ar. iu d Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit berSamstagsbeilage GießenerFamilienblätter Monatlich« veznaspreife: 3400 Mark und 200Mark Trägerlohn,durch diePost 3600Mark,auch beiNrcht- erscheinen einzelner Nurn- mern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech. Anschlüsse: fürdieSchrist» leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe». Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 11686. 175. )ayrgang Montag, 7. Mai 1923 GietzenekAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Ontd und Verlag: Vrühl'sche Univerfilälr-Vuch- und Lleindruckerei H. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäflrstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigeno. 27 mm Breite örtlich 80 MK., auswärts 100 Mk., für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 400 MK.Bei Platz- Vorschrift 20 °/? Aufschlag. Hauptschriftleiter: Äug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Beck, sämtlich in Dietzen. Die französische Antwort auf die deutsche Rote. Paris, 6. Mai. (WTD.) Die Havas- agen tu r veröffentlicht den Text der fron- zösischen Antwort auf die. deutsche Rote, die um 7 iUjr abends in der deutschen Botschaft überreicht wurde. Sie ist an den Ge- schäftsträger, Botschaftsrat von Hösch, gerichtet und lautet: Ich habe die Ehre, Ihnen den Empfang deS Briefes vom 2. Mai zu bestätigen und im Hamen der französischen Regierung folgende Antwort za erteilen: Die belgische und die französische Regierung können eine große Anzahl der von der deutschen Regierung gemachten Erklärungen nicht durchgehen lassen, ohne ihnen zu widersprechen. Einer- seits ist es nicht richtig, da irgendeine der von Frankreich und Belgien ergriffenen Maßnahmen in Berkennung des Friedensvertrages von Versailles erfolgt ist; andererseits stehen hie heute von Deutschland formulierten Borschläge in mehreren Punkten im Widerspr ich mit diesem Vertrag. Der Vertrag von Versailles hat die Bedingungen bestimmt, unter denen die Schulden Deutschlands zuerst festgesetzt und dann gezahlt werden sollen. Die Festsetzung ist Ende April 1921 erfolgt. Die Zahlungsbedingungen sind am 3. Mai 1921 festgesetzt worden. Deutsch, land hat formell an diesem Tage die Festsehung und die Modalitäten angenommen. Inzwischen hat es die Verpflichtungen, die es übernommen hat, nicht gehalteir. Ein zeitweiliges Moratorium ist ihm bewilligt worden, es hat aber nicht einmal seine beraögese.^ten Verpflichtungen erfüllt. Infolge die er Feststellung und in Ausführung des Vertrages Haven Frankreich und Belgien Pfänder genommen. Entgegen der Behauptung der deutschen Regierung ist diese Pfandnahme ohne die geringste Gewatt seitens Belgiens und Frankreichs erfolgt, und wenn es nur von diesen beiden Mächten abhängig gewesen wäre, hätte dies sofort im Ruhrgebiet eine Zusammenarbeit zwischen den deutschen Industriellen, Ingenieuren und Arbeitern und den französischen Industriellen, Ingenieuren und Arbeitern ermöglicht. Die Befehle, die von Berlin gekommen sind, haben allein diese Zusammenarbeit verhindert. Die deutsche Regierung behauptet, daß die Bevölkerung mit passivem Widerstand auf die Besetzung des Ruhrgebiets geantwortet habe. Richts ist wenrger richtig. Es ist n i ch * die Bevölkerung, sondern dre beutscheRegierung, die den Widerstand gewollt und organisiert hat. Die deutsche Regierung erkennt dies implicite übrigens selbst an, denn sie erklärt heute, dah dieser Widerstand erst nach einem lleberetntommen über die jetzigen Vorschläge ein Ende finden werde. Wenn der Widerstand von ihr nicht organisiert ist, wie würde also die deutsche Regierung Herr fern, ihn abzukürzen oder zu verlängern? Dieser Widerstand ist aber nicht passiv, sondern aktiv. Während der Friedensver- trag von Versailles formell bestimmt, dah Deutschland nicht das Rocht hat, eine <5anftmn, wenn sie nach Feststellung einer Verfehlung durch die Re- parationskommisfion erfolgt, als einen Att der Feindseligkeit anzusehen. Die deutsche Regierung hat nicht nur Streiks von Beamten provoziert, sondern einen allgemeinen systematischen Konflikt, Angriffe, Sabotage und Vergehen gegen das gemeine Recht. D i e belgische und die französische Regierung können keinen deutschen Vorschlag in Berücksichtigung ziehen, solange dieser Widerstand fortgesetzt wird. Sie wollen nicht, daß das Leben ihrer Offiziere, ihrer Soldaten, ihrer Ingenieure, ihrer Zollbeamten und ihrer Eifenbahnbeamten Attentaten ausgesetzt sei, während man die zu regelnden Fragen prüft. Sie wollen ferner nicht, dah die normalen Funktionen der militärischen Kontroll- fomrniffronen gestört werden und dah die Entwaffnung Deutschlands durch die einzige Tatsache kompromittiert werde, dah das unbezahlte Frankreich und Belgien Pfänder genommen hätten, wozu sie ein Recht besitzen. Die französische und belgische Regierung mühten hinzufügen, dah die jetzigen Vorschläge Deutschlands in mehrerer Hinsicht vollkommen unannehmbar seien. In erster Linie stellten die tatsächlichen Ziffern nur em Viertel der Summe dar, die die Reparations- Tommiffion festgesetzt habe und die von Deutschland als der Betrag seiner Schuld gegenüber den Alliierten anerkannt worden sei. Frankreich und Belgien hatten wiederholt erklärt, und sie feien verpflichtet, dies hier nochmals zu sagen, dah sie die Herabsetzung ihrer eigenen For- derungennichtannehmen könnten, und dah. weim sie bereit seien, einen Teil mit den alliierten Schulden zu kompensieren, sie in die materielle Rotwendigkeit versetzt seien, den Restbetrag zu empfangen, um die schrecklichen Verwüstungen zu beseitigen, die der deutsche Einfall verursacht hat. Frankreich habe bis zum Augenblick 100 Milliarden Franks für das Konto Deu t schlands vorgeschosfen, Belgien 15 Milliarden belgisch- Franks. Auster den Pensionslasten müßten sie noch die Hälfte ihrer Schäden reparieren. Das wirtschaftliche Interefs: Frankreichs. das wirtschaftliche Interesse der gesamten Welt, die (Gerechtigkeit selbst machten es erforderlich, dah die geschädigten Länder nicht mehr dazu verurteilt seien, sich zu ruinieren and die WiÄleraufrichtang ihrer Schuldner zu begünstigen. Sowohl Frankreich als auch Belgien, ein Opfer der zynischsten Verletzung der Verträge, würden die angebotenen Summen bis jetzt nicht gestatten, ihre verwüsteten Gebiete wieder aufzurichten. Also während die von den deutschen Heeren während vier Jahren besetzten Gebiete bis ins Unendliche verwüstet blieben, würde Deutschland fortfahren, beliebig im Ruhrgebiet und anderwärts nrar Fabriken, Hochöfen, Häusergruppen, Wege und Eisenbahnen zu bauen. Diese Ungerechtigkeit sei Belgien und Frankreich entschlossen, nicht zu dulden. Das Angebot von 30 Milliarden, das die deutsche Regierung gemacht habe, enthalte übrigens, nach einem von der deutschen Regierung selbst gebrauchten Ausdruck, eine gewisse Elastizität, dessen Willkür und Gefahr man nicht nötig yabe, aufzuzeigen. Die Zohlen, die man angegeben habe, würden nach der deutschen Regierung ein Maximum bilden, und es werde Deutschland leicht sein, sie wieder zur Diskussion zu stellen, bevor sie Wirklichkeit geworden seien. Gewiß behaupte die deutsche Regierung, dah es im Augenblick nicht möglich sei, die festen und endgültigen Ziffern der Zahlungsfähigkeit Deutschlands zu bestimmen. Als die alliierten Regierungen den Londoner Zahlungsplan ausgestellt hätten, hätten sie Rücksicht genommen auf das, was diese Bemerkung Gerechtes In sich schliche, sie hätten die Zahlung von annähernd Zweidrittel Der deutschen Schuld auf eine unbestimmte Zeit verschoben, die durch den Wohlstand Deutschlands allein hätte festgesetzt werden sollen. Seitdem habe die deutsche Regierung nicht aufgehört, gegen diese Unbestimmthett eines Teiles der Schu^ zu protestieren. Sie habe wiederholt gesagt, wenn sie behindert sei, ihre Verpflichtungen zu erfüllen, geschehe das, weil sie deren endgültige Ziffern nicht kenne. Heute setze sie sie um mehr als 3 Fünftel des festen Teiles ihrer Schuld herab, sie reduziere den unbestimmten Teil um mehr als sieben Achtel, aber sie behalte die Unbestimmtheit bei. Könnten die Alliierten irgendeinrn Grund haben, anzunehmen, dah Deutschland nicht bald wieder auf feine ursprüngliche Begründung zurückkommen und erklären werde, dah nur der feststehende Teil von Deutschland bezahlt werden könne unter dem Vorwand, dah es den Gesamtbetrag seiner Verpflichtungen nicht keime? Tatsächlich handele es sich bei den deutschen Vorschlägen nur u m eine nominelle und scheinbare Summe von 30 Milliarden Goldmark. Der tatsächliche Betrag rechne erst vom 1. Juli 1927 und für eine Dumme von nur 20 Milliarden. Deutschland verlange also ein vollkommenes Moratorium von 4V2 Jahren, gerechnet vom 1. Januar 1,923. dem Tage, an dem der Londoner- Zahlungsplan von der Reparationskommission wieder in Kraft gesetzt worden fei. Die Summe von 20 Milliarden fei übrigens beträchtlich herabzufetzen, weil bis zum 1. Juli 1927 die Zinsen von dem Ertrag der Anleihe genommen werden mühten. Wenn man einen Diskont von 6 Prozent rechne, würde der augenblickliche Wert der 20 Milliarden also auf 15 Milliarden 820 Millionen herabfinken. Diese ungenauen Vorschläge seien übrigens von Vorbehalten begleitet, die gestatten würden, in einigen Monaten alles wieder in Frage zu stellen. Die deutsche Regierung garantiere nicht einmal, dah die 20 Milliarden oder die geringere Summe, die sie ins Auge fasse, tatsächlich an dem genannten Dalum bezahlt würden. Sie sehe ganz im Gegenteil voraus, dah, wenn die 20 Milliarden nicht durch Anleihen gedeckt werden, der nichtbezahlte Teil nur den zum Spott herausfordernden Zinssatz von 5 Prozent einbringen soll uni> eine zu amortisierende Annuität bilden werde. Roch weniger Garantien biete sie für die beiden Ergänzungsbeträge von je fünf Milliarden, die im Grundsätze am 1. Juli 1925 bzw. am 1. Juli 1931 bezahlt werden sollen. Die deutsche Regierung er Härt, eine internationale Kommission solle darüber entscheiden, ob diese beiden Abschnitte ausgegeben tr-erden sollen und desgleichen, ob die Zinsen am 1. Juli 1923 bezahlt werden sollen oder nicht. Derartige Unsicherheiten machten jede ernste Schätzung des Wertes des Angebotes unmöglich. Ueberdies hätten die französische und die belgische Regierung auf der Pariser Konferenz im gegenseitigen Einvernehmen den Gedanke x ausgeschaltet. dah etwa die Reparationskommission ihrer Kompetenz entgleitet und durch internationale Kom- miissionen, internationale Ausschüsse von Geschäftsleuten, Schiedsgerichte erlebt würde. Im Vertrag von Versailles habe Deutschland sich feierlich verpflichtet, die Reparationskommission als Richter über den teilweisen Erlah der Schuld und den Aufschub von Zahlungen anz verkennen, und es sei beslimnrt wordedah kein Erlah anders als durch einstimmiges Einvernehmen der Gläubigermächte gewährt werden könne. Frankreich und Belgien könnten sich nicht bereit erklären, die durch ben Vertrag von Versailles ihnen gebotenen Garantien preiszugeben. Die deutsche Regierung erkläre sich beceti, die Sicherheiten für die Barleistungen und Sachlieferungen zu bieten, die sie heute anbietet und die nichts weiter als eine enorme Verminderung ihrer früheren Versprechungen barftellen. Was aber diese Sicherheiten anlange, so beschränke sie sich darauf, die unbestimmteren und unklarsten Ideen zu äuhern und obwohl die Reparationskom- Mission im Einvernehmen mit den alliierten Regierungen bereits seit langem alle Maßnahmen studiert haben, mit Hilfe deren Deutschland seine Währung zu stabilisieren, seine Finanzen wieder herzustellen und zur Ausnahme auswärtiger Anleihen zu schreiten sich verpflichtete, obwohl die alliierten Regierungen Deutschland manches Mal zu den aufrichtigsten Bemühungen anzuleiten versucht hätten, die erforderlich feien, um diese Resultate zu erzielen, sage die deutsche Regierung auch heute noch nichts, in welcher Weise sie ihre Währung zu stabilisieren suchen werde, oder welche gesetzgeberischen Maßnahmen sie ergreifen werde. noch auch welche Einnahmequellen sie zur Garantierung der verschiedenen Anlciheabschnllte au verwenden gedenke. Genau so unbestimmt und so illusorisch seien die Angaben der deutschen Regierung über die Sicherheitsgarantien, die sie, wie sie erkläre. Frankreich zu bieten bereit sei. Sie s preche nicht von Belgien, und dieses Versehen erscheine zum allermindesten merkwürdig, wenn man sich erinnere, wie Deutschland sich im Jahre 1914, als es Garant der belgischen Reutralität war, dieser Ration gegenüber benommen habe, deren Unabhängigkeit zu schützen es versprochen hatte. Indessen seien die belgische und die französische Regierung stets für das „internationale friedlicheVer- fahren" und die „friedesichernde Vereinbarung, die auf Gegenseitigkeit beruht" gewesen, und die deutsche Regierung mißachte trotzdem schon heute die Hauptbedingungen, die der Versailler Vertrug enthalte. In diesem Zusammenhang, ebenso wie In der Reparationsfragen, könnten Frankreich und Belgien sich nicht mit den deutschen Vorschlägen begnügen. Sie brauchten Gewißheiten. Als Gegenleistung für z. T. unannehmbare, z. T.unzillängliche Vorschläge beanspruche die deutsche Regierung daß der Ausgangspunkt der Verhandlungen sein nüsse den Status quo ante des Friedensvertrages wieder herzustellen, und In Anwendung dieser allgemeinen Bestimmungen verlange sie namentlich, dah die neuerdings in vollem (Änklang mit dem Versailler Vertrag besetzten Gebiete geräumt werden, dah die in Öen Rheinlanden von der Rheinlankckommission zur Sichwung des Versailler Vertrags ergriffenen Mahnahmen zurückgezogen würden, dah die wegen Verletzung Der regelrecht erlassenen Orbomunven verhafteten und ausge- wiesenen Deutschen befreit und in ihre Wohnstätten und Dienststellen wieder eingesetzt würden. Also während viereinhalb Jahren, das heiht während der Periode, in der die französische und die belgische Regierung sich bemüht hätten, Sach- Heferungen und Geldzahlungen zu empfangen und den Wiederaufbau der verwüsteten Gebiete durch- zuführen, mühten sie geduldig ohne Pfänder und ohne Garantien warten, bis es der deutschen Regierung gefällt, die Mahnahmen zu ergreifen, die ihr paßten, um bann eine unbestimmte und winzige Summe anzubieten' Aus dem Ruhrgebiet mühten sie sogar heraus, in das sie doch nur eingerückt seien, um die Garantien und Pfänder in der Hand zu haben, auf die sie ehren Anspruch hätten und die ihnen verweigert toouben seien. Die belgische und die französische ^Regierung hätten beschlossen, die neubesehten Gebiete nur nach Maßgabe und im Verhältnis der geleisteten Zahlungen zu räumen. An diesem Deschluh hätten sie nichts zu ändern. Sie könnten im übrigen nicht die Bemerkung unterlassen, dah die deutsche Rote von Anfang bis Ende nur der kaum verhehlte Ausdruck einer systematischen Auflehnung gegen den Versailler Vertrag sei. Dier würde schließlich notgedrungen zur vollkommenen und endgültigen Zerstörung dieses Vertrages führen. Dies würde sogar zu einer moralischen, wirtschaftlichen, politischen und knilitärischen Revanche Deutschlands führen. Unmittelbar nachdem die Botschaft terkonferenz noch einmal einmütig festgestellt habe, dah Deutschland seine Verpflichtungen nicht erfüllt, sollten F ankreich und Belgien auf die fried- llchien Sanktionen verzichten, die zu ergreifenDeutsch- land sie gezwungen habe. Deutschland solle von den Aufgaben befreit werden, unter denen es nach seinen Erklärungen zufammenbreche und die es für unproduktiv erkläre. Damit scheine es die Desahungstruppen im Auge zu haben, um Frankreich und Belgien so der solidesten Grundlagen berauben zu wollen, die ihnen Sicherheit und die Befolgung der vertragsmäßigen Garantien gewährleisten sollten. Die Reparalions- kcmmission solle desavouiert und aufgehoben oder bis zur Ohnmacht eingeschräntt werden. Deutsch- land solle befreit werden von dem, axis es die politischen und wirtschaftlichen Fesseln des Der- ttags nennt. Die Alliierten müßten Deutschland sofort wieder in den Genuh der Meistbegün» stigungsklauseln setzen, was ihm gestatten werde, von den Ruinen, die es in Belgien und Fankreich gehäuft habe, Ruhen zu ziehen, um sich rasch die industrielle üeberlegenbeit über die Länder zu sichern, die es verwüstet habe. Für die Reparationssrage solle nicht mehr, wie der Versailler Vertrag es vorsehe, eine Kommission zuständig sein, deren Entscheidungen zu befolgen Deutschland sich verpflichtet habe; die Entscheidungen sollten vielmehr internationalen Kommissionen unterbreitet werden. Belgien und Frankreich sollten ihre Pfänder aus der Hand geben, sie sollten der Gewalttätigkeit der deutschen Regierungsbeamten ausgesetzt bleiben und als Gegenleistung für cille diese Opfer würden ihnen noch einmal ein paar auf Papier geschriebene Worte gegeben werden. Die deutsche Regierung werde, wenn sie über diese Dinge einmal nachdenken wolle, sich nicht wundern, dah Frankreich und Belgien eine derartige Haltung ablehnten. Der Prozeh gegen die Kruppschen Direktoren. Zweiter Tag. Werden, 5. Mai. (WTB.) Rian nimmt an, dah die Beendigung des Prozesies heute nicht mehr möglich sein wird und die Verhandlungen am Montag fortgesetzt werden. Zuerst wird die Vernehmung der Zeugen fortgesetzt, v. D ü l o w, Direktor bet Krupp, kann über die Vorgänge am Karsamstag wenig aus eigener Erfahrung berichten. Es war ihm mitgeteilt worden, dah die Franzosen in dem Werk seien, und da er die Aufgabe hatte, im Falle der Anwesenheit einer französischen Kommission tm Hauptverwab tungsgebäude im Auftrage des Direftoriums mit den Franzosen die ersten Verhandlungen zu führen, habe er sich dorthin begeben. Sein Ein» greifen sei aber in keiner Weise in Frage ge- >mmen, weil sich keine Kommis Ion tm Verwaltungsgebäude gezeigt habe. Der französische Soldat Gequröre, der bei den Verhandlungen zwischen Müller and dem französischen Offizier am 31. März als Dolmetscher tätig war, schildert die Vorgänge mU erregten Gesten und in stark übertriebener Weise, ohne dah er seine In der Voruntersuchung gemachten sehr wichtigen Aussagen durchweg aufrechterhalten kann. So halle er behauptet. Müller habe sich ihm bei den Verhandlungen als „Chef der Garage" vorgestellt, während er heute zu- geben muh. Müller habe eftllart, er spreche als Führer der Arbeiterschaft, welche die Besetzung der Autogarage nicht dulde. — Hier kommt es zu einem Zwischenfall. Direktor Oeflerte übersetzte dem neben ihm sitzenden Betriebsrats» mitglied Müller einige Worte des in der Hauptsache ohne Dolmetscher vernommenen französischen Zeugen, wogegen der Staatsanwalt erregt Protest einlegte. Der Vorsitzende ordnete darauf an, dah Müller und die Direktoren nicht mehr zusammen- sitzen sollen. — Geauiöre behauptet dann weiter, dah Müller, wie er deutlich gehört habe, zu den Arbeitern gesagt habe, als der Offizier zum dritten Male den Abzug abgelehnt habe, sie sollten um die Garage herumgehen, damit die Franzosen nicht herauskommen könnten. Müller bestreitet das mit aller Entschiedenheit und verweist auf verschiedene durch ihn benannte Zeugen, deren Aussagen das Gegenteil erweisen würden. In recht erhebliche Widersprüche verwickelt sich der Zeuge auch beim letzten und wichtigsten Teil seiner Aussage, wo er behauptet, er habe Müller gesagt, die Menge solle auseinandergehen, da der Offizier sonst schiehen lassen würde. Auf Vo-Hali muh ec endlich zugeben, dah er wohl gesagt ha e, es werde geschossen werden, wenn die Mc.ige die Eingänge des Tunnels überschreite, ©equicre will schsiehlich vor dem Befehl des französischen Offiziers zum Feuern fünf- bis sechsmal die Worte gesprochen haben: „Wenn Sie nicht Weggehen, gibt es Feuer!" Daraufhin trat eine kurze Pause ein. Im weiteren Verlauf des Prozesses wird eine Reihe französischer Soldaten vernommen. die am 31 .März sich mit der französischen Truppe in der Autogarage befanden. Sic bestätigen tm wesentlichen die von der französischen Anklage auf gestellte Behauptung über die Haltung der Menge gegenüber den Soldaten. Verschiedene Arbeiter seien mit Holzblöcken und anderen Gerätschaften versehen gewesen. Ein Korporal behauptet mit Bestimmtheit, in den Händen eines Arbeiters einen Parabellumrevolver gesehen zu haben, für» bevor der Feuerbefehl erteilt worden sei, und zwar habe dieser Mann unmittelbar hinter dem Detiiebsratsmitglied Müller gestanden, nachdem Müller von dem Rücken des Arbeiters aus zu der Menge gesprochen hatte. Heber diesen Punkt befragt, erklärte Müller, dah dies sicher der Mann sei, von dem er schon in seiner Aussage gesprochen habe. Der Mann 'habe zunächst in erster Reihe gestanden, sei aber bann durch ihn und Sander in die zweite oder dritte Reihe zurückgeftohen worden. Ob es ein Parabellumrevolver gewesen sei, wisse er nicht, es fei aber ein altes, verrostetes Ding gewesen. Im An» schluh an diesen Zwischenfall mit dem Para- bellumrevvlver wurde noch Direktor O e ft e r l e befragt, ob bei Krupp irgendwelche Revolver hergestellt würden, was dieser aber mit aller Entschiedenheit energisch verneinte. Die Firma Krupp stelle keinerlei Revolver her, habe auch nie welche fabriziert. Als letzter Belastungszeuge trat heute Vormittag ein gewisser Snowden auf, der sich in einem Auto befand, das am 31. März in der Almdorfer Strabe von der erregten Menge mrgehalten und umgestürzt wurde. Er ist nach feiner Aussage von der Arbeiterschaft beschimpft und mißhandelt worden. Er muß aber zu geben, daß er schließlich durch das tatkräftige Eingreifen der Kruppschen Feuerwehr vor weiteren Belästigungen bewahrt worden ist. Die Feuerwehr habe in jeder Beziehung beruhigend auf die Menge einzuwirien versucht und durch Spalierbildung gegen die Massen ihn vor weiterer Gefährdung bewahrt. Der Zeuge will auch ein Gespräch zweier Arbeiter ziemlich unmittelbar nach dem Vorgang gehört haben. Sie hätten erklärt, der französische Offizier habe zunächst eine Salve in die Lust abgeben las-- fen, unb zwischen diesen Schreckschüssen und der nächsten scharfen Salve hätten die Arbeiter Zeit genug gehabt, an den Truppen vorbei sich m Sicherheit zu bringen. (!) Bei der Vernehmung dieses Zeugen kommt noch die Tatsache zur Sprache, daß unmittelbar nach dem Abzug der Franzosen vom Verwaltungsgebäude aus Flugblätter in die Menge geworfen wurden. Krupp v. Dohlen, der diese Dinge beobachtete, machte sofort den Direktor Hartwig darauf aufmerksam und bat ihn, doch dafür zu sorgen, daß dieser Unsinn sofort eingestellt toerfce. Hartwig gab auch sofort den Befehl, durch Inspektion sämtlicher Zimmer des Verwaltungsgebäudes dem Unfug ein Ende zu machen^ und hat selbst einen jungen Mann, der Flugblätter verteilte, die wettere Verbreitung untersagt. — Zehn Minuten nach 12 Uhr wurde die Weiterverhandlung auf 2 Uhr nachmittags vertagt. Un^2V? Uhr wurde die Sitzung rtneber ausgenommen. Der frühere Vorsitzende des Arbeiterrates bei der Fa. Krupp, Arbeitersekretär Heini r k e n s, erklärte, die Firma habe in politischer Hinsicht nicht den geringsten Einfluß auf die Arbeiterschaft. Die Forderung, die S i r e - nen im Falle der Besetzung zu ziehen, sei ein Ofafftrt be* ettnouna Nr 2 Vv< wi w meten. Der tze-tet Hohn. D - ,»uD NO «” tr dxmti. erflAne, bah bei 'Beirttbimi len bei Degen *u der handeln sei ergehn tat ds gtt'ifben, un» auf eine schriftliche Ötngabv ei nie eine Antwort erfolgt 3nfo(ge brr ftdnbla herumlchu?it.-enden Gerüchte von be- tmrflebenurr ober erfolgter Besetzung lech um btairm Jufkinbe ein Ende zu machen, vereinbart worben, bit) für den .Hall einer wirtlichen Be- leftung bi« Arbelterfch I! durch Ziehen ber Sirenen benachrichtigt werden 'olle Solche TtamonQraiio- mn hätten tm Ärupibetrieb Ichon mehr ata bubenbrtul stanoefunben, ohne bah IrgenNln Zu- Der cheneralbiretior ber Thh'senwerke In Hamborn. Di Sanarl I. lAilberte bann ein* fltbenb bte Dctenung ber Thh'senhütt« in Hamborn. ble a.n 10 Mäiz flattgnuiben hat Hierbei hätten während ber ganzen Zeit ble oive.ien unaMäHifl gebeult, ohne bah 'ich der geringste Zwilchenwil ereignet bette. Aach bem Abzug ber Franzosen hätten die Sirenen wieder ausgehört zu heulen 1 leier ähnliche Vorgänge, die gleichfalls ohne Zwilchen'älle verliefen, berl4>ete,üglich her Art batgeleat worden. In her die 2ntovrt an T*u\Wanb befWolkn. unb von 'eiten Poincaris »um Aasbruck ,;ctna4)t worden, bah er eS sehr vvrgeeogeei hätte, baf) bta Antwort an Deutschland bta Gestalt einer Kollel- tltmote der Alliierten angenommen hätte, bah dies aber unmöglich gewesen sei infolge ber Forderung der fianzölilchen Orftentll4>l.4x: diel« arote Sarnsie «u tragen. Dieta F.age tjniw.r. sich nicht la erster Qt-.i« vom 5' Ctanbr-afi aus XL- Heb Nr Xi**a,fu-g b:h bta kulturellen Güt.7 heute Im Staat «Ine T spiekei dta gar -. f doch trag veranschlagt werden Sre G» ist m btt Nu- Orti dta ooentbotar Wi4l Ns Ctoae». bta Onges Güter, dta hohen geistigem NÜMreflen tdtnxngen yi p'.egeo und zu fchüp«. Dir Itrb Mr Ansicht Nß Ns Tgcaier nicht berufen ist. zu Nn Fragen be* Da je* Vie u.mg zu meh-ne^ Die wahre KU.nik N- bte AjHgab, «ich 'erbst und beertt bte Len'chN- .rraus^eNNn aus b*n Streit beb Tages 34 * i-'.cht zu tmeitöc-if*. u rfett higenb tx. r bte drrf .'rang enb tarr ’vn t*.l zu ’-bem. 1 < ruh to: bte roh«. Hohe and unter? 'sll-ch- Kunst geführt werden dta ihr neue. nvc** 3«rie eröffnet. Sie ist berufe». N» 3mP. ber «ittlichrn Deltanlchauweg tot den 2«-'re-. im stallen Denn ich mich «o etnstelle. dann 1#Nk ich ab. Was un*<: SNetar brrngi. bann lehne ich auch ab. Nrnsf «inzugohen. was in der Xegte- rung*intson uns unterstem wird Nh wir die Kunst vartripeiititch ausnutzen wollen Wer Ns glaub: be.- ha: uns tehr fallch verstanden Auch in btiua auf dta Ongugements Nben etr ntai p beanlianNn Ban ha: KünkUer auf bte StreN gefetzt Mr zwetteilos Berbtanste um Ns 3nstir«t hatten Hier hätte Ns soziale Moment nicht ganz außer acht Ne den bür«tu 3t erriete* nicht Nr starke künstlerische Persönlichkeit Ns H.ntenbanlen. ata: er ist zu einteilig nngeftrilL Wir wünschen fturf« Pflege unterer Klalltter Das allein ergibt Ausgaben. Mu hie Drähten etfülte» könnten e Aach ber Paule exrb zunächst über bte Kapital tz unb 10 abgestimmt Dte Ausschuß- Anträge werben angenommen gegmt bta KPD unb Bdd m Abg. Glaser 'Bdd.) fragt an. ob bte 0U- gMrunfl bereit sei. bei ber Astchsragteruna Nhin zu Strien Nh ben Stauerpllichtiawr. dta nicht rechtzettig ihre •rflärungen einreichen konnten. Aach teile nicht erwachsen Mnanzmlnister Henrich weist au! Mc Gntichrtdurra ber Aetchsregte- nmfl hin. nach der aur Sriuchen Beriängerung Nr Frist erteilt werden kann AN Aeiöer 'Dem.' tn Forttetzung der Ibeater beNtM: 3m allgeimmen (oje man test- rtellen. Nh bte materielle Gntwickleng des Qanbe*- theaters nach HinzunabmO Ns Älctner. Hau les günstig Ist Dte Mieter tote auch dte Tageck- belucher Nben «ugenommen, daraus lärm man feststellen. Nh 6ei breiten Schichten bei PuNt- ku ms Dertrauen zur fünft ter.kfcen Deihmg Ns Theaters o>rNnb«n Ist ISehr richtigl links) TDerm man bebenft. Nß das Defizit früher 400 000 Grldmark Ntrua. h muh man feststetlrnr. Nh sparsam gewirischattet wurN. Nh Ns S aus Nm Aadmen fällt Darum treten wir für die Xeitenübmng des Theaters ein. 3m Bericht wird auch getagt, bah bte Schiiestung des Theaters bem Staat nw»r Geld kosten WürN Nnb Au hege Nike uiw, als Ns Defizit beträgt Das Theater muh eine Stätte wirklicher Kunst sein, nicht efn Unterlaltungäinftüut Damit Ist Derbanben dte Luiaabe ber Derrnlttlung Nr grobem Werke der KlaMkvr. atar auch bte. Me einen UdxrNlrf geben über Ns Schaffen Nr Ocbenben Zu keiner Zeit Nt bte Kunst etwas änderns schatten kön-Mn. als Ns SviegelMlb der Zeit. So Ist es auch heute. Untere Zeit Ist nun einmal jerrtl’en Der Staat Nt auch Nn lebenden Dichtern und Künstlern gegenüber eine Berpslrchtung Gs werden nun besonders zwei Stücke beanfkmNt Zun.ichst .Qeonce unb Dena" Hierzu verweise ich auf Ne Broschüre von Leopold Stahl- Der einzige Platz, wo Neses Stück nicht hätte beanstandet werben bürten, ist Turm habt Büchner Ist ein Darm- stöbt er Man scheint trohbem hier nicht zu willen NO er bet fertigste Dramatiker Deutichtanbs war trotz feiner 3ugenb (Zuruf rechts Ach' Ach'> Für Sie (zur Aechten) ist er Ns nur nicht, weil er etwas Aevolutionäres Nt lZwlschmirufe3 ^ebenfalls hätte Büchner es verdtant Nh man tn feiner Taterflabt etwas von ihm weih. Dte Xen- benz ber Angriff? wird klar Nrch den Satz Dir wollen einen anderen 3ntenNnten! Menn wir Ns Kapitel Theater bewilligen, geschieht Ns bi Berbinduna mit einem Vertrauens- vcium für Ne Leitung lBravo! links > i Schluß folgt ) Aus Stabt unb Land. Dieben. Nn 7. Mat l«3 Die Zriirrnnn tm April. Dte AelchstnNrzisser Aach Nn Aeftstellungen brt Stattftischen Aelchsamts Nttägt die Aelchslnde izlf- fsr für die Ledenshalmngskoftrn (arrd^Tung, Wohnung, Heizung. Beleuchtung unb Bekleidung) im Durchschnitt Ns Monats April 2954 (1913 14 ist gleich 1) gegenüber 2354 im Monat März. Dte DrhShung Nträgt sonach 3,5 d. Hundert. Die Jnbtx,Ziffer ohne die Belletbungskosten Ist um 5J v H. aus 2754 g e ft i t gji n- Lus bem Lebensmittel- marf.t war bte Preisenttvitllung Im Monat April verhältnismäßi; ruhig. Margarine, ausländisches Schweineschmalz unb zum Tell auch Speck war gegenüber Nm März weiter ettvas im Prelle zurückgezongen Dagegen haben dta Fleischpreis« nach einer vorübergehenden Verbilligung Im März wieder in allen Städten, ebenso wie Butter, Zucker unb Milch, nicht unbeträchtlich ang«zogen. Dte Ausgaben für Heizung unb Beleuchtung erfuhren Infolge Nr T^rabsetzuna ber Ä?b:< - prell« ein« Keine GtleichteNtng Der 'Hüd2 ing tn den Belle'.bangskosten war dagegen schon durch dte Dr Wicklung am DnN des Berichts- monavs ÜNrholt. Dta lee«nmNW»Ue der ffaif grHte« StLdf auf Grund Nr JJrel’e vom 25. Lprll 1923 (11. Lprl5» au-'chl^ßiich der Bellelbung N- rrujer. tn Hr.n» 296 128 (269 371); Darmstadt 252 966 (268 130k «inschl. Bell^bung 359061 (343 906), ef'«nkach 275 920 i2S7 842.; Worms 291 853 271 elnsch:t«iz:ch BelletdUag - (338 986); Gießen 279 906 (270145k einschl. Bellelbung 350 908 337 645». Dte Durchschalttsteuerangszaht für dte fünf cr.-Vcn Städte Nnägt für •«- nähtung 231973 213082). für Tte'iunz und Beleuchnuig 50 507 (51 817), Dehnung 2775 (2534k für Belle.düng 73541 (70 16U zusammen 89c 337 594 Dte Teuerung ausschließlich Belleidung Ist vom März «'Lprll um 1 5 Prozent und einschl. Belleldunz um 124 Protzen.» gefliegen. Dte Steigerung vom 11. April benäht auslchl. Belle Iduna 6,7 Prozem unb einichi. Bellet- I Dung M PTvzeni. Das TratfAe T^olkSopser. 3n her Geichattsstellr bei .Glehener An zetgers' bta Atckersche Hä wer- niäl*-?ubN-24uaia Or.': CtgLrr 148 444 KL- Nurr im Mu'chcnNrmer 'BLartea.b 52:8 Mark Mulchen heim 24 872: Sammll.ng ber DenctnN Mu'chenheisr 1200 X X 5003. Angeste llr bet N- Prpve * Lo Gteste« für Mona, April 250000. Sutr.c J'jbenaTuch- atchNnNung 3 Mate. 20 000; Bvg. Zohs Mewes. G -esten. 5000 MT Den Geben, bervtbhcn Tauf? Wellenr Spenden werden in Nr Geschäftsstelle des .Oletzener Anzeigers angmromme» w Die PoNtzelstAWde. Gas bcfH*r Mtartstertem NS 3m»ern N$ dte Poltpetstu^ in Gast- unb S4xmftr*rtVNfwn mir lotertiflrr DitfN.mtzrtt einheitlich für alle gemeinten des Landes auf 12 UN nachts, für Ne 5cnii- und ArtartQ^t, tetr* dta BonabeoN von Svrrn- _mb Zeter tagen auf 1 UN feKaefetz: 3m Scrr. bte PotipeistuaN öerttnye-.: werden, aber nut. wenn ein gibst«rar Pertemen- frei* 3ntetelle Nran Nt. namerrtlich bei 'Ber- d 7svenTnsto!tanqen älterer und grösterer Bert ., ferner, wenn neben ^zwecken der UntrtNU-'^l fünstlertsche wfllenschafrliche oder 'pnrrllche 3n Indien tn 3ragt kommen Zugunsten «tn* unb beO» •et ben Der eins wird etm Bertänaerung ber Poti- taffhmN bächllens ebtmal tnrwtNlb bettet Monate |UQda',fn • • 1 25 000 pablermarf für «In Zwanzl a Markstück. Laut Mitteilung der Aetchsbank ist mit Wirkung vom 7. d. M ad dis auf welkeres Nr Gvloankaufspreis auf das 6250fa4w des AennwerteS, also kür ein Zwanzigmarkstück auf 12500Ö M k . erMN worven (Der In den letzten Wochen gezahlte Kaufpreis für ein Zwanzigmärffwck bezifferte sich auf 83000 PaplermarT) Starker Aaummangel zwang uns heute, zugunsten des wichtigsten aktuellen Stoffes verschiedene Berich« (AeichA- tagsNricht. Xeferat über das Wohliättg- kelrskonzert Nr Kapelle des 15. 3nf.-ltegtu. usw ). sowie die heutige Fortsetzung des Kv- mans dis zur morgigen Hummer zurückM- stellen. • • Zahrraddiebftahl. Arn Samstag vutN ein Sabrvab, Mark« OptP. 3-ibrtf- Nummer 616 98^. I±tt»r*er Xabmtr-bau brauner Sattel und Tasche mit Dorhängdchlost tm Werte von 450 000 Mark gestohlen • • 'Baumaterialien-Dlebhabl Aa einer Baustelle mürben Ntch Gr brechen rlner Kiste 5 Kg Dradtsttttf unb ein Vchtichthobd im Werte von 30 000 Hart gestohlen Brr Ao'auf wirb gewarnt. Barttotizem. — Tageskalender für M v nta g. ONrbefT Getelst-N't für Aatur- unb He tkund:: 8v, 11N h, brr pfdchtattlßchen Klinik Orant! rer Strafte 90) Bvrfrag von Dr llarxi üdtr.Wi" >- * SchtMUch» Hellen.«nstaa. fpd. yrankfart a. TL. 6. Mai. Dn Kütar Aagust etemm!«r ward« i» de, Aacht -um Samstag vor dem Haase seines Schwaaers, N« Wirtes Mar Schneider t» Nr St 'tftt^ße vo» eiaem unNfanatta sanaen Mann ohne seN BeraaNisaag durch Meller- ft*dm In Kopf *nb Bauch lebensgefährlich verletzt. Sein Schwager. H* ihm ,u M[f< eil« wollte. trmrN gleichfalls durch Me'lerstich« so fdtatter »u eelchtet. daß er kar, --ch bet Oialleferung in das ftäbti’Ae Krankenhaus verstarb. Der Xätrr cncam un» erfanar. heutiger Stand des Dollars 10 UN vormittags: Bertt» 35 750. Zrankfnrt a. TL 36 000, »tte «In ab wkaufspnis mit ertes, also für ein lf 125 000 Mk letzten Wochen ' Zvanzigmarfftück N>termait.) ,manflel zümg wichtigsten L ' Berichte (Reichs, öas Wohltätig. '6 15. Onf.-RegtS. 'rtsehmg des Rv. Hummer zurückzu- iH Am Gamitafl e »Opel", Fabrik. Rahmenbau, brauner angeschlvh im ODerte n.Diebstahl. An irch Erbrechen einer ein SMchvbcl im -stöhlen. Avr Maus kbtinb‘"*r3n. W, 2 ^'.3 300, teWS amten nC ? bie Hickersch^Arrt^ ^«mnen. für alCT61 uf 10 «t? lSe. \ttU r für Mvirtag. dhif. und Heilkundr: n Mik (Jranffurlcr Aigner über, Wilsen» [ft WItan). - e: »Der Iktialllev Launen der Ae'ly le: .Die Me der ind Geist"- Moria» llitternachl" und.Das i. Morgen, Dienstag. M Wonatsversarnm- uSsage Stag: DSmegevittn. Luftdruck über dm an. Kietzen. ... Zu unserem Bericht »des Semeinde» io3»mn3.*^ i Dieleck »u don es Sportplahes ^eife finb tnlrgeiW- , Stellung zu nehn^ i SÄS "’mfeu1"» föfes fög“ S Sw* I »ix"* ► aller. den°>r^herung Äts 62Ulclp^ln6 ih" .rnt^P den «J ah. u^'b^igen. iflunfl i“ Dai. A Ä n unbel^ l -RÄÄ naerichl^K &V ^We Vorgänge an der Siebener Oberrealschule vor Gericht. ^.Eigener Bericht d. ^Giehener Anzeiger-".) Darmstadt, 5. Mar. , Die Strafkammer verhandelt« heute unter tem Vorsitz des Larrdgerichtsdirektors Dr. Stein gegen den Schriftleiter der .Hess. Landesztg." Fr. Büchner, wegen Beleidigung. Der 2n- Page lag eine Reihe von Vorfällen zugrunde, Pie sich vorwiegend im Juni und Juli 1922 an der Oberrealschule in Giehen abspielten. Der .Hess. Dolksfreund" brachte damals einen 2fr- ftkel, der sich mit dem Verhalten de« Direktors Dr. Schnell dieser Anstalt beschäftigte, dessen Gedenkrede anläßlich de« Morde- an Rat Henau In republikanischen Streifen Aufsehen erregt hatte. Ferner warde ihm vvrgewvrfen. daß er das Flaggen des Schulgebäudes mit Absicht unterlassen habe. Gine öffentliche Versammlung in Giehen hatte sich mit diesen Dingen beschäftigt, und ein Schreiben des Gießener Gewerkschafts- kartells sowie eine Eingabe des Rep u bl if a> n i s chen Lehrerbundes hatten beim Landes» amt Untersuchung dieser Fälle gefordert. Sn einem Teil der Lehrerschaft der Oberrealschule wurde die Auffassung laut, der dort tätige Rell- gionSlehrer und Schulbiblivthekar Prof. Michel habe die llZeranlastung zu diesem Vorgehen gegeben. Sm Laufe der Untersuchung versicherte zwar das Landesamt wiederholt, bah Prof. Michel keineswegs als treibendes Element in dieser Angelegenheit gelten könne: gleichwohl griff die „Hess. Landesztg." im Rovember und Dezember 1922 dre Sache wieder auf und bezeichnete Prof. Michel als einen »feigen Deriuiizianten"' Wegen dieser Artikel stellte das Landesamt als oberste Schulbehörde Strafantrag, dem stattgegeben wurde. Prof. Michel schloß sich als Rebenkläger an. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Dr. Langenbach. QkrteiMger des Angeklagten ist Rechtsanwalt Meissel: dem Rebenkläger stehen die Rechtsanwälte Dr. Sinzheimer-Franifurt am Main und Dr. Aaron- Giehen zur Seite. Als erster Zeuge wird Ministerialdirektor 11 r ft a b t vernommen. Er sagt aus: Die Angelegenheit kam durch einen Artikel des „Hess. Volks freu nds" in Fluh» der sich fritisch mit der Rede des Direktors Schnell zum Morde Rathenaus befahte und darauf hinwies, doh das Flaggen des Schulgebäudes unterlassen worden war. Am 30. Sinn ging dann beim Landesamt für das Dildungswesen ein Schreiben des Gewerkschaftskartells in Giehen ein, das dieselben Dinge rügte und auherdem auf die anti- r epublrkanische Tätigkeit der Studiearäte Dr. Lenz von der Oberrealschule und Blank vom Gymnasium hinwies. Der Zeuge, der die Sonntage in Giehen zu verbringen Pflegt, begab sich darauf am 1. Süll bt die Oberrealschule und ordnete an, dah das Konzept der Redr des Direktors, sowie eine Simplizissimus-Karikatur, die in der Schule ausgehängt hatte, zur Untersuchung an das Lande samt einzusenden seien. 2lm 7. Sult traf dann beim Landesamt ein Schreiben des Republikanischen Lehrerbundes in Gieren zusammen mit einer Eingabe ein, die in sieben Punkten Aenderungen im Schulwesen verlangt«. Dieses Schreiben lieferte kein neues Material, sondern forderte nur, dah die durch die Zeitungsartikel und auch sonst in der Oefsent- lichkeit beianntgewordenen Mißstände an der Oberrealschule in Giehen im Sntereffe der Schule sowohl wie der an geschuldigten Personen untersucht würden. Am 22. Sutl erliest da- Landesamt eine Verfügung, durch die mündliche Vernehmungen in ©ieften ungeordnet wurden. Diese fanden am 26. und 27. Süll statt. Einige Tage spater erschien Prof. Michel in Darmstadt und bat um Schutz, weil ihn wegen seiner Aussagen in den Vernehmungen ein Teil des Lehrerkollegiums angegriffen und weil Ihn Direktor Schnell schwer beleidigt habe. Dies war am 24. Süll vor der Untersuchung und am 28. Süll nach der älniersuchung geschehen. Snfvlge einer 2leuheruna, die Prof. Michel unmittelbar nach dem Mord an Rathenau einem Kollegen gegenüber getan hatte, er werde in Zukunft leben Kollegen, der ihm gegenüber die Republik herab- sehe, zur Anzeige bringen, well er das für seine Pflicht als republikanischer Boamter halte, hatte man ihn offenbar Im Verdacht, dah er die ganze Sache in- Merk gesetzt habe, und 24 von 35 Kollegen übergaben dem Direktor einen Antrag, Prof. Michel deshalb die Verwaltung der Bibliothek zu entziehen. Der Zeuge wie« sofort darauf hin, dah ein solches Vorgehen ein Eingriff in ein schwebendes Verfahren sei und verfügte, dah Michel vorläufig die BibliothÄ behalte. Auch die^e Sache werde untersucht, ebenso die Beleidigung durch den Direktor, über die sich Prof. Michel beklagt hatte. Gegenüber Direktor Schnell, der darin eine Partei- oahme gegen sich erblickte, betonte der Zeuge, dah diese Verfügung keine Entscheidung, sondern eine vorläufige, vorbeugende Maßregel sei. Diese Angelegenheit war mit ein Grund für die -weite Untersuchung in Giehen, die am 29. August stattsand. Sn der ersten Vernehmung hatte Direktor Schnell ausgesagt, er habe nicht gewuht, dah die Angehörigkeit zur deutschen Sugendgemeinschaft für die Schüler verboten sei. Da aber am 20. Januar 1922 eine Verfügung in dieser Richtung an alle Schulen ergangen war, konnte die- nicht stimmen. Direktor Schnell muhte denn auch schlieh- Nch zugeben, dah er die Verfügung zwar bekommen, aber unbenutzt in den Schrank gelegt habe. Er erklärte nunmehr, et habe nicht gewuht, bah sich Mitglieder der Sugendgemeinschaft unter leinen Schülern befunden hätten. Der Zeuge betont, Prof. Michel habe vor der Untersuchung nichts angezeigt und keinerlei älntersuchungS- rnoterial geliefert, er halte ihn durchaus nicht für ■ men Denunzianten. Sine gewisse Schroffheit in bei- Vertretung seiner Anschauungen sei ihm allerdings aufgefallen. Rackchem der Entscheid deS ?andesamtS in dieser Sache, der die Dersehung tc3 Direktors Schnell nach Offenbach a. OR. beifügte, ergangen, aber gleichwohl an der Schule -roch keine Beruhigung eingetreten war, hielten der Zeuge und Ministerialrat D ö r r f e l d, der Referent über die Schule, am 10. Rovember eine LchrerratSsihung in Giehen ab; sie legten dem gesamten Kollegium an Hand der Akten eingehend dar, dah inan Prof. Michel ganz unberechtigter- weise im Verdacht habe Sin großer Teil der Herren erklärte auch, dah sie jetzt anderer Ansicht seien. Trotz dieser Aufklärung erschienen kann später die unter Anklage stehenden Artikel, die von Giehen auS inspiriert fein müssen. Zeuge Ministerialrat D ö r r f e l d, der Referent für die Oberrealschule in Giehen, beftätigt, der Verlauf der Llntersuchung habe ergeben, dah der Verdacht gegen Prof. Michel unbegründet gewesen sei. 3euae und Rebenkläger Pros. Michel bestätigt öte Angaben des Zeugen Urflabt, soweit sie feine Person betreffen. Schon in einer Reihe früherer Fälle habe er gegen daS Verhalten des Direktors Schnell Verwahrung eingelegt, ohne indes beim Landesamt Beschwerde zu führen. Vor längerer Zeit bereit- sei er energisch dagegen aufgetreten, dah ein Spvttbild des Reich-Präsidenten Ebert in einer blasse aufgehängt worden sei. Einen Schüler, der das Abzeichen der Deutschen Sugendgemeinschaft trug, habe er scharf gerügt, und einige andere Schüler, die am Geburtstag deS früheren Kaisers mit schwarzweih- rvten Schleifen in der Schule erschienen, habe er ohne weiteres bestraft. Strengste Strafe habe er auch für den 18jährigen Schuler H. gefordert, der in den Tagen des Mordes an Rathenau am Schluß eines Aufsätze- von den Schmählich rn Rovemberhelden" gesprochen habe, die man „mit Fusstritten" verjagen werde. Verwahrung habe er ferner dagegen eingelegt, dah Direktor Schnell einen Schmäharttkel auf Dr. Strecker, der an die Adresse des Lehrerkollegiums gesandt war, ans Schtvatze Brett des Lehrerzimmers habe heften wollen. Vorsitzender: Hatten Eie all dieS Material im Gedächtnis, oder hatten Sie eS notiert und gesammelt? Zeuge: Sch habe niemals Material gesammelt. ', ei' eingehender De> zustande: 1. Der Angeklagte, Schriftleiter Büchner, klärt: Sch habe mich auf Grund eingehender Weisausnahme überzeugt, dah der In den Artikeln der „Hessischen Lande-zeitung" vom 23, Rod.. 4., 6. und 7. Dezember 1922 gegen den Nebenkläger erhobene Vorwurf der Denunziation nicht aufrechterhalten werden kann, und nehme ihn deshalb mit Bedauern zurück. 2. Die Kosten einschl. der dem T eben Häger durch die Zuziehung de- 2L-2L Dr. Aaron- Diesten entstandenen notwendigen Auslagen und der durch die dirette Zeugenladung entstandenen Kosten übernimmt der Angeklagte. 3. Dem Rsbenkläger wird das Recht ein- geräumt, Binnen Monatsfrist den Wortlaut dieses Vergleichs je einmal in der „Hessischen LandeSDorsihender: Hatten Sie auch niemals den Entschluß gefaßt, Material zu sammeln? Zeuge: Rein. Sch entsinne mich, daß behauptet wurde, ich hätte ein Tagebuch über- diese Vcrtvmmnisse geführt und hätte es sogar bei meiner Vernehmung durch den Regierungskommissar benutzt. Das ist eine völlig uichegründete und lächerliche Behauptung. Der Zeuge betont, die Rede des Direktors Schnell bei der Gedenkfeier für Rathenau habe ihn in große Grreguna verseht. da der Redner es mit offenkundiger Absicht unterlassen habe, die Persönlichkeit Rathenaus überhaupt zu würdigen. Auch die schweren Gefahren für die Republik, die der Mord herauf- beschwor, seien mit keinem Wort erwähnt worden. Er habe mit seiner ®ntrüftung übrigens nicht allein gestanden: auch einzelne Kollegen mrd Schüler hätten sich sehr abfällig über die Rede geäußert. Vorsitzender: Sie weisen als« den Vorwurf bewustt denunziatorischer Handlung zurück? Zeuge bejaht entschieden. Rechtsanwalt Meissel: Eine Anzahl Schüler hatte die Absicht, in einer Gin gäbe das Der- blciben des Direktors Schnell in seinem dortigen Amte zu fordern. Haben Sie versucht, diese Gingabe zu hintertreibet? Zeuge: Sch habe lediglich einen Schüler, der mir über diese Sache falsch« Angaben machte, zur Rede gestellt. Zeuge Regierungsrat Henrich, der als Regierungskommissar die Untersuchung führte, gibt an, die Dinge, die hierbei zur Sprache kamen, waren vom Standpunkt des Republikaners au- schwer zu verantworten. Sch hatte den Eindruck, bah es Prof. Michel lediglich um die Sache zu tun war, wenn mir auch eine gewisse Schroffheit in feinem Auftreten aus fiel. Zeuge Direktor Dr. Schnell: Sn den ersten Sahren unserer Zusammenarbeit, von 1914 bis 1917, ist e- kaum zu Zwistigkeiten zwischen Prof. Michel und mir gekommen. Dann aber fühlte ich mich dauernd in oft nichtigen Sachen von ihm schikaniert. Meist stand bei derartigen Zwistigkeiten der allergröhte Teil der Kollegen hinter mir. Auffallend ist die grobe Zahl der Konflikte, in die Prof. Michel auch mit anderen Leuten geriet. Er war nach der Revolution Vorsitzender er Demokratischen Partei, schied aber nach ver- hältnismäbig futter Zeit aus. Sein Stadtver- ordnetenmanvat legte er jedoch nicht nieder. Vielfach kam zum Ausdruck, dab mit ihm ichwer auszukommen sei. Schon im Sabre 1919 warnte mich ein Kollege mit den Worten: „Michel sitzt in der Bibliothek und sammelt Material gegen Siel" Der Zeuge geht bann auf die verschiedenen von dem Zeugen Prof. Michel vorgebrachten Einzelfälle ein: Die Verfügung, dab eine Gedenkfeier für Rathenau zu halten sei, kam erst am Vorabend de- festgesetzten Tages um 8 älhr in meine Hand, Don Rathenau wußte ich nicht mehr, alS waS ich über ihn in der Tageszeitung gelesen hatte. Gine eingehende Würdigung seiner Persönlichkeit war mit daher nicht möglich. Das Flaggen beß Schulgebäude- war nicht möglich, da das Fahnenseil zerrissen war. Auch hier bestreite ich jeden bösen Willen. Der Zeuge Henrich äuberte anläblich der Llntersuchung mir gegenüber in einer Unterrebung, es liege gegen mich nicht viel Wesentliches vor. Prof. Michel aber habe keinen günstigen Eindruck auf ihn (Henrich) gemacht. Der Zeuge gibt zu, day er einem Schüler erklärt habe, innerhalb bet Schule dürfe er das Abzeichen Der Deutschen Sugendgemeinschaft nicht tragen; auherhalb der Schule sei es ihm frelgeftellt. Vorsitzender: Hatten Sie Ihre Auffassung, dah der Zeuge Prof. Michel zu denun- ziatorischen Handlungen neigt, aufretfit? Zeuge (zögernd): Sch mub auch heute noch daran glauben. Zeuge Studienrat Kraus, bet zunächst oem Republiwnischen Lehretbunb angehörte, bann aber au-schied, hatte den Eindruck, bab Ptof. Wichel der spirltus rector des Vorgehens gegen Direktor Schnett war. Zeuge Studienrat Z i l ch hat es Prof. Michel besonder« übelgenommen, dah dieser gesagt habe, über den Fall deS Schülers H., der m seinem Aufsatz von den „schmä^ichen Rovemberhelden" sprach, werde man nicht ben Mantel der christlichen Liebe beeilen dürfen. Die Zeugen Pros. Weibgerber und Prof. Hüter nehmen Prof. Michel gegen den Vorwurf denunziatorischer Reigung entschieden in Schuh. Hierauf wird das Zeugenverhör abgebrochen. Rach beinahe zehnstündiger Verhandlung kommt auf Vorschlag des Gericht« folgender Vergleich zeitung" und Im .Giestener Anzeiger" in Snferat- form zu veröffentlichen Rachdem der Leiter de« LandeSamtS für das Dildungswesen alS Kläger diesem Vergleich seine Zustimmung gegeben hatte, wurde da« Verfahren eingestellt. Kunst und Wissenschaft. Kunft-Auöstelluug in Karlsruhe. Karlsruhe, 5. Mai. (Wolff.) Die grobe Deutsche Kunstausstellung Karlsruhe 1923 wurde heute mittag in Gegenwart des badischen StaatSministeriums, der staatlichen und städtischen Behörden, der Vertreter von Wirtschaft, Sndustrie und Handel, zahlreicher Künstler und vieler geladenen Gäste durch einen Festakt eröffnet. Staatspräsident Remmele führte in feiner Ansprache u. a. aus, dah die Ausstellung ein geschichtlicher Deittag dafür sein möge, tote trotz aller Rot und Riederdrückung in uns die Kraft noch lebt, unverzagt Werte zu schaffen. Dieses menschliche Denken und Wollen müsse letzten Endes doch den Weg in eine bessere und schönere Zukunft erschlieben. — Die Ausstellung ist aus allen Teilen Deutschlands reich beschickt und bietet ein treffliches Bild des künstlerischen Schaffens und SttebenS unserer Zeit. Vermischtes. * Millionärs-Humor. Erinnerungen an einen exzentrischen MUlionär, der Millionen für seine komischen Einfälle herauswarf, erzählt Basil Tozer in einem soeben in London erschienenen Buche. Der humorvolle Krösus hieb Josef Tasker, und Tozer war lange Zeit sein Freund und Begleiter. Eine« Abends ferben die beiden in einem eleganten Restaurant, und am Rebentisch scch eine hübsche Frau mit ihrem Mann. AlS TaSker immerfort hinguckte, stellte ihn der Gatte schlieblich wütend zur Rede. „Mein lieber Herr," sagte der Millionär mit seinem sübesten Lächeln, „wenn Sie sich darüber so aufregen, hätten Sie nicht eine so hübsche Frau heiraten sollen", und der andere war entwaffnet. Ein andermal wettete er mit einem Manne, der erklärte, er werde jeden Tabak rauchen. Tasker liest ihm eine gefüllte Pfeife überreichen, die der andere auch wirklich rauchte. Als er fertig war, erfuhr er, dah der „Tabak" aus mehreren hundert toten Fliegen bestanden hatte, die fein geflohen waren. Eines Rachmittags erinnerte sich TaSker plötzlich, dah er versprochen hatte, eine Feuerspritze für das Dorf zu kaufen, in dem seine Tante lebte. Er fragte einen an der Ecke stehenden Schutzmann: „Können Sie mir nicht vielleicht sagen, wo ich eine Feuerspritze kaufen kann?" worauf ihm dieser erklärte, es sei wohl bei ihm nicht ganz richtig. Sn den Läden, in denen er diese Frage wiederholte, erhielt er ähnliche Antworten. Schließlich legte er ein dickes Paket mit Banknoten auf den Ladentisch und überzeugte den Verkäufer von der Ernsthaftigkeit seiner Anfrage, worauf man ihm den Ankauf eines solchen Apparates für seine Tante vermittelte. Von Mark Twain erzählt Tozer eine hübsche Geschichte. Der Humorist hielt in der englischen Gesandtschaft zu Paris eine Wohl- tättgkeitSvvrlesung, und als chn Tozer nachher sprach, erklärte er: „Run habe ich eine gute Stunde gelesen und eine Menge Geld für einen guten Zweck zusammengebracht, und das einzige Rrteil, das ich bisher vernommen, hörte ich zufällig von jemandem aus dem Publikum, der sagte: „Was der Mann für einen scheußlichen amerikanischen Akzent hat.^ Der englische poumalift Sims gab dem Verfasser einmal einen guten Rat: ,.Gehen Sie niemals zu einem wichtigen Snterview, ohne einen Hut von einer bekannten Firma aufzusetzen." Tozer fragte nach dem Grund. „Das ist doch ganz klar," sagte SirnS, „wenn der Diener Ihnen den Hut abnimmt, sieht er ganz natürlich hinein. Sieht er eine anständige Firma, dann hält er Sie auch für einen anständigen Menschen und wird Ihnen den Weg zu seinem Herrn ebnen.“ Sandel. Frankfurt a. M, 5. Mai. Der Reingewinn des am 31. Oktober 1922 ab gelaufenen Gefchäft-jahre« der Adlerwerke Vvrm. Heinrich Kleher A.-G. beträgt nach Abschreibungen von 17 381 140 Mk. (3,70 Mill.) 159 016 349 Mk. einsO. Vortrag von 1 527 738 Mk. ä050 578). Die Handln ngsunkoften betragen 137 062 Mk. (12 568 078). Die Verwaltung beantragt. der am 30. Mai b«. S«. ftattftrcbenben G.-V. bie Verteilung einer Dividende von 130 (20) Prozent auf das Attienkapital, und zwar auf 100 Mill. Mk. für das ganze Jahr, 50 Mill. Ml. für V< Sahr, vorzuschlagen und dem älnterstühungsfondS für Beamte und Arbeiter 5 Mill. Mk. (500 000), dem BearnlenpensionSfonds 2 500 000 Mk. (200 000) und dem Fonds für Wohl- fahrt-einrichtungen 2 500 000 Mk. (200 000) zu überweisen. Zwecks Verstärkung der laufenden Wittel wird der G.-V. die Erhöhung de« Aktienkapitals um nom. 170 Mill. Mk. vorgeschlagen werden. Der Geschäftsgang ist bis- lang befriedigend. Berlin, 5. Mai Börsenstimmung-- bild. Der engllsche Ernfluß zur gemeinsamen Erledigung der beutfdjen Vorschläge läßt den Schluh zu, Dab das Reparation-Problem nunmehr doch entgegen der französischen Ablehnung in das Verhandlung-st adium gelangen wird. Daraufhin zeigte das Ausland größere Äufnahmelust für die deutsche Mark, und hier kam bst starker Zurückhaltung der Spekulation ziemlich viel heran-, so bab sich eine Intervention der Reichsbank erübrigte unb bie Devisenpreise sich ganz erheblich niedriger stellten. Die in den letzten Tagen am Delbmarkl zu bemerkende Versteifung hat zu dem Rückgang erbeblich beigetragen. In Rückwirkung der nachlassenden Devisenpreise waren auch für Effekten zumeist nur niedrigere Kurse zu hören. Frankfurt a. M, 5. Mai. Börse»- stlmmungSbild. Am heutigen Börsenruhetag hat die verhältni-mä^ge Ruhe am DevisenmarN angebalten unb bet Auftvag-b^xrrs konnte vbne Schwierigkeiten befriedigt werden. Der Kurs de- Dollar« bewegte sich in den Vormittagsstunden auf 36 200 bis 36 500, an der Börse wurden Dollarnoten mH etwa 35 000 ohne größere Umsätze gehandelt. Sm Effekten vermehr von Bureau zu Bureau machte sich größere Zurückhaltung bemerkbar. Die Realisation machte weitere Fortschritte. da verschiedentlich Material an den Markt kam. Gröbere llmfäfrc fnti> auf keinem Gebiet zu verzeichnen. AuSlandpapiere lagen im Einklang mit den ausländischen Zahlungsmitteln schwäcl)er. Man hörte Zolltürken 48 500, Bagdad 246 500. Api 37 000. Don sonstigen unnotierten Werten, wo da« Geschäft sehr Nein war, hörte man Snag 12 500, Growah 1750, Ufa 26 000. Die Stimmung auf diesem Gebiet ist gedrückt. Dollarschatzanweisungen 34 000. Auf dem Sndustriemarkt horte man vielfach Briefkurse. Behauptete Tendenz zeigten badische Anilin. 45 000 bis 44 000, Höchster 36 000. OKontanaftien vernachlässigt. Sm Zusammenhang mit der Devisenbewegung bemerkte man trtcltadj Angebote zu niedrigeren Preisen. Da die Kauflust der Mark im Aus lande anhält, befürchtet man ein Rachlallen des Geschäft« auf dem Effektenmarkt. Frankfurter Dedisemnartt. (Telegraphisch« Auszahlung.) Datum 4. Mal 5. Mut flmtl Skoiierg. Amtl. Notlerg Geld «rief Geld 'Brief An ttv. «Brüssel 2194.50 2205,50 1925,20 1934,SO Holland 14713,10 14786,90 13266.75 13333,25 Vonbon 173565.- 174435- 157605.- 158395,- Parl« 2518.70 2531,30 2244.35 2255,6*5 Schwel*. . . 6683.25 6716,75 6109,7u 6140,30 Spanien . . 56*5,75 5714,25 5199.45 5225,55 Stallen 1820,45 1829,55 1658,35 1666,65 Vifinbon=OpoTte — — — Mänemnrt. . . 6920,15 6954,85 6384,— 6416,— Norwegen. . 6334,10 6365,90 5810} 16 5839,05 Schweden . . 9875.25 9924,75 9114,65 916035 HelsinnlorS. . 887,75 892,25 937,'.5 912 35 Neunork..... 37156.85 37343,15 34289,05 34460.95 Deutsch'Oesteru 51,98 52,28 48,13 4837 Budapest. . . 710.50 714,50 685,- 689. - Prag 1107,20 1112,80 1029,90 1085,10 Agram ... 239,40 240,60 Dauknole». *. P.rnnnnrt tt.9JL ö. Mat. Brief fflelb CdimelAcr Roten 6210.— 6140 — stranlltfische Noten 2287. 2263.— Dänische Noten 6335 — 6265 — Schwedische Noten 9150 — 9050 — holländische Noten 13395 - 13255- Deiltsch-Oesterreich L100 Kronen 4925 48.75 Amerikanische Noten 35125 — 34875 — ttnalische "Noten 160800.- 159200.- IinUenische Noten 1696 50 1676 50 Belaische Noten 1930 - 1910- Uusiarische No'en 560.— 540.- rschechosloiuakische Noten .. . 1030 — 1010 — Jt'orweaische 'Noten ...... 5760.— 5690.-r, 81'utnänische Noten 159,— 166,- Spanische 'Noten ——— Märkte. Berliner Probuktenmarkt. Berlin, 5. Mal. Infolge günstiger Beurteilung der politischen Lage gingen die Devisenpreise stärkr zurück. Dementsprechend erfolgten auch am Probuktenmarkt wesentliche Preisetmtäbigungen. Bon Sinfluh war hierbei aitch, bab Amerika erneut flaue Haltung meldete und besonders für Roggen verkausslusttg war. Da bie hiesigen Preise erhä>lich unter Welt- marktparttät stehen, konnte von Abschlüssen in Roggen, Weiten und Mais nicht die Rede sein. Bei geringerer Unternehnumgslust war der Verkehr daher sehr ruhig. Da- inländische Angebot war in keinem Artikel besonders erheblich. (Sn einem Teil der Auflage wiederholt.) Reise des englischen König-Paar« nach Italien. London, 5. Mai. (WTB.) Das englische Königspaar tritt heute seine Reise nach Italien an. Ambilduug de- englischen Kabinetts? London, 5. Mai. (WTB.) Dem politischen Berichterstatter des „Daily Telegraph" zufolge ist in dieser Woche erneut an ein M11- alieddesLloydGevrge-Kabtnetts herangetreten toorden, um festzustellen, ob es bereit sein würde, ein wichtiges Amt in der augenblicklichen Regierung anzunehmen. In gut unterrichteten politischen Kreisen ginge wieder da« Gerücht, dah Lord Robert Cecil vielleicht bald in die Regierung eintreten werde. Donar Law« Seereise. L o n b o n, 5. Mai. (WTB.) Der römische Berichterstatter des „Daily Telegraph" meldet, Donar Law werde am 8. Mai in Genua eintreffen und sich von dort über Rom nach Reapel begeben, von wo er nach England zurückzukehren gedenke. Reichstagsabg. Most von den Belgiern zu 50 000 Mk. Geldstrafe verurteilt. Köln, 5. Mai. (WTB.) Rach einer Meldung der „Äöln. Ztg." au- Krefeld verurteilte das belgischePvlizeigericht den Reichs- tagSabgeorbneten und Oberbürgermeister a. D. Mo st aus Dul«burg zu 50000 Mark Geldstrafe Most war angeklagt, in einer Versammlung eine beleidigende Haltung gegenüber den Besatzungsmächten eingenommen zu haben. Beantragt waren ein Monat Gefängnis und 300 000 Mark Geldstrafe. Die Smmunität des Reich-tagsabgeordneten wurde vorn Gericht nicht anerkannt. Größte Haltbarkeit, r In 3 Tagen 187 6/2OP.S.AQ3lWaO8l1 verkauft I.d. N.: H. Roß, Roonstr. 21. fÄim Die Qualität des Aga-Wagens wird damit wiederum bewiesen bat Akt-Gesellschaft für Automobilbau Aga Fernsprecher 1165 3WA bc i 3141D werben. Verschiedenes] 1 «ln Vereine Lichtspielhaus, Bahnhof str.34, plag 1'k Itlrpbon 21"«. 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