Nr. 5 Erscheint täglich, trauer Sonn» und Feierloys, mit derSamstagsbeilage: GiehenerFamilienblätter Monatliche Sezuyrpreise: 760 Mark und 40 Mark Trügerlohn, durch diePost LOOMark.auch bei Nicht- erscheinen einzelner Num. mern infolge höherer Gewalt. - Fernsprech. Anschlüsse: für dieSchrist» Ititung 112; für Verlag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach. richten: Anzeiger Eiehen. Postscheä'lonlo: Zfranlsurl a. M. 11686. 173. Jahrgang Donnerstag, 4. Januar 1923 GietzenerAWiger General-Anzeiger für Oberhessen vrnck und Verlag: vrühl'sche UniverfitSt§-Vuch- und Ztelndruüerei R. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tayesnummer bis zum Vachmiltag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe ihr Anzeigen,, 27 mm'Breite örtlich 20 Mk, auswärts 25 Mk.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite 100 MK.Bei Platz. Vorschrift 20 "/„ Aufschlag. Hauptschriftleiter: Äug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goeg, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: Hans Leck, sämtlich in Drehen. »________.....1 Der englische Reparationsplan vor Form von 3. Deutschland günstige Bedingungen für die frühzeitige Vorauseinlösung --- ----- - — - Die dem Ende der vierjährigen Anfangs- Pa r i S. 3. Ian. (WTB.) Der englische Reparationsplan, der eine vollkommene und endgültige Regelung der Reparationen und der europäischen interalliierten Schulden darstellen soll, besagt: Die auf Grund des FriÄ>ensvertrages eingegangenen deutschen Verpflichtungen werden für vier Jahre annulliert, abgesehen von gewissen Sachleistungen, an deren Stelle Kredit gegen künftige Zahlungen gegeben 'verden soll. Es werden festgesetzt: Zwei Milliarden Goldmark (100 Millionen Pfund) jährlich für die nächsten vier Jahre; zweieinhalb Milliarden Goldmark (125 Millionen Pfund) jährlich für die folgenden zwei Jahre; nach zehn Jahren dreieindrittel Milliarden Goldmarl (166 Millionen Pfund) oder eine kleinere Summe (nicht weniger als 2’/? Milliarden), wie sie von einem unparteiischen Tribunal festgesetzt wird. Falls die überwachende Behörde, über die weiter u iten Be- stimmu igen getroffen werden, sich einstimmig dafür entscheidet, dah der Stand der deutschen Finanzen Periode ein solcher ist, dah Barzahlungen für Reparationszwecke geleistet werden können, wird dieses Tribunal Vollmacht haben, den Beginn dec Jahreszahlungen von zwei Milliarden um eine Periode vorzudatieren, die zwei Jahre übersteigt, wenn sie dies für angezeigt findet, und hinsichtlich der weiteren Zahlungen angemessene Regelungen zu treffen, wvbestjedoch sicher- gestellt werden muh, dah die G e s a m t v e r - pflichlung nicht erhöht wird. Die Obligationen sollen die Form fünfprv^entiger Bans drben, einlösbar auf Abruf durch die deutsche Regierung, die ratenweise unter milden Bedingungen im Laufe von 32 Jahren getilgt werden. Die Bons sind in zwei Serien eingeteilt: Serie i stellt die festgesetzte Schuld dar bis zu 2VrMilliarden jährlich. Seriell die zusätzlichen Zahlungen, die über die 2'/2 Milliardem hinausgehen und mit dem 11. Jahre beginnen. Ein Tilgungsfonds ist nicht vorgesehen, die Einlösung aber besonders in den ersten Jahren zu so liberalen Bedingungen statthaft, dah die Ersparnis an der jährlichen Verzinsung der eingelösten Bons, wenn der deutsche Kredit wiederhergestellt ist, ausreichen würde, um die Verzinsung . ,..u Tilgung für die von Deutschland zu Em- ' lösungszwecken aus dem Weltmarkt angenommenen Anleihen zu decken. Diese Vereinbarung gibt Deutschland einen starken Antrieb, derartige Anleihen sobald wie möglich aufzunehmen, da es dadurch eine ständige in eine ziemlich begrenzte Verpflichtung um- wandeln würde ohne Vermehrung der jährlichen Belastung. Ferner würde dadurch eine normale ausländische Schuld an Private an Stelle der bisherigen Schuld an die auswärtigen Regierungen treten. Die im Plane vorgesehenen Bons sollen nicht öffentlich ausgegeben oder auf den Maickl gebracht werden, sondern lediglich zur Verrechnung dienen. Die Mobilisierung der deutschen Reparationsschuld hätte durch von Deutschland aufzunehmende Anleihen, deren Betrag zur Einlösung der Originalbons dienen würde, zu erfolgen. Um Deutschland eine wirkliche Gelegenheit zu geben, sein Budgetgleichgewicht wwoer- herzustelwn und die Mark zu stabilisieren, tft es durchaus notwendig, dah es während der Periode vollständig von der Zahlung in fremden Währungen befreit wird und dah die S a ch l i e f e r u n g e n (ausgenommen, soweit die empfangenden Länder bereit wären, für sie in bar zu gaf/en) auf ein Minimum herabgesetzt werde i. Indessen würde es notwendig fern, dah d:e Lieferungen auf Reparallonslonto v-on Koks an Frankreich von Ko-len .-in Italien und wahrscheinlich auch von Farbstoffen seslgeseht werden, allerdings tn ermäßigtem Umfange, selbst wägend dieser ersten Periode Die genaue i Mengen könnten nur durch Verhandlungen festge etzt tverden. Falls der Plan sich erfolgreich erweist, ist es indessen hochst- won der deutschen Regierung im letzten Rovember befragten Sachverständigen ent- haltcueii Empfehlungen und das Dudce.gleich- aewicht wiederh rzusteslen innerhalb einer vor-- zuschreibenden Frist (etwa 6 Monate für die Stabilisierung und 2 3a'fyre für die Dudget- reform). 2. eine solche finanzielle Heber- wachung anzunehmen, wie sie von den alliierten Mächten als notwendig erachtet werden wird, um die pünktliche Durchführung seiner Reformen zu sichern (siehe auch b). 3. Falls Deutschland die überwachende Autorität nicht darüber befriedigt, dah eL die Bedingungen einhalten wird oder seine jetzt revidierten Verpflichtungen nicht erfüllt, hätte es sich auf ten Bericht dec überwachenden Autorität von einer solchen Verfehlung hin irgendwelchen Mahnahmen zu unterwerfen, die von den alliierten Machten einstimmig für notwendig erachtet wuroen und Die eine gewaltsame Erfassang v o n deutschen Einnahmen und Beständen und die militärische Besetzung deutschen Gebietes auherhalb der bestehenden Be- satzungszone umfassen. Unter der Voraussetzung, dah der obige Reparationsplan angenommen wird, werden die folgenden Vorschläge zur Regelung dec Fragen der interalliierten Schulden gemacht, und als Vorschläge für die Ergreifung von Pfä n- dern und die Anwendung von Sanktionen (auher den in dem obigen Plan vorgesehenen) werden bezeichnet: 1. Die jetzt von Grohdrlhannien als Sicherheit für die interalliierten Schulden gehaltenen Golddepots sotten für die Herabsetzung seiner Schulden verwandt werden. 2. Die erste Serie deutscher Bons, die Frankreich im Hinblick aus die belgische Kriegsschuld erhält, und die l1/» Milliarden der ersten Reihe von Bons, die Italien im Hinblick auf seinen Reparationsanteil erhalt, soll an Groh- b r i t a n n i e n überschrieben werden. 3. Der Rest dec Rettoschulden unter den europäischen Alliierten für Vorschüsse zur Fortführung der Kriegführung ist gänzlich abzuschreiben. (Dabei wird nicht berührt dec Sla us- quo bezüglich dec interalliierten Rachkriegs- schulden.) Alle Gegenforderungen werden aufgegeben unter der Bedingung, dah die Schuldner ihre Ansprüche an die Bons der zweiten Serie an einen Pool übertragen zur Verteilung an diejenigen Mächte, die an die Vereinigten Staaten von Amerika verschuldet sind, und zwar im Verhältnis ihrer amecii'amschen Schuld. Die leitenden Grund'fähe des Planes sind: 1. Ein Mindestmah dec deutschen Verpflichtungen fest zusehen innerhalb der jüngsten Berechnung der deutschen Leistungsfähigkeit durch die Sachverständigen, sowie eine Zusahverpflichtung, die zunächst nicht ungebührlich belastend ist, die aber von einem unparteiischen Tribunal noch herabgesetzt oder gestrichen werden kann, wenn sie sich in Zukunst als übermäßig erweisen sollte. 2. An die Stelle der zur Zeit festgestellten Schuld der europäischen Alliierten an Groh- britairnien eine Regelung zu sehen, wonach mit Ausnahme eines kleinen Prozentsatzes, dec die Form einer Anweisung auf die deutsche Produktion erhalten könnte, alles nachgelassen würde, wobei jedoch die über das festgesetzte Mindestmah hinausgehenden deutschen Zahlungen allgemein zur Abdeckung b c< cu'^o-- päischen Schuld an Amerika verwendet werden könnte. der jährlichen Zahlungen zu gewähren. — erste deutsche Schuld erhält die Form 5 0 Milliarde n 32jährige r Goldmarkbons. die während der ersten vier Jahre nicht verzinst werden. Während dec nächsten vier Jahre beträgt der Zinssuh vier, nachher fünf Prozent. Ein Tilgungsfonds ist nicht vorgesehen, aber die Dons können unter Bedingungen eingelost werden, die, wenn der deutsche Kredit sich erholt, es ermöglichen, dah die Zinsen und die Tilgung für die Anleihe, die zur Einlösung erforderlich sind, aus den Ersparnissen an den Zinsen für die Bons gedeckt werden können. Deutschland hat dadurch einen doppelten Anreiz, sich von der Oessentlichkeit zur Einlösung der Originalbons Geld za beschaffen. (Diese sind nicht aur Ausgabe an das Publikum bestimmt, sondern dienen lediglich als Sicherheit für die jährlichen Zahlangen und als Beleg für Verrechnungszwecke.) Die Vorzüge des Planes sind, dah seine Annahme die Wiederherstellung des deutschen Kredits ermöglichen und zur Gewinnung von sehr erheblichen Säumen zu Repa- rationszwecken führen würde, während das Verharren bei ejner Politik, die unmögliche Ansprüche mit Gewalt durchzusehen sucht, schliehlich mit der allgemeinen Zerstörung des.Kredits enden würde. Der gegenwärtige Wert der ersten Schuld im Sinne dieses Planes kann infolge der verschiedenen Einlösungsmöglichkeiten nicht genau geschätzt werden. Führt die Annahme des Planes zu einer raschen Wiederbelebung des deutschen Kredits, und wird Deutschland fähig, durch die Aufnahme von Anleihen den Gesamtbetrag dec festgesetzten Iahreszahlungen in den ersten paar Jahren abzuzahlen, so würde der gegenwärtige Wert nicht m e h r a l s 3 0 M i l l i a c d e n betragen und könnte möglicherweise niedriger sein. Aber wenn das geschehen sollte, würden die Alliierten tatsächlich diese 30 Milliarden erhalten haben und Deutschland wäre zweifellos in einer Lage, die zweite Serie der Dons zu bezahlen, wenn diese nach zehn Jahren geschaffen werden, und diese Serie ebenfalls sehr schnell einlosen. In diesem Fall hätten diese Bons der zweiten Serie einen Gegenwartswert von mindestens 7,4 Milliarden unter Zugrundelegung einer Verzinsung von 61/. Prozent, so dah unter dieser Voraussetzung Die ganze Schuld mit eine n Gegenwarts- nert von über 37 Milliarden in 12 oder 15 Jahren hauptsächlich in den ersten 10 Jahren be- alichrn werden könnte. Bei der ungünstigen Annahme das' keine deutschen Anleihen zustande kommen, weder jetzt noch in der Zukunstz dah die Dons der zweiten Serie gänzlich gestrichen crerden müssen und dah Deutschland lediglich die Zinsen der ersten Serie bezMt, und zwar als eine dauernde Annuität, die in vier Jahren mit 2 Milliarden beginnt und sich nach axnte-en vier Jahren auf 2^2 Milliarden ftei-ert, betragt der Gegenwartswert un e. Zugrundelegung einer fünfprozentigen Verzinsung 391/2 Milliarden. Die Deutschland aufgelegte Last, die sich ermäßigen würde, wenn eZ die Einlosung^anleipe zu günstigen Bedingungen auf nimmt, deckt fast alle finanziellen Verpflichtungen aus dem Friedensvertrag. 1. Bestehende deutsche Schatzbons der Serien A, B, C sind zu streichen und die Summe der Iahreszahlungen ist zu reduzieren auf die Beträge, die Jahr für Jahr nötig sind, um für die Zinsen vorzusorgen, die für die neuen Dons fällig sind, die nach § 2 ausgegeben werden sollen. 2. Deutschland gibt für die Reparationskommission neue Bons ans, die in zwei Serien zerfallen: a) die erste Serie der Bons tn Höhe von 50 Milliarden Goldmark ist sofort auszugeben, und zwar rückzahlbar zu pari am 31. Dezember 1954. Sie sollen Zinsen von 5 Prozent jährlich bringen, die halbjährlich zu zahlen sind. Die Zinszahlungen sind ganz zu stunden für die ersten 4 Jahre (bis zun 1. Januar 1927), und bis zum Betrag von 1 Prozent jährlich für die nächsten 4 Jahre (bis zum 1. Januar 1931); b) die zweite Serie Dons zu n Betrage von 17.31 Milliarden Goldmark (d. h. den Betrag ter gesuid tm 5 Prez nt Zinsen drr BrmZ der ersten Serie dis zum 1. April 1923) oder zu einem solchen niedrigen Betrag, wie ihn das Schiede gecicht bestimmen mag, das in § 3 vorgesehen ist. ist auszugeben am 1. April 1933, rückzahlbar zu pari am 31. März 1965. Die Dons sollen halb- jährlich zahlbar und 5 Prozent Zinsen auf das Jahr bringen. Kann zu irgendeiner Zeit Vocodern 1. Januar 1927 die überwachende Behörde, die in § 11 vorgesehen ist, einstimmig entscheiden, dah die Gage der deutschen Finanzen eine solche ist, dah Barzahlungen für Reparationen begonnen werden können, so sott D.utsch- land in bar solche Su nmen bezahlen, wie jic die überwachende Behörde vocgefchrieben hat. und zwar in jedem dec Kalenderjahre 1925 und 1926, aber nicht über 2 Milliarden Goldmact für jedes Jahr. Poincare im Kampf mit den C'mzländern. Paris, 3. Jan. (WTD.) Die heutige Sitzung der Konferenz, die um 3.15 ilbr begonnen hatte, wurde um 5.15 Uhr unterbrochen, um den Delegierten, der Alliierten Gelegenheit zu geben, den Tee. einzunehmen. Der erste Teil dec Sitzung war ausschliehlich mit einer eingehenden Kritik Poincares am britischen Plane ausgefüllt. Poincare über den englischen Vorschlag. Paris, 3. Jan. (WB.) Poincare besprach im Verlaufe dec Rachmittagssitzung die Frage des Moratoriums. Er gab zu, dah der fremde Finanzrat die Stabilisierung dec Mack innerhalb 6 Monaten durchführen solle. Ader keine Garantie, fein Pfand gestatteten es, anzunehmen, dah Deutschland nach dem Moratorium bezahlen werde. Außerdem ginge die Machtbefugnis des Finanzrates Ende 1928 zu Ende unb könnte nur durch einmütigen Beschluß der alliierten Degierun- gen erneuert werden. Das britische Prograinm erscheine aber noch gefährlicher, wenn man die 6i> leichterungen in Betracht ziehe, mit denen Deutschland sich sehr rasch von seiner Schuld befreien könne. Augenblicklich habe Deutschland feine ä"hsre Schuld.' Infolge Dc:- Zusammenbr 'ches der Mark habe es auch seine innere Schuld so herab - gemindert, dah sie nur einige Milliarden Gold- mack betrage. Beim nächsten Marksturz werde sie auf dem Rullpunkt anlangen. In einigen Jahren werde also Deutschland das einzige Land Europas fein, dah keine innere Schuld habe. Mit seiner wachsenden Bevölkerung. seiner intakten Industrie, mit feinen grohen Bodenreichtümern an Kohle, Holz und Kali werde es gegenüber einem Frankreich, dessen Bevölkerung halb so stark sei, die HerrschaftEuropasa.r sich reihen, während Frankreich die ungeheure Last des Wie e aufbaues zu tragen habe. Die deutsche Vorherrschaft in Europa, die der Krieg zerstört habe, würde also auf diese Weise von den Alliierten wieder aufgerichtet und befestigt. Poincare kritisiert alsdann dir finanziellen Vorschläge des englischen Planes. „Entweder — oder!" Paris, 3. Jan. (WTD.) Am Schlüsse des heute vormittag abgehaltenen Ministerrats hat Poincare den Journalisten auf Befragen erklärt: Zu Beginn der Dormittagsfitzung werde ich erflären, dah ich keinerlei Diskussion auf der Grundlage des englischen Entwurfes zulassen kann. Auherdem werde ich mich weigern, den französischen Plan durch eine Debatte über die Einzelheiten zerpflücken zu lassen. Es gibt nur zweierlei: Entweder es wird für das' französische Projekt gestimmt, wie es ist, weil es ein absolutc.'Z Minimum darstellt, oder aber, es wird die Un° einigfeit festgestellt. Paris, 3. Ian. (WTB.) Der diplomatische Mitarbeiter der Havasagentur ist in der Sage, über die Kritik Poincares am britischen Plan folgendes mitzuteilen: Das von der englischen Regierung unter dem Titel „Plan einer allgemeinen Regelung der Reparationen und der interalliierten Schulden" überreichte Dokument sei in seiner Gesamtheit eine Abänderung des Friedensvertrags. Es umschließe auherdem eine Anzahl von Bestimmungen, durch die die entsprechenden Vorschriften des Versailler Vertrages zerstört würden. Poincare sprach zuerst von der Abänderung des Londoner Zahlungsplanes. Die deutsche Regierung habe verlangt, dah ihre L-chuld endgültig festgesetzt werde. Die Reparationskommis- sivn allein habe zu bestimmen, wann und unter welchen Bedingungen die Schatzbons der Serie st. ausgegeben werden sollen. Der englische Vor- schlag gebe dem deutschen Verlangen keine Befriedigung, denn hiernach setze sich die deutsche Schuld aus zwei Teilen, einem festen und einem veränderlichen, zusammen. Die Abänderung könne nach zehn Jahren beginnen. Der zweite -teil Der Schuld könne durch ein Schiedsgericht, das die deutsche Regierung verlange, vollkommen beseitigt werden. Also nicht die Alliierten hätten zu entscheiden, ob die deutsche Schuld herabgesetzt werden kann. Auch die Reparationskommistion werde ihrer Rechte entkleidet. Wenn sie weiter bestehe, werde sie nur ein einfaches Tribunal fein. Die ilebertr>aig?rinach e um 20 Prozent verkürzen könnten. Was di? Ve t ags- bestimmu igen über die Sachtteierungen anlange, so fei im britischen Plane nicht nui~ kein? Rede mehr von den aus den Anhängen 3, 4 und 5 ,;u Teil VIII des Vertrages erwarteten Leitungen, sondern es werde auf) in keiner Weise mehr auf die Verpflichtung Deutschlands angespielt, mit Vorrang vor jeder anderen Lieferung die als Ersah für die Förderung aus den zerstörten Bergwerken bestimmte KoUe zu liefern. Poincare rühmt sch'iehlich als vertragswidrig, dah der englisch? Entwurf Verband' langen mit dec deutschen Regierung über Die Raturallieferungs menge vorsieht Auherdem bestehe die Gefahr, dah gerade in der Zeit, in der Frankreich am notwendigsten der deutschen Sachlieferungen bedürfe, das heisst mäh- 1 Ctt vier Ickffre des Moraioriums, i'ufc" dro deutschen Sachlieferungen, bie_ als vorweg genommene Zahlungen gelten würden, auf Grund des vor geschlagenen Diskontsatzes das Doppelte ihres Wertes zu bezahlen sei. Poincacä schlos': Sämtliche Bestimmungen des englischen Planes liecn also ausgesprochen dem Friedensvertrag zuwider. Dieser stelle aber eines jener Dokumente dar, die man im internationalen Recht ewige Verträge nenne und die nicht abgeändert werter könnten. Er sei von Den Kanzleien sämtlicher Signatarmäch e feierlich registriert Worte 1, das französische Parlament habe ihn ratifiziert. Der Tertrag von Versailles habe alle Weihen eines feierlichen internationalen Aktes und Damit Den Wert erlangt, Der sich mit dieser Bezeichnung verbinde. Er sei für Frank eich ein inneres Staatsgesetz geworden. Im Vertrag von Versailles könnten Veränterungen nur in Der gleichen Form Dorgenommen werden, d. h. durch Di; regst«nerie und von bei Parlamenten ratifizierte Unterschrift sämtlicher Signatarstaa c:r Richt aber könne Frankreich sich darauf ein- lassen, auch nur eine Zeile an diesem internationalen Instrument zu ändern. * Paris, 4. Jan. (WTB.) Heber die gestrige Rachmittagssihung der Konferenz berichtet Haras noch folgende Einzelheiten: Rach Der Rede Poincares erklärte Thermis, das englische Memorandum habe die Belgier ebenso enttäuscht wie die Franzosen. Es beweise, dah ein unüberbrückbarer Abgrund Den britischen und den französisch-belgischen Standpunkt in der Reparationsfrage trenne. Theunis fügte hinzu, er bedauere, dah unter diesen Umständen Belgien nicht Die Rolle des Vermittlers zwischen den beiden grohen Staaten spielen könne, was ihm bei früheren Konferenzen gelungen sei. Der belgische Miaisterpräsi- Deut wies auch noch auf den fortgesetzt schlechten Witten Deutschlands hin, der sich feit Spaa immer mehr verstärkt habe. Er sprach auch von der Priorität Belgiens, dec durch den englischen Plan Aöbinich getan werde, und er erklärte schlieh- kich, Poincare habe alles gesagt, was über den englischen Plan zu sagen fei. Zum Schluh sprach er Den Wunsch aus, man möge sich einer p r 0 v 1 s 0 - r if eben Lösung anschliehen, aus der Die Erörterung der Frage der interalliierten Schulden ausgeschallet werde und die beispielsweise für ein 3abr das französische Moratoriumsprogramm mit Pfändern annehme. Hieraus begann der italienische Dele gierte Marquis della Toretta Den italienischen Standpunkt zu entwickeln, ersuchte aber schliehlich die Konferenz, ihm zu gestatten, sein Expose auf morgen zu verschieben, Da ihm noch gewisse technische Einzelheiten fehlten. Als letzter sprach Donar Law. Er huldigte Poincares auhervrdentliches Talent als Advokat und erkannte auch die ilcber- zeugung an, mit der Poincacö gegen die englische Theke gesprochen habe. Donar Law erklärte weiter -r fei nicht bereit, seinerseits die Einwendung gen Poincares zu widerlegen, das werde er moc* »en tun, jeDtxb wolle er sofort einige Änxel» Ragen auftlären. Cd habe er betspielswelle Den Teil seines Planes 3m ücfgezogen. Der Da« Ttedjt Del belgischrn Pttorilät Betreffe, aber er habe die Gesamtheit feiner Dispositionen, namentlich ober feinen IDlberftanb gegen Die Psandnahme au frech terhallen. Die britische Delegation werde übrigen- dec Konseren- eine eingehende □Tote a i - Antwort aus die Kritiken von Poincar< und Theunis überreichen. Der Havasbettchterstatter erklärt alsdann, der (OTIflemcbie Gindruck bleibe heute abrnd derselbe tote gestern. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen beiden Thesen seien grunblegenb und schienen ein Abkommen unwahrsch tnlich zu machen, jedoch lei es nicht unmöglich, daß der italienische Delegierte morgen ein Kompromiß einbrmgen werde, was auS Der Tatsache zu schliessen sei. bah Marquis della Toretta noch keine Stellung genommen und nach Schluss der Cihung sich zur Reparationskommission begeben haoe, um mit Saloago Raggi und d Arneglio zu tonferieren. Ss fei aber fehr u n wahrscheinlich dah ein Kompromiß zwischen so widerspruchsvollen Plänen zu stan bekomm en tonne. Allei ILahcschcinlichkeit nach werde morgen die Gn.scheibung getroffen Wmn e- dazu komme, dad die Alliierten ihre ilneinigfeit über die Mittel. Deutschland zum Zahlen zu bringen, festste len mühten, werde Frankreich gezwungen sein, allein zu handeln. Man könne jedoch annehmen, t>af) dieses augenblickliche gesonderte Dorgehen feine Dspamitheit dec Beziehungen zwischen beiden Leibern zur Folge haben werde, selbst wenn die b it sch Regierung sich offiziell Dagegen aus- sprechen werde. Vorkehrungen brr Engländer zur Abreise. Paris. 4 3an. (WTB ) Dach dem _Ma- 'ttn" wird In englischen Kreisen erklärt, dah die heutige DachmittagSsihung der Interalliierten Premierminister rein formeuer Art fein werde. Die englische Delegation soll bereit» Dorkeyrungen getrohen haben, um heute abend «ach London abzureisen. Amerikanische Vermittlung bei der Uebergabe des deutschen Friedensvorschlages. Paris. 3. 3art. (Wolfs.) Die Havasagentur teilt mit, P oinca rs habe die Äonferet» Der Alliierten von dem angeblichen Vorschlag zu einem Dichtangrisfabkvmmen verständigt, der von Deutschland in Wa,hing ton gemacht worden sein soll und auf den Tuno in feiner Reds am 31. Dezember angespielt habe. An der Tat Vabe ötaat»fefretär Hughes bei zwei Anlässen, am 18.7100. und 1. Dez., den französischen Botschafter 3uberaub Vissen lassen, das- er in der Lage sei. den Abschluß eines Tkrtrage» vorzu- fdVagen, in dem sich Frankreich. Deutschland, <5ng- lanb und Italien verpflichten sollten. 30 Jahre Tang keinen Krieg zu führen, foern die Angelegenheit nicht durch Dolksabstim- mung entschieden sei Pvincars habe Zusserand geantwortet, dah der vorgeschlagene 7)ertrag überflüssig sei. denn Frankreich sei schon durch den fto ।menen Ak! des Aichtangribsrvrtrac'.EZ im Tter- 1aIller Friedensvettraz,« gebunden, ein Umftanb, dex auch Deutschland vom Zeitpunkt seiner Zu- lafhum zum Dölkerbund zugute komme. Pvincars tabe dann Zusserand gebe en, Hughes von der in dem Vorschlag des deutschen Botschafters in Washington liegenden gefährlichen 73er- ft e I ( u n g in KennMis zu setzen. Paris. 3. Han (Tbolff.) Dach einer HavaS- tnefbung aus Tdashington teilt daS Staatsdepartement mit, dah der vorn Reichskanzler Cuno in seiner Rede am vergangenen Sonntag formulierte deutsche 73orsch'^g an der StaatS- fdietär Hughes der französischen Regierung offiziell nicht übermittelt worden lei. to.il eine vorherige französische Anfrage ergeben habe, bah Frankreich ihn nicht annehmen würde. Eine Entgegnung beS AeichsminifterS v. Rosenberg. Berlin, 3 Han. (WTB.) Der Relchsmlnister de» Auswärtigen Dr. v. Rosenberg äuherte sich auf die Erklärungen Poinca röS vor der Pariser Konferenz über den von der beutfeben Regleiüng vorgeschlagenen Friedensakt gegenüber Dem Berliner Vertreter der .Asfocialcü Preh" folgendermaßen: Die Rückfrage der französischen 'Regierung, weshalb Deutschland die Geltungsdauer des von ihm vvrgeschlagenen Rheinpaktes auf ein Menschenalter beschränkt, ist unS weder durch eine vermittelnde Macht, noch auf anderem Wege zugegangen Hätte die französische Regierung eine längere Geltungsdauer angeregt, so toäre dieser Anregung selbstverständlich gern entsprochen worben Für die ReichSregieruag. die die 15jährige Besetzung der Rheinlanbe adkösen wollte. tau es Darauf an, Frankreich für ein Mehrfache» Der vorgesehenen Besetzungsfrist Sicherheit und Beruhigung zu verschaffen Die üblichen 73er- unglhnpfungen jeder deutschen Akt wn als grobes Tauichur.gsmanöoer^ als eine Falle unb gefährliche Heuchelet sollen lediglich bemänteln, dah unser Vorschlag mit sachlichen Argumenten nicht bekämpft wurde und auch nicht bekämpft werden ko.ntte. Aus Stabt und Land. ® leben. Den 4 3anuar 1923. Die Teuerung. Die DeichSinbeffziffer für Die Lebenshaltungskosten (Grnähruna, Heizung, Beleuchtung, Wohnung und 75eklet- düng) ist nach Den Erhebungen Des Statistischen ReichSamlS im Durchschnitt des Monats Dezember auf das 68 506fache gegenüber dem 44 610fadxn im Monat Tlotxmbcr gestiegen. Die Gesamtkosten der Lebenshaltung betragen somit für Dezember das 685- fache der Vorkriegszeit. Gegenüber dem Vormonat beträgt die Steigerung 53,6 v. H. Sie bleibt demnach hinter der Steigerung in den letzten Monaten (165,7 bzw. 102,2 v. H.) nicht unerheblich zurück. Die Onder- ziffer ohne TdekleidungSauSgaben stellt sich auf 61 156 und ist demnach um 58,7 v. H. höher als im Vormonat. Die BekletDungSkosten haben sich allein um 56,6 v. H. auf 116 113 erhöht. Die geringste Steigerung zeigt die In- dexziffer für GrnährungSkosten, die Im Dezember um 46 v. H. auf 80 702 Punkte gestiegen ist. Ihre Höhe ist besonders beeinflußt durch die Kartoffelpreise, die im letzten Monat auf fast unverändert rund dem 200sachen des Friedenspreises stehen geblieben find. (Sine Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung findet am nächsten Dienstag, 9. Januar, nachmittags 5 älhr, im Stadthaus, Bergstraße, statt. Tagesordnung: Einführung und Verpflichtung der neugewählten Stadtverordneten. — Abgabe von Materialien aus Dem Durchgangslager an Den Theaterbauverein; hier: Erlaß Der Kosten. — ÄreDitbetoilligung für Das SlnbinDen Der neuen Grundbuchkarien. — Neubauten des E.senbahner-HeimstättenvereinS an Der Kli- nikstraßs, EreDnerstraße und am Wetzlarer Weg; her: Schlußabrechnung. — Bauliche Unterhaltung des Gebäudes der Bez'rksschule; her: ÄreDitbetoilligung. — Bewilligung eines vorläufigen KreDitS in Höhe von 250 000 Mk. zur Bestreitung Der bei Der Wahl entstandenen Kosten. * • Die 5. Schulgeldrate, die von Der Stadtverordnetenversammlung in der letzten Sitzung angenommen wurDe, wirD heute zur Erhebung angekünDlgt. (Siehe 73ekanntmachung) ♦* Der Strahenbahnverkehr vom imD zum SchützenhauS erlitt gestern nachmUtag gegen lIJ> Uhr eine Störung. Sin Die Licher otixxbe hinabsahren^er Straßenbahnwagen sprang' beim Passieren der Kurve unterhalb Des Eingangs Aum Alten Friedhof auS Dem Geleise. Versuche DeS Tvagensuhrers. durch Rückwärtsfahren Den Wagen wieder flottzumachen, blieben erfolglos. Der Tkrfebr wurde an dieser Stelle Durch Um- steigen aufrechlerhalten. Tlach einigen Stunden gelang es, Den Wagen abzurollen. Zur Zeit wird di« am Schienensttang beschädigt? Stelle durch langsames Fahren Dec Wagen passiert. • • O e f f e n t l iche Bücher hall^ 3m Dezember wurden 2039 Bände ausgell chen. Davon kommen auf: Erzählende Llieratur 1111, Z i fchcisten 180. H igendschr f en 242. 21 era Urgeschichte 22, G?dich:e und Dram«' 39. Lander- und Völkerkunde 78. Kulturgeschichte 43. Geschichte und Biographien 95. Kunstgesch'chte 18. TlaturtH senschaft und Technologie 91. Haus- und Landwirtschaft 5. Gesund').itslehoe 16. Religion und Philosophie 39, StaatSwissenschast 17, Spia-ch- wi'scnschäst 12, FremdsprachlicheS 28 TMnDe. Rach auswärts kamen 50 Bände. * • 40 Jahre im Dienste Der Krankenpflege ftanD am Ende Des Jahres Der Heilgehllfe und Masseur H. Kraushaar, Seltersweg 56, Hierselbst. • • Sine Wettervoraussage ist wegen technischer Störungen in Der Wetterdienststelle auch heute nicht eingrgangen. Vornotizen. — TaaeSkalender sür Donners- t a g Astorta-Lichtspiele. ab heute. »DaS Geheimnis Der Guillotine", 2. Teil, .DaS Weib und Der Hampelmann^ unb , Dernrellender gesucht^ — Llchrkpielhaus Bahnhofstrad«. ab heute: .Die 7S«ich .reine, Da bi tunarn des PosaunenchorS tu Kra zr e> r cg ng.-1 Dz: Grnr.ln e der O tS- gruc;e te Xrieguvel»yaL4aten und Kr.egerhintcr- ollebenen. der Tk.eüu und von TLijt Vorigen der teuren Toten füllten den übrigen Dell der Feier In würdigster Weise auS THii einem gemeinsamen ähvla'grsang fand die Tkranftaltung ihren Abich'uß Rach dec Ze.er wurde eine Kollekte füu Das Denkmal erhobm. die rund 33 000 Mark erbracht — Der Entwurf deS Denkmals ist ein Werk deS Regi.'rungsbaumei'ters Schneider- Gießen Die wuch iar. tncierf.ge Säule z ert aif Der Frontseite ein Stahlhelm, äleder diesem lieft man den Spruch: .Gedenket derer, die für daS Vaterland kämpften und ftarbai", baruiüer die Worte: .Sei getreu bis in den Tod, so will ich Die Die Krone des LchenS geben'. 7luf den drei übrigen Seiten find die Tiamat der 68 Kriegsopfer eingsbaum. Auf Drei Seiten des Denkmals find Ruhedänte erttchtet. Gärtnerisch: Tüxlagcn und ein lebendiger Zaun im Den Platz deS Ehrenmals werden das Ganze zu einem stillen Dedenk- platz machen DaS Denkmal wurde von Bildhauer Schrader -Großen-Linden ausgeführt. * R ö D g e n, 3. Jan. 21m Silvesterabend hielt Der Mannergesangverein .Harmonie" sein diesjähriges W in t erve rg n ü g en ab. Thea.erau sührungen und Mu^ikvottcäge tec- schönten die Feier in angenehmster Weise. * Ettingshausen. 3. Jan. 3n Der Silvesternacht verübte Der 25 Jahre alte WeißblnDer ArthurSchneiDer von hier Selbstmord Durch Srsch'.eßen. Der junge Mann zeigte seit einem unglücklichen Sturz im Kindes alter Merkmale einer geistigen Storung. 3n letzter 3eit lebte er sehr zurückgezogen und in Der Silvesternacht beging er nun auf Dem Anger vor Dem Dorfe Die unglückliche Tat, Die nach allgemeiner Ansicht nur auf seinen KranlheltSzustanD zurückzusühren ist. 25ei Der Einwohnerschaft war Der junge Mensch allgemein beliebt. Der schwer betroffenen Familie gilt Die herzliche Antellnahme DeS ganzen Dorfes. Aach Der amtlichen Prüfung Des Vorfalles wurDe Die Leiche zur Tte- erdigung freigegeben. • Lumda, 3. Ian. Vor einigen Tagen wurde hier Das 5 Jahre alle Söhnchen eines Landwirts auf tragische Weise vom Tode ereilt. Der Kleine weilte mitSpiel- gefähtten an Der LumDa unD stürzte infolge eines unglücklichen Zufalls in Das Wasser. Die h erdurch erschreckten Spielkameraden liefen in Den Ott zurück, machten aber in ihrer Verwirrung den Erwachsenen keine MUteilung von Dem älnglucksfall. Erst als Das K nd am Abend vermißt wurde, erzählten die Kinder Den bc- klagenswetten Vorfall. Bei den sofott angestellten Aachforschungen wurde Der Kleine etwas unterhalb des Ottes ertrunten aufgefunden. Kreid Biidtngerr. • Ober-WiDDersheim, 3. Jan. ;7n Der Wittschast von Eckel vergnügten sich in Der AeujahrSnacht einige junge Burschen damit, das neue Jahr anzuschießen. Sie gebrauchten eine alle Pistole, die sie mit Pulver und einem Papierpsropfen luden. 3m ilcbcr- mut wurde einer Der Schüsse Direkt vor der Brust DeS 25 Zähre alten Eisenbahnarbeiters Otto Muller abgefeuert. Der dadurch so schwer verletzt wurde, dah er auf Der Stelle verstarb. Der unbedachtt Schütze heißk Fritz Müller. Henen-Aastair. fpd Frankfurt a. 73. 3. Zcm. Der ix einer ÖAeunc un Stadtteil Eckercheim von Dem aus ©leben gebürtigen Hans Apoel mit einer Art e rf chlagene und beraubte Unbetannit ist jetzt ermiUell worden. Es ist der 1833 in Fürth aeberene Zvbann Haller. Seine 3be- frau lebt h:er feit drei Zähren getrennt von ihm. — Der ZStährige Kaufmann Schäfer aus Stuttgart erschoß am Dienstagnachmittag In einem Hau le Der Seilerftrafje feine 22|äbrtge Geliebte. Die Verkäuferin Tin na B 0 rrath , unb tötete f i ch Dann selbst durch einen Schuß In das Herz. Der ehelichen TJerbinDung DeS Paares hatten sich kaum überwindbare Hindernisse in den TDeg gestellt. — Als aus Anordnung des Wohnungsamtes eine Wohnung am W efen» büttenplM zwangsweise bezogen werden sollte, setzten sich die Hausbewohner Den Beamten »ur Wehr und gaben aus diese mehrere Revolverschüsse ab. Auch Ixe zur Hilfe herbeigeholte Schutzpolizei wurde mit Revolver- schüsfen empfangen. Schließlich konnte man in die Wohnung eindringen und die Wohnung für Den Mieter freimachen. Der Hausbesitzer wurde der Staatsanwaltschaft angezeigt. Gießen im Jahre 1922. IV. Die Evangelische Klrchengemeinde Gießen. die in drei Iahten lhr vierhundertsähriges Tte- stcchen feiern kann — der erste Geistliche. Daniel ® rdtr mit Tlamen, hat allerdings erst 7vei> nachten 1532 sein Amt angetveten — schaut auf ein Zahr ruhiger, er1pr»eß1icher Gntw4cklung zurück. Während des Krieges waren die Gottesdienste andauernd überfüllt, nach tem Kriege trat etn Ttüdgang ein. nun hat jedoch Die Teilnahme sich wieder merklich ce’x>5en Sonntag für Sonntag versammelten sich in Den beiden Gotteshäusern stattliche Teilrehmerscharen. an vielen Festtagen nahmen Hmrderte stehend an Der gct'^dienstlichen Feier teil. Daß nicht an j eben Sonntag alle Plätze be'eht waren, lag nicht etva an mangeln Dem religiö'en und kirchliche 6bm, sondern Daran, daß in unserer Stabt ScnntagS Tkranftaltungen künstleislcher und tolst<-nschastlichräm.-Tlnl. 4'7, Preußische KonsolS 4°/„ Hessen......... S'/Z/o Hessen 3°/o Hessen......... 29 12. 3.1. 29.12. 3.1. 80- 8050 8Ü75 80,75 625.- 615,- 64.), - —320,— 3.0 - 830,- 15*0,-1400,- 1425.- 120,— 165.- 167,- 16k- 131,- HO.- 125,- 100,- 120- 125. — 102,- 4% Zolllürken 7300,- 8000,- 767*- 8100,- 57. Goldmerikaner 92000.-9:500 ).-932.)H.-9(iO‘J0.- Berliner HnndelSges. . 16500, - 17 »00 - 17000,- 18000,- Commerz» n. Prtvalbk —, — 2150,— —, — 2200 — Diirmit.u-Nalionalbank 2630.— 310).— 2400,— 3050, - Deinsche 4>ank 8200.- 8100,- 7800.- 77uO,- Deiiisä'e BcreinSbank. 1150,— 1500.— —,— — ,— Disconio Eoinmaudir 350). -4175.— 3800 — 40.o — ‘Uleinlibnnt 150«.- 13500,- -,- Miiteldenl. Creditbank 10.),— 1650,— 1530,— 172>,- Oesterr. Crediianstult . 1950,-2060.- 1893.- 1935,- Bochumer Guß .... 240)0,-2:3000,-23600,-21600,— Buderus 12700,-10200,-12600.-10600,— Caro 9301,- 8400,- 9400,- 8200,- Den!sch.l?ure,nbura. . 24500,-2:3100,-24750,-23000,- GelsenkirchenerBergw2400.),—24750,—2-)(0),—237i»0,- Harvener Bergbau. . 60 *00,—5^200,-60500,-5' 0)0,— Kaliwerk2lscherölebenl400',-12990.-1:3*175.-1E- KaUwerk Westeregeln 1590Ü—14b00,—155j0,— —,— Vauraüütte 1301X1 -115C0. -12500, -11900.— Cberbebnri 13500.-122-X),-13000,-1S00 - Pbönir Bergbau. . .. 21800,-18600,-21506.- 17frM- Nheinstabl 2180 *,-l->5u0,-209O0, -1'1000,- Shebecf Montan . . . 33000,— —,—33251,-2750),— TeUuS Bergbau . . . 5000.— 5000,— —,— — vantbnrg-Aiuer. Pake, 94**0.— 8900,— 9125,— 8510,— Norddeutscher Llovd. 5875»- 5400.- 5800,- 5500,- >3eiiienuverkHetdelberg —710),— —,— —,— Philtvp Hvlzmann . . 490).- 4850— 4600— Anglo-Cont.-Anano. . .2700),-^W0,-»1600-26000,■ ^3adische Anilin .... 89 ü— 830.#— 8,00,— (9 Ibfdjmtbt 1000917.0.- 1)800,- 8600,- Grieotietnier Electron. 7100#— 710 8100,— 694 50 195,50 7481.25 7518,75 10,62 10.68 299, - 201— 229,40 2306) Markte. Berliner Prodnktenmarkt. Berlin, 3. Ian. Die Festigkeit des Devisenmarktes stutzte am Produktenmarkt die Ge- treidrpceise. rmd zwar um so wirksamer, als das Arrgebot aus dem Inlande meist zurückhaltend war. Roggen war zu Ablieferungszwecken an die Re'lchZgetceidestelle beehrt. W^i^n änderte sich im Preise wenig. Gerste war still. In Hafer gestaltete sich das Geschäft w2gen der Frachten außerDtbentüd) schwierig Die Pce ssordecung für Mais vom Auslande zeigte eine Abschwächung: hier bestand etwas mehr Nachfrage. Mehl hatte imhiges Geschäft. Verkauft wurde meist aus zweiter Hand. Für Raps bestand feste Stimmung: die anderen Artikel änderten fl chwrnig. Weizen, märkischen 15 20) bis 15 5)0 Mk., pommerschen 14 90) bis 15 300 Mk. (fester), schlesischen 15 000 bis 15 200 Mk.. Roggen, märkischen 14 000 bis 14 200 Mk.. pommerschen 13 900 bis 14 000 Mk. (still), Sommergerste, märkisch: 12 500 bis 13 200 Mack. Wintergerste, schlesische 12 000 bis 12 600 Mark (schwächer). Hafer, märkischen 13 000 bis 13Z00 Mk.. pommerschen 12 500 bis 13 200 Mk. (ruhig), Mais, La Plata, loco Berlin 15 600 bis 16 000 Mk. (wenig geändert), cvaggonfrei Hamburg 14 500 bis 14 700 Mk.. Weizenmehl (100 Kilo) 43 000 bis 47 500 Mk. (fester). Roggemnehl (100 Kilo) 39 000 bis 43 500 Mk. (fester). Weizen, kleie 8000 bis 8200 Mk. (matter). Roggenkleis 8300 bi« 8500 Mk. (matter). RapS 26 000 bis 27 000 Mk. (stetig). Biktociaerbsen 28 000 bis 30 000 Mk.. kleine Erbsen 25 003 bis 26 000 Mk.. Futtererbsen 15 000 bis 16 030 Mk., Peluschken 20 000 bis 21 000 Mk., Wicken 25 003 bis 28 000 Mark. Lupinen, blau 16033 bis 17 000 Mk, gelb 20 000 bis 22 000 Mk., Seradella. alt 35 000 bis 40 000 Mk., Rapskuchen 10 000 Mk., Trocken- schnitzel 6100 bis 6330 Mk. Rauhfutter: Weizen- und Roggenstroh, dcahtgeb. 6203 bis 6500 Mk., Haferstroy, drahtgepreßt 6200 bis 6500 Mk.. Stroh, strohseilgebundelt 5700 bis 6100 Mk., Wiesenheu, gut, gesund und trocken, Bormahd 6600 bis 6800 Mk., Rachmahd 6400 bis 6600 Mk. (Soweit kein anderes Gewicht genannt, verstehen sich alle Preise pro 50 Kilo.) Frankfurter Getreidebörse. * Frankfurt a. M., 3. Ian. Der Ge- tteidemarkt zeigte am ersten Geschäftstage des neuen Jahres ein ruhiges Aussehen. Der Besuch war in den ersten Vormittagsstunden schwach. Die Bewegung des Dollars übte keinen Einfluß aus, da die Käufer äußerst vor- sichttg sind. Preise wurden nicht genannt. Soweit man hören konnte, entsprechen dieselben den letzten amtlichen Notierungen. 3m Mehl- oeschäft machte sich etwas Nachfrage nach Weizenmehl bemerkbar. Futtermittel sind ebenfalls gesuchter. ES notierten Weizen Mk. 31 000—32 000, Roggen Mk. 30 000, Sommergerste für Drauzwecke Mk. 26 000—27 000, Hafer, inländischer, Mk. 24 000—26 000, auslän- ßifeber Mark 33 000 bis 35 000, Mais La Plata 30 500 bis 32 000, Mixed 30 500 bis 32 000, Weizenmehl, südd. Spezial. 0 Mk. 51 000—55 600. Bei Waggonbezug ab Mühlenstation: Roggenmehl Mk. 43000, Weizen- und Roggenkleie Mk. 15 000—15 500, Speise-Erbsen, je nach Qualität, Mk. 44 000 Berlin, 3 Jan BörsensttrnmungS- 6115. Die Devisenkurse befestigten sich schon im Verlaufe des Vormittags und zogen während der ofsiziellen Börse wegen der schroffen Stellungnahme Frankreichs in der Reparationsfrage weiter an. Gleichwohl eröffnete der Effektenmarkt zu abgeschwächten Kursen für Industriewerte: offenbar lagen noch infolge der vorangegangenen schwankenden Haltung der Devisenkurse überwiegend Derkaufsaufträge vor. Die Spekulation hielt ich wegen der älnklarheit der politischen Verhältnisse zurück. Am Montanmarkte büßten einzelne Werte mehrere tausend Prozent ein, wie Phönix, Riebeck Montan, Essener Steinkohlen und Buderus. Von Elektrizitätswerken waren Siemens und Halske 1300 Prozent niedriger, ferner teaien Nordd Wolle ziemlich 3030 Prozent und Stöhi 2400 Prozent niedriger. Danken bewahrten ihre gute Haltung. Schiffahrtsaktien waren überwiegend abgrschwächt. Valutapapiece waren anfangs ungleichmäßig, waren aber später im Einllang mit der Desferung der Devisenkurse be- eftigt. Der Verkehr entbehrte der Lebhaftigkeit: die Haltung blieb auch weiterhin unsicher. Frankfurt a. M., 3. 3an. Dörsen- stimmungsbild. Der Dollar wurde in den ersten Morgenstunden 7300 genannt, an der Börse trat eine Defestiguna auf 7450 ein. Ausländische Zahlungsmittel wurden nur b.'schriden eingesetzt. Dec Effettenverkchr zeigte eine unregelmäßige Tendenz. Das Geschäft war nicht so lebhaft, da das Augenmerk aus die Pariser Konferenz gerichtet ist. Für einzelne Industriepapiere bestand größeres Interesse. Am Montanaktienmarkt war die Kursbewegung unregelmäßig. In chemischen und Elektcizitätspapieren konzentrierte sich das Interesse auf Spezialwerte. Ruhiger lagen Bank- aftlen. Schiffahrtsaktien abgeschwächt. Schwankungen zeigten Maschinen- und Zuckeraktien. Fest lagen Kasfa-Industrieaktien. Dv Dollar wurde um 1 Rhr 7525 genannt. bis 50 000, Biertreber, getrocknet, Mr. 19000, Tendenz: fest. (In einem Teil dec Auflage wiederholt.) Poincar^s Programm. (Schluß.) P a r i S, 3. Ian. (WTB.) Auch nach dieser Richtung soll die Rheinlandkommission Befehle zur Holzausbeutung erteilen. Im Falle die von Deutschland verlangten Sachlieferungen, Wiederaufbaumaterial, Stickstoff usw. nicht in der vorgesehenen Frist erfolgen können, könnten in der Höhe der unbesrieoigten Lieferungen Requisitionen erfolgen, und zwar unter Befehl und Kontrolle der Rheinlandkommisfion. Diese Requisitionen könnten sowohl in dem militärisch besetzten Gebiet als auch im Ruhrgebiet stattfinden. — 2. D s ä nd e r, die dazu bestimmt sind, sowohl Geldzahlungen als Sachlieserungen sicherzustellen. 1. Abgabe ausländischer Devisen von der deutschen Ausfuhr aus dem zur Zeit besetzten Gebiet ober aus dem Ruhrbecken. Diese Pfänder hätten den Alliierten die Möglichkeit gewährleistet, einerseits nennenswerte Summen in bar zu erlangen und andererseits mit einer Sicherheit, die das Gacantiekomitee bis heute tn Berlin nicht zu erzielen imstande gewesen fei, Kontrolle darüber zu erlangen, unter welchen Umständen die Ausfuhrbewilligung gewährt werde, besonders aber, ob die Exporteure die vorgeschriebenen Zahlungen richtig ausführten. Die Durchführung solle durch das Genfer Komitee sowohl für das linke Rhein- ufer als auch für das Ruhrbecken erfolgen ober durch Schaffung eines analogen Komitees in Essen, ebenfalls auf Grund einer Ordonnanz der rheinischen Oberkommission, unter deren Autorität auch die Lizeitzen erteilt werden, und die auch die Prozentsätze der abzuliefernden ausländischen Devisen festsehe. Das Gesamtergebnis dieser Abgaben werde auf ungefähr 400 Millionen Goldmack im Jahre geschäht. 3. Beschlagnahme der Zolleinnahmen des augenblicklich besetzten Gebietes und dec Hauptzollämter im Ruhrgebiet. Troh der formulierten Einwendungen bleibt die französische Regierung dabei, daß es wünschenswert wäre, das von dec Londoner Konferenz im März 1921 eingerichtete Wirtschaftsregime wieder- heczustellen. Angesichts des von verschiedenen Aluierten bekundeten Widerstandes wäre jedoch die französische Regierung im Falle gemeinsamer Beschlagnahme von Pfändern geneigt, folgendes Verfahren einzuschlagen: Die interalliierte Oberkommission in den Rheinlanden erhält den Auftrag, die Erhebu rg dec Zölle an dec Westgrenze des besetzten Gebietes und in den Zollgebieten des besetzten Gebietes und des Ruhrgebietes anzuordnen. Sie wäre befugt, den in autorisierten Devisen zahlbaren Anteil an der Aussuhrabgabe festzusehen. Dec Rest wäre an die Kommission in Papiermark abzuführen. Der französische Plan schätzt die Einnahmen aus diesem Verfahren auf 200 Millionen Goldmark jährlich, davon 150 im besetzten Gebiet. 3. D i e Beschlagnahme der Kohlenlieferun- g e n im besetzten Gebiet und im Ruhrbecken. Di» Schaffung eines Teiles der Pfänder, beispielscveise 30 Prozent, soll von den ®rubeninT>abem in ausländischen Devisen verlangt werden. Im Falle diese Bedingungen nicht erfüllt werden, behalten sich die interalliierten Mächte das Recht vor, eine entsprechende Quantität von Kohlen zu beschlagnahmen. Das Ergebnis dieser Steuer wird auf 400 Millionen Goldmark geschäht, von denen 120 Millionen in ausländischen Devisen zahlbar sind, der Rest in Papiermark nach dem augenblicklichen Kurs 500 Milliarden. 4. Die Einnahmen aus den Zöllen und der Zollsteuer beziffert dec französische Plan mit 180 bzw. 280 Millionen Goldmark, die in Papiermark eingehen. Der Gesamtbetrag der vorgeschlagenen Pfänder soll sich also genau auf 1 Milliarde Goldmark belaufen. Man behalte f i ch vor, wenn Deutschland auch fernerhin versage, alle Pfänder', namentlich aoer die Kohlensteuer und die Abgabe der ausländischen Devisen zu erhöhen. Es wird betont, daß die vorgesch'.agenen Pfänder den Vorteil hätten, einen energischeuDruck auf d i e Großindustriellen auszuüben, die bis jetzt das Haupthindernis für die Ausführung des Vertrages gewesen seien. Wenn die deutsche Regierung das vorstehende Programm nicht ausführt, und namentlich nicht alle gesetzgele.-ischen und Derwaltungs- maßnahmen treffe, die die Reparationskommission oder die Rheinlandkommission oder die interalliierte Ingenieurkommifsion für notwendig erachte, würden sofort und automatisch die folgenden Sanktionen in Kraft treten: 1. Militärische Besetzung der Bezirke von Essen und Bochum und des von Marschall Fvch näher bestimmten Teiles des Ruhrgebietes. 2. Errichtung einer Zollin ie östlich des gesamten besetzten Gebietes, dabei bleiben die von der französischen Rcgienlng Mehrmals gemachen Feststellungen aufrechterhalten, daß jede Nichterfüllung des Versailler Vertrages einen Aufschub der Räu- mungszeit für das besetzte Gebiet in der Der- gangen'heit gehabt habe und in Zukunft haben werde. für ^ter-^ann^uchen, 6 Ls, Crcem£ axw ntihrw Lacfowtrk' fiorcMinm bri UJotm». SEIFE NIMM MIT AUF DIE REISE! ■< M die tKrnagt den kommen (allen, so dah der Gisenbabnfiskus, Behördliche Anzeigen UNITED STATES LINES unserer Aufforderung es unterlassen haben, nach Dampabt Gießen Januar 1923 ’*D (Verschiedenes u.Oefen AUflelmilen na 128D verkaufen. «chÄftebÄaeer Ml geuen bar. Astoria-Lichtspiele ILrg ^Lichtspielhaus^ n Bahnhorstraße 34. „c Ä an (a» iiiille oder Beustoa gut birgtrliiitt Mittags-u. Abenütisch Schr. Ilna u. 11 ID an den 'Hie{v flut Schäserhunü e»cirat. '.' en vanb werker. 2J-- wiinlcht Tarne kennen au lernen xro i>eir. IVwe m. Minö n ausaefchl Rur ernltaem. fdir Augeb» iv uiä il mit Bild. u. (tu an d-Ut A. IWerrolle I möglichst 4 Räder. .Irltbcrtc dazu, ui kauf. aes. Schr Ana- il 1121) an b.t*«n*. zahlreiche Spediteure uä_ eme Anzahl Offenbacher und auswärtige Armen zusammen um meh.ere Dillionen Mark geschädizt sinb. Geist ist feit Ansang 1911 im Bahndienst. war zuerst Weichensteller und rückte nad) und nach Jim Slallonsalsistenten in Offcnbad) aus. wo er bei ber Güterabfertigung mit der Annahme und Absendung der Frachtgüter beschäftig: war. (8r hat nun foNgefeyt als Beamter Frachtbriefe aller Art beiseite geschafft oder gefälscht, die ankommenden Güter. Äiflen mu Tabak. Seife. Tuch Leder, Spirituosen an falsche Abreisen lausen und sich aushändigen las'en. Seine Hauptbellershelfer waren dabei der Win Gottfried Wiflel m Offenbach und dessen Bruder Georg Wissel. Zunächst ler- tigte Geist auch falsche F achtbnefe und mischte sie unter die anderen Als nach einigen Wochen die fingierte Sendung nicht ankam. mustte Wiilcl tefiamieren, so dah der FfzkuS für in Wirklicheit gar nicht aufgegebene Sendung Schadenersatz leisten mustte In aoberen reichen Fällen vernichtete D. die Frachtbrieie zu ordnungs- mästigen Sendungen von Wert und liest die Güter auf Grund eines von ihm gesälfchen Frachtbriefes an den Wirt Wissel lau er The Bekanntmachnng. In unser Handelsregister Abt. B wurde em 18 Dezember 1922 eingetragen: Die FirmaHolzhandelsgesellschaftBiesten,Aktiengesellschaft mit dem Sitz in Giehen. Der Gesellschaftsoertrag ist am 7. Dezember 1922 festgeslelli Gegenstand de» Unternehmens ist der Betrieb von Geschäften de» Holzhandels und der Holzindustrie, sowie die Beteiligung an Unternehmungen, die sich gleichen oder ähnlichen Zwecken widmen. Das Grundkapital beträgt 5 Millionen gjlarh und besieht au» 600 Aktien von je 10000 Mark, die auf Inhaber lauten. Der Borstand der Gesellschaft besteht je nach den Deslimmungen des Aufsichtsrat» au» einer oder mehreren Personen, di« Dorstands- Mitglieder und deren Stellvertreter werden vom Aussichtsrat in notarieller Verhandlung bestellt und abberufen. Besteht der Vorstand au3 mehr als einer Person, so wird die Gesellschaft durch 2 Vorstandsmitglieder ober durch cm Vorstandsmitglied und einen Pro- Künsten vertreten. Der Aufsichtsrat kann einzelnen Mitgliedern des Vorstands die Befugnis erteilen, die Gesellschaft allein zu vertreten. Die Delianntmachunaen der Gesellschaft erfolgen durch den Deutschen Reichs- aujdgcr. Die (Einberufung der Generalversammlung erfolgt durch einmalige Bekanntmachung im Deutschen Beichsanzeiger. D»e Gründst der Gesellschaft sind: 1. Kaufmann (Eugen Dürr in Giesten, 2. dessen Ehefrau Kate geb. Wasmuth in Giesten, 3. Generalsekretär Dr. Eduard Senator in Berlin, 4 Beniner Eduard Ben, in Wiesbaden, b. Bankdirektor Ludwig Liebmann in Giesten. Die Gründer haben sämtliche Aktien über- nommen Vorstand der Gesellschaft ist Kaufmann (Eugen Dllrr in Giesten. Dem Kaufmann Karl Bieker in Giesten ist Prokura erteilt. Der Aussichtsrat besteht au» dem Generalsekretär Dr Eduard Senator in Herl n, dem Dankdirektor Ludwig Liebmann in Giesten, Frau Käte Dürr jeb. Wasmuth in Giesten, Ehefrau de» Kaufmanns ugen Dürr, Rentner Eduard Benz in Wiesbaden, Rentner Wilhelm Seipp in tziesten Die mit derAnmelduna eingereichten Schriftstücke, insbesondere die Prusungs- »erichie des Vorstands, de» Aufsichtsrats und der Reviforen können während der Dieuftftunden auf der Gerichtsfchreiberei ein- jefetjen werden, der Prüfungsbericht der Revisoren auch bei der handel»kammer in Giesten. (ferner wurde bezüglich der gleichen Firma am 29. Dezember 1922 eingetragen Durch Beschlich der Generalversammlung der Aktionäre vom 20. Dezember 1922 ist die Firma dahin geändert worden: ,Eugen Dürr u. (Co., holzhanbelsaktiengesellschaft". Giesten, den 30. Dezember 1922. hessische» Amtsgericht. 107B (VerschiedenesHerdes Wer teib^Hadeim f C Allgemeine Ortskrankenkasse Giehen. Laut Beschluh des Ausschufle» vom 22. 12. 22 trete, ab 1. 1. 23 vorbehaltlich der Genehmigung de» Oberoersicherungramts an Stelle der seitherigen gemäst 6 17 der Satzung geltenden Grundlöhne die untenstehenden und an Stelle der seither in § 42 festgesetzten Beiträge die nachstehenden in Geltung: 127c FvachLbrt^e unrcben alle orkmung-mästlg bi bat Fradxbri^v^a.nbbuch dnfletragea. Auch viele Hendungen, bi; i~ Offenbach au'rnftcfert -mirben, besonbers Wäsche. Hchnupftaba!. tnde Kisten £. iDh QL chandreisekorb. schwere Wagen ob. Autodecke ibouueltl» n. ‘Atolle iblau» Iür Iiimvrr ah oerfnuf. BZalttoritr.L» 11. 66ltr Ntti-Mijs au Derfnulrn (07$ Nltteraaffe 17 II vchticht««sSsta^chntz der Prodl«z LberHe^en. BerchandtuiHg Dom 3. 3a mm. Die Bad-Nnufreimer und die Friedberger Mitglieder des Lud westdeutschen Arbeitgeberverbandes für das Transport-, Handels- und Ber- kehrsgewerbe sollen die Transpvrtarbeuerlöfrne, die Dom 1. bis 15. Dezember 1922 galten, Dixn 16 Dezember 1922 an um 25 v H erchohen and bom 24 Dezember 1922 bis Snde Januar 1923 die Löhne zahlen, die in derselben Zeit in Dietzen gelke-.t. Hebet den WirtungSbeginn der Lochn- reflelung waren die St reit teile einig. Sie erhielten zwei Tag« Grslärungsfrist. 3n der Antragsfache des Zenlralr-erbandes der Angestellten gegen die Ortskrankenkaffe für den stteiS Friedberg wegen Negelung der ®nt- lofrmtng und festen Anstellung der Äranfen- besucher und Hilfskräfte ergab die Berchandlung Hebervinftitnrnunfl der Streitteile darüber, day die Entlohnung nach den Sätzen der he'lisch:n B.'foldungsordTmng ersolgen soll, lief er die Eingruppierung im einzelnen and die Anstellungen vecchundeln sie zunächst unmittelbar weiter. Regelmässige Verbindung von Bremen über Southampton, Cherbourg nach New York durch die prachtvollen amerikanischen Reiperungsdampfer der United States Lines [Stellengesuche] Geprüfter JaWslMtijtt iuckt Stelliin« in ,;abrif ox lonftiacm Beiiiel». Lchni liche Anneb. murr 103 n ben Gtest. AnA. erd. Gin tücbtincr ZeiAel sucht solort etcUttutu Tchr. Anneb u. 075 an ben Gietz. Anz. \ Verkäufe | Prima Bannoveraner Ferkel abzugeben (ItOO Noddeimer Gte. ß 1 ne bÄ'.üscrS Miidlei Gebe., sehr flut erh. (SuftKrrd flOxGO, ah verkaufen, i« Nlein ikindea, ,>rnnklurier Str. 1. Bu verkaufen nur am 4. I. na imutt.: vor>1. Bo t, Schraik, Titek, Natütichraak uid Stahl 076 bei <». flanftr, Liechen-Anst Bri- vat-Äbt. s Männer. | Kaufgesuche | Wachsamer scharfer tzSsWü ju fnufcn Stindl1. Schr Ang iu 113D an den Met?. Anz. UW Sie U iiidji iueMle»! durch marktschreierische Reklame, denn nur ein 8 jiestteztvZ Kino am Platze! 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