ZK UNd für x ^werden einige jS®»« im ite^ da° * ^rzuge^ iU ■*** »W* n$t) und Ar ^rbeitsunter- 1 ^nfög Der- to klonal zu- de. te5? * und Klauen- im wurden alz 'Mim, Loden- das Drvb- 'reis 'Bübingen i 'vrden. “fl von Wasser Offingen. meinde Ober- dortselbst und Nigung Hes° gt: der den Bezug nde Ober-Bes- i. eben durch Leung des Kreis- dem Tage der t in Kraft. wurden in hie- irtel, 1 Taschen- ersammetbeutel, DereinsnM, , 1 Stoffgürtel, n mit Inhalt, öildlederhand- 1 Handtasche Dagenkapsel, >es Frühstücks- Handbeutel mit wollener Schal, 1 Petschast aus ilasilber, 1 Sei« kann an jedem ühr nachmittags erfolgen. -genstände belie« machen. >B 4()5D AS T# M-M iüt S^^'heAlnter- sHeninn Jg«BÄj "LS-M 8 Uvr, ® r'Jptil, «* ' (nnhO^t). . Dttein SÄel5’ • ■ft Avr^ abkndö n- JMr- L,.„ ®fltflen @a, WS ZH ** _ike°V riöcr,u pfA’i S? K Nr. 81 Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, mit derSamstagsbeilage: GießenerFamilienb lütter Monatliche vezuaspreife: 3400 Mark und200Mark Trögerlohn,durch dieDost 3600Mark,auchbeiNicht- erscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt.- Fernsprech- Anschlüsse: für dieSchrift. leitung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Liehen. poftschectlonto: firantfurt a. M. 11686. Erstes Blatt 175. Fahrgang Samstag, 7. April 1923 GieheimAnzeigek General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühl'sche Univerfitätr-Ynch- und Slelndruckerel H. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohnejede Verbindlichkeit Preis-für 1 mm Höhe |üi Anzeigen v. 27 mm Breit«, örtlich 80 Mk., auswärts 100MK.;fürReklams Anzeigen von 70 mn Breite 400 MK.Bei Platz. Vorschrift20" „Ausschlag. Hauptschristleiter: Ang. Goetz. Verantwortlich für Politik: Ang. Goetz für den übrigen Teil: Ernst Blum'chein; für den Anzeigenteil: Hans Beck» sämtlich in Gießen Wochenrückblick. Die französischen Mordgreuel ln Essen werden so bald nicht vergessen werden. Wir haben feststellen müssen, daß die Pariser Blätter in ihren lügnerischen Verdrehungen sehr eilfertig waren, aber der Ernst der Wahrheit folgt ihnen auf dem Fuße und fordert von den offiziellen Stellen Antwort und Bekenntnis. Es ist bereits bekannt geworden, daß der französische Kommandant von Essen, General Iacquemot, auf die von uns veröffentlichte Anklagenote der Essener Stadtverwaltung geradezu höhnisch geantwortet hat. Die Schuldigen seien ja nach dem Wunsche der Stadtbehörde verhaftet und die geforderte strenge Untersuchung sei im Gange! ES handelt sich um die fcstgenommenen Direktoren der Krupp- Werke; der französische General behauptet, die Kapitalisten hätten die Kruppschen Arbeiter aufgehetzt und trügen die alleinige Verantwortung für das vergossene Blut! Der Stellvertteter des Essener Oberbürgermeisters hat darauf gebührend geantwortet und in scharfem Tone den Hohn zurückgewiesen, der in der Essener Bürgerschaft größte Entrüstung Hervorrufen müsse. In dieser Entgegnung wurde der französische General auch Lavor gewarnt, die angekündigte Gerichtsverhandlung gegen die Kruppschen Direktoren v o r der Bestattung der elf Erschossenen stattfinden zu lassen. Es müßten sonst berechtigte Aufwallungen der empörten Bevölkerung erwartet werden, die nicht aufzuhalten wären. Gleichzeitig hat auch der stellvertretende Regie- rungSpHifident in Düsseldorf in einem Schreiben an den General Denvigne das höhnische Gebaren des Essener Kommandanten gegeißelt und die Erwartung ausgesprochen, daß solche Herausforderungen vermieden würden. Mit größter Spannung wartete man aber auf die Antwort, die der Höchstkommandierende, General Degoutte, dem wackeren Düsseldorfer Regierungspräsidenten Dr. Grütz- ner erteilen würde. Dieser hatte, wie unsere Leser wissen, die offene Schande der französischen Armee, die zunehmende Unkultur des französischen Volkes, verkündigt und sich erboten, für seine schweren Anklagen vor französischem Gericht den Wahrheitsbeweis anzutreten, wofern der General die volle Beweiserhebung zuzulassen sich bereit erkläre. „Menn Sie nichts zu vertuschen haben," schloß der Tapfere, „so wählen Sie diesen Weg!" Heute wird es bekannt, daß Degoutte die Annahme des Schreibens verweigerte, weil Grützner nicht mehr bei ihm beglaubigt sei. Bei dem deutschen Beamtcnkörper im Düsseldorfer Bezirk ist er es um so mehr! CS sind seit denl furchtbaren Massenmord 8 Lage verstrichen, und von dem Oberkommando ist noch nichts verlautet als diese Derlegenheitsaus- kunft! Es wird dem General Degoutte schwer fallen, das Ergebnis seiner „Untersuchung" zu einer Rechtfertigung zu frisieren. Denn hier sprechen die Tatsachen doch allzu deutlich! Die von den deutschen Behörden veröffentlichten Darstellungen fußen auf dem Zeugnis des Arbeiterbetriebsrates der Firma Krupp. Der plumpe Versuch, die Kapitalisten und die Arbeiter gegeneinander auszuspielen, wird diesmal nicht verfangen. Ein energischer Aufruf der deutschen Gewerkschaftsverbände und anderer Arbeitnehmerorganistionen wird die französischen Fälscher und Verführer belehren, daß es in Deutschland allmählich tagt, daß man sich das „befreite" Deutschland heute anders denkt als unter dem Eindruck der berüchtigten Wilson-Programme. Die Essener Mordtaten lieferten einen hochragenden Markstein der politischen Moral unserer Zeit. Riemand wird bedenkenlos daran vorbeikommen, auch die Franzosen nicht. M n t) noch vertrauen wir auf die Macht sittlicher Erwägungen auch in der Politik. Beruht nicht der ganze Versailler Vertrag auf einem Schuldspruch moralischen Inhalts?! In dem bekannten Paragraphen 231 wurde uns das falsche Bekenntnis der deutschen Tlrheberschafr am Kriege abgenötigt. Die Früchte dieses Friedensvertta- ges Feigen es heute allzu deutlich, wo in Wahrheit die Militärtyrannei und polittscye Barbarei zu Hause ist. Das deutsche Schwert ist zerbrochen, eine machtvolle Gegenwehr gegen anmaßende Fremdherrschaft ist kaum noch möglich. Aber die schändliche Lage Deutschlands und darüber hinaus die drohende Verelendung Europas sind nur das Werk von Lüge, Heuchelei und Verrat; nicht gerade Siegertat hat es vollbracht. Wallenstem- sche Erkenntnis drückt uns heute nieder: „Richt was lebendig kraftvoll sich verkündigt, war das gefährlich Furchtbare." Resignation soll 'ndessen nicht die letzte Weisheit unseres nationalen Lebens sein. Es gilt, das getäuschte, so sehr moralische Zeitalter mit unmittelbarer Erfahrung in seinem Gewissen wachzurütteln. Da die siegreiche Welt der Gegner die erträumten Reichtümer nicht geerntet hat, wird sie der Selbsterkenntnis zugänglicher sein. Wir müssen die Kriegsschuldfrage in den Vordergrund aller politischen Bemühungen stellen, damit für notwendige Friedensverhandlungen die rechten Vorbedingungen vorhanden sind. Betrug und Rechtsbruch haben uns um die Friedensbedingungen gebracht, die uns im Rotenwechsel mit der amerikanischen Regierung auf Grund der 14 Punkte Wilsons zu- gesagt worden waren. Riemals wird dies bei der unvermeidbaren Revision des Versailler Verttages unbeachtet bleiben dürfen. Die Revisionsvorschläge, die der „Daily Telegraph" ans Tageslicht gebracht hat, sind danach angetan, einer moralischen Offensive Deutschlands den entschiedensten Antrieb zu geben. Denn sie sind eine unverfälschte französische Mache, ob sie nun ganz oder teilweise dem Geiste Loucheurs entsprungen sind. Wenn, wie es heißt, Lloyd George in den nächsten Tagen im Tlnterhaus das Wort ergreifen wird, so werden wir wohl erfahren, ob die liberalen Kreise Englands zu so faulen Komvromissen wirklich sich bekennen wollen. Die Herabsetzung der Entschädigungssumme auf 50 Milliarden Goldmark trifft das durch die Bedrückungspolitik so schwer zerrüttete Deutschland noch viel zu hart, zumal Frankreich ja wahrscheinlich sich Vorbehalten will, auf die bekannten Bonds der Serie C aus dem Londoner Zahlungsprogramm nicht zu verzichten. Das Londoner Ultimatum vom 5. Mai 1921 verurteilte Deutschland bekanntlich zur Bezahlung von 132 Milliarden Goldmark innerhalb von 42 Jahren. Diese Summe sollte bis zu diesem Zeitpunkt durch die Verzinsung auf 226 Milliarden anwachsen. Keynes, der bekannte englische Sachverständige, hat den eigentlichen Wiederherstellungsschaden, den wir nach dem amerikanischen Programm (also ohne Pensionen und Renten) erstatten müßten, auf 40 bis 60 Milliarden berechnet. Abgesehen von der Dehnbarkeit der französi- schen finanziellen Forderungen fällt bei dem Londoner Fühler Loucheurs auch die ausbedungene Finanzkontrolle ins Gewicht, die der deutschen Souveränität den Rest geben würde. And wie steht es endlich mit der Räumung des Ruhrgebietes, die nach des Reichskanzlers Worten die Vorbedingung für Verhandlungen mit Frankreich ist? Der „Daily Telegraph" kündigt schrittweise Räumung an und knüpft sie an die Voraussetzung regelmäßiger Zahlungen Deutschlands. Wir müßten also, wenn wir auf diesen „Plan" eingehen wollten, die Berechtigung der Ruhrbesetzung ohne weiteres einräumen, dem passiven Widerstand entsagen, diese als wirksam erwiesene Waffe aus der Hand geben, ohne eine Gewähr zu haben für die ehrlichen Absichten des Gegners. Rein, durch Erfahrung wird man klug. Obendrein kommt in diesen Vorschlägen noch eine neue Verschönerung des Versailler Verttages mit der Ausgestaltung des westlichen Rheinlandes hinzu als selbständiger, von Preußen abgetrennter deutscher Bundesstaat. Mit der Selbständigkeit wäre es sicher nicht weit her, da diese westdeutsche Republik unter der Aufsicht des Völkerbundes „entmilitarisiert" werden soll. Mit solchen „Punkten" irgendeines skrupellosen Ententehäuptlings wird sich in Deutschland höchstens ein kleines Grüppchen Unverbesserlicher abfinden. Für unsere nationale Sicherheit müssen ebenso starke Garantien geschaffen werden als Frankreich sie bereits besitzt. Loucheur in London. Paris, 6. April. (WTB.) Der Londoner Vertreter der Havasagentur hat von Loucheur unmittelbar vor dessen Abreise heute vormittag folgende Erklärung erhalten: Er lehne es ab, irgend etwas mitzuteilen, wie er es auch während seines Aufenthalts in London stets getan habe. Er wolle seine Zeit nicht damit verlieren, all das Falsche richtig zu stellen, das überall in dec Presse verbreitet worden sei, und er sei überrascht davon, daß gewisse Auffassungen, die er nicht im entferntesten teile, besprochen würden, als wären es die feinigen. Rach dem Havasvertreter hat Loucheur heute vormittag eine ülnterredung mit dem englischen Kriegsminister Lord Derby gehabt. London, 6. April. (WTB.) Dem Besuch Loucheurs in England wird im Zusammenhang mit dem von ihm unternommenen Versuch zur Herbeiführung einer Reparationsregelung weiter große Beachtung geschenkt. Es wird heute bestätigt, daß Loucheur nicht nur Llnterredungen mit LlohdGeorge und Bonar Law gehabt hat, sondern auch mit führenden Bankiers und Industriellen. Der frühere französische Minister ist auch mit dem britischen Schahkanzle r und dem Präsidenten des Handelsamtes zusammengekommen. Die Berliner Berichterstatter der wichtigsten Londoner Blätter wie der „Times" und des „Daily Telegraph" heben jedoch in ihren Telegrammen hervor, daß der in der gestrigen Berliner Abendpresse veröffentlichte Loucheur zugeschriebene Plan i n Deutschland ungünstig auf genommen und in den meisten Fällen rundweg verworfen werde; zum Beweise dafür werden ablehnende Stimmen rechtsstehender wie auch liberaler Berliner Blätter angeführt. Wie der diplomatische Berichterstatter des „Daily Telegraph" heute hervorhebt, findet der Gedanke der Uebcrtragung der Alliier- ten-Schulden an die Vereinigten Staaten von den Schultern Frankreichs und anderer Länder auf die Schultern Deutschlands in amerikanischen Kreisen nicht den geringsten Anklang. Die Nachklänge zu den Essener Bluttaten. Berlin, 6. April. (Wolff.) Der Reichspräsident hat gestern nachmittag Herrn Krupp von Dohlen und Halbach und heute vormittag den BetriebsratderKrupp- werke zu Besprechungen über die Essener Vorgänge und die dadurch geschaffene Lage empfangen. Hilfe für die Franzos,'n ans den Neitzcn der deutschenKommunisten. Amsterdam, 6. April. (Wolfs.) Das Organ der sozialistischen Partei „Het Volk", wendet sich in einem Leitartikel mit großer Schärfe gegen die deutschen Kommunist e n, die sich bei der ersten größeren Schlächterei im Ruhrgebiet offiziell zu Verteidigern der französischen Mörder aufgeworfen hätten. Das Blatt führt aus: „In dem System der Tlnterdrücker ist ein neues Element festzustellen, nämlich das, daß sie von der Mitarbeit einiger der älnterdrückt-m selber Gebrauch machen konnten, die ihnen anscheinend Dienste erweisen und den französischen Machthabern die Entschuldigung liefern, die sie so dringend nötig haben. Eine schon auf den ersten Dlicr unsinnige Erzählung, nach der nationalistische Agenten die Arbeitermassen zu Gewalttätigkeiten gegen die kleine französische Truppenabteilung aufgeheht hätten, macht in der französischen Presse die Runde. Diese Erzählung ist den kommunistischen Organen des Ruhrgebiets und Berlins entnommen. Das mörderische Schießen auf die Volksmenge, die le,ine Gewalttat im Sinne hatte, war der französischen Regierung doch unangenehm gekommen; so empfängt sie Hilfe und Rettung aus den Reihen deutscher Kommunisten. Die einzige Tlnterstühung, die ihr geboten wird, kommt von Kameraden niedergeschossener Proletarier!" Die Antwort Dcgonttes. Münster, 6. April. (WTB.) Der französi- General D e n v i g n e s hat an den Regierungspräsidenten Grützner ein Schreiben des Inhalts gerichtet, daß Degoutte eS ablehnt, das Protestschreiben Grühners über die Essener Vorgänge entgegenzunehmen, da Grützner ausgewiescn worden sei. Der päpstliche Delegierte in Cssen. Essen, 7. April. (WTB.) Am Mittwoch nachmittag empfing der päpstliche Delegat Monsignore T e st a die Vertreter des Verbandes katholischer kaufmännischer Vereinigungen Deutschlands zu einer langen Aussprache. Der Vorsitzende des Verbandes, Fabrikant Kraus, beleuchtete eingehend die wirtschaftlichen und moralischen Schäden, unter denen die Kaufmannschaft des Industtiegebietes infolge der Besetzung dauernd zu leiden hat. Testa brachte den Ausführungen großes Verständnis entgegen und sprach die Hoffnung aus, daß die Qualen, die die Bevölkerung erleidet, bald beendet sein mögen. Der Heilige Vater werde alles tun, was in seiner Macht stehe, um die Leidenszeit abzukürzen. Die Fortsetzung der Gewaltmethoden. Münster, 6. April. (WB.) Heute mittag wurden tn Brakel der Arntskassenrenbant Hagerow und der Stadtverordnete Radek von den Franzosen aus unbekannten Gründen verhaftet und nach Casttop abtransportiert. In Barmen tourten heute nachmittag em französischer Offizier und vier Soldat e n, die sich auf einem Straßenbahnwagen ungebührlich benahmen, verhaftet und ins besetzte Gebiet abgeschoben. Buer, 6. April. (WB.) Reuerdings erbrachen die Franzosen abermals die Lebensmittelmagazine der staatlichen Schachtanlage Dergmannsglück und besetzten jetzt auch die K l e l n k i n d e r s ch u l e in der Gustav- sttahe. Dadurch ist eine ganze Reihe sozialer Einrichtungen unwirksam gewordenn. Der Belegschaft Dergmannsglück stellten die Franzosen das Tl l- trmatum, die Torposten sofort zurückzuziehen, widrigenfalls auch die Rotstandsarbeiten eingestellt würden. Es besteht also die Gefahr, daß die größte preußische Schachtanlage ersäuft. Das Gaswerk der Zeche Dergmannsglück, das auch die benachbarten fiskalischen Schachtanlagen mit Gas versorgt, liegt bereits seit Montag still. Die Franzosen haben alle Bureau« räume der Zeche erbrochen und alle Schriftstücke durchstöbert unb durcheinander geworfen. Münster, 6. April. (Wolff.) Gestern nachmittag 5 Tlhr haben die Franzosen den Dahn- Hof von Sterkrade besetzt. Auf den Kontrollstellen werden von den Franzosen sämtliche Postsachen von den Behörden angehalten und kontrolliert. Deck in, 7. Avril. Wie den Dlältern aus Gelsenkirchen gemeldet wird, verlangte gestern nachmittag rm Dureau des Kanalhafens Ovunin- berg der Gelsenkirchener Dergwerksge^e'.lschaft cm französischer Offizier den Ramen und die Wob» nung des Hafenmeisters. Die Auskunft wurde.Um verweigert. Rach kurzer Zeit kehrte der Of ff zier mit einer Kompagnie Infanterie zurück und verhaftete den Erpedienten Rosmann. Als Protest Dagegen wurden sofort die Sirenen in Betrieb gesetzt und die Arbeiter verließen die Arbeit. Die Franzosen besetzten darauf den Hafen. Trach Verhandlungen des Betriebsrats mit den Franzosen gaben diese den Hafen wieder frei. In Dochu m erbeuteten die Franzosen bei der gestrigen Besetzung der Großbanken insgesamt 508 Millionen Mark. Drei D.inf- beamte sowie der Direktor der Commerzbank wurden verhaftet. Darmstadt, 6. April. (Wolff.) Die Zuckerfabrik Groß-Gerau wurde vor einigen Tagen von den Franzosen beseht. Der Zweck der Besetzung soll die Beschlagnahme von Zuckerrübensamen sein. Bei der Zuckerfabrik in Offstein soll dieselbe Maßnahme getroffen worden sein. Darmstadt, 6. April. (WD.) In Mavnz haben die Franzosen veischiedene H a u s s u ch u n- g e n in den Privatwohnungen von Beamten vorgenommen. Ludwigshafen, 6. April. (WD) Von den bereits gestern ang-kündigten Ausweisungen pfälzischer Eisenbahner aus dem Dneffionsbeffrl Ludwigshafen entfallen auf Kaiserslautern 14, Landau 17, Zweibrücken 14, Reustadt 6, Landstuhl 3, Schifferstadt 1, Windheim 2, zusammen 57 Leute, meist Angehörige des mittleren Eisenlahndienstes. Dei den Ausweisungen wurde vielfach mit der bekannten unnötigen und empörenden Rücksichtslosigkeit verfahren. So wurde cm Deamter vom Sterbebett seiner Frau weggeholt. Die Zweibrückener 'Beamten muh ten eine Rächt in einem engen Raum, der keine Sitzgelegenheit bot, zubringen. Bei der Absetzung der Leute am rechten Rheinufer wurden alle nochmals einer Leibesvisitation unterzogen, wobei einzelnen die letzten Reste an Tabak und Zigarren abgenommen wurden. Der Transport vollzog sich unter besonders starker Bedeckung. Karlsruhe, 6. April. (WD.) In Offenburg haben die Franzosen drei Kriminalbeamte aus unbekannten Gründen verhaftet. französischer Möbeldiebstahl. Einer Diät ter meldung aus Köln zufolge haben die Franzosen aus dem städtischen Möbellager in Duisburg 30 Wohnungseinrichtungen im Werte von mindestens einer Milliarde Mark entwendet. An eine Anzahl Duisburger Baufirmen wurde die Aufforderung gerichtet, von den Franzosen beschlagnahmte Wohnungen in Stand zu setzen. Das Wormser Tclcgraphenamt besetzt. fpd. Worms a. Rh., 6. April. Die Franzosen besetzten heute nachmittag das hiesige Telegraphen- und Fernsprechamt. Die ‘Beamten verließen darauf geschloffen die Aernter. Der 'Betrieb ruht. Griiie Kundgebung im Bochumer Theater. Bochum, 7. April. (WTB.) Während der gestrigen Aufführung des Lustspiels „Weh dem, der lügt" ereignete sich in der Pause ein Zwischenfall. Die französische Besatzung hatte zum erstenmal von den beschlagnahmten Logen Gebrauch gemacht. Zwei Offiziere erschienen im Theater. Infolgedessen bemächtigte sich des Publikums eine große Erregung, die sich schließlich dadurch kundgab, daß ein großer Teil des Publikums das Theater verlieh, um damit gegen die Anwesenheit der Franzosen zu protestieren. Der Intendant des Theaters verhandelte längere Zeit mit den Franzosen. Schließlich wurde die Vorstellung vor stark gelichteten Reihen zu Ende geführt. Hessische Geistliche vor dem srauzösischcu Militärgericht. Dor dem französischen Militärgerichtshos tn Wiesbaden hatten sich am Mittwoch sechs Geistliche des besetzten hessischen Gebiets zu verantworten. Den Pfarrern Allwohn-Rauheim, Dr. Müller-Rüsselsheim. Knab-Gustavsburg. Eckhardt-Walldorf, Irle-Mörfelden und Pfarrverwalter Heinzerling-Königstädten war zur Last gelegt worden, sie hätten durch die Erhebung der von der hessischen Kirchenbehörde ausgeschriebenen Kollekte für die Ruhrhilfe das Ansehen der französischen Behörden und die Sicherheit der Desahungsttuppen gefährdet. Obwohl die genannten Geistlichen ausdrücklich erklärt hatten, daß die eingegangenen Gaben zu keinerlei politischen Zwecken, sondern nur im charitativen Sinne Verwendung fänden, obwohl sie darauf hinwiefen, daß die Rheinlandkommission ausdrücklich erklärt hatte, sich in keinerlei Weise in die Angelegenheiten der Kirche einmischen zu wollen, sah sich der französische Gerichtshof dennoch veranlaßt, auf eine Geldstrafe von je 25 000 Mark zu I erkennen, mit Ausnahme von Pfarrer Knab, bei dem man sich mit 10 000 Mark zufrieden gab, weil er die Kollekte nicht angekündigt hatte. Der entschlossene Abwehrwille der Gewerkschaften. Oi Dortmund tagte am gtflrtgm fr et tag eine Aonterern der f rette >e tt>e r f ’ a f • ten aul dem belebten CDtbtet In einer tm» «urmntg angenommenen Ont’dUtehung wird betont, bah Dte gewerktchsMick) organ(fierten Arbeiter, 'Xn^'.tlten und 'Beamten des Au begeb tets nach wie vor auf dem Standpunkt fleht*, bah der Einbruch des fränkischen und detgitchen MUttarismus des Ruhrgebiets mit allen gut Verfügung hebend« Mitteln des »affinen Tiber- flanbei abqetoebrt Werden muh. Gewalllame 3u- Iammenfl6he mühten durch das deformen.» Verhalten der Arbeitnehmerfchaft vermieden werd«. Von der Aeichs reg Irrung erwartet die Konferenz, bad sie lebe ftch Metenb# Deleg«heit beruhe. txrx Abwehr kam of zu einem günstig« Abschluß au bring« 3m Vordergründe aller Verhandlungen mü’fc Die Räumung des Au hrgebietes fteh«, das als nächstes Ztel erreicht werd« müflc. „Mörder Poinearö". Parls, 6. April. iDTB.) Sine 2 0 jäh- r Ige Frau Madeleine Jenö, bk heule vor. mittag PoincarÖ, als er das fett einiger ßelt dem Publikum zugängliche Bild der Einnahme von Douaumont befichtigte, dem Minister- präfibenitn ..Mörder Poincarö" -u. rief, ist fest genommen worden. Amerikanische Kohle für Denkschlaud. Verl In, 7. April Mir der .Lokal-Anz." aus Hamburg meldet, fbib dort gefkrn die er* ftenamerikanlfchtn Kohlen an gekommen .zwei nortoeaifdx Dampfer bracht« etwa 12 (M 5 onn« Kohl«. Weitere Sendungen werd« folg«. Kriegsgerichtsurkeile. Essen. 6 April (W5) Vor dem Kriegsgericht Werden wurde beute nachmittag gegen die am 23 Jebruar Der ballet en 2Rtn Heber des z«tralpolitlfchen Ausfchuttes der Deutschen Volkspartei das Urteil gefüllt Der ®eld>an#Uibrrr der Offener Ortsgruppe. Droefcher. und der Kruppsche Beamte Rinke erhielt« fc drei Monate Gefängnis und 100 000 Mark iMbftrafe. die übrig« Ungeflagt« |e vier Wychro Gefängnis und 100 000 Mars Geldstrafe Die Unterfuchungsbaft wird angerechnet Aufter- bem wurde der technische Angestellte Muehl- beim er von der Bergwerksgefellfchaft .®laumM au fünf ylabrrn Gefängnis und fünf Million« Mark Geldstrafe verurteilt Gin IZjilbrlger Dr ). giflenlebrling, bei Dem Augblätter getun* 0« wurd«. erhielt zwei Jahre $J.»x pnpuli ist tn Diefem Faste nicht die Stfmmc Der Kritik, welche ein Derartiges Programm, das in jeher GrvhstnM unfehlbar Dem Finch Der Lächerlichkeit aicheim'allen würbe, von künstlerischem, nicht von stilistischem Standpunkt aus als unmöglich dezeichr^r Frnd« wir uns fedoch einmal mit der Unwög'dcht.lt ab Die htrr Durchtius verwirklicht werd« 'slim. Dann erheb« sich um Io arb'Vre Bedenken gegm DU Art Der Darbietung, die tfch über drs gewöhnliche Mast eint* aut und efrrtkb gcire.ntm Handwerkertums nirgends erhob Man kön . < veracht sein, festzustellen, welche von Den fech' Ouvertüren als Konzenouvertüren in «ger.m Simre über- Haupt anzuhchsn find. Denn nicht Dw ÄnbvüJe Der gestrig« Au #1 irbrung das kritt'che Gewi Nea lu lebe an bat rein Materielle g.*bunx*n hätte' Gs hfeidt w bedauern unk. bVax ilmbüntw weder der Dramainte <$barxih.. der Freischühouvertüve. die unter V.rrrcht au* st», tonische DurcharbeikuTtz» etwa ao bk tul-.ef « Jrt Der q <-h« Levnorroouvertur? B anknüpft und in nuce Die gan.se Oper enthält, "och das romanttschc Reich Der Oberonouvertüre. Deiches das Wunderhorn Oberons mit i«cn märchroheft« Drei Xön« gleich )u Beginn er- schlißt, noch gar das gettMlhgt elementare THerr- Drama Der HollänDerouvertüre oder Die urth* retvuchteron vermocht. und gani besonders die rauben Un-d-n- »rtt« Der Holzbläser. Denvn gegenüber das Blech wifl edel Bang, stark auf Die Rero« Gr H eimmak M einer be1 gebeten Hs^e Der yekstr empcrrotst« ftnm Herrn K n ü bel an Mkn ernstem Streb« ?pnw- "nfestt« **T ri^bnar ^Vibre sttst« Studiums Dann mag er an knrr ©inftmk ctnrnal Mac Kräfte erprob« ^Eich \u .Vertmstaktung« grth- t« Stiles greif« . trenn v«, dem 'n" anaus- bl ei di ich« Mvt alve'eb« nur h« Vetve^f er- gung steh« Und dann toll man tn bWk Oja» "i^t etn Orchester versuch«' Nn In l -in^r augendl./urch--' Vrodung *» Meist« ein Vsspeisideut des Freistaates Brsuusck.weig verhaftet. Braunschweig, 6. April. (2Dc»!ff.1 Gestern nachmittag wurde der S/präft- deut Des Frc ftaaies Dra»»schtretg. Auzuft Derges. in Der Wohnung ppn Tennen Der Schutz- und Kriminalpo »Mi verhaftet und in einem AutvmodU nach dea UaterfuchungS« : -er tru lei dte Kommuntfren-Führertn Arau Minna Fasth'.«er, die seinerzeit den Poften des KultuemintstcrS Im Freistaat Brauistchweig bekleide.e. und ein kommunistisches Ghev^ar. Läm»'uche Vechafteren wurden heute morgen, tote Die ^Reueften Rachrtchte»- meiden, öem Amtsgericht tn Braunschweig vorgesührt, wo die erste richterliche Vemehmung stattfand. Drei Berhaftuuge« in München. Berkin, 6. April. Die Verhaftung zweier Herren von Puttkammer in München sott nach einer Version mit der Ermordung des Studenten Baur zusammenhängen. Rach dem .B.D.- war einer der beiden Verdufteten Korrespondent des .Berliner Taaeblattes- und des .Berliner Bdrsen- courierS . 3n stmgster Zett habe er die Münchener Vertretung des Berliner .Dorwäns' übernommen. 3n dieser Etaenschaft berichtete er über Versammlungen unb Veranftaltunaen der Rationalsoziattsien und verwandter Organisationen, was ihm den Äast der national- sozialiftischen Verbände einbrachte. Die voll- ttsche Polt ic-l verweigerte bisher jede Auskunft üoer die Gründe der Verhaftung. München, 6. April (WTB.) 3m Zusammenhang mit der Verhaftung der Gebrüder v. Puttkammer wurde auch der 25jährige Kaufmann Gdmund Heines von Mer verhaftet. Die Münchener Poll.zet er- klärt, mit Rücklicht auf den Gang der Untersuchung vorerst keine Auskunft geben zu können. Aus Stabt unb Canb. w Giehen, Dm 7. April 1923. Dank des Reichskanzlers nn die Volksopfer Lpender. Dir haben vor einigen Tagen eine weitere Rake de rbei un.i elngczahlten Svenden für das Deutsche DottSopser an die Zentrattam- melstelle tn Berlin überwiesen. Daraufhin ist uns auS der Reichskanzlei das nachstehende Schreiben zugegangen: Berlin. 3. April 1923. Der Herr Reichskanzler hat Die wettere SammelspenDe von 10 Millionen Mark für Das Deutsch« Volttopfer mit herzlicher FrsuDe er- halten und licht allen Beteiligten fein« aufrichtigen Dank übermitteln 3m Auftrage Bernsledt" Die Sammlung DeS ..Gießener Anzeigers- fÜT dieses nationale Opkerwerkhat oiS jetzt rund 231 , Millionen Mark erbracht. Weitere Gaden sind aber dringend notwendig, denn der Feind bringt täglich neues Glend, jetzt wieder durch die Maslenauswei- sungen psiichtgetreuer Glsenbahner. über Tausende von Volksgenossen. Jeder, der im unbesetzten Gebiet in Ruhe und Frieden leben kann, spende für die Brüder und Schwestern, die für das Vaterland und damit auch für ihn Schweres auf sich nehmen. Das Deutsche VoltSopier. 3n der Geschäftsstelle des .G l e h e n « r Anzeigers" wurd« für untere bedrängten Volksgenossen im Ruhrgebiet und am Rpein weiter abgeliefert: Ikberldiuh vorn letzten Ätälfenau4flug der Oberllasse Lich 2530, R R. Krofdors I Rate 10 000, W Lieber 1000. (Bef. vorn OanbiugmD- hunb Hatt«rod bet Der BtsmarkgeDrnsteier 22 000: ^tima Wilhelm Hornberger 3. Rate 23030; Frl. Tropp. RoDheimcr Strohe 6. 5000; Dvppel- koppgrfellschast Lich l»30 Ml. D« Gebern tzer^ttchst« Dank! Weitere Spmben werd« in Der Geschäftsstelle des .Gießener Anzeigers" angenommen • Das künstlerische Personal des Stadttheaters führt an jedem Gagetag Beiträge für Dte Ruhrbiste an Die Sammelkasse Der GenoNmschasr deutscher Bü^nmanaebörtger In Berlin ab Bisher ging« 56 710 Mark in Drei Rat« ein. - Schulgeld ist vvn auswärtigen Fortbltdungsschülern zu zahlen Die getretb(l<6m und tautmännrsch« Abteil i g« X-r 5onb;IDungef.h« »oNbttdungs- schu'.ptttchtlg« Schüfe«, Di# DM« Ö4rulabteil S besuch« «Olten, «in Schutg«!D diy if?rt*rn. den Grfatz Des auf btete Schüler «stallend« Anteils an Den «achltche» Kokte» tHeizung lrochvma. Ae»r.,guna Mter. ukw) Darf teilt 'Stede Bekan tmachu xa In Der beult.xa Rümmer ) *** Bermiht wtrd brr Kaufmann Ba l- t bafrr SchmidtV von Groben-Bu'eck Der'ekbe bat ft* am 1 D 25 etwa 5 Ubr cor- mittag«. von G^'en-Bu'eck mttentt und sott am gleich« Tage am G,est«7? noch gegeben ward« fein •etrbrm fehlt fede 2pur von ibn*. Da er schwermütig war. wird angmomnu-n. Daß er sich «in lietb angetan haben könnte. Perfoaal- iMschreibung Xur N Jahr, gehör« 14 Rov 1833t. Haare Dunkelblond er4ammluaa Der Haus- Nnp GrunDDef thecvert ne von C-Srr^ten statt Rach cngebcnDe Aus'prach« wurde Die Gründung enes llRteroetbanDc* »ür C^erbeften Des He.ff.fche t £a des erba-De» de«ch or« Der Unter- ’ ter« L - - - 1 BcdtbenD« wurde Ma errx- her Launfpach alf Ddkn Clellotrtrotzt Architekt Aicolaus unb als Gefchäfis'üorer Aug Becker gewäbtt. Tie Bereinigung führt Den Hamen . Ihtterrer- bunb Der HauS- unb Gmnhbefttzervereine für OterWkn* •• Oberhesfifcher Kunstverein. Die Hvh'chnftt-Aur'frettung Deutscher Künstler kann erroeultcherweife noch bis tum kommenden Mittwoch hier verbleiben. Hamit ist dem Wunsche vieler Rwftfrcuntte Rechnung getragen. Die Ausstellung ist von morgen, Sonntag. bis zum Mittwoch täglich von 11 — 1 Uhr geöffnet. Bon Donncrstag an bleibt die Ausstellung wegen vollständigen Wechsels einige Tage geschlossen. " Autzviehmarkt in Gießen Dte Abhaktung eines Rutzvtehmarktes In Gieß« ist für den 10 April genehmigt worben. Arn 11 April findet Schweinemarkt statt. Tw behördlichen Vorschrift« für Den Auftrieb Des Viehes finb tm neuesten LntsverKlndigungsDla 11 «thalt« •• Zur Vertilgung Der Raupenne st e r werd« bi« Gar.en- unb Feldbe'itzer D«r Gemarkung Gieß« in einer Bekanntmachung der S'^DtvenvaNung im heutig« An.»rig«tell auf- Sfordert Rtchtbefolgung Der ObwrDnung ist mb träfe bedroht < Reueinstellung von Personen- lügen. Von beute an verkebr« Die Personenzüge 3383 tn Gladenbach ab 12.25, Aieber- uxrtgtrn an 12 53. unb 3376 in Riederwal- gern ab 1 55. Gladenbach an 2.18 Uhe tmebet 8 0. Geburtstag H«te feiert ein sehr bekannter Glest«er Crt^hurger. Der 'Babeauffebrt L2L Carl Ockel. Mühlstrode«, in feiten« Frifch« fetiwn 80. Geburtstag Herr Ockel «t- flammt etnem alt« Grostenet Geschlecht aus Der A«stabt Sanbaaffe. bas mehrere Hunden öahrw hier ansäfflg ist Bornoti^en. — Tageskalenber für Samstag. M T V. 8', Uhr Hauptversammlung tm Hotel Köhler. — 1870 —1920 Hauptverfammlung tm .Aauarium", 8 Uhr — Lichtspielhaus. Bahnhof- strahe Der Steinach-Film Palast-Lichisptele' .Die 25estie" und .Die StranDfee". — Astona- Lichtspiel«: .Addie Polo in Zirkus GrayG — Tageskalenber für Sonntag ötaDttbeater. 3' , Uhr: .3phig«ie aus XaurU". 7 Uhr .Die Dvltarorinzessin". — Lichtspielhäuser dasselbe wie SamStag. — Aus Dem Stabttbeaterbureau. Es fei Darauf blngetrlef«. Dah Dte Ausführung Der .3phlg«ie auf Tauris" am Sonntag nachmittag bei fietrwn Prollen ffatrtinbet, bimtt na- mmttich Schüler unb Schülerinn« Gelegrobett batwn. Diele letzte Ausführung Des kiafftschev Meisterwerkes mit Herrn V u m b « r 11 n unD Frau Franke tn den Hauptrviten anzuseaen — Di« Mitglieder Der Theater- aemelnDe Des BühnenvolksbunDes fei« nochmals auf Dte am Montag. 9 ApNl, abroDs 7 Uhr. statttinDenbe (ernte Vorftettung Der jetzig« Ttetfw i.Ueber b« Wasfern ) aufmerksam gemacht Trotz Der enormen Pre »ste,gerang Ist Der Preis btt Eintrittskarten gegenüber Den tonst üblich« Theaterpretf« ganz erheblich ntrDrtger Di« MitgUtbtr mög« DaS Inserat In unterer heutig« Ausgabe beacht«, wonach nicht um- gehend abgvbolk Kart« schon von beute ab auch an Richtmiiglitder zu Dem emtifblgt« Preis abgegeben werden Wettervoraussage für Sonntag Leicht wolkig, nur zeitweilig aulbettemb. gerinne Riederschläg«. Temperaturen trwnlg twr- ändert. Die Rachtsrostgesahr ist vorüber. 3bt slachet Tiesdruckwirbei über Westeuropa b«Herrschi Dte Witterung. Landkreis sttießen. • Watzenborn-SteinberL 7. April. Gestern abciD gegen 81, Uhr brach In bem 8 ä go- werk von Rubl Gtoßfeuet aus Der Betrieb Ist vollstänbignieDergebrannt. Die FroeNvehron von Watzenborn. GaNx-nteich unD Haus« batten ettna Drei Snind« angcflronat mit Lötchaeben« zu tun Dn Schab« ist groß. Xtebtr Dte Gntstehungsutfache bei Feuers konnten wir bis jetzt noch nichts ermitteln • Hattenrod. 6. Avril. Bei Der hiettgen Bismarck-Gedenkseier am zweiten Öfter- sei erlag bat Der LanbjugenDbunbbezirk Busecker ta i 22 000 Tlarf für Das Deutsch, Boi ksopf er gesammelt Das GelD wurde an die Sammelstelte teJ .G eß 2."Hcigers" abgNühn. Hesseu'-lassan. fpd Frankfurt a. M. 6 Avril. An Den Uebergdngeu In Das bef etzte Gebiet entwickelt sch besonders in Den Abendstuab« ein bald te'w #je*ihriger 'Betrieb Tausende von Fußgängern troll« noch vor Der um 8 Uhr DcginnenDm Sve^f'-unbe Den Hebet gang erreichen Während Die Person«. Dte aus Dem befetzten Gebe« geben, fast unbehelligt bavonkvnnn«. werden Dte ins betetzt Gebiet gebend« Leute von bei ropnzos«- mit e-.rwr Durch nichts au übet- bx’cnbcn Getolltenhalttgkrit untetfucht. tn erfror Vix e rach verbotenen 3ellun gtn Wer Im Bef-t> vvn solchen Blättert- betroffen wird muß entweder auf Der Stelle eine außerordente lich hohe G-ldstrute entrichten ober er wird ner- ba*tr Selbst Dte Kinder weichen au« kthitgru grü> blich untersucht Sehr scharf fi.eh bte Fran» iof« auch ruf :n:!ar*übvro List«, bei Denen sie dte Mit alte der verbotener ober gar gefährliche, Croflitkition« renraitet Btete Bewohner bet Aachharori, Des b - - h nach ^ranfhirt, nur jtn «in« ?<-:ung zu telen WHb ttch über Di« Vorgänge in .tzror schwer ge- aullltn He ma: ein tedenswahres Bild zu mach«. Heutiger Stand des Dollars 10 Uhr vormittags: Berlin 21050. 3ranMuti a. 22. 21 200. 'E-Äs SsK h?^rMlen ft 1** ur Ob^&^n. JÄ des uchen yictßaunfh3um faft ^icr)?“^ J«ier n. Q-üg tz'SL EL »::S "L"bidi,'A ' schiel« eto8, J ®ie&€n. 5)1, ‘9l lvordea. Du flatt ®t> ^. Auftrieb des ^Eningungsblatl ! der Raupen. U 5M^ct ^arnibna^g n NtigaM aui, Ordnung ist mit d°n Personen, ^d-e Personen. ^12.25, -Hiebet. m ^tebetbai» Ln 2.18 Mr bieder We feiert ein lebt ■r’ der Badeausseher ra^ 4, in seltener !• Herr Oifel ent- Geschlecht aus der eere hundert ZaLre N. Ur Tamstatz. lammhmg im Hotel uptversammlmg ,m tsprechaus, Bahnhof- - Paiast'Ächtspiele' anblee". - Astona- Zirtus 0ra!)*v 1 für Sonntag, 'bigatie aus Lauris", i". - Lichtspielhäuser theaterbureau. dah die Ausführung - am Sonntag nach- tattfindet, damit na- erinnen Gelegenheit •ung des flaffif&r ibertinunb Znru i anzusehen. der Theater- rnvvNsbundes -Montag, 9. April, ehte Borstellung der Kaisern"s aufmerksam i Preissteigerung ist i gegenüber den sonst i erheblich niedriger. , Inserat in unserer wonach nicht um/ on von heute ab auch mnädigten Prrts ab« ussage itag: -eilig aufheiternd, ge» Statuten wenig ver vorüber. >uropa beherrscht W Sießen. SÄ euer aus. Der Vm. ßAaben ist grov- (»nnt» der N«m Äe°rt Anzeigers den Hl. b. V/'Aebiet ' ^itun9$«i wird # er wkd « auf <Ä ''fei S-S KirchNchs Nachrichten. Gvaugelisch« Gemeinden. Gtetzen. Samst., 7. April. Stadtkirche. 2: Deichte f. d. Konfirmanden a. d. Markusgem. u. deren Angehörige, Pfr. Decker. Johanneskirche. 2: Deichte für die Konfirmanden aus der Johannesgemeinde und der Militärgemeinde und deren Angehörige, Pfarrer Ausfeld. — Sonntag, 8. April (Quasimo- dogeniti). Stadttirche. 9*/,: Konfirmation der Kinder a. d. Markusgem., Feier d. heil. Abendmahls, Psr. Decker, 6: Pfr. Mahr. JohanneSktrche. 9*// Konfirmation b. Kinder a. d. Johannes- u. Militär- gem., Feier d. heil. Abendmahls, Pfr. Ausfeld, 6: Pfr.Dechtolsheimer, 8: Dibelbefprechung i.Johannes- faal, Pfr. Decker. Kirchberg. 10, 11: Heil. Abend- mahl f. Danbringen u. -Ruttershausen. Lollar. 17,. Staufenberg. 17,. Wieseck. 9 Deichte, 97,: Gottesdienst, im Anschluß heil. Abendmahl. Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, 7. April, 5 u. 8 Deicht. — Sonntag, 8. April, 6',, Deicht, 7 Messe, Komm. d. Jünglinge, 8 Komm., 9 Hochamt m. Pr., Feier d. erst, hnl. Komm. d. Kinder, 11 Messe, 3 Andacht m.Segen. Sich. 7,8 Ahr. Hungen. 7,10 Ahr, Erstkomm. d. Kinder m. Amt. Sandel. Derlin, 6. April. Dörsenstimmungs- bild. Del einem gröberen Teile des Publikums haben die am Mittwoch erzielten hohen Kurse die Realisationsneigung stärker hervortreten lassen, so dah bei den Danken und Dankfirmen überwiegend Derkaufsaufträge Vorlagen. Die Börsenspekulation nahm die angebotene Ware nur zu wesentlich erniedrigten Kursen auf, so dah die heute und vorgestern erzielten Kursgewinne gröh- tenteils wieder verloren gegangen sind. Die Einbuhen, die ziemlich gleichmähig Industrie-, Dank- und Schiffahrtsaktien betrafen, erreichten durchschnittlich 3000 bis 6000 Prozent, vereinzelt darüber, bei den Berliner Handelsanteilen, Har- pener, Riebeck Montan und Hammersen-Aktten je 10 000, bei Otavis, Stöhr und Hamburg-Süd- amerikaner je 15 000 Prozent. Auch für Auslandsrenten überwog die Realisationsneigung bei teilweise erheblichen Kursrückgängen, dagegen behaupteten heimische Renten ihren Kursstand. Hoch in der ersten Börsenstunde kam die rückläufige Bewegung zum Stillstand und bei stillem Geschäft konnten von den anfänglichen Ginbuhen verschiedentlich einige tausend Prozent zurückgewonnen werden. Bei den zu Einhettskursen gehandelten Jndustriewerten überwog gleichfalls die Verkaufslust, so dah auch hier die Kursrückgänge in der Mehrzahl waren. Am Devisenmarkt hielt bei wenig veränderten Aotizen die Geschäftsstille an. Frankfurt a. M., 6. April. Börsen- stimmungsbild. Das Geschäft an dem Effektenmarkt gestaltete sich heute nicht besonders lebhaft. Man vermißte gröbere Aufträge, namentlich seilens der Dankenkundschaft. Die anhaltend ruhige Devisenlage hemmte die Geschäftstätigkeit der Börse. Der Dollar wurde mit 21 200 bis 21 100 gehandelt. Der Fveiverkehr wickelte sich heute ruhig ab. Die Tendenz auf den variablen Märtteir war nicht einheitlich und vielfach trat eine Abschwächung ein. Bei xiner Reihe vvn Spezialwerten hielten die Kursaufbcsserungen an. Maschinen- und Metallwerte neigten teilweise zu Abschwächungen. Anilinwerte bei bescheidenen Umsätzen schwach. In Elektrowerten erfolgten nach der vorgestrigen Aufwärtsbewegung Realisationen. Schisfahrtswerte und Zuckeraktien nachgebend. Börsenkurse. Frankfurt a. M. Berlin Schluh. Schlup. Schlup. Schlup. Kurs Kurs Kur» Kurs Datum: 4.4. 6.4. 4.4. 6. 4. b'/» Disch. NeichSanleihe 4% Teraleichen 3'/ie/o Dergleichen 8°/o Dergleichen Dlfch.Svnr-Prnm.-AnI. 47, Preuhische Konsol» 47» Hessen 3'/,°/° Hessen 87° Hessen 89,75 89,75 90.- 1170,-1175.-1175.- 670,- 670.- 675,— 4550,-4400,-4400.- 305,— 330,- 310.- 200,- 203.- 123,- 125.- 150,- 119.- 125— -.- 125— 125— -,- 89,50 1173— 673,- 4395— 300— 200,- 150,- 4*/° Zolltürken 3800a-39500—39500— 38500— 5°/° Goldmerikaner 300000— 297300. -296200-296120,- Berliner Handelsges. . 74000,- 79000.- 85000,- 80000,- Commerz- u. Privalbk. 10001- 9400— 11500,-10270,- Darmst.u.Nationalbank 12100.- 11000,- 13000,- 11500,- Deulsche Bank 26000,- 245'K),- 27500,- 26000,- Deulsche BrreinSbank. 4500 — 4400— —— —— Disconto Commandtr . 14600,- I36o0 -15500- 14500,- Metallbank 45900,- 420u0,- — Miileldeut. Credltbank 8700— 7500 - 8800— 7000— Cefterr. Crediinnstalt. 12300,- 11700,- —11700,- Bochumer Guh.... —-,—75000,-67000.— BuderuS 39900—32000,—38800,—31750, - Caro 45000,- 42000,-43500,-44500,— Deuisch-Luremburg. 79000,—67-500,—77000—67000,— GelsenkirchenerBergw71250,—70)00,—72900,—6?550.— Harvener Bergbau. 15500a-148000,-163000,-l.VlüOa- 5ialilverkAschersleben47000,-39500,-45500, -39500, — Kaliwerk Westeregeln 5u000,—43500— — Vqurabütte...... 44000, —35750,—41000, -38500, - Cberbebarf 49750,-44600,-4S000,-46000,— Pbönir Bergbau. . .. 70005,-66000,—71250. — —,— Rheinstahl........ 61003 - 55000— 63600.- 57006,- Siiebeck Montan . . . 180000, 1850)0,-180000,-165100,- Tellus Bergbau . . . 188’00,—IbOOO,— — Hamburg-Ämer. Pake, 52000.-46000,-51700,- 47C00,- Norddeutscher Llovd. 34250,-28800— 32000,- 28000,- ZementwerkHeidelberk 21090,-19500,- —— Philipp Holzmann . , . 125u0, - 9600—L320u.— 9800— Anglo-Cont.-Guano.., —-,—104500,-100000,- Badische Llniliu .... 3852a—33000,—<80D0,—310o0,- Goldschmidl 3550'1,-27100,-34900,-27750,— Griesheimer Electron 2:* 100,-26000,—30000—26500,— Höchster Farbwerke . 29000,—.25500,—SOOOiX—24000,— Holzverkohlung 30750,-29409— — IstülgerSiverke......40000,-36000^—4200^— —,— ? cheideanstalt 38500,—:i310>),— —,— — Llllg. ElekkrtzitätS-Ges.21750^-1'1000,-22500,— -,— Bergmann....... 44900,—liooa—44000,—41000,— Schuckert......... 42009,—39C00,—477:50,—40 (x>- kiemenS & HalSke. . .60000,—‘53009,—63000,—57000,— Mainkraftwerke. . . 7000— 6800— ——— Sldlerwerke Kleyer. . 13500—'.000^—14000,— Daimler Üstotoren. . . . 13000,—11000,—14000—10620,- Heyllgenstaedt 31500,-30000,— —— — Üsteguin 32900,—2S000,—34000,-26000,- Metallges. Frankfurt. . 57500,-54900— —,— — Schuhfabrik Herz.... 10000.- 8000— —,— —,— Sichel............ 16400,-13750— —— -— BcOitoff Waldhof .... 37400. -Bö'KX)—37750—35300,- Zuckerfubr.Fraurenibal 198OO;-162)O,— —,— ZuckersadrtkWaaciäusel 20U00, 17500.— — Frankfurter Devisenmarkt. (Telegraphische Auszahlung.) Datum 5. Avrll 6. Avril Amtl. Roiierg. Slmtl. Noiierg. Geld Brief Geld Brie' Antw..Drllssel . 118205 1187,95 1182,07. 1187.95 Holland. . . . 8309,15 8350,85 8274,25 8315,75 Vonbon 9837*i,45 98871,55 98154— 98»i46— Paris 1376,5-5 1383.45 138l55 1388,45 Schweiz 3890,25 3'»09.75 3867.30 3886,70 Spanien .... 3216,95 3233,05 3211,95 3225,05 Italien _ 1052.V 1057,65 1048,33 1053,65 VtssaboN'Ovorto —— ——— —— Dänemark. . . 4020,90 4050,10 4019,90 4010.10 Slorweaen . . . 3815,45 38^1,55 3790.50 3809,50 Schweden . . . 5561,05 5588,95 5586,— 5614— HelsingsorS. . . 570,55 57345 —,— Slenvork 21127,05 21232,95 21047,25 21152.75 Denlsch-Oesterr^ 29,85 30— 29,60 29,75 Budapest. . . . 473,80 476,20 481,3') 483,78 Prag 631,69 634,40 628,40 631,60 Agram ——,— —,— Danknoten. Frankfurt a.M, 6. April. Brief Geld Schweizer 9?oten 3915— 3845— Französtsche Noten . 1383 50 137150 Dänische dkoten 4075— 4005 — Schwedische Nolen 5625 - 5525— Holländische Noten 8360— 8240— Deutsch-Oesterreich 100 Kronen 29 70 29 20 Ainerikanlsche Noten 21325— 21075— Englische Noten 99025— 98025— Jiallentsche Noten 1051— 1039— Belgische Okoten 1184— 1172— Ungarische Noten 430 — 440— Tschechoslowakische Noten .. . 635 — 615— Norwegische Noten 3785— 3715— Rumänische Nolen 99— 96— Spanische Noten.......... —— Märkte. Berliner Produktenmarkt. Berlin, 6. April. Bei verhältnismäbig geringen Amsätzen war die Haftung am Produktenmarkt auch heute fest. In Weizen sind die verfügbaren Bestände knapp, so daß 3n» landswarc bei der schwachen Dersorgung der Mühlen wieder höher b^ahlt wurde. Für Roggen zeigt sich Kaufneigung seitens der Reichsgetreidestelle und privater Interessenten, die mehr bezahlten, als für ausländischen Roggen angelegt wird. Für Hafer wurden hohe Forderungen gestellt, aber kaum bewilligt. In Mais und Gerste waren die Amsähe geringfügig. Für Futterstoffe war die Haftung fest. ’Weizen, märkischen 51 000 bis 52 000 Mk. (gefragt), mecklenburgischen 49 500 Mark, Roggen, märkischen 43 500 bis 44 000 Mk. (gefragt), westpreubischeu 43 000 Mk., Sommergerste 33 000 bis 34 000 RN. (etwas fester), Hafer, märkischen 37 000 bis 38 500 Mk., Pommerschen 36 000 bis 37 000 Mk. (stetig), Mais, La Plata, loco Berlin 45 000 Mk. (ruhig), waggonfrei Hamburg 41000 Mk., Weizenmehl (100 Kilo) 130 000 bis 145 000 Mk. (gefragt), Roggenmehl (100 Kilo) 118 000 bis l!30 000 Mk. (ruhig), Weizenkleie 23 000 bis 24 000 Mk. (fest), Roggenkleie 25 000 Mk. (fest), Raps 85 000 bis 90 000 Mk. (fester), Leinsaat 85 000 bis 90 000 Mk. (fester), Biktoriaerbsen 68000 bis 70 000 Mk., kleine Erbsen 50 000 bis 55 000 Mk., Peluschken 50 000 bis 58 000 Mk., Ackerbohnen 40 000 Mk., Wicken 50 000 bis 65 000 Mark, Lupinen, blau 45 000 bis 50 000 Mk., gelb 60 000 bis 80 000 Mk., Seradella, alt 70 000 bis 90 000 Mk., Rapskuchen 31000 bis 32 000 Mk., Leinkuchen 50000 bis 5'000 Mk., Drockenschnihet 13 500 bis 14 500 Mk., Kartoffeln, rote 1800 AN- gelbe 2100 Mk. Rauhfutter: Weizen- und Roggenstroh, drahtgeb. 13 500 bis 15 500 Mk., Hafer- stroh, drahtgeprestt 10 000 bis 12 000 Mk., Stroh, strohseilgebündelt 14 000 bis 15 000 Mk, Wiesenheu, gut, gesund und trocken, Bormahd 15 000 bis 16 000 Mk., Rachmahd 13 000 bis 14 000 Mk. (Soweit kein anderes Gewicht genannt, verstehen sich die Preise pro 50 Kilo.) (In einem 5 eil der Auflage wiederholt.) Der neue französische Fühler. Paris, 6. April. (WLD.) Havas meldet aus London, der Reparationsplan, den der ^Dailh Telegraph" veröffentlicht habe, rufe lebhaftes Interesse in englischen diplomatischen und polttischen Kreisen hervvr. Bon einem Havasverlreter befragt, um zu wissen, ob der Inhalt dieses Reparationsplanes in allen Punkten nfit seinen Gedanken übereinstimme, erklärte Loucheur, die Ansichten, die in diesem Plan vertreten würden, könnten nicht so aufgefaht werden, als geben sie genau die feinigen wieder. In amerikanisc^m Kreisen in London erklärte man sich nicht für befriedigt mit dem in Frage kommenden Plan, und man erklärt, in Washington werde man nicht dazu zu haben sein, dah England und Frankreich ihre Berpflichtungen gegenüber den Bereinigten Staqten auf Deutschland abwälzten. In gewissen englischen Kreisen wieder behauptet man, in mehreren Punften sei Donar ßato mit Loucheur nicht einverslanden gewesen. Man betont auch, dast der Gedanke, eine rheinische Republik zu gründen, in England nicht günstig ausgenommen werden könnte. Eine InierpeNation über Loucheur« Reise. Paris, 6. April. (WTB.) Der Abgeordnete Leon Daudet hat eine Interpellation eingebracht, um von dem Ministerpräsidenten Auskunft zu erlangen über die Reise eines der Mitglieder eines Ministeriums der Vergangenheit in eines der alliierten Länder, wo sich der Abgeordnete mit den Staatsmännern unterhalte, als ob er selbst französischer Ministerpräsident wäre. Diese Interpellation bezieht sich auf die Reise Louchsurs nach London. oy^LO? Im Gebrauch die billigste Bereifung Die Weltmarke bürgt für Qualität! Behördliche Anzeigen Zucker-Ausgabe. Der Haushaltszucker für März 1923 wird, soweit derselbe eingetroffen ist, in der Zeit vom 7. bis 21. April 1923 durch die Kleinhandelsgeschäfte und den Konsumverein ausgegeben. Auf die Marke entfallen 2 Pfund. Preis für gemahlenen und Kristallzucker 1340 Mk., fürGrietzraffinade 1370MK. und für Würfelzucker 1450 Mk. für das Pfund. Diese Preise sind Höchstpreise im Sinne des Gesetzes. Nicht rechtzeitig abgeholter Jucker verfällt. Vorbestellung für April 1923. Die Geschäfte haben die noch eingegangenen Bestellmarken mit dem Bestell- schein bis spätestens 14. ds. Mts., hier, Zimmer 4, einzureichen. Gietzen, den 6. April 1923. [2501B ver Oberbürgermeister. (Lebensmrttelamt.) Ztädtisches Brennstoffamt. Aufruf von Kohlenmarken: Mit Rücksicht auf das am 30. April 1923 ablaufende Kohlenwirtschaftsjahr 1922/23 werden die noch nicht aufgerufenen Kohlen- marken der Karten für Haushaltungen, Kleingewerbe und Einzelpersonen zur Belieferung mit je 1 Zentner Brennstoff freigegeben. Ausgabe von Brennholz für Haus- hallszwecke: Don Montag, den 9. d. Mts., ab werden für Haushaltszwecke bis zu 3 Zentner Brennholz ausgegeben. Preis Mk. 3000. - für den Zentner geschnittenes Weichholz, und Mk. 2700. - für den Zentner geschnittenes Stockholz. Bezugsscheine werden auf dem Brennstoffamt, Zimmer 6, gegen Vorlage der Lebensmittelausweiskarte ausgegeben, solange der Vorrat reicht. Personen, die Anfang Januar d. Js. bereits Holz erhalten haben, können dieses Mal nicht berücksichtigt werden. Gietzen, den 6. April 1923. [2500B Der Oberbürgermeister. (Brennstoffamt.) Bekunutmuchung. Betrifft: Die Vertilgung der Raupennester. Die Garten- und Feldbesiher der ®e- markung Giehenwerden hiermit ausgeforderl, dis zum 15. Mai 1923 ihre Bäume, Sttäucher und Hecken von den Raupennestern zu reinigen. Diejenigen, welche dieser Aufforderung nicht Folge leisten, verfallen in die im §368 des Reichsstrafgesetzbuches bestimmte Geldoder Haftsttafe. Außerdem wird die Vertilgung der vorhandenen Raupennester auf Kosten der Säumigen angeordnet werden. Dietzen, den 3. April 1923. [2504B Der Oberbürgermeister. I.D.: Dr. Rosenberg. SM. Meils« Wen Liebittftrake 16. Teleph. 2054. Kostenlose Arbeitsvermittlung und Berufsberatung für beiderlei Geschlecht, u. a. auch für Kriegerwaiseu und Kriegs- beschädigtenkinder. Es können eingestellt werden: ». bei bieftnen Arbeitgebern: 1 Friseur, 1 jiing. Kellner, 1 Hoteldiener. Lehrlinge: 2 Friseure, 1 Bäcker, 1 öin- rabmer, 2 Schmiede. 2 Gärtner, em Schriftsetzer, 1 Glaser, 2 Buchbinder, 1 Spengler und Installateur, 2 Kellner. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 1 landw. Knecht, 1 verh. Gärtner s. Hofgut, 3Dreher, 1 älter. Bauschlosier, 1 Schmied. Lehrlinge: 1 Steinmetz, 1 Svengler und Installateur. 1 Schreiner. ES suchen Arbeit: Schriftsetzer, Buchdrucker, 2 Schreiner, Kaufleute, Schreiber und Reisende, Packer, Hausburschen und Ausläufer, Maschinenschlosser, Bauschlosser, Schuhmacher, 1 Krankenvffeger, 1 Sattler, 2 tnnbiüirudiafil. Verwalter, Bäcker u. Vietzger, 1 Kraftfahrer, 1 Buchbinder, Mechaniker/ 1 Hei^e>, 1 Wagner, mehrere Anstreicher u. Weischtnder, ein Kondisor,2Bautechniker,lMaschinenbau' Praktikant, 1 Zahntechniker, 3 Schneider. Lehrlinge: 1 Kaufmann, 2 Autoschlosser, 2 Schlosser, 1 Spengler, 3 Mechaniker, 3 Elekiromonteure, 2 Schtlhmacher mit Kost und Wohnung, 1 Schreiner deSgl., 1 Schneider. Gelegenheitsarbeiten werden ebenfalls enigegengenomnien. Weibliche Abteilung: Es können eingestellt werden: a. bei hiesigen Arbeitgebern: 1 Haushälterin, Mädchen für tagsüber, Dienstmädchen, Lauffrauen und -Mädchen für einzelne Tage, tüchtige Alleiumädchen, mehr. Küchenmädchen, 1 einfache Stütze, mehrere Wafchfraiien. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 5 landw. Dienstmädchen, Dienstmädchen, Hausmädchen, Zimmermädchen, Ailein- mädcheu, 1 Stütze, 1 Hotelköchin, mehrere Küchenmädchen. Es suchen Arbeit: 1 Büglerin. Kontoristinnen, 1 Flickerin, 3 Perkamerinnen, 1 Haushälterin, einige Lauffrauen, auch s.Nachmittagsbefchäfiigung,Mädchen für taaöüber, Fabrikarbeiterinnen, 1 Waschfrau, 1 Schneiderinlehrmädchen, 3 Bu- reaulehrmädchen, 1 GutShaushalterin. Die Berufsberatung und ArbeitS- Vermittluug für Musiker findet Dienstag, Donnerstag und Samötag von 10 bis 12 Ubr statt. 2480B Betamttmachnng. Das Schulgeld für solche Schüler der gewerblichen oder kaufmännischen Abteilung der hiesigen Fortbildungsschule, die stl Gietzen nicht ihren Wohnort haben, ist unter dem Vorbehalt weiterer, etwa notwendig werdender Erhöhungen im Schuljahr 1923 auf jährlich 10000 Mk. festgesetzt. Die Erhebung erfolgt in zwei Raten, im Monat April und im Monat Oktober. Dietzen, den 6 April 1923. 2505B Dec Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Leib. Astor ia-Lichtspiele »Von Feinden iiinringt^ JVnr noch heute u. morgen dasatr.SenRat-Pi’Oßranim mit Eddie Polo in Zirkus Gray 6 Akte! 3. Episode 6 Akte! Ä Paul Heidemann 1 in Carola Toelle / ßer Meisterdieb 5 6 Akte? 2512c 6 Akte! W| Bekanntmachung. 3n der Zeit vorn 9. April bis 21. April d. I. werden die sämtlichen stadttschen Strahenkanäle gespült. Während dieser Zeit sind die Rückstauoerschlüsse an Grundstücksentwässerungen verschlossen zu halten. Gießen, den 5. April 1923. 2503B Stadtbauamt Dietzen. I. D.: Nold. MH Strebsame Knaben uni) MMen erlernen nur die altbemährte KnrzsAist des FranzXaver Gabelsberger In der Schule zu Lollar beginnt am Dienstag, 10. Avril, abends 8 Uhr, ein Anfängerkursus nach der weiiverbreiretsten, füra- u. daher leistungSfäb. Knrzschrist Gabelsberger. Daö Umerrichtsgeld ist aus den niedrigen Betrag von 1000 Mk. festgesetzt worden, um es jedem strebsamen Knaben und Mädchen ah ermöglichen, an diesem Kursus teiUunebmen. Anmeldungen bei Karl Hartmann, Lumdastraüe, Karl Brück, Hauptstraste, und bei Beginn des Unterrichts. 02312 Stenographen- Verein »Babelsberger^ ßollar, gegr.1913. / 10.WIIS Schuljahres. 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Wegen Ausbleiben des StrombezugeL von Buderus und Wölfersheim ist die Dreh- sttomversorgung am Sonntag, dem 8. b. TI., von 8-11 Uhr vormittags unterbrochen Bietzen, den 6. April 1923. Direktion der Elektrizitätswerke, Ueberland. anlage und Straßenbahn der Stadt Bietzen. Stolte.[2519D Barm- und Verkauf von Därmen und Blaicn. Ankauf von Fellen jeder Art. Tel. 1504. Drucksachen aller Art liefet fn jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die Brühi’iche Univ.-Druckerei, R. Lange. Frankfurt.Str.5S. Telephon 1682. Aohlrabi zum Füttern z« verkaufen per pftz. (5 Ml. 5ra» Simmet Neuen Baue 21 MS81 Laden. I Lichtspielhaus Bahnhofstr.34 D Nur noch heute und morgen: i OBrStonachfi,in i den jeder gesehen haben muß! VortUhrmgei 4, 6, 8.15 Ubr. Mar Iflr Erwaehienel Ferner« 2451c | Eine Dampferfahrt durch Norwegens Fjorde W/ 1 Wundervolle Nordlaudsbilaer. „Mongolin“ 14. April „Minnekahda“ 21. April „Manchuria“ 5. Mai „Finland“ 12. Mai „Mongolin“ 22. Mni „Minneknhdn“ 26. Mni „Kroonlnnd“ 2. 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AL = 21,40, 4 AL = 32,17, 5. AL — 29,80 Festmeter sichten 2 AL = 7,12, 3 AL - 37.23, 4 AL 56,66, 6* AL - 83F6, 5b AL — 164,56 Festmeter. Fichten«Derbstangen 1. AL=69,42, 2. AL — 4,39 Festmeter. Flchten.Beiistangen 230 Stück = 2,85 Feftmeter. Bohnenstangen 2590 Stück tZDegmatifciefern 5. AL — 0,51 Fest«. Hungen, den 5. April 1923. Bürgermeisterei Hungen. 2521D ^oTeric Winie/^ IX* ■■■'■. y/ Rrvorruf en Sie meine fttrennle S. M I fGr Dimrnh' | an den Äteh. AnA {Stellenangetiolei Bin in Jirit« nnngJnititn er- iOrrntr ann «I» «nsbilfr für 2 Monate sofort gesucht. Monait. 2ierailtuna bl» au 2VMX» Mk Lkbrllillche Mel- düngen unter 02264 11. b Sin tüchtiger Knecht jir tmlimirtiNt per totort getuchi. (Bnt i—u MittetSmühte Station tstädgea. 3lnu ebrlirtcr hauz- bursche aeiuch' ?*i2r»D tronflertn 5it. 11. feörling Mil auier 7 chnl.Nl« düng t. -* Hnmmcrschlag ^obanneS'tr. 15 II. Bruve^. orbcntL 3)1 ädchcn gesucht Rrau W. 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BUw mk, Rin F.im eon 2' «tdibeater WnHel t ,v VN Bftllfllf ■il orm soicnri 9 .IL 2 ownta«. I »April BlfDonsrgrtmrffli. Iflnt. 3% ifirbe n. 61L ter ii*nt tirier. HnLLaobeet^U. Tietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) den, die gesamten Wohlfahrtsausgaben auf die stärkeren Schultern des Reiches und des Staates gar legen. Vieles, was wir in unserem vorigen Artikel dei der Erörterung der Schul- rvstenfrage gesagt haben, trifft auch hier vollinhaltlich zu. Die Rotverhältnisse, unter denen wir leben, drücken immer schwerer auf die einzelne Gemeinde, unter dem Drucke dieser Rot muh wohl mancher Fall der Hilfsbedürftigkeit ganz anders behandelt werden, als wenn das Amt Besitze reicherer Mittel wäre und dann- groh- zügiger helfen könnte. Der Staat kann hier zweifellos ober mehr tun. als die einzelne Gemeinde. Dah der Staat, obwohl er auch seine Schwierigkeiten hat, noch immer verhältnismähig sehr leistungsfähig ist, konnte man dieser Tage erst lesen, als durch die Presse mitgeteilt wurde, welche Sicherheiten für die zur Zeichnung aufgelegten zwei hessischen Staatsanleihen vorhanden sind. Da wurde u. a. gesagt: „Der Staat hat heute keine eigenen Anlefaeichuiden mehr, da die'e seinerzeit sämtlich vom Reich beim Niedergang der Eisenbahn auf dieses übernommen worben sind. Lediglich schwebende Schulden sind vorhanden, die jetzt im Verhältnis zum Vermögen und den laufenden Einkünften des Staates nur einen ganz gerinnen Umfang haben. Die letzte abgeschlossene Iahrssabrech iung des Staates, diejenige für 1921, zeigt einen Ueberschuh von mehreren Milliarden Mark, und auch die Rechnung für 1922 wird trotz der starken Steigerung aller Ausgaben infolge der Geldentwertung noch verhältnismähig günstig abfchliehen. Das werbmde Staatsvermogen besteht in erster Linie aus 75 000 Hektar Waldungen, die für dieses Hahr einen Erttag von mindestens 20 Milliarden Mark erwarten lassen, dazu kommt landwirtschafllicher Grundbesitz von insgesamt 13 500 Hektar, größtenteils verpachtet, und zwar neuerdings nach dem Raturalsystem: der Ertrag hieraus ist auf nahezu 2 Milliarden Mark anzu- naHmen." Hierzu kommen dann noch die S'.euer- anteile- des Staates und seine sonstigen Einnahmen auf anderen Gebieten. Die Gemeinden sollten unter Hinweis auf die bessere Leistungsfähigkeit des Sfaates doch einmal gemeinsam an dielen herantreten mit dem Ersuchen, den heutigen Gc- meindeanteil an den Wohlsahrtslasten auch noch auf die Staatsrechnung zu übernehmen. Eine sehr starke Entlastung der Gemeindefinanzen wäre auf diesem Wege sicherlich zu erreichen. Der Staat seinerseits könnte ja auf irgendeine Weise sich Deckung verschaffen, die es vielleicht gestalten würde, auch d i e Kreise zur Tragung der Kosten mit heranzuziehen, die heute den Lasten der Wohlfahrtspflege noch ganz fernstehen oder nur ganz bescheidenes auf diesem Gebiete leisten. Das Arbeitsamt mit einer Belastung der Stadt in Höhe von rund V/2. heute wohl 2 Millionen Mark, das Wohnungs- und Mieteinigungsamt mit einem Zuschuherfordernis von rund 3 300 000 Mark, heute wohl mindestens 4 Millionen, und die Pr e i s p r ü f u n g s sie ll e mit rund 400 000 Mark sind Einrichtungen, die wert sind, bei dieser Betrachtung auch farz mit angeführt zu werden. Alle erfüllen Funktionen, die nicht allein im Interesse der Stadt Gießen liegen, sondern zu einem sehr erheblichen Teil auch darüber hinaus DÄ)eutung haben und dort Ruhen bringen. Sollte es unmöglich sein, für diese Einrichtungen wenigstens einen ansehnlichen Zuschuß aus der Staatskasse zu erhalten? Vielleicht ist diese Frage bedeutsam genug, einmal näher geprüft zu weichen. Der Appell an den Staat, mit seinen großer en Hilfsmitteln stärker als bisher für die Aufgaben einzutreten, die ihm eigentlich näher liegen als den Gemeinden, kann natürlich nicht der Weisheit letzter Schluh sein. Jede Gemeinde muh vielmehr so weit wie möglich von sich aus darauf bedacht sein, dah ihre Finanzen durch eigene Bemühungen gebessert werden. Reben weiser Beschränkung hinsichtlich der Inangriffnahme neuer Projekte muh vor allem äuherste Sparsamkeit auf allen Gebieten der städtischen Verwaltung und Betriebswirtschaft geübt werden. Der neue Haushaltsplan für 1923/24 dürfte ohnehin noch mit Ziffern aufwarten, die die heutigen weit übertreffen werden. Unsere Mitbürger können überzeugt sein, dah unsere Stadtverwaltung ständig bestrebt ist, dem Sparerfordemis nach jeder Richtung hin gerecht zu werden. Zu wünschen wäre nur. dah man dieses Bestreben der Verwaltung überall anerkennt und unterstützt. Rur durch gemeinsame Ansttengungen von Bürgerschaft und Verwaltung kann unsere Stadt über diese schwere Rotzeit glücklich hinwögkvmmen. Jur Preisberechnung des elektrischen Stromes durch die Stadt. Ein Mitglied der Giehener Stadtverordnetenversammlung hat wiederholt Anträge bei der Stadtverwaltung dahingehend gestellt, man möge die Preiserhöhungen für elektrischen Strom nicht mehr rückwirkend festsetzen, sondern vom Tage der Bekanntmachung ab, da sonst her gesamte Mittelstand, besonders aber auch eine grohe Zahl der Zimmecvermieter, erhebliche Einbuhen erleiden müssen. Auf eine erneute Anfrage hin ist folgende ablehnende Antwort der Stadtverwaltung erteilt worden, die in ihrer Begründung für jene Kreise eine gewisse Klarstellung gibt. Sie lautet: „Auf Ihre vor kurzem gestellte Anfrage wegen rückwirkender Berechnung der Strompreise gestatte ich mir ergebenft folgendes auszusühren: Inrechtlicher Beziehung sei zunächst darauf hingewiesen, dah das städtische Clektrizitäts- Werl durch Bekanntmachung vom 25. Februar 1922 („Giehener Anzeiger" vom 27. Februar 1922) darauf hingewiesen hat, dah die Strompreise am Ende jeden Monats für den abgelaufenen Monat veröffentlicht werden, weil die Höhe des Strompreises sich nach der Höhe der Kohlenpreise frei Elektrizitätswerk im abgelaufenen Monat bemesse. Es war daher jeder Strombezieher rechtzeitig über die neue Art der Berechnung und die damit verbundene Aenderung der Lieferungsbedingungen unterrichtet, so dah er bei der Ausführung von Arbeiten und Lieferungen auf diesen ungewissen Faktor Rücksicht nehmen konnte, ganz abgesehen davon, dah — mit Ausnahme von Einzelfällen — die Kosten des Strombezuges neben den sonstigen Unkosten eine verschwindende Rolle spielen. In sachlicher Beziehung ist darauf hinzuweisen, dah das städtische Elektrizitätswerk zur Versorgung seiner Stromabnehmer nicht nur Strom selbst erzeugt, sondern dah es den überwiegenden Teil von der Ueberlandanlage der Provinz Oberhessen, sowie von den Eisenwerken Buderus in Wetzlar bezieht. Beide Stromlieferanten stellen jeweils am Ende eines Monats den Strompreis in Rechnung, der sich für den abgelaufenen Monat nach Maßgabe der jeweils geltenden Kohlenpreise unter Berücksichtigung eines bestimmten Vervielfachung^faktors (Kohlen- und Bettiebsklausel) ergibt. Infolge dieser Verhältnisse ist das städtische Elektrizitätswerk gezwungen, eine rückwirkende Berechnung des Strompreises — auch ohne Rücksicht auf die Preisgestaltung des von ihm selbst erzeugten Stromes — vorzunehmen. Eine vorläufige Tragung der erhöhten Stromkosten durch die Stadt Giehen und ihr Aufschlag auf die für den folgenden Monat zu erhebenden Strompreise kann aus folgenden Gründen nicht in Frage kommen: Bei der Riedrighaltung der Strompreise — dem Friedenspreis von 45 Pf. steht ein Preis ab 1. März von 1000 Mk. gegenüber, so dah die Steigerung wesentlich niebrfaer ist, als bei fast allen anderen Preisen — ist es der Stadt Giehen nicht möglich gewesen, entsprechende Kapitalien anzusammeln, um derartige Beträge, die viele Millionen ausmachen, vorlagsweise zu bezahlen und erst vier bis sechs Wochen später einzuziehen. Das städtische Ekektrizitätswerk wäre gezwungen, einen Bankkredit in Anspruch zu nehmen, der erhebliche Kosten verursachen und damit verteuernd auf die Strompreise wirken würde. Ferner aber ist die Stadt Giehen durch einen im Zähre 1912 mit der Provinz Oberhessen abgeschlossenen Vertrag verpflichtet, bei den Strom- preisen (wenigstens soweit das Ueberlandgebiet in Frage kommt) nicht über deren Sähe hinauszugehen. Die Folge davon ist. dah das städtische Elektrizitätswerk auch gar nicht berechtigt und in der Lage ist, die durch Erhöhung der Strompreise von Buderus und der Provinz Oberhessen für den abgelaufenen Monat entstandenen Mehrbeträge durch Aufschlag auf die Strompreise im nächsten Monat hereinzubringen, da dann naturgemäß die von der Ueberlandanlage der Provinz festgesetzten Stromverbrauchspreise überschritten Samstag, 7. April (923 werden müßten. Solange nicht die beiden Stromlieferanten der Stadt Gießen von der rückwirkenden Erhebung der erhöhten Strompreise absehen, kann auch die Stadt Gießen nicht daraus verzichten. wenn sie nicht Ausfälle in Höhe von vielen Millionen erleiden will. Aus diesen Gesichtspunkten heraus ist es leider nicht möglich, der Anregung, von einer rückwirkenden Strompreiserhöhung abzusehen. Folge zu geben. Unterschrift." Die Reichsjugendgesetze. Zu den Artikeln von Herrn Professor Dl Mittecmaier über die Reichsjugendgesetze (Rr. 76 und 77) schreibt uns Herr Pfarrer D. Schlosser, bis vor kurzem der Vorsitzende der von dem Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge (früher „für Armenpflege und Wohltätigkeit") eingefeztenKommission für reichs- gesetzliche Regelung der öffentlichen Iugendfüc- sorge, die für diese Gesetze sehr erfolgreiche Vor- arbeit getan und auf deren Abfassung bis zuletzt starken Cinfluh geübt hat: Ueber das große Interesse, das Sie schon früher der wichtigen Frage der Iugendfürsorge entgegengebracht und auch jetzt wieder durch diese Artikel betätigt haben, habe ich mich sehr gefre.it. Es ist von Qlnfang an in unterer Kommission kein Zweifel gewesen, daß Geseke und öfsenlliche Einrichtungen der Iugendfürsorge nur dann den rechten Erfolg haben können, wenn sie von der verständnisvollen Teilnahme aller Kreise des Volkes getragen werden. Dazu zu erwecken sind jene Artikel vortrefflich geeignet. Daneben besteht aber bas Bedürfnis der Heranziehung und Heranbildung eines Stammes von wirllichen Mitarbeitern, beamteten und ehrenamtlichen. Dazu bedarf es unter anderem bcc Einführung in diese Gesetze durch einen ausführlichen Kommentar. Es sind darum deren schon längst mehrere von berufenster Seite in der Bearbeitung. Als erster erscheint vor der Oesfentlichkeit der von den Herren Dr Blaum, Oberbürgermeister in Hanau. Professor Dr. Riebesell. Direktor der öffentlichen Iugendfürsorge in Hamburg, und Ober- regierungsrat Dr. Storck in Lübeck verf aßte (Reichs-Iugendwohlfahrtsgesetz vom 9. Iuli 1922, herauLgegeben von Dr. Blaum, Dr. Riebesell und Dr Storck. Verlag von I Bensheimer, Mannheim. Berlin. Leipzig. 237 S). Die Verfasser sind sämtlich in der Iugendfürsorge bewährte Herren, die auch als Vertreter ihrer Länder an der Beratung des Gesetzes im Reichsrat beteiligt waren. Dr. Blaum war außerdem von Anfang an Mitglied jener Kommission und ist der Verfasser des Württembergischen Iugend- amts°GeseneS von 1919. Rur, wer ein solche ein- dringende Vertrautheit mit der C-ustehung des Gesetzes, das vielfach aus Kompromissen zwischen widerstreitenden Ansichten und Bestrebungen erwachsen ist, besitzt, ist zu einer solchen Arbeit berufen. Rach einer trefflichen Einleitung, in bei Dr. Blaum einen UeberbticE über Wesen und Aufgaben und bisherige Entwicklung der Iugendfürsorge sowie über den verwickelten Werdegang des Gesetzes gibt, folgt der ausführliche Kommentar. in dem unter dem Text Sah für Sah be-s sprvchen wird. Da jedem der fünf Abschnitte noch eine besondere einführende Einleitung vorangeschickt ist, in der auch auf die einschlägige Literatur verwiesen wird, so wird wohl kaum eine schwierige Frage unerörtert geblieben sein. Besonders wertvoll werden den Praktikern wohl die im Anhang beigefügte Mustersahung für ein Ingendamt, und vor allem auch die zahlreiche^, sämtlich aus der Praxis erwachsenen Formulare sein Alles in allem kann das in handlicher Aus- gäbe sehr nett ausgestattete Werk nur allen, die eine Ausgabe in der öffentlichen Iugendfürsorge übernehmen, als ein sehr brauchbares Hilfsmittel empfohlen werden. «•"Zahnpasta selbst zubereiten!'Wl Zahnpasten bestehen aus einer Pulvermischunff, welche mit Glyzerin vermischt ist. Dieses entbehrliche Glyzerin und die Metall tube verteuern die Pasta ungemein. Wenn Sie die nasse Zahnbürste in Dr. Bahr’* Zahnpulver „No. 23 eintauchen, so bereiten Sie sich selbst frische aromatische Zahnpasta, welche die Zähne blendend weiß erhält und nur >/« *o teuer ist Man verlange ausdrücklich: „Xr. 28“, Kreuz-Drog., Bahnhofstr. 57, Germania-Drog. S\ibel. 24.)jD and lauter geworben, za laut. Wieder ertönte die Glocke des Präsidenten. Der Angellagte erhob sich, der Richter setzte sich das Barett auf. Atemlose Stille. Hans Bast Rikolai war zum Tode verurteilt worden.---- Ob der auch so ruhig und anbewegt helle bei seiner Hinrichtung fein würde wie gestern und und all die Tage bei der Verhandlung? Das fragte sich heute ganz Koblenz. Der stumme Mann, dieser Mensch wie ein Rätsel, hatte die Reugier erregt Durch die Gefangnismaaern sickerte nichts, aber die Verteidiger, die den zum Tode Verurteilten in aller Frühe, eine Stande vor der Hinrichtung noch besuchten, wußten, daß er die Rächt ganz leidlich verbracht hatte. Er beklagte sich nur, daß die Eisen, die man ihm. wie es üblich war, in der letzten Rächt um die Füße geschlossen hatte und am den Hals, ihm unbequem gewesen wären. Sie hatten gedrückt, und er hatte auch nicht gut gelegen deshalb. Aber wahrhaft ärgerlich war es ihm, daß sein poi^ellanener Pfeifenkopf, aus dem der Tabak so besonders gut schmeckte, za Boden gefallen ind zerbrochen war. Diesen Pfeisenkopf beflagte er laut und weniger wortkarg, als man's sonst an ihm gewohnt war. Er beschrieb ihn ganz ausführlich mit all seinen Vorzügen. Der junge Advokat erinnerte sich, eine ähnliche Pfeife zu besitzen, gefällig eilte er nach Hause in die Löhrstraße und holte sie. Er schenkte sie dem Verurteilten und ein Paket Tabak dazu. Hans Bast bedankte sich sehr erfreut, er drückte dem jungen Herrn mehrmals die Hand: „Merci, merci!“ Es stieg wie lebendige Röte dabei in sein Marmorgesicht und seine kalte Stimme wurde herzlicher, wärmer. Run wußte man docy, dieser verstockte Verbrecher, dieser Block von Stein, war auch ein Mensch. (Schluß folgt.) zösischen Oftizier umgebracht, den armen Handelsmann und den Besitzer der Mühle natürlich auch, ilnb Gott weiß wen noch! Gerüchte flogen durch die Stadt, grausige Geschichten; die Kinder fürchteten sich, abends zu Bett zu gehen. Auf der Galerie im großen Dallsaal wisperte es, tuschelte, raunte, aufgeregte Menschen steckten die Köpfe zusammen: Hatte man je so etwas gehört, war's möglich, zehn Menschen hatte der totgemacht? Seine eigenen drei Frauen umgebracht und noch seine Tochter dazu. Der reine Blaubart! Sein Dari war nicht umsonst, wie bei jenem im Märchen, so blauschwarz und unheimlich gewesen. Unb gelb das Gesicht, die Augen wie Kohlen. Ein Mensch, wie ein böser Geist, wie ein dunkles Rätsel. Warum gestand der Mann nicht? Des Mordes an dem Franzosen war er doch glatt überfuhrt, aber er gab ihn noch immer nicht zu. „Rein, nein,“ und sonst kein Wort. Der Verteidiger des Angellag ten, ein aller berühmter Advokat und ein junger, der dadurch berühmt zu werden hoffte, machten viele Worte, sie redeten stundenlang, gewandt uni) glänzend. Die Augen halb? e schlossen saß der Angeklagte da — hörte er zu? Man wußte das nicht: es sah aus, als ginge ihn alles nichts an. Rur als der Präsident ihn fragte: „Wie kommt das denn, daß Sein Haus der Sammelplatz aller Halunken gewesen ist?" sagte er schlagfertig: „Rll alle sind bei mir eingekehrt. Euch, Citoyen College, hab' ich nie drin gesehn." Eine unerhörte Frechheit roar das! Ein heimliches Lachen ging durchs Publik am: aber es uxiren auch viele entrüstet. Der Angeklagte hatte die Augen groß aufgemacht und den Kopf nach dem Präsidenten gedreht. Der gebot Ruhe. Das heimliche Lachen a>ar ein lautes geworden, dazwischen Zischen und Ausrufe: „cklnverschänlll" „An den Galgen mit dem Kerl!“ „Die Guillotine ist noch zu gut für den!“ Es war eine große ilnrube. Der Vorsitzende selber hatte die Ruhe verloren, er wurde nervös: Wenn das Publikum sich nicht still verhielt, mußte er den Saal räumen lassen! Fünf Tage hatte die Verhandlung gedauert. Sie war eine OuaL Die Hochsommer Hitze war unerträglich, die Luft im überfüllten Saal von vielen schwitzenden Menschen verbraucht. Der Präsident und die Beisitzer, die Advokaten und die Geschworenen hatten hochrote Köpfe, Damen fielen in Ohnmacht. Rur dem Angeklagten schien es nicht zuviel zu fein. Man hatte die großen, bis zum Boden reichenden Fenster des Saals, dem Rhein zu, geöffnet Erne falle Sommersonne goß herein. Hans Bast wandte sich ganz nach dem Fenster hin, eine Welle von Luft flutete ihm über die Stirn, er erschauerte leicht. Eben hatten ihn die Geschworenen des Mordes an Mangel freigesprochen. 2fach die Schuldftage am Tode des Müllers verneinten sie jetzt Ein Murmeln ging durch den ©aal, ein erstauntes: „Ach?" ilnb es schwoll an, schwoll immer mehr an, wurde zum Brausen. Der Präsident rührte die Glocke, einmal, zweimal, dreimal: „Ruhe!" Menschen waren aufgesprungen, standen auf den Zehen, machten dir Hälse lang, hingen mit halbem Leib über die Brüstung der Galerie: Herr Gott, sie würden ihn doch nicht auch des Mordes an dem Franzosen freisprechen?! Hans Bast sah noch immer zum Fenster hinaus: Ah, die Sonne, die satte, und der spiegelnde Rhein, und der Ehrenbreitstein, der stolze Felsen jenserr? des Sttomes! Er trank das goldene Bild mit seinen Augen. Run die dritte Anklage! Der Sprach der Geschworenen lautete auf schuldig. Wieder Brausen im Raum. Deistimmendes Flüstern war lauter nr. s\ Zweites Blatt AM , W (Rachdruck verboten.) 92. Fortsetzung. sen- ioit SB* i-, Stillt Mn #ert krath Streiflichter auf die städtische Finanzpolitik. III. (Schluß)'). Starke Passivposten der städtischen Detriebs- rechnung stellen die Straßenunterhaltung und die S trabenrein igung ifar. Für die Strahen- unterhaltung ist nach dem Rechnungsstand vom 1. Dezember v. I eine jährliche Zubuße von rund 133/< Millionen Mart zu leisten. So schwer diese Last auch ist, man wird sich mit iHv doch abfmden müssen, denn Möglichkeiten zur fühlbaren Herabminderung des Zuschusses sind nicht vorhanden, zum andern aber wollen wir doch nicht auf den guten Zustand unserer Straßm verzichten. Anders liegen die Verhältnisse bei der Strahenreinigung. für die man am 1. Dezember v. I- den jährlichen Zuschuß auf rund 17^2 Millionen Mark berechnet hatte: mittlerweile simd jedoch neben gesteigerten Sachkosten auch neue Lohnerhöhungen eingetreten, so daß wir am Ende des Rechnungsjahres wohl von der zwanzigsten Zuschuhmillion nicht allzu weit entfernt gewesen fein werden. Auf Vorschlag der Stadtverwaltung ist zwar schon vor einiger Zeit eine neue Gebührenordnung mit wesentlich höheren Sätzen durch Beschluß der Stadtverordneten- Dersammlung angenommen worden, bis jetzt konnte diese Ordnung aber nicht in Kraft gesetzt werden, da sich Widerstände in Gestalt eines Einspruchs von Hausbesiherseite geltend machten. Die Einspruchserheber beanstanden vor allem den Derteilungsplan der Gebühren und daneben noch einige Punkte, über die man wohl nicht allzu schwer sich verständigen könnte. Hoffentlich gelingt es, über den Hauptstreitpunkt recht bald einen Ausgleich zu erzielen, damit die neue Ordnung im Interesfe der städtischen Finanzen in möglichst kurzer Zeit in Kraft gesetzt werden kann. Wenn man sich vergegenwärtigt, daß gerade in der heutigen schweren Zeit die kommunalen Finanzen die größtmöglichste Fürsorge aller Bürger erfordern, wenn nicht das Gemeinwesen in noch größere Qlot geraten fall, so kann eine Verständigung nicht allzu schwer werden. Sehr erhebliche Aufwendungen sind für die öffentlichen Anlagen vorgesehen. Am 1. Dezember rechnete man dafür einen Zuschuß von rund 2 850 000 Mk. Es ist erfreulich, daß man in dieser Rotzeit dem gärtnerischen Schmuck unserer Stadt so liebeoolle Sorgfalt widmet, jeder Bürger sollte aber auch dafür forgen, daß diese Arbeit und Geldaus Wendung gebührend gewürdigt wird. Die Bewahrung der Anlagen vor Beschädigungen ode. gar Zerstörungen sollte jeder Mitbürger als seine ureigenste Angelegenheit ansehem. Ernstliche Beachtung wird man auch einmal dem Titel Feuerlöschanstalten zuwenden müssen. Rach dem Stande vom 1. Dezember waren hierfür rund 2 600 000 Mk. zuzusch eßen. Mittlerweile wird jedoch der Marsch nach oben recht kräftige Fortschrttte gemacht haben. Es wäre doch mal zu prüfen, ob man nicht durch eine ander«; Organisation unseres Feuersicherheilldienstes den Vorteil, den wir heute besitzen, wesentlich billiger sicherstellen kann. An Beispielen nach dieser Richtung hin fehlt es in den benachbarten Städten ja nicht. Der Zwang zum Sparen erfordert daß man auch bei dieser städtischen Einrichtung auf die weitestgehende Beschränkung der Ausgaben sinnt, wobei es natürlich ganz selbstverständlich ist, dah dadurch der Feuersicherheitsdienst nicht im geringsten beeinträchtigt werden darf. Für die Wohlfahrtspflege hat die Stadt nach der Dezemberberechnung rund 25V3 Millionen Mark, nach dem heutigen Stand der Dinge aber sicherlich noch viel mehr aufzuwenden. Das Reich und der Staat beteiligen sich natürlich in recht florier Weise an den Kosten der sozialen Fürsorgearbeit, aber der obengenannte Betrag bleibt doch allein zu Lasten der Stadt stehen. Es wäre zu prüfen, ob bei dieser Kostenrechnung nicht auch eine Besserung zugunsten der städtischen Finanzen möglich tixire. Wir denken natürlich durchaus nicht an eine Beschränkung der Wohlfahrtsausgaben, im Gegenteil sind wir der Ausfassung, daß hier in Zukunft sicherlich noch mehr als bisher zu tun sein wird. Aber wir meinen, es sollte doch, genau so wie wir es hinsichtlich der Schullosten Vorschlägen, auch mal versucht wer- *) Teil I in Rr. 69, Teil II in Rr. 76. UM» -zramn MB........I »»■■■■I MHI I— Unter dem ßrelhettsbmim Roman von Clara Viebik- Guter Privat mittagstisch aeluckt. Tkbr. Slnft mit BrelSamabe w 0$06jmbJ?L^ rr>-vlDieWgliedek meiden gebeten, ibn Eintrittskarte^ hic am Mittag, 9 Avril, stativnd- Srocktellungm^ b (lbnlller ab»» ölen. Bon« rang. ML einer ser sucht- 02299 izetL Das war eine Spannung unter dem mächtigen Tonnengewölbe des Dallsaals! So sehr hatte vormals selbst das Herz eines verliebten Fräuleins dem erwählten Iunker, der sie zum Tanz führen sollte, nicht entgegengellopft, wie das Her-z der Menge jetzt klopfte. War das em verstockter Sünder! Kemer war je abgeurteilt worden, der so dreist, so falt die Geschworenen ins Auge gefaßt hätte. Jeden einzelnen von ihnen besah er sich ganz genau, nicht gerade frech, aber doch so, als wolle er begutachten: Bist du auch fähig, mir recht das Urteil zu sprechen c Schon so ein alter Mann! Sein Haar war weih, und vor kurzem sollte fein Bart doch noch pechschwarz gewesen sein. Ieht waren' nur bie Augen schwarz. Es graufte die Frauen: schwarz wie die Rächt, älnd wieviel Schrecrliches hatten die schon gesehen! Plut, Blut. Da war der Iohannes Dücller, der zu Mainz mit seiner Bande des Endurteils harrte, doch einer, den man bedauern konnte. Wie gut geartet war der! Leute die es genau wußten, erzählt^, daß er ganz Heller sei. well er noch irnm^ hoffte, be= Äigt zu werden. Er hatte ia auch offen ohne Rückhalt bekannt, von Nch und seiner Bande wahrhellsgemäß alles ausgesagt. Run durfte er ab und zu seinen Knaben sehen, man brachte ihm den ins Gefängnis. Er spielte mit semem Hanres- chen „Kuckuck". Ach, ein liebevoller afater! Alle Frauen waren gerührt, wenn sie sich dieses Bild aU$ Wie anders war der hier! Roch elje dfa Anklagen verlesen wurden, sprach der Zuschauerraum ihn schon „schuldig": Er hatte den ftaw $nu' sichere uidere Ä w)>ilt NM2anM Schw. Rindbox-Herrenstiefel, vorz. Fabrikat Mk. 30000 • von 30000 Damen-Abteilung s Mk. 20000 Massen-Schuhverkauf Emanuel & Co., Gieöen, Seltersweg 31 40000 30000 25 000 35 000 Damenstiefel, gute Qualität Rindboxdamenstiefel . • , 8 6-i 30000 42 000 an 30000 30000 20000 an Frauenhalbsohuhe ...... Gute Qualität . e Frauenhalbschuhe, la Rahmenware Damenriemenhalbschuhe .... Schw. Herrenstiefel, la Qualität .... Schw. Herrenhalbschuhe, spitz und rund la Boxkalf und Rindbox Rindlederarbeitsstiefel ....... Unser Preisabbau geht weiter trotz der festen Haltung am Schuhmarkt Braune Herrenstiefel . . . la braune Herrenstiefel . . i# - v t 3 = v r -L ä : u C «5 Fahllederherrenstiefel, la Qualität. . 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