf MleLil »cha'el f>rtrbrn»nmrr>. wie neu. An oerf (nfltXI Warkti». IttK Nod» Iah eener blauer Anzug tz Für die «Inder der MArebenfllm m |DerkleineMuck| I Abi*. VW: I Der Friedensvertrag Wml- nnö fi?tl?Dn)flO!l?D empHeblt «J8I77 Wanderer sucht iumr Tome ou». ntlle ie»e<6 flemciniamer Wandkrnnflkn. e »<* der Op*r*'l«* ren J. Sarauj I mr.Harry I ledlhr. tvaNey. I Lia de Palt; ■- a. 41 «tifaxa 41. | Kaufgeiuche DtMionto und ?f|imleo|f (Verschiedenes] Bohnen- [fangen emeRrbli Carl Haas jr. Frankfurt.Str. 59. TfieuW" iee 1*0 Putzsrm aelucht l-< t*ob«n en vayer. 111*1 Marftleatze K Sirti'MIftrii > per, rauen späten' rett Guten Uruipfrg- liiaaen ec Reih, ord Hausmädchen SeiterSDeg 52 II. Ehrliches, »iligei Haus- 77 Mädchen »auch vom Lande! grgrn zriißrmOhe ;Hfiablnnq I« golf TüiirrfteUano \u •Milk grincht. imeanfti 11 DikißsiWil sofort grfatt.Giulr iBrrorlntniifl, zeit« ßrmätzrr yob*. ** Sirifttr, ediiffcnb. Weg 66 fllnöfrliföfs. löne. Mädchen für kleinen chan.balt lolort p«rlattau «utL lut «agtzliber. tHuie Behflndlnttn u. Ber- oRennna- Ko7 Inat blr f(7‘ur. 1 Rlap» t erterarbetrni artt ttnaftata aewk prt loiefl irfeei. 2-v .h » » a« o e ar. M Zweiter Blatt GietzenerAnzeiger (General-Anzeiger für Vberhessen) Mittwoch, y. Mai $23 Eine neue Bestialität der Franzosen für ‘Wiche Tyrannei hinzufügen: l. 23. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.) ?an$ Datuta Rusta *»«««, 151111 «n uns. Das Moseshaus. Roman von Luise Schulze-Brück. Wie nach Abgang des obigen 'Berichts fcft- «Mellt tvurdc, trifft es nicht zu, dafe die Vertriebenen die notwendigsten Kleidungsstücke mitnehmen dursten Bei den Flüchtlingen, die heute mittag unsere Stad! durchfuhren, sah man denn auch kein Gepäck, die Habe der Bedauernswerten bestand nur in bcm, was s i e auf dem Leibe trugen. Wie uns von verschiedenen vertriebenen Beamten erzählt wurde, gestatteten die Franzosen nicht, dah unterwegs Wasser oder sonstiges Getränk genommen wurde: wo die läute beim Halten des Zuges dennoch versuchten, sich Wasser zu verschaffen, wurden sie von den Soldaten zurückgetrieben. Dagegen fragten sie die Beamten aus der Reise wiederholt, ob sie nun bereit seien, den Dienst für die Franzosen aufzunehmen, aber einhellig bekamen sie jedesmal ein entschiedenes Rein zur Antwort. Die Austreibung in Eh rang begann damit, dah der Feind morgens gegen 1/2Z Llhr den Bahnhof besetzte und, als er nicht auf seine Rechnung kam, gegen 3 48 Uhr gegen die Fa° milienwvhnungen vorging. S p a h i s sperrten den Wohnhausblock ab, und als daraufhin deutsche Landsleute herbeieilten, um den Bedrängten vielleicht irgendwie behilflich zu sein, gingen die Spahis mit blankem Schwert gegen die wehrlose Zivilbevölkerung vor, die an verschiedenen Stellen b i s in den Hausflur hinein verfolgt wurde. Unterdessen lagen die französischen Gendarmen ihrem schmählichen Handwerk ob. Bon Familien, deren Kinder lch>n zur Schule gegangen waren, muhte der Da ter ohne Gnade sofort mit hinaus, die Mutter konnte noch bleiben, um die Rückkehr ihrer Kinder abzuwarten und dann gleichfalls die Heimat zwangsweise zu verlassen. Einer Frau wurde verboten, für i h r krankes Kind im Alter von einigen Monaten den Kinderwagen mitzunehmen, ja man gestattete ihr nicht einmal, für das arme Würmchen auch nur ein Kissen an sich |U nehmen. Die Möbel, wie überhaupt alles Hob und Gut muhten zurückgelassen werden. Binder, die gerade beim Kasteetrinken waren, Dollars M Süötn von Deutscher Reichstag. Berlin, 8. Mai. Auf der Tagesordnung steht zunächst der Antrag der bürgerlichen Parteien auf Verlängerung des Rvtgesetzes vom Februar dieses Jahres bis zum 31. Oktober 1923. Es handelt sich um die Ermächtigung der Reichsregierung zu auhervrdentlichen Mah- nahmen gegen Wucher, Schlemmerei und Spekulation. konnten nicht einmal i h r erstes Früh- stück beenden, aber allen Leiden und Entbehrungen zum Trotz, auf die man ja schon seit längerer Zeit gesaht war, bekamen die Kreaturen Poincares überall von den Beamten eine mannhafte Verweigerung des Dienstes für die „Regie" zu hören. Ein älterer Eisenbahnbeamler, dessen Frau seit zwei Gabren lungenkrank im Krankenhaufe liegt und deren Ableben stündlich zu erwarten war, versuchte, von einem französischen höheren Offizier, dem 'Bahn- Hof skonnnandanlen, die Erlaubnis zum Abschiednehmen von seiner Frau zu erhalten Der Öffi» gier fragte den Beamten, ob er arbeiten wolle, und als das verneint wurde, verweigerte man dem besorgten Manne nicht nur die erbetene Erlaubnis zum Besuche der todkranken Frau, sondern man ivies ihn sogar ganz schroff ab und (tiefe ihn unter höhnischen Bemerkungen in den Zug. Aus der 24 stündigen Fahrt wurde den Vertriebenen nicht die gering st e Verpflegung verabreicht. Die in dem obigen Bericht erwähnte Gefährdung des Transports auf der Fahrt von Mainz nach Koblenz trät hei Boppard ein, die Maschinen wurden nur .flif ein bis zwei Meter voneinander entfernt zum Stehen gebracht. Während der Fahrt in der Rächt waren die Wagen nicht beleuchtet und die Insassen, Männer, Frauen und Kinder, in fürchterlichster 'Weise zusammengepfercht worden. 3n Koblenz wurden die Beamten zum letztenmal gefragt, ob sie zur Dienstleistung bereit seien, und als auch da ein entschiedenes Rein ertönte und fein Beamter seiner b e » schwo renen Dien st pflichtuntreu wurde, erfolgte der Abtransport nach Diez, wo die Beamten mit ihren Familien ausgesetzt wurden und sich nun zu Fuß nach Limburg begaben, wo sie heute früh eintrafen. Hier wurden sie in gastlichster Weise aufgenommen und vor allem einmal gründlich gelabt, dann wurde der Weitertransport ins Werk gesetzt. Auf dieser Fahrt kamen die um ihres echten Deutschtums willen vertriebenen Landsleute heute mittag m Gießen an, wo ihnen von ihrer vorgesetzten Dienstbehörde ein aufeerordentlich herzlicher Empfang im Bahnhof bereitet wurde, der bei zahlreichen Reisenden, die auf die Abfahrt ihrer Züge warteten, verständnisvolle und opferfreudige Anteilnahme auslöste. Trotzdem die Stimmung der Ankommenden von dem Ernst und der Schwere dieser Tage nicht unberührt geblieben war, gab cs doch zwischen diesen Dramtensamilien und hier wellenden, schon früher vom Feinde vertriebenen Beamten des Trierer Bezirks eine herzliche und freudige Begrüfeung, bei der auch deutlich zutage trat, dafe von dem obersten Leiter des Bezirks bis herunter zum letzten Beamten und De- diensteten alle von einem Band umschlungenwerden : dem Band der Opfergemeinschaft und der unbeirrbaren Eidestreue und Vaterlandsliebe. Beamte aller Grade, Männer und Frauen des verschiedensten Lebensalters und Kinder bis zu einigen Monaten Lebensalter tonnte man bei diesem Flüchtlingszug sehen. 3n den beiden Wartesälen des Bahnhofs wurde den Famllien an langgeftrcdter gemeinsamer Tafel ein gutes warmes Mittagessen gereicht, für die Kleinsten war eine entsprechende Kinderspeise hergerichtet worden, daneben wurden allen noch sonstige Erfrischungen dargeboten. Die vorgesetzte Dienstbehörde der Vertriebenen hatte nach jeder Richtung hin für die Erquickung der Opfer der feindlichen Gewalt umsichtig vorgesorgt, und der 3nhaber der Bahnhofswirtschaft war den auf ihn gesetzten Erwartungen in bester Weise gerecht geworden, die gute, schmackhafte Zubereitung des Essens wurde von den Flüchtlingen warm anerkannt. 3n einem Wartesaal begrüßte der Trierer Eisenbahndirektionspräsident Lohse feine Beamten und deren Familien mit einer Ansprache, in der er ihnen nach herzlichem Begrüfeungswort den Dank der Reichsregierung, des Reichsver- kehrsmrnisters und seine eigene dankbare Anerkennung für ihr treues Festhalten am deutschen Vaterland« aussprach, seiner ttefsten Empörung über die neue unerhört grausame Brutalität der Franzosen Ausdruck gab und den festen Willen aller pflichtbewußten deutschen Eisenbahner betonte, sich niemals den Franzosen zu Skla- Verdiensten zur Verfügung zu stellen. Kein Eisenbahner brauche die Zuversicht aufzugeben. Was Frankreich jetzt tue, fei nur der Ausflufe seiner Verzweiflung, denn es sehe, dafe es ohne die deutschen Eisenbahner dieBahnen nicht betret- b c n könne. Wenn die Eisenbahner fest und un» Manchmal kam Bürgermeister Arnolds auf einem Gang ins Dorf zu ihr heran. Sie hatte sich nun ganz an seine Erscheinung im bequemen Alltags- unb Arbeitsanzug gewohnt, und sie muhte über sich selbst lächeln, daß sie den Mann einen Augenblick am Lodenrock und unmodernen Kragenschnitt gemessen hatte. Sie errötete über ihre Oberflächlichkeit und Abhängigkeit von Aeußerlichkeiten. Christian Reidhardt Afemufsen war abgereift. Aein, nicht abgereift — „weitergegangen". Jener Ausflug nach Schloß Elh hatte ihn „seelisch ermüdet", er hatte sich unter diesen „satten Menschen" sehr unbehaglich befunden. So ging er denn in die „Oede" der Eifelberge, und hatte Hans Dietrich bereits geschrieben, daß er an einem der kleinen seltsamen Bergseen, die der Eifler Maare nennt, „sich selber lebe". Eva gönnte das ihm und sich selbst von Herzen. Hans Dietrich ettmete erleichtert auf. Cs war ihm nicht recht wohl gewesen, solange er da axxr; er meinte, eigentlich sei Afemufsen doch nur in feinem Milieu überhaupt denkbar. Die jungen Mädchen hatten ein paar Tage lang mit viel Talent seine haarstreichende Handbewegung nachgeahmt und mit möglichst müder Stimme geredet — dann war das Gefallen daran vorüber, und die Spur „eines unserer Reuen" war verwischt an den Stätten, wo er gewandelt und die eigentlich durch seinen Fufettitt hätten geheiligt fein müssen. Auch für Bürgermeister Arnolds war er schnell abgetan. Der hatte nur noch einmal ernsthaft die Achsel gezuckt, als Afemussen am Abende nach dem Ausfluge sich früh von der kleinen Gesellschaft, die noch im Rebstock zusammensaß, verabschiedete und ihm nachgeschaut, als er mit dem seltsam schlürfenden Tritte, den er niemals be= metcr niedrigere ötefe-ümlegefragen zu erstehen. , Ländlich, schändllch," hatte er freilich spottend bemerkt, als er zum erstenmal in einem dieser „vorsintflutlichen Scheusäler" erschienen war. .Aber er trug sie doch, — eine Aeberwin- dung, deren Große die -Urheberin nicht einmal richtig zu schätzen schien. Oder war der ftüchtige Blick, der Rotiz davon nahm, Hans Dietrich genug Belohnung? 3n den langen Tagen, an denen die Geschwister fast ganz auf sich angewiesen waren, hätten sie sich nun eigentlich über vieles aussprechen können, was wohl des Aussprechsrs wert gewesen wäre. Aber merkwürdig! Etwas wie ehre unsichtbare Scheidewand schien sich zwischen ihnen aufgerichtet zu haben. Elisabeth Arnolds' Rame kam kaum über Hans Dietrichs Lippen, und Eva vermied es, ihn anders, als in gleichgültiger Unterhaltung zu nennen. Aber auch von Bürgermeister Arnolds sprachen sie kaum. Von Taille Röschen war ohnehin nicht viel zu reden, — so war es, als seien das Moselhaus und seine 3rtfaffen gara plötzlich wie ausgemerzt aus dem Leben der beiden. Und doch fiel Evas erster Mick pm Morgen auf den grauen Steinkolofe. der jetzt unter der klaren Sommersonne doppelt massiv da lag, und an dessen Mauern wieder Wein und Klematis luftig mit taufend Armen emporkletterten und die Giebelwände in einen grünen Mantel einspannten Aber mehr als sie fich selbst eingestehen wollte, beschäftigte sich Eva mit den Menschen im Mosel- Haus, mit ihrem Leben und ihrer Art. Von ihrem Gartenplatz ober vom Sih auf den Baum- flämmen am Mofelufer aus konnte sie das Ein- gangspförtchen in dem Staketenzaun übersehen. schleunigte, durch den Garten davonging, gerade als die junge Welt anfing, Mosellieder zu fragen. Aber er sagte nichts mehr als ein halblautes: „Traurig", und Eva verstand, dafe er so fühlen mußte. Fühlte sie doch selbst etwas Aehnllches als sie ihn so gehen sah, unjung, unfroh, aus eigenem Willen ausgeschlossen von der kräftigen Lebensbejahung, die hier durch alle Abern pulste, die aus den Augen der lachenden Mädchen brach, aus dem Dufte der Rosen aufstieg, wie aus dein warmen Erdboden, und aus den kleinen luftigen Moselwellen glitzerte, aus denen hier und da ein Fifch schnalzend auf schnellte wie ein f übriger Streifen. Sie mufete immer wieder daran denken, wie er im grünen lebendigen Bergwalde nur den fahlen rostigen Fleck gesehen hatte. Wahrhaftig, auch sie war fast auf dem Wege gewesen, der zu solcher Anschauung des Lebens führte Auch sie hatte angesangen, im Dasein eine Last zu sehen, eine unholde Gewohnheit, und sich hinziehen zu lassen zu den grauen Oe den, aus denen es kein Enttinnen mehr gibt. Und wie weit war Hans Dietrich wohl schon gewesen auf diesem grauen Wege? Roch zur rechten Zell waren sie umgekehrt. Das banfte sie dem grünen Tale hier, dem leisen Wasserrauschen, den blühenden Reben und Rosen, ünb den Menschen? Viel banfte sie ihnen. Der alten Mptter Hausmann gelassener unb froher Altersweishell, Tante Röschens gütiger Abgeklärtheit und Bürgermeister Arnolds' starker Kraft Für Harrs Dietrich banfte sie's Elisabeth Arnolds Liebreiz, ihrer gesunden Jugend und reimen Frische (Fortsetzung folgt) Abg Da r h (K.) ist der Ansicht, bafe das Gesetz sich ebenso als wi-kungslos erwiesen habe, wie das Gesetz zum Schuhe der Republik. Rach weiterer kurzer Aussprache wird das Gesetz in erster unb zweiter Lesung angenommen. Die dritte Lesung scheiterte am Widersprach der Kommunisten. Der Haushalt des allgemeinen Pen- sionssonds, der u a. die Zuwendungen an die Militärrentenempfänger von 56 ans 368 Milliarden erhöht wird nach kurzen Ausführungen des Abg. G a 11 w i tz (Dntl.), der über vielfache ungehörige Hinauszögerungen der Pensionszah' lungert für Offiziere klagt, in zweiter Lesung genehmigt. Es folgt der Haushalt des FriedettS- Vertrags. Der Ausschuß schlägt eine Entschließung vor. welche den Bau von Flüchtlingswohnungen (ordert, evtl, durch Ausbau von Kasernen oder anderen reichseigenen Gebäuden. Abg. Dernburg CS.) protestiert gegen die Behauptung Poincares, dafe Deutschland seinen Verpflichtungei' nicht nachgekommen sei, und nennt sie eine Verleumdung. Richt genug, daß eine Reihe von deutschen Sachleistungen überhaupt nicht angerechnet feien, sei entgegen den Bestimmungen des Friedensverträges und den Schätzungen der Sachverständigen der Wert viel zu niebrig errechnet. Dies treffe namentlich für die abgetretene deutsche Handelsflotte zu. Der Etat wirb sodann genehmigt, ebenso die Entschließungen. Es folgt die dritte Lesung des Gesetzentwurfes über den verstärkten De r sam m l u n g s- schuh. Abg. Dr. Warmuth (Dn.) bedauert, dafe (die Bestrafung der Absicht, eine Versammlung zu sprengen, in der zweiten Lesung behitigt sei unb beantragt Hinzufügung des Satzes^ „Ser Versuch ist strafbar." 2(bg. Brodau f (D.) beantragt zugleich im Ramen des Zentrums, dem Sah nachstehende Fassung zu geben: „Wer in nicht verbotenen Versammlungen oder bei incht verbotenen Auszügen oder Kundgebungen Gewalttätigkeiten in der Absicht begeht, die Versammlung, den Aufzug ober die Kundgebung zu sprengen, witt> mit Gefängnis und Geldstrafe ober einer dieser Strafen bestraft." Abg. Remmele (K) erklärt, es sei im Hause noch nie eine solche Heuchelei getrieben worden, wie in dieser Angelegenheit. Dieselben Leute, die hier für Ruhe unb Ordnung eintreten, lassen durch ihre faszistischen Anhänger in München Arbeiter- funbgebungen mit Handgranaten sprengen und aus Arbeitervcrsammlungen Geschütze richten. 3n Prct'ßen herrschen ähnliche Verhältnisse wie in Bayern. Der preußische Parlamentsskandal stinkt zum Himmel. Redner protestiert gegen das Der- hÄllen des Landtagspräsidenten Leinert, der sogar versucht habe, die auf den Tribünen anwesenden Reichstagsabgeordneten unb Pressevertreter hinauszuweisen. Durch die Qleufecrung von Sensationslust der Abgeordneten unb der Pressevertreter habe er sogar einen Presse streik hervorge- rufen. Dieser Verfassungsbruch im Landtag sei nur ein Glied bei dem Streben der Sozialdemokraten nach der großen Koalition. Abg. von Gräfe (Deutschv.) spricht in ironischen Worten aan Grabe dieses unschuldig Hingerichteten Gesetzes allen bürgerllchen Abgeordneten. die sich so stolz als feine Väter bekannt haben, sein herzliches Beileid aus und dankt allen Parteien für die überzeugende Art, mit der sie in Preußen den Parlamentarismus als lächerliche Komödie entlarvt hätten. Abg. Dr. Bell (Zentr.) erftärt, bafe seine Partei übet die Vorgang? im preußischen Landtag eine Auseinandersetzung um so weniger scheue, als sie in keiner Weise daran beteiligt sei Damit schliefet die Aussprache. Der Antrag Warmuth wird äbgelehnt, der Antrag Drodauf-Bell gegen die Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen. Die Vorlage wird dann in der Ausschußfassung mit diesen Änderungen gegen Sozialisten und Kommunisten endgültig genehmigt. Der Gesetzentwurf über die Beseitigung kleiner lln Reichsschuldbuch eingetragener Forderungen geht an den Rechtsausschuß. 3n der Aussprache wendet sich Abg. Schücking (Sem.) gegen die Absicht, den kleinen Zeichnern der Kriegsanleihe die seinerzeit in hochwertigem Gelbe gezahlten Beträge in schlechtem Papier zurück- zuzahlen. Staatssekretär Schröder erklärt, niemand sei gezwungen, von den Vorzügen des Gesetzes Gebrauch zu machen. Es folgt die zweite Beratung des Finanzetats. 2ö>g. Henke (S.) bedauert, daß fein» Aussicht für eine Gesundung unserer zerrütteten Wirtschaft vorhanden sei. Das Landessteuergesetz müsse schleunigst verabschiedet werden. Gegen eine Erhöhung der Umsatzsteuer werde sich die Sozialdemokratie energisch wenden. 3m Ruhrgebiet ?n W Win. lm Doroeriaul in 3256v ffl fieole obeoö 8'/,W IM Pfälzer Hoi, Sckanzenstrabe 'löMtS’ Vollzäbl. (frlieinen ‘ brinnenb erwünscht Ter'Vorstand. ® iefe.cn, 8. Mai 1923. Ihren vielen unerhörten Schandtaten im besetzten ®ebiet, insbesondere auch im Trierer Bezirk, haben die Franzosen gestern, Montag, morgen ein neues Verbrechen brutalster Art hinzugefugt Schauplatz des haar- faäubenben Gewaltaktes war wieder E h r a n g bei Trier, die Opfer der französischen Tollwut sind Erneut zahlreiche pflichtgetreue deutsche Eisenbahner mit ihren Fa- n i t len. Heber das Verbrechen ist den obersten Reichsbehörden der folgende Bericht erstattet wrben: Gestern morgen wurden in G h r o n g die Straften durch französische Gendarmerie, Marokkaner unb berittene Spahis abgesprrrt. Gendarmen forderten die Eisenbahner auf, die Arbeit au szunehmen unb sich sofort zu erklären. Aus bas „Rein", bas sie überall erhielten, gaben sie Befehl, binnen fünfzehn Minuten die Wohnung zu verlassen und nur die notwendigsten Kleidungsstücke mitzunehmen. Sie Mitnahme von Wasser, Eßbestecks, Sd)irmen, Stöcken, Krn- berttxjgen wurde verboten, das Vieh durfte nicht fortgeschafft werden. Kinder durften keinen Kaffee bekommen, auch die Mitnahme von Milch und Kaffee für erkrankte K inder wurde verhindert. Rach 15 Minuten wurden die 40 Familien (zusammen etwa 150 Personen) unter Qöebedung wie Schwerverbrecher zum Bahnhof Ehrung abgeführt und in einen bereitstehen den Leerzug gewiesen Dann erschienen wiederholt Kommandos mit Maschinengewehren. Um 12.45 ülhr erfolgte der Abtransport über Koblenz nach Ma i n z. Von Mainz erfolgte der Rück- trän Sport der Famillen nach Koblenz. Auf dieser Fahrt wurde der Transport durch einen ausfahrenden Güterzug schwer gefährdet, der erst auf einen Meter Abstand zum Halten kam Zahlreiche Leute waren in höchster Angst schon aus den Wagen gesprungen. Von Koblenz wurden die Vertriebenen nach Diez befördert und hier a u s - ge se h t.“ Zu diesem Bericht können wir auf Grund versönlicher Unterrichtung noch folgende nähere Beschreibung der französischen beirrt zusammenständen in der Abwehr der feindlichen Gewalt, werde die deutsches achc bald z u m S i e g e kommen und die französische Gewalt ihr Ende finden. Seine Zuversicht auf einen guten Au sgang dieses Kampfes sei so groß' baß. er behaupte, in kurzer Zell seien alle 'Vertriebenen. wieder in ihrer Heimat, wo sie bann in gemeinsamer Qlrbeil unter Ersah des ihnen zu- gefügten Schodens wieder auf bauen wollten. Jeder der ihm unterftellten Eisenbahner solle nur st e t s den Kops hoch halten, unb dürfe gewiß sein, daß das unbesetzte Deutschland alles l u n werbe, was in feinen Kräften stehe, um den vorn Feinde Vertriebenen unb Cßebrängten mit Rat und Tat immer zur Seite zu fein. 3nncr» fealb seines Bereichs werde er seinen Eisenbahnern immer zur Hilfeleistung zur Verfügung stehen. 3n dem anderen Wartesaal sprach Oberregie- rungsral Dr. Stegner herzliche Begrüßungs- und Dankesworte, kennzeichnete hx echten deutschen Worten diese neueste Tat der Franzosen unb gab der feften Zuversicht Ausdruck, daß dieser Kamps gut ausgehen unb ber deutsche Rhein batb wieder frei werde von dem Druck, ben wir 'eht dort sehen. Starke Zustimmung bekundete beiden Rednern, daß ihre Worte bei den Hörern einen gleichgestimmten Widerhall gefunden hatten. Rach gut einstündigem Aufenthalt setzten die Familien ihre Reise fort, die bis Kassel ging, wo man allen Vertriebenen gastliche Aufnahme gesichert hatte. Erwähnt sei noch, daß die Firma Hetz- l igen sta edt u. C o. der Gisenbahnbirektivn Trier 100 000 Mark für die Flüchtlinge übergab unb bafe eine spontane Sammlung unter den Reisenden zur Zeit der Speisung der Vertriebenen gleichfalls rund 100 000 Mark für die Opfer der feindlichen Gewalt erbrachte. Man darf die Gewißheit hegen, daß alle Familien einen guten Eindruck von ihrem hiesigen Aufenthalt mitgenommen haben. Die Bestie ist los. — Wo bleibt baß Welt- gewissen? Durch diese neue Lknmenschllchkeit haben die französischen Machthaber und ihre Schergen im befefeten Gebiet erneut bekundet, daß sic von ber edlen menschlichen Gesinnung, die sie sonst immer groß im Munde führen, nicht einen Funken im Leibe haben, daß sie vielmehr Bestien in Menschengestalt sind, würdig der halbwilden Bestien, die sie mit blanker Waffe gegen Angehörige eines hochkultivierten Dolles vorschickten. Rur die französische Gemüt s- roheit kaim es fertigbringen, Männer, bi? nicht meineidig unb nicht zum Vaterlandsverräter werden wollen ein Verhallen, bas ganz Frankreich im umgekehrten Falle von seinen Beamten als selbstverständlich auch erwartet hätte — und ihre schuldlosen Frauen unt> Kinder so Hunds- fottisch gemein zu behandeln, wie es hier geschehen ist. Was gedenken die mächtigen Länder der Welt gegen diese Taten der UnEultur der jämmerlichen „Grande natren" zu tun? W n bleibt Amerika, auf dessen Krücken Frankreich 1918 durch das Siegestor humpelte, bas es ohne Amerika nie erreicht haben würde? Wo bleibt Amerika, das von der Derantwort- lichikeit für die Wahrung von Menschenrecht und Menschenwürde gegenüber der irrsinnig tobenden französischen Bestie nicht freizusprechen ist? Wo bleibt England, wo sind all die andern, die in den Jahren des großen Krieges so sehr für die Menschlichkeit gegen das angeblich unmenschliche Deutschland stritten, die nach dem Kriege die von Frankreich immer offener betriebene Vernichtungspolitik gegen das deutsche Volk untätig geschehen ließen? Deutschland wartet noch immer darauf, endlich das Weltgewissen erwachen wird und daß man in Deutschland noch weiterhin den Glauben hegen kann, daß es in der Welt noch ein Gefühl der Gerechtigkeit auch für Deutschland gibt und daß ein vergewaltigtes Volk ber weißen Rasse denselben Schuh vor seinem sadistischen Peiniger findet, den die Mächtigen ber Erde heutzutage jedem kleinsten schwarzen Stamm in Afrika zu gewähren bereit sind. So war Frau Eva wenig im Moselhause gewesen. Wohl kam Bürgermeister Arnolds öfter in ben Rebstock, und zuweilen machten sie kurze öbaziergänge zusammen, aber es schien Eva fast, aä ob er zurückhaltender geworden sei, und das totrftc natürlich auch auf sie zurück. Hans Diettich hatte sich murrend in das Hn- oern^idliche gefügt, aber seine Laune war nicht gerade glänzend. Körperlich ging es ihm gut, ’unim noch eine Spur seiner Krankheit war zurückgeblieben. Er sah wohl aus unb bewegte sich so elastisch, als es seine Anschauung über das vor- veh-me Maß solcher Elastizität nur zuliefe. Frau Eva hatte in den letzten Tagen vor Elisabeth Arnold' Abreise mit einem Gemisch von farmloser Schadenfreude unb innerem Behagen beobachtet, wieviel Einfluß, das junge Mädchen auf den widerspenstigen Bruder gewonnen hatte. Die er so manch? seiner fleinen und größeren Eigenheiten ablegte, die Eva ihm mll aller schwesterlichen Liebe vergeblich abzugewöhnen versucht hatte. Sogar Äußerlichkeiten, an denen er eigensinnig festgehalten hatte, obwohl sie Frau Eva ein Dorn im Auge waren, verschwanden ganz heimlich, wie selbstverständlich. Die über- näfe-ig langen Rägel feiner kleinen Finger waren plötzlich aus ein normales Maß beschnitten. Er hotte sogar eine Fahrt nach Trarbach und ein herumstöbern jn ben ziemlich einfachen Läden per fleinen Stabt nicht gescheut, um einen Zenti- ' sienecriPteoVirl11 aabeliherser nnd Daoenabiellui t öimu>eli"btt Vandcrung . .Hb6.40llbrnen L Urn, wrl-tr gegen btTLa •fT’ünuag borgegangen ftnb 9mrr beaxtrngra »tr. ban M« Ä/?rn ber 'XubmfÜOT Mrtwiat oon ben Be» fibrrn ber hohen Bermöge» aufget^ra* eert*n Mittwoch nacharlN-rg 2 Uhr TMwrtwmtueg Schtnst eegt* 1 Uhr. Oberhesstscher fhmftverein. ®tr^n 8 THct 1923 DV TPanbrrxrnf’trf'.-.na bei Beteln« für Original rabteru ng München. Mr ber Äurrfferrrtn prr Zeil hebrrbrrg!. Hebt auf Wnrr W Aur werta Unrrtrruflfcrt twrlu* nrtgrbrn« bm iMamtrfnimixf 4» IW en Unb Kti man et mit kr*t buntXneQ erfreulichen ‘Mdtirm M tun bat tft rt von hohem XriA. nergl«üfemb Ivb In t*- JHrrmtgfaltlaktt brr gefügige« and Villen«, harten Mittel *u Drrttrfm über Me M* Xabk- rung jefevtrt 2Ck Stufen, von eigentlicher ‘ mlrmfunfl bU an Mr ®myn noch raU>D’kbrr altung. Itnb vertreten Für bai »eien ber VianMf enifchridend hnb Kauen. Hell unb DunM. t*. al» P^rftrfhjng»' und als Aasdrucksnnktel o '.f, nefie In ttelrocht kommen Die veiltung fr Nunttkrs ifl um fo bebeeifamer. je mehr /Xfc-nderheiten ber Teckmik imb Mr Mittel Cinien unb Schwa a^-Weth-Spnache *jlammen, mstimmt lind iTVpm DegenstLnbllchrn form habet bi brn meisten Hellen abgesehen inerter keines - ♦r ’n allen > Doäu fanmrt die Tatsache bah Di ‘4>e* um fo fi-irter iptrfcn tDtrb. je mehr bi hr 'tarfkrilnng ber VadxndNrmfter des rahmen- lt’ löot>«riMaWt« er bullen bleibt ber leider tn | ,!> oft wrunhen einer der Malerei ent- Irr«*-Ix ibei XaumbebanNung verwstcht ober artier schlagen werden foft. iu brn brffrn Stücken der luifteihma ge- bö dnlge Dlüttrr von Ookbb Al kl as- Ä" chcn mit Motiven. Me an» von Seganltnl ber beifriut fmb «.Hirt unb Stier am 'Brunnen". ,Lcho»e unb Amber". .Landschaft mti Berg“) Oar .'( t l t e r - München verfügt Ober eine feine A» > t-^alfigßeif in bet Anwendung kbwr Mittel (,Cxl-bt-U Äari Andres' .Die grotc Äurtltone“. -QQtaunc". .Blfkui", .Der Ä«e Tod“) Otfar Graf. München (.Jtieuftigniig**, .Papstpalall“) unb Mrtlk D r a f - 0 f a H - München (Traum- drück« .Prophet“ . Buddhas Predigt“) Meten Bkrfr vv" ^ang Ortch Erler - Mümchen fesselt LT i tünnrr'', .Borterfk SteNung", .$>Hlgc Bauherr# l-7?kü >- chc । I/Blonbc‘, .Olmfon und Delila“) Zu nennen sm roch A Stumpf- München (. lieber ber Statt“). Äarl Bauer- München l.Dehmel", JDaetbe'*) 0 Ouant - München (.Briefe bn Part“), ö Baler (.St Hieronymus“). 9. vchuItheIst - München (.Zwei Bäume“) 9 O u t v : - München (.vonnnertage". .Am feist aen Stmr ?! Aautch - München (.Multerglüw'). bir ?!i .t t irfhiMrn von F v Hellingrath- Ait h rg unb 2 Hot^schntie von P Trumm- München 3rnil Bcvler - Frankfurt. ber mit einer teidjrri Auswihl von i- ichnungen und Schlitten vertreten ist. vermag wenig zu feile kn V Elcmm -Merne r-TBirmerob ^eigt Oel- flimvilbr mit landschaftlichen Motiven, unter denen Dir . Ochneeianbfchaft“ am meisten Beacheung OerMenl Mi ee CberbeffIfcber Äunftbcreln. Tic AusslcUun । des Bettln« für Original- ‘Xablcrunq Münchener Künstler Ist auch morgen. am chlmmelsahrtStag. von 11 btfl 1 Uhr geöffnet. flu* dem Elmtsverkündtfinnghblatt. e Das Amts Verkündigungsblatt Ar 34 vom 8. Mal enthüll Beschwerdestellen in Pacht- einlgunasfachen Verordnung über Auslchlub- fristc » für Antrüge aus ^cftstellung von JtnegÜ- ' ' gebiet Tf* Ausführung des Aetch' . ! leu v. ngrtetzes Ablchastung der Aad- fabtrarli. Sefl'chung der Polizeistunde. Poü- eel- l'.r. rbnunp gegen das Herumlaufen der Gänse. Snten unb Hübner aus den Straften und Plüpen zu 'IDleled u mchtung einer Zwangsinnung der Maguermeister des Greises Dieben. - Aushändigung der Aelchsverfastung an die zur Entlassung kommenden Schuler. Aatlviiallozialtstllche Deutsche Arbeiterpartei Da« Verhältnis ber Schulen in Hessen zum republikanischen Staat - 3eibbcr«tnt- gung Vumba. Vermischtes. Schwere Unwetter hl der Pvovhrz Sachsen Berlin. 8 Mal Chi bet Provinz Sach- f e n Iwbcn Unwetter und chochwaf - ser schtveren Schaden angerichttt Bel Haumburg ging ein ^aS^lweNtt nieder, wobei die Glasmalereien der Den-eMrche völlig zerstört wurden Die Obst- unb toDbctTtn- ernte ist vernichte. Bdiaee unb TeleraDOe.".- ftangen wurden eoe Otimn geüE. Hettstedt richtete eMe Windhose grrche Verheerungen an Der chadedorudach trat über die Ufer unb uderlchwemmte die errate nach chettstrdt. Viel Vieh ist bei dem Hochwasser ertrunken. •« eeqlddxr Dampfer Drtetq«aaegrn. — All« Passe giere ertrunken 7 • o Id mb d. 8- Mai fWolfs » Aach einer hier eingetrrffenen Meldung Ist ber englische Dampfer „Ofara bei einem Orkan a» der Küfte Ost Indiens untergegangen. Man befürchtet, datz alle 'Perscne«, die sich an Bord befanden, ertrunken sind .Tn der Ackhe der Unglücksstelle befindet sich dem Vernehmen nach auch der englische Dampfet „Sf) inkawa“ in Seenot. Zn Uns «nm en stost. — 30 Tote London, 7. Mai (Wolfs ' Die ^Xrmrt“ meldet aus Havanna Zwei elektrische 36 ae sind zwischen Havanna und Aatan^aS zusammengestoben. .30 Personen wurden habet getütet und 50 verwundet Biet Waggons gerieten In Brand. »Zablretche Leichen wurden tn einem dis zur Unkenntlichkeit zerstdrten .Zustand unter den Trümmern hervorgezogen LchlichlnngoausichnK Der Provinz Odcrhesten Sitzung vom 4 Mai Tw o de eh« f s i f che n Sägewerk« fotkn Me Löhne, die feil dem 5 Marz 1923 getier. vom 16 Avril an um 5 Pro« erhöhen vom 23 Avril an um 12 Protz und vom 30 Avril an um 20 Pros bis aus weiteres Drr Stunden lohn des Mafchin«7wrbeiters über 25 3abrr der Druvve A kommt hiernach in ber Dntflafk 3 auf 1234, 1316 unb 1410 Mart Hür Me Arbeiter der Da I l sche n I»n- werke unb der T v n we rke Abend st ern unb Hüttenberg kchtug ber Schlichtungsaus- fchch 12 Pro« Lohnerhöhung ab 23 April 1923 r-or Der ötunbenlrbn des BetneMkirbeilrrt über 21 3abre kommt hiernach aus 1482 Mk. Di« gelernten Hand werter sollen, solange fte in fbrän Beruf tätig sinb. 5 Pro« ber serveiligen Ctunben- löbnc bei BrirteHarbeUer als besondere Zulage erhalten Die Quarzitbrüche bei Homberg und Aockenberg und die voerhef fischen st I fclaurgruoen sollen Qnv Löhne vom 23. April an um 12 Pros und vom 30 April an um 20 Pro-, erhöhen Dk Betriebsarbeiter über 21 Oabrt kommen hiernach auf 1344 bzw. 1440 Mart Stunden lohn Tiefe Löhne sollen auch tn den Kie'clg.i rgruben gelten, bk bisher schon mehr als 1200 Mk gevhl' Haden Für bk Betriebe, die der Diebener Schlafsermeister • Bereinigung angr- hören, erklärte ber Schtichtunasausschad bk fe- wr tilgen Tarts löhn« der Mesaluudustrk für maf> Zu allen Schiedssprüchen echklten bk ©frett- teile GrtlärNNgssrtst Handel. •et Mak ber Aeichsbuuk Ende BpriL •Berlin,? Mai. Die -um letzten Mona t S f ch l u tz un die Aeich 6 dank gestellten Anforderungen an stredltrn und Zahlungsmitteln waren wesentlich stärker als in der Vorwoche. Wie der Ausweis der Bank vom 30. April eralbt, stiegen die Bestände der Bank an Aeicdsscdatzai.weisungen, und Atpar ausschließlich ?rüche hc6 Reichs um 405,2 MtNiarden Mark: gleichzeitig nahmen die Wechselanlagen um 227,9 Milliarden Mark und die Lombardforderun- gen um 11,8 Milliarden Mark zu Die gesamte stapltalanlage der Bank zeigt eine Erhöhung um 644,2 Milliarden Mark auf 9232,7 Milliarden Mark Auf der anderen Seite weifen die fremden Gelder eine Ikrmebruna um 182,4 Milliarden Mark auf 3854,3 Milliarden Mart auf. Der Beu bedarf an x3ablunü6mitteln übertraf -um Ullimo beträchtlich bk In den vorhergehenden Aprilwochen ausgewiesenen Ziffern, wenn er auch die zum letzten Quartalwechfel beanspruchte Summe nicht erreichte. Der Banknotenumlauf wuchs nämlich um 449,9 Milliarden Mark aus 6546 Milliarden Mark. Der Umlauf an DarlehnSkaffen- scheine nglng wieder um 0,1 Milliarde Mk auf 12,5 Milliarden Mark zurück. 3m AuS- tixif vom 30. Avril kommt die Versendung weiterer 52^ Millionen Mark Dolb nach dem Auslande zum Ausdruck, der tn den stassen der Bank befinblicbc Goldbestand hat Nch um diesen Betrag vermindert, während dabei ausländischen Icnrralnpttnbanfen ruhende unbelüftete «Boldbevor um ebensoviel erhöh. । erscheint. Tee: »PeiaBrtbetrage nach bneb her ' <^idbe't2nb der Bank tlfo ueveestudett Die Beraehmng bet Bestände bet Baut an Dü.i-en aus unedlem Me.all belief sich n der Ber chtswoche ans 0^5 LtUiardeu Mart Die DarlehnSkaffen bv Xe HS lieben $00.6 Milliarden Mark ae» aus, chr Darlehnsbe- stand ist bannt auf 1476,9 MU^iarden Mart ^est egen. Sie führten einen dieser Zu «ahme enr*6 sich Den ber gestrige« saft gar nicht. DU Tevdens tnar «regel mä st»g. Am Derxknnearf! waren Mr sturse wenig Der- ändert, meist aber gut behauptet 3m Bormütag*- vertevr wurde ber Dollar mit 35 800 Ms 36 000, 000 genannt. JHentantoertr stzfk Tm- btn< 3m Frewertehr Bery 36000, toendber Äupter 19 500, grvhe UmJÜW in Api. 1». 31HXX-31736-MOQ. STVt- ? ’ a n ’ Ttu i ftb-Vurembtrra. . J'Om Wfll- •203000- Ützilipv ö >-mann «lla (HehrtMt»i»-e«ii»X—4400a — »00-13001 23um -S7Ä- sia- 181- 11L- ioa- iä- .xzort-aium- sum-sz >. k-aiooa-öxn- i*tza-4>ok- -v— Vaurütwue ... Cberbebarf . .. VdSnir Bertzbau. «tzetnnadl..... ^irdeck i'lontdn reüas Bergbau 6B2TA —745flQ - 7300CI- 7i2oa-7Mia-iHiin-7-rfiA- OBDOa-l»»1. 123000- . KTUOOi UXMi. 1 -m- ifmiK 3BO — m- l Bergmann .... Muan........ ^»rmenl * Palske «aMkratiwerte . . Hblerwerfe »keet. Patmlrr iW»t»ren Tann» 7.0 0 0 -- »On-4aiOA S0CU.-291U0 - । *0000 rsixxx . 4l?Xi—4üUUO- .«Ox 3H0U- rt ßoQtürfni.....6±äa-4OJ* ÖOx) - Bevlliier CxxnbtlMri. . HROOü - tHXXX - U3m)u MHV I»mmeT4' u. «rtnaibt 179UO- IflüuO.- 1775U- 1773X- Derxnii. u.1 - SXV» - 3rrTÄ Börsenkurse. Ötanrhxrt a. DL fkrfl» S*4u*. »4* 9*IN emenliverkHetdeltzertz XMO-27900- ...... 14SO- CDU0-UiaX-0T.il ■nalo-eoni -«ue«e...__-v___-rirrnoa-HVXXX- Bak>i'che Vlnllin . .. .<«50—«Ml—*.¥Xxj> «oiiiverk ttlrüerstet»en«v»lO—77^»zX-.'»T<,Q—70900— »altwerk Weiteregetn 7*»O-H44>X1- — 7 1 M «130 90- 117a- 11»)-- 360 üM,- utsch« tzkretasvamk. ©»> - MO> — tt 23O1-3M0Q eooa tnm- __ . , 36000- WML- -,— Uhurlbeet Irrthkurf - 1600.- 10000- 10000- Crfttrr. 6rrM*ae*oli Mo «m WO 31000- Vvtbumer blf *• XutiableegJ Tenc-i 7. Stet 6 1 ®SÄF BetL 5 ko ter» rtetil eine* •eis FlttuWM HM •.nix» AVchIV iÄä fo-cho» . 1 ;74i*4.4» IC»— AaAs.... JtilTl MX- stchwrttz. .. 677 LSD WstiN 6BSV6 st oartEM .. 3CX7j m"v446 -» «5 .null#« .... K3L30 LV« Lkerro *■>» »E 14~etr irf . •CIO m mrxMB yierweute. . WJ» - 1 4 4. MmtMi . Mr4.75 um *11» ms ^.30 WS» Weuuurf..... F4 UM M4LL> ■ - Dstch- -L75 Ll li) esx - «*- Tta- 71*- 11 ajr 1 M KCU0 «7.7s Agram . . 25*30. DMB z^nrurrte. 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